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Online-RPGs andere Systeme => 7te See: Théah => Thema gestartet von: Mondragor am 04.10.2019, 10:43:01

Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 04.10.2019, 10:43:01
In den ersten beiden Tagen sahen sich die Gefährten immer wieder nervös um, denn ständig befürchteten sie, dass ihr Aufbruch doch bemerkt worden sei und möglicherweise Feinde sie verfolgen könnten. Doch nach und nach löste sich die Anspannung und es schien tatsächlich, als wäre ihre List erfolgreich gewesen. Die Gasthäuser, die sich auf dem Weg befanden, meideten sie weiträumig, denn so nah seiner Heimat wollte der Baron nicht das Risiko eingehen, dass jemand ihn erkennen würde - ansonsten verlief die Reise weitgehend ereignislos, und die sieben Reiter bewegten sich langsam aber sicher nach Süden, in Richtung des Angenehmen Waldes.

An den Abenden rasteten sie fernab der Straßen, wiederum um keine Aufmerksamkeit zu erregen - auch wenn das in diesen Gegenden durchaus die Gefahr bedeutete, dass womöglich ein Schrecken auf sie aufmerksam wurde. Dies war jedoch in der aktuellen Lage das kleinere Risiko. Die langen Abende am gemeinsamen Feuer brachten die Gruppe jedoch näher zusammen, denn irgendwann fing auch der Letzte an, die eine oder andere Geschichte von sich preiszugeben. Selbst der Baron, der in den ersten Tagen eher schweigsam war und fast eingeschüchtert wirkte, taute nun langsam auf und sprach mit den anderen fast wie einer von ihnen, auch wenn ihm die Lebenserfahrung der anderen fehlte.

Nach etwa einer Woche erreichten sie schließlich die Ausläufer des riesigen Waldgebietes, das ihr Ziel war. Baron Tristan konnte leider nicht mehr zu ihrem eigentlichen Ziel sagen, als dass es im Herzen des Waldes lag, doch ohne weitere Nachforschungen würden sie Perchta wohl nicht finden. Inzwischen waren sie immerhin so weit von Naumburg entfernt, dass es sehr unwahrscheinlich war, jemanden zu finden, der den Baron erkennen würde, und so begannen sie Ausschau zu halten nach einer Siedlung oder einem Gasthaus, in dem sie mehr erfahren konnten.

Als sie, dennoch immer noch vorsichtig, Ausschau hielten, fiel Don Tristan plötzlich Rauch am Horizont auf - irgendjemand musste dort sein Lager aufgeschlagen haben. Und nicht nur dies: Als sie sich dem Rauch näherten, erspähte Friedrich einen einzelnen Mann, der sie offenbar nicht gesehen hatte, aber sich in aller Vorsicht an eben diese Rauchquelle heranzupirschen versuchte.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Jelena Sejm Petrasowna am 04.10.2019, 23:12:35
Als die Herren sich zu Beginn der Reise als Führer hervorzutun wünschten, war Jelena zunächst zu erschöpft, um das Missverständnis aufzuklären. Sie machte allerdings in den nächsten Tagen deutlich, dass sie nicht nur lebenslange Übung mit Nahrungsbeschaffung in der Wildnis und der Pflege und dem Training der Tiere hatte, sondern auch mit allem anderen, was auf solchen Reisen gebraucht wurde. Sie verlor nie die Orientierung und gab Don Tristan Tipps zum verwischen der Spuren wie beispielsweise das Hinterherziehen von frisch abgebrochenen Zweigen voller Blätter bei trockenem Boden. Das Zeitgefühl Don Tristans erwies sich als wesentlich schärfer und Erichs Jagdfähigkeit als ebenbürtig.

Ansonsten verfiel sie wieder wie zu Beginn ihrer gemeinsamen Reise, in einen kurzangebundenen, höflichen Sprachstil. Als einzige Frau zog sie sich immer wieder zurück, doch brauchte sie diese Male nicht so lange wie nach dem verdorbenen Ball. War sie anwesend, wenn einer der Herren am Trainieren war, beobachtete sie ihn aufmerksam und nachdenklich. Schließlich schien sie sich zu etwas durchzuringen und fragte in die Runde: "Hat einer von euch Duellanten auch einen waffenlosen Kampfstil gelernt, den er bereit wäre zu unterrichten?"
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Erich Janina Graustein am 06.10.2019, 12:44:22
Während der langen Reise viel es Erich auf das Jelena sehr bemüht war sich in der Gruppe ein zu bringen, es schien schon fast so wie also ob sie sich ständig beweisen müsste, oder Angst hat das man sie nicht wertschätze oder dachte das eine Frau schwach ist.
Als Jelena dann auch noch nachfragte ob jemand im waffenlosen Kampf geschult ist, sah es Erich irgendwie als Aufforderung an ihn sich ihr an zu nehmen denn der muskulöse Riese wollte der kleinen Frau auch etwas zurück geben und Ihr damit zeigen das er sich auf jeden Fall als mehr wie vollwertig betrachtete. Für den Eisenländer war es auch keine Seltenheit das Frauen an vorderster Front direkt zwischen den Männern kämpfen, und das sogar zum teil besser wie manch ein Mann.
"Ich habe den ein oder anderen Trick gelernt wie man sich auch ohne Waffen recht gut zur wehr setzten kann, es ist zwar kein Duellantenstil aber doch recht brauchbar. Wenn du also magst können wir gerne ein wenig gemeinsam trainieren. Wir sollten zu Anfang jedoch einen Schwerpunkt setzen. Willst du lieber Angreifen oder Verteidigen?"
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Louis de Fromage Puant am 06.10.2019, 15:18:29
Auf der Reise erwies sich Louis als ein unterhaltsamer Gesell mit einem schier unerschöpflichen Vorrat von Bonmots und spannenden Heldengeschichten aus seiner Heimat, die er zu lieben schien. Er zeigte zwar womöglich von allen Reisenden die größte Abneigung gegen Schmutz und die allgemeinen Unannehmlichkeiten einer Überlandreise auf Nebenpfaden, doch seine Reitkünste waren merklich solider Natur, und in seinem drahtigen Leib schien einiges mehr an Ausdauer und Willenskraft zu stecken, als man einem so vornehm wirkenden Mann zugetraut hätte. Bei alledem befleißigte er sich allerdings selbst in der Wildnis ausgesuchter Höflichkeit und ließ insbesondere Jelena mit selbstbewusster Natürlichkeit diverse kleinere Gesten der Galanterie angedeihen. Ihr Anliegen, sich in kämpferischer Weise schulen zu lassen, ließ ihn indes ein wenig die Stirn runzeln. Nichtsdestotrotz würde er die Lektionen mit einem gewissen Interesse verfolgen, die sie von dem Eisenländer erhielte.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Friedrich Alfred von Dent am 07.10.2019, 06:38:09
Auch wenn der Grund der Reise kein angenehmer war und Friedrich seinen Tot hatte vortäuschen müssen, begann er sie schnell zu genießen. Er war gerne in der Natur unterwegs und zusammen mit dieser Gruppe war es noch angenehmer als sonst. Die Tage vergingen für ihn wie im Flug. Die Geschichten am Lagerfeuer brachten ihn immer wieder zum Staunen und zum Lachen. Gerade Louis stellte sich als hervorragender Geschichtenerzähler heraus. Ihm hörte Friedrich unglaublich gerne zu - auch um mehr über seine Heimat herauszufinden. Denn dort gewesen war er noch nie. Er bemerkte auch, dass sich Jelena sehr anstrengte und deutlich machte, dass sie über das Leben und Überleben in der Wildnis sehr gut Bescheid wusste. Der Forscher und Monsterjäger war sich nicht zu schade, sie um einige Tipps und Tricks zu bitten. Schließlich wollte er immer dazulernen und es war offensichtlich, dass sie großes Wissen besaß, an dem er gerne Teil haben wollte.
Schließlich waren sie weit genug von Naumburg entfernt, dass sie sich endlich nach Gasthäusern oder etwas ähnlichem umsehen konnten. Sie entdeckten sogar Rauch, der auf ein Lager hinwies. Ihr erstes Aufeinandertreffen mit einer oder mehrerer Personen seit langer Zeit. Sie sollten vorsichtig sein. Doch Friedrich entdeckte noch mehr und er schien der Einzige zu sein, der die Person sah. "Vorsicht." riet er seinen Gefährten leise. "Da vorne ist ein Mann, der sich an das Lager anschleicht." Er zeigte mit deutlichen Gesten in die Richtung und hoffte darauf, dass auch der Rest den Mann entdeckte. Was hatte dieser vor? Vielleicht war er ein Bandit, der die Person am Lager überfallen wollte. Zumindest schlich er sich heran, das war offensichtlich. "Sollen wir ihn aufhalten?" fragte er vorsichtig - unsicher was sie nun tun sollten. Er wollte nicht alleine entscheiden.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Erich Janina Graustein am 07.10.2019, 08:29:22
Als Friedrich die Gruppe vor dem Mann warnte und darauf hinwies das er wohl alleine war spannte sich Erich sofort an. In einem trainierten Reflex machte er sofort seine Pistole schussbereit und zog dann seinen Zweihänder.

"Egal was, wir sollten auf jeden Fall auf alles gefasst sein. Noch ist nicht klar wer hier der oder die bösen sind. Ich kann nicht erkennen ob die am Lager Banditen sind, oder ob der Typ da im Wald ein Bandit ist. Aber wenn er ein Bandit sein sollte dann ist er entweder total dämlich sich alleine einer Mehrheit zu stellen, oder er hat noch Freunde im Hinterhalt. Oder es ist ein harmloser Wanderer der sich nur vorsichtig dem Lager näher weil er selbst nicht weiß was das für Typen dort am Lager sind", warnt Erich leise seine Kameraden.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Jelena Sejm Petrasowna am 09.10.2019, 06:23:25
Erichs Angebot freute Jelena, seine Frage ließ sie kurz überlegen. Sie schien mehrere Varianten zu durchdenken, bevor sie zu einer Entscheidung kam: "Solange die Offensive dann noch möglich ist und Tritte einbezieht, würde ich eine Defensive mit Betonung auf Ausweichen bevorzugen." Im Training selbst zeigte sie sich ruhig, ehrgeizig und aufnahmefähig. Mit akrobatisch anmutenden Bewegungen versuchte sie sich Angriffen zu entziehen und bestand schließlich auch darauf, das sie auch mal bewaffnet angegriffen wurde. Sie schonte sich wenig und war von so niedrigem Stand, dass sie die Tuchfühlung während des Trainings nicht zu irritieren schien.

Louis Geschichten lauschte sie gerne und war froh, dass er sich als nicht allzu penibel erwies, was Sauberkeit anging. Seine Galanterie war sie offensichtlich nicht gewohnt und beschämte sie gelegentlich, meist nahm sie sie aber mit einem leichten Augenzwinkern an. Ihre eigenen Umgangsformen waren von erträglichem Niveau und meist direkt.

Friedrichs Wissbegier fütterte sie gerne, wenn ihm auch manchmal ein belehrender Unterton auffiel. Umgekehrt deutete sie an, nie eine formelle Bildung genossen zu haben und das zu bereuen.

Erst die Fingerzeige ihrer Gefährten machten Jelena auf die Rauchfahne und den Späher aufmerksam. Zumindest schätzte sie ihn so ein. Leise teilte sie mit: "Aufgrund unserer Mission sollten wir zwar Begegnungen vermeiden, aber wenn hier Reisende in Gefahr sind, müssen wir helfen. Ich stimme zu, lasst uns sehen, ob er für andere späht und was beide Parteien im Schilde führen."
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 15.10.2019, 00:04:24
Juan Felipe war recht ratlos von seinem Gespräch mit Jan-Philipp zurückgekommen, denn so richtig sicher war er immer noch nicht, was nun eigentlich von ihm erwartet wurde. Die Sitten in diesem Land waren ihm fremd, und es erschien ihm recht unglaubwürdig, was der Mann ihm über die Anarchie im Wald erzählt hatte - schließlich waren sie hier im Herzen von Théah!

Dennoch hatte er sich mit seinem Pferd in Richtung des Waldes aufgemacht und schon bald erkannt, dass vieles hier nicht so war, wie er es aus seiner Heimat kannte. Die Dörfer und Siedlungen, auf die er unterwegs traf, waren bitterarm, und bald hörte er, dass die meisten der Bewohner sich kaum mehr als Hundert Schritt aus dem bebauten Bereich hinaustrauten, aus Angst vor Schrecken, die dort draußen lauern sollten. Hilfe und Schutz von irgendeiner Art von Fürst schienen sie auch nicht erwarten zu können - die Menschen wussten nicht einmal, wer ihr Schutzherr sein sollte.

Nach etwa anderthalb Tagen wurde Juan Felipe schließlich fündig: Das Dorf, durch das ihn seine Reise führte, trug immer noch Trauer: Es war einen Tag zuvor von Banditen überfallen worden, und bei dem Angriff waren drei Männer getötet worden, die sich tapfer gegen die Eindringlinge zur Wehr gesetzt hatten. Am Ende jedoch war aller Kampfgeist der Dorfbewohner umsonst gewesen, und die Räuber hatten nicht nur Vieh und einige wenige Wertgegenstände geplündert, sondern auch etwa ein halbes Dutzend Gefangene genommen und verschleppt - allesamt junge und gesunde Männer und Frauen. Immerhin konnte er über die Bande herausfinden, dass sie von einer jungen Frau angeführt worden war, und dass sie aus mindestens zwanzig Banditen bestanden hatte. Außerdem hatte er nun eine Spur!

Zwei Tage später - auf dem Weg passierte er ein weiteres Dorf mit ähnlichem Schicksal - war er sich sicher, dass er den Räubern dicht auf der Spur war. Mit den vielen Gefangenen kamen sie nicht schnell voran, und vor etwa einer halben Stunde hatte er den Rauch eines Feuers bemerkt und beschlossen, sich so heimlich wie möglich anzuschleichen. Sein Pferd hatte er zurückgelassen und war nun nicht mehr weit vom vermeintlichen Lager der Räuber entfernt, als ein siebter Sinn ihn dazu brachte, sich umzudrehen - dort standen mehrere Reiter, die ihn offensichtlich entdeckt hatten! War es etwa eine Patrouille der Räuber?
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Juan Felipe Fernandez am 15.10.2019, 17:17:31
Juan Felipe war eigentlich froh über die Abwechslung und Herausforderung, die dieses neue Land für ihn bot. Aber das änderte nichts daran, dass er trotzdem einige Dinge aus seiner Heimat vermisste. In erster Linie das Klima. Es war einfach zu kalt hier! Aber was sollte man da schon machen, das Wetter ändern konnte er nicht. Und er hatte schon die eine oder andere Nacht in zu dünner Kleidung im Freien verbracht, da würden ihn die Eisenlande jetzt sicherlich nicht verzweifeln lassen.
Immerhin kam er vorwärts, er hatte schon einiges in Erfahrung gebracht, aber der große Durchbruch ließ noch immer auf sich warten. Und jetzt war er nicht mehr allzu weit entfernt, als er diese Reiter bemerkte. ¡Maldita sea! Sollte er entdeckt worden sein? Sein Kontaktmann hatte ihn extra gewarnt sich nicht allein mit den Räubern anzulegen und so viele Reiter – Juan Felipe zählte insgesamt sechs – würde er niemals ausschalten können. Aber diese Truppe sah nicht aus wie Räuber, eher wie ein bunt gemischter Haufen. Einer von ihnen schien sogar Castiller zu sein, wenn ihn nicht alles täuschte. Und es machte auch nicht den Eindruck als würde die Frau, die bei ihnen war, sie anführen. Aber ein heimliches Anschleichen würde wohl jetzt trotzdem nichts mehr werden. Denn es hatte den Anschein als wären diese Leute nicht daran interessiert, einfach weiter zu reiten.
Also seufzte Juan Felipe leise und wandte sich um, ging einige Schritte auf die Reiter zu und wandte sich dann, sobald er nicht laut schreien musste, um das mutmaßliche Räuberlager nicht zu alarmieren, an die ganze Truppe. Denn so recht wusste er nicht, wer ihr Anführer war. Eisenländer waren zwar einige, das konnte man sehen, aber nicht alle: "Heda Fremde, ich hatte nicht erwartet eine solch illustre Truppe hier zu treffen. Schon gar nicht einen Landsmann. Me alegro de conocerte.[1]" Bei den letzten Worten sah er direkt zum dem anderen Castiller, aber sein Blick den anderen gegenüber war offen und nicht abschätzig. Er war der Fremde hier, nicht sie.
 1. Es freut mich euch kennen zu lernen
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Erich Janina Graustein am 16.10.2019, 08:43:38
Erich war der erste der aus der Gruppe hervortrat und sich dem Fremden näherte. Juan sah vor sich einen wahren Riesen der über 2 Meter groß war, gekleidet in eine schwere schwarze Lederrüstung die mit Nieten verstärkt ist und auf der linken Brust direkt über dem Herzen die Wappen der Kriegerakademie „Klippe“ und der Duellantenakademie „Drexel“ trägt, dazu schwere hohe Lederstiefel, dunkelbraune Lederhose, einen breiten Gürtel und einen grauen Mantel aus dicker Wolle mit einer Kapuze. Unter dieser Kapuze ist zu erkennen das der Hüne lange silbergraue Haare hat, braune Augen und einen 3-Tage Bart. Des weiteren kann man erkennen das über dem linken Auge eine große lange Narbe ist. Juan kann auch sofort erkennen das dieser Eisenländer schwer bewaffnet ist, denn neben dem Zweihänder den der Hüne locker in den Händen hält wie als ob es ein normales Schwert wäre, kann er noch eine Pistole und ein Kurzschwert sehen welche jeweils an dem Gürtel befestigt sind.

Erich kommt einige Schritte auf Juan zu, bleibt dann aber in einem Gewissen Abstand stehen und hält den großen Zweihänder kampfbereit in den Händen.

"Du da, erkläre dich! Wer bist du und was schleichst du hier in den Wäldern umher?“, meinte Erich mit ernster Stimme.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Juan Felipe Fernandez am 16.10.2019, 11:48:52
Der Castiller verneigte sich vor den Reitern. Seine Kleidung war eindeutig die eines Noblen, aber eines der sich für eine lange und beschwerliche Reise ausgestattet hatte. Auf seiner ledernen Jacke hatte sich schon einiges an Schmutz gesammelt und auch das Haar war nicht so sauber, wie bei jemandem, der kürzlich noch bei Hofe gewesen war. An seinem Gürtel hing ein Degen, der offensichtlich von gute Qualität und ordentlich gepflegt war, ähnlich sah es mit der Pistole aus, die auf der anderen Seite darin steckte.
"Juan Felipe Fernandez de Claratierra, zu euren Diensten. Und ich 'schleiche' hier nicht einfach herum. Ich bin seit einigen Tagen einer Truppe von Räubern auf der Spur, die hier in der Umgebung schutzlose Dörfer überfallen und unschuldige Männer und Frauen gleich im Dutzend aus ihrem Heim entführen. Nicht allzu weit von hier könnte ihr Lager sein und ich war kurz davor, mir das ganze etwas genauer anzusehen. Schließlich kann man diese Leute nicht einfach gewähren lassen.
Aber lasst mich euch dieselbe Frage stellen: ihr schleicht zwar ohne Zweifel nicht, aber auch euch werden sicher irgendwelche Geschäfte hierher führen."
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Don Tristan de la Verde am 18.10.2019, 01:55:22
Während der Reise hatte sich Don Tristan auffallend wortkarg und in sich gekehrt verhalten. Wie ein Mann der eine Menge zu verarbeiten hatte. Aber wie Louis hatte auch er sich, so es seine anderen Pflichten erlaubten bei Erichs Unterrichtstunden eingefunden und diese mit wachem Interesse verfolgt.
Ruhig aber eindringlich hatte er seine Gefährten auf den Rauch am Horizont hingewiesen. "Wer immer sie sind, sie fühlen sich sicher genug um ihre Anwesenheit auf Meilen hinaus zu verkünden."Seine Kleidung hatte Juan Felipe schon von weitem nicht nur als Castillier sondern sogar als Mann von Stand ausgewiesen und Don Tristan war die Überraschung anzumerken. Mit einem Kopfnicken erwiederte er den Gruß des Mannes, überlies es dann aber vorläufig Erich das Wort zu führen: Es ist nicht seine Aufgabe ihre Anwesenheit hier zu erklären, weshalb der die Frage seines Landsmannes vorläufig ignoriert.
"Don Tristan de Simon de la Verde" stellt er sich dann ruhig vor. Mit Rücksicht auf seine Gefährten führte er das Gespräch in Altheanisch anstatt in ihre Muttersprache zu wechseln. "auch ich hatte nicht erwartet hier einen Landsmann anzutreffen. Doch sagt, was veranlasst euch zu der Annahme, dass jene dort" er nickt in Richtung des Lagerfeuers, "die Banditen sind, die ihr sucht. Und war es tatsächlich euer Plan euch allein einer solchen Übermacht zustellen? ergänzt er ungläubig während die Augen die Brust des Adeliegen nach dem Abzeichen eines Duellanten oder Kriegers absuchen. Sicher währe nur ein Duellant oder Krieger selbstsicher oder dumm genug sich alleine einer ganzen Horde Räuber zu stellen, die sich offensichtlich trotz der Gefahren der Eisenländischen Wildniss sehr sicher fühlten.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Friedrich Alfred von Dent am 18.10.2019, 04:02:01
Noch während sie darüber diskutierten und nachdachten, wie sie mit dem Fremden umgehen sollten, drehte dieser sich zu der Gruppe um und kam auf sie zu. Er stellte sich vor und erklärte auch direkt, was er tat. Dabei wurde Friedrich schnell klar, dass der Mann einiges an Geld besitzen musste, denn seine Kleidung und Ausrüstung sahen qualitativ sehr hochwertig aus. Nun blieb nur noch die Frage übrig, ob er die Wahrheit erzählte oder nicht. Denn so mancher Bandit, der auf frischer Tat ertappt wurde, würde sicherlich auch irgendeine Geschichte erfinden, um sich rauszureden. Zumindest schien die Kleidung alleine darauf hinzuweisen, dass er keine Diebstähle nötig hatte.
Friedrich hob eine Augenbraue, als sich Don Tristan mit seinem richtigen Namen vorstellte. Es war zwar fraglich, ob dieser Juan Felipe überhaupt von den Ereignissen aus Naumburg wusste aber wenn doch, dann konnte ihre gesamte Aufgabe bereits in Gefahr sein. Ein solches Risiko hätte er nicht eingehen dürfen. Dabei fiel dem Monsterjäger auf, dass sie sich alle gar nicht auf eine Geschichte geeinigt hatten, die sie neugierigen Fremden erzählen sollten, wenn diese nach dem Grund der Reise fragten. Doch er ließ sich einfach etwas einfallen.
"Ihr seid noch nicht lange in den Eisenlanden, nicht wahr?" redete nun auch Friedrich auf Juan ein. Er ging einige Schritte auf den Mann zu und hielt ihm die Hand zur Begrüßung hin. "Nennt mich Alfred. Wenn ihr diese Lande kennen würdet, würdet ihr nicht alleine reisen. Schrecken lauern hinter jeder Ecke, einer gefährlicher als der Andere. Eine Reisegruppe..." er breitete seine Arme aus und umfasste die kleine Gruppe mit dieser Geste. "... ist eine ganz normale Sicherheitsmaßnahme, wenn man sich durch gefährliche Gegenden bewegt." Er grinste etwas schelmisch. "Aber ihr müsst sehr viel stärker sein als ich auf den ersten Blick erkenne, wenn ihr nicht nur alleine reist, sondern auch eine Gruppe von Banditen alleine verfolgt." Fredrich verbarg die Tatsache nicht, dass er sich deutlich umsah. "Oder habt ihr doch noch Freunde mitgebracht, die sich nur verstecken?"
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Juan Felipe Fernandez am 18.10.2019, 11:24:53
Tatsächlich entdeckte Don Tristan am Revers des Mannes die vertraute Nadel der Duellantengilde. Sie war nicht groß und ließ sich vermutlich bei Bedarf auch verbergen, aber sie war doch ein unzweifelhaftes Zeichen. Auch Friedrich fiel sie auf, jetzt da er so nah an den anderen Mann heran gekommen war. Beherzt ergriff Juan Felipe die ausgestreckte Hand: "Eine Freude euch zu treffen, werter Alfred. Und in der Tat, lange bin ich hier noch nicht unterwegs, aber bisher hat mich nichts und niemand behelligt. Und ich weiß mich meiner Haut durchaus zu erwehren. Was jedoch die Freunde anbelangt, nach denen ihr fragt, ich habe durchaus welche und sie würden mir wohl auch dabei helfen sie auszuräuchern. Aber sie sind nicht bei mir und es würde wohl lange dauern, bis sie hier sind. Darauf können die Gefangenen wohl nicht warten.
Und um auch eure Frage zu beantworten, werter Don Tristan,"
Juan Felipe blickte an Friedrich vorbei zu dem Castiller, "ich folge den Spuren, wie ich sagte, schon durch mehrere Dörfer, sie müssten es sein. Fürs erste wollte ich sehen, was es mit ihnen auf sich hat, wie viele es genau sind, und ob sich vielleicht eine Möglichkeit ergeben würde ihnen in die Parade zu fahren. Denn auch, wenn ich einen Degen besser zu schwingen weiß, als ein Räuber, so doch sicher nicht so gut, dass ich sie alle würde nierderringen können. Aber dann wollte es das Schicksal ja, dass ich einer Gruppe wehrhafter Männer, wie euch" sein Blick wanderte jetzt auch zu Jelena "und einer sicher nicht weniger wehrhaften Dame, begegnet bin. Zwanzig Räuber sollen es den Berichten zu Folge sein und während einer gegen zwanzig unmöglich klingt, schein mir acht gegen zwanzig nur noch eine waghalsige Aktion zu sein."
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Erich Janina Graustein am 18.10.2019, 17:27:11
Nachdem Juan sich vorgestellt hatte und auch die anderen ihn begrüßten entspannte sich Erich sichtlich und stecke sein Schwert zurück in die Schwertscheide auf seinem Rücken.

Nun reichte auch Erich seine Hand zum Gruß "Ich bin Erich. Und wenn das stimmt was du da erzählst, dann sollten wir uns das Lager wohl gemeinsam mal etwas näher ansehen. Vielleicht schaffen wir es ja zusammen die Gefangenen zu befreien und die Räuber zur Strecke zu bringen. Wenn das wirklich nur 20 Mann sind, dann sollte das eine machbare Aufgabe sein.", meint Erich mit einem leichten Lächeln auf den Lippen.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Louis de Fromage Puant am 18.10.2019, 19:44:26
Für seine Verhältnisse ungewöhnlich schweigsam hatte Louis die Begegnung und die gegenseitigen Vorstellungen mitangesehen. Die behandschuhte Rechte ruhte auf dem Degen, die Haltung des Montaginers zeugte von Selbstbewusstsein. "Louis de Fromage Puant, gentilhomme et mousquetaire" stellte er sich mit einem knappen Neigen des Kopfes vor, das eine Verbeugung nur andeutete. Dann wanderte sein Blick in die Richtung, in der die Räuber zu vermuten waren. "Zwanzieg gegen acht, eh..? Klingt mir genau nach die rieschtige Ver'ältnis für meine Geschmack" meinte er, indem er die Spitze seines Schnurrbarts zwirbelte.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 20.10.2019, 19:58:16
Nun schaltete sich auch das jüngste Mitglied der Gesellschaft, ein Kind beinahe noch, wie Juan erstaunt feststellte, in das Gespräch ein. Noch mehr verwunderte ihn jedoch die befehlsgewohnte Stimme des Knaben, die er nun erhob. Eines war klar, dies war kein gewöhnlicher Jüngling.
"Wenn tatsächlich Banditen hier ihr Unwesen treiben, ist es unsere heilige Pflicht, sie zur Strecke zu bringen und ihre Gefangenen zu befreien. Hans von Dornstett ist mein Name." stellte er sich nach einer kurzen Pause mit einer angedeuteten Verbeugung vor und stieg nun vom Pferd.

Und auch Finnegan stellte sich dem Castillier vor, er tat es wie die meisten anderen mit seinem echten Namen. "Wir sollten keine Zeit verlieren." betonte der Ine. "So sehr es mich auch im Schwertarm juckt, würde ich mich bereiterklären, mit Hans hier bei den Pferden zu bleiben. Ihr übrigen könnt euch anschleichen und die Lage sondieren - wenn es wirklich nur zwanzig sind, solltet ihr keine großen Probleme bekommen. Zur Not ruft, dann kommen wir euch zu Hilfe."
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Jelena Sejm Petrasowna am 20.10.2019, 23:15:21
Die junge Frau, die zunächst auf ihrem Pferd vor der Gruppe gestanden hatte, trug Leder- und Fellkleidung, die als einzige Farbe ein wenig Rot hatten. Ihre Gesichtszüge muteten fernöstlich an, ihre Ausrüstung wies sie als Kundschafterin oder Wildniskundige aus. Sie ließ sich von den anderen Sprechern der Gruppe überholen und beobachtete still den Fremden. Als er über die Entführungen sprach, verzogen sich Augenbrauen und Mund verärgert, auf ihre Wehrfähigkeit angesprochen schnaubte sie amüsiert.

Die Zusagen der anderen, sich des Banditenproblems anzunehmen, entlockten ihr ein schmales Lächeln. So stieg sie elegant ab und behielt die zügel in der Hand, um Juan gegenüber eine Verbeugung zu machen, mit der sie ihren wesentlich niedrigeren Stand kundtat, und sich vorstellte: "Jelena ist der Name, mit dem ich gerufen werde." An alle gewandt erklärte sie ihre Meinung zu den Plänen: "Wenn wir die Informationen bestätigen können, werden wir den Gefangenen helfen müssen. Drauf werde ich mich konzentrieren. Wer kundschaftet aus?"
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Friedrich Alfred von Dent am 21.10.2019, 03:54:34
"Dann habt ihr bisher Glück gehabt." fasste Friedrich seine Gedanken zusammen. Doch da er nun näher an Juan herangekommen war, erkannte der Forscher auch endlich die Nadel der Duellantengilde. "Aber ich sehe, ihr wisst tatsächlich auf euch aufzupassen." Damit wäre auch für Friedrich ein für alle Mal geklärt, dass der Mann zumindest kein Bandit war. Was natürlich nicht bedeutete, dass sie ihm vertrauen konnten. Der Baron bestätigte diesen Gedankengang, indem er sich ebenfalls unter einem falschen Namen vorstellte. Für ihn sicherlich wichtiger als für jemanden wie Friedrich aber das bedeutete nicht, dass der Rest der Gruppe so leichtsinnig seine richtigen Namen einem Fremden nennen sollte.
Unabhängig davon, waren die weiteren Schritte deutlich. Der Baron sagte es ganz klar. Es war ihre Pflicht, diesen Banditen das Handwerk zu legen. Was wären sie für Menschen, wenn sie jetzt einfach weiter ihrer ursprünglichen Aufgabe folgen würden? "Nun gut." sagte Friedrich entschlossen. Er nahm seine Armbrust in die Hand und überprüfte zur Sicherheit noch einmal ihre Funktionstüchtigkeit. "Wir haben es schon mit schlimmerem zu tun gehabt, nicht wahr?" Wenn sie es mit einem Werwolf aufnehmen konnten, dann auch mit ein paar Banditen. Sie alle waren im Kampf erfahren und gut ausgerüstet. Er griff die Worte Louis mit einem Grinsen auf. "Acht gegen Zwanzig. Für jeden Zwei. Erich kann sich sicherlich um ein paar mehr kümmern." Er nickte seinem alten Freund belustigt zu und legte einen Bolzen in die Armbrust ein. "Ich verstehe mich nicht darauf, unerkannt zu bleiben." antwortete er Jelena schließlich auf ihre Frage.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Erich Janina Graustein am 21.10.2019, 06:33:04
Auf die Anspielung von Friedrich hin musste Erich ebenfalls etwas lächeln "Schon gut alter Mann, ich werde die Vorhut machen und mich dort mal umschauen. Und wie du schon richtig erkannt hast werde ich es wohl auch lange genug aushalten bis Ihr nachgerückt seit. Also haltet etwas Abstand, seit aber kampfbereit. Ich verlass mich darauf das ihr mir den Rücken frei haltet."

Mit diesen Wort macht sich Erich ohne weiteres Zögern auf in Richtung des Räuberlager[1]
 1. wenn ich nichts falsch gemacht habe, dann sind das wohl 3 Steigerungen bei der Probe
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 21.10.2019, 23:54:36
Erich schlich sich für seine Größe durchaus filigran durch das Unterholz des Waldes, und außer Friedrich waren wohl alle überrascht, wie leise sich der sonst so robuste Mann fortbewegen konnte. Die anderen fünf - Friedrich, Jelena, Tristan, Louis und Juan - folgten dem Drexel-Duellanten in einiger Entfernung, um ihn nicht durch mögliche unachtsame Bewegungen auffliegen zu lassen, und warteten schließlich gut hundert Schritt von dem Lager entfernt. Durch das Dickicht des Waldes konnte man das Lager von hier aus nur erahnen, weshalb Erich sich weiter heranschlich, um einen Überblick über die Lage zu bekommen.

Das Lager befand sich am Ufer eines Flusses, den die Helden bereits aus der Entfernung gehört, aber bisher noch nicht gesehen hatten. Es war für Erich auf den ersten Blick offensichtlich, dass es sich um Räuber handeln musste: Einige der Banditen inspizierten gerade die Beute ihres letzten Raubzugs, andere reinigten ihre Waffen - doch allesamt schienen sie nicht zu befürchten, dass jemand sich ihnen in den Weg stellen würde. Sowohl das offene Feuer als auch die entspannte Stimmung im Lager machten dies deutlich.

Es waren, wie Erich feststellen musste, ein paar mehr als die zwanzig Räuber, von denen sie ausgegangen waren - 30 mochten es schon sein. Dazu kam ein Dutzend Geiseln, von denen die meisten in einen großen Holzkäfig eingesperrt waren, drei jedoch dazu gezwungen wurden, Arbeiten für die Banditen zu verrichten.

Die Anführerin der Räuber ging derweil von einer Gruppe zur nächsten und sprach jeweils ein paar Worte mit einzelnen Männern. Erich war überrascht, eine durchaus attraktive junge Frau von vielleicht Mitte zwanzig vor sich zu sehen - noch überraschter jedoch war er, als er an ihrer Jacke das Abzeichen einer Duellantengilde erblickte: sein geschulter Blick erkannte es sofort als das der Eisenfaust.

Nachdem der Eisen überzeugt war, einen guten Überblick über das Lager gewonnen zu haben, kehrte er zu den anderen zurück und erstattete Bericht; nun mussten die sechs entscheiden, wie sie weiter vorgehen wollten.[1]
 1. Damit startet eine Actionszene, mehr hier (https://games.dnd-gate.de/index.php/topic,9260.msg1067249.html#new)
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Erich Janina Graustein am 02.11.2019, 10:40:00
Nachdem Erich die Situation im Lager erfasst hatte und zu den anderen zurück gekehrt war erstattete er Bericht. Es gab eine kurze Diskussion über die Taktik wie man nun vorgehen wollte, aber schlussendlich entschied man sich dann für ein Vorgehen.

Erich schlich als erstes voran, da er die Speerspitze des Angriffs bilden sollte. Sein Schuß mit der Pistole sollte das Zeichen für die anderen sein das der Angriff beginnt.
Nachdem Erich eine gute Position erreicht hatte und bereit war für den Angriff lehnte er seinen Zweihänder neben ihn an einen Baum. Danach holte er die bereits vorbereitete Pistole hervor. Es dauerte nur einen kleinen Augenblick bis Erich sein Ziel aufs Korn nehmen konnte und einen Schuss abfeuern konnte[1]. Der Dampf und Rauch der Pistole war noch nicht ganz verzogen, als Erich dann schon hinter dem Baum hervorstürmt und mit erhobenem Zweihänder auf die Duellantin zustürmt. Er schwingt den Zweihänder hoch über dem Kopf und verpasst der Duellantin einen schweren Schlag mit dem Schwertknauf gegen den Kopf[2].[3]
 1. 1 Dramatische Wunde, 3 normale Wunden
 2. Manöfer Schlag, 1 Wunde
 3. Aktivierung Tugend Krieg, eine zusätzliche Dramatische Wunde
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Jelena Sejm Petrasowna am 03.11.2019, 23:49:15
Während Erich das kunschaften übernahm, kümmerte sich Jelena um die Pferde. Mit langen Leinen band sie sie in der Nähe des Bächleins und einigem niedrigem gestrüpp fest, dann kontrollierte sie deren Zustand, bis er wiederkam. Zu ihrer Erleichterung bestätigten seine Beobachtungen Juans Geschichte, auch wenn die Duellantin mit ihrer Anwesenheit Rätsel aufgab. In der anschließenden Diskussion fühlte sie sich eher zu Juans Position geneigt, ein Duell mit der Frau hätte das Erhalten von Antworten wahrscheinlicher gemacht, doch vor allem Erichs Tatendrang und die Sorgen der anderen Kämpfer ließen diese Option durchfallen. Trotzdem übernahm Juan auch die Koordination des Überfalls und Jelena lauschte ihm aufmerksam, denn seine Anweisungen erschienen ihr nicht unlogisch. Mit Verweis auf ihre mangelnde Kampfausbildung ließ sie sich für den Schutz der Gefangenen einteilen.

Als Erich und die Truppe dann loszog, sich anzuschleichen und den Angriff vorzubereiten, eilte sie im großen Bogen ums Lager zum Käfig. Ihre begrenzte Fähigkeit, leise zu bleiben kompensierte sie durch einen längeren Umweg, bei dem sie sich geschickt durchs Unterholz schlängelte. Mit dem Knall der Pistole drehte sie bei und wollte durchs Lager abkürzen, darauf setzend, dass die Banditen von den Angreifern abgelenkt waren. Louis Rufe verleihten ihr zusätzlich Flügel. Seine Allüren wirkten befremdlich auf sie, seine Taten nötigten ihr aber Respekt ab.

Den Bogen in der einen Hand, das Jagdmesser griffbereit trat sie an den Lagerrand und musste mit Sorge feststellen, dass die Banditen von einem Schlage waren, der die Gefangenen in Geißeln oder gar Tote wandeln würde, statt sich dem Kampf offen zu stellen. Sie wendete sich der nächststehenden gefangenen Person zu, machte beruhigende Gesten und zog sie in die Büsche. Dort machte sie ihr klar, dass sie sich bitte möglichst still verhalten sollte[1].

Dann kam sie endgültig aus der Deckung hervor und nahm eine demütig-unterwürfige Haltung ein, die ihr Jagdmesser verdeckte. Wie geplant wurde sie in der Hektik mit einer Gefangenen verwechselt und ergriffen. Der Bandit staunte nicht schlecht, als seine Klinge von einer anderen geblockt wurde, als er sie an den Hals der 'wehrlosen' Gefangenen setzen wollte.[2] Bevor er viel fragen konnte, knallte ihm Jelenas Hinterkopf ins Gesicht und ein Bogenholz hinter seinem Knie brachte ihn ins Stolpern. So war Jelena wieder frei und versuchte sich einen Überblick zu verschaffen, den Übertölpelten mit einem überlegenen Lächeln bedenkend: "Euer erster Fehler - Verbrechen zu begehen, euer zweiter: Davon ausgehen, damit durchzukommen, euer dritter: übereilt zu handeln und euer Ziel nicht zu überprüfen. Lasst euch das eine Lehre sein!"
 1. 4.Steigerung: 1 Geißel retten
 2. 3.Steigerung: 1 Geißel retten
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Friedrich Alfred von Dent am 06.11.2019, 03:07:50
Mit etwas Sorge betrachtete Friedrich, wie sein Freund im Wald verschwand und kurz darauf nicht mehr zu sehen war. Erich war ein erfahrener Mann aber nur ein einziger Fehler von seiner Seite und er würde das komplette Lager aufscheuchen und irgendwie mit zwei Dutzend Banditen klarkommen müssen. Zum Glück war das nicht der Fall, denn kurz darauf kehrte der Kreuzritter wieder zur Gruppe zurück und berichtete von seinen Beobachtungen. Es schien so, als hätte Juan die Wahrheit erzählt. Nun mussten sie sich nur auf ein Vorgehen einigen, was leider bei acht Personen gar nicht so einfach war. So sehr Friedrich auch die Geiseln retten wollte, würde es ihnen überhaupt nicht weiterhelfen, die Männer und Frauen befreit zu haben, wenn sie kurz darauf von den vielen Banditen überrannt wurden. Nein, sie mussten sich erst um die direkte Gefahr kümmern. Vielleicht konnten sie den Kampfeswillen und die Moral der Banditen brechen, indem sie die Anführerin schnell ausschalteten. Das würde weiteres Blutvergießen verhindern.
So zumindest die Hoffnung des Forschers und Monsterjägers. Die Realität sah oft leider ganz anders als die Planung aus. Innerlich machte er sich bereits auf das Schlimmste gefasst. Ein letztes Mal atmete er durch und folgte dann der Gruppe in den Wald. Erichs Angriff mit der Pistole sollte der Startschuss für den Rest sein. Friedrich schlich also durch den Wald und suchte einen geeigneten Platz, an dem er die Duellantin gut im Blick hatte und gleichzeitig in Deckung war. Ein morscher Baumstamm am Rande des Lagers schien der perfekte Ort zu sein. Der ältere Monsterjäger ging in die Knie und legte die Armbrust auf den Stamm, um Sicherheit beim Zielen zu haben. Er hatte die Duellantin gerade ins Ziel genommen, als Erich seine Pistole abschoss. Sofort drückte auch Friedrich auf den Abzug seiner Armbrust und überraschte die Frau mit einem weiteren Angriff.[1]
Sofort stand er auf und griff nach einem weiteren Bolzen, um die Armbrust nachzuladen. Gebückt huschte er durch das Unterholz des Waldes, um sich einen anderen Ort zu suchen. Einige Meter entfernt sah er dann einen großen Steinbrocken, hinter dem er sich verstecken konnte. Der Bolzen rastete ein, als Friedrich den Stein erreichte und dahinter Stellung bezog. Er lehnte sich ein Stück vor und nahm die Duellantin ein weiteres Mal ins Ziel. Doch der Kampf zwischen ihr und Erich verhinderte einen Schuss. Er musste sich sicher sein, dass der Bolzen die Frau traf, nicht den Mann. Im Moment fühlte sich Friedrich noch sicher, weshalb er weiter hinter dem Stein stand und sich Zeit nahm, um zu zielen. Er konnte nur hoffen, dass der Rest der Gruppe ebenfalls Erfolg hatte. Denn auf einen toten oder schwer verletzten Begleiter wollte er dann doch verzichten, wenn es möglich war.
 1. 6 Steigerungen für 6 Wunden
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Louis de Fromage Puant am 06.11.2019, 10:25:01
Kaum ertönte der Pistolenschuss, als der Musketier auch schon von einer anderen Seite aus dem Unterholz ins Freie sprang und sich mit gezücktem Degen zwischen Banditen und Geiseln warf. "En Garde! Verteidigt Eusch, Ihr Lumpenpack, wenn Ihr Blut in die Adern 'abt!" schrie der Montaigner begeistert und machte sich sofort daran, die Gegner mit einigen kühnen Ausfällen von ihren Opfern weg zu treiben[1]. Die Klinge klirrte mehrfach gegen Waffen und schlitzte Ärmel oder Hosenbeine seiner Gegenüber auf, die der flinke Fechter eher vor sich herzutreiben denn ernstlich zu verletzen suchte. Indem er laut Beleidigungen in seiner Muttersprache brüllend den Degen führte, sprang er einem Tänzer gleich hin und her, um keinem der Schurken die Gelegenheit zu geben, an ihm vorbei zu kommen. Offenkundig war Louis in seinem Element - er hatte seine helle Freude an diesem Scharmützel.
 1. Zwei Steigerungen, um Geiseln zu schützen.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Don Tristan de la Verde am 07.11.2019, 16:48:08
Mit seinem beherrschten Auftreten und der typisch kastillischen von schwarz dominierten Gaderobe ist Don Tristans Auftreten das genaue Gegenteil des extrovertierten Montagniers.
Nur wenn es um Gewandheit und Schnelligkeit mit der Klinge geht steht der Torres-Duellant dem Musketier um nichts nach.
Aus einer dritten Richtung kommend macht er mit ausdruckslosem Gesicht einen der Gesellen nieder als der Versucht an Louis vorbeizukommen.[1] eher er kurz nach Jelena den Käfig erreicht sich elegant unter dem ungeschickten Keulenhieb eines Wächters hinwegduckt und dem so aus dem Gleichgewicht geratenen mit einem Hieb mit der flachen Klinge zu Boden schickt.[2] und sich zwischen den übrigen Räubern und dem Käfig in Stellung bringt. Dabei nimmt er die klassische defensive Pose eines Torres-Duellanten ein Klinge in der Rechten Mantelsaum in der linken, bereit jedem Angriff auszuweichen oder ihn abzulenken um danach rasend schnell zu kontern. Er lächelt die Banditen an wobei sein Lächeln mit dem Abzeichen der Duellantengilde auf seiner Linken Brust um die Wette glitzert während er mit einer minimalen Geste des Rapiers auf den am Boden liegenden Keulenträger deutet. "Den nächsten bringe ich um." garantiert er mit eisiger Höflichkeit. "Wer will zuerst?" dabei fällt sein Blick auf die Anführerin die in diesem Moment unter Erichs Angriffen wankt und mit einem mal liegt abgrundtiefe Verachtung und eine Spur von Zorn in der Stimme des jungen Hidalgo
"oder vielleicht die Schande für die Gilde da drüben die euch anführt. Falls Erich noch was von ihr überlässt."[3]
 1. 5. Steig. :  -1 gegen einen Schlägertrupp
 2. "3, und 4. Steig. zum Geiseln retten.
 3. reicht dass schon um meine Untugen Arroganz zu triggern?
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 08.11.2019, 01:04:24
Wie aus dem Nichts trafen Erichs Schuss und Friedrichs Armbrust die Anführerin der Räuber, und ihr lauter Scherzensschrei ließ ihre Überraschung erkennen. Doch sie fasste sich schnell, denn als der Drexel-Duellant das Schwert auf ihren Kopf niedersausen ließ, riss sie in letzter Sekunde ihre eigene Klinge nach oben, um den  Schlag abzufangen. Sofort ging sie ihrerseits in die Offensive und traf Erich mit einem Hieb - doch nach ihrem Ausweichmanöver fiel der Schlag etwas unplatzierter aus als erwartet.[1]

Während sie wieder zurück in ihre Kampfstellung ging, fiel ihr Blick auf Erichs Gildenabzeichen, und ein erstaunter Ausdruck huschte über ihr Gesicht.
"Ihr seid ein Duellant und wagt es, eine Duellantin aus dem Hinterhalt mit einer Pistole anzugreifen?" Sie spuckte das Wort voller Abscheu aus. "Habt Ihr keine Spur von Ehre im Leib? Ich fordere Euch zum Duell!"

Währenddessen war das gesamte Lager auf den Beinen und die Räuber versuchten sich zunächst zu sortieren und die Eindringlinge überhaupt erst einmal auszumachen. Einige von ihnen stürzten sofort auf die Gefangenen zu, wohl um sich ein Druckmittel zu sichern, solange sie ihre Gegner nicht sehen konnten. Doch Jelena, Tristan und Louis hatten dies geistesgegenwärtig vorausgesehen und schafften es, mehrere Geiseln zu befreien und vor den Räubern zu schützen. Doch nun sahen die drei sich einer Schar von Räubern gegenüber, während die Gefangenen im Angesicht der gezogenen Waffen sofort die Gelegenheit nutzten, sich in den Wand zu schlagen.

Andere Räuber eilten ihrer Anführerin zur Hilfe, die sie jedoch mit einer Handbewegung davon abielt, auf Erich loszugehen, während sie seine Antwort abwartete. Obwohl sie bereits jetzt aus schweren Wunden blutete, bot sie doch einen erstaunlich stolzen Anblick, den sie von einer Räuberin nicht erwartet hätten.

Friedrich und Juan dagegen waren noch im Wald und von den Räubern bisher nicht entdeckt worden.[2]
 1. Ich habe hier ein wenig improvisiert. Normalerweise sind die Schurken immer vor den Helden dran, aber zum einen springt Erich erst bei drei "in den Ring", so dass ich alle weiteren Steigerungen bei ihr "abgeschnitten" habe, zum anderen wollte ich den Fluss nicht zu sehr stören; deshalb habe ich sie bei Steigerung 3 ausnahmsweise nach ihm drankommen lassen. Bei 3 macht sie eine Parade, bei 2 einen Hieb für 2 Wunden (darin ist der Abzug wegen des Schlags von Erich bereits enthalten. Natürlich könnte Erich bei 2 ebenfalls eine Parade oder ähnliches machen ...)
 2. Zur Situation: Je ein Schlägertrupp nähert sich Jelena, Tristan und Louis. Der von Tristan hat nur noch Stärke 4. Drei Trupps waren unterwegs zur Anführerin, wenden sich jetzt aber wieder den anderen zu, nachdem diese ihnen bedeutet hat, dass sie ein Duell Mann gegen Frau sucht. Alle, die nicht gegen die Anführerin vorgehen wollen, können ihre restlichen Steigerungen frei ausgeben (Friedrich hat seine schon). Angriff gegen die Duellantin würde ich gerne kurz off-topic im Drama-Thread besprechen, da es wegen der ganzen Riposte- etc. Regeln immer die Möglichkeit gibt, auf Angriffe zu reagieren.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Jelena Sejm Petrasowna am 08.11.2019, 07:08:45
Als sich erst eine Handvoll Banditen um Jelena formierten, dann noch eine Handvoll dazukamen, wurde ihr bewusst, dass sie ihnen wenig entgegenzusetzen hatte und sich in Schwierigkeiten gebracht hatte. Andererseits hatte ihre Matruschka ihr klar gesagt, was sie von Feiglingen hielt. Es passte ihr sowieso nicht, aufzugeben, bevor... ja, bevor was überhaupt. Ihr überlegenes Lächeln wich einem konzentrierten Ausdruck, als die Waffen der Banditen nach ihrem Blut leckten.

