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Online-RPGs Pathfinder => Dalaran => Thema gestartet von: Gaja am 29.03.2021, 10:15:01

Titel: Mal Gani
Beitrag von: Gaja am 29.03.2021, 10:15:01
Anfang Erntemond im Jahr des Herrn 376, südliches Fersland

Etwas stimmt hier nicht. Das erkennen die beiden Wanderer, welche – jeder für sich und vom anderen nichts ahnend – in der Gegend von Ansdag im südlichen Fersland unterwegs sind. Das Meer im Rücken hat der eine, den Gjolkard-Wall zur linken Hand – den Loch Leskos im Rücken der andere, den Wall zu Rechten. Vor ihnen erstreckt sich jeweils dasselbe Bild: eine liebliche Landschaft, menschenleer. Das Korn auf den Feldern: überreif, doch kein Knecht ist zu sehen, der es erntet. Und wenn man genauer hinschaut, so entdeckt besonders das naturkundige Auge Zeichen von Verderbnis. Senken voller blasser Pilze. Eine kahlgefressene Hecke. Ein Feld verfaulter Kohlköpfe, von einem weißen Gewebe überzogen, doch Spinnweben sind es nicht. Ein Grüppchen kahler, verkrüppelter Bäume, die eigentlich jung und voller Saft sein müssten. Und dann diese Stille. Müsste nicht fröhliches Vogelgezwitscher in der Luft liegen? Dahinten geht ein Knecht! Zwei! Oder gar drei? Soll man hineilen, fragen was los ist?

Ein armseliger Hof ist es, vor welchem sich diese Szene abspielt.

(https://games.dnd-gate.de/index.php?action=dlattach;topic=8985.0;attach=14496)




Doch zuvor fragen wir uns, was unsere beiden Wanderer überhaupt in diese Gegend geführt hat. Sie beide haben eine lange Reise hinter sich – die eine lässt sich in Meilen messen, die andere in Jahrhunderten.

Titel: Mal Gani
Beitrag von: Gaja am 29.04.2021, 19:38:51
An einem warmen Spätsommertag wie diesem fällt es Wulfgar schwer, an seinen Auftrag zu denken. Zu sonnig ist der Tag, zu grün die Landschaft, zu prachtvoll die Ernte, die auf den Feldern um ihn herum heranreift. Winter ist ein ferner Gedanke: klirrende Kälte, niemals enden wollende Nächte, schwindende Vorräte, zum Schluss der Hunger...

Es ist bereits sein zweiter Sommer im Flachland. Vermisst er die Berge von Arteus? Immer härter war dort in den letzten Jahren das ohnehin schon harte Leben geworden. Deswegen haben die Jäger ihn ja losgeschickt. Zu viele der eigenen Reihen hatte man in den letzten zwei Jahrzehnten verloren. Wenn das so weiterginge, sei das Überleben der ganzen Gruppe gefährdet.

Begonnen hatte es mit diesem Weijt Gelspad, der unbedingt König der Menschen werden wollte, weshalb er sich mit den Kolkarstämmen aus den Bergen verbündete, um den vorigen König zu stürzen. Das gelang ihm wohl auch so ungefähr zu der Zeit von Wulfgars Geburt. Viel mehr weiß Wulfgar nicht über die Belange der Menschen von Arteus. Es hatte ihn früher nie interessiert. Nun sollte es vielleicht. Oder vielleicht auch nicht. Als er daheim loszog, hatten Gerüchte eines aufziehenden Krieges ihn rasch aus Arteus vertrieben. Junge Burschen aus den Dörfern wurden zwangsrekrutiert, da wollte er nichts mit zu tun haben. Sein Auftrag lautete ja auch: schau dich im Süden um.

Die Jäger überlegen nämlich, ob es mal wieder an der Zeit sei, eine neue Heimat zu finden. Immer härter wird in "ihren" Bergen der Konkurrenzkämpf. Seit die Kolkar in der Gunst des neuen Königs stehen, sind sie überall. Immer mehr von ihnen drängen aus den Bergen, beanspruchen die besten Plätze für sich, dezimieren das Wild, lassen niemanden in ihr Stammesgebiet. Das große Tal, früher ein Ort, an dem die Jäger willkommen waren und ihre Felle verkaufen konnten oder eintauschen gegen das wenige, was sie brauchten – heute ist es Kolkargebiet.

In den Norden ausweichen geht auch nicht, dort sind die Riesen. Freundlicher als die Kolkar aber ebenso bestimmt verweisen sie Fremdlinge ihres Territoriums. Wendete man sich gen Osten, käme man zuerst zu den Zentauren, dann den Elben, die es jeweils auch vorziehen, unter sich zu bleiben. (Wulfgar hatte noch nie einen Zentauren gesehen. Neugierg wäre er ja schon...) Vor Bächland hat man ihn gewarnt. Eine neue Religion wütet dort, welche die Menschen komplett verblendet hat, das ergab eine frühere Erkundung. Wer sich dort nicht zum Glauben an den Einen Gott bekenne, dem drohten allerlei Strafen, von Enteignung über Vertreibung über Verknechtung über Körperstrafen bis hin zur Hinrichtung auf dem Scheiterhaufen. Bei Druiden und Feenbälgern wurde gar nicht lange gefackelt, aber auch andere Gaja-Anhänger sind in Bächland ihres Lebens nicht sicher, und ist einer nicht geständig, dann wird er geständig gemacht.

Aber das restliche Land soll Wulfgar erkunden. Linsberg gebe es da noch, Fersland und Jongot, und eine große Insel namens Albion. Ohne je eine Karte gesehen zu haben, muss er sich auf die grobe Wegbeschreibung verlassen, die man ihm mitgab: "Immer südlich des Fjurds bleiben! Der Fluss verläuft entlang der Südgrenze von Arteus und Bächland bis hin zum Meer, und nach Bächland möchtest Du nicht! Der Fenden dagegen verläuft südlich bis zu einem riesigen See, genannt Loch Leskos. Westlich des Fenden liegt Linsberg, östlich davon Fersland. In Linsberg leben Zwerge in den Bergen ("Nenne einen Zwerg niemals Zwerg – sie selbst heißen sich Dain!") und Elben in den Wäldern. In Fersland leben hauptsächlich Menschen. Wo Albion genau liege, konnte Ragnar ihm nicht sagen, da müsse Wulfgar sich halt durchfragen. Und südlich von Dalaran, jenseits des Meeres, liege noch ein größerer Kontinent, Frankia mit Namen, doch so weit wolle man erst einmal noch nicht schauen. Ach, und fast hätte Ragnar vergessen: südlich von Fersland gibt es noch das kleine Jongot, dahinter die Berge voller Kolkar und Dämonen, dann das Meer.

Oder sind die Berge von Jongot noch voller Dämonen? Sie waren es, als die Vorfahren der Jäger von dort flohen, vor vielen, vielen und noch mehr Jahren. Vielleicht könne man ja in die alte Heimat zurück? Oder wohin könne man wandern, wo wäre man willkommen, wo hätte man seine Ruh'? Das sollen Wulfgar und zwei weitere Burschen herausfinden, die man (getrennt voneinander) in alle Richtungen ausgeschickt hat.

Inzwischen ist Wulfgar seit (fast) zwei Sommern und einem Winter unterwegs und ist bislang so richtig willkommen eigentlich noch nirgendwo gewesen. Dafür wurde er aber bereits dreimal mit Heugabeln oder Knüppeln vertrieben, stets an einem einsam gelegenen Hof, sodass man den Bewohnern wohl zugute halten sollte, dass sie sich durch Wulfgars wildem Aussehen und wehrhaftem Auftreten bedroht fühlten und nur sich und ihr Heim verteidigen wollten.

