Autor Thema: Kapitel II: The show must go on  (Gelesen 222 mal)

Beschreibung: Das Erwachen in einer neuen Welt

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Changeling

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Kapitel II: The show must go on
« am: 07.06.2017, 10:14:03 »
Die Singende Ebene, im Frühsommer

Ein sanfter Windhauch geht über den Hügel, auf dem sich die Freunde wiederfinden. Die Grashalme, die auf der Leinwand bereits wie ein Meer gewirkt haben, sehen aus der Nähe betrachtet noch viel eindrucksvoller aus: Kniehoch ragen sie dicht an dicht über dem dunklen, schweren Boden auf, von einem Grün, wie es so intensiv und satt noch keiner von ihnen gesehen hat. Die Halme sind eigenartig dick und von ovalem Querschnitt, machen aber einen sehr biegsamen Eindruck. Sie scheinen leicht feucht und spenden eine angenehme Kühle, denn die Sonne scheint warm vom Himmel auf sie herab. Die Sonne: Ein tieforangefarbener Ball in einem Feld von Azurblau, unterbrochen von weißen Schäfchenwolken, die wie gemalt dort oben hängen und die bizarrsten Formen bilden. Es ist fast wie an jenen Tagen, an denen sie noch als kleine Kinder zum Himmel schauten und alle möglichen Formen in den Wolken erkannten. Hier ist es keine Einbildung, keine bloße Fantasie: Sie sehen lachende Gesichter, anmutige Vögel, große Segelschiffe und majestätische Drachen wie aus weißer Watte weit über sich träge dahinschweben.

Über der gesamten Szenerie liegt ein leises Klingen und Tönen wie von silbernen Glöckchen. Es schwillt beständig auf und wieder ab. "Das ist das Gras. Die Halme sind hohl und haben kleine Löcher – wie Pfeifen. Wenn der Wind durch sie fährt, klingen sie. Deshalb heißt das hier auch die Singende Ebene." Eddys Stimme ist nicht ganz leicht wiederzuerkennen, denn sie wirkt dunkler als gewohnt. Und als sie sich aufrichten, erschrecken sie bei seinem Anblick: Vor ihnen ragt eine Silhouette über dem hohen Gras auf, in der man den Schüler noch wiedererkennen kann – doch er hat sich verändert. Sicherlich um einen halben Kopf größer, als sie ihn in Erinnerung haben, mit Muskeln, die sich deutlich unter einer blassen Haut mit bläulichem Schimmer abzeichnen. Eine wilde schwarze Haarmähne umrahmt die vertrauten Gesichtszüge, während die leicht spitz zulaufenden Ohrmuscheln und vor allem zwei kurze, stumpfe Hörner auf seiner Stirn einen fremdartigen Eindruck machen. Eddys Kleidung scheint sich ebenso verwandelt zu haben wie er selbst: Sie besteht aus einer Hose und einer Art ärmelloser Tunika aus grobem Wollstoff, einem breiten Ledergürtel und zwei schweren, eisenbeschlagenen Stiefeln. Nur das Buch, das ihm Phelps gab, ruht unverändert in seinem Arm. Die Art, wie er Ayleen und Ricky angrinst, wirkt auf eine schwer zu erfassende Weise überlegen, fast verächtlich, und zugleich unsicher und beschämt.

"Oooh... was ist passiert? Mir ist noch ganz schwindlig" klagt plötzlich eine Mädchenstimme und reißt sie aus ihrer Erstarrung. Als sie sich an Laura Ann erinnern und ihre Blicke einer sehr viel kleineren Gestalt zuwenden, trifft sie der nächste Schock: Auch ihre Mitschülerin hat sich sehr verändert. Ihr ovales Gesicht wirkt etwas voller, als sie es in Erinnerung haben, und auch ihre gesamte Gestalt scheint deutlich mehr gerundet und auf eine Weise weiblich, die es Ricky mit einem Mal ziemlich heiß werden lässt und selbst Ayleen nicht ganz unbeeinflusst lässt. Die Attraktivität Laura Anns wird beiden mit fast quälender Intensität bewusst. Zumal auch das Mädchen höchst exotisch aussieht: Ihre Ohren laufen noch spitzer zu als die des riesigen Eddy hinter ihnen, während die Hörner auf ihrer Stirn im Gegensatz zu seinen klein und verspielt wirken. Gekleidet ist sie in eine helle Bluse mit kurzen Puffärmeln, einem geschnürten schwarzen Mieder, das die Rundungen ihres Körpers betont, und einen kaum knielangen, ausgestellten Rock in einem satten Rot. Fußbekleidung trägt sie nicht, und wenn man ihre Beine betrachtet, erahnt man auch den Grund: Unter dem Rock schauen zwei kräftige Oberschenkel hervor, an die sich athletisch wirkende, aber eigenartig geformte Unterschenkel anschließen. Beide sind dicht mit einem weich und seidig wirkenden, langen Fell bedeckt und enden in zwei zierlichen – Hufen! "Was schaut ihr so, als hättet ihr mich noch nie..." beginnt sie und starrt die beiden und Eddy dann fassungslos an.

Kaum wagen sie, sich gegenseitig anzuschauen, denn es stellt sich die bange Frage, was sie wohl zu sehen bekommen werden...

