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Autor Thema: Pars Prima: Danse Macabre  (Gelesen 31936 mal)

Beschreibung: Aller Anfang ist schwer

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Brandy

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Pars Prima: Danse Macabre
« Antwort #285 am: 07.12.2012, 07:30:00 »
Mit einem Wischen ihres Armes über die Augen und einem hörbaren Hochziehen riss sich Ysabel zusammen. Ihr stockendes und kleinlautes: *Ich höre...und gehorche.* wirkt vollkommen erschöpft. Ohne eigene Wunden, aber verdreckt und beladen mit Schuldgefühlen und vielen Waffen schleppt sie sich mit, als die Schar ihren Zeichen zurück zum Eingang folgt. Innerlich ringen Angst, Schuld und Ergebenheit in ihr Schicksal, welches sie nicht selten vor dem völligen Zusammenbruch bewahrt hat, miteinander. Noch funktioniert sie, doch stolpert sie mehr als das sie marschiert und achtet kaum auf die Umgebung.

Tex

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Pars Prima: Danse Macabre
« Antwort #286 am: 08.12.2012, 16:57:54 »
Es dauert eine ganze Weile, bis die Engel wieder den Ausgang aus den sterilen Ruinen unter den eigentlichen Ruinen Marburgs gefunden haben. Doch zuletzt braucht sich Ysabel nur von ihrer feinen Nase führen zu lassen, denn die Kanalisation mit dem Dreck und Müll von Jahrhunderten vertreibt mit ihrem Gestank langsam aber sicher den klinisch-stechenden Geruch aus dem unterirdischen Komplex.  Kurze Zeit später waten die fünf Engel wieder durch die hüfthohe Brühe, diesmal noch langsamer, denn Trismael ist ständig bemüht, Sangriels Wunde vor dem Eindringen des stinkenden Wassers zu schützen, weiß er doch, wie schnell sich dann eine Entzündung durch den Körper des Engels fressen könnte, die er mit seinen begrenzten Mitteln hier zwischen Marburg und Marweiler kaum hätte eindämmen können. Die Zeit, die die Engel in der Kanalisation verbringen, erscheint ihnen unendlich lang, doch schließlich, endlich sehen sie wieder Tageslicht - den wolkenverhangenen, dunkel dräuenden Himmel über den Ruinen von Marburg. Von hier aus ist es nur noch ein kurzer Flug bis nach Marweiler. Sangriel muss ziemlich auf die Zähne beißen, um den Flug zu überstehen, doch die legendäre Willensstärke der Gabrieliten lässt ihn auch dies ohne größere Gefühlsregungen ertragen.

Als die Schar Marweiler näherkommt, erblickt Ysabel zu ihrer Überraschung zwei weitere Engel, die sich gerade mit dem Pater des Dorfes unterhalten...
And the rain tossed about us, in the garden of the world,
But a flame arrives to guide us, cast in gold between the anvils of the stars.
- Caliban's Dream

Visiel

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Pars Prima: Danse Macabre
« Antwort #287 am: 09.12.2012, 11:58:24 »
Visiel beschleunigt seine Flügelschläge, als Ysabel ihm mitteilt, dass hier zwei anderen Engel waren. Was mochte das bedeuten? Hatte man etwa eine zweite Schar geschickt, um die Seuche zu untersuchen? Wie dem auch sein mochte, er musste es jetzt erfahren. Seine Wunde schmerzt noch immer aber dennoch bringen ihn seine Flügel schnell nahe genug an das Dorf heran, dass auch er die beiden Engel sehen kann. Gewand setzt er in ihrer unmittelbaren Nähe auf und wendet sich an die beiden Engel: "Salvete, fratres. Quid actum est, ut duo angeli Marweileriensem venerunt? Praesentia verstra magnae est fortunae, cum auxilia nobis peropportune caderet."[1]
Während er auf eine Antwort der beiden wartet, mustert er die zwei Engel, um wenn möglich schon aus ihren Gesichtern zu erkennen, aus welchem Grund die zwei Engel sich hier befanden.
 1. Seid gegrüßt, Brüder. Was ist geschehen, dass zwei Engel nach Marweiler gekommen sind? Eure Anwesenheit ist ein großer Glücksfall, weil uns Hilfe sehr gelegen kommt.

