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Autor Thema: 1. Aufgabe - Abartige Anomalien  (Gelesen 7640 mal)

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Bhekk

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1. Aufgabe - Abartige Anomalien
« Antwort #120 am: 08.10.2018, 19:54:35 »
Bhekk war überrascht, ja fast etwas verärgert dass die Schlauköpfe nicht sagten, was zu tun war. "Soll ich mal kräftig drauf hauen, dann sehen wir ja, wie stabil diese Glocke ist?" Er klopfte mit der Hand auf die Waffe und schaute fragend in die Runde. Zwar war er sich selbst nicht sicher, ob es eine gute Idee war, aber er vertraute darauf, dass die anderen schon heftig protestieren würden, wenn es gefährlich war.

Thorgrimm

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1. Aufgabe - Abartige Anomalien
« Antwort #121 am: 11.10.2018, 17:18:55 »
"Nein, lasst mich es bitte versuchen, bevor wir einen anderen Weg einschlagen." meldete sich endlich Oreat wieder zu Wort. Noch immer war er wie gebannt von dem goldenen, flachen Stein, der über dem Organismus schwebte. Vorsichtig, fast wie verzaubert, griff er danach und zur Überraschung aller, konnte er den Stein nicht nur berühren, sondern auch zu sich hinziehen. Die Barriere löste sich daraufhin auf, als habe sie ihre Kraft verloren. Oreat drehte den Stein nachdenklich in seinen Händen. Er wusste zwar aber verstand noch nicht ganz, dass dies ein Teil seiner selbst war, der irgendwie seinen Weg hierher gefunden hatte. Sicherlich eine Sache, die es sich lohnte, später noch zu untersuchen. Doch jetzt mussten sie alle schnell den Rückweg antreten, denn wie der Magister bereits oft gesagt hatte, drängte die Zeit und die magische Strahlung erreichte einen sehr kritischen Wert.
Die Anomalie, das Gehirn oder der Mutterpilz - wie auch immer man es nennen wollte - erstrahlte zu neuem Leben, als sich die Barriere auflöste. Es begann stärker zu pulsieren und selbst die Adern oder Wurzeln begannen sich ganz langsam zu bewegen. Ohne nun noch länger abzuwarten, sprach der Magister einen Zauber, der einen Teil des Podestes so stark erhitzte, dass er sich praktisch auflöste. Kurzerhand nahm der Gilryn den oberen Teil in die Hände und trug die Anomalie mit sich. "Nun aber los. Wir haben schon zu viel Zeit vergeudet!" hetzte er nun mit einem Seitenblick zum Managraphen. Alle gefundenen Dinge - die Unterlagen, der Anzug, das Schwert und sogar die Anomalie selbst - wurden verstaut und der Rückzug wurde angetreten. Zusammen liefen sie zurück durch das Gebäude und verließen es unbeschadet durch die gleiche Tür, durch die sie eingetreten waren.
Doch die Höhle sah nun anders aus, als noch zuvor. Die vielen Pilze, die vorher noch komplett weiß gewesen waren, glühten nun ganz schwach aber im Dunkeln der Höhle dennoch sichtbar bläulich. Der ganze Boden war wie von einem Bett aus phosphoreszierenden blauen Licht erfüllt. Was das genau bedeutete, wusste niemand so genau. Es hing aber mit der hohen Strahlung und dem Mutterpilz zusammen, der noch immer langsam aber stetig seine Wurzeln aussandte. Dann ging alles plötzlich ganz schnell und die Gruppe war mittendrin.
Das Leuchten der Pilze wurde stetig heller und mit einem Mal löste es sich von den Pilzen und stieg in die Luft. Ein dumpfes, kurzes Beben folgte und das Licht verschwand wieder. Einige Sekunden geschah nichts aber dann wurde die Höhle von einem noch viel helleren Licht erfüllt. Mehrere Säulen blauen Lichtes erschienen in der Höhle und es dauerte nicht lange, bis klar wurde, dass es die Säulen waren, von denen sie vorher schon eine einzelne entdeckt hatten. Insgesamt befanden sich davon sieben in der Höhle, die alle hell aufleuchteten. Das Licht wanderte in Richtung der Decke, wo es durch weitere Rohre in die Mitte der Höhle geführt wurde und dort in eine weitere, große, säulenförmige Maschine floss. "Bringen sie sich in Sicherheit!" schrie der Magister.
Kaum hatte sich die Gruppe hinter einigen Felsen in Sicherheit gebracht, wurde die Höhle von einem schrillen Ton erfüllt. Ein Mechanismus wurde in der Maschine in Gang gebracht und der gesamte Vorgang endete darin, dass ein magisch verstärkter Kolben auf den Boden schlug. Die Höhle wurde von einem Beben erschüttert und das bläuliche Leuchten verschwand. "Ich würde all mein Vermögen darauf setzen, dass die Schwerkraft an der Oberfläche nun wieder umgekehrt wurde." murmelte der Magister gedankenverloren. Es war nun Zeit endlich zu verschwinden. Das Spektakel war für den Moment vorbei und es schien wieder sicher zu sein. Weiter liefen sie durch die Höhle, bis sie den Gang fanden, der sie hierher geführt hatte. Nun hieß es diesen wieder hochzulaufen. Doch auf halben Weg bemerkte der Magister, dass das Leuchten der Anomalie schwächer wurde. "Es stirbt." polterte er wissend.
"Ich glaube, ich verstehe langsam, was hier vor sich geht aber es würde zu lange dauern, dass jetzt zu erklären. Alles ist verbunden. Diese Maschine, die Anomalie, die Pilze und die Umkehrung der Schwerkraft. Entweder wir nehmen diesen Mutterpilz mit und versuchen aus der toten Materie noch etwas zu erfahren oder wir lassen ihn hier und verlassen diesen Ort mit unserem nun gesammelten Wissen und den restlichen Gegenständen." Es galt nun, eine endgültige Entscheidung zu treffen.

