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Autor Thema: [IC] Kapitel 1: Das Flüstergrab  (Gelesen 18151 mal)

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Daeinar

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[IC] Kapitel 1: Das Flüstergrab
« am: 04.04.2008, 19:29:19 »
Mol, 3. Dravago, 999 YK, Morgengrauen

Im Morgengrauen stolpert der Gnom durch die Hügel nördlich von Diamantsee. Exiguus' Stiefel sind staubig, und die Beine schmerzen nach der Nacht, in der er einen Gewaltmarsch hingelegt hat, für den es in seinem Leben bislang keinen Vergleich gibt.

Der größere Mann hatte es da wesentlich leichter, wenngleich er nun, da der Mond verblasst und das Licht unter Siberys Antlitz langsam zurückkehrt, endlich wieder etwas erkennen kann.

Erneut blicken die beiden sich um, doch niemand scheint sich an diesem frühen Morgen dazu entschlossen zu haben, die beiden "Mörder" zu verfolgen. Hinter Ihnen ist kein Weg zu erkennen, und auch vor ihnen verliert sich die Landschaft in endlosen Hügeln, deren Konturen im Nebelgrauen Morgenlicht nur schwach zu erkennen sind. Eine Krähe gibt ein paar heisere Laute von sich, von einem erbärmlich wirkenden Bäumchen auf die beiden Gestalten hinabblickend. Fast hat Falon den Eindruck, der Vogel würde ihn anstarren. Doch dann flattert er davon, die beiden Flüchtigen allein im Nebel zurücklassend.

Exiguus

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[IC] Kapitel 1: Das Flüstergrab
« Antwort #1 am: 05.04.2008, 13:54:42 »
Endlich kann der Gnom etwas verschnaufen. Während er sich umsieht, welcher Weg am besten zum Flüstergrab führt, schießen ihm tausend Gedanken durch den Kopf.

So ein Mist ! so in dummer Junge. Falon und ich haben etwas Besseres verdient, als von diesem Mob diesem unwürdigen Gesindel gejagt zu werden. Jeder diese Bastarde hat doch mit eigenen Augen gesehen, dass der Bauerntölpel in sein eigenes Messer gefallen ist. Eines Tages werde ich es ihnen heimzahlen


" Geht es dir einigermaßen Falon ? Ich glaube ich habe eine gute Gabe uns beide in Schwierigkeiten zu bringen. "

mit einem verlegenen Lächeln begegnet Exiguus dem Blick seines Freundes - seines einzigen Freundes

" Sollen wir weitergehen ? Ich würde gerne auf dem schnellsten Wege das Flüstergrab erreichen, dort sucht uns bestimmt keiner und wir können uns ein wenig ausruhen "

Falon Garsson

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[IC] Kapitel 1: Das Flüstergrab
« Antwort #2 am: 05.04.2008, 14:38:38 »
"Für wahr! Seit ich dich getroffen habe, bin ich aus der Mine geflogen, habe eine ordentliche Tracht Prügel bezogen, habe eine Kneipenschlägerei hinter mir und einen Mord am Hals. Nichts als Ärger!"

Allerdings weicht die gespielt ernste Mine sofort einem Lächeln.
"Jedoch habe ich auch einen echten Freund dazugewonnen!"

"Dass uns keiner folgt, glaube ich nicht. Allerdings ist dieser lahme Haufen von Schwachköpfen nicht von der schnellen Sorte, so dass wir sicher noch etwas Vorsprung haben. Wir sollten darauf achten keine Spuren zu hinterlassen."
Dabei blickt er zurück und schaut, ob ihre Fußspuren zu erkennen sind.

"Aber das Flüstergrab ist wohl die beste Alternative. Je mehr Spukgeschichten es darüber gibt, desto weniger trauen sich dorthin."

Exiguus

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[IC] Kapitel 1: Das Flüstergrab
« Antwort #3 am: 06.04.2008, 11:22:47 »
" Ja dass wir Freunde geworden sind ist das Beste, was wir beide wohl aus den ganzen Ereignissen mitgenommen haben "

Ein Grinsen erscheint auf dem geschundenen Gesicht des Gnoms. Als er dann sieht, wie sein Freund ihre Fußspuren betrachtet, kommt ihm eine Idee. Er geht an einen der nahe stehenden Sträucher, reißt dort einen blattbewehrten Ast ab und meint zu Falon.

