Autor Thema: [IC] Prolog: Ein Funken Hoffung  (Gelesen 4252 mal)

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Falon Garsson

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[IC] Prolog: Ein Funken Hoffung
« Antwort #15 am: 18.03.2008, 23:21:37 »
Mit Genugtuung verfolgt Falon wie der Anführer auf die Tischkante aufschlägt und nicht mehr aufsteht.

Das geschieht dir recht, alter Menschenschinder.

Doch schon im nächsten Moment tönt der verzweifelte Schrei des Sohnes durch den Raum und Falon entgehnt nicht das lange Brotmesser, nach welchem der Jüngling in seiner Wut schnappt. Noch bevor er reagieren kann, ist auch schon Exiguus bei ihm und umgibt ihn mit einer grünen Aura. Und nicht nur das, auch innerlich spürt er von dem Kettenhemd ausgehend ein leichtes Kribbeln, welches ihm das Gefühl von Härte verleiht.

In der rechten Hand das leere Glas, aus dem noch der letzte Rest Bier zu Boden tropft, zieht er mit der linken in einer Drehbewegung seinen Stuhl zwischen sich und den Jungen und schreit zu ihm hinüber:

"Leg sofort das Messer weg! Willst du dich umbringen?"

Mit seinen mitlerweilen grünen Augen schaut er den vor Wut blinden Angreifer durchdringend an.

"Setzt dich hin!" , und er deutet mit seinem linken Arm auf dessen Stuhl.

Daeinar

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[IC] Prolog: Ein Funken Hoffung
« Antwort #16 am: 19.03.2008, 12:15:00 »
Während Falon auf den Jungen einbrüllt, wird es in der Kneipe immer lauter. Eindeutig fremdenfeindliche Zwischenrufe klingen durch den Raum: "Gib's dem Karrn, Saal!"

Der Junge stürmt blindlings auf Falon zu, dessen Worte kaum beachtend, während sich die anderen Schläger nun vornehm zurückhalten. Während der Rest des Schankraums johlt, sieht Exiguus nur auf dem Gesicht von Tiira, der Elfe aus Sharn, sich eine gewisse Sorge breit machen. Offensichtlich ist sie noch nicht lang hier, sonst wüsste sie, dass bereits mehr als ein Unglücksrabe im Wilden Hund durch ein Messer zu Tode gekommen ist.

Im selben Moment versucht Saal, wie der Junge wohl heisst, über den Stuhl zu spirngen und reisst das Messer hoch. Fast albern sieht die improvisierte Waffe aus, doch Falon ist auf den Angriff vorbereitet und manövriert den Stuhl instinktiv zwischen sich und seinen Angreifer.

Dadurch passt am Angriff des Jungens hinten und vorn nichts mehr - er bleibt mit einem Fuss am Stuhl hängen und stolpert auf Falon zu, immer noch wild entschlossen, den blonden Fremdländer zu erdolchen. Falon spürt, wie das Messer in seiner Flanke gerammt wird, doch es folgt kein Schmerz und der Junge, vollkommen aus dem Gleichgewicht, taumelt an Falon vorbei und stürzt.

Irritiert blickt Falon an sich hinab, kann aber keinerlei Verletzung feststellen. Als er sich umdreht bemerkt er zuerst den bestürzten Gesichtsausdruck auf Exiguus' Gesicht. Ein Blick auf den Boden bewahrheitet spontan Falons Vorhersage: Saal liegt neben seinem Vater. Unter ihm breitet sich langsam, aber sicher, eine schnell größer werdende Blutlache aus.

Exiguus

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[IC] Prolog: Ein Funken Hoffung
« Antwort #17 am: 19.03.2008, 16:32:50 »
Exiguus ist erschrocken, als er sieht wie das Blut aus dem Körper des jungen Mannes fließt.

Verdammter Idiot, musstest du dein junges Leben so wegwerfen, nur um deinem Vater und seinem Rassismus nachzueifern.


Der Gnom dreht den Jungen auf den Rücken und sieht das Messer aus dessen Körper ragen. Das Blut hat sich bereits in einer großen Fütze auf dem Boden gesammelt. Wut steigt in Exiguus auf und er dreht sich zu der Menschentraube, die vorher den Jungen angefeuert haben.

" Und Ihr ! Ihr habt nichts Besseres zu tun, als euch ein Blutbad zu wünschen oder ? Gefällt es euch, dass der junge Grünschnabel jetzt hier tot auf dem Boden liegt ? Und warum ? Weil er euch gefallen wollte und euren Blutdurst befriedigen wollte. Nichts unterscheidet euch von denen, die ihr als minderwertig betrachtet. Wäre nur einer von euch hier verblutet und gestorben statt dieses dummen Jungen ! "


Dann schaut er zu seinem Freund und meint nur kurz, während er pumpt wie ein, sich in Rage befindender, Schreckenseber :

" Komm lass uns gehen Falon ! "

und wartet, dass sich dieser von dem Anblick losreißen kann.

