Autor Thema: Kapitel II: The show must go on  (Gelesen 728 mal)

Beschreibung: Das Erwachen in einer neuen Welt

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Changeling

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Kapitel II: The show must go on
« Antwort #30 am: 01.09.2017, 11:26:36 »
Während des geflüsterten Gesprächs mit Ricky kommt Laura Ann ihm immer näher, und irgendwann bemerkt er, dass sie Hand in Hand gehen. Die zwei Paare stark behaarter, muskulöser Beine streifen nebeneinander das dichte, hohe Gras beiseite, ihr Rock streift gelegentlich seine Knie, und die Haarmähne des Mädchens kitzelt seinen Arm. Tröstend streichelt sie über seinen Handrücken. Als er sie überrascht von der Seite her anschaut, dreht sie den Kopf zu ihm, lächelt – verschmitzt, herausfordernd – und wispert ihm zu: "Du hast recht. Wir sollten verzeihen und Freunde sein, das ist viel klüger. Make love not war[1]" kichert sie und entblößt dabei zwei Reihen strahlend weißer, kräftiger Zähne. Ihre Augen blitzen munter, während sie den Jungen neben sich mustert. Vorwitzig nimmt sie eine der Blumen, die sie gepflückt hat, und steckt sie ihm hinters Ohr. Dann grinst sie breit. Als sein Gang in ein Hüpfen überzugehen beginnt, tut sie es ihm gleich, und ihre Sprünge werden immer lebhafter[2] , als sie sich gegenseitig anspornen.

Eddy, der schweigsam und gleichmäßig mit seinen langen Schritten zwischen Ayleen an der Spitze der kleinen Gruppe und dem Satyrpärchen am Ende marschiert ist, hebt seinen Kopf mit den massiv wirkenden Hörnern, blickt sich prüfend um und nickt: "Ja, es ist sicher vernünftig, wenn wir etwas trinken. Und dann müssen wir sehen, ob wir Spuren von-" In diesem Moment hat das Indianermädchen schon seine Entdeckung gemacht und sich flussaufwärts gewandt. Stirnrunzelnd knurrt der Troll: "Verdammt noch mal... ich hab' keine Ahnung, woran sie das nun wieder gemerkt haben will! Kann sie nicht mal aufhören, die Beleidigte zu spielen, und uns sagen, was sie gesehen hat..?" Er kniet am Ufer nieder und schöpft mit seinen mächtigen Händen Wasser, trinkt und leckt sich über die Lippen. Das kristallklare Nass scheint ihn zu stärken, denn er wirkt energischer, als er sich wieder aufrichtet und brummt: "Na, wie auch immer... wahrscheinlich weiß sie schon, welche Richtung die richtige ist. Los, wir folgen ihr!" Und da sie bedeutend kleiner ist als der blauhäutige Hüne, hat er sie mit seinen großen Schritten bald wieder eingeholt. Kritisch betrachtet er sie, dann meint er, überraschend friedlich: "Du solltest auch einen Schluck trinken. Das Wasser ist irgendwie... verdammt erfrischend." Nach einem etwas zögerlichen Blick über die glitzernden Wellen nickt er bekräftigend.
 1. Ja, mir ist bewusst, dass dieser Spruch erst später geprägt wurde. Aber ich erlaube mir, in unserer Parallelrealität auch einige kleinere Anachronismen einzubauen, wo es mir sinnvoll für die Stimmung erscheint :-)
 2. Bitte an dieser Stelle einmal Glamour gegen eine Schwierigkeit würfeln, die ich bewusst nicht verrate.

Changeling

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Kapitel II: The show must go on
« Antwort #31 am: 03.09.2017, 09:48:57 »
Wie sie so gemeinsam dahin sprangen, Laura Ann und er, hat Ricky gespürt, dass sich etwas in ihm aufbaute. Wie ein Welle, die größer und mächtiger wird, während sie auf das Ufer zurollt. Sie hielten sich an der Hand, und eine unsichtbare Kraft schien zwischen den beiden Satyrn, dem Jungen und dem Mädchen, zu fließen. Ihr hopsender Lauf, wie der unbekümmert spielender Kinder, wurde wilder, die Sprünge höher und immer höher. Laura Anns Haar flog ihr um die Schultern, ihr Rock flatterte bei jedem Sprung, und Ricky selbst spürte den Wind in seinem Haar, als sie zeitgleich die Gesichter einander zuwandten und sich anlächelten – keuchend, mit geröteten Gesichtern, wagemutig. Und mit einem Mal hatte er das sichere Gefühl, dass die Wolken, die über ihnen dahin ziehen, ihnen zuriefen: "Kommt! Kommt zu uns – wir warten auf euch!" Ja, er spürte irgendwie, dass sie es schaffen könnten, gemeinsam bis dort oben zu springen, zu fliegen, wie Peter Pan!