Für einige Augenblicke schaffte sie es noch, den Schlägen der Banditen auszuweichen. Sie positionierte sich immer wieder neu und beobachtete die Kampfweisen ihrer Gegner. Durch ihr Ausweichen provozierte sie immer mehr von Ärger geleitete Angriffe, bis sie einmal scheinbar einen Fehler beging: Sie stach nach einem Banditen - ohne Erfolg - und kehrte einem anderen, besonders wütenden, den Rücken zu. Sofort versuchten einige Banditen, das auszunutzen, und schlugen hektisch zu. Jelena nutzte das Chaos und wich, sich halb fallen lassend, dann wieder neben der Banditenmeute aufstehend, aus. Das Klingen von zusammenprallenden Stahlwaffen, einige Schmerzensschreie und ein Röcheln waren das Ergebnis ihrer Taktik.[1]

Als sich die Meute trennte, konnten man erkennen, das zwei gestürzt waren: Der sie von vorne angreifende hatte die Klinge des in ihren Rücken angreifenden im Übergang von Hals zur Schulter stecken und blubberte blutig und röchelte, umgekehrt hatte der andere einen langen und tiefen Schnitt im Oberschenkel, der umso intensiver blutete und ihn wie von Sinnen Brüllen ließ. Über die Kakophonie des Kampfes hinweg verkündete Jelena: "Hatte ich euch nicht gerade eben geraten, nicht übereilt und erst nach Prüfung des Ziels zuzuschlagen? Lernt doch endlich!" Sie schwitzte vor Anstrengung und Nervostität, auch wenn sie sich um einen tapferen Eindruck bemühte - die Blicke und Schreie ihrer Gegner waren umso haßerfüllter geworden.
 1. Steigerungen 2 und 1 zum Ausschalten von Banditen
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Don Tristan de la Verde am 08.11.2019, 10:50:04
Die Vier armen Narren die seine Warnung ignorieren hatten keine Ahnung wie ihnen geschah: Schon mit der ersten Bewegung durchtrennte Don Tristan zwei Kehlen wicht einer Keule aus und rammt die dem dritten die Klinge in den Solarplexus. Der letzte bekam den Knauf zwischen die Augen ehe der Hidalgo mit einem raschen Ausfallschritt und einem Stich unter die Achselhöhle auch noch einen der Banditen zur Strecke brachte, die Jelena bedrängten.[1]
"Hat euch den keiner beigebracht die Klinge nicht mit einem Duellanten zu kreuzen, wenn euch euer Leben lieb ist?" fragte der Castilier mit einer Mischung aus Verachtung und Verwunderung.
 1. 2. und 1. Steigerung für Manöver Ausfall => 5 Wunden bzw. 5 Banditen weniger.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Juan Felipe Fernandez am 08.11.2019, 17:18:06
Als Juan Felipe die Anführerin der Banditen sah und noch dazu hörte, wie sie sich doch auf Ehre berief überlegte er für einen Augenblick, ob der Plan, den sie zu Beginn hatten, nicht doch besser gewesen wäre. Wie dem auch sein mochte, jetzt konnten sie nicht mehr zurück. Und mit dem Duell mitten im Lager, in das sie besser nicht eingreifen sollten, wenn der Mann mit dem Zweihänder die Herausforderung annehmen wollte.
Aus der Deckung heraus beobachtete der Castiller noch wir einen Augenblick das geschehen und erkannte schnell, dass sein Landsmann wohl kaum Hilfe brauchte. Er würde mit diesen Banditen schon fertig. Blieben also noch die junge Dame und der Montaigner. Die Strategien, die er auf der Akademie gelernt hatte, waren für andere Situationen gedacht, aber einiges ließ sich adapatieren. Schwachpunkte attackieren und so die Moral des Gegners untergraben. Gleichzeitig galt es weiterhin auf die Geiseln zu achten.  Zu dem einheimischen namens Alfred sagte er also: "Alfred, ihr solltet mit eurer Armbrust am besten die Banditen von den Geiseln fernhalten. Eurem Landsmann im Duell beizustehen, wäre ehrlos. Wenn ihr die Geiseln mit eurer Armbrust beschützt, können wir uns darum kümmern, dass die Duellantin, falls sie gewinnt doch nur aufgeben kann."
Anschließend eilte er an die Seite des Montaigners und teilte mit ihm seine Erkenntnisse: "Die drei dort links, sind offenbar wenig trainiert, Geschwister würde ich sagen. Schaltet den in der Mitte aus, und die zwei anderen nehmen sicher die Beine in die Hand."[1] Gleichzeitig bot er mit dem Degen in der Hand den Banditen ein weiteres Ziel, was hoffentlich dafür sorgen würde, dass sie sich nicht nur auf seine Verbündeten konzentrierte. Dazu rief er dann noch: "Heda, findet sich hier einer, der mir beweist, dass ihr hier im Norden nicht nur mit Mistgabeln wedeln könnt?"
 1. 2 Steigerungen um diese beiden mit "Taktik" in die Flucht zu schlagen unter der Annahme, dass Louis weiter angreift
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Erich Janina Graustein am 08.11.2019, 18:56:36
Innerlich musste Erich fluchen und über sich selbst zweifeln, wie er dieser Schurkin so einfach in die Falle tappen konnte. Aber seine Ehre ließ es einfach nicht zu das er das Duell ablehnt, denn wenn er das tun würde, dann könnte er sich ja auch gleich den Banditen anschließen, denn dann wäre er kein Stück besser wie diese.

"Ihr seit es die, die Ehre der Duellanten in den Schmutz zieht. Wie könnt Ihr wehrlose und unschuldige Menschen niederschlachten und Geiseln nehmen? Eigentlich sollten wir Euch hier und jetzt einfach niederstrecken und im Wald verscharren, aber dann wären wir kein Stück besser wir Ihr. Also werde ich mich Eurer Aufforderung stellen und Euch zeigen was es heißt wirklich Ehrenhaft und vor allem heldenhaft zu kämpfen. Ihr werdet Eurer gerechten Strafe nicht entkommen" erwiderte Erich auf die Duell Aufforderung der Schurkin. Doch leider war er scheinbar etwas zu abgelenkt, denn mit dem Faustschlag hatte er nicht gerechnet und musste einen harten Treffer einstecken, den er selbst mit seiner Parade in letzter Sekunde nicht wirklich verhindern konnte.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 09.11.2019, 16:42:46
"Ehre, Ehre. Was wisst Ihr schon darüber, was Ehre ist? Es ist leicht, ehrbar zu handeln, wenn man den goldenen Löffel im Mund hat. Aber wenn es um das Überleben der Familie geht, dann muss man harte Entscheidungen treffen."
Die Banditin wich immer wieder Erichs Angriffen aus und setzte einzelne Gegenangriffe, die dieser nur mühsam parieren konnte. Es war schnell klar, dass Erich all sein Können würde aufbringen müssen, wollte er dieser Gegnerin etwas entgegensetzen. Doch nun war er in dem Duell gefangen und musste sich seiner Haut so gut erwehren, wie er konnte.
Ingrid agierte die meiste Zeit über defensiv, versuchte in Anbetracht ihrer schweren Wunden vor allem, erst gar keine weiteren Treffer einzustecken - doch plötzlich wandte sie eine Taktik an, von der Erich zwar schon gehört, sie aber noch nie gesehen hatte. Mit der behandschuhten Linken griff sie sich Erichs Schwert, der dadurch den Angriff mit der Rechten nicht mehr parieren konnte und einen bösen Treffer einstecken musste. Er konnte sich zwar noch etwas aus der Stoßrichtung wegbewegen, doch dennoch behielt er eine klaffende Wunde zurück.[1]

Die anderen, allen voran Tristan, dezimierten inzwischen die Reihen der restlichen Räuber, die es kampftechnisch nicht im Ansatz mit ihrer Anführerin aufnehmen konnten. Zwar versuchten sie, mangelnde Finesse durch Kraft und Brutalität wettzumachen, doch einer nach dem anderen wurde niedergestreckt.[2]
Doch trotz der schweren Verluste schoben sich die Banditen langsam näher an ihre Gegner heran und schafften es schließlich doch, diese einigermaßen zu umzingeln, so dass immer wieder einzelne Schläge die vier Eingekesselten trafen.[3]

Noch war der Kampf nicht vorbei.
 1. 5 Wunden Netto durch die Eiserne Antwort, trotz Parade Erich.
 2. 10 der 30 sind ausgeschaltet.
 3. Am Ende der Runde 5 Wunden für jeden: Tristan, Louis, Jelena und Juan.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Louis de Fromage Puant am 09.11.2019, 19:59:07
Mit einem knappen Nicken nahm der Musketier den Ratschlag Juans zur Kenntnis. Dann sprang er auf die genannten Banditen zu. Einen Mann, der ihn aufhalten wollte, unterlief der Montaigner elegant und stieß ihm dann mit einem weiten Ausfallschritt den Degen quer durch den Oberschenkel. "Parbleu!" rief er "Was ist denn das?! Diese Kerl kämpft wie eine Bauer mit seine fléau in die 'and!" Sodann tänzelte er auf die drei zu, die ihm bezeichnet worden waren, trieb sie mit einigen raschen Finten auseinander und schlitzte dem Mittleren mit zwei kreuzweise geführten Hieben Ärmel und Unterarm auf. Als dessen Waffe zu Boden fiel, fiel der Montaigner wiederum laut ein: "Und diese Bursche bewegt siesch mit die Eleganz von eine Kuh! Diese zwei Messieurs endliesch" wandte er sich mit einem breiten Lachen an die letzten beiden "starren miesch an und bewegen siesch so wenig eine Mist'aufen! Mon dieu, iesch 'ab's! Iesch muss auf eine Bauern'of gelandet sein!"
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Jelena Sejm Petrasowna am 17.11.2019, 23:43:39
Auch wenn ihre Kameraden ihr zur Hilfe eilten, Jelenas Situation wurde nur wenig besser. Nach und nach kassierte sie doch immer mehr Hieb- und Schnittverletzungen und Blut sickerte in ihre Kleidung. Mit hochkonzentriertem Blick und zusammengebissenen Zähnen nahm sie es hin und schlängelte sich immer weiter Richtung Käfig mit Gefangenen. Die erste Erfahrung ließ die Banditen vorsichtiger werden, die Wunden an der Frau ihre Moral allerdings wieder steigen. Sie setzten ihr nach und erlebten eine Gegnerin, die kaum ernsthaft angriff, sondern immer wieder auswich.

Kurz vor dem Käfig tauchte sie unter einem Angriff so weg, dass sie auf dem Boden landete. Mit schnellem Rollen wich sie weiteren Stichen aus und riss ihre Beine hoch. Mit dem entstandenen Schwung sprang sie auf die Füße, direkt vor einem Banditen, der sich gerade aus dem käfig bedienen wollte. Dank eines Ellenbogens am Kinn stolperte er zurück und wechselte von Geiselbedrohung zu Flüchen und Androhung blutiger Rache.[1]

Unbeeindruckt wich Jelena den Angriffen aus, schob ihr Messer zwischen ihre Zähne und ließ den Bogen über ihre Schulter fallen. Mit ihren nun freien Händen griff sie mit einem Obergriff über ihren Kopf ins Gitter des Käfigs und zog sich hoch. Mit einem halben Hüftaufschwung landete sie auf dem Käfig, und verschaffte sich kurz einen Überblick. Den erbosten Waffen ausweichend setzte sie sich an den Rand, hielt sich fest und trat mit Schwung einen ihrer Möchtegern-Peiniger so gegen den Kopf, dass er in den Waffenschwung seines Kameraden fiel.[2]

Schnell zog sie sich wieder hoch und landete mit einem Überschlag wieder auf dem Käfig. Mit ihrem Schwung rutschte sie fast ab und verhinderte nur mit Mühe, nicht zwischen die Käfigstäbe zu geraten. Mittlerweile hatten ihre Gegner es eingesehen, dass sie von unten aus wenig effektiv waren, und die ersten begannen zu klettern. Jelena ließ kurz ein fieses Lächeln erkennen, bevor sie einen Hechtsprung an einem der Kletternden vorbei machte. Oder so sah es erstmal aus, bis sie ihm ihre Beine um den Hals schlang und mit ihrem Gewicht und Schwung herunterriss. Mit einem erstickten Schrei schlug ihr Opfer auf, während sie im letzten Augenblick von ihm abließ und mit einer Rolle ihren Sturz abfederte.[3]
 1. Steigerung 3 für eine Geiselrettung
 2. Steigerung 2 zum Banditenausschalten
 3. Steigerung 1 zum Banditenausschalten
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 19.11.2019, 00:07:45
Erichs Gegnerin hatte ihn zwar einmal empfindlich getroffen, blieb aber meist in der Defensive. Gewandt tänzelte sie immer wieder hin und her, täuschte hier einen Angriff an und wehrte dort eine Attacke ab, so dass es Erich schwer fiel, ihr überhaupt nur nahe zu kommen. Zugleich setzte sie immer wieder vereinzelte Nadelstiche, die zwar jeder für sich nicht bedrohlich waren, aber dazu dienten, den Gegner nach und nach zu zermürben.[1]

"Wärt Ihr in meiner Lage, würdet Ihr nicht anders handeln."
 1. Steigerung 4: Schlag. 1 Schaden auf Erich, dazu -4 Schaden bei Erichs nächstem Manöver.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Erich Janina Graustein am 19.11.2019, 06:53:49
Erich fing nun auch an sich auf seine Verteidigung zu konzentrieren und hielt sich die Angreiferin so gut wie Möglich vom Leib, das führte zwar dazu das er selbst kaum noch einen Angriff starten konnte, aber er hoffte einfach darauf das sie irgendwann einen Fehler machen würde den er dann ausnutzen konnte.

Als Erich unerwartet von einem Schlag gegen den Kopf getroffen wurde, musste er kurz auf ein Knie gehen um sich ab zu fangen. Das eröffnete Ihm jedoch eine kleine Lücke die er ausnutze indem er seiner Gegnerin das Heft seines Schwertes in die Magengrube rammte[1], was dazu führte das diese zwar kaum verletzt wurde, aber immerhin ein paar Schritte zurückweichen musste, so das Erich wieder aufstehen konnte um seine Verteidigungshaltung wieder ein zu nehmen.
 1.  ebenfalls einen Schlag, Schaden müsste 0 sein, ... oder? Dafür macht Gegner bei nächster Aktion 3 Punkte weniger Schaden
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 21.11.2019, 17:03:11
Das Duell wog weiterhin hin und her, während die anderen sich mit den restlichen Banditen beschäftigten. Da die Banditen ihnen zuletzt immer weiter auf den Pelz gerückt waren, wurde es immer schwieriger zu manövrieren, und sie mussten sich zunächst einmal wieder mehr Bewegungsfreiheit verschaffen.[1]

Die beiden Duellanten konzentrierten sich dabei derweil vorwiegend auf ihre Defensive, so dass niemandem ein schwerer Treffer gelang. Erich schaffte es ohne große Probleme, den nächsten Ausfall Ingrids zu parieren[2], doch auch seine sofortige Antwort wurde ihrerseits von der Anführerin der Räuber geblockt und mit einer neuen Angriffswelle erwidert.[3]
 1. Für einen Gefahrenpunkt steigt die notwendige Augenzahl pro Steigerung auf 15
 2. Hieb mit 0 Schaden wegen vorherigem Schlag und darauffolgender Riposte.
 3. Auf Erichs Riposte folgte eine Riposte der Duellantin, dadurch verursacht Erich ebenfalls keinen Schaden. Die Riposte Ingrids verursacht Erich 4 Schaden, falls er nicht pariert.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Erich Janina Graustein am 24.11.2019, 11:34:01
Die beiden Duellanten umkreisen sich weiterhin und jeder wartet nur darauf das der andere einen Fehler macht um diesen dann zu seinem eigenen Vorteil zu nutzen. So ist es nicht verwunderlich das keiner von beiden kaum einen ernsthaften Treffer landen kann.

"Gib auf! Deine Schergen sind so gut wie geschlagen, und die Geiseln wurden ebenfalls von meinen Kameraden befreit. Das ist die letzte Chance hier lebend raus zu kommen." fordert Erich seine Gegnerin auf.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Louis de Fromage Puant am 24.11.2019, 11:46:24
Da der Ring der Gegner seinen Kampfgefährten allmählich den Raum zum Kämpfen nahm, wechselte Louis kurzentschlossen seine Taktik: Mit einer erstaunlichen Beweglichkeit machte er einige kühne Ausfälle, um ein wenig Luft zu bekommen. Kaum waren seine direkten Gegenüber einige Schritte zurückgewichen, um der schwirrenden Klinge seines Degens zu entgehen, hatte sich der Montaigner auch schon mit zwei wagemutigen Sprüngen wie ein Eichhörnchen auf einen wohl halb mannshohen Baumstumpf geschnellt.

Von dieser erhöhten Position aus suchte er die Geiseln in seiner Reichweite vor Angriffen abzuschirmen, während er gleichzeitig mit einem ununterbrochenen Strom an einfallsreichen Beleidigungen in seiner Muttersprache die Banditen herausforderte. Kam ihm einer zu nahe, sah er sich entweder der Spitze des Degens gegenüber oder erhielt einen kräftigen Tritt mit dem schweren Stulpenstiefel des Musketiers. "Allez, Freunde!" rief er seinen Mitstreitern in einem Moment relativer Ruhe zu. "Seht zu, dass ihr Eriesch 'elft und die anderen in Siescher'eit bringt, iesch werde la canaille beschäftigen! Louis für alle, alle für Louis!" Womit er sich erneut in den Kampf stürzte.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 24.11.2019, 14:06:00
Ingrid ließ für einen kurzen Moment den Blick über die Szenerie schweifen und schien zu zweifeln, ob sie das Duell noch fortführen sollte. Etliche ihrer Männer waren besiegt oder hatten die Waffen gestreckt und es schien klar, dass es kein Entrinnen für sie geben konnte.
Doch noch einmal kehrte ein Funken Entschlossenheit in ihren Blick zurück, und sie griff sich erneut die Waffe Erichs, wie sie es zuvor bereits einmal getan hatte.[1] Obwohl er wusste, was kommen würde, hatte Erich dennoch keine Antwort parat und wappnete sich dem Schwerthieb, der ihn nun ungeschützt treffen würde.
Doch gerade, als er die Zähne zusammenbiss, um nicht vor Schmerz laut aufzuschreien, änderte seine Gegnerin im letzten Augenblick die Schlagrichtung und das Schwert glitt einen Fingerbreit an seiner Seite vorbei. Sie steckte das Schwert vor sich in den Boden und sank auf ein Knie:
"Ich ergebe mich. Ihr habt uns besiegt, und mein Leben und das meiner Leute liegt in Euren Händen."

Die Übrigen hatten in der Zwischenzeit die restlichen Banditen entweder in die Flucht geschlagen oder getötet; die wenigen, die noch standen, ließen nun ihre Waffen sinken und taten es Ingrid gleich.
Sie hatten die Banditen besiegt und die Geiseln befreit - doch ein Wermutstropfen dämpfte ihre Freude: Eine der Geiseln hatte während des Kampfes ihr Leben lassen müssen. Dennoch überwog die Freude, denn mehr als ein Dutzend Gefangene waren nun frei. Eine Frage blieb jedoch: Was wollten die Gauner mit den Geiseln?
 1. Eiserne Antwort
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Juan Felipe Fernandez am 24.11.2019, 16:43:14
Juan Felipe eilte nun mit dem Degen in der Hand auf die Banditen zu. Auf dem Weg rief er noch dem Eisenländer eine Lektion zu, die er in der Akademie gelernt hatte: "Mit den Füßen steht und fällt jedes Duell!"[1] Da dies nun erledigt war, wandte er sich jetzt den übrigen Banditen zu, die seinen kämpferischen Talenten kaum gewachsen waren. Seine Augen wanderten deshalb auch immer wieder zurück zu dem sehr viel schwierigeren Kampf zurück, der mitten in dem Räuberlager tobte. Es war ein tödlicher Tanz und dagegen wirkte das, was Juan Felipe tat geradezu lächerlich einfach. Ein Bandit, der sich auf eine Geisel stürzen wollte verlor die Sehnen in seinem linken Arm, sodass sein Messer nutzlos zu Boden fiel und als die Anführerin sich schließlich ergab, lagen ein halbes Dutzend erschlagener Gesetzloser zu den Füßen des Castillers.
Doch auch eine der Gesieln lag tot am Boden. Juan Felipe war zu spät gekommen, um auch diesem jungen Mann das Leben zu retten. Sein Mörder hatte zwar das gleiche Schicksal erlitten, aber das änderte wenig. Beim nächsten Mal würde er schneller und besser sein müssen, so viel war klar. Aber das änderte nichts daran, dass er wohl erreicht hatte, wozu man ihn in diese Gegend entsandt hatte. Jetzt konnte er sich der Frage widmen, was es mit dem ganzen Geschehen auf sich hatte. Also bewegte er sich schnell zur Mitte des Lagers, wo die Banditenanführerin vor ihrem Duellgegner kniete. Was immer sie zu diesem Handeln gebracht hatte, Ehrlosigkeit hatte damit offenbar nichts zu tun. Das erkannte Juan Felipe schon jetzt an ihrem Handeln.
Fürs erste wartete er aber eine Antwort des Eisenländers an, der das Duell geführt hatte. Er hatte den schwersten Kampf gefochten. Also gebührte es auch ihm auf die Kapitulation zu antworten, wie es sich für einen Ehrenmann gehörte.
 1. Heropoint
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Erich Janina Graustein am 24.11.2019, 18:13:57
Einen kurzen Moment zuckt Erich und macht sich bereit sein eigenes Schwert zur Parade zur Seite zu schwingen, doch dann hält auch er inne. Mit einer weit ausholenden Bewegung schwingt er sein Schwert auf den Rücken um es dort in seine Schwertscheide zu stecken.

"Eine weiße Entscheidung! Du hast ehrenhaft und gut gekämpft. Es steht nicht in meiner Macht ein Urteil über dich zu fällen, doch kann ich dir versprechen das dir kein weiterer Schaden zugefügt wird bis ein ordentliches Gericht über dich geurteilt hat. Doch vielleicht kann ich ein Wort für dich einlegen, denn du sagtest vorhin das man dich zu diesem Handeln gezwungen hat. Also erklärt dich, wer hat dich dazu gezwungen unschuldige Geiseln zu nehmen, und wie ist es dazu gekommen das du als Duellantin deinen Eid gebrochen hast und deine Waffe gegen wehrlose erhebst?"
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 25.11.2019, 13:05:23
Die Duellantin schien deutlich mit sich zu ringen - irgendeinen inneren Kampf mochte sie mit sich ausfechten, doch die Umstehenden sahen nur den gequälten Ausdruck auf ihrem Gesicht. Schließlich jedoch schien etwas von ihr abzufallen; war es eine Anspannung oder ihr Lebenswille?

"Sie hat Maria." brachte sie schließlich stockend heraus, ihre Stimme klang gebrochen. "Meine Tochter, zwei Jahre alt gerade. Ich weiß, es war falsch, aber ich würde alles für Maria tun. Agathe Baderbaasch, sie ist die Baronin von Düster, oder was davon noch übrig geblieben ist. Sie herrscht noch über eine einzelne Burg, und dort hält sie Maria gefangen. Ich sollte ihr Sklaven bringen, und danach würde sie Maria freilassen. Aber nach dem ersten Mal hat sie mehr gefordert - im Grunde wusste ich, sie würde niemals Ruhe geben."

Das Oberhaupt der Banditen kniete nun schlaff auf dem Boden, eine gebrochene junge Frau. "Ich habe den Tod verdient, denn ich habe die Ehre meines Ordens beschmutzt, habe Unschuldige getötet und gefangen genommen. Wenn ich einen einzigen Wunsch habe, dann den, dass ihr mich hier und jetzt für meine Taten richtet - vielleicht verschont sie Maria, wenn sie hört, auf welchem Wege ich ums Leben gekommen bin."
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Hannah Waldeck am 25.11.2019, 14:39:43
Hannah reist schon mehrere Monate durch die kargen, gebeutelten Lande. Für Kost und Logis kümmert sie sich um die kleinen Wehwechen von Mensch und Tier - und manchmal um die Toten, die nicht tot bleiben. Doch das ist meist ein Grund, schnell weiter zu reisen, wenn diese Arbeit erledigt ist. In kleinen Orten hört sie sich um, lauscht abends am Feuer den Geschichten. Meist sind es die üblichen Schauer- und Ammenmärchen. Hutzelige Weiber in windschiefen Hütten, häßlich wie die Nacht oder wunderschön, unermesslich reich und ebenso böse. Märchen eben. Gelegentlich, wenn sie in einem Ort etwas länger bleibt und die Bewohner ein wenig offener, dann hört sie Gerüchte. Gerüchte, die vielleicht ein Körnchen Wahrheit enthalten könnten.

So ist es auch dieses Mal. Der kleine Weiher besteht nur aus drei Höfen mehrere Tagesreisen vom Angenehmen Wald entfernt. Die Bäuerin eines des Hofes liegt im Kindbett und  so sind alle froh über die Unterstützung. Hannah kocht gerade die Windeln und Bindentücher aus, als sie ein Gespräch zwischen zwei Mägden hört. "Ach hör mit deinem Gerede auf Greta, dass sind doch nur Ammenmärchen..." - "Nein, glaub mir. Paul sein Schwagers bester Freund hat es auch gesehen. Und du weißt, dass der Paul ein echter Ehrenmann ist, der tut nicht lügen, niemals tut er das... sie hat ihn verhext den Anton... und nur weil er auf der Jagd ihre Ziege.... " - "Ach hör auf" - "Paul sagt, er hat gesehen, wie sie sich nachts an den Gehängten zu schaffen gemacht hat." - "Paul sieht viel, wenn er zu tief in den Krug geschaut hat. Und nun komm und hilf mir mit den Kühen."

Tage später in einem anderen Örtchen hört sie eine ähnliche Geschichte und zum ersten Mal den Namen "Perchta". Je näher sie dem Wald kommt, um so häufiger hört sie diesen Namen. Manchmal in den bekannten Märchen, manchmal in realistisch klingenden Erzählungen und gelegentlich in Sagen, wo der Name einen bekannteren ersetzt.

Immerhin hat Hannah jetzt eine Spur. Die erste vielversprechende auf ihrer Reise. So entschließt sie sich die Vorräte aufzustocken und dann in den Wald zu reisen.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Juan Felipe Fernandez am 25.11.2019, 14:55:16
Juan Felipe lauschte der Geschichte der Frau, die ihn mehr berührte, als er es erwartet hatte. Ihm war selbst nicht so klar, woran es lag, aber irgendetwas in ihm, schien ihn geradezu aufzufordern, der Duellantin beizustehen und sie gewiss nicht hier auf der Stelle zu richten: "Nun denn, ihr habt eine schlechte Wahl getroffen, als ihr euch entschieden habt, der Ehre den Rücken zu kehren. Aber zumindest eure Motive sind nicht niederer Natur, wie bei allzu vielen Männern und Frauen, die in den Wäldern hausen und Unschuldige überfallen. Was ihr getan habt, ist nicht leicht zu verzeihen, aber reuige Taten wirken besser, als unnütz vergossenes Blut. Wer kleine Mädchen entführt, um sich andere gefügig zu machen, wird kaum das rechte tun, wenn er - oder sie in diesem Fall - von einem ehrenhaften Tod hört. Der Schandfleck auf eurer Ehre ändert nichts daran, dass das Unrecht, das euch geschehen ist, ebenso vergolten werden muss. Und ihr mögt dabei mitwirken.
Eine feine Baronin ist diese Frau, wenn sie Sklaven hält und Kinder entführt. Ich verspreche bei meiner eigenen Ehre, so wahr ich Juan Felipe Fernandez de Claratierra heiße, eure Tochter aus den Händen dieser Dame zu befreien. Aber dafür müsst ihr eurerseits, euren Beitrag leisten, um diesem Treiben ein Ende zu setzen und versuchen zu heilen, was ihr an Unrecht angerichtet habt."
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Jelena Sejm Petrasowna am 25.11.2019, 23:33:35
Die Rückendeckung durch Tristan hatte Jelenas Akrobatik erst richtig zur Geltung kommen lassen, da ihre Gegner ständig Sorge um den Duellanten in ihrem Rücken haben mussten. Sie lächelte ihm zu und wollte sich gerade neu orientieren, da endete der Kampf unvermittelt. Sie übersah das Schlachtfeld - als etwas anderes konnte man es nach dem Eingreifen der Gruppe nicht mehr nennen - und entdeckte den unschuldig Toten. Sie zog ihre Stirn kraus und verengt ihre Augen weiter. Sie war nicht glücklich. Sie steckte ihre Waffe weg und sammelte die ersten in ihrer Nähe auf, bis sie an einer Banditin vorbeikam, die ebenfalls eine Geisel bedroht hatte, Jelena verletzt hatte und nun ihre verletzte Waffenhand haltend am Boden lag und jammerte.

Jelena trat auf die verletzte Hand und provozierte damit einen gellenden Schmerzensschrei. Mit der Aufmerksamkeit auf sich fuhr das Halbblut die Banditen an: "Habt ihr eure Lektion nun gelernt?! Mord, Entführung und Versklavung sind Verbrechen, die nicht ungerächt bleiben! Mit eurem Schandtaten seid ihr vogelfrei geworden und habt nun in Blut gezahlt! Seid froh, wenn ihr - im Gegensatz zu einigen Komplizen - noch atmet, verdient habt ihr es nicht. Werdet ihr diesem ehrlosen Weg abschwören?"

Sie beobachtete, wer von den Banditen sich beeindrucken ließ, und lauschte währenddessen dem Wortwechsel um Ingrid. Juan stieg erneut in ihrem Ansehen, wie er sofort Hilfe anbot. Sie konnte nicht nachstehen und bot ihrerseits Hilfe an: "Ihr habt Verbrechen begangen, diese Baronin aber umso mehr. Und eure Tochter verdient ihr Schicksal nicht. Auch ich werde ihr helfen."

Nach einer kurzen Pause fragte sie noch etwas: "Wo kommen eure Leute eigentlich her? Von dieser Baronin?" An den Rest der Gruppe, vor allem die Eisenländer, gewandt fragte sie: "Was machen wir mit den Überlebenden, Schuldigen wie Unschuldigen?"
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Louis de Fromage Puant am 27.11.2019, 20:00:40
Nachdem der Kampf vorüber war, sprang Louis wieder auf den Boden, sah sich prüfend um und zog einen seiner Handschuhe aus, um sich den Schweiß von der Stirn zu wischen. "Eh bien," meinte er mit einem Blick auf die Toten, "es 'ätte besser verlaufen können, aber auch schleschter..." Indem er seinen Degen zurück in die Scheide stieß und den Schmutz von seinen Stiefeln klopfte, trat er auf die Gruppe um Ingrid zu und hörte sich ihre Geschichte mit verkniffenem Gesichtsausdruck an, wobei er seinen Schnurrbart zwirbelte. "Sklaven? Erpressung?!" Er spie die Worte regelrecht indigniert aus, vor allem das letztere. "Das ist complètement inacceptable für eine Dame von 'o'er Geburt! Iesch bin sprachlos vor Empörung!" Kopfschüttelnd gab er seinem Ärger Ausdruck. Auf Jelenas Frage indes stutzte er und fuhr sich dann ratlos mit der Hand über das glattrasierte Kinn. Er schien ein Haudegen zu sein, der sich wohl auf die Errettung Unschuldiger aus Notsituationen verstand - die ebenso notwendige Hilfe hernach war dagegen wohl bislang nicht sein Metier gewesen. Kurz mochte er wohl an die junge demoiselle denken, an der er sich als Helfer erprobt hatte, verwarf aber daran anknüpfende Ideen vermutlich schon aufgrund der Vielzahl der Überlebenden rasch wieder und blieb vorerst bis auf ein nachenkliches Brummen stumm.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 29.11.2019, 00:21:20
Beeindruckt waren die Banditen allein schon von dem Schlachtfeld, das um sie herum entstanden war, und die Angst war den meisten von ihnen in die Augen geschrieben. Im Unwissen, was mit ihnen nun geschehen wurde, blickten sie sich immer wieder schreckhaft um. Derjenige, dem Jelena auf die Hand getreten war, beeilte sich zu versichern: "Ja, ja, Eure Hoheit. Nie wieder werde ich gegen das Gesetz verstoßen, wenn Ihr mich nur am Leben lasst!"

Doch noch war nicht entschieden, was geschehen würde, und auf Jelenas Frage hin blickte der Mann ängstlich in die Gesichter der Anderen, ob er Anzeichen dafür erkennen konnte, wie sie reagieren würden.

Die Duellantin ließ hingegen weitaus mehr Würde erkennen, doch als Juan und Jelena ihr ihre Hilfe anboten, ihre Tochter aus den Fängen der Baronin zu befreien, traten ihr Tränen in die Augen.
"Ich stehe in Eurer Schuld, und ich gelobe, alles in meiner Macht stehende zu tun, um das Unrecht, das ich begangen habe, wieder gut zu machen. Auch wenn ich weiß, dass dies in Gänze niemals möglich sein wird."
Angesprochen auf die Bande zögerte sie. "Es war eine zusammengewürfelte Truppe. Manche wurden gezwungen, einige waren einfach nur Taugenichtse. Arme Schlucker waren sie alle, und das macht viele Menschen zu Banditen. Ich habe zumindest versucht, ihnen etwas Disziplin einzubleuen, aber mit Stolz erfüllt mich das nicht."
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Erich Janina Graustein am 29.11.2019, 06:00:31
"Im Moment sind wir wohl alle nicht unbedingt in der Lage eine Burg an zu greifen. Aber wir werden unser Versprechen halten und dir bei der Befreiung deiner Tochter helfen. Zuvor sollten wir aber noch ein paar Kleinigkeiten klären, wie zum Beispiel wie gut die Burg gesichert ist und wie groß die Truppenstärke dort ist. Und während wir über diesen Plan nachdenken sollten wir auch darüber nachdenken wie das jetzt hier weiter geht. Wir sind nicht dazu befugt über Euch Recht zu sprechen.", meint Erich dann nachdenklich während er sich etwas erschöpft und mit schmerzverzerrtem Gesicht auf einen nahen Baumstamm setzt.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Jelena Sejm Petrasowna am 02.12.2019, 18:07:41
Als ihr Opfer seinen Schwur leistete, nickte Jelena kalt: "Das klingt, als hättet ihr eure Lektion gelernt. Was euer Leben angeht - von mir aus behaltet es und fangt etwas Sinnvolles damit an. Ich spreche aber nicht für alle." Sie wendete sich an den Rest der Banditen: "Und was ist eure Antwort?!" Seelenruhig entfernte sie weitere Waffen aus deren Reichweite. Zu der Antwort der Duellantin zur Herkunft der Banditen nickte sie nachdenklich: "Verstanden, vielleicht bekommen sie ihre Chance noch."

An die Gefangenen gewandt sprach sie: "Der Tod eures Leidensgenossen tut mir sehr leid. Kennt einer von euch ihn und kann sagen, was er oder seine Familie sich gewünscht hätten für sein Begräbnis? Fändet ihr den Weg zurück zu euren Dörfern und würden der Wert der Waffen hier einen Teil eures Schadens wieder gut machen?"

Bei Erichs Worten zog sie die Stirn kraus: "Sollte unser Vorgesetzter Recht sprechen, so sollte ihn einer von uns informieren und ihm die Beschuldigten mit verbundenen Augen vorgeführt werden. Was die ehemaligen Gefangenen angeht, lassen wir sie unter dem Siegel der Verschwiegenheit ziehen?" In Richtung Juan fragte sie: "Herr, wie steht es mit euren 'Freunden', werden sie eine Meinung zum Schicksal dieser Schuldigen und Unschuldigen haben?"
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Louis de Fromage Puant am 03.12.2019, 19:19:29
Sichtlich unentschlossen begann Louis auf und ab zu wandern. Während er seine Bartspitze zwirbelte, murmelte er eine Weile lang vor sich hin, ehe er sich seinen Begleitern zuwandte und erklärte: "Wir müssen eine Lösung finden, die siesch mit die Grundsätze von Edelleute vereinbaren lässt, die Siescher'eit der Entführten bedenkt und zugleisch Rücksiescht auf die gewisse Persönlieschkeit nimmt, welsche zu begleiten wir die Ehre 'aben!" An Jelena gewandt meinte er: "Mademoiselle, darf iesch miesch erdreisten, Eusch um die nötige Trost für diese Leute zu bitten?" Er wies auf die überlebenden Geiseln. "Eine weibliesche 'erz ist 'ier siescherliesch sehr viel... fühlender mit die Not, eh? Eine Entschädiegung will iesch aus meine portefeuille leisten, denn Waffen ge'ören niescht in die 'and von, ah, wie sagt man, allermann..?"
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 06.12.2019, 15:33:56
Der Schrecken des Kampfes steckte auch den nun befreiten Gefangenen in den Knochen, und zunächst schien sich keiner von ihnen zu trauen, auf Jelenas Frage zu antworten. Einige von ihnen waren immer noch in ihrem Käfig geblieben; offenbar trauten sie dem Frieden noch nicht ganz. Schließlich jedoch ergriff eine junge Frau das Wort: "Ich kann die Leute zurückführen. Die meisten von ihnen kenne ich, und auf dem Weg zu meinem Dorf komme ich an den anderen Dörfern vorbei. Ich bin selbst schon durch den Wald gereist und finde mich ganz gut zurecht.
Was die Waffen betrifft"
, und dabei bedachte sie Louis mit einem finsteren Blick, "die werden wir mitnehmen, um uns auf dem Weg verteidigen zu können. Der Wald ist gefährlich, und wir sind es gewohnt, zumindest die wilden Tiere zu vertreiben, wenn sie unserem Vieh zu nahe kommen."

Die Frau wirkte nun ganz und gar nicht mehr verschüchtert, und auch die anderen Gefangenen schienen sich an ihrer Haltung aufrichten zu können und wirkten nun wieder etwas zuversichtlicher. Sie ging ein paar Schritte auf Jelena zu und sprach nun etwas leiser weiter. "Wenn Ihr mich fragt, knüpft die Banditen am nächsten Baum auf. Der dort" - und sie zeigte auf einen Mann mit einer noch nicht sehr alten Schnittwunde im Gesicht - "wollte sich an mir vergehen. Das sind zum größten Teil einfach nur Hunde. Wenn die Anführerin nicht eingeschritten wäre, hätte wahrscheinlich nicht nur er sich genommen, was er wollte, sondern gleich die ganze Bande. Die hat ihn aber zur Räson gebracht und ihm mit ihrem Messer gezeigt, was sie davon hält. Verschont sie meinetwegen, sie hat zumindest dafür gesorgt, dass wir einigermaßen vernünftig behandelt werden. Aber die anderen: Die sind den Strick nicht wert, an dem man sie aufknüpft.

Und wenn Ihr auf irgendeine Rechtsprechung hofft: Vergesst es! Ich bin nicht einmal sicher, ob irgendjemand weiß, zu welcher Baronie diese Gegend hier gehört - auf jeden Fall herrscht hier das Recht des Stärkeren und niemand interessiert sich für die Leute hier."
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Erich Janina Graustein am 10.12.2019, 06:58:04
"Im Normalfall werden hier in den Eisenladen solche Banditen einfach aufgeknüpft. In Kerkern kosten Sie nur Geld und fressen einem die Haare vom Kopf. Das kann und will sich kaum jemand leisten. Jetzt stellt sich nur die Frage was machen wir? Wenn wir sie einfach laufen lassen besteht die Gefahr das sie im nächsten Dorf gleich wieder plündern und morden. Aber wer von uns will hier und jetzt den Scharfrichter machen?", meint Erich und schaut dabei ernst in die Runde.
"Vielleicht sollten wir uns noch zusätzlichen Rat holen und unsere beiden anderen Mitreisenden fragen was diese von der aktuellen Situation halten?"
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Friedrich Alfred von Dent am 12.12.2019, 19:40:12
Der Kampf war endlich vorbei. Friedrich hatte seine Kameraden weiterhin aus dem Dickicht her unterstützt und die Banditen mithilfe seiner Armbrust unter Beschuss genommen. Sie waren viel zu sehr mit den Gegnern unter ihnen beschäftigt gewesen, um ihn überhaupt wirklich zu bemerken oder sich um ihn zu kümmern. Als die Duellantin dann aufgab und ihre Niederlage eingestand, hörte auch er mit den Angriffen auf. Es war genug Blut geflossen und auch wenn die Banditen allesamt bestraft werden musste, würde weitere Gewalt und ein Blutbad nicht nötig sein. Langsam fand sich auch Friedrich wieder bei der Gruppe ein. Die Armbrust hielt er noch immer geladen in seinen Händen. Man konnte nie wissen.
Dass mehr hinter dieser ganzen Sache steckte, hatte er schon gedacht. Eine Duellantin würde nicht einfach freiwillig ihre Grundsätze hinwerfen. Doch mit einer Entführung und Erpressung hatte Friedrich nicht gerechnet. Vor allem nicht das sie von der Baronin von Düster ausgingen. Diese hatte keinen besonders guten Ruf, dessen war er sich bewusst aber er blieb trotzdem kritisch. Während sich Juan, Erich und Jelena direkt der Befreiung dieser vermeintlichen Tochter verschrieben, schwieg Friedrich weiter. Natürlich würde er helfen, das Kind zu befreien aber wer sagte denn, dass die Duellantin überhaupt die Wahrheit sagte? Banditen waren dafür bekannt, dass ihnen nur eine Sache wichtiger war als Geld und das war ihr Leben. Das sofortige Versprechen der anderen Banditen, sich zu bessern wenn sie am Leben gelassen wurden, bestätigte ihn nur in dieser Ansicht.
Die Chancen standen nicht gerade gering, dass ihnen gerade eine Märchengeschichte erzählt wurde. Zugegeben, wenn es sich um eine Lüge handelte, dann konnte diese Frau gut schauspielern aber auch das war nicht unmöglich. Darüber reden wollte Friedrich aber nur ohne die Banditenführerin. Wenn sie log, dann würde sie die Situation sicherlich nutzen, um weiter zu manipulieren. Auch musste noch über die anderen Banditen entschieden werden. Für den Moment war es wohl das Beste, wenn sie sich mit dem Baron unterhielten. Er konnte sie beraten und er hatte von ihnen allen am meisten Erfahrung was die Gesetze und Rechtsprechung im Allgemeinen anging. Er nickte also als Erich genau diesen Vorschlag machte. "Ich schlage vor, dass Erich und ich mit unseren Mitreisenden reden und ihren Rat einholen. Der Rest sollte die Banditen im Auge behalten. Jeder kann behaupten, die besten Absichten zu haben. Am Ende haben wir dann doch ein Schwert im Rücken."
Sollte der Vorschlag angenommen werden, würde Friedrich seine Gedanken mit Erich und dem Baron teilen. Er konnte nicht glauben, dass alle hier dieser Banditin blind zu vertrauen schienen. Irgendjemand musste die Situation mal von einer anderen Seite betrachten. Es war möglich, dass er sich irrte aber er wollte sicher gehen, dass sie keinen Fehler machten und diesen sehr teuer bezahlten. Davon abgesehen hatte sie alle sich bereits einer Sache verschrieben. Sie hatten bereits eine Aufgabe. Wollten sie den Baron jetzt vertrösten? Auch dieser hatte nicht Ewigkeiten Zeit.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 13.12.2019, 12:54:04
Nachdem es keinen Widerspruch gab und die meisten der Reisenden froh waren, die Verantwortung für das Schicksal der Banditen abgeben zu können, wurde Friedrichs Vorschlag so ausgeführt. Er und Erich gingen zurück zum Baron, während die anderen bei den Banditen blieben und diese bewachten.

Es war nur eine kurze Strecke, die die beiden Kreuzritter bis zu ihrem Sammelpunkt zurücklegen mussten, an dem der Baron und Finnegan mit den Pferden warteten. Zur Erleichterung der beiden war hier nichts weiteres geschehen, und es waren eher die beiden Wartenden, die überrascht waren, wie schnell und ohne Verluste die Übrigen die Räuber zur Strecke hatten bringen können.
Nachdem Friedrich dem Baron das Dilemma geschildert hatte, in dem sie sich nun befanden, hatten sie womöglich erwartet, dass der junge Mann ebenfalls damit hadern würde, eine Entscheidung zu treffen - doch offenbar war Tristan sein ganzes Leben bereits darauf vorbereitet worden, in solchen Situationen zu reagieren, und er überlegte nur einige Sekunden, bevor er antwortete:
"Befragt die Gefangenen zu den Räubern. Wenn wenigstens drei bezeugen, dass einer von ihnen keine unbillige Gewalt angewandt hat und auch sonst zurückhaltend war, so lasst denjenigen laufen. Viele von den Räubern in diesen Landen sind selbst nur mit Zwang in diese Lage gekommen. Alle anderen aber, die Bösartigkeit gezeigt haben und anderen mit Freude Schmerzen zufügen, sollen hängen. Knüpft sie auf, Bäume genug gibt es ja.

Die Anführerin hat sich eines größeren Verbrechens schuldig gemacht: Sie hat den Ruf der Duellantengilde beschmutzt, und es ist an der Gilde, über sie zu richten. Wir werden sie mit uns nehmen und dem nächsten Repräsentanten der Gilde übergeben. Doch zunächst müssen wir tiefer in den Wald und Perchta finden. Solange muss sie uns begleiten."


Nachdem er dieses Urteil gefällt hatte, lehnte er es ab, noch weiter zurückzubleiben, sondern folgte den Eisen zusammen mit Finnegan und den Pferden. Doch es wurde verabredet, dass Finnegan den Anführer der Gruppe spielen würde, während Tristan nur ein stummer Page sein würde, um sein Geheimnis zu schützen.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Erich Janina Graustein am 14.12.2019, 14:11:51
Erich war froh das der Baron diesen Vorschlag gemacht hatte. Das klingt nach einem fairen Urteil, und so würde die Gruppe dann auch endlich weiter kommen.

Als sie dann alle zusammen wieder zum Rest der Gruppe aufgeschlossen hatten ergriff Erich das Wort indem er einen der ersten Banditen am Arm packte und ihn hoch zerrte so das jeder den Bandit sehen konnte "Nun liegt es in Eurer Hand. Ihr habt nun die einmalige Chance Euer Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen. Gibt es hier drei Männer die bezeugen können das dieser Mann hier während Eurer Zusammenarbeit niemals einem unschuldigen Menschen Leid angetan hat oder ob er gar die Hand erhoben hat um anderen Schaden zu zufügen. Hat dieser Mann hier einen anderen Menschen erschlagen? Wenn es unter Euch mindesten drei Männer gibt die bezeugen können das dieser Mann hier unschuldig ist, dann darf er gehen. Doch sollten sich keine drei Zeugen finden das dieser Mann hier fried lebend ist, dann werden wir diesen Mann an Ort und stelle richten und ihm einen schnellen Tod durch die Klinge zukommen lassen. Somit sollte jedem klar sein das wir hier Gnade walten lassen und einen langsamen und schrecklichen Tod durch den Strick, einen schnellen und sauberen Tod durch die Klinge gewähren, obwohl Ihr Banditen das eigentlich gar nicht verdient hättet."
Danach wartete Erich einen Moment und schaute in die Runde, um ab zu warten wie die Banditen reagierten. "Wir werden diesen Prozess mit jedem von Euch durchführen, so erhält jeder von Euch die gleiche Chance und jeder von Euch hat nun die Chance zu zeigen ob er sein Versprechen von vorhin wirklich einhalten will und sich wirklich zu einem besseren Leben zuwenden will."
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Louis de Fromage Puant am 15.12.2019, 16:45:45
Bei der Antwort der jungen Frau fuhr die Hand des Montaigners unwillkürlich zum Degen. Seine Augen blitzten auf, als er sie anfuhr: "Fichtre! Was nimmst du dir 'eraus gegenüber eine gentilhomme?!" Sein Blick ging zu den Gefährten. "Lässt man siesch 'ierzulande derartiges von die einfache Volk bieten?!" Er bedachte die Sprecherin mit einem weiteren Blick, der nichts gutes verhieß, als er mit mühsam unterdrücktem Zorn meinte: "Iesch 'ätte gute Lust, dir Manieren beizubringen..!" Doch beherrschte er sein Temperament für den Moment, um seiner Ehre keinen Abbruch zu tun, indem er gegen sie ohne weiteren Anlass die Hand erhob. Deutlich zufriedender zeigte er sich mit dem Beschluss des Barons. "Bon, das lässt siesch 'ören. Eine angemessene Urteil" war sein Kommentar dazu.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Don Tristan de la Verde am 16.12.2019, 20:24:32
Don Tristan war zunächst damit beschäftigt die Wunden seiner Kamaraden zu versorgen, aber er machte keinerlei Anstalten die Wunden der Gefangenen zu versorgen. Wenn Sie des Todes waren wäre es eh Verschwendung von Mühe und Material und Medikamente sind teuer.
So hatte,die Diskussion um das Schicksal der Gefangenen erst beim Urteil des Barons seine Aufmerksamkeit
hat.  Aber auch ihm kommt das Urteil des jungen Adeligen gerecht vor. Die meisten casilischen Granden hätten
einfach den ganzen Haufen aufknüpfen lassen.
Was die Duellantin angeht traut er ihr keines Wegs. Aber ihre Geschichte erscheint ihm zumindest gut möglich.
Ob sie die Wahrheit spricht wird sich herausfinden lassen und sollte sie gelogen haben kann man sie später immernoch hinrichten. Hängen wohlgemerkt, ist sie schuldig verdient sie keinen schnellen und ehrenhaften Tod durch die Klinge.
"Ihr seit willens eure Klinge mit dem Blut dieser Gestalten zu besudeln?" fragt er bei Erichs Worten erstaunt. "Sie sind nicht von Stand. Sind sie schuldig so verdienen sie nichts besseres als den Strick."

Dann wendet er sich der Duellantin zu. Mit einem Nicken deutet er auf ihr Abzeichen. "Wegen dem da bin ich bereit eure Wunden zu versorgen wenn ihr es wünscht. Wie heißt ihr und wer ist es der eure Tochter gefangen hält?" Dabei gibt er sich keine Mühe sein Misstrauen zu verbergen.

Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 17.12.2019, 19:53:24
Louis merkte sofort, dass er sich mit seiner Reaktion keine Freunde unter den Geretteten machte. Und auch wenn es in seiner Kultur undenkbar war, dass eine einfache Frau so mit einem Adligen sprach, spürte er zumindest, dass es hier wohl ein wenig anders war.
Die Frau zuckte kurz zurück, als seine Hand zum Degen ging, und er sah Furcht in ihrem Blick. Doch diese schien nur von kurzer Dauer, und ihr Mut zur Aufmüpfigkeit schien nur noch stärker zu werden.
"Dann sagt mir doch bitte, edler Dschontil-om, warum ich vor irgendeinem Adligen bücken soll? Ich wüsste von keinem, der sich jemals um uns gekümmert hat. Die Schrecken ziehen im Wald umher, ohne dass irgendein Baron etwas dagegen tun würde, die Räuber überfallen uns, ohne dass es jemanden in irgendeiner feinen Burg kümmern würde. Aber wenn man tatsächlich einmal einen zu Gesicht bekommt, dann soll man bücken, das letzte magere Schwein schlachten, damit der werte Herr etwas zu Essen bekommt, während man selbst hungrig zusehen kann. Und wenn er dann noch in Laune ist, dann nimmt er sich eine junge Frau, die sich nicht wehren kann, weil sonst eine der Wachen ihren Mann, Vater, oder wer sonst für sie einstehen will, aufschlitzt.

