[IC] Für Stadt und Freiheit

avatar Der Tod 29.Aug.2006 10:08
~-~-~-~-~-~
Mit dem leisen Geräusch von Metall auf Stein im ansonsten totenstillen Raum wird der schwere, reich verzierte Kelch auf dem Tisch abgesetzt. Ein einzelner Tropfen des kostbaren roten Getränks wandert langsam an seiner Seite hinunter, gewinnt an Geschwindigkeit je näher er seinem Ende kommt welches er bald auf der marmornen Tischplatte finden wird.
Er gleitet die sanfte Rundung des Gefäßes hinunter und wird dann vom schlanken kleinen Finger einer sehnigen, schneeweißen Hand aufgefangen und fortgetragen, hinauf ins Dunkel.
Kurz darauf erscheint die Hand wieder, wie körperlos im schwachen Lichkreis der einzelnen, stark heruntergebrannten Kerze schwebend und nähert sich bedächtig, abwägend dem quadratischen Feld des Krieges.
Stumm und starr, mit scharfkantig gegen das flackernde Zwielicht herausstechend, stehen die kunstvoll und grotesk gestalteten Figuren da und harren ohne Gefühlsregung ihrem Befehl, warten auf ihren Zug welchen sie ausführen werden, gleich ob er Triumph oder Untergang für sie bedeuten möge.
Die Partie ist erst vor kurzem eröffnet worden, noch sind kaum Vorstöße gewagt oder Verluste erlitten worden. Eine schwarze Festung hatte sich lauernd vorgewagt, auf der weißen Gegenseite schritten die ersten Soldaten ihrem düsteren Schicksal entgegen.
Die schlanken Finger streichen flüchtig über die unbewegte, nachtschwarze Schlachtreihe. Plötzlich zuckt die blasse Hand zurück und verschwindet. Ein einsames Zischen als die Flamme der Kerze verlischt.
Die starren Fronten versinkt in undurchdringlichem Schatten.
Mit leisem Kratzen zieht eine im Dunkeln verhüllte Figur über das Feld.
Der nächste Zug ist getan.
Ein weiterer Zug ist getan und ein nächster muss folgen. Aktion und Reaktion, Ursache und Wirkung. Eherne Gesetze.
Ein Stuhl wird abgerückt, mit langsamen, einsamen Schritten verlässt jemand den Raum. Quietschend wird die Tür zugezogen und schließt dann mit einem dumpfen Krachen.
Dann herrscht Stille.
~-~-~-~-~-~
avatar Der Tod 31.Aug.2006 03:08
Der Regen, welcher vor wenigen Minuten noch dicht prasselnd auf die Stadt niedergegangen war ist einen tröpfelndem Nieselregen gewichen und der einheitlich graue Himmel lässt die erst niedrig am Himmel stehende Sonne nur erahnen.
Die erste Schlacht war geschlagen und die Stadt Gerleth, welche im wahrsten Sinne des Wortes im Schlaf überrascht worden war rüstet sich nun.
Auf den Straßen, welche hier und da von abgebrannten, schmutzig-rußigen Gebäuden und durchbrochenen Barrikaden gesäumt sind, herrscht verbissene Hektik. Kaum jemand hat an diesem Morgen ein plauderndes Wort übrig, Reservisten werden eingezogen, Bewaffnete eilen von hier nach dort, die Mauern sind besetzt und die Tore sind verriegelt und schwer bewacht.
Gerleth hat in der vergangenen Nacht dank der Tapferkeit von Söldnern und Soldaten keine tödliche Wunde empfangen und die dreskener Truppen, welche immernoch in recht großer Entfernung von den Stadtmauern lagern scheinen dies zu wissen.

Vor der trutzigen Kommandatur mit angeschlossener, breiter Kaserne, um welche herum immernoch die Spuren von heftigen Kämpfen zu sehen sind, haben sich mehrere Kommandos von Stadtwachen versammelt und werden von ihren Hauptleuten instruiert, Befehle hallen durch die Luft und Meldegänger eilen wort- und grußlos zwischen den frisch aus den Lagern geholten Karren mit Waffen und Harnischen hin und her.
Der gepflasterte, im Vergleich zur Kaserne relativ kleine Innenhof, ist dagegen recht leer.
Oberst Thormun geht mit einem ihm unterstellten Offizier auf und ab, redet leise aber entschieden auf ihn ein und entlässt ihn schließlich mit einem Nicken ohne dass der andere etwas gesagt hätte. Er salutiert nur und schreitet dann mit raschen Schritten davon. Draußen, als er an der vorgeschobenen Wachstation vorbei ist, mustert der Offizier abschätzend ein paar Söldner welche offensichtlich auf dem Weg zur Kommandatur sind.
Diese haben offensichtlich ebenfalls ihren Teil der nächtlichen Kämpfe getragen und nähern sich dem grimmigen, schwer gerüsteten Wachposten welcher aufmerksam den Eingang in den Hof bewacht. Unter der Kaputze seines öligen Überwurfs aus Leder an welchem der sporadische Regen herabrinnt mustern seine braunen Augen die nahende Gruppe genau - seine Anweisungen sind unmissverständlich...
avatar Brandon 02.Sep.2006 12:09
Brandon nähert sich der Kaserne missmutig. Der Tag ist genauso trübe wie sein Magen leer, und so soll ein Mann kämpfen! Immerhin, so denkt er grimmig, der Auftakt verspricht jedem, der zugriefen will, so viel Ruhm, wie er mit beiden Händen wegtragen kann. Mal schauen, wie es weitergeht, was wir heute erledigen sollen.

Er will sich in Richtung Hof begeben, doch der Wachmann stoppt ihn und seine Mitreisenden  vor der Kommandatur.
"Die Plaketten." brummelt er und kontrolliert diese bei Brandon und Borthar bevor er beiden knapp zunickt. Auffordernd blickt er dann Ank und Pekhari an.
"Plaketten vorzeigen, Söldner!"
avatar Pekhari Sebekhotep 02.Sep.2006 10:09
In einem freundlichen Tonfall meint Pekhari zum Wächter.:
"Du solltest auf deinen Ton achten, Soldat, wenn du nicht weisst, mit wem du sprichst."
avatar Der Tod 02.Sep.2006 10:09
Etwas überrascht blickt der Wächter, dessen abgespannte Gesichtszüge auf Übernächtigung schließen lassen, auf und nickt Pekhari dann müde zu.
"Schon recht, mag sein. Die Plaketten dann, bitte, sonst darf ich Euch nicht einlassen. Kriegsrecht."
Entschuldigend zuckt der Soldat die Schultern, versperrt aber nichtsdestotrotz weiter den Weg.
avatar Borthar 03.Sep.2006 02:09
Borthar fasst sich an den Hals und holt unter seiner Rüstung die Plakette hervor, die er an einem Lederband um seinen Hals trägt. Dann zeigt er sie ohne Worte der Wache am Tor um endlich eintreten zu können.
avatar Gallasal der Vorlaute 03.Sep.2006 10:09
Nachdem Gallasal seine Ausrüstung und sich vom Unrat der Kanalisation gereinigt hat, gönnt er sich noch ein paar Stunden der Ruhe. An Schlaf ist nicht wirklich zu denken in der restlichen Nacht, sind doch die Bilder des Erlebten nur schwer zu verdauen.
Als der Morgen schließlich anbricht, gönnt sich der Gottes-Krieger ein karges Frühstück, packt seine Habseligkeiten zusammen und macht sich auf zur Kommandantur. Man sollte den Oberst nicht warten lassen, der schreit dann immer gleich so

Als Gallasal auf den Weg einbiegt der ihn zur Kaserne bringt sieht er vor sich eine Gruppe, die gerade mit dem Wächter am Tor zu diskutieren scheint. Doch kurz darauf gewährt man ihnen Einlass, so dass es nun an ihm ist, den Kasernenhof zu betreten. Er kramt die Söldner-Plakette hervor und hält sie mit ausgestrecktem Arm hoch über seinen Kopf, so dass man sie schon von weitem sehen kann.
"DIESMAL MÜSST IHR NICHT MIT GALLASAL SCHIMPFEN; DIESMAL ZEIGE ICH EUCH GLEICH DIE PLAKETTE"
Offensichtlich ist er schon einmal durch das Tor gegangen und wer weiß, was ihn heute erwartet...
avatar Der Tod 04.Sep.2006 03:09
Der Wächter schüttelt nur den Kopf als Gallasal seine Plakette präsentiert, gibt aber den Weg für ihn, Borthar und Brandon frei.
Mit einer Mischung aus Ungeduld und Misstrauen blickt der Wachmann nun Ank und Pekhari an. "Nun?"
Fragend wendet sich der Totenpriester an seine Herrin.
avatar Borthar 04.Sep.2006 11:09
Borthar dreht sich um als er bemerkt, dass Ank und ihr Begleiter aufgehalten werden. Von hinten klopft er dem Wächter auf die Schulter. Das sind Zivilisten, aber sie haben sich am Tor recht gut geschlagen. Ich denke mal das sie auch als Söldner anfangen wollen, nicht wahr?! so wie er den Satz sagt blickt er zu Ank herüber.
avatar Ank Neb Wajit 05.Sep.2006 12:09
Die Mumie fühlt sich ob der Komplikationen belästigt, doch andererseits ist ihr eine Belobigung für ihre unfreiwilligen Heldentaten für ein ihr kaum bekanntes Land und von einem noch weniger bekannten Kommandanten aus ebendiesem Land recht egal. In ruhigem, leicht herablassendem Ton, ohne den hilfsbereiten Borthar anzusehen, erwidert Ank dem Soldaten aus der Tiefer ihrer Kapuze: "Wir sind weder Gerlether Soldaten noch sind wir Söldner, daher werdet bei uns vergeblich nach Plaketten suchen. Genauer gesagt, sind wir... Handelsreisende aus Kemet, die leider einen sehr schlechten Zeitpunkt für ihre Reise gewählt haben. Nichtsdestotrotz haben wir für Eure Stadt gekämpft, und wenn hierzulande das Wort eines ehrenhaften Bürgers Gewicht hat, hier sind unsere Zeugen," dabei deutet die Königstochter mit einer knappen Handbewegung auf Brandon und Borthar.

Den seltsam lauten Neuankömmling versucht die Untote ohne den Kopf zu bewegen aus dem Schatten der Kopfbedeckung zu mustern. "Und was ist das für ein Possenreisser? Ist er denn taub?"
avatar Der Tod 05.Sep.2006 04:09
"Verstehe."
Der Wachmann nickt und versucht mit zusammengezogenen Brauen Anks Gesicht zu erkennen.
"Dann bin ich befugt Euch fragen ob ihr ein Landsknecht Gerleths werden wollt. Die Bezahlung ist angemessen und ihr genießt die damit verbundenen Privilegien. Ich würde Euch stark dazu raten!
Ihr erhaltet Waren zum normalen Preis und unterliegt nicht den vom Rat im Zuge des Kriegsrechts erlassenen Sonderverordnungen."

Der Mann holt eine Schriftrolle sowie etwas zu schreiben hervor und blickt die beiden Kemeter fragend an.
avatar Ank Neb Wajit 06.Sep.2006 12:09
Die Mumie unternimmt nichts, was dem Wachmann einfacher machen würde ihr Gesicht zu erschauen. Stattdessen schaut sie nachdenklich unter der Kapuze hin und her. "Gerlether Landsknechte? Unverschämtheit! Aber andererseits würden sie uns als Zivilisten womöglich noch wo wegsperren, das... hülfe auch nicht weiter." Nach fast einer Minute hebt Ank leicht den Kopf an. "Also gut, ich sehe, die einzige weise Entscheidung wäre in diesem Fall, Eurem Rat zu folgen, es sei denn man hat ein großes Verlangen bis zur nächsten Flut ohne Ras Licht irgendwo zu verkommen... So sei es, Taju und Pekhari aus Bubastis streiten ab nun in Gerleths Namen, bis dieser Kampf geschlagen ist."
avatar Pekhari Sebekhotep 06.Sep.2006 01:09
Pekhari scheint überrascht zu sein, dass seine Herrin einwilligt, gemeine Söldnerin in einer fremden Stadt zu werden. Doch natürlich steht es ihm nicht zu, ihre Entscheidung anzuzweifeln.
"So sei es denn. Möge Sekhmet uns segnen. Wir sind nun Söldner."
avatar Der Tod 06.Sep.2006 05:09
Der wohl von den Worten der beiden Kemetern etwas irritierte Wachmann holt, etwas unverständliches murmelnd, auch ein zweites Schriftstück hervor auf welchem er hastig die Anrede in die weibliche Form abändert und dann erst Ank vorlegt.
Als die Formalitäten geklärt sind erhalten Pakhari und die Mumie ihre kupfernen Söldnerplaketten und bekommen den Weg in Richtung Innenhof gewiesen.

Dort angekommen ist der Oberst nicht mehr zu sehen, stattdessen werden die sechs Söldner von einem geschäftigen Unteroffizier angewiesen sich in einer Reihe aufzustellen und, wie er es nennt, "Die Knochen zusammenzureißen", also Haltung anzunehmen. Oberst Thormun würde sich in wenigen Augenblicken um sie kümmern...
avatar Gallasal der Vorlaute 06.Sep.2006 10:09
"Heute hat Gallasal alles richtig gemacht, Pelor kann stolz auf einen seiner Söhne sein."
Wie ihm geheißen, stellt sich der Gotteskrieger in eine Reihe mit den anderen Söldnern. Dabei nutzt er die Gelegenheit und mustert die Gruppe, die zeitgleich mit ihm angekommen war ziemlich ungeniert. Offensichtlich ist ihm nicht bewußt, dass dies äußerst unhöflich ist oder aber es interessiert ihn einfach nicht.
avatar Brandon 07.Sep.2006 12:09
Brandon mustert den Fremden mit der kräftigen Stimme, der hier zu ihnen in eie Reihe gestellt wird skeptisch. Die anderen hat er schon kennengelernt, mit ihnen kann man arbeiten - aber was soll man mit einem Kerl anfangen, der wahrscheinlich ständig in der Gegend herumbrüllt?

Er scheint aber heute den Oberst nicht provozieren zu wollen: Er bringt seine lange Gestalt ohne zu Murren in eine Form, die sich ohne eine allzu weite Auslegung des Begriffs als militärische Haltung beschreiben lässt, auch wenn er sicn sicher nicht verrenkt oder stocksteif hinstellt, und harrt der Dinge, die da kommen mögen - was ihn aber nicht hindert, sich weiter auf dem Hof umzuschauen. Dazu bewegt er sacht Kopf und Augen.
avatar Der Tod 09.Sep.2006 12:09
Nach wenigen Augenblicke erscheint dann auch Oberst Thormun, mit strammen Schritt auf die Reihe der Söldner zumarschierend. Der schneidige Soldat trägt immernoch die Spuren des Kampfes im Gesicht, aber seine Rüstung ist wieder blank poliert. Er bleibt er zwei Schritt vor den Angetretenen stehen und verschränkt die Arme hinter dem Rücken und erhebt dann sachlich die Stimme.

"Landsknechte! Ihr habt tapfer und opferbereit für diese Stadt gekämpft und Eure Leistungen gehen über gewöhnliche Pflichterfüllung hinaus. Stadt, Rat und Graf sind Euch zu Dank verpflichtet."
Der Oberst legt eine kurze Pause ein und fährt dann fort während er die kurze Linie abschreitet.

"Die militärische Führung Gerleths, allen voran unser großer Marschall von Zern, hat entschieden dass die Besten des Söldnerkorps in einer neue Art der Truppenführung eingesetzt werden und zwar in 'Rotten' welche aus vier bis sechs Landsknechten bestehen, relativ unabhängig agieren und so die regulären Truppen unterstützen.
Ihr fünf werdet der erste dieser Trupps sein.
Stillgestanden!"

Der Oberst nimmt stramme militärische Haltung an und fixiert jeden von Euch als er weiterspricht.
"Ich erhebe Euch hiermit in den Rang von Rottmeistern und Rottmeistrin! Erfüllt Eure Pflichten treu und tapfer!
Euer täglicher Sold wird auf 10 Silbermünzen erhöht.
Einen Tag Urlaub, haltet Euch morgen zur Verfügung, dann folgen weitere Instruktionen.  Eure Rotte darf bis dahin einen Wunsch äußern welchem Truppenteil sie unterstellt wird - Heer, Stadtwache oder Marine - aber garantiert wird nichts. Das ist alles. Weggetreten."


Oberst Thormun nickt Euch knapp zu und geht dann zu einem Offizier welcher an einer Seite des Hofes steht und Papiere durchsieht und wechselt mit diesem ein paar Worte während die frischernannten Rottmeister besonders geprägte Söldnerplaketten ausgehändigt bekommen und ihre alten abgeben müssen.
avatar Gallasal der Vorlaute 10.Sep.2006 12:09
Gallasal schaut auf die neue Plakette in seinen Händen und wer ihn genau beobachtet erkennt, dass er schon ein bischen Stolz auf diese Beförderunng ist. Nachdem Oberst Thormun die kleine Gruppe allein gelassen hat, geht der Gotteskrieger auf seine Erkenntnisse von vorhin ein: "Seid gegrüßt, mein Name ist Gallasal und wie es aussieht sollen wir wohl in nächster Zeit zusammen arbeiten. Da hätte ich aber erst ein paar Fragen."
Der Gotteskrieger dreht sich als erstes Ank zu: " Ihr gute Frau...seid ihr so hässlich, dass ihr euch ständig nur verhüllt zeigen könnt? Wart ihr, so wie euer Begleiter einfach nur zulange in der Sonne? Vielleicht solltet ihr mehr trinken, das täte eurer Haut bestimmt gut."
Ohne eine Antwort abzuwarten wendet Gallasal seinen Blick zu Borthar: "Und ihr, ihr tragt die Rüstung unserer Feinde. Ist das eure Kriegsbeute oder seid ihr einfach nur Lebensmüde? Oder beides?"
Nun wartet Gallasal auf Antworten...
avatar Pekhari Sebekhotep 10.Sep.2006 03:09
Pekhari kneift wütend die Augen zusammen, als Gallasal seine Herrin anspricht.
"Und Ihr? Seid Ihr vorlaut oder einfach nur dumm? Wie könnt ihr es wagen, so mit ihr zu sprechen!"
avatar Ank Neb Wajit 11.Sep.2006 02:09
"Unerhört! Wofür bei allen Göttern wurde dieser Bauerntölpel für solche besonderen Aufgaben auserwählt?! Nicht genug, dass ich für diese merkwürdige Stadt arbeiten muss, zumindest so tun als ob, jetzt muss ich auch noch einen solchen Trottel neben mir ertragen! Die anderen wissen wenigstens mit ihren Zungen und mit ihren Waffen umzugehen!" Eine Woge von Bestürzung und Wut durchfährt den Geist der untoten Prinzessin - niemals hat ein Bürger gewagt, so mit ihr zu sprechen. Außerdem fühlt die Mumie einen Schmerz über den Verlust ihrer einstigen Schönheit. Nicht, dass sie sich nun als wirklich hässlich ansehen würde, aber...sie ist schließlich tot.

"Taju aus Bubastis redet nicht mit Bauerngesindel, das den Umgangston eines wilden Schakals hat.," antwortet Ank dem Gotteskrieger, ohne den Blick zu heben.
avatar Borthar 11.Sep.2006 06:09
Ich trage nicht nur deren Rüstung, ich habe auch deren Ausbildung durchlaufen. Aber jetzt bin ich Söldner Gerleths. Und das ist ja wohl das einzige was in diesen Zeiten von Belang ist! erwiedert er mit einem unfreundlichem Unterton.
avatar Gallasal der Vorlaute 11.Sep.2006 01:09
Offensichtlich sehr verwirrt schaut Gallasal vom Einen zum Anderen und antwortet dann:
"ICH BIN NICHT VORLAUT!", um dann etwas leiser fortzufahren Aber ich weiß nicht, was ein Schakal ist. Ich habe gelernt, immer die Wahrheit zu sagen und Taju sieht nun einmal nicht mehr sehr frisch aus. Nichts gegen euch, Werteste, nur eine Feststellung!"
Der Blick streift herüber zu Borthar: Und das ihr jetzt ein Söldner seid ist mir klar, sonst wärt ihr nicht hier. Warum seid ihr nicht mehr bei den Dreskenern?
Manchmal wäre es gut, wenn Gallasal einfach seinen Mund halten würde aber leider weiß er es nicht besser...
avatar Ank Neb Wajit 11.Sep.2006 05:09
Ohne Gallasal auch noch eines Blickes zu würdigen, dreht sich Ank zum Rest der Gruppe um. "Du weißt, wen du nicht zu heilen brauchst, wenn es darauf ankommt," bemerkt sie sarkastisch an Pekhari gewandt, natürlich auf Mesorisch.
avatar Der Tod 11.Sep.2006 10:09
Von links öffnet sich eine Tür und ein jüngerer Priester des Pelor betritt gemessenen Schrittes und mit blasiertem Gesicht den Platz. In seinen, an angewinkelten Armen weihevoll ausgestreckten Händen trägt er ein kunstvoll verziertes Sonnenbuch, eine heilige Schrift des höchsten Gottes aus welcher für gewöhnlich in Messen gelesen wird.
Oberst Thormun beendet knapp das Gespräch mit dem Offizier und stellt sich ein paar Schritt neben Euch während er mit verschlossener Miene den Priester und die von ihm angeführte Prozession betrachtet:

Sechs Männer werden von je einem gerlether Soldaten auf den Hof geführt. Den nackten Gefangenen wurden die Hände hinter dem Rücken zusammengebunden, ihrem verdreckten und zerschundenen Äußeren nach zu urteilen handelt es sich um gefangene Dreskener Sturmsoldaten. Teilnahmslos blicken sie auf ihre Füße während sie wortlos quer über den Hof geführt werden. Nur einer, der zweitletzte der Reihe, blickt sich aus jungen Augen um:
Es ist der junge Soldat welcher von Brandon blutend in einer Seitengasse gefunden und von Pekhari zusammengenäht wurde während er mit einer viel zu hellen Stimme für einen Krieger um sein Leben schrie...
Die blutverkrustete Naht auf seinem Bauch verunstaltet seinen schmalen Körper, kurz bleibt er stehen als er seine Feinde und Retter erkennt. Mit traurigen Augen, jedoch bar jedes Flehens, blickt er jeden einzelnen der Söldner an, dann wird er weiter vorwärts gestoßen, weiter in die Richtung in welcher die massige, zinnenbewehrte Terrasse von der Kommandatur her über den kleinen Marktplatz aufragt...
avatar Brandon 12.Sep.2006 11:09
Brandon hört dem Wortgefecht der anderen unbeteiligt zu. Mensch, wie viele Worte die machen... bin gespannt, wie sich dieser Gallasal macht. Hoffen wir, dass er keine Belastung darstellt - die Zukunft wird auch so gefährlich genug. Da sieht er den Dreskener, der langsam vorbeigeführt wird. Hat er also den Abend überlebt. Glück für ihn.

Laut sagt er, das Geplänkel unterbrechend: "Nun, es sieht ja so aus, als würden wir eine Weile zusammenhocken, und wir müssen uns noch entscheiden, welchem Truppenteil wir beitreten wollen.

Ich bin für's Heer, das liegt mr am meisten: Offener, ehrlicher Kampf mit festem, ehrlichem Boden unter den Füßen."
avatar Borthar 12.Sep.2006 11:09
Die Frage des vorlauten Jungspunts ignorierend geht er auf Brandons vorschlag ein. Jaja das Heer. Ich bin für alles zu haben, solange es nicht auf einem undichten Kahn ist. Ich bin nicht für die Seefahrt gemacht.
avatar Gallasal der Vorlaute 13.Sep.2006 12:09
"Offensichtlich legt man hier keinen Wert auf eine gepflegte Unterhaltung. Wie unhöflich, dass Fragen nicht beantwortet werden. Na ja, kann ich auch nichts falsches sagen."

Ungewohnt einsilbig antwortet Gallasal auf die im Raum stehende Frage:"Heer!"
avatar Ank Neb Wajit 14.Sep.2006 01:09
Mit buchstäblich tödlicher Ruhe igrnoriert die Mumie Gallasal ein weiteres Mal, nicht nur weil der junge Mann ihr lästig erscheint, vielmehr weil sie dieses ja beinahe schon freundschaftliches Abstimmen in einer Armeeeinheit stutzig macht. "Was haben sie hier im Norden für eine Organisation? Wir sind zwar "nur" Söldner, aber so viel Entscheidungsfreiheit hätte ich nicht erwartet... Ob es ein Weltwunder ist, das ich unbedingt erlebt haben sollte ehe ich mich ins Reich der Toten begeben kann?," denkt Ank ironisch mit dem Anflug eines Grinsens auf den trockenen Lippen.

Nach einer Weile des Nachdenkens lässt die Untote schließlich ihren Standpunkt laut werden: "Was mich betrifft, so bin ich keine Kriegerin und habe im Heer wenig verloren, ich fürchte also, ich muss Euch da enttäuschen. Und Pekhari ist ebenfalls kein Soldat - er ist Priester und Wächter. Ich würde mich für die Stadtwache aussprechen, so mir das Recht zusteht."
avatar Borthar 14.Sep.2006 10:09
Mir ist alles recht, solange es auf festem Boden stattfindet. mein Borthar, während er de nVorlauten etwas eingehender mustert.
avatar Brandon 15.Sep.2006 09:09
"Dann haben wir wohl ein Patt." Brandon überlegt, doch seine Gedanken schweifen schnell zu der Gefangenenprozession ab. Was die heir wohl mit den Gefangenen machen? Ost es normal, sie halbtot und nackt umherzuschleifen? Er klinkt sich wieder aus der Unterhaltung der Söldner aus und bewegt sich mit einem schnellen Schritt zu Oberst Thormun hinüber. "Sagt, Oberst: Was soll mit den Gefangenen geschehen? Wir sind gestern einem von ihnen begegnet, und Ihr wisst sicher, wie das ist: Hat man das Leben eines Gegners einmal geschont, fühlt man sich irgendwie für ihn verantwortlich."
avatar Der Tod 16.Sep.2006 09:09
Oberst Thormun blickt weiter in Richtung Gefangene während er sachlich antwortet.
"Auf die wartet der Tod durch den Strang. Heute finden auf allen größeren Plätzen Hinrichtungen statt."
Wie zur Bestätigung öffnen zwei Soldaten nun die Doppeltür welche auf die über dem Vorplatz aufragende Terrasse führt. Auch wenn die Söldner von ihrer Position aus nicht hinausblicken können zeugt doch ein plötzlich anschwillender Tumult von lauten Rufen von der kleinen Menschenmasse die sich auf dem Platz versammelt haben muss.
Der junge Priester richtet nocheinmal seine Roben und schreitet dann feierlich und mit stolzem Blick auf die Terrasse hinaus.
Die Gefangenen werden allerdings noch nicht nach draußen gebracht, sie warten, gesichert von ihren Wachen, immernoch auf dem Innenhof.
avatar Brandon 16.Sep.2006 11:09
Brandons Miene verfinstert sich. "Was soll denn das? Die, die dort stehen haben in einem fairen Kampf verloren. Sie können nichts dafür, dass sie uns angreifen mussten. Besiegte Gegner bringt man nicht um!" Der Bogenschütze scheint leicht ratlos angesichts dieses Bruchs der - ja, Etikette ist das richtige Wort. Gefangene Töten, das machen doch nur Straßenräuber und Barbaren!
avatar Der Tod 16.Sep.2006 01:09
"Neuer Erlass des hohen Rats.
Die Gefangenen der letzten Nacht gelten nun von Rechtswegen her als Mörder und nicht mehr als Soldaten weil sie sich bei uns eingeschlichen haben bevor sie angegriffen."

Oberst Thormun zuckt kaum merklich mit den Schultern, doch Brandon kann an seinem eben doch nicht ganz gefühllosen Gesicht sehen wie wenig er von diesem Ratsbeschluss hält.
"Alle Gefangenen werden noch am heutigen Tage gehängt."
avatar Borthar 17.Sep.2006 12:09
Na was für ein toller Erlass... Tja wenn der Hohe Rat das so haben will, wird er es wohl auch so kriegen... In Borthars Blick ist die Unzufriedenheit zu erkennen, die ihn in dieser Situation überfallen hat. Doch im inneren ist es auch eine gewisse genugtuung zu wissen, dass den Mördern seiner Familie eine Strafe zugeführt wird. Auch wenn es wohl nicht die wahren Täter sind die dort den Tod finden.
avatar Gallasal der Vorlaute 17.Sep.2006 11:09
Gallasal sagt zu dem Schauspiel was er dort sieht nichts aber an seiner Miene ist zu erkennen, dass er über das eben gehörte nachdenkt.
Wie ungewöhnlich...normalerweise werden Kriegsgefangene der peinlichen Befragung unterzogen und dann versklavt oder ausgetauscht...so wurde es zumindest immer gehandhabt, es sei denn...und warum setzen sich die beiden Kämpfer so für den Feind ein, ist der eine doch noch ein Dreskener? Aber eins nach dem anderen...

"Ach...Oberst Thormun...hat der hohe Rat etwas zu verbergen? Diese Vorgehensweise ist doch nicht üblich bei Kriegsgefangenen, auch wenn diese eine Kriegslist begangen haben. Ihr hättet die Macht das abzuwenden."

Verflixt...was ist mir denn da schon wieder rausgerutscht...ich rede mich noch um Kopf und Kragen...sei endlich still, du Trottel!

In erwartung einer Antwort des Oberst zieht Gallasal vorsichtshalber schon einmal den Kopf ein, um sich vor dem Donnerwetter zu schützen, welches wohl gleich über ihn kommt...
avatar Der Tod 18.Sep.2006 02:09
Oberst Thormun bleibt aber ruhig, er mustert Gallasal nur bevor er kaum merklich die gepanzerten Schultern zuckt.
"Ab jetzt scheint es wohl üblich zu sein."
Den Anflug von Sarkasmus aus seiner Stimme verbannend fährt er nach einer kurzen Pause fort.
"Und ihr irrt Euch, Rottmeister. Auf die Entscheidungen des Rates habe ich nicht den geringsten Einfluss. Einzig Graf Denadar und möglicherweise noch Marschall von Zern...aber es ist ohnehin müßig. Das Volk verlangt danach. Hört selbst..."

Vom Platz her dringen nun stetig lauter werdende Sprechchöre.
"Hängt sie! Hängt sie! Hängt sie...!"
Der junge Pelorpriester hat seine Rede offensichtlich beendet und erscheint wieder auf dem Innenhof wo er kurz ungezwungene Zwiesprache mit den Wächtern hält welche die Gefangenen in Reih und Glied bringen. Er scheint die Menge mit Absicht noch etwas hinhalten zu wollen...
avatar Brandon 18.Sep.2006 10:09
Brandon lauscht kurz auf den wütenden Mob, dann zischt er, halb an Thormun und halb an den Rest der Rotte gewandt: Der Rat muss von Sinnen sein, und die Leute spielen verrückt. Wir müssen etwas tun, kaltblütig unsere Feinde zu ermorden stellt uns auf eine Stufe mit ihnen!"Er überlegt kurz, fährt dann mit voller, ruhiger Stimme fort: "Wenn ich den Mob dazu bringe zuzuhören - traut sich einer von Euch zu, ihn davon zu überzeugen, den Irrweg zu verlassen? Ich warne Euch, es könnte gefährlich werden." Erwartungsvoll schaut der plötzlich von einem Gewissen gepackte Bogenschütze seine Kameraden an.
avatar Ank Neb Wajit 19.Sep.2006 12:09
"Hier werden Kriegsgefangene hingerichtet? Was für eine Sittenlosigkeit... Noch barbarischer als diese Nomadenhäuflein in der Ewigen Wüste..." Die Kemeterin zeigt sich in der Tat ob der Kulturlosigkeit dieses Landstriches angewidert, lange schaut sie nachdenklich hoch, zu den Gefangenen die sie jedoch ohnehin nicht sehen kann, dann auf den selbstzufriedenen Pelor-Priester. "Das ist doch ein Diener der Sonne, nicht wahr?," widmet sie sich leise an Pekhari, jedoch in der Hochsprache, sodass alle rundherum sie verstehen können, auch wenn die Schreie des Mobs es ihnen schwer machen, "warum verlangt es die Sonne des Nordens nach Blut? Und wenn sie das Blut dieser Krieger durch den Strick trinkt, wird sie sich auch bald am Blut ihrer verhungerten Familien laben..."