Brandy

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Pars Prima: Danse Macabre
« Antwort #288 am: 10.12.2012, 16:36:44 »
Auf dem Weg durch die unterirdischen Räume ist Ysabel still und in der Luft fliegt sie ein wenig voraus. Immer wieder dreht sie sich besorgt um, doch wagt sie es nicht, zu sprechen. Sie hofft, dass sie ohne Schwierigkeiten am Ziel ankommen und wird diesmal erhört. Überrascht entdeckt sie zwei Flügelpaare bei Marrweiler, welche sich gerade zusammenfalten und wohl auf sie aufmerksam geworden sind. Waren nun auch offizielle Helfer geschickt worden? Immerhin waren sie selbst ja nur durch Zufall hier, da der vorherige Auftrag nicht so lange wie erwartet gedauert hatte. Auf der einen Seite freute sie eine Ablösung, würde die ihr versagen ja teilweise kompensieren können, doch auf der anderen hatte sie auch einige weniger angenehme Erinnerungen im Umgang mit ihresgleichen.

Sie teilt kurz ihre Beobachtung mit und zieht noch eine halbe Schleife, um nah und hinter Visiel zu landen. Kurz wirft sie einen sehnsüchtigen Blick auf die Dorfkirche. Dort würden sie wohl ihr Lager aufschlagen. Wie immer stolpert sie ein wenig bei der Landung und dem Falten ihrer im Vergleich zum Körper riesigen Flügel. Verdreckt und zerzaust stellt sie überrascht fest, dass sie zum ersten mal in ihrem Leben einem Engel gegenübersteht, der wohl noch kleiner als sie ist. Neugierig beobachtet sie die beiden Neuen aus der dritten Reihe und fragt sich, wo die restlichen drei ihrer Schar sind, vor allem ihr Michaelit.

Rachel

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Pars Prima: Danse Macabre
« Antwort #289 am: 13.12.2012, 17:17:54 »
Kaum ist Visiel vor ihr gelandet, lässt sich auch Rachel wieder auf ihre Füße herab sinken und faltet ihre Flügel auf dem Rücken zusammen. Respektvoll verbeugt sie sich vor ihm, bevor sie antwortet: "Nicht Glück sondern der Wille der heiligen Mutter Kirche hat unser Zusammentreffen bewirkt. Wir sind Miroel und Rachel," dabei deutet sie nacheinander erst auf den Gabrieliten, dann auf sich selbst, "und wir wurden beauftragt, uns euch an zu schließen und zu unterstützen."

Während sie spricht, mustert die Raphaelitin die ankommende Schar und ihr Gesichtsausdruck wird immer besorgter. Verschmutzt und verletzt stehen die Engel vor ihr und es macht nicht den Eindruck, als seien sie für einen erneuten Einsatz bereit. Manche der Verletzungen scheinen gar lebensgefährlich zu sein. "Zunächst erlaubt mir bitte, mich um eure Wunden kümmern zu dürfen."

Ohne eine Antwort ab zu warten geht sie direkt zu Sangriel, der ihr am schwersten verletzt erscheint, stellt ihre Medizintasche neben ihm auf den Boden, kniet sich daneben und betrachtet seine Wunden mit fachmännischen Blick. Sie erkennt zwar, dass er anscheinend bereits behandelt wurde, vermutlich durch die heilende Hand eines anderen Raphaeliten, doch ist ihr auch klar, dass er noch weit von einer völligen Genesung entfernt ist. Sofort blickt sie wieder zu dem Pater auf. "Wir brauchen ein sauberes Zimmer und viel klares, heißes Wasser."
« Letzte Änderung: 31.12.2012, 18:40:54 von Rachel »
Und so schickten sie denn den Bock in die Wüste, auf dass er all ihre Sünden und all ihre Missetat mit sich trage.