" Ich nehme diesen Ast und wenn wir jetzt weitergehen, werde ich versuchen, unsere Spuren vor unseren Verfolgern so gut wie möglich zu verschleiern. Da in diese Richtung geht es weiter "

Exiguus zeigt mit dem Finger in Richtung des Wegs zum Flüstergrab und wartet, dass sein Gefährte vorangeht.

Daeinar

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[IC] Kapitel 1: Das Flüstergrab
« Antwort #4 am: 23.04.2008, 21:25:18 »
Exiguss und Falon kommen nur langsam voran, als der Gnom versucht, ihre Spur zu verschleiern, doch wenigestens scheint er einigermaßen erfolgreich zu sein. Nach nur einigen hundert Schritt, die Strecke kommt dem mittlerweile schnaufenden Exiguss jedoch deutlich länger vor, bedeutet der große Mensch ihm, innezuhalten. Der Gnom schaut sich um, und erkennt nun auch, was der Mensch entdeckt hat.

In einigern hundert Schritt Entfernung, steht am Seitenhang des Hügels eine kleine, baufällige Hütte. Der Gnom lacht sichtlich erleichtert - er scheint das Haus wiederzuerkennen.

Exiguus

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[IC] Kapitel 1: Das Flüstergrab
« Antwort #5 am: 24.04.2008, 10:46:49 »
Ich bin zu alt für diese Art von Fortbewegung.

Exiguss ist so davon eingenommen, ihre gemeinsamen Spuren zu verwischen, dass er zuerst nicht sieht, was Falon ausgemacht hat. Dann aber nimmt auch er die verfallene Hütte wahr und kann ein grinsen nicht unterdrücken.

" Das nenne ich Glück Falon. Ich kenne diese .. na ja.. Hütte. Sie gehörte einem Freund meines Vaters, einem alten Holzfäller. Ich habe gar nicht mehr an sie gedacht. Dort können wir bestimmt einigermaßen sicher und bequem uns ausruhen. Wir müssen nur vorsichtig sein, falls sich irgendwelche Waldbewohner eingenistet haben. "

Dann bewegt sich der Gnom, nachdem Falon sich in Bewegung gesetzt hat, in besagter Manier auf die Hütte zu.

Falon Garsson

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[IC] Kapitel 1: Das Flüstergrab
« Antwort #6 am: 24.04.2008, 19:21:19 »
"Wir sollten zusehen, dass wir möglichst bald das Flüstergrab erreichen. Wenn wir in der Hütte überrascht werden, stehen unsere Chancen sehr schlecht."

Dennoch zieht Falon sein Langschwert heraus und kann sich beim Anblick der immer dicker werdenden Schweisstropfen auf Exiguus Gesicht ein Grinsen nicht verkneifen.

"Aber du hast recht, ein kleines Päuschen können wir schon einlegen. Sonst brauchen unsere Verfolger nur dem Bach zu folgen, der von deiner Stirn rinnt."

Exiguus

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[IC] Kapitel 1: Das Flüstergrab
« Antwort #7 am: 25.04.2008, 12:29:29 »
Exiguus kann sich auch ein Lächeln nicht verkneifen.

" Ja ich bin halt ein alter Mann du junger Schnösel "

Während er diese Worte spricht, gnufft er seinen Freund.

" Ich denke, wir können uns eine gewisse Zeit ausruhen. Unsere Verfolger werden sich kaum in unsere Richtung wenden, weil sie wohl denken, wir würden in eine andere Stadt fliehen. Dass wir uns entschieden haben ins Flüstergrab zu gehen, weiß zum Glück keiner. Also lass so lange rasten, wie du es für vertretbar hältst. In dieser Beziehung vertraue ich voll und ganz deiner Meinung "

Daeinar

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[IC] Kapitel 1: Das Flüstergrab
« Antwort #8 am: 28.04.2008, 18:52:47 »
Vorsichtig stösst Falon mit der Schwertspitze die Tür zu dem verfallenen Haus auf. Im Inneren ändert sich das Bild nicht wirklich, als er und sein gnomischer Begleiter eintreten. Lose Steine bedecken den Boden, und durch die zerbrochenen Fenster fallen einsame Lichtstrahlen hinein. Ein paar einsame Gräser wachsen wie von Wunderhand durch den hölzernen Fussboden.