Er weiß selbst nicht, was geschehen ist, als sie irgendwann ausgepumpt und keuchend wieder beginnen, einfach hinter dem Indianermädchen und dem Troll her zu laufen. Ihre Begleiter scheinen nichts bemerkt zu haben. Doch er hat ein Gefühl des Verlusts, als er Laura Ann ins Gesicht sieht und sich erinnert, dass sie die Wolken nicht erreicht haben. Sie erwidert sein Lächeln, irgendwie entschuldigend – oder verlegen..? Es war wohl doch ein bisschen sehr kindisch, vom Fliegen zu träumen. Hier, in diesem eigenartigen Land, ist vieles wie in einem Traum, einem schönen Traum. Aber er weiß, dass er nicht träumt. Und fliegen kann man eben doch nur in Träumen. Es ist physikalisch unmöglich! Oder..? Sie wechseln kein Wort darüber und folgen Ayleen und Eddy schweigend, doch Ricky hat die eigenartige Empfindung, als ob das Satyrmädchen an seiner Seite mit diesem nachdenklichen Ausdruck, der Unterlippe zwischen den weiß schimmernden Zähnen, ebenfalls darüber nachdenkt, wieso es eigentlich unmöglich sein muss...

Ayleen Chepi Anitsiskwa

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Kapitel II: The show must go on
« Antwort #32 am: 10.09.2017, 10:05:14 »
Als Ayleen hinter sich die verärgerten Worte Eddys hört, bleibt sie stehen und zieht die Luft scharf ein, um sich zu fangen und die verkrampften Hände wieder zu öffnen. Mit einem Seufzen dreht sie sich um und erklärt: "Dies ist ein Waschplatz und als solcher logischerweise flussabwärts vom Dorf gelegen." Dann zieht sie einen Lederbeutel aus ihrer Tasche, öffnet ihn und lässt ihn an einer Lederschnur ins Wasser gleiten. Nachdem er sich durch die seichte Strömung vollgesogen hat, zieht sie ihn wieder hoch, lässt ihn abtropfen und setzt ihn erst dann an die Lippen. So trinkt sie in kleinen Schlucken, ohne sich nass oder dreckig zu machen, und hängt sich den geschlossenen Beutel mit einem Rest an Flüssigkeit im Inneren wieder um. Prüfend schaut sie sich um, ob die anderen zumindest im Ansatz erkennen lassen, dass sie folgen würden, dann dreht sie sich wieder flussaufwärts und geht weiter.

Ricky

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Kapitel II: The show must go on
« Antwort #33 am: 15.09.2017, 23:09:12 »
Während Ricky Hand in Hand mit Laura Ann durch die Prärie wandelt, ist er von seinen eigenen Gefühlen ein wenig überrascht. Irgendwie wirkt Laura Ann hier in ihrer verwandelten Form nicht mehr so unnahbar wie in der Schule. Irgendwie scheint sie bodenständiger, auch wenn sie nichts von ihrer kessen Art eingebüßt hat.
Nicht nur sein Herz schlägt schneller als sie sich Sprung um Sprung voranbewegen, auch an anderen Stellen regt sich was. Und so schaut er nicht nur wegen des verloren Gefühls des Fliegens beschämt zu Boden, als sie am Fluß angekommen sind.
Mit einem entschuldigenden Blick löst er landsam seine Hand aus Laura Anns und tut es Eddy nach. Er schöpft aus dem Fluß und nimmt einen tiefen Schluck. Das kühle Naß des Wassers wirkt auch auf ihn belebend. Und bevor er richtig weiß, was er tut, macht er schon einige schnelle Schritte ins Wasser. Es ist ein seltsames Gefühl, denn er hat ja jetzt Hufe statt Füssen. Doch das Gefühl des fliessenden Wasser um seine Beine ist vertraut. Spotan beugt er sich nach vorn und läßt seinen Kopf vom Fluß umspülen. Als er ihn wieder erhebt, schüttelt er ihn wie ein begossener Pudel, so daß die Tropfen um ihn herum wegspritzen.
"DAS tut so gut!"
Er grinst in Richtung Troll und Satyrmädchen.

