Autor Thema: Zwischenspiel I: Angriff auf Beregost  (Gelesen 1819 mal)

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Morningstar

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Zwischenspiel I: Angriff auf Beregost
« am: 14.12.2008, 16:13:01 »
Beregost - 6. Kythorn, 1374 DR

Während anderorts tapfere Helden im Auftrag des Lathandertempels finstere Höhlen durchstreifen, ist die Stimmung im "Brennenden Zauberer" in Beregost eher ausgelassen und fröhlich. Die Taverne, die heute Abend gut besucht ist, genießt einen ausgezeichneten Ruf und ist sogar in der weiteren Umgebung bekannt. Vorallem ist sie bei Musikern sehr beliebt, die hier nicht nur umsonst übernachten können, sondern obendrein noch gut bezahlt werden, wenn sie die Leute unterhalten. Aufgrund der vielen kleinen, voneinander getrennten Räume in der Taverne, ist der Bedarf an Musikern immer groß, und da der Laden offiziell vom Tempel des Lathander unterstützt wird ist man auch mit der Bezahlung nicht knausrig. Doch im Hauptschankraum der Taverne ist die Bühne heute Abend leer.

Jennaia sitzt gerade in dem recht vollen Schankraum gemütlich vor ihrem Lieblingsgetränk, als sich ein junger, drahtiger Bursche zu ihr an den Tisch setzt, der anhand seiner gelben Robe als Akolyt des Lathandertempels zu erkennen ist. Freundlich lächelt er die junge Dame an.

Ein Stück weiter abseits, an einem Ecktisch, sitzt Phelix der Gnom. Mit ihm am Tisch sitzen noch drei weitere Personen: Zwei Halblinge und ein Mensch. Einer der Halblinge, ein etwas betagterer Bursche mit grauen Haaren und Schnauzbart, holt soeben einen Stapel Spielkarten hervor.

Jennaia Lavrial

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Zwischenspiel I: Angriff auf Beregost
« Antwort #1 am: 12.01.2009, 18:27:09 »
Jennaia betrachtet den sich zu ihr setzenden Akolyten mit flüchtiger Verwunderung, als wäre sie eben aus Gedanken gerissen worden. Tatsächlich hatte sie sich überlegt, einmal ihr Harfenspiel vor dem Publikum zum Besten zu geben, denn auch wenn sie den kostenlosen Aufenthalt nicht unbedingt nötig hatte, war die Aufmerksamkeit doch immer ganz angenehm.

Wie es aussah, hatte sie nun aber die ungeteilte Aufmerksamkeit von jemand anderem. Insgeheim fragt sie sich, was ihr Gegenüber von ihr wollte. Vielleicht hater einen freien Tag und wollte eine Dame kennen lernen? Sie hofft das nicht unbedingt, denn auch wenn Lathanderdiener meistens freundlich sind, sindsie doch noch häufiger sture Weltverbesserer, die wenig anderes im Sinne haben.

Diese inneren Überlegungen ließ sie sich jedoch nicht anmerken, stattdessen hoben sich ihre Mundwinkel zu einem wohldosiert freundlichen Lächeln, während sie ihr Weinglas auf den Tisch abstellt. Dann richtet sie ihre wohlklingende Stimme an ihn.

"Zum Grusse, werter Akolyth. Was verschafft mir die hm.. Freude eurer Gesellschaft?"

Phelix

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Zwischenspiel I: Angriff auf Beregost
« Antwort #2 am: 15.01.2009, 10:07:03 »
Phelix scheint sich in der Gesellschaft der Halblinge und des Menschen recht wohl zu fühlen und brennt schon auf das erste kleine Kartenspiel. Vielleicht würden sich ja ein paar Silberlinge erspielen lassen, und falls nicht, so hätte er wenigstens einen unterhaltsamen Abend.

Mit einem Wink zur Schankmaid bestellt er einen weiteren Humpen Bier und genießt die lockere Atmosphäre in der Taverne, während der ergraute Halbling die erste Runde Karten verteilt...