Noch während sie es ausspricht, versinkt die Untote in Grübeleien über das kommende Vergehen der Verurteilten und den ihnen zustehenden Pfad. "Sie werden doch alle eine Reise zu Osiris Gericht antreten... verfrüht! Aber sie werden wohl nicht zwischen Leben und Tod gefangen bleiben... Warte, der Priester! Vielleicht weiß er etwas über solchen unlebendigen Zustand!"

Auf Brandons schnell entflammte Initiative hin, den Helden zu spielen, zuckt die Mumie nur mit den Schultern und grinst leicht im Schatten ihrer Kapuze. "Was sollen uns diese armen Würmer angehen? Wenn sie sterben, dann leben wir - es ist *ihr* Schicksal, das heute besigelt wird." "Nun, vielleicht *leben* dann nicht alle von uns, mehr oder minder unversehrt durch die Stadt streifen träfe es eher, aber ich denke nicht, dass ich auf diesen feinen Unterschied eingehen sollte..."
avatar Pekhari Sebekhotep 19.Sep.2006 04:09
"Wer weiss schon, was für Gebräuche die Sonne hier verlangt... Allerdings könnte es auc hsein, dass diese ungebildeten Priester ihren Rat falsch verstehen. Vielleihct sollten wir uns die Sache ansehen."
avatar Ank Neb Wajit 20.Sep.2006 12:09
"Vielleicht aber auch nicht, ich würde mich ungerne gegen fremdländische Gesetzen und Erlasse sträuben, die ich nur ansatzweise kenne. Vergiss nicht, Pekhari, daheim haben - oder hatten - wir beide etwas gehobenere Stellung," untertreibt Ank auf Mesorisch, "hier hingegen sind wir nicht mehr als diese einfachen Söldner neben uns - offiziell zumindest."
avatar Borthar 20.Sep.2006 06:09
Bisher scheint Borthar die ganze Aufregung um diese Exekution wenig beeindruckt zu haben. Ws ist weniger der Wunsch Pelors als mehr der Wunsch des Hohen Rates... Pelor ist ein gütiger und milder Gott... Das ist das einzige was er zu dem Thema sagt als Ank sich mit Pekhari über den Sonnengott unterhält.
avatar Der Tod 20.Sep.2006 03:09
Der herübertönende Lärm der Menge steigert sich als der Pelorpriester wieder den Innenhof nach draußen verlässt.
Die Sechs Wächter führen nun auch die gefesselten Gefangenen mit sich auf die Balustrade. Kurz bevor der junge Dreskener abgeführt wird lässt er etwas aus seinen gebundenen Händen auf den gepflasterten Innenhof fallen, dann wird er grob nach draußen gestoßen...
avatar Gallasal der Vorlaute 21.Sep.2006 06:09
Gallasal bemerkt, dass so wie er nicht jeder mit dieser Hinrichtung einverstanden ist.
"Die vermummte und ihr dunkler Freund werden keinen Finger rühren aber die beiden Krieger sehen so aus, als ob sie handeln wollten."
"Das darf so nicht sein! Oder wollt ihr das wirklich zulassen?
Ohne eine Antwort abzuwarten macht er sich auf, um in seiner unverkennbaren Art etwas gegen diese Ungerechtigkeit zu unternehmen. Dabei bemerkt er, wie ein junger Gefangener offensichtlich etwas auf den Boden fallen lässt. Nur leicht seine Richtung ändernd geht er auf das zu, was der Delinquent zurückgelassen hat. Dort angekommen vergewissert sich Gallasal, dass ihn keiner der Wachen beobachtet und nimmt den Gegenstand an sich, um ihn genauer zu betrachten.
"Soviel Zeit muss sein..."
avatar Der Tod 21.Sep.2006 06:09
Auf dem rauen Stein des Innenhofs liegt eine feine Strähne von aschblondem Haar, durch eine kleine Metallmanschette zu einer Schlaufe gebunden...
avatar Gallasal der Vorlaute 21.Sep.2006 06:09
Nicht wirklich wissend, was sein Fund zu bedeuten hat, entschliesst sich Gallasal nocheinmal umzudrehen und zu dem Dreskener-Söldner zurückzurennen.
Dort angekommen zeigt er seinen Fund: Wisst ihr, ob das etwas besonderes zu bedeuten hat...?
avatar Brandon 21.Sep.2006 09:09
Als sich der Fremde meldet, auch er wolle etwas machen, schaut der Bogenschütze erst skeptisch, doch dann denkt er, 'Wenn er bereit ist zu helfen... wir müssen es auf jeden Fall versuchen' und erwidert nach kurzem Nachdenken: "Also gut. Ich würde sagen, wir suchen uns einen Balkon, der freie Sicht auf das Schafott hat und nicht zu weit entfern ist, damit ich auch zuverlässig treffe. Wenn sie anfangen, doe Gegner aufzuhängen zerschiesse ich die Seile - ich hoffe, dass der Mob dann kurz still wird und sich fragt, was passiert. Das wird Dein Einsatz, dann musst du eine Rede halten, die sie nicht nur überzeugt, dass es falsch ist, was sie tun, sondern auch, dass sie uns nicht gleich dazu hängen sollen.

Was habt Ihr da?"
Der Bogenschütze schaut sich den Ring kurz an. "Nein, das sagt mir auch nichts - vermutlich eine Liebesgabe. Jetzt werft es abfällig weg, als kümmere es Euch nicht - wir wollen schliesslich nicht den Verdacht erwecken, wir steckten mit den Dreskenern unter einer Decke und transportierten Botschaften für sie." In Gedanken ist Brandon offensichtlich schon dabei, den Aufritt zu planen - er schaut sich nach einem geeigneten Balkon oder anderem Ort um und klingt daher leicht abwesend bei den letzten Sätzen.
avatar Der Tod 21.Sep.2006 10:09
Ein kurzes Spähen durch die Ausgänge des Innenhofes verdeutlicht Brandon was er schon  befürchtet hatte: Die Gerlether schätzten Balkone wohl bei weitem nicht so sehr wie die Architekte Hesetiens.
Der einzige Ort der seinen Anforderungen entspricht ist das Dach der Kaserne, welches, aufgrund der Tatsache dass die direkt angebaute Kommandatur ihren Innenhof quasi im Ersten Stock hat, beinahe auf gleicher Höhe mit dem Söldner ist.
Ein relativ müheloser Sprung von einer nahen, zinnenbewehrten Mauer der Kommandatur und er wäre, so schätzt Brandon, in wenigen Sekunden in guter Schussposition. Was die vereinzelt patroullierenden Wachen allerdings dazu sagen würden steht auf einem ganz anderen Blatt...
avatar Brandon 21.Sep.2006 10:09
Leicht gehetzt klingend - langsam wird die Zeit knapp - wendet sich Brandon an Oberst Thormun. "Ihr habt gehört, was wir planen. Ich weiss, Ihr wollt auch nicht, dass Kriegsgefangene gehängt werden, doch Euch sind die Hände gebunden. Helft uns nicht aktiv, doch sorgt dafür, dass wir von den Soldaten ignoriert werden und Gallasal ungestört seine Rede halten kann! Vom Dach der Kaserne, das scheint mir der einzige brauchbare Ort zu sein." Bittend schaut er den alten Kämpen in die Augen.
avatar Ank Neb Wajit 21.Sep.2006 11:09
"Ist es die Liebe zum Leben oder die Sehnsucht nach dem Tod," fragt Ank ironisch, als sie Brandon von seinem Plan reden hört. "Ein Unrecht ist es ganz gewiss, aber wir sind wohl nicht in der geeigneten Lage, dagegen vorzugehen, ohne dabei draufzugehen," ist ihr Gedankengang dazu.
avatar Pekhari Sebekhotep 22.Sep.2006 12:09
"Sie sind ein und das selbe. Der Tod ist nur ein Übergang zu einem besseren und ewigen Leben. Doch er sollte im rechten Moment stattfinden. Retten wir diesen Soldaten. Für ihn ist es zu früh.."
avatar Der Tod 22.Sep.2006 11:09
Oberst Thormun runzelt missbilligend die Stirn als er leise aber sehr eindringlich das Wort an Brandon richtet.
"Hört zu Rottmeister! Pflicht ist Pflicht und Befehl ist Befehl, da kenne ich keine Ausnahmen! Wenn ihr das wirklich tun wollt hindere ich Euch nicht - aber ihr müsst selbst zusehen wie ihr da heil wieder herauskommt. Mehr kann und werde ich in dieser Sache nicht für Euch tun."
Bevor er sich vom Söldner abwendet fügt er noch zischend hinzu.
"Und wenn nur ein einziger meiner Männer bei dieser Aktion zu Schaden kommt, dann mache ich *Euch* dafür verantwortlich! Verstanden?"
avatar Borthar 23.Sep.2006 02:09
Ich sehe schon, dass das beschlossene Sache ist... Also gut, dann lasst den Vorlauten eine Rede halten. Ich bleibe aber hinter den Kulissen, es sei denn es sollte unangenehm da draußen werden. meint Bothar nur trocken als die anderen ihren Plan durchführen wollen.
avatar Ank Neb Wajit 24.Sep.2006 05:09
"Was habe ich gesagt..." Die Untote kann sich ein leichtes Schmunzeln nicht verkneifen. "Aber tut ruhig was ihr nicht lassen könnt. Ich werde die letzte sein, die euch aufhalten würde."
avatar Brandon 25.Sep.2006 12:09
"Mehr kann ich auch nicht erwarten. Ich danke Euch." Damit nimmt Brandon einige Schritte Anlauf, um über den Spalt zwichen Hof und Wachgebäude zu setzen...
avatar Der Tod 26.Sep.2006 05:09
Das leicht geneigte Dach des Kasernen-Hauptgebäudes liegt etwas niedriger als die Kommandatur, daher stellt es für Brandon kein Problem dar es zu erreichen.
Aber ob aus Hast oder Pech, bei der Landung auf dem grauen Schiefer knickt der rechte Fuß des Söldners empfindlich um und verwandelt die Außensehnen des rechten Beins in puren Schmerz.
Brandon beißt die Zähne zusammen und robbt in eine günstige Postion. Hier auf dem Dach ist er von Blicken welche von den Höfen der Kaserne oder Kommandatur ausgehen könnten geschützt, hat seinerseits aber die trutzige Vorterrasse gut im Visier.
Der junge Priester macht dort ein paar Halbherzige Anstalten den versammelten Mob unter ihm zu beruhigen während der blutrot vermummte Scharlachgardist, der Scharfrichter der Stadt, den fünf nackten Delinquenten gewissenhaft und ordentlich die von einem breiten Galgen herunterhängenden Schlingen um die Hälse legt...
Innerlich stößt Brandon einen Fluch aus.
Sofort zu schießen wäre riskant, da der hühnenhafte Scharlachgardist immer wieder unbewusst zwischen den Schützen und die auf kleinen Podesten stehenden Verurteilten tritt, jedoch bringt diese jede verstreichende Sekunde die Dreskener näher an ihren Tod...
"Hängt sie! Hängt sie!  Hängt sie...!"
avatar Gallasal der Vorlaute 26.Sep.2006 08:09
Entgegen den Rat Brandon's behält Gallasal den merkwürdigen Gegenstand und lässt ihn in eine Tasche seiner Kleidung gleiten.
"Wenn es eine Liebesgabe wäre, dann würde er es bis zum letzten Moment mit seinen Fingern umklammern! Es muss etwas anderes sein."
Aus seinen Gedanken herausgerissen, verfolgt der Gotteskrieger Brandon's Weg und dessen Mißgeschick, wohlwissend, dass es jetzt an der Zeit ist zu handeln, wenn er am Schicksal der Gefangenen noch etwas ändern will.
Schnellen Schrittes bewegt er sich in Richtung des Galgens und des geifernden Mob's. Dabei betet er immer wieder eine Art Mantra vor sich hin: "Hab Sonne im Herzen egal ob es stürmt oder schneit..."
avatar Brandon 26.Sep.2006 11:09
Brandon nutzt die verbleibenden Momente, bevor er aktiv werden muss, um sich noch schnell so gut es geht vorzubereiten. Er sucht sich aus seinem gutgefüllten Köcher seinen gradesten Pfeil, kontrolliert schnell den richtigen Sitz der stabilisierenden Federn. Dann fährt er mit den Fingern die gespannte Bogensehne entlang, wirft einen Blick auf die Sehnenaufhängung - als er zufrieden ist hockt er sich in Deckung auf das Dach, legt den Pfeil locker auf die Sehne. Aus selten blinkenden Augen beobachtet er den Scharlachgardisten, wartet auf den optimalen Moment...
avatar Der Tod 27.Sep.2006 04:09
Dem jungen Pelorpriester ist es inzwischen gelungen den nach Hinrichtung schreienden Mob so weit zu beruhigen dass seine salbungsvoll tönende Stimme von allen gehört werden kann.
Während die fünf Stadtwachen die Zinnen der Terrasse gegen mögliche Kletterversuche der Bürger absicheren nimmt im Hintergrund der Scharlachgardist die letzten Handgriffe an den Delinquenten vor.
"...Der letzte Segen wurde erteilt! Der Richtspruch ist gefallen, so möge denn die Gerechtigkeit ihren Lauf nehmen!"
Die letzten Worte des Priesters gehen im allgemeinen Geschrei unter, der Scharlachgardist tritt hinter den ersten Gefangenen, einen sehnigen Mann mit schwarzen Haaren und bereitet sich darauf vor diesen mit einem Ruck ins Jenseits zu befördern...
Da geht ein plötzlicher Aufschrei der Überraschung durch die Menge.
Das Seil des Verurteilten wurde zerschossen! Der unbekannte Schütze legt einen zweiten Pfeil auf die Sehne während die Wachen verwirrt umherblicken und der Priester furchtsam in Deckung geht. Der stämmige Scharlachgardist löst grunzend sein kurzstieliges Henkersbeil vom Gürtel...die Verwirrung ist komplett...
avatar Gallasal der Vorlaute 27.Sep.2006 07:09
"Das ist mein Stichwort!"
Die plötzliche Verwirrung ausnutzend, schiebt sich Gallasal von der Seite auf das Schafott.
Er lässt seinen Umhang heruntergleiten, so das sein Kettenhemd mit der eingearbeitenden Sonne sichtbar wird und hebt beschwichtigend die Hände. Er dreht sich zu der momentan ruhigen Menge und setzt an:
" Wer oder was hat euch so verhext, dass ihr nach dem Blut geschlagener Mäner dürstet?
Reicht es euch nicht zu wissen, dass diese Krieger nie wieder ein Leid anrichten können, wenn ihr es nicht wollt?!
Stellt euch vor, eure Männer, Brüder oder Söhne wären in Kriegsgefangenschaft. Wünschtet ihr nicht auch, man würde sich ihrer gnädig erweisen und sie eventuell austauschen, so das ihr eure Lieben wieder in die Arme schließen könntet? Oder das man ihnen wenigstens die Behandlung zukommen lässt, welche sich geziemt! Haben euch eure Ahnen solch Verhalten gelehrt? Sicherlich nicht! Sie haben im Sinne Pelor's gehandelt, welcher ein gütiger Gott ist und verzeihen kann. Und das ist der richtige Weg, ihr guten Leute von Gerleth. Bleibt aufrichtig und bedenkt, dass diese Männer auch nur Befehlen folgen. Ohne Frage den Falschen, viel Schrecken, Tod und Leid hat der Angriff über uns gebracht, aber es war vielleicht nicht ihr freier Wille. Niemand zieht gerne in die Schlacht, wissend, dass es das letzte Mal sein kann.
ALSO BITTE ICH EUCH UM EURE GNADE FÜR DIESE MENSCHEN! LASST UNS HERAUSFINDEN, WAS DIE GRÜNDE FÜR DIESES HANDELN SIND UND WER WIRKLICH DAHINTER STECKT!

Völlig erschöpft aber zufrieden mit seiner Rede holt Gallasal ersteinmal tief Luft. Gespannt wartet er auf die Reaktion der Masse...
avatar Ank Neb Wajit 27.Sep.2006 07:09
Mit verschränkten Armen - und ebenso verschränktem und undurchsichtigem Gemüt - lauscht Ank Neb Wajit den Geschehnissen auf dem Schafott, die Mühe, sich einen Beobachtungsposten zu suchen, macht sie sich nicht. Gallasals kühne Rede, die an die Herzensgüte der Bürger appeliert, entlockt der Untoten ein Schmunzeln. "Wieviele aufrichtige Leute sind ihrer Aufrichtigkeit wegen genauso geendet, wie diese armen Hunde an den Stricken? Und dabei wird im Namen der Sonne stets für Barmherzigkeit gepredigt..." Mit dieser Entdeckung konfrontiert - die ihr nicht wirklich neu ist, doch sich ihr gerade jetzt in neuem Lichte darbietet - versinkt die kemetische Prinzessin in Schweigen, und lauscht gespannt den weiteren Entwicklungen.
avatar Brandon 27.Sep.2006 09:09
Eine gute Rede.
Brandon entspannt sich leicht und wartet auf die Reaktion des Mobs...
avatar Der Tod 27.Sep.2006 09:09
Betretenes Schweigen, hier und da von verlegenem Gemurmel unterbrochen, hängt über der versammelten Menge. Die Stadtwachen tauschen unschlüssige Blicke aus und der vermummte Scharlachgardist lässt seine Axt sinken und kratzt sich am kaputzenverhangenen Kopf.
Der junge Pelorpriester, eben noch im feierlichen Taumel seines Amts, blickt fassungslos und mit empört offenstehenden Mund zwischen den Gefangenen, welche Gallasal wie eine Lichtgestalt anstarren, und der sich langsam zerstreuenden Menschenmenge auf dem Vorplatz hin und her.
Dann fängt er sich wieder und baut sich wutentbrannt vor dem eine Handbreit größeren Gallasal auf.
"Was...was erlaubst du dir, Kerl? Hast du überhaupt eine Ahnung...!?"
Völlig unpriesterhaft erhebt der Kleriker die geballte Faust - lässt sie jedoch rasch wieder sinken als er erneut des meisterhaften Schützens auf dem Dach gewahr wird.
"Das wird ein übles Nachspiel für dich haben! Du wirst noch sehen...!" zischt er stattdessen zornig und rauscht dann mit flatternder Robe und den Wachen im Schlepptau zurück in Richtung Innenhof, einen konfusen Scharlachgardisten und fünf mindestens ebenso verwirrte Dreskener zurücklassend...
avatar Gallasal der Vorlaute 27.Sep.2006 10:09
Verwundert und gleichzeitig verärgert schaut Gallasal dem Priester des Pelor's hinterher.
"Oh Herr, welch verwirrter Geist dient dir hier mehr schlecht als recht? Und was genau meint er mit Nachspiel? Habe ich nicht in deinem Sinne gehandelt?"
Doch dann besinnt er sich auf das Wesentliche. Er schaut den Henker an und sagt: "Guter Mann, wärt ihr mir bitte dabei behilflich die Gefangenen abzuschneiden und sie mit mir gemeinsam Oberst Thormun und seinen Männern zu übergeben? Ich weiß, dass es Brauch ist euch für euer schweres Amt einen Bonus zu bezahlen und so soll es euer Schaden nicht sein."
Ohne weitere Worte nimmt Gallasal fünf Goldmünzen aus seinem Geldbeutel heraus und reicht sie dem Scharlachgardisten. Dann zieht er sein Schwert und fängt an den jungen Kämpfer abzuschneiden, welcher im Hof den merkwürdigen Gegenstand fallen ließ. Dabei flüstert er ihm ins Ohr:"Ihr habt vorhin etwas verloren...möchtet ihr es wiederhaben? Hat es eine besondere Bedeutung für euch?Sprecht schnell..."
avatar Borthar 28.Sep.2006 09:09
Wenn der Junge so gut Kämpfen wie reden kann... Borthar, der sich im Hintergrund gehalten hat, scheint sichtlich beeindruckt von der Rede des Vorlauten. Hoffen wir mal, dass sie bei dem Volk genau so gut angekommen ist wie bei manch anderen Zuhörern.
avatar Der Tod 28.Sep.2006 04:09
Der Henker macht keine Anstalten das Geld an sich zu nehmen.
"Behaltets und beleidigt mich nicht." meint der Hühne in einem ruhigen und ehrlich-freundlichen Ton.
"Das ganze geht mir selbst gegen die Berufsehre, ist also schon recht, ich hoffe ich hab einen gut bei Euch.
Aber...was will der Oberst mit denen?"


Der junge Soldat zittert am ganzen nackten Leib als Gallasal ihn befreit. Mit großen Augen blickt er den Erwählten Pelors an, nimmt zögerlich die Haarlocke wieder an sich und birgt sie wie ein kostbares Kleinod in der hohlen Hand.
"Es war ein Geschenk von meinem Mädchen. Aber...es sollte nicht an mir sein wenn mein Körper erkaltet...das bringt nichts Gutes."
Nach einem kurzen Blick in Richtung Brandon fügt er hinzu: "Ich hatte gehofft dass ihr es findet."

Der Scharlachgardist hat inzwischen die restlichen Gefangenen freigeschnitten, diese sammeln sich wortlos hinter dem jungen Dreskener und blicken ihre Retter fragend an.
avatar Brandon 29.Sep.2006 11:09
Brandon erhebt sich aus seiner Deckung und lässt sich vom Dach auf den Platz hinab. Als er mit dem rechten Fuß aufkommt, zuckt er zusammen. 'Verdammter Fuß, was bin ich auch zu blöde zum Springen!' Hinkend, aber kein Gesicht verziehend, geht er zu den Gefangenen hinüber, nimmt dabei seinen Umhang ab und reicht ihn dem nächstbesten Dreskener. "Bildet euch nur nichts ein - ihr seid natürlich nicht frei. Wir mögen es nur nicht, wenn man Gefangene einfach aufhängt. Oberst Thormun da vorn wird euch etwas Kleidung geben - danach wird er euch einsperren."
In einem etwas freundlicheren Ton, mit leiserer Stimme fügt er hinzu: "Aber eigentlich müsstest du dein Mädchen noch einmal wiedersehen. Grüß sie von mir!" und wendet sich an den Scharlachgardisten. "Es tut mir leid, dass ich in Eure Richtung schiessen musste - aber glaubt mir, zumindest in dem Moment wusste ich, was ich tue. Ihr wart nicht in Gefahr. Doch sagt: Wie viele Hinrichtungen finden gerade noch statt, und wo müsste man noch eingreifen?"
avatar Der Tod 30.Sep.2006 01:09
"Soweit ich weiß noch vier andere, aber die dürften im Moment auch schon in vollem Gange sein. Würde mich wundern wenn ihr da noch was machen könntet, in meiner Familie gibts keine Stümper, gottlob."
Zweifelnd blickt der Scharlachgardist in Richtung Innenhof, wo Oberst Thormun nicht mehr zu sehen ist.
"Und der Oberst will die fünf hier retten? Seltsam. Ich hab meinen Auftrag doch direkt von ihm erhalten!"
avatar Borthar 30.Sep.2006 01:09
Borthar ist und bleibt im Hinterhof um keine Aufmerksamkeit zu erregen. Ich glaube, das gemeine Volk möchte nicht unbedingt einen "Dreskener" in Schlachtrüstung sehen... Was machen die denn so lange da oben... Dann wirft er einen kurzen Blick um etwas sehen zu können. Ahja, noch keine Toten.
avatar Brandon 01.Oct.2006 11:10
"Nein, streng genommen will er sie nicht retten. Aber es geht ihm wie uns gegen den Strich, Gefangene einfach aufzuhängen. Und jetzt, wo die Hinrichtung ohnehin unterbrochen ist wird er sich um sie kümmern, und sei es nur, um die Ordnung in der Stadt zu gewährleisten.

Aber was ist nur in diese Stadt, ihre Bürger und ihren Rat gefahren..."
Brandon schüttelt den Kopf. 'Und bei all den anderen Hinrichtungen sollen wir zu spät kommen? Verdammt!'
avatar Gallasal der Vorlaute 01.Oct.2006 11:10
Gallasal verstaut seine Waffe und sein Gold wieder in seinem Geldbeutel. Dann schaut er den jungen Dreskener an:
"Betet, zu wem auch immer, dass ihr eure Liebste bald wiederseht." Er hebt seinen Umhang auf und reicht ihm den Krieger:
"Hüllt euch ein, eure Verletzung hat euch eh schon geschwächt." Dann wendet er sich an den Henker:
"Lasst uns nicht länger Zeit verlieren und diese Gefangenen den Wachen übergeben...und ja, ihr habt einen gut bei mir. Mein Name ist Gallasal und wenn ihr einmal Hilfe benötigt, dann schickt nach mir."
Auffordernd streckt der Begünstigte dem Scharlachgardisten die Hand zum Abschied entgegen...
avatar Der Tod 01.Oct.2006 12:10
Knirschen drückt die in einem roten Lederhandschuh steckende Pranke des Scharfrichters Gallasals Hand.
"Passt auf Euch auf. Die Chancen stehen nicht schlecht Euch bald als meine Kunden wiederzusehen..."
Die Maske des Scharlachgardisten verhüllt inwieweit diese Bemerkung scherzhaft gemeint war und schon wendet sich der Henker ab um die Galgenstricke wieder abzuknüpfen...der Platz vor dem Schaffot ist inzwischen leer, nur vereinzelt hechten Leute vorbei die hin und wieder einen neugierigen Blick hinaufwerfen.
avatar Brandon 01.Oct.2006 11:10
Trotz des kleinen Erfolgs leicht niedergeschlagen folgt Brandon dem Zug der Gefangenen zurück zur Kaserne. Als er des Thormuns grimmigen Gesichtes ansichtig wird strafft er sich. "Immerhin, diese Fünf leben noch, und zumindest ein Teil des wilden Haufens ist aus seinem Wahn geweckt. Sorgt Ihr erstmal für die Dreskener, bis sie gegen Gefangene der Dreskener ausgetauscht werden, oder bis ihnen ein ordentlicher Prozess gemacht wird?"
avatar Der Tod 05.Oct.2006 04:10
Oberst Thormun, der gerade schon wieder zwei weitere, nun davoneilende, Unteroffiziere instruiert hatte, wendet sich zu Brandon um. Seine gepresste Stimme und die anschwellenden Adern an Stirn und Hals sind die einzigen, aber untrüglichen, Anzeichen dass der Stadtkommandant nicht nur gelinde gereizt ist.
"Rottmeister Aurelian! Diese da *hatten* bereits ihren Prozess, begreift das endlich!
Und was erwartet ihr eigentlich jetzt von mir? Ich habe schon mehr getan als ich eigentlich gedurft hätte nur dadurch dass ich Euch nicht sofort unter Arrest genommen habe!"

Der Oberst schüttelt den Kopf.
"Obwohl das wahrscheinlich sogar besser für Euch gewesen wäre. Ihr habt Euch mit dem hohen Rat angelegt, ich hoffe die Konsequenzen sind Euch klar.
Und jetzt schafft mir diese Dreskener hier weg, bei den neun Höllen, wohin soll mir gleich sein! Ihr habt mir schon mehr als genug Scherereien gemacht!"

Aufgebracht dreht sich Thormun weg und stapft zurück in die Kommandatur ohne den Söldnern und den Gefangenen auch nur einen weiteren  Blick zuzuwerfen.
avatar Ank Neb Wajit 05.Oct.2006 05:10
Zwar begrüßt Ank die zurückkehrenden "Helden" mit einem anerkennenden Nicken, doch mehr Begeisterung, sollte sie überhaupt welche verspüren, lässt sich die Untote nicht anmerken.

"Soso, Euch ist es also tatsächlich gelungen, Gratulation. Aber Ihr wisst, was Ihr Euch nun eingehandelt habt, Brandon?", bemerkt sie nicht ohne eine Spur von Ironie in der Stimme, "vergesst nicht, Ihr seid nun für sie verantwortlich..."
avatar Borthar 06.Oct.2006 02:10
Als Borthar das Donnerwetter mitbekommt, dass sich über dem Oberst zusammenbraut schaut er etwas missmutig drein. Und das soll es schon wieder gewesen sein? Na hoffen wir mal, dass die Konsequenzen für Brandon tragbar sind. Immherhin ist er ein guter Kämpfer... und diese brauchen wir leider in diesen schweren Zeiten...
avatar Brandon 08.Oct.2006 04:10
Wütend beisst Brandon die Zähne zusammen und lässt das Donnerwetter Thormuns mit gesenktem Kopf über sich ergehen. Dass man sich so in einem Menschen täuschen kann... ich dachte, er wäre auf unserer Seite! Nachdem der Oberst fertig ist hebt er seinen Kopf, nimmt eine stolze Haltung an und sieht dem davon stampfenden Mann hinterher. Kurz überlegt er, dann wendet er sich an seine Kameraden. "Das war wohl nichts - ich dachte, er würde helfen. Na gut, sehen wir zu, dass wir die Dreskener irgendwie bekleidet bekommen, und dann sollen sie sich nützlich machen. Überall werden Sachen wieder aufgebaut, da können sie sicher helfen!"
avatar Ank Neb Wajit 10.Oct.2006 12:10
"Wenn das Volk sie nicht vorhin in Stücke reißt, wieso auch nicht?" Ank kann sich diese zynische Bemerkung einfach nicht verkneifen. Warum reitet sich der Bursche auch mit solchen "Heldentaten" in Schwierigkeiten? "Nunja, ich nehme an, als nächstes ist ein Besuch beim Schneider angebracht? Wo gedenkt Ihr denn einen zu finden, jetzt wo die Stadt in einem solchen...misslichen Zustand ist?"
avatar Gallasal der Vorlaute 10.Oct.2006 05:10
"Einfache Kleidung sollten sie auch in jedem Tempel oder Kloster bekommen. Ich glaube sowieso, dass das ein guter Platz für sie wäre. Doch vorher und er schaut den verletzten Jüngling eindringlich an müßtet ihr versprechen, dass ihr der Bevölkerung kein Leid mehr zufügt. Warum habt ihr diesen Überfall eigentlich begonnen, es gibt keinen offensichtlichen Grund, keine Herausforderung unsererseits?!
avatar Der Tod 10.Oct.2006 07:10
Der junge Soldat nickt betreten, fängt sich dann aber einen scharfen Seitenblick von einem der anderen Gefangenen ein, einem breitschultrigen Schwarzbart, der nun einen Schritt vortritt und sich nackt aber mit trotzig erhobenem Kinn vor Gallasal aufbaut.
"Befehl." schnarrt der Kämpfer.
"Unser Volk braucht den Lebensraum, wir müssen stärker werden um uns mit den Armeen des Teufelkaisers messen zu können. Alles Land bis zum großen Meer muss dazu erobert werden.
Dies ist keine Zeit mehr für das Gerede altersschwacher Greise, nur die Stärksten haben das Recht zu überleben!"
avatar Ank Neb Wajit 10.Oct.2006 08:10
"Welcher Stolz, welcher Trotz! Und das, angesichts der Tatsache, dass er gerade beinahe unvermeidlichem Tode entrissen wurde!"