Changeling

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Kapitel II: The show must go on
« Antwort #34 am: 16.09.2017, 12:51:18 »
Auch Laura Ann, die erhitzt, aber putzmunter wirkt, nimmt einige Hände voll von dem kühlen Nass. Jeder der vier Gefährten spürt es, kaum dass die Flüssigkeit die Kehle hinab rinnt: Dieses Wasser ist irgendwie anders als alles, was sie bisher in ihrem Leben getrunken haben! So wie alles in dieser Welt farbiger, schöner, ja, beinahe realer und mit mehr Substanz erfüllt zu sein scheint als in der gewohnten, ist auch dieses Wasser – so lächerlich sich das für die Ohren ihrer Lehrer in Gatsburg bestimmt anhören würde – einfach kühler als kühles Wasser, klarer als klares Wasser. Und... nein, dieser Gedanke ist nun wirklich bizarr... aber auf schwer zu beschreibende Weise ist es sogar nasser.

Sicher – es ist Wasser, und es schmeckt eigentlich auch nicht anders. Aber trotzdem ist da dieses Gefühl, unglaublich erfrischt zu sein, nachdem sie davon gekostet haben... nicht unbedingt im körperlichen Sinn allein. Es ist wie ein Windhauch, der schwere Wolken vertreibt, die sich um ihre Köpfe gesammelt hatten. Die Ideen fließen rascher, leichter dahin, die Lust an dieser Welt, an den Eindrücken, die sie den Sinnen vermittelt, lebt auf. Jeder einzelne der Internatsschüler hat den Eindruck, gerade jetzt in der richtigen Stimmung zu sein, um, je nach der persönlichen Neigung, ein Lied zu komponieren, ein Bild zu malen, einen Tanz vorzuführen, ein Gedicht zu verfassen!
[1] Das Singen des Grases in der Ebene – es ist kein zufälliges Spiel des Windes, kein bloßes Naturphänomen. Es hat eine Melodie, es lebt, natürlich! Wieso ist ihnen das zuvor noch nicht aufgefallen?!

Und jetzt, wo sie alle in dieser Stimmung sind, verwundert es auch niemanden, als sich vor ihnen eine kleine Landzunge zeigt, die in eine Schleife des Flusses eingebettet liegt, tiefer als die umliegenden, flachen Hügel und darum erst aus der Nähe zu entdecken. Es überrascht sie nicht, eine ganze Anzahl von Wickiups
[2] zu entdecken, zwischen denen sich mehrere Feuerstellen, Gestelle zum Trocknen von Fischen und Pferche mit Kleintieren finden. Auch menschenähnliche Gestalten kann man sehen, die sich gemächlich zwischen den Behausungen bewegen. Schwach dringt das Weinen eines kleinen Kindes an ihre Ohren, das bald vom Gesang einer Frauenstimme abgelöst wird, bei dem sie tiefen inneren Frieden empfinden...
 1. Wären wir schon so weit im Spiel, dass das regeltechnisch eingeführt wäre, würde jeder einen ausgegebenen Punkt Glamour zurück erhalten
 2. Zu Wickiups und Wigwams siehe hier.

Ricky

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Kapitel II: The show must go on
« Antwort #35 am: 20.09.2017, 02:54:20 »
Ricky taucht noch mal ins Wasser ein. Ihm ist egal, daß dabei seine komplette Kleidung nass wird. Schließlich ist gutes Wetter, also sollte sie schnell trocknen, da er eh nicht viel an hat.
Und wieder schüttelt er sich die Haare aus dem Gesicht und nimmt noch einen Schluck.
Dabei läßt er den Blick über die Landschaft streifen und entdeckt das kleine Dorf in der Nähe.
Ohne weitere Worte stapft er wieder in Richtung Flußufer, um dann Ayleen zu folgen.