Also gut, lasst uns ein paar Runden "9 und das dreckige Duzend" spielen, der Verlierer gibt die nächste Runde...

Morningstar

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Zwischenspiel I: Angriff auf Beregost
« Antwort #3 am: 19.01.2009, 19:40:17 »
"Schöne Dame, wie ihr seht ist die Bühne heute Abend leer. Und ganz zufällig habe ich bemerkt, dass ihr eine Laute bei euch tragt." Der junge Priester grinst. "Ihr seht sehr musikalisch aus, wisst ihr ?"

---

Stumm nickt der alte Halbling während er mit flinken Fingern die Karten mischt und austeilt. Das scheint er wohl schon hunderttausendmal gemacht zu haben, denn die abgegriffenen Spielkarten fliegen in hoher Geschwindigkeit doch auch sehr präzise auf den Tisch direkt vor die jeweiligen Spieler. "Eine gute Idee, eine Runde bevor wir um Münzen spielen. Der Verlierer gibt die nächste Runde Getränke."

Jennaia Lavrial

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Zwischenspiel I: Angriff auf Beregost
« Antwort #4 am: 20.01.2009, 02:01:03 »
Über Jennaias Lippen spielte ein leicht geschmeicheltes Lächeln, während sie innerlich die Augen verdrehte. Typisch, wieder einmal jemand, der etwas von ihr wollte, wenn auch immerhin ihr musikalisches Talent anstatt sie selbst. Sie hatte sich die Rolle als wandernde Bardin eigentlich anders vorgestellt, unbeachtet und schnell vergessen durch die Lande ziehen und wenig Aufmerksamkeit erregen... Nun gut.

"Ich sehe, ihr habt ein schwarzes Herz, eine Dame von ihrem Wein losreissen zu wollen." sprach Jennaia mit einem eher amüsierten Seufzen, das sanfte Lächeln auf ihren Lippen strafte den Vorwurf Lügen, obwohl er eigentlich irgendwie ernst gemeint war. "Aber ja, ihr habt recht, ich bin eine Bardin. Wieso, wünscht ihr etwa, dass ich die Stille in diesen Räumen mit ein paar kläglichen Liedchen vertreibe?"

Phelix

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Zwischenspiel I: Angriff auf Beregost
« Antwort #5 am: 28.01.2009, 12:01:16 »
Phelix lässt in der Taverne etwas die Seele baumeln und erfreut sich an der ersten Runde des Kartenspiels und versucht dabei seine Mitspieler einzuschätzen, wie diese wohl das Spiel spielen.

Er macht gleich in der ersten Runde einen Fehler, welcher den anderen zeigt, das Phelix entweder leicht abzulenken ist oder das Spiel in letzter Zeit wohl weniger häufig gespielt hat.

Darauf hin verliert er die erste Runde und bestellt so gleich ein Bier für alle, die am Tisch sitzen. Dabei lacht er jedoch ausgelassen und scheint keineswegs verbissen auf einen Sieg zu spielen.

Morningstar

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Zwischenspiel I: Angriff auf Beregost
« Antwort #6 am: 08.02.2009, 21:05:08 »
Der Priester schaut Jennaia eine Weile an, bevor er fortfährt: "Wieso schätzt ihr euch denn so gering ein, dass ihr nur klägliche Lieder spielen könntet ? Ich bin mir sicher, dass dem nicht so ist. Musiker sind gerne gesehen und werden auch entsprechend entlohnt. Was sagt ihr also ?" es ist offenbar deutlich, dass das Interesse des Mannes trotz seiner charmanten Worte, hauptsächlich darin besteht einen Musiker zu finden.
Am anderen Tisch will der alte Halbling gerade zum zweiten Mal die Karten durchmischen, als von draußen erst leise, dann immer lauter werdend Lärm ertönt. Geschrei, ein Gewirr verschiedener Stimmen, und dann ein lauter Knall. Einige der Gäste gehen neugierig zu den Fenstern, um zu sehen was dort draußen passiert. Plötzlich der entsetzte Schrei einer Frau, ganz in der Nähe: "FEUER! ES BRENNT!"

