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Autor Thema: Part I - The Hellfire Compact - The Road to Hell  (Gelesen 2388 mal)

Beschreibung: IC-Thread

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Menthir

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Part I - The Hellfire Compact - The Road to Hell
« am: 10.12.2017, 18:51:50 »
Part I - The Road to Hell


Zitat
«Not more than a year after starting my service, my regiment was on
patrol in the east Menador Mountains. A gang of brigands set off
a landslide, then tried to pick us off while we dug ourselves out. We beat
them back, but old Captain Kercerri caught a spear through his leg. We
got out of there, but the captain never quite recovered—you could see it
in his face, in the way he hunched when he walked. Months later, I woke
up in the barracks one day and found the captain was gone—‘walking
the Longacre,’ they said. From my bunkmate’s look, I assumed he’d died,
passed on from some sick that takes old officers. ‘Worse,’ she told me.
‘Retired. Headed off to the fields of weak drink and regret.’
“That’s when I realized there are worse fates than dying in battle.
Longacre’s one.”»

—Viedman Linclair, Doomseer Company, Chelish Army

Sonntag, 30. Gozran 4717 - 00:16 Uhr - In der Nähe der Louslik-Gerberei

In Sichtweite der ersten Ausläufer von Cheliax' größtem Gehölz, dem Whisperwood, lag Longacre wie immer in trügerischer und unangenehmer Stille. Diesem Ort, der vielen nur als Verbannungsort jener Veteranen der großen Kriege galt, die in Ungnade und aus den militärischen Archiven gefallen waren, ihm haftete irgendwas zwischen pittoresker Langeweile und einer warteten Bestie an. Nacht lag über diesem ungewöhnlichen Ort, nur ein paar Lichter leuchteten in den ausgetretenen Sandwegen und vereinzelnd in den gläsernen Fenstern großer, heller Fachwerkbauten. Aus offenen Türen und Fenstern ließ sich hier ein paar Konversationsfetzen aufnehmen und dort ein Lachen. Die Arbeitswoche war vorüber gegangen und die knapp 1.500 Einwohner Longacres schliefen entweder oder gaben sich der Unterhaltung hin, manche tranken, andere sangen, die meisten ruhten nach harter Arbeit.

Doch hier am äußerten Rand von Longacre war die Nacht dunkel und schwer. Nur wenige Wolken trieben ziellos über den sternenübersäten Himmel, dann und wann den schwächlichen Mond verdeckend. Auf der anderen Seite eines armselig bewachsenen Emmerfeldes lag unter einem sternigen Himmel, in bleierner Dunkelheit ein fortartiges Gehöft verborgen. Bucklig lag es dort auf einem halben Hügel und drückte sich an eine Au, die unterhalb des Gehöftes zäh floss. Greifbarer Gestank nach Unrat stieg von dort auf.

Cimri Staelish, eure kindsköpfige, manchmal furienartige Auftraggeberin zeigte zu der schwer auszumachenden Struktur in etwa 150 Metern Entfernung.
"Das ist sie. Die verdammte Louslik-Gerberei. Falls ihr räudigen Hunde es noch nicht verstanden habt, hier nochmal die Auftragsbeschreibung: Wir brechen ein, plündern Ol'Lousliks Büro, sacken ein, was auch immer glitzert und glimmert und verpissen uns, bevor die Schultheiß auftaucht!
Wenn wir getrennt werden und ihr nicht weiterwisst, verzieht euch und seht zu, dass wir uns bei Morgendämmerung am Ash House treffen."


Stumpfes Mondlicht funkelte über ihren Langdolch, den sie beiläufig zog und mit unnatürlich weißem Lächeln betrachtete. "Vergesst nicht, wenn sie euch an Arsch kriegen: ihr seid stumme Krüppel. Haltet eure Schandmäuler, und ich kümmere mich um alles. Ich hab 'ne Garantie, dass wir aus der Sache sauber rauskommen, wenn unser Plan die Au runtergeht. Aber! Nur ein falsches Wort aus eurer Fresse und ich lass euch verrotten!" Eine Sekunde verging und ein schiefes Schmunzeln erschien auf ihren viel zu jungen Gesicht. "Wenn ihr es aber nicht versaut, werden wir alle auf die Rechnung von Razelago zechen! Lasst uns loslegen!"

