Autor Thema: Epilog - Zeiten nach der Schmugglerinsel  (Gelesen 1044 mal)

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Ksynthral

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Epilog - Zeiten nach der Schmugglerinsel
« am: 09.08.2013, 10:06:05 »
Der Kampf gegen die Schlangenvolkdame Yarzoth war gewonnen und der Sieg gebührend mit einiger Erholung gefeiert worden. Das Lager der Gefährten lag in nächtlicher Ruhe und die nächsten Tage verrannen wie Sand in der Brandung: Normalität war auf der Schmugglerinsel und im Kannibalenlager, welches jetzt als Basislager der Gefährten diente, eingekehrt. Wenn man das Warten auf endgültige Errettung durch einen Segler oder ein Handelsschiff, wenn man Errettung so definieren wollte. Die Gefährten hatten unterschiedliche Pläne für ihre Zukunft und die Zeit war reif sie nicht nur zu schmieden und zu verkünden, sondern in die Tat umzusetzen: Die letzten Tage auf der Schmugglerinsel sollten so auch eine Zeit des Abschieds der ehemaligen Schiffbrüchigen der Jenivere werden...
« Letzte Änderung: 03.09.2013, 21:06:31 von Ksynthral »

Halas Martain

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Epilog - Zeiten nach der Schmugglerinsel
« Antwort #1 am: 12.08.2013, 07:38:37 »
Halas Martain - das halbblinde Orakel des Wissens, welches älter aussah als eigentlich war, stand im Wochenendhaus von Andoletta.
Anders konnte man die Festung und Domäne der göttlichen Himmelsherrscherin nicht nennen, welches auch steht der grüne Bereich der
Nachbildung genannt wurde - nahe dem Gipfel des Himmels.
Federn ragen aus dem Pflaster und bedecken die Wände, es riecht stetig nach frischgebackener Brot und glückliche Familien (Tengus, Archons und Engel) spielen fröhlich und voller Liebe mit ihren Kindern und elternlosen Menschenkindern und singen Lieder, während weiße Raben und Blinkhunde überall die Lehren und das Wissen der Göttin verkünden, was selbst den ein oder anderen Wissenshüter und alten Magier unter den Zuhörern staunen ließ.

Der Taldan jedoch, auch wenn er sich zu entspannt, erholt und glücklich wie noch nie fühlte, konnte dieser Glückseeligkeit jedoch nicht beiwohnen.
Denn der Mystiker sollte zum Vorkämpfer von Andoletta werden, um nicht nur Wissen in der Welt zu verbreiten, sondern auch das Glück der Familien und Kindern dieser Welt gegen das erwachende Böse,  den enthaupteten Schlangengott Ydersius, zu beschützen.
Doch der Weg zum Paladin war hart und blutig, denn Halas musste ersteinmal lernen, sein Blut für das Leid der Welt zu opfern.
Vorallem, nachdem er im Tempel der Zura fast von seinem neuen rechtschaffenden Weg abgekommen war - nur um das Böse aufzuhalten.

Einen ziemlichen komplexen und komplizierten Pfad hätte der Taldan zu gehen.

Savith's Klinge müsste geführt werden.
Eine mächtige azlantische Klinge, welche so anders war als Halas Langschwert.
Und sein Leben wäre zu opfern.

Bis dahin würde Halas hier oben warten und vorbereitet werden, selbst wenn er damit seinen Gefährten wenig helfen könnte in ihrer Situation.

Das er hierbei seinen guten Freund - den Mwangi (wo er sonst diese farbige Menschenrasse zu gehasst hatte) und Druiden namens Kwazeel - niemals mehr wieder sehen würde, denn dieser würde als Wächter wie Oblivio zurück bleiben, machte ihn traurig, genauso wie er sich bei Tolkwy nie entschuldigen (und außerdem wegen seinem verlorenen Bein helfen) und Simue nie den Weg des Guten erklären könnte.

Doch wie das Opfer seines Blutes, musste er diesen Schmerz zum Wohle des Guten verkraften.

Im Reich von Andoletta.
« Letzte Änderung: 16.08.2013, 18:51:31 von Sensemann »

Kwazeel Zethuka

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Epilog - Zeiten nach der Schmugglerinsel
« Antwort #2 am: 16.08.2013, 16:47:32 »
Die Verkündung, dass auch Ischiro und Tascha auf der Insel bleiben wollten, erfreute Kwazeel ... gemeinsam könnten sie das Lager womöglich in einen besseren Ort verwandeln. Zumal Kwazeel den Schutz kamperfahrener Gefährten durchaus gebrauchen könnte. Und so sprach er gleich am nächsten Morgen auch Oblivio an, wie seine Entscheidung aussehen würde. Und tatsächlich pflichtete der Mönch ihm bei und würde ebenfalls auf der Insel bleiben. Kwazeel versprach weiterhin, dem jungen Mann dabei zu helfen sein Gedächtnis zurück zu erlangen, während Oblivio versprach sein möglichstes zu tun den Druiden und neuen Hüter der Schmugglerinsel zu schützen.

