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Autor Thema: Kapitel 1: Die Ergebenen  (Gelesen 79867 mal)

Beschreibung: Der In-Game-Thread

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Eretria

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Kapitel 1: Die Ergebenen
« Antwort #675 am: 05.05.2009, 08:17:11 »
Eretria lächelte verschmitzt über Milans Worte. "Ich werde mich bemühen, ihn nicht zu verwirren. Ich möchte doch nicht, dass ein falscher Eindruck von mir entsteht." Milan konnte ein Funkeln in den Augen der Priesterin erkennen und es war schwierig zu erkennen, ob sie sich gerade einen Scherz mit ihm erlaubte oder völlig ernst blieb.
Dann kam der Priester zu ihnen und die Priesterin schlüpfte wieder in die formelle Rolle zurück. Eretria verneigte sich sehr förmlich vor dem Priester. Sie war wieder in die Rolle einer Geweihten von Mutter Sonne und den zwei Monden geschlüpft und so war es für Milan keine Überraschung, dass ihre Worte nun sehr formell klangen und so gar nicht zu der ansonsten recht scharfen Zunge der blonden Priesterin passten.
"Möge Mutter Sonne für euch leuchten und mögen die zwei Monde über euch wachen. Ich bin Geweihte Eretria und dies ist Milan. Wir kommen in eure heiligen Hallen auf der Suche nach Herrn Rocan von Tragesthar. Wir trafen ihn bei Hauptmann Tryann von der Stadtwache und wollten uns mit ihm besprechen. Ist er hier?"

Sternenblut

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Kapitel 1: Die Ergebenen
« Antwort #676 am: 05.05.2009, 23:02:53 »
"Ja, er ist in seinem Quartier. Ich hole ihn, bitte wartet hier."
Der Priester ging, ohne eine Antwort abzuwarten. Kurz darauf trat der Paladin aus einer der Türen, sah sich kurz im Raum um, und erblickte dann die beiden Ermittler. Lächelnd kam er zu Eretria und Milan und nickte den beiden freundlich zu.
"Meine Grüße und Ehrerbietung. Wie kann ich euch helfen?"

Markos sah den Elfen finster an. "Ich bin fast immer hier. Ich habe Grizlin hinter mir gelassen. Deshalb."
Das letzte Wort spuckte er fast aus, und sah dabei auf seine Krücken.
"Ein Blick in die Welt beweist, dass Horror nichts anderes ist als Realismus." - Alfred Hitchcock

Eretria

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Kapitel 1: Die Ergebenen
« Antwort #677 am: 06.05.2009, 10:51:41 »
Eretria schaute dem Priester dankbar hinterher, als dieser ging, um den Paladin zu holen. Als dieser dann zu ihnen trat und sie begrüßte, lächelte die Priesterin von Mutter Sonne und den zwei Monden den Mann freundlich an und verneigte sich vor ihm.
"Verzeiht, wenn ich eure Zeit beanspruchen muss, Herr von Tragesthar. Wir sind im Auftrage von Hauptmann Tryann für die Stadtwache von Himmelstor tätig. Der Hauptmann hat uns von eurem Bericht an ihn informiert und es scheint so, als wäre der Gegner, den ihr verfolgt auch in das verwickelt, was wir untersuchen. Daher würden wir uns ganz gerne ungestört mit euch beraten."
Eretria versuchte sich extra etwas bedeckt zu halten, weil sie der Ansicht war, dass nicht unnötig Ängste verbreitet werden sollten.

Beldin Gilvaran

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Kapitel 1: Die Ergebenen
« Antwort #678 am: 09.05.2009, 13:31:03 »
"Verstehe." Um Beldins Lippen kerbte sich ein harter Zug. Und tatsächlich verstand er, besser als es der Gladiator vor ihm wahrscheinlich glauben würde.

"Seid Ihr hierher gekommen, um Heilung zu finden?"

Sternenblut

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Kapitel 1: Die Ergebenen
« Antwort #679 am: 09.05.2009, 15:24:23 »
Eine ganze Weile sah Markos den Elfen schweigend an, dann schüttelte er den Kopf. "Ich kam, um zu überleben, ohne meine Ehre zu verkaufen. Grizlin hat keinen Platz für alte Helden. Hier kann ich -"
Er unterbrach sich, und blickte zum Wirt. "Noch ein Bier!" rief er, und leerte seinen Humpen in einem Zug.