(Ob es weise gewesen sei, jemanden wie ihn zu schicken, könnte man nun fragen, doch wurde Wulfgar gerade wegen seiner auf den ersten Blick ersichtlichen Andersartigkeit für diese Mission ausgewählt. Denn andersartig sind die Jäger seiner Gruppe allesamt, ob Mischling oder Feenbalg, missgestaltet, als Kind ausgesetzt, von besonders Hässlichkeit oder einfach nur ein Sonderling – anders sind sie alle. Wo also auf Dalaran ist Platz für all diese Sonderlinge? Wo gibt es Menschen – oder Elben, Dain, Kolkar oder Riesen – die Sonderlinge in ihrer Nähe dulden?)

Was Wulfgar bei all seinen Kontaktversuchen entmutigt ist nicht die schlimmst mögliche Reaktion, die Vertreibung per Heugabel, sondern die häufigste. Dass er nämlich nach anfänglichem Misstrauen geduldet wird. Wasser und ein Mahl gibt man ihm fast überall, zumeist auch einen Schlafplatz im Stall. Seine Arbeitskraft wird nur selten ausgeschlagen. Und einige glücklichere Begegnungen gab es ja auch. Den letzten Winter verbrachte er gut bei einem tüchtigen Handwerksmann, dem er zur Hand ging. Ja, bei dem war er wohl willkommen – dessen Nachbarn und Sippschaft war dann aber wieder eine ganz andere Frage.

Nun ist Wulfgar auch nicht sonderlich geschickt darin, mit Fremden warm zu werden oder ins Gespräch zu kommen. Doch auch darin ähnelt er den meisten Jägern. Jedenfalls verlässt ihn so allmählich der Mut. Im südlichen Fersland angekommen, hat er Linsberg bereits als eine schlechte Idee abgehakt, und was er bisher von Fersland erleben durfte, stimmt ihn nicht zuversichtlicher. (Dem Fenden ist er gen Süden gefolgt, mal am linken, mal am rechten Ufer, sporadisch hat er sich auch mal zu der einen, mal der anderen Seite tiefer ins Land gewagt. In Linsberg gibt es jetzt auch Dämonen und Untote und allerlei Verderbnis, die Leute sind verängstigt und misstrauisch und wenden sich in ihrer Not auch diesem Einen Gott zu, von dem die Jäger aus Bächland nur schlechtes zu berichten wissen. In Fersland dagegen wird viel vom Krieg gegen Wejt Gelspad geredet und dass man den richtigen König zurück haben wolle. Auch hier melden sich die Burschen reihenweise zum Kampf, und wer es nicht tut, wird als Feigling oder als Verräter beschimpft. Man würde den Ausgang dieses Bürgerkrieges erst einmal abwarten müssen, bevor man Fersland in die engere Wahl zöge. Und so bleiben ihm nur noch Jongot, Albion und, auch wenn Ragnar dies seinem Schützling offenbar nicht zutraute,  Frankia.

Doch zunächst einmal findet Wulfgar seinen Weg gen Süden durch eine riesige Mauer versperrt, die sich geschätzte zwanzig Mannhöhen gen Himmel streckt und von einem Ende des Horizonts bis zum anderen. Hiervon hat Ragnar ihm nichts erzählt. ("Am östlichen Ufer des Loch Leskos näherst du dich einer Bergkette, die etwa dort beginnt, wo du auch bei klarem Wetter die andere Seeseite nicht mehr siehst. Diese Berge hältst du ebenfalls rechterhand, so gelangst Du bald nach Jongot.") Er befindet sich aber noch in Fersland, so versichert ihm ein Bursche zu Pferd, den er unterwegs traf. Liegt Jongot dahinter? Ist es verloren? Haben die Dämonen gesiegt? Gibt es ein Tor in der Mauer, durch das Reisende passieren können? Doch bevor Wulfgar diese und weitere Fragen stellen kann, ist der Bursche schon weitergezogen.

Und so wendet Wulfgar sich erst einmal gen Osten. Erfreulich immerhin, dass sich vor ihm ein riesiges Waldgebiet erstreckt. Das sieht doch mal vielversprechend aus. Doch zunächst hält er sich in Nähe der Mauer, um die Größe des Gebietes besser einschätzen zu können. Es ist groß, zu diesem Schluss ist er gelangt, als schließlich im Osten das Meer in Sicht kommt. Groß genug für die Jäger gewiss. Doch wie sieht es mit den Bewohnern des Waldes aus? Elben? Kolkar? Druiden? Feen? Wären die Jäger hier willkommen?

Je weiter Wulfgar sich der Küste nähert, desto häufiger passiert er links oder rechts des Wegs einen Hof, doch keiner davon wirkt einladend. Fenster und sogar Türen scheinen mit Brettern verrammelt. Außer einem vereinzelten Gockel hat er den ganzen Tag noch keine Seele gesehen. Die Sonne steht bereits tief in seinem Rücken, als er endlich Leute entdeckt. Drei Burschen scheinen dort drüben miteinander in einen Streit zu geraten. Genaueres lässt sich aus der Entfernung nicht erkennen.
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Gaja am 29.04.2021, 21:31:50
Leicht ist Arnvidhs Schritt und frei sein Atem. Der Schein der Sonne hüllt ihn wärmend ein, ein Geschmack von Salz liegt auf den Lippen, ein frischer Wind spielt im Haar, über ihm kreischen die Möwen – so frei hat er sich schon seit langem nicht mehr gefühlt. Von plötzlichem Übermut erfasst, klettert er auf den nächsten Hügel und späht in alle Richtungen. Wie berauschend der Blick in die Weite, über Felder, das Meer im Osten, die bewaldete Bergkette an dessen Ufer, nach Norden sich erstreckend, nach Westen hin Wald, so weit das Auge reicht! Nur den Blick nach Süden scheut er: der Anblick der Mauer bedrückt ihn, ebenso wie der Gedanke an seine Heimat dahinter, noch immer unfrei, noch immer von Dämonen geplagt.

Die letzten Schritte bis zur Mauer waren so ungefähr die erdrückendsten, die Arnvidh je tat. (Nur einen Gang in seinem Leben hatte Arnvidh als erdrückender empfunden: jenen, mit dem er seinen Sohn, und herauf den Neffen, zu Grabe trug.) Durch nachtschwarzen Schatten trotz strahlendster Mittagszeit, den Kopf so weit im Nacken, dass der Hals schmerzt, um den Blick an dem zwanzig Mann hohen Mauerwerk empor gleiten zu lassen... Nein, man musste ein paar Schritt zurück tun, um daran empor zu blicken, denn es war leicht in seine Richtung geneigt, wer davor stand, sah nur Stein über sich, keinen Himmel mehr... Im Inneren dann eine Wendeltreppe hinauf, auf halber Höhe ein Verhör durch die Wachen: wer man war, wohin mal wollte, was zu tun in wessen Auftrag, für wann die Rückkehr geplant sei und vor allem, ob man auch kein Wehrflüchtling sei...

Bei dieser Frage platzte Arnvidh vor Lachen. Fast hätte er die Wahrheit geantwortet, aber die hätte ihm niemand abgekauft. Wie fünfzig sah er nun einmal nicht aus, eher wie knapp über zwanzig – wie soll er also dreißig Jahre lang gegen Dämonen gekämpft haben? Fünf, gab er daher zur Antwort, und konnte genügend Fragen beantworten, die das wohl überprüfen sollten. Dann endlich durfte er eine Wendeltreppe auf der anderen Seite der Mauer in die Tiefe nehmen und trat... ins Licht. So kam es ihm vor.

