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Autor Thema: Die Waisen von Niewinter  (Gelesen 3578 mal)

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Yzwaz

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Die Waisen von Niewinter
« Antwort #255 am: 05.12.2017, 18:14:21 »
Beifällig nickte Yzwaz zu Vorbis' Worten. "Ein weiser Vorschlag dies ist" meinte der Gnom. Gleichmütig fügte er an: "Jede Wache übernehmen ich kann." Zu Maldrek gewandt sagte er: "Zeit, uns zu warnen, dann du hast." Wie der Tiefling es anstellen wollte, sich zu verkleiden, blieb dem Grauhäutigen zwar schleierhaft, doch viel zu bewirken die Macht der Magie vermochte, wie Yzwaz wohl gesagt hätte... Er jedenfalls machte sich daran, Maldrek zu folgen, um sich im Haus nach Essbarem umzusehen.

Melandro

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Die Waisen von Niewinter
« Antwort #256 am: 06.12.2017, 09:23:55 »
Sowieso nicht wirklich erfreut über die Aussicht hier schwere Dinge herum zu schleppen, war Melandro bei den ersten die die Idee unterstützten die Waren hier ruhen zu lassen um weiteren Spuren zu folgen. Viellicht würden sie ja auch zu größerem Reichtum führen...?

"Ja, schlafen klingt nach einer guten Idee." murmelte der Halbdrow schließlich etwas abwesend während er seine Augen noch über die zerhackten Kisten und Wagen streifen ließ und dabei versuchte sich einen Reim auf die ganze Sache zu machen.

Keinen Augenblick daran verschwendend sich selbst als Nachtwache anzutragen - wozu wenn man selbst doch fein schlafen konnte? Und soooo lange war diese Nacht nun auch wieder nicht mehr... - machte sich der Halbelf daran mit seinen Brüdern nach Essbarem zu suchen um sich dann irgendwann in eines der Betten zu legen um etwas Ruhe zu finden. Etwas nagte auch noch die seltsame Vision nach seinem Kopftreffer an ihm. Und diese wollte analysiert werden. Aber wozu das müde und hungrig machen? Maldrek erfüllte solche Aufgaben doch stets gründlich genug, dass es für alle reichte, lächelte Melandro in sich hinein und spazierte zur Küche.

Idunivor

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Die Waisen von Niewinter
« Antwort #257 am: 06.12.2017, 20:04:06 »
In der zum Glück von ihren Kämpfen unberührt gebliebenen Küche und dem Lagerraum, die sich beide in dem kleinen Steinbau befanden, entdeckten die Waisen genug Essen für ein kleines Nachtmahl, bevor sie sich dann zur Ruhe begaben. Und Maldrek fand dort auch den von ihm gesuchten stärkeren Trank, der ihn wärmte, während er ruhig in anderer Gestalt im finsteren saß und über das nachdachte, was an diesem Abend geschehen war. Aber irgendwann war auch er zu müde und ging in den großen Schlafsaal im Süden des Hauses, in dem sich seine Geschwister niedergelassen hatten. Den Aufenthaltsraum der Banditen mied er dabei und benutzt stattdessen die südliche Tür. Er weckte Yzwaz, der die nächste Wache übernahm, bis jemand anders an der Reihe war.
Am nächsten Morgen lag dichter Nebel über den Hügeln, der schon in der Nacht heraufgezogen war und die Waisen konnten nicht einmal einen Steinwurf weit sehen. Die Sonne konnte nicht durch diesen dichten Dunst dringen und auch wenn es hell war, so fühlte es sich doch nicht so recht an, als ob es warm wäre. Ansonsten hatte sich nichts verändert in dem Gehöft und die Nacht war völlig ruhig gewesen und nichts deutete auf die Rückkehr irgendwelcher weiterer Banditen hin. Einsam lag der Hof auf seinem Hügel im Nebel und niemand interessierte sich für ihn oder den heftigen Kampf, der hier nur wenige Stunden zuvor stattgefunden hatte.

Scarlett

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Die Waisen von Niewinter
« Antwort #258 am: 06.12.2017, 21:42:06 »
Scarlett war am Morgen sichtlich erleichtert, dass die Nacht ohne weitere Zwischenfälle verlaufen war, sie hatte mit Schlimmerem gerechnet. Auch Bubo flattert munter umher.

"Werkzeug hätten wir hier, vielleicht sollten wir sie zumindest begraben," schlug die junge Frau vor.