Aus dem geräumigen Raum, wohl ehemals der Hauptraum des Hauses, gehen zwei Türen in andere Teile des Gebäudes ab. Gegenüber eines Kamins, dessen Feuerstelle schwarz, aber leer, ist, führt eine Treppe ins Obergeschoss des Hauses. Ein seichter Luftzug kommt von dort hinab.

Falon Garsson

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[IC] Kapitel 1: Das Flüstergrab
« Antwort #9 am: 28.04.2008, 20:26:36 »
In gewohnter Manier läßt Falon seinen Blick durch das ganze Zimmer gleiten. Die Muskeln und Sehnen angespannt, um einem heranstürmenden Gegner sofort Paroli bieten zu können, bewegt er sich vorsichtig bis zur Mitte des Raumes. Den beiden Türen schenkt er nur kurz Beachtung und lauscht, ob ein verräterisches Schnaufen deren Inhalt preis gibt. Seine besondere Aufmerksamkeit gehört allerdings der Treppe, aus deren Richtung er soeben einen Lufzug wahrgenommen hat. Das große Schwert voran, setzt er abermals vorsichtig Fuß vor Fuß und beginnt die Stufen nach oben zu steigen.

Exiguus

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[IC] Kapitel 1: Das Flüstergrab
« Antwort #10 am: 29.04.2008, 11:57:45 »
Exiguus freut sich wie ein kleines Kind auf eine Gnomenmütze voll Schlaf nach dieser Tortour. Er ist durchgeschwitzt und alles klebt an seinem Körper. Auch einen Brunnen fände er jetzt sehr hilfreich, aber nach diesen Ereignissen wäre das wohl zuviel verlangt. Deshalb ist er sehr froh, dass sie auf die Hütte treffen. Er glaubt zwar nicht, dass in der Hütte irgendeine Gefahr lauert, ist aber sicher, dass es gut ist, dass sein Freund vorsichtig zu Werke geht. Als sie im ersten Raum stehen, meint der Magieschmied sich erinnern zu können.

Rechts hmm... müsste die Küche abgehen - und links... ach so gut kann ich mich dann doch nicht dran erinnern.


Exiguus schüttelt den Kopf und fokussiert sein Augenmerk wieder auf Falon. Als dieser dann Anstalten macht die Treppe zu erklimmen, nimmt der Gnom seine Schleuder hervor, lädt diese mit einem Geschoss und geht dann vorsichtigen Fußes in Richtung Treppe zum Obergeschoss, wo er die Schlafzimmer erwartet. Worte verliert er absichtlich nicht in Richtung Falons, denn falls doch etwas in diesen Mauern haust, würde es damit gewarnt.

Daeinar

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[IC] Kapitel 1: Das Flüstergrab
« Antwort #11 am: 29.04.2008, 20:14:31 »
Nacheinander betreten der Mensch und der Gnom vorsichtig das das Dachgeschoss des kleinen Hauses. Hier weht ein kühler Wind, denn das Dach ist so gut wie nicht mehr vorhanden, und beim Gehen knirscht der Boden hörbar unter Falons Gewicht.

Ein kurzes Wippen seinerseits gibt aber keinen Anlass zur Sorge, und so sieht er sich weiter um. Als er ein paar Schritt geht, richtet er seinen Blick auf die Hügel, die nach Süden sanft abfallen. Sanft zeichnen sich ihre Konturen im Morgenlicht ab, alles scheint unwirklich friedlich.

In diesem Moment stutzt er: Eine handvoll Schatten erscheinen auf einer Hügelkuppe, die er vor einigen Minuten noch selbst, Exiguus im Schlepptau, überwunden hat. Als er genauer hinsieht ist er sicher. Vier Personen haben den Hügel erklommen. Sie bleiben stehen und einer von ihnen deutet in Falons Richtung.