Also frage ich nochmal: Wieso zum Teufel sollte ich irgendeinen Respekt vor einem hergelaufenen Edelmann"
- sie spuckte das Wort nur so aus - "haben, der nichts dafür getan hat, einer zu werden, außer zufällig in die richtige Familie geboren worden zu sein? Der in seinem Leben noch nicht für sein Essen arbeiten musste? Wenn ich könnte, dann würde ich jeden von denen zum Teufel jagen, oder noch weiter. Dann würde es dem Land hier sicherlich nicht schlechter gehen."

Sie hatte sich nun richtig in Rage geredet, und langsam, aber sicher, traten die anderen ehemaligen Gefangenen betreten ein paar Schritte zurück, beobachteten ihre Fußspitzen und machten sich insgesamt so klein und unauffällig wie möglich. Doch selbst Louis musste zugeben, auch wenn er die Unverfrorenheit der Frau sicherlich in keinster Weise goutieren konnte, dass es in dieser Gegend schwer fiel, nicht von kompletter Verwahrlosung zu sprechen.

Die Banditenanführerin nutzte die kurze, betretene Stille, die auf die Rede der jungen Frau folgte, um Don Tristan zu antworten. Vielleicht hatte sie nur gewartet, bis diese fertig war, vielleicht wollte sie auch ein Stück die Spannung aus der Situation nehmen - bevor es nun zu noch mehr Blutvergießen kam.
"Mein Name ist Ingrid, Herr, und es ist die Baronin von Düster, die meine Tochter gefangen hält. Agathe Baderbaasch ist ihr Name, und ich selbst kenne sie nur wenig. Doch was ich weiß ist, dass sie Banditen wie mich dazu benutzt, um unschuldige Menschen wie diese hier gefangenzunehmen. Was sie mit ihnen anstellt, mag ich mir nicht ausmalen. Ich habe Schuld auf mich geladen, das weiß ich, aber solange die Baronin nicht gestoppt wird, wird das hier weitergehen, denn andere werden meine Aufgabe übernehmen.
Wenn Ihr es schaffen solltet, meine Tochter zu befreien, sterbe ich glücklich am Strick, denn dann weiß ich, dass Maria eine Zukunft hat. Bis dahin werde ich alles dafür tun, um dieses Ziel zu erreichen, das gelobe ich hier und jetzt."


An Louis gewandt fuhr sie fort.
"Und ich bitte Euch, edler Herr. Vergebt ihr für ihre Worte, denn Agathe Baderbaasch ist die einzige Baronin, die sie kennt. Sie kann nur ein schlechtes Bild von Adligen haben, doch Ihr habt die Gelegenheit zu beweisen, dass nicht alle so sind wie die Baronin."
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Juan Felipe Fernandez am 17.12.2019, 21:20:53
Juan Felipe, der das gesamte Treiben und die Rechtssprechung zunächst wie ein Außenstehender beobachtet hatte, da ihm dieses Land und seine Gebräuche doch sehr fremd waren, trat nun vor und hob beschwichtigend die Hände: "Nun ich denke, meine Freunde" er betonte dieses Wort und ließ es für einen Augenblick in der Luft hängen, hatte er doch diese Truppe vor nicht einmal zwei Stunden erst kennen gelernt, "und ich haben doch bereits bewiesen, dass wir Menschen eines anderen Schlages sind. Denn wir haben gehandelt und bisher keinerlei Gegenleistung dafür verlangt. Also, werte Dame," jetzt Blicke Juan Felipe direkt zu der Frau, die gesprochen hatte, "für diese edle Tat und nicht für eine edle Geburt schuldet ihr uns doch wohl den gebührenden Respekt, oder meint ihr nicht?"
An Louis gewandt setzte er dann noch hinzu: "Als Fremde in einem Land mit anderen Gebräuchen, sollte man wohl Rücksicht auf die hiesigen Bräuche und Lage nehmen. Ingrid hat es doch schon recht gesagt, wer nur üble Auswüchse des Adels kennt, wird ihnen auch nicht mit Respekt begegnen. Es gilt wohl eher aufzuzeigen, dass Edelleute sich ihre Titel durchaus durch Leistung verdient haben. Adel verpflichtet, wie es heißt."
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Jelena Sejm Petrasowna am 18.12.2019, 00:53:22
Zu Louis' Aufzählung der Randbedingungen ihrer Entscheidungen nickte Jelena geistesabwesend und konzentrierte sich weiter auf das Sammeln der Waffen, bis er seine Bitte nachschob. Sie merkte auf, sah ihn an und verkündete: "Natürlich werde ich meine Hilfe zur Verfügung stellen, wo sie gebraucht wird, das ist doch selbstverständlich." Alles weitere wollte sie entsprechend der Antworten handeln, doch dann kam noch eine Information, die sie befremdete: "Im Bezug auf das Tragen von Waffen ist eure Bevölkerung nicht gleichberechtigt? Wie sollen sie sich denn fernab der Fürstenhöfe verteidigen und jagen? Und was heißt das für mich, die ich weder eine ordentliche Kampfausbildung noch einen Stand habe? Warum warnte mich keiner? - Nicht, dass ich mich dem gebeugt hätte..."

Der Antwort der ehemaligen Gefangenen folgte sie aufmerksam. Das sie die anderen führen könnte und die Waffen mitnehmen würde, bestätigte sie: "Sehr gut und keine Einwände von mir." Demonstrativ übergab sie ihre bisher gesammelten Waffen an die Ex-Gefangenen. Als die Sprache allerdings auf das Verhalten der Banditen kam, wurde ihr Griff um die gerade gehaltene Waffe fester und ihr Blick auf die Banditen gefährlich schmal und giftig: "Soso. Aber immerhin " Die "freie Rechtsprechung" der Eisenlande störte sie nicht.

Erichs Frage nach der Bereitschaft, eine Hinrichtung durchzuführen beantwortete das Halbblut positiv: "Ich werde tun, was notwendig ist. Ich kann mir vorstellen, dass einige ihrer Opfer da auch wenig Zurückhaltung verspüren. Und was die Beratung angeht - keine Einwände." Als Friedrich sich ebenfalls dazu äußerte und es umsetzte, trat sie kurz an ihn heran und flüsterte: "Bitte erwähnt die Lage der Kämpferin und das Bekunden des einen Banditen, sich bessern zu wollen."

Bis zu deren Rückkehr kümmerte sie sich weiter um die Banditen und ihre Opfer. Sobald es ging, leitete sie die Ex-Gefangenen an, ihr beim Binden der Banditen zu helfen. Als Erich das Gerichtsverfahren verkündete, wurde ihr nicht ganz klar, wer hier für wen bezeugen soll, aber sie hielt sich zurück und wartete die Ergebnisse ab.

Als Louis die Sprecherin der ehemaligen Gefangenen anfuhr, zuckte Jelena zusammen. Sie eilte hinüber und trat neben die beiden Streitenden. Sie hob beschwichtigend die beiden Arme: "Bitte! Wir sind keine Feinde. Wir sind einander nur fremd, unsere Kulturen verschieden. Nehmt doch ein wenig Respekt und Toleranz dem Fremden!"

Die Gelegenheit, die Tristan ihr bot, nutzte die Matruschka-Gesegnete sofort. Während er ihre Wunden "versorgte", murmelte sie erneut Gebete und verzog ihr Gesicht aufgrund der Schmerzen, während sich ihr Wunden schlossen.[1] Was seine Einwände bezüglich der Hinrichtungsart anging und sein Misstrauen der Duellantin gegenüber hatte sie Verständnis, wenn auch für sich einen anderen Entschluss.

Der Ausbruch der jungen Frau war Jelena unangenehm. Prompt trat sie vor die Dame und redete auf sie ein: "So übel deine Beispiele sind, so sind nicht alle. Haben diese Herren hier nicht ihr lieb und Leben zu eurem Wohl riskiert, obwohl sie teilweise nicht mal von hier stammen? Selbst wenn ihr nichts Gutes für ihren Stand übrig habt, ihre Taten sollten für sie sprechen und mit Höflichkeit, vielleicht sogar Dankbarkeit zu reagieren. Erhitzte Gemüter erzielen keinen vernünftigen Austausch von Argumenten." Weiterhin mit dem Körper ihr zugewandt sah sie zu Louis: "Bitte, bevor ihr genau den Beweis antretet, dass sie recht hat, beweist mehr kühlen Kopf, Edelmann." Juans Worten hatte sie damit nichts mehr hinzuzufügen.
 1. Aufwendung eines Heldenpunktes für magische Regeneration einer dramatischen Wunde
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Erich Janina Graustein am 21.12.2019, 11:26:38
Erich ist etwas verwirrt als Don Tristan ihn anspricht "Ich bin kein Henker, ich kenne mich mit dem Aufknüpfen nicht aus. Aber ich habe schon gesehen was passiert wenn Menschen nicht ordentlich aufgeknüpft werden. Das ist wirklich kein schöner Anblick, und das Leiden dieser armen Opfer ist schrecklich. Und Glaubt mir, meiner Klinge ist es egal wessen Blut daran klebt, der Stahl macht keinen Unterschied zwischen adligem Blut oder gemeinem Blut. Ich bin ein Krieger, ich weiß wie man mit der Klinge umgeht, von daher kann ich diesen Banditen nur anbieten sie schnell und sauber zu richten, ohne großes leiden. Denn auch wenn sie noch so übles angerichtet haben, sollten sie nicht in einen qualvollen Tod durch einen falsch geknüpften Knoten geschickt werden."

Der Diskussion von Louis und der Dorfbewohnerin folgt Erich nur halbherzig, muss aber innerlich ein wenig lächeln, denn er hätte vermutlich auch nicht anderes reagiert wie die Dörflerin. Ja irgendwie fand er es sogar sehr respektabel das die Frau sich so für die anderen einsetzte und den Mut aufbrachte sich so wortstark zu melden. Von daher hielt er sich eher im Hintergrund und achtete nur darauf das keine Seite jetzt einen Fehler machte und vielleicht doch noch zu den Waffen griff. Das Verhalten von Jelena irritierte ihn doch schon etwas, wie kaltherzig und erbarmungslos sie mit den Banditen umging hätte er dieser zierlichen Person gar nicht zugetraut.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Louis de Fromage Puant am 21.12.2019, 14:34:55
Die reichlich unerschrockene Rede der Frau ließ die Züge des Musketiers sich allmählich einem Tomatenrot nähern. Mehrmals zuckte seine Hand noch zum Degen – er beherrschte sich offenbar nur noch sehr mühsam. "Parbleu!" stieß er hervor. "Das 'at mir noch niemand zu bieten gewagt..! Iesch bin eine mousquetaire – sagt eusch das nieschts?!" Er sah sich unter den Geretteten um. Offenbar fiel es ihm schwer zu glauben, dass man den Gedanken auch nur in Erwägung zog, er könne mit den Adeligen vergleichbar sein, die hier beschrieben wurden – und es schien ihn auch tief zu treffen, denn aus der Nähe hörte man den schlanken Montaigner vor Zorn leise mit den Zähnen knirschen. Sogar auf Juan Felipes diplomatischen Vorstoß schien er zunächst eine geharnischte Antwort loswerden zu wollen, ehe er vernehmlich die Luft aus den Lungen stieß und dann halbwegs ruhig erwiderte: "Ihr könnt davon ausgehen, monsieur, dass iesch weiß, welsche Verantwortung mit eine edle Abkunft verbunden iest. Niemand auf diese Welt kann be'aupten, dass Louis de Fromage Puant jemals eine Unrescht begangen oder geduldet 'ätte!"

Sein Blick folgte höchst indigniert dem Tun Jelenas, die einige Waffen in die Hände des einfachen Volks übergab – ein Unding in seinen Augen! Mon Dieu, kein Wunder, dass dieses Land im Krieg versinkt, wenn sie die Bauern bewaffnen! Über Aufstände, Mord und Totschlag müssen sie sich nicht wundern dachte er mit einem kaum merklichen Verziehen der Mundwinkel. Trotzdem sie für seine Begriffe unverantwortlich und geradezu respektlos gegenüber dem Adel des Landes handelte, vergaß er dennoch nicht, sie als mademoiselle zu behandeln, in dem er eine Verbeugung leicht andeutete, ehe er erwiderte: "Seid versieschert, dass iesch miesch zu nieschts 'inreißen lasse, das siesch niescht mit die Ehre eines mousquetaire ver'eiraten lässt." Kurz stutzte er und dachte nach. Die Sprache dieser Leute war nicht einfach zu beherrschen, und irgendwie hatte er das Gefühl, etwas nicht ganz richtig gesagt zu haben.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 23.12.2019, 18:57:39
Gerade noch schwankend zwischen Furcht und Starrsinn im Angesicht von Louis' Zorn, zeigten Ingrids, Juans und vor allem Jelenas Worte deutlich Wirkung bei der jungen Frau. Plötzlich schien sie wieder zu merken, welcher Standesunterschied sie von den Reisenden trennte und antwortete nun mit deutlich zurückhaltenderer Stimme.
"Ihr habt Recht, und entschuldigt bitte meinen Ausbruch!" sprach sie, und blickte dabei vor allem Louis an. "Ihr habt uns aus der Gewalt dieser Banditen befreit, und dafür sind wir Euch tiefen Dank schuldig - und Ihr habt mehr noch damit bewiesen, dass Ihr von anderem Kaliber seid als die sogenannten Edelleute, die uns hier höchstens das Leben schwer machen. Wären alle so wie Ihr, wäre dieses Land wohl in besserem Zustand.

Doch was die Waffen betrifft,"
fuhr sie fort. "Der Weg durch den Wald ist gefährlich: Es gibt wilde Tiere, Banditen - denn diese hier sind nicht die einzigen, die den Wald als Zufluchtsort nutzen - und im schlimmsten Fall Schrecken. Wenn wir uns schutzlos ohne Waffen auf den Weg machen, stehen unsere Chancen, heil wieder zuhause anzukommen, nicht gerade gut. Und seid unbesorgt, wir sind zwar keine Schwertmeister, aber die meisten von uns können einigermaßen mit Schwertern umgehen - schließlich haben viele eins zu Hause. Der Krieg ist noch nicht lange vorbei."

~~~

Nachdem Jelena jedoch bereits mit der Verteilung der Waffen beschäftigt war und Louis große Zurückhaltung übte, hatte sich die Frage nach der Bewaffnung ohnehin bald erledigt, und es galt nun, die Banditen zu richten. Erich und Friedrich folgten dabei den Vorschlägen des Barons, und es zeigte sich bald, dass unter den Entführten nur wenig Bereitschaft herrschte, ihren Entführern zu verzeihen.
Die Vorgehensweise war immer die gleiche: Erich ließ einen der nun gefangenen Banditen vortreten und fragte die versammelten Opfer, ob jemand bereit sei, für diesen zu sprechen. In den meisten Fällen waren nur wütende Beschimpfungen die Reaktion und die Aufforderung, die- oder denjenigen so grausam wie möglich zu richten. Dank Jelenas Einfluss beruhigte sich die Lage jedoch wieder etwas, und in zwei Fällen traten tatsächlich mehrere der Opfer vor und berichteten, dass die beiden - ein Mann und eine Frau - sich bei der Behandlung der Gefangenen stets zurückhaltend und teils sogar freundlich gezeigt hatten.

Nachdem ihnen das Versprechen abgenommen worden war, sich in Zukunft ehrbar zu verhalten und dem Verbrechen abzuschwören, wurden die beiden wie versprochen in die Freiheit entlassen. Die anderen wurden im Anschluss gerichtet - je nachdem, wie die Gruppe sich geeinigt hatte, durch Erichs Stahl oder durch den Strick.

~~~

Es hatte einige Zeit gedauert, bis die Banditen gerichtet und die Entführten auf den Weg geschickt worden waren, doch schließlich fanden sich die Gefährten, nun in der Begleitung Ingrids, wieder auf dem Weg nach Süden, tiefer in das Zentrum des Waldes, wieder. Sie folgten einem schmalen, doch deutlich zu verfolgenden, Pfad, doch außer einer groben Richtung wussten sie nicht, wo sie ihr Ziel finden würden. Und bisher war ihnen zumindest noch niemand begegnet, der ihnen Näheres zu Perchta verraten konnte - auch Ingrid schien der Name nichts zu sagen.

Nach einigen Stunden, die sie durch den bedrückend düsteren Wald ritten - dass sein Name gerade angenehm lautete, schien den Reisenden eher ein Hohn zu sein - gelangten sie schließlich an eine Kreuzung, wo ein etwa gleich breiter zweiter Pfad den ihren in ost-westlicher Richtung querte. Unsicher, welchem sie weiter zu folgen hatten, stieg Jelena vom Pferd ab; und wenn es nur dafür war, um ihre Gedanken zu sortieren. Doch bevor sie wirklich nachdenken konnte, machte sie eine erschütternde Entdeckung: Mitten auf der Kreuzung ragte ein Fingerknochen aus dem Boden!
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Jelena Sejm Petrasowna am 25.12.2019, 23:40:46
Jelena konnte Erichs Gedankengang nachvollziehen und mischte sich weiter nicht in die Diskussion über die Hinrichtungsart ein. Wohin auch immer der Entschluss ging, sie trug ihn mit und half tatkräftig mit. Sollte einer der Verurteilten seinen Frieden mit Gott wünschen, setzte sie sich dafür ein und bot sich als Laienbeichtmutter und -aussegnerin an. Sie zwang sich, jede einzelne Hinrichtung zu beobachten, wer hinschaute, konnte jedoch erkennen, dass die kalte Hülle Risse bekam - sie zuckte bei jedem Klappern der Hölzer unter den Gehängten, dem Krachen des Schwertes oder dem Einschlag eines Geschosses. Erst nach dem letzten wendete sie sich ab und beschäftigte sich intensiv mit Staub in den Augen. Den beiden Freigesprochenen sprach sie deutlich ins Gewissen und ließ sie den Hinrichtungen beiwohnen, um sicherzustellen, dass die Lehre saß.

Louis Frage nach der Bekanntheit der Musketiere erhielt von Jelena eine einfache Antwort: "Nein, noch nicht, aber wenn ihr ein Beispiel seid, rückt ihr diese in ein vorteilhaftes Licht. Musketäre sind vielerorts etwas Fremdes." Zu seinem weiteren Verhalten nickte sie respektvoll und konnte ein kurzes Schmunzeln über den Heirats-Ausdruck nicht vermeiden, wobei sie es sofort wieder unterdrückte. Die ehemaligen Gefangenen entließ sie erst, nachdem sie sicher gestellt hatte, dass alle bewaffnet, versorgt und ermutigt waren. Stattdessen deutete sie an, dass Zurückhaltung und Ungenauigkeit bei der Erzählung ihrer Rettung geschätzt würden.

Die Stunden der Weiterreise versuchte sich die Wildniskundige von den Erinnerungen an die hinrichtungen abzulenken und suchte das Gespräch: Einmal mit Ingrid, um zu erfahren, wann sie mit den nächsten Gefangenen erwartet wurde, um abzuschätzen, wieviel Zeit ihnen noch zur Befreiung der Tochter blieb. zum anderen mit Louis, um sich über die unterschiedlichen Kulturen der Nationen Klarheit zu verschaffen. "Herr de Fromasch Puant, darf ich euch einige Frage stellen?" Sie gab ihm kurz Gelegenheit zu reagieren, dann erklärte sie sich: "Während in meinem Mutterland Ussurien die Fürsten mit wenig Erfolg ein Waffenmonopol verfolgen - zu weit ist das Land und zu gering die stehenden Truppen - wandelt es sich in meinem Vaterland Sarmatien gerade hin zu einer breiteren Verteilung und geringeren Standesunterschieden. Warum hält Montaigne daran fest? Gibt es Sorgen, was die niederen Ständen mit Waffen mit sich oder Herren, die ihnen - vermeintlich - Unrecht getan haben, tun und ist eure Miliz in der Lage, alle Gefahren für die Unbewaffneten unter Kontrolle zu halten? Woher werden Soldaten genommen, wenn das Groß des Volkes sich mit Waffen nicht auskennt?" Entsprechend seinen Antworten schob sie nach: "Was bedeutet das für mich und meine Jagdwaffen, wenn ich dorthin reise?"

An der Kreuzung angekommen schwang sich Jelena, die lange Reisen auf dem Pferderücken offensichtlch gewohnt war, elegant aus dem Sattel und sah sich um. Als sie ihren Fund machte, zuckte sie zusammen und zog scharf die Luft ein. Sie kniete sich nieder und inspizierte den Knochen, nachdem sie sich seine Lage eingeprägt hatte. Es war ein menschlicher Knochen  und der Rest der Leiche war noch unter dem Weg...Zunächst ohne ihn auszubuddeln versuchte sie einige Fragen zu klären: Wie alt, wie lange hatte er gelegen, war er beschädigt und wenn ja, wovon - Tierzähne, Metallschneide oder Schnabel? Dann wies sie auf die Stelle und fragte laut in Richtung der Eisenländer: "Ist ein Leichnam an diesem Ort ein Zeichen in diesen Landen? Oder ein Hinweis auf etwas? Besteht das Bedürfnis und die Statthaftigkeit, ihn zu exhumieren zum Untersuchen und Umbetten?"
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 27.12.2019, 02:28:41
Noch bevor einer ihrer Begleiter antworten konnte, hörten sie plötzlich Geräusche, die sie erschaudern ließen: Zunächst war es, als ob nasses Fleisch über einen Stein geschliffen würde, doch sofort ertönte ein Schrei, der ihnen das Blut in den Adern gefrieren ließ.

Woher der Schrei stammte, konnte niemand von ihnen sagen, doch noch während sie ihren Schrecken verdauten, sah jeder in der Gruppe ein goldenes Symbol in der Luft schweben: Drei Arme, die aus einem zentralen Punkt herausragten.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Erich Janina Graustein am 27.12.2019, 19:45:44
Erich springt sofort von seinem Pferd und schaut sich in der näheren Umgebung um während er seine Pistole lädt. "Hat jemand von eine Ahnung was das für ein komisches Symbole ist und wo der Schrei hergekommen ist?"
Er näher sich Jelena um den Finger bzw die Hand von nahem zu sehen "Ich würde das da ganz schnell los lassen und ein paar Schritte zurück treten Jelena. Ich habe schon von fürchterlichen Schrecken gehört die Tote zum Leben erweckt haben und vergrabene Leichen zu untotem Leben erweckt haben. Also wer weiß was das hier gerade ist. Mach dich aber auf das schlimmste gefasst."
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Louis de Fromage Puant am 28.12.2019, 14:57:56
Als Musketier zeigte Louis keine Regung bei der Aburteilung der Banditen, doch schien ihm die Hinrichtung selbst wenig zu behagen, denn der Montaigner erbat sich vom Baron das Privileg, sich bei diesem traurigen Geschäft zurückziehen zu dürfen. Die Zeit nutzte er, um die nähere Umgebung abzuschreiten, da man in einem derart von Krieg und Brutalität erfüllten Land wohl kaum damit rechnen durfte, jemals ganz außer Gefahr zu sein. Trotzdem ihm nichts verdächtiges auffiel, war er auf dem darauffolgenden Ritt ungewöhnlich schweigsam. Er schien vor sich hinzugrübeln, denn er zwirbelte immer wieder seinen gepflegten Schnurrbart und ließ seine Blicke misstrauisch links und rechts des Weges schweifen. Erst als Jelena ihn ansprach, sah er auf und erwiderte: "Natürliesch, mademoiselle, bitte fragt."

Ihre Frage schien ihn allerdings zu verwundern. "Ihr seid jung, und sischerliesch 'abt Ihr nur die beste Absiescht" wandte er ernst ein. "Doch wir sind davon überzeugt, dass es von übel wäre, jedermann zu bewaffnen. Jede Streit würde sofort in eine blutige Kampf ausarten, und niemand könnte die entbundene populace mehr 'err werden. Wer wollte auch eine 'eer unteralten und bewegen, die aus die gros de nation bestünde? Völlig unpraktiesch! Für die Ein'altung der Gesetze müssen Männer sorgen, welsche sorgfältieg ausgebildet sind und absolument ehren'aft." Er musterte seine Gesprächspartnerin kritisch und meinte dann: "Nun, es wäre sischerliesch nötig, Eusch zu erklären. Womögliesch würde man von eine Ahndung abse'en, weil Ihr aus eine fremde Land kommt. Iesch kann Eusch jedoch versieschern, dass jede Ehrenmann für Eure Schutz garantieren würde!" Dies begleitete er mit einem galanten Neigen des Kopfes.

An der Kreuzung machte er zunächst einen eher indignierten, aber nicht sonderlich alarmierten Eindruck. Knochen mitten auf dem Weg... welch Wunder in einem solchen Land der Barbarei? Die grässlichen Geräusche aus dem Nichts, der Schrei und das leuchtende Symbol vor ihnen ließ ihn allerdings mit einem Fluch um die Bändigung seines scheuenden Pferdes kämpfen. "Fichtre! Was ist das – lebende Tote?! Eine üble Scherz oder Ernst?" rief er seinen Begleitern zu und griff nach seinem Degen.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 30.12.2019, 12:07:21
Hannah war bereits seit mehreren Tagen im Wald unterwegs, und langsam zweifelte sie, ob sie ihr Ziel jemals finden würde. Der Wald selbst war bereits unheimlich genug, doch es steckte mehr in der jungen Frau, als es auf Anhieb den Anschein hatte, und so war sie bisher größtenteils unbehelligt gereist - und in den wenigen Fällen, in denen eine Behelligung gedroht hatte, konnte sie schnell deutlich machen, dass dies keine gute Idee wäre.

Ihrem Ziel jedoch war sie bisher nicht näher gekommen, zumindest nicht merklich. Sie war inzwischen tief in den Wald vorgedrungen, doch langsam zweifelte sie daran, ob es diese Perchta überhaupt geben sollte. Wer würde hier schon leben wollen?

Plötzlich jedoch hörte sie, nicht weit von ihrer Position, einen markerschütternden Schrei, der ihr das Blut in den Adern gefrieren ließ. Was immer diesen Schrei von sich gegeben hatte, konnte eigentlich nicht menschlich sein.

~~~

Als Antwort auf Erichs und Louis' Frage ertönte eine Stimme, die aus dem Nichts zu kommen schien: "Es ist nicht meine Absicht, euch ein Leid zuzufügen. Ich kann euch helfen, den Fluch, der diesen Wald befallen hat, zu besiegen. Alles, was ich dafür als Gegenleistung verlange, ist ein kleiner Gefallen: Nehmt mich mit euch!"
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Friedrich Alfred von Dent am 31.12.2019, 04:50:04
Es gefiel Friedrich überhaupt nicht, bei dem Richten der Banditen helfen zu müssen aber er tat es dennoch. Irgendwer musste es ja tun und zumindest musste er nicht den Henker spielen. Diesen Job übernahm Erich. Es war eine langwierige Arbeit und es stellte sich bald heraus, dass fast keiner der Banditen am Leben bleiben durfte. Es war eine harte aber gerechte Strafe, wie Friedrich fand. Selbst in diesem Land, in dem Regeln und Gesetze kaum eingehalten wurden, musste man für etwas Ordnung sorgen. Zumindest konnte man es versuchen. Eine von vielen Banditengruppen ihrer gerechten Strafe zuzuführen mochte zwar nicht viel Änderung bewirken aber es war dennoch das Richtige. Nachdem die Arbeit getan war, setzten sie ihre Reise fort.
Friedrich brütete während des Ritts vor sich hin. Sie waren nun schon sehr lange in diesem Wald unterwegs und waren ihrem Ziel scheinbar kaum näher gekommen. Ewig Zeit hatten sie nicht. Mit der eigentlichen Aufgabe hatten sie noch gar nicht angefangen. Während der Forscher und Monsterjäger so seine Gedanken gleiten ließ, erinnerte er sich an den Werwolf zurück. Im Prinzip hatte dieses Biest dafür gesorgt, dass er jetzt hier war. Dabei fiel ihm ein, dass er noch immer eine Pflanze besorgen musste. Er hielt die Augen danach offen. Es sollte nicht allzu schwer sein, das Grünzeug zu finden. Hoffte er zumindest.
Schon bald mussten sie an einer Kreuzung anhalten. Wie Jelena schnell herausfand, war eine Leiche unter der Kreuzung vergraben und das wurde wohl nicht besonders ordentlich gemacht. Denn ein Fingerknochen ragte noch aus dem Boden. Seltsam. Auf Jelenas Frage konnte er nur stumm den Kopf schütteln. Er hatte noch nie davon gehört, dass ein Leichnam an einer Kreuzung irgendeine Bedeutung hatte. Zur Sicherheit löste er aber sein Buch vom Gürtel und begann darin herumzublättern. Vielleicht hatte er ja doch schon einmal irgendwas in die Richtung gehört oder gesehen und im Buch verewigt. In ihm befand sich sein gesamter Wissensschatz. Wenn er darin nichts fand und selbst keine Ahnung hatte, war er hier nicht hilfreich.
Doch das war noch nicht alles. Es kam noch seltsamer. Ein Schrei und Geräusche, als ob nasses Fleisch über einen Stein geschliffen wurde. Irgendetwas hatte dort eine Person umgebracht und zog den noch blutigen Leichnam über den Boden. Schloss zumindest Friedrich aus den Geräuschen. "Seid wachsam und auf der Hut!" riet er. Die kurz darauf folgende Stimme irritierte ihn noch mehr. Sie schien aus dem Nichts zu kommen. Statt das Angebot anzunehmen, forderte Friedrich den Ursprung der Stimme heraus. "Zeigt euch!", rief er. "Von was für einem Fluch redet ihr und wieso redet ihr davon, uns kein Leid zufügen zu wollen?" Friedrich sah sich genau um. Irgendwo musste die Stimme ja herkommen. Sicherheitshalber lud er seine Armbrust nach. Die Rede davon, kein Leid zufügen zu wollen, bewies ja schon, dass sich der Besitzer der Stimme schon über dieses Thema Gedanken gemacht hatte und zum Schluss gekommen war, Leid zufügen zu können. Dass die Stimme behauptete, das nicht zu wollen, beruhigte Friedrich deshalb kein bisschen.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Hannah Waldeck am 01.01.2020, 12:52:08
Hanna erstarrte bei dem Schrei. Was so schrie war kein Mensch. Mit einem Fluch bereute sie es, in der Umgebung des letzten Dorfes nicht ausdauernder nach giftigen Spinnen für eine Salbe gesucht zu haben. Jetzt musste ihre Axt alleine reichen. Sie zog die Kapuze ihres derben Reisemantels hoch, verdeckte so ihre weißblonden Haare und löste die Axt von ihrem Gürtel. Mit schnellen Schritten glitt sie neben der Straße ins Unterholz. Es war in den Eisenlanden sicherer sich als allein Reisender nicht für jeden gut sichtbar auf der Straße zu nähern, wenn man die Begegnung mit einem Monster oder Untoten befürchtete.

So schlich sie sich langsam näher an den Ursprung des Schreis an.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Juan Felipe Fernandez am 04.01.2020, 13:04:58
Juan Felipe mischte sich nicht weiter in die Angelegenheit mit den Banditen ein. Stattdessen wandte er sich ihrer ehemaligen Anführerin zu und fragte sie nach ihrer Geschichte. Er hatte versprochen, ihre Tochter zu befreien, also wollte er nun so viel wie möglich darüber erfahren, was eine Duellantin - und dann noch eine so junge und gutaussehende - in die Wälder treiben konnte. Auch auf ihrer weiteren Reise verbrachte er die meiste Zeit im Gespräch mit ihr. Es stellte sich heraus, dass das Ziel dieser Truppe in der gleichen Richtung lag, wie das Schloss, das er nun zu erreichen gedachte. Also blieb er vorerst bei ihnen. In diesem Land waren Reisegefährten offenbar keine schlechte Idee. In Überzahl lag Stärke und je größer eine Unterzahl, desto gefährlicher konnte es werden. Also ritt Juan Felipe zusammen mit den Fremden, bis sie auf den Knochen stießen, auch wenn er nicht viele Worte mit ihnen wechselte.
Als sich dann so viele merkwürdige Dinge auf einmal ereigneten ließ er erneut denen den Vortritt, die sich in diesem Land auskannten und wussten was vorging. Aber er beobachtete aufmerksam alles, was hier vor sich ging - die Hand am Degen.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 04.01.2020, 20:03:38
Nach der ganzen Aufregung um die Räuber hatte Friedrich endlich etwas Muße, sich die Umgebung näher anzusehen und nach Pflanzen zu suchen, und schon schnell hatte er sein Ziel gefunden. Es war tatsächlich nicht schwer, das gesuchte Kraut hier ausfindig zu machen; es stand mehr oder minder überall als Unkraut am Waldesrand. Eifrig sammelte er ausreichend Exemplare davon ein - jetzt musste er nur noch einen Weg finden, sie dem alten Kreuzritter zukommen zu lassen, ohne ihre Scharade auffliegen zu lassen.