Visiel

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Pars Prima: Danse Macabre
« Antwort #290 am: 14.12.2012, 13:03:36 »
Der Michaelit betrachtet die beiden anderen Engel und ein ganzer Katalog von Fragen taucht in seinem Kopf auf. Doch fürs erste beschränkt er sich auf eine einzelne: "Qui fit, ut mater ecclesia mala nostra nesciens auxilia mittat?"[1] Auch wenn es ein Rätsel für den Michaeliten ist, so ist er doch dankbar für eine weitere Raphaelitin, die sich um die Wunden seiner Schar kümmern konnte. Sie wwaren nicht wirklich weiter gekommen mit der Suche nach einem Heilmittel für die Seuche. Aber angesichts der Ketzerei, derer die Männer sich schuldig gemacht hatten, würde der Herr sie auch garn icht heilen wollen.
 1. Wie kommt es, dass die Mutter Kirche uns Hilfe schickt, obwohl sie unsere schlimmer Lage gar nicht kennt?

Brandy

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Pars Prima: Danse Macabre
« Antwort #291 am: 15.12.2012, 16:54:36 »
Ysabel tritt einen Schritt zur Seite und lässt Rachel zu den anderen. Eher leise wehrt das kleine blut- und dreckverschmutzte zerzauste Engelmädchen ab: "Danke, ich bin unverletzt. Und...ich bin Ysabel." Mit Bogen, großem Schwert und Spieß sieht die Urielitin überladen aus und wirkt erschöpft und ausgelaugt. Sie wendet sich kurz an den Pfarrer: "Die Kirche ist für uns bereit?" *Wir könnten uns dort sammeln, ruhen und...reden?*, fragt sie Visiel unsicher. Der Anblick der verletzten Schar ist sicher etwas, das man den Dorfbewohnern gegenüber vermeiden will. Und das Wissen, wo diese Krankheit möglicherweise herkam, sollten vielleicht auch nur ausgesuchte Ohren vernehmen. Zumindest erinnert sie sich an Gelegenheiten, wo sie von ihren Geschwistern gerügt worden war dafür, nicht über die Außenwirkung nachgedacht zu haben. Sie ist sich aber sicher, dass ihr Michaelit wissen würde, wie zu entscheiden war.

Miroel

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Pars Prima: Danse Macabre
« Antwort #292 am: 16.12.2012, 01:38:08 »
Auch Miroel setzt wieder auf den Boden auf, als er die anderen Engel vor sich landen sieht. Einen nach den anderen musternd, deutet er eine knappe Verbeugung an. Vorerst nicht auf Rachel achtend, geht der junge Gabrielit direkt auf Visiel zu, um ihm knapp und mit kühler Stimme Bericht zu erstatten.
"Auf Bitten des Bischofs von Wetzlar, kommen wir aus dem kleinen Dorf Colonia Aggripinensis. Man sagte uns, dass dies hier der Ort sei, an dem anscheinend eine Seuche ausgebrochen ist."
Miroel lässt seinen Blick abermals über die Schar schweifen und fügt eher fragend hinzu..."Es scheint so, als wenn ihr bereits schon etwas in Erfahrung bringen konntet...?"