Ignaton

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1. Aufgabe - Abartige Anomalien
« Antwort #122 am: 16.10.2018, 05:42:33 »
"Jetzt sind wir so weit gekommen, da können wir den auch mitnehmen!", rief Ignaton als Antwort.
Es ergab doch gar keinen Sinn, dieses Ding jetzt hierzulassen. Dann hätten sie es gar nicht erst aus der Schutzkuppel holen müssen.
Und bestimmt konnte man später in Ruhe in einem Labor ganz viele Experimente machen. Da kannte der Favilla sich zwar nicht so gut aus, aber andere ganz bestimmt.

Bhekk

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1. Aufgabe - Abartige Anomalien
« Antwort #123 am: 23.10.2018, 08:26:09 »
Bhekk war froh, dass er zurückgehalten wurde. Er hatte es selbst für keine gute Idee gehalten, mit Gewalt das Problem zu lösen, aber letztlich hatte seine Drohung funktioniert. Kopfleute musste man manchmal zwingen, zu handeln. Sie dachten, haderten, dachten erneut und konnten sich nicht entschieden.

Er war dann aber doch verwundert, wie einfach Oreat die Situation lösen konnte. Und dann ging alles schnell. Sie packten hektische alles zusammen und zogen sich eilig zurück. Aber dann passierte erneut etwas unerwartetes.

"Mir egal, aber vielleicht ist es besser, es von hier weg zu bringen, nicht das die Anomalie doch wieder entstehen kann, wenn wir es hier lassen und es wieder eine Verbindung knüpft."

Er hatte keine Idee davon, was genau hier passiert war oder was sie dort bei sich trugen. Aber er war sicher, dass der Magister und Oreat es ihnen ausführlich und mit viel zu vielen Worten erklären würden, falls sie hier heil heraus kamen. "Also weiter, nehmt es einfach mit."