Ayleen Chepi Anitsiskwa

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Kapitel II: The show must go on
« Antwort #1 am: 08.06.2017, 04:44:20 »
Das Indianermädchen bleibt zunächst einen Augenblick auf dem Bauch liegen, so wie sie in der Welt gelandet ist, und genießt das Gefühl der Erde und des Grases, ebenso wie die Gerüche und Geräusche. Dann öffnet sie die Augen und dreht sich auf den Rücken, von Ricky weg. Ihr Blick ruht einige Momente auf dem Firmament und seinen Bewohnern. Ein seliger Gesichtsausdruck nimmt Platz in ihrem Gesicht, sie fühlt sich warm und zugleich fremd wie vertraut. Es ist nicht die Welt, die ihr ihre Großmutter gezeigt hatte, und doch ist es wie ein nach-Hause-kommen.

Eddys veränderte Stimme bringt sie in die Gegenwart zurück. Sie dreht sich wieder auf den Bauch, diesmal aber mit angewinkelten Beinen und Armen, um gleich darauf aufzustehen. Etwas großes, unflexibles macht die Bewegung schwierig. Als sie steht, spürt sie das Gewicht ihrer vertrauten Tasche und noch zwei anderen Dingen, die sie schon seit ihrer Kindheit nicht mehr gespürt hat - Ein Köcher mit Pfeilen und ein Bogen.

Für die anderen hat sich Ayleens Gestalt deutlich geändert. Sie ist nun so schlank, dass man es fast als dürr bezeichnen könnte. Ihr Körper wirkt androgyner und von einer sphärischen, künstlerischen Schönheit. Ihr Hautton und ihr kühler Gesichtsausdruck sind geblieben, aber die Wangenknochen sind hohler, die Nase zarter und die Ohren ungleich länger und spitzer - bis fast über den Scheitel hinaus. Das kräftige, lange schwarze Haar ist nicht mehr sorgsam geflochten, sondern hängt offen über ihren Rücken bis zu den Hüften. Ihre dunklen Augen sind mandelförmiger geworden und vor allem dunkler. Sie wirken fast wie schwarze, unergründliche Seen. Die langen Beine und Arme enden in zarten, langgliedrigen Händen und Füßen.
Sehr deutlich hat sich auch ihre Kleidung und Ausrüstung gewandelt. Sie trägt Mokassins aus Hirschleder, verlängert bis über die Oberschenkel mit dem gleichen Leder und verschnürt. Bestickt sind sie mit großflächigen farbigen geometrischen Mustern. Auf Kniehöhe geht es in einen Wickelrock aus Rehleder über, der ebenso bestickt ist. Unter allem trägt sie ein großes weißes aus Baumfasern gewebtes Tuch, gewickelt wie eine römische Toga - eine Brosche hält es über der linken Schulter zusammen, während die rechte frei bleibt. Stattdessen bedeckt ein kleines Ledermäntelchen die Schultern, verziert mit Pfauenfedern. Das Haar wird von einem breiten, bestickten Stirnband zurückgehalten, in dem eine glänzend weiße Feder steckt. Diverser Silber- und Bronzeschmuck ergänzt die Erscheinung. Über allem hängt eine bestickte lederne Umhängetasche, ein lederner Köcher und ein Bogen aus dunklem, glatten Holz, der größer ist als sie selbst.

Langsam streckt sie sich und betrachtet ihre Gliedmaßen, wirkt dabei jedoch relativ gefasst. "Danke.", erklingt ihre wesentlich hellere und sanftere Stimme in Eddys Richtung. "Kannst du uns eine Einführung geben, bitte?", während sie die anderen drei interessiert mustert. "Satyr", denkt sie bei Lauras Anblick, "und damit europäisch, nicht indianisch."
« Letzte Änderung: 09.06.2017, 16:46:42 von Ayleen Chepi Anitsiskwa »

Ricky

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Kapitel II: The show must go on
« Antwort #2 am: 10.06.2017, 04:38:56 »
Ricky ist zunächst auch erst mal von der Umgebung gefangen, in der er sich sitzend wiederfindet.
Nur knapp kann er über die sattgrünen Halme hinweg sehen. Sein Inneres lauscht dem Spiel des Windes im Gras. Instinktiv versucht er, eine Melodie oder zumindest eine System in den Tönen zu entdecken.
Dabei betrachtet auch er gedankenverloren den wolkendurchsetzten Himmel, ohne allerdings merklich die vielfältigen Formen, die über ihm dahinziehen, wahrzunehmen.