"Und dann ist da nochetwas. Während des Kampfes wurde mir auf einmal schwindelig und ich hatte eine seltsame Vision. Habt ihr soetwas auch bemerkt? Ich sah mich für einen Moment plötzlich in einer Höhle, da waren einige Personen mit weiten Roben, die sich nach und nach aufgelöst haben und nur ihre Kleidungsstücke zurückgelassen haben. Ich hab dann eines davon aufgehoben und dann war ich plötzlich wieder in dem Raum mitten im Kampf, nur dass mir das Feuer, was der mit der grauen Robe auf mich geworfen hat, kaum etwas angetan hat. Stattdessen hat es mich irgendwie aufgeladen. Das ist doch schon ganz schön merkwürdig, meint ihr nicht? Habt ihr irgendeine Idee, was das bedeuten könnte?"

Yzwaz

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Die Waisen von Niewinter
« Antwort #259 am: 07.12.2017, 09:48:52 »
Der Gnom hatte am sehr früh Morgen wieder seine Übungen gemacht, dabei die eigenartigsten Verrenkungen und Luftsprünge veranstaltet, schien sich aber wieder äußerst wohl zu fühlen. Zu Scarletts Vorschlag nickte er nach kurzem Überlegen nur, wohingegen ihn die Schilderung ihrer Vision deutlich zu interessieren schien. Nachdenklich strich er seinen Bart und murmelte: "Wenn dir nichts anhaben das Feuer konnte, geträumt wohl nicht du hast, hrm?" Darauf schlurfte er etwas abseits, wo er sich im Schneidersitz niederließ, die knotigen Hände auf die Knie legte und die Augen schloss. So saß er eine ganze Weile völlig reglos da, während er seine Gedanken treiben ließ[1].
 1. Meditation, leider nur mit einer 9...

Maldrek

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Die Waisen von Niewinter
« Antwort #260 am: 07.12.2017, 13:45:28 »
Maldrek hatte gut geschlafen und auch nicht wieder von den seltsamen Gestalten geträumt. Er wollte darüber nachdenken, aber der Alkohol hatte ihn schnell an etwas anderes denken lassen. Auch wenn die Folgen nicht direkt dazu zu passen schienen hatte er Angst, dass etwas aus seiner Vergangenheit ihn versuchte einzuholen. Also verdrängte er die Bilder und stand auf. Doch während des Frühstücks erzählte Scarlett von ihrem und da wurde er hellhörig. "Sie also auch".

"Ich hatte auch diesen Traum, oder was auch immer es gewesen war. Aber bei mir hat es etwas anderes bewirkt, nichts mit Feuer, aber es hat mich verändert." Mehr wollte er zunächst nicht sagen, das war alles zu seltsam.

Melandro

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Die Waisen von Niewinter
« Antwort #261 am: 07.12.2017, 17:17:18 »
Nach einer allzu kurzen, aber den Göttern sei es gedankt, traumlosen Nacht stand auch Melandro auf und reckte und streckte sich. Yzwaz einen zweifelnden Blick aufgrund dessen Morgenaktivitäten zuwerfend, bediente der Halbelf sich an den Vorräten der Banditentruppe. "Wenigstens haben sie für uns vorgesorgt." bemerkte er dabei zu Vorbis während er spaßeshalber mit ihm einen Streit um den letzten Apfel vom Zaun brach.

Nach dem Frühstück lauschte er den Vorschlägen und verdrehte genervt die Augen als es erneut ums Begraben ging. Manche Leute hatten scheinbar nichts besseres mit ihrer Zeit anzufangen. "Denkt doch an unseren Ruf!" brachte er schließlich aufgebracht ein. "Leichen pflasterten ihren Weg! Wie eindrucksvoll das schon klingt!" schwärmte er seinen Geschwistern vor. "Sie waren die ganze Zeit damit beschäftigt Löcher zu buddeln! - hingegen..." ließ er den Satz unbeendet stehen nachdem er den Gedanken zu seiner logischen Konsequenz fortgeführt hatte.