Von den Gefährten die sich für den Aufbruch von der Insel entschieden, verabschiedete er sich noch nicht, das würde er tun, wenn ein Schiff in Sicht käme, um sie aufzunehmen. Und ob oder wann das geschah, stand noch in den Sternen, wenngleich er die Chancen optimistisch einschätze. So begab er sich als nächstes zu Simue herüber, die mit dem Rest gerade das Frühstück einnahm.

"Hast du dich schon entschieden Simue? Ich habe versprochen alles in meiner Macht stehende zu tun um dir zu helfen, aber mein Entschluss auf dieser Insel zu bleiben steht fest. Ich würde mich freuen, wenn du mit mir und den anderen hier bleibst, ich werde schauen was ich für dich und Oblivio tun kann. Aber ich will dir meinen Entschluss nicht aufdrängen, wenn du diese Insel verlassen willst, dann tu dies ruhig. Versprich mir aber, dass du in diesem Fall einen anderen Priester oder Geistheiler aufsuchst?" gespannt blickte er die junge Frau an und wartete den Entschluss ab, den sie fällen würde. Innerlich sehnte er sich danach, sie möge bei ihm bleiben.

Oblivio

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Epilog - Zeiten nach der Schmugglerinsel
« Antwort #3 am: 27.08.2013, 17:45:14 »
Oblivio hatte nicht wirklich darüber nachgedacht, was er in Zukunft tun wollte, während er mit seinen Gefährten in den Kampf gegen die Kannibalen gezogen und in den Tempel unter dem Roten Berg eingedrungen war. Er war ein wenig verloren als die Siege errungen waren und es unmittelbar nichts mehr zu tun gab. Noch immer wusste er nicht so recht, was er eigentlich tun sollte und wie er überhaupt auf dieser Insel gelandet war. So kam es ihm ganz gelegen als Kwazeel ihn fragt, ob er mit ihm auf der Insel bleiben wollte. Er hätte so oder so keinen Ort gewusst an den er hätte gehen können und so entschied er sich, das Angebot des Mwangi anzunehmen. Vielleicht würde er mit seiner Hilfe auch noch mehr von dem wiederfinden, was früher sein Leben ausgemacht hatte. Er schuldete dem Druiden so oder so sehr viel und mit seiner Hilfe bei der Heilung dieses verfluchten Ortes, konnte er zumindest etwas von dieser Schuld abtragen.
Als schließlich die Segel des Schiffes am Horizont auftauchten, das viele seiner Begleiter von hier fort bringen würde, bereute Oblivio seine Entscheidung für keine Sekunde. Er stand neben dem Leuchtturm und blickte auf die Küste, als die Männer und Frauen, an deren Seite er gekämpft und gelitten hatte, das Schiff bestiegen und die Insel verließen.
Lange beobachtete Oblivio das Schiff, bis es schließlich am Horizont verschwand. Stumm sagte er den Begleitern ein letztes Mal Lebewohl und wandte sich dann um, um zu dem Lager zurückzukehren, wo Ischiro, Tascha und Kwazeel warteten. Er hatte noch einen weiten Weg vor sich, um zu seinem alten Selbst zurückzukehren, aber inzwischen war der junge Mönch sich gar nicht mehr so sicher, ob er wirklich zu diesem alten Selbst würde zurückkehren müssen. Er würde es weiter nach seiner Erinnerung suchen und sie mit Kwazeels Hilfe vielleicht sogar irgendwann finden. Aber schon jetzt hatte er etwas anderes auf dieser Insel gefunden, das er gar nicht gesucht hatte: Freunde und eine Heimat. Was auch immer Vergangenheit und Zukunft für Oblivio bereit halten mochten, gemeinsam mit seinen Gefährten würde er sich dem hier auf der Schmugglerinsel stellen.
« Letzte Änderung: 01.09.2013, 10:21:27 von Oblivio »

Simue

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Epilog - Zeiten nach der Schmugglerinsel
« Antwort #4 am: 29.08.2013, 10:09:56 »
Beim Frühstück starrte Simue lange Zeit nur auf das seltsame Wesen, das sie ins Lager begleitet hatte. Es kam ihr so vertraut vor, und doch hatte sie keine Ahnung, woher es kam und was es überhaupt war. Ihr brannten so viele Fragen auf der Zunge, das sie gar nicht wusste, wo sie anfangen sollte. Und so saß sie nur da, schweigend essend, während Ishaia - mit seinem Namen hatte er sich bereits vorgestellt - ihren Blick erwiderte, geduldig abwartend.