Er muss wohl eingeschlafen sein, auf dem Hügel, von dem er Aussicht hielt. Jedenfalls liegt er auf einmal im duftenden Gras und um ihn herum tanzen lauter kleine Wesen, keins wie das andere. Ein bunt gekleidetes Männlein pfeift auf einer Flöte, ein anderes trägt Kletten und Zweiglein im wirren Haar, eine winzige Maid mit grünem Haar und großen grünen Katzenaugen hüpft keck auf seine Brust und schlägt Purzelbäume rauf und runter, ein knorriges Kerlchen mit einer Haut wie Baumrinde und knorrigen Gliedern schlägt eine Trommel, rothaarige Zwillinge mit den krummsten Hakennasen, die je ein Auge erblickte, singen mit den lieblichsten Stimmchen, die je ein Ohr hörte...

Ja, er ist sich ganz sicher, geträumt zu haben. Natürlich hat er geträumt. Nur eine Sache lässt sich nicht erklären: warum er nach dem Aufwachen den linken Schuh auf dem rechten Fuß trägt – und umgekehrt. So lief er gewiss noch nicht den ganzen Tag herum, diese Verwechslung kann ihm also nicht am Morgen selbst unterlaufen sein. Und an seinem Hemd da steckt ja auch noch ein fliederfarbenes Schleifchen... und es riecht auch so. Nach Flieder. Obwohl kein Frühling ist, und Flieder doch nur im Frühjahr blüht.

Doch lasst uns weiterziehen! Wozu ist man noch einmal hierher gekommen? Ah, ja. Einen Auftrag hat man. Auch eigene Interessen, aber die gehen niemanden etwas an als Arnvidh selbst. Sie sind auch schwieriger in Worte zu fassen als der Auftrag, den Anselm von Groning ihm antrug. Schon mehrmals hat Arnvidh für den fränkischen Händler, den er in Vandershall, Jongots Haupt- und einziger Hafenstadt kennenlernte, kleinere Aufgaben erledigt, gegen Münze und um der sicheren Zuflucht wegen, die er in Anselms Haus genoss, wann immer er in Vandershall weilte.

(Zu Arnvidhs Jugend gab es drei Hafenstädte, aber eine davon fiel im Kampf gegen die Dämonen, noch  zu seiner Zeit, und wurde aufgegeben, die zweite wurde offenbar erst vor anderthalb Jahrzehnten aufgegeben, nachdem sie Jahr um Jahr das Ziel von Rûngarder Piraten wurde. Die gab es zu Arnvidhs Jugendzeiten auch noch nicht. Ach, aber er muss wirklich aufhören, so zu denken. Um den Anschluss an diese Zeit zu finden, muss er das Vergangene ruhen lassen! Herrje, um einen Gedanken zu Ende führen zu können, auch dafür wäre es besser, das Vergangene ruhen zu lassen!

Doch das ist leichter gesagt als getan.)

Anselm von Groning also hatte Arnvidh in sein Kontor in Vandershall gerufen und ihm folgendes angetragen: von einem fränkischen Handelspartner sei ihm Nachricht zugekommen, eine wichtige Warenlieferung sei nun gar bald zwei Monde überfällig. In Sydhavn – dem südlichsten fersländischen Hafen –  hätte sie zur See gehen sollen, doch offenbar geschah dies nicht. Ob man nicht vor Ort nachforschen könne, was passiert sei.

In Sydhavn angekommen, erfuhr Arnvidh, dass die Ware niemals dort angelangte, weshalb das Schiff auch niemals damit in See stechen konnte. Verloren gegangen sei sie durch einen Raubüberfall in der Nähe von Ansdag.

Ansdag. Heute auch "der Weihort" genannt. Der Ort, in dessen Nähe vor rund 370 Jahren der schiffbrüchige Javrud auftauchte. Wo er die Völker im Kampf gegen die Dämonen vereinte.

Aber auch der Ort, vor dem Bruder Egil, ein mit Anselm befreundeter jongotischer Priester des Einen, Arnvidh vor seiner Abreise eindringlich warnte.

"In Fersland sind die Priester nicht wie wir", so warnte Egil ihn. "Bei uns ist der alte Glaube ja eigentlich auch verboten, aber letztlich zählt doch nur, wie viel ein jeder beiträgt im Kampf gegen den Feind. Dann kümmert es niemanden, was der oder die im eigenen Kämmerlein spricht, zu welcher Gottheit jemand seine Gebete lenkt... In Fersland aber, da gibt es Gegenden, in denen du aufpassen musst, ob du dich offen zu Gaja bekennen willst. Gerade im Weihort! Da hat Abt Halfir das Sagen. Und der lässt Abtrünnige gerne mal bei lebendigem Leibe verbrennen. Weiber zumeist, aber du musst nicht meinen, das würde dich schützen. Dein Aussehen allein! Das reicht oft schon. Dazu die Magie! Mehr als genug. Sogar des Fürsten zweites Weib... oder war's sein drittes? am Ende gar das vierte? das kann sich beim alten Soren keiner merken!... sogar des Fürsten Weib also ließ Abt Halfir verbrennen, für keine schlimmere Sünde, als dass man ihr nachsagte, sie habe sich von einem Feenmann betten lassen. Ist da etwas wahres dran und wenn ja, war sie willens oder wurde sie geschändet? Derlei Fragen interessieren den Abt vom Kloster Ansdag nicht. Jedes Feenbalg, jedes Kräuterweib, jeder Druide, jeder Berührte, ja, sogar Geisteskranke, Ehebrecher und Weiber von "sündhafter Wollust", oder solche, die bei Mondschein nackt um einen Baumstumpf tanzen, müssen dort um ihr Leben fürchten. Nicht um den Glauben geht es den Priestern dort, auf dass er die Menschen im Kampf gegen den Feind stärke, sondern einzig um Macht. Und offenbar unterrichtet man dort die Novizen weder in Logik noch in investigativer Methodik, noch in den Wissenschaften, noch in fundamentalen Gesetzesfragen."

An dieser Stelle kürzen wir die Rede des Priesters ab: er hat im allgemeinen wenig Lob für seine nördlichen Berufsgenossen übrig, dafür umso mehr Tadel. ("Völlig falsch interpretieren sie das Wort des Propheten! Bar jeder Logik! Das ist überhaupt nicht, was Javrud damit sagen wollte!" So ging das in einem fort, sobald Bruder Egil auf das Thema zu sprechen kam.)

"Am besten also, du machst einen großen Bogen um Ansdag! Und wenn dein Auftrag dich doch dorthin führt, dann verhalte dich so unauffällig wie möglich. Zieh dir eine Mütze oder Kapuze über die spitzen Ohren. Vermeide es, Leuten bei Sonnenlicht zu begegnen, dann sehen deine Augen nämlich am schaurigsten aus. Nicht das leuchtende Grün macht einem Angst, sondern das Schwarz drumherum! Am unauffälligsten wirken sie in der Dämmerung oder bei Kerzenlicht. Vor allem aber, Junge: lass niemanden dich beim Zaubern erblicken. Für den Abt von Ansdag ist jeder Zauber Dämonenwerk!"

Ansdag. Und dort muss Arnvidh nun hin.

Aber wenigstens die Sonne scheint. Und er hat heute schon mit Feen getanzt. Was soll er sich da den Tag verderben lassen? Ansdag, das ist ein Problem für morgen. Und so zieht Arnvidh durch die Landschaft, ein Lied pfeifend. Die Melodie stammt, wie ihm noch einer Weile des Rätselns einfällt, vom Lied der hakennasigen Feenschwestern... (Und über dem Lied fällt ihm nicht gleich auf, dass die Vögel verstummt sind... dass sein Pfeifen der einzige fröhliche Laut in Hörweite ist...)