"Verzeiht meine Unwissenheit, doch wer ist dieser Teufelskaiser, von dem der junge Mann hier soeben sprach?", wendet sich die Kemeterin mit gewisser Überheblichkeit direkt an Brandon und Borthar, den pöbelhaften Gefangenen bewußt ignorierend. "Ich muss zugeben, dieser Regent des Nordens ist mir nicht bekannt."
avatar Brandon 11.Oct.2006 07:10
Bei der hochmütigen Tirade des Dreskeners stellen sich bei Brandon vor Ärger die Nackenhaare auf. Also so ist das. Narren! In demselben Ton, den auch die Kemeterin angeschlagen hatte antwortet er dem Wesen, das er als Taju kenn, auch wenn es nicht zu seinen Gedanken passtt: "Nein, auch ich kenne diesen ominösen Teufelskaiser nicht - aber er muss eine furchtbare Bedrohung sein, wenn man seinetwegen die halbe dreskanische Armee in Gerleth aufreibt..." Der hesetische Bogenschütze lacht höhnisch.
avatar Pekhari Sebekhotep 11.Oct.2006 12:10
Gehe ich recht in der Annahme, dass du vom hesetischen Kaiser sprichst, Gefangener? Darf ich dann fragen, warum ihr ihn so fürchtet? Hat er aggresive Handlungen angekündigt? Und wie wollt ihr gewinnen, wenn ihr eure Armee dezimiert, genauso wie die eurer Nachbarn, die wohl im Kaiser einen gemeinsamen Feind haben?“
avatar Der Tod 11.Oct.2006 12:10
Das großspurige Gebaren des nackten Kriegers überdeckt nicht vollkommen das Interesse mit dem er Pekhari mustert. Mit lautem, schnarrenden Ton fährt er jedoch mit seinen beinahe Ausführungen fort.
"Wir fürchten nichts und niemanden, merkt Euch das! Sie fürchten UNS, deshalb intrigieren sie und versuchen uns mit Heimtücke beizukommen! Aber das wird ihnen nicht gelingen!"
Einige der vorbeieilenden Gerlether Soldaten werfen dem immer lauter herumtönenden Dreskener feindseelige Blicke zu, dieser lässt sich jedoch nicht beirren.
"Unser Volk lebt für den Kampf und wird gestärkt aus diesem Feldzug hervorgehen! Stark genug um es mit jeder Macht der Welt aufzunehmen und das zu verteidigen was rechtmäßig uns gehört!
Euer Rat und die Pfeffersäcke aus dem Süden stecken doch mit dieser dekadenten Missgeburt unter einer Decke!"

Der Soldat hat sich in Rage geredet und brüllt nur noch, seine momentane Postition wohl vollkommen vergessend. Seine Kameraden werfen sich und auch den Söldnern hinter seinem Rücken unsichere Blicke zu.
avatar Gallasal der Vorlaute 11.Oct.2006 05:10
Gallasal, welcher sich die ganze Zeit im Hintergrund gehalten hat, ist sehr verärgert über die offensichtliche Undankbarkeit und Uneinsichtigkeit des Dreskeners. In sich gekehrt murmelt er ein Gebet, um kurz darauf in einer funkelnden Korona aus Sonnenlicht auf dem Platz zu stehen. Wie eine Laterne verbreitet der Gesandte Pelors eine Mischung aus normalem und diffusem Licht. Dann richtet er das Wort an den Unbelehrbaren: " SCHWEIGT SOFORT, BEVOR PELOR DIE GNADE VERGISST, DIE ER EUCH ZUTEIL WERDEN LIEß. REDET WEITER UND IHR LERNT DIE STRAFE DES GERECHTEN GOTTES KENNEN!"
Nun liegt es an dem Gefangenen, wie wird seine Wahl wohl ausfallen...?
avatar Borthar 11.Oct.2006 10:10
Selbst der sonst so kühle Borthar scheint nicht besonders begesitert von der Reaktion der Gefangenen zu sein. Langsam verfinstert sich seine Mine und er geht auf den Gefangenen zu. Wohl wissend das er selber einer von ihnen war, tritt er ihnen doch mit einem Gewissen stolz gegenüber, der Gerlether Söldnertrupep anzugehören. Ihr wagt es euch so auflehnerisch zu äussern? Habt lieber Dank, dass diese Leute euer, in den Augen Gerleths, wertloses Leben gerettet haben!
avatar Der Tod 13.Oct.2006 11:10
Mit plötzlich entgleisendem Gesichtsausdruck, einer Mischung aus Zorn, Überraschung und Furcht, verstummt der Dreskener und taumelt einen Schritt vor dem strahlenden Gallasal zurück.
Mit einem unverständlichen Murmeln senkt der nackte Wüterich wie ein geprügelter Hund seinen Kopf und geht zwei weitere Schritte zurück zur Gruppe der Gefangene. Diese werfen ihrem Kameraden nur verächtliche Blicke zu und halten, wie angewiedert, Abstand von ihm.
Dann Blicken sie fragend, bei manchem auch mit ein wenig Zweifel oder Furcht, in Richtung der Söldner und harren den weiteren Entscheidungen der Landsknechte welche im Übrigen inzwischen auch interessiert von so manchem gerlether Soldaten beobachtet wird...
avatar Brandon 13.Oct.2006 08:10
"So, und nachdem das geklärt ist könnt ihr anfangen, euch nützlich zu machen. Das mit dem Tempel ist eine gute Idee, da kommt ihr nicht auf dumme Gedanken." Brandon mustert den vorlauten Dreskener mit abfälliger Mine. Was haben die nur mit ihren Soldaten gemacht, damti die so fanatisch sind? Barsch fügt er hinzu: "Gehen wir." Demonstrativ wendet Brandon den Feinden den Rücken zu und setzt sich in Richtung Tempel in Bewegung.
avatar Der Tod 14.Oct.2006 11:10
Unter einigen verachtenden Blicken, welche den Gefangenen gelten und einigen bewundernden Blicken in Gallasals Richtung marschieren die fünf Söldner mit den größtenteils immernoch nackten Gefangenen los.
Auf dem Vorplatz und den Straßen herrscht reger Betrieb, die meisten Leute sind zu beschäftigt um der Prozession mehr als einen misstrauischen Blick zuzuwerfen.
So bahnt sich der Söldnertrupp seinen Weg durch schwerbewaffnete Soldaten, hektische Bürger und Karren mit allen erdenklichen Gegenständen in Richtung des kleinen Pelorschreins...
avatar Borthar 14.Oct.2006 03:10
Hinter den Nackten Männern läuft Borthar und passt auf, dass sich keiner aus dem Staub machen will. Am Pelorschrein angekommen wartet er vor der Tür darauf, dass die anderen wieder heraus kommen...
avatar Ank Neb Wajit 14.Oct.2006 09:10
"Ich frage mich, ob der Gottesdiener von vorhin irgendwo an diesem Schrein zu finden ist," merkt Ank in der Hochsprache an, als die Prozession endlich an ihrem Ziel angelangt ist. Suchend blickt die Untote einen Blick ins Innere, doch noch geht sie nicht hinein. "Eigentlich sind solche Fanatiker ja recht schwierige Gesprächspartner, und was mich angeht, sollte ich besonders auf der Hut sein," fügt sie schließlich auf Mesorisch hinzu.
avatar Gallasal der Vorlaute 16.Oct.2006 07:10
Jetzt zieht der Feigling den Schwanz ein...
Schon etwas enttäuscht, dass der aufrührerische Soldat so schnell klein beigegeben hat, beendet Gallasal sein Gebet und das leuchten geht über in ein leichtes glimmen, um dann schließlich ganz zu verschwinden. Auf dem Marsch zum Tempel nimmt er den jungen Gefangenen zur Seite und lässt sich etwas mit ihm zurückfallen:"Nun sagt mir, warum ihr wirklich die Stadt angegriffen habt. Zumindest, was man euch erzählt hat..."
avatar Der Tod 16.Oct.2006 08:10
Stockend und offensichtlich von Gallasal eingeschüchtert antwortet der junge Soldat nur zögerlich.
"Viel hat man uns nicht gesagt. Der Rat von Gerleth hätte ein Bündniss mit den Hesetern geschlossen um uns bald in einen Krieg an zwei Fronten zu verwickeln."
Der Dreskener blickt scheu zum Gottesmann hoch um abzusehen ob er gefahrlos weitersprechen kann.
"Deshalb müssten wir ihnen zuvorkommen und uns nach Süden hin freischlagen haben sie gesagt. Ein Präventivangriff um dem Kaiser den Dolch aus der Hand zu schlagen."
Forschend blickt der junge Mann zu Gallasal, offensichtlich wartet er auf eine Reaktion die ihm selbst Aufschluss über die Wahrheiten dieser Aussagen geben könnte...
avatar Gallasal der Vorlaute 18.Oct.2006 11:10
Leicht irritiert schaut Gallasal den Soldaten an:
"Von einem Bündnis weiß ich nichts...was aber nichts heissen soll. Der Rat erzählt uns sicherlich auch nicht alles. Aber eure Aussage könnte vielleicht erklären, warum Gefangene sofort hingerichtet werden sollen. Jemand der mehr hinter diese Intrigenspiele schauen kann als ich, sollte sich mit euch unterhalten"
Mit diesen Worten versucht er, zur Verhüllten aufzuschließen.
" Ach...verehrteste...würdet ihr euch bitte einmal mit dem jungen Mann hier unterhalten. Er hat etwas interessantes zu erzählen, was ihr deuten könntet."
avatar Ank Neb Wajit 18.Oct.2006 06:10
"Er wagt es schon wieder, mich anzusprechen..."
Mißmutig hebt Ank leicht den Blick und antwortet mit kalter Stimme: "Ist es denn wichtig? Und weshalb gerade ich - werdet *Ihr* etwa nicht schlau aus seinen Worten?" Der Tonfall der Mumie klingt am Ende halb amüsiert und halb überheblich.
avatar Der Tod 18.Oct.2006 08:10
Unterdessen haben die Söldner samt Anhang den Schrein des Pelor durch die großse, so gut wie zerstörte Doppeltür betreten.
Das sanfte Licht welches durch das runde, goldgelbe Bleiglaßfenster im Zentrum der kleinen Kuppel in den Raum fällt steht zu einem krassen Kontrast zu den sonstigen Eindrücken welche den Helden entgegenschlagen. Das getrocknete Blut auf den hellen Fliesen, der Gestank von Fäkalien und Erbrochenen und das Stöhnen von Verwundeten welche als bizarre Schemen im Zwielicht neben dem Mittelgang liegen künden vom Leid welches der Überfall der Dreskener über die Stadt gebracht hat.
Im Moment ist jedoch kein Priester oder Tempeldiener zu sehen, die Söldner stehen allein im halb zerschmetterten Eingang, hinter ihnen blicken die Dreskener mit sehr gemischten Mienen ins Innere.
avatar Pekhari Sebekhotep 18.Oct.2006 09:10
Wortlos schreitet Pekhari die Reihen der Verwundeten ab und sieht, ob jemand seine Hilfe benötigt, als Heiler oder Priester.
avatar Brandon 18.Oct.2006 09:10
Ruhig, aber bestimmt sagt Brandon zu den Dreskenern "Ihr wartet hier," und macht sich dann auf die Suche nach einem Priester. Dabei vemeidet er es, auf das Elend um ihn herum zu schauen. Zwar muss er schlucken, als er eine besonders furchtbare Wunde, die einen armen jungen Burschen wohl das Bein kosten wird sieht, doch er kümmert sich nicht um die Verwundeten. Lieber sterben als als Krüppel weiterleben zu müssen! Aber noch lieber natürlich siegreich sein... Kurz muss er an die am Abend verlorenen Kameraden denken, doch auch den Gedanken kann er schnell verdrängen...
avatar Gallasal der Vorlaute 19.Oct.2006 12:10
Gallasal antwortet der vermummten Gestalt:" Weil ihr eine Frau der Worte seid, deshalb solltet ihr es sein. Wir anderen sind doch eher Männer des Schwertes. Und ihr könnt auch erkennen ob es wichtig ist und euch einen Reim darauf machen...im Gegensatz zu mir.
Seid ihr nun zufrieden und hört ihm zu?"

Erleichtert stellt der Gotteskrieger fest, dass sie an ihrem Ziel angekommen sind.
Jetzt sind sie etwas sicherer. Allerdings sollte nur der Abt von ihrer wahren Identität erfahren, sonst hätten wir sie nicht retten müssen.
avatar Ank Neb Wajit 19.Oct.2006 12:10
"Was soll das denn jetzt? Aber vielleicht hat er recht, ich dürfte genügend Verstand haben, um Licht in dieser heillosen Finsternis zu sehen - ganz im Gegensatz zu einigen anderen."

Mit einem Nicken willigt Ank plötzlich ein. "Also schön, meinetwegen, sorgt dann eurerseits dafür, dass diese armen Tropfe zumindest ein Stück Leinen bekommen, um ihr Elend zu bedecken. Kriegszeiten oder nicht, den letzten Rest der Sitthaftigkeit wird es in dieser Stadt doch wohl noch geben."

Ohne noch länger mit dem mitunter peinlichen Krieger zu diskutieren, tritt die Mumie an den besagten Gefangenen heran, ihn aus der Tiefe der Kapuze eingehend, wenn auch abschätzig, musternd. "Soso," beginnt sie dann in nichtssagendem Tonfall, als sie einen Blick in die Augen des Jünglings riskiert, "Euch hat also mein Begleiter vor sicherem Tode in der Nacht bewahrt... Und meine neuen, barmherzigen Bekanntschaften haben Euch schließlich erneut geholfen. Ich beneide Euer Schicksal nicht, fürwahr...doch es gibt für Euch vielleicht noch Hoffnung," die untote Königstochter hat Schwierigekeiten, sich in einen lebenden Fremdländer hineinzuversetzen. "Aber, sagt bitte, was hattet Ihr diesem ...vor Torheit... strahlenden Herrn erzählt, das ihn so aufgeregt gestimmt hat?"

Nachdem sie sich den Bericht des jungen Mannes angehört hat, mit leichtem Schmunzeln ob seiner Verunsicherung, fragt die Kemeterin nach: "Waren die beiden Völker euch denn schon vorhin vehasst gewesen, oder kam euer Zorn erst mit den Verkündungen eurer Herrn?"
avatar Der Tod 20.Oct.2006 08:10
Währenddessen schreitet Pekhari die Reihen der Verwundeten ab. Die meisten sind schwer verletzt und nehmen kaum Notiz von dem Priester.
Dann entdeckt der Kemeter einen hageren, halb zugedeckten Mann mit üblen Torsoverletzungen der offensichtlich tot zu sein scheint, seine Augen sind blicklos an die Decke gerichtet, sein Mund ist halb geöffnet. Als der Diener Toths sich zu ihm hinunterbeugt um ihm einen letzten Segen mitzugeben dringt plötzlich doch ein kaum vernehmbares  Röcheln aus der Kehle des Mannes.
"Wasser...!"

Der junge Dreskener blickt Ank unsicher an.
"Seht, es ist so...wir sind nuneinmal stolz - gehasst haben wir sie nicht unbedingt, aber...die Hesetier haben schon einmal versucht uns zu unterwerfen und Gerleth lebt nur Schutz unserer Stadt...und dann diese Nachricht von einem Bündniss..."
Er zuckt, beinahe entschuldigend, mit den Schultern.
avatar Ank Neb Wajit 22.Oct.2006 03:10
"Ich verstehe," antwortet Ank mit beinahe zuvorkommender Stimme, "aber sagt bitte, wann hat diese Nachricht euch ereilt? Und - wer brachte sie in Euer Land?" Die Mumie legt den Kopf leicht schief und wartet auf die Ausführungen des Gefangenen.
avatar Der Tod 23.Oct.2006 08:10
Brandon hat unterdessen den 'Sonnengang' des kleinen Tempels durchquert, immer darauf bedacht den Verwundeten nicht allzuviel Beachtung zu schenken.
Die Wand hinter dem Altar lässt auf der rechten Seite einen Durchgang offen welcher in einen kurzen, wieder nach rechts durch einen Durchgang geöffneten, Gang mündet.
Im winzigen, halbdunklen Raum dahinter, auf dem hölzernen Gebetsschemel zusammengesunken, liegt der reglose Priester. Seine verschränkten Arme, auf welchen der ergraute Kopf ruht, liegen auf der Buchstütze und der Atem des Schlafenden geht ruhig.
Schwacher Lichtschein dringt durch eine leicht offenstehende Holztür in die Kammer hinein.

Der junge Dreskener stockt ob Anks Frage.
"Äh...ich...ich weiß nicht genau."
Sein Gesichtsausdruck verrät dass er sich darüber noch nie Gedanken gemacht hat.
"Unsere Offiziere haben es gesagt, der Herzog sogar auch! Und der weiß ganz sicher wovon er redet!"
avatar Ank Neb Wajit 23.Oct.2006 10:10
"Natürlich weiß er, wovon er redet. Jeder Machthaber, der länge im Amte zu bleiben gedenkt, weiß es..." Das anfängliche wissende Schmunzeln bei diesem Gedanken vergeht Ank plötzlich, als sie an die...Aufhebung ihrer eigenen Position denkt. Tote Adlige werden ja bekanntlich mit anderen Huldigungen bedacht als Lebende... "Aber ich bin nicht so tot wie gewöhnliche Leichen," tröstet sich die Mumie, "und derjenige, der mir das angetan hat, wird sich noch Ärger einhandeln, da sorge ich für."

"Sicherlich," blickt sie wieder dem jungen Dreskener entgegen, "aber so wie ich das verstehe, ist es ein eher...kurzfristig geplanter Feldzug geworden? Oder habt ihr euch etwa schon monate- wenn nicht gar jahrelang auf einen Krieg gegen Hesetien und Gerleth vorbereitet?"
avatar Brandon 25.Oct.2006 12:10
Möglichst ohne ein Geräusch zu machen zieht sich der knochige Bogenschütze wieder zurück. Lass den Mann schlafen, gestern waren hier doch noch mehr Leute, die etwas zusagen hatten, denkt er und macht sich wieder auf die Suche, vorsichtig die ausgestrecken Glieder der Verletzten und Schlafenden vermeidend. War da nicht noch irgendwo ein Mädchen, das auch gehofen hat?
avatar Pekhari Sebekhotep 25.Oct.2006 07:10
Pekhari kniet neben dem Mann nieder. Dann wendet er sich seinen Gefährten zu und fragt, nicht allzu laut, um keine Schlafenden zu wecken:
"Hat jemand von euch Wasser dabei? Meine Vorräte sind in der Nacht abgebrannt."
avatar Der Tod 25.Oct.2006 10:10
Der gefangene Dreskener nickt zögerlich.
"Recht kurzfristig, ja. Obwohl...das schwer zu sagen ist, wir sind eigentlich ständig kriegsbereit und organisiert, nur die letzten Vorbereitungen fallen aus dem Rahmen. Wie lange schon genaue Pläne für diesen Feldzug existieren weiß ich nicht..,"

Brandon schleicht unterdessen völlig geräuschlos am am schlafenden Priester vorbei und lugt durch den schmalen, lichtspendenden Spalt in der zweiten Tür des kleinen Raumes.
Hinter der Holzpforte erkennt der Söldner die Sakristei des kleinen Tempels, mancherlei Möbel und kirchliches Gerät scheinen dort hastig übereinandergestapelt worden zu sein. Der schwach goldene Lichtschein rührt von einem dreiarmigen Kerzenleuchter her welcher auf den Boden gestellt worden ist.
Neben dem Leuchter erkennt Brandon eine kleine, hölzerne Waschwanne und vor dieser kniet, den schlanken Rücken in Richtung Tür gewandt, Madra, die junge Tempeldienerin. Der Söldner erkennt sie sofort an ihren leicht gelockten, haselnussbraunen Haaren welche sie flüchtig zu einem Knoten hochgesteckt hat. Einige Strähnen haben sich gelöst und ruhen auf ihren schmalen, im Licht der Kerzen wie von Marmor schimmernden Schultern, welche das etwas herabgerutschte Kirchengewand preisgiebt.
Auch wenn Brandon die Hände der jungen Frau, welche die seinen noch vor wenigen Stunden berührt hatten, nicht sehen kann, so verrät doch das leise plätschern von Wasser dass sie sich gerade am Zuber wäscht. Sie scheint den hereinspähenden Brandon nicht bemerkt zu haben, auf jeden Fall macht sie keine Anstalten sich zur Tür umzuwenden...
avatar Gallasal der Vorlaute 26.Oct.2006 12:10
Gallasal, welcher sich nach den Worten der Vermummten den Verwundeten zugewandt hat, verschafft sich einen Überblick. Soviel Grauen in einer Nacht...ich glaube, es wird den Gefangenen gut tun, einen Teil ihrer Schuld hier abzuarbeiten. Aufgeschreckt durch die Frage Pekhari's wird er aus seinen Gedanken gerissen: "Ich müßte noch genug Wasser haben" Schon auf dem Weg zu dem fremdartigen, leicht reizbaren Mann, nimmt Gallasal seinen Wasserschlauch von der Seite ab. "Wenn es noch etwas anderes sein soll, sagt mir bescheid." Abwartend schaut der Gotteskrieger den Kleriker an und reicht ihm dabei den Wasserschlauch...
avatar Brandon 26.Oct.2006 09:10
Der Bogenschütze hält inne. Die Hand schon erhoben, um an der Tür zu klopfen steht er da und genießt den Anblick. So friedlich... kaum zu glauben, dass ich gerade in derselben Stadt, in demselben Tempel stehe wie gestern abend. Schön ist dieses Mädchen! Eine ganze Weile bewegt sich Brandon nicht, und erst, als Madra Anstalten macht sich zu erheben erwacht er aus seinem Tagtraum. Er führt die Bewegung seiner Hand zu Ende, klopft leise an die Tür und versucht ungeschickt, so zu wirken, als sei er gerade erst angekommen.
avatar Ank Neb Wajit 26.Oct.2006 11:10
"So ist das also. Ihr lernt also schon früh den Umgang mit Waffen, richtig? Und seid stets zu einem Kriege bereit? Wird Euer Volk denn von vielen Feinden bedroht?"
Die Mumie findet langsam Gefallen an einer eher müßigen Unterhaltung mit dem Gefangenen. "Und wenn er nicht so entwürdigt da stünde, wäre er vielleicht auch ein sehr ansehnlicher Anblick... Ach, sollte ich das nicht lieber bleiben lassen?.."
avatar Der Tod 27.Oct.2006 06:10
Der junge Dreskener, welcher noch immer nur notdürftig in Gallasals Umhang gehüllt ist, versucht unverholen Einblick unter Anks Kapuze zu erhalten als er ihr, ein wenig geistesabwesend, antwortet.
"Ja, äh...wir sind immer bereit zum Kampf und jeder Mann der eine Waffe halten kann lernt auch sie zu benutzen. Aber...wir sind keine Kriegstreiber, wir müssen hart sein, sonst wären wir schon längst Sklaven! Dreskan steht allein und isoliert, wir können nur auf uns selbst zählen.
Aber...wenn ich fragen darf...woher kommt ihr, dass ihr so wenig über unsere Länder wisst..."


Die junge Tempeldienerin schreckt, beinahe wie ertappt, hoch als Brandon anklopft und fährt erschrocken zu ihm herum wobei sie mit dem Fuß lautstark gegen den Wasserbpttich stößt.
Mit rot anlaufenden Wangen versucht sie hastig Kleid und Haar zu richten und blickt Brandon scheu an.
"Oh, verzeiht...ich...ich habe Euch nicht gehört...!" Ihre helle Stimme klingt nervös.
"Ich...habe nur kurz...äh...was...wie kann ich Euch helfen?"
Die zu einem Lächeln gepressten Lippen und die verkrampften Hände zeugen von Madras Kampf um ihre innere Ruhe und ihr gelingt es sogar Brandons Blick für ein paar Sekunden zu treffen ehe sie ihn, ein weiteres Mal dunkel errötend, abwendet...
avatar Brandon 27.Oct.2006 11:10
"Entschuldigt..." Brandon räuspert sich und schaut krampfhaft auf einen Punkt an der Wand. "Entschuldigt die Störung. Ich hatte den Priester gesucht, aber da er schläft bin ich weitergegangen.  Ich... warte daussen." Er wendet sich ab und verschwindet hinter der seitlich von der Tür aus dem Blickfeld des jungen Mädchens.
avatar Ank Neb Wajit 28.Oct.2006 02:10
"Sagt Euch der Name Khemet etwas?" Ank schaut dem Dreskener einen kurzen Moment lang in die Augen - lange genug, um seine (und womöglich auch ihre) Neugier zu befriedigen, wie sie meint. Dann taucht die Untote wieder in den Schatten ihrer Kapuze ein. "Dieser ganze nördliche Landstrich ist mir weitgehend unbekannt, was Sitten und Gebräuche seiner Bewohner angeht..."
avatar Der Tod 28.Oct.2006 09:10
Der junge Dreskener schüttelt den Kopf.
"Nein, Khemet kenn ich nicht. Ach, ich bin übrigends Alarik. Und...wie ist Euer Name?"
Dabei blickt er aussschließlich Ank an, die Anwesenheit von Borthar, welcher ein wenig abseits bei den schweigenden Gefangenen stehen, scheint er weitesgehend vergessen zu haben.

"Oh, nein, nein...bitte bleibt doch..."
Ein wenig überhastet macht Madra zwei Schritte hinter dem Söldner her.
"Ich...ich bin schon fertig!"
Wie zur Bestätigung streicht sie die Ärmel ihres Gewandes glatt.
"Was gibt es denn, die Verwundeten müssten doch alle versorgt worden sein, ihr bringt doch nicht etwa noch mehr, oder...?"
Kurz scheint sie Brandon zu mustern und ein Schimmer von Erleichterung ist auf ihrem Gesicht zu sehen als sie erkennt dass er selbst nicht verletzt ist.

Pekhari flößt dem schwer Verwundeten behutsam ein paar Schluck von Gallasals Wasser ein. Das Schlucken scheint dem hageren, wohl hochgewachsenen Mann mit kurzem Bart schwer zu fallen, dennoch spricht er kurz darauf, mit blutig gurgelnden Worten weiter.
"Ihr...müsst helfen! Es ist fehlgeschlagen...er ist entfesselt! Das Anwesen Zacharas'...bitte..."
Die Augen des mittelalten Mannes sind panisch aufgerissen, seine Hand klammert sich knöchern an Pekharis Schulter.
avatar Gallasal der Vorlaute 28.Oct.2006 12:10
"Beruhigt euch erstmal...und dann erzählt dem Mann, was genau ihr meint."
Während Gallasal beruhigend auf den Verletzten einredet, berührt er dessen größte Wunde.
Ein leichter Schimmer geht von seiner Hand aus auf den Körper des Mannes über und augenblicklich versiegt an dieser Stelle der Blutstrom und die Verletzung schließt sich.
Dann erhebt der Krieger sich wieder, packt seinen Wasserschlauch und versucht ein paar Kleidungsstücke für die Gefangenen aufzutreiben.
avatar Ank Neb Wajit 28.Oct.2006 01:10
"Recht ungewöhnliche Umstände, Bekanntschaften zu schließen, findet Ihr nicht?," weicht Ank der Frage nach ihrem Namen zunächst aus. Irgendetwas in ihrem Verstand rät ihr davon ab, solcherlei Kontakte zu knüpfen, in einem Land wo sie sich schon aufgrund mangelnder lokaler Kenntnisse unnötigen Ärger einhandeln kann, von ihrem "Zustand" ganz abgesehen. "Nun, aber selbst am Hofe des Herrschers lernt man eins schnell - gerade Beziehungen und Verbindungen sind äußerst nützlich. Und Alarik muss ja nicht wissen, wer und was ich *wirklich* bin."

Nach kurzer Pause stellt sich die Königstochter schließlich vor: "Mein Name ist Taju, und meine Heimat, Khemet, liegt weit im Süden, so weit, dass ich all die Ländereien hier nördlich von Theasos für Märchenlande gehalten hatte, ehe ich sie selber gewahrt habe."
avatar Brandon 29.Oct.2006 06:10
"Neinnein," Brandon hebt abwehrend die Hand und wird sich plötzlich unangenehm seines nur nachlässig rasierten Kinnes bewusst. "Ich weiss nicht, ob Ihr es mitbekommen habt: Der Rat wollte alle gefangenen Dreskener ohne lange zu fragen aufhängen. Das ging uns gegen den Strich, man erhängt keine wehrlosen Gegner! Daher haben wir ees bei einigen von ihnen verhindert, doch jetzt suchen wir eine Bleibe für sie. Da sind wir auf den Tempel gekommen - sie sind überwiegend gesund, und ich denke, man könnte sie Kranke betreuen oder andere Arbeiten im Wiederaufbau leisten lassen. Was meint Ihr?" Zaghaft versucht er, Madra gewinnend anzulächeln.
avatar Der Tod 30.Oct.2006 03:10
Verwundert blickt Madra an Brandon vorbei als ob sie erwarten würde die Dreskener dort zu sehen. "Äh...ich weiß nicht, ich denke da muss ich erst den Pater fragen...aber...ich denke schon, ja. Wie viele sind es denn? Gegen einen oder auch zwei Helfer wird er sicher nichts haben...Und...ihr habt Euch tatsächlich gegen den Rat gestellt?"
Mit großen Augen blickt die junge Frau zum Söldner auf.

Dankbar blickt der, trotz Gallasals Heilung schwer mitgenommene Mann auf und beginnt, ein wenig ruhiger, aber immernoch mit dringlicher Stimme, zu erzählen:
"Wir waren zu sechst, ich hatte für diese Nacht das Amt des Wächters inne. Wir hatten die Nachricht des bevorstehenden Angriffs erhalten und den Befehl erste Verteidigungen einzurichten. Aber...etwas ging schief...!"
Ein blutiger Hustenanfall lässt den Bericht des hageren Mannes abbrechen. Keuchend muss er einige Male durchatmen bevor er weitersprechen kann.
"Ein schwerer Stoßtrupp der Dreskener überraschte uns! Ich...kanns mir auch nicht erklären wie sie zu uns gelangen konnten! Sie haben den Kreis zerstört! Sie haben...es befreit!"
Mit vor Schrecken geweiteten Augen überfällt den bärtigen Mann ein weiterer Hustenanfall. Nur mit Mühe bringt er die weiteren Worte heraus.
"Ich fürchte...ich bin der Letzte...! Bitte! Ihr müsst den Kreis wieder schließen! ES DARF DAS HAUS NICHT VERLASSEN!!"
Unter weiterem, ersticktem Husten drehen sich die Augen des Mannes nach oben, er scheint das Bewusstsein zu verlieren...
avatar Brandon 31.Oct.2006 11:10
"Nein, wir haben uns nicht gegen den Rat gestellt... nur gegen einen Beschluss von ihm. Einen ehrlosen Beschluss, der ihm eigentlich nicht ähnlich sieht. Jetzt müssen wir sehen, was daraus wird - und haben fünf Gefangene. Wenn wir zwei hier lassen und für den Rest andere Plätze suchen ist das ja schon ein Anfang. Ich bin sicher, dass an vielen Orten der Stadt Hilfe gebraucht wird."
avatar Gallasal der Vorlaute 01.Nov.2006 12:11
Gallasal hat mittlerweile einen Stapel mit löchriger oder sogar blutverkrusteter Kleidung gefunden. " Ich will gar nicht darüber nachdenken wer oder was da vorher dringesteckt hat. Aber es ist besser als nichts."
Beherzt greift er in den Stapel und geht mit einigen Kleidungsstücken zu der Dreskener-Truppe zurück. Auf dem Weg dorthin streift sein Blick den Verwundeten, der solch undurchsichtige Hinweise von sich gegeben hat. " Was bereitet ihm solche Angst? Ich muss ihn gleich nocheinmal heilen, damit er bei Bewußtsein bleibt und genaueres berichten kann."
Bei der Gruppe angekommen, lässt Gallasal die Kleidung fallen: "Sucht euch etwas passendes raus und verdeckt eure Blöße. Etwas besseres habe ich nicht gefunden aber es gibt euch wenigstens einen Teil eurer Würde zurück."
Dann wendet er sich um und geht zu dem Kleriker und den Verwundeten zurück.
avatar Pekhari Sebekhotep 01.Nov.2006 07:11
Schweigend lauscht Pekhari dem Bericht des aufgeregten Mannes. Als er das Bewusstsein zu verlieren scheint, überprüft er, ob der Mann in Gefahr ist, in der Bewusstlosigkeit zu ersticken und ob sein Zustand stabil ist.
avatar Der Tod 01.Nov.2006 10:11
Madra blickt Brandon mit offener Bewunderung an.
"Das war sehr mutig von Euch, ich hoffe dass ihr Euch keine Probleme eingehandelt habt..."
Plötzlich scheint sie zu bemerken dass sie den Söldner zu lange ansieht und wendet den Blick rasch wieder geradeaus. Mit sachlicherer Stimme fährt sie fort während sie mit Brandon zurück in den Hauptraum geht.
"Ich glaube schon dass wir zwei unterbringen könnten, wenn auch..."
Plötzlich erkennt sie die Szenerie die sich in der Seitennische abspielt. Sie eilt, gefolgt von Brandon und Gallasal, hastig hinzu, kann aber nur das selbe wie Pekhari feststellen: Der Mann hat das Bewusstsein verloren, scheint aber nicht im sterben zu liegen. Mittelfristig gesehen sieht es um den schwer Verwundeten allerdings nicht gut aus.
Verwundert mustert Madra den Ohnmächtigen. "Was hat er da?"
Tatsächlich umklammert der bärtige Mann irgendetwas in seiner linken Faust...

