Autor Thema: Kapitel II: The show must go on  (Gelesen 80 mal)

Beschreibung: Das Erwachen in einer neuen Welt

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Changeling

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Kapitel II: The show must go on
« am: 07.06.2017, 10:14:03 »
Die Singende Ebene, im Frühsommer

Ein sanfter Windhauch geht über den Hügel, auf dem sich die Freunde wiederfinden. Die Grashalme, die auf der Leinwand bereits wie ein Meer gewirkt haben, sehen aus der Nähe betrachtet noch viel eindrucksvoller aus: Kniehoch ragen sie dicht an dicht über dem dunklen, schweren Boden auf, von einem Grün, wie es so intensiv und satt noch keiner von ihnen gesehen hat. Die Halme sind eigenartig dick und von ovalem Querschnitt, machen aber einen sehr biegsamen Eindruck. Sie scheinen leicht feucht und spenden eine angenehme Kühle, denn die Sonne scheint warm vom Himmel auf sie herab. Die Sonne: Ein tieforangefarbener Ball in einem Feld von Azurblau, unterbrochen von weißen Schäfchenwolken, die wie gemalt dort oben hängen und die bizarrsten Formen bilden. Es ist fast wie an jenen Tagen, an denen sie noch als kleine Kinder zum Himmel schauten und alle möglichen Formen in den Wolken erkannten. Hier ist es keine Einbildung, keine bloße Fantasie: Sie sehen lachende Gesichter, anmutige Vögel, große Segelschiffe und majestätische Drachen wie aus weißer Watte weit über sich träge dahinschweben.

Über der gesamten Szenerie liegt ein leises Klingen und Tönen wie von silbernen Glöckchen. Es schwillt beständig auf und wieder ab. "Das ist das Gras. Die Halme sind hohl und haben kleine Löcher – wie Pfeifen. Wenn der Wind durch sie fährt, klingen sie. Deshalb heißt das hier auch die Singende Ebene." Eddys Stimme ist nicht ganz leicht wiederzuerkennen, denn sie wirkt dunkler als gewohnt. Und als sie sich aufrichten, erschrecken sie bei seinem Anblick: Vor ihnen ragt eine Silhouette über dem hohen Gras auf, in der man den Schüler noch wiedererkennen kann – doch er hat sich verändert. Sicherlich um einen halben Kopf größer, als sie ihn in Erinnerung haben, mit Muskeln, die sich deutlich unter einer blassen Haut mit bläulichem Schimmer abzeichnen. Eine wilde schwarze Haarmähne umrahmt die vertrauten Gesichtszüge, während die leicht spitz zulaufenden Ohrmuscheln und vor allem zwei kurze, stumpfe Hörner auf seiner Stirn einen fremdartigen Eindruck machen. Eddys Kleidung scheint sich ebenso verwandelt zu haben wie er selbst: Sie besteht aus einer Hose und einer Art ärmelloser Tunika aus grobem Wollstoff, einem breiten Ledergürtel und zwei schweren, eisenbeschlagenen Stiefeln. Nur das Buch, das ihm Phelps gab, ruht unverändert in seinem Arm. Die Art, wie er Ayleen und Ricky angrinst, wirkt auf eine schwer zu erfassende Weise überlegen, fast verächtlich, und zugleich unsicher und beschämt.