Ayleen Chepi Anitsiskwa

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Kapitel II: The show must go on
« Antwort #36 am: 21.09.2017, 05:05:51 »
Ayleen genießt das Wasser und die Atmosphäre still, während sie weiter geht. Als das Dorf in Sicht kommt, verlangsamt sie ihre Schritte noch weiter, bis sie fast steht. Neugierig und glücklich studiert sie den Ort. Sie vergleicht ihn mit dem, was ihr über die Vergangenheit ihrer Stämme berichtet worden ist und rekapituliert, was ihr über Kultur und diplomatisches Verhalten gelernt hat.[1] Sie ringt mit sich, ob sie den anderen noch etwas einschärft, entscheidet sich aber dagegen. Zum Einen hatte Eddy ihr in dieser Hinsicht auch nicht helfen können oder wollen, zum anderen war sie nicht sicher, ob das, was sie in ihrer Welt als Vergangenheit gelehrt bekommen hatte, hier wirklich richtig ist. "Matriarchalische Strukturen und die Trennung in Rote - Krieger - und Weiße - Priester -, bin gespannt, ob das hier noch erhalten ist, es soll bei uns ja schon vor der Ankunft der Europäer teilweise abgelöst worden sein. Ich wäre wohl eine Weiße, was Reisen eigentlich selten macht." Ihre Schritte werden schneller und sie kommt bis auf wenige Metter an die erste Behausung oder Person heran, bevor sie stehenbleibt und respektvoll wartet, bemerkt und angesprochen zu werden.
 1. Ich würde mich unter anderem hieran orientieren.

Changeling

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Kapitel II: The show must go on
« Antwort #37 am: 21.09.2017, 09:56:27 »
Auch Eddy und Laura Ann sind stehengeblieben, als vor ihnen die Landzunge auftaucht. Das Satyrmädchen deutet zu dem kleinen Indianerdorf hinunter und meint: "Da, schaut mal: Ist das nicht komisch? Die scheinen überhaupt gar keine Pferde zu haben. Ich dachte immer, Indianer halten sich eine Unmenge von Mustangs." Sie sieht sich fragend zu den anderen um, denen es leicht erklärlich scheint, woher die kesse Schülerin ihre Kenntnisse hat: Laura Ann hat sich ziemlich oft unerlaubt entfernt, wie man das im Internat nennt, und mehr als einmal hat sie nachher damit geprahlt, wie sie sich von einem jugendlichen Galan ins Kino hat führen lassen, wo Westernfilme nach wie vor zum festen Programm gehören. Da man in dem alten Schuppen, den Phelps in Gatsburg betreibt, kaum neuere Streifen zu sehen bekommt, hat Laura Ann wahrscheinlich lauter uralte Schinken gesehen, in denen die Roten für gewöhnlich als schrill schreiende Angreifer auftreten, die in riesigen Mengen im Kreis um ein Fort herumreiten, aus dem eine kleine Menge von Verteidigern in Blauröcken schießt, bis sie fast im Pulverdampf verschwinden.

Eddy runzelt die ohnehin schon gefurchte Stirn und meint trocken: "Ich würde im Buch nachsehen, das weiß eigentlich zu allem etwas. Aber ich glaube, dafür ist es schon zu spät..." Denn noch ehe Ayleen wirklich nahe an die ersten der Grashütten herangekommen ist, sind die vier entdeckt worden. Es kommt Bewegung in die Bewohner des Dorfes: Man sieht Frauen in einfachen Kleidern eine ganze Horde von Kindern einsammeln und eilig in die Wickiups befördern, während eine Anzahl von Männern sich sammelt und der kleinen Gruppe entgegengeht. Sie scheinen eher zögerlich und wirken nicht gerade übermäßig kriegerisch, haben sich aber mit Speeren bewaffnet.

Es mögen etwa zwei Dutzend Männer sein, die ihnen langsam entgegentreten und sie aufmerksam mustern. Sie sind, wie ihre Frauen, recht einfach gekleidet, doch beim Näherkommen sehen die vier Wanderer, dass ihre Kleidung kunstfertig mit Stickereien und seltsam in der Sonne schillernden Aufsätzen verziert ist. Sie zeigen einen hohen, eher schlanken Körperbau, langes, dichtes Haar, das die Schultern in schweren Strähnen umfließt, und auffällig große, glänzende Augen
[1]. Nun, da sie vor ihnen stehengeblieben sind, entsteht ein gespanntes Schweigen, während man sich gegenseitig einzuschätzen versucht.