Am Eingang des Tempels ziehen sich die sehr kleinlaut gewordenen Dreskener schweigend die von Gallasal gebrachten Lumpen an.
Währenddessen rumpeln auf der Straße, direkt neben Ank und dem eisern schweigenden Borthar, zwei hoch mit allerlei Hausrat nachlässig bepackte Fuhrwerke vorbei. Eine ganze Gruppe von Männern und Frauen allen Alters, vom Jüngling bis zur greißen Muhme, aber auch Kinder hocken trübsinnig auf den schwer beladenen Zweispännern oder trotten, von ein paar Stadtwachen flankiert, hintendrein.
Ein einem Großteil der Menschen sind, dem Aussehen nach zu Urteilen, hesetischen Blutes, Nachkommen von hesetischen Einwanderern von nach dem Krieg, und inzwischen Gerlether Bürger wie alle anderen auch...und dennoch:
Grimmig beobachten die Stadtwachen den Tross und treiben die bedrückt dreinblickenden Leute mit ihrem hastig auf Wagen verladenen Hab und Gut zur Eile an, in Richtung des Unteren Viertels, dem schmutzigen Stadtviertel südlich des Hafens...
avatar Brandon 02.Nov.2006 07:11
Leise murmelt Brandon: "Ja, das hoffe ich auch", bevor er dem Mädchen hinausfolgt und ebenso verwundert auf den Ohnmächtigen schaut. "Das weiß ich auch nicht - aber gleich werden wir es erfahren!" Entschlossen bückt er sich, biegt sanft die Finger des Mannes auf und löst den myteriösen Gegenstand aus seinem Griff.
avatar Der Tod 02.Nov.2006 09:11
Als Brandon die verkrampften, sehnigen Fingern des Mannes löst blitzt ihm aus dem nach oben gedrehten Handteller ein Schmuckstück aus blankem Silber entgegen: Offensichtlich ein Anhänger, die Reste einer dünnen, gesprengten Halskette liegen noch in der Öse.
Das, beim näheren Hinsehen erstaunlich filigran gearbeitet Geschmeide, besteht aus einem runden Außenring in dessen Inneren ein verzierter Zirkel auf einem Winkelmaß trohnt. Zwischen diesen beiden Symbolen ist ein einfaches, großes 'G' zu erkennen...
Spoiler (Anzeigen)
avatar Brandon 02.Nov.2006 09:11
Brandon wirft einen Blick auf das Geschmeide, dann steht er auf und dreht es kurz in der Hand, es betrachtend. Als er sich auf den merkwürdigen Anhänger keinen Reim machen kann zeigt er es herum und fragt: "Sagt, könnt ihr damit etwas anfangen? Ich habe so feine Arbeit noch selten gesehen..." Sein Gesicht legt sich in nachdenkliche Falten, und er wartet gespannt auf die Antwort der anderen.
avatar Der Tod 05.Nov.2006 10:11
"Ich auch nicht..."
Madra nimmt das Schmuckstück von Brandon und mustert es nachdenklich. Plötzlich verwandelt sich ihr Gesicht in einen Ausdruck des Erschreckens, sie lässt das Geschmeide fallen als wäre es aus glühendem Stahl und rutscht hektisch von dem bewusstlosen Mann ab.
"Der...der Zirkel?! Er ist doch nicht etwa...ein...ein Hexer??"

Gerade als draußen einer der eskortierenden Stadwachen Borthar und Ank grob zur Seite schiebt um Platz für den kleinen, trostlosen Tross zu machen, hören die beiden von drinnen die aufgeregten Stimmen der anderen, insbesondere Madras...
avatar Ank Neb Wajit 06.Nov.2006 04:11
"Solch eine Hektik, und das bloß verwahrlosten Flüchtlingspacks wegen. Angemessene Manieren sind nie fehl am Platze." Die Mumie möchte ihre Unauffälligkeit jedoch nicht auf die Probe stellen und weicht grazil zurück, um der melancholieerweckenden Karawane Platz zu machen.

Die Stimmen aus dem Tempel lassen sie jedoch aufhorchen. "Ich denke, ich gehe eben nachschauen," merkt sie knapp an und huscht ins innere des Gebäudes, im Begriff, den Ursprung der Unruhe zu ergründen. Leisen Schrittes betritt die Kemeterin das düstere Gotteshaus und schaut sich, nur die Augen bewegend, nach denjenigen, deren aufgebrachte Stimmen sie soeben gehört hat. "Was ist hier passiert?," fragt sie, unvermittelt und unerwartet neben dem Krankenbett des "Hexers"  auf.
avatar Gallasal der Vorlaute 08.Nov.2006 10:11
"Er ist ohnmächtig geworden. Aber vorher hat er von etwas berichtet, was befreit wurde und das nicht frei sein dürfte. Er war wohl ein Wächter des Dings und die Maid hegt die Vermutung, dass er ein Hexer ist. Dieses Amulett hielt er fest umklammert." Gallasal zeigt der Verhüllten das Amulett und zuckt dabei mit den Schultern:"Mir sagt das nichts...aber wenn ihr mehr darüber wissen wollt, könnte ich die arme Seele wecken."
Abwartend schaut Gallasal die umstehende Menge an...
avatar Ank Neb Wajit 10.Nov.2006 01:11
"Ich habe so etwas auch noch nie gesehen," meint Ank etwas abwesend, denn allem voran ist sie gerade damit beschäftig, das eben Gesagte zu verarbeiten - der Verwundete soll also angeblich ein Hexer sein... Sich mit finsteren Künsten auskennen, die gewöhnlichen Sterblichen verborgen bleiben... Womöglich mit Wesen umgehen, die selten jemand zu Gesicht bekommt... "Wenn es wahr ist, könnte er mir von großem Nutzen sein! Er könnte um das Geheimnis wissen, wie man den Tod betrügen mag!"

Leicht hebt die Untote den Kopf und spricht Galassal in strengem, beinahe befehlenden Ton an. "Wie ich gesehen habe, besitzt Ihr die Kraft, durch göttliches Wort zu heilen. Ich möchte, dass dieser Mann überlebt. Ob er ein Zauberer oder sonst etwas ist, vermag ich nicht zu sagen - ehe ich mit ihm gesprochen habe. Aber wenn es dem wirklich so ist, würde ich mir die Geschichte von diesem "Ding" gerne aus seinem Munde anhören. Vielleicht ist es ja eine große Gefahr für die Stadt, oder ähnliches," fügt sie letztlich bedeutungsvoll hinzu, um ihre persönlichen Absichten zu vertuschen.
avatar Gallasal der Vorlaute 10.Nov.2006 09:11
"Ich möchte, dass dieser Mann überlebt...eingebildete Zicke! Was glaubst du, was ich alles möchte, alte Dörrpflaume. Wohl das monatliche Unwohlsein ausgebrochen?!"
Mit einem Lächeln, das schon fast einer Grimasse ähnelt geht Gallasal in die Hocke und legt eine Hand auf den ohnmächtigen Körper: "Ganz wie ihr...wünscht."
Abermals geht von der Hand des Kriegers ein geheimnisvolles Leuchten aus, während Gallasal leise vor sich hin murmeld...
avatar Der Tod 10.Nov.2006 09:11
Allerdings, sehr zu Gallasals Verwunderung, gelingt es ihm nicht einen sichtbaren Effekt hervorzurufen. Die schreckliche Torsowunde scheint die heilenden Einflüsse irgendwie...abzuwehren!
Der Mann bleibt ohne Bewusstsein.
"Das muss Hexerei sein!" murmelt Madra und rückt ein weiteres Stück von dem Bewusstlosen ab während sie ihn feindseelig anstarrt.
"Geht weg von ihm! Er ist mit Teufeln im Bunde!  Wir müssen ihn hier raus schaffen!"
Auffordernd blickt die junge Tempeldienerin in die Runde.
avatar Der Tod 13.Nov.2006 03:11
Mit einem tadelnden Blick in Madras Richtung untersucht Pekhari den bewusstlosen Mann genauer.
"Ich habe davon gehört...die Wunde wird aufrechterhalten, der Verursacher hat noch immer Macht über sie!"
Der Kemeter schüttelt langsam den Kopf.
"Diese Verletzung stammt nicht von dieser Welt."
avatar Brandon 14.Nov.2006 11:11
"Wäre er mit Teufeln im Bund, würde er wohl nicht so hier liegen." Brandon schüttelt den Kopf. "Aber was auch immer die Wunde da verursacht hat - weder will ich ihm begegnen, noch ist mir wohl bei dem Gedanken, dass es frei herumläuft. Und ihr wisst wirklich nicht, was solche Wunden schlägt?" Zweifelnd schaut der Bogenschütze die Männer an, die er für weiser als sich selbst hält.
avatar Ank Neb Wajit 14.Nov.2006 11:11
"Ich fürchte, nur er allein weiß, was es gewesen ist," bemerkt Ank in neutralem Ton; die mysteriöse Verletzung hat sogar das untote Wesen ins Staunen versetzt. Umso mehr brennt sie darauf zu erfahren, ob der Verwundete zu ihren Füßen sich wirklich auf Hexerei versteht. "Oder kennst du solche Dinge, Pekhari?"

An Madra gewandt, fragt die Mumie mit einem Hauch Neugier: "Wer hat Euch denn diesen Mann gebracht?"
avatar Der Tod 14.Nov.2006 10:11
"Er..." Madra stockt und schaut irritiert drein.
"Ich...ich weiß es nicht! Er war irgendwie einfach da, glaube ich...seltsam. Ich kann mich gar nicht dran erinnern wann er gebracht wurde...!"

Ernst blickt Pekhari zu seiner Herrin auf. Seine Hand umschließt das bronzene Ibisamulett.
"Aphophim."
Die Kemeterin versteht. Diese Wunde stammt von der Klaue eines Dämonen!
avatar Brandon 15.Nov.2006 08:11
"Apo-fim?" Mühsam spricht Brandon das fremde Wort aus und blickt fragend auf den dunkelhäutigen Kemeter hinab. "Was ist das, und kann man es besiegen?" Wo bin ich hier nur reingeraten...
avatar Pekhari Sebekhotep 16.Nov.2006 09:11
"Die Apophim sind schreckliche und bösartige Wesen der Unterwelt. Jede Nacht, wenn Ra das Sonnenschiff unter die Erde steuert, attackieren sie sein Boot, zusammen mit der Schlange und Set, der Wüstengott, Ras mächtiger Sohn verteidigt das Schiff seines Vaters gegen sie, auf dass die Sonne in der Stunde jener, "Die Zeugin ist von Ras Grossartigkeit" wieder aufgehen kann und uns das Leben und die Sicht geben kann.
Auch wenn ein Mensch stirbt und seine Seelen in die Unterwelt eingehen, versuchen sie, ihn in die Hölle zu reissen. Und wer immer nach seinem Tod nicht die Litanei der zweiundvierzig Unschuldigkeiten vortragen kann wird ihnen ausgeliefert, worauf sie ihn in einen See aus Feuer zerren und für alle Ewigkeit schrecklichst foltern."
avatar Brandon 16.Nov.2006 11:11
Bei Pekharis Rede wird Brandons Gesicht immer skeptischer, bis er aus zusammengekniffenen Augen auf den fabulierenden Fremdländer blickt. Was erzählt der Fremde nur für Geschichten ... Sein Gesicht wandelt sich weiter, nimmt einen verschlossenen Ausdruck an. "Jaja, was auch immer." Seelen zerreissen, sicher. "Es mag ja nicht von dieser Welt stammen, aber jetzt ist es hier und damit unser Problem. Ihr habt meine wichtigste Frage jedoch nicht beantwortet: Kann, oder besser, wie kann man es besiegen?" Dabei schafft er es gerade noch, sich den Schauer, der ihm den Rücken hinunterläuft nicht anmerken zu lassen. Und wenn es doch kein Märchen ist?Immerhin liegt der Hexer hier, das kann man nicht leugnen. Verdammt.
avatar Ank Neb Wajit 17.Nov.2006 05:11
Ein knappes Nicken ist alles, was Ank an Reaktion zeigt. Dennoch ist sie verwundert ob der Tatsachen, die sich ihr nun offenbaren. "Kaum zu glauben, ein außerweltliches Wesen hat sich Zugang in diese Stadt verschafft? Ach, welche Ironie, eine Kreatur der Jenseitswelt staunt über eine andere," schmunzelt die Mumie schließlich; tatsächlich erheitert sie dieser Zusammenhang soweit, dass ihr beinahe zum Lachen zumute ist, jedoch zwingt sie sich zur Ruhe - erstens wäre es unpassend, zweitens, so vermutet die Untote, würde sich ein lungenloses Lachen etwas fremdartig anhören.

"Wenn dem wirklich so sein sollte,..." beginnt die Kemeterin bedeutungsvoll, lässt den Satz aber unvollendet. "Wo ist er denn auf einen Apophim gestoßen?," fragt sie stattdessen in die Runde.
avatar Gallasal der Vorlaute 17.Nov.2006 05:11
Gallasal, der die ganze Zeit aufmerksam zugehört hat, meldet sich wieder zu Wort: " Die Maid kann uns nicht sagen wie er hergekommen ist, also wird es vermutlich auch kein anderer tun können, außer der Hexer selbst. Wisst ihr, Pekhari, wie diese Wunde behandelt werden kann?"Fragend schaut Gallasal den fremdartigen Gefährten an...
avatar Pekhari Sebekhotep 17.Nov.2006 10:11
Pekhari nickt langsam und mit düsterem Gesichtsausdruck.
"Diese Wunde wird nicht heilen, solange der Apophim in der falschen Welt weilt. Erst wenn er zurück in das andere Land verbannt ist, wird sich die Wunde schliessen. In der Zwischenzeit können wir sie höchstens verbinden, um Blutverlust zu vermeiden und hoffen, dass kein Wundbrand eintritt. Und den Apophim zu besiegen wird hart werden. Kein Sterblicher kann ein Wesen aus der anderen Welt besiegen, schon gar nicht im Kampf. Das können nur manche Götter, wie Horus der ewig leuchtende oder Set, der Zwiespältige Herrscher des roten Landes.."
avatar Der Tod 17.Nov.2006 10:11
"Bitte sprecht nicht hier über solche Dinge!"
Madra blickt bittend in die Runde und betrachtet dann, nachdenklich an der Unterlippe kauend, dem Bewusstlosen.
"Er muss sich hier ja auskennen, sonst hätte er in seinem Zustand nicht hierher gefunden, wie auch immer er das gemacht hat..."
Ein weiteres Mal mustert sie, wenn auch mit Sicherheitsabstand, das silberne Amulett.
"Also gut, angenommen er ist ein Hexer und befasst sich mit dunklen Künsten. Aber was bedeutet dieses...bei Pelor!"
Plötzliche, erschrockene Erkenntniss ist auf ihrem Gesicht zu lesen.
"Dann stimmt es also doch!" murmelt die Tempeldienerin fassungslos.
avatar Brandon 17.Nov.2006 11:11
Mit einem schnellen Schritt steht Brandon neben dem jungen Mädchen und schaut über ihre Schulter. "Was ist?" fragt er und unterdrückt nur mit Mühe den Impuls, ihr beruhigend den Arm um die Schultern zu legen. Nimm Dich zusammen, Junge! Du kennst sie nichtmal!
avatar Der Tod 17.Nov.2006 11:11
Madras braune Augen blicken Brandon forschend an, richten sich dann jedoch rasch wieder auf das Schmückstück welches neben dem vermeintlichen Zauberer liegt.
Ihr schlanker Finger deutet auf die feinen Verzierungen, jedoch ohne sie zu berühren.
"Versteht ihr nicht? Der Hexer; die Symbole auf dem Amulett; warum unsere Stadt so unvorbereitet getroffen werden konnte...jetzt ergibt das alles einen Sinn! Habt ihr denn nicht die Gerüchte über unsere Stadt gehört?
Sie...sie sind wahr!"

Die letzten Worte flüstert sie beinahe zu sich selbst während sie das schmale, bärtige Gesicht des Bewusstlosen wie einen Geist anstarrt.
avatar Brandon 18.Nov.2006 12:11
Man kann sehen, wie Brandon in seinem Gedächtnis kramt. "Gerüchte... ach, Ihr meint, dass es einen Zirkel von Hexern gibt, die die Stadt beschützen? Aber wenn dem wirklich so ist, was beweist dann der, der hier liegt?" Das Gesicht, das der hochgewachsene Bogenschütze macht, ist wirklich nicht intelligent zu nennen, auch wenn er sich alle Mühe gibt, voll im Bilde zu wirken. Das wird mir alles zu kompliziert. Magier, Apo-irgendwas, nicht  heilende Wunden - warum kann es nicht einfach eine Horde menschlicher Gegner sein, die mir vor den Bogen läuft? Da weiss ich, was ich zu tun habe...
avatar Ank Neb Wajit 19.Nov.2006 06:11
"Verzeiht, da wir," Ank deutet mit einer knappen Handbewegung auf den dunkelhätigen Priester neben ihr, "erst neulich in Gerleth eingetroffen sind, sind uns diese Gerüchte noch nicht zu Ohren gekommen. Wäret Ihr geneigt, sie uns zu verraten?" Wirklich interessiert an dem sich herauskristallisierendem Mysterium wendet sich die Kemeterin Madra zu. Die einfache Tempeldienerin scheint also doch etwas wissenswertes zu erzählen zu haben...
avatar Der Tod 19.Nov.2006 07:11
Madra nickt etwas abwesend und setzt sich auf den Boden.
"Es geht seit Jahren dass Gerücht in der Stadt um dass der Rat einen Zirkel von Hexern unterhalten würde der zum Schutze Gerleths arbeitet...auch wenn offiziell natürlich alles abgestritten wird.
Tja, aber nun da unsere Stadt offensichtlich nicht geschützt war und wir hier einen Hexer haben..."

Die Tempeldienerin blickt Ank nachdenklich an.
"Sagt doch, warum verhüllt ihr Euer Gesicht? In diesen Breiten ist es sehr unhöflich sich seinem Gegenüber nicht zu offenbaren...ganz besonders in angespannten Zeiten..."
avatar Ank Neb Wajit 19.Nov.2006 07:11
"Gerade das Letztere dürfte der Grund sein," erwidert die Untote , beginnend in völlig wertungs- und emotionslosem Ton, wird aber allmählich immer ungezwungener und offener, "ich möchte fürwahr nicht unhöflich erscheinen, doch leider urteilen Menschen zu gerne nach Äußerlichkeiten, und in kriegerischen Zeiten erst recht."

Dennoch schiebt die Prinzessin die Kapuze ein klein wenig zurück, sodass ihre dürren Konturen in dem trüben Licht ansatzweise erkennbar werden. Ihr ist durchaus bewußt, dass sie, dank sorgfältiger Verstellung und Schminke, eigentlich gut als Lebende durchgehen kann, doch gerade die junge, trotz allen Strapazen tatsächlich lebende, ja blühende Madra würde, so denkt Ank, ihre eigene Unansehnlichkeit und ihr Welksein betonen. Neidisch funkeln trockene Augen die Tempeldienerin aus dem Schatten an. "Ein Hexerzirkel, sagt Ihr?," lenkt sie schließlich vom Unthema ab, "Ein solcher müsste aller Vernunft nach aus mehr als einem Manne bestehen...Hier liegt jedoch nur einer. Wenn es wirklich stimmt und das Heil Gerleths von diesen geheimnisvollen Gestalten abhängt, wäre es von Vorteil zu erfahren, was mit dem Rest geschehen ist, meint Ihr nicht?" Die letzte Frage gilt offensichtlich der Rotte.
avatar Brandon 19.Nov.2006 07:11
Bei der Erläuterung Madras scheint bein Brandon die Silbermünze gefallen zu sein. '... und weil sie mit den Apophim beschäftigt waren, konnten sie Gerleth nicht gegen Dreskan verteidigen. Ah so.' Doch da ist das Gespräch schon weiter gegangen, und Brandon erwidert auf die Frage Anks: "Irgendwer muss ihn ja hergebracht haben - und losgelöst davon: Glaubt Ihr wirklich, dass wir etwas über den Verbleib des Zirkels herausfinden können, wenn wir überhaupt erst seit wenigen Herzschlägen wissen, dass es ihn wirklich gibt? Insbesondere - " er zögert kurz, klingt dann ein wenig bitter - "wo wir bei den Stadtoberhäuptern gerade so gern gesehen sind?"
avatar Ank Neb Wajit 19.Nov.2006 08:11
"Nun, wie es zu diesem Umstand gekommen ist, wissen wir ja," kann sich die Mumie die Ironie nicht verkneifen, "aber was geschehen ist, vermag kein Sterblicher mehr zu ändern." Kurz wurndert sich Ank, woher sie diese sich eher nach priesterlichen Lehren anhörende Erkenntnis her hat, doch die - beinahe sarkastisch *lebhafte* - Erinnerung an ihr Erwachen in der Finsternis beantwortet sehr bald die Frage.

"Des Rätsels Lösung, oder zumindest der Schlüssel dazu, liegt immer noch hier zu unseren Füßen," nickt die Balsamierte in Richtung des Verwundeten Hexers. "Ohngeachtet seiner Wunden, scheint dieser Mann noch zu leben. Wenn er aufwachen würde, um sprechen zu können, würde er uns womöglich etwas verraten..."
avatar Der Tod 21.Nov.2006 07:11
"Aber...das scheint ja außerhalb unserer Möglichkeiten zu liegen, nicht wahr?"
Zaghaft fragend blickt sie Pekhari an.
Als sie von diesem nur ein stummes Kopfschütteln erntet seufzt sie und stützt die ,wie Ank mit Eifersucht feststellt, viel zu zarte Wange in die Hand und mustert den bewusstlosen Hexer als ob sie darauf warten würde dass er doch noch etwas von sich gibt.
Dann wendet sie sich noch einmal an den Kemeter.
"Was hat er Euch denn erzählt? Ihr habt doch noch mit ihm gesprochen, nicht wahr, Priester des...ähm..." errötend huscht ihr ratloser Blick über Pekharis Ibis-Amulett. "...äh..."
avatar Gallasal der Vorlaute 22.Nov.2006 02:11
"Das Anwesen Zacharas...der Bannkreis wurde von den Dreskenern zerstört...muss erneuert werden..."
Mehr für sich selbst, vor sich hinstammelnd, lässt Gallasal das Gehörte nocheinmal Revue passieren.
"Das war's, was der Fremde gesagt hat, glaube ich. Kennt sich irgendjemand mit sowas aus?"
"Oh...hatte ich euch etwa unterbrochen?"
Gallasal schaut abwechselnd zwischen der Maid und Pekhari hin und her.
avatar Brandon 22.Nov.2006 02:11
'Zerstörte Bannkreise... das wird ja immer schöner. Wo, zum Henker, soll das hinführen? Und wie sollen reine Kämpfer wie wir einen Bannkreis wieder in Ordnung bringen, wenn schon dieser Hexenzirkel gescheitert ist?' denkt sich Brandon, und an seiner sich weiter verfinsternden Mine kann man erkennen, dass sie ihn nicht erfreuen, seine Gedanken. Gespannt wartet er darauf, was die anderen auf Gallasals Frage antworten.
avatar Der Tod 22.Nov.2006 04:11
"Oh...nein, nein!"
Madra scheint die rasche Überbrückung dieser Situation höchst willkommen zu sein.
Mit einem leichten Stirnrunzeln blickt sie stattdessen in die Runde.
"Aber von irgendwelchen 'Zacharas' habe ich noch nie gehört...dieses Anwesen ist auf jeden Fall nicht hier in der Stadt..."
avatar Brandon 22.Nov.2006 04:11
"Hmm, nicht hier in der Stadt... aber in der Kommandantur wird man sicher wissen, wie man dahin findet. Gesetzt den Fall, Oberst Thormun ist bereit, mit uns zu sprechen, werden wir schon zurecht kommen." Brandon ist anzumerken, dass er sich mit Problemen, an deren Lösung er sich beteiligen kann, deutlich wohler fühlt, als mit irgendwelchen esoterischen Bannkreisen. "Oder gibt es irgendwo eine zentrale Meldestelle, bei der man nachfragen kann?"
avatar Der Tod 22.Nov.2006 04:11
Madra zuckt die Schultern.
"Nicht dass ich wüsste...und wenn, dann sicher nur für die Stadt."
Der jungen Tempeldienerin gelingt es sogar Brandon ganze zwei Sekunden direkt in die Augen zu blicke ehe sie den Blick senkt. Doch dieser Augenblick hat gereicht um in Magengegend und Unterleib des Söldners ein Gefühl wie von feurigen Frostkristallen auszulösen...
avatar Borthar 23.Nov.2006 11:11
Unterdessen ist auch Borthar in der Runde um den verwundeten "Hexer" eingetroffen, nachdem er sich gefragt hat wo seine Begleiter denn nun bleiben... Er war lange vor der Tür in Gedanken versunken und hat die vorbeiziehende Bevölkerung beobachtet um zu schauen, ob es auf den Straßen noch Wehrfähige Männer gibt. Ein Gedanke kreiste um den anderen... Überfälle... Übermenschliche kämpfende Fleischberge... Tote, Verletzte... Das ist Krieg. Ein Krieg, wie man ihn noch nicht erlebt hat. Und Was soll nur mit den befreiten Gefangenen Geschehen?

Nun steht er vor dem Verletzten und betrachtet die diskuutierende Runde. Was für ein Anwesen?... Und was ist bei diesem Mann so besonders? Ein Armulett? Bannkreis?! Was ist denn hier los... Ein ungläubiger Gesichtsausdruck macht sich breit.
avatar Brandon 25.Nov.2006 11:11
"Dann also..." Brandon braucht einen Moment, um das verwirrende Gefühl in der Megengegend abzuschütteln - dann spricht er weiter und vermeidet es sorgfältig, in Madras Richtung zu schauen. "Dann also die Kommandantur. Versuchen wir unser Glück!" Er nimmt sich den Anhänger, wickelt die Schnur fest um das Metall und verstaut ihn in einer Gürteltasche. Dann wendet er sich zum Gehen - und hält doch noch inne. Leise fragt er Madra: "Und Ihr...findet man Euch immer hier im Tempel?"

Die Gefangenen sind für den Moment vergessen - Wichtigeres als die vergangenen Schalchten lenkt den Bogenschützen von ihnen ab.
avatar Der Tod 26.Nov.2006 10:11
Madra errötet wieder einmal als Brandon so direkt fragt.
"Meistens schon, ja..." antwortet sie verlegen.
"Im Moment werde ich hier so sehr gebraucht, ich war seitdem...es losging nicht mehr zu Hause. Dieser Tempel ist eine Sammelstelle für die Sterbenden geworden."
Kurz schweigt sie, dann blickt sie dem Söldner in die Augen und fügt flüsternd hinzu.
"Aber ich bete zum Herrn dass ihr diesen Ort unversehrt wieder betreten werdet...und bald."
avatar Brandon 26.Nov.2006 11:11
"Ja, das bete ich auch... doch auch Euch wünsche ich, dass Ihr hier Erfolg und Glück habt. Meine Arbeit mag die gefährlichere sein - die Eure ist sicher die Wichtigere. Möge Pelor mit Euch sein!" Ruckartig bricht Brandon den Augenkontakt und greift zum Griff des Tempeltores, um es aufzustoßen.
avatar Ank Neb Wajit 27.Nov.2006 01:11
"Und was gedenkt Ihr mit den Dreskenern zu tun?," fragt Ank in beiläufiger Manier; auch wenn sie sehr begierig darauf ist, das geheimnisvolle Zacharias-Anwesen zu finden, ist sie sich der Last, die die Rotte sich eingehandelt hat, bewußt. "Ich will ja nicht herzlos sein, aber im Totenreich wären sie keine Bürde mehr für die Lebenden...oder die im Reich der Lebenden wandelnden," bedenkt sie auch ihren eigenartigen Zustand, "na gut, diesem Alarik könnte man vielleicht noch getrost das Leben schenken... ähm, was sind das denn für Gedanken? Aber Brandon scheint sich ja auch für dieses Mauerblümchen Zeit zu lassen..."

"Aber ich denke, sie werden zumindest Kraft in den Armen haben, und hier bedraf es sicherlich solcher, und sei es um die toten Körper fortzuschaffen," schlägt die Mumie vor, die Gefangenen zunächst im Tempel für gröbere Arbeiten einzusetzen.
avatar Der Tod 27.Nov.2006 03:11
Ank und Brandon treten in das fahle Licht des Vormittags hinaus und betrachten nachdenklich die stumm herumstehende und zerlumpte Gruppe von Gefangenen als sie im Tempel hastige Schritte hören.
Der Pater kommt herausgestolpert, mit verschlafenen Gesicht, zerzaustem Haarkranz und verrutschtem Ornat - Madra hatte ihn offensichtlich gerade geweckt, und breitet die Arme aus.
"Euch schickt die Sonne, Rottmeister. Wir können jede Hand gebrauchen - und wir sind auch nicht die einzigen denen es so geht!"
Der ältliche Priester scheucht den erstaunlich folgsamen Haufen von Dreskenern in den Tempel. "Los, los, auf, es gibt genug anzupacken und nach Kapitän Halgor werde ich auch noch schicken...ihr könnt abarbeiten was ihr angerichtet habt, seid dankbar dafür."
Und genau so ist der Blick auch den Alarik, der junge Dreskener, Ank und Brandon zuwirft bevor er im Halbdunkel des Pelorschreins verschwindet...
avatar Borthar 27.Nov.2006 06:11
Also verstehe ich das richtig, das wir jetzt einen Hexerkult ausheben wollen? fragt Borthar in die Runde. Meine Klinge ist bereits gewetzt! fügt er noch hinzu. Solange die wissen wo's langgeht... Dann mal auf!
avatar Gallasal der Vorlaute 28.Nov.2006 04:11
Einer plötzlichen Eingebung folgend ruft Gallasal dem Prediger hinterher: "Auf ein Wort noch, Glaubensbruder." Dabei legt er wie zufällig das Sonnen-Zeichen auf seinem Kettenhemd frei. " Wir hätten da noch eine Frage an euch, vielleicht könnt ihr uns weiterhelfen?! Wisst ihr, wo das Anwesen Zacharas zu finden ist?"
avatar Der Tod 28.Nov.2006 06:11
"Zacharas? Lasst mich nachdenken..."
Mit gerunzelter Stirn fährt sich der Priester mit der Hand durch den zerzausten Haarkranz an seinem Hinterkopf.
"Ja! Jetzt fällts mir wieder ein! Ein ordentliches Anwesen, bin vor Jahren mal dort vorbeigekommen. Liegt einige Meilen im Norden der Stadt, am Rand des Krähenforstes...Aber über die Familie weiß ich nichts, leider."
Erstaunt blickt er Gallasal an.
"Aber warum wollt ihr das wissen? Das ist im Moment hinter der Front mit den Dreskenern  , so wie ich hörte..."
avatar Gallasal der Vorlaute 28.Nov.2006 06:11
"Einer eurer Verwundeten hat im Fieber davon gesprochen...und das dort etwas aus einem Bannkreis entkommen ist, was besser eingesperrt hätte bleiben sollen. Wir sollten nach dem rechten sehen, nicht das die Dreskener auf die Idee kommen das Wesen, was immer es auch ist, für Ihre Zwecke zu nutzen. Kennt ihr jemanden, der uns genauere Auskünfte über das Anwesen geben könnte? Vielleicht gibt es einen Geheimgang oder einen 'vergessenen Weg', den man nutzen könnte." Hoffnungsvoll schaut Gallasal den Priester an...
avatar Der Tod 28.Nov.2006 07:11
Entgeistert blickt der Priester den Söldner an.
Ba...Bannkreis? Wesen?? Wovon faselt ihr da??"
Milde verärgert schüttelt der ältliche Mann den Kopf.
"Gebt nichts auf das reden der Sterbenden, die Dämonen versuchen oft ihre Seele zu verwirren und zu entführen, man sollte ihnen keinen Glauben schenken.
Und jetzt muss ich mich um die neuen Helfer kümmern, verzeiht.
Habt Pelors Segen...und Verstand auf Eurem Weg."