~~~

Hannah gelang es ohne Probleme, näher an die Stelle zu kommen, von der sie den Schrei gehört hatte. Noch war sie ein Stück entfernt und konnte nicht sehen, was dort vor sich ging, doch sie hörte Stimmen mehrerer Personen und wurde sofort noch vorsichtiger. Sie kam jedoch gerade rechtzeitig, um die weiteren Worte des Geistes (oder was immer es war) zu vernehmen, und etwas von dem, was das Wesen sagte, traf einen Nerv in ihr: Es wollte mitgenommen werden. Zusammen mit dem körperlichen Schrei kam ihr ein Gedanke - sie hatte Geschichten gehört von ihrer Mutter, schreckliche Erzählungen aus den Bergen des sarmatischen Bundes. Geschichten von Dämonen, Geistern, oder ähnlichen Wesen, die düstere Pakte mit Menschen schlossen. Ihnen allen war gemeinsam, dass sie einen Menschen brauchten, auf dessen Seele sie sozusagen reiten konnten. Als Kind hatte sie diese Geschichten noch geglaubt, später jedoch als Unsinn abgetan, auch wenn ihre Mutter sie immer vor diesen Dingen gewarnt hatte. Nun jedoch war sie nicht mehr so sicher, ob die Geschichten nicht einen wahren Kern enthielten.

~~~

Friedrichs Worte schienen tatsächlich eine Wirkung zu zeigen, denn tatsächlich erschien eine leicht durchscheinende männliche Gestalt vor ihnen in der Luft - es war sofort klar, dass es sich um eine Scheingestalt handelte, doch der Schreck fuhr ihnen dennoch in die Knochen. Die Geistgestalt trug edle Kleidung, und Kenner der Materie würden sie als sarmatische Mode, wenn auch einige Jahrzehnte veraltet, erkennen.
"Der Fluch? Der Fluch der Baronin, Ihr müsst doch davon wissen. Ich kann Euch mehr dazu sagen, ich kann Euch auch helfen, den Fluch zu brechen. Doch ich muss darauf bestehen, dass einer von Euch mich mit sich reisen lässt."
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Jelena Sejm Petrasowna am 04.01.2020, 23:59:30
Auch wenn Louis Antwort an Jelenas Frage vorbeiging, konnte sie doch die für sich wesentlichen Informationen herausziehen - tatsächlich vertrauten die Oberen Montaigner ihrem Volk nicht, und wahrscheinlich hatten sie dann auch recht damit, vielleicht aufgrund schlechten Gewissens? Als junges und entsprechend naives Wesen behandelt zu werden, kränkte sie nicht, sie hatte gelernt, ihren Vorteil daraus zu ziehen. So machte sie tunlichst große Augen und hing an den Lippen des Musketiers. "Verstanden, aber würde das Volk nicht gerne und freiwillig seine Nation verteidigen? Und schaffen es die offiziellen Büttel-Kräfte, alle Gefahren für das Volk abzuwehren? Was meine Sicherheit als Gast angeht - ich möchte nicht gerne zur Last fallen, mir selbst mein Essen jagen oder damit die Reisekosten decken, statt einen Ehrenmann an meine Pläne zu binden..."

Als ihre Untersuchung üble Geräusche, ein magisches Zeichen und einen Schrei verursachten, hielt die Halbussurin inne. Es kostete sie einige Überwindung, sich an Matuschkas Pflichten zu halten und sich nicht vom SChrecken überkommen zu lassen oder ihre Handlungen von Furcht bestimmen zu lassen. Sie nickte zu Erichs Warnung und wollte gerade etwas erwidern, als Louis seine Frage stellte. Mit klarer, wenn auch gezwungen ruhiger Stimme sprach sie in eine kurze Pause hinein: "Von den wandelnden Toten hier habe ich gehört - aber nur von nachtaktiven..."

Während sie sich noch den Kopf zerbrach, womit sie es zu tun haben konnten, kamen weitere Worte von außen. Mit einem nachdenklichen Gesichtsausdruck formulierte sie ihre Antwort: "Uns nicht schaden zu wollen und einen Fluch beenden zu wollen klingt gut und vernünftig. Da ihr Hilfe dabei braucht, werde ich sie euch gewähren, so ich in der Lage bin. Doch eine Mitreise wird nicht ohne Bedingungen sein. Können wir verhandeln?"
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 05.01.2020, 10:46:26
Juan hatte sich in den letzten Tagen hingegen hauptsächlich mit Ingrid beschäftigt, und je besser er meinte sie zu kennen, desto weniger mochte er ihr eine Schuld geben an dem, was passiert war. Ihre frühe Kindheit, so erfuhr er, hatte sie auf Burg Düster verbracht. Damals schon war die Gegend gepeinigt gewesen von den Folgen des Krieges. Im Krieg hatte sich die Baronin auf die Seite der vaticinischen Kirche geschlagen, doch nach dem Ende keinerlei Hilfe mehr von ihr bekommen. Die umliegenden Baronien hatten sich in Folge Teile des Landes an sich gerissen, übrig blieb nur ein heruntergekommenes Stück Wald mit wenigen Überlebenden, die irgendwie versuchten, über die Runden zu kommen.

Ingrid selbst kannte ihre Eltern nicht, doch Agathe zog sie wie ihre eigene Tochter (oder Enkelin, was die Altersverhältnisse vielleicht besser traf) auf. In sehr jungen Jahren schickte sie Ingrid auf die Duellantenakademie, und es würde mehr als 15 Jahre dauern, bis sie wieder zurückkehrte. In der Zwischenzeit hatte sie einen jungen Absolventen der Akademie geheiratet und ihn bald wieder an das Schwert verloren. Doch zurück blieb ihr ein Kind von ihm, das sie nun, auf sich allein gestellt, großziehen musste.

In ihrer Trauer ging sie zurück zu dem Ort, an dem sie aufgewachsen war, und zu ihrer Erschütterung musste sie erkennen, dass die Burg und die umliegenden Lande noch heruntergekommener zu sein schienen als in ihrer Kindheit. Auf Burg Düster selbst traf sie nur noch sehr wenige Personen an, doch die, die dort waren, schienen nun eher einer Art Kult anzugehören. Zu spät fasste sie den Entschluss umzukehren, als sie und ihre Tochter bereits überwältigt worden waren. Schon bald stand sie ihrem früheren Oheim gegenüber; die Baronin wirkte beinahe jünger als in ihren Kindertagen. Keine Liebe war mehr in ihren Augen zu erkennen, stattdessen verkündete sie Ingrid mit kaltem Blick, dass sie ihre Tochter dann wieder in die Arme schließen könne, wenn sie insgesamt 50 Gefangene aus den umliegenden Ortschaften in die Burg bringen würde. Die Banditen, die sie anführen würde, waren bereits ausgewählt.

Bis Juan diese Geschichte letztlich aus der Gefangenen herausbekommen hatte, waren mehrere Tage vergangen, denn erst mit der Zeit schien sie mehr Vertrauen zu ihm zu entwickeln und sich ihm stärker zu öffnen. Es war offenkundig, wie viel Überwindung es sie kostete, ihre Geschichte zu erzählen, und immer wieder geißelte sie sich dafür, dass sie ihre eigene Moral verkauft hatte, und den Bedingungen der Baronin zugestimmt hatte. Es war klar, dass sie ihre Entscheidung wohl ein Leben lang plagen würde - was nicht mehr unbedingt sehr lange sein musste. Doch es würde wohl noch dauern, bis ein Repräsentant der Gilde über sie urteilen konnte.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Louis de Fromage Puant am 05.01.2020, 13:04:27
"Es iest meist niescht sehr weit 'er mit die Vaterlandsliebe, mademoiselle" erwiderte Louis auf Jelenas Einwand. "Ihr könnt niescht von eine Bauer erwarten, dass er siesch opfert für seine Nation - er 'at eine Weib und Kinder, die er versorgen muss, er 'at selbst 'unger und tausend Sorgen und Pflieschten tagtägliesch. Non, eine 'eer kann niescht aus Männern bestehen, welsche immer an die Aussaat oder die Ernte denken. Und was Eusch betrieft," womit er einen Handkuss andeutete, "so darf iesch Eusch versieschern, dass es keine Last wäre, der Ehrenpfliescht für eine so charmante demoiselle nachzukommen!"

Die Spukgestalt musterte der Montaigner sichtlich alarmiert, die Hand noch immer auf dem Griff des Degens. Da es sich aber der Tracht nach um einen Edelmann handelte, machte er eine formelle Verbeugung vor dem durchscheinenden Schemen. "Kennt Ihr Eusch aus, um mit solsch eine ombre zu ver'andeln...?" flüsterte er, ohne den Blick von der Erscheinung zu wenden.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Hannah Waldeck am 06.01.2020, 17:50:43
Hannah versteckte sich im Unterholz und musterte die Gruppe auf der Wegkreuzung: Eine berittene Gruppe aus Landsmännern und Fremden. Wenigstens waren die Ausländer schlau genug, nicht alleine durch durch den Wald zu reisen. Für sie selbst galt das natürlich nur bedingt, waren ihr doch viele der Gefahren – zumindest in der Theorie - bekannt. Die Gruppe wirkte  kampferfahren und wehrhaft. Trotz des Spukes auf dem Weg geriet niemand in Panik.

Doch dann sprach die Frau in der Gruppe, eine Fremdländerin der Kleidung nach zu urteilen, mit der Spukgestalt. Hannah hielt den Atem an. Diese Frau wollte wirklich mit dem Ding verhandeln?

Hannah überlegte nicht lange, befestigte die Axt wieder an ihrem Gürtel und zog ihre Kapuze zurück. „Heda... ihr Reiter!“ Sie richtete sich hinter ihrem Busch auf, hielt ihre Hände so, dass die Gruppe sehen konnte, dass sie unbewaffnet war. „Haltet ein! Niemand sollte mit Etwas einen Handel eingehen, dass bereits tot und begraben ist! Oder ist Euch Eure unsterbliche Seele so wenig wert?“
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Jelena Sejm Petrasowna am 07.01.2020, 06:54:27
Zu Louis Antwort lächelte Jelena. Auch wenn er weiter das Thema, wie sicher Montaigne im Inneren war, umschiffte, "Danke, zuviel der Ehre.", gab sie eine Spur gespielt kokett zurück.

Ingrids Worten hatte sie während der Reise gelauscht, wannimmer sie es als Führerin konnte. Ihr Schicksal berührte sie, auch wenn die Matuschka-Gesegnete befürchtete, dass ihre eigene Entscheidung für ihr Kind und sie selbst bitterer ausgefallen wäre.

Ohne den Blick vom Schemen zu nehmen, antwortete Jelena dem Montaigner wage mit: "Ein wenig." Als die fremde Eisenländerin dazutrat, positionierte sich die Halbblütige so um, dass sie immer nocht die Naheste am Schemen blieb und sowohl Schemen als auch Neuankömmling im Blick behalten konnte. Sie bemühte sich um ein freundliches Auftreten: "Seid gegrüßt. Danke für die Warnung. Ich heiße Jelena Sejm Petrasowna, und ihr?" Nach einer Gelegenheit zur Antwort setzte sie fort: "Komplett tot wirkt der Herr hier nicht, er ist noch da. Wisst ihr, um was es sich handelt? Bewacht ihr ihn und lasst niemanden heran, bis ein in solchen Dingen erfahrener hierherkommt? Auch wenn mit Seelenangelegenheiten nicht zu scherzen ist, kann ich einer Art Landsmann nicht die Hilfe verweigern." "Außerdem", so dachte sich die Sutojai-Anhängerin, "kann ich eine solch gefährliche Waffe nicht dem nächstbesten Ausländer in die Hände fallen lassen - falls es das ist, was ich befürchte."
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Don Tristan de la Verde am 08.01.2020, 20:44:01
In Castille wurden nur Selbstmörder an oder unter Wegkreuzungen begraben. Es galt dem einfachen Volk als ein Weg sicherzugehen, dass sie keine Wiedergänger würden.
Aber dies geschah selten und wenn, dann wurden sie mindestens sechs Fuß tief vergraben.
Beim gänzlich unerwarteten Auftritt der Spukgestalt zog der junge Hidalgo instinktiv den Rapier noch während
er seine erschrockene Fuchsstute unter Kontrolle brachte.
Dann sprang er aus dem Sattel und legte dem erschrockenen Tier beruhigend die behandschuhte Linke auf die Nase.
Als Hannah hinter ihrem Busch auftauchte fand Sie sofort die zieselierte Klinge des Rapiers auf sich gerichtet.
Mit Geistern und Seelen kannte sich der Arzt allerdings nun gar nicht aus und so war er eher erleichtert als sich Jelena, die sich mit sowas besser auszukennen schien, der Gestalt annahm.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Friedrich Alfred von Dent am 10.01.2020, 02:01:10
So wirklich hatte Friedrich nicht damit gerechnet, eine Antwort auf seine Fragen zu bekommen. Nicht nach den Geräuschen, die er gehört hatte. Noch viel mehr überraschen tat ihn allerdings das, was ihm da antwortete. Definitiv nicht mehr lebendig aber doch irgendwie dazu fähig, zu reden. Eine Scheingestalt. Ein Geist oder Untoter. Je nachdem wie man es nennen wollte. Der Forscher und Monsterjäger biss die Zähne zusammen und griff nach seiner Armbrust, auch wenn diese einem solchen Wesen wohl wenig Schaden zufügen würde. Er setzte zu einer Antwort an, da kam ihm Jelena zuvor.
Auch hier wurde er ein weiteres Mal überrascht. Sie wollte diesem... Ding helfen. Hatte sie die Geräusche von vorher schon vergessen? Das seltsame Zeichen? Friedrich war gar nicht damit zufrieden, dass Jelena hier eine Entscheidung für die ganze Gruppe traf, ohne sich mit ihnen zu besprechen. Denn wenn sie das Ding mitnehmen wollte, dann würde es mit der gesamten Gruppe reisen müssen, nicht mit ihr alleine. "Moment, Jelena!" setzte er an, wurde allerdings ein weiteres Mal unterbrochen. Dises mal von einer Fremden, die aus dem Gestrüpp kam. Wenigstens hatte sie den Anstand zu zeigen, dass sie nicht auf Ärger aus war - bewaffnet war sie dennoch.
"Aber ich kann!" antwortete Friedrich auf Jelenas Worte. Endlich konnte er sich der Situation annehmen. "Ich weiß nicht, wo und wie ihr Erfahrungen damit gemacht habt, mit so etwas umzugehen." Er hob seine Hände und gestikulierte in die Richtung des Geistes. "Aber ich lasse nicht zu, dass es sich uns anschließt. Es ist unnatürlich und sehr wahrscheinlich gefährlich. Wir wissen viel zu wenig, um es einfach so mitzunehmen und ich bin enttäuscht, dass ihr diese Entscheidung einfach so trefft, ohne euch mit uns zu besprechen." Er war bisher zwar noch nicht auf einen solchen Geist getroffen aber hatte sich zumindest grundlegend mit diesem Thema befasst. "Erklärt euch: Was sind die Gründe für euer... Dahinscheiden? Wieso wollt ihr von uns mitgenommen werden?" Friedrich drehte sich nun zu der Fremden um. "Und ihr: Was habt ihr hier im Unterholz zu suchen? Dies ist ein gefährlicher Ort für eine einzelne Person, auch wenn sie gut bewaffnet ist. Habt ihr irgendwas hiermit zu tun?" Er erinnerte sich noch an die Geräusche von vorher. Die Armbrust war nun erhoben und wechselte zwischen dem Geist und der Fremden als Ziel. Das hier war ihm alles zu unsicher. Sie hatten die Situation nicht unter Kontrolle. Das musste sich ändern und zwar schnell.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Louis de Fromage Puant am 11.01.2020, 14:38:56
Mehrmals setzte Louis dazu an, sich in das Gespräch einzuschalten. Der extrovertierte Montaigner war es als Angehöriger der Adelsschicht nicht gewohnt, stumm am Rande zu stehen. Allerdings fühlte er sich beim Thema des Wortwechsels reichlich wenig beschlagen. Daher runzelte er nur etwas ungehalten die Stirn, zwirbelte seinen Schnurrbart und hielt die Hand auf dem Griff seiner Waffe. Ähnlich wie Alfred schien er mit sich nicht im Reinen, wen er als Gefahr ansehen sollte, und behielt sowohl die Erscheinung als auch die Fremde im Auge. Zu Alfreds Fragen nickte er energisch und meinte: "C'est ça! Das interessiert miesch ebenfalls!"
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 12.01.2020, 13:53:47
"Landsmann?" fragte der Geist. Er sprach Jelena nun direkt an und ignorierte die übrigen Reisenden und ihre Fragen dabei komplett."Eine Sarmatierin? Dann lasst mich offen sprechen: Ihr habt womöglich von Sanderis gehört. Viele haben es, und viele haben ein völlig falsches Bild: Wir Dievai und die Losejas vereinen uns zum beiderseitigen Vorteil, niemandem geschieht dabei ein Leid. Nehmt mich mit und bringt mich zurück in den Bund, damit ich dort einen neuen Losejas finden kann. Als Belohnung für Eure Mühen will ich Euch gerne mein Wissen zu dem, was in diesem Wald vorgeht, anbieten."[1]
 1. Jeder der möchte, darf noch einmal eine Gelehrsamkeitsprobe machen, jeder der einen Zaubervorteil besitzt, bekommt einen zusätzlichen Würfel.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Hannah Waldeck am 14.01.2020, 22:27:02
Hannah schaute die Gruppe an. "Mein Name ist Hannah Waldeck. Ich bin auf der Suche nach einer weisen Frau, die hier versteckt im Wald leben soll. Mit diesem Untoten Ding habe ich nichts zu tun." Sie blieb mit erhobenen Händen stehen.

Die Rede des Wesens ließ sie erschauern. "Traut ihm nicht, es will euch verderben."
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Jelena Sejm Petrasowna am 17.01.2020, 08:22:33
Jelena hatte sofort auf Friedrichs Einwurf reagiert, kam zunächst noch nicht zu Wort, zumal sie die Antworten des Schemen und der Fremden zusätzlich haben wollte. Nachdem diese gekommen waren, war ihre Befürchtung bestätigt worden. Äußerlich nahm ihre Anspannung leicht zu, bemerkbar an einem festen Griff an ihrem - noch immer umgehängten - Bogen.

Hannah bekam ein kurzes Nicken als Bestätigung, dass ihre Worte vernommen worden waren. Es klang verdächtig danach, als würde sie die gleiche Person wie die Gruppe suchen, dass zu erörtern, überließ sie nach Friedrichs Vorwurf anderen oder verschob es auf einen späteren Zeitpunkt.

Sie antwortete zunächst dem Schemen: "Mein Vater ist Sarmate und ich habe auch im Bund gelebt. Ich habe von Sanderis gehört. Falls ich euch mitnehme, seit euch aber im Klaren, dass ich euch nicht direkt zurück bringen kann, denn ich habe noch weitere Pflichten zu erfüllen. Sobald diese erfüllt sind, könnte ich euch zurückbringen. Aber wie ihr seht, ist noch Überzeugungsarbeit zu leisten und Vertrauen zu schaffen, eine Mitreise wird nicht bedingungslos sein. Lasst uns weiter eisenländisch sprechen, damit alle verstehen, was gesprochen wird. Vielleicht gebt ihr den Herren Antworten auf ihre Fragen, um eure Aufrichtigkeit zu zeigen?" Sie wollte ihn wenn möglich im Glauben lassen, naiv und leicht manipulierbar zu sein, um den Handel mit ihr nicht scheitern zu lassen.

Andererseits wollte sie versuchen, den Frieden mit der Gruppe zu halten und diese davon zu überzeugen, dass sie wusste, was sie tat. Sie antwortete Friedrich und Louis: "'Zufälligerweise' habe ich als fernreisende Sarmatin ein paar Details aufgeschnappt, um ein solches Phänomen zu erkennen. Diese Wesen brauchen einen geeigneten Träger, um sich zu manifestieren und zu bewegen, bei all ihrer Macht. Von daher ist sein Angebot aus einem ehrlichen Problem geboren. Ihr habt recht, er ist nichtmenschlich und auch nicht ungefährlich. Sollte ich ihn jedoch mitnehmen, ist die Gefahr gebannt, dass sich ein weniger Wissender darauf einlässt und der keine Kameraden hat, die ihn bewachen und schützen können. Sein Wissen kann hilfreich sein." Sie hoffte, von der Notwendigkeit ihres Eingreifens überzeugen zu können und trotzdem ihren anderen Verpflichtungen der Reisegruppe gegenüber weiter nachgehen zu können. Friedrichs Vorwurf empfand sie als unfair, immerhin hatte sie ihre Hilfe nicht bedingungslos angeboten und eine Verhandlung eröffnen wollen. Um nicht von der wichtigen Angelegenheit abzulenken, verteidigte sie sich erst einmal nicht.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Louis de Fromage Puant am 18.01.2020, 15:26:57
Misstrauisch kniff der Montaigner die Augen zusammen und musterte den Schatten. "Das klingt mir reischliesch gefährliesch, Mademoiselle" meinte er zu Jelena. "Was iest, wenn diese Ding Eusch niescht mehr... 'ergibt? Wie sollten wir gegen etwas kämpfen, dass siesch 'inter Eure 'aut verbirgt und Eusch als Schild benutzt?" Während er sich sogar dem reißenden Wolfswsen gegenüber furchtlos gezeigt hatte, wirkte der Musketier nun auch durchaus beunruhigt. Er ließ den Schemen nicht aus den Augen, während er sprach.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Friedrich Alfred von Dent am 20.01.2020, 06:19:23
Die Fremde stellte sich als Hannah Waldeck vor und schien das gleiche Ziel wie die Gruppe zu haben. Zumindest konnte Friedrich sich nicht vorstellen, dass es zwei bekannte, weise Frauen in diesem Wald geben sollte. Ob sie die Wahrheit sagte, war trotzdem fraglich. Er nickte ihr zu, ließ sie allerdings nicht aus den Augen. Im Moment musste etwas anderes geklärt werden. Interessiert hörte er zu, was Jelena dem Geist zu sagen hatte. Zumindest verhielt sie sich diplomatisch und erklärte, dass sie zuerst andere Dinge zu erledigen hatte. Was sie danach tat, war ihm eigentlich egal. Sollte sie dieses Ding irgendwo hinbringen. Jelena begann etwas genauer zu erklären, wie dieser Handel aussah. Doch Friedrich war noch nicht zufrieden oder überzeugt. Er war Eisenläner und Monsterjäger. Es gab nichts was er mehr hasste und bekämpfte als solche Wesen.
"Es braucht einen Träger um sich zu bewegen? Sonst ist es also an diesen Ort gebunden?" fragte er überrascht aber deutlich abwertend. "Das hört sich für mich nach einem Parasiten an." stellte er fest und machte eine wegwerfende Handbewegung. Sofort griff er wieder nach der Armbrust, die er nicht senkte. "Und Parasiten handeln immer in ihrem eigenen Interesse. Sie schädigen ihren Wirt und verschwinden, wenn sie haben, was sie benötigen." Er schüttelte den Kopf. "Bisher hat es sich weder diplomatisch gezeigt, noch gute Absichten erkennen lassen. Ihr magt Erfahrung haben..." Ob sie diese wirklich durch einen Zufall erworben hatte, stellte er mal dahin. "... aber das ändert nichts daran, dass es gefährlich ist. Ihr sagt selbst, dass es sehr mächtig ist. Ich möchte eine so mächtige, unnatürliche Wesenheit nicht in der Gruppe haben." Er warf Louis einen Blick zu. "Berechtigte Fragen. Die Eisenlande haben genug Probleme mit allerlei Wesenheiten. Geister und Ähnlichem eingeschlossen. Wäre ich alleine gewesen, hätte ich alles daran gesetzt, es zu vernichten. Wir sollten einem solchen Wesen nicht auch noch helfen."
Für ihn war damit eigentlich alles gesagt. Lediglich der Hinweis auf hilfreiches Wissen ließ ihn etwas einhalten. Was, wenn dieses Ding sie nicht hereinlegen wollte und es tatsächlich helfen konnte? Was, wenn der Wald noch irgendwelche Tricks auf Lager hatte? Er wandte sich noch einmal an das Ding. Hoffte darauf, dass es ihn nicht wieder ignorierte und etwas diplomatischer war. "Beantwortet meine Fragen und erklärt, wie ihr uns helfen könnt!" Wenn es ihn überzeugen wollte, dann hatte es jetzt seine Chance. Dass er sich selbst nicht freundlich, sogar abwertend und feindlich benahm, war ihm in dieser Situation recht egal. Es ging hier nicht um einen Menschen.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Don Tristan de la Verde am 21.01.2020, 18:10:48
Don Tristan steckte seine Waffe ein und schüttelte den Kopf. Nachdem was er in seiner Zeit an der Universität in Vendel über Sanderis gelesen hatte war es für den jungen Hidalgo völlig eindeutig was zu tun war. Asserdem konnte er der Gelegenheit für einen Seitenhieb gegen den geckenhaften Montangnier nicht wiederstehen.
"Und wie oh edeler Musketier wollt ihr dieses Wesen in seiner jetzigen Form bekämpfen?. Denkt nach.
Jelena hat recht. Wenn wir ihn hier lassen wird jemand anderes sein Angebot annehmen. Wollt ihr riskieren dass es sich bei diesem Individuum um jemand weniger diziplinierten und gutherzigen handelt? Jelena weiß offensichtlich zumindest auf was sie sich einlässt. Ich habe an der Universität in Vendel ein wenig über die unterschiedlichen Formen der Magie gelernt und so kann ich euch zumindest versichern, dass dieses Wesen nicht unmittelbar die Herrschaft über Jelena übernehmen wird wenn sie sich auf diesen Handel einlässt."

Erst dann wandte er sich Hannah zu. "Don Tristan de la Verde" stellte er sich mit einer minimalen Neigung des Kopfes vor. Kurz überlegte er auch die anderen vorzustellen, aber entschied sich dagegen. Wenn Sie unhöflich sein wollten würde er sie nicht daran hindern. Besonders nicht Louis, der doch sonst im Umgang mit den Damen die Verkörperung montagnischer Höflichkeit war.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 22.01.2020, 00:17:45
"Nun, ich will versuchen, Eure Fragen zu beantworten." erklang nun die körperlose Stimme erneut. "Ich bin keine Seele eines Verstorbenen, wenn Ihr dies denkt. Es gab kein Ableben meinerseits. Ich bin ein Wesen wie Ihr, nur von anderer Art - doch ich benötige die Verbindung mit einem Menschen, um wirken und agieren zu können. Diese Verbindung ist freiwillig, möchte ich dazu sagen, und der Mensch weiterhin Herr seiner Gedanken und Taten.
Leider war meiner bisherigen Trägerin ein verfrühtes Ableben beschert, und so bin ich nun hier gefangen an diesem Ort. Alles, was ich von Euch erbitte, ist die Rettung eines hilflosen Wesens. Ich gebe Euch mein Ehrenwort, dass ich die Dame hier, so sie so freundlich sein sollte, mich zu tragen, ohne Widerrede verlasse, sobald sie mich in die Heimat gebracht hat, wo ein neuer Losejas sicher bereits auf die Ehre wartet, mit mir verbunden zu werden."
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Juan Felipe Fernandez am 22.01.2020, 10:18:59
Juan Felipe wusste nicht so recht, was er von all diesen Geschehnissen halten sollte. Es war für ihn schon Herausforderung genug, sich überhaupt an dieses Fremde Land und seine Bewohner zu gewöhnen. Jetzt gab es hier offensichtlich auch noch Gespenster oder was auch immer dieses Ding dort war. Natürlich hatte er schon von den Schauermärchen gehört, die man sich an den Höfen Kastilliens über die Eisenlande erzählte, aber er hatte sie bisher immer für genau das gehalten: Schauermärchen.
So blieb er mit seinem Pferd deutlich zurück, fern von diesem Wesen und in der Nähe der jungen Duellantin, die jetzt seit einer Weile mit ihnen reiste. Selbst mit den neu gefundenen Begleitern wusste er noch nicht so recht etwas anzufangen, da er nicht verstand, was genau sie überhaupt an diesen Ort führte und wieso sie hier unterwegs waren. Sicher in der dritten Reihe beugte er sich ein Stück in Richtung von Ingrid, die in diesen Breiten heimisch war, während der Rest über den Umgang mit dem Gespenst diskutierte: "Habt ihr hier schon einmal etwas über solche Wesen gehört?"
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 22.01.2020, 11:31:39
Die Gefangene zuckte zusammen, als sie Juans Stimme hörte; sie war scheinbar in ihren eigenen Gedanken versunken gewesen. Dann jedoch schenkte sie ihm ein Lächeln und schien sich zu freuen, dass jemand sie auf ein anderes Thema als die Gräfin und ihre Tochter ansprach. Schon in den vergangenen Tagen hatte der Castillier sich immer einmal wieder zu ihr gesellt, und langsam schien sie so etwas wie Vertrauen zu ihm zu entwickeln.

"Dieses Wesen ist nicht aus den Eisenlanden." ließ sie ihn wissen. "Unser Land mag verflucht sein wegen der Schrecken, die es heimsuchen - doch immerhin sind es Kreaturen aus Fleisch und Blut, denen man entgegentreten kann und die mit scharfer Waffe getötet werden können. Das hier kommt aus Sarmatien, und ich kann Euch nicht mehr darüber sagen, als dass ich einem körperlosen Wesen nicht weiter über den Weg trauen würde, als ich mein Pferd werfen kann."
Juan war erstaunt, aus ihren Worten Nationalstolz heraushören zu können. Bislang dachte er, alle Eisenländer müssten den Umstand verfluchen, in einem solch verwüsteten Land geboren worden zu sein. Doch aus ihren Worten schien ein gewisser Stolz zu strahlen - über die "eigenen Monster", die besser waren als die dubiosen fremdländischen Monster, mit denen sich andere Nationen beschäftigten.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Jelena Sejm Petrasowna am 24.01.2020, 06:47:26
Jelena nahm sich Louis' Besorgnis mit Ernst an: "Ich glaube zwar nicht, dass dies passieren wird, aber wenn, bleiben euch mindestens zwei Möglichkeiten: Mein Tod, womit er wieder an das Grab gebunden ist wie jetzt, oder ihr überwältigt, bindet und bewacht mich, bis ihr mich zum Sarmatischen Bund gebracht habt. Dort wird man sich mit solchen Fällen auskennen."

Während sie noch die ersten Fragen von Friedrich mit einem Nicken bestätigte, begann sie gegen die anderen zu argumentieren - ruhig und sachlich: "Im Gegensatz zu einem Parasiten hat der Träger keine Nachteile, kann aber Wissen oder anderes vom Getragenen einhandeln. Ungefährlich ist es nicht, da habt ihr Recht. Zum Beispiel wird er uns beobachten können, falls er mitkommt. Allerdings bliebe er ja zunächst bei mir und könnte ohne mich wenig tun." Sie blieb vorsichtig, um nicht zuviel nationale Geheimnisse zu verraten. "Im Gegensatz zu euch ist mir kein Weg bekannt, ein solches Wesen einfach umzubringen oder zu verjagen. Er stammt aus dem Sarmatischen Bund und gehört dahin, ist es für die Eisenlande dann nicht besser, wenn ich ihn fortbringe? Was Diplomatie angeht, er hat uns Hilfe und Wissen bezügöich des Waldes und seines Fluches angeboten." "Vielleicht sollte ich ihm noch etwas mehr verraten, nur kann ich das nicht vor dem Dievas, sonst merkt er, dass ich kein einfaches Opfer bin...Mal sehen, ob Friedirch zwischen den Zeilen liest.", überlegt sich Jelena. Laut verhielt sie sich ungewohnt naiv und romantisch: "Oder - oder gibt es etwas, dass ihr nicht in Öffentlichkeit sagen wollt? Ähm...Sollen wir kurz zur Seite treten, um-um unter vier Augen zu sprechen?"

Tristan überraschte sie sichtlich mit seinen Kenntnissen, bevor sie jedoch nachhajen oder reagieren konnte, wurde sie so sehr mit Lob überschüttet, dass sie den Blick nicht mehr auf ihm halten konnte. Leicht verschämt murmelte sie etwas abwehrend-dankendes vor sich hin und vergaß fürs erste darüber nachzudenken, wie das Wissen an die vendelsche Akademie gekommen sein mag.

Juan und Ingrid bekam sie nicht mit, den Worten des Dievas hörte sie entsprechend ihrer Rolle, ergriffen zu. Ganz konnte sie ihren Verstand jedoch nicht abschalten: "Ohje, die Arme. Wer war sie denn? Wie ist es passiert? Wer hat euch diese das angetan - oder war es von ihr selbstgewählt? Warum seid ihr hierhergekommen" Auch ihr war bewusst, dass der Ort des Begräbnisses etwas implizieren konnte, weswegen sie direkt bei Auffinden schon gefragt hatte.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Louis de Fromage Puant am 25.01.2020, 14:32:49
Louis nahm langsam die Hand vom Degen, ohne die Wesenheit aus den Augen zu lassen. Sichtlich gereizt ob der Situation, in der er mehr oder minder zur Untätigkeit verdammt war, knurrte er in Tristans Richtung: "Sehr gut erkannt, Monsieur! Und wenn wir schon an dieser Frage scheitern, so frage iesch zurück: Was wollen wir tun, wenn Mademoiselle von diese Ding überwältigt wird, eh?" Dass Jelena ihm zutraute oder vielmehr zumuten wollte, sie als weibliches Wesen zu fesseln oder gar zu töten, ließ ihn nur die Augenbraue leicht in die Höhe ziehen. Der Musketier konnte sich noch nimmer nicht daran gewöhnen, wie wenig hier manche in seinem Lande wohl gepflegten Sitten beachtet wurden. Daher beeilte er sich auch, es dem dreisten Castillier gleichzutun und sich mit einer angedeuteten Verbeugung ihrer neuesten Bekanntschaft vorzustellen, auch wenn ein in Etikette Bewanderter durchaus eine gewisse Reserviertheit in seinen Gesten erkennen mochte.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 27.01.2020, 01:23:04
Erneut meldete sich die körperlose Stimme zu Wort - die Geistererscheinung war inzwischen wieder verschwunden. "Ihr Name war Marcelia Slaski. Über ihren Tod möchte ich nicht sprechen, wenn Ihr mir dies verzeihen mögt." Nun schien die Stimme etwas ungeduldiger zu werden. "Darf ich eurer Diskussion entnehmen, dass Ihr gewillt seid, mich aufzunehmen? Leider muss ich dafür eine etwas unschöne Sache von Euch erbitten - Ihr müsst dem Leichnam in die Augen blicken, um dies zu bewerkstelligen."
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Hannah Waldeck am 29.01.2020, 14:43:59
Hannah nickte den beiden Fremdländern kurz zu, die sich ihr vorstellten. Zwei Adlige also. Die Knappheit der Gesten der beiden war ihr nicht entgangen, doch war sie dieses durchaus gewohnt. Respekt musste man sich in den Eisenlanden verdienen. Und dass man einer Alleinreisenden misstrauisch gegenüber trat, war ein Zeichen von angebrachter Vorsicht. So lauschte sie dem Wortwechsel und musterte dabei die einzelnen Gruppenmitglieder, versuchte herauszufinden, wer der Anführer war.

Als das Ding allerdings von der Frau verlangte, sie solle der Leiche in die Augen schauen, konnte Hannah nicht mehr an sich halten. Sie trat schnell zwei, drei Schritte vom Busch Richtung  Straße vor. Ihre Hände hielt sie wohlweislich gut sichtbar hoch. "Tut es nicht, dieses Ding wird euch zum Bösen verführen. Wir sollten den Leichnam verbrennen und dieser Kreatur ihre Behausung nehmen und sie dadurch in die Hölle zurück schicken, aus der sie hervor gekrochen ist. "  Sie sah zu der Gruppe, wobei sie sich  besonders Friedrich zuwandte. "Herr, Ihr scheint mir derjenige zu sein, der in dieser Angelegenheit entscheiden sollte. Eure Begleiterin ist wohl zu naiv, um die Gefahr richtig einzuschätzen. Bitte verhindert, dass sie dieses Ding in sich nisten lässt."
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Friedrich Alfred von Dent am 30.01.2020, 05:35:58
Sorgfältig und aufmerksam hörte sich Friedrich die Worte des Wesens und seiner Gefährten an. Wog sie ab und dachte darüber nach. Erstaunt war er vor allem darüber, dass dieses Ding sich nun doch diplomatischer zeigte. War es doch intelligent genug um zu sehen, dass es nicht nur Jelena überreden musste? Wenn ja, dann war es noch gefährlicher als er angenommen hatte. Ein Werwolf wurde von seinen Trieben und Gelüsten getrieben aber er war einfach einzuschätzen und mit hartem Stahl zu besiegen, wie sie ja bewiesen hatten. Ein solches Wesen, magisch und dazu intelligent, war eine ganz andere Sache. Es bewies Sprachgewandtheit und es war nicht auszuschließen, dass es bereits begonnen hatte, einige seiner Gefährten mit seinen Worten um den Finger zu wickeln.
Don Tristan brachte zwei Argumente an, die Friedrich allerdings nicht überzeugten. Er kannte den Mann nicht gut genug, um sein Wissen zu diesem Fall einschätzen zu können. Es ging also wieder nur um Vertrauen. Dass eine andere Person einen Handel eingehen würde, hielt er für ausgeschlossen. Sie waren in den Eisenlanden. Die Menschen trauten so einem Wesen nicht über den Weg und würden eher fliehen, als es mitzunehmen. Nun nahm sich Friedrich Jelenas Worten an. Er schüttelte den Kopf. "Wir brauchen euch. Es steht nicht zur Diskussion euch zu überwältigen und festzubinden. Oder zu töten. Wir sollten dieses Risiko also gar nicht eingehen." Für den Moment steckte er die Armbrust wieder weg und verschränkte die Arme. "Ich bin mir nicht sicher, ob ihr mir alles sagt oder alles über das Ding wisst. Was, wenn es euch langsam die Lebensenergie aussaugt? So langsam, dass ihr es nicht mitbekommt. So wie ein Parasit seinem Wirt langsam Blut aussaugt, bis er irgendwann verendet." Er blickte das Wesen durchdringend und kritisch an. "Ich weiß nicht, wie ich es umbringen oder verjagen soll aber es ist an den Leichnam gebunden. Den kann man an einen sicheren Ort bringen. Oder verbrennen. Kein Grund es fortzubringen. Solche Probleme lösen wir am besten direkt." Zugegeben: Er hatte hier in den Eisenlanden mit anderen Monstern zu tun aber auch solch ein Wesen hatte seine Schwachstellen und die, so meinte Friedrich zumindest, hatte er bereits erkannt.
Er hob eine Augenbraue als sich Jelena so ungewohnt verhielt aber er verstand fast augenblicklich, als sie vorschlug, sich unter vier Augen zu unterhalten. Bevor er allerdings auf das Angebot zurückkommen konnte, hörte er sich noch an, was der Rest zu sagen hatte. Vor allem Hannah sprach ihn nochmal direkt an. Sie schlug ebenfalls vor, den Leichnam einfach zu verbrennen. Auch bat sie, dass Jelena das Wesen nicht mitnahm. Er nickte der Frau zu. "Ich habe nicht vor, so etwas zu erlauben." Noch stand er zu seiner Entscheidung. Das Wissen interessierte ihn allerdings schon. Was, wenn der Wald wirklich verflucht war und sie deshalb ihr Ziel nicht finden konnten? Der Geist mochte in diesem Fall sehr nützlich sein. "Nun gut, dann lasst uns gehen." sprach er Jelena erneut an. Was sie wohl nur ihm anvertrauen konnte? Zusammen gingen sie ein Stück in den Wald hinein, bevor er sich umdrehte. "Also... was ist es, dass ihr nur mir und nicht dem Rest der Gruppe sagen könnt?"
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Jelena Sejm Petrasowna am 31.01.2020, 17:40:31
Es schien Jelena, als hätte Louis ein Problem mit ihren Lösungsvorschlägen. "Bitte, ich habe doch nur zeigen wollen, dass ihr gute Optionen habt.", versuchte sie weiter auf ihn einzugehen, "Aber ich werde nicht überwältigt oder er wird es auch nicht können. Er kann nur durch mich, mit meinem Einverständnis handeln. Beide Seiten müssen zum Handel bereit sein."

Der körperlosen Stimme gegenüber gab sie weiter die Harmlose: "Nein, verzeiht mir, dass ich die Aufmerksamkeit auf etwas für euch so Unangenehmes gelenkt habe." Mit dem Namen konnte sie nichts anfangen, sie nahm sich aber vor, Erkundigungen einzuziehen. Zu dem Prozess der Übergabe über den Blick in die toten Augen seufzte sie: "Wenn es notwendig ist und der Sache dient..."

Hannahs Einwurf quittierte sie mit einem Lächeln: "Danke für eure Sorge, aber das ist keine Option." Sie wandte sich in Richtung der letzten Erscheinung des Dievas: "Oder? Würde euch das Verbrennen der Frau Slaski - der Herr erbarm sich ihrer - eure Freiheit geben?" Hannahs anschließende Wendung an Friedrich samt der offenen Beleidigung an Jelenas Adresse ließ ihre Augen noch schmaler werden, ohne einen Kommentar abzugeben.

Friedrichs Worte ließen die Halbsarmatien doch ein wenig um ihre Haltung kämpfen - Zu ihrer Überraschung ging nicht nur nicht auf ihre Logik ein, er deutete sogar an, sich über ihre wie auch immer geartete Entscheidung hinwegzusetzen. So beließ sie es vor den anderen erstmal beruhiger Erwiderung: "Ich habe mit den drastischen Mitteln auch nur die offensichtlichen Möglichkeiten aufgezeigt, unabhängig von dem, was passieren wird. Er braucht seinen Träger - und dessen Zustimmung -, um Wirken zu können, ihn schnell oder langsam zu töten oder gar in eine Situation zu bringen, wo er den Träger verlieren könnte, ist daher nicht in seinem Sinne." Den Rest ließ sie erstmal unkommentiert, sie schob nur eine Frage nach: "Dann lasst ihn durch mich an den sicheren Ort, den Bund, bringen. Oder kennt ihr einen anderen?"

Als er dann auf ihr Angebot einging, verstummte sie und suchte kurz den Blickkontakt mit Erich, Louis und Tristan, um ihnen anzudeuten, dass sie auch willkommen wären, mitzukommen. Dann folgte sie Friedrich.
An Friedrich und ggf. Erich, Louis oder Tristan (Anzeigen)
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Louis de Fromage Puant am 02.02.2020, 14:48:18
Nach wie vor wirkte Louis unentschlossen. Als Jelena sie zur Seite gebeten hatte, war er gefolgt - nicht ohne einen misstrauischen Blick in Richtung der Wesenheit über die Schulter zu werfen - und hatte sich alles angehört, was die junge Frau und die anderen vorzubringen hatten. Nun zwirbelte er seinen Schnurrbart und meinte mit gerunzelter Stirn: "Nun, für miesch 'ört es siesch plausible an, was Ihr vorbringt. Allerdings muss iesch geste'en, dass iesch keine Experte bien für derlei Dinge... Meine Bauch sagt mir, dass diese ombre sehr gefährliesch iest. Gebt mir eine Gegner, die iesch mit die blanke Degen bekämpfen kann, und iesch bin euer Mann. Doch 'ier... Je ne sais au juste."
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Don Tristan de la Verde am 02.02.2020, 19:53:38
Auch Don Tristan war Jelenas stummer Aufforderung gefolgt, einerseits aus Neugierde andererseits weil er nach Möglichkeit helfen wollte Friedrich zu Überzeugen, dass es das kleinere Übel sein würde den Divas mitzunehmen.

Überrascht hebt er die Augenbrauen als er von Jelenas sarmatischem Hintergrund erfährt. Aber an sich
stärkt das in ihren Augen nur ihr Argument. So nickt der junge Hidalgo lediglich zustimmend und wartet gespannt auf die Antwort des Gelehrten. "Du nennst Dich gelehrt. Dann solltest Du wissen was Du nicht weißt und rationalen Argumenten zugänglich sein!" denkt er in dessen Richtung. Seine Professoren an der Universität in Vendel hatten stets darauf gedungen, dass ein verantwortungsvoller Arzt sich stets bewusst zu sein hatte, dass er nicht allwissend ist un es schien ihm offensichtlich, dass das gleiche auf für jeden Gelehrten zu gelten hatte.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Hannah Waldeck am 06.02.2020, 16:01:02
Hannah sah zu den Gruppenmitgliedern,  die sich ein wenig abseits unterhielten. Sie konnte nur abwarten und dem unheimlichen Wesen böse Blicke zuwerfen.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Friedrich Alfred von Dent am 09.02.2020, 05:20:23
Bevor sie sich etwas abseits unterhielten, erklärte Jelena noch, dass der Geist ja kein Interesse daran hätte, seinen Wirt zu töten. Friedrich sah das etwas anders. So ein Parasit konnte sich ja einfach einen neuen suchen, wenn der alte nichts mehr hergab. Aber der Forscher und Monsterjäger kannte sich zu wenig mit diesem Wesen aus, um wirklich sagen zu können, was seine Motive waren. War es tatsächlich nur daran interessiert, in seine Heimat zurückzukehren? Oder gab es andere Gründe? Vermutlich würde er das nicht einfach so herausfinden können. Es galt also eine Entscheidung zu treffen, ohne genug Hintergrundwissen zu besitzen. Das gefiel ihm überhaupt nicht.
Wenigstens schien Jelena nun, etwas abseits der restlichen Gruppe, mit ein paar mehr Informationen herauszurücken. Er hob vielsagend die Augenbraue und verschränkte die Arme, als sie davon erzählte, Sarmatin zu sein und dass es in dieser Angelegenheit um nationale Sicherheit ging. Das war ja noch nicht alles. Sie bewies wirklich ihr Wissen um diese Thematik und das ließ ihn etwas stutzen. Es schien sich doch um eine sehr spezielle und fragwürdige Thematik zu handeln. Doch auch wenn sich Friedrich seinen Teil dachte, war jetzt nicht der Zeitpunkt, auch noch diese Sache anzusprechen. Sie mussten sich auf ihren Auftrag konzentrieren und da blieb die Frage, ob dieses Wesen ihnen helfen oder sie eher behindern würde.
Jelena war offensichtlich weiterhin der Meinung, dass es ihnen helfen und sie es unter Kontrolle halten konnte. Sie brachte ihn zum Nachdenken. Ausschließen konnte er es nicht ganz, dass seine Landsleute nicht doch einen Handel mit dem Ding eingehen würden. Er glaubte es zwar nicht, aber wenn man verzweifelt war... was hatte man da zu verlieren? Außerdem schien sie ja wirklich zu wissen, wie man mit diesem Dievas umgehen musste. Wenn er wirklich irgendwann körperlich wurde, hieß das auch bestimmt, dass sie ihn bezwingen konnten, sollte es nötig sein. Dazu musste es auch erstmal kommen.
Friedrich seufzte schwer und nickte schließlich. "Nun gut, ihr habt mich überzeugt." gab er nicht gerade freudig zu. "Mir gefällt es nicht, diesen... Dievas mitzunehmen und ich habe das Gefühl, dass es ein großer Fehler ist, aber ihr scheint mit dem Wesen umgehen zu können und eure Argumente sind stichhaltig. Außerdem habt ihr bisher bewiesen, dass ich euch vertrauen kann." Er ließ das einen Moment im Raum stehen, bevor er noch einen abschließenden Satz sagen musste. "Aber lasst es mich nicht bereuen, Jelena." Er blickte sie ernst und lange an, bevor er zur restlichen Gruppe zurückkehrte. Da sich niemand so direkt gegen den Dievas ausgesprochen hatte wie er, entschied er, dass die Entscheidung damit gefallen war. "Wir werden den Dievas mitnehmen." erklärte er. "Tut was ihr müsst.", sagte er mit einem Blick an das Wesen und Jelena.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 09.02.2020, 23:26:01
Wenn auch niemand wirklich ein gutes Gefühl bei der Sache hatte, war die Entscheidung damit gefallen, doch damit war es noch nicht erledigt. Was nun folgte, würde jedem von ihnen ein Leben lang in Erinnerung bleiben und manche noch lange in ihren Träumen verfolgen: Die Exhumierung des Leichnams.

Auch wenn alle sich schließlich zähneknirschend einverstanden gezeigt hatten, wollte sich doch nicht jeder an der Ausgrabung beteiligen, und so war es letztlich Jelena, an der ein Großteil der schmutzigen Arbeit hängenblieb, unterstützt nur von denjenigen, die sie diese Bürde nicht alleine stemmen lassen wollten oder die schlicht nicht zu lange an diesem Ort verbleiben wollten.[1] Unter dem abgenagten Finger kam zunächst eine Hand, dann ein Arm zum Vorschein, und es zeigte sich bald, dass die Frau noch nicht lange hier im Boden lag, denn der Körper war noch recht frei von Verwesung - was die Arbeit allerdings nicht einfacher machte.

Nach einiger Zeit ließ sich nachvollziehen, in welcher Richtung der Kopf lag, und das Graben konnte nun zielgerichteter fortgesetzt werden. Als Jelena schließlich mit den Händen die Erde erst von der Nase und dann vom restlichen Gesicht der Toten abgrub, traf sie beinahe der Schlag, als sie zum ersten Mal den Ausdruck auf diesem sah: Höllenqualen zeichneten sich darauf ab, und Jelena konnte nur raten, ob es körperliche oder seelische Pein gewesen sein mochte. Für einige Augenblicke zögerte sie, ob sie ihren Plan tatsächlich umsetzen wollte, doch dann hob sie die Lider der Toten an und blickte in deren leere Augen.

Jelena hielt den Atem an, denn natürlich wusste sie nicht, was sie erwarten würde. Unterbewusst fürchtete sie durchaus, plötzlich nicht mehr Herrin ihrer selbst zu sein, doch das Gefühl, was sie nun verspürte, war in etwa das seelische Äquivalent eines Eimers kalten Wassers, der einem über den Kopf gegossen wurde. Danach geschah zunächst ... nichts.

Erst ein paar Atemzüge später ertönte plötzlich eine Stimme in ihrem Kopf: "So, dann wollen wir doch einmal sehen, ob wir etwas Spaß miteinander haben werden."
 1. Kann jeder selbst entscheiden, ob er mit graben möchte.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Jelena Sejm Petrasowna am 11.02.2020, 07:21:59
An Friedrich, Louis und Tristan (Anzeigen)

Bei der Leiche und den anderen Reisenden war vor allem Erich geblieben. Er hatte, kaum das der Schrei ertönt war, sein Schwert gezogen und sich nach dem Feind umgesehen. Dem Schemen war er mit Misstrauen und Abscheu begegnet, überließ aber vor allem seinem Freund Friedrich das Urteil. Den Neuankömmling beäugte er aufmerksam. Als die anderen sich zurückzogen, tauschte er kurz mit Friedrich einen Blick, dass er als Wache zurückbleiben würde und sich seinem Urteil anschlösse. Umso mehr überraschte ihn das Ergebnis. Er suchte den Blickkontakt mit Friedrich, um ihm einen fragenden Blick zuzuwerfen, und nahm sich vor, mit ihm später unter vier Augen zu sprechen.

Zurück auf der Wegkreuzung wandt sich Jelena noch einmal an die anderen Anwesenden und warb um Verständnis: "Vielen Dank für eure Sorge, aber dies ist der einzige Weg." Sie machte sich daran, den Leichnam freizulegen. Recht bald verspürte sie den Wunsch, sich eine zum Graben geeignetere Form zuzulegen, unterdrückte ihn aber. Der gequälte Ausdruck auf dem Gesicht der Toten ließ sie aufstöhnen und die Augen schließen. So wollte sie sicher nicht enden. Und diese Erinnerung noch am selben Tag wie die Hinrichtungen, bei denen sie geholfen hatte - ihr war flau. Aber sie wusste, das sie keine Furcht haben durfte und so setzte sie ihre Tätigkeit fort, leise orthodoxe Gebete murmelnd. Auch vor Matruschka wurde Abbitte geleistet.

Währenddessen hielt es Erich nicht mehr aus und fragte, nachdem er sich vorgestellt hatte, Hannah: "Wen genau sucht ihr und wisst ihr, wo sie sich aufhält? Eine Orientierung fällt in diesem Wald nicht leicht."

Als sie fertig war, versuchte sie, etwas persönliches von Marcelia an sich zu nehmen, um sie später zu identifizieren und zumindest dies in die Heimat zurückbringen zu können - ein Ring, ein Umhänger, Aufzeichnungen in einer Innentasche, was auch immer. Dann sammelte sie sich und starrte in ihre toten Augen. Sie zuckte sichtlich zusammen und zitterte kurz, bevor eine angespannte Ruhe in ihre Haltung zurückkehrte. Sie schloss die Augen, stand auf und zeigte ihr kühleres Wesen, während sie laut und für alle verständlich sprach: "Spaß miteinander haben - wir werden sehen. Zunächst haltet euch bitte an die Vereinbarung. Zeigt euch und erklärt, was hier in diesem Wald los ist und wie ihr uns bei der Fluchlösung helfen werdet."
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Louis de Fromage Puant am 11.02.2020, 18:54:41
Es war Louis' Miene anzusehen, dass ihm die ganze Sache keinesfalls behagte. Er würde nicht auf einer Demonstration von Kräften bestehen, die ihm ohnehin mehr als suspekt waren. So schenkte er Jelena nur ein knappes Nicken und warf einen verkniffenen Blick in Richtung des Schattens. An der Arbeit, den Leichnam freizulegen, beteiligte sich der Montaigner nicht. "Mon dieu, iesch weiß, warum siesch keine Edelmann mit diese Kunst beschäftiegt" murmelte er nur indigniert angesichts der reichlich schmutzigen Angelegenheit. Er rümpfte die Nase und hielt einen gewissen Abstand, ohne indes seine Augen abzuwenden. Wachsam besah er sich alles, die Hand auf dem Knauf des Degens in dem Gefühl, so jederzeit blitzartig eingreifen zu können – auch wenn er sich überhaupt nicht mehr sicher war, in welcher Weise er dies mit einiger Aussicht auf Erfolg tun könnte. Jelenas Zusammenzucken und Erschauern sah er mit einem deutlichen Stirnrunzeln. Der Musketier verlagerte sein Gewicht, um zu einem sofortigen Sprung vorwärts in der Lage zu sein. Misstrauisch erkundigte er sich: "Comment allez-vous? Ist die Ding in Eusch drien? ...Fichtre! Pardon, Mademoiselle, iesch wollte natürliesch niescht, wie sagt man, légère sein... ah: glitschieg, correcte..?" Mit einem Erröten und einem Räuspern verstummte er.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Friedrich Alfred von Dent am 13.02.2020, 04:43:11
Es war keine leichte Entscheidung gewesen, dieses seltsame Bündnis zu erlauben. Einen Moment schien es ihm, als hätte er sich falsch entschieden. Denn kaum hatte er dem zugestimmt, offenbarte Jelena, dass sie zaubern konnte. Er verzog das Gesicht. So wurde also mit seinem Vertrauen umgegangen und das, obwohl er nur wenige Sekunden zuvor darum gebeten hatte, dass sie es ihn nicht bereuen lassen sollte. Er wusste nicht, was er von dieser Entwicklung halten sollte. Zum einen war er froh darüber, dass sie endlich die Wahrheit sagte, aber zum anderen hatte sie mit ihren Worten völlig recht. Es gab hier viele Menschen, die wenig Verständnis für Zauberer und Magiewirker übrig hatten. Friedrich hatte sich zu diesen dazugezählt.
Doch abgesehen von dieser Sache, hatte Jelena ihn nie enttäuscht. Er vertraute ihr tatsächlich und konnte auch nachvollziehen, wieso sie diese nicht unwichtige Information nicht schon früher preisgegeben hatte. Sie schien sich nun sicher zu sein, dass sie dadurch keine Probleme bekommen würde. Friedrich seufzte schwer. Er wollte ihr das Leben nicht zur Hölle machen. Er musste ihr einfach weiterhin vertrauen. Das fiel ihm nicht leicht aber damit würde er schon umgehen können oder es eben lernen müssen.
Die Demonstration ihrer Kräfte wollte er sich nicht entgehen lassen. Zum einen sollte sie ihre Worte beweisen und zum anderen wollte Friedrich erste Erfahrungen mit der Magie sammeln. Denn wenn er Jelena oder eher ihren Kräften jemals voll vertrauen wollte, musste er wissen, was es damit auf sich hatte. Kritisch beobachtete er also, wie sie den Bogen mithilfe ihrer magischen Kräfte reparierte. "Ich muss zugeben, das scheint mir sehr nützlich zu sein." Eine erste positive Erfahrung mit Magie. Er hoffte, dass es nicht seine Letzte war.
Schließlich kehrten sie zurück. Erich nickte er zu. Sie würden sich unterhalten können, wenn sie sich wieder auf den Weg machten. Bis dahin musste sich sein Freund noch gedulden. Jetzt galt es den Leichnam auszugraben und Friedrich beteiligte sich an dieser Arbeit. Er sah es als seine Pflicht an, da er dieser ganzen Sache zugestimmt hatte. Als er sah, welchen Ausdruck die Tote auf dem Gesicht hatte, zweifelte er einen Moment an seiner Entscheidung. Dieser Dievas hatte sich geweigert irgendetwas über den Tod dieser Frau zu erzählen. Doch nun gab es kein Zurück mehr. Sie hatten alle diese Entscheidung getroffen und mussten sie jetzt in die Tat umsetzen.
Jelena vollzog irgendeinen magischen Kram und zuckte dann zusammen. Sie zitterte und stand dann auf. Für Friedrich war klar, dass sie sich nun mit dem Dievas verbunden hatte, den sie jetzt auch an die Vereinbarung erinnerte. Es wurde also interessant. Nun würde sich zeigen, ob das Vertrauen gerechtfertigt war und ob dieser Geist, der nun mit Jelena verbunden war, wirklich nichts Böses im Sinn hatte. Friedrich hoffte dies wirklich sehr. Er wünschte ihnen allen keine Probleme und Jelena keinen Schaden. Er verschränkte die Arme, hielt seine Armbrust aber griffbereit um für alle Fälle vorbereitet zu sein.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Juan Felipe Fernandez am 13.02.2020, 15:26:00
Juan Felipe beobachtete das gesamte Treiben nach wie vor als Außenstehender und blieb an Ingrids Seite. All das hatte nichts mit ihm und seiner Aufgabe zu tun und auch nichts mit der Pflicht gegenüber der Duellantin, die er auf sich genommen hatte. Also blieb er auf seinem Pferd sitzen und hielt das Reittier angesichts des Leichengeruches so ruhig wie möglich. Er wollte zwar nicht allzu lange hier im Wald verweilen, aber allein weiter zu reiten, schien ihm nach wie vor keine sonderlich gute Idee zu sein.
An die Duellantin gewandt sagte er dann, als alles erfolgreich getan war: "Sind solche abstrusen Dinge in euren Landen tatsächlich normal? Ich habe nie davon gehört, dass solcherlei Dinge regelmäßig bei uns in Castillien passieren würden."
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 14.02.2020, 00:50:39
Der Baron hatte sich die ganze Zeit zurückgehalten; es war ihm anzumerken, dass die Situation ihm nicht behagte, denn auch die beste Erziehung konnte einen so jungen Menschen nicht auf das vorbereiten, was hier vor sich ging. Nachdem allerdings die Entscheidung getroffen und der Leichnam ausgegraben worden war, meldete er sich zurück.
"Vergesst nicht, dass es immer noch Perchta ist, die wir suchen. Wenn Ihr Geister mit Euch mitnehmen möchtet, ist das eine Sache. Aber wir sind nicht hier, um die Burg einer Baronin einzunehmen, und sei sie noch so verschlagen."

Jelena hingegen bekam tatsächlich eine Antwort von dem Dievas, die jedoch nur sie hören konnte.[1] Die Antwort schien sie jedoch nicht besonders glücklich zu machen, soviel konnte jeder, der sie beobachtete, sagen.

Ingrid reagierte kaum auf Juan, so gebannt beobachtete sie immer noch Jelena, nachdem sie die Gegebenheiten zuvor deutlich fassungslos betrachtet hatte. Doch die Reaktion allein beantwortete bereits die Frage des Castilliers, denn normal schien dies selbst für eisenländische Verhältnisse nicht mehr zu sein.
 1. PM
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Hannah Waldeck am 14.02.2020, 16:05:38
Hannah sah zu Erich, lächelte und sagte dann "Ich suche eine Frau namens Perchta. Sie lebt hier im Wald. Dorfbewohner haben mir von ihrem Wirken erzählt. Leider wussten sie nicht, wo genau sie wohnt. Daher bin ich immer noch auf der Suche nach ihr." Sie nickte um ihre Aussage zu untermauern. Dann sah sie zu dem incognito reisenden Adligen, der sich noch nicht vorgestellt hatte.

Dann wurde sie abgelenkt. Mit Schrecken sah sie, wie Jelena die Leiche der Unglücklichen ausgrub."Nein...was tut ihr da? Haltet sie auf, bitte!" Ungläubig sah sie zu Friedrich und schüttelte dann den Kopf, als sie merkte, dass ihre Warnungen und Bitten umsonst gewesen waren. Sie atmete mehrmals tief durch, traute sich dann näher an die Gruppe heran. Sie musste die Leiche genauer untersuchen, waren unnormale Leichen doch ihr Metier. Langsam kam sie näher - sollte sie niemand daran hindern - und sah sich die Leiche genauer an. Ihr Gesichtsausdruck blieb dabei neutral, vielleicht sogar ein wenig neugierig. Ohne ein Zeichen des Ekels würde sie die Leiche sogar berühren.

"Was sie wohl erlebt hat? "murmelte Hannah leise und sah dann zu Jelena. "Könnt Ihr heraus finden, was mit dieser armen Seele.. " sie deutete auf die Leiche "... passiert ist. Ich meine außer dem offensichtlichen, dass sie tot ist. Wie ist sie gestorben? Es muss auf eine höchst unangenehme Art passiert sein. "
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 14.02.2020, 20:39:07
Jelena schien in einer Art innerem Monolog gefangen zu sein, zumindest antwortete sie nicht direkt auf Hannahs Frage. Da niemand sie daran hinderte, sah sie sich stattdessen den Leichnam genauer an und entdeckte etwas, das ihre Aufmerksamkeit erregte. Die Hände der Toten wiesen klare Zeichen dafür auf, dass sie damit in der Erde gegraben hatte, und zunächst dachte Hannah erschüttert, dass sie lebendig begraben worden war und verzeifelt versucht hatte, sich auszugraben.