Als er von Eddys Stimme aus seinen Gedanken gerissen wird, blickt er zu dem großen Etwas, in das sich dieser verwandelt hat. Und als dann Laura Ann und Ayleen ebenfalls in neuer Form in sein Gesichtsfeld treten, muß Ricky sich erst mal selbst betrachten.
Mühsam rappelt er sich auf und stellt fest, daß es ihm deshalb so schwer fällt, weil er sich erst an seine neuen Beine gewöhnen muß. Denn auch er hat bepelzte Beine bekommen, die den Hinterläufen einer Ziege ähneln. Seine Arme sind immer noch schlank, wirken aber jetzt sehniger und die Muskeln treten deutlicher hervor, als er sie beugt. Auch sonst wirkt sein Körper athletischer, wenn auch immer noch nicht wirklich kräftig sondern eher drahtig.
Neugierig betastet Ricky seinen Kopf und stellt fest, das er ebenfalls Hörner entwickelt hat. Doch seine sind nach hinten geschwungen und wohl gute 15 cm lang. Auch seine Ohren sind erheblich länger geworden, laufen allerdings nicht spitz zu. Das schwarze Haar ist dichter. Und die Frisur durcheinander gewirbelt. Die früher angedeuteten Kotletten ziehen sich nun weiter nach unten hin und sind dichter, fast schon ein zarter Backenbart. Die Nase weist zu den Brauenwülsten über den Augen eine deutlich Verdickung auf. Durch all dies, wirkt das Gesicht auf die anderen schmaler, länger und tierhafter. Letzteres wird noch einmal verstärkt hervorgehoben, als Ricky lächelt und sich eine Reihe spitzer Zähne zeigt.
Bekleidet ist er mit einem breiten Lendenschurz, der bis zu den Knien reicht. An dem Gürtel, der ihn hält, sind einige Taschen und Beutel festgemacht. Der Oberkörper wird nur bedingt von dem ärmellosen Hemd bedeckt, da es vorne bis unter den Bauchnabel geöffnet ist.
Ein auffälliges Accessoir ist die schmale Elfenbeinflöte, die an einer Goldkette befestigt auf dem flauschigen, dunklen Brusthaar ruht.

Noch einmal schaut Ricky sich die anderen an und spürt seine Erregung wachsen, als sein Blick  über die Mädchen streift.
Er macht ein paar Schritte auf Laura Ann zu und schaute ihr tief in die Augen. "Dir steht dein neues Aussehen ausgezeichnet."
Aber schon macht er eine elegante Drehung, ging zu Ayleen um ihr durchs lange Haar zu streichen. "Eine indianische Elfe! Welch exquisiter Anblick."
« Letzte Änderung: 10.06.2017, 12:41:32 von Changeling »

Changeling

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Kapitel II: The show must go on
« Antwort #3 am: 10.06.2017, 12:45:53 »
Laura Ann scheint sich mittlerweile von ihrem Schock erholt zu haben und ist mit einer erstaunlichen Behändigkeit aufgesprungen. Sie lüftet ihren Rock leicht und betrachtet ihre Beine, wobei sie leise vor sich hin murmelt. Den Schülern fällt auf, dass sie zwar nach wie vor schlanke Arme besitzt, doch in den Hüften ist sie recht breit geworden, und ihre weich bepelzten Schenkel wirken für ein Mädchen sogar regelrecht muskulös. Sie schaut wieder auf, blickt sich um und hebt dann die Augen zur Sonne hoch. "Man kann hier direkt in die Sonne schauen, ohne zu blinzeln..." bemerkt sie sichtlich fasziniert. Dann lässt sie den Blick schweifen und lauscht offenbar dem Klingen des Windes im Gras. "Irgendwie kommt mir das alles bekannt vor" murmelt sie zu niemand speziellem. Endlich wendet auch sie sich ihren Begleitern zu und mustert sie. Ihre Züge drücken dabei teilweise Verwunderung, teilweise aber auch Neugierde aus, und ihre vollen Lippen verziehen sich zu einem erfreuten Lächeln, wie man es bei einem kleinen Kind finden mag, das die lang ersehnte Spielzeugeisenbahn unter dem Weihnachtsbaum bewundert.

Rickys Blick erwidert sie mit blitzendem Augen und einem amüsiert, aber durchaus auch interessiert wirkenden Lächeln. "Ich wusste gar nicht, dass du so ein Galan bist" kichert sie, um gleich darauf leiser anzufügen "...und so ein hübscher Junge obendrein." Dabei klingt sie fast ein wenig verwundert. Ihr Blick streift auch Ayleen mit merklichem Interesse, und sie nickt zu Rickys Worten. Dann schaut sie zu Eddy, wobei sie ihren Kopf leicht in den Nacken legen muss. "Ja, Großer, sie hat recht" meint sie keck und stemmt eine Hand in die Hüfte – Ricky kommt nicht umhin, die perfekt geschwungene Form unter dem Stoff zu bemerken. "Wo sind wir genau, und wie sollen wir Tiffy finden?" Wie sie dabei die Muskeln des blauhäutigen Hünen mustert, wirkt alles andere als eingeschüchtert. Im Gegenteil: Sie macht einen Schritt auf ihn zu und grinst herausfordernd zu ihm hoch.

Eddy hat derweil die Szene mit verschränkten Armen beobachtet, das Buch an seine Brust gedrückt. Als er sich nun räuspert und mit seiner ungewohnt tiefen Stimme antwortet, erkennen die anderen auch, dass an seinem breiten Gürtel eine Waffe baumelt, von einer ledernen Schlaufe gehalten: Ein Streitkolben mit einem umwickelten Griff und einem kantigen Kopf, so groß und wuchtig, dass ihn wohl keiner von ihnen richtig schwingen könnte. Doch für die riesigen Hände Eddys scheint er wie geschaffen. Er weist in die Ebene hinein und sagt: "Wenn ich mich nicht täusche, sind wir nahe am südlichen Rand der Singenden Ebene. Hier ziehen Gruppen von deinen Leuten umher" meint er zu Ayleen gewandt. "Wenn wir uns noch weiter südlich halten, müssten wir an den Wolkenfluss kommen. Goibniu hat mir erzählt, dass man nur seinem Lauf folgen muss, um früher oder später zu einem ihrer Lager zu gelangen."