Der Priester nickt Gallasal zu und begibt sich dann mit raschen Schritten zurück in den Schrein.
avatar Gallasal der Vorlaute 28.Nov.2006 07:11
"HABT DANK FÜR EURE AUSFÜHRUNGEN, MÖGE PELOR IMMER MIT EUCH SEIN!"
Das ist alles, was Gallasal dem Priester noch hinterher rufen kann. Dann schaut er seine neuen Gefährten an und redet wieder in normaler Lautstärke:"Und jetzt? Richtung Norden zum Rand des Krähenforsts? Oder weitere Erkundigungen einholen? Ich hoffe, dass niemand einen Rückzieher machen will!?"
avatar Ank Neb Wajit 29.Nov.2006 01:11
"Natürlich, wir gehen einfach ohne Weiteres durch ein - hoffentlich - befestigtes und gesichertes Stadttor mitten ins Dreskenerland, jetzt und sofort," antwortet Ank mit einer vor Sarkasmus zischenden Stimme. "Oh Nephtys, soll es eine Deiner Prüfungen sein, in der ich wahre Dummheit erschauen möge?"

"Wo könnten wir uns Wissen über das Umland aneignen, und über die Krieger draußen?," fragt sie die Einheimischen, "ich fürchte, kein Weg führt an der Kommandatur herum, richtig?" Der Blick der Mumie in Brandons Richtung wirkt fast schon mitleidig. "Warum musste er nur den Helden spielen? Jetzt wird er wohl bis zum bitteren Ende dafür stramm stehen müssen... Augenblick mal - wenn das Anwesen sich irgendwo draußen befindet, wie hat der Mann es denn geschafft, in die belagerte Stadt zu gelangen? Durch wahre Hexerei etwa? Sieht aus, als wäre die Angelegenheit es wirklich wert, sich mit ihr zu befassen."
avatar Brandon 30.Nov.2006 11:11
Das gute liegt oft so nah... warum hatte ich nicht die Idee, den Priester zu fragen. Naja, zum Glück haben wir ja diesen Gallasal. Den mitleidigen Blick Anks übersieht Brandon, während er an der weiteren Vorgehensweise herumüberlegt. "Ich weiss nicht, ob wir wirlklich noch zu Thormun müssen - zu diesem Anwesen kommen wir schon irgendwie. Nein, ich denke, wir sollten mehr darüber herausfinden, was uns dort erwartet, und wie man damit fertig wird. Immerhin wissen wir, dass es die Kontrolle über von ihm geschlagene Wunden behält - vielleicht reicht das, um es zu identifizieren und Schwachstellen zu erfahren.

Wir brauchen also nur jemanden, der sich mit Dämonen auskennt..."
und verdammtes Glück, fügt er unhörbar hinzu.
avatar Der Tod 01.Dec.2006 12:12
Doch keiner der Söldner weiß ansatzweise wo ein solcher aufzutreiben wäre...
Und so verbringt man einen ruhigen Tag mit dem auffrischen von Vorräten und entspannen der von der letzten Nacht gemarterten Körper. Der Pelorschrein dient derweil als Nachtlager und die Männer helfen so gut es geht beim Versorgen der Verwundeten.

Am nächsten Morgen, die Rotte hatte sich gerade wieder auf dem Platz vor dem Tempel gesammelt, nähert sich über die Gasse das Rattern von eisenbeschlagenen Rädern welcher mit hoher Geschwindigkeit näher kommen.
Bevor die fünf Söldner richtig realisieren was das bedeutet biegt auch schon eine zweispännige Kutsche um die Kurve, kein normales Pferdegespann sondern eine richtige, geschlossene Kutsche aus dunklem Holz an deren Rückseite sich zwei gepanzerte und schwer bewaffnete Männer der Ratswache festhalten.

Ank und Pekhari haben so ein Gefährt noch nie gesehen, auf die Kemeter wirkt es wie ein überaus seltsamer und unpraktischer Streitwagen und auch die anderen haben eine solche rasende Rarität bisher nur überaus selten aus der Nähe zu Gesicht bekommen.
Um so größer ist die Überraschung - und Besorgnis - als der Kutscher auf Höhe des Tempels die Zügel reißt und die mit den Wappen der Stadt geschmückte Kutsche direkt vor den Söldnern zum stehen kommt.

In Windeseile springen die beiden Soldaten der Ratswache von der Kutsche und postieren sich strammstehend neben der mit einem von teurem Stoff verhangenen Fenster versehenen Tür.
Die Enden der beiden Helebarden klacken ehrfurchtgebietend auf das Pflaster als der rechte der Ratssoldaten mit voll tönender Stimme verkündet:
"Seine Exzellenz, Geheimrat Arquevaux!"
avatar Pekhari Sebekhotep 01.Dec.2006 09:12
Besser höflich sein, denkt sich Pekhari. Sein Rang ist wohl zwischen dem eines Stadtaufsehers und eines lokalen Adligen.
Er verneigt sich tief, dann intoniert er mit monotoner Stimme:
"Der Segen von Amun-Ra falle auf den geheimen Rat Arquevaux, den Beschützer des nörlichen Barbarenlandes, den Gesegneten, Thot schenke ihm die Weisheit der südlichen Länder und Maat die Gerechtigkeit der wahren Könige. Die Tränen der Isis sollen seine Felder überfluten und die Sonne Ras seine Feinde verbrennen. Möge er nach seinem Tod tausend Sklaven mit sich nehmen."
avatar Der Tod 01.Dec.2006 10:12
Offensichtlich irritiert starren die beiden Soldaten Pekhari an, versuchen aber diesen Gesichtsausdruck rasch aus ihren Gesichtern zu tilgen und durch Grimmigkeit zu ersetzen als sich die Tür der wappenverzierten Kutsche öffnet.
Mit metallischem Klackern klappen drei Holzstufen auf eisernen Scharnieren heraus und bilden so eine kleine Treppe die die Höhe zwischen Tür und Pflaster überbrückt.

Heraus steigt ein hochgewachsener, hagerer Mann von hohem Alter dessen streng zurückgekämmte, weiße Haare, seine lange, gebogene Nase und sein schmaler Mund ein überaus aristokratisches Aussehen verleihen.
Dieser Eindruck wird in nicht zu unterschätzendem Maße von seiner gediegenen Kleidung unterstrichen. Ein dunkelgrüner Gehrock aus Brokat mit hohem Kragen, schmale Hosen in dunklen Lederstiefeln und ein mit Rüschen besetztes Hemd aus feinstem, weißen Stoff - die von dem gewöhnlichen Volk nur ungläubig bestaunte, städtische Mode der allerobersten Kreise, besonders typisch für Mitglieder und Anhänger des Rates.
Während Graf Denadar nämlich in Mode und Gebaren noch immer als Vorbild für sein Volk in der klassischen Tradition der geharnischten Herrscher auftritt sehen sich diese Männer als Gestalten einer gänzlich neuen Zeit...auch wenn sie diese Attitüde je nach Situation mehr oder minder stark betonen.

Arquevaux ist unter Pekharis Anrede, wachsam flankiert von den Ratswachen, zwei der Stufen hinabgestiegen, hütet sich aber seine teuren Stiefel mit dem Schmutz der Straße in Berührung zu bringen.
Stattdessen steht er auf der letzten der Holzstufen, die knochige Linke, welche sicher noch nie ein Schwert geführt hat - und vermutlich stolz darauf ist, auf einen dunklen Gehstock mit silberner Spitze gestüzt, die obere Partie des Rückens wie von langem Sitzen leicht gekrümmt.
Die glasklaren, stechenden Augen des Geheimrats taxieren die Söldner, insbesonder Bradon und Gallasal mit besonderer Schärfe. Zwar lässt er Pekhari ausreden, aber, sollte er verstanden haben was der Priester vorbrachte, ignoriert diese Anrede offensichtlich vollkommen.

Mit einer Stimme die nicht besonders laut, ja sogar überraschend leise und tonlos ist, spricht er stattdessen seinerseits die Söldnerrotte an.
Trotz dieser recht unspektakulären Stimme fällt jedes Wort so klar und scharf umrissen dass es sich direkt ins Gehirn einbrennt und so in seiner Ruhe umso ehrfurchtsgebietender wirkt.
"Rottmeister und Rottmeistrin. Rechtfertig euch."
Mehr sagt der Geheimrat nicht. Es fällt den Söldnern schwer seinem stechenden Blick standzuhalten und obwohl der alte, noble Herr nicht schreit und nicht einmal zornig wirkt strahlt Arquevauxs Person eine darartige Autorität aus dass sich bei den fünfen beinahe augenblicklich das Gefühl ein vor einem äußerst gestrengen Strafgericht zu stehen einstellt...
avatar Brandon 02.Dec.2006 12:12
Als Brandon merkt, dass es um ihn geht, geht er einige Schritte vor, bis er vor seinen Kameraden steht, und hebt den Kopf mit einer Gemessenheit, aus der ruhiger Stolz ebenso hervorgeht wie die Bereitschaft, für die eigenen Handlungen einzustehen. Er blickt gerade in die blassen Augen des alten Geheimrats und erwidert mit lauter Stimme, so dass ihn auch Umstehende hören: "Was geschehen sollte war Unrecht. Die Gefangenen waren nicht selbst verantwortlich für das, was sie zu tun gezwungen waren - und wenn doch, verdienen sie immer noch eine gerechte und unparteiische Verhandlung, um das festzustellen." Mehr sagt der Bogenschütze nicht, während er sich alle Mühe gibt, dem Blick Arquevauxs standzuhalten und in seiner geraden Haltung nicht unterwürfig zu wirken, obwohl er zu dem anderen aufsehen muss. Ruhig, stolz und unabhängig, so muss ich wirken - gleichzeitig muss klar sein, dass ich seine Autorität anerkenne. Innerlich gespannt wartet er auf die Reaktion...
avatar Der Tod 02.Dec.2006 12:12
Arquevauxs Blick bohrt sich in Brandons Augen.
"Ihr zweifelt also das Urteilsvermögen, ja die Integrität des Hohen Rates von Gerleth an...*Söldner*?"
Eine Augenbraue hebt sich, beinahe ungläubig, in dem scharf geschnittenen Gesicht des Geheimrats.
"Seid ihr Euch, Brandon Aurelian, bewusst welche Anschuldigung gegen die Repräsentanten dieser ehrwürdigen Stadt ihr die Dreistigkeit habt vorzubringen?"
Die langen, knöchernen Finger seiner linken Hand umschließen hart den Knauf des Gehstocks.
avatar Brandon 02.Dec.2006 12:12
Der Mund Brandons wird kurz zu einem schmalen Strich, bevor er antwortet: "Mein Vorwurf lautet ausschließlich auf Voreiligkeit. Ich kann nur vermuten, dass dieser Entschluss nicht überdacht war, da er alles gefährdet, was diese Stadt auszeichnet. Durch unsere Handlung haben wir diese Voreiligkeit zumindest für einige der Gefangenen herausgenommen. Ihr könnt sie immer noch henken, doch überlegt gründlich, was Ihr tut, was passiert, wenn Gerlether Soldaten vom Feind gefangen genommen werden sollten, ob Ihr das wirklich wollt und was der Graf dazu sagt - dann macht mit Ihnen, was Ihr wollt, und steht mit Eurem Namen dafür ein."

Mittlerweile wirkt Brandon deutlich angespannt, wenn er sich auch immer noch Mühe gibt, ruhig und stolz den stechenden Blick des Rates zu erwidern. Trotzdem ist ihm anzumerken, dass er sich innerlich für das wappnet, was wohl unweigerlich kommen muss.
avatar Der Tod 02.Dec.2006 02:12
"Und ihr nehmt euch also die Frechheit heraus ehernes Recht und Gesetz nach freiem Gutdünken in die eigene Hand zu nehmen und aufs Gröbste zu missachten, nur weil es Euch gerade einmal nicht zusagt?"
Arquevauxs weiße Brauen ziehen sich drohend über seinen stechenden Augen zusammen und seine Stimme gewinnt an einem grollenden Unterton.

"Ich kenne Leute wie Euch, Rottmeister. Ihr verlangt von dieser Stadt Anstellung, Unterkunft und Verpflegung, beruft Euch auf unsere Gesetze um euch vor Unbill schützen zu lassen, aber sobald es Euch gerade einmal passt tretet ihr eben dieses Recht mit Füßen, nur weil ihr der irrigen Meinung seid ihr könntet in Eurer 'Position' Sinn und Unsinn in den Entscheidungen von weit gescheiteren Männern als ihr es seid erkennen!
Trotz des zornig flackernden Blicks des Geheimrats spricht er immer noch klar und artikuliert, wenn auch mit zunehmender Schärfe. Mit der Spitze seines Gehstocks unterstreicht er, auf die hölzerne Stufe pochend, seine Betonungen.
"Welche Vermessenheit muss Euch zu eigen sein, Rottmeister! Und ihr habt auch noch die bodenlose Unverschämtheit uns der 'Voreiligkeit' anzuklagen! *Ihr*, der in einem diletantischen Anschlag, mit der Waffe in der Hand, die Rechtsprechung dieser Stadt euren lächerlichen Zwängen beugen wollte? Überlegt euch besser was ihr sagt, Aurelian!"

Der Geheimrat blickt den Söldner noch einmal durchdringend an, dann strafft er seine Gestalt wieder und wendet sich an die ganze Gruppe.
"Und da ihr schon gefragt habt werde ich Euch auch eröffnen was Graf Denadar zu dieser Angelegenheit zu sagen hat:"
Ein schmales, höhnisch-triumphierend wirkendes Lächeln umspielt die Mundwinkel Arquevauxs.
"Eure Rotte wird mit dem nächsten Trek an die Front versetzt. Ich konnte ihn von der Dringlichkeit überzeugen die neue Kriegstaktik so rasch wie möglich zu erproben..."
avatar Brandon 02.Dec.2006 04:12
Nachdem das Urteil gesprochen ist fällt schlagartig alle Spannung von Brandon ab. Die Front, das ist etwas, mit dem er umgehen kann. Immer noch in guter Haltung erwidert er: "Wie ich sagte: Überlegt gründlich, was Ihr machen wollt, dann macht es und steht mit Eurem Namen dazu. Das habt Ihr anscheinend getan - mehr kann ich nicht verlangen." Er macht Anstalten, sich abzuwenden, dann fügt er doch noch etwas hinzu: "Wir haben ehernes Recht mit Füßen getreten? Welches denn - dass der Rat, und nur der Rat, immer recht hat?"

Damit wendet er sich wieder seinen Kameraden zu und murmel: "Verzeiht, dass ich Euch da hineingeritten habe."
avatar Ank Neb Wajit 03.Dec.2006 02:12
"Ob ich es Euch verzeihe, überlege ich mir noch," ist alles, was Ank, die vorhin als reglose Beobachterin anbei gestanden hat, vermeldet. In der Tat interessiert sie die Frage nach Schuld und Sühne im Moment erstaunlich wenig, vielmehr ist sie darauf bedacht, trotz diesem Schlamassel das gerade entdeckte Mysterium zu erforschen.

"Verzeiht, Gebieter," erhebt die Untote ihre Stimme Geheimrat Arquevaux entgegen, "doch ich bin mir sicher, Brandon Aurelian hat so gehandelt, wie er es getan hat, nicht in der Absicht, Euren oder Eurer Mitregenten Entschlüsse in Frage zu stellen, sondern aus dem Glauben an die Warmherzigkeit des Amun-Ra, den Ihr hierzulande Pelor zu nennen pflegt." Auch wenn sie vom Heldentum des Söldners immer noch nicht begeistert ist, so weiß die Königstochter stets um die Wichtigkeit der diplomatischen Künste in den Kreisen des Adels bescheid.
avatar Der Tod 03.Dec.2006 09:12
Mit vor milder Überraschung hgehobenen Brauen aber aristokratisch-geringschätzig herabgezogenen Mundwinkeln beugt sich Arquevaux, auf seinen teuren Gehstock gestützt, ein wenig zu Ank vor und antwortet in der ihm eigenen leisen, tonlosen aber distanziert-herablassenden Art.
"Meine verehrteste Taju...die 'Warmherzigkeit' Pelors schützt weder diese Stadt noch ihre Bürger! Sie mag daher ein angemessenes Metier für den Pöbel sein der keine wichtigen Entscheidungen zu fällen hat - in der Politik ist sie dagegen fehl am Platze!"
Mit diesen Worten schlägt er seinen Gehrock zurück und steigt mit gemessenen Schritten die Stufen wider hinauf. Auf der obersten dreht er sich noch einmal um.
"Ihr habt Euch Übermorgen Abend beim achten Glockenschlag auf der Kommandatur zu melden! Abmarschbereit!"
Arquevaux steigt zurück in die Kutsche, eine der Ratswachen klappt hastig die Stiege wieder ein und schließt die Tür bevor er mit seinem Kameraden hinten aufspringt. Der Kutscher lässt die Peitsche knallen und das Gefährt des Geheimrats rumpelt, Passanten zur Seite scheuchend, über die Straße davon.
avatar Brandon 03.Dec.2006 11:12
Kurz schaut Brandon dem davonrumpelnden Gefährt nach. Blöder Affe. Strotzt vor Vergnügen, weil er uns dahin schicken kann, wo es gefährlich ist, und weiß selbst nicht einmal, welches Ende eines Pfeils auf die Sehne gehört. Trotzdem sollten wir uns wohl in Acht nehmen. Wer Brandon gut kennt, kann auf seinem Gesicht einen Ausdruck der Verachtung wahrnehmen, der jedoch schon wiedr verschwunden ist, als er sich wieder seinen Kameraden zuwendet.

Wie gesagt, bitte verzeiht mir, dass ich Euch da hineingeritten habe. Aber seht es - das bringt uns diesem Zacharas-Anwesen nur näher.

Dafür haben wir kaum noch Zeit, um herauszufinden, was wir wissen müssen. Also, weiß jemand von Euch, ob es hier einen gibt Tempel mit einer Bibliothek oder so etwas, wo wir nachforschen können, was uns da erwartet, und wie wir ihm beikommen können?"
Greift Brandon das Thema wieder auf, um das es vor Arquevauxs Ankunft gegangen war.
avatar Der Tod 10.Dec.2006 02:12
Da der Rest der Gruppe nur recht betreten das Gerlether Pflaster betrachtet übernimmt Brandon mit einem Seufzer wieder die Führung und verlegt sich für den Rest des Tages darauf, die Vorräte (besonders die seiner Pfeile) aufzufrischen.


Am nächsten Abend, der Tag wurde vor allem durch Training und Kontrolle der Ausrüstung ausgefüllt, begeben sich die Söldner wie befohlen zur Kommandatur.
Thormun würde sicher Luftsprünge machen vor Freude sie schon wieder zu sehen...

Die Straßen der Stadt sind von hektischer, mürrischer Betriebsamkeit erfüllt, diese trägt jedoch die deutlichen Zeichen des Krieges.
Ein Trupp lanzenbewehrter Soldaten marschiert in schnellem Marsch vorbei, ein Fuhrwerk, beladen mit Rüstzeug, drängt sich durch die Passanten und Männer der Armee halten Ausschau nach Wehrfähigen die sich freiwillig als Söldner melden oder sich vor ihrer Pflicht drücken wollen.
Gerleth steht im Krieg, und die Chancen stehen, allein gegen Dreskan, nicht besonders gut.

Vor der Kommandatur ist das Treiben sogar noch dichter, gerade werden eine ganze Reihe junger Männer ausgerüstet, man legt ihnen Panzer an, stülpt ihnen Helme über die Köpfe und drückt ihnen Schlagwaffen in die Hände.
Und wo Anfangs noch ganz verschiedene, aufgeweckt wirkende Menschen standen, stehen jetzt Soldaten. Der Unterschied den uniformgleiche Rüstungen und Helme ausmachen ist enorm.
Strammstehend wirkt ein jeder wie der andere, völlig indentitätslos und austauschbar.

Oberst Thormun steht etwas Abseits und betrachtet die in Reih und Glied stehende Truppe mit der ihm eigenen harten, aber ausdruckslosen Miene...
avatar Gallasal der Vorlaute 11.Dec.2006 05:12
Er wird sich nicht über unsere Gesichter freuen...ohh nein.
Langsam bewegt sich Gallasal auf Oberst Thormun zu, bis er ihm genau gegenüber steht. In dem Moment wo er sich sicher ist, dass der Oberst ihn wahrnimmt nimmt er Haltung an und fängt zu reden an:
Herr Oberst, Geheimrat Arquevaux hat uns an die Front versetzt um die neue Kriegstaktik des Stadtrates auszuprobieren...und wir sind auf der Suche nach Informationen über das Anwesen Zacharas, welches wohl am nördlichen Rand des Krähenforstes liegt. Wisst ihr etwas genaueres?
avatar Brandon 12.Dec.2006 09:12
Brandon mustert die jungen Burschen, die jetzt die Verteidigung der Stadt bilden sollen mit mitleidigen Blicken. Wenn ihr so einem Wesen wie wir gestern begegnet, dann gnade euch Gott... wie viele von euch erleben wohl noch die nächste Sonnenwende? Dann nimmt auch er Haltung an, nicht lässig wie bei den früheren Gelegenheiten, sondern militärsich stramm, und wartet auf die Antwort Thormuns.
avatar Ank Neb Wajit 12.Dec.2006 10:12
"Die Stadt Gerleth ist für wahr in höchster Not,.." stellt Ank abermals fest, als sie die 'frische' Verstärkung gewahrt. Auf Gallasals erbarmungslose Taktlosigkeit achtet sie kaum noch; der junge Mann scheit der Kemeterin ein Fall bar jeder Hoffnung, der sich mit beinahe unirdischer Unfähigkeit zur Voraussicht und zum diplomatischen Geschick geradezu ins Verderben schwatzt. "Ich sollte bloß aufpassen, dass er mich nicht gleich mitnimmt... Oder Pekhari," muss sie auch an ihren einzigen Landsmann und treuen Wächter inmitten dieses fremden Krieges denken.
avatar Der Tod 13.Dec.2006 10:12
Thormun runzelt die Stirn, ob über Gallasals Betragen oder die Frage an sich ist nicht genau  zu erkennen.
"Ja..."
Stockend antwortet der Oberst und nickt langsam.
"...ja, ich kenne es. Die Familie Zacharas bewohnt das Anwesen seit...nun, schon lange.
Der alte Gohrlan hat aber weder Frau noch Kinder, er kommt nur selten in die Stadt, haust meistens ganz allein da draußen. Das heißt...wenn überhaupt noch."

Er verschränkt die Arme vor der Brust und blickt die Rotte eingehend an.
"Von der Versetzung habe ich auch bereits Nachricht erhalten, ich fürchte da kann ich nichts tun. Ihr habt euch mit Arquevaux einen mächtigen Feind gemacht! Wobei ich nicht sagen will dass alle Mächte dieser Stadt mit dem Rat zusammenarbeiten...aber genug davon."
Thormun strafft sich wieder.
"Ruht euch noch aus und erscheint dann heute Abend bei mir. Lasst es euch gutgehen - die vorderste Front ist kein Zuckerschlecken..."
avatar Brandon 14.Dec.2006 10:12
Nachdem Thormun sie wieder entlassen hat verfällt Brandon wieder in seine übliche eher lässige Haltung, doch immer noch mit einem Hauch Respekt für den Ranghöheren - doch entgegen der Anweisung entfernt er sich nicht, sondern erwidert dem Oberst mit gesenkter Stimme: "Wir wissen, dass Sie nichts gegen unsere Versetzung tun können. Zumindest ich will das auch gar nicht - immerhin sind wir dann aus dem Sumpf der Gerlether Politik wieder draußen, in den wir so leichtfertig hineingestolpert sind.Dennoch würde ich mich gern kurz mit Ihnen über dieses Anwesen unterhalten - wenn es geht irgendwo, wo nicht ganz so viele neugierige Ohren in Höerweite sind."
avatar Der Tod 15.Dec.2006 03:12
Thormun zögert kurz und blickt sich auf dem Kasernenhof um. Doch Brandon hat Glück, niemand scheint nach dem Oberst zu verlangen - zumindest für ein oder zwei Minuten lang nicht.
Mit einem knappen Nicken bedeutet Thormun dem Söldner ihm zu folgen. Er stellt keine Frage bis die beiden im geräumigen aber spartanisch eingerichteten Schreibzimmer des Obersts (wo Brandon noch vor kurzem seinen Vertrag unterzeichnet hat) stehen.
Erst dann dreht sich Thormun mit ernster Miene um und fragt sachlich:
"Also, was wollt ihr wissen, Rottmeister? Es muss ja wichtig sein, da ich nicht glaube dass ihr für Kleinigkeiten meine Zeit verschwenden würdet, nicht wahr?"
avatar Brandon 16.Dec.2006 07:12
"Nein, ich denke, es ist wichtig. Seht her!" Brandon beugt sich vor, nimmt die Schreibfeder, mit der er vorhin seinen Vertrag unterschrieben hatte und malt hastig das Amulett, das sie bei dem verwundeten Magier gefunde haben, auf ein kleines herumliegendes Stück Pergament. Als er fertig ist schiebt er es zum Oberst himüber Und fragt: "Habt Ihr so etwas schonmal gesehen?

Im Pelorschrein in der Stadt liegt ein verwundeter Mann, der solch ein Amulett in der Faust hatte. Die Priester schaffen es nicht, ihn zu heilen, seine Wunde widersetzt sich selbst der Magie.

Als er kurz wach war hat er erzählt, er habe mit anderen zusammen etwas eben im Zacharas-Anwesen bewacht, das jetzt frei sei. Der Kemeter aus unserer Rotte sagte, sogenannte "Apophim" würden solch unheilbare Wunden geschlagen - wenn so ein Apophim jetzt frei herumläuft oder gar in der Hand der Dreskener ist kann das gefährlich werden.

Da wir ohnehin an die Front müssen können wir uns vermutlich darum kümmern oder das zumindest versuchen, aber wir müssen genauer wissen, gegen was wir da antreten. Könnt Ihr uns da helfen?"
avatar Der Tod 17.Dec.2006 06:12
Thormun betrachtet das Zeichen auf dem Papier lange eher er Brandon wieder anblickt.
"Ihr seid in eine große Sache verwickelt, wisst ihr das?"
Der Oberst hält das bekritzelte Platt über eine Kerzenflamme und wartet bis es hell auflodert ehe er es zu Boden fallen lässt.
"Ich weiß nicht wer oder was diese 'Apophim' sind, aber die Organisation, in welcher der Verwundete Mitglied zu sein scheint ist hochgefährlich! Selbiges dürfte daher für alles gelten was in ihren Diensten steht."

Nachdenklich verschränkt Thormun die Arme hinter dem Rücken und geht ein paar Schritte auf und ab.
"Diese Gruppierung nutzt das Anwesen schon lange als Treffpunkt, Zacharas selbst gehört vermutlich auch zu ihnen. Wenn ihr Informationen zu dem Schrecken sucht den sie erweckt haben werdet ihr sie nur dort finden."

Der Oberst wendet sich nun wieder an Brandon und blickt ihn eindringlich an.
"Rottmeister, ihr müsst wissen dass ich diese Organisation schon lange verdächtige verwerfliche und staatsfeindliche Aktionen durchzuführen.
Ich habe Grund zu der Annahme dass der Überraschungsangriff der Dreskener mit auf ihr Konto geht! Ihr Verrat hat viele Unschuldige das Leben gekostet, ich bin nicht bereit das länger zu tolerieren! Und jetzt haben wir einen Ansatzpunkt...!"


Thormun ballt die Faust und nimmt vor Brandon militärische Haltung an.
"Aurelian, ich sage es offen: Ich halte große Stücke auf Euch!
Ihr habt meine Erlaubnis der Sache nachzugehen, wenn auch nur inoffiziell! Wir wissen nicht wer alles Informationen an diese Gruppe verkauft!
Falls ihr im Anwese Informationen über den Aufenthaltsort anderer Mitglieder dieser Gruppierung findet habt ihr den Befehl es mir zu melden! Und solltet ihr gar einen von ihnen antreffen ist dieser *unverzüglich* zu exekutieren, verstanden?"
avatar Ank Neb Wajit 17.Dec.2006 11:12
"Es war also Geheimrat Arquevaux, der die Hinrichtung angeordnet hatte, zumindest unter anderem er. Die Frage, die da aufkommt, ist natürlich, mit welchem Zweck? Die fünf, die nun im Tempel arbeiten müssen, sind bloß gewöhnliche Fußsoldaten gewesen - waren es auch alle Gefangenen? Oder wozu möchte man dann solch unbedeutende Kriegsgefangene aller Sitte entgegen aus dem Weg räumen, und das auf eine Art und Weise, damit das ganze Volk darüber erfährt. Arquevaux wollte also entweder den Hass der Gerlether gegen Dreskan schüren - oder aber auch andersherum! Das ist es womöglich! Thot alleine weiß, für wenn dieser Schakal wirklich arbeitet. Sollte eigentlich nicht meine Sorge sein, dennoch...wenn er mich zur Feindin möchte, wird er schon die Früchte seiner Entscheidung ernten müssen."

Ank steht mit gesenktem Haupt in Gedanken versunken da; sie ist der Meinung, das, woran sie gerade denkt, sollte erst außerhalb der Stadtmauern zur Sprache gebracht werden, denn Gallasals lautstarke Stimme könnte den Verdacht schnell zu denen tragen, denen er gilt. So fragt die Kemeterin lediglich: "Wie wollen wir den Tag gestalten? Fehlt uns noch irgendetwas?"
avatar Gallasal der Vorlaute 19.Dec.2006 11:12
"Ich für meinen Teil wäre bereit, begleite euch aber auch gerne, falls ihr noch Besorgungen machen müsst."
avatar Brandon 21.Dec.2006 01:12
Leicht überrascht ob des Ausbruchs des Obersts, aber auch geschmeichelt nickt Brandon. Erst zögernd, dann überzeugter. "Ja, Oberst, wir werden aufpassen, und wir werden herausfinden, was es mit diesen Leuten auf sich hat. Auf Wiedersehen." Brandon verlässt den Oberst und geht sinnend hinaus auf die Straße. Merkwürdig, dass er möchte, dass wir diese Leute sofort umbringen. Aber der Rest schien zumundest ehrlich gemeint zu sein... naja, was wir mit den Zauberern machen können wir immer noch sehen, wenn wir einen gefangen haben.

Als sein Blick wieder auf seine zurückgebliebenen Kameraden fällt hält er kurz inne, dann schließt er zu ihnen auf und sagt so, dass nur sie ihn hören können und es trotzdem auf Fremde nicht heimlich wirkt. "Hat sich nichts ergeben. Ich erzähl Euch nachher von dem Gespräch."
avatar Ank Neb Wajit 25.Dec.2006 07:12
"...also hat sich doch etwas ergeben."
Dennoch geht die Mumie nicht auf das Thema ein - die eine oder andere Stunde zu warten, erscheint der Untoten ohnehin keiner Diskussion bedürftig. Stattdessen wirft sie nur beiläufig ein, dabei Gallasals vorrige Frage beantwortend: "Ich denke nicht, dass ich in einer kriegsgeplagten Stadt noch etwas zu besorgen hätte, was ich nicht schon besitze. Wie sieht es mit euch aus?"
avatar Brandon 01.Jan.2007 07:01
"Nein, ich wüsste auch nicht, was wir noch brauchen und uns leisten können. Ich denke, wir nutzen den Rest der Zeit lieber, um uns noch einmal ordentlich auszuruhen - das könnte später schwierig werden."
avatar Der Tod 09.Jan.2007 07:01
Und so geschieht es dann auch.
Ein letztes Mal vor dem Abmarsch wird die Ausrüstung in Ordnung gebracht, etwas Warmes gegessen, das Badehaus besucht oder die Schminkutensilien auf Vollständigkeit kontrolliert.