Der Paladin hörte Eretria aufmerksam zu, und nickte dann. "Begleitet mich."
Er führte Eretria und Milan durch einen kurzen, schmalen Gang, dessen Wände aus purem Gold zu sein schienen, hinein in einen kleinen Raum, der - ähnlich wie der Kuppelraum zuvor - ein Dach aus buntem Glas hatte. Der Raum enthielt nur einen einfachen Tisch und vier Stühle.
"Dieser Raum wurde von den Priestern aller Religionen in diesem Tempel mit einem gemeinsamen Zauber belegt. Kein Wort, das hier gesprochen wird, kann außerhalb dieses Raums gehört werden. Wir nennen ihn den Ort der schweigenden Sonne."
"Ein Blick in die Welt beweist, dass Horror nichts anderes ist als Realismus." - Alfred Hitchcock

Eretria

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Kapitel 1: Die Ergebenen
« Antwort #680 am: 09.05.2009, 20:41:19 »
Eretria folgte dem Ritter in den etwas seltsam anmutenden Raum. Die Priesterin war verblüfft über die pure Pracht der Räumlichkeiten. Als dann der Ritter den Namen des Raumes erwähnte musste sie lächeln. "Das ist natürlich nur der halbe Name. 'und der zwei wachenden Monde' gehört noch hinzu." Aber Eretria war weise genug, sich nicht auf eine theologische Spitzfindigkeit einzulassen, welche Milan wahrscheinlich nur irritieren würde.
Eretria setzte sich auf einen der Stühle und wartete bis ihre beiden Begleiter es ihr nachtaten. Dann begann sie mit dem Grund für ihr Gespräch. "Wir untersuchen für die Stadtwache das Geschehen um den Mord an einem Gnomenkind und dem Verschwinden von verschiedenen Stadtbewohnern. Die Hintergründe dieser Taten scheinen obskur und tatsächlich wissen wir bisher zu wenig, um eine konkrete Spur zu haben. Allerdings geschah mir etwas sehr seltsames."
Eretria beschrieb nun ihre Vision sehr detailliert. Sie machte den Ritter auf die Sprache in ihrer Vision aufmerksam und beobachtete die Reaktion des Mannes. "Als wir dies Hauptmann Tryann erzählten, berichtete uns der Mann von eurer Verfolgung dieses seltsamen Wesens, was so ähnlich wirkt wie die Stimme in meiner Vision. Wir sind nun bei euch, um etwas zu erfahren über das wesen, was irgendwo vor Himmelstor sein Unwesen treibt. Was könnt ihr uns berichten?"

Sternenblut

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Kapitel 1: Die Ergebenen
« Antwort #681 am: 09.05.2009, 22:15:23 »
Ritter von Tragesthar machte ein ernstes, fast mißmutiges Gesicht, als er die Geschichte von Eretrias Vision hörte. "Ich weiß nicht, ob es sich wirklich um die gleiche Kreatur handelt, aber überraschen würde es mich nicht."
Er atmete tief durch, bevor er mit seiner Erzählung begann. "Ich bin dem Monster vor einigen Monaten in Handelsfest begegnet. Meine damalige Mission führte mich in das Zelt eines Händlers, der einige sehr alte Schriftrollen für mich besorgen wollte. Die Kreatur kauerte über ihm, als ich das Zelt betrat. Sie hatte ihm den Hals herausgerissen und aß von seinem Fleisch."
Der Paladin fühlte sich bei seiner Erzählung sichtlich unwohl, und seine Stimme wurde leise, als er weitersprach. "Ich habe die Kreatur sofort angegriffen. Ich… so etwas habe ich nie zuvor erlebt. Ich schlug dem Monster mit der gepanzerten Faust ins Gesicht, und der Kopf schleuderte nach hinten. Ich hörte, wie die Knochen brachen, und rechnete schon damit, dass das Monster bereits besiegt war. Doch dann bewegte die Kreatur ihren Kopf wieder nach vorne, und grinste mich hasserfüllt an. Erst da sah ich genau, was ich vor mir hatte. Das Gesicht der Kreatur war halb zerfressen und verrottet, an einigen Stellen konnte man den blanken Knochen sehen. Die Augen… im Grunde waren sie blau, doch dahinter war ein böser, roter Schimmer zu erkennen. Und dann brach der Kampf aus."
In der kurzen Pause, die der Paladin machte, sah er Eretria und Milan eindringlich an, um sicherzustellen, dass sie verkrafteten, was er erzählte. "Das Monster war nicht größer als ein Mädchen von acht oder zehn Jahren, aber seine Kraft entsprach der von zwei fähigen Kriegern. Meine Angriffe verletzten es, doch heilten die Wunden so schnell, dass die Verletzung oft schon verschwunden war, wenn die Kreatur zum Gegenangriff ausholte. Es gab nur eine einzige Waffe, mit der ich dem Wesen Schaden zufügen konnte. Mein heiliges Schwert."
Er legte die Hand auf seine Schwertscheide, als ob er seine Waffe als Gefährten betrachtete.
"Ich habe dem Monster einige schwere Wunden zugefügt, doch es konnte fliehen. Es war so schnell, dass ich ihm nicht folgen konnte. Aber zumindest hat es Spuren hinterlassen, und so folgte ich dem Monster – bis vor die Tore von Himmelstor. Auf dem Weg hinterließ es eine blutige Fährte, allerdings nicht ziellos… es mordete nur Leute, die sich ihm in den Weg stellten, oder die genau eine Sache gemeinsam hatten. Leute, die sich mit der Vergangenheit von Thaikaris beschäftigten, aus welchem Grund auch immer."
Zunächst schien es, als sei der Paladin fertig, doch dann fiel ihm noch etwas ein. "Anfangs schien es in Richtung Große Feste unterwegs zu sein, doch vor einigen Tagen wandte es sich dann auf einmal Himmelstor zu. Es war, als hätte es plötzlich seine Pläne geändert."
"Ein Blick in die Welt beweist, dass Horror nichts anderes ist als Realismus." - Alfred Hitchcock