"Oooh... was ist passiert? Mir ist noch ganz schwindlig" klagt plötzlich eine Mädchenstimme und reißt sie aus ihrer Erstarrung. Als sie sich an Laura Ann erinnern und ihre Blicke einer sehr viel kleineren Gestalt zuwenden, trifft sie der nächste Schock: Auch ihre Mitschülerin hat sich sehr verändert. Ihr ovales Gesicht wirkt etwas voller, als sie es in Erinnerung haben, und auch ihre gesamte Gestalt scheint deutlich mehr gerundet und auf eine Weise weiblich, die es Ricky mit einem Mal ziemlich heiß werden lässt und selbst Ayleen nicht ganz unbeeinflusst lässt. Die Attraktivität Laura Anns wird beiden mit fast quälender Intensität bewusst. Zumal auch das Mädchen höchst exotisch aussieht: Ihre Ohren laufen noch spitzer zu als die des riesigen Eddy hinter ihnen, während die Hörner auf ihrer Stirn im Gegensatz zu seinen klein und verspielt wirken. Gekleidet ist sie in eine helle Bluse mit kurzen Puffärmeln, einem geschnürten schwarzen Mieder, das die Rundungen ihres Körpers betont, und einen kaum knielangen, ausgestellten Rock in einem satten Rot. Fußbekleidung trägt sie nicht, und wenn man ihre Beine betrachtet, erahnt man auch den Grund: Unter dem Rock schauen zwei kräftige Oberschenkel hervor, an die sich athletisch wirkende, aber eigenartig geformte Unterschenkel anschließen. Beide sind dicht mit einem weich und seidig wirkenden, langen Fell bedeckt und enden in zwei zierlichen – Hufen! "Was schaut ihr so, als hättet ihr mich noch nie..." beginnt sie und starrt die beiden und Eddy dann fassungslos an.

Kaum wagen sie, sich gegenseitig anzuschauen, denn es stellt sich die bange Frage, was sie wohl zu sehen bekommen werden...

Ayleen Chepi Anitsiskwa

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Kapitel II: The show must go on
« Antwort #1 am: 08.06.2017, 04:44:20 »
Das Indianermädchen bleibt zunächst einen Augenblick auf dem Bauch liegen, so wie sie in der Welt gelandet ist, und genießt das Gefühl der Erde und des Grases, ebenso wie die Gerüche und Geräusche. Dann öffnet sie die Augen und dreht sich auf den Rücken, von Ricky weg. Ihr Blick ruht einige Momente auf dem Firmament und seinen Bewohnern. Ein seliger Gesichtsausdruck nimmt Platz in ihrem Gesicht, sie fühlt sich warm und zugleich fremd wie vertraut. Es ist nicht die Welt, die ihr ihre Großmutter gezeigt hatte, und doch ist es wie ein nach-Hause-kommen.

Eddys veränderte Stimme bringt sie in die Gegenwart zurück. Sie dreht sich wieder auf den Bauch, diesmal aber mit angewinkelten Beinen und Armen, um gleich darauf aufzustehen. Etwas großes, unflexibles macht die Bewegung schwierig. Als sie steht, spürt sie das Gewicht ihrer vertrauten Tasche und noch zwei anderen Dingen, die sie schon seit ihrer Kindheit nicht mehr gespürt hat - Ein Köcher mit Pfeilen und ein Bogen.

Für die anderen hat sich Ayleens Gestalt deutlich geändert. Sie ist nun so schlank, dass man es fast als dürr bezeichnen könnte. Ihr Körper wirkt androgyner und von einer sphärischen, künstlerischen Schönheit. Ihr Hautton und ihr kühler Gesichtsausdruck sind geblieben, aber die Wangenknochen sind hohler, die Nase zarter und die Ohren ungleich länger und spitzer - bis fast über den Scheitel hinaus. Das kräftige, lange schwarze Haar ist nicht mehr sorgsam geflochten, sondern hängt offen über ihren Rücken bis zu den Hüften. Ihre dunklen Augen sind mandelförmiger geworden und vor allem dunkler. Sie wirken fast wie schwarze, unergründliche Seen. Die langen Beine und Arme enden in zarten, langgliedrigen Händen und Füßen.
Sehr deutlich hat sich auch ihre Kleidung und Ausrüstung gewandelt. Sie trägt Mokassins aus Hirschleder, verlängert bis über die Oberschenkel mit dem gleichen Leder und verschnürt. Bestickt sind sie mit großflächigen farbigen geometrischen Mustern. Auf Kniehöhe geht es in einen Wickelrock aus Rehleder über, der ebenso bestickt ist. Unter allem trägt sie ein großes weißes aus Baumfasern gewebtes Tuch, gewickelt wie eine römische Toga - eine Brosche hält es über der linken Schulter zusammen, während die rechte frei bleibt. Stattdessen bedeckt ein kleines Ledermäntelchen die Schultern, verziert mit Pfauenfedern. Das Haar wird von einem breiten, bestickten Stirnband zurückgehalten, in dem eine glänzend weiße Feder steckt. Diverser Silber- und Bronzeschmuck ergänzt die Erscheinung. Über allem hängt eine bestickte lederne Umhängetasche, ein lederner Köcher und ein Bogen aus dunklem, glatten Holz, der größer ist als sie selbst.