Er wirft noch einen Blick zu Laura Ann, und es ist seinen kantigen Gesichtszügen unschwer anzumerken, dass das Mädchen Eindruck auf ihn macht. So ist auch leicht erklärlich, dass er nur sehr zögerlich fortfährt: "Ich war selbst noch nicht oft hier und kenne mich nicht sehr gut aus." Das Geständnis fällt ihm offenbar schwer. "Aber Goibnius Buch wird uns hoffentlich leiten." Laura Ann hat begonnen, hin und her zu tänzeln, während er sprach, und nun stößt sie plötzlich ein helles Lachen aus. "Es ist herrlich hier! Los, schauen wir uns ein wenig um!" Mit diesen Worten sprintet sie los, die Arme weit ausgebreitet, den Kopf im Nacken, die dichte Haarmähne hinter ihr flatternd, und ihre bocksprungsartigen Sätze bringen sie mit atemberaubender Geschwindigkeit voran. "Was machst du da?! Wir haben keine Zeit für so etwas!" brüllt Eddy hinter ihr her, doch das Mädchen lässt sich nicht aufhalten. Just als er mit wütendem Gesicht Miene macht, ihr zu folgen, tut sie einen tollkühnen Sprung, plumpst ins hohe Gras und kollert lachend den sanften Abhang eines Hügels hinunter. "Komm zurück! Dafür sind wir nicht hier!" schreit Eddy.

Ayleen Chepi Anitsiskwa

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Kapitel II: The show must go on
« Antwort #4 am: 12.06.2017, 16:52:24 »
Ayleen muss sich eingestehen, dass Eddys Gestalt eindrucksvoll ist. Doch umso peinlicher berührt ist sie von der Tatsache, welche Gefühle die beiden Satyr-Abkömmlinge gleichermaßen bei ihr auslösen. Bisher hatte sie sich eher fern solcher Gedanken gewähnt. Entsprechend zuckt sie leicht, als Ricky mit ihren Haaren spielt, und er kann eine leichte Rötung ihrer Ohren bemerken, als sie ihn mit einer hochgezogenen Augenbraue scheinbar skeptisch anblickt. Zu ihrer Erleichterung bricht Laura-Ann den Effekt und lenkt ab. Die 'Elfe' neigt den Kopf ein wenig und lächelt ein bißchen: "Danke, deine Gestalt ist ebenfalls interessant."

Sie wendet sich Eddy zu, lauscht und nickt: "Umso wichtiger, dass wir wissen, wie wir uns verhalten, ihnen nähern, mit ihnen sprechen und handeln.", fordert sie weiteres Wissen ein. Und wieder unterbricht Laura-Ann mit ihrem Betreiben den Wortwechsel. Kurz irritiert bleibt Ayleens Gesicht ernst, innerlich ist sie jedoch amüsiert und mischt sich nicht ein. Während die Gruppe dem chaotischen Geist folgt, fragt das Indianermädchen Eddy: "Welches Erbe trägst du und wieweit definieren unsere Erben uns hier?"

Ricky

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Kapitel II: The show must go on
« Antwort #5 am: 21.06.2017, 22:42:01 »
"Interessant beschreibt dich nicht mal ansatzweise.", haucht Ricky Ayleen ins Ohr, während er sich nah an ihr vorbeidrängt.
Er tritt einige Schritte von der Gruppe weg und genießt ebenso wie Laura Ann den Wind, das Gras und den Klang, die sie umgeben.
Den Ausführungen und Fragen der anderen folgt er nur am Rande. Viel mehr versucht er, die Umgebung einzuatmen. Sie in sich aufzunehmen. Sich dem befreienden Gefühl hinzugeben, das ihn durchströmt.

Als Laura Ann dann auflacht, schaut Ricky ihr hinterher. In ihm wallt ebenfalls der Drang auf sich zu bewegen. Und so läuft er dem Mädchen, ebenfalls lachend, hinterher. "Ja! Lass uns laufen und diese Welt erkunden!"
Auf Eddys gebrüllte Beschwerde lacht Ricky nur lauter.
"Du Miesepeter! Wir waren noch nie hier.
Geh schon vor, wenn du es so eilig hast. Wir holen dich schon ein."
Dann läßt er sich am Fuße des Hügels neben Laura Ann ins Gras fallen und beginnt diese zu kitzeln.
"Sieh nur was du angerichtet hast, du böses Mädchen. Der arme Eddy ist ganz aufgebracht und sauer auf dich. Das muß bestraft werden."