Die Blicke der großen Augen richten sich vor allem auf Eddy, der, das schwere Buch unter dem linken Arm, die Rechte auf dem Griff seiner Waffe ruhend, seine Begleiter deutlich überragt. Die beiden Mädchen scheinen die Männer als ungefährlich anzusehen, trotz des Bogens, den Ayleen trägt. Auch Ricky wirkt offenbar in ihren Augen nicht sehr bedrohlich. Der riesige Blauhäutige dagegen wird mit deutlichem Misstrauen gemustert. Auch wirken diese Dorfbewohner trotz ihrer relativen Gelassenheit nicht gerade sehr freundlich. Eher... argwöhnisch. Entgegen Ayleens Hoffnung macht keiner von ihnen Anstalten, das Wort zu ergreifen. Hinter ihnen sind mittlerweile alle Kinder von der Bildfläche verschwunden. Von den Frauen zeigt sich gelegentlich ein Kopf, der aus einer der Hütten hervorspäht.
 1. Bitte einen Wurf auf Perception + Occult von jedem, Standardschwierigkeit
« Letzte Änderung: 21.09.2017, 09:56:53 von Changeling »

Ricky

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Kapitel II: The show must go on
« Antwort #38 am: 27.09.2017, 19:56:42 »
Auch Ricky ist nicht bereit, die ersten Worte zu sprechen.
Ayleen hat sich bisher hervorgetan, die Anführerin zu geben. Und sie weiß bestimmt auch am Besten, wie man diesen Ureinwohner-Feenwesen gegenübertritt.
Das sie so aussehen, als wären sie mit dem Fluß verbunden verbunden, überrascht den Jungen nur bedingt.
Schließlich hatte er Ziegenfüße und Hörner. Wie kann er da andere verurteilen, die ähnliche Merkmale vorweisen.
Allerdings achtet Ricky auch darauf, möglichst keine schnellen oder bedrohlichen Bewegungen zu machen.
Er hebt lediglich langsam seine offenen Hände, um zu zeigen, daß er Nichts zu verbergen hat.
Nur mühsam kann er sich ein "Wir kommen in Frieden." verkneifen.
« Letzte Änderung: 27.09.2017, 19:58:18 von Ricky »

Ayleen Chepi Anitsiskwa

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Kapitel II: The show must go on
« Antwort #39 am: 04.10.2017, 18:55:00 »
Lauras Kommentar vernimmt Ayleen zwar, macht sich aber nicht die Mühe, darauf zu reagieren. Eddys Worte jedoch ringen ihr einige Mühe ab, nicht aus der Haut zu fahren. Sie hatte ihn mehrfach explizit um solche Informationen gebeten, auch ausdrücklich mit Hinblick auf das Buch und da er ihr nie geantwortet hatte, ist sie davon ausgegangen, dass es dazu nichts gibt. Und nun stellt er es so dar, als würde sie überstürzt handeln. War sie denn nur von Leuten umgeben, die... Sie ruft sich innerlich zur Ordnung und wartet mit gebührendem Abstand, ob die Dorfbewohner noch auf ihren Sprecher warten.

Doch es bleibt still, bis Ricky beginnt. Ayleen schürzt die Lippen und tritt vor. Sie hält den Blick zur Gruppe und erkennt bei näherem Hinsehen deren schillerndes Äußeres. "Wohl nicht von meiner Art.", denkt sie und greift, um sicher zu gehen, neben dem indianischen Dialekt auch auf Zeichensprache zurück. "Ich grüße euch, Brüder. Bitte seid nicht alarmiert, wir sind friedliche Wanderer. Ich bin eine Anitsiskwa, diese hier sind meine Mitreisenden. Uns eint die Suche nach einer Freundin, die vom Wege abgekommen ist. Vielleicht könntet ihr uns helfen?" Parallel dazu kreuzt sie zunächst die Arme vor der Brust mit geschlossenen Fäusten, neigt sich kurz vor, dann streckt sie sie von sich mit nach unten geöffneter flacher Hand. Respekt, Frieden und Zurückhaltung sollen die Zeichen zeigen. Mit einer ausholenden Geste weist sie auf die drei anderen und deutet über das Abzählen von Fingern das Fehlen der fünften Person.
« Letzte Änderung: 04.10.2017, 19:15:02 von Ayleen Chepi Anitsiskwa »