Visiel

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Pars Prima: Danse Macabre
« Antwort #293 am: 28.12.2012, 18:45:43 »
Der Michaelit nickt knapp, während er sich einen Augenblick konzentriert, um die beiden anderen Engel in das Band zu integrieren, dass ihn mit den übrigen Mitgliedern der Schar verbindet. Es scheint göttliche Vorsehung zu sein, dass die Kirche ausgerechnet jetzt, wo seine Schar so angeschlagen ist, die Entscheidung getroffen hat Verstärkung zu schicken.
Sobald das Band hergestellt ist bedient sich Visiel seiner um den beiden anderen Engeln alles zu berichten, was sie bisher hatten feststellen können. Schließlich beendet er seinen Bericht: *Ergo videtis solutionem nondum invenitam esse. Tandem pestilentia aut curatione aut eradicatione pugnanda est. Negotium nostrum clarum est. Sed necesse est, ut convalescamus, nos quiescere.[1]
Der Michaelit wartet indessen eine Antwort des Pfarrers an, ob die Engel sich in die Kirche zurückziehen konnten. Er spürte noch immer das Pochen in seiner Brust von der schweren Wunde, die sie zeichnete und sehnte sich nach etwas Zeit, um sie und auch den Rest seines Körpers und seine Ausrütung vernünftig zu säubern.
 1. Ihr seht also, dass eine Lösung noch nicht gefunden wurde. Dennoch muss die Seuche entweder durch Heilung oder Auslöschung bekmäpft werden. Unsere Aufgabe ist klar. Aber wir müssen ausruhen, um wieder zu Kräften zu kommen.

Brandy

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Pars Prima: Danse Macabre
« Antwort #294 am: 28.12.2012, 21:51:35 »
Ysabel sieht immer noch mitgenommen aus, als Visiel die Schar vergrößert. Die neuen Stimmen geben ihr ein warmes Gefühl, sie strafft sich und wirkt hoffnungsvoller. Doch als der Bericht die Uneinigkeit und den Hinterhalt streift, knickt sie zusammen, als hätte man einer Puppe einen Faden gerissen. Sie dreht sich weg und stolpert zwei Schritte weg. Ihre Schultern und Flügel hängen leicht, sie schlingt ihre Arme fest um die Waffen und zittert. "Warum nur? Und dann bin ich auch noch die einzige, die unverletzt herausgekommen ist. Warum? Was mache ich falsch?" Sie schüttelt sich. Zu einer anderen Zeit oder mit mehr Energie wäre sie vielleicht wütend gewesen, doch im Moment schleichen sich Leere und Traurigkeit in ihr Herz.
« Letzte Änderung: 01.01.2013, 22:05:53 von Ysabel »

Rachel

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Pars Prima: Danse Macabre
« Antwort #295 am: 02.01.2013, 00:32:47 »
Während sie den Worten Visiels lauscht, untersucht Rachel schweigsam einen Engel nach dem anderen, aber ihr Gesicht zeigt dabei deutlich ihre Besorgnis. Als er geendet hat, richtet sie sich wieder auf, schultert ihre Medizintasche und schüttelt wenige Zentimeter über dem Boden schwebend ihren Kopf. *Ihr könnt noch nicht ruhen, nicht bevor ich eure Wunden versorgt habe.*, widerspricht sie dem Michaeliten und versucht dabei selbstsicher zu wirken, *Ich weiß, dass ihr es eilig habt, deshalb werde ich mein Möglichstes tun, um eure Heilung zu beschleunigen, aber wir sind den Menschen hier nicht von Nutzen, wenn wir tot sind.*, fügt sie noch schnell hinzu.

Als sie schließlich alle in den Räumlichkeiten versammelt sind, die der Pater für sie vorbereitet hat, greift sie rasch in ihre Tasche und reicht Ysabel ein Stück Seife und eine ihrer Bürsten. *Der Herr hat euch von Wunden verschont, also seid ihr diejenige, die mir helfen soll.*, erklärt sie, *Legt eure schmutziges Gewand ab und wascht euch. Gründlich. Anschließend könnt ihr mir helfen, die Verletzungen unserer Geschwister zu versorgen.*

Ohne auf eine Antwort zu warten, begibt sie sich selbst zu einem der Kessel mit dem heißen Wasser, löst die Lederriemen, die ihre Ärmel an ihren Unterarmen halten und benutzt sie dann, um sie wieder an ihren Oberarmen zu fixieren. Anschließend taucht sie ihre Arme bis zum Ellenbogen in das heiße Wasser und schrubbt sich dann Hände und Unterarme gründlich, bis sie eine rötliche Färbung annehmen. Ohne zu Zögern geht sie dann dazu über, die Wunden der anderen vorsichtig aber gründlich von Schmutz zu befreien. Man merkt, dass sie bei ihrem Tun sehr routiniert und zielstrebig vor geht, und so ist es nicht verwunderlich, dass sie bereits dabei ist, eine heilsame Paste aus diversen Kräutern zusammen zu stellen, die sie ebenfalls ihrer Medizintasche entnommen hat, als Ysabel wieder zu ihr stößt.