Changeling

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Kapitel II: The show must go on
« Antwort #6 am: 22.06.2017, 08:20:15 »
Laura Ann ist schwer einzuholen, obwohl Ricky feststellt, dass ihn seine neuen Beine mit kräftigen Sprüngen in ungeahnter Schnelligkeit und fast mühelos vorantragen. Als er das Mädchen eingeholt hat und mit ihr den Hang hinunter kugelt, merkt er erst, dass sie doch beide keuchen. Sein Blick fällt auf ihr Mieder, das sich bei jedem Atemzug weitet, und der Geruch, der von ihrem dichten Haar ausgeht, steigt ihm in die Nase. Grinsend sieht sie ihn an, und der Junge hat das sichere Gefühl, dass eine ziemlich kecke Herausforderung in ihrem Blick liegt, als sie mit der flachen Hand über seine Brust streicht. Dann wälzt sie sich auf den Bauch, stützt das Kinn in die Hände und sieht ihn an. "Es ist schön hier" sagt sie leise, aber in ihrer Stimme vibriert eine Sinnlichkeit, die ihn erschauern lässt. Als er beginnt, sie zu kitzeln, rollt sie auf den Rücken und strampelt kreischend. Vor lauter Lachen bekommt sie kaum Luft, so dass ihre Antwort auf seine Neckerei unverständlich bleibt.

Eddy hat den beiden, die im wahrsten Sinne des Wortes mit wilden Bocksprüngen vorangelaufen sind, mit finsterem Blick zugesehen. "Tiffany ist in Gefahr, und die beiden haben nichts besseres zu tun, als wie die Kleinkinder zu spielen" schnaubt er, setzt sich aber ebenfalls in die Richtung in Bewegung, die sie gewählt haben. Dabei gibt er Ayleen einen Wink, ihm zu folgen. Sie muss feststellen, dass er zwar im Gegensatz zu ihren anderen Kameraden eher diszipliniert marschiert, aber mit seinen langen Beinen immer noch rasch vorankommt. Sie muss fast in einen Trab verfallen, um Schritt zu halten. Er wirkt verärgert, aber auch entschlossen. Im Gehen zeigt er nach vorn, zum Horizont. "Da hinten beginnt irgendwo das Gebiet, in dem sie jagen."

Auf Ayleens Fragen brummt er unwillig und zuckt dann die Schultern. "Ich weiß auch nicht allzu viel über sie. Goibniu sagte mir, dass man sich hier nach und nach an Dinge erinnert. Aber nur an solche, die mit dem eigenen Erbe zusammenhängen. Sie sind deine Leute, nicht meine, also wirst du wohl mehr wissen als ich, bis es soweit ist. Andernfalls bleibt uns noch das Buch." Dabei fasst er den Folianten fester. "Meine Vorfahren stammten aus Norwegen" erklärt er etwas mürrisch wirkend. "In ihrer Heimat wurden sie Troll genannt, und sie kamen mit den Siedlern hierher." Dann wirft er einen Blick auf seine Begleiterin hinab und meint: "Das Erbe ist hier sehr wichtig! Dein Erbe verleiht dir bestimmte Begabungen, aber auch Schwächen, und es bestimmt auch, wie andere auf dich reagieren. Es gibt viele Allianzen und Feindschaften." Inzwischen haben sie das im Gras tollende Pärchen fast erreicht.

Ayleen Chepi Anitsiskwa

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Kapitel II: The show must go on
« Antwort #7 am: 26.06.2017, 17:12:46 »
Rickys Spiel jagt Ayleen einen wohligen Schauer über den Rücken und sie hebt eine Hand, als wolle sie ihn zurückhalten oder über die Schulter streichen. Die lässt sie dann soch wieder fallen und konzentriert sich auf Eddy beziehungsweise darauf, mit ihm Schritt zu halten.

Wirklich zufrieden ist sie mit seinen Antworten nicht, denn sie hat nicht das Gefühl, mehr zu wissen als noch vor - ja vor wieviel Minuten? Das bringt sie gleich zu der nächsten Frage: "Wie vergeht die Zeit hier im Verhältnis zu unserer Geburtswelt?" Kurz lässt sie ihm Zeit zu antworten, dann fordert sie mehr Informationen: "Was sagt denn das Buch? Ich bin ungerne unvorbereitet auf die Gefahren und Begegnungen hier." Es dauert nicht lange, dann merkt sie auch, wie die Reisegeschwindigkeit ihre Muskeln anstrengt. Noch beißt sie sich durch, aber ihr Atem wird schwerer und der Schweiß beginnt zu rinnen. "Es ist doch alles viel intensiver, direkter, irgendwie wirklicher als die Traumreisen mit Großmutter."

Ricky

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« Antwort #8 am: 01.07.2017, 00:04:07 »
"Was denn?! Du wehrst dich ja gar nicht. Soll das bedeuten, du genießt es, wenn du so bestraft wirst?"
Ricky fährt mit dem Kitzeln fort, bis der große Schatten des Trolls auf die beiden Satyre fällt.
Dann hört er auf und blickt zu den beiden anderen Gefärhten auf.
"Oh! Sind wir aus Versehen in die richtige Richtung gerannt?" Ein breites Grinsen zieht sich über sein Gesicht.
"Wie gut, daß wir auf euch gewartet haben. Ihr hättet uns ja sonst nie eingeholt."

Weiterhin bleibt Ricky sitzen. Er zupft einen der Grashalme aus dem Boden und schaut ihn sich genauer an. Versuchsweise pustet er ein bischen daran herum, um herauszufinden, wie geanu die Töne entstehen. Dabei scheint er die anderen ganz vergessen zu haben, so sehr ist er in diese Tätigkeit vertieft.