Daeinar

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[IC] Prolog: Ein Funken Hoffung
« Antwort #18 am: 19.03.2008, 17:17:54 »
Erst scheint es so, als seien auch die Anwesenden geschockt. Ein Grummeln wird laut im Wilden Hund, als sich offentlich niemand entscheiden kann, wie man mit der Situation umgehen soll.

Der Vater Saals liegt neben seinem Sohn, und langsam saugt sich dessen Kleidung auch mit dem Blut seines Sprösslings voll. Er selbst atmet flach und unregelmäßig. Die Mädchen am Tisch der Jugendlichen haben begonnen zu wimmern, während die beiden anderen Schläger sich von dem nur mit einem Stuhl bewaffneten Falon zurückziehen. Doch dann ruft aus dem Hintergrund jemand: "Mörder!" Eine zweite Stimme reiht sich ein: "Holt den Sheriff!"

Weiter hinten im Raum erhebt sich die Truppe um Kullen, und er nickt einem seiner Mannen zu, der daraufhin zur Tür eilt, wohl um über den Platz zum nur einhundert Schritt entfernten Wachposten des Sherrifs zu eilen, während zwei andere sich auffällig nah am Vorderausgang des Hunds in Position bringen...

Falon Garsson

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[IC] Prolog: Ein Funken Hoffung
« Antwort #19 am: 19.03.2008, 21:43:28 »
Ah, jetzt hat er mich doch erwischt und Falon greift sich instinktiv an die Seite. Doch er kann keinerlei Verletzung erkennen, obwohl er sich sicher ist, dass ihn der Junge mit dem Messer an der Seite noch getroffen hat.

Falon dreht den Kopf und lässt seinen Blick nach unten zu dem Jüngling gleiten. Keinerlei Reaktion und unter dem Körper breitet sich langsam eine Blutlache aus.

Dieser verdammte Trottel hat sich das Messer selbst in den Bauch gerammt.

Er will sich gerade zu dem reglosen Jungen hinunterbeugen, als Exiguus ihm zuvor kommt und der sensationslustigen Menge eine Moralpredigt hält. Als aus der Menge vereinzelte 'Mörder' Rufe kommen, läuft Falon ein kalter Schauer über den Rücken.

Das hat mir gerade noch gefehlt. Am Ende beschwört diese Meute noch, dass es mein Messer war. Wir müssen hier weg.

Doch ein Blick zur Tür verrät ihm, dass sich dort schon jemand postiert hat. Eine Flucht wird verdammt schwierig.
Doch dann kehren seine Gedanken wieder zu dem Jungen zurück. Er beugt sich hinab und fragt sich, ob er wirklich tot ist oder gerade am verbluten ist.

"Ist ein Heiler anwesend , der sich den Jungen ansehen kann, ob er noch lebt?",
schreit er in die Runde und mit einem Satz springt er zur Theke hinüber, reißt dem Wirt das Handtuch aus der Hand und verbindet die Wunde.

Daeinar

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[IC] Prolog: Ein Funken Hoffung
« Antwort #20 am: 20.03.2008, 19:44:12 »
Der Junge atmet kaum noch, als Falon sich zu ihm hinunterbeugt. Hektisch versucht er, die Blutung zu stillen, doch er bekommt die Verletzung nicht in den Griff. Die Hände voller Blut schaut er durch die Schenke. Die Blicke die ihm entgegenschlagen sind eine Mischung aus Feindseligkeit, Schadenfreude und blankem Hass. Niemand macht auch nur Anstalten, dem Jungen zu helfen.

Dann setzt sich Tiira, die Abenteurerin in Bewegung und kniet neben Falon. "Ich will sehen was ich tun kann", flüstert Sie. " Aber wenn ich Du wäre, würde ich sehen, das du Land gewinnst." Sie deutet mit den Augen auf die Tür direkt neben Falon. Das muss wohl die Hintertür sein.

Falon Garsson

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[IC] Prolog: Ein Funken Hoffung
« Antwort #21 am: 20.03.2008, 22:25:30 »
Als Tiira plötzlich neben ihm kniet, läuft Falon abermals ein Schauer über den Rücken. Doch diesmal sicherlich aus einem andern Grund.

Er streift sich die blutverschmierten Hände an dem Handtuch ab und reicht es gedankenverloren an Tiira weiter. Ihre Augen treffen sich, doch Falon bringt keinen Ton hervor.