Und damit machte er sich schon wieder auf den Weg ach draußen.
« Letzte Änderung: 23.10.2018, 08:26:41 von Bhekk »

Thorgrimm

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1. Aufgabe - Abartige Anomalien
« Antwort #124 am: 08.11.2018, 04:43:32 »
Es war also entschieden und mit einem Nicken machte sich der Magister an den Aufstieg. Zusammen betrat die Gruppe den Gang, der wieder an die Oberfläche führte und konnte wenige Minuten später im Sonnenlicht baden. Die Schwerkraft war wieder umgedreht und Pflanzen, sowieso Felsen flogen wie in Zeitlupe durch die Luft. Ein Effekt, der durch die riesige Maschine im Untergrund verursacht wurde, die für den Krieg gebaut worden war. Wie das mit ihrer seltsamen Beute zusammenhing, wollte der Magister noch nicht verraten. Da sie hatten, weshalb sie gekommen waren, machten sich alle wieder auf den Rückweg zum Wagen. Bis zur Abreise würde noch einiges an Zeit vergehen, da die Lacretas schliefen aber das bedeutete, dass jedes einzelne Gruppenmitglied noch etwas Sinnvolles tun konnte. So wurden die nächsten Stunden damit verbracht, erste, genauere Untersuchungen durchzuführen oder einfach nur sich auszuruhen. Schließlich begann die Reise, die ohne große Zwischenfälle auf dem Gelände der Gilde endete.
Der Magister verabschiedete sich, um sich mit Großmeister Seek zu unterhalten und ließ die Gruppe nach vielen Tagen des Zusammenseins, das erste Mal, wieder komplett allein. An diesem Punkt hatte man schon gut herausgefunden, wie alles zusammenhing und konnte sich eine Geschichte zusammenreimen.

Noch bevor der Krieg ausgebrochen war, hatte sich eine ausgewählte Gruppe daran gemacht, eine Falle für den Gegner aufzubauen. Eine Maschine, die die Schwerkraft an der Oberfläche umdrehen und so ganze Regimenter und tausende Soldaten, inklusive Kriegsmaschinen nutzlos machen würde. Die natürlich entstandene Höhle war der perfekte Ort dafür gewesen. Doch man fand auch eine Kolonie von Pilzen, die sich von magischer Strahlung ernährte und diese an eine Art Mutterpilz weiterleitete, der dann die Kolonie erweiterte. Man begann damit, eine Forschungsstation aufzubauen und dieses seltsame Wesen zu untersuchen. Indem man es aber unter die Kuppel sperrte, verhinderte man, dass es Kontakt zu der Kolonie hatte. Die Pilze, die die gesammelte Strahlung nicht mehr abgeben konnten, verwandelten sie automatisch in Wachstum, wodurch sie größer und zahlreicher wurden.
Der Krieg folgte, die Maschine wurde eingesetzt und schließlich vergessen. Auch die Forschungsstation wurde verlassen. Doch der Mutterpilz blieb gefangen und die Kolonie sammelte weiter magische Energie. Über hundert Jahre vergingen, indem die Pilze das angesammelte Mana in Wachstum umwandelten und so die ganze Höhle bedeckten. Da der Platz begrenzt und der Mutterpilz gefangen war, konnten sie nicht weiterwachsen. Das angesammelte Mana wurde also unkontrolliert wieder abgegeben, ohne genutzt zu werden. Das führte zu der Anomalie, denn dieses Chaos aktivierte die alte Kriegsmaschine und drehte die Schwerkraft an der Oberfläche um. Natürlich nur in weitaus geringerem Maße, als es damals im Krieg der Fall gewesen war, denn die Maschine war alt und funktionierte nicht mehr richtig. Selbst der alte Roboter, in dem noch das Skelett eines Menschen lag, wurde von dem unkontrollierten Mana wieder dazu gebracht, alte Programmierungen auszuführen und die Maschine zu warten. Da der Mutterpilz nun in der Gilde und außerdem gestorben war, würde nichts diesen Vorgang mehr stoppen können - außer man zerstörte die Pilze oder die Maschine.