Milan

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Kapitel 1: Die Ergebenen
« Antwort #682 am: 10.05.2009, 14:18:36 »
Milan bestaunte die Pracht dieses Tempels und bekam so fast den Anfang der Erzählungen von Ritter von Tragesthar nicht mit. Dann aber konzentrierte er sich auf die Worte, die ihm das Blut in den Adern gefrieren ließen. Als Ritter von Tragesthar mit seiner Erzählung zuende war, wollte er einfach nur den Raum verlassen und schnellstmöglich nach Hause zurück kehren. Einfach fort von solch schrecklichen Kreaturen, die sich dort draußen herum treiben mochten. Er atmete einige Male tief durch.
"Und diese Kreatur hat ihm wirklich das Fleisch heraus gerissen und es...es...es..." Milan wurde übel. Nur mit Mühe gelang es ihm, den Würgereiz zu unterdrücken. "Und es war mehr oder weniger am Verwesen? Hat es auch so gerochen? Hat es Euch auch berührt?" Es war mehr als nur deutlich, dass Milan viel zu angewidert und gleichzeitig fasziniert von den Schilderungen über dieses Geschöpf war, so dass er sich noch keine Gedanken darum machen wollte, warum diese Kreatur nach Himmelstor gekommen war, anstatt seine ursprünglichen Pläne zu verfolgen. Falls es solche überhaupt hatte. Milan war sich nicht sicher, wie ein halbtotes Geschöpf, dem Verfall preisgegeben, noch denken konnte. "Hatte es denn noch ein Gehirn? Oder ein Herz? Ich meine, ohne kann man doch nicht leben, oder?"

"Laufen da draußen noch mehr solche Kreaturen herum?"
fragte er nach einer kurzen Schluckpause. "So etwas kann es doch gar nicht geben. Das ist doch gegen jede göttliche Ordnung, oder? Tot ist tot. Was tot ist, kann nicht leben. Und was verwest kann nicht leben, weil es tot ist. Und wie sollte so ein...ein Ding denn noch Visionen schicken können? Ohne Leben..." Er wusste nicht weiter. Bisher hatte es nur Andeutungen von Hauptmann Tryann gegeben. Andeutungen, die nicht die ganze schreckliche Wahrheit offenbart hatten. Und mit einem Mal wäre Milan auch froh gewesen, sie nicht zu hören. Das konnte doch eigentlich nur ein böser Traum sein...
Wenn der Glaube vorhanden ist, kann man selbst einen Heringskopf anbeten.

Calfay Rin

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Kapitel 1: Die Ergebenen
« Antwort #683 am: 10.05.2009, 23:00:22 »
"Ihr geniesst also euren Ruhestand." vermutete Rin.
Mit diesem lauten Oger an ihrem Tisch war es so gut wie unmöglich anderen Gesprächen zu lauschen. Andererseits war es vielleicht besser sich wie ein normaler Gast mit anderen zu unterhalten statt sich verdächtig zu machen.
Unauffällig suchte sie den Raum nach jemandem ab der hässlich war und eine Glatze hatte.