Er richtet sich auf und schnappt Exiguus am Hemd "Los, schnell raus hier!", flüstert er leise und nickt mit dem Kopf in Richtung der Hintertür. Noch einmal dreht er sich zu der Elfin hin und haucht ihr ein kaum hörbares "Danke!" zu.

Noch im selben Moment bekommt er von Exiguus einen Stoß in die Rippen und beide verschwinden durch die Hintertür.

Exiguus

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[IC] Prolog: Ein Funken Hoffung
« Antwort #22 am: 21.03.2008, 00:04:56 »
Exiguus ist erleichtert, als Falon sich vom dem fast toten Jungen losreißen kann und rennt fast gleichzeitig mit seinem neuen Freund Falon aus der Hintertür der Kaschemme hinaus. Während die beiden Kameraden nebeneinander her rennen, wendet sich der Gnom an Falon.

" Wohin sollen wir uns wenden? Sollen wir direkt aus der Stadt heraus, oder musst du vorher noch etwas aus deiner Unterkunft holen ? Wohin sollen wir gehen ? Zu mir nach Hause können wir wohl nicht gehen, dort werden sie als erstes suchen "

" Mist, so ein dummer Junge, man müsste diese Taugenichtse alle ausrotten "

" Was hältst du davon, dass wir direkt zum Flüstergrab gehen ? Wenn mein Vater Recht hat und es dort einen Schatz zu holen gibt, könnten wir endlich aus diesem trostlosen Nest verschwinden und müssten uns nie wieder das fette Gesicht von Smenk und den anderen Halsabschneidern ansehen müssen ! - na was hältst du davon "


Wie ferngesteuert lenkt der Gnom seinen Freund zum alten Observatorium und somit in Richtung stadtauswärts.

Falon Garsson

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[IC] Prolog: Ein Funken Hoffung
« Antwort #23 am: 21.03.2008, 23:58:56 »
Falon's Gedanken sind immer noch im Wilden Hund.
Wie konnte es so weit kommen? Ich habe doch alles versucht und diesen unreifen Sohn eines Bastards kaum angerührt. Doch außer den Abenteurer wird mir in diesem Loch voller Breländer eh niemand glauben.

Als er bemerkt, dass sie Richtung Norden laufen bleibt er kurz stehen, dreht sich zu Exiguus und legt ihm die rechten Hand auf die Schulter.
"Du hast recht mein Freund, lass uns von hier verschwinden. Wir sollten allerdings noch schnell einen Abstecher zu mir machen und meinen Bogen sowie den Rucksack und etwas zu Essen zu holen. Das können wir sicher noch gut gebrauchen. Ich wohne nur kurz hinter Venelle der Bogenmacherin, gleich hier vorne links. Bis der Pöbel richtig weiß was los ist, sind wir längst aus der Stadt."

Exiguus

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[IC] Prolog: Ein Funken Hoffung
« Antwort #24 am: 22.03.2008, 00:08:21 »
" Gut das können wir machen. ich habe bei mir nichts zurückgelassen, was ich vermissen werde. Vielleicht kann ich irgendwann hierher zurückkehren und wieder in meinem Haus wohnen. Na dann, beeilen wir uns mal "

sagt der Gnom zu seinem Freund zwinkert ihm zu, und nimmt den schnellen Gang wieder auf.

Daeinar

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[IC] Prolog: Ein Funken Hoffung
« Antwort #25 am: 22.03.2008, 16:23:16 »
So schnell ihre Beine sie tragen entfliehen Falon und Exiguus dem Ort des Geschehens. Als sie hinter der Kirche der silbernen Flamme herrennen sehen sie, wie aus dem Büro des Sheriffs zwei Männer eilen und in Richtung des wilden Hunds laufen, doch scheinen diese sie in den langen Schatten der Kirche nicht zu bemerken.

Aus dem Wilden Hund ertönt gedämpftes Gezeter, das kurz lauter wird, als sich scheinbar die Hintertür öffnet. Kurz warten die beiden hinter Venelles Laden ab, doch niemand scheint ihnen zu folgen. Falon braucht nur eine Minute, um aus dem kleinen Haus seine Habe zu bergen. Aus der Richtung des Wilden Hunds tut sich noch immer nichts.

Dann laufen die beiden los, vorbei ajn Allustans Residenz, in der noch Licht brennt, querfeldein den Hügel in Richung des Rings der Menhire hinauf, an einer verlassenen Mine vorbei. Auf dem Hügel thront einsam das alte Observatorium. Auch hier brennt flackerndes, gelbes Licht, was den beiden seltsam erscheint - spukt es dort nun, oder ist das Gebäude einmal wieder bewohnt?

Kurz unterhalb machen Sie noch einmal Pause. Vielleicht 500 Schritte trennen Sie keine zehn Minuten nach der Flucht nun vom "Wilden Hund". Dort geht in diesem Moment die Hintertür auf...