Während Cimri weiter ihr Langmesser betrachtete, mochtet ihr euch gegenseitig mustern. Es war vielleicht ungewöhnlich, den ersten Auftrag so zu begehen. Aber ihr wart nicht gänzlich unvorbereitet in diesen Auftrag gegangen. Zwar war Cimri, die hier geboren worden war und den kleinen Ort wie ihre Westentasche kannte, der Meinung, dass ein Bruch in einer Sonntagnacht keine große Vorbereitung bräuchte, aber ihr hattet da andere Ideen und hattet gemeinsam oder alleine vor eurem Treffen die Gerberei in Form eines alten Hofes ausgekundschaftet[1]. Es konnte zumindest nicht schaden, sich das von einer Palisade gesicherte Gehöft aus der Entfernung anzuschauen[2], oder sich gar in die Nähe zu wagen[3]. Ein anderer mochte sich umgehört haben[4], oder sich schon um einen einfachen Zugang bemüht haben[5].
Doch die Informationen waren noch nicht ausgetauscht[6] und so langsam begann es in den Fingern zu kribbeln. Gleich würde es losgehen.
 1. Der Abenteuerpfad lässt an dieser Stelle eine retrospektive Auskundschaftung zu. Normalerweise steht dafür jedem SC ein Fertigkeitswurf zu. Das ersetze ich: ihr könnte alle verfügbaren und eigene zusätzlich machen. Für jeden Wurf gilt ein SG von 15 - Ebenso überlasse ich euch, ob ihr euch schon kennt oder genau jetzt kurz vor dem Einbruch kennenlernt.
 2. Wahrnehmung, um sich die Gerberei grundsätzlich anzuschauen.
 3. Wer sich die Gerberei vorher aus der Nähe angeschaut haben will, kann entweder einen Klettern oder Heimlichkeitswurf machen.
 4. Vielleicht hat sich jemand mit Wissen (Lokales) im Vorfeld informiert?
 5. Mechanismus ausschalten
 6. Wenn ihr andere Fertigkeit in den Einsatz bringen wollt, dürft ihr gerne auch kreativ werden.
« Letzte Änderung: 14.01.2018, 14:03:45 von Menthir »

Acillo Mhartis

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Part I - The Hellfire Compact - The Road to Hell
« Antwort #1 am: 17.12.2017, 19:47:02 »
"Was soll schon groß schiefgehen?", brummte Acillo vor sich hin. Der Antipaladin starrte durch das Dunkel der Nacht auf die Gerberei...
Longacre, dieses Höllenloch. Acillo wusste nicht was er hier sollte. Die Order of the Rack hatte ihn hierhergeschickt. Er sollte sich würdig erweisen. Dann würden sie ihn als Akolythen aufnehmen. Für Acillo war es klar gewesen, sie schickten ihn in ein asmodeusverlassenes Dorf am Arsch der Welt, da sie ihn prüfen wollten. Ihn den aussichtsreichsten Kandidaten der letzten Jahre. Niemals wäre er auf die Idee gekommen, dass sie ihn nicht haben wollten. Niemals...

Viel erkennen konnte der Mensch nicht: "Lasst den Halbling vorgehen, dann kann er sich wenigstens nützlich machen.", er verstand nicht wirklich was dieser Sklave hier sollte. Zwar hatte man ihm gesagt, dass er frei sei, aber glauben konnte Acillo es nicht. Vielleicht würde es ein paar Pluspunkte bringen, wenn er ihn zu seinem rechtmäßigen Besitzer zurückbringen würde...

"Hab das schon verstanden bin ja kein Idiot.", knurrte er Cimri zu: "Lasst uns einfach loslegen. Wird ja durchs warten nicht besser."