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Waldemar

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Kapitel 1: Die Ergebenen
« Antwort #684 am: 11.05.2009, 06:25:13 »
Während sich das Gespräch auf die Anderen am Tisch verlagerte nahm Waldemar sich die Zeit sich umzusehen. Er achtete darauf wie der Raum aufgebaut war, ob man ihn vollständig überblicken konnte, ob es Hinweise auf Nebenzimmer gab und wieviele Personen ein und ausgingen.

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Ich kann es sehen, also kann ich es auch treffen.

Eretria

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Kapitel 1: Die Ergebenen
« Antwort #685 am: 11.05.2009, 07:56:29 »
Auch Eretria war von der Geschichte des Ritters erschüttert. "Bei Mutter Sonne, was für ein Wesen verfolgt ihr da!" Obwohl die Frau nicht weniger geschockt war, als Milan, behielt sie trotzdem einen ruhigeren Kopf als ihr Begleiter. Beruhigend legte sie die Hand auf den Arm von Milan. "Ruhig, Milan. Mutter Sonne scheint für uns und die zwei Monde werden über uns wachen." Die Stimme der Priesterin klang ruhiger als die Frau tatsächlich war, was auch Milan bemerken konnte, da die Hand der Priesterin leicht zitterte.
Sie versuchte sich zu erinnern, ob sie über derartige Wesen etwas gehört hatte. Obwohl sie ähnlich ängstlich war, wie Milan versuchte die Priesterin abgeklärter zu sein als ihr leicht panisch wirkender Freund.
"Mir scheint es so als müssten wir die geballte Macht von Mutter Sonne und den zwei Monden gegen dieses Wesen einsetzen. Wäre es nicht ganz klug, wenn wir zusammen mit den Priestern dieses Tempels das Wesen angreifen und vernichten würden?" Eretria schaute den Ritter offen an. Auch wenn sie Angst hatte, war ihr gesunder Menschenverstand nicht ausgeschaltet. "Ich denke diese Gefahr sollte schnellstmöglich bekämpft werden. Was würde passieren, wenn das Wesen einfach in die Stadt eindrang und Leute anfallen würde? Die Folgen wären schrecklich. Habt Ihr eine Idee oder wisst ihr sogar, wo vor der Stadt sich dieses Wesen versteckt hält?" Die Planung dieser Sache schien Eretria wieder mehr Sicherheit zu geben. Offensichtlich ließ die Frau sich nicht so leicht einschüchtern.

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Sternenblut

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Kapitel 1: Die Ergebenen
« Antwort #686 am: 11.05.2009, 12:22:33 »
Viele Gäste hielten sich nicht auf im Graustein - es war wohl noch zu früh am Tag. Die Besucher, die hier waren, hielten sich meist in dunklen Ecken auf, und achteten darauf, dass man sie nicht besonders gut sehen konnte.
Nur zwei Gestalten fielen Calfay und Waldemar auf. Ein Mensch, gehüllt in tiefschwarze, weite Kleider, mit einem silbernen Anhänger um den Hals, der das Symbol eines Dolches zeigte. Mit stechenden Augen erwiderte er die Blicke der Beobachter. Er machte den Eindruck, auf etwas - oder jemanden - zu warten.
Die andere Person war eine Elfin, der offenbar die linke Hand abgetrennt worden war. An ihrer Stelle prangte ein eiserner Haken, der zum schlecht gepflegten Kettenhemd der Frau passte. Sie bemerkte die Blicke der Ermittler nicht, zu sehr vom Studium einiger Schriftrollen abgelenkt, die sie auf ihrem Tisch ausgebreitet hatte.

"Ruhestand, ja. Das gefällt Markos."
Der Oger nickte, und schien für den Moment sehr befriedigt zu sein.
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Sternenblut

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Kapitel 1: Die Ergebenen
« Antwort #687 am: 11.05.2009, 12:48:59 »
Der Ansturm der Fragen von Milan überforderte den Paladin etwas, so dass er offenbar sehr glücklich war, als Eretria sich in das Gespräch einmischte.

"Meine Waffe hat eine besondere, mystische Kraft. Das Licht der Sonne offenbart auch die Finsternis. Ich kann spüren, wenn ein Gegner, den ich bereits einmal mit meiner Waffe verwundet habe, höchstens fünf Meilen von mir entfernt ist. Und ich spüre die Anwesenheit der Kreatur. Aber ich kann leider nicht genau sagen, wo sie sich befindet. So weit reicht die Macht meiner Waffe nicht."

Der Ritter überlegte eine Weile, als Eretria den Vorschlag eines gemeinsamen Angriffs macht. "Die Idee ist gut, allerdings möchte ich die Priester ungern einer unnötigen Gefahr aussetzen. Ich muss mehr über die Kreatur herausfinden, ihre Stärken, ihre Schwächen. Ich konnte sie verletzen, aber wer weiß, ob ich sie auch wirklich hätte töten können? Ich kann nicht verantworten, jemanden in diesen Kampf hinein zu ziehen, solange ich das nicht genau weiß."