Dankbar nickt Rachel der Urielitin zu und greift nach einer Nadel, deren Spitze sie kurz in eine Kerzenflamme hält, um sicher zu gehen, dass sie auch rein ist. Während sie einen Faden in das Nadelöhr ein führt weist sie Ysabel an: *Ihr müsst versuchen, ihn ruhig zu halten, während ich nähe. Versucht dabei, seine Gedanken ab zu lenken. Redet mit uns.*
Und so schickten sie denn den Bock in die Wüste, auf dass er all ihre Sünden und all ihre Missetat mit sich trage.

Brandy

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Pars Prima: Danse Macabre
« Antwort #296 am: 03.01.2013, 18:46:08 »
Nach der Antwort des Paters und Visiels Anweisungen rafft sich Ysabel auf und schlurft mehr als sie geht mit den anderen in die Kirche. Direkt im Eingangsbereich stellt sie die mitgebrachte Ausrüstung der Ketzer ab und bleibt etwas abseits stehen, während der Rest der Schar sich vor den Bänken ausbreitet.

Als Rachel zu ihr tritt und ihr Anweisungen und Waschutensilien geben will, reagiert sie etwas verzögert und mit unfokusiertem Blick: *Ich höre...ähm...danke, ich habe selbst.*  Mit mechanisch wirkenden Bewegungen zieht sie sich etwas zurück und säubert ihre Ausrüstung und sich selbst. Bei der Ausrüstung, die sie nahe der Sakristeitür ablegt, gelingt es ihr noch halbwegs, aber sie selbst kommt nach kurzer Zeit mit zerzaustem Haar und Flügeln wieder. Der meiste Schmutz ist weg, doch jetzt ist sie tropfnass und hat hie und da noch Schlieren. Immerhin hat sie ihr Gewand abgelegt und sich die Decke übergeworfen, womit wenigstens dieses in Ruhe trocknen kann.

Sie wirkt aufmerksamer, als sie zurückkommt und bringt eigenes Verbandsmaterial mit. Als sie sich zu Rachel und Sangriel setzt, kann man kurz unter der Decke ein graues Fellbündel ausmachen, dass es sich dort gemütlich gemacht hat. Die Worte der Raphaelitin bewirken erst einen überraschten, dann einen nervösen Ausdruck. *...ich gehorche.*, bringt sie zögerlich hervor und rutscht an Sangriel heran, um ihn zu stützen. "Er wird mich doch ohne Probleme abschütteln, oder?" Mehrmals setzt sie an, etwas zu sagen, doch gelingt es ihr nicht. Schließlich bringt sie mit erstaunlich naivem und überzeugten, aber zurückhaltendem Ton hervor: *Bruder, sie wird dich im Handumdrehen wieder auf die Beine bringen. Die Schmerzen werden vergehen. Dann werden wir und wieder in die Lüfte erheben und in SEINEM Namen streiten.* Das mit der Ablenkung hat sie anscheinend nicht erreicht. *Sieh mal, nur noch ein paar Stiche!*