Nimia Caedis

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Part I - The Hellfire Compact - The Road to Hell
« Antwort #2 am: 17.12.2017, 20:51:02 »
"Der Halbling wird nicht gehen müssen. Ich hab mir schon alles angesehen." Eine kleine kaum sichtbare Gestalt schälte sich aus der Dunkelheit und trat neben den deutlich größer gewachsenen Mann. Sie war in dunkle Farben gekleidet und ihre fahle Haut schien mit der Nacht geradezu verschmelzen zu wollen. Sie reichte dem schwer gepanzerten Krieger gerade mal bis zur Brust, aber das schien sie nicht wirklich zu kümmern.
Sie begann mit ihrem schwarzen Haar zu spielen und sprach dann mit ihrer weichen Stimme weiter: "Es sind zwei Gebäude, ein großes und ein halb offenes. Dazwischen liegt nen Hund, als Wache, wir müssen also vorsichtig sein. Um das ganze herum ist eine Palisade, nicht sonderlich gesichert, aber das Tor wird schwer zu öffnen sein und es ist beleuchtet. Aber es gibt eine Öffnung, durch die man sich durchzwängen könnte, mit ein bisschen Geschick."
Mit der rechten Hand strich sie ihre Haare aus dem Gesicht und fuhr dann fort: "Auf alle Fälle ist da jemand, der das Ganze bewacht. Also besser nicht zu viel Krach machen."
« Letzte Änderung: 17.12.2017, 20:51:14 von Nimia Caedis »
Crudelis ubique luctus, ubique pavor et plurima mortis imago. (Charakterbogen - Status)

Valeria Thorne

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Part I - The Hellfire Compact - The Road to Hell
« Antwort #3 am: 17.12.2017, 22:20:01 »
Longacre. Ein Ort der Schande, an dem sich die geschlagenen Seelen zum Sterben niederließen, welche zu schwach oder zu feige waren um ein würdiges Ende auf dem Soldatenfriedhof zu finden. Ihrem Onkel würde sämtliches Resthaar zu Berge stehen, wenn er wüsste wo sich seine Nichte herumtrieb. Noch dazu in einer Gesellschaft, die mit einer Ausnahme bestenfalls fragwürdig blieb. Mit großen Tönen hatte sich die junge Chelixianerin von ihren Eltern verabschiedet. Sie würde einen Weg finden, um die beachtlichte Karriere ihres Vater zu übertreffen. Auch wenn sie dafür mit Gesindel eine stinkige Gerberei überfallen musste. Wie sagte schon ihr Großvater: Wer nach dem Golde sucht, der muss zuerst im Dreck graben. Es kommt niemandem in die Tasche geflogen.

Der ehrwürdige Höllenritter namens Acillo, der seine ganz eigenen Absichten für sein Hiersein haben mochte, gab ihr etwas Zuversicht. In seiner Nähe würden ihre Komplizen wohl nicht in Versuchung kommen sie hinterher auszunehmen. Naheliegenderweise verwies er auf die aufgekratzte kleine Gestalt, die sie an ein tollwütiges Wiesel erinnerte. Allerdings war dieses gespenstische Mädchen schon schneller. Valeria bemühte sich, ihre Mundwinkel nicht nach unten verziehen zu lassen. Trotzdem lief ihr ein kühler Schauer über den Rücken, als dieses Wesen sprach.

Sie selbst war natürlich auch nicht untätig gewesen. Wer wäre sie denn, wenn sie nicht auch hier mit ihrem breiten Wissensfundus auftrumpfen könnte?

Jabral Louslik war ein hoffnungsloser Gutmensch, so viel wusste sie bereits. Gute Qualität, faire Preise, gerechte Löhne. Soweit, so in Ordnung. Nicht in Ordnung war, dass er sich Frechheiten gegenüber dem Erzbaron erlaubte und einfach glaubte, er könne keine Steuern zahlen. Da brauchte er sich auch nicht wundern, wenn die Konsequenzen auf dem Fuße folgten.

Wichtig war: Jabral besaß zwei Hunde, einen großen und einen kleinen. Wo einer war, konnte der Andere nicht weit sein. Regelmäßig marschierte ein älteres Paar vorbei, welches als Abtrittarbeiter Unrat aufsammelte  und zu dieser Stunde in die Gerberei brachte.