Jennaia Lavrial

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Zwischenspiel I: Angriff auf Beregost
« Antwort #7 am: 08.02.2009, 22:33:02 »
"Ich würde sagen, dass die Musik ein wenig warten muss.." meint Jennaia und linst zu den Fenstern. Ein ausbrechendes Feuer war äußerst ungünstig, sowohl für die Bewohner der Stadt, als auch für sie, musste sie doch jetzt auch noch beim Löschen helfen. Aber gut, was man nicht alles tat für seinen Wein. Mit entschlossener Miene leert Jennaia ihr Glas (verdammt sollte sie sein, sollte sie ihren teuren Wein einem Opportunisten überlassen) und erhebt sich dann von ihrem Platz.

"Gehen wir uns das einmal näher ansehen, der Herr?"

Morningstar

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Zwischenspiel I: Angriff auf Beregost
« Antwort #8 am: 09.02.2009, 18:51:53 »
Der Priester starrt Jennaia verwundert an und nickt schließlich eifrig. Draußen ist inzwischen Panik ausgebrochen, und viele Stimmen schreien durcheinander. Ihr begebt euch zur Tür der Taverne. Noch auf dem Weg dorthin wird dir schnell klar, dass es sich hier nicht nur um ein Feuer handelt: Ein Mann schreit draußen vor dem Fenster (durch dessen dicke gewölbte Glasblöcke man jedoch nichts sehen kann) "Gnade, bitte habt Gna...", ein dumpfer Schlag folgt, dann ein gehässiges Lachen einer kehligen, fremdartigen Stimme.

Als du schließlich die Tür öffnest findest du draußen ein schreckliches Szenario: Eine ganze Horde Goblins wütet im Dorf, die meisten von ihnen reiten auf abscheulichen wolfähnlichen Kreaturen. Manche werfen Alchimistenfeuer in offene Fensterläden, andere attackieren hilflose Dorfbewohner mit Morgensternen oder Speeren.

Besonders ins Auge fallen dir jedoch drei Goblins, die sich auf ihren Worgs durch all das Chaos langsam die Straße runter trabend in Richtung des örtlichen Lathandertempels bewegen. Bei dem Goblin in der Mitte des Trios scheint es sich um eine besonders bedeutsam Goblinpersönlichkeit zu handeln, denn er ist mit allerlei grotesken Talismanen, Schrumpfköpfen und Ketten behangen und hält einen grausamen Totemstab in der Hand.

Jennaia Lavrial

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Zwischenspiel I: Angriff auf Beregost
« Antwort #9 am: 10.02.2009, 22:50:40 »
Oh, das war jetzt gar nicht gut. Nicht genug damit, dass die Goblins angriffen, Beregost schien absolut hilflos zu sein? Gab es denn keine Stadtwache?! Das wäre das erste mal, dass sie solche Gesetzeshüter gerne gesehen hätte.

Eilends tritt Jennaia von der Tür zurück und spricht eine knappe Zauberformel, woraufhin ihr Leib mit einem magischen Panzer eingehüllt wird. "Mir scheint, wir nehmen lieber einen anderen Ausgang." meint sie dann knapp und eilt hurtig in Richtung Hintertür. Ihre Gewohnheit, bei jedem Ort, den sie besuchte, erstmal nach einem Fluchtweg ausscchau zu halten, zahlte sich aus, auch wenn sie meistens eher erwartet, von Leuten gejagt zu werden, die sie übers Ohr gehauen hat.

Morningstar

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Zwischenspiel I: Angriff auf Beregost
« Antwort #10 am: 11.02.2009, 19:52:43 »
"Entschuldigt mich" ruft der Lathandergeweihte und rennt geradewegs in Richtung Tempel.

Als Jennaia dann zum Hinterausgang in den kleinen Gemüsegarten der Gasthausbesitzer tritt, sieht sie diesen wieder: Vor dem Lathandertempel befindet er sich an der Seite von fünf weiteren Priestern im Kampf mit einem knappen Dutzend Goblins, zu denen auch das besagte Trio gehört.