Changeling

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Kapitel II: The show must go on
« Antwort #9 am: 02.07.2017, 11:24:47 »
Auf Ayleens Fragen schweigt Eddy eine Weile. Sie marschieren auf die herumtollenden Satyre zu, bis er schließlich meint: "Soweit ich weiß, vergeht die Zeit hier im Wesentlichen wie dort. Aber es ist auch möglich, dass sie gelegentlich schneller oder langsamer verläuft. An einigen heiligen Orten der Stämme, die hier leben, kommt sie fast zum Stillstand. Andererseits gibt es Stellen, an denen du Jahrhunderte durchleben würdest, ehe in Gatsburg der Sommer herum ist. So erzählte es mir Goibniu jedenfalls. Ich war ein paar Male hier, habe aber nie bemerkt, dass drüben, auf der anderen Seite, mehr oder weniger Zeit vergangen wäre als hier." Mit dieser langen Rede scheint sich der Troll auf seltsame Weise verausgabt zu haben, denn er verfällt wiederum in Schweigen.

Erst als sie bei Ricky und Laura Ann ankommen, gibt er wieder einen Ton von sich – ein unwilliges Knurren. Das Mädchen hat sich derweil kreischend und strampelnd im Gras herumgewälzt, einige halbherzige Versuche machend, Ricky ebenfalls zu kitzeln. Als die Gestalten ihrer beiden Gefährten über ihnen aufragen, bleibt sie keuchend und sichtlich erhitzt auf dem Rücken liegen. Mit einem Funkeln in den Augen blinzelt sie zu ihnen hinauf. Ihre Züge zeigen eine solch ausgelassene, fast kindlich-unschuldige Heiterkeit, dass man ihr nur schwer böse sein kann, obwohl sie sich bei Eddys Anblick ihre knappen Kleider eher zweideutig als schamhaft zurechtzupft und dabei keck grinst.

Der zeigt mit einem Mal einen dunkleren Blauton um die Wangen und sagt barsch, das Buch hervorziehend: "Lasst den Unsinn! Wir sind hier, um Tiffany zu finden!" Worauf Laura Ann meint: "Stimmt ja – die arme Tiffy! Ich hatte sie beinahe vergessen." Ihr Ton ist zwar leichthin, aber seltsamerweise klingt sie ehrlich besorgt und vielleicht ein ganz winziges bisschen schuldbewusst, obwohl ihr Blick dabei recht offen und intensiv über Eddys muskulöse Gestalt gleitet. Schnell scheint sie aber wieder von den Klängen abgelenkt, die Ricky dem Grashalm entlockt. Die ersten Töne sind noch etwas schrill, doch er entdeckt rasch, dass der Halm fast wie eine natürlich gewachsene, grüne Flöte ist. Wenn man an der einen oder anderen Stelle noch mit einem scharfen Messer nachhelfen würde, könnte man daraus vielleicht sogar ein brauchbares Musikinstrument basteln...

Eddy hat sich derweil etwas umständlich im Schneidersitz niedergelassen und den großen Folianten auf seinen Knien aufgeschlagen. Er blättert darin, und die anderen sehen alte, vergilbt wirkende Seiten, die mit einer Schrift in großen, geschwungenen Lettern bedeckt sind, gelegentlich von einer Karte oder einer Zeichnung unterbrochen. "Hier ist es: 'Die Singende Ebene', ein ganzes Kapitel" erklärt er endlich. Dann liest er vor. "Hört mir zu: 'Das Königreich der Brennenden Sonne ist in seinem Herzen flach und eben. Dort, umgeben von niedrigen Bergketten wie der Boden einer großen Schüssel, findet sich die Singende Ebene. Viele Stämme leben auf der Ebene, die seit Urzeiten dort ihre Heimstatt hatten. Die meisten Stämme der Nunnehi bis auf die Dineh waren einst friedlich und lebten in festen Siedlungen. Einige waren Freund mit den Wolfsleuten des Landes. Doch viele haben mit der Ankunft der Kithain und dem Untergang der Himmlischen Jagdgründe begonnen, die Ebene zu durchwandern, immer den Herden der Bisons folgend, und sie lernten Fremden zu misstrauen.' Ich glaube, mit 'Kithain' sind wir gemeint. Wir müssen auf jeden Fall damit rechnen, dass wir nicht einfach willkommen geheißen werden, wenn wir eine Begegnung haben."

Damit verstummt Eddy und starrt mit tiefblauem Gesicht auf das Buch, denn Laura Ann ist zu ihm gegangen, während er las, hat sich neugierig über seine Schulter gebeugt, um die schöne Schrift in dem Buch zu bewundern, und dabei gedankenverloren einen ihrer schlanken Arme um seinen Nacken gelegt, während sie mit der Brust gegen seinen breiten Rücken lehnt. Er wirkt mit einem Mal unbeholfen, wie er hilfesuchend zu Ricky und Ayleen schaut.