Erst, als er in der Ferne ein ärmliches Gehöft entdeckt, davor drei Männer, die offenbar dabei sind, ein Gerangel anzufangen, verstummt Arnvidhs Pfeifen. Die Nachmittagssonne so gut es geht mit der Hand abschirmend, späht Arnvidh neugierig zu den dreien hinüber.
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Arnvidh Kjellson am 01.05.2021, 08:57:48
Und da hört Arnvidh wieder die Warnung des Bruders in seinen Gedanken. Dämmerung, wenn es nur so einfach wäre, immer nur in dieser Zeit auf Leute zu treffen.
Bis jetzt hatte er sich gut an die Warnung halten können. Schließlich hatte Bruder Egil ihm lange damit in den Ohren gelegen. Irgendwie war der pragmatische Bruder ihm synaptisch. Doch seine Geschichten über das was nördlich der Mauer vor sich ging und besonders in Ansdag waren nur schaurig. Arnvidh erinnert sich noch gut daran, wie der Bruder immer wieder seine Argumente konterte, welche im Grunde immer wieder sagten, dass es dumm sei seine Sippe nur wegen des Glaubens zu schwächen. Es graute ihm davor einen nicht so moderaten Jünger des einen zu treffen und eben in solche Gespräche verwickelt zu werden.

Bei Gaja, wenigstens hatten bis jetzt seine fadenscheinigen Erklärungen funktioniert. Selbst im Inneren der Mauer, wo die Soldaten ihn verhört hatten. Gute Jungs und sie Machten ihre Arbeit aber dieser Einsatzort. Arnvidh fragte sich, wie die Soldaten es überhaupt aushielten. Stein, Stein und noch einmal Stein. Nichts als Mauerwerk und Dunkelheit. Wie Ratten in einem Käfig um Wehrflüchtige auszuhalten. Dabei sollten sie eher Dämonen aufhalten, aber das taten sie ja auch durchaus. So Fadenscheinig waren seine Erklärungen ja nun am Ende auch wieder nicht.
Dank Anselm von Groning, der ihm wahrlich viel geholfen hatte, hatte er einen Grund welchen er den Soldaten vortragen konnte. Das es da noch mehr gab, das war Familiensache und hatte keinen zu interessieren.
Ob es gut war das Anselm gerade ihn schickte, wer weiß. Vielleicht ahnte der Händler, dass Arnvidh einen Weg nach Norden gesucht hatte, oder er vertraute darauf, dass Arnvidh mit seiner Erfahrung wirklich das Ausbleiben der Lieferung aufklären könnte. Vielleicht lag die Wahrheit aber auch dazwischen.

Gleich wohl, nun ist Arnvidh hier. Sein Blick geht von der Mauer zurück zu den drei Männern. Unschlüssig spielt er mit der lilanen Schleife. Der Tag ist nicht mehr jung und auch wenn er ein Nickerchen mit einem allzu schönen Tanz gemacht hat, ein Nachtlager wäre schon etwas feines. Auch können die drei ihm sicher sagen, warum trotz Erntemond hier so wenig Menschen sind. Also zieht er wenigstens die Kapuze über den Kopf, dann seine Augen wenigstens etwas im Schatten liegen.
Den Speer wie einen Wanderstab benutzend, richtet er seine Schritte auf die Männer zu. Das ein Gerangel droht, besorgt ihn wenig. Schließlich war auf diese Entfernung nicht abzuschätzen ob hier Knechte ihre Arbeit vernachlässigten oder Bauern um die nicht eingebrachte Ernte stritten. Denn noch macht er sich für den Fall der Fälle bereit dazwischen zu gehen, wenn einer der Männer so töricht wäre ein Waffe zu ziehen.
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Wulfgar am 01.05.2021, 10:04:59
Wulfgar ist sich noch immer nicht ganz so sicher wo ihn seine Reise denn nun wirklich hinführen wird. Er hofft nur darauf das Gaja seine Wege schon leiten wird und das er bald einen Ort finden würde an dem sich die Jäger neu ansammeln konnten. Als Wulgar den Wald vor sich sieht schöpft er neue Hoffnung das dies vielleicht der gesuchte Ort sein könnte. Brakus war der erste von beiden der den komischen Geruch in der Nase hatte. Der Wolf schüttelt sich kurz und sein Fell stellt sich etwas. Auch Wulfgar rümpft die Nase und schaut dann woher der Geruch kommt. Seine geschulten Augen erkennen sofort das mit der Ernte hier etwas nicht zu stimmen scheint, ja nicht nur mit der Ernte, das ganze Land ist irgendwie merkwürdig.
Als Wulfgar seinen blick noch etwas schweifen lässt fallen ihm dann diese 3 Burschen auf die in einen Streit verwickelt sind. Wulfgar hat bisher zwar nicht unbedingt die besten Erfahrungen mit fremden gemacht, aber vielleicht konnten diese 3 dort drüben ihm ja etwas mehr erzählen was hier los ist. Doch bevor Wulfgar sich aus dem Schutz des Waldes wagt bindet er zuerst das Maultier an einen der Bäume und wendet sich dann an Brakus "Paß auf! Bleib hier und Warte!" befahl er seinem treuen Gefährten, denn er wusste das für die meisten Menschen der Anblick eines Wolf nicht gerade dazu beiträgt das sie ihm Gegenüber offener sind. Die meisten Menschen sind ja schon alleine von Wulfgar sehr eingeschüchtert, und wenn dann auch noch ein Wolf an seiner Seite ist, dann ist es völlig aus. Wulfgar will also zuerst alleine die Gegend erkunden und sehen was hier los ist. Er weiß jedoch das Brakus ihm sofort zur Seite eilt falls er ihn ruft.
Also packt Wulfgar den Speer entschlossen in einer Hand haltend, seinen Mut zusammen und tritt aus dem Wald heraus um sich den 3 Burschen zu nähern. Schon von weitem gibt er sich zu erkennen indem er ihnen zuruft "Hey Ihr da! Was ist den hier los? Warum streitet Ihr Euch?"
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Urian am 02.05.2021, 16:44:57
Eine Waffe zieht keiner der drei. Genausowenig wie sie auf Wulfgars Zuruf reagieren. Doch Arnvidh ist noch ein Dutzend Schritt entfernt, und Wulfgar ebenso, und der eine sieht den anderen gerade erst aus einer Baumgruppe hervortreten, der zweite ersteren um einen Hügel herum, da stürzen zwei der Kerle sich gemeinsam auf den ersten, mit nichts anderem als ihren Händen. Händen, nicht Fäusten. Oder sind das Hände? Klauen sind sie ähnlicher.

Überhaupt, was sind das für Gestalten? Kleidungsfetzen hängen ihnen um den ausgemergelten Leib, ihre Adern treten schwarz aus bleicher Haut, und sie fauchen wie Tiere. Und bissig scheinen sie auch, oder jedenfalls mutet es aus der Ferne so aus, als wollten sie ihr Gegenüber beißen.