Jabral selbst dürfte über seinem Wochenabschluss brüten. Wenn er die ganze Nacht über in seinem Büro hockte wie die Henne auf dem Ei...Dann würde dieser Raubzug nicht ohne Konfrontation enden. Aber dafür besaß sie zum Glück nun auch Mittel und Wege. Ihre eigentliche Sorge blieben die Köter.

Was sie wusste, hatte sie ihren Komplizen bereits mitgeteilt. Auf Nimias Bemerkung hin lächelte die junge Frau schief.

"Ich werde mir Mühe geben. Alles Leisesein ist jedoch verlorene Mühe, wenn uns die Hunde wittern. Das alte Ehepaar dagegen sollten wir leicht vermeiden können. Solange wir unentdeckt eintreten können, werde ich dafür sorgen, dass Louslik uns in Ruhe unsere Arbeit machen lässt. Was machen wir wegen den Tieren? "

Valeria war nur unwesentlich größer als die zierliche Schreckgestalt. Ihre leichte Rüstung, in den Nationalfarben gehalten, war eigentlich für Paraden gedacht. Zu dieser dunklen Stunde war sie aber weniger unangemessen als man zuerst denken mochte. Die Haare hatte sich die angehende Sängerin zum Pferdeschwanz gebunden, das Gesicht unter den Augen mit einem Schal verborgen. Welcher Gauner, der etwas auf sich hielt, ging sein Tagewerk schließlich ohne Maskierung an? Einen Sack hatte sie ebenfalls dabei, denn irgendwo musste sie ja den Plunder aus dem Büro verstauen. Sie fühlte sich vorbereitet.
 
« Letzte Änderung: 17.12.2017, 23:08:10 von Valeria Thorne »
Was bleibt dem Vogel, wenn sein Baum gefällt wird? ( Status Charakterbogen)

Ultor

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Part I - The Hellfire Compact - The Road to Hell
« Antwort #4 am: 18.12.2017, 07:51:27 »
Da waren sie also, eine sehr ungleiche Gruppe. Einer der gerne ein Höllenritter werden wollte, vor dem musste man sich in Acht nehmen, das Mädchen, klein und flink, er hatte sie gesehen, als sie beiden sich das Anwesen gestern schon einmal angeschaut hatte. Aber sie waren sich nicht begegnet. Er wusste nicht, ob sie ihn ebenfalls gesehen hatte, es war ihm auch egal. Aber sie hatte das wichtigste ebenfalls entdeckt, daher musste er nicht alles wiederholen. Sprich nicht wenn du nicht gefragt wirst oder nichts Neues beisteuern kannst. Er beherzigte diese Regel immer, gerade wenn einer dabei war, der wie ein Höllenritter tickte.

Über den Hund hatte er sich Gedanken gemacht, aber leider so schnell kein Gift auftreiben können. "Am besten wäre ein gut gezielter Bolzen für den Hund. Wenn wir die Lücke in der Palisade nutzen können wir auch den stinkenden Hof umgehen."

Mehr sagt er nicht. Es war schon gespannt, wie sich die Hackordnung in der Gruppe entwickeln würde, aber es war klar, dass er nicht oben stand. Aber er würde schon dafür sorgen, dass er auch nicht ganz unten war. In der Mitte war meist der komfortabelste Platz, der Kopf rollte wenn etwas wirklich schief ging und je weiter unten man stand desto größer war die Chance, geopfert zu werden. Die Mitte war also gut.

Acillo Mhartis

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Part I - The Hellfire Compact - The Road to Hell
« Antwort #5 am: 18.12.2017, 13:00:00 »
"Ja gut schicken den kleinen Scheißer nicht vor.", grummelte Acillo: "Wobei ach warte, hast du nicht von einem kleinen Loch gesprochen?", fragte er seine Lippen zu einem diabolischen Grinsen verzogen.

"Ich kann ja auf der Rückseite etwas Krach machen, dass sollte den Hund ablenken. Wir stopfen den Halbling durch das Loch und er macht das Tor auf. Danach können wir rein. Ich komme nach und alles ist geritzt."
Der Antipaladin schien mit seinem Vorschlag durchaus zufrieden zu sein, da er nickte, wie um sich selbst zu bestättigen.