Ayleen Chepi Anitsiskwa

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Kapitel II: The show must go on
« Antwort #10 am: 05.07.2017, 21:39:12 »
An sich froh über die Pause, die die Ankunft bei den Satyren und die anschließende Vorlesestunde mit sich bringt, verschnauft Ayleen, bleibt jedoch stehen und sieht sich immer mal wieder um, ganz, als würde sie die Gruppe bewachen. Sie hört aufmerksam zu und denkt sich ihren Teil. "Sowohl dort als auch hier hat der 'weiße Mann' also seine Spuren, seine Schäden hinterlassen.", denkt das Indianermädchen und ist zu stolz, um sich etwas anmerken zu lassen von ihrer kalten Wut.

Als Eddy nicht mehr weiterkommt, ist sie kurz versucht, ihm nicht zu helfen - einmal aus kleinlicher Rachsucht, zum anderen, um Lauras Aufmerksamkeit und die damit verbundene Wirkung nicht auf sich zu haben -, dann besinnt sie sich aber und versucht mit ruhiger, deutlicher Stimme ein wenig ihrer Vernunft zurückzugewinnen: "Laura, bitte denk an Tiff, die unsere Hilfe braucht, und schnell. Stör den Troll nicht und komm lieber rüber zu uns." Für das letzte würde sie sich am liebsten die Zunge abbeißen, gerade mit ihrer neuen Stimme klang das irgendwie - verführerisch. Immerhin kann sie ihre stolze Miene halten, auch wenn ihre Wangen und Ohren wieder eine dunklere Färbung annehmen.

Ricky

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Kapitel II: The show must go on
« Antwort #11 am: 06.07.2017, 16:44:48 »
Ricky ist sichtlich mit sich zufrieden, als er dem Grashalm die gewünschten Töne entlocken kann. Freudig grinst er in die Runde, aber irgendwie scheint es die anderen gar nicht interessiert zu haben, wie schön seine Musik ist.
Statt dessen lauschen sie dem großen Klotzkopf bei irgendeinem langweiligen Vortrag, von dem er den Anfang verpaßt hat. Das Grinsen verschwindet und weicht einem Zähneblecken, das jedoch auch nicht wahrgenommen wird.
Mißmutig wirft der Satyr den Grashalm in die Prärie, die sich um sie herum erstreckt.
Als er aber sieht wie erst Eddy und dann auch Ayleen wieder diese verräterischen Rotfärbungen zeigen, kann er sich nicht mehr halten und prustet los.
"Hahaha, schaut euch beide nur an. Wie kleine Kinder, die bei was Verbotenem erwischt wurden."
Er springt auf und eilt auf Ayleen zu, der er seinen Arm im Lauf um die Hüfte legt und sie mitschwingen läßt. Sein Weg treibt ihn zu Laura Ann, deren Arm er von Eddys Schulter nimmt und sich selber umlegt, während er sie mit seinem freien Arm ebenfalls umfaßt.
"Seht mich an! Zwei der schönsten Frauen im Arm, die ich je sah." Dann gibt er sowohl Ayleen als auch Laura Ann einen hauchzarten Kuss auf die Lippen, nur um sich dann aus ihrer Umarmung zu lösen und etwas Abstand zu gewinnen.
Neugierig schaut er seine drei Begleiter an, um sich an ihren Reaktionen zu erfreuen.

Changeling

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« Antwort #12 am: 07.07.2017, 09:58:48 »
Bei Ayleens Worten sieht Laura an auf und fixiert das Indianermädchen. Um ihre vollen Lippen spielt ein Lächeln, während sich ihre Locken um die kleinen Hörnchen auf ihrer Stirn ringeln. "Aber ich störe ihn doch gar nicht – ich höre ja zu" schnurrt sie und neckt Ayleen gleich darauf: "Warum kommst du nicht zu uns? Eddy ist ein kräftiger Kerl, der hält uns auch alle beide, wetten?" Dabei streichelt sie über die deutlich hervortretenden Muskeln an Nacken und Schulter des Trolls. Der räuspert sich polternd und macht eine Bewegung, als wolle er Laura Anns schmale Hände abstreifen, hält aber dann inne und scheint sich nicht recht dazu entschließen zu können. Schließlich hat er sich offenbar anders entschieden und versucht den weiblichen Satyr zu ignorieren. "Jedenfalls haben wir nur eine Chance, Tiffany wiederzufinden, wenn uns die Bewohner der Ebene helfen. Also müssen wir nach ihnen suchen" meint er und pocht dann auf das Buch.

"Aber es ist nicht ganz ohne Risiko. Sie mögen unseresgleichen nicht sonderlich, das habt ihr ja nun gehört. Auch wenn wir persönlich nichts dafür können: Unsere Vorfahren haben hier wohl ziemlichen Mist gebaut, und, na ja..." Mit einem kurzen Blick zu Ayleen reibt er sich das kantige Kinn und starrt auf das Buch. "...ich schätze, heute ist auch noch nicht alles, wie es sein sollte." Sein Murmeln verklingt, während ein Windstoß durch die Ebene fährt und das Gras lauter erklingen lässt. Ricky glaubt zu erkennen, wie der Wind in einem Bogen um die Gruppe herum streift und die Halme niederdrückt, wobei er eine einfache Melodie produziert, eine kurze Tonfolge, die seinen Vorstoß zu den beiden Mädchen wie mit einem Tusch zu untermalen scheint. Als hätte der Wind seine Gedanken erfasst...