In Beregost gibt es keine Stadtwache im herkömmlichen Sinn. Die Angehörigen des Lathanderordens übernehmen diese Aufgabe und in den letzten Jahren haben sie diese auch zur absoluten Zufriedenheit der Dorfbewohner erfüllen können. Einen solchen Überfall sah man jedoch scheinbar nicht kommen...

Jennaia Lavrial

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Zwischenspiel I: Angriff auf Beregost
« Antwort #11 am: 12.02.2009, 08:29:55 »
Jennaia seufzte leise, als sie die sich ausbreitende Schlacht betrachtete. Nicht genug damit, dass diese Krieger sich nicht auf Angriffe vorbereiteten, sie versperrten ihr auch noch den Fluchtweg. Na gut.

Eilig schleicht sich Jennaia mit raschen Schritten durch den Gemüsegarten und auf die kämpfenden Goblins und versucht dabei, möglichst ungesehen weiterzukommen. Dann duckt sie sich hinter dem Komposthaufen und gestikuliert leise murmelnd in Richtung der Kämpfenden im Versuch, einige der Goblins in den Schlaf zu schicken. Hierbei zieht sie es vor, die einfachen Goblins zu erwischen.

[Sleep, SG 14]

Milo Unterberg

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Zwischenspiel I: Angriff auf Beregost
« Antwort #12 am: 22.02.2009, 13:15:47 »
Fröhlich pfeifend bahnte sich Milo seinen Weg durch die grossen Leute von Beregost. Die meisten sahen ihn wie üblich ob seiner Größe nicht einmal. "So, ein bisschen die kargen Vorräte auffüllen und dann eine bequeme Herberge finden. Heute abend soll mich mal jemand bekochen. Hm, was wohl auf dem Speiseplan steht? Ob es wohl reicht."

Während er hier und da bei einem fahrenden Händler oder Bauern seine Nahrungsmittel aufstockte, schaute er sich aufmerksam umher, um eine geeignete Bleibe zu finden.

"Brennender Zauberer, naja, warum nicht, die Großen Leute haben eine Vorliebe für das thetralische, hauptsache das Essen ist gut, hihi."


Stunden später wischte er sich mit einem schweren zufriedenen Seufzen die letzten Krümel aus dem Mundwinkel. "Ich platze, mann, war das gut."
Entspannte zündete er sich ein Pfeifchen an und betrachtete seine Umgebung. Hier und da versuchte er Teile der Gespräche aufzuschnappen, aber er gab sich dabei nicht wirklich Mühe.

Fast fielen ihm noch im sitzen die Augen zu, als draussen Tumult laut wurde.

Als dann noch jemand die Tür zur Herberge aufriss und draussen das kehlige Knurren von Goblins laut wurde, hechtete er schlagartig unter den Esstisch.

"Das glaub ich jetzt nicht, doch nicht nach dem Essen, das glaub ich jetzt nicht."

Milo Unterberg

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Zwischenspiel I: Angriff auf Beregost
« Antwort #13 am: 22.02.2009, 13:32:03 »
Türen wurden auf und zu geschlagen, Schreie wurden laut, der Geruch nach Fuer lag in der Luft.

"Was in Yondallahs Namen, ist das für ein Kaff, in dem die Goblins marodierend einmal täglich durchziehen?"

Als er sich umblickte, sah er, wie einige wenige Leute sich durch die Hintertür verkrümelten.

"Hey, eine gute Idee, es sieht mir ganz nach einem Gratisessen aus, auch nicht schlecht, nichts wie weg hier."

Schnellen Schrittes stolperte er den anderen Flüchtenden hinterher, nur um sich im Gemüsegarten der Taverne wiederzufinden. Voraus sah er eine kleine Armee von Goblins.

"Das darf nicht wahr sein, vom Regen in die Traufe." Reflexartig verbarg er sich hinter einem kleinen Stapel Feuerholz und beobachtete das Geschehen....