Falon Garsson

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[IC] Kapitel 1: Das Flüstergrab
« Antwort #12 am: 29.04.2008, 21:35:18 »
"Verdammt!", rutscht Falon ein Fluch heraus, als er die Neuankömmlinge auf der Hügelkuppe erblickt. "Ich glaube aus deiner Pause wird nichts, Exiguus - wir bekommen Besuch. Diese nichtsnutzige Prügeltruppe ist doch schlauer, als ich angenommen habe."

Er dreht sich zu Exiguus um und zeigt mit dem Finger auf die vier Gestalten. "Wie konnten die nur so schnell unsere Spuren aufnehmen? Oder hat uns etwa jemand belauscht?"

Nachdenklich beobachtet Falon die vier Verfolger. "Wie weit ist es noch bis zum Flüstergrab? Gibt es dort oder auf dem Weg dorthin eine Möglichkeit uns zu verstecken? Hier in der Hütte wird uns wohl kein Überraschungsangriff gelingen."

Und ohne viel Zeit zu verlieren wendet sich Falon zum Gehen.

Exiguus

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[IC] Kapitel 1: Das Flüstergrab
« Antwort #13 am: 30.04.2008, 11:42:21 »
Erschrocken zuckt Exiguus zurück, als Falon das Wort ' Verdammt ' über die Lippen kommt. Als Falon dann noch in eine gewisse Richtung zeigt und der ältere Gnom dort auch die Vierergruppe nahen sieht, verziehen sich seine Mundwinkel nach unten.

" Ich kann mir auch nicht erklären, wie die uns so schnell gefunden haben. Aber die normalen Schwachsinnigen aus dieser Kneipe können das wohl kaum sein. Falon meinst du wir können ihnen aus dem Weg gehen ? Oder verbarrikadieren wir uns nicht am besten hier im Eingang der Hütte ? Wir sind so schnell gelaufen und du weißt der alte Gnom kann nicht schneller. "


Dann versucht sich Exiguus zu konzentrieren, um vielleicht auszumachen, ob er ein Mitglied dieser Vierergruppe erkennt und so die ganze Gruppe einschätzen kann.

Man man man mein Lebensabend wird interessanter als ich mir das wohl gewünscht habe. Und ich habe den Jungen damit reingezogen.


Nach diesem etwas entmutigendem Fazit, nimmt der Magieschmied seine Schleuder hervor und macht diese mit einem Projektil schussbereit.

" Was meinst du, was sollen wir tun ? "

Falon Garsson

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[IC] Kapitel 1: Das Flüstergrab
« Antwort #14 am: 30.04.2008, 20:48:23 »
Falon macht noch einmal kehrt und blickt den doch schon sehr mitgenommenen Gnom musternd von oben bis unten an.

Unsere Chance davonzulaufen ist sehr gering, es wird wohl doch auf einen Kampf hinauslaufen. Aber hier in der Hütte, ... ich weiss nicht.

"Wie weit trägt dich dein altes Kämpferherz noch",  versucht er mit einem kleinen Appell an Exiguus Ehre den alten Gnom aus der Reserve zu locken. "Die Hütte bietet zwar eine gewisse Deckung, kann aber auch zur Falle werden. Die besseren ...", setzt er an, hält aber dann doch inne, da sich die Mine seines Gefährten immer mehr verfinstert.

"Na gut, unsere einzige Chance besteht in einem Überraschungsangriff. Wenn wir zumindest einen Gegner sofort ausschalten können, kann ich eventuell zwei auf mich ziehen."

Erneut blickt Falon in die Ferne. "Unsere Verfolger sind dabei die Kuppel wieder zu verlassen, so dass wir die Gelegenheit haben, vor der Hütte ein paar Spuren zu legen, die daran vorbeiführen. Dennoch denke ich, dass sie hereinschauen werden, aber nicht erwarten uns anzutreffen. Wir sollten die Tür verschließen und uns hier oben postieren. Sobald der erste das Dachgeschoss besteigt, nehmen wir ihn in die Zange und machen ihn fertig."

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