Der dritte, über den sie herfallen, ist ein normaler Bursche. Eine Kralle schlägt ihm eine tiefe Wunde, ein Biss Richtung Kehle geht, Gaja sei Dank, fehl.[1] Er selbst fuchtelt voller Panik mit einem Dolch herum, ohne einen seiner Angreifer zu treffen.
 1. RC 1: Klauenangriff trifft kritisch (https://games.dnd-gate.de/index.php/topic,8881.msg1093097.html#msg1093097), 7 Schaden. RC 2: Biss geht daneben.
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Urian am 02.05.2021, 16:53:42
Runde 1 – Kampf 1: Die ärmliche Hütte

Noch bevor Wulfgar oder Arnvidh sich rühren können, stürzen die Kreaturen sich erneut auf ihr Opfer. Ein wildes Gefuchtel von Krallen und geiferndes Schnappen von Reißzähnen hinterlässt abermals blutige Spuren.[1]

Schon wankt der Bursche. Viel mehr davon wird er nicht aushalten können. Immerhin gelingt es ihm, seinen Dolch tief in den Leib der einen Kreatur zu rammen.[2]
 1. Beide Kreaturen voller Angriff mit je zwei Klauen und einem Biss (https://games.dnd-gate.de/index.php/topic,8881.msg1093102.html#msg1093102), davon trifft eine Klaue für 2 Schaden und ein Biss für 4.
 2. Gegenangriff (https://games.dnd-gate.de/index.php/topic,8881.msg1093103.html#msg1093103) auf die RC 1, trifft für 5 Schaden.
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Arnvidh Kjellson am 03.05.2021, 12:05:00
Neugierig blickt Arnvidh nach Süden zu dem weiteren Fremden als das Gerangel losbricht. Jetzt erst fällt ihm das seltsame Äußere von zweien der Männer auf. Den Gedanken an menschliche Dämonen bei Seite schiebend, beschleunigt er seine Schritte bis zum kleinen Hang.[1] Auf der Kuppe des Hanges stehend, deutet er mit der Spitze seines Speeres auf die Kreatur direkt vor dem Burschen. Fast, aber eben nur fast, wie der zetern eines Spatzes pfeift, faucht schnalzt er die Kreatur an.[2]. Kurz darauf, ändert sich sein Zetern mehr ins Anfauchen als wolle er die Kreaturen auf sich aufmerksam machen. Irgendwas Verständliches kommt aber nicht dabei über seine Lippen, außer dass er sich anhört wie ein Dachs.[3]
 1. Bewegung 6 Schritte nach H5 G3
 2. Standardaktion Zauber „Schlechtes Omen“ auf Kreatur 1 (folgender d20 Wurf muss doppelt gemacht und das schlechtere Ergebnis genommen werden)
 3. Freie Aktion … äh provozierend anfachen ^^,
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Wulfgar am 03.05.2021, 14:09:36
Als Wulfgar erkennt was da vor sich geht, ist er im ersten Moment doch etwas geschockt, denn mit solch merkwürdigen Kreaturen hätte er hier jetzt dann doch nicht gerechnet.
Er macht ein paar schnelle und mutige Schritte aus dem Wald heraus um sich eine etwas bessere Position zu verschaffen[1], während er einen lauten Pfiff von sich gibt der Brakus signalisiert das er schnell zu ihm kommen soll.
Danach konzentriert sich Wulfgar einen Moment und spricht eine Zauberformel. Seine Hand geht in Flammen auf und bildet eine kleine Feuerkugel[2].
Erst als Wulfgar diesen Zauber vollendet hat bemerkt er das plötzlich eine weitere Person in seine Richtung kommt und sich wohl ebenfalls in den Kampf einmischen möchte. Oder zumindest irgend etwas anderes von sich gibt, denn außer unverständliche Tierlaute scheinen von diesem Verrückten nicht zu kommen. Doch scheint er für den ersten Moment nicht unbedingt das größte Problem für Wulfgar dar zu stellen, daher konzentriert er sich erst einmal wieder auf diese zwei komischen Kreaturen die den armen kleinen Menschen bedrohen. Er riskiert einen kurzen Blick über die Schulter um zu schauen ob Brakus sich schon nähert, und verharrt dann erst einmal an Ort und Stelle um zu sehen wie die Kreaturen und dieser andere komische Fremde auf seine Anwesenheit und vor allem auf seinen Zauber reagieren.
 1. Bewegung nach F10
 2. Flamme erzeugen (http://prd.5footstep.de/Grundregelwerk/Zauber/Flammenerzeugen)
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Urian am 04.05.2021, 17:40:08
Runde 2 – Kampf 1: Die ärmliche Hütte

Die eine Kreatur stürzt sich abermals auf den Bauernburschen, und obzwar beide Krallen diesmal wild ins Leere schlagen, gelingt es ihr, sich ordentlich in dessen Schulter zu verbeißen. Der Bursche wankt und geht in die Knie, doch nicht ohne zuvor seinen Dolch abermals in den Gegner gerammt zu haben.[1]

Die andere Kreatur, von ersterer ein wenig abgedrängt, bemerkt dafür die Neuankömmlinge. Ob wegen Arnvidhs provozierenden Fauchens oder weil er Angst vor Wulfgars Flammen hat, er wählt das weiter entfernte Ziel. Mit wenigen Sätzen und einem Sprung ist er heran und schnappt nach Arnvidh, erwischt ihn aber nur leicht am Arm.[2]

Hinter Wulfgar taucht der treue Brakus auf - bereit, sich ins Geschehen zu stürzen.
 1. RC 1: Voller Angriff (https://games.dnd-gate.de/index.php/topic,8881.msg1093191.html#msg1093191), nur der Biss trifft für 3 Schaden.
Damit ist der Bursche auf 0 hp, ihm gelingt aber noch ein Gegenangriff (https://games.dnd-gate.de/index.php/topic,8881.msg1093192.html#msg1093192) für 4. Schaden. Damit ist er auf -1 hp und sterbend.
 2. RC2: move (6) nach G4
SA:Angriff (Biss) auf Arnvidh: trifft mit einer 18 (https://games.dnd-gate.de/index.php/topic,8881.msg1093191.html#msg1093191) für 2 Schaden (minimal).
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Wulfgar am 04.05.2021, 18:25:21
Wulfgar registriert das der Bursche zu Boden geht und entscheidet sich daher sofort diesem Monster seine flammende Kugel entgegen zu schleudern[1].

Als Wulfgar registriert das Brakus an seine Seite geeilt ist lächelt er zufrieden. Er gibt Brakus ein kurzes Handzeichen um ihm zu signalisieren das er ebenfalls das Monster angreifen soll.

Der treue Gefährte sprintet sofort los und springt auf den Gegner zu um ihn zu zerfleischen[2][3]
 1. Berührung Angriff auf Entfernung 21, Schaden 7 TP
 2. Angriff 11, Schaden 7 TP
 3. Bewegung nach D6
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Arnvidh Kjellson am 04.05.2021, 19:55:36
Überrascht blickt Arnvidh gen Süden zum Fremden und seiner Feuermagie. „Ein Feenbalg oder wie ich?“ fragt er sich unweigerlich und macht keine Anstalten als wolle er panisch fliehen. Die alte Scheu vor der Magie fühlte sich für ihn mehr wie eine ferne Erinnerung an. An ihre Stelle ist eine nicht uneigennützige Neugierde gewechselt. Der Fremde war interessant.