Dann, wie befohlen beim achten Glockenschlag, meldet sich die experimentelle Söldnerrotte auf dem Kasernenvorplatz. Hier, zwischen der massigen Kommandatur und den hohen Wohnhäusern, ist bereits eine ganze Kompanie von Rekruten angetreten (Gallasal meint die gleichen Gesichter von vor ein paar Stunden wiederzuerkennen) und zählt unter dem strengen Blick eines schwergerüsteten Hauptmanns ab.

Wort- und Gestenlos betrachtet Oberst Thormun den Aufmarsch von der Empore aus auf der kürzlich noch der Galgen für die Dreskener stand. Der Schatten des Gebäudes fällt über sein Gesicht so dass seine Miene für die Söldner nicht zu erkennen ist.

Als das Prozedere auf dem Platz mit den von einer jungen Stimme gerufenen Worte "Einhundertundzehn!" schließlich beendet ist nickt der Offizier knapp und marschiert dann auf die fünf Söldner zu.
Mit einem guten Meter Abstand bleibt er stehen und mustert das Trüppchen kritisch.
Dann nickt er wieder, und ohne ein weiteres Wort zu sagen macht er auf dem Absatz kehrt und setzt sich mit zackigen Schritten an ein Ende der angetreten Reihe von Soldaten.
"Aaab-marsch!" schnarrt der Hauptmann und marschiert los, der Trupp der Rekruten folgt ihm, zu Borthars Erstaunen ohne Tritt oder Schlachtgesang.
Und auch die kleine Söldnerrotte reiht sich hinter dem letzten Mann der Kompanie ein, einem vierschrötigen, mit einem kurzen Wurfspeer bewaffneten und allein marschierenden Unteroffizier.
"Schritt halten." grummelt dieser nur ohne sich umzudrehen.

Der Ausmarsch aus der Stadt Gerleth ist beinahe ernüchternd unglorios. Der spärlich gewordene Abendverkehr auf den Straßen macht der Kolonne Platz ohne ihr große Beachtung zu schenken. Zwei vorbeieilende Frauen mit Körben werfen erst den Rekruten und dann sich gegenseitig mitleidvolle Blicke zu und neben dem Stadttor salutiert nur ein einbeiniger und auf eine Krücke gestützter Alter mit glasigem Blick dem vorbeimarschierenden Trupp und bildet ein klägliches Abschiedskommiteé.

Die Sonne beginnt sich im über den Feldern im Osten schon rot zu färben als die Söldner das Nordtor (an welches sie sich nur zu gut erinnern) hinter sich lassen und wieder die erdige Straße betreten auf der Borthar vor einigen Tagen die Stadt betreten hat  - damals noch gemeinsam mit Gallasal...
avatar Pekhari Sebekhotep 09.Jan.2007 09:01
Der schwer gerüstete und nicht gerade schnelle Pekhari bekommt so seine Probleme, als er versucht, mit der Truppe schrittzuhalten, trotzdem gelingt es ihm, sich immer einige Schritte hinter Ank zu halten und darauf zu achten, dass ihr keiner näher kommt, als ihm für eine Prinzessin anständig erscheint.
avatar Gallasal der Vorlaute 09.Jan.2007 10:01
Wortlos reiht sich Gallasal in den Zug der Todgeweihten ein. Er ist voll darauf konzentriert, niemandem auf die Füße zu treten.
Ausnahmsweise tut er dies, bis auf weiteres, ohne Worte.
avatar Brandon 09.Jan.2007 10:01
Problemlos und durch anscheinend unbelastet durch seine Ausrüstung hält sich Brandon an seinem Platz im Zug. Er mustert im Vorbeimarschieren die Umgebung, und als er den alten Mann salutieren sieht kann er sich ein bitteres Lächeln nicht verkneifen. Welch ein Sinnbild für diese verkorkste Situation... und welch arme Schweine da vor uns in der Kolonne. Hoffentlich bringen wir einige von ihnen wieder lebend in die Stadt zurück.
avatar Ank Neb Wajit 10.Jan.2007 12:01
Die unermüdliche Untote stellt nach einer Weile fest, dass ihr die Anzeichen von Erschöpfung, die einigen der Krieger deutlich anzusehen sind, ziemlich befremdlich vorkommen; die gelenkige, doch für schnellen Marsch etwas zu träge gewickelte Mumie hat zwar ihrerseits Schwierigkeiten, das Tempo zu halten, doch diese belaufen sich lediglich darauf, das öldurchtränkte Fleisch mit nötiger Schnelligkeit zu bewegen und nicht auf Schmerzen in strapazierten Muskeln.

Die ganze Zeit über ist auch die Kemeterin sehr schweigsam. "Ich bin hier völlig fehl am Platze," lamentiert sie vor sich hin, "einer Königstochter gebührt es nicht, zusammen mit niederem Bauerngetrampel aufs offene Schlachtfeld zu ziehen! Überhaupt quält mich die Last dieses Daseins ungemein! Ich kann nicht einmal mehr jemandem offen mein Antliz zeigen! Oh Schande!"
avatar Der Tod 11.Jan.2007 07:01
Borthar wirkt den Marsch über noch verschlossener und nachdenklicher als sowieso schon, trotz der zahlreichen verächtlichen Blicke die er von Seiten der Soldaten erntet.
Möglicherweise spürt der Dreskener seine Heimat näherrücken...

Nach etwa zweieinhalb Stunden strammen Marsches, die Nacht hat sich bereits beinahe vollständig über das Land gelegt, erreicht die Kolonne der Soldaten offensichtlich das Etappenziel.
Hinter einem kleinen, lichten Gehölz schimmert den Söldnern Fackel- und Feuerschein entgegen und die Geräusche von rauhen Stimmen und das gelegentliche Klirren von Metall klingt herüber.

Das Schlusslicht der Kompanie, der speerbewährte Unteroffizier, dreht sich kurz zu der Rotte um.
"Dass' unser Nachtlager; dürften dort unsern Versorgungszuch bekomm'. Morg'n geht's denn wieder weiter...nach vorn." brummt der offensichtlich nicht kampfunerfahrene Soldat.

Bald ereicht die Kolonne auch tatsächlich das Gehöft welches schon von weitem auszumachen war.
Hier lagern offensichtlich auch bereits Gerlether Truppen, die Fenster des Bauernhauses sind erleuchtet und auch im Gesindehaus und der Scheune ist Aktivität zu erahnen, von irgendwoher zieht sogar der Duft einer warmen Suppe herüber.
Geschäftige Soldaten eilen hin und wieder über den Hof, man schenkt der ankommenden Kompanie kaum Beachtung.

"Alle Mann Quartier beziehen! Niemand entfernt sich unerlaubt vom Hof! Weggetreten!" befiehlt der Hauptmann, woraufhin die Spannung des Marsches von den meisten Rekruten abfällt sich die Kolonne unter Klirren und Gemurmel in Richtung Gehöft verteilt...
avatar Gallasal der Vorlaute 11.Jan.2007 11:01
Inmitten des betretenen Schweigens platzt Gallasal mit einer Frage rein: "Und was jetzt? Weiß jemand wo wir sind oder in welche Richtung wir müssen? Oder wollt ihr den Befehl des Hauptmanns ausführen?"
avatar Ank Neb Wajit 12.Jan.2007 12:01
"Ich fühle mich doch glatt nicht angesprochen," wirft die Prinzessin leise ein, als der Hauptmann seine Anweisungen brüllt; ob die Worte eher amüsiert oder eher beleigigt klingen, vermag man kaum festzustellen, höchstwahrscheinlich sind sie beides. Nicht, dass die Kemeterin viel Wert auf die Befehle legen würde - erstens versteht sie sich mehr als halbwegs neutrale Beobachterin ohne ein wirkliches Pflichtgefühl einem Land entgegen, welches sie erst seit ein paar Sonnenaufängen kennt, und zweitens, weil es ihr keine großen Umstände bereiten würde, sich im Schutze der Dunkelheit wegzuschleichen, wohin auch immer sie mag, sollte sie es wollen.

"Ist das hier etwa das besagte Zacharias-Anwesen?," erkundigt sie sich schließlich. Die mit der Baukunst des Nordens nicht vertraute Mumie vermag da nicht so deutlich zu unterscheiden...
avatar Der Tod 12.Jan.2007 10:01
Der Hauptmann verschwindet mit einem Großteil der Kompanie im Bauernhaus.
"Unteroffizier! Unser Schützentrupp soll Nachtwachen aufstellen und den Hof sichern! Wir brauchen..." ist noch von ihm zu hören ehe er im inneren des Gebäudes verschwindet.

Die Söldner stehen noch in ihrem Grüppchen am Rande des geschäftigen, aus dem großen Bauernhaus, einem kleineren Gesindehaus und der langen Scheune bestehnden Hofes und werden offensichtlich sich selbst überlassen.
"Ich muss mal was erledigen..." entschuldigt sich Borthar knapp und stapft in Richtung Wäldchen davon.
avatar Brandon 12.Jan.2007 12:01
"Eher nicht. Das hier ist nur ein Etappenlager der Armee," erwidert Brandon auf die Frage der Kemeterin. "Hier rasten wir für die Nacht, und morgen geht es dann weiter, wo auch immer sie uns hinschicken. Also, lasst uns es uns gemütlich machen. Dieser Duft ist doch zu verführerisch, und wer weiß, wann es wieder etwas warmes zu essen gibt."

Da fällt ihm auf, dass  Borthar dabei ist, sich zu entfernen. Er stürzt dem Dreskener hinterher. Als er ihn einholt packt er ihn an der Schulter und sagt mit unterdrückter Stimme: "Hast du nicht gehört, wir sollen uns nicht vom Hof entfernen. Gerade du solltest das lassen, wenn du nicht an einem dieser schönen Bäume hier baumeln möchtest - dir trauen sie doch ohnehin nicht!"
avatar Der Tod 12.Jan.2007 12:01
"Schon vergessen? Ich bin eins der neuen Aushängeschilder des Generalstabs - bin gespannt wer da was will...und zur Not..."
Borthar tätschelt den breiten Griff seinen Schlachtschwertes.
"Und jetzt lass mich mal, ja?"
Der gerüstete Dreskener macht sich von Brandon los und geht weiter, schon bald in der Dunkelheit verschwindend.
Ein kühler Nachtwind kommt auf und summt leise in den Laubbäumen.
avatar Brandon 12.Jan.2007 01:01
Na, dann halt nicht. Mit leicht hängenden Schultern geht Brandon zu den anderen Kameraden zurück und macht sich auf die Suche nach einem halbwegs trockenen und warmen Plätzchen, an dem die Rotte den Abend und die Nacht verbringen kann. Zunächst geht er in Richtung des Gesindehauses, um zu sehen, ob sie da vielleicht noch unterkommen können.
avatar Gallasal der Vorlaute 12.Jan.2007 03:01
"Heißt das, ihr wollt doch hierbleiben?" Voller unverständnis schaut Gallasal Brandon an, als dieser wieder zurückkommt. "Ich glaube, die größere Bedrohung für die Stadt kommt von diesem geheimnisvollen Anwesen und wir sollten dem nachgehen. Was sagt der Rest dazu?"
avatar Ank Neb Wajit 12.Jan.2007 07:01
"Ich erinnere mich, schon einmal erwähnt zu haben, dass ich dem gemeinen Heer wenig von nutzen sein kann. Und wie es aussieht, sollte irgendjemand mit scharfem Verstand und wenig Billigung für die Verschwörung der Schwarzkünstler einen Blick auf dieses Anwesen werfen. Wollte Oberst Thormun nicht genau das?"
avatar Brandon 12.Jan.2007 07:01
"Ja, wir sollten einen Blick auf dieses Anwesen werfen. Aber wisst Ihr, wie wir es finden, und ob wir jetzt in seiner Nähe sind? Und - was ist, wenn wir vermisst und als fahnenflüchtig angesehen werden?"
avatar Ank Neb Wajit 12.Jan.2007 07:01
"Wie - ich ging davon aus, dass Thormun Euch erklärt hat, wo das Anwesen zu finden ist?," fragt die Mumie etwas überrascht, "und was das zweitere angeht - meint Ihr, dieser 'Held'," dabei nickt sie leicht in die Richtung, in welche der Hauptmann gegangen ist, "überlebt lange genug, um irgendjemanden irgendwo zu melden?"
Es hört sich fast so an, als wäre es Ank recht egal - zumindest solange alle Mitglieder der Rotte wußten, wo es lang geht.
avatar Pekhari Sebekhotep 12.Jan.2007 10:01
"Ich schliesse mich der Meinung der Herrin an. Sie wird nicht in einer Schlacht kämpfen, denn sie ist kein Prinz."
Pekhari stellt sich hinter seine Herrin.
"Und kein Mann darf ihr Befehle erteilen, geschweige denn ihr ein Haar krümmen!"
avatar Ein 12.Jan.2007 11:01
Nachdem er an den fernhin glühenden Feuern den Lagerplatz der Rotte erkannt hat, fällt Ein der Schritt mit dem angeschlagenen Bein leichter. Beide Bolzen hat er eigenhändig aus dem Oberschenkel reißen müssen, und es fühlte sich an, als dränge das Metall noch immer, noch tiefer in die Wunde. Der selbst angelegte Verband hat sich gelockert und scheuert lästig.
Trotz der Kälte der Nacht ist ihm warm, beinah fiebrig zumute, und er sehnt sich im Moment nichts anderes als eine sichere Bettstatt herbei.
Sie haben sich erst zurückgezogen, nachdem alle der Krieger, die standhaft genug, nicht in der Flucht Heil zu suchen, aus dem Hinterhalt niedergeschossen waren, denkt er grimmig. Nur ihn haben sie als Boten der Niederlage am Leben gelassen. Ungefragt, ungebeten.
Aber sein Herz wird bei dem Gedanken leicht, dass er den nächsten Morgen erleben wird, wenn auch die Erinnerungen an diesen Tag sich noch lange schmerzhaft bei ihm halten werden.

Die letzten Meter zum angestrebten Hof zurücklegend, strafft er sich, um vor den Kameraden auf Zeit keine allzu erbärmliche Figur abzugeben.
"Melde mich zurück von der Front", wirft er dem ersten seiner Leute, den er sieht, gleichgültig an den Kopf und murmelt dann vor sich hin:
"Ich brauche nur einen Teller warmer Suppe, ein volles Glas und neue Verbände."
Es ist ein großes Abenteuer, auf das er sich eingelassen hat, aber er kann nicht leugnen, dass die raue Art der Soldaten ihn fesselt und er ihre Gemeinschaft schätzt. Aber im Moment will er darüber nicht nachdenken. Sich nur noch fallenlassen und noch einige Notizen in die Chronik kritzeln.
avatar Pekhari Sebekhotep 13.Jan.2007 12:01
Pekhari blickt auf, als Ein sich ins Lager schleppt.
"Zeigt mal das Bein her, ich verstehe ein bisschen etwas von der Heilkunst. Einen neuen Verband werdet ihr wohl wirklich brauchen."
Er bedeutet Ein sich zu setzen und beginnt dann, den provisorischen Verband abzuwickeln.
avatar Ein 13.Jan.2007 12:01
Überrascht von der Hilfsbereitschaft des Unbekannten zögert Ein zunächst, setzt sich dann aber etwas schwerfällig auf den Boden und krempelt die Leinenhose hoch.
"Sie hätten mir um Haaresbreite das Knie zertrümmert", sagt er tonlos und forscht im Gesicht des Heilers nach einer Regung. Die weißen, zusammengebundenen Stofffetzen reißt er selbst herunter und zuckt zusammen, als sie sich von der Wunde lösen.
"Vielleicht könnt Ihr mir auch behilflich sein, den Panzer abzulegen? Ich will Eure Hilfe nicht überbeanspruchen, aber...", er stockt, und sieht in die Runde, dann geht sein Blick zu Boden und er enthüllt ein schmales Lächeln. "Ich bin Ein. Meinen Gruß."
Ganz hat er die guten Sitten vergessen. Auch das kommt wohl davon, dass man zu lange im Wald auf unsichtbares Feindgetümmel gelauert hat, dass dann doch nicht gekommen ist, und damit auch kein Ruhm.
avatar Ank Neb Wajit 13.Jan.2007 10:01
Dank ihrer übermenschlichen Fähigekeit, durch die tiefste Dunkelheit zu blicken, hat Anks Blick schon seit einer Weile auf der Gestalt verweilt, die sich mühsam ins Lager geschleppt und sich als verwundeter Krieger von der Front erwiesen hat. Er sieht ein wenig...anders aus, als die anderen, plumpen Soldaten, stellt die Untote unbewußt fest.
Noch hält sie sich zurück und bricht ihr Schweigen nicht, sondern überlässt das Wort den anderen. Aus dem Schatten der Kapuze, der noch dunkler ist als bei Tage, beobachtet die Kemeterin still, wie ihr Begleiter sich um die Wunden des Boten kümmert.
avatar Ein 14.Jan.2007 12:01
Ein lässt die Untersuchung über sich ergehen und blickt in der stummen Runde herum. Einen sieht er hochaufgerichtet, den er den "Blonden" zu nennen gedenkt, bis er dessen Namen erfährt, und dann ist da noch der "Hüne", ein schlaksiger junger Mann. Daneben nur eine Figur im Kapuzenmantel, die er lange ansieht, bevor er zu zu ahnen anfängt, dass sich darunter eine Frau verbirgt, die den Blicken solcher wie ihm zu entgehen versucht.
Er verflucht sich für die begangene Unschicklichkeit und beißt die Zähne vor ungefühltem Schmerz zusammen.
avatar Brandon 15.Jan.2007 11:01
Brandon wollte gerade ansetzen zu antworten: 'Nein, er hat es nicht genauer beschrieben. Alles was wir wisssen ist, dass wir es am nördlichen Rand des Krähenforstes finden, wo auch immer dieser Forst liegen mag', doch die Ankunft des Fremden schneidet ihm das Wort ab. Er bleibt stumm und mustert den Neuankömmling. Na, der hat wohl auch schon den einen oder anderen Dreskener aus der Nähe gesehen... denkt Brandon, während er ihn mit einem Kopfnicken begrüßt und ein wenig zur Seite rückt, um dem Verwundeten Platz zu machen.

Während sich Pekhari um die Wunde kümmert, raunt er Ank zu: "Ich denke, wir reden besser nachher weiter."
avatar Der Tod 15.Jan.2007 04:01
Auf dem Hof kommt Kurzzeitig wieder etwas mehr Bewegung auf als eine Gruppe von etwa zwölf Kapuzenbewährte Männer mit Langbögen ohne großen Elan das Bauernhaus, aus welchem laute Gespräche vieler Männerstimmen zu hören sind als die Tür sich öffnet, verlassen und sich gemächlich in Dreiergruppen in alle vier Himmelsrichtungen um das Gehöft verteilen.
Eine dieser Gruppen von Soldaten, welche unter ihren Umhängen metallverstärkte Lederpanzer tragen, begibt sich auch in Richtung der Söldner.
avatar Ein 15.Jan.2007 04:01
"Habt Dank", quittiert Ein förmlich das Beiseiterücken des Hünen und nimmt den angebotenen Platz gerne ein. "Es wäre mir unangenehm, wenn ich unpässlich käme..." stottert er anschließend und blickt dabei zu Boden.
So viel Freundlichkeit hat er hier nicht erwartet, und schämt sich beinahe, sie anzunehmen, da er daran zweifelt, dass er sie für einen anderen aufgebracht hätte, der verletzt hineingekommen wäre. Nein, er sieht sich vielmehr wie besessen auf den letzten leeren Zeilen der Papyrusblätter herumkritzeln, abgeschirmt vor Störung jedweder Art.
Nun erblickt er aber die näherkommenden Gestalten und sein Blick klärt sich.
"Ich glaube, das sind einige von meinem zerschlagenen Regiment..."
Doch als sie noch näher heran sind, wird er dunkel.
"Oder... nein..."
avatar Ank Neb Wajit 15.Jan.2007 11:01
Ank nickt fast unmerklich in Brandons Richtung. "Ich verstehe schon," haucht sie zustimmend.
Ihr Blick fällt auf die Notizen, die der Verwundete soeben eifrig angefertigt hat. "Was mag er darin so wichtiges festhalten, und für wen?," fragt sich die Mumie.
avatar Ein 16.Jan.2007 06:01
Momente lang aufblickend, gewahrt er, wie die Verhüllte und der Hüne ein paar Worte wechseln. Rasch vollendet er die letzte Notiz - aber mit Blindheit geschlagen klingt eindeutig besser, das muss ich morgen früh noch auf diese oder jene Art einbinden - und steckt das Schreibzeug zurück in die Innentasche seines Mantels.
"Aber ihr kennt sie wohl?" fragt er in die Runde, immer wieder ein Auge auf die Kapuzengestalten gerichtet. Vielleicht einige weitere Frauen, die zu der hier sitzenden gehören.
avatar Brandon 16.Jan.2007 08:01
"Gern geschehen, und willkommen." ist zunächst noch die Antwort Brandons auf den Dank Eins - dann jedoch erwidert er: "Nein, ich weiß auch nicht, wer sie sind. Ich kann nur vermuten, dass sie Wache halten sollen. Ob sie allerdings Spione ab oder Deserteure aufhalten sollen weiß ich wirklich nicht. Vermutlich beides."

Verdammt, muss dieser Ein gerade jetzt dazu kommen, wo wir uns unterhalten müssen. Na gut, wo er jetzt hier ist kann man genau so gut höflich sein... Mit fragendem Gesichtsausdruck fährt er fort: "Doch sagt, wenn es Euch nicht zu unangenehm ist: Wo kommt Ihr her, und was ist Eurem Regiment widerfahren?" Erstmal Interesse zeigen - vielleicht freut ihn das.
avatar Gallasal der Vorlaute 16.Jan.2007 10:01
"Ja...und wo kommt ihr her, wo habt ihr gekämpft? Wisst ihr, wie man diese Gegend hier nennt? Nicht zufällig Krähenforst?"
Mit seiner ihm eigenen Art begrüßt Gallasal den Fremden. Die Vorfreude etwas über diese Gegend zu erfahren ist größer als seine Kenntnis über Benimmregeln aber in letzter Sekunde rettet er sich:"Ach so...und ich bin Gallasal." Etwas verlegen betrachtet er danach seine Fußspitzen und wartet auf Antwort...
avatar Ein 16.Jan.2007 05:01
Immernoch den Blick auf die dunklen Kapuzenträger gerichtet, murmelt Ein "Deserteure aufhalten...? Ich habe mich freiwillig gemeldet und zwei Pfeile für ein Reich gefangen, das nicht das meine ist. Ich kann gehen, wann ich will."
Er dreht sich nur weg, um dem Blonden auf die Begrüßung hin ein erzwungenes Lächeln zu zeigen. Sein Blick durchdringt darauf die Wände des Gehöfts und er starrt zurück auf das vergangene Gefecht. "Wo ihr es erwähnt, wir waren tatsächlich am Rande des Krähenforstes stationiert. Und gerade mit der Befestigung des Lagers beschäftigt, denn unsere war Verteidigungsstellung benannt worden, und den Feind hatten wir nicht so früh erwartet. Er muss über die Flanken unsere Sturmtrupps umgangen haben."
Während er so erzählt, bekommen seine Augen einen unheimlichen, entschlossenen Glanz.
"Die Wachposten müssen gedöst haben, denn plötzlich waren die Dreskaner mittenmang und hatten die für die Morgenstunde eingeteilte, schon ruhende Spätwache im Schlaf erschossen. Sie sind so flink mit den Armbrüsten, diese Teufel. Ich war einer der ersten, der sie bemerkte, aber mein Ruf zu den Waffen kam zu spät, und so stand ich bald fast allein gegen sie. Zweien konnte ich die Beine brechen, aber besiegen keinen. Wer die Gelegenheit, aber keinen Mut fand, floh. Weniger als einem Dutzend darf es gelungen sein, und es würde mich wundern, wenn davon nicht noch mindestens die Hälfte an ihren Wunden verendet. Mich jedenfalls ließen sie als letzten Lebenden als Überbringer der Nachricht ihres Sieges zurück. "
Er stöhnt und hebt hilflos die Arme. "Das ist erbärmlich... Aber ich will wieder zurück, sobald meine Wunden sich geschlossen haben. Einen und einen halben Tag an Reise und ich kann zurückholen, was uns genommen wurde."
Innerlich lacht er über das seltsame Pflichtgefühl, dass er mittlerweile empfindet.
avatar Brandon 16.Jan.2007 05:01
"Also haben sie auch anderswo so überraschend zugeschlagen - es ist wirklich merkwürdig, dass ihnen das überall gelungen zu sein scheint." Brandons Miene wirkt hart. "Und dafür werden wir ihnen noch einen ordentlichen Schluck ihres eigenen Weines einschenken." Schnell überlegt der Schütze: Können wir dem Kerl vertrauen? Er wirkt ja ehrlich genug, aber das haben schon viele vor ihm. Finden wir erst einmal mehr über ihn heraus.

Wieder mit ruhiger Konversationsstimme fragt er weiter."Ihr hab erwähnt, Gerleth sei nicht Eure Heimat, und damit passt Ihr gut in diese Runde - aber woher stammt Ihr denn?"
avatar Ein 16.Jan.2007 06:01
"Heimat ist ein Ort, an dem man sich behaglich fühlt", lenkt Ein ab, schwärmerisch auf keinen bestimmten Punkt in der Nacht starrend, "und im Augenblick ist dieser Schuppen hier meine Heimat. Auch, wenn ich vor dem Verdursten bin und zwei eiternde Wunden im Bein habe. Ich bin im Augenblick lieber hier, denn ich weiß nicht, was an anderen Orten geschieht und ob es lohnenswert wäre, in diesem Moment dort zu sein."
Die Wahrheit gefällt doch niemandem, und glauben wird sie auch genau dieser, denkt er bei sich. Überhaupt hat keiner bisher das Recht erworben, von dem Geheimnis zu hören. Und am Ende würde es ihm doch nicht mehr bringen, als verlacht zu werden.
"Der Befehl vom Oberst, bei Niederlage zu dieser Rotte zu stoßen, genügt mir. Und euch auch, hoffe ich."
Er deutet durch einen Griff in die Manteltasche den Besitz eines Dokuments an und hofft, nicht wirklich danach graben zu müssen.
avatar Brandon 16.Jan.2007 06:01
"Schuppen ist ein gutes Stichwort, Ihr solltet Euch dringen hinsetzen, und auch wir sind den ganzen Tag marschiert. Schauen wir, ob wir uns einen Platz an einem Feuer erobern können." Damit bewegt sich Brandon in Richtung des Gesindehauses los, um seinen vorhin gefassten Beschluss in die Tat umzusetzen.
avatar Der Tod 16.Jan.2007 06:01
Die drei Bogenschützen haben die Gruppe gerade mit einem grüßenden Nicken passiert, da ertönt plötzlich von Nordosten, hinter der Scheune, ein Warnruf!

"ALARM! DRESKENER! ALARM!"

Gleichzeitig erkennt der Schütze Brandon das Zupfen von starken Bogensehnen zwischen den Umgebungsgeräuschen, ebenfalls aus der Richtung des Warnrufs kommend...
avatar Ein 16.Jan.2007 07:01
Ein Schauer läuft Eins Rückgrat herunter, als er die nahe Warnung vernimmt. Er stampft probeweise mit dem vom Kleriker versorgten Bein auf und lächelt ihm gewinnend zu.
"Außerordentlich dumm von ihnen, dass sie mich nicht auch beseitigt haben. "
Wie immer, wenn er den schweren Panzer trägt, muss er wie gegen einen rasenden Sturm anlaufen, um schnell vorwärtszukommen.
"Ich bin an eurer Seite, wenn ihr an meiner seid!", ruft er nach hinten und windet sich die um den Leib getragene Kette los, um sie sich um den rechten Unterarm zu wickeln.
Er sprintet mit sämtlicher nach den Strapazen der tagelangen Wanderung noch übrigen Kraft in Richtung des Rufes los. Dabei stellt er beängstigt fest, dass er nicht genau sagen kann, ob ihn die Angst treibt, dass bei seiner Ankunft keiner der Verbündeten mehr stehen könnte,  oder die, dass kein Feind dazu mehr in der Lage sein könnte.
avatar Pekhari Sebekhotep 16.Jan.2007 07:01
Pekhari springt auf und reisst sein Kopesh aus dem Gürtel. Dann folgt er ein in einem durch seine Rüstung doch extrem gebremsten Ansturm.
"Bleibt zurück Herrin und geht in Deckung! Ich kümmere mich darum!", ruft er dann noch über die Schulter zurück.
avatar Ank Neb Wajit 16.Jan.2007 08:01
Die Mumie reagiert auf die Alarmrufe mit bemerkenswerter Geschwindigkeit, indem sie sich duckend herumwirbelt und nach Pfeil und Bogen greift, innerlich ist sie jedoch die Ruhe selbst. Schließlich hat sie auch die besten Chancen, unbemerkt davonzukommen - und weder die Gerlether, noch die Dreskener würden sich nachher erinnern, dass sie überhaupt da gewesen war.

"Nur nichts überstürzen, Pekhari," lässt Ank leise vernehmen, Gelassenheit liegt in ihrer Stimme; die trockenen, toten Augen in die Dunkelheit gerichtet, versucht die Kemeterin, die verborgenen Angreifer auszumachen.
avatar Der Tod 16.Jan.2007 10:01
Im Gesindehaus, welches dem Geschehen am nächsten ist, bricht als erstes Aktivität aus, Fenster und Türen werden aufgerissen, Rufe und Flüche sind zu hören.
Die drei Bogenschützen überholen hetzend und mit gezogenen Waffen die schwergerüsteten Söldner.
"Scheiße, wo kommen die auf einmal her...? Ich seh' gar keinen!" ist von einem der rennenden Soldaten zu hören.
avatar Brandon 16.Jan.2007 10:01
Was soll denn die Panik. Ruhig spannt Brandon den Bogen und macht sich langsam auf den Weg Richtung Wald. Das Gesicht versteinert, aber die aufmerksam den Waldrand - auch hinter ihm - musternden Augen glitzern konzentriert.
avatar Gallasal der Vorlaute 16.Jan.2007 11:01
Natürlich hat Gallasal die schnelle Entwicklung der Ereignisse etwas verschlafen, reagiert jetzt aber recht behende auf die bedrohliche Situation. Er schnappt sich seinen Bogen und entfernt sich von jeglichen Lichtquellen, um durch deren Schein nicht geblendet zu werden. Dabei achtet er darauf, dass er nicht inmitten einer freien Fläche zum stehen kommt, sondern hält Ausschau nach einer geeigneten Deckung, von der er beginnt in die Dunkelheit zu spähen...
avatar Der Tod 17.Jan.2007 09:01
Doch keiner der beiden kann einen Dreskener Angriff ausmachen und als die ersten kampfbereiten Gerlether aus dem Gesindehaus gestürzt kommen schallt es von hinter dem Gebäude bereits Entwarnung.
"Es war nur einer! Wir haben ihn erwischt!"
avatar Ank Neb Wajit 17.Jan.2007 09:01
"Dort!," zischt Ank gedämpft, ihre ausgestreckte Hand, welche auf die Lücke zwischen Scheune und Gesindehaus deutet, zeichnet sich nur schwach gegen die Finsternis aus. "Einer ist tot," fügt sie Sekunden später hinzu und beginnt, zur Ecke der Scheune vorzupirschen, um ein besseres Sichtfeld zu haben. Doch nicht, ohne sich zuvor zu der Gruppe umzudrehen, und einen - fragenden? - Blick auf Ein zu richten.
avatar Ein 17.Jan.2007 10:01
Gerade will er schon abbremsen, als Ein das erste Mal die Frau sprechen hören, und glaubt, unter der Vermummung die Konturen ihres Gesichtes zu erkennen. Grimmig nickt er in ihre Richtung und folgt dem Zeig ihres dürren Fingers. Zwar kann er nichts erkennen, aber er gibt dem Vertrauen in sie nach und lässt seinen Spurt so rasend werden, dass er sich unter den Metallplatten kaum aufrecht halten kann.
Er ist mit seinem rasselnden Atem allein.
"Dieses Mal werdet ihr mehr als eure Beine verlieren", zischt er hervor.
avatar Brandon 17.Jan.2007 10:01
Also doch, der Narr. Kurz sacken Brandons Schultern müde herunter, als er seine Befürchtung bestätigt sieht. Mechanisch löst er die Sehne seines Bogens und wickelt sie um ein Ende - doch dann strafft er sich, und als sein Gesicht wieder dem Schein der Lagerfeuer ausgesetzt ist kann man keine Spur von Trauer mehr erkennen.