Langsam streckt sie sich und betrachtet ihre Gliedmaßen, wirkt dabei jedoch relativ gefasst. "Danke.", erklingt ihre wesentlich hellere und sanftere Stimme in Eddys Richtung. "Kannst du uns eine Einführung geben, bitte?", während sie die anderen drei interessiert mustert. "Satyr", denkt sie bei Lauras Anblick, "und damit europäisch, nicht indianisch."
« Letzte Änderung: 09.06.2017, 16:46:42 von Ayleen Chepi Anitsiskwa »

Ricky

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Kapitel II: The show must go on
« Antwort #2 am: 10.06.2017, 04:38:56 »
Ricky ist zunächst auch erst mal von der Umgebung gefangen, in der er sich sitzend wiederfindet.
Nur knapp kann er über die sattgrünen Halme hinweg sehen. Sein Inneres lauscht dem Spiel des Windes im Gras. Instinktiv versucht er, eine Melodie oder zumindest eine System in den Tönen zu entdecken.
Dabei betrachtet auch er gedankenverloren den wolkendurchsetzten Himmel, ohne allerdings merklich die vielfältigen Formen, die über ihm dahinziehen, wahrzunehmen.

Als er von Eddys Stimme aus seinen Gedanken gerissen wird, blickt er zu dem großen Etwas, in das sich dieser verwandelt hat. Und als dann Laura Ann und Ayleen ebenfalls in neuer Form in sein Gesichtsfeld treten, muß Ricky sich erst mal selbst betrachten.
Mühsam rappelt er sich auf und stellt fest, daß es ihm deshalb so schwer fällt, weil er sich erst an seine neuen Beine gewöhnen muß. Denn auch er hat bepelzte Beine bekommen, die den Hinterläufen einer Ziege ähneln. Seine Arme sind immer noch schlank, wirken aber jetzt sehniger und die Muskeln treten deutlicher hervor, als er sie beugt. Auch sonst wirkt sein Körper athletischer, wenn auch immer noch nicht wirklich kräftig sondern eher drahtig.
Neugierig betastet Ricky seinen Kopf und stellt fest, das er ebenfalls Hörner entwickelt hat. Doch seine sind nach hinten geschwungen und wohl gute 15 cm lang. Auch seine Ohren sind erheblich länger geworden, laufen allerdings nicht spitz zu. Das schwarze Haar ist dichter. Und die Frisur durcheinander gewirbelt. Die früher angedeuteten Kotletten ziehen sich nun weiter nach unten hin und sind dichter, fast schon ein zarter Backenbart. Die Nase weist zu den Brauenwülsten über den Augen eine deutlich Verdickung auf. Durch all dies, wirkt das Gesicht auf die anderen schmaler, länger und tierhafter. Letzteres wird noch einmal verstärkt hervorgehoben, als Ricky lächelt und sich eine Reihe spitzer Zähne zeigt.
Bekleidet ist er mit einem breiten Lendenschurz, der bis zu den Knien reicht. An dem Gürtel, der ihn hält, sind einige Taschen und Beutel festgemacht. Der Oberkörper wird nur bedingt von dem ärmellosen Hemd bedeckt, da es vorne bis unter den Bauchnabel geöffnet ist.
Ein auffälliges Accessoir ist die schmale Elfenbeinflöte, die an einer Goldkette befestigt auf dem flauschigen, dunklen Brusthaar ruht.