Abgelenkt, registriert Arnvidh späht, dass eine der Kreaturen den Hang erklommen hatte. Arnvidh stach noch nach ihr, aber mehr als unbehofen.[1] So konnte der Biss definitiv nicht verhindert werden.
Er nutzt die Gelegenheit als die Kreatur den Biss löst, sich einen Schritt nach Hinten zurück fallen zu lassen.[2] Mit dem Busch im Rücken, holt er mit dem Speer aus sticht nach der Kreatur.[3]
 1. Gelegenheitsangriff auf K2 mit natürliche 1
 2. 1,5m Ausweichschritt nach G2
 3. Angriff 7, Schaden 7 TP
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Urian am 06.05.2021, 20:40:33
Runde 3 – Kampf 1: Die ärmliche Hütte

Als der Bursche zu Boden geht, lässt sein Gegner nicht etwa ab von ihm, sondern fällt hungrig knurrend über den Hilflosen her. Davon lässt er sich nicht abbringen, obwohl Wulfgars Flammengeschoss ihm ordentlich den Rücken versengt. Der wildschnappende Wolf in der Nähe wird nur einmal kräftig angefaucht – geh weg, das hier hab' ich erlegt! – dann beißt die Kreatur zu. Doch statt ein ordentliches Stück Fleisch zu erwischen, verbeißt sie sich in einen Lederbeutel, der am Gürtel des Opfers hängt.[1]

Die zweite Kreatur, von Arnvidhs eifrigem Speergefuchtel unbeeindruckt, geht mit Krallen und Reißzähnen auf ihn los. Hungriges Grollen begleitet auch seine Attacken. Wieder streift er den Jongoten mit einer langen Klaue.[2]
 1. RC 1 auf Burschen... beißt daneben (https://games.dnd-gate.de/index.php/topic,8881.msg1093271.html#msg1093271) (nat. 1)
 2. RC 2, Voller Angriff (https://games.dnd-gate.de/index.php/topic,8881.msg1093271.html#msg1093271) auf Arnvidh, eine Klaue trifft mit 16, für 2 Schaden (minimal).
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Wulfgar am 07.05.2021, 14:14:48
Brakus versucht erneut nach dem Monster zu beißen[1], seine Zähne verfehlen ihr Ziel jedoch erneut. Das entlockt dem Wolf ein wütendes Knurren.

Wulfgar hingegen lässt erneut eine kleine Kugel aus Flammen auf das Monster zufliegen[2]
 1. Angriff 11, Schaden 4
 2. nach Abzug von -4 wegen Wurf ins Kampfgetümmel, Angriff 16, Schaden 5
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Arnvidh Kjellson am 07.05.2021, 22:08:51
Diesmal, mit dem Busch im Rücken, weicht er zur Seite aus. Dabei rutscht ihm die Kapuze vom Kopf und gibt so seine roten Haare preis.[1] Er wendet seinen Blick zum von der Kreatur ab zu den vermeintlichen Verbündeten. Denn Speer langsam mit nur einer Hand hebend, beginnt er wieder etwas zu faseln. Das Pfeifen ist dieses Mal weicher und trällernder. Auch das Fauchen ist weicher und versucht wohl den Wind nachzumachen. Kurz darauf hält er die freie Hand vor seinen Mund und deutet an etwas zum Wolf zu werfen. Tatsächlich scheinen kleine Funken, Lichtkügelchen oder ähnliches zu erscheinen. Sie umhüllen zuerst den Wolf bis sie sich über die gesamte Gegend verteilen und auch Wulfgar und auch Arnvidh kurzzeitig einhüllen.[2] Während er wieder den Speer mit beiden Händen umgreift, geht sein Blick zu dem Feuerwirker genau im Süden. Neugierig fragt er sich, was wohl der fremde Zauberkundige gerade denkt.
 1. 1,5-Schritt nach F2
 2. Zauber Segen Reichweite 15m Radius -> Für 3 Minuten +1 auf Angriffswürfe und RW gegen Furchteffekte
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Urian am 09.05.2021, 16:21:20
Runde 4 – Kampf 1: Die ärmliche Hütte

Wulfgars zweiter Flammentreffer dagegen lässt die Kreatur heulend und um sich schlagend zu Boden gehen, zu nichts anderem mehr fähig, als sich hin und her zu wälzen. Irgendwann sind die Flammen verloschen und sie liegt still. Ein leises Wimmern zeigt, dass sie wohl noch am Leben klammert.

Die zweite Kreatur fällt unterdessen ganz fürchterlich über Arnvidh her, der kaum weiß, wie ihm geschieht: Krallen von links, Krallen von rechts, und auch die Zähne verbeißen sich tief in Fleisch und Fellrüstung. Immerhin kann er sich auf den Beinen halten. Das ist doch schon mal etwas.[1]

So wunderbar ein Speer zum Wanderstecken taugt, so ungeschickt ist er im Nahkampf zwischen Büschen und – ein Blick über die Schulter verrät – Zäunen.[2]
 1. RC2: 5ft-step, voller Angriff auf Arnvidh (https://games.dnd-gate.de/index.php/topic,8881.msg1093358.html#msg1093358), beide Klauen und der Biss treffen mit 16, 22 und 15, für 2 + 4 + 6 Schaden. Arnvidh ist schwer angeschlagen (bei 6 hp).
 2. Arnvidh steht am Kartenrand, ich würde aber einen Schritt rückwärts noch erlauben (über Kartenrand hinaus), als einzig verbliebene Möglichkeit, noch einmal auf Distanz zu gehen – dann käme ein Zaun.
Zur Erinnerung: Heilwasser habt ihr noch keine.
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Wulfgar am 09.05.2021, 20:16:57
Zufrieden lächelt Wulfgar als die Kreatur endlich niedergestreckt wurde. Als dieser merkwürdige Mann wieder anfing zu zwitschern und zu pfeifen schaute Wulfgar irritiere zu ihm. Etwas verwundert schaute sich Wulfgar diesen komischen Funkenregen an, und bevor er verstand was genau da gerade passierte fühlte er sich innerlich irgendwie ermutig und gestärkt, es breitete sich ein gutes Gefühl in ihm aus. Der fremde hatte eben wohl ebenfalls einen Zauber gewirkt der sich gut auf ihn und Brakus auswirkte, er war ihnen also wohl nicht feindlich gesinnt.

Mit einem kurzen Pfiff und einer Handbewegung gab Wulfgar Braksu ein Zeichen das er dem fremden zur Hilfe eilen sollte und die zweite merkwürdige Kreatur an zu greifen. Mit gefletschten Zähnen und einem wilden knurren stürzte Brakus sich sofort auf die zweite Kreatur.[1]. Der Wolf sprang der Kreatur in den Rücken und vergrub seine Zähne in dessen Nacken[2].[3]

Noch während Brakus sich auf die Kreatur stürzte setzte sich Wulfgar ebenfalls in Bewegung und eilte an die Seite des schwer verletzten Burschen[4]. Er kniet sich sofort neben den Burschen und versucht die schlimmsten Blutungen zu stoppen und notdürftig einen Verband um die am schlimmsten Blutenden Wunden zu legen um dem armen Kerl erst einmal das Leben zu retten, und ihn vor dem sichern Tod zu bewahren[5]
 1. Bewegung H3
 2. Angriff 16, Schaden 5, plus Zu-Fall-bringen
 3. zu Fall bringen 12
 4. Bewegung B7
 5. Heilkunde 29, nat. 20
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Arnvidh Kjellson am 10.05.2021, 07:38:14
Was sind das für Kreaturen, Diener der Dämonen? fragt sich Arnvidh kurz bevor ihn der Angriff voll trifft. Die Zähne fest aufeinander beißend, so einen Schmerzenslaut unterdrücken, ziehnt er sich weiter zurück.[1] Früher, so glaubt er sich zu erinnern, hätte er das einfach weggesteckt oder wäre dem Angriff geschickt ausgewichen. Doch jetzt fühlt sich sein Leib träge an. Direkten Feindkontakt hat er hier auch nicht erwartet, wo ist nur sein Misstrauen geblieben?
Den Kopf schüttelnd, vertrieb er die ablenkenden Gedanken und Zweifel. Der Wolf ist ihm zur Hilfe geeilt, dessen Herr war ihm wohl tatsächlich freundlich gesonnen. Gut, wenn die Kreatur so handelt wie dessen Freund eben, dann ist er sein Ziel und der Wolf nur ein Störenfried. Mit dem Gedanken, dass die Kreatur weiter hin ihre Beute verfolgen wird, schloss Arnvidh beide Augen und konzentrierte sich auf die tief ruhende Wärme in ihm. Wieder löste er eine Hand vom Speer, legte sie aber dieses Mal auf die schwerste gerissene Wunde. Er fühlte wie immer weniger Blut aus der schweren Wunde sickerte.[2] Es ist nicht aber so die Feen und Gaia ihm wohl gesonnen waren, würde er so einen Angriff mehr aushalten können indem der Wolf die Kreatur weiter bedrängen könnte.
 1. 1,5-Schritt nach G0
 2. Handauflegen +4 TP -> damit wieder 10 TP
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Urian am 12.05.2021, 09:52:29
Runde 5 – Kampf 1: Die ärmliche Hütte