Mit dem ungespannten Bogen in der Hand geht er wortlos die paar Schritte, bis er den Dreskener sehen kann - und wirft einen langen Blick auf den wie eine zerbrochene Puppe auf dem Boden liegenden Körper Borthars.
avatar Ank Neb Wajit 17.Jan.2007 10:01
Ank nähert sich im Schutz der Dunkelheit dem Schauplatz - bis auch sie den leblosen Körper zu erkennen glaubt. "Tor oder Verräter?," wirft sie leise und völlig emotionslos in die Runde.

"Noch einer, den ich ins Reich der Toten übergehen sehe... Er hätte beten sollen, dass sein Herz leichter sei als die Feder der Maat... Doch wenn er genauso aufrichtig war, wie helle, sehe ich wenig Hoffnung für ihn. Was hat es mich auch zu kümmern?" Die Mumie wirkt nach wie vor ziemlich teilnahmslos, dieser Eindruck könnte aber auch dadurch hervorgerufen werden, dass sie sich im finstersten Schatten befindet und von ihr dadurch kaum etwas an Regungen zu sehen ist.
avatar Der Tod 17.Jan.2007 10:01
Die Söldner haben sich um den hingestreckt von gut einem halben dutzend Pfeilen getroffenen Borthar versammelt.
Da öffnet der Dreskener ein letztes Mal müde seine Augen und blickt suchend in die Runde. Blut läuft aus seinem Mundwinkel als er gurgelnd und kaum zu vernehmen die Stimme erhebt.

"Glaubt nicht was ihr seht! Es ist in eurem Hirn!"
 
Dann werden seine Augen stumpf und sein Kopf fällt zur Seite. Borthar Ruffmon, der fahnenflüchtige Dreskener Gardist, ein harter Kämpfer, ist tot.
Sein Lebensfaden endet im feuchten Gras einer Frühlingsnacht.


Aus dem Hintergrund treten nun auch zwei der Bogenschützen auf die Gruppe zu und blicken fragend in die Runde.
Auf dem Hof werden inzwischen Befehle gebrüllt, ein Offizier scheint einen Spähtrupp zusammenzustellen und mehr Wachen einzuteilen.
avatar Ein 17.Jan.2007 11:01
Schweren Atems stürmt Ein um ein Haar an dem Gefallenen vorüber, kann die Metallmassen erst im letzten Moment aufhalten.
"Nur einer?", schnaubt er ungläubig und fixiert den Gefallenen. Er fühlt, wie ihn der Rausch der erwarteten Schlacht ungesättigt wieder verlässt. Ich komme wieder. Sei sicher.
Er ringt nach Atem und lehnt sich an die Gebäudewand. Sofort knickt ihm das Bein weg und er rutscht hilflos an der Wand herunter ins Gras. Er muss es überanstrengt haben.
Als er im Ringen nach Atem endlich Zeit findet, die entgeisterten Gesichter und flüsternden Stimmen der Soldaten zu bemerken, zweifelt er. So würden sie nicht stehen, hätten sie einen gewöhnlichen Feind erschossen.
Die Kette behält er noch in der gespannten Faust und blickt sich nach den Gesprächspartnern von eben um. Tor und Verräter nannte man ihn... Sicher einer, der für einen prallen Geldbeutel zum feindlichen Heer übergerannt ist.
avatar Gallasal der Vorlaute 17.Jan.2007 11:01
Auch Gallasal ist gerade noch rechtzeitig für die letzten Worte Borthar's bei der Gruppe eingetroffen, hat er doch den Fingerzeig Ank's nicht mitbekommen. Betreten steht er jetzt zwischen den Anderen:"Kann mir das jemand erklären, ihr kanntet ihn länger. Und was meinte er mit 'es ist in unserem Hirn'?"
avatar Ank Neb Wajit 18.Jan.2007 01:01
Ank schüttelt nur den Kopf.  Dieser ganze Feldzug dient keineswegs dem Zweck, Geheimnissen, die sie gerne enthüllen würde, näherzukommen, im Gegenteil, das Dunkel der Unwissenheit verdichtet sich eher.
"Ihr solltet Euch von Eurer Verletzung zunächst erholen. Wenn ein *wirklicher* Angriff stattfindet, bekommen wir es sicherlich früh genug mit," spricht sie unerwartet zum Neuankömmling; ihr Akzent tritt dabei deutlich zu Tage.
Nachdem sie Ein, wie er an der Wand lehnt, kurz gemustert hat, dreht sich die Untote wieder der ratlosen Runde zu, die sich um Borthars Leiche versammelt hat. "Ich habe nicht den Hauch einer Ahnung, was er gemeint haben kann - ich vermag nicht zu wissen, ob es der Fieberwahn des nahenden Todes war, der die Sicht verschleiert, oder die Einsicht, die ein Blick in Osiris' Antlitz verleihen mag."
avatar Ein 18.Jan.2007 06:01
"Ja, wie dumm von mir", gibt er gedankenverloren zu, und legt einen Hauch von unnötigem Pathos hinein, der den Satz ironisch klingen lässt. "Ich werde einen Platz an den Feuern suchen. Ihr seid auch willkommen. Vielleicht erzählt ihr mir später etwas mehr über diesen armen Tropf."
Mit diesen Worten erhebt er sich langsam und humpelt davon, in Richtung Eingang. Bestimmt ist es besser, sie eine Weile allein zu lassen. Wenn sie erzählen möchten, werden sie es nachher tun.
Er betritt auf der Suche nach Trank, Speise und einer wärmenden Flamme das Gehöft, sich durch fassungslos starrende Männer den Weg bahnend.
avatar Der Tod 18.Jan.2007 05:01
Während sich die Lage auf dem Hof allmählich wieder beruhigt schwärmen zehn der Bogenschützen nichtsdestotrotz in Richtung Wäldchen aus um dort nach dem Rechten zu sehen. Einer der zurückgebliebenen Soldaten blickt ohne besondere Anteilnahme erst auf den toten Borthar und dann in die Runde der Söldner.
"War also einer von Euch? Dumm gelaufen, was?"

Ein begibt sich währenddessen hinter ein paar Gerlethern die genervt etwas von "scheiß Fehlalarm" grummeln in das Gesindehaus welches nicht ganz so überbelegt ist wie das Hauptgebäude um sich dort nach einer Stärkung umzusehen.
Im Inneren des karg eingerichteten Hauses lungern überall Soldaten herum welche sich an kleinen, auf dem gestampften Lehmboden entzündeten Holzfeuern wärmen, Verpflegung fassen oder lautstark würfeln.
avatar Ein 18.Jan.2007 06:01
Ein findet, dass es Zeit wird, seine Pflicht zu tun. Am Besten nun, bevor sich die Unruhe wieder legt und er die Gemüter zu sehr erschüttert.
Hört her, Krieger!“, ruft er mit voller Stimme, um sich Gehör im ganzen Raum zu verschaffen, während er hereinhumpelt, bewusst etwas leidender, als ihm eigentlich dank der Versorgung wieder möglich. „Unsere Stellung am westlichen Rande des Rabenforsts ist gefallen, die Feinde sind womöglich schon auf dem Vormarsch! Ich bin einer der letzten Überlebenden und tue euch Kunde über die Niederlage, die vollendet war. Wenn es euch nichts ausficht, dann schürt doch für mich und einige Gefährten ein Feuer und legt etwas Kost zurecht.
Damit humpelt er, sein Schauspiel verringernd, hinein.
avatar Brandon 20.Jan.2007 01:01
"Requiescas in pacem! In vitam, pacem non cognoscevis..." denkt Brandon auf hesetisch, während er sich abwendet und die respektlose Bemerkung des fremden Soldaten ignoriert. Ja, ein Fehlalarm war es wohl, aber für wen?

Seinem Gesicht sind die melancholischen Gedanken jedoch nicht anzumerken. Zurück in dem Lager sucht er sein Pferd Steppenwolf auf, das zusammen mit einigen anderen privaten Reittieren im Vorratstross, der früher am Tag gestartet war, hergebracht worden ist.

Sorgfältig kümmert er sich darum, dass das Tier so gut, wie es in einem provisorischen Feldlager eben möglich ist  untergebracht wird und striegelt es persönlich und gründlich. Ein wenig zu gründlich - Wer ihn kennt könnte erkennen, dass er seine Hände allein arbeiten lässt, während er über seine kurze Bekanntschaft mit Borthar nachdenkt.

Schließlich, das Fell des Tieres ist schon ordentlich wie kaum je zuvor und glänzt im Licht der inzwischen entflammten Lagerfeuer, lässt er von ihm ab. Er kontrolliert noch kurz, dass der Sattel ordentlich gefettet und Gepäck gut verstaut ist, dass gesellt er sich wieder zu seiner Rotte, die mittlerweile einen Platz an einem Feuer ergattert hat. Missmutig schaut er über die würfelnde und lautstark essende Menge anderer Soldaten - dann setzt er sich. Nach einem weiteren Blick in die Runde fragt er: "Gibt es schon etwas zu essen?"
avatar Ank Neb Wajit 20.Jan.2007 09:01
Da es Ank nicht einleuchtet, warum sie noch länger bei Borthars Leiche verweilen soll, zieht sie sich wieder zum Lagerfeuer der Rotte zurück. "So meinte ich das weniger," ruft sie noch dem sich entfernden Ein nach, ohne jedoch sonderlich die Stimme zu erheben.

Die Kemeterin setzt sich etwas abseits von Feuer, außerhalb des hell beschienen Bereichs - erstens ist ihr nicht nach sehr viel Licht zumute, zweitens weiß sie sehr wohl um die leichte Entflammbarkeit ihrer ölgetränkten Bandagen. "Pekhari, meinst du nicht, du solltest dich ein wenig stärken?," schaut die Mumie zum gepanzerten Priester hoch. Sie hofft, dass ihre eigene "Appetitlosigkeit" nicht so sehr auffällt, was aber nach dem Vorfall soeben eigentlich nicht absonderlich wirken dürfte.
avatar Der Tod 21.Jan.2007 12:01
Die Luft in dem Raum der früher wohl gleichzeitig als Heuschober und Gesindeschlafraum gedient hat, ist sticktig und vom Rauch der kleinen Feuer, welcher nur durch die geöffnete rückwärtige Scheunentür und einigen, offensichtlich von den Soldaten selbst geöffneten, Löchern unter dem Dach abziehen kann.

Die Rotte, welche sich bei Ein wieder zusammenfindet, hat dank dem tragischen Leutnants ein paar Teller erstaunlich reichhaltigen Eintops und einen Platz an einem guten, direkt neben der belüftetenden Scheunentür gelegenen, Feuerchens ergattern können.

Auf Holzblöcken sitzen dort bereits zwei weitere Soldaten Gerleths, wenn auch nicht mehr in Helm und Harnisch sondern in der derben, braunen Feldkleidung.
Beide, der kräftige Kahlkopf mit dem Stiernacken und der drahtige Große mit wachen Augen, scheinen schon den ein oder anderen Dreskener von vorn gesehen zu haben und gehören vermutlich zu einem der Unterstützungstrupps - Pikeniere oder großschwertgeübte Doppelmeister schätzt Brandon - die hier auf ihre (gerade eingetroffene) Kompanie gewartet hatten.
Sie grüßen die Landsknechte nur flüchtig da sie gerade in ein angeregtes Gespräch vertieft sind.

"Drauf geschissen!" meint der Stiernacken laut.
"Diese alten Moorleichen im Rat haben doch auch keine Ahnung, das einzige was die den ganzen Tag machen ist sich die Falten ausm Sack zu schlagen! Und dabei kackendreist sich werweiswas an Befugnissen herausnehmen! Oder wie seh' ich das?" ruft der Soldat recht verbindlich in Richtung der Söldner.

"Vielleicht aber auch ganz gut so...warum sollte jemand alle Macht haben der dafür  nicht mal irgendwas können muss?" wirft der zweite ruhig ein.
"Der Graf ist nur Graf weil sein Vater einer war - also an sich ja nicht unbedingt seine eigene Leistung! Der hohe Rat hat immerhin sowas wie Bildung und Ahnung vonner Welt abbekommen!
Also wenns nach mir geht..."

Er lässt den Satz unvollendet und blickt mit hochgezogenen Brauen in die Runde.
avatar Ein 21.Jan.2007 12:01
Als die geheimnisvolle Frau an ihm vorübergeht, tippt Ein ihr auf die Schulter und murmelt ein resigniertes "Ich weiß."
Er blickt in die Mienen der folgenden Männer und nickt ihnen aufmunternd zu.  

Über den Suppenteller gebeugt lauscht er mit halbem Ohr der Unterhaltung der beiden Soldaten. Es ist eine wunderbare Atmosphäre so, findet er. Am wunderbarsten der Moment, wo er endlich die Beine ruhen lassen kann und den ersten Löffel der dampfenden Suppe nimmt. Diesen Moment bewahrt er sich auf.
Lange will er zwar nicht mehr in der Gesellschaft des kriegerischen Volkes bleiben, aber ihm hat gefallen, was er bisher erlebt hat. Die Schmerzen, aber auch die kleinen Freuden, die so sehr an Wert gewonnen haben, wird er nicht vergessen.
Unwillkürlich beginnt er herzlich zu lachen und bemerkt, dass die beiden Diskutierenden gerade ihre Unterredung unterbrochen haben, womit er sich wohl nun unabsichtlich dazu verpflichtet hat, etwas beizutragen.
"Ah... Ich wünsche euch einen fähigen Führer. Mir aber ist gleich, unter wem ich hier diene. Ich bin wegen der Schlacht hier - nicht wegen dem, was der letzten Schlacht folgen muss."
avatar Pekhari Sebekhotep 21.Jan.2007 01:01
Nachdenklich steht Pekhari einige Momente neben Borthars Leiche, seine Hand um den Ibiskopf seines Amuletts geschlossen.
"...Und mögen sein Herz nicht zu schwer und nicht zu leicht sein. Die zweiundvierzig seien ihm gnädig.
Schliesst er dann sein gemurmeltes Gebet für den Toten ab. Dann kniet er nieder und öffnet mit einer schnellen Handbewegung den Mund der Leiche einen Spalt breit.
Dann kehrt er ans Feuer zurück. Auf Anks Aufforderugn hin erhebt er sich, nimmt einen vollen Teller mit Eintopf entgegen und beginnt, das Essen mechanisch in sich hineinzustopfen, während er gedankenverloren ins Feuer starrt.
avatar Der Tod 21.Jan.2007 02:01
Auf Eins Worte hin schnaubt der Glatzkopf amüsiert, der andere Soldat blickt ihn jedoch mit einem leicht missbilligenden Blick forschend an.
"Ist aber gerade wichtig, besonders für die Männer hier! Man muss doch wissen wofür man hier steht - oder fällt, nicht Leutnant?"
Unterdessen hat der erste Soldat Pekhari entdeckt und mustert den dunkelhäutigen Kemeter mit offenem Interesse.
avatar Ein 21.Jan.2007 03:01
"Für was man kämpft, sollte man wissen", wiederholt Ein prüfend die Worte des anderen. "Und wenn man da etwas hat, für das zu kämpfen man lohnenswert dünkt, genügt das doch, oder? Wer hier kämpft, ohne zu wissen, wofür, dem werde ich keinen Grund geben, sein Leben halben Herzens einzusetzen."
Ein bemerkt, wie er sich selbst immer weiter verstrickt. In eine Unterhaltung, die ihm gleichgültig gewesen ist. Er unterstützt seine Worten mit ausschweifenden Gesten der linken Hand, in der er auch gleichzeitig den Suppenteller balanciert.
"Ich, jedenfalls, habe Grund genug, hier zu stehen. Und der Grund ist fernab von...", bevor er weiterspricht, wird er sich seiner Position als zumindest niederrangiger Befehlshaber erneut bewusst und lässt von der Absicht ab, sein Unbehagen dem auf den Kriegsfeldern reich gesäten Patriotismus gegenüber kundzutun. "...von euren, wahrscheinlich. Wer Grund zum Kämpfen hat, dem ist der Grund genug, und der braucht keine Bestärkung durch einen... Leutnant. Das wollte ich nur sagen."
Er nickt mit nachdenklichem Gesichtsausdruck zu seinen letzten Worten.
"Wenn der Wille nicht da ist, wäre es falsch, ihn heranzuhetzen."
avatar Gallasal der Vorlaute 21.Jan.2007 11:01
Er kann jetzt jedes Gebet und jeden Trost gebrauchen, möge auch Pelor seiner Seele gnädig sein und sie auffahren lassen gen Himmel.
Emotionslos beobachtet Gallasal das Wirken Pekhari's. Erstaunt ist er höchstens über das öffnen des Mundes bei dem Toten aber da der Priester ein Vertrauter von Ankh ist, möchte er ihn nicht darauf ansprechen. Zu groß ist die Angst, dass er ihn genauso herablassend behandelt wie dessen Herrin. Als alle Anderen sich wieder zurückgezogen haben, kniet sich der Gotteskrieger nocheinmal neben die Leiche und zeichnet mit dem Daumen eine Sonne auf dessen Stirn. Danach begibt er sich ebenfalls in die Scheune und nimmt einen Teller Eintopf zu sich. Interessiert hört er dem Disput zwischen dem Neuen namens Ein und den beiden Soldaten zu, doch vermeidet er es, sich einzumischen solange er nicht direkt angesprochen wird.
avatar Brandon 22.Jan.2007 12:01
Froh, dass sich Ein um die beiden anderen Soldaten kümmert nimmt sich Brandon ebenfalls eine Schale Eintopf und ißt mit angesichts der traurigen Umstände merkwürdig anmutendem Appetit. Dabei bleibt er wortlos und verfolgt den Disput nur mit halbem Ohr. Worauf wollen die beiden hinaus? Sollen wir vogeführt werden? denkt er, bevor er seine Gedanken ganz auf die Planung der nächsten Tage lenkt.
avatar Der Tod 22.Jan.2007 01:01
Mit Eins Antwort offensichtlich mehr oder weniger zufrieden führen die beiden Soldaten ihre Diskussion allein noch ein wenig weiter bis sie sich schließlich auf ein Ergebnis einigen können, und zwar dass "alles sowieso scheiße" sei.
Daraufhin streckt sich der grobschlächtige Gerlether und verzieht sich, geräuschvoll gähnend in Richtung Heuboden und auch sein Gesprächspartner steht auf, nickt den Söldnern zu und begibt sich zu einer anderen Gruppe von Soldaten.

Und während sich das Treiben im Raum nach und nach lichtet sitzen die Söldner nun allein um das langsam ausgehende Feuerchen und hängen eigenen Gedanken nach...
avatar Brandon 23.Jan.2007 09:01
Nachdem sich die beiden Soldaten zurückgezogen haben wendet sich Brandon noch einmal an Ein: "Entschuldigt, dass ich Euch noch einmal störe. Ihr meintet vorhin, Ihr wäret am Krähenforst stationiert gewesen. Könnt Ihr mir ungefähr aufzeichnen, wie die Umgebung dieses Wäldchens aussieht?" Der Bogenschütze zieht einen einzelnen Pfeil aus dem neben ihm liegenden Köcher, reicht in an Ein und weist auf den staubigen Boden.
avatar Ein 23.Jan.2007 05:01
"Stören, aber nein", versichert Ein überrascht, der den Stift nicht einmal in Gedanken schon wieder vorgekramt hat. Viel mehr hat er über die ungleichen Gestalten der scheinbaren Gefährten nachzudenken. Mit dem Hünen hat er wohl den Anführer vor sich, schließt er. Die anderen kann er noch nicht einschätzen, aber er vermutet hinter keinem einen gewöhnlichen Krieger. Schon die Waffe, die er in der Hand des Fernländischen gesehen hat, gibt ihm Rätsel auf.
Er nimmt den Pfeil dann doch an sich und setzt mehrmals an, unter gemurmeltem "War eher hier..." und "Aber eigentlich, wenn wir dort...". Er fährt sich resignierend mit der Linken durch die Haare und beginnt schließlich eine undeutliche Zeichnung.
"Versprecht euch nicht zuviel. Es war finster..."
avatar Brandon 23.Jan.2007 05:01
Leicht enttäiuscht schaut Brandon auf die Karte und versucht, sich die Karte so gut es geht einzuprägen. Ermutigend sagt er: "Das hilft auf jeden Fall schon... vielen Dank dafür. Doch wisst Ihr auch noch etwas über Ortschaften und andere Ansiedlungen? Wie bewohnt ist die Gegend?"
avatar Ank Neb Wajit 23.Jan.2007 09:01
Die Kemeterin legt indessen nicht sehr viel Aktivität an den Tag - oder an die Nacht. Eigentlich hockt sie nur etwas abseits des Lagerfeuers; die Kapuze ihres Mantels wirft einen Schatten über ihre Augen, sodass es kaum möglich ist zu erahnen, wohin sie gerade schaut, und ob überhaupt irgendwohin.

Die Worte, die um sie herum gesprochen werden, entgehen der Mumie jedoch nicht. Tatsächlich hat sie den einzigen ihrer Ansicht nach ihrer würdigen Posten hier eingenommen - den einer neutralen Beobachterin, und nimmt das immer ruhiger werdende Treiben im Lager aufmerksam auf. "Und wenn all diese Buschen schon längst verkauft wurden und nun Lockvögel spielen? Und was wollte Borthar, dieser flüchtige Dreskener, uns eigentlich sagen? Den Sinn hinter seinen Worten hat er ja nach Duat mitgenommen, dorthin, wo mir der Zutritt verwehrt ist..."
avatar Ein 23.Jan.2007 10:01
"Es gibt niemanden, der eine Ansiedlung direkt am Saum des Krähenforstes wagt, soweit mir bekannt ist." Ein blickt den Hünen geheimnisvoll lächelnd an und lässt den Pfeil im Sand verharren. "Die Raben dort sind Boten des Todes."
Er tut noch einige selbstvergessene Striche in das von ihm geschaffene Gebilde und tippt dann energisch in einen Teil des Waldes, etwas weiter nördlich. "Aber hier, hier gibt es ein Dorf. Nicht, das ich wüsste, wer es bewohnt. Zu meiner Schande. Es liegt auch hinter den dreskanischen Linien."
Dabei fragt er sich, ob der vertraute Angreifer diese Nacht nicht aus eben dieser Richtung gekommen sein kann, allein oder auch nicht.
Er dreht den Pfeil um und bietet dem Hünen den Schaft.
"Dieses Dorf könnte eine wichtige Rolle bei unserem Vorankommen spielen. Gleich morgen will ich mit den Tapfersten losziehen und meine Stellung zurückfordern. Je weniger Zeit wir ihnen zur Einrichtung geben, desto besser. Anschließend werde ich versuchen, eine Expedition zu dem besagten Dorf zu leiten."
Seine Worte lassen keinen Zweifel an dem grimmigen Glauben an einen Sieg über seine Peiniger.
Er stellt die Suppenschüssel ab und lehnt sich zurück, um endlich, nach langer Zeit, die gemarterten Muskeln entspannen zu können.
avatar Brandon 24.Jan.2007 11:01
Boten des Todes, soso... naja, einem Mann, der gerade seine Kompanie verloren hat muss man wohl einiges zugestehen. Brandon schaut leicht zweifelnd. Laut sagt er: "Ach, das macht nichts, dass Ihr das nicht genauer wisst, das werden wir schon noch rausfinden - aber vielleicht könnt Ihr noch genaueres sagen, weswegen Menschen Angst vor diesem Wald haben? Drohen irgendwie... konkrete Gefahren?"

Währenddessen nimmt er mit einem Nicken den Pfeil wieder entgegen, wischt einmal über die Spitze, um den Staub zu entfernen, und verstaut ihn wieder in dem Lederköcher.

Wie als Nachsatz fügt er hinzu: "Wenn Ihr vom Oberkommando die Erlaubnis zu Eurer Expedition bekommt, könnt Ihr natürlich auf meine Unterstützung bauen - je schneller Dreskener vor meinen Bogen kommen, desto besser. Ich denke, meine Kameraden sehen das genauso?" Fragend schaut er die Rotte an.
avatar Ein 24.Jan.2007 09:01
"Weiter weiß ich nichts", erklärt Ein, der die einseitige Unterhaltung schon Leid ist. Aber er nimmt sich zusammen und reibt sich nur die Augen. "Und das Oberkommando zu befragen, werde ich unterlassen. In diesem Schuppen sind der Mutigen genug, um die Stellung zwei Male zurückzugewinnen. Morgen früh werde ich nach Freiwilligen horchen, und wenn ihr dann noch immer mit mir gehen wollt, wüsste ich gerne, neben wem mein seelenloser Körper in den Staub fallen wird."
Die letzten Worte klingen schroff und derb. Er hat die Sprache und den Ton der Front verinnerlicht, und mittlerweile begriffen, dass man ihn zuweilen braucht, um eine Bitte durchzusetzen.
Im Moment allerdings ist er schlicht entnervt. Das wunderbare Gefühl der warmen Suppe hat nicht lange vorgehalten, und nun will er nur noch schlafen. Dafür schnallt er die Riemen der Rüstung los und beginnt, die Schutzplatten auseinanderzufalten.
avatar Der Tod 29.Jan.2007 10:01
Wortlos ziehen sich auch die anderen Söldner mitsamt den meisten Gerlether Soldaten zum schlafen zurück.
Das Heu auf dem Boden ist trocken und reichlich vorhanden, da stören die schnarchenden Gesellen neben einem meist herzlich wenig.
Bald versinkt der Hof in Stille - sofern ein requiriertes Gehöft welches Einhundertzwanzig Soldaten beherbergt still sein kann. Murmelnd wechseln die Schützen untereinander die Wachen ab und hin und wieder poltert ein Krieger zum austreten die Stiege hinunter.

Ank, welche nach ihrem unvollständigen Ableben das schlafen verlernt zu haben scheint, streicht verhüllt über den Hof und bleibt, in Gedanken versunken, auf der Mauer eines runden Ziehbrunnens hocken.
Einzig ihren schwermütigen Gedanken beim Anblick der fremden Sternbilder ist es wohl zuzuschreiben dass sie den untersetzten, nachlässig in grobes Feldtuch gekleideten Soldaten welcher mit den unsicheren Schritten ungeschnürter Stiefel auf sie zukommt, erst bemerkt als dieser nur noch kaum zwölf Schritt von ihr entfernt ist...
avatar Ank Neb Wajit 29.Jan.2007 10:01
"Was den wohl um den Schlaf bringt," denkt sich Ank, die - wieder einmal überraschend für sich selbst - keinerlei Frucht oder Erschrecken empfindet. Stattdessen bleibt sie weiterhin ungerührt sitzen und schaut den Soldaten lediglich aus den Tiefen des Kapuzenschattens durdringend an.
"Welch eine schöne, besinnliche Nacht," spricht sie ihn unerwartet, mit geheimnisvollem Unterton an.
avatar Der Tod 29.Jan.2007 11:01
Ein Grunzen welches wohl ein Auflachen darstellen soll bildet die Antwort des Mannes der nun mit raschen Schritten auf Ank zusteuert.
Das breite, schweinsäugige Gesicht ist zu einem anzüglichen Grinsen verzogen welches einige extrem schiefstehende Zähne enthüllt und nach schalem Bier stinkt.
"Ja, so isses wohl..." meint der grobschlächtige Fremde während er sich, anscheinend vor Vorfreude die schwieligen Hände reibend, über die Lippen leckt...
avatar Ank Neb Wajit 31.Jan.2007 12:01
"Elender Pöbel. Aber mag er ruhig so weitermachen, er wird sich noch wundern..." Die Mumie hat nicht einmal nach dem Tod an ästhetischen Ansprüchen eingebüßt, was die Wahl ihrer...Bekanntschafen beträfe. Und diese Fleischwerdung der niedersten Bäuerlichkeit, die gerade auf die zukommt, widert selbst die Untote an - aber fürchten tut sie sich nicht. In der Tat, muss sie vielmehr schmunzeln, als sie sich die schmerzhafte Lektion vorstellt, die der Trunkenbold ihrer Ansicht nach ganz und gar verdient.

Ank lehnt sich bewußt lockend ein wenig zurück, auch wenn sie den Kopf nicht so weit in den Nacken legt, wie sie es lebenden Fleisches getan hätte, und spricht leise und schnurrend: "So, was sucht der Herr denn nur zu solch später Stunde am selben Brunnen wie Taju?"
avatar Der Tod 31.Jan.2007 03:01
"Heh, was wirds wohl sein...?" grunzt der Soldat amüsiert während er lüstern, aber keinesfalls grob oder gar brutal, mit der linken Hand über Anks Oberschenkel streicht während die rechte an der Hose nestelt.
Leicht überrascht aber immernoch grinsend blickt er auf.
"Was fühlstdich kalt an! Solln wa wohin wos wärmer ist?"
avatar Ank Neb Wajit 31.Jan.2007 06:01
"Und wenn ich es kalt mag?," säuselt Ank, deren Finsternis durchdringende Augen im Augenblick in die Ferne gerichtet sind, um möglichst wenig von dem tölpelhaften Soldaten wahrzunehmen.

"Und was ist, wenn ich es *gar nicht* mag?," schneidet sie scharf ein, alle Sinnlichkeit verflogen, den untoten Körper steif aufgerichtet.
avatar Der Tod 31.Jan.2007 10:01
Das anzügliche, unansprechende Grinsen des Soldaten gefriert in seinem verwirrten Gesicht. Ank kann sichtlich erkennen wie es hinter der Stirn des perplexen Mannes arbeitet.
"Häh? Was solln das jetzt? Wofür kriegste denn dein Geld?!"
Die Unsicherheit des grobschlächtigen Soldaten, welcher sich plötzlich um seine Befriedigung beraubt fühlt, beginnt allmählich in Wut umzuschlagen...


Ein, welcher sich unterdessen im Stroh niedergelegt hat, bemerkt wie sich neben ihm jemand zu ihm umwendet.
Es ist einer der jungen Männer der frisch ausgehobenen Kompanie.
"Leutnant?" fragt er vorsichtigt, wohl nicht sicher ob der Krieger nicht schon schläft.
Der bereits eingenickte Brandon erwacht zumindest...