In diesem Moment kam Kwazeel auf sie zu, und fragte sie nach ihren Plänen. Aus ihren Gedanken gerissen, sah sie ihn einen Augenblick irritiert an, und schüttelte dann den Kopf. "Das hier ist nicht meine Heimat, und wird es niemals werden", antwortete sie. "Als ich auf dem Schiff war, wollte ich nach Sargava. Ich weiß nicht mehr, wieso, und ich möchte es gern herausfinden."

In dem Moment setzte sich Ishaia auf, und mischte sich in das Gespräch ein. "Sargava war ein Weg für dich, deiner Familie zu entfliehen. Es gab den Tag der Prüfung. Würdest du die Prüfung bestehen, dann wollte dich dein Vater auf eine Akademie deiner Wahl schicken. Und deine Wahl war Sargava. Weit, weit weg von deiner Heimat."

Simue sah ihn sprachlos an. Ihr Blick wechselte zwischen Ishaia und Kwazeel hin und her, bis sie sich wieder genug gefangen hatte, um weiter zu sprechen. "Woher weißt du das? Woher weißt du überhaupt etwas über mich?"

Das Katzenwesen schnitt eine Grimasse, die wohl ein Lächeln darstellen wollte, aber durch die entblößten Fangzähne eher gefährlich aussah. "Weil du mich gerufen hast, Simue. Am Tag der Prüfung. Denn die Prüfung, vor die dich dein Vater gestellt hat, war so grausam, so grauenhaft, dass du dich diesem Schrecken nicht alleine stellen konntest. Ich habe deinen Ruf über die Ebenen hinweg gehört, und kam zu dir. Ich half dir, zu fliehen, doch danach hast du das Bewusstsein verloren. Als du wieder zu dir kamst... hattest du einen Weg gefunden, dich nicht mehr erinnern zu müssen."

Mit großen Augen und offenem Mund starrte Simue Ishaia an. Dann wanderte ihr Blick zu Kwazeel. "Es... ich kann nicht sagen, wieso, aber was er sagt, fühlt sich irgendwie... richtig an. Ist sowas... ist so etwas möglich? Kann das sein?"


Kwazeel Zethuka

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Epilog - Zeiten nach der Schmugglerinsel
« Antwort #5 am: 03.09.2013, 18:53:22 »
Mit Bedauern vernahm Kwazeel, dass Simue nicht auf der Insel bleiben würde. Im Grunde seines Herzens war ihm dies bereits klar gewesen, doch war eine kleine Hoffnung geblieben. Er wollte gerade etwas erwiedern, als sich Ishaia einmischte ... das seltsame Katzenwesen, welches sie schon seit dem roten Berg begleitete. Die Ausführungen der Kreatur nahm der Druide ohne jegliche Regung hin, doch schien alles Sinn zu ergeben was er da vernahm. Er blickte schließlich Simue wieder an "Ja ich glaube dass dies alles sein kann ... "

Langsam beugte er sich hinab zu Ishaia "Dann gib bitte gut auf Simue Acht, denn ich kann mein Wort nicht halten ... mein Platz ist hier. Sieh bitte zu, dass Simue wieder ganz wird und dass ihr kein Leid geschieht." dann erhob er sich wieder und schloss Simue in den Arm "Ich hoffe dass bald ein Schiff kommt und dch nach Sargava bringt, mögest du dort weitere Antworten finden. Halte dich bitte an Ishaia und suche auch einen Priester auf, wegen der Dinge über die du mit bereits gesprochen hast. Nimm mir meine Entscheidung hier zu bleiben nicht übel. Aber komm, lass uns die trüben Gedanken bei Seite schieben und unsere gemeinsame Zeit auf der Insel genießen."