Nimia Caedis

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Part I - The Hellfire Compact - The Road to Hell
« Antwort #6 am: 18.12.2017, 13:16:23 »
Nimia schüttelte direkt den Kopf: "Das Tor ist zu groß und zu schwer, um es ohne weiteres zu öffnen. Und lautlos geht es ganz bestimmt nicht. Außerdem ist es beleuchtet. Weniger Aufmerksamkeit wird es erregen, über die Palisade drüber zu klettern oder sich eben durch die Lücke zu zwängen." Da sie wohl doch nicht sofort aufbrechen würden, suchte das Mädchen sich einen nahen Baumstamm, ließ sich darauf im Schneidersitz nieder und begann mit ihren Haaren zu spielen: "Das mit der Ablenkung des Hundes könnte klappen. Leichter wäre es aber, wenn wir ihn dauerhaft zum Schweigen bringen könnten. Und den zweiten Köter hab ich nicht gesehen. Der muss also irgendwo drinnen sein oder an einem anderen nicht gut einsehbaren Ort."
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Acillo Mhartis

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« Antwort #7 am: 18.12.2017, 13:31:18 »
"Man kann eine Tür ja auch von außen öffnen, der Hempfling soll ja nur den Riegel öffnen.", antwortete Acillo, ohne den Halbling jemals direkt anzusprechen.
"Außerdem klettert ein stolzer Cheliaxer nicht über den Zaun. Er geht durch die verdammte Tür.", kann sich der Mensch nicht verkneifen. "Und selbst wenns schiefgeht, gibt es in Cheliax nur einen Halbling weniger. Kein allzu großer Verlust."

Wolgwuth

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Part I - The Hellfire Compact - The Road to Hell
« Antwort #8 am: 18.12.2017, 13:34:00 »
"Es ist immer besser erst gar keine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, ehe man als Ablenkung selbige provoziert, meint ihr nicht?" fügte die ältere Zwergin aus dem Hintergrund hinzu.

Wolgwuth saß neben Nimia auf dem Boden, mitten im Schlamm der aufgeweichten Erde und hob sanft die ersten Blätter eines frisch getriebenen Strauchs an. Völlig fixiert auf das Grün, führte sie weiter aus "Der gut gezielte Bolzen wäre mir lieber, dennoch ist es sicherlich sinnvoll eine Idee in der Hinterhand zu haben. Eine Ablenkung, die jedoch nicht verlangt, dass wir die Gruppe für den Moment aufteilen und uns selbst schwächen." Sie sah auf und blickte ringsum in die Gesichter ihrer neuen Bekanntschaften. Ihre runzlige, weiße Haut ließ sie älter wirken, als sie in Wirklichkeit zu sein schien und hatte etwas dauerhaft kränkliches an sich.

"Diese Tiere sind scharf und trainiert, die Nasen fein, die Zähne spitz. Doch sind es immer noch Hunde. Was glaubt ihr würden sie mit einem räudigen Straßenkater tun?" Wieder kehrte ihr Lächeln zurück. "Wenn wir schnell genug sind, könnten wir Jabral und die Umbre's ausschalten bevor sie mitbekommen, was genau passiert ist. Würde mir ganz gelegen kommen, die alten Gongsammler unter ihrer eigenen gesammelten Scheiße verrotten zu sehen." lachte sie, während der Trieb in ihrer Handfläche urplötzlich verwelkte und weiße Flecken bekam, ehe sie ihn fest in der Faust zerdrückte und samt dem Wurzelballen beim Aufstehen aus der Erde riss.

Ungeachtet ihrer dreckigen Robe schloss die alte Frau zu Cimri auf und blickte zur leicht erleuchteten Gerberei. "Klingt alles sehr aufregend, lasst uns näher heran." 