Changeling

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« Antwort #40 am: 05.10.2017, 10:54:30 »
Einer der Männer, dessen Haar mit Streifen eines in der Sonne schillernden Materials durchflochten ist, tritt vor und sieht an dem Troll hinauf. Dass sich Ayleen als erste zu Wort meldet, scheint ihn zu irritieren[1]. Doch nach kurzem Zögern wendet er sich dem Indianermädchen zu, legt die zur Faust geballte Rechte auf sein Herz, führt sie dann zum Mund und streckt sie ihr schließlich entgegen, wobei er die Hand öffnet, mit der Handfläche nach oben. Dieses einfache Zeichen ist für sie nicht schwer zu verstehen: Der Mann will ihr bedeuten, dass er sein Herz auf der Zunge tragen, also ehrlich sein wird. Dann erwidert er mit einer überraschend hellen Stimme im Kituwah-Dialekt der Cherokee-Sprache: "Willkommen bei den yunwi amai'yine'hi[2] Wenn ihr den Frieden mit euch bringt, sollt ihr an unseren Feuern sitzen. Doch ein fremdes Weib sahen wir nicht."

Sein Blick wandert wieder über den Rest der Gruppe, ehe er sich erkundigt: "Wer ist der große Krieger mit der Haut von der Farbe des Wassers?" Einige seiner Begleiter sind inzwischen näher gekommen. Für sie ist das Palaver anscheinend das Zeichen, dass nicht unmittelbar mit Gefahr zu rechnen ist. Mehrere strecken recht unbefangen die Hände aus, um Haut und Kleidung von Ayleen, Ricky und Laura Ann zu befühlen – was zumindest die Schülerin mit einem "Hey, das kitzelt..!" kommentiert. Es scheint sie aber keiner der Männer zu verstehen. Dafür bricht ihr Gekicher anscheinend weiter das Eis: Die Dörfler beginnen zu lachen und sich um Laura Ann zu sammeln, die die Aufmerksamkeit offenbar nicht allzu unangenehm findet. Sogar einige der Frauen in den Hütten werden mutiger und strecken die Köpfe heraus. Einzig von Eddy halten die Männer respektvollen Abstand. Er sieht sich unbehaglich um und hält das Buch wie einen kostbaren Schatz an den Leib gedrückt. "Was hat er gesagt?" fragt er Ayleen.
 1. Ricky hat tatsächlich nichts gesagt. Es lag ihm nur auf der Zunge.
 2. Was Ayleen grob als "Leute im Wasser" oder "Wasserleute" übersetzen kann.
« Letzte Änderung: 05.10.2017, 10:55:18 von Changeling »

Ayleen Chepi Anitsiskwa

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Kapitel II: The show must go on
« Antwort #41 am: 10.10.2017, 05:14:27 »
Ayleen ist erleichtert, dass ihr Gegenüber ihre Sprache versteht. Auch wenn ihr sein Dialekt nicht geläufig ist, reicht es - mit ein wenig Unterstützung von Händen und Füßen - sich zu verständigen. Sie nickt und dankt, um deutlich zu machen, dass sie verstanden hat. Seine Frage beantwortet sie vorsichtig in Cherokee mit den Worten: "Er ist ein Troll von einem der Stämme jenseits des großen Meeres. Alle meine Mitreisenden sind unserer Zunge nicht mächtig, daher werde ich für sie übersetzen müssen.", erklärt sie ergänzend.

Die Griffe nach ihrer Ausrüstung und Kleidung lässt sie zwar über sich ergehen, versucht ihre Dinge aber deutlich im Blick zu behalten. Zu tief sitzt in ihr die Erfahrung mit ihren Mitschülern aus der anderen Welt. Immerhin sagt sie Ricky und Laura: "Keine Sorge, es ist nur Neugier. Sie bleiben respektvoll, solange wir dies auch sind." Dann wendet sie sich Eddy zu, um ihm zu antworten: "Ich habe sie begrüßt und mein Wort für unsere friedvollen Absichten eingelegt. Die Frage, ob sie eine fremde Frau gesehen haben, verneinten sie. Er heißt uns in seinem Lager willkommen - sie nennen sich 'Leute des Wassers' - und fragt, wer du bist."