Noch einmal schaut Ricky sich die anderen an und spürt seine Erregung wachsen, als sein Blick  über die Mädchen streift.
Er macht ein paar Schritte auf Laura Ann zu und schaute ihr tief in die Augen. "Dir steht dein neues Aussehen ausgezeichnet."
Aber schon macht er eine elegante Drehung, ging zu Ayleen um ihr durchs lange Haar zu streichen. "Eine indianische Elfe! Welch exquisiter Anblick."
« Letzte Änderung: 10.06.2017, 12:41:32 von Changeling »

Changeling

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Kapitel II: The show must go on
« Antwort #3 am: 10.06.2017, 12:45:53 »
Laura Ann scheint sich mittlerweile von ihrem Schock erholt zu haben und ist mit einer erstaunlichen Behändigkeit aufgesprungen. Sie lüftet ihren Rock leicht und betrachtet ihre Beine, wobei sie leise vor sich hin murmelt. Den Schülern fällt auf, dass sie zwar nach wie vor schlanke Arme besitzt, doch in den Hüften ist sie recht breit geworden, und ihre weich bepelzten Schenkel wirken für ein Mädchen sogar regelrecht muskulös. Sie schaut wieder auf, blickt sich um und hebt dann die Augen zur Sonne hoch. "Man kann hier direkt in die Sonne schauen, ohne zu blinzeln..." bemerkt sie sichtlich fasziniert. Dann lässt sie den Blick schweifen und lauscht offenbar dem Klingen des Windes im Gras. "Irgendwie kommt mir das alles bekannt vor" murmelt sie zu niemand speziellem. Endlich wendet auch sie sich ihren Begleitern zu und mustert sie. Ihre Züge drücken dabei teilweise Verwunderung, teilweise aber auch Neugierde aus, und ihre vollen Lippen verziehen sich zu einem erfreuten Lächeln, wie man es bei einem kleinen Kind finden mag, das die lang ersehnte Spielzeugeisenbahn unter dem Weihnachtsbaum bewundert.

Rickys Blick erwidert sie mit blitzendem Augen und einem amüsiert, aber durchaus auch interessiert wirkenden Lächeln. "Ich wusste gar nicht, dass du so ein Galan bist" kichert sie, um gleich darauf leiser anzufügen "...und so ein hübscher Junge obendrein." Dabei klingt sie fast ein wenig verwundert. Ihr Blick streift auch Ayleen mit merklichem Interesse, und sie nickt zu Rickys Worten. Dann schaut sie zu Eddy, wobei sie ihren Kopf leicht in den Nacken legen muss. "Ja, Großer, sie hat recht" meint sie keck und stemmt eine Hand in die Hüfte – Ricky kommt nicht umhin, die perfekt geschwungene Form unter dem Stoff zu bemerken. "Wo sind wir genau, und wie sollen wir Tiffy finden?" Wie sie dabei die Muskeln des blauhäutigen Hünen mustert, wirkt alles andere als eingeschüchtert. Im Gegenteil: Sie macht einen Schritt auf ihn zu und grinst herausfordernd zu ihm hoch.

Eddy hat derweil die Szene mit verschränkten Armen beobachtet, das Buch an seine Brust gedrückt. Als er sich nun räuspert und mit seiner ungewohnt tiefen Stimme antwortet, erkennen die anderen auch, dass an seinem breiten Gürtel eine Waffe baumelt, von einer ledernen Schlaufe gehalten: Ein Streitkolben mit einem umwickelten Griff und einem kantigen Kopf, so groß und wuchtig, dass ihn wohl keiner von ihnen richtig schwingen könnte. Doch für die riesigen Hände Eddys scheint er wie geschaffen. Er weist in die Ebene hinein und sagt: "Wenn ich mich nicht täusche, sind wir nahe am südlichen Rand der Singenden Ebene. Hier ziehen Gruppen von deinen Leuten umher" meint er zu Ayleen gewandt. "Wenn wir uns noch weiter südlich halten, müssten wir an den Wolkenfluss kommen. Goibniu hat mir erzählt, dass man nur seinem Lauf folgen muss, um früher oder später zu einem ihrer Lager zu gelangen."