Nimia Caedis

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« Antwort #9 am: 18.12.2017, 13:57:34 »
Das Mädchen kicherte leise ob des Geplusters des gerüsteten Mannes: "Das ist kein einfaches Tor mit einem Riegel, sondern eines mit Seilwinde, das macht viel Lärm. Das wird jeden der gerade in der Gerberei ist und nicht sturzbetrunken seinen Rausch ausschläft, wach machen." Bei dem Gedanken an eine Katze hingegen erschien ein süßes Lächeln auf ihren Lippen, bevor sie sich der alten Zwergin zuwandte fügte sie aber noch an: "Der stolze Cheliaxer kann ja auch einfach hier warten und wir klettern ein wenig und zwängen uns durch Lücken in Palisaden."
An die Zwergin gewandt sagte sie dann doch mehr oder weniger aus heiterem Himmel: "Kann es auch ein niedliches Kätzchen sein und kein räudiger Straßenkater? Ich wollte schon immer ein Kätzchen haben."
« Letzte Änderung: 18.12.2017, 13:58:12 von Nimia Caedis »
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Wolgwuth

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« Antwort #10 am: 18.12.2017, 14:16:07 »
Bei der etwas provozierenden Antwort an Acillo hob Wolgwuth etwas erstaunt die Augenbraue. 'So jung, Respekt hat sie wohl nie gelernt, interessant.'

Als sie sich ihr zuwandte, legte sie den Kopf zur Seite und lächelte verständnisvoll. "Sicher Kindchen, es kann auch ein niedliches Kätzchen sein. Doch erwarte bitte nicht, dass es die Flucht vor den Kötern überlebt." Beschwichtigend strich sie kurz über die Schulter des Mädchens.

Ultor

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« Antwort #11 am: 18.12.2017, 16:28:36 »
Schon nach diesem kurzen Moment war es offensichtlich, wer hier die größte Gefahr für den Auftrag war. Selbstbewusstsein, das auf Fähigkeiten und Erfahrung fußte, war wichtig und zeichnete die Starken aus. Lautes Gekläffe zum Zweck, größer und wichtiger zu erscheinen dagegen zeichnete die schwachen aus. Aber nicht immer war es so offensichtlich wie hier. Dennoch musste man vorsichtig sein, die Höllenritter hatten eine Vorliebe für Großmäuler, wussten sie doch das diejenigen, die nicht mehr zu bieten hatten als ein großes Ego demnächst tot im Dreck liegen würden und nur die Überleben, die wirklich das Zeug dazu haben. Ultor war gespannt, wie sich Acillo in eine Gruppe einfügen würde, oder eher, ob überhaupt.

"Da wir diesmal eher unentdeckt bleiben sollen denke ich auch, dass der Spalt die bessere Wahl ist. Ich glaube Cimris sagte, wir sollten verschwinden, bevor der Schultheiß auftaucht. Ich habe den Spalt gesehen und ich könnte mir vorstellen, das wir da alle durch passen [1] Ich weiß es ist nicht die Art der Höllenritter, aber vielleicht können wir ja zunächst vorgehen und uns um die Hunde kümmern und ihr kommt dann nach, wenn wir die Drecksarbeit gemacht haben und kümmert euch um die Hauptarbeit, nämlich das Plündern." Ultors Worte klangen sachlich, er wollte den Mann nicht reizen, sondern ernsthaft überzeugen, ihnen etwas Vorsprung zu lassen. Er sah nicht so aus als würde er sehr leise sein konnte.
 1. @SL: falls ich das falsch verstanden habe bitte einfach kurz im ooc anmerken.