Scarletts Schilderung von grauen Roben hingegen fesselten auch den Pirat vom ersten Moment an und brachten ihn zum verstummen. Zu Maldrek blickend als dieser anfing, aber sie dann hängen ließ, schnaubte der Halbdrow genervt, ehe er das Gesicht in äußerster Konzentration zusammen zog und eindrucksvolle "Zaubergesten" mit den Händen vollbrachte um wie aus dem Nichts eine winzige Wurfklinge[1] aus nichts als Licht in der Hand zu halten. Dann sagte er mit effektheischend, betont tiefer Stimme: "Ich hatte einen Traum!" und präsentierte seine Schöpfung den Waisen aus Niewinter.
 1. Think Shuriken
« Letzte Änderung: 07.12.2017, 21:14:27 von Melandro »

Yzwaz

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Die Waisen von Niewinter
« Antwort #262 am: 09.12.2017, 18:04:59 »
Melandros Worte ließen Yzwaz die Stirn runzeln. "Was ist gut daran, wenn deinen Weg die Toten säumen?" fragte er kopfschüttelnd. "Ist es, weil ein großer Krieger sein du willst? Groß machen Kriege niemanden!" Dann nickte er Scarlett zu, um anzuzeigen, dass er mit ihrem Vorschlag einverstanden sei, und blieb mit verschränkten Armen und stoischer Miene neben ihr stehen.

Erst die große Geste, mit der der Halbelf die kleine Wurfklinge präsentierte, ließ den Gnom wieder seine Aufmerksamkeit Melandro zuwenden. Nachdenklich rieb er seine riesige Nase, während er das Ding betrachtete, begleitet von diversen Brummlauten, polterndem Räuspern und dem einen oder anderen "Hrm..."

Melandro

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Die Waisen von Niewinter
« Antwort #263 am: 10.12.2017, 11:25:51 »
Für einen Moment zu einem beißenden Scherz ansetzend, überlegt es sich der Halbdrow dann anders und gibt eine ehrliche und von seiner Sache überzeugte Antwort: "Dass man sich in acht vor uns nimmt und niemand uns so schnell überfällt und weg nimmt was uns gehört."

Aus der Wurfklinge innerhalb eines Herzschlags ein Langschwert formend, grinste der Pirat selbstzufrieden während er die "Lichtwaffe" betrachtete und das Licht zu einem leuchtenden Grün abänderte. "Würde dir wohl auch gefallen?" zwinkerte er Yzwaz zu, eher er weitersprach: "Ein großer Krieger? Ooohh nein, dafür bin ich wahrlich nicht geeignet." und ließ das Schwert verschwinden und durch eine gemein aussehende Meuchlerklinge im nächsten Wimpernschlag ersetzen. "Ein gutes Leben lässt sich anders wesentlich leichter erreichen."

Vorbis

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Die Waisen von Niewinter
« Antwort #264 am: 11.12.2017, 13:49:05 »
Vorbis sah Melandro entgeistert an. "Ist das eigentlich alles nur ein Witz für dich? Ein Spiel?" brach es aus ihm heraus, nachdem der Halbelf nun auch noch ein Schauspiel mit seiner Waffe veranstaltete. "Ist dir denn nicht klar, dass hier Menschen gestorben sind? Natürlich waren es Räuber, aber wie oft habe ich auf meinen Reisen gesehen, wie unschuldige Menschen dazu getrieben worden waren, sich als Räuber zu verdingen. Nicht weil sie abgrundtief böse waren, sondern weil sie keinen anderen Ausweg sahen. Weil die Reichen und Mächtigen sich bei ihren Machtspielen einen Dreck scheren um die Sorgen der normalen Leute.

Und du, du verhältst dich genauso wie einer von diesen Bonzen, ein Prahlhans, der so eitel ist, dass ihn die Belange anderer nicht kümmern. Ja, es war wohl gerecht, was wir hier getan haben. Aber das heißt noch lange nicht, dass man sein Gewissen ausschalten darf. Willst du wirklich als derjenige bekannt, nein berüchtigt sein, dessen Weg von Leichen geplastert ist? Wenn das so ist, will ich mit dir nichts zu tun haben. Orbus würde sich deiner schämen."


Der Priester war sich nicht sicher, wie verdorben sein Bruder tatsächlich war, oder ob er nur seine inneren Unsicherheiten zu überdecken versuchte. Aber er hatte nun einige Tage dessen Verhalten weitgehend unkommentiert gelassen, auch weil er irgendwie dazu gehören wollte - das war nun vorbei. Es wurde höchste Zeit, dass jemand Melandro eine Standpauke hielt; und ihr Ziehvater war leider nicht mehr da, um es zu tun.