Zum Redner des Stammes gewandt sagt sie: "Wir können euren Feuern leider nichts außer Geschichten hinzufügen, da wir in Eile aufgebrochen sind. Sind noch welche von euch unterwegs, die unsere Freundin gesehen haben könnten und könntet ihr uns andere Stämme nennen, an die wir uns wenden könnten?"

Ricky

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« Antwort #42 am: 18.10.2017, 09:25:02 »
Ricky verseht kein Wort von der Unterhaltung. Aber das macht ihm auch nicht viel aus, solange keiner eine Waffe auf ihn richtet.
Als die Indianer um ihn herum schwirren, lächelt er nur und läßt sie gewähren, während er weiter die Arme oben hält. Er achtet nur darauf, daß ihm seine silberne Flöte nicht abgenommen wird.
Um aber nicht ganz untätig zu bleiben, deutet er von oben mit einem Finger auf sich hinab und wiederholt seinen Namen. "Ricky. Ricky. ....", bis vllt einer der Leute es aufnimmt.

Changeling

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Kapitel II: The show must go on
« Antwort #43 am: 18.10.2017, 17:48:50 »
Den Blick, den Ayleens Gegenüber Eddy zuwirft, kann man nicht als ablehnend oder gar feindselig bezeichnen – doch es liegt eine gewisse Reserviertheit darin, wie sie auch die übrigen Männer zeigen. Noch immer halten sie einzig von dem Troll einen respektvollen Abstand. In der Zwischenzeit sind auch einige der Frauen durch die niedrigen Ausgänge der Hütten wieder hervorgekrochen und nähern sich langsam, einige mit Kindern auf den Armen, andere mit deren gleich mehreren am Rockzipfel. Alle wirken allmählich eher neugierig auf die Fremden, die da in ihr Dorf gekommen sind.

Laura Ann scheint schon mit mehreren der Männer Freundschaft geschlossen zu haben: Das Satyrmädchen scherzt bereits und ruft lautes Gelächter hervor, auch wenn ihre Zuhörer wohl kein Wort verstehen. Doch Laura Ann, die schon in jener anderen Welt die frechste im ganzen Internat war, versteht sich offenbar wunderbar auf Gesten, die einem jeden eingängig sind. Eddy dagegen spürt offenkundig die Distanz und steht ein wenig verloren am Rande der ganzen Versammlung.

Ricky steckt in einem Haufen durcheinander plappernder Indianer und scheint fast ebenso reges Interesse hervorzurufen wie Laura Ann. Viele deuten abwechselnd auf die beiden und wiederholen immer wieder ein Wort, das in etwa klingt wie "
u-ga-so-tsa-ne-da" – oder so ähnlich. Einer grinst ihm ins Gesicht, macht einige Versuche, die sich wie "ieh-kih" anhören, und deutet mit dem Zeigefingern zwei Hörner an. Einige der Frauen scheinen sich ebenfalls für ihn zu interessieren und kommen allmählich näher.

Der Sprecher der
yunwi amai'yine'hi übersetzt Ayleens Worte für seine Leute und wendet sich dann wieder an sie: "Geschichten sind gut. Kommt an unsere Feuer und singt uns eure Geschichten und wir singen unsre. So werden wir alle weiser." Er weist auf eine freie Fläche etwas abseits der Hütten, wo eine besonders große, im Moment erloschene Feuerstelle zu erkennen ist. Schließlich meint er noch: "Viele Stämme wohnen auf der Ebene-die-singt, aber nicht alle sind unsre Freunde. Männer von uns sind auf dem Fluss, zum Fischen. Vielleicht wissen sie mehr. Sie werden wieder hier sein, wenn die Sonne mit der Erde Hochzeit feiert." Mit einigen Worten winkt er seine Leute in Richtung der Feuerstelle. Sie versuchen Ayleen und die beiden Satyrn mit sich zu ziehen. Eddy erhält nach einigem Zögern immerhin einladende Winke.