Pikser

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« Antwort #12 am: 18.12.2017, 17:07:43 »
Mit einem "Genau." meldete sich auch der Halbling endlich zu Wort. Etwas abwesend hatte er mit dem Rücken zur Gruppe gestanden und sich den Hof angesehen. Jetzt drehte er sich um und ging langsam auf den stolzen Cheliaxner zu. Ganz nebenbei spielte er mit seinem Dolch und drehte diesen geschickt in seiner Hand umher. "Der werte Herr lässt den Halblingsklaven die Drecksarbeit erledigen. Ist ja nichts Neues." Pikser grinste breit. Es wirkte trotzdem nicht besonders fröhlich. "Der Halbling wird die Drecksarbeit gerne erledigen. Im Gegensatz zum ehrenwerten Cheliaxner ist er so etwas gewöhnt. Der Halbling wird auch den Hund so lange piksen, bis er sich nicht mehr bewegt, wenn es sein muss." Er war jetzt ganz nahe an Acillo herangekommen. Wirklich bedrohlich sah er aber nicht aus. Eher wie ein kleines Kind, welches mit einem Dolch herumspielte. "Doch der stolze Mann sollte sich nicht wundern, wenn er eines Nachts in den Hals gepikst wird und anschließend an seinem eigenen Blut erstickt, wenn er so weitermacht. Denn er macht einen großen Fehler: Dieser Halbling ist frei und folgt deinesgleichen nicht mehr." Die Höllenritterorden - oder besser den Orden der Götterklaue - hatte er zum Glück hinter sich gelassen. Obwohl er sich sicher war, dass ihn ein paar Überlebende immer noch verfolgten. Er musste stets wachsam sein.
Er versuchte dem Mann vor sich in die Augen zu blicken, was durch seine geringe Größe nicht besonders einfach war. Wut aber auch Vorfreude konnte man in den Augen des Halblings lesen. Er drehte sich wieder zum Rest um. "Nur damit das klar ist: Das gilt auch für euch. Pikser ist frei und wer ihn als Sklaven behandelt, wird von ihm gepikst." Nachdem das geklärt war, kam er auch wieder auf das eigentliche Thema zu sprechen - schließlich hatte er bereits zugesagt, die Drecksarbeit zu erledigen. "Also..." Er grinste wieder breit, nachdem er das Wort langgezogen aussprach. Diesmal vor Vorfreude auf den Auftrag. "Ich kann ohne Probleme durch die Palisade. Ihr passt da auch durch aber müsst aufpassen, um nicht doch noch Geräusche zu machen. Vielleicht kann ich mir das Haus noch näher ansehen, bevor wir reingehen und gucken, was der olle Ol'Louslik grad so macht." Er sah kurz zu Ultor und dann wieder zu dem Höllenritter, auf den er anschließend mit seinem Dolch zeigte. "Von mir aus kann der Typ auch daneben stehen und Däumchen drehen. Dann wird die Belohnung aber auf die aufgeteilt, die wirklich was gemacht haben."

Menthir

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« Antwort #13 am: 18.12.2017, 19:24:35 »
Sonntag, 30. Gozran 4717 - 00:18 Uhr - In der Nähe der Louslik-Gerberei

Cimri murmelte ob der Diskussion zwischen ihren Komparsen nur leise vor sich hin, und drehte wie Pikser ihren Dolch auffällig in den Händen. Die Nervosität war zwar nicht ihrem trotzigen, burschikosen Gesicht anzusehen, durchaus aber ihrer nervös am Messer nesteltenden Hand. "Hätte ich mich bloß an eine professionelle Söldnerüberlassung gehalten...Aber der Alte scheint ja irgendwas an ihnen zu finden..."
Mehr als dankbar nahm sie Wolgwuths Anregung auf, sich nebenher dem Gehöft zu nähern. Sie durchstreiften halb gebückt das armeslig bewachsene Getreidefeld, welches eigentlich hätte Wintergetreide hervorbringen sollen und stattdessen nur struppigen, toten Emmer emporwachsen ließ. Es nährte niemanden, verbarg aber ihre Ankunft vor neugierigen Blicken.
Eine Palisade aus vertrockneten, alten und teils schon angefaulten Baumstämmen umgab die Gerberei. Die drei Meter hohen Stämme standen weit genug auseinander, um eine Hand durchzustecken. Sie diente eher dem Schutz vor wilden Tieren, die vom verwesenden Fleisch angezogen wurden und nicht zum Schutz vor Bewaffneten. Von Westen zogen sich tief eingrabene, matschige Wagenspuren den Weg bis zu einem geschlossenen, scheunentorähnlichen, schweren Plankentor entlang. Die jüngsten Spuren standen noch nicht einmal voll Wasser, sodass vor nicht langer Zeit ein Karren den Weg entlang gekommen sein musste. Doch so mächtig die alten Stämme und so robust das Tor auch war, den fauligen Gestank muffiger Chemikalien und von endloser Scheiße konnte das alte Holz nicht blocken. Es tränten einem die Augen.