Die Sache mit dem Traum, von dem Scarlett erzählt hatte, trat gegenüber seinem Zorn auf Melandro dagegen in den Hintergrund. Er hatte kurz darüber nachgedacht, ob er deren Erlebnis erklären konnte - doch nichts, was er über Magie oder göttliche Wunder wusste, konnte wirklich erklären, was passiert war. Dass Maldrek ebenfalls einen solchen Traum hatte, machte das ganze nur kurioser. Dass Melandro sich wieder darüber lustig machen musste, passte dagegen nur in das Bild, das sich immer mehr über den Halbelf in ihm festigte.
« Letzte Änderung: 11.12.2017, 13:49:53 von Vorbis »

Melandro

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Die Waisen von Niewinter
« Antwort #265 am: 11.12.2017, 15:29:49 »
Vorbis aufgebrachte Rede mit einer hochgezogenen Augenbraue stumm lauschend, unterbrach der Halbdrow den Menschen nicht.Erst als die roten Wangen des Priesters zur Ruhe kamen, schnaubte er verächtlich und nickte bekräftigend während er ernst sprach: "Dann überlege es dir. Und tue es gut. Denn meinen Weg habe ich früh eingeschlagen und bin bis heute gut damit gefahren."

Die Lichtwaffe die bisher in seiner Hand geruht hatte verschwand genau so plötzlich wie sie erschienen war, ehe der  Prirat mit ruhigerem Tonfall, aber voll der sachlichen Überzeugung weitersprach: "Ob diese Leute hier gut oder böse waren, liegt nicht an mir zu entscheiden. Sie standen uns im Weg und daher haben wir sie getötet. Andere machen das nicht anders. Ob unter dem Banner der Stadt - der von dir zitierte Bonze vielleicht? - der Religion mein gläubiger Ziehbruder, oder in einer dunklen Gasse. Keiner weint den Toten nach. Und wenn doch dann ist es schlicht Heuchelei."

Als sich Vorbis Gesicht erneut verdunkelte, hob der Pirat schlicht den Finger und gab zu bedenken: "Ich war auch nicht der einzige hier, der bei der Türe herein gekommen ist und alle wortlos Kelemvor übergeben hat."

Yzwaz

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Die Waisen von Niewinter
« Antwort #266 am: 11.12.2017, 16:08:11 »
Als die Wogen des Streits höher zu schlagen begannen, hob Yzwaz begütigend die Arme. Er musste allerdings konsterniert feststellen, dass man ihn ob seiner geringen Größe nicht recht wahrzunehmen schien. Daher räusperte sich der Gnom polternd, um die beiden Streithähne auf sich aufmerksam zu machen. "Das Geschehene nicht mehr ändern wir können, obgleich manches davon weise nicht war" gab er zu bedenken. "Daraus lernen für die Zukunft wir sollten, hrm?" Mit einer Geste in Richtung des Hauses, wo die Leichen ihrer Gegner liegen, meinte er: "Am besten den Toten die letzte Ehre erweisen wir werden, und froh sein, dass nicht an ihrer Stelle wir liegen. Niemals weise Streit ist - hrm?"

Vorbis

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Die Waisen von Niewinter
« Antwort #267 am: 11.12.2017, 16:21:31 »
Vorbis war nach Melandros Antwort nun erst recht in Rage, so dass die Worte Yzwaz' ihn nicht besänftigen konnten.
"Es ist eine Sache, ob ich töte, eine andere, ob ich Spaß daran habe. Mein Handwerk ist das Wissen und die Heilung, aber auch ich bin nicht so naiv zu glauben, alle könnten Freunde sein und sich lieb haben. Das Leben ist ein ewiger Kampf, und manchmal sind dabei Taten notwendig, die ich lieber nicht ausführen würde. Der Unterschied, so meine ich, liegt darin, ob ich mir dessen bewusst bin, was ich tue. Wenn du jeden tötest, der dir im Weg steht, und dabei noch Späße machst und offenbar furchtbar aufgekratzt bist, weil du damit deinen Ruhm mehren konntest - bei wem auch immer; sind die Frauen wirklich so versessen auf Mörder? - wo ziehst du dann die Grenze? Wenn du eine Frau haben willst, die einem anderen gehört: Bringst du ihn dann um? Wenn du Geld dafür bekommst, einem Mann seinen Nebenbuhler aus dem Weg zu schaffen: Tust du es dann? Hinterfragst du es wenigstens? Wo ist deine Grenze, Melandro?

Ich weiß, du hattest immer schon deinen Ruf, und er war dir immer schon wichtig. Früher ging es aber um eher harmlose Streiche. Und wenn es dein Ziel ist, dass die Leute dich fürchten, weil Leichen deinen Weg pflastern, dann sag es mir jetzt. Und überleg auch du dir gut, was du sagst."
« Letzte Änderung: 11.12.2017, 16:21:48 von Vorbis »

Melandro

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Die Waisen von Niewinter
« Antwort #268 am: 11.12.2017, 16:53:47 »
Yzwaz einen Seitenblick zuwerfend, konnte sich Melandro aber nicht von Vorbis lösen und lachte zynisch als er vernahm was ihm sein Bruder an den Kopf warf. "Frauen?!" fragte er irritiert, ja ungläubig. "Ich muss doch keinen Mann töten oder einer Frau Gewalt antun um mich zu vergnügen. Die kommen doch von alleine zu mir du Narr!" und schüttelte dabei den Kopf.