Rachel

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Pars Prima: Danse Macabre
« Antwort #297 am: 04.01.2013, 12:30:35 »
Kaum merklich schüttelt Rachel den Kopf, als sie sieht, dass Ysabel sich immer noch nicht allen Schmutz vom Leib gewaschen hat. Doch nun kann sie nicht mehr warten. Sangriels Wunde muss vernäht werden. Dennoch kann sie ein leises Kichern nicht unterdrücken bei den Worten der Urielitin. *Ihr müsst nicht extra betonen, dass ihr gehorcht, Schwester.*, kommentiert sie, während sie sich lächelnd weiter auf das Nähen konzentriert, *Jeder kann sehen, dass ihr ein Engel seid. Gehorchen ist das, was wir tun. Ihr stimmt mir doch zu, nicht wahr, Bruder... ehm... Sangriel? Wir handeln in seinem Namen und sind Werkzeuge seines Willens. Was immer wir tun, es ist der Wille des Herrn. Nur deshalb sind wir hier. Gehorchen ist für uns die höchste Ehre, nicht wahr?*

Es ist deutlich, dass Rachel nur einfach daher redet, aber es scheint dennoch zu genügen, um Sangriel ausreichend ab zu lenken, sodass Ysabel keine Schwierigkeiten hat, das schwache, reflexartige Zucken des Gabrieliten bei jedem Stich zu kontrollieren. Schließlich streicht Rachel die Wunde noch mit ihrer frisch zu bereiteten Salbe ein, bevor sie sie fachgerecht verbindet. *Ihr habt eine Selbstbeherrschung gezeigt, wie sie nur ein Gabrielit haben kann, Bruder. Ihr könnt stolz auf euch sein, doch nun ruht euch erst einmal aus. Die Salbe sollte bald den Schmerz stillen.* Dann wendet sie sich wieder an Ysabel: *Auch ihr wart eine große Hilfe, doch wir sind noch nicht fertig. Bitte folgt mir, und auch ihr, Miroel.* Damit geht sie wieder zu den Becken mit dem heißen Wasser und wartet darauf, dass die beiden Engel ihr folgen.

*Wir müssen uns vor jeder Operation peinlich genau säubern, seht ihr? So.* Während sie spricht, demonstriert sie es an sich selbst und schrubbt wieder ihre Hände und Arme kräftig mit der Bürste. *Wenn es an fängt, weh zu tun, ist es richtig. Versucht es einmal selbst.* Leise, so dass nur die beiden Engel die direkt bei ihr stehen es hören können, und mit einem Ernst in der Stimme, der im krassen Gegensatz zu ihrem vorherigen frohen Gemüt steht, spricht sie weiter: "Ich glaube nicht, dass ich Sangriel retten kann. Und auch er", sie deutet mit einem Nicken in Trismaels Richtung, "wird es wahrscheinlich nicht überleben, wenn er hier bleibt. Ich hoffe nur, dass Visiel eine Lösung findet, wie wir sie zu ihren Himmeln zurück schicken können, denn wenn sie hier bleiben, werden sie sich bestenfalls mit der Seuche infizieren und schlimmstenfalls werden sie sterben. Und einen toten Engel können wir den Menschen hier nicht zu muten. Sie sind schon durch die Seuche allzu niedergeschlagen."

Als alle drei Engel sich gereinigt haben, wendet sich Rachel dann Trismael zu und auf ihrem Gesicht liegt wieder ein bezauberndes, aufmunterndes Lächeln. *Keine Sorge, der Herr wird alles zum guten wenden. Miroel, Yabel, ihr wisst, was ihr zu tun habt?*
Und so schickten sie denn den Bock in die Wüste, auf dass er all ihre Sünden und all ihre Missetat mit sich trage.

Brandy

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Pars Prima: Danse Macabre
« Antwort #298 am: 05.01.2013, 11:19:00 »
Ysabel ist verwirrt vom Kichern und davon, dass die kleine Raphaelitin keine Bestätigung ihrer Anweisungen wollte. Sie ist froh, dass sie das Reden übernimmt und Sangriel sich nicht wirklich gegen sie stemmt. Fasziniert beobachtet sie Rachel. Nicht nur ihre Arbeit, sondern auch die Tatsache, zum ersten Mal einen kleineren Engel als sich selbst zu erleben. "Ist sie noch jünger als ich? Sind ihre Flügel ihr auch so schwer?", überlegt sie, folgt währenddessen den Worten an ihren Bruder. Ein leicht verklärter Ausdruck schleicht sich in ihr Gesicht. Sie sind so bekannt und haben doch etwas beruhigendes. Bevor sie allzuweit in Erinnerung schwelgt, ist die Behandlung auch schon fertig und der Gabrielit kann sich zur Ruhe legen.