An Milan gewandt, ergänzte er: "Ich weiß leider nicht, ob es noch mehr solcher Kreaturen gibt. Auch weiß ich nicht, wie ein solches Monster überhaupt leben kann, oder ob es noch Hirn und Herz hat. Ich hoffe nur, dass diese Abnormität ein Einzelfall ist, und dass es nicht mehr lange dauert, bis die Macht der Sonne es vom Antlitz dieser Welt brennt."
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Eretria

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Kapitel 1: Die Ergebenen
« Antwort #688 am: 11.05.2009, 13:30:04 »
Eretria lächelte den Ritter warm an und es sah fast so aus als wollte die Frau mit dem mann flirten, wie dies am Tor der Stadtwache mit dem Wachhabenden passiert war. Doch ihre folgenden worte machen nur deutlich, dass due Frau nur freundlich zu dem Ritter sein wollte.
"Auch ich möchte niemanden unnötig gefährden. Doch glaube ich, dass es wichtig ist diese Gefahr mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln gebannt werden sollte. Es darf nicht sein, dass eine derartige Kreatur über Thaikaris wandert!" Die Priesterin klang entschlossen. Ihre Augen funkelten ihren gegenüber an. Die Wut, die aus diesem Blick sprach galt aber nicht dem Ritter, sondern der Kreatur vor den Toren von Himmelstor.
"Ich weiß etwas mehr über die Art von Kreatur, mit welcher wir es zu tun haben. Auch wenn mein Wissen nur theoretischer Natur ist." Eretria schaute entschuldigend zu den beiden Zuhörern:
"Es gibt verschiedene kosmische Energien. Eine davon ist die "Energie des Lebens", die sich auch sehr stark im Licht von Mutter Sonne findet. Es gibt jedoch auch ein Gegenstück dazu, die "Energie des Todes".
Dass es diese Energie gibt, wird nicht angezweifelt.Die Priesterschaft streitet aber seit Generationen darüber, ob diese Energie einfach nur dafür verantwortlich ist, dass das Leben irgendwann endet, oder ob es theoretisch auch eine Art "Umkehrung von Leben" schaffen könnte - eine Art widernatürliches Spiegelbild des Lebens. Es gibt vereinzelte Gerüchte, dass Priester dunkler Religionen mit der Erschaffung solcher Wesen herumexperimentieren. Es scheint so, als wäre das Wesen vor der Stadt der Beweis für diese Gerüchte."

Die Priesterin hatte einen erschreckenden Gesichtsausdruck angenommen. Der Blick war wütend. "Wir müssen dieses Wesen vernichten! Wir sollten den Priestern sagen, um was es sich handelt und ihnen die Gefahren erklären. Wir sollten ihnen freistellen uns dabei zu helfen oder nicht."

Sternenblut

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Kapitel 1: Die Ergebenen
« Antwort #689 am: 11.05.2009, 16:29:53 »
Der Paladin sah Eretria nachdenklich an. "Mein Herz stimmt euch zu, Geweihte Eretria, doch mein Kopf will mein Herz zügeln. Bedenkt folgendes. Wenn wir die Priester hier einweihen, wird es unweigerlich jemanden geben, der diese Dinge weitererzählt. Nicht jede Priesterschaft ist so diszipliniert, wie es beispielsweise die Stadtwache ist. Wenn die Bewohner der Stadt und die Besucher auf dem Markt davon erfahren, könnte eine Panik ausbrechen, deren Folgen unabsehbar sind. Gerüchte neigen dazu, weit schlimmeres zu erzählen als die Wahrheit, und die Wahrheit ist schon schlimm genug. Wollt Ihr wirklich die Herzen Tausender mit Angst erfüllen, nur um etwas schneller ein Wesen bekämpfen zu können, das - bis jetzt - vor den Toren der Stadt nichts anderes tut, als abzuwarten?"
Er sah der Priesterin eindringlich in die Augen, bevor er fortfuhr. "Versteht mich nicht falsch. Auch ich würde die Bestie lieber heute als morgen erlegen. Doch wenn wir übereilt handeln, wenn wir vielleicht sogar scheitern, weil wir nicht gut genug vorbereitet waren, dann könnten die Folgen schrecklich sein."
"Ein Blick in die Welt beweist, dass Horror nichts anderes ist als Realismus." - Alfred Hitchcock

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