Bei jedem anderen hätte er sich abgewandt und wäre gegangen und viel schien auch in diesem Moment dafür nicht zu fehlen. Doch statt dessen blieb der Halbdrow stehen und sah seinem Bruder aus funkelnden Augen für einige sehr lange Momente direkt an, während er versuchte seiner spitzen Zunge nicht freien Lauf zu lassen. Stattdessen antwortete er mit zu Beginn emotionsloser Stimme: "Das Töten macht mir keinen Spaß und ich töte nicht um des Tötens willen. Nur... wenn es sein muss so muss es eben sein. Und wenn sie dann tot sind, dann bleibe ich nicht stehen und schlage Kelemvors Zeichen über ihnen und lüge betreten murmelnd wie nett und fehlgeleitet sie doch nicht gewesen waren."

Ganz unerwartet und plötzlich leiser, aber um so intensiver, beinahe flüsternd sprach der Halbelf heiser weiter während sich sein Blick tief in Vorbis Augen bohrte: "Nein mein guter Vorbis. Ich sehe zu, dass mir ihr Tot dient. Mir nützt. Sie andere abschrecken. Sie allen mit ihrem Ende durch meine Hand deutlich machen, dass niemand meinen Weg ungestraft im Bösen kreuzt. Denn nur so bleibt man sicher vor denen die nicht so satt und selbstzufrieden sind wie du es bist. Vor denen die nach mehr hungern als ihnen das Leben einst in die Wiege legte." Mit dieser Offenbarung seiner Lebenseinstellung zwischen ihnen ausgesprochen, verharrte Melandro und las konzentriert in Vorbis Gesicht wie dieser die Worte hörte und aufnahm.

Maldrek

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Die Waisen von Niewinter
« Antwort #269 am: 11.12.2017, 17:57:17 »
Maldrek war hin und her gerissen. Melandros Worte bestätigten seine Meinung über den Halbdrow, aber ein wenig war Maldrek auch erschrocken darüber, was aus Melandro geworden war. Oder verstanden sie den Halbdrow alle falsch? Immerhin, die Situation draußen, die Maldrek nun wieder in den Sinn kam, die gar nicht zu Melandro gepasst hatte, oder zu dem Bild dass er sich von Melandro machte, schon immer gemacht hatte. Oder war es nur ein Moment der Schwäche gewesen, und Melandros wahres Wesen kam jetzt zum Vorschein.

"Ich hatte nicht das Gefühl das irgend einer von uns aus Spaß getötet hat. Aber wir waren effizient, wir alle." Jetzt hatte er sich doch eingemischt. Aber auf wessen Seite stand er? Gab es hier überhaupt Seiten, bzw.. sollte es sie geben?
"Kommt, wir sind gemeinsam hier her gekommen und haben die Diebe gestellt. Wir haben sie alle getötet, ohne darüber nachzudenken. Vorbis, ich helfe dir gerne, sie zu beerdigen, aber ehrlich gesagt eher aus praktischen Gründen, die Wagenlenker waren Opfer, echte Opfer. Ohne Grund, naja ohne einen redlichen Grund wurden sie getötet. Diese hier waren auch Täter und haben ihre Strafe erhalten. Sie war sehr hart, aber sie hatten die Chance, sich zu ergeben. Sie haben sie nicht genutzt. Auch mich erschreckt das Blutbad, das wir angerichtet haben, aber es geschah nicht aus Lust am Töten. Komm, Vorbis, wir sind alle erregt und sollten uns erst einmal beruhigen."

Nach einer Pause fügte er noch an. "Und keiner von uns kann sagen, was Melandro erlebt hat, welche Erfahrungen seine Haltung geprägt haben. Wir sollten ihn nicht vorschnell verurteilen." Er konnte fast nicht glauben, das er sich das sagen hörte. Als müsse er ein Ungleichgewicht wieder ins Lot bringen sprach er gleich weiter. Aber auch du, Melandro, du siehst das Vorbis das wichtig ist, wenn es dir nicht wichtig ist, ist das deine Sache, aber auch du solltest Vorbis nicht vorhalten, das er eine andere Haltung dazu hat. Wir sind zusammen hergekommen und sollten uns jetzt nicht entzweien."

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