Die Urielitin folgt der Heilerin und beginnt eifrig, es deren Beispiel nach zu tun. Sie legt ihre Decke ab, die sich daraufhin ein kleines bisschen bewegt. Ysabel greift kurz hinein und murmelt etwas beruhigendes, dann wendet sie sich dem Becken zu und schrubbt sich gründlich bis zur Rötung. Bei Rachels folgenden Worten fällt ihr allerdings ihre Bürste aus der Hand, sie senkt das Haupt und dreht sich weg. Gleich darauf hockt sie sich hin, sammelt die Bürste auf, reinigt sie und beendet den Waschgang, um die Decke wieder eng um sich zu schlingen, als würde diese ihr Schutz und Trost spenden. Sie vermeidet Blickkontakt und bleibt still, trotzdem kann man erhaschen, dass nicht alle Tropfen auf ihrem Gesicht von den nassen Haaren stammen. "Und...wer sagt es ihm?", murmelt sie, unterbrochen von einem Laut der leisen Verzweiflung, mehr zu sich selbst, als sie einen scheuen Blick zu Visiel wirft.

Bei Trismael angekommen, der ziemlich weggetreten wirkt, nickt Ysabel auf die Frage Rachels und stellt sich so, ihr Dinge zureichen zu können und zu helfen, um dem hochgewachsenen Miroel das Festhalten zu überlassen.

Miroel

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Pars Prima: Danse Macabre
« Antwort #299 am: 07.01.2013, 18:49:44 »
Miroel hält noch kurz inne, bis er sich schlussendlich dazu aufrafft die Lederbänder, welche um seine Arme gebunden sind zu lösen. Als er auch den schwarzen, glänzenden Stoff an beiden Ober- und Unterarmen abzieht, hört und sieht man, dass der Stoff wohl leicht an seiner Haut klebt. Wie auch seine Rüstung, schimmert die Haut darunter in einem schwachen rot-braunton.

Kurz Ysabel zunickend, als Zeichen, dass er Rachel und ihr bei Trismael helfen wird, dreht Miroel sich um und geht auf das Wasserbecken zu. Mit der Seife aus seiner Umhängetasche und der Bürste auf dem Becken, reiningt der junge Gabrielit wie von Rachel gewünscht seine Arme.
Das Wasser färbt sich dunkelrot, wie auch seine Haut die er ausgiebig schrubbt, um noch den letzten Rest der Salbe zu entfernen.
Prüfend schaut er sich das Ergebnis an, und hofft, dass Rachel damit zufrieden ist, worauf er sich wieder zu den anderen Engeln begibt.
Ihm entgeht es dabei nicht, dass Ysabel das Schicksal von Sangriel und auch das von Trismael, von allen wohl am meisten mitnimmt. Er sucht ihren Blick und will ihr ein schwaches, aber doch aufmunterndes Lächeln schenken.

Bevor er sich dann zu Trismael und Rachel kniet, blickt er noch zu Sangriel und sagt leise: "Ich werd nachher mit ihm sprechen."
Zwei seiner Brüder hier liegen zu sehen, in der Gewissheit, dass Rachel und er, ihren Brüdern und Schwestern im Kampf nicht beistehen konnten, lässt seine Hände zu Fäußten ballen und die Knöchel weis hervorschimmern. Doch Miroel fasst sich schnell wieder und hockt sich nun zu Trismael herunter um ihn am Boden zu fixieren. Dabei findet er aber nicht die richtigen Worte, um Trismael abzulenken, und hofft so, dass seine Kraft die Trismael auf dem Boden hällt ausreicht, um Rachel in Ruhe arbeiten zu lassen.
« Letzte Änderung: 07.01.2013, 18:55:53 von Miroel »

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