Doch die Spuren passten dazu nicht wirklich, die Art, wie die Erde auf den Leichnam geschüttet worden war. Schließlich zog sie den einzigen Schluss, der zu ihren Beobachtungen passte, auch wenn sie nicht sagen konnte, wie die Frau es zustandegebracht hatte: Sie musste sich selbst lebendig begraben haben!
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Hannah Waldeck am 15.02.2020, 11:57:57
Vorsichtig hatte Hannah nacheinander die Arme der Toten angehoben und die Hände, besonders die intakte untersucht. Die eingerissenen Fingernägel mit tief hinein gedrückter Erde ließen nur einen Schluss zu. Sie ging um die Leiche herum, sah sich an, wie sie in der Erde gelegen hatte.  Dann untersuchte sie das Gesicht, schaute in Mund und Nase, wo sie wahrscheinlich auch Erde fand. All das unterstützte ihre furchtbare Schlussfolgerung.

Hannah wandte sich an die Umstehenden. Ihre Stimme war fest. "Sie wurde bei lebendigem Leib begraben... ist erstickt unter der Last der Erde. Wobei sie die erste Person ist die ich sehe, die sich absichtlich selbst in diese Lage gebracht hat. Normalerweise kenne ich sowas nur von Unfällen, wenn ein gegrabenes Loch über der armen Seele einstürzt. Diese arme Frau jedoch hat sich selbst mit Erde bedeckt, bis sie gestorben ist. Ihr Gesichtsausdruck lässt den Schluss zu, dass sie das nicht wirklich freiwillig getan hat."
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Don Tristan de la Verde am 16.02.2020, 17:58:15
Auch Don Tristan nahm die Leiche in Augenschein. Der junge Arzt ging sogar in die Hocke für einen genauen Blick und kam schließlich zu den gleichen  Schlussfolgerungen wie die Eiseländerin.
Er erhob sich und Wut über das grausame Schicksal der Sarmatin lag in seiner Stimme als er sich dem Dievas zu wandte und obwohl er sich der nutzlosigkeit der Klinge gegen diesen Gegner nur zu bewusst ist liegt seine Hand instinktiv auf dem Griff seines Rapiers.
"Wart ihr das? Oder habt ihr nur zugelassen, dass er geschah da sie im Begriff war euch zu besiegen?"
letzteres ist natürlich nur Mutmaßung, aber es würde erklären, warum der Dämon seine Trägerin getötet haben mochte obwohl es bedeutete hier gefangen zu sein, bis sich ein neuer Träger fand.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 17.02.2020, 16:58:59
Das Abbild des Dievas war jedoch nicht mehr zu sehen, und keine Stimme antwortete Don Tristan. Offenbar zog er es nun vor, nur noch mit seiner neuen Trägerin zu kommunizieren, und dieser antwortete er dann auch.[1]
 1. PN
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Jelena Sejm Petrasowna am 18.02.2020, 05:50:49
Friedrichs zurückhaltende Anerkennung ihrer Magie quittierte die Halbussurerin mit einem: "Danke. Abseits davon kann ich unter anderem viele meiner Verletzungen heilen und mir die Fähigkeiten von Tieren zu eigen machen."

Die misstrauische Haltung Louis' ignorierend provozierte sein verbaler Ausrutscher ein Schmunzeln bei Jelena: "Keine Sorge, ich verstehe, wie ihr es meint. Um eure Frage zu beantworten: Ja, ich trage ihn jetzt."

Dem jungen Baron gegenüber wurde sie ernst und bestätigte: "Es ist nicht vergessen und ich hoffe, ich spreche für alle, dass wir Perchta als nächstes Ziel haben werden. Ich möchte nur daran erinnern, dass wir, was die Rettung der zweijährigen Geisel angeht, nur begrenzt Zeit haben. Irgendwann wird das Ausbleiben der nächsten Gefangenenlieferung und die Nachricht von deren Befreiung dier Baronin zu Ohr kommen. Wir sollten Perchta also möglichst bald erreichen."

Hannah bekam eine Antwort zunächst von Erich: "Wie ihr gehört habt, ist sie auch unser Ziel. Zusammen wären wir effektiver mit der Suche. Kommt ihr mit?" Jelena stimmte zu: "In Anbetracht dessen, was ihr gesehen habt, ist es vielleicht besser." Dabei wanderte ihr Blick auch zu Juan. Hannahs Einspruch quittierte sie mit einem bedauernden: "Wie gesagt, es geht nicht anders..." Dann beantwortete sie auch die Frage, wenn auch geistesabwesend und verzögert: "Wissen tue ich es nicht, bis ER mir antwortet, aber wenn ich vermuten müsste, war ihre Situation verzweifelt genug, Erlösung durch den Freitod zu wählen." Als sie ihr das bestätigte, kommentierte die Halbsarmatin: "Wie ich befürchtet habe - die Arme. Ihr scheint Erfahrung zu haben, das ist nützlich." In Jelenas Tasche verschwand ein Medallion, was die Tote getragen hatte.

Tristans harte Worte und bedrohliche Haltung ließen Jelena zusammenzucken. Instinktiv wollte sie zurückweichen, doch waren Matuschkas Lehren unerbittlich - Handlungen aus Furcht waren verboten. Mit leicht verzogenem Gesicht sprach sie: "Ich wiederhole - abgesehen von einer wenig schmeichelhaften Bezeichnung für euch - seine Worte: Die Frau sei aus freiem Willen gestorben. Nicht jeder besäße die innere Kraft, einen Geist 'wahrer Größe' in sich zu tragen, manche würden an ihrer menschlichen Minderwertigkeit verzweifeln. Diese hier habe sich dafür entschieden, ihr Leben zu beenden, und wenn es in seiner Macht gestanden hätte, hätte er sie aufgehalten. Wo sollte sein Vorteil sein, sich an diesen Ort fesseln zu lassen? Zeige das nicht, wie machtlos er doch am Ende sei?"

Was ihre Konversation mit dem Dievas ansonsten anging, konnte man sie zunächst halblaut hören: Sie fragte, wer noch von den unmenschlichen Kräften der Baronin wüsste, wie sie daran gekommen sei und ob er weitere ihrer Fähigkeiten benennen könnte. Und ob es Beweise für das beschriebene gäbe und wie er sich an der Lösung beteiligen wolle. Doch die Antworten schienen sie nicht zufrieden zu stellen. Mit einem verärgerten Schnalzen schloß sie ihre Konversation mit ihm mit den Worten: "Für einen Beweis für die fruchtbar-positive Zusammenarbeit und um die Wahrscheinlichkeit weiterer Händel zu erhöhen, solltet ihr über mehr Entgegenkommen nachdenken. Ebenso, ob es eine gute Idee ist, den einzigen, der neben mir von Anfang an eurer Bitte um Mitnahme entsprach, zu beleidigen."
Als sie aufsah, fiel ihr Blick auf Ingrid und wurde weicher. "Ich gebe SEINE Antworten so exakt wie möglich wieder: Die Baronin möge früher ein Mensch gewesen sein, jetzt jedoch habe sie sich verwandelt. Sie sei nun eine unsterbliche Kreatur, die für diese Unsterblichkeit jedoch Menschen opfern müsse. Es sei ja klar, woher sie diese bekäme. Doch sie könne durch Waffen besiegt werden. Darüber hinaus habe sie sicher weitere unnatürliche Kräfte und wir sollen uns auf alles gefasst machen. Er könne uns zur Burg führen, zu weiterer Hilfe sehe er sich allerdings außerstande. Antworten auf meine Fragen nach dem wie es dazu kam oder wer noch davon weiß kann oder will er nicht geben." Sie schnalzt unwillig und fragt dann: "Habt ihr weitere Fragen an ihn? Die könnt ihr gerne stellen. Sobald wir hier fertig sind, gerne auch unterwegs. Wollen wir Marcelia Slaski noch umbetten oder nur wieder verscharren?"
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Juan Felipe Fernandez am 18.02.2020, 10:16:15
"Was ist das hier für ein Land? Erst Leichen, die mitten auf dem Weg verscharrt werden, dann böse Geister und jetzt eine Baronin, die sich in ein Monster verwandelt und Menschen für ihre Unsterblichkeit opfert? Wahrscheinlich trinkt sie ihr Blut oder badet darin oder soetwas." Juan Felipe fühlte sich in ein Schauermärchen versetzt, je mehr er von diesen Eisenlanden erfuhr und was hier scheinbar vor sich ging. Er hatte ja erwartet, dass es in der Fremde anders sein würde als zuhause, aber dass es gleich eine so abstruse Welt war, in die er hinausgezogen war, das hatte er nicht erwartet. Nunja, man konnte die Baronin mit Waffen bezwingen, das hatte die Frau wohl von ihrem Geist erfahren. Das beruhigte Juan Felipe und seine Hand fuhr zu seinem Degen, beinahe um sich daran festzuhalten und um etwas zu spüren, das sich vertraut anfühlte.
Das gab ihm langsam wieder ein Gefühl von Sicherheit. Wenn man es bekämpfen, wenn man es töten konnte, dann würde er damit zurechtkommen. Deshalb war er doch hier oder nicht? Abenteuer warteten. Mit Banditen hatte er es schon aufgenommen, eine unsterbliche Monster-Baronin klang zwar eher wie der übernächste Schritt aber was wollte man tun. Manchmal streckte man eben seine Hand aus und das Gegenüber griff nach dem ganzen Arm. Das Schicksal wollte ihn wohl möglichst schnell zu einem Helden der Eisenlande machen. Und wer war er, dass er dem Schicksal widersprechen würde.
Also wandte er sich an die junge Frau, die mit dem Geist zu sprechen vermochte: "Wenn er sagt, sie könne mit Waffen bekämpft werden, was bedeutet das? Stirbt sie unter einer Kugel oder einer Klinge wie jeder von uns? Oder muss man bei Neumond mit einem Dolch aus Silber ihr Herz durchbohren und dann zerfällt sie zu Staub?" Von den Geschichten, die er in der Heimat gehört hatte ausgehend, war das durchaus möglich. Dort hatte jedes Monster eine solche Schwäche und sobald der Held sie einmal erfahren hatte, musste er sie nur noch ausnutzen.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 18.02.2020, 10:24:24
Ingrid hatte wie immer, wenn sie nicht direkt angesprochen wurde, der Konversation schweigsam zugehört. Doch je länger Jelena erzählt hatte, desto mehr wich die Farbe aus dem Gesicht der Banditin, bis sie sich schließlich zur Seite fallen ließ und sich, auf dem Boden liegend, deutlich hörbar erbrach. Als sie sich mit Juans Hilfe wieder aufgerappelt hatte, stand ihr das Entsetzen weiterhin ins Gesicht geschrieben. Ihnen allen war klar, dass sie, wenn auch ohne direkt davon zu wissen, der Kreatur, die früher die Baronin war, die Nahrung für ihr dunkles Treiben verschafft hatte.
"Nnnein, d... das kann nicht sein." begann sie zu stammeln, als ihr die Tragweite ihres Tuns bewusst wurde. "Ich... ich verdiene den Tod! Das, was ich getan habe, ist unverzeihlich." fügte sie, nun mit fester werdender Stimme, hinzu. "Ich erbitte nur eine Gnade von euch: Lasst mich helfen, diesem Monster ein Ende zu setzen! Und wenn Euer Herz dann noch zu Mitleid fähig ist, verschafft mir einen schnellen Tod."

Auch Tristan, der Baron, hatte all seine Gesichtsfarbe verloren, während Jelena die Worte des Dievas weitergab. Nun ließ er die Maske des einfachen Mitreisenden endgültig fallen und wechselte in den bestimmenden Ton, den sie von ihm kannten: "Perchta kann warten. Ich muss darauf vertrauen, dass meine Schwester unsere Feinde mit Geschick hinhält, ein paar Tage werden dort keinen großen Unterschied machen. Aber diese Kreatur muss gestellt werden, sonst würden wir alle unseres Lebens nicht mehr froh.
Lasst uns den Leichnam begraben und dann keine Zeit verlieren. Wenn dieser Geist uns zu der Burg führen kann, soll er dies tun, und zwar auf dem direktesten aller Wege."


Die Antwort auf Juan Felipes Frage gab der Dievas diesmal sofort, und Jelena gab sie wiederum ungefiltert weiter: "Es gibt durchaus Schrecken, die eine besondere Empfindlichkeit gegenüber Silber haben, doch ich glaube nicht, dass es bei der Baronin so ist. Nach dem, was ich zusammengetragen habe, kostet es jedoch bereits Überwindung, sie nur anzugreifen, da sie eine Aura der Furcht umgibt. Und trotz ihrer menschlichen Gestalt verfügt sie über unmenschliche Kraft und kann mit einer Wucht zuschlagen, die ein normaler Körper nicht zulassen würde. Doch unverwundbar ist sie nicht, ein gewöhnlicher Säbel kann ihr genauso gut Wunden zufügen wie ein Holzpflock, wenn er mit genügend Wucht in ihren Körper gerammt wird."
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Juan Felipe Fernandez am 18.02.2020, 14:29:10
Bei der Reaktion von Ingrid empfand Juan Felipe eine Mischung aus Mitleid und Bewunderung. Ohne ihr Wissen war sie zu schrecklichem gezwungen worden. Sie mochte Schuld auf sich geladen haben, aber doch war sie nur indirekt verantwortlich. Geringere Frauen hätten das als Ausrede genutzt und sich selbst entschudligt. Aber Ingrids Entsetzen war ohne Zweifel echt. Es kam höchst selten vor, dass Menschen ihren eigenen Tod forderten und es so ernst meinten, wie Ingrid es in diesem Moment wohl tat. Mehr als ein paar bestärkende Worte sprach der junge Adlige nicht. Aber das war wohl auch nicht nötig. Ingrid war in seinem Ansehen noch einmal gestiegen.
Als dann der junge Mann so deutlich das Wort ergriff, horchte Juan Felipe kurz auf. Er hatte ja schon vermutet, dass mit ihm irgendetwas besonderes vor sich ging, als dieser zurückgeblieben war bei dem Angriff auf die Räuber und doch irgendwie ein Anführer dieser Truppe zu sein schien. Das bestätigte sich jetzt endgültig. Offenbar war er hier der Wortführer, der die Entscheidungen zu treffen hatte. Und von Feinden und einer Schwester war die Rede. Dieser Trupp war nicht zufällig hier unterwegs. Es klang alles mehr und mehr nach einer ganz speziellen Mission. Der Castiller sagte dazu zunächst aber nichts.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Hannah Waldeck am 18.02.2020, 21:21:36
Hannah half natürlich dabei, den Leichnam ordentlich zu begraben. Etwas entfernt vom Weg grub sie mit den anderen ein tiefes Grab, in das sie die arme Seele betteten. Hier wäre sie von wilden Tieren geschützt und würde nicht weiter von Raubtieren angefressen werden.  Immer wieder sah sie argwöhnisch zu Jelena, suchte nach äußeren Anzeichen ihrer 'Besessenheit'.

An alle gewandt sagte sie: "Ich würde euch gerne begleiten. Dieser dämonischen Baronin muss Einhalt geboten werden. Danach können wir gemeinsam nach Perchta suchen."
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Jelena Sejm Petrasowna am 20.02.2020, 21:11:03
Als Ingrid aus dem Sattel rutschte, reagierte Jelena nicht schnell genug, sie konzemtrierte sich noch darauf, die Worte des Dievas weiterzugeben. Dann allerdings erfasste sie Mitleid, auch wenn sie sich wenig ansehen ließ. Sie lbeachtete den Leichnam nicht weiter und ging zu ihr rüber. Falls notwendig, hielt sie ihr Haar aus dem Weg und bot ihr anschließend einen Wasserschlauch zum Waschen und zum Spülen des Mundes an. Ihre Worte blieben allerdings kühl: "Was ihr verdient habt, entscheidet ultimativ der Herr, unser Gott. Betet zu ihm und stellt euch dem, was er vorgesehen hat. Für das Treiben der Baronin sollten Zeugen und Beweise gefunden werden. Und eure Hilfe gegen sie wird einen Teil beitragen zu eurer Sühne." Sie suchte Ingrids Blick und erinnerte sie, nun etwas wärmer: "Lasst eure Tochter nicht allein, gebt ihr etwas, worauf sie Stolz sein kann und bleibt um ihretwillen stark!"

Die Worte des Fürsten ließen die Halbussurin lächeln. "Ganz wie ihr beliebt." Dann gab sie die Antwort des Dievas auf Juan wieder und kehrte zum Leichnam ihrer Volksgenossin zurück, nachdem sie sicher war, dass sich Ingrid zumindest halbwegs gefasst hatte. Sie half beim Begraben der armen Seele und sprach dabei angemessene Gebete. Hannah hielt sie zwischendurch die Hand hin und verkündete: "Also um meinetwegen: Willkommen in unserer Gruppe."

Erich hatte Hannahs Antwort mit einem Nicken registriert und Jelena scharf beobachtet. Was hier geschah, beunruhigte ihn zutiefst und er suchte immer wieder Friedrichs Blick, um sich zurück zu versichern. Zunächst war er froh, dass sie zu ihrer ursprünglichen Aufgabe zurückkehren wollte, als Jelena allerdings die Anschuldigungen des Dievas vernahm, wurde er sichtlich wütend. Wenn das stimmte... Seine Hände griffen Zügel und Sattelknauf fester. Er drehte sich zu Friedrich um: "Was hälst du davon und für wie wahr schätzt du das ein?" Als der Fürst der Sache nachgehen wollte, nickte er grimmig: "Mit dem größten Vergnügen." Hannahs Ankündigung quittierte er mit einem Nicken: "Von mir aus, einverstanden."
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Friedrich Alfred von Dent am 21.02.2020, 06:35:11
Es war für Friedrich nicht einfach, sich das einzugestehen aber die Situation überforderte ihn ziemlich. Erst die schwere Entscheidung bezüglich dieses Geistes, dann Jelenas magische Fähigkeiten, eine Frau die sich anscheinend selbst begraben hatte und dann auch noch die Baronin, die wohl gar kein Mensch mehr war, wenn man dem Dievas trauen konnte. Ihm schwirrte der Kopf bei all diesen Informationen und er brauchte einen Moment, um alles zu verarbeiten und geistlich richtig einzuordnen. Ihm entging auch nicht das Hannah, die ihn gebeten hatte die Vereinigung mit dem Dievas zu unterbinden, nicht wirklich zufrieden mit diesem Ergebnis war. Das schien der Baron auch nicht zu sein aber beide taten nichts weiter. Friedrich gefiel die Sache auch nicht und er würde sich wahrscheinlich auch noch eine ganze Zeit lang fragen, ob er richtig gehandelt hatte oder nicht.
Wenn er die ganze Situation genauer betrachtete, wollte er fast sagen, dass er die falsche Entscheidung getroffen hatte. Aber zumindest die Informationen, die der Dievas offenbarte - sollten diese denn der Wahrheit entsprechen - waren sehr wichtig. Der Baron handelte auch aufgrund dessen sehr schnell und entschied, dass sie sich erst um die Baronin kümmern mussten. Friedrich nickte. Er sah das ähnlich. Menschenopfer um Unsterblichkeit zu erlangen. Unmöglich war das nicht. Eine Aura der Furcht und unmenschliche Kraft. Wie aus einem Reflex heraus, griff er Forscher und Monsterjäger nach seinem Buch und begann dieses durchzublättern. Gleichzeitig durchforstete er sein Wissen. Kannte er eine Kreatur, auf die diese Fähigkeiten zutrafen?[1]
Die Aussichten waren nicht gerade rosig, wenn er an die Baronin und den Kampf dachte, der auf sie alle zukam. Er war deshalb sogar recht froh, dass Hannah anbot, mitzukommen. Zwar kannte er sie nicht und vertraute ihr nicht wirklich aber bei einem so mächtigen Gegner war eine weitere Kämpferin gerne gesehen. Er nickte ihr also dankend zu, wandte sich dann aber an Erich. "Möglich ist es auf jeden Fall. Die Eisenlande haben schon viel unter der Baronin gelitten. Wenn sie kein Mensch mehr ist, dann ist es längst überfällig, dass man sie von ihrem Thron holt." antwortete er nachdenklich aber sichtlich erregt. Wie Erich war auch Friedrich ein Patriot. Er liebte sein Heimatland. Dass so etwas überhaupt möglich war, machte ihn unglaublich wütend. Dass es anscheinend schon sehr lange so zuging, noch sehr viel mehr. "Aber ich bin mir bei all dem nicht sicher. Ich vertraue dem Dievas nicht. Ich vertraue Hannah nicht. Jelena kann zaubern." Er schüttelte den Kopf. "Ich muss etwas über diese ganze Sache nachdenken und meine Gedanken ordnen."
 1. Kann ich da was würfeln?
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Louis de Fromage Puant am 22.02.2020, 14:25:33
Louis hatte mehrere Male den Kopf ungläubig geschüttelt. Was er da zu hören bekam, ließ den Musketier allmählich daran zweifeln, ob es eine so gute Idee gewesen war, Abenteuer ausgerechnet in solch einem offenbar verfluchten Landstrich zu suchen. Sobald er jedoch erfahren hatte, dass der Baronin mit gewöhnlichen Waffen beizukommen sei, hellte sich seine bedenkliche Miene merklich auf. "Ah... was Ihr niescht sagt! Also eine créature, welsche Angst und Schrecken um siesch verbreitet, eh..? Klingt nach eine Gegner, die iesch gern meine Degen zu kosten gäbe!" Er ließ die Klinge mit einer blitzschnellen Bewegung aus der Scheide fahren und beschrieb mit der Spitze eine flirrende Acht durch die Luft, dass es zischte. "...'a! Iesch sage, wir stellen diese Ding und vernieschten es!" Der Degen wanderte weiter, bis er auf Ingrid wies. "Wenn Ihr 'ilfe wollt, bin iesch Euer Mann, Madame - aber dann solltet Ihr niescht von sterben reden. Wer siesch bereits mit eine Fuß in la tombe wähnt, 'at niescht die 'erz frei für die Kampf!" Gegen den Baron deutete der Montaigner eine Verbeugung an, hob den Degen grüßend bis vor die Augen und stieß ihn dann zurück in die Scheide. "Wohl gesprochen, Sire!"
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 23.02.2020, 19:16:11
Es war also schnell entschieden: Alle Versammelten waren sich einig, dass den Machenschaften der Baronin so schnell wie möglich Einhalt geboten werden musste. Alles andere musste zunächst warten. Das Angebot von Juan und Hannah, sich der Gruppe anzuschließen und gemeinsam gegen die Baronin zu kämpfen, wurde zurückhaltend, aber dann doch dankbar angenommen. Bei Hannah war sich der Baron nicht sicher, doch Juan war als Ausländer doch eher unverdächtig, ein Spion von Wische zu sein.

Nachdem der Leichnam vergraben und ein paar segnende Worte über dem Grab gesprochen worden waren, brach die Gemeinschaft schließlich auf und folgte Jelenas Führung - beziehungsweise der des Dievas, der mit der Ussurerin kommunizierte. Immer weiter nach Süden reisten sie über teils breite, teils kaum als solche zu erkennende Waldwege und stießen dabei zunächst auf keine weiteren Hindernisse. Zwei Tage und Nächte vergingen auf diese Weise, während derer sich die unterschiedlichen Persönlichkeiten langsam etwas näher kamen, und auch der dritte Tag brachte zunächst keine Änderung.

Sie kamen, bei gutem Wetter (auch wenn die Sonne kaum durch das dichte Walddach brach), erneut zügig voran, als Don Tristan etwas auffiel. Er bat die Gruppe, einen Moment zu warten, und lief ein paar Schritte voran, um sich von seinem Verdacht zu überzeugen - und tatsächlich: Er war sich sicher, dass hier nur wenige Stunden vor ihnen eine größere Gruppe mit Pferden entlang gekommen war, und teilte den anderen diese Beobachtungen mit.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Friedrich Alfred von Dent am 29.02.2020, 04:48:17
In den folgenden Tagen beruhigte sich Friedrich etwas. Sowohl Hannah, als auch Juan schienen in Ordnung zu sein und wenn sie etwas im Schilde führen sollten, dann konnten sie das gut verstecken. Für den Moment schenkte er ihnen etwas Vertrauen. Sogar an den Anblick des Dievas hatte er sich etwas gewöhnt. Das hieß allerdings nicht, dass er den Geist aus den Augen ließ. Denn auch wenn sich Friedrich entspannt hatte, so wollte er bereit sein, wenn es zu Problemen kam. Irgendwie hatte er immer noch das Gefühl, dass diese früher oder später kommen und mit dem Dievas zu tun haben würden.
Gerade war er noch mit Erich ins Gespräch vertieft gewesen, da machte sie Don Tristan auf Spuren aufmerksam. Eine größere Gruppe, die vor nicht allzu langer Zeit hier vorbeigekommen war. Sie mussten nun aufpassen. Es war nicht sicher, wie die Leute hier zu der Baronin standen. "Wir müssen von nun an vorsichtiger sein." machte er klar. "Vielleicht sollten wir etwas langsamer reiten, sodass jemand voraus spähen kann?" Wenn denn jemand aus der Gruppe darin geübt war. Zu wissen, was auf sie zukam, würde sicherlich hilfreich sein.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Juan Felipe Fernandez am 29.02.2020, 11:54:14
Juan dachte bei den Worten des Einheimischen für einen Augenblick nach und antwortete dann: "Vielleicht sollten wir darüber nachdenken uns nicht im Geheimen zu nähern. Wir werden das Heim dieser Dame so oder so nicht mit Gewalt erstürmen können. Dafür haben wir nicht die nötigen Ressourcen. Es könnte besser funktionieren, wenn wir einfach als Gäste kommen und uns so umsehen, statt zu versuchen ungesehen da hinein zu kommen. Wenn wir einmal in ihren vier Wänden sind, können wir vielleicht auch mehr darüber herausfinden, wie wir die Baronin am Besten ausschalten." Dann blickte er zu Ingrid: "Da ihr, werte Dame, als einzige der Baronin bekannt seid, könntet ihr uns in diesem Fall nicht begleiten. Das würde direkt zeigen, dass wir mehr über das wissen, was hier vorgeht, als unser Ziel weiß."
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Don Tristan de la Verde am 29.02.2020, 12:57:59
Don Tristan teilte Friedrichs Misstrauen gegenüber den beiden Neuankömmlingen durchaus, wenn auch nicht zu dem selben Grad. Allerdings war ein Großteil seiner Aufmerksamkeit in den nächsten Tagen auf Jelena und den Dievas konzentriert. Aber falls die Ussurerin unter den Einfluss des Dievas fiel war ihr das äusserlich nicht anzumerken. Allerdings führte die Sorge ihrer Gefährten dazu, dass sich Louis und Tristan dabei abwechselten Jelena an der Spitze der Gruppe Gesellschaft zu leisten. Was der Grund dafür war, dass der junge Hidalgo die Spuren als erstes erspät hatte.
"Und Baron Tristan könnte uns ebenfalls nicht begleiten. Mittlerweile dürfte die Nachricht von seiner "Ermordung" die Baronin erreicht haben und wir müssen davon ausgehen, dass ihre Spione ihr eine gründliche Beschreibung seiner Person gegeben haben." ergänzt Tristan seinen Landsmann.
"Es könnte auch sinnvoll sein zu versuchen herauszubekommen woher diese Leute" er deutete auf die Spur die er gefunden hatte, "gekommen sind. Es könnte uns eine Menge über sie und ihre Absichten verraten."
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 29.02.2020, 14:14:11
Ab sofort reiste man umso vorsichtiger, und da der Wald hier sehr dicht war, konnten die Pferde ohnehin nur geführt werden, so dass das Tempo nun deutlich langsamer war. Die Gruppe, die vor ihnen gereist war, hatte offenbar den gleichen Weg genommen wie sie selbst.

Schließlich kamen sie an eine Stelle, an der der Boden besonders ausgetreten war, und plötzlich schöpfte Friedrich einen Verdacht. Auch Tristan begann damit, sich die Umgebung noch einmal genauer anzusehen, und schließlich trafen sich die Blicke der beiden, und wortlos bestätigten sie sich gegenseitig ihre Mutmaßung.

Es war Friedrich, der das Wort ergriff: "Diese Gruppe, der wir folgen ... sind wir selbst! Hier ist die Stelle, an der wir vor drei Stunden die Spuren entdeckt haben, deshalb ist der Boden auch weitläufig ausgetreten, als wir alles untersucht haben." Und auch Tristan bestätigt: "Es stimmt, ich kann mich genau an diesen abgestorbenen Baum dort erinnern. Wir waren schon einmal hier. Die Frage ist nur, welcher Zauber bringt uns dazu, im Kreis zu laufen? Ich bin mir sicher, dass wir immer in die gleiche Richtung gegangen sind."
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Hannah Waldeck am 29.02.2020, 15:53:17
Hannah zügelte ihren - im Vergleich zu den edlen Pferden der anderen rustikalen -Braunen und stieg ab. Im Verlauf der letzten Tage hatte sie sich einiges über die Gruppenmitglieder erschlossen. Auch wenn sie nicht wusste, dass einer der Eisenländer ein Baron war, konnte sie seine Sonderstellung wahrnehmen. Mit Ingrid sprach sie nur das Nötigste. Wann immer das Gespräch auf die Baronin kam wurde die Mimik der Eisenländerin verschlossener. Ansonsten beteiligte sie sich an alltäglichen Gesprächen.
 
Sie ging ebenfalls zu den Spuren, wahrend ihr Pferd ruhig stehen blieb und schnell anfing zu dösen.
.
"Das ist kein einfacher Zauber. Vielleicht kann der Dievas etwas dazu sagen?" Nachdenklich ging sie zum Wegesrand , trat dann einige Schritte ins Unterholz, neugierig, ob ihr dieser Weg vom Zauber versperrt wurde.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Louis de Fromage Puant am 29.02.2020, 20:04:32
"Wir selbst?! Impossible!" rief Louis. Er drehte sich im Sattel um und spähte angestrengt in die Richtung, aus der sie gekommen waren, ehe er sich wieder nach vorn wandte. Dann fluchte der Musketier: "Mille tonnerres! Das iest 'exenwerk! Kann man in diese vermaledeite Landstriesch niescht einmal gegen anständiege Gefahren kämpfen?! Immer nur Zauberei und Blendwerk - so kann iesch niescht arbeiten..!" Wutentbrannt riss er sich den Hut vom Kopf und warf ihn zu Boden. Dann sah er sich um und brummte missmutig. "Alors, was können wir tun?"
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Jelena Sejm Petrasowna am 02.03.2020, 19:01:21
"Klar.", meinte Erich zu Friedrichs Klarstellung, dem Dievas nicht zu trauen. Hannah sah er ein wenig entspannter, etwas anderes ließ ihn aber aufmerken: "Jelena kann zaubern?! Warum hat sie das bisher nicht gemacht - oder haben wir das nur nicht mitgekriegt? Warum war sie dann dem Werwolf zum Opfer gefallen und hat sie schon jemanden bezaubert?" Er blieb dabei leise, um wenn möglich nur mit Friedrich zu diskutieren. Er nahm sich allerdings vor, seine "Schülerin im waffenlosen Kampf" bei der nächsten Lektion mehr heranzunehmen.

Abgesehen davon tauschte er sich bei jeder sich bietenden Gelegenheit mit Friedrich unter vier Augen aus - seinem Urteil traute er als einziges, gerade was Magie anging und da er der Einzige war, den er besser kannte. Bei anderen Diskussionen hielt er sich zurück, auch wenn er es bevorzugt, dass Friedrich oder er die Süpäher mimen würden. Hannah fragte er immerhin, woher sie stamme, was sie von Perchta wollte und was sie der Reisegruppe beisteuern könnte.

Als sich die Erkenntnis breitmachte, dass sie im Kreis gereist waren, beobachtete er misstrauisch Jelena und Hannah. Erstere wegen des Dievas, der sie eigentlich führen sollte, und die andere, weil sie recht magieverständig wirkte.
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Jelena hatte Louis Begeisterung bezüglich der Jagd auf die Baronin des Waldes mit einem aufmunternden Nicken begrüßt. Während der Reise stellte Jelena sicher, dass sich um Ingrid gekümmert wurde, während sie sich selbst an den Umstand zu gewöhnen versuchte, niemals allein zu sein. Regelmäßig brachen kleinere Wortscharmützel zwischen ihr und dem Dievas aus, der sich augenscheinlich wenig kooperativ und allen anderen gegenüber ziemlich beleidigend verhielt.

Das erste Nachtlager behielt bereits eine Besonderheit für sie bereit - Erichs Unterrichtsstil wurde deutlich anspruchsvoller. Er nutzte die Gelegenheit, sie bei einigen Griffen oder Haltungskorrekturen mit gezischten Fragen zu ihrer Magie und ihrem Verschweigen derselben zu bombardieren. Mit ihren Antworten nicht zufrieden, schlug er schließlich einen Übungskampf vor. Dieser wurde schnell intensiv.[1] Friedrich musste befürchten, dass sich Erichs Temperament meldete. Jelena ging vollkommen unter[2] und verlegte sich auf vorrausschauendes Ausweichen (wie vorher in Worten). Dabei war sie zwar geschickter[3], setzte de facto jedoch nichts Gelerntes um und verstärkte den Ärger ihres Gegenübers. Mit Mühe brachte Erich sich wieder unter Kontrolle, nachdem Jelena schon grün und blau war. Eingeschüchtert hatte sie dem Riesen nichts entgegengesetzt und sich für ihre Unfähigkeit entschuldigt. Interessanterweise hatte er sie nicht soweit bekommen, Magie einzusetzen.

Juans Vorschlag sich offiziell zu nähern mit einer Scheingeschichte fand bei Jelena wenig Gegenliebe. Tristans Einwand teilte sie nicht komplett, ergänzte ihn allerdings um das Folgende: "Wenn sie die Geschichte von Verscheiden des Barons gehört hat, hat sie auch von der illustren Gruppe Ausländer gehört, die erst eine Heldentat vorgetäuscht haben, um in seine Nähe zu kommen. Ich fürchte, dann sind nur Juan, Hannah und Ingrid diejenigen, die sich gefahrlos nähern können. Ingrid auch nur, falls die Kunde der Befreiung der Dorfbewohner uns nicht überholt hat." Das dann die Geisel mit Sicherheit nicht mehr lebte, erwähnte sie nicht explizit, um Ingrid nicht noch weiter verzweifeln zu lassen. "LÖasst uns die Anlage und ihre Umgebung ansehen, sobald wir da sind. Dann können wir spontan entscheiden, wie wir Beweise für ihre Taten sammeln und entsprechend den Ergebnissen handeln." Anscheinend schenkte sie den gehörten Geschichten von Ingrid und dem Dievas nur bedingt Vertrauen oder wollte sicherstellen, dass sie nicht eines weiteren ruchlosen Mordes bezichtigt werden.

Erichs Fragen an Hannah verfolgte sie mit Interesse und horchte auf die Antworten. Mit einem Blick zu Juan fragte sie anschließend: "Und wo kommt ihr her? Ihr seit sicher mehr als ein einfacher Streiter, wie könntet ihr euch in die Gruppe einbringen? Warten eure Freunde nicht auf einen Bericht, was es mit den Banditen auf sich hat?"

Als sich dann die Erkenntnis breitmachte, dass sie im Kreis gelaufen waren, wollte sie zunächst auf Hannah reagieren, die aber schon im Unterholz verschwand, und zuckte dann zusammen, als Louis einen Wutanfall bekam. Sie gab sich zum Teil die Schuld für die Situation. Sie hatte den Dievas aufgenommen, der sie nun führte. Sie riss sich zusammen und wand sich in eine Richtung, in der kein Gruppenmitglied stand: "Nun, mein geschätzter Begleiter, wisst ihr etwas darüber zu sagen, warum eure Führung uns nicht zur Baronin bringt? Falls ja, was denn?" Gleichzeitig ging sie ihre eigenen Kenntnisse durch, um seine Antwort gegebenenfalls zu prüfen oder zu ergänzen.[4]
 1. Erich - Nahkampf 2 Erfolge
 2. Jelena - Nahkampf 0 Erfolge
 3. Jelena - Athletik 3 Erfolge
 4. Jelena: Gelehrsamkeit 2 Erfolge
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Don Tristan de la Verde am 02.03.2020, 19:32:38
Ein rascher Tritt wirbelte den befiederten Hut des Montaigners in die Luft wo ihn eine behandschuhte Hand sicher zu fassen bekam.  Don Tristan war in einer fließenden Bewegung vom Rücken seines Pferdes geglitten und hatte den Hut vor den Hufen der nachfolgenden Pferde bewart.
"Zunächst einmal nicht die Contenance verlieren Monsier Mousqutaire!" kommentierte er kühl während er Louis die Kopfbedeckung hinhielt.
"und dann abwarten was unser angeblicher Führer zu seiner Verteidigung zu sagen hat.  - Und sicher lernt man doch als Musketier sich am Stand der Sonne zu orientieren?" ergänzte er mit einer minimalen Spur Spott in der Stimme.
Dann fiehl ihm noch eine Alternative auf und er wandte sich an Ingrid. "Was ist mit euch. Wart ihr vor dem heutigen Tage schon einmal in dieser Gegend?" fragte er in seinem akzentuierten Eisenländisch.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 09.03.2020, 12:34:38
Jelena wartete auf die Antwort des Dievas, doch dieser war sich sicher, dass sie in die korrekte Richtung gegangen waren. Ähnlich antwortete Ingrid: "Genau in dieser Gegend war ich noch nicht, doch die Richtung, in der die Burg liegt, ist klar, und ich habe nicht bemerkt, dass wir diese zwischendurch geändert hätten."
Und auch die übrigen Mitglieder der Reisegruppe hätten schwören können, dass sie die Richtung nicht zwischendurch geändert hatten.

Als Hannah sich vom Weg entfernte, spürte sie keinen physischen Widerstand, doch je weiter sie in das Unterholz vordrang, desto stärker musste sie sich darauf konzentrieren weiterzugehen. Alle möglichen Gedanken schossen ihr durch den Kopf, als sie dort entlang ging, und schließlich war sie so in Gedanken versunken, dass sie erst wieder an ihre aktuelle Lage dachte, als sie plötzlich wieder vor den anderen stand, die sie neugierig anstarrten.

Als sie die Übung jedoch auf der anderen Seite des Weges wiederholte, war ihr keine Verwirrung anzumerken, und sie entfernte sich zielstrebig von der Gruppe.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Hannah Waldeck am 10.03.2020, 18:25:40
Hannah ging ein Stück weiter, bemerkte dabei immer noch keinen Effekt. Als sie zur Gruppe zurück kehren wollte, waren die 'Symptome' wahrscheinlich milde. Endlich stad sie wieder vor ihren Begleitern. "Das ist sehr merkwürdig und auf jeden Fall magisch." Sie beschrieb, wie es ihr ergangen war, wie der Zauber sie zum Weg zurück gedrängt hatte. Und wie es andererseits kein Problem war, sich in entgegengesetzter Richtung zu entfernen.
"Es erinnert an die Zauber im Märchen, um ein Schloss oder eine Prinzessin zu verbergen."
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Louis de Fromage Puant am 14.03.2020, 14:39:34
Mit zusammengekniffenen Augen nahm Louis seinen Hut wieder entgegen. "Mais oui," gab er ebenso kühl an Tristan zurück, "überall und zu jeder Zeit – mit Ausnahme von Castille natürliesch" fügte er mit todernster Miene hinzu. "Dort unterscheidet siesch die Methode leischt. Es reischt aus, siesch an die Schatten zu orientieren, welsche geworfen werden von le nez des nächsten Ein'eimischen." Womt er sich den Hut wieder aufs Haupt setzte, vom Pferd sprang und sich umsah, indem er nachdenklich seinen Sputzbart zwirbelte.

Auf Hannahs Bemerkung schnippte er mit den Fingern. "Bien sûr, mademoiselle! Ihr 'abt treffend auf die Kopf genagelt!" Mit neu erwachtem Eifer setzte er sich an den Wegesrand, um seinen langen Stulpenstiefel auszuziehen. Während er sie mit ziemlicher Mühe wieder anlegte, und zwar weil er den linken über das rechte Bein zerrte und umgekehrt, erklärte er munter: "Eine simple Trick, aber iesch 'abe mir sagen lassen, dass man auf diese Weise  eine 'exenzauber stört, die die Füße stets lenkt nach die falsche Seite."
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 27.03.2020, 14:28:52
Jeder in der Gruppe hatte eine völlig unterschiedliche Idee davon, wie man der Magie begegnen konnte, die hier im Wald vorzuherrschen schien. Während manche, wie Hannah, einen eher pragmatischen Ansatz verfolgten, wirkte es bei anderen eher skurril - vor allem, als Louis begann, mit schmerzverzerrtem Gesicht in seinen falsch angezogenen Stiefeln über den Boden zu hoppeln.

Juan, der verzweifelt versuchte, die Anstrengungen der ganzen Gruppe zu koordinieren, sah nach und nach seine Felle davon schwimmen - vielleicht war er doch nicht gerade zum Anführer geboren. Immer wieder ermahnte er seine Mitreisenden zusammenzubleiben und musste doch mit ansehen, wie Louis und Jelena, die scheinbar mit geschlossenen Augen auf ihrem Pferd saß, nach und nach immer weiter vom Rest der Gruppe abdrifteten - bis ein Schrei ihn plötzlich aus seiner Anspannung riss!

Jelena und der Montaigner hatten sich mehr und mehr im Unterholz verstrickt, bis Louis plötzlich über die Überreste einer Säule gestolpert war und vor Schreck aufgeschrien hatte, bevor es ihn, instabil wie er in seinen Stiefeln nun war, rücklings auf den Boden warf. Doch genau im gleichen Moment durchfuhren eine Reihe von unzusammenhängenden Bildern sowohl ihn wie auch Jelena -
eine Vision, auf die sie sich keinen rechten Reim machen konnten. (Anzeigen)

Die ganze Vision dauerte nur wenige Sekunden - zu kurz, um mehr als blasse Erinnerungen an die Bilder zurückzulassen. Doch als ihre Begleiter besorgt zu ihnen stießen, war den beiden dennoch klar, dass dies mehr als ein bloßer Traum gewesen war.

Nun erkannten sie auch, dass hier außer der Säule, über die Louis gestolpert war, noch mehr Ruinen waren. Offenbar hatte es sie an einen uralten Ort verschlagen, denn Friedrich erkannte sofort, dass dies kein Bauwerk von Menschen gewesen war - es waren Überreste syrnethischer Bebauung, und eine uralte Kraft pulsierte in den Überbleibseln dieser Gemäuer.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Louis de Fromage Puant am 29.03.2020, 11:55:41
Das Gehen in seinen vertauschten Stiefeln hatte Louis einige Mühe und ein schmerzlich verzogenes Gesicht gekostet. Doch wie der Musketier wenig später mit einem zweiten, gedämpfteren Ausruf befriedigt feststellte, war seine Methode von Erfolg gekrönt – Dank der Weisheit der montaignischen Landbevölkerung! Triumphierend wies er auf die Säule. "Eh bien soit! es 'at gewirkt..!" Etwas benommen griff er sich an den Kopf, bevor er leicht schwankend wieder auf die Füße kam. Dann atmete er tief durch und lehnte sich gegen einen Baum, um die Stiefel wiederum zu tauschen und seine schmerzenden Füße zu entlasten. Dabei keuchte er: "Iesch 'abe doch gewusst, dass 'ier eine üble diablerie iest in die Spiel!" Endlich richtete er sich auf, schüttelte noch einmal heftig den schwirrenden Kopf und besah sich die Gemäuer, über die er im wahrsten Sinne des Wortes gestolpert war. "Und da iest noch mehr... iesch 'abe ge'abt eine Art vision. Bilder, wie... wie aus eine pièce de théâtre – non! Wie... Erinnerungen. 'exerei, gar keine Zweifel!"
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Jelena Sejm Petrasowna am 01.04.2020, 11:14:18
Jelena hatte den Kopf geschüttelt über die Antwort des Dievas und erwischte sich bei dem Gedanken, was für eine "feine" Hilfe er wäre und wie bedauerlich es ist, dass er Schwierigkeiten hat, seinen Teil des Vertrages - sie zum Ziel zu bringen - umzusetzen. Dann starrte sie in Gedanken versunken auf ihr Pferd. Dabei nickte sie zu den Worten der anderen und bedachte Tristan mit einem irritierten Blick für sein Kommentar zu Louis. Louis Methode gegen den Zauber vorzugehen entlockte ihr ein Schmunzeln, sie versteckte es aber in seinem Rücken. Dann kehrte sie zu ihrem Pferd zurück und verkündete schließlich: "Ich werde etwas ausprobieren." Gesagt, getan - schließlich überließ sie dem Pferd einen Teil der Führung und korrigierte immer, wenn abdriftete vom Zielkurs. Dabei murmelte sie ein beruhigendes Misch-Masch aus ussurisch und sarmatisch. Ihr eigener Orientierungssinn half. Auf dem schlingernden Kurs hörte sie immer wieder Juans Worte und nutzte sie als Hilfe.

Trotzdem kam sie vom Weg ab (vielleicht weil sie damit eine Kurve des Weges abkürzte?) und geriet samt Pferd ins Unterholz. Als die Macht der Visionen sie traf, gab sie einen Laut des Erschreckens von sich und hatte Mühe, nicht vom Pferd zu fallen und es gleichzeitig zu beruhigen. nachdem sie sich gefangen hatte, grübelte sie, ob der Dievas etwas damit zu tun hatte, da kam Louis' Ausruf dazu.

Sie starrte ihn erstaunt an, dann sprach sie mit leiser, fester Stimme: "Wartet, ich habe auch etwas gesehen - noch jemand?" Als sie keine Bestätigung bekam, wendete sie sich an Louis: "Sagt, ob ihr das Gleiche gesehen habt, ergänzt oder korrigiert bitte meine Worte gegebenenfalls. Am Anfang schrie ein Kind, umgeben von einer einheitlich gekleideten Menge. Dann wurde ein Mädchen zurechtgewiesen, dann wieder stand eine - beglückte? - Frau im Dunkeln. Besonders blieb mir eine weiße Schlange in Erinnerung. Es folgte ein Geisterball und eine aufgeregte Menge vor einem Gemäuer. Wahnsinnig gewordene in dessem Inneren und dann ist das Gemäuer still, während in der Ferne gekämpft wird." Erst überlässt sie Louis und den anderen das Wort, bevor sie abschließt: "Eine Theorie dazu kann ich anbieten - möglicherweise sind dies Stationen aus dem Leben der Baronin. Wie sieht ihre Burg aus - Innen wie Außen - , Ingrid?"
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 03.04.2020, 12:18:54
Ingrid versuchte die Burg, so gut es ihr möglich war, zu beschreiben. "Ich kann mich an die Burg aus meiner Kindheit erinnern, aber nach meiner Rückkehr habe ich nur wenig sehen können; doch das, was ich sah, wirkte heruntergekommen." Zusammen mit Louis und einigen Nachfragen konnten sie zumindest erahnen, dass die Vision die gleiche Burg gezeigt hatten, zu der sie gerade unterwegs waren - ob sie es tatsächlich war, ließ sich nicht final feststellen, zu ähnlich waren sich die eisenländischen Burgen untereinander. Zumindest einen Saal, der dem Ballsaal entsprechen könnte, hatte die Banditin jedoch in Erinnerung, und auch die Kapelle könnte die gleiche sein wie die aus der Vision.

"Aber was kann das bedeuten?" schaltete sich nun der Baron selbst in das Gespräch ein. "Zeigt es Bilder aus der Vergangenheit? Der Zukunft? Ist es eine Warnung, oder was können wir damit anfangen?"

Friedrich untersuchte in der Zwischenzeit mit großer Neugier die Ruinen und traute sich schließlich eine Einschätzung zu: "Dies sind Ruinen der Syrneth! Zu jedem anderen Zeitpunkt würde mich hier nichts und niemand vom Fleck bekommen, bevor ich nicht jeden Stein umgedreht hätte, doch jetzt muss ich mich wohl damit begnügen, mir die Stelle zu merken und zu hoffen, dass ich den Ort wiederfinde. Also lasst uns nicht zu lange verweilen, sonst wird es nur umso schwieriger für mich, den Geheimnissen zu widerstehen, die sich hier aufspüren ließen."
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Hannah Waldeck am 06.04.2020, 08:14:01
Hannah hörte den Schilderungen der Vision und Friedrichs begeisterter Reaktion stumm zu. Nur ihr Blick verriet, dass sie die Ruinen lieber endgültig schleifen wollen würde, anstatt sie zu erforschen.  Sie zeigte auf die Ruinen. "Dann kam dieser Zauber nicht von der Gräfin sondern von den Ruinen?"
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 06.04.2020, 13:14:38
Friedrich zögerte einen Moment, bevor er antwortete: "Soviel ich weiß, ist es durchaus nicht ungewöhnlich, dass sich in syrnethischen Ruinen eine Art Blasen latenter Magie über die Jahrtausende erhalten haben. Es ist durchaus vorstellbar, dass diese sich in einer Vision manifestieren. Der Inhalt dieser Visionen muss jedoch nichts mit den ursprünglichen Quelle der Magie zu tun haben, sondern wird vermutlich gespeist aus lokalen Begebenheiten und hängt wahrscheinlich auch von den betroffenen Personen ab. Da Louis und Jelena beide mit ihren Gedanken wohl zumindest teilweise bei der Baronin weilten, ist eine Fokussierung der magischen Vision auf ebendiese nicht undenkbar."
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Louis de Fromage Puant am 07.04.2020, 10:19:40
"De fait," bestätigte der Musketier mit einem Nicken verwundert, "das gleischt siesch. Gewänder in Grün und Gelb" ergänzte er dann noch in Gedanken versunken. Indem er seinen Schnurrbart zwirbelte, murmelte der Montaigner: "Aber was 'at es zu bedeuten? Ein Botschaft..? Euer Gnaden 'aben gänzliesch rescht – es wäre intéressant, dies 'erauszufinden!" Friedrichs Ausführungen schienen ihn zunächst noch nachdenklicher zu machen. Doch als der Eisenländer geendet hatte, verzog Louis enttäuscht das Gesicht. "Also nur eine Zufall?" erkundigte er sich sicherheitshalber noch einmal. Offenbar wäre es seinem Verlangen nach Abenteuern sehr viel mehr entgegengekommen, wenn man es hier mit einer Art magischem Hilferuf oder dergleichen zu tun gehabt hätte. Die vergleichsweise nüchterne Erklärung des Gesehenen war ihm dagegen sehr offenkundig nicht sonderlich willkommen.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Friedrich Alfred von Dent am 10.04.2020, 16:09:10
Syrnethische Ruinen und das hier mitten in diesem Wald. Friedrich hätte nicht geglaubt, dass er so einen Tag nochmal erleben würde. Sofort war er vom Pferd gesprungen und hatte seine Schreibutensilien zur Hand, um sich verschiedene Notizen zu machen. Vor allem den Ort versuchte er mit einer kleinen Skizze deutlich darzustellen, damit er vielleicht noch einmal herfand. Seine Gedanken zu diesem Ort und der Vision teilte er den anderen gerne mit. Auch die enttäuschte Frage des Montaigners beantwortete Friedrich sofort.
"Ein Zufall? Ja. Aber ein glücklicher." Damit meinte er nicht nur sich, der sich wahrscheinlich von allen Anwesenden am meisten freute. "Die Vision war ja trotzdem echt und könnte uns weiterhelfen." Nur wie, war die Frage. Wenn es tatsächlich eine Vision über die Baronin gewesen war, mussten sie herausfinden, ob es sich dabei um die Vergangenheit oder Zukunft gehandelt hatte. "Darüber können wir uns auf dem Weg am besten unterhalten. Ich trenne mich sehr ungern von den Ruinen aber wir müssen weiter."
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 12.04.2020, 13:38:30
Auch wenn sie noch nicht so recht wussten, wie ihnen die Vision, die Louis und Jelena erlebt hatten, letztendlich weiterhelfen sollte, war es doch allen bewusst, dass sie nicht lange verweilen und die Ruinen untersuchen konnten. Selbst Friedrich, dessen Forscherdrang hier zurückstecken musste, sprach sich dafür aus, schnell weiterzuziehen, und so begab sich die Gruppe wieder auf den Weg zurück, den sie kurzzeitig verlassen hatten. Nachdem sie ihre gemeinsamen Anstrengungen, sich diesmal nicht wieder im Kreis herumführen zu lassen, fortsetzten, gelangten sie nun weiter in den Wald hinein, und vor allem Jelena und Juan bemerkten nun auch eine stetige Veränderung ihrer Umgebung: das Dickicht wurde immer dichter, der Wald immer dunkler, denn über ihnen drang nun kaum noch ein Sonnenstrahl durch das Blätterdach.

Plötzlich jedoch sahen die Reisenden vor sich Lichtschein und - doch das musste eine Täuschung sein, sicherlich - schwaches Kinderlachen drang an ihre Ohren! Kurz darauf öffnete sich eine Art Lichtung vor ihnen; sie war nicht frei von Bäumen, doch diese standen hier deutlich vereinzelter als zuvor im dichten Wald. Im Zentrum des Platzes schmiegte sich eine windschiefe Hütte an einen gigantischen Baum, dessen Durchmesser gut und gerne mehrere Schritte maß. Doch das wirklich überraschende war der Umstand, dass in der Nähe der Hütte tatsächlich drei Kinder zu sehen waren, vielleicht fünf oder sechs Jahre alt, die dort übermütig miteinander fangen spielten.

Als sie, noch immer verwundert über den Anblick, näher an die Hütte herangingen, trat eine alte Frau aus dem Schatten des Baumes und blickte die Reisenden unverblümt an. Sie trug eine ausgeblichene Schürze über einem grauen Leinenrock und mochte gut und gerne über siebzig Jahre alt sein. Ihre Augen jedoch besaßen eine zeitlose Tiefe, und blickte man sie genauer an, vermochten die Wanderer bald nicht mehr zu sagen, ob es tatsächlich eine alte Frau war, ein junges Mädchen, oder etwas ganz anderes, unberührt vom Fortgang der Zeit?

Geduldig wartete sie, bis die Gruppe bis auf wenige Schritte herangekommen war und sprach dann: "Seid gegrüßt, Reisende. Perchta weiß, was euch zu ihr führt, aber wisst ihr es auch?"
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Friedrich Alfred von Dent am 18.04.2020, 05:28:56
Es tat Friedrich in der Seele weh, die Ruine verlassen zu müssen aber er hatte sich genügend Notizen gemacht und hoffte, dass er in Zukunft die Zeit finden würde, noch einmal herzukommen. Bis dahin versuchte er sich etwas abzulenken und nicht mehr darüber nachzudenken. Das ging auch ganz gut, denn das Rätsel um diese Vision war nicht einfach zu knacken. Vielleicht mussten sie aber auch einfach nur abwarten. Er wusste es nicht.
Ehe er sich versah, fanden sie endlich zu ihrem Ziel. Schon als Friedrich die Lichtung, den Baum und die Hütte sah, wusste er, dass sie angekommen waren. Die Kinder irritierten ihn etwas, weshalb er versuchte einen genaueren Blick auf sie zu werfen. Perchta dagegen war fast so, wie er sie sich vorgestellt hatte. Nur ihre Augen, die waren etwas ganz besonderes und deuteten darauf hin, dass sie mehr als nur eine alte Frau war.
Statt ihre kryptische Frage zu beantworten, grüßte Friedrich sie lediglich kurz aber respektvoll und machte dann dem Baron Platz. Denn schließlich war er der Grund, warum sie überhaupt hier waren.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Hannah Waldeck am 18.04.2020, 09:09:31
Sie hatte ihr Ziel erreicht. Das war also Perchta. Man musste keine Hexe sein, um zu erkennen, dass diese Frau Macht besaß. Und doch war Hannah von Perchtas Frage überrascht. Was für eine merkwürdige Formulierung. Noch mehr überraschte sie Friedrichs Reaktion. Er war der Gelehrte der Gruppe und sie hatte angenommen, dass er bei der Hexe angekommen das Wort übernehmen würde - von der Queste der Gruppe und den Umständen der 'Anwerbung' durch den Baron wusste Hannah nichts.

Die Lichtung sah aus, wie sie in den Geschichten der Mägde beschrieben wurde. Lächelnd betrachtete Hannah die herum tollenden Kinder. In dieser Welt voller Schrecken waren sie ein Hoffnungsschimmer. In den Geschichten wurden  Kinder allerdings nicht erwähnt. Vielleicht waren diese Kinder ein Test? Hannah war gespannt, wie sich die Gruppe bei einem Essen mit Kindern verhalten würde. Sie richtete den Blick wieder auf Perchta und neigte dann respektvoll ihren Kopf. "Wissen, ich suche Wissen, wie es nur eine der unseren hat und vermitteln kann " dachte die Hexe, sprach es aber noch nicht aus. Als diejenige, die sich zuletzt der Gruppe angeschlossen hatte, wurde sie jetzt nicht voran preschen.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Louis de Fromage Puant am 18.04.2020, 11:26:16
Zwar reizte ihn diese Angelegenheit durchaus, doch da sie für einen Mann der Tat wie ihn wenig greifbar blieb, verließ sich Louis mit einem bedauernden Seufzer auf das Urteil der Gelehrten und erhob keine weiteren Einwände gegen die Fortsetzung ihrer Reise. Immerhin würden die Ruinen ja nicht weglaufen – zumindest hoffte er das nach einem letzten misstrauischen Blick auf die verwitterten Mauerreste. Damit war das Kapitel für den Musketier vorerst erledigt. Dennoch wirkte er ungewöhnlich schweigsam, während man tiefer in den dichten Wald vordrang. An der Lichtung angelangt sah er sich verwundert um, ehe er die alte Frau wahrnahm, die zunächst einmal ganz wie eine gewöhnliche Bäuerin aussah.

Allerdings... Der Montaigner maß sie eingehend, ehe er für sich entschied, dass sie nicht unter den gewöhnlichen Pöbel zu rechnen sei, ungeachtet ihrer einfachen Kleidung. Er schwang sich daher vom Pferd, um federnd aufzukommen, zog seinen Hut und schwenkte ihn mit einem höflichen, wenn auch vom Misstrauen gefärbten, leicht unterkühlt klingenden "Louis de Fromage Puant, gentilhomme et mousquetaire – votre serviteur, Madame." Die Begrüßung durch die Alte wiederum ließ ihn einen verwunderten Blick zu seinen Reisegefährten werfen, gefolgt von einem weiteren in Richtung der Kinder, die hier so deplatziert wirkten. Offenkundige Ratlosigkeit ließ ihn sich mit einem Zwirbeln seine Schnurrbarts kräftig räuspern.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 18.04.2020, 19:35:44
Tatsächlich trat der junge Mann vor und verbeugte sich vor der Alten: "Ehrwürdige Perchta, leider muss ich die Frage verneinen. Ich weiß nicht, weshalb ich hier bin. Mein Name ist Baron Tristan von Naumburg, und ich weiß nur, dass mein Vater, Gott sei seiner Seele gnädig, mir den Rat gegeben hat, sollte ich jemals in eine ausweglose Notsituation kommen, im Angenehmen Wald nach Perchta zu suchen."

Der Baron wollte noch weitersprechen - doch die Alte hob die Hand und er verstummte. Selbst wenn einer der Anwesenden das Bedürfnis gehabt hätte zu sprechen: Perchta verströmte eine beinahe unwirkliche Autorität, und niemand wäre auch nur auf die Idee gekommen, sie in diesem Moment zu unterbrechen.

"Die Ereignisse, die ich einst im Schicksal deines Vaters sah, sind nun in Bewegung gekommen. Die Eisenlande sind in größerer Gefahr als je zuvor, und meine Macht ist geschwunden gegenüber früheren Zeiten. Die Gefahr, die deinem Reich droht, ist nur ein Schatten derer, die über den Eisenlanden schwebt, und doch bist du - seid ihr alle - zentrale Figuren in ihrer Rettung. Es ist der gleiche Schatten, der über einem Teil dieses Waldes liegt; der Schatten, den zu vertreiben ihr bereits aufgebrochen seid!
Bringt euer Werk zu Ende und ihr werdet dem Feind der Eisenlande eine empfindliche Niederlage zufügen.

Doch wenn euer Werk vollendet und der Wald wieder mein ist, dann sucht Rosamund Roth! Sie ist der Schlüssel zur Rettung der Eisenlande!"


Nachdem sie geendet hatte, bemerkten die Zuhörer erst, dass sie vor Spannung die Luft angehalten hatten. Der Baron wirkte nachdenklich, als müsste er erst im Geiste sortieren, was er soeben gehört hatte - und so war es wohl auch. Er begann, weitere Fragen zu stellen, doch die Alte antwortete wollte oder konnte sie wohl nicht beantworten. Alles, was sie tat, war zu lächeln und immer wieder mit dem gleichen Satz zu antworten: "Ich kann euch nur den Beginn eures Weges zeigen; nun liegt es an euch, euer Schicksal zu erfüllen."

Doch auch so hatten sie wichtige Hinweise erhalten, und sie hatten nun einen Namen. Doch zuerst mussten sie weiter zur Burg, auch das hatte Perchta deutlich gemacht.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Jelena Sejm Petrasowna am 19.04.2020, 08:49:06
"Ich würde schätzen - Vergangenheit, zumindest zum großen Teil.", schloss Jelena die Diskussion um die Visionen. Ihr innerer Begleiter war auffallend still, dass war ihr im Moment nur recht.

Die Dichte und die Dunkelheit des Waldes schien der Halbussurin wenig auszumachen, möglicherweise erinnerten sie sie an ihre ungezähmte Heimat. Als die Gruppe die offenere Fläche unter dem großen Baum erreichte, blieb Jelena außerhalb des Sattels und ging ohne Zögern weiter. Mit einem versonnenen Lächeln beobachtete sie die Kinder, worüber ihr die Gastgeberin zunächst entging. Nachdem sie sich bemerkbar gemacht hatte, betrachtete sie die alte Dame gründlich und trat danach näher heran. Sie stellte sich mit einer respektvollen Geste vor: "Jelena Sejm Petrasowna, weise Perchta. Wir suchten euch, um Rat in verschiedenen Dingen zu erhalten. Auch wenn wir im Moment gerade einer Monstergeschichte nachgingen." Anschließend sendete sie dem Baron und Hannah aufmunternde Blicke zu.

Die etwas kryptische Antwort der weisen Frau nahm sie hin, wartete, bis es wieder angemessen war, das Wort zu ergreifen. "Vielen Dank für eure Worte.", begann sie und versicherte sich kurz mit einem Blick zum Baron, ob es in seinem Sinne war, "Mögt ihr uns vielleicht verraten, welcher Art die Gefahr ist, um uns in geeigneter Weise vorbereiten zu können? Oder wer Frau Roth ist oder wo sie zu finden ist?"