Er wirft noch einen Blick zu Laura Ann, und es ist seinen kantigen Gesichtszügen unschwer anzumerken, dass das Mädchen Eindruck auf ihn macht. So ist auch leicht erklärlich, dass er nur sehr zögerlich fortfährt: "Ich war selbst noch nicht oft hier und kenne mich nicht sehr gut aus." Das Geständnis fällt ihm offenbar schwer. "Aber Goibnius Buch wird uns hoffentlich leiten." Laura Ann hat begonnen, hin und her zu tänzeln, während er sprach, und nun stößt sie plötzlich ein helles Lachen aus. "Es ist herrlich hier! Los, schauen wir uns ein wenig um!" Mit diesen Worten sprintet sie los, die Arme weit ausgebreitet, den Kopf im Nacken, die dichte Haarmähne hinter ihr flatternd, und ihre bocksprungsartigen Sätze bringen sie mit atemberaubender Geschwindigkeit voran. "Was machst du da?! Wir haben keine Zeit für so etwas!" brüllt Eddy hinter ihr her, doch das Mädchen lässt sich nicht aufhalten. Just als er mit wütendem Gesicht Miene macht, ihr zu folgen, tut sie einen tollkühnen Sprung, plumpst ins hohe Gras und kollert lachend den sanften Abhang eines Hügels hinunter. "Komm zurück! Dafür sind wir nicht hier!" schreit Eddy.

Ayleen Chepi Anitsiskwa

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Kapitel II: The show must go on
« Antwort #4 am: 12.06.2017, 16:52:24 »
Ayleen muss sich eingestehen, dass Eddys Gestalt eindrucksvoll ist. Doch umso peinlicher berührt ist sie von der Tatsache, welche Gefühle die beiden Satyr-Abkömmlinge gleichermaßen bei ihr auslösen. Bisher hatte sie sich eher fern solcher Gedanken gewähnt. Entsprechend zuckt sie leicht, als Ricky mit ihren Haaren spielt, und er kann eine leichte Rötung ihrer Ohren bemerken, als sie ihn mit einer hochgezogenen Augenbraue scheinbar skeptisch anblickt. Zu ihrer Erleichterung bricht Laura-Ann den Effekt und lenkt ab. Die 'Elfe' neigt den Kopf ein wenig und lächelt ein bißchen: "Danke, deine Gestalt ist ebenfalls interessant."

Sie wendet sich Eddy zu, lauscht und nickt: "Umso wichtiger, dass wir wissen, wie wir uns verhalten, ihnen nähern, mit ihnen sprechen und handeln.", fordert sie weiteres Wissen ein. Und wieder unterbricht Laura-Ann mit ihrem Betreiben den Wortwechsel. Kurz irritiert bleibt Ayleens Gesicht ernst, innerlich ist sie jedoch amüsiert und mischt sich nicht ein. Während die Gruppe dem chaotischen Geist folgt, fragt das Indianermädchen Eddy: "Welches Erbe trägst du und wieweit definieren unsere Erben uns hier?"

Ricky

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Kapitel II: The show must go on
« Antwort #5 am: 21.06.2017, 22:42:01 »
"Interessant beschreibt dich nicht mal ansatzweise.", haucht Ricky Ayleen ins Ohr, während er sich nah an ihr vorbeidrängt.
Er tritt einige Schritte von der Gruppe weg und genießt ebenso wie Laura Ann den Wind, das Gras und den Klang, die sie umgeben.
Den Ausführungen und Fragen der anderen folgt er nur am Rande. Viel mehr versucht er, die Umgebung einzuatmen. Sie in sich aufzunehmen. Sich dem befreienden Gefühl hinzugeben, das ihn durchströmt.