Doch es gab auch gute Nachrichten. Der Großmeister ernannte jedes Gruppenmitglied zum Jünger, da sie ihre Aufgabe trotz allem erfolgreich abgeschlossen hatten. Sie bekamen alle einen Platz auf dem Gildengelände und einen Ort, an dem sie leben und forschen konnten. Die nächsten Wochen würden sie genug damit zu tun haben, die eingesammelten Artefakte zu untersuchen und alle Informationen aus dem Mutterpilz herauszuholen, die noch übrig waren. Und dann? Wer wusste schon, wohin ihr Weg sie führen würde? Vielleicht würde sich der ein oder andere wieder von der Gilde abwenden? Vielleicht würden sie weitermachen und andere Aufgaben annehmen, um sich nach oben zu kämpfen? Egal was es werden würde, das war eine Geschichte für eine andere Zeit.


Ende

Bhekk

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1. Aufgabe - Abartige Anomalien
« Antwort #125 am: 23.11.2018, 16:30:36 »
Bhekk war auf dem Weg zurück in die Gilde eher still. Irgendwie war die ganze Sache sehr seltsam gewesen. Auch wenn der Magister und wahrscheinlich auch Oreat verstanden hatte, was sie gefunden hatten, blieb es ihm schleierhaft.

In der Gilde angekommen nutze er die Gelegenheit, sich auszuruhen, ein heißes Bad zu nehmen und sich am guten Essen zu freuen. Als sie schließlich zusammen kamen und der Magister ihnen erklärte, was er anhand der Unterlagen herausgefunden hatte, schüttelte Bhekk den Kopf. Immer ging es um Krieg. Er hatte immer gehofft, die Technik würde das Leben der Menschen verbessern, aber letztlich wurden immer zuerst Waffen aus allem Neuen gebaut. Wirklich verstehen konnte er aber nicht, wie sich die Pflanzen so stark hatten verändern können, aber Technik und Magie waren eine weit gefährlichere Mischung als beides für sich alleine.

Letztlich hatten sie aber alle ihr Ziel erreicht, der Magister war schlauer und Bhekk wurde in die Gilde aufgenommen, zusammen mit den anderen. Und damit war der Moment bekommen, dass Bhekk überlegen musste, was er nun tun wollte. Er war hergekommen, um einen Platz in der Gilde zu bekommen, das war nun geschafft. Er bekam ein kleines einfaches Zimmer zugewiesen, viele Sachen hatte er nicht, die er hätte einräumen müssen. Tatsächlich interessierte ihn nach den Erlebnissen aber, mehr über solche Pilze zu erfahren. Also verbrachte er einige Stunden n der Bibliothek, bis es ihm zu langweilig wurde, nur zu lesen. Die anderen sah er kaum. Oreat verließ sein Labor nur selten, manchmal stampfte er in die Bibliothek, um einen Stapel Bücher gegen einen anderen auszutauschen. Ignaton begegnete Bhekk ein paar Mal beim Essen und dann unterhielten sie sich eine Weile über Dies und Das. Aber letztlich blieben sie alle eher für sich.

Bald merkte Bhekk jedoch, dass er unruhig wurde. Also ging er zum Magister und fragte ihn, ob er eine neue Aufgabe für ihn hätte. Wirklich etwas Wichtiges gab es nicht zu tun, aber er konnte in den folgenden Wochen für den Magister einige Pflanzen suchen und einen älteren Mann, vermutlich einen Zauberer, auf einer Reise in die nächste größere Stadt begleiten – letztlich war seine Aufgabe eher, auf den Mann aufzupassen und dafür zu sorgen, dass er heil hin und wieder zurück kam.

Und so verging die Zeit und Bhekk wartete darauf, dass es eine neue, ordentliche Aufgabe für ihn gab. Wenn diese ihn nicht wieder in eine Höhle führen würde, wäre er froh, aber eigentlich war es ihm egal, er wartete ungeduldig darauf, dass er wieder raus in die Welt kommen würde.

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