Sie wartete respektvoll, ob und welche Antworten es noch gab, dann wagte sie noch weitere höfliche Worte: "Einzelne von uns hätten noch persönliche Anliegen, dürften wir diese noch anbringen?" Dabei wechselte sie erneut einen Blick mit Hannah, die selbst noch nichts gesagt hatte.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Louis de Fromage Puant am 19.04.2020, 10:27:01
Nachdenklich tippte Louis gegen seine Nasenspitze und murmelte nach einer Weile: "Iesch 'abe schon ge'ört von diese Rosamund. Sie iest - un moment... mais oui! La fondatrice von die Drachenblut, c'est ça!" Womit er sich erwartungsvoll unter den Eisenländern der Reisegruppe umsah. "Wir müssen nur finden die Leute von diese Drachenblut, et voilà: wir 'aben sie!" verkündete er triumphierend.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 19.04.2020, 11:01:45
"Setzt euch zu einer Mahlzeit und rastet ein wenig, bevor ihr weiterreist!" schien die Alte alle weiteren Fragen zu ignorieren, die ihr gestellt wurden. Ihr Ton war zwar herzlich, ließ aber keine Widerrede zu - und als sie die Versammelten auf die gegenüberliegende Seite der Hütte führte, stand dort tatsächlich bereits ein reich gedeckter Tisch, um den die beiden Kinder herumliefen. Wie dieser dort hingekommen sein sollte, war den Reisenden ein Rätsel; alle von ihnen hätten schwören können, dass dort nichts gewesen war, als sie sich der Hütte genähert hatten. Sollten die Kinder dies in der kurzen Zeit aufgebaut haben?

Die Sachen, die dort aufgetischt waren, sahen, wenn auch einfacher Natur, allesamt verlockend aus. Durchweg waren es Früchte des Waldes; Schüsseln mit Obst, Wurzel- und anderes Gemüse, auch Fleisch, zubereitet mit Kräutern gab es, sowie allerhand andere Dinge, die weitaus schlichter wirkten als die Speisen, die bei adligen Festen aufgefahren wurden, doch ihnen gerade dadurch das Wasser im Mund zusammenlaufen ließ. Hie und da stibitzte eins der Kinder, die keine Anstalten machten, sich hinzusetzen, eine Kleinigkeit von der Tafel.

"Setzt euch, und greift zu!" brach Perchta das verblüffte Schweigen, setzte sich selbst auf einen der einfachen Hocker, die um den Tisch herum aufgestellt waren (in der genauen Anzahl der Anwesenden) und begann, sich einen Holzteller voll zu laden.

Ob die Reisenden es ihr gleich taten oder nicht, sie begann genüsslich zu essen und ließ sich dabei zunächst durch nichts unterbrechen und sprach auch nicht weiter. Erst als ihr Teller bis auf den letzten Krümel geleert war, widmete sich wieder den übrigen am Tisch sitzenden (oder auch daneben stehenden, wenn sie die Einladung ausgeschlagen haben sollten - was Perchta mit einem Stirnrunzeln und enttäuschten Kopfschütteln quittieren würde).
"Euren weiteren Weg müsst ihr selbst finden." wiederholte sie. "Doch ein Anliegen dürft ihr mir nennen - ob ich es euch erfüllen kann, bleibt eine andere Frage. Ich werde euch jedoch meine Hilfe gewähren auf euren Wegen. Ihr werdet sie brauchen, denn ich sehe auch, dass nicht alle von euch diesen Ort wieder verlassen werden. Perchtas Hütte ist ein seltsamer Ort, und es gibt welche unter euch Kindern, die länger über das Wesen dieses Ortes nachdenken müssen, bevor sie bereit sind, wieder in die Welt der Menschen zurückzukehren."
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Hannah Waldeck am 19.04.2020, 13:34:07
Auch Hannah stellte sich vor, wobei sie sich wieder respektvoll verneigte. "Ich bin Hannah Waldeck, zu Euren Diensten ehrenwerte Perchta."

Zusammen mit den anderen folgte sie der Frau In die Hütte und setzte sich an den Tisch. Das Essen war wirklich verlockend. Doch runzelte sie die Stirn, als sie bemerkte, dass die Kinder fehlten. Dann sah sie, wie die Kinder sich immer wieder etwas stibitzten. Hannah nahm sie ihren noch leeren Teller. "Darf ich den Kindern von den Speisen geben? Sie scheinen hungrig zu sein. Ich mag nicht essen, wenn sie darben."

Doch je länger sie die Kinder beobachtete, desto klarer wurde, dass diese nichts auszustehen hatten. Also nahm sich dann auch Hannah von den Speisen. Sie lobte die Köchin in den höchsten Tönen, schmeckte es doch, wie sie es aus ihrer Kindheit kannte.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Erich Janina Graustein am 23.04.2020, 10:28:09
Erich war in letzter Zeit eher sehr zurückhalten und schweigsam. Doch nun als sie an der Hütte angekommen waren und sie das Ziel Ihrer Reise endlich erreicht hatten, schien es so wie als ob neuer Lebenswillen und Mut in dem Krieger aufflammten.

"Ich grüße Euch meine Name ist Erich Janina Graustein" grüßte er freundlich die Dame. Nachdem dann die ersten Freundlichkeiten ausgetauscht wurden und Perchta die Gruppe zu einem Essen einlud setzte Erich sich an den Tisch und nahm sich eine große Portion Essen und Trinken. Man sah das es ihm schmeckte und das mit jedem Bissen und jedem Schluck der alte Erich wieder zurück kam und er wieder froh und zufrieden aussah.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 24.04.2020, 01:24:32
"Die Kinder darben nicht, keine Angst." entgegnete Perchta auf die sorgenvolle Frage. Sie nehmen sich, was sie brauchen, und ich halte sie nicht davon ab.
Die Vorstellungen der Reisenden nahm sie mit einem Nicken entgegen, als würde sie nur das bestätigt bekommen, was sie ohnehin schon wusste. Überhaupt war die Frau von einer Aura umgeben, die es unmöglich zu machen schien, etwas in ihrer Miene zu lesen.

Als Erich sie ansprach, sah sie ihn lange und durchdringend an, so dass selbst der sonst so tapfere Eisen schließlich den Blick senkte. Schließlich sprach sie ihn an: "In dir sehe ich den Wunsch nach einer besonderen Waffe. Gib mir dein Schwert!" Als Erich ihr, willenlos, sich ihrer Aufforderung zu widersetzen, die Waffe mit dem Griff voran reichte, nahm sie sie und schwang sie mehrfach. Der Kreuzritter sah mit großen Augen, mit welchem Geschick das alte Weib die Waffe führte, und war sich plötzlich nicht sicher, ob er sie in einem Kampf besiegen würde können. Bei ihrem letzten Hieb in die Luft jedoch flammte die Waffe plötzlich auf und loderte kurz, bevor das Feuer wieder verschwand, ohne eine Spur zu hinterlassen. War es real gewesen? Oder nur eine Illusion, die Perchte ihnen vorgespielt hatte?

Sie gab Erich die Waffe zurück. "Ist es so etwas, ein schöner Schein, den du begehrst? Sicherlich in manchen Situationen nützlich, doch auch ein wenig prahlerisch. Ja, das könnte passen." bedachte sie ihn mit einem einschätzenden Blick.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Friedrich Alfred von Dent am 27.04.2020, 05:20:24
So wirklich wusste Friedrich nicht, was er mit Perchta und ihren Worten anfangen sollte. Laut ihr war es ihr aller Schicksal, bei der Rettung der Eisenlande eine zentrale Rolle zu spielen. Tatsächlich wären sie sogar schon dabei, die Gefahr, die dem Land drohte, aufzuhalten. Sie musste dabei von der Gräfin sprechen. Es ergab schon irgendwie Sinn aber es war gleichzeitig unheimlich, wie sich die Puzzlestücke zusammenzufügen schienen. Wenn er so darüber nachdachte, waren die Ereignisse, die ihn und den Rest der Gruppe zu diesem Punkt geführt hatten, schon etwas seltsam. Aber bewies das, dass es sowas wie Schicksal gab? Friedrich konnte sich mit diesem Gedanken nicht wirklich anfreunden, denn es würde bedeuten, dass er quasi gar keinen freien Willen besaß und für ihn gab es keine schlimmere Vorstellung.
Davon aber abgesehen, war ihr nächstes Ziel nun klar und deutlich vor ihnen. Sie mussten die Gräfin aufhalten und danach eine Frau namens Rosamund Roth aufsuchen. Auch wenn Perchta die weiteren Schritte nicht genauer erklärte, war das schonmal eine große Hilfe. Er nahm sich schließlich auch etwas von dem Obst und dachte über das Angebot der Frau nach. Sie würde ihnen helfen. Wie diese Hilfe aussehen konnte, sah man kurz darauf bei Erich, dessen Waffe von ihr verzaubert wurde. Friedrich wusste, dass so etwas möglich sein musste, aber konnte dem Anblick trotzdem nicht wirklich trauen. Ein Schwert, welches einfach so eine Flamme erzeugen konnte. "Probier es selbst einmal aus.", bat Friedrich seinen Freund schließlich. Er wollte mit eigenen Augen sehen, dass der Kreuzritter selbst das Feuer entfachen konnte.
Schließlich wandte auch er sich an Perchta. Vorgestellt hatte er sich ja schon, weshalb er direkt zum Thema kam. "Ehrenwerte Perchta: Ich suche seit jeher nach Wissen. Ich habe mein Leben dem Studium verschiedener Wissensgebiete verschrieben. Wenn ihr mir dabei irgendwie weiterhelfen könnt, würdet ihr mir und der ganzen Gruppe sicherlich zu einem großen Vorteil verhelfen können." Voll und ganz glaubte er immer noch nicht an Perchtas Kräfte. Illusionisten und Trickbetrüger gab es wie Sand am Meer und vielleicht war diese Frau nur besonders talentiert. Doch Friedrich spürte, dass sie etwas Besonderes war. Er wollte es aber mit eigenen Augen noch einmal sehen.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Louis de Fromage Puant am 28.04.2020, 10:51:10
Auch Louis hatte den Speisen schließlich eifrig zugesprochen und bewies damit, dass er durchaus die einfachen Gaumenfreuden zu schätzen wusste. Nur nach einem edlen Tröpfchen würde er wohl vergeblich Ausschau gehalten haben, was der Montaigner jedoch mit einem leisen, bedauernden Seufzer auf sich beruhen hatte lassen. Wer konnte schon mitten in einem Land wie diesem, auf einer Waldlichtung, einen echten, von der Sonne verwöhnten Chateau Sour erwarten?

Den Kindern würde er, so er denn ihre Aufmerksamkeit erhielte, einige Geschichten über die Heldentaten berühmter Musketiere erzählen, in einer Hand den Becher, in der anderen einen saftigen Schlegel, mit dem er die vorkommenden Duelle anschaulicher machte (und einiges von der Tunke in der Umgebung verteilte). Nachdem er sich gesättigt hatte, dankte er der Gastgeberin mit einer angedeuteten Verbeugung, ehe er sich das flammende Schauspiel ansah, das Perchta mit Erichs Waffe bot. "Impressionnant," äußerte er mit einem Streicheln seines Schnurrbarts, "wiewohl es dieser Klinge ein wenig an die élégance fehlt, n'est-ce pas?"
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Jelena Sejm Petrasowna am 28.04.2020, 12:19:18
Das die alte Dame nicht auf ihre Bitte um Information einging, nahm Jelena mit Langmut hin. Für die Einladung zum Essen dankte sie und setzte sich. Sie wartete mit dem Beginn, bis Perchta selbst begonnen hatte, und konnte es dann auch nicht lassen, etwas von ihren Vorräten mit auf den Tisch zu stellen. Sie nahm zum Austausch für das ein oder andere, was ihr als Proviant geeignet schien. Sie hielt sich zwar zurück damit, ein Tischgespräch zu führen, dafür tauschte sie mit den Kindern den ein oder anderen Spaß aus. Als mittleres Kind einer Großfamilie machte ihr der Tumult nichts aus, wobei sie schon aufpasste, genug Essen und Trinken abzubekommen.

Nachdem sie die Worte seltsamen Frau vernommen hatte, wandt sie sich zunächst an die Gruppe, speziell an Juan und Hannah: "Wen der längere Aufenthalt, das spätere Abreisen - womöglich auch in eine andere Richtung - betrifft, bitte ich im Namen aller: Verbreitet euer Wissen über unseren Baron und seine Mission nicht, sonst ist der Erfolg gefährdet."

Jelena beobachtete die Wünsche der anderen und Erichs Feuerklinge, bevor sie sich selbst äußerte: "Weise Perchta, habt Dank für euer Angebot. Wenn es möglich ist, würde ich mich darüber freuen, etwas von eurer Fähigkeiten, Lebewesen zu erkennen und zu beeinflussen, lernen. Ist es möglich?" Sie ignorierte die Stimme in ihrem Inneren, die einige andere Vorschläge machte.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Erich Janina Graustein am 28.04.2020, 14:22:09
Erich starrte mit offenem Mund auf das Flammenschwert und vor allem auf die Fähigkeiten von Perchta. Er hätte nie gedacht das diese alte Frau sein Schwert mit einer solchen Leichtigkeit schwingen konnte. Als er sich dann wieder etwas gefasst hatte und Perchta ihm das Schwert wieder zurück gab bedankte er sich "Ihr seit eine faszinierende Frau. Ihr hattet Recht, ich habe tatsächlich darüber nachgedacht wie wir unsere nächste Aufgabe am besten lösen könnten und wie man einen solchen Gegner wohl bekämpfen könnte. Und ja dabei schossen mir Bilder von Feuer und Stahl durch den Kopf. Ihr habt meine wirren Gedanken wohl eher erkannt wie ich sie denn selbst hätte ordnen können. Ich Danke Euch für diese Waffe, ich vermute sie wird mir gute Dienste leisten"

Als er dann von Friedrich angesprochen wurde das Schwert zu testen, lies sich Erich nicht lange bitten und nahm es prüfend selbst in die Hand und schwang es etwas hin und her, doch scheinbar schien zu Anfang nichts zu passieren doch dann durchströmte Erich eine Innere Kraft des Schwertes und er verdrehte kurzfristig die Augen, während das Schwert für diesen kurzen Moment aufflammte[1]. Es schossen ihm wilde Bilder von Flammen, fürchterlichen Monstern und anderen Schrecken durch den Kopf. Dabei sah er immer wieder das Schwert wie es diese Schrecken niederstreckte, doch scheinbar wurde es immer wieder von anderen Menschen geschwungen. Und dann plötzlich vernahm er eine Stimme in seinem Kopf … Ich bin Valgerd, du hast mich wiedererweckt, ich habe lange Zeit geschlafen, doch nun hat mich eine ehrenhafte Seele aufgeweckt und mich zu dir geführt. Ich spüre dein inneres Feuer, unsere Seelen sind von nun an zu einer einzigen verschmolzen. Wann immer du meine Dienste benötigst muss du dich auf mich konzentrieren und vor deinem inneren Auge meinen Namen rufen, auf das ich diesen kalten Stahl in deinen Händen zu einer lodernden Flamme der Gerechtigkeit verwandeln werde die dich beschützen möge und die unsere Feinde durch das Feuer läutern möge. Valgerd die Beschützerin und welche ein flammendes Urteil spricht und Erich Janina Graustein mögen die Welt von dunklen Schrecken mit dem hellen Licht des Feuers reinigen. Doch werde ich nur in deinen Händen zu wahrer Stärke aufflammen solange du dem rechten Pfad folgst und ehrenhaft standhältst ...

Erich kam es so vor wie als ob diese Visionen und die Stimme eine Ewigkeit zu ihm gesprochen hätten, doch als er die Augen wieder öffnete merkte er das es wohl doch nur ein Bruchteil einer Sekunde gewesen sein konnte, denn seine Umwelt hatte sich kaum verändert.
Erich musste sich erst einmal wieder setzten und etwas Trinken. Ungläubig starrte er auf das Schwert. "Ich wusste zwar das ich wohl ein besonderes Schwert erworben hatte, … aber das es so besonders ist war mir auch nicht klar. Perchta hat einen uralten Geist in diesem Schwert geweckt. Es muss schon einige hundert Jahre alt sein, doch sieht man es der Klinge nicht an, denn es glänzt wie neu und ist scharf wie am ersten Tag. Das Schwert hat zu mir gesprochen und mir seinen Namen verraten es ist Valgerd die Beschützerin welche ein flammendes Urteil über ihre Feinde verhängt", sagte Erich dann doch noch leicht ungläubig und betrachtete dabei weiterhin ehrfürchtig das Schwert in seinen Händen was nun nicht mehr in Flammen gehüllt war, jedoch einen leichten roten Schimmer hatte, je nachdem wie das Licht der Sonne gerade auf die Klinge traf.
 1. (https://images-wixmp-ed30a86b8c4ca887773594c2.wixmp.com/f/f7d0d8bf-7cc2-4571-8389-f0028bdb263b/dd1m6dh-ad07eaae-9ca3-40bb-8db8-892a404b62d2.jpg/v1/fill/w_1920,h_834,q_75,strp/weaponry_663_by_random223_dd1m6dh-fullview.jpg?token=eyJ0eXAiOiJKV1QiLCJhbGciOiJIUzI1NiJ9.eyJzdWIiOiJ1cm46YXBwOjdlMGQxODg5ODIyNjQzNzNhNWYwZDQxNWVhMGQyNmUwIiwiaXNzIjoidXJuOmFwcDo3ZTBkMTg4OTgyMjY0MzczYTVmMGQ0MTVlYTBkMjZlMCIsIm9iaiI6W1t7ImhlaWdodCI6Ijw9ODM0IiwicGF0aCI6IlwvZlwvZjdkMGQ4YmYtN2NjMi00NTcxLTgzODktZjAwMjhiZGIyNjNiXC9kZDFtNmRoLWFkMDdlYWFlLTljYTMtNDBiYi04ZGI4LTg5MmE0MDRiNjJkMi5qcGciLCJ3aWR0aCI6Ijw9MTkyMCJ9XV0sImF1ZCI6WyJ1cm46c2VydmljZTppbWFnZS5vcGVyYXRpb25zIl19.PRr0Y9CIVZb9jucdB_AXGFx1w8s-FlqE7fjYFhhsnGk)
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 29.04.2020, 01:46:58
Perchta schien über Erichs Begeisterung zu schmunzeln. "Soso, Valgerd ist ihr Name. Mir hat sie ihn nicht verraten, sie scheint dich zu mögen." Dann jedoch wandte sie sich reihum den anderen zu.

Sie begann bei Friedrich, dem sie seine Zwiegespaltenheit anzusehen schien. Ihre nächsten Worte jedoch fuhren ihm durch Mark und Bein - konnte sie Gedanken lesen? Oder war nur ihre Menschenkenntnis ausserordentlich?
"Hab keine Angst: Viele Wege stehen euch offen, und euren eigenen müsst ihr finden. Doch ich sehe die Gefahr, der ihr euch stellen müsst, wollt ihr das Land und die Magie des Landes retten. Deshalb gestatte es einer alten Frau, wenn sie versucht, euch ein wenig in eine Richtung zu leiten, die mir gefällig ist. Doch mehr sagen kann ich euch nicht, denn es ist euer Weg, den ihr finden müsst, um am Ende erfolgreich zu sein - nicht meiner!

Du suchst Wissen, doch mein eigenes Wissen kann ich dir nicht geben. Aber warte!"

Sie rief eines der Kinder zu sich und schickte es ins Haus, um etwas zu holen: "Du kennst doch das Buch, mit dem ich das abgebrochene Tischbein ausgleiche. Hol es her!"
Während der Junge unterwegs war, sprach Perchta wieder zu Friedrich. "Vor einiger Zeit war ein junger Mann bei mir zu Besuch, aus dem Land, das heute Avalon genannt wird. Er hat mich bei einigen Dingen um Rat gefragt, doch das tut nichts zur Sache. Wie hieß er noch gleich, ich kann mir Namen so schlecht merken. Es begann mit M, glaube ich. Auf jeden Fall, er hat an einem Buch geschrieben und es bei seiner Abreise hier liegen lassen. Seitdem hat es mir gute Dienste geleistet, mein Tisch ist stabil wie nie.

Ah, da ist es ja. Hier, nimm es, vielleicht leistet es dir noch bessere Dienste als mir. Ich glaube, er sagte, es würde sich in größter Not immer an der Stelle öffnen, an der ein passender Ratschlag zu lesen ist. Auch wenn dieser zuweilen schwer verständlich sein könnte. Nun ja, nehmt es, ich brauche es nicht mehr."


Neugierig nahm Friedrich das Buch von dem Jungen entgegen und war erschrocken, als er tatsächlich den deutlichen Eindruck eines Tischbeines auf der Rückseite erkennen konnte. Etwas enttäuscht, dass er nun ein Stück Unterlegholz bekommen sollte, während Erich ein flammendes Schwert sein Eigen nannte, drehte er den schweren Wälzer um - und konnte gerade noch verhindern, dass das Buch ihm aus seinen Fingern glitt, während ihm die Luft wegblieb.
Auf dem ledernen Einband las er in einer Sprache, die eindeutig ein Vorläufer des modernen avalonisch war, die Worte "Myne gesammelt Wishit - Myrddin av Emrys". Myrddin? Friedrich sagte der Name etwas, aus alten Sagen, die heute kaum jemand glauben mochte: Myrddin der Magier, der Gelehrte, eine der schillerndsten Gestalten der avalonischen Sage, der, wenn er je gelebt haben mochte, gut und gerne schon tausend Jahre tot sein musste. Dieser Myrddin soll hier gewesen sein?
Mit einem Mal wurde ihm schwindlig, als ihm bewusst wurde, was dies bedeuten würde - wie alt war Perchta eigentlich? Und was war sie?

Vielleicht war auch alles nur ein Streich, den die Alte ihm spielte, doch hier und jetzt fiel es Friedrich schwer, seine Gedanken zu sortieren. Daher bekam er auch nur am Rande mit, als Perchta ihn erneut ansprach: "Was dein anderes Anliegen betrifft; lass die Kräuter hier, ich habe Mittel und Wege, sie zu ihrem Ziel zu bringen. Es wäre schade, wenn sie unterwegs vertrocknen würden."

Als nächstes wandte sie sich Finnegan zu, doch dieser wartete gar nicht erst ab, sondern beeilte sich zu sagen: "Ich möchte hierbleiben, geehrte Perchta! Ich spüre, dass hier eine tiefere Wahrheit für mich verborgen liegt - doch es wird Zeit brauchen, um sie zu finden." Entschuldigend sah er zum Baron. "Ich weiß, dass ich versprochen habe, Euch zu folgen. Doch seit ich hier bin, spüre ich, dass ich unvollständig bin. In mir drin war schon immer diese Lücke, doch bisher habe ich dies nie so deutlich gespürt wie hier. Und noch mehr spüre ich, dass ich diese Lücke hier schließen kann, wenn ich mir genügend Zeit nehme. Es sind unterwegs andere zu uns gestoßen, die sich Euch angeschlossen haben, und ich bin mir sicher, dass ihr gemeinsam Euer Ziel erreichen könnt. Doch für mich endet die Reise vorerst hier.
Doch habt keine Sorge, ich werde Euer Geheimnis niemals verraten; zumindest nicht, solange Ihr es nicht selbst tut. Und wer weiß? Vielleicht treffen wir uns eines Tages wieder."


Als Louis an die Reihe kam, hatte sich langsam eine gewisse Nervosität beim Montaigner eingestellt. War die Alte nur bei Eisenländern zu großzügig? Noch bevor er einen Wunsch äußern konnte, sprach Perchta zu ihm.
"Die Eleganz, jawohl! Für dich, mein junger Freund, wäre eine solche Klinge nichts. Zu schwer, zu direkt. Du brauchst die Klinge einer Frau!"
Womöglich konnte der eine oder andere der Versammelten diese Worte als beleidigend empfinden, doch der Ausdruck in ihrer Stimme ließ in keiner Weise den Eindruck erwecken, sie wolle sich über Louis lustig machen.

"Ich glaube, ich habe etwas passendes für dich, junger Louis de Fromage Puant. Ein graziler Degen, der einst auf Umwegen in mein Haus gelangt ist. Ich kann mich schon gar nicht mehr erinnern, aber ich glaube, ich habe ein Weinrebe daran angebunden, die hinter dem Haus wächst. Geh am besten selbst nachsehen, ob ich mich richtig erinnere. Du kannst ihn nehmen, die Rebe ist inzwischen alt genug."

Don Tristan und Juan äußerten sich ähnlich wie Finnegan - auch sie wollten noch eine Weile bei Perchta bleiben, und sie gewährte ihnen den Wunsch.

Schließlich blickte Perchta die Frauen an. "In euch sehe ich etwas Besonderes." eröffnete sie Jelena und Hannah. "Ihr habt euch der Magie geöffnet, die euch umfließt. Es ist gut zu sehen, dass immer noch Menschen wie ihr existieren; auch wenn die Welt die Magie langsam vergisst.
Dies hier ist ein Zufluchtsort der Magie, und solange ich bin, wird auch die Magie in diesem Wald bewahrt sein. Doch irgendwann werde auch ich schwinden, und mit mir die Magie des Waldes. Noch ist es aber nicht so weit."
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Hannah Waldeck am 01.05.2020, 12:47:02
Wie die anderen auch war Hannah von der Machtfülle Perchtas überrascht. Sie hatte eine einfache Hexe erwartet. Aber solche Macht ging weit über die Normalsterblicher Hexen hinaus. Sie fasste sich trotzdem ans Herz und brachte ihren Wunsch vor. "Werte Perchta, auch ich wünsche mir Wissen. Wie meine Ahninnen habe ich mich dem Schutz des Lebens und dem Kampf gegen alles Untote verschrieben. Unser Wissen wird nicht aufgeschrieben, es wird mündlich überliefert. Ich hege die Hoffnung, dass Ihr mich lehren könnt, wie ich in meinem Metier besser werden kann. Ich wünsche mir wirkungsvollere Waffen gegen die Schrecken unserer Lande  herstellen zu können, oder seinen Bewohnern zumindest ungestörte Ruhe zu ermöglichen.

Wahrscheinlich sprach sie für die anderen in Rätseln. Doch sie hoffte, dass Perchta sie verstand.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 01.05.2020, 15:12:32
"Diesen Wunsch kann ich dir erfüllen. Wir werden uns später von den anderen zurückziehen und ich werde dir beibringen, wie man mächtige Salben zubereitet - Salben, die du noch nicht kennst."

Jelena war zurückhaltender als Hannah, doch Perchta schien dennoch zu wissen, was die junge Ussurerin begehrte. Sie blickte Jelena lange in die Augen und begann schließlich zu lachen, doch es war ein fröhliches Lachen, und keine Gehässigkeit steckte darin.
"Du hast Mut, und Ambitionen - so wie ich möchtest du auftreten können? Diesen Wunsch kann ich dir nicht erfüllen, er bleibt allen Sterblichen verwehrt. Doch ich kann dir einen kleinen Teil meiner Magie überlassen."

Die alte Frau begann, an ihren Haaren herumzuspielen, und riss sich schließlich zwei einzelne Haare heraus. Sie hatten eine silberne Farbe und wirkten nicht gerade beeindruckend, doch vor Jelenas Augen transformierten sie sich plötzlich: Sie wuchsen in die Breite und verschlangen sich ineinander, und ehe sie sich versah, hielt Perchta ihr eine Haarspange aus reinem Silber entgegen.
"Nimm diese Spange und trag sie in deinem Haar. Solange du sie trägst, kannst du ein Stück meiner Magie herbeirufen und einen Schatten dessen für dich nutzen, den du in mir erkennst. Menschen werden dir eher vertrauen, doch die Magie hat Grenzen. Und solltest du sie für Böses nutzen, wird die Spange dir ihre Gunst verwehren!"

"Zu dir", sprach sie als nächstes Ingrid an, kann ich nur eines sagen, doch es ist das größte Geschenk von allen. "Ich verzeihe dir!"
Die einstige Banditin blickte Perchta erst erstaunt, dann geschockt, an. Eine Weile schien sie mit sich zu ringen, doch schließlich brach sie in Tränen aus und begann bitterlich zu schluchzen. Die alte Frau nahm Ingrid in die Arme und klopfte ihr aufmunternd auf den Rücken, und es schien, als würde die ganze Last eines Lebens nach und nach von der Eisenländerin abfallen.
Einige Minuten verharrten sie in dieser Pose, bis Ingrid sich beruhigt hatte, dann trennten sie sich wieder, und Ingrid sprach in einer Stimme, die so fest war, wie die anderen sie noch nicht erlebt hatten.
"Ich danke Euch, oh Perchta! Nun kann ich meiner Strafe ruhig entgegenblicken."

Als letztes ging Perchta zum jungen Baron, der bisher noch nichts gesagt hatte. "Auch für dich, junger Tristan, habe ich Wissen. Doch dieses Wissen ist nur für dich bestimmt, deshalb lass uns ein wenig Spazierengehen."

Die übrigen ließen die beiden zurück und verließen langsam die Lichtung mit dem kleinen Haus in der Mitte. Die anderen blickten sich an: Was sie gerade erlebt hatten, war eine der ungewöhnlichsten Erfahrungen ihres Lebens gewesen. Jeder von ihnen konnte ahnen, dass Perchta nicht nur die alte Hexe war, die sie erwartet hatten, sondern etwas ganz und gar anderes, womöglich nicht einmal menschliches. Noch immer standen sie unter dem Eindruck der Gaben, die sie erhalten hatten, und erst langsam fanden sie wieder Worte, um darüber zu sprechen, was gerade passiert war.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Erich Janina Graustein am 01.05.2020, 18:25:49
Als Perchta zu Louis meinte das eine Frauenwaffe ihm wohl besser stehen würde, konnte sich der Eisenländer ein lächeln nicht verkneifen, denn er hatte sich selbst auch schon des öfteren lustig gemacht über den Zahnstocher den Louis als Waffe bezeichnete.

Aber trotz alledem war er noch immer sprachlos über das was Perchta hier von Ihrer Macht demonstrierte und welche Wunder sie so aus dem Hut zauberte. Erich war wie fast jeder Eisenländer kein Freund von Magie, doch diese Art von Magie war etwas mit dem sich Erich vielleicht doch anfreunden könnte, denn er wusste das man nicht jeden Schrecken mit blankem Stahl besiegen konnte, manchmal braucht man dann doch leider die Hilfe von Magie. Diese Gedanken erinnerten ihn daran das er auch noch einmal mit Jelena über diese Thema ein ernstes Wörtchen reden musste, doch das würde wohl noch etwas abwarten müssen denn im Moment gab es wichtiges zu besprechen.

Nach einem Moment nach dem Erich noch seinen eigenen Gedanken nachgehangen hatte war er dann der erste der das Schweigen in der Gruppe brach "Nun gut, wie wollen wir jetzt weiter vor gehen? Was sind unsere nächsten Schritte?"
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Louis de Fromage Puant am 03.05.2020, 11:07:56
Recht skeptisch sah der Montaigner zu, wie die seltsame Alte seinen Reisegefährten einer Wunschfee gleich Wissen, Geschenke oder anderes gab oder doch zumindest versprach. Ihre Ausstrahlung war derart, dass er  ein respektvolles Schweigen bewahrte, wiewohl ihm diverse nicht ganz so respektvolle Fragen auf der Zunge lagen. Als sich Perchta ihm zuwandte, straffte er sich unwillkürlich, doch sein Räuspern wurde von einem zweifelnden Blick begleitet. Der wandelte sich bei ihren ersten Worten in einen erstaunten, wobei seine Augenbrauen in die Höhe wanderten. "Une femme?! Aber Madame, wer 'ätte je ge'ört von ein, mh... ein weibliesche Person in die Feschtkunst, natürliesch mit Ausnahme..." Er stockte, blinzelte einige Male und starrte Perchta an. "Eine Degen..? Von eine Frau..? ...excusez-moi!" Womit er auch schon losstürzte und hinter dem Haus verschwand.

Von dort hörte man einige Zeit lang nichts, dann einen lauten Ausruf. Momente später tauchte Louis wieder auf, in der Rechten einen blitzenden Degen schwingend. "Madame," rief er Perchta bereits zu, als er gerade um die Ecke des Hauses kam, "ist dies wirkliesch, was es scheint? Ist das nur eine Zauber? Aber non!" Er machte einen schnellen Ausfall, schlug eine Terz und hob dann die Klinge mit dem Griffstück vor seinen Augen. "Diese Gravur, diese Wappen... keine Zweifel" murmelte er fasziniert. "La Danseuse... doch, Madame" wandte sich der Musketier wieder an Perchta, indem er die Waffe sinken ließ. "Diese Waffe ist seit langer Zeit verschollen – wie iest sie ausgereschnet 'ier'er gelangt?!" Noch immer ungläubig schüttelte er den Kopf.

Dass er mit seinem Fund dennoch mehr als zu zufrieden war, bewies das feine Lächeln, mit dem er sich an Erich wandte: "Nun, Monsieur Eriesch, wie immer sie ihren Weg 'ier'er fand, mit diese Klinge iesch bien bereit für jede Unternehmen!"
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Erich Janina Graustein am 03.05.2020, 11:34:00
Etwas skeptisch betrachtete Erich das rumgehüpfe von Louis, der sich wie ein kleines Kind über seinen gefundenen Zahnstocher freute. Erich konnte an dem kleinen Piekser jedoch nicht auffälliges erkennen. Also fragte er den aufgeregten Mondianer ganz direkt "Und was ist an dieser Klinge so besonders, das Ihr nun so voller Tatendrang und überschwappenden Frohmutes seit? Vielleicht wollt ihr uns andere ja auch in die Geheimnisse eures neuen Fundes einweihen?", dabei klang Erich diesmal nicht vorwurfsvoll oder Arrogant sondern viel mehr wirklich interessiert, und versucht seine Worte wohl zu wählen so das er Louis nicht direkt beleidigte oder ihn verärgerte, denn Erich ahnte schon das an dieser Klinge wohl irgend etwas dran sein musste, denn jedes Geschenk von Perchta war bisher etwas ganz besonderes.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Friedrich Alfred von Dent am 04.05.2020, 05:23:22
Mit viel Freude betrachtete Friedrich seinen Freund dabei, wie er sein neues, altes Schwert schwang. Doch es blieb nicht bei Angriffen auf unsichtbare Gegner. Die Waffe wurde in Flammen gehüllt, wie es Perchta schon kurz vorher getan hatte. Einfach unglaublich. Was Erich kurz darauf sagte, war fast noch schwerer zu glauben. "Ein uralter Geist? Im Schwert? Und er hat zu dir gesprochen?" Das konnte ja wohl nicht wahr sein. Andererseits schien sich die gesamte Welt geändert zu haben, seitdem sie diese Lichtung betreten hatten. Als wären sie durch einen Vorhang getreten, der die wahre - oder eine zweite - Welt versteckt hatte. So viele seltsame Dinge waren bereits passiert und es hörte noch lange nicht auf, wurde nur noch absonderlicher und fantastischer.
Louis sollte ebenfalls eine neue Waffe bekommen. Die Klinge einer Frau. Friedrich kicherte kurz aber besann sich dann doch eines besseren. Schließlich war es Perchta völlig ernst und als der Montaigner wiederkam, war er völlig außer sich. Auch wenn er nicht genau erklärte, was an der Klinge nun so besonders war, wurde doch deutlich, dass sie ebenso außergewöhnlich wie Erichs neues Schwert war.
Hannahs Worte waren sehr interessant. Ganz nebenbei erklärte sie einige Dinge, die Friedrich noch gar nicht von ihr gewusst hatte. Sie hatte sich also dem Kampf gegen Untote verschrieben und Perchta wollte ihr helfen, indem sie alte Rezepte für spezielle Salben teilte. Das war auch für Friedrich sehr interessant und am liebsten würde er sich diese Rezepte auch einmal ansehen. Aber es war Hannahs Geschenk, weshalb er lieber darauf verzichtete.
Jelena dagegen wollte von Perchta direkt lernen. Lebewesen zu beeinflussen. Die Wünsche, die jeder hier vorbrachte, sagten wirklich für über den Charakter der Person aus. Doch statt sie zu lehren, gab die Hexe - oder was auch immer sie wirklich war - der jungen Frau eine magische Spange aus zwei Haaren. Sie besaß einen Teil von Perchtas Macht und konnte Menschen dazu bringen, Jelena zu vertrauen. Auf jeden Fall ein sehr hilfreiches Stück Magie, welches Jelena und auch der gesamten Gruppe bestimmt einige Türen öffnen konnte.
Schließlich war auch Friedrich an der Reihe. Für ihn hatte Perchta sogar drei Geschenke. Einen Rat, ein Buch und einen Gefallen. Es waren vor allem ihre ersten Worte, die ihn schockten. Als würde sie in seinen Geist gucken und in seiner Seele lesen können. So ganz wusste er nicht, was er mit ihren Worten anfangen sollte. Wie wollte sie ihn lenken? Wie sollte er seinen Weg finden und erkennen, dass es der richtige war? Welcher Gefahr musste er sich stellen? Rätsel über Rätsel. Da gab er vor so schlau zu sein, hatte sein ganzes Leben der Ansammlung von Wissen gewidmet und konnte doch nicht erkennen, was sie sagen wollte. Er würde darüber nachdenken müssen.
Das Buch brachte Friedrich auf eine Achterbahn der Gefühle. Es war ein alter Schmöker, der tatsächlich nur dazu benutzt worden war, ein kaputtes Tischbein auszugleichen. Das war sogar ganz deutlich auf dem Buch zu sehen. Doch die Erwähnung von Avalon ließ ihn sofort aufhorchen. Auch die Erklärung der Fähigkeiten. Es würde sich in größer Not immer an einer Stelle öffnen, an der ein passender Ratschlag zu lesen war. Allerdings würde dieser schwer verständlich sein. Also brauchte es einiges an Gehirnmasse, um mit dem Buch umgehen zu können. Perfekt für ihn geeignet. Als er dann begann, das Buch genauer zu untersuchen, kippte ihm die Kinnlade runter. Das war doch nicht möglich! Der Autor des Buches war Myrddin, einer der größten Gelehrten, die je gelebt haben sollten. Er war eine Legende. Niemand war sich sicher, ob er tatsächlich existiert hatte und doch hielt Friedrich sein Buch in den Händen.
Er begann zu zittern. "Das... das ist doch nicht möglich." Mit offenem Mund betrachtete er Perchta. Er traute sich gar nicht zu fragen, wie alt sie war und was sie überhaupt war. Ein Mensch garantiert nicht. "Das hier ist das gesammelte Wissen von Myrddin. DEM MYRDDIN. Einem der größten Gelehrten, die je auf dieser Welt gewandelt sind. Ein Magier, der schon seit über tausend Jahren tot ist. Das Wissen in diesem Buch ist mehr als Gold wert.", erklärte er für den Rest der Gruppe. "Ich... ich bin nicht würdig, dieses Buch zu besitzen aber ich werde mein Bestes geben, das zu ändern. Ich... ich danke euch Perchta." Friedrich umschloss das Buch und behandelte es wie ein rohes Ei. Er musste es vor jedem Schaden bewahren. Als die alte Frau dann auch noch vorschlug, die Kräuter, die er für Walter Heckler gesammelt hatte, an ihn weiterzuleiten, konnte Friedrich nur noch dankbar nicken. Er war erschöpft. Das musste er alles erst einmal verarbeiten.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Jelena Sejm Petrasowna am 05.05.2020, 00:24:52
Jelena schenkte Erichs Test und Erklärung der Klinge einige Aufmerksamkeit, ließ ihn danach aber erstmal zu Atem kommen. Nachdem er getrunken hatte, setzte sie ein Grinsen auf und stellte fest: "Gut, dass ich kein Waffentraining mit der ausgemacht habe, deine Dame möchte ich nicht gegen mich gerichtet wissen. Du sagtest, sie heiße Valgerd. Hat sie ein eigenes Bewusstsein, wie kommuniziert sie? Und was die Gerechtigkeit angeht, ist damit ihre, deine oder eine übergeordnete wie die des Herren, unseres Gottes, gemeint?" Als Friedrich seinen Freund ähnliche Fragen stellte, zog sie sich zurück, überließ ihm das Feld und hörte zu.
Erichs Frage nach den nächsten Schritten beantwortete sie allerdings sofort: "Wenn das, was Perchta unserem Baron mitteilt, nicht dagegen spricht, bin ich weiter für die Geiselrettung, die uns zuletzt vorangetrieben hat. Falls möglich, sollten wir dabei auch den Landstrich von der monströsen Herrin befreien und den Fluch vom Wald nehmen. Nachdem die Dinge hier geordnet sind, sollten wir uns um ein gerechtes Urteil für Ingrid kümmern und anschließend die Mission des Barons fortsetzen. Spätestens hier brauchen wir allerdings die Informationen, die Perchta ihm geben wird, um das Weitere zu entscheiden."

Das es Friedrich nicht leicht fiel, das momentane magische Geschehen zu verarbeiten, entging Jelena nicht. Sie konnte es verstehen, war es für sie früher weniger vertraut gewesen, als junges, halberfrorenes Mädchen bei Matuschka und doch war es diesmal wieder ein wenig anders. Sein Begehren nach Wissen wurde, fand sie jedenfalls, sehr passend beantwortet - mit einem Buch. Als er jedoch völlig aus der Fassung geriet über das so nachlässig behandelte Werk - vor allem den Autor - überraschte sie dann doch. So eine Seite hatte sie von ihm noch nicht erlebt. Vorsichtig stellte sie sich neben ihn und beäugte das Buch. Irgendwie beneidete sie die studierten Herren der Runde, die soviel aus so wenig ziehen konnten. Behutsam sprach sie ihn an: "Mir ist Myrddin kaum ein Begriff, bei Gelegenheit müsst ihr mir mehr erzählen, bitte. Wollt ihr nicht auch, wie ihr eurem Freund geraten habt, eine Kostprobe nehmen, das Buch - und euch - testen?"

Als Finnegan seinen Wunsch nach längerem Aufenthalt äußerte und versprach, die Mission nicht zu verraten, dankte Jelena ihm. Sie fand seinen Rückzug schade, auch wenn sie ihn kaum kennengelernt hatte. Mit Juan ging es ihr ähnlich. Tristans Entschluss löste jedoch sichtlich Bestürzung aus. Auch wenn sich mit den anderen Reisegefährten eine gewisse Vertrautheit entwickelt hatte, so schätzte sie seine Unterstützung im Besonderen. Da er als erster von ihren 'Geschenken' gewusst hatte und darüber geschwiegen hatte, war zwischen ihnen ein besoneres Vertrauen entstanden. Getreu dem, was Matuschka ihr auferlegt hatte, dämpfte sie ihre Reaktion und tat nur ihr Bedauern kund.

Was Louis Waffe und vor allem Perchtas Wortre anging, verstand Jelena die Belustigung der anderen nicht. Es musste etwas von den Dingen aus der Männerwelt sein, die ihr verschlossen blieben. Frauen konnten Waffen durchaus führen und manche sogar besser als Männer - man denke nur an die Sorcere. Perchtas Behandlung dieser wertvollen Gegenstände ließ sie innerlich den Kopf schütteln. Ob wohl der Napf und das Messer, mit dem sie gegessen hatte, etwas Besonderes auf sich hatte? Der Gedanke amüsierte sie. Ihr Vergnügen nwurde auch noch vermehrt durch das Betragen des Montaigners, als er zurückkehrte. Irgendwie erinnerte er sie nun auch an die Kinder, die Perchtas Heim teilten. Erichs Frage konnte sie nur zustimmen: "Ja, bitte, Monsieur, erzählt die Geschichte."

Als ihr und Hannah die auf vergleichbare Art die magische Kunst zugeschrieben wurden, stellte sich bei Jelena ein zufriedenes Lächeln ein. Sie hatte so etwas geahnt, nachdem beim Fundort des Dievas Worte gefallen waren, mit denen die Eisenländerin Magiekunde verriet. Aber auch dieses Wissen schützte nicht vor Abneigung gegen ausländische Magie, selbst wenn diese doch geeignet war, das Problem der wandelnden Toten anzugehen. Ihre Bitte ging immerhin in eine Richtung, die für sie sprach. Als Perchta ihnen wieder Gelegenheit zum Austausch gab, näherte sich das Halbblut der anderen Magiebegabten der Reisegruppe und fragte: "Falls ihr weiter mit uns reist, können wir später bitte einmal unter uns sprechen? Können wir uns ein wenig austauschen, vielleicht mögt ihr verraten, ob ihr einen speziellen Schrecken jagt? Es könnte sein, dass ich euch mit einem Teil dessen, was ich für meine Reise hierher in die Eisenlande vorbereitet habe, unterstützen kann. Wo ich meine Hilfe anbieten kann, tue ich es gerne."

Als Jelena dann selbst an der Reihe war, reagierte sie zunächst auf Perchtas Worte: "Ein Verschwinden von euch und der Magie des Waldes wäre ein großer Verlust. Hoffentlich dauert es noch lange. Ihr seid Matuschka ähnlich und sie ist das Land, in dem ich geboren wurde, und sie wird es immer noch sein, wenn meine Nachfahren vergangen sind." Sie hielt dem Perchtas intensivem Blick stand, nein, sie begegnete ihm wie einem alten Bekannten - so offen es ihr Herz zuließ. Auf das Lachen der weisen Frau reagierte sie mit ihrem eigenen, es war allerdings verhaltener und reservierter. Für einen Moment wirkte Perchta junger und lebensfroher als Jelena, die zwar entspannt, aber irgendwie gedämpfter und rauher rüberkam. Als die Matuschka-Gesegnete allerdings auf darauf aufmerksam gemacht wurde, wie utopisch ihre Ambitionen waren, neigte sie verlegen den Kopf. Sie wartete ab, während die Spange geschaffen wurde und nahm sie respektvoll entgegen. "Vielen Dank, ich werde euer Geschenk wie eure Worte in Ehren halten und die Regeln befolgen, die es mir auferlegt.", sprach sie und verneigte sich (statt eines Knicks, ihre mangelnde höfische Erziehung war noch immer zu merken). Dann nutzte sie ihr Spiegelbild in einer Wasserschale, um, die Silberspange in ihr Haar zu setzen. Sie fügte sie oberhalb ihres Ohres ein und achtete darauf, dass sie sie bei Bedarf durch ihre Haare verdecken konnte oder durch hinters Ohr klemmen der Haare sichtbar machen konnte.

Ingrid bekam nach Perchtas Worten nur ein aufmunterndes Lächeln zusätzlich geschenkt, weiter wollte sich Jelena nicht einmischen.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Louis de Fromage Puant am 05.05.2020, 17:41:21
"Dies?" erwiderte Louis auf Erichs Frage und ließ die Klinge eine elegante Acht in der Luft beschreiben. "Nun, so incroyable wie es klingt: Iesch bin überzeugt, dass es siesch 'ier um La Danseuse 'andelt!" Die wahrscheinlich ausbleibende Reaktion veranlasste ihn zu einer genaueren Erklärung: "Diese Klinge ge'örte die einzige weibliesche Feschter, die jemals als Mousquetaire in die Corps aufgenommen wurde. Es iest eine Arbeit von Henri de Filousac, welscher bekannt war als eine Maitre der Schmiedekunst! Man ersieht es 'ier aus seine Signe. In meine 'eimat, man erzählt siesch viele Geschieschten darüber, welsche Siege mit ihr erfochten wurden. Doch eigentliesch galt sie als, wie sagt man... verschollen?"
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 08.05.2020, 00:21:22
Mehr schien Louis zumindest zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu der Waffe sagen zu wollen, und auch sonst blieb keine Zeit mehr für weitere Besprechungen, denn in diesem Moment traten Perchta und der Baron wieder auf die Lichtung. Letzterer wirkte nachdenklich und gesellte sich schweigend zu den anderen, doch die alte Frau schien bester Laune zu sein.
"Na, dann wollen wir doch mal den Tisch abräumen! Wollt ihr mir behilflich sein? Danach werde ich mich mit der jungen Hannah hier in die Küche zurückziehen. Fühlt euch ansonsten wie zu Hause, so lange ihr hier seid."
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Friedrich Alfred von Dent am 08.05.2020, 04:03:59
Noch immer völlig geschockt über dieses wertvolle und vor allem brauchbare Geschenk, bekam Friedrich die Worte Jelenas nur am Rande mit. Er reagierte deshalb recht spät aber nickte schließlich. "Ja das kann ich gerne tun. Nur ist das Wissen um Myrddin sehr begrenzt, also erwartet nicht zu viel. Vielleicht verrät das Buch mir ja einige Geheimnisse um seinen Autor." Er streichelte leicht über den Einband und dachte dann über ihren Vorschlag nach. Ja, wieso sollte er das Buch nicht testen? Allerdings gab es da ein Problem. "Nun es hieß, das Buch würde sich nur in größer Not an einer passenden Stelle öffnen. In der sind wir momentan nicht." Ausprobieren wollte er es zumindest. Also atmete er einmal tief durch und öffnete das Buch irgendwo in der Mitte. Leider offenbarte sich kein großes Geheimnis. Die Seiten waren komplett leer. "Nun ja, ich bin sicher, dass es sich als nützlich erweisen wird, wenn wir es brauchen." Damit schloss er den Wälzer wieder und legte ihn auf seinen Schoß.
Den Ausführungen von Louis folgte Friedrich interessiert. So genau kannte er sich mit dem Thema nicht aus aber man musste kein Experte für Musketiere sein um herauszuhören, dass ein weibliches Mitglied sehr ungewöhnlich war. Gleichzeitig war die Klinge die Arbeit eines Experten. Die Waffe war also ein Meisterwerk mit viel Geschichte und Bedeutung. "Viele verschollene Gegenstände scheinen hier bei Perchta wieder aufzutauchen." Sie hatte ja auch behauptet, dass Myrddin selbst hier gewesen war. Die Chance war also recht hoch, dass auch dieser weibliche Musketier der... alten Dame einen Besuch abgestattet hatte. Wer konnte schon ahnen, was für geschichtsträchtige Gegenstände noch hier für den Haushalt genutzt wurden.
Das weitere Vorgehen sollte besprochen werden. Jelena machte einen guten Vorschlag aber vielleicht war es noch zu früh, konkret zu planen. "Wir sollten warten, bis der Baron wieder da ist. Wir wissen nicht, was für Geheimnisse Perchta ihm offenbart." Generell stimmte er ihr aber zu. Der Baron schien allerdings nicht sehr gesprächig zu sein, als er von seinem kleinen Ausflug mit Perchta zurückkehrte. Gut, sollte er ein bisschen nachdenken. Friedrich stand auf und begann beim Abräumen des Tisches zu helfen. Erst danach wandte er sich an ihren Anführer. "Ich möchte euch gerne in euren Gedanken stören aber wir möchten das weitere Vorgehen planen. Wie sehen eure Pläne aus?"
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 08.05.2020, 13:55:34
"Hm?"
Der Baron schien erst jetzt die Anwesenheit der anderen zu bemerken.
"Wir tun weiter, was wir geplant hatten: Wir gehen zur Burg und befreien diesen Landstrich von der Baronin und ihren düsteren Machenschaften. Danach, sollten wir erfolgreich sein und noch leben, reisen wir nach Freiburg."

Friedrich wartete, ob noch mehr kommen würde, doch das schien für den Moment alles zu sein, was Baron Tristan offenbaren wollte.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 16.05.2020, 18:00:37
Nach einer ganzen Weile kehrte Hannah mit einem zufriedenen Ausdruck auf ihrem Gesicht wieder zurück zu den anderen. Auch wenn alle die Ruhe und den Frieden dieses Ortes genossen, war ihnen doch klar, dass der Zeitpunkt des Abschiedes von Perchta nun gekommen war, und auch Perchta selbst machte keine Anstalten, sie in irgendeiner Weise aufzuhalten.

Es war eine kleinere Gruppe, die sich nun aufmachte, die Burg Düster aufzusuchen, und jeder von ihnen hatte bei der alten Frau irgendeine Veränderung erfahren, manche mehr, manche weniger. Am ausgeprägtesten schien dies bei Ingrid der Fall zu sein, die plötzlich aufrechter ging und die es nun an die Spitze der Gruppe drängte. Außer ihr waren es noch Louis, der Montaigner, die beiden Kreuzritter Friedrich und Erich, und Jelena und Hannah, die sich inzwischen als magiekundig offenbart hatten. Und natürlich war der Baron Tristan immer noch bei ihnen, wegen dem sie die Reise ja eigentlich unternahmen.

Finnegan O'Dougal, Don Tristan de la Verde und Juan Felipe Fernandez jedoch ließen sich nicht mehr umstimmen und blieben tatsächlich bei Perchta. Ob sie dort Tage, Wochen oder sogar Jahre verbringen würden, wusste noch niemand so genau. Der Abschied fiel einigen bereits jetzt schwer, obwohl sie sich alle noch nicht lange kannten, doch letztlich verlief er kurz und schmerzlos und bald fanden sich die übrigen Reisenden wieder auf einem schmalen Waldweg.

Vielleicht hatte Perchta ihnen zum Abschied noch eine Art Zauber mitgegeben, vielleicht lag es auch an etwas anderem, aber sie hatten nun keine Mühe mehr, ihren Weg beizubehalten und bald erkannte Ingrid die Umgebung wieder.
"Es ist nicht mehr weit bis zu der Burg." sagte sie schließlich. Vielleicht noch eine Stunde, und bald sollten wir sie hinter diesen Hügeln dort sehen können.

Tatsächlich erhob sich dicht vor ihnen eine kleinere Hügelkette, der sie sich nun in der langsam anbrechenden Dämmerung näherten. Auf ihrem Weg fanden sie sich kurz darauf vor einem offensichtlich lange verlassenen Friedhof. Die Gräber waren inzwischen überwuchert und die Grabsteine teils geborsten. Doch auch eine kleine Kapelle befand sich auf dem alten Gelände, und merkwürdigerweise drangen von dort plötzlich Stimmen zu ihnen durch und übertönten das Krächzen der Krähen auf den Bäumen.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Louis de Fromage Puant am 17.05.2020, 13:37:44
Louis hatte sich vor dem Aufbruch in aller Form bei Perchta bedankt und sich dabei sogar zu einem Handkuss nach allen Regeln der Kunst überwunden, so die alte Frau diesen denn akzeptiert hatte. Er hatte seinen alten Degen mit aller Sorgfalt in eine Pferdedecke gewickelt und hinter seinem Sattel festgeschnallt, denn das Wehrgehänge des sichtlich stolzen Montaigners zierte nunmehr "La Danseuse". Zwar hatte der Musketier die Geschenke Perchtas an seine Begleiter ebenfalls zur Kenntnis genommen und teilweise angesichts der Grozügigkeit staunend die Augenbrauen gehoben, doch es konnte kein Zweifel darüber bestehen, dass er den Wert der Klinge an seiner Seite bei weitem am höchsten taxierte.

Ihm schien es wenig überraschend, dass man jetzt so zügig vorankam, wo sich der Wald zuvor als geradezu unüberwindliches Hindernis präsentiert hatte, denn, wie er seinen Schnurrbart zwirbelnd mit einem Lächeln bemerkte: "Diese Begegnung war eine Zeischen, Mesdames et Messieurs! Wir können über'aupt niescht scheitern, mein Wort darauf!" Als man in Höhe des einsamen Friedhofs angelangt war und von dort unvermittelt Stimmen aufklangen, legte er die Hand unternehmungslustig auf den Griff seiner neuen Waffe, ließ aber den Blick zu seinen Begleitern schweifen. "Wir sollten womögliesch nachsehen, was siesch dort tut, bevor wir irgendwelsche 'alunken in unsere Rücken 'aben, n'est-ce pas?" fragt er munter.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Friedrich Alfred von Dent am 18.05.2020, 04:08:02
Es war offensichtlich, dass der Baron mit dem, was Perchta ihm gesagt hatte, zu kämpfen hatte. Friedrich war zwar mit der Antwort nicht wirklich zufrieden aber er ließ den Baron in Ruhe nachdenken. Die Gruppe hatte ein Ziel und dank Perchtas Zauber fanden sie auch endlich den Weg durch den Wald. Obwohl der Besuch bei der alten Frau kurz gewesen war, hatte er sie alle auf die ein oder andere Weise verändert. Nur in welchem Umfang, das würden sie wohl noch herausfinden. Leider war die Gruppe um einiges kleiner geworden, was in Anbetracht ihrer Aufgabe wirklich nicht gut war aber die Geschenke Perchtas würden diesen Nachteil hoffentlich etwas ausgleichen. Friedrich hatte das Buch Myrddins sorgfältig mit einem Tuch umwickelt und mithilfe einer dünnen Kette an seinem Gürtel befestigt - so wie sein anderes Buch auch.
Sie waren eine Weile unterwegs, bis sie endlich wieder auf etwas anderes als den Wald trafen. Ein Friedhof samt Kapelle. Während der Friedhof verlassen und nicht sehr gepflegt aussah, waren definitiv einige Personen in der Kapelle. Seltsam. Louis hatte recht. Sie konnten nun nicht vorsichtig genug sein. Ihre Aufgabe war tödlich und sie konnten sich keinen Fehler erlauben. Mögliche Gegner, die ihnen in den Rücken fallen konnten, waren das Letzte, was sie brauchten. Er nickte also. "Ja, wir sollten sichergehen, dass keine Gefahr von diesen Personen ausgeht." Sicherheitshalber lud er einen Bolzen in seine Armbrust und behielt diese außer Sichtweite in seiner linken Hand. Er hatte kein gutes Bauchgefühl bei dieser Sache.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Erich Janina Graustein am 19.05.2020, 08:23:14
Voller neuem Tatendrang und stolz auf sein neues Schwert schwang Erich sich auf sein Pferd und folgte der Gruppe dann in Richtung Burg.
Als sie dann zusammen auf dem Friedhof angekommen waren und die Stimmen aus der Kapelle hörten, nickte Erich nur und stieg dann von seinem Pferd ab. Er zog sein Schwert und deutete den anderen an das sie ihm leise folgen sollten, denn es war ein guter Plan sich erst einmal in der Kapelle um zu sehen.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Jelena Sejm Petrasowna am 22.05.2020, 17:42:34
Jelena hörte Louis Erklärung aufmerksam zu und verlangte dann, auch wenn sie nur bruchstückhaft schien, keine weiteren Details. Es war seine Entscheidung. Die Montaigner schienén Frauen noch seltener in stehende Truppen aufzunehmen als Ussurien. Und aus Sarmatien war sie auch andere Standards gewöhnt. Was umgekehrt bedeutete, die Dame muss wirklich vortrefflich gewesen sein. Anerkennend meint sie: "Dann haben wir umso mehr Glück, das sie zu uns gekommen ist." Kurz war sie versucht, ihn daran zu erinnern, dass sie mit vergleichbaren Motiven den Diervas geborgen hatte, doch wurde ihr schnell klar, dass der Vergleich hinkte.

Perchtas Bitte um Hilfe beim Abräumen nahm sie gerne an und nutzte anschließend die Zeit, die die weise Frau mit Hannah fort war, um ein wenig mit den Kindern zu spielen oder ihnen, falls sie es woünschten, eine Geschichte zu erzählen.

Auch Friedrich bekam Dank für seine erklärenden Worte. Als der Test misslang, wirkte sie ein wenig enttäuscht. "Hoffentlich wird die Antwort, die die Aufzeichnungen in einer solchen Notsituation gibt, nicht zu kryptisch sein. Da verlassen wir uns ganz auf dein Wissen, Freund."

Jelena schloß sich Friedrichs Frage an den Baron an und reagierte sogar verhalten, als das nächste Ziel genannt wurde. Zunächst beliße sie es bei einem: "Das passt doch gut, die Baronin ist uns auch wichtig." Mit etwas Zögern bekannte sie dann: "Zu Freiburg habe ich einige - wenig angenehme - Gerüchte gehört und es ist mein Reiseziel hier in den Eisenlanden. Zu einem geeigneteren Zeitpunkt sollten wir unser Wissen vergleichen und sehen, ob meine persönliche Mission kompatibel ist mit unserer."

Bei der Verabschiedung von Perchta und Tristan ließ Jelena ehrliches Bedauern erkennen, bei Finnegan und Juan eher höfliches. Auf dem Weg überließ sie nun Ingrid die Führung, achtete aber darauf, dass sie im Zweifel den Weg auch finden würde. Sie hielt sich in der Nähe von Hannah auf und fragte rundheraus: "Da ihr nun mit uns weiterreist, wiederhole ich meinen Vorschlag, nein, meine Bitte: Können wir uns über unsere Fähigkeiten und Möglichkeiten austauschen? Insbesondere, wenn ihr einen bestimmten Schrecken jagt, können wir sicher helfen, falls nciht, biete ich meine Hilfe trotzdem an, ein paar meiner Künste könnten euch eure Aufgabe erleichtern."

Mit Ankunft am Friedhof verkündete Jelena leise: "Sollte die Toten hier nachts aufstehen, ist mir etwas bekannt, womit ich sie in meiner Nähe schwächen kann. Bleibt dann am Besten bei mir." Zur Untersuchung der Stimmen in der Kapelle nickte sie nur, rutschte elegant vom Pferd und nahm die Zügel von anderen an, die ihre Hände frei haben wollten. Dann folgte sie leise mit wenigen Schritten Abstand den anderen auf dem Weg zum Gemäuer.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 24.05.2020, 10:24:07
Erich führte die kleine Gruppe an, dich gefolgt von Louis, und ging vorsichtig auf die Kapelle zu. Hinter ihnen folgten Friedrich und Jelena, während Hannah und der Baron die Nachhut bildeten. Als Erich sich dem offenen Eingang näherte, erblickte er ein schauriges Bild.

Es handelte sich um eine ehemals vaticinische Kapelle, doch jegliche derartige Symbolik war mit verdrehten Runenschriften verdeckt. Die Kirchenbänke waren zertrümmert und zur Seite geworfen, nur der Altar stand noch. Um ihn herum standen Figuren, die in einer fremdartigen Sprache sangen, die niemand von ihnen zuordnen konnte. Louis, der knapp hinter Erich folgte, durchfuhr es wie ein Blitz: Die Roben der Figuren waren von grüner und gelber Farbe, und er erkannte mit einem Schlag, dass er diese Szene bereits einmal gesehen hatte.[1]

Doch das schaurige an der Szene war der Junge, fast noch ein Kind, der an den Altar gebunden war und nun flehend zu schreien begann. Über ihm gebeugt stand eine weibliche Gestalt, die offensichtlich nichts Gutes im Schild führte.
 1. Louis und auch Jelena erhalten für die folgende Szene eine zusätzliche Steigerung.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Hannah Waldeck am 24.05.2020, 13:42:05
Hannah war mit dem Unterricht bei Perchta sehr zufrieden. Mehrere kleine Gefäße mit dem Produkt des Lernens waren in den Taschen ihres Gürtels verstaut. Sie verabschiedete sich von Perchta mit einer tiefen Verbeugung. "Ich danke Euch, dass ihr mich an Eurer Weisheit und Eurem Wissen teilhaben lassen habt. Ich verspreche, alles was ich gelernt habe nur zum Wohle der Lebenden einzusetzen." Die Eisenländerin fühlte sich erfrischt und frohen Mutes, als sie aufbrachen.