Laura Ann grinst breit und schmiegt sich demonstrativ an Ricky, während er spürt, wie sie ihm frech eine Hand aufs Hinterteil legt. Seinen Kuss erwidert sie ohne Scheu, und als er sie wieder freigibt, stemmt sie selbstbewusst die Hände in die Hüften. Eddy hat das alles zunächst mit düsterer Miene verfolgt, dann scheint er mit sich ins Reine gekommen zu sein, schüttelt den Kopf und brummt: "Ich wusste, dass es mit Satyrn Probleme geben kann, aber dass es auch noch zwei sein müssen..." Dann steht er auf, richtete sich zu seiner ganzen Größe auf und überragt den Rest der Gruppe in beeindruckender Weise. Das Buch wieder schließend, nachdem er sorgfältig die alten Seiten geglättet hat, deutet er wieder in die Richtung, in der sie unterwegs waren: "Wenn die Beschreibungen und die Karte stimmen, finden wir am Fluss früher oder später ein Dorf. Lasst uns weiterziehen. Tiffany könnte in Gefahr sein."

Bei den letzten Worten tritt ein Ausdruck von Entschlossenheit in seine Augen, der ziemlich klar macht: Eddy mag in Gatsburg ein unangenehmer Zeitgenosse gewesen sein – hier, auf der Singenden Ebene, sollte man ihm wohl besser erst gar nicht in die Quere kommen. Sogar die kichernde Laura Ann mit ihren geröteten Wangen wirkt ein wenig ernster, als sie nickt. "Ja, Tiffy darf nichts passieren" bestätigt das Mädchen.

Ayleen Chepi Anitsiskwa

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Kapitel II: The show must go on
« Antwort #13 am: 09.07.2017, 07:45:20 »
Als sich Ricky über Eddys und ihre Reaktion lustig macht, versucht Ayleen alles noch weiter zu ignorieren, auch wenn ihre Röte verräterisch zunimmt, und eine geistreiche Erwiderung auf Laura zu entwerfen. Gleich darauf bereut sie ihre Entscheidung, als der Satyr sie überfällt, mitzieht und dann auch noch mit einem Kuss überrascht. Im letzten Augenblick hat sie sich abwenden wollen, wirklich gelungen ist es ihr nicht. Nun ist ihr Kopf hochrot, aber nicht mehr nur aus Scham und Aufregung, nun ist sie ehrlich wütend. Sie reißt sich los und zieht das Knie hoch, wohl auf die Weichteile gezielt. Zu ihrem Bedauern schafft er es, auszuweichen. Sie hat ihr Messer schon haöb gezogen, als sie sich besinnt, es wieder wegsteckt und sich aufrichtet. "Lass das! Und wehe dir!", ruft sie atemlos und ringt um Fassung.

Mühsam versucht sie, die bröckelige Fassade der unterkühlten Edlen wieder aufzurichten, auch wenn ihr Tränen heißer Wut drohen. Eddys Ablenkung kommt ihr gerade recht. Als er auf das Verhalten der Siedler und Amerikaner den Indianern gegenüber anspricht, nickt sie bestätigend und kann es nicht vermeiden, mit einem Seitenblick auf die Satyre sich den Mund mit dem Handrücken abzuwischen und zu murmeln: "Nein, geändert hat sich nichts - Haltung, Verhalten, Respekt, Behandlung,..." Die Dolche, die sie ihre Blicke schießen lassen wollte, bleiben allerdings aus. Abrupt dreht sie sich um und marschiert los in die Richtung, in der Eddy den Fluß vermutet. "Es ist offensichtlich ratsam, dass ich das Gespräch beginne, wenn wir auf meine Volksgenossen treffen."
« Letzte Änderung: 09.07.2017, 07:45:47 von Ayleen Chepi Anitsiskwa »

Ricky

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Kapitel II: The show must go on
« Antwort #14 am: 14.07.2017, 23:37:11 »
So sehr Ricky von dem begleitenden Tusch der Windgräser begeistert ist, so erschrocken ist er über Ayleens heftige Reaktion auf seine vermeintliche Neckerei. Beinahe hätte er noch einen bissigen Kommentar zu Ayleens aggressiven Verhalten abgegeben, erkennt dann aber ihre ihr peinliche Berührtheit und die Feuchte in ihren Augenwinkeln. Aber so ganz kann er sich nicht zurückhalten.
Ein wenig verlegen kratzt er sich am Hinterkopf und legt ein schiefes Lausbubenlächeln auf. "Komm schon, Indianerprinzessin. Es hat dir doch gar nicht wehgetan."

Kurz lauscht er noch dem sich entwickelndem Gespräch, bevor er dann hinter Ayleen hertrottet.
Eher kleinlaut versucht er sich zu verteidigen. "Hey, das ist nicht ganz fair. Laura Ann hat auch nen Kuss gekriegt. Und Eddy ist doch der Gentleman schlecht hin."
Dann wendet er sich an den eben genannten. "Eddy, sag mal, was meinst du mit unseren Vorfahren? Meine Eltern und ich sind erst vor kurzem aus Europa gekommen. So viel können die noch gar nicht angestellt haben."