Erinnerungfetzen lassen Arnvidh taumeln. Verletzt, verzweifelt, umringt von Dämonendienern, diesen hier sehr ähnlich, ausgemergelten Kreaturen mit Krallen und Raubtiergebiss. Hungerkreaturen nannten wir sie damals... Hunger war alles, das sie kannten... Hunger war alles, das ihnen von ihrer Menschlichkeit noch geblieben war... Dann hat er sich wieder im Griff und packt seinen Speer fester.[1]

Die Kreatur wendet sich zum Wolf um, faucht in seine Richtung, scheint kurz unentschlossen, dann stürzt er sich doch wieder mit allem, was er hat, auf Arnvidh. Doch diesmal sind seine Attacken ziel- und kraftlos. Ob es die Ablenkung durch den zweiten Gegner ist oder Arnvidh besonderes Glück: nur eine Kralle erwischt ihn minimal, der Rest ist wildes Schnappen und Gefuchtel.[2]

Währenddessen versucht Wulfgar, die Blutungen des Bauernburschen zu stillen. Die meisten Wunden sind oberflächlich, nur der erste Biss hat mehr Schaden angerichtet. Hierauf konzentriert Wulfgar seine Bemühung und tatsächlich kommt der Bursche so weit zu sich, dass man ihn anweisen kann, hier an dieser Stelle doch bitte selbst zu drücken, damit er nicht verblutet.[3] Weitere Hilfe muss warten. (Und man kann nur hoffen, dass die Kreaturen nicht auch noch Tollwut oder ähnliches übertragen, sonst...)

Aber noch ist der zweite Feind nicht besiegt, sondern bedrängt den Fremden, der bereits aus vielen kleinen Wunden blutet, in tollwütigem Eifer.
 1. Habe in der Karte eine Reihe 0 ergänzt, sowie unter den besonderen Bedingungen, dass man durch die Buschfelder durchstoßen kann, wobei sie leichtes Cover geben (=> Verteidiger +2 auf RK).
 2. RC greift weiterhin Arnvidh an (https://games.dnd-gate.de/index.php/topic,8881.msg1093493.html#msg1093493). 5-ft step, Voller Angriff, nur eine Klaue trifft mit 22 (https://games.dnd-gate.de/index.php/topic,8881.msg1093494.html#msg1093494) für 2 Schaden (minimal).
 3. Bursche ist stabilisiert und bei Bewusstsein, dank nat. 20 beim Heilwurf.
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Arnvidh Kjellson am 12.05.2021, 12:32:29
Arnvidh kneift die Augen zusammen, um im hier und jetzt zu bleiben. Ja Hungerkreatur, so heißen sie wohl. Wie erwartet, hat sie dann auch gehandelt. Nicht einmal am Boden wird sie wohl von Arnvidh ablassen, doch nach stand er.

Er weicht einen Schritt zur Seite, sucht Schutz hinter dem Busch.[1] Kurz lächelt er auf. Der Busch war nicht zu dicht gewachsen und natürlich auch noch nicht so groß wie ein ausgewachsenes Gebüsch. So ließ er den Langspeer durch die Lücken der oberen Zweige direkt auf die Hungerkreatur zugleiten. Sei es der Schmerz, die Erinnerung oder einfach das Glück dieses Mal ist der Stoß gut gesetzt und vor allem sehr kraftvoll.[2] So sehr sogar, dass das normale Ausatmen sich zu einem Kampflaut formt.
 1. 1,5m Schritt nach F1
 2. Angriff 22, Stichschaden 10
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Wulfgar am 12.05.2021, 18:29:02
Wulfgar ist froh das er dem jungen Burschen erst einmal das Leben retten konnte. Ein kurzer Blick zu dem Fremden und Brakus verrät ihm das die beiden wohl noch in Bedrängnis sind und die Hilfe von Wulfgar brauchen um dieses Monster zur Strecke zu bringen.

Wulfgar packt seinen Speer in beide Hände und richtet sich auf, während er komische Laute von sich gibt[1][2], die fast klingen wie das röhren eines Hirsches. Dann eilt er schnellen Schrittes[3] zu Brakus hinüber und signalisiert ihm mit einer kurzen Pfiffabfolge das er die Kreatur umrunden soll. Kaum das Wulfgar bei der Kreatur angekommen ist rammt er dieser seinen Speer in den Laib[4]. Brakus versteht das Kommando von Wulfgar und macht einen Bogen um die Kreatur[5] um diese dann von der Gegenüberliegenden Seite aus an zu greifen[6]
 1. Aktivierung Tieraspekt Hirsch (http://prd.5footstep.de/AusbauregelnVIKlassen/Klassen/Jaeger#Tieraspekt)
 2. schnelle Aktion
 3. Bewegungsaktion nach G2 10 Felder -2 für 2. und 4. Diagonale -1 für schweres Gelände = 7 Felder
 4. Angriff 21, Schaden 8
 5. Bewegungsaktion nach I 0 = 6 Felder
 6. Angriff 12, Schaden 5, Zu Fall bringen 6
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Urian am 12.05.2021, 18:44:57
Die zweite Kreatur sinkt röchelnd zu Boden. Die beiden Wanderer haben gerade Zeit genug, den Blick des anderen zu suchen, da ertönen angstvolle Schreie aus der nahen Hütte.
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Wulfgar am 12.05.2021, 19:02:22
Wulfgar ist froh das sie nun diese beiden Kreaturen besiegen konnten und wollte sich eigentlich dem fremden gerade vorstellen als sie die Schreie aus der Hütte hörten. Da es scheinbar dort eine neue Gefahr gab viel die Begrüßung von Wulfgar nur sehr knapp aus "Ich bin Wulfgar, das ist Brakus. Hilfst du uns?". Ohne wirklich eine Antwort ab zu warten gab Wulfgar dem Wolf ein erneutes Handzeichen mit dem er andeute das der Wolf ihm zu Hütte folgen sollte. Schnellen Schrittes und mit bereiter Waffe näherte sich Wulfgar dann der Hütte und schaute sich auf dem Weg dorthin schon einmal um ob er denn erkennen konnte was dort los war.[1]
 1. Wahrnehmung 23
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Arnvidh Kjellson am 13.05.2021, 08:13:12
Innerlich flucht Arnvidh, als die Schreie ertönen. Er war körperlich und geistig sehr erschöpft. So wird er nicht noch einmal gegen eine Hungerkreatur kämpfen können. Als der andere Reisende und sein Wolf sich gen Hütte aufmachen, blickt er den beiden verwirrt nach. Nicht verwirrt weil sie einfach los rennen, sondern weil er nicht einmal diesen kurzen Satz verstanden hat. Die Worte hörten sich in seinen Ohren zu fremd an, so dass er sich selber fragen muss, ob das ein komm mit oder ein bleib hier war. Während er sich schon entschieden hat, konzentriert er sich wieder auf die Wärme in sich und legt die Hand auf eine seiner Wunden.[1] Als die Wärme dafür gesorgt hat, dass eine weitere Wunde einigermaßen gestillt ist, macht er sich auf Wulfgar und dessen Wolf zur Hütte zu folgen.
 1. Handauflegen +3 TP -> Gesamt 11 TP
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Urian am 13.05.2021, 14:22:45
Wulfgar nähert sich der Hütte. Viel ist von außen nicht erkennbar. Fenster gibt es keine außer den üblichen Dachluken. Ihm fällt lediglich auf, dass die Feuerstätte vor dem Haus seit einiger Zeit nicht mehr genutzt wurde, und dass die Gemüsebeete erst kürzlich zertrampelt wurden. Ein Blick über die Schulter zeigt ihm, dass der Fremde ihm in einigem Abstand folgt.[1]