Während des Rittes sprach sie mit Jelena. "Die Eisenlande leiden unter den Folgen der Vergangenheit. Schatten bedrohen die Lebenden, verfluchte Gestalten quälen das Land. Es gibt tapfere Männer , die mit Schwertern und Wissen das Böse bekämpfen." Sie deutete auf Friedrich und Erich. "Doch auch Frauen stellen sich dem Kampf. Wir sind nicht so auffällig wie die Krieger. Wir reisen oft unerkannt durch die Lande, bringen Heilung. Manche sind Hebammen, manche einfache Kräuterfrauen. Doch unser Wissen geht weiter, tiefer. Wir nutzen unser Wissen, um die Toten in ihren Gräbern zu halten." Über die genauere Natur ihrer Magie schwieg Hannah sich aus.

Als sie die Kirche erreichten sprang auch sie vom Pferd. "Genau das ist auch mein Ziel, die Toten sollen ruhen und bleiben wo sie sind." sagte sie entschlossen und folgte hinter den beiden Kriegern in Richtung der Kapelle. Sie hielt sich so hinter den  beiden, dass sie deren Rücken deckte, so dass sie nicht sehen konnte, was sich im Altarraum abspielte.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 24.05.2020, 18:41:20
Noch ehe Erich und Jelena handeln konnten, hob die weibliche Gestalt den Kopf und blickte die Eindringlinge lächelnd an.
"Heute werden wir gut schmausen, meine Kinder. Bringt sie zu mir, in Stücken!"
Es war Agathe Baderbaasch, die dort gerade dabei gewesen war, unsägliches mit dem Jungen anzustellen!

Doch noch während ihre Worte erklangen, verschwand sie an Ort und Stelle in einem Nebel - und ihre Anhänger wandten sich Erich und den anderen zu.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Jelena Sejm Petrasowna am 07.06.2020, 12:42:19
Jelena war von Hannahs Antwort enttäuscht, überspielte das jedoch mit neutraler Miene. Das Halbblut fasste zusammen: "Den Worten entnehme ich, dass ihr keinem bestimmten, sondern allen Schrecken eurer Heimat den Kampf angesagt habt. Auch dabei helfe ich gerne, wenn ihr erlaubt." Dann fährt sie, ohne ihre Reisegefährtin direkt anzuschauen fort: "In Ussurien sind Land, Witterung und Leute schon Herausforderung genug für das Überleben. Es stellt uns Prüfungen und manche, die sie bestanden haben, werden mit Geschenken gesegnet. Mit diesen werden weitere Prüfungen leichter, doch kommen sie mit Pflichten und Verantwortung. Ich gehöre dazu und erhole mich daher sehr schnell von schweren Wunden oder kann zerrstörte Ausrüstung in Windeseile zusammensetzen." Sie wendete den Kopf und sah ihre Zauberschwester direkt an: "Solltet ihr wirklich sauberes Material zur Versorgung Verletzter oder Kranker brauchen, gebt mir Bescheid. Und für eure wandelnden Toten habe ich auch etwas. Alles weitere muss wohl warten." Ihre Augen waren schmal geworden, aber Ton und Ausdruck blieben freundlich.

Bei der Kapelle angekommen brauchte sie aus der hinteren Reihe ein wenig, um die Situation zu erfassen. Dann reagierte sie jedoch ohne Überraschung und schnell: Der junge Baron bekam die Zügel in die Hand gedrückt und Jelena spannte sich an wie ein Wildkatze, die zum Sprung ansetzte. Als sich die Baronin Baderbaasch jedoch zu erkennen gab und verschwand, suchten Jelenas beunruhigte Augen Ingrid. Mit Erleichterung stellte sie fest, dass diese etwas hinten geblieben war. Die Matuschkagesegnete hoffte inständig, dass die Kriegerin nicht erkannt worden war und ihr Kind, die Geisel nicht in diesen Momenten ihr Leben verlor.

An die Gruppe gewandt verkündete sie: "Kümmert euch bitte um diese mörderischen monströsen Kultisten, ich werde ihnen ihr Opfer abnehmen." Prompt duckte sie sich unter Erichs und Louis Waffen hinweg und schlängelte sich nach vorne. Ohne eine Waffe zu ziehen, stürmte sie auf die Kultisten zu, einem Stier gleich und die Runen ignorierend. Doch kurz bevor es zum Zusammenstoß kam, schlug sie einen Haken wie ein Hase und sprang auf einen Haufen zerstörte Kirchenbänke. Kurz schien sie mit der Balance zu ringen, wich dabei jedoch den ersten Angriffen eines Kultisten aus. Mehr einer Bergziege gleich tänzelte sie über die Trümmer, übersprang den nächsten Griff und nutzte die Schulter eines dritten Bösewichts als Trittstufe, um auf den Altar zu springen. Dort angekommen versuchte sie den Jungen zu befreien und verteidigte ihn (und sich).
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Louis de Fromage Puant am 07.06.2020, 14:41:40
"C'est une vraie diablesse..!" entfuhr es dem Montaigner, als Jelena nach vorn durchschlüpfte. Er rief in Erichs Richtung: "Versucht die Schurken 'ier aufzu'alten, wenn sie durschbreschen wollen - iesch sorge dafür, dass mademoiselle nieschts geschieht!" Womit er einen Ausfall mit dem Degen machte und mit lautem Kampfgeschrei Jelena folgte. Dabei schuf er sich mit blitzschnellen Streichen der blanken Klinge eine Gasse durch die Gegnerschar. Im Laufen riss er sich den Umhang mit der Linken vom Hals, um ihn mit einigen energischen Kreisbewegungen als Parierschild um seinen Unterarm zu wickeln. So gewappnet trieb er mehrere Kultisten vor sich her, wechselte dann die Richtung und erklomm mit kühnen Sprüngen eine der achtlos beiseite geräumten Bänke. Über die schmale, schräg in die Höhe weisende Kante der Bank balancierend lief er in atemberaubendem Tempo empor, rammte auf dem Weg einem Angreifer die Stiefelspitze ins Gesicht, bis er von der Spitze herab mitten in den Haufen der Gegner sprang, die dem Altar am nächsten waren. "Alors, 'ier bin iesch, Louis de Fromage Puant, ihr 'alunken! Kommt schon, iest das alles, was ihr könnt?! Da kämpft ja meine Großmütterschen besser..!" Sprachs und stürzte sich in den Nahkampf.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 07.06.2020, 22:37:25
Obwohl die Baronin geflohen war, merkte Jelena sofort, dass der Junge noch nicht außer Gefahr war. Etwas fraß immer noch an ihm, und es schien, als ob der Altar ihm die Lebenskraft aussaugte. Jelena musste ihn so schnell wie möglich von dort losbinden, soviel war klar - doch aus den Augenwinkeln sah sie bereits einen Kultisten auf sich zustürmen, der sie davon abhalten wollte. Dieser jedoch trug unter seiner Kutte eine Rüstung, und führte ein Schwert in der rechten Hand. Doch auch Louis sah den Mann.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Louis de Fromage Puant am 09.06.2020, 20:16:04
Noch ehe der Mann Jelena erreicht hatte, schwirrte Louis' Klinge durch die Luft und bildete eine stählerne Schranke zwischen den beiden. "Un moment, monsieur!" meinte der Musketier mit einem charmanten Lächeln. "Es iest überaus lobenswert, Eure Aufwartung zunächst der 'olden Weiblieschkeit zu machen, aber 'ier iest eine junge mademoiselle, welsche dringender Eure Bekanntschaft zu machen wünscht..." Mit diesen Worten führte er den Degen grüßend nach oben und trat einen halben Schritt zurück, um nicht den unlauteren Vorteil der Überraschung zu beanspruchen[1].
 1. Womit die Steigerung zum Ablenken des Mannes aufgebraucht sein sollte.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Jelena Sejm Petrasowna am 10.06.2020, 11:10:01
Als Jelena merkte, dass Louis ihr folgte, wollte sie ihn zuerst stoppen oder zumindest die Augen rollen, dann bemerkte sie jedoch den gerüsteten und bewaffneten Gegner, der sich auf sie konzentrierte. So warf sie Louis schweigend, aber deutlich, einen bittenden Blick zu, begleitet von einem Nicken in Richtung dieses Schurken. Als er dann tatsächlich übernahm, stahl sich ein Lächeln auf ihr Gesicht.

Amschließend wurde sie ernst, denn sie spürte, wie die verfluchte Kraft, die auf den Altar gelegt worden war, auch an ihr zog. Sie verfluchte innerlich ihre Leichtsinnigkeit, direkt auf ihn zu springen. Aber ein zurück gab es nicht. Sie kniete sich über den Jungen, zückte ihr Jagdmesser und zerteilte die Fesseln auf einer Seite. Dabei flüsterte sie beruhigend auf ihn ein.

Der nächste Angriff eines Kultisten ließ nicht lange auf sich warten. Um ihm zu entgehen, ließ sich Jelena im letzten Augenblick hinter den Altar fallen und zog den Jungen mit. Ihn mit ihrem kleinen Körper abschirmend sah sie über den Altar nach, wie sich die Situation entwickelte, und löste die verbleibenden Fesseln.[1]
 1. 2 Steigerungen für die Rettung des Jungen
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 11.06.2020, 21:38:19
Der Ober-Kultist hielt sich nicht lange damit auf, Jelena nachzufolgen, sondern nahm Louis' Herausforderung an und begann, wild auf dem Montaigner einzuschlagen. Doch ungeübt wie er war, prallte der Großteil seiner ungestümen Angriffe an Louis Abwehr ab.[1]

Die übrigen Kultisten taten Erich nicht den Gefallen, ihm ins Schwert zu rennen, sondern begannen, die beiden in der Kapelle zu umzingeln.
 1.  vier Steigerungen für vier Wunden, wenn du nichts dagegen tust.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Friedrich Alfred von Dent am 12.06.2020, 05:09:44
So schnell sie ihr Ziel gefunden hatten, so schnell war es auch schon wieder verschwunden. Die Baronin löste sich wortwörtlich in Nebel auf und hinterließ eine Kapelle voller Kultisten. Es waren auch nicht nur eine Handvoll Gegner, denen sie sich stellen mussten, sondern einige Dutzend. Jelena und Louis reagierten schnell und erkannten, dass sie sich augenblicklich um das Opfer kümmern mussten, welches auf einen Altar gefesselt war. Geschickt huschten sie an der großen Traube an Kultisten vorbei und begannen damit, den Jungen auf dem Altar zu retten.
Der Rest der Gruppe musste sich nun um die riesige Menge an Gegnern kümmern. Friedrich empfand kein Mitleid, als er den ersten Bolzen auf seine Armbrust setzte, zielte und einem der Kultisten in den Kopf schoss. Das alles hier war krank und unnatürlich. Monster gab es auch in Form von Menschen und diese hier gehörten zur ganz schlimmen Sorte. Sofort lud der alte Kreuzritter nach und schoss einen weiteren Bolzen in die Menge. Immer wieder.[1] "Zeigt keine Gnade!", rief er seinen Freunden und Mitstreitern zu. Ihre Gegner würden diese auch nicht zeigen.
 1. 4 Steigerungen um die Kultisten zu dezimieren.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Erich Janina Graustein am 12.06.2020, 07:22:35
Erich gefiel es überhaupt nicht was er da sah. Jeder schien gerade das zu machen was er wollte. Das war keine geordnete Schlachtreihe mehr. Seine Freunde setzten sich so nur unnötigen Risiken aus. Sie hätten alle zusammen bleiben sollen und gemeinsam einen konzentrieren Schlag ausführen müssen, dann währen die Risiken für die Gruppe viel geringer gewesen. Jetzt begannen die Okkultisten auch noch sich zu verteilen und wollten Sie einkreisen, das musste Erich auf jeden Fall verhindern er nahm also eine Kampfstellung ein[1] um sich auf seine nächste Aktion vor zu bereiten. Ein kurzer Blick zu Ingrid verriet ihm das diese ihnen den Rücken frei halten würde falls plötzlich noch weitere Gegner auftauchen sollten, somit konnte Erich sich voll und ganz auf seinen Angriff konzentrieren. Die ersten 4 Okkultisten erschlug er[2] so schnell das diese überhaupt nicht merkten was da auf sie zugekommen war, er erledigte sie mit schnellen und gezielten Schnitten, so das Ihr Tod zwar blutig war, aber schnell und wohl auch eher ohne Qualen erfolgte. Die ersten 2 die reagieren konnten wurden von Erich so aus getänzelt[3] das sie sich gegenseitig im Wege standen, und Erich ein leichtes Spiel mit Ihnen hatte und diese ebenfalls Opfer seiner Klinge wurde welche schnell und präzise zustach. So allmählich begriffen die Okkultisten was hier gerade vor sich ging und versuchten sich etwas zu formieren. % versuchen einen gemeinsamen Angriff gegen Erich, doch diesen Versuch bezahlten sie sehr schnell mit Ihrem Leben, denn Erich hatte durch seine vorherige Finte jetzt eine so gute Position auf dem Schlachtfeld erlangt das er die anstürmenden Gegner ohne große Probleme mit einer gezielten und schnellen Abfolge von Schlägen und Stichen[4] niederstrecken konnte, denn sein Zweihänder hatte hier erneut einen Reichweiten Vorteil, den Erich gekonnt aus zu nutzen wusste. Noch bevor sich die nächsten Okkultisten formieren konnten stürmte Erich[5] nun mit hoch erhobenem Schwert auf seine Gegner zu und konnte weitere 5 Gegner niedermähen die kaum eine Chance gegen den erfahrenen Kämpfer hatten. Somit kam Erich dann ganz in der Nähe des Altar zum stehen, und hatte auf seinem Weg dort hin ein wahres Blutbad und eine Schneise des Todes hinterlassen.
 1. Gerbeck Positur, verursacht eine zusätzliche Wunde, dafür reagiert er in der Reihenfolge später so wie als ob er eine Steigerung weniger hätte
 2. Hieb 4 Wunden
 3. Finte 2 Wunden
 4. Hieb 5 Wunden
 5. Ausfall 5 Wunden
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Louis de Fromage Puant am 13.06.2020, 14:08:02
Elegant wehrte der Montaigner jeden Hieb ab oder ließ seinen wütenden Gegner ins Leere laufen[1] Dabei tänzelte er vor dem Angreifer hin und her, sprang auf eine der umgeworfenen Kirchenbänke und nach einem kurzen Schlagabtausch wieder hinunter. Sein Gesicht zeigte ein mitleidiges Lächeln, als er sich scheinbar gelangweilt den Schnurrbart zwirbelte und lachte: "Nur zu, mon ami! 'altet Eusch doch niescht so zurück – iesch warte noch auf einen Beweis Eurer Feschtkunst. Denn wie kann iesch eine Mann attackieren, die niescht versteht zu kämpfen?" Er ließ seine Waffe locker aus dem Handgelenk kreisend einen Bogen vor dem Gesicht seines Gegnübers beschreiben und fuhr fort: "Also, nur munter drauflos! Oder sollen wir eine Pause einlegen? 'öre iesch Eusch etwa schwer atmen..? Mon dieu, Ihr dürft Eusch niescht so verausgaben, das ist nur schädliesch für la santé!"
 1. Wofür ich, soweit ich die Regeln lese, alle vier verbliebenen Steigerungen ausgeben muss.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Jelena Sejm Petrasowna am 14.06.2020, 11:33:53
Kaum waren der Junge befreit und der Kultistenführer abgelenkt, nahmen andere seine Position ein und griffen Jelena an. Sie drehte sich herum, blieb aber in hockender Position, um den Jungen mit ihrem Körper zwischen sich und dem Altar abzuschirmen. Mit höchster Konzentration beobachtete sie ihre Angreifer und analysierte deren Bewegungen. Durch Schläge gegen Waffenarme oder in der Deckung ihres Messers lenkte sie Angriffe ab, sodass ein Kultist plötzlich seinen Kameraden am spitzen Ende seiner Waffe wiederfand. Einen weiteren provozierte sie so sehr, dass er wutentbrannt ungezielt auf sie eindrosch und seine Waffe mit soviel Schwung in den Altar versenkte, dass sie zerbrach. Der Rückschlag und die Splitter verletzten seine Arme zu sehr, um weiterkämpfen zu können. Zuletzt stellte die kleine Frau ihren Fuß so, dass ein Kultist sein Gleichgewicht verlor und in die Waffe eines anderen Angreifers fiel.[1]
 1. die restlichen drei Steigerungen ins Ausschalten von Kultisten
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Hannah Waldeck am 15.06.2020, 21:18:05
Auch Hannah beteiligte sich am Sturm auf die Kultisten. Sie zog die Einhandaxt und warf sich ins Getümmel. Mit einer halben Drehung und gleichzeitigen Schwung des Waffenarms schlug sie in einer Abwärtsbewegung nach dem ihr am nahestehensten Kultisten. Sie durchtrennte den Arm des Angreifers mit einem Schnitt im Ellenbogen. Ihr Reisemantel und der Topf am Rucksack trafen einen weiteren Kultisten, der daraufhin zurück- und den Angreifern hinter sich in die Waffen taumelte. "Diese Lande haben lange genug unter Unholden wie euch gelitten! Sterbt!" rief sie und schwang ihre Axt in einer Rückhandbewegung zurück in Richtung des Oberkörpers des nächsten Angreifers.[1]
 1. drei Steigerungen um Kultisten zu dezimieren
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 16.06.2020, 09:12:58
Es war ein blutiges und sehr einseitiges Spektakel, das sich in der Dämmerung in der Kapelle abspielte. Erich pflügte mit seinem neuen Schwert nur so durch die Reihen der Kultisten, die nicht den Hauch einer Chance hatten - doch im Angesicht dessen, was sie dort vorgehabt hatten, weinte niemand ihnen auch nur eine Träne nach. Wer sich vor Erich in eine der Ecken der Kapelle flüchten konnte, um den kümmerten sich Jelena, Friedrich und Hannah, die im Angesicht der Kampffertigkeit ihres eisenländischen Gefährten schnell merkten, dass draußen für sie nichts zu tun blieb.

Schließlich stand nur noch der in bunte Roben gekleidete Anführer wimmernd vor Louis, der sich einen Spaß daraus gemacht hatte, den Mann hinzuhalten. Währenddessen kümmerte Jelena sich um den ebenfalls zitternden Jungen, der jedoch zumindest auf den ersten Blick wenigstens keine körperlichen Schäden davongetragen hatte.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Louis de Fromage Puant am 16.06.2020, 13:47:23
Paradoxerweise wurde der scherzende Montaigner erst wieder ernst, als die Gefahr gebannt war. Sobald er sah, dass um ihn herum keiner ihrer Angreifer mehr am Leben war, hob er mit finsterem Blick den Degen, bis die Spitze auf die Kehle seines Gegners zielte. "Weg mit der Waffe, Ihr canaille!" forderte er mit einem regelrechten Bellen, das durch die Kapelle hallte. Womit er seine Klinge ansetzte, zu dem Jungen hinüber sah - und "La Danseuse" dann wieder sinken ließ. "Non - eine Kampf, aber keine 'inrieschtung. Iesch bin keine 'enker!" Damit trat er einen Schritt zurück, prüfte die glitzernde Klinge mit einem langen, beinahe angewidert wirkenden Blick auf Verschmutzungen und sah sich in der Runde um. "Was immer Ihr für angemessen 'altet, mesdames et messieurs... Ihr 'abt meine Einverständnies."
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 17.06.2020, 09:45:37
Doch plötzlich sprang der Kultist auf, der Wahnsinn stand ihm in den Augen!
"Die Göttin wird mich retten!" rief er und versuchte sich auf den Jungen zu stürzen, der schweißüberströmt neben Jelena vor dem Altar hockte.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Jelena Sejm Petrasowna am 17.06.2020, 10:10:03
Während sie sich um den geretteten Jungen kümmerte, sah sich Jelena das Schlachtfeld an. Sie suchte Überlebende, die man befragen konnte. Hier und da hörte man noch Sterbenslaute, doch musste sie mit Bedauern feststellen, dass selbst leichter verletzte schlussendlich Friedrichs Bolzen oder Erichs Schwert zum Opfer gefallen waren. Louis hatte wenigstens einen gestellt und überließ ihnen die Entscheidung, wie es weitergehen sollte.

"Ich stimme für eine Befragung, deren Verlauf sein Urteil...", hob sie an und kam nicht weiter, denn sein Schrei übertönte ihre Worte. mit einem Anflug von Unverständnis auf dem Gesicht warf sich Jelena zwischen den Kultisten und sein Opfer. Dabei zeigte sie wenig Rücksicht auf ihre eigene körperliche Unversehrtheit und konzentrierte sich darauf, ihn gemäß Erichs Lehrstunden niederzuringen.[1] Mit giftig-kaltem Ton eröffnete sie ihm dabei: "Eure sogenannte Göttin hat euch gegen uns in den Tod geschickt, um ihre eigene Haut zu retten! Ihr wisst es besser, als eure Seele so zu verschwenden!"
 1. Wurf notwendig?
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 22.06.2020, 00:29:30
Jelena hatte keine Probleme, den Mann zu überwältigen, doch eine Befragung stellte sich als schwierig heraus - zu sehr schien der Kultist bereits dem Wahn verfallen zu sein. Was sie mit viel Mühe meinte herauszufinden, war das Folgende: Die Baronin saugte Menschen, vor allem Heranwachsenden, ihre Lebenskraft aus, um selbst nicht zu altern. Der Kult eiferte ihr nach, indem er ebenfalls kannibalistische Rituale vornahm in der Hoffnung, so das ewige Leben zu erreichen.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Erich Janina Graustein am 24.06.2020, 07:12:12
Erich bemerkte das der Kultist wohl kein weiteres Wort mehr sagen würde und das sie hier nur unnütze Zeit verschwenden würden und somit die Baronin nur noch mehr Zeit hatte Ihre nächsten Schritte vor zu bereiten. Da sie keine Zeit hatten den sich um diesen Schurken zu kümmern, und auch noch Ressourcen verschwenden sollten um ihn zu irgendeinem Gericht zu schleppen, nahm Erich das Gesetz selbst in die Hand und erstach den Kultisten kurzerhand und schenkte ihm damit einen schnellen und schmerzfreien Tod. Das war in den Augen von Erich mehr wie genug Gnade die man hier walten lassen konnte.

Danach ging er zu dem befreiten Kind und versuchte es etwas zu trösten und zu beruhigen "Na mein kleiner, wie geht es dir? Ich bin Erich. Wie heißt du denn? Wo kommst du denn her? Weißt du wo deine Eltern sind?" fragte Erich den Jungen mit ruhiger und sanfter Stimme.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 25.06.2020, 22:44:12
Ganz so jung war der Bursche gar nicht, er durfte sicher an die dreizehn, vierzehn Lenze zählen. Doch als Erich ihn ansprach, zuckte er zunächst ängstlich vor dem Gerüsteten zurück. Erst langsam schien er zu begreifen, dass ihn nun niemand mehr opfern wollte, und er antwortete zögerlich.
"Le... Leon, Herr." stammelte er und sah sich hilfesuchend um. "Leon Grünewald ist mein Name. Ich komme aus Holzweiler am südlichen Rand des Waldes. Meine Eltern sind noch dort, denke ich. Es sei denn, die Räuber haben sie ermordet. Aber sie haben mich ein Stück außerhalb des Dorfes gefangen, als ich gerade Pilze gesammelt habe."

Plötzlich weiteten sich sein Augen. "Herr, sie hat in mich hinein gegriffen. Nicht wirklich, aber es hat sich angefühlt, als ob eine eiskalte Hand mein Herz gegriffen hätte. Ich wusste, dass ich sterben würde ... und dann seid Ihr gekommen! Ihr habt mein Leben gerettet!"
Dabei sprach er die gesamte Gruppe an und blickte insbesondere auf Jelena.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Erich Janina Graustein am 26.06.2020, 06:53:46
"Hallo Leon Grünwald. Es freut mich dich kennen zu lernen. Wie ich bereits erwähnte ich bin Erich Janina Graustein, und das sind meine Freunde", danach stellte er dem jungen dann nacheinander alle anderen vor. "Wir werden diesem Schrecken ein Ende bereiten und dafür sorgen das niemand mehr das erleben muss was du hier erlebt hast. Das verspreche ich dir. Und ich gebe dir mein Wort das wir dafür sorgen werden das du wieder nach Holzweiler kommst. Doch zuerst müssen wir diesen Schrecken erledigen und noch weitere Leben retten. Du musst also noch etwas tapfer bleiben. Wir werden dich aber beschützen. Vielleicht suchen wir für dich ein geeignetes Versteck, oder wir nehmen dich mit, das weiß ich noch nicht. Aber eins kann ich dir versprechen, wir werden alles mögliche tun um dich zu beschützen und um dich wieder nach Hause zu bringen." sprach Erich dann mit ruhiger Stimme aber in einem ernstem Tonfall der keinen Zweifel zulässt das er es ernst meint und sein Versprechen auch einhalten wird.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Jelena Sejm Petrasowna am 26.06.2020, 08:13:24
Jelena unterbandt jeden Befreiungsversuch des Kultisten, allerdings gelang es ihm mehrfach fast. Körperlich war sie ihm unterlegen, nur ihr bisheriges Ringkampftraining bewahrte sie vor einer Niederlage. Währenddessen quetschte sie ihn aus, mit Fragen, Sticheleien und Schmeicheleien. Das sich ergebende Bild war rgausam und krank, ihr wurde ein wenig flau. Zum Schluß versuchte sie ihn mit höhnischem Tonfall zu provozieren: "Was für eine erbärmliche Truppe ihr doch wart - kaum 20 Mann und eine winzige Opferstätte, wir haben gerade mal 5 gebraucht, um euch ein Ende zu bereiten!" Sie hoffte, ihn dazu zu verleiten, den Umfang des Kultes und seine Stützpunkte zu verraten. Ihr Erfolg blieb bescheiden, er faselte nur etwas davon, sie wären "soviele, dass nicht einmal er alle zählen konnte" und "nicht alle in die Festhalle zum Menschenschmauß" passen würden.
Angewidert stellte danach sie sicher, dass er seinem Schicksal in Form von Erichs Klinge nicht entkam. Im Gegensatz zu den Banditen verspürte sie kein Bedürfnis, wegen irgendeinem dieser Kultisten ein Gebet zu sprechen.

Erichs Behandlung des jungen Mannes überraschte Jelena zunächst, sie hatte nach seinem Entwurf für den Angriff damit gerechnet, die Verantwortung übernehmen zu müssen. Steckt also auch ein gutmütiger Bär in dieser rauhen Schale, dachte sie und lächelte beiden aufmunternd zu. Bei Erichs Versprechen nickte sie demonstrativ und bestätigte: "Das werden wir, du kannst dich auf unsere Hilfe verlassen. Nun lass uns mal raus aus diesem Raum und dich untersuchen, um sicherzustellen, dass alles, was die angerichtet haben, fort ist." Sie warf dabei Hannah einen aufforndernden Blick zu, nach Tristans Abgang war sie wohl die mit den meisten Heilkünsten in der Gruppe.

Zu den anderen Gruppenmitgliedern in der Kapelle gewandt meinte sie: "Falls ihr nicht eine bessere Idee habt, würde ich vorschlagen, diesen unheiligen Ort samt seiner ehemaligen Nutzer durch Feuer zu reinigen?"
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Louis de Fromage Puant am 27.06.2020, 14:56:40
Das wahnwitzige Verhalten des Kultisten schien Louis zu überraschen. Dennoch fuhr der Degen wie von allein wieder in seine Hand und war binnen eines Herzschlags zum tödlichen Streich erhoben. Da der Mann jedoch rasch wieder überwältigt war, ließ der Musketier die Waffe mit einem ärgerlichen Stirnrunzeln erneut sinken. Den Mann nicht noch einmal aus den Augen lassend, blieb der Montaigner bei der weiteren Befragung im Hintergrund. Seine Miene war unbewegt, außer als Erich eine eigenhändige Hinrichtung vornahm.

Das entlockte dem Adeligen ein Heben der Augenbrauen, doch enthielt er sich eines Kommentars über die Barbarei in den hiesigen Landen, die offenkundig zu einer Verrohung der Sitten geführt hatte, wie sie in Montaigne völlig undenkbar war. Dort hätte ein ordentliches Gericht den Mann schuldig gesprochen, und er wäre auf zivilisierte Weise erhängt worden, gebührte doch eine Hinrichtung durch das Schwert einzig Schuldigen von hohem Geblüt. Ein gemurmeltes "Terre barbare..." blieb seine einzige äußerliche Reaktion. Erst auf Jelenas Vorschlag meinte Louis endlich: "Iesch verfüge über keine große Erfahrung mit solscherlei blasphème, doch mademoiselle Jelenique scheint mir rescht zu 'aben."
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 28.06.2020, 18:49:34
Niemand schien etwas gegen diese Vorgehensweise zu haben, und so verbrachten Jelena und die anderen die nächste Zeit damit, einen großen Scheiterhaufen in der Krypta aufzubauen, die Kultisten darauf aufzubahren und schließlich alles miteinander dem Feuer anheim fallen zu lassen. Es war zwar eine schweißtreibende Angelegenheit, bei der auch der Baron selbst Hand anlegte, doch als die Krypta schließlich lichterloh brannte, fühlten doch alle eine gewisse Erleichterung, diesen Hort des Bösen endgültig ausgelöscht zu haben.

Leon schien zu dem muskulösen Eisenländer inzwischen etwas Zutrauen gefasst zu haben und wich Erich kaum noch von der Seite. Beim Sammeln von Brennholz zeigte er sich äußerst eifrig und auch und gerade ihm war die Befriedigung anzumerken, als sie schließlich gemeinsam vor den Flammen standen.

Durch die körperliche Arbeit war es inzwischen jedoch spät in der Nacht und sie mussten sich überlegen, ob sie hier in unmittelbarer Nähe dieses Ortes rasten wollten oder doch noch in Richtung der Burg weitermarschieren wollten. Zudem hatten sie nun mit Leon auch noch eine zusätzliche Verantwortung zu tragen. Wollten sie ihn zur Burg mitnehmen? Wollten sie den langen Weg unternehmen, um ihn zu seinen Eltern zurückzubringen, noch bevor sie die Baronin stellten? Oder wollten sie ihn mitten im Wald zurücklassen?
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Hannah Waldeck am 28.06.2020, 20:33:39
Hannah half wie die anderen dabei, Brennholz zu besorgen. "Lasst uns alle Leichen zu Asche verbrennen. Was so vernichtet wurde, kommt nicht wieder." Sie beobachtete dabei den Jungen, schließlich hatte die Baronin versucht ihm sein Leben zu entziehen. Die Eisenländerin wollte sicher gehen, dass er nicht verdorben worden war. Als sie Zeit fand ging sie zu Erich und Leon.  "Hallo Leon, ich bin Hannah Mina Waldeck. Du bist sehr tapfer. Ich möchte dich Untersuchen, damit ich mich um deine Wunden kümmern kann" Mit strengen Blick suchte sie nach körperlichen Wunden, mit milderem nach seelischen.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Friedrich Alfred von Dent am 01.07.2020, 04:18:05
Die Kultisten hatten keine Chance gegen Erich und die geballte Kraft der Gruppe. Das war kein Kampf mehr, es glich eher einer Schlachtung. Doch Friedrich hatte kein Mitleid, vor allem nicht, nachdem Jelena den übrig gebliebenen, völlig verrückten Kultisten befragt hatte. Leider war der schon so wahnsinnig geworden, dass nicht viele Informationen aus ihm herauszuholen waren. Erich kümmerte sich um ihn und bereitete seinem Dasein ein schnelles Ende. Das war zwar nicht abgesprochen gewesen aber da die Baronin über diesen Landstrich herrschte, konnten sie sich nicht auf offizielle Wege verlassen. Ein Gericht oder eine richtige Hinrichtung würde es nicht geben.
Zum Glück ging es dem Jungen, der sich als Leon Gründwald vorstellte, den Umständen entsprechend gut. Es musste schrecklich sein, zu fühlen, wie einem die Lebenskraft ausgesaugt wurde. Sie waren gerade rechtzeitig gekommen. Einige Sekunden später und es wäre für den armen Jungen zu spät gewesen. Trotz der Erfahrungen, die er gemacht hatte, strengte er sich an, keine Belastung für die Gruppe zu sein. Da sie ihn nicht direkt nach Hause bringen konnten, musste er noch ein bisschen mehr Stärke zeigen. Für einen heranwachsenden Eisenländer würde das aber kein großes Problem sein, da war sich Friedrich sicher.
Kurzerhand entschieden sie sich den Ort samt Leichen den Flammen hinzugeben. Nichts sollte übrig bleiben von den okkulten und verrückten Dingen, die hier stattgefunden hatten. Es war eine anstrengende Arbeit aber sie hatten die Nacht Zeit, sich auszuruhen. Nun ging es darum, wie sie weiter vorgehen wollten. "Ich möchte der Baronin nicht mehr Zeit geben, als unbedingt notwendig.", begann er zu erzählen. Allein der Gedanke daran, was sie in der Zwischenzeit tun konnte, tat Friedrich im Herzen weh. "Wir müssen sie aufhalten, und zwar so schnell wie möglich. Sie weiß sicherlich, was hier passiert ist und das wir sie aufsuchen werden." Er wandte sich an Leon. "Wir haben versprochen, dass wir dich beschützen werden. Würdest du ein Stück mit uns kommen, damit wir keine Zeit verlieren, die Baronin aufzuhalten?"
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Jelena Sejm Petrasowna am 01.07.2020, 19:58:11
Bei der Vorstellung durch Erich hatte Jelena nur kurz die Augenbrauen hochgezogen. Nun würden sie den Jungen zusätzlich auf Verschwiegenheit  einschwören müssen, für eine Gruppe im Geheimen Operierender waren sie ziemlich freigebig mit ihrer Identität. Immerhin waren sie offiziell Mörder, Verschwörer und tot.

Als Leon und Hannah statt ihr zu folgen beim Anzünden der Kapelle halfen, gab sie ihren ursprünglichen Plan auf und half selbst. Da der Baron mitarbeitete, wechselte sich Jelena mit Ingrid darin ab, auf die Pferde und die Umgebung zu achten. Dabei wandt sie sich auch einmal an ihren "Mitreisenden" und fragte ihn, wie er gegen den Fluch zu helfen gedenke, immerhin war das sein Teil der Abmachung dafür, mitgenommen zu werden. Vor allem müssten sie verhindern, dass sich die Baronin, sobald man sie in die Enge getrieben hat, nicht wieder in Rauch auflöst und fliehen kann. Als die Arbeit beendet war und die Kapelle brannte, war Jelena dank der weniger intensiven Arbeit weniger erschöpft.

Sie stimmte Friedrichs Einschätzung zu: "Ich denke auch, dass wir die Baronin so bald wie möglich stellen sollten. Gehen wir gemeinsam hin und spähen die Situation aus, da kann ein junges Paar Augen auch helfen. Dann können wir bessere Pläne für unseren Angriff entwickeln." Mit Blick auf die hellerleuchtete Kapelle ergänzte sie: "Unser Nachtlager sollten wir mit etwas Abstand im Wald aufschlagen, hier findet man uns zu leicht."
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 02.07.2020, 01:44:59
Die Arbeit schien Leon nicht ermüdet zu haben, eher im Gegenteil: Je länger er mit seinen Rettern und vor allem Erich verbrachte, desto lebhafter wurde er. Dabei war es der Gruppe nicht entgangen, dass er sie beinahe schon mit Ehrerbietung behandelte. So antwortete er auch auf Friedrichs Frage: "Natürlich komme ich mit euch! Ich werde euch helfen, dieses fiese Weib zu töten!" Die Untersuchung durch Hannah ließ er klaglos über sich ergehen, auch wenn er ihr versicherte, dass er schon wieder ganz der Alte sei. Tatsächlich war er körperlich unversehrt, und auch sonst konnte sie keine Verderbtheit bei ihm spüren.

Nachdem sie also keine weitere Umwege auf dem Weg zur Burg auf sich nehmen würden, blieb nur noch zu entscheiden, ob und wie lange sie pausieren wollten, und wo sie ihr Lager aufschlagen wollten.

Jelena erhielt auf ihre innerlich gestellte Frage wie immer keine umfassende Antwort, doch eine erstaunlich klare Information hatte der Dievas für sie: "Sie wird nicht wieder verschwinden, denn es kostet sie zuviel Kraft, um es zu oft zu wiederholen. Wenn ihr sie stellt, könnt ihr sie besiegen. Allzu lange solltet ihr euch aber damit nicht Zeit lassen."
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Louis de Fromage Puant am 04.07.2020, 15:08:36
Es war Louis zwar anzumerken, dass die schmutzige Arbeit des Verbrennens nicht seinen Vorstellungen von der Würde eines Musketiers entsprach, doch tat der Montaigner seinen Teil zur Vernichtung dessen, was noch ein unheiligen Dingen hier verblieben war. Nachdem diese unschöne Pflicht erfüllt war, atmete er tief durch und schien erleichtert. Die Worte Leons jedenfalls entlockten ihm ein kurzes Schmunzeln, und er meinte: "Mon dieu, der Knabe zeigt eine außergewöhnliesche Eifer! Je le jure, wenn wir in meine 'eimat wären, iesch würde ihn vorschlagen für... ah, wie sagt man jeunes pousses... für die junge Corps?" Womit er einen langen Dolch mit schmaler Klinge aus seinem Stiefel zog, ihn dem Jungen reichte und mit ernsterer Miene hinzusetzte: "Da es in diese Land offenbar übliesch iest, dass jedermann eine Soldat iest, übergeb iesch dir 'iermit, selon une tradition ancestrale, diese Klinge, meine kleine Monsieur. Erweise diesch ihrer würdig!" Ein halb scherz-, halb ernsthaftes Salutieren folgte, ehe er sich den anderen zuwandte: "Eh bien, iesch bin bereit für die Aufbruch."
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Erich Janina Graustein am 06.07.2020, 18:44:43
Erich zerschlägt das meiste Holz so gut wie möglich damit man es leichter stapeln und bewegen kann. Nachdem die Kirche dann lichterloh brennt ist er froh das sie diesen unheiligen Ort entdeckt und ausgeräuchert haben.

Nachdem Louis dem jungen Leon einen Dolch anbietet muss Erich dann doch etwas lächeln "Das ist doch nur ein weiterer Zahnstocher. Der junge ist alt genug um ein richtiges Schwert zu führen" mit diesen Worten zieht Erich sein Kurzschwert und hält es Leon hin "Ich Glaube mit diesem Schwert kannst du dich besser verteidigen. Aber wir werden dafür sorgen das du das Schwert hoffentlich nicht schon direkt im nächsten Kampf einsetzten musst. Bleib am besten immer in unserer Nähe, wir werden dich beschützen."

Als sich wohl die meisten zum Aufbruch bereit machten stimmt auch Erich zu das es wohl sinnvoll wäre direkt los zu ziehen und nicht erst noch eine Rast zu machen. Es ist bestimmt von Vorteil das sie so schnell wie möglich zur Baronin vordrangen, denn dann hat die weniger Zeit sich vor zu bereiten. "Los Leon, spring auf. Du kannst gerne bei mir mitreiten"
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 06.07.2020, 23:38:42
Hatte der Junge schon große Augen bekommen, als Louis ihm den Dolch angeboten hatte, platzte er schier vor Stolz, als Erich ihm sogar sein Kurzschwert entgegenhielt. Dennoch blickte er gequält, als er zwischen den beiden Männern stand. Es war ihm deutlich anzumerken, dass er das Schwert von dem Mann annehmen wollte, dem er die letzten Stunden kaum eine Sekunde von der Seite gewichen war. Doch konnte man auch die Angst sehen, den Montaigner zu beleidigen, wenn er das Schwert dessen Dolch vorzog. Offenbar fehlte ihm die Wortgewandtheit, um sich hier elegant aus der Affäre zu ziehen, und so stand er nur starr dort, das Entsetzen ins Gesicht geschrieben.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Erich Janina Graustein am 07.07.2020, 11:17:36
Erich wollte eigentlich nur mal wieder etwas gegen Louis sticheln und diesen etwas ärgern. Das er damit den jungen Leon in eine unangenehme Situation gebracht hatte wollte Erich absolut nicht bezwecken. Daher stieg er noch einmal kurz von seinem Pferd ab und ging zu Leon hinüber und meinte dann mit einem freundlichen Lächeln "Komm her, wir machen das ganz einfach so ..." er nahm das Kurzschwert und band es zusammen mit der Schwertscheide über den Rücken des Jungen, und den Dolch steckte er in dessen Gürtel "So, nun bist du bestens bewaffnet und musst dich bei keinem von uns beiden schuldig oder verpflichtet fühlen."

Dann wandte er sich noch einmal an die Gruppe "Sind nun alle zum Abmarsch bereit? Dann lasst uns die Pferde satteln und zusehen das wir so schnell wie möglich zur Burg der Baronin gelangen um diese dort zu stellen" mit diesen Worten schwang sich Erich dann selbst auf sein Pferd und bot Leon die Hand an damit dieser ebenfalls auf dem Pferd von Erich platz nehmen konnte.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 08.07.2020, 00:20:20
Erichs Worte und Taten schienen Leon zu beruhigen, und schon bald war seine Laune wieder hergestellt. Mit stolzgeschwellter Brust trug er die beiden Waffen, auch wenn er wahrscheinlich mit keiner von ihnen umgehen konnte. Seinem Enthusiasmus jedoch tat dies keine Abbruch.

Von Erich angespornt, machten sich nun auch die anderen Aufbruchsbereit, und in einer stillen Übereinkunft verzichtete man auf eine Rast, um der Baronin endlich Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Von Ingrid angeführt, liefen sie durch den Wald - denn auch Erich musste bald feststellen, dass es zu gefährlich war, in der Dunkelheit den Pferden zu vertrauen, keinen Fehltritt zu tun. Ohnehin wären sie mit Pferden im Dunkeln nicht schneller vorangekommen, eher im Gegenteil.

Nach einigen Stunden - es war immer noch Nacht - sahen sie schließlich vor sich die Umrisse einer Burg im fahlen Mondlicht. Sie würden sie in Kürze erreichen, doch welchen Weg hinein wollten sie nehmen?
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Louis de Fromage Puant am 08.07.2020, 14:02:42
Louis klappte bei der handfesten und ziemlich direkten Beleidigung des Eisenländers der Kiefer beinahe herunter. Seine Hand zuckte zum Degen, doch hielt er inne, als er sich sagen musste, dass sein Ansehen nur leiden konnte, wenn er sich als Edelmann einem Streit stellte, der für kultivierte Montaigner wohl recht bäurisch wirken musste. Daher verzog er nur kurz das Gesicht, wandte sich dann zu dem Jungen und sagte: "Nur keine Sorge, kleine Monsieur. Nimm beide Waffen, doch solange die große ist zu schwer für diesch, verwende die Dolsch. Wenn deine Mundwerk dann groß genug iest für die andere Zahnstocher, Monsieur Louis de Fromage Puant wird dir sehr verbunden sein, wenn er die seine zurücker'ält." Womit er sich auf sein Reittier schwang. An der Burg angelangt zügelte er es und besah sich die Silhouette eine ganze Weile, um den groben Aufbau des Gemäuers zu begutachten, Schwachstellen und blinde Flecken zu identifizieren[1].
 1. Wenn das einen Wurf auf Kriegsführung o. ä.  erfordert, liefere ich ihn gern nach.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Friedrich Alfred von Dent am 09.07.2020, 02:27:30
Es war immer gut zu wissen, dass man sich einig war. Sie alle wollten die Baronin so schnell wie möglich vernichten, um diesen Landstrich wieder sicherer zu machen und weitere Gräueltaten zu verhindern. Sogar Leon war Feuer und Flamme. Es war allerdings fraglich, ob er sich wirklich bewusst war, wie gefährlich ihre Aufgabe war. Der Tod würde ein stetiger Begleiter sein und sie würden sich anstrengen müssen, ihn auf Distanz zu halten. Friedrich wollte wirklich nicht das Blut des Jungen an seinen Händen haben aber sie hatten keine Wahl, als ihn mitzunehmen. Er würde dafür sorgen, dass Leon sich zurückhielt und in Sicherheit blieb - egal wie mutig und entschlossen er war.
Sie waren noch gar nicht losgezogen, da gab es auch schon die erste Herausforderung für den Jungen. Welche Waffe wollte er führen? Natürlich wollte er keinen der beiden Männer beleidigen, indem er ihre Waffe ablehnte. Erich löste das kleine Problem allerdings sehr elegant und gab dem Jungen einfach sowohl das Kurzschwert, als auch den Dolch. Zumindest war er nun gut bewaffnet und würde sich im Notfall auch selbst verteidigen können. Friedrich nickte zufrieden.
Damit gingen sie los. Mehrere Stunden liefen sie durch die Dunkelheit, bis sie schließlich die Burg erreichten. Sie begannen das verfallene Gemäuer etwas auszuspionieren und schnell war klar, dass es keine offensichtlichen Wachen an den Eingängen gab. Entweder sie liefen durch das Verlies oder schafften es irgendwie über die Mauer und gingen von dort weiter. "Was haltet ihr von dem Weg durch das Verlies?", fragte er die Gruppe. "Ich sehe keinen Nachteil daran. Wir können unsere Kräfte sparen und müssen nicht über die Mauer."
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Hannah Waldeck am 09.07.2020, 14:51:40
Hannah ritt still in der Gruppe, lenkte dann ihr Pferd so, dass sie neben Jelena kam. "In meiner Heimat hat man gelernt, die Leichen böse Menschen schnell dem Feuer zu übergeben. Hier kommen zu viele Tote zurück, um die Lebenden zu bedrohen. Ich wollte Euch nicht ignorieren." Ihre Stimme war ernst. Sie neigte den Kopf ein wenig in Jelenas Richtung.

An der Burg angekommen sah sich Hannah nach Klettermöglichkeiten an der Mauer um. "Es ist verdächtig ruhig, so dass der Weg über die Mauer möglich ist. Doch durch das Verließ können wir als Gruppe gemeinsam gehen. Ich traue der Teufelin nicht. Daher sollten wir zusammen bleiben." Bei ihren Worten deutete sie unauffällig auf Leon, dessen Überleben an der Gruppe hing.

Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Jelena Sejm Petrasowna am 10.07.2020, 17:28:51
Jelena war erleichtert über die Antwort, die der Dievas ihr gab. Entsprechend bedankte sie sich und beobachtete die Sticheleien zwischen Erich und Louis. Da Louis und sie nun die letzten verbliebenen Fremdländer geblieben waren, überlegte sie, ob sie ihm beispringen sollte. Die Herren klärten es aber unter sich ohne offensichtliches böses Blut und ohne den armen Jungen allzusehr in Schwierigkeiten zu bringen. Ein wenig schmunzelte sie über die Prioritäten der drei "Jungs".


Als dann zum Ritt durch den nächtlichen Wald gerufen wurde, verbreitete sich ihr Lächeln noch einmal. Kurz überlegte sie, ob sie um der Gesundheit der quasi nachtblinden Pferde etwas sagen sollte. Dann entschloss sie sich, die armen Tiere durch indirektes Eingreifen vor Verletzungen zu bewahren. Sie nahm demonstrativ die Mit-Führerposition neben Ingrid ein, führte ihr Pferd jedoch am Zügel. Sie entzündete ihr Sturmlicht und marschierte vorsichtig durch den Wald, Unterholz, niedrige Äste und andere Fallen für die Pferde umgehend (Äste oberhalb der Pferdekopfhöhe vermied sie bewusst nicht).

Hannahs Auftauchen ließ Jelena stehenbleiben, damit ihr Pferd nicht auf einem Pfad lief, den sie nicht für sicher befunden hatte. Sie nickte und antwortete: "Keine Entschuldigung notwendig. Ich habe die Fähigkeit des Jungen unterschätzt, sich von dem Schrecken zu erholen. Und selbst einen aktiven Anteil an der Vernichtung dieses entweihten Ortes zu haben, hat ihm sicher geholfen." Sie wartete, ob es noch etwas gäbe, dann drängte sie wieder nach vorne.


An der Burg angekommen suchte Jelena einen Platz für die Pferde in der Nähe. Es dauerte nicht lange, bis sie eine kleine Lichtung, entstanden durch einen umgestürzten Baumriesen, ausgemacht hatte. Auf dem nun mondbeschienenen Boden wuchsen Gras und junge Triebe, die Kuhle vom Wurzelwerk des Baumes hatte Regenwasser gesammelt. Sie führte die Pferde zusammen und band ihnen die Vorderbeine sehr locker zusammen, um eine weite Flucht zu verhindern.


Zurück bei der Gruppe setzte sie sich in die Büsche, um die Burg ausspähen zu können und gleichzeitig ein wenig auszuruhen. Nach kurzer Überlegung klinkte sie sich ins Gespräch ein. "Ich bin ein wenig in mich gegangen und habe gelernt, dass die Unholdin einige Kraft braucht, um sich in Rauch aufzulösen. Wenn wir ihr nicht zu lange lassen, kann sie diese Fluchtmethode nicht wieder einsetzen." In Hörweite des Jungen wollte sie ihre Informationsquelle nicht zu deutlich benennen.

"Was den Zugang angeht: Über die Mauer ist kostet Kraft, wir riskieren Verletzung und Trennung, da bin ich auch dagegen. Um alle Ausgänge abzudecken und eine Flucht der Übeltäter zu verhindern, sind wir zu wenige. Außerdem haben wir die Kutten der Kultisten nicht vor dem Feuer bewahrt, mit denen wir uns über die offensichtlichen Wege vielleicht hätten einschleichen können." Sie schüttelte demonstrativ den Kopf.

"Auch wenn unserer Informationen dafür sprechen, dass die meisten Kannibalen oberirdisch zu finden sind und eine weiße Monsterschlange im Verlies - ich bin für diesen Weg. Mit etwas Glück finden wir Geißeln oder Gefangene, bevor unsere Gegner Wind von unserer Ankunft bekommen." Sie wurde still und wich auf einmal den Blicken der anderen aus. "Falls ihr- naja, es wäre mir möglich, mich katzen-'gleich' einmal da drinnen umzuschauen und euch zu berichten, um besser einschätzen zu können, was uns erwartet..." Sie biss sich sorgenvoll auf die Lippe, schien aber entschlossen. "Strakh, moy rebenok, moya doch', plokhoy sovetchik. I yesli ona budet kontrolirovat' tebya, eto budet tvoim kontsom."[1], rief sie sich matuschkas Worte wieder ins Gedächtnis.
 1. 
Ussurisch: (Anzeigen)
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Louis de Fromage Puant am 12.07.2020, 11:17:43
Louis warf bei Jelenas Erklärungen einige misstrauische Blicke in Richtung der Ussurerin. Die Art und Weise, wie sie an ihre Informationen gelangte, war dem Musketier offenkundig nach wie vor suspekt. Er schien jedoch vorerst darauf zu vertrauen, dass sie zutrafen, denn er zupfte an seinem Schnurrbart und warf ein: "Dann müssen wir schnell und 'eimliesch vorgehen, um sie zu stellen, ehe sie wieder flüschten kann." Er nahm seinen Umhang ab, der beim Schleichen und in beengten Verhältnissen ein gewisses Hindernis dargestellt hätte, verstaute ihn zusammengerollt hinter seinem Sattel und besah sich noch einmal, was man von der Feste bislang erkennen konnte. "Non, mademoiselle," widersprach er heftig, "das iest viel zu gefährliesch! Überdies, wenn sie Eusch entdecken, sie 'aben eine noch wertvollere Geisel. Non, iesch sage, wir nutzen die moment de surprise, indem wir schnell zuschlagen!" Dabei legte er die behandschuhte Linke vielsagend auf den Knauf seines Degens.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 17.07.2020, 20:37:57
Nach einer kurzen Diskussion und Jelenas Beobachtungen entschied die Gruppe sich dafür, lieber den Weg durch die Katakomben der Burg zu nehmen. Ingrid übernahm daher die Führung der Gruppe, während man die Pferde ein Stück von der Burg entfernt zurückließ. Da die Gruppe nun doch etwas verkleinert war, wurde entschieden, dass niemand bei den Tieren zurückblieb. Zwar gab es kurze Überlegungen, dass Leon bei ihnen warten könnte, doch dieser lehnte sofort vehement ab und versprach, den anderen auf jeden Fall folgen zu wollen, notfalls auch allein. Also kam auch er mit.

Der Eingang zu dem Verlies, den Ingrid versprochen hatte, befand sich außerhalb der Burgmauern im Wald und war dermaßen zugewuchert, dass er offenbar seit Jahren nicht benutzt wurde. Ingrid erzählte ihnen, wie sie ihn als junges Mädchen beim Spielen fand, und schon damals musste sie sich durch Dickicht schlängeln, durch das kein Erwachsener gepasst hätte. Weit war sie danach nicht gegangen, denn es war düster und staubig gewesen, und sie hatte schnell Angst bekommen.

Mit dem Dickicht, das jetzt den Eingang blockierte, machte Erich kurzen Prozess, auch wenn Louis mit rollenden Augen anmerkte, dass man auch filigraner an die Sache herangehen hätte können - womöglich wäre der Eingang dann noch eine Weile ihr Geheimnis geblieben. So jedoch lag schnell ein Haufen zerkleinerte Äste und Zweige auf dem Boden und gab den Blick frei auf eine verwitterte Steintreppe, die in ein dunkles Loch führte.

Die Abenteurer konnten schnell nachvollziehen, wie sich die junge Ingrid damals gefühlt haben musste, denn es war alles andere als gemütlich hier unten. Wer vorne ging, hatte alle Hände damit voll, die endlosen Spinnweben aus dem Weg zu räumen, die in den Jahrzehnten ungestört hatten geknüpft werden können, und auch der Blick nach vorne war von dichten Spinnweben und dem aufgewirbelten Staub blockiert, so dass sie sich fast blind nach vorne tasten mussten, stets in der Ungewissheit, was sie nur wenige Schritt vor sich erwarten konnten.

Nach einer Weile ließen die Spinnweben nach und die Gänge sahen nun auch eher wie ein Burgverlies aus - Jelena schätzte, dass sie sich nun unterhalb der Burg befanden. Sie mussten also einen Weg nach oben finden. Ab und an kamen sie an früheren Gittertüren vorbei, deren Stäbe nun aber komplett durchgerostet waren und kein Hindernis mehr darstellten. Auch verrottete Holzstücke lagen hie und da auf dem Boden. Es war offensichtlich, dass auch dieser Bereich lange nicht mehr von Menschen betreten worden war.

Immer noch waren sie auf der Suche nach einer Treppe oder einem Durchgang nach oben, als sie plötzlich eine Art schleifendes Geräusch hörten. Es fiel ihnen nicht leicht, die Richtung zu orten, aus der das Geräusch kam - es schien mal rechts, mal links von ihnen zu sein, doch spielte ihnen vielleicht auch ein akustisches Phänomen in diesen Gängen einen Streich.
Als sie sich gerade wieder etwas beruhigt hatten, schoss jedoch plötzlich eine riesige, weiße Schlange aus einem Nebengang direkt vor die Gruppe und stieß einen schrillen Schrei in deren Richtung aus. Der Kopf des Biestes befand sich gut und gerne auf Erichs Höhe, und der Torso hatte sicher den Durchmesser einer Elle.
Es schien unvermeidlich, dass das Biest sich auf sie stürzte, und eines war sicher: Niemand wollte von dieser Schlange gebissen werden.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Jelena Sejm Petrasowna am 19.07.2020, 09:37:32
Jelena hatte Louis misstrauischen Blick wahrgenommen und lächelte entschuldigend. Sie hielt die Information zwar für glaubwürdig, würde aber auch nicht ihr Leben darauf verwetten. Etwas enttäuscht war sie, dass sie, nachdem sie sich überwunden hatte, doch nicht spähen gehen sollte.

Die Pferde waren ihrer Meinung nach für ein paar Stunden sicher. Das der Baron mitkam, lag ihrer Meinung sowieso in dessen Entscheidungsgewalt. Als die Diskussion um Leons Begleitung ausbrach, erinnerte sie daran, dass er von Louis und Erich als Mann anerkannt worden war, die Entscheidung also samt ihrer Konsequenzen selbst tragen konnte.

Auf dem Weg zum Verließeingang verbarg sie sich in ihrem dunklen Umhang und teilte den anderen leise mit: "Wenn man Schlangen nicht durch still stehen oder Rückzug entkommen kann, sollte man sie sich in etwas verbeißen lassen. Am besten packt man sie direkt hinter ihrem Kopf, dann können sie einen nur noch mit ihrem Schwanz treffen, mit ihrem Biss kommen sie dort nicht an einen heran." Ansonsten folgte sie Ingrid und geriet in ein kurzes hilfloses Kichern, als Erich den Geheimweg zu einem öffentlichen machte. Subtilität war wirklich nicht ihre Stärke.

Unter der Burg teilte sie den anderen ihre Beobachtung mit, dass sie sich nun deutlich unter dem Gemäuer befanden. Furcht oder Sorge waren ihr nicht anzumerken. Ihre Hoffnung, irgentwelche Gefangenen aufzuspüren, wurde enttäuscht. So hielt sie Ingrid dazu an, sich verborgen zu halten, damit die Baronin den Tod der Geißel nicht anordnete, bevor sie sie gerettet hatten.

Als sich die Schlange bemerkbar machte, stoppte das Halbblut und konzentrierte sich darauf, nicht vom Angriff überrascht zu werden. Doch es gelang nicht und das Monster überraschte sie. Mit winziger Verzögerung stieß sie hervor: "Ich lenke sie ab!", und stürzte sich dem sich öffnenden Maul entgegen.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Louis de Fromage Puant am 23.07.2020, 19:47:33
Das ins Groteske vergrößerte Tier sehen, den blanken Degen zücken und lossprinten war für den Montaigner eins. Obwohl er zu wissen meinte, dass ein Reptil in der kühlen Umgebung hier unten nicht sonderlich reaktionsschnell sein sollte, nahm sich Louis nicht die Zeit für lange Worte. Flink wie ein Wiesel bewegte er sich auf den Gegner zu, sprang auf eine der Windungen des Schlangenleibs und eilte über die Schuppen balancierend an ihm entlang, um von hinten an den Kopf des Tiers zu gelangen. Dabei hielt er "La Danseuse" zum Stoß erhoben und suchte nach einer Schwachstelle in dem hornigen Panzer, der sich unter den Sohlen seiner Stiefel erstaunlich elastisch anfühlte. Als er einen dünnhäutigen Punkt zwischen zwei der Schuppen entdeckt zu haben glaubte, legte er den Schwung der Vorwärtsbewegung und das Gewicht seines gesamten Körpers in einen einzigen, kraftvollen Stoß mit der dreikantigen, scharf angeschliffenen Klinge seines Degens, bei dem er sich regelrecht nach vorn schnellte, um den Stahl mit einem "À votre santé, du Unge’euer!" möglichst tief in sein Ziel zu bohren[1].
 1. 6 Steigerungen gewürfelt plus 1 Heldenpunkt ausgegeben, um mit dem Degen 3 zusätzliche Wunden zu verursachen.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Jelena Sejm Petrasowna am 25.07.2020, 19:48:30
Auf den ersten Schritte Richtung Schlange murmelte Jelena noch ein Stoßgebet, dann beantwortete sie den schrillen Schrei des Monsters mit einem eigenen. Ihrer wurde jedoch immer tiefer und kehliger, während sie unbeirrt auf das weitaufgerissene Maul zuhielt. Im letzten Augenblick sprang sie regelrecht nach vorne in den Schlund hinein - so schien es. Stattdessen kam sie so an den Fangzähnen vorbei. Dabei geschah noch etwas: Ihre Fell-, Leder und Stoffkleidung wuchs, wurde braun und haarig. Gerade an den Fangzähnen vorbei wuchs das Fellbündel unter einem Wut- und Schmerzgebrüll zu einem ausgewachsenen Bären - braun und größer, als man es sich in den Ländern südlich Ussuriens vorstellen kann. Aufmerksame Beobachter konnten sehen, dass die Bärin hinter einer ihrer Ohren einen Flecken silbriges Haar aufwies - an dem Ort, wo Perchtas Spange sein müsste.[1]

Dieser Happen war nun selbst für dieses Schlangenmonster zu groß. Die brüllende Bärin stand hochaufgerichtet, stemmte ihren Rücken gegen den Schlund und ihre Vordertatzen gegen die triefenden Fangzähne. Ein massiver Ringkampf entwickelte sich, noch ohne eindeutige Siegerin.
 1. 1 Heldenpunkt und 3 Steigerungen in das Maulsperren-Manöver als Kodiakbär, davon 1 Schaden und 2 ihrer Steigerungen absobieren
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 26.07.2020, 23:14:42
Die beiden Angreifer rannten wie Berserker auf die Schlange zu - womöglich aufgestachelt durch die Vision, die sie im Wald hatten - doch sie hatten nicht mit der Schnelligkeit des Ungetüms gerechnet. Gerade in dem Moment, als Louis auf den Körper der Schlang sprang, erwischte sie ihn mit einer blitzschnellen Drehung ihres Kopfes und er spürte ihre Zähne in seinem Unterschenkel.[1] Es war nur eine leichte Wunde[2], doch schon wenige Augenblicke später bemerkte er die Wirkung des Giftes, das das Biest in ihn abgesondert hatte. Noch immer konnte er laufen und kämpfen, doch alle Glieder schienen ihm ein kleines Stück schwerer zu werden, und er spürte eine Müdigkeit in ihm aufkeimen.[3]

Doch im gleichen Moment, als sie sich wieder Jelena zuwandt, wuchs diese plötzlich zu einem Bären heran und schien selbst die Schlange mit diesem Manöver zu überrumpeln.[4] Die Schlange versuchte sich mit aller Gewalt dieser Maulsperre zu widersetzen, doch der Kampf tobte derweil weiter. Und Jelena spürte mit Genugtuung das Zittern, das durch das Untier fuhr, als Louis seine Klinge durch dessen Panzer tief in den Körper trieb.