Zwei Häuser ragten aus der Palisade heraus, beides eher einfache Fachwerkbauten. Das Kleinere der beiden war aus angekohlten Balken gebaut, die dazwischen gezogenen Wände waren gekalkt worden. Das Größere besaß teilweise keine Wände und war stattdessen aus eng zusammenstehenden Balken, ebenfalls angekohlt, gebaut[2]. Lediglich zu den die Palisade verlassenden Außenseiten hatte es gekalkte Wände. Aus dem Hof und vom Tor her kam flackerndes Laternenlicht, irgendwo auf dem Hof prallten zwei Keramikgefäße aneinander und ein leises, zahnloses Pfeifen drang aus dem Hof. Sie pfiff eine alte, textlose Arbeiterweise. Scheinbar waren die beiden Abtrittanbieter des Hofes zurückgekehrt und leerten Nachttöpfe[3].

"Gut. Gut. Ich überlasse euch, was wir machen. Ich weiß, dass am Tor eine verschlossene Durchreiche ist, mit der man den Hebel erreicht. Allerdings könnte man diesen auch von der Innenseite leichter erreichen, dann müsste sich aber wer an dem Köter und den Scheißesammlern vorbeischleichen." Vielsagend zog sie einen Dietrich aus ihrer Tasche hervor. "Ich könnte natürlich die Tür laut öffnen, und mich dann verziehen, vielleicht würde das die Alten und den Köter ablenken, und ihr kommt durch das Loch im Norden und bringt Louslik in eure Gewalt? Keine Ahnung. Ihr seid die Experten. Ich höre auf euer Wort." Sie zwinkerte auffordernd.

Obwohl die Nacht dunkel war, halfen die Lichter, sich auf und in der Nähe des Hofes zurechtzufinden. Cimri rieb sich kurz angewiedert das Gesicht und zog sich dann ein blaues Tuch vor das Gesicht, welches nicht nur ihre Züge grob verbarg, sondern wahrscheinlich ein wenig gegen den absonderlichen Gestank half. Sie selbst blickte in Richtung des Loches in der Nordwand, welches ihr nicht verborgen geblieben war oder zumindest jetzt dank der Hilfe der Kundschafter offenkundig wurde. Sie steckte allerdings den Dolch weg, und zog stattdessen eine Art Ledersack hervor, dessen eines Ende zum Griff gebunden war, und dessen anderes Ende mit Bleikügelchen gefüllt war und sandig raschelte. Einen Totschläger. Sie nickte. Sie war für alle Untaten bereit.
 1. Ich habe euch noch nicht auf der Karte platziert, weil ihr noch ein paar Meter entfernt seid. Ansonsten gelten die normalen Kartenkonventionen. Ein Feld = 1,5m.
 2. Das Gebäude ist die Wasserwerkstatt einer Gerberei. Hier läuft auch ein nicht auf der Karte verzeichneter Graben, der aus der vorherig beschriebenen Au gespeist wird und zurück in die Au fließt.
 3. Deswegen der Würfelwurf im Würfelkasten.
« Letzte Änderung: 14.01.2018, 14:03:56 von Menthir »

Nimia Caedis

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Part I - The Hellfire Compact - The Road to Hell
« Antwort #14 am: 18.12.2017, 20:40:26 »
Jetzt da sie so nah dran waren und klar war, dass in diesem Moment dort jemand wach war, kam Nimia eine andere Idee. Sie hatte das schon öfters gemacht und es könnte auch hier funktionieren: "Ich könnte auch zum Tor gehen und so tun als bräuchte ich Hilfe. Vielleicht kann ich sie so dazu bringen entweder das Tor zu öffnen oder es lenkt sie so sehr ab, dass ihr ungesehen hinein kommt und das Zeug holen könnt. Vielleicht klappt es sogar den Bären aus seiner Höhle zu locken. Dann könntet ihr es gleichzeitig ausräumen und keiner weiß, was geschehen ist."
Das Mädchen schaute mit großen unschuldigen Augen in die Runde und alle kauften ihr ab, dass sie mit einem aufgesetzten Rehblick so einige Herzen würde erweichen können.
Crudelis ubique luctus, ubique pavor et plurima mortis imago. (Charakterbogen - Status)

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