Und tatsächlich sollte bereits einen Tag später ein Schiff auf das Leuchtfeuer aufmerksam werden, welches die Gefährten entzündet hatten. Kwazeel hatte fast den ganzen zurückliegenden Tag noch mit Simue verbracht, und als die hübsche aber so zerbrechlich wirkenden Frau das Schiff betrat, wurde dem Mwangi das Herz plötzlich schwer. Er verdrückte eine Träne und wand sich ab, während Oblivio noch lange Zeit an der Küste stand und dem Schiff hinterher blickte. Kwazeel hingegen machte einen langen Spaziergang durch den Dschungel und spürte wie dieser nun farbenprächtiger und grüner denn je erstrahlte, frei vom Fluch der Schmugglerinsel. Dies war nun seine neue Heimat ...
« Letzte Änderung: 03.09.2013, 18:54:46 von Kwazeel Zethuka »

Ksynthral

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Epilog - Zeiten nach der Schmugglerinsel
« Antwort #6 am: 03.09.2013, 21:01:01 »
Es wurde Abend und es wurde Morgen - letzter Tag - zumindest für diejenigen die auf die Ankunft eines Rettungsschiffes gewartet hatten! In den frühen Morgenstunden hatte Dreifinger Dan nämlich das Großsegel eines Walfängers ausmachen können! An der südwestlichen Küste segelte das große Schifff direkt auf ihr stets brennendes Leuchtfeuer im alten Kolonie-Leuchtturm zu. Richtung Eleder war das Schiff zuvor unterwegs gewesen, so Dan die Gestirne richtig gedeutet hatte. Schließlich schien die rettende Hoffnung zu ankern und ein Langboot mit einer kleinen Besatzung nahm die Fahrt in Richtung Küste, in Richtung Kannibalenlager auf!

Dan weckte seine Gefährten, zumindest diejenigen welche noch schliefen: Rieß sie unsanft, aber voller Freude aus dem traumerfüllten Schlaf. Aber es plagten die Gefährten keinerlei Alpträume mehr, von ringelnden Nattern und geifernden Schlangenmäulern - sondern glasklarer Vogelgesang und üppige Urwaldflora durchwucherten das Dickicht der nächtlichen Phantasien seit ihrem Sieg über Yarzoth und der Zerstörung des schwarzen Altars im Tempel unter dem Berg.

Gelik Ebberschwinge sprang förmlich auf, rückte seinen Hut zurecht und vollführte zum ersten Mal seit langem seinen kleinen Reinigungszauber - sofort blitzten die Knöpfe seiner Weste hell und golden auf! Ein schiefes Lächeln zog sich über sein kleines Gesicht:

"Wer zuletzt am Strand ist, hehe, der ist ein fauliger Eurypteride! Heissa!"

Und mit diesen Worten sprang er frohen Mutes, fast wie ein junger Knabe davon in Richtung Küste, die Klippe und Dünen hinab, das Langboot zu begrüßen. Weitere Gefährten folgten ihm und auch Tolkwy schleppte seinen immer noch geschundenen und getroffenen Körper hinab zum Strand: Die Freude war groß und berechtigt! Selbst unter den Gefährten, die bleiben wollten, war eine gewisse Euphorie spürbar: Das Kapitel, welches ihnen das Ende einer alten Geschichte und den Anfang einer neuen liefern sollte wurde geradewegs beschlossene Sache. Die letzte Seite war beschrieben, das Blatt wurde gewendet...

Die Rote Möwe konnte ihre Rettung sein, so die Matrosen, welche sie mit dem Langboot erreichten. Was sie hier machten, ob es hier noch gefährliche Kannibalen gäbe, oder warum der Leuchtturm wieder in Betrieb sei - ob eine so große Gruppe nicht dem Fluch der Schmugglerinsel erlegen war - oder ob vielleicht ein Schiffbruch?! Schnell war klar - dieses Schiff, diese Seeleute würden tatsächlich ihre Rettung sein. Kurz umrissen die Gefährten gemeinsam ihre Geschichte und schnell bereitete man sich auf den Abschied vor. Der Kapitän der Roten Möwe hatte seine Besatzung im Langboot angewiesen nachzusehen, ob sich Überlebende eines Schiffbruchs oder dergleichen dort befänden, die Hilfe benötigten und fürwahr - Kapitän Aulek Tegerten - er verspürte Furcht und Angst vor der Schmugglerinsel, wie es sich für einen kundigen Seemann ziemte, aber er war bereit, diejenigen zu retten, die Hilfe bedurften!

In den vergangenen Tagen waren viele Worte gewechselt worden unter den Gefährten und viele Geschichten waren erzählt worden - manch eine länger, eine andere kürzer - aber nichtsdestotrotz war nun die Zeit des Abschieds gekommen!

Umarmungen, herzliche Worte, schwere Rucksäcke und ein letzter Blick zurück zum roten Berg - der schicksalshafte Berg, der endgültige Wendepunkt ihrer Reise: Würden sie je hierher zurückkehren, würden sie sich je wiedersehen, und wenn ja: Was würde sie hier erwarten - ihre Geschichten würden weitergeschrieben, denn das Schicksal bereitete ihnen den Weg...

Verlassen und Bleiben.

Ende.
« Letzte Änderung: 03.09.2013, 21:04:19 von Ksynthral »