Um Gallasal, welcher sich als letzter der Söldner nachtfertig macht, hat sich spontan eine Gruppe von Soldaten gesammelt welche ihn offensichtlich als Gottesmann erkannt haben.
"Würdet ihr wohl ein Nachtgebet für uns sprechen?" spricht ihn ein nicht mehr ganz so junger Mann aus dem Versorgungstrek an.
"Gerade in diesen Zeiten wäre es schön ein paar hoffnungsfrohe Worte des Herrn zu hören!"
Dann bemerkt ein anderer der Soldaten Pekhari welcher sich gemächlich aus seinem Panzer schält. Freundlich lächelt der Mann dem Kemeter zu.
"Wollt ihr nicht auch dazukommen?"
avatar Ein 01.Feb.2007 06:02
Ein dämmert sinnierend dahin. Er denkt halb träumend an Blumen auf Bergen, und so vielen und so schönen Blumen. Eine schöner als wieder die andere, und er weiß nicht, welche er pflücken darf. Er irrt herum und muss ratlos bleiben, denn auf dem Gipfel pfeift nur ein warmer Wind und lässt ihn bei seiner Entscheidung allein. Da erscheint ihm eine Gestalt, die mit festem Schritt naht und unter ihren Sohlen viele schönen Blüten begräbt. Aber nein! Und wenn sie darunter gewesen ist?, denkt er entsetzt.
"Leutnant", hört er undeutlich vernehmlich, und die Blumen verblühen nicht, vertrocknen nicht, verschwinden, indem sie sich von selbst entwurzeln und mitsamt ihrer Pracht ihm im Aufwind davonsegeln, einem schwarzen Horizont entgegen. Er langt mit der Hand nach ihnen, bewusst, dass er sie nicht einholen kann.
In den Griff bekommt er einen metallenen Beinschoner, und muss vor Wunder die Augen öffnen. Schleichend kehrt die Besinnung zurück. Ach, das. Sofort ist er wieder in dieser Welt, behält das Traumbild allerdings nah in seinem Geiste, um darüber nachzudenken, wenn er wieder seine Ruhe wiedergewinnen sollte.
"Immer bereit, Soldat. Was ist deine Not?", fragt er ihn mit fester Stimme an und zieht die Hand wieder zurück.
avatar Pekhari Sebekhotep 01.Feb.2007 12:02
"Ich setzte mich gern zu euch und höre zu, doch ihr solltet wissen, dass mir die Rituale eures Aspektes des Sonnengottes nicht vertraut sind. Ich werde also am Ritual nicht teilnehmen."
Pekhari stellt sich in aufrechter Haltung neben die anderen Soldaten, von denen er grösser ist als die meisten, und sieht Gallasal erwartungsvoll an.
avatar Brandon 01.Feb.2007 12:02
"Leutnant!" Der Ruf holt Brandon aus dem tiefen, traumlosen Schlaf des Soldaten. Rasch ist der Halbhesetier wach und greift nach dem neben ihm liegenden Dolch - doch dann wird ihm bewusst, dass es nur ein Kamerad ist, der etwas de Neuen anspricht. Still bleibt er liegen, lässt den Dolch wieder los und hört zu, was der Rekrut möchte, und wie Ein sich schlägt.
avatar Ank Neb Wajit 01.Feb.2007 02:02
Ank schnaubt verächtlich und gleitet vom Rand des Brunnens, um sich sogleich mit verschränkten Armen vor dem Soldaten aufzustellen.
"Na wofür wohl - für das Gleiche wie Ihr; unglaublich, nicht wahr?," beginnt sie empört, "da staunt Ihr nicht schlecht. Übrigens, möchte ich Euch einen Rat geben - sagt nächstes Mal nicht so arg dem Trunk zu und stutzt regelmäßig Euer Haupt- und Barthaar, wenn Ihr die Nähe einer Frau sucht," formuliert die Kemeterin ihre 'Kritik' diplomatisch und geht demonstrativ davon.
avatar Gallasal der Vorlaute 01.Feb.2007 06:02
Gerade als Gallasal dabei war vermutlich ein letztes Mal für einen längeren Zeitraum einzuschlafen, treten die Soldaten an ihn ran und bitten ihn um ein Gebet. Nach einem kurzen Blick in die Augen der Bittsteller, erkennt der Gotteskrieger die Angst vor dem nahenden Gefecht, die sie fest in ihren Klauen hält.
"Kommt, bildet einen Kreis und haltet euch bei den Händen und dann geht zu Ehren Pelors auf die Knie!
Als alle Willigen ihren Platz eingenommen haben fängt Gallasal an, leise und andächtig zu beten: "Höre nicht auf, mein Beschützer, über mich zu wachen und Dich nahe bei mir zum Kampf zu rüsten; höre nicht auf, das Anstürmen der Dämonen abzuwenden und ihre grausamen Überfälle auf mich immer abzuwenden, denn in dir habe ich einen eifrigen Beschützer.

Du bist wie köstliches und wohlduftendes Salböl; verabscheue nicht meinen üblen Geruch und entferne Dich nicht auf immer von mir, sondern sei mir stets nahe, mein Hüter, denn auch die Sonne wird, wenn sie unsaubere Orte durchzieht, nicht befleckt.

Mein Beschützer, Der Seine hohen Gezelte durch ein Wort mit Wassern bedeckt, dass mir die Gnade gegeben werde, Tränen zu vergießen, damit durch sie mein Herz gereinigt wird und Pelor schauen kann.

Unkörperlich, als Reiner und Übersinnlicher, stehst du vor dem Reinen und Unkörperlichen, bei Dem du reichlich Zutritt und Vertrautheit erworben hast; bitte Ihn flehentlich um die Erlösung deiner Seele.

Scheu und Scham mögen die schändlichen, widerwärtigen und finsteren Gesichter der Feinde bedecken, wenn sich dereinst meine demütige Seele vom Körper trennt. Bedecke du sie dann, mein Geleiter, mit deinen glänzenden, heiligen Flügeln.

Amen!"


Eine kurze Weile lässt Gallasal seine Worte noch nachklingen, dann sagt er den Soldaten: "Und nun begebt euch auf euer Nachtlager, Pelor wird in dieser Nacht über euch wachen und euch Kraft für eure kommenden Aufgaben geben."
avatar Pekhari Sebekhotep 01.Feb.2007 08:02
"...Und sei es so, bis in alle Ewigkeit, wie es war, seit Ptah die Welt aus dem Chaos hob., murmelt Pekhari leise nach Gallasals Gebet.
"Pelor ist also der Name eures Aspekts?", fragt er dann Gallasal, als die Soldaten sich verlaufen haben.
"Für welche Eigenschaften von Aton steht er denn?"
avatar Der Tod 01.Feb.2007 09:02
Während sich die Männer nach dem Gebet dankbar zum schlafen begeben spricht der junge Soldat neben Ein flüsternd weiter.
"Ihr wart doch schon an der Front...ich war nur bei der Verteidigung der Stadt dabei, und auch nur kurz..." meint er fast entschuldigend, "...wie ist es denn dort? Ist es wirklich so wie man sich erzählt?"
Der Rekrut versucht seiner Stimme Festigkeit zu verleihen, aber einen kleinen Anflug von Furcht kann er nicht aus ihr vertreiben...

Der großbschlächtige Mann, welcher draußen von Ank zurecht gewiesen wurde, stammelt in einer Mischung aus Überraschung, Ärger und Verwirrung vor sich hin während er rasch wieder seine Hose schließt und, Ank nicht aus den Augen lassend, in Richtung Gesindehaus stolpert.
"Hä, konntch janich ahn'...dachte wärst ne Hure...nix für ungut. Ma mim Webel reden...Söldner...!"
avatar Ein 01.Feb.2007 10:02
Ein rafft sich mühsam hoch und kommt in eine nahezu aufrechte Position, in der er sich mit dem linken Unterarm abstützt. Er bringt sein Haar in Ordnung und schüttelt angesichts der Frage den Kopf.
Wirklich ist es ein Wahnsinn, denkt er. Er hat Gefallen am Krieg gefunden. Der junge Mann erinnert ihn daran, wie man der Schlacht entgegentreten sollte. Furchtsam; denn sie ist gierig nach den Menschenleben, und weigert sich, sie freizugeben, hat sie sie erst in ihrem Griff. Ob er in seinem Halbschlaf nur wahnvoll sinniert? Oder hat er wirklich Recht mit seinem Glauben, den Respekt verloren zu haben vor einer Bedrohung, die ihn trotz aller Verachtung, die man für sie haben kann, doch verdient?
Wie er dem Mann in die Augen schaut, erinnert er sich an den gestrigen Tag, an dem ihn allein der verheißungsvolle Gedanke an den Kampf in einen Rausch gesetzt hat.
Die wiedergewonnene Betrachtung schießt ihm so rasch durch den Sinn, dass er sie gar nicht recht annehmen kann.
"Danke, dass Ihr mich geweckt habt", beginnt er. Er musste darüber noch weiter denken. "Ich hatte einen schlimmen Traum..."
Eigentlich will er sich dem Gespräch entziehen, um selbst zu erwägen, aber dann sieht er Gelegenheit, zumindest seine Erlebnisse - jetzt wieder ungeordnet und ungedeutet - weiterzureichen. Er will nicht zu weich klingen, um seine Position nicht zu verlieren, so anmaßend das auch sein mochte. Wenn er den Respekt der Männer behielt, konnte er einiges damit schaffen.
"Also, wenn die Rede geht von einer grotesken Anziehung des Kampfgetümmels, wenn man erst darin steckt, dann ist es tatsächlich so. Angst verliert die Bedeutung, dafür wird man in einen Bann gezogen, der einen nach mehr Blut lechzen lässt. Und man merkt es erst spät, zu was für einem Sklaven man sich hat machen lassen."
Ein schweigt und sieht sich im Raum um. Sein Lagerplatz ist fast leer, bis auf den namenlosen Anführer. Er hofft, ihn nicht geweckt zu haben und spricht etwas leiser.
"Wenn Ihr eine Braut daheim habt, geht zu ihr", will er schließen. "Für mich gilt das nicht. Ich muss durch den Krieg hindurch, um meine zu finden. Aber Ihr, Ihr habt von mir ausdrücklichen Befehl, über Eure Pflichten hier und Euch selbst nachzudenken."
Fraglos hat er das Richtige getan hat, grübelt dann aber doch darüber nach und will den Soldaten dann mit einer wegwerfenden Handbewegung fortschicken.
Er weiß nicht Recht, wo er mit seiner Grübelei beginnen soll.
avatar Brandon 02.Feb.2007 01:02
Was redet der da von 'Grotesker Anziehung des Kampfgetümmels', "geht nach hause'... ich glaube, wir werdenauf unseren Leutnant aufpassen müssen, dass er sich nicht um Kopf uns Kragen redet.
Brandon lauscht noch kurz auf das Gespräch, dann dreht er sich auf dem Stroh um, wischt einige Halme, die sich in seine Wange gebohrt haben weg und schläft rasch wieder ein, die Hand lose auf dem Dolch liegend.
avatar Gallasal der Vorlaute 02.Feb.2007 01:02
"Pelor steht für das Gute und für das Licht. Er ist ein Verteidiger gegen das Böse und sein Titel lautet 'der Strahlende'. Und er ist viel mächtiger als euer Aton!"
Der letzte Satz Gallasals klingt trotzig, nachdem er die Frage Pekhari's schon voller Stolz in der Stimme beantwortet hatte.
"Und jetzt geh' ich schlafen...gute Nacht!"
Sicher lag es nicht in der Absicht des Klerikers den Gott Gallasals zu beleidigen, aber es gibt gewisse Sachen in dessen Leben, die er sich einfach nicht nehmen lässt. Dazu gehört der Glaube an Pelor.
Der Gotteskrieger begibt sich auf sein Nachtlager, zieht seinen Umhang über sich und schließt die Augen.
avatar Ank Neb Wajit 02.Feb.2007 03:02
"Dann richtet dem Feldwebel doch meine...unverbindlichen Grüße aus," dreht sich Ank kurz um, "und sagt ihm, dass er sich keine guten Freunde macht, wenn er solche Gerüchte zu streuen pflegt." Der Stimme der Untoten wohnt dezent drohender Unterton inne, der nicht verschwindet, als die Kemeterin noch eindrücklich hinzufügt: "Das betrifft übrigens auch jene, die es sich zur Gewohnheit nehmen, von mir mit schändlichen Worten zu sprechen. Nichts für ungut," beendet sie ironisch das Gespräch und verschwindet im nächstbesten Schatten.
avatar Pekhari Sebekhotep 02.Feb.2007 10:02
Als Gallasal wütend davonstapft, bleibt Pekhari etwas verdutzt zurück. Dann beginnt er, laut nachzudenken, wober er sich nachdenklich am Kinn kratzt:
"Interessant. Mächtiger als Aton, wobei er doch ein Aspekt von Aton sein muss. Aton sehen wir jeden Tag am Himmel, Pelor nicht. Ein Aspekt der Güte ist mir neu, doch Aspekte des Lichts, da hätten wir..."
Seine Stimme wird langsam leiser, als er zu seinem Lager zurückgeht und sich hinsetzt.
avatar Ein 03.Feb.2007 10:02
Ein Dummkopf bist du, flüstert es weisend in Eins Gedanken. Du hast eine Schlacht gesehen und willst schon aufgeben? Willst schon ein Urteil haben, ohne Beweise?
Er greift nach der schwarzen Kette und verweilt mit der Hand auf deren Gliedern. In einer alten Schrift heißt es von einem großen Krieger, dass er sprach: "Neid keimt in der Götter Busen, wenn ihr Blick fällt 'rab auf mich, in der Stunde da glühend die Lippen vom Jubel des Siegers."
Zwar hat er noch keinen Sieg erlebt, aber er bezweifelt, dass seine Glorie die nachdauernde Kümmernis der Niederlage rechtfertigt, gleich wem am Ende schließlich was gebührt.
Seine Gedanken brechen ab, als er erst Gallasal zurückkehrt, den er mit einem munteren Nicken grüßt, und dann der mit den heilenden Händen, der schon zwei Mal aus dem Mund der ebenfalls namenlosen Frau als Pekhari benannt worden ist.
avatar Der Tod 04.Feb.2007 12:02
Und schließlich bricht die Nacht endgültig über den Söldnern herein...

Doch nicht für allzu lange. Brandon wähnt schon einen nächtlichen Überfall als draußen, am Horizont im Westen zeigt sich gerade ein matter Lichtstreifen - von Sonnenaufgang zu reden wäre eine glatte Übertreibung, laute Rufe erschallen.

Ein paar Sekunden später stellt sich jedoch heraus dass der Hauptmann der Kompanie heute wohl besonders früh den rauhen Weckbefehl erklingen lässt.

Rund um die erwachenden Söldner schälen sich grummelnd junge und ältere Soldaten aus dem Stroh und machen sich, so rasch es der unausgeschlafene und unbeholfene Körper zulässt, fertig zu Apell...
avatar Ein 04.Feb.2007 01:02
"Verdammt!", brüllt Ein im Erwachen. Kein Traum, diesen Schlaf.
Aber mit dem Hochschrecken ist sein Geist wach, als hätte er auch die ganzen vergangenen Stunden mit ergebnislosem Gedankenwenden zugebracht, statt in anderen Welten zu ruhen. Eine Hiflosigkeit hat sich eingestellt, die nun ihren Höhepunkt erreicht.
So sehr er die Flüsterstimme wegdrängen will, er kann seine jämmerliche Unkenntnis dieser Welt der Krieger nicht leugnen.
Als er mit den überanstrengten Sinnen aus sich selbst in das Gehöft zurückkehrt, ist er sich des Schreis kaum noch bewusst und wird ruhig.
Unsicher darüber, ob die Söldner an seiner Seite noch schlafen, zieht er vorerst seine Rasierklinge vor und beginnt, die niedrigen Stoppeln gewissenhaft herunterzutrennen. Eine willkommene Ablenkung, die ihm das Planen des Tages kurzzeitig abnimmt.
Bei ihm wirkt diese alltägliche Handlung unnötig, ungeachtet jeden besseren Wissens. Die Konzentriertheit, mit dem er das feine Messer an den Wangen entlangzieht, verhöhnt in dieser Stunde sein ganzes Wesen. Sonst so fern, zwingt ihn nun seine eigene Natur in diese niedrige Handlung.
Daran nimmt er selbst aber kaum Anstoß, sondern legt sich bereits die Worte zurecht, mit denen er bitten möchte, ihn zu begleiten.
avatar Brandon 04.Feb.2007 01:02
Als der Ruf kommt ist Brandon sofort hellwach. Seine Hand krampft sich um den Dolch, er lauscht, was los ist - dann entspannt er sich. Kurz sackt er noch einmal aufs Stroh zurück - dann hat der Tag angefangen. Ohne sich um die harten dunkelbraunen Stoppeln in seinem Gesicht zu kümmern schlüpft er in seine Kleidung, legt das blitzende Kettenhemd an - lässt aber den Mantel, unter dem es meistens verborgen ist erstmal weg.

Wie jeden Morgen greift er sich seinen Bogen, kontrolliert, dass er keinen Riss aufweist, rollt die Sehne einmal ab und zieht sie zwischen Daumen und Zeigefinger der rechten Hand durch, kontrolliet den leichten Sitz der Pfeile in seinem Schulterköcher - als er damit zufrieden ist zieht er seinen Zweihänder aus der Scheide und kontrolliert auch ihn auf Scharten. Zweimal fährt er mit dem Schleifstein die Schneiden entlang, dann ist er auch hier zufrieden -

Keine zehn Minuten nach dem Weckruf ist der Hesetier voll bewaffnet, wenn auch nicht abreisefertig, auf dem Weg zum Appell.
avatar Ank Neb Wajit 04.Feb.2007 11:02
Das immer heller werdende Morgenlicht, das Ank viel eher und viel intensiver auffällt als jedem lebenden Soldaten auf dem Hof, macht das Abbild im glattpolierten Metallspiegel, den die Prinzessin in der Hand hält, stetig farbenfroher und deutlicher. Die Mumie kann nicht anders, als nach dem Schimnkbeutel zu langen und die vielen balsamierten, gegerbten, viel zu scharfen Konturen mit dem Anschein der Lebendigkeit zu färben. "Nein, Tod hin oder her, aber ich sehe gewiss nicht so furchtbar aus. Nur so dünn, ach so befremdlich dünn... Gibt es denn nicht einen Weg, die blühende Fülle in der Haut wiederzuerlangen?"

Eine Weile später taucht die verhüllte Gestalt am Rastplatz der Rotte auf, um nach den anderen zu sehen. "Einen guten Morgen," grüßt sie monoton, sich nach jedem Einzelnen umschauend - zunächstmal Pekhari, dann den beiden Nordländern, Brandon und Gallasal, und schließlich dem melancholischen Leutnant namens Ein.
avatar Brandon 05.Feb.2007 12:02
Die Kemeterin kommt gerade dazu, als Brandon sein Schwert schleift. Das raspelnde Geräusch hört kurz auf, und ohne aufzublicken erwidert Brandon: "Euch desgleichen." Unbeirrt setzt er den Schleifstein wieder in Bewegung und bringt seine Arbeit zum Ende.
avatar Pekhari Sebekhotep 05.Feb.2007 03:02
Wortlos setzt sich Pekhari auf und beginnt dann, langsam, seine Rüstung anzuziehen, was einige Minuten in Anspruch nimmt. Dann kniet er hin, mit dem Gesicht gegen die aufgehende Sonne und beginnt zu beten.
avatar Ein 05.Feb.2007 04:02
Bereit und gerüstet tritt Ein zum Appell, um die Zeit zu nutzen, Ordnung in seinem Innern zu schaffen.
Seine Schritte bringen ihn auf den Platz, und er sieht, wie einige der vor ihm Aufgebrochenen von seinem Feuer bereits dort sind. Kurz überlegt er, sich zu ihnen zu gesellen.
Den Wortführer des gestrigen Gesprächs will er nicht aufsuchen. Dessen Art gefällt ihm nicht, wie er so sehr Verkörperung der strengen und harschen Lebensweise der Kriegsfelder ist. Namen sind für ihn sicher ohne Bedeutung. Zum Kämpfen hat er den Willen, die Fähigkeiten und die Waffen. Sein Gefährte, der Heiler, will ihm kaum mehr behagen, wenn er ihn so bei Tag betrachtet. Er hat seine Routine in der Heilung, die er verabreicht, und auch für ihn sind Namen sicher bedeutungslos.
Welche Bedeutung die düstere Frau besitzt, kann er nicht abschätzen, sondern nur eine immense Eitelkeit, sich im Krieg zu bemalen. Oder sie gehört zu denen, die sich für Gold zu den erschöpften Soldaten legen. Und doch hat sie, als die Zeit dazu war, eine Waffe ergriffen.
Nur den forschen Gallasal würde er sprechen wollen, von ihnen allen, doch danach steht ihm der Sinn nicht. Er will sich nicht aufdrängen, hat auch zu keiner Zeit ein Gefühl der Einbeziehung in ihren Bund bemerkt.
Er sucht sich einen Platz fern der Gruppe und erwartet die Rede der Oberen, plötzlich von einem Impuls überkommen. Etwas schreiben muss er, und er weiß, dass diesen Text ihm seine Gönnerin verzeihen kann.
Ich will nicht, dass du zurückblickst. Aber hilft es dir, voranzugehen, so tu es.
Spoiler (Anzeigen)

Da er den Stift fortlegt und sich das hastig hingekritzelte selbst stumm vorliest, fühlt er, wie sie nach ihm greift. Etwas älter wird er. Vielleicht sind es nur Sekunden, die an ihm vorbeigehen, oder auch Wochen, vielleicht Monate. Wird sein Haar nicht noch gräulicher?
Er schätzt sich glücklich, dass er keinen von den Umstehenden interessiert.
Um so überraschter ist er, als er den Gruß der Geheimnisvollen empfängt und kann zunächst die Überraschung nicht verhehlen, bis er ihr schließlich ein "Den sollt ihr ebenso haben." hinterdreinschickt, nicht mit der Unverbindlichkeit, die er sich gewünscht hätte.
Sei verflucht, denkt er ohne Ziel.
avatar Der Tod 06.Feb.2007 05:02
Bei den Apellen anzutreten ist keine Pflicht für die Söldner, und so sitzen oder lehnen die fünf doch sehr unterschiedlichen, Helden unter dem Vordach des Gesindehauses oder in der Nähe der Tür und genießen, nach der Nacht im Stickigen Heuboden, die frische, morgendliche Luft und die gemächlich aufgehende Sonne während auf dem Hof vor ihnen die Reihen der Gerlether Soldaten angetreten sind.

Gerade ist das Abzählen beendet, die Stimmen verstummten bei der Zahl 118, da erscheint der vierschrötige Unteroffizier welcher gestern vor den Söldnern das Schlusslicht der Marschkolonne bildete, mit ernster Miene aus dem großen Bauernhaus.
Sein schwerer Wurfspieß ragt, mit einer Lederschlaufe gesichert, wie ein Herrschaftszeichen über seiner Schulter empor und mit starkem Arm führt er einen blassen, jungen Soldaten vor sich her.

Dem Rekruten sind die Hände hinter dem Rücken zusammengebunden und das Hemd abgenommen worden, so dass er mit bloßem Oberkörper zu einem etwa zwei einhalb Meter hohen Holzrahmen geführt wird der direkt vor den angetretenen Soldaten frisch zusammengezimmert worden ist.
Der Hauptmann der Kompanie bedeutet zwei älteren Soldaten vorzutreten und während der bullige Unteroffizier eine kurze Peitsche mit mehreren knotenbesetzten Lederriemen vom Gürtel nimmt und mit routiniertem Blick überprüft binden die beiden aufgerufenen Soldaten den verängstigt wirkenden Delinquienten an den ausgestreckten Handgelenken an das Gestell.

Ein erkennt den zitternden Rekruten: Es ist der junge Mann der ihn in der gestrigen Nacht auf dem Heuboden um Rat gefragt hat...
avatar Ein 06.Feb.2007 06:02
Nun hat Ein etwas, auf das er seinen Fluch richten kann.
Sein Blick verfängt sich an der grausamen Schauspielbühne. Er wird doch nicht für baren Ernst genommen haben, was ich ihm mit halb geschlossenem Auge geraten habe.
Der Tag ist jung, er fühlt sich frisch. Erst Recht, nachdem er sich mit den krakeligen Zeilen Erleichterung verschafft hat. Ergeben verstaut er das Werk in einer inneren Manteltasche und wird in seinen langen Mänteln wieder zu einem düsteren Vogel. Er bedenkt die Söldner einige Schritt weiter mit einem Seitenblick. Ihr wisst nicht, was hier geschieht, nicht wahr?
"WAS", donnert er darauf über die Köpfe der Wartenden hinweg zum erhöhten Ort des Gepeinigten, "hat der Junge verbrochen, dass man ihn so bestrafen muss?"
Er hat die Erregung in den Worten wieder nicht bezähmen können. Und endlich wird er sich doch nur selbst Ärgernis einhandeln.
So lange, als du nicht jammervoll zurückblickst.
avatar Ank Neb Wajit 06.Feb.2007 08:02
Vielleicht verspürt Ank auch gewisses Mitleid mit dem Jüngling, vielleicht fragt sie sich auch nur, wie es ist, Schmerzen zu empfinden - das vergaß die Untote schnell; jedenfalls wandert ihr Blick aus der Tiefe des Umhangschattens von der Strafprozession zunächst mal zu Brandon - "wird er sich wieder für vermeintliche Gerechtigkeit einmischen?" - und dann rasch zu Ein, als dieser sich mit einem Ausruf erhebt.
"Wenn nicht der eine, dann der andere... Hier im Norden gerate ich seltsamerweise  andauernd auf Helden..."
Was der Soldat verbrochen haben soll, interessiert die Mumie in diesem Moment wirklich, daher hört sie auch aufmerksam zu.
avatar Der Tod 07.Feb.2007 10:02
Bei dem Ruf Eins fahren nicht wenige Köpfe überrascht herum.
Der Hauptmann der Kompanie macht einige rasche Schritte in die Richtung des schwarz gewandeten Kriegers und bleibt am Rande der Formation stehen.
"Unerlaubtes Entfernen von der Truppe!" ruft der Offizier mit harter Stimme zurück - aber in einem militärischen Ton der wohl auch den anderen Soldaten gegolten hat.
"Ich bin zu seinen Gunsten davon ausgegangen dass er nicht Fahnenflucht begehen wollte, *Leutnant*..." fügt er etwas leiser aber schärfer hinzu, Ein den Hinweis auf seinen niedrigeren Rang deutlich spüren lassend.
Dann wendet er sich wieder um und bedeutet mit einem Nicken die Prozedur fortführen zu lassen.
avatar Brandon 07.Feb.2007 12:02
Hat er also nicht sich, sondern den Burschen da vorn um Kopf und Kragen geredet. Brandon hatte sich erst angelehnt, doch als der junge Rekrut nach vorn gebracht wird nimmt er Haltung an - wer gegen de Regeln verstößt, muss bestraft werden, sonst funktioniert keine Armee. Aber es ist sein verdammtes Recht, dabei respektiert zu werden.

Brandon misst Ein mit ausdruckslosen Augen, als dieser ruft, sagt aber nichts. Das hier geht ihn nichts an. Wir werden auf diesen Ein wirklich aufpassen müssen.
avatar Pekhari Sebekhotep 07.Feb.2007 02:02
Natürlich sollten alle Soldanten wissen, warum der Junge bestraft wird. Und der Junge muss seine Strafe erhalten. Dies ist das Gesetz und das Gesetz ist der Wille der Maat und von Thoth, ihrem Bewahrer."
Zufrieden nickt Pekhari mit seinem Kopf.
Alles hat seine Richtigkeit, obwohl die Strafe vielleicht doch etwas... arg brutal ist
avatar Ein 07.Feb.2007 05:02
Eins grauenhafte Vermutung bewahrheitet sich.
Wieso hat er nicht einen Streit anzetteln können, um damit den Grund für seine Bestrafung zu liefern? Das fragst du dich gerade.
Resignierend schließt er die Augen und blickt zu Boden. Er darf es nicht auf sich lasten lassen, dass der Junge durch seine Schuld der Marter ausgesetzt wird.
"Dann sagt mir, was geschähe, legte ich für das Handeln des Soldaten meine Hände ins Feuer."
Er wagt es nicht, eine Posse auf Kosten des Hauptmanns zu reißen, zieht aber die Fellmanschetten an den Ärmeln zurück und entblößt seine Hände, um dem verwendeten Bildnis in seinen Worten nachzukommen.
Auch kein Lächeln wagt er, solange er dem Angesprochenen in die Augen sieht. Nur Ernst, denn der wurde im Angesicht dieses Vorgangs doch erwartet.
Wahrscheinlich kann er nur verlieren. Aber ein schlechter Leutnant - nein, falsch -, ein schlechter Mann, - nein, ebenso -, ein schlechter Mensch,  der seine Verantwortung flieht.
avatar Gallasal der Vorlaute 08.Feb.2007 10:02
Nach dem frühen Weckruf besorgte Gallasal seine Morgentoilette, um sich dann seinen Gebeten zuzuwenden. Nun steht er mit den anderen in der Masse und lauscht den Worten des Hauptmanns und Ein's. Einer der für seine Ehre und seine Überzeugung einsteht, der die Schwächeren verteidigt...ich mag ihn
Doch trotz seiner Gedanken ist Gallasal so schlau, sich diesmal mit seinen Kommentaren zurückzuhalten, sieht man doch, wo sie das hingeführt hat.
avatar Der Tod 08.Feb.2007 10:02
Die Irritation ob Eins Aussage steht dem Hauptmann ins Gesicht geschrieben. Doch nur für einen Augenblick. Dann fängt er sich offensichtlich wieder und gibt in scharfem Ton zurück:
"Vorschrift ist Vorschrift! Dieser Mann hat einen Verstoß begangen und wird bestraft!
Wir unterhalten uns danach, da könnt ihr euch sicher sein!

*Weggetreten, Leutnant!*"

Die letzten Worte sind von schneidender Schärfe, und mit zornrotem Gesicht wendet sich der Kompanieführer nun endgültig ab um mit einem gebellten "Anfangen!" die Bestrafung beginnen zu lassen...
avatar Ein 08.Feb.2007 11:02
Deine wohlgewählten Worte nützen dir nichts mehr. Sie können dich nicht immer retten.
Ein sieht in der Dringlichkeit des Eingriffs nur eine einzige Möglichkeit, den Jungen noch zu retten. Täte er es nicht; er würde jeden Peitschenhieb an sich selbst spüren, noch lange Zeit danach.
"*Er hat auf meinen Befehl gehandelt! Er verdient keine Strafe!*", ruft er laut genug, um notfalls schon den ersten Schlag übertönen zu können.
Keine Rechtfertigung mehr. Zwecklos.
Dem Zorn des Hauptmanns kann er nun nicht mehr entkommen, hat sich selbst gerichtet. Nicht nur der Aufforderung widersetzt, sondern widersprochen. Was auch kommen mag; es lässt seine Hände beben.
Das habe ich hören wollen. Leichtsinn und Torheit stehen dir gut zu Gesicht, du Schöner.
avatar Ank Neb Wajit 09.Feb.2007 06:02
"Da haben wir es doch... Was erhofft sich der Gute denn davon? Möchte er vielleicht gar ausgepeitscht werden?"
Ein unweigerlicher Seufzer wird an dieser Stelle durch den Umstand verhindert, dass Ank keine Lungen mehr hat, mit denen sie als Zeichen ihres Unverständnisses Luft ausstoén könnte. Ihre Augenbrauen vermag die Untote jedoch anzuheben, was sie auch tut.
Auf einen Kommentar dazu verzichtet die kemetische Prinzessin allerdings, nur eine abweisende Handgeste und leichtes Kopfschütteln verraten ansatzweise, was sie zu sagen hätte.
avatar Der Tod 09.Feb.2007 07:02
Doch der Hauptmann lässt sich von Eins Protesten nicht beirren und seine scharfen Blicke hindern die angetretenen Soldaten daran ihren Blick noch einmal dem Krieger zuzuwenden.

Mit stoischer Miene lässt der vierschrötige Unteroffizier derweilen die ersten kraftvollen und geübten Hiebe auf den Rücken des aufschreienden Rekruten niederpeitschen...
avatar Ein 09.Feb.2007 08:02
Als er sieht, dass er verloren hat, rauft sich Ein mit zu stummen Zornesschrei verzogener Miene die Haare.
Zwei.
Den Hauptmann kann er nicht hassen, stattdessen nur sich selbst. Bestrafungen werden auch ohne ihn durchgeführt. Aber diese hat er zu verantworten. Und er kann daran nichts ändern. Die eitlen Versuche, sich selbst von Schuld zu befreien, muss er aufgeben.
Drei.
Nichts mehr hören und sehen. Er wendet sich ab, die Hände wie ein Kleinkind vor die Ohren gepresst und geht mit weitausgreifenden Schritten davon, in die nächste sich anbietende Richtung.
Dann zählt er im erlebten Takt. Und kehrt nicht um, bis er bei zwanzig angekommen ist.
avatar Brandon 10.Feb.2007 11:02
Mit steinernem Gesicht und vorbildlicher Haltung verfolgt Brandon die Bestrafung. Als der Unteroffizier endlich von dem blutig zerschlagenen Rücken des Rekruten ablässt wendet er sich ab und verschwindet wieder in der Scheune, in der sie die Nacht verbracht haben.

Dort fährt er sich kurz mit der Handfläche über die Wangen, schüttelt den Kopf - dann packt er seine wenigen verstreuten Habseligkeiten in den Satteltaschen zusammen, schwingt diese über seine Schulter und macht sich auf, Steppenwolf einen guten Morgen zu wünschen und ihm ein Frühstück zukommen zu lassen..