Als Laura Ann dann auflacht, schaut Ricky ihr hinterher. In ihm wallt ebenfalls der Drang auf sich zu bewegen. Und so läuft er dem Mädchen, ebenfalls lachend, hinterher. "Ja! Lass uns laufen und diese Welt erkunden!"
Auf Eddys gebrüllte Beschwerde lacht Ricky nur lauter.
"Du Miesepeter! Wir waren noch nie hier.
Geh schon vor, wenn du es so eilig hast. Wir holen dich schon ein."
Dann läßt er sich am Fuße des Hügels neben Laura Ann ins Gras fallen und beginnt diese zu kitzeln.
"Sieh nur was du angerichtet hast, du böses Mädchen. Der arme Eddy ist ganz aufgebracht und sauer auf dich. Das muß bestraft werden."



Changeling

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Kapitel II: The show must go on
« Antwort #6 am: Heute um 08:20:15 »
Laura Ann ist schwer einzuholen, obwohl Ricky feststellt, dass ihn seine neuen Beine mit kräftigen Sprüngen in ungeahnter Schnelligkeit und fast mühelos vorantragen. Als er das Mädchen eingeholt hat und mit ihr den Hang hinunter kugelt, merkt er erst, dass sie doch beide keuchen. Sein Blick fällt auf ihr Mieder, das sich bei jedem Atemzug weitet, und der Geruch, der von ihrem dichten Haar ausgeht, steigt ihm in die Nase. Grinsend sieht sie ihn an, und der Junge hat das sichere Gefühl, dass eine ziemlich kecke Herausforderung in ihrem Blick liegt, als sie mit der flachen Hand über seine Brust streicht. Dann wälzt sie sich auf den Bauch, stützt das Kinn in die Hände und sieht ihn an. "Es ist schön hier" sagt sie leise, aber in ihrer Stimme vibriert eine Sinnlichkeit, die ihn erschauern lässt. Als er beginnt, sie zu kitzeln, rollt sie auf den Rücken und strampelt kreischend. Vor lauter Lachen bekommt sie kaum Luft, so dass ihre Antwort auf seine Neckerei unverständlich bleibt.

Eddy hat den beiden, die im wahrsten Sinne des Wortes mit wilden Bocksprüngen vorangelaufen sind, mit finsterem Blick zugesehen. "Tiffany ist in Gefahr, und die beiden haben nichts besseres zu tun, als wie die Kleinkinder zu spielen" schnaubt er, setzt sich aber ebenfalls in die Richtung in Bewegung, die sie gewählt haben. Dabei gibt er Ayleen einen Wink, ihm zu folgen. Sie muss feststellen, dass er zwar im Gegensatz zu ihren anderen Kameraden eher diszipliniert marschiert, aber mit seinen langen Beinen immer noch rasch vorankommt. Sie muss fast in einen Trab verfallen, um Schritt zu halten. Er wirkt verärgert, aber auch entschlossen. Im Gehen zeigt er nach vorn, zum Horizont. "Da hinten beginnt irgendwo das Gebiet, in dem sie jagen."

Auf Ayleens Fragen brummt er unwillig und zuckt dann die Schultern. "Ich weiß auch nicht allzu viel über sie. Goibniu sagte mir, dass man sich hier nach und nach an Dinge erinnert. Aber nur an solche, die mit dem eigenen Erbe zusammenhängen. Sie sind deine Leute, nicht meine, also wirst du wohl mehr wissen als ich, bis es soweit ist. Andernfalls bleibt uns noch das Buch." Dabei fasst er den Folianten fester. "Meine Vorfahren stammten aus Norwegen" erklärt er etwas mürrisch wirkend. "In ihrer Heimat wurden sie Troll genannt, und sie kamen mit den Siedlern hierher." Dann wirft er einen Blick auf seine Begleiterin hinab und meint: "Das Erbe ist hier sehr wichtig! Dein Erbe verleiht dir bestimmte Begabungen, aber auch Schwächen, und es bestimmt auch, wie andere auf dich reagieren. Es gibt viele Allianzen und Feindschaften." Inzwischen haben sie das im Gras tollende Pärchen fast erreicht.