~~~

7: Jelena (-3) und Schlange (-3)
5: Louis (-5), Erich
4: Schlange, Jelena, Friedrich
3: Hannah
2:
1:
 1. Geschieht bei Steigerung 7.
 2. Eine Wunde für eine Steigerung
 3. Verlust einer Steigerung, deine Aktion startet bei 5.
 4. Ebenfalls bei Steigerung 7.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Erich Janina Graustein am 28.07.2020, 08:52:33
Erich musste mal wieder kurz mit dem Kopf schütteln als Louis und Jelena erneut einfach so losrannten ohne sich groß bei der Taktik ab zu sprechen.
Trotz allem war Erich jedoch sehr überrascht wie schnell die Schlange reagierte. Erich nahm seine Kampfhaltung[1] ein und wartete den richtigen Zeitpunkt für seinen Angriff ab. In dem Moment als die Schlange nach Louis schnappte sah Erich seine Chance unter die Schlange zu tauschen und sein Schwert mit einem kräftigen Hieb von unten in den Leib der Schlange zu rammen.[2] Mit aller Kraft stemmt sich Erich gegen die Schlange und versuchte sie nach oben auf zu spießen und sein Schwert immer weiter in den Laib der Schlange zu drücken.
 1. Gerbeck-Positur
 2. 3 Wunden durch Manöver + 1 Wunde durch Positur
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Friedrich Alfred von Dent am 29.07.2020, 04:58:59
Angespannt beobachtete Friedrich die leeren Gänge des Verlieses. Irgendwo hier würde sich eine Riesenschlange befinden und er freute sich nicht darauf, sie zu treffen. Die ersten paar Minuten zeigte sich das Monstrum nicht und er glaubte schon, dass sie es vielleicht nicht bekämpfen mussten, aber dann war deutlich ein Schleifen zu hören. Kurz darauf tauchte das riesige Reptil auf. Bleich wie ein Geist aber ganz sicher stofflich und sehr gefährlich. Um einen Kampf würden sie nicht herumkommen. Sowohl Jelena als auch Louis stürzten sich sofort auf das Monster. Während der Montaigner eine indirekte und geschickte Herangehensweise wählte, wirkte Jelena ihre Magie und stürzte sich als massiver Bär in den Kampf. Friedrich fiel die Kinnlade herunter als er das beobachtete. Was Magie anbelangte war er noch immer zwiegespalten aber im Moment war er sehr froh darüber, dass sich die junge Frau so nützlich machen konnte.
Als auch Erich auf die Schlange angriff, löste sich Friedrichs Starre wieder. Sicher konnte er seine Armbrust benutzen und versuchen dem Vieh in eins seiner Augen zu schießen aber er hatte eine bessere Idee. Zu seinem Unterricht in den Universitäten hatten auch einige Lehrstunden in Architektur gehört und nun erkannte er mit bloßem Auge, dass es in diesem Verlies einige Schwachstellen gab. Alles war hier alt und verfallen. Wenn man es richtig anging, konnte man die Umgebung selbst gegen die Schlange richten. Friedrichs Blick huschte über die Wände, Säulen und die Decke des Ganges, aus dem das Monster kam und er entdeckte tatsächlich eine Schwachstelle.
Ein Steinbogen zwischen zwei Säulen war sehr verfallen. Einige Steine waren schon herausgebrochen, da der Mörtel sich nach Jahrhunderten langsam gelöst hatte. Nicht tragend und daher sehr nützlich für seine Idee. Friedrich so weit am Schlangenkopf wie möglich vorbei und nahm im Rennen einen großen Steinbrocken auf. Mit ganzer Kraft und einigem Anlauf schleuderte er den Brocken an die Decke, wo er auf den bereits halb verfallenen Steinbogen traf. Erst passierte nicht viel aber ein zweiter Steinbrocken löste schließlich zwei Steine und damit fiel die ganze Konstruktion in sich zusammen. Dutzende, nein hunderte Steinbrocken fielen auf den Körper der Schlange herab.[1]
 1. 4 Steigerungen für Wunden
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 30.07.2020, 00:16:57
Als sich nach und nach die gesamte Gruppe in den Kampf stürzte, wurde schnell klar, dass die Angriffe untereinander nicht abgesprochen waren. Erich schaffte es mit all seinen Kräften, die Riesenschlange aufzuspießen und in die Höhe zu hieven, doch hatte er nicht bedacht, dass Louis noch auf dem Rücken der Kreatur balancierte und sich dazu Jelena in ihrer Bärengestalt einen Ringkampf mit dem Biest lieferte. Das zusätzliche Gewicht des Montaigners ließ Erichs Arm zunächst zittern, und schließlich reichte die Kraft des Eisenländers nicht mehr aus, so dass die Schlange zurück auf den Boden krachte.

Louis sprang gerade noch herunter, bevor der Körper der Schlange über ihn rollen konnte. Auch Jelena musste wieder das Gleichgewicht finden, und so führte Erichs Angriff, wenn dieser auch sehr erfolgreich war, zu einer recht chaotischen Situation. Die erste, die sich von der Überraschung scheinbar wieder erholen konnte, war jedoch die Schlange, die die Gelegenheit nutzte, um Jelena abzuschütteln und sich stattdessen blitzschnell ihrem neuen Angreifer Erich zuwandte, dem sie mit einem abrupten Vorschnellen des Kopfes eine leichte Wunde zufügte - doch auch der Eisenländer musste wahrnehmen, dass seine Reaktion von dem Gift der Schlange sofort getrübt wurde.[1]

All dies fand unter dem Hagel der von der Decke fallenden Steine statt, die wie durch ein Wunder außer der Schlange, die nun doch erste Anzeichen zeigte, dass die Verletzungen eine Wirkung hinterließen, keinen der Kämpfer trafen.

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7: Jelena (-3) und Schlange (-3)
5: Louis (-5), Erich (-2)
4: Schlange (-1)
, Jelena, Friedrich (-4)
3: Schlange, Erich, Hannah
2:
1:
 1. Eine Steigerung für eine Wunde, durch giftig verliert auch Erich eine Steigerung.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 13.08.2020, 21:23:12
Auch wenn Jelena ihren Griff verloren hatte, tat sie weiterhin alles, um die Schlange auf sich und von den anderen abzulenken. Vor allem folgte sie jeder Bewegung des Biestes, um möglichst immer zwischen diesem und ihren Freunden zu bleiben, und so blieb der Schlange nur, erneut ihre Fänge in die Flanke des Bären zu schlagen.[1]

Währenddessen hatten auch Ingrid und sogar der junge Leon sich an die Seite des Monsters gepirscht und begannen ihrerseits, es mit Schwerthieben und Dolchstößen einzudecken.[2]

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7: Jelena (-3) und Schlange (-3)
5: Louis (-5), Erich (-2)
4: Schlange (-1), Jelena (-2), Friedrich (-4)
3: Schlange (-1)
, Erich, Hannah
2: Schlange, Jelena
1:
 1. Jelena nutzt ihre Steigerung und zieht den nächsten Angriff auf sich. Erneut eine Wunde sowie das Gift, welches ihr eine Steigerung raubt.
 2. Regeltechnisch ignoriere ich das, bevor ich deren Schaden erst draufaddiere und dann wieder abziehe.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Jelena Sejm Petrasowna am 14.08.2020, 07:43:10
Hannah nutzte die Ablenkung durch die anderen Angreifer, insbesondere durch die Bärin. "Hatte sie das vorhin mit 'katzengleichem' Schleichen gemeint? Hoffentlich ist sie noch bei Verstand und der Dämon hat nicht übernommen!", dachte sie, während sie einen Bogen um den Kampf schlug. Mit Sorge sah sie, dass die Schlange nach und nach immer mehr ihrer Gefährten vergiftete. Louis und Erichs akrobatische Angriffe und vor allem die herabstürzenden Steine sorgten dafür, dass sich erst verspätet eine Lücke für ihren Angriff ergab. Wie von Jelena vorgeschlagen nutzte sie die durch ihre Mitkämpferin geschaffene Chance, um mit aller Kraft ihre Axt in den Nacken der Schlange zu versenken.[1]
 1. Alle 3 Steigerungen in Schaden
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Erich Janina Graustein am 19.08.2020, 16:17:07
Erich merkt das die Schlange verdammt schnell ist und das Ihr Gift dazu führt das alle langsamer werden. Diese Kombination lässt böses ahnen. Daher entscheidet sich Erich dazu eine List an zu wenden und versucht den Angriff der Schlange zu vereiteln in dem er einen weiteren Angriff antäuscht[1], dann jedoch im letzten Moment sein Schwert nur seitlich an der Schlange vorbeigleiten lässt ohne sie ernsthaft zu verletzten.[2]
 1. Aktion Finte
 2. 1 Punkt Schaden durch Manöver + 1 Punkt Schaden durch Positur
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 20.08.2020, 23:13:09
Das Monster hatte zwar schon einige Treffer einstecken müssen, bewegte sich aber immer noch mit rasanter Geschwindigkeit und schien nun hin- und hergerissen zwischen Erich und Jelena, die beide darum wetteiferten, die Aufmerksamkeit der Schlange auf sich zu ziehen. Letztlich gab jedoch der Bär offenbar das verlockendere Ziel ab und erneut zuckte ihr Kopf vor und biss zu.[1]

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7: Jelena (-3) und Schlange (-3)
5: Louis (-5), Erich (-2)
4: Schlange (-1), Jelena (-2), Friedrich (-4)
3: Schlange (-1), Erich (-1), Hannah (-3)
2: Schlange (-1), Jelena (-1)
, Erich
1: Schlange, Jelena
 1. 1 Schaden für Jelena und eine weitere Steigerung Verlust.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Erich Janina Graustein am 22.08.2020, 18:47:36
Erich spürt wie sich das Gift in seinem Körper immer weiter ausbreitet und ihn immer weiter lähmt. Er entscheidet sich also noch einmal alle Kraft in einen weiteren kräftigen Schlag zu legen[1]. Dabei versuchte er erneut die Stelle zu treffen die er zuvor schon einmal angegriffen hatte in der Hoffnung das es in der Kombination mit dem Angriff von Louis dazu führte das sie der Schlange nun den Kopf vom Rest des Laibes ab zu trennen.[2]
 1. Manöver Hieb
 2. Scahden = 3 aus Waffe + 3 aus Kraft + 1 aus Positur + 1 aus letzter Steigerung = 8 Punkte
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 24.08.2020, 22:23:45
Der Schlag Erichs war hart und die Schlange ließ ein lautes Kreischen hören, doch ihr Kopf war weiterhin an Ort und Stelle, wenn auch Blut in Strömen aus einer klaffenden Wunde an der Seite floss. Dennoch war das Biest noch nicht geschlagen und erneut biss sie leicht in Jelenas Flanke, was jedoch wieder ausreichte, um das Gift weiter in Jelena zu verbreiten.[1]
 1. Damit ist die erste Runde beendet. Die Schlange lebt noch und ich möchte wieder von jedem den Ansatz für die neue Runde hören.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 30.08.2020, 14:46:27
Gerade als alle dachten, die Schlange müsse nun doch bald von ihren Verwundungen übermannt werden, bäumte das Biest sich noch einmal auf und begann plötzlich eine Serie von Angriffen, durch die die Helden komplett überrascht wurden. Der Körper bewegte sich in einer Geschwindigkeit, dem die Blicke kaum folgen konnten, und hier und dort senkte sie ihre Fänge in die Körper der umstehenden Kämpfer, ohne dass diese eine Chance hatten, den Bissen und damit dem Gift zu entkommen, welches die Fänge der Schlange absonderten.[1] Nur Jelena in ihrer Bärengestalt schien sie aus dem Weg zu gehen.

~~~

Runde 2
2: Jelena, Louis, Erich
2: Schlange, Hannah, Friedrich
 1. Die Schlange verteilt ihre Angriffe: Louis 1, Erich 2, Hannah 2, Friedrich 2
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Jelena Sejm Petrasowna am 01.09.2020, 08:15:22
Wahrscheinlich vom bisherigen Gift verlangsamt versuchte die Bärin, sich zu sammeln und zu orientieren. Immerhin bewegten sich ihre Kameraden noch, selbst nach dem Ansturm von Angriffen. Mühevoll und mit einem Brummen richtete sie sich auf und warf sich erneut auf das Schlangenbiest. Wie eine Ringkämpferin wollte sie das Untier packen und unter ihrer Masse begraben. Leider war es viel zu glitschig und entwandt sich ihrem Zugriff. Verzweifelt biss die Bärin zu[1], bevor sich die Schlange wieder befreite.
 1. 1 Wunde
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Erich Janina Graustein am 02.09.2020, 09:02:39
Während Jelana in ihrer Bärengestalt versucht mit der Schlange zu ringen, konzentriert sich Erich weiter drauf die Schlange in zwei Teile zu hacken.
Die Blitzschnellen Angriffe der Schlange und das Gift machen es Erich jedoch nicht ganz so einfach diese Aufgabe zu erfüllen. Er schwingt sein Schwert mit einem kraftvollen Schlag und lässt es mit voller Wucht nach unten saußen[1][2]
 1. Manöver Hieb
 2. Schaden 3 (Manöver) +1 (Positur) = 4
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Louis de Fromage Puant am 02.09.2020, 10:19:23
Mit einem lästerlichen Fluch, den wohl niemand von den anderen verstand, griff Louis nach dem Arm, wo er erneut getroffen worden war. Er wechselte den Degen in die Linke und führte ihn mit sichtlich weniger Übung, dafür aber umso mehr Wucht, als er den Stahl wutentbrannt in die Stelle des Schlangenschädels rannte, an der er das Ohr des Untiers vermutete[1]. Darauf sprang er einen Schritt zurück, die mittlerweile blutbesudelte Klinge der Danseuse aus der Wunde herausreißend.
 1. Bleiben nach dem Schlangenbiss noch 2 Wunden
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 02.09.2020, 10:59:55
Das Ungetüm hatte inzwischen eine tiefe und stark blutende Wunde am Schädel, auf die vor allem Erich immer wieder einhieb, um selbigem irgendwann vom Körper zu trennen, sowie einen Durchstich von Louis an seinem Rücken. Doch auch beides zusammen führte noch nicht dazu, dass die Schlange sich zurückzog; stattdessen schien sie eher noch aufgestachelt. Erneut schnappte sie nach Erich.[1]
 1. Ein weiterer Schaden und die letzte Steigerung.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Jelena Sejm Petrasowna am 03.09.2020, 10:25:20
Nachdem sich die Schlange wieder ihrem Griff entzogen hatte, achtete die Bärin darauf, weder Louis noch Erich im Angriffsweg zu sein. Als das Monstrum nach Erich schnappt, springt sie den Kopf an und rammt ihn mit ihrer Körpermasse.[1] So beißt das Biest zwar ins Leere und wird kurz zwischen Wand und Bärin eingeklemmt, schafft es aber, den Kopf zu verdrehen und einen Zahn in Jelenas Vorderlauf zu versenken. Die Getroffene brummte verärgert.
 1. Übernahme des Angriffs
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Hannah Waldeck am 03.09.2020, 16:56:08
Hannah spürte das Gift in ihren Adern , biss die Zähne zusammen. Sie holte ein weiteres Mal aus, traf wiederum den Rücken des Untiers, jedoch mit weit weniger Kraftals beim ersten mal.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Erich Janina Graustein am 04.09.2020, 15:28:07
Erich sah schon das Maul der Schlange auf sich zu schnellen als im letzten Moment Jelena dazwischen sprang und die Schlage weg drängte. Das machte Erich wütend so das er eine schnelle Serie von Schlägen auf die Schlange niedersausen lies[1][2]. Er war darauf konzentriert das Monster endlich in 2 Stücke zu hacken.
 1. Manöver Ausfall
 2.  4 Schaden, 3 durch Manöver +1 durch Positur
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Friedrich Alfred von Dent am 10.09.2020, 05:04:20
Obwohl Friedrich auf einen Angriff vorbereitet war, wurde er durch die Geschwindigkeit der Schlange überrascht. Ihm gelang es nicht, den Zähnen des Monstrums zu entkommen und er konnte regelrecht spüren, wie sich das Gift in seinem Körper verteilte. Trotzdem hob er die Armbrust und setzte zum Schuss an. Der Bolzen verfehlte sein Ziel, ein Auge der Schlange, nur um haaresbreite und landete zwischen zwei Schuppen.[1]
 1. Nur noch 1 Steigerung für 1 Schaden übrig
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Erich Janina Graustein am 13.09.2020, 10:08:44
Durch die mutige und geschickte Action von Friedrich fühlt sich Erich im Vorteil, und ihm ist klar das er diese Chance nun nutzen muss. Als dann auch noch Luis einen seiner Sprüche raus haut, stachelt das Erich nur noch weiter an. Er nutzt jedoch den Augenblick um sich kurz zu konzentrieren[1] und die Kraft von Valgerd an zu rufen. Sofort geht das Schwert in Flammen auf und fühlt sich plötzlich leicht und geschmeidig in den Händen von Erich an. Mit einer plötzlichen Leichtigkeit und einer enormen Geschwindigkeit setzt Erich nun zu einer Serie von wilden Schlägen an um der Schlange nun den Rest zu geben und Ihr den Kopf ab zu schlagen. Ein erster heftiger Schlag saust sofort auf die bereits klaffende Wunde der Schlange nieder[2][3]. Danach weicht Erich ein wenig zur Seite aus und lenkt die Schlange mit einem weiteren Schlag ab der darauf zielt das sie sich etwas zur Seite drehen muss[4], was jedoch nur zu einem leichten Kratzer führt[5]. Diesen Moment nutzt Erich dann um erneut einen harten Schlag an zu setzten und wieder in die Wunde ein zu schlagen[6], erneut schneidet das Schwert wieder tief in das Fleisch der Schlange. Danach dreht sich Erich kurz um die eigene Achse um der Schlange überraschend einen harten Schlag direkt auf die Nase zu verpassen. Er schlug diesmal jedoch nicht mit der Klinge zu, sondern nutzte den Knauf seines Schwertes[7]. Erich wusste zwar genau das dieser Schlag bei der Schlange keinen großen Schaden anrichtet[8], aber er hoffte das er die Schlange damit so irritieren konnte das sie ihren nächsten Angriff nicht ganz so gezielt ansetzten kann.
 1. Einsatz 1 Heldenpunkt
 2. Manöver Hieb
 3. Schaden 3 + 1 aus Positur = 4
 4. Manöver Finte
 5. Schaden 1+ 1 = 2
 6. Manöver Hieb
 7. Manöver Schlag
 8. 1+1 = 2
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Louis de Fromage Puant am 16.09.2020, 09:58:48
"Allez, Mesdames et Messieurs!" rief Louis und sprang wieder voran, diesmal aus einem anderen Winkel. "Wir brauchen nur noch ein oder zwei Löscher in diese Vieh 'ineinzusteschen, et voilà, wir 'aben die Flöte, um Madame la baronne zu blasen la marche!" Sprach's und schickte sich an, seinen Teil dazu zu leisten.
Titel: Kapitel 2: Der Angenehme Wald
Beitrag von: Mondragor am 17.09.2020, 20:02:12
Erich war plötzlich nicht mehr aufzuhalten und kam selbst der schnellen Schlange mit seinen Hieben zuvor. Immer wieder schlug er auf den Hals des Biestes ein und brachte die Schlange zu lautem Kreischen, machte sie allerdings auch noch aggressiver, als sie zuvor schon gewesen war. Jelena schien immer noch gelähmt von dem Gift zu sein, und so senkten sich die Fänge des Untiers in die Seite des Kreuzritters, wo sie eine tiefe Wunde hinterließen.[1]

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Runde 3
4: Erich[2], Jelena, Louis
3: Schlange, Friedrich
2: Hannah
 1. 3 Steigerungen aufgewendet bei 6, um 3 Schaden zu verursachen. Damit hat Erich jetzt 6 Wunden, also eine dramatische.
 2. Erich hat bisher 4 Aktionen durchgeführt: Hieb (4 Wunden), Finte (2 Wunden), Hieb (5 Wunden), Schlag (2 Wunden)