Erneut dringen Schreie aus dem Haus. Diesmal sind eindeutig Kinderstimmen darunter. Poltern und Scheppern zeugen von umgestoßenen Hausrat, das Fauchen von weiteren Kreaturen.

Nach Umrundung der Hütte sieht man die eingetretene Haustür. Das sonnengewöhnte Auge kann im dunklen Inneren auch aus wenigen Schritten Entfernung nichts entdecken; andere Sinne helfen, das Gedränge und Geraufe zu erahnen.
 1. Arnvidh liegt eine Runde hinter Wulfgar.
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Wulfgar am 13.05.2021, 15:17:11
Wulfgar wurde zornig als er hörte das im inneren des Hauses wohl Kinder in Gefahr waren. Trotz allem hielt Wulfgar in der Tür für einen Moment inne um seine Augen an das Licht zu gewöhnen, denn er wollte nicht blind in einen Kampf stürzen. Er hielt seinen Speer jedoch abwehrend vor sich um auf einen Angriff aus dem Inneren vorbereitet zu sein. Die Zeit des warten nutze Wulfgar um einen Zauber zu wirken.[1]
 1. Bleiklinge
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Urian am 14.05.2021, 09:59:08
Während Wulfgar zaubert, ist der Fremde heran. Auch haben seine Augen sich inzwischen so weit an das Halbdunkel im Inneren gewöhnt, dass er die Lage dort einigermaßen überblickt. Drei Kreaturen dringen auf ein Weib mit zwei kleinen Kindern ein, welche Zuflucht an der Feuerstelle suchen. Das wackere Weib steht vor den Kindern, in der Rechten ein langes Messer, in der Linken einen Scheit aus dem Feuer, mit welchen sie die Kreaturen abzuwehren versucht.

Vor dem Feuer scheinen die Monster tatsächlich Respekt zu haben; trotzdem wird es ihnen jeden Augenblick gelingen, dem Weib ihre Waffen aus der Hand zu schlagen und über die Familie herzufallen.[1]

Runde 8 – Kampf 1: Die ärmliche Hütte
 1. Für die Hütte habe ich jetzt keine battle map. Ein move täte euch heranbringen; einmal drinnen ist dann eh nur Platz genug für einen Schritt pro Zug.
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Wulfgar am 14.05.2021, 13:54:07
Kaum das der Fremde an der Seite von Wulfgar und Brakus auftaucht, stürzt sich Wulfgar auch schon in den Kampf und rammt dem ersten Gegner seinen Speer in den Rücken[1]

Auch Brakus zögert nicht und springt zu einem anderen Monster um dieses zu zerfleischen[2]

Die beiden wollen den Kindern und der Frau so schnell wie möglich zur Hilfe eilen und zögern daher nicht groß und gehen entschlossen und voller Zorn auf diese Monster los.
 1. Angriff 21, Schaden 10
 2. Angriff 11, Schaden 8, Zu-Fall-bringen 18
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Arnvidh Kjellson am 14.05.2021, 16:34:15
Arnvidh lässt Wulfgar und dessen Wolf den Vortritt. Für die erste Reihe gegen die drei Hungerkreaturen fühlte er sich nicht mehr bereit. In der Enge der Hütte ist eh kein großer Platz zum manövrieren. Also sticht auch er mit dem Langspeer auf eine der drei Kreaturen ein, möglichst nicht die selbe die Wulfgar und sein Wolf angegriffen haben.[1]
 1. Angriff 24, Stichschaden 8
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Urian am 15.05.2021, 10:42:59
Trotz der Enge und dem Gedränge im Inneren der Hütte gelingt es Wulfgar und Arnvidh, jeweils eine der Kreaturen empfindlich zu treffen. Fauchend und geradezu rasend vor Wut wenden sich die Getroffenen den neuen Gegnern zu. Während die dritte Kreatur dem Bauernweib den brennenden Scheit mühelos aus der Hand schlägt, werfen sich die restlichen beiden auf Wulfgar und Arnvidh.[1]

Zwei Klauen schlagen Wulfgar tiefe Wunden, die Raubzähne verfehlen ihn um die Breite eines Haares. Arnvidh dagegen sieht sein letztes Stündlein gekommen. Der plötzlichen gänzlich wild gewordenen Kreatur hat er nichts entgegenzusetzen. Schon der erste Krallentreffer schickt ihn fast in die Knie, ausweichen kann er nicht mehr, gleich wird die zweite Kralle ihn gänzlich niederstrecken, dann der Biss in die Kehle...

Stattdessen aber hält die Kreatur plötzlich inne. Alle drei Kreaturen sind plötzlich erstarrt. Dann heulen sie und zucken und winden sich vor Schmerz. Sacken in die Knie. Kollabieren auf dem Boden, noch immer zuckend und heulend und mit allen Gliedern um sich schlagend. Und verwandeln sich. Die Krallen fahren ein. Die Raubzähne verschwinden. Die Gesichtszüge werden runder, weicher, die hageren Körper füllen sich auf. Zum Schluss liegen drei Burschen auf dem Boden vor ihnen, in zerfetzte Lumpen gekleidet. Zwei von ihnen sind verletzt und halten sich wimmernd ihre Wunden.[2]

Kampf beendet.
 1. Voller Angriff auf Wulfgar (https://games.dnd-gate.de/index.php/topic,8881.msg1093603.html#msg1093603), zwei Treffer für 5 + 7 Schaden, Biss daneben; Kampfmanöver auf Bauersfrau gelingt; Voller Angriff auf Arnvidh, drei Treffer für 7 + 4 + 7 Schaden
 2. Das passiert nach dem ersten Treffer auf Arnvidh. Zum zweiten und dritten kommt es nicht mehr.
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Arnvidh Kjellson am 15.05.2021, 12:11:13
Mit aufgerissenen Augen schaut Arnvidh zu den drei Burschen am Boden. Er kann nicht fassen was gerade passiert ist. Weder die Verwandlung der Hungerkreaturen, noch dass ihm sein Gegner nicht mehr die Kehle zerreißen konnte. Fast leise, im Vergleich zum Wimmern der Burschen, landet sein Langspeer auf dem Boden. Mit den Händen tastet er nach seiner Kehle und der gerade noch gerissenen Wunde. Nein es ist kein Traum. Sein Hals ist noch ganz und die Wunde, sie ist real so wie der Schmerz der seinen Leib durchfährt. Erschöpft lässt sich Arnvidh auf die Knie fallen und dankt mit leisen Pfeifgeräuschen Gaia für das Glück noch zu leben.

Schwer atmend, ruht dann sein Blick auf dem Burschen vor ihm. War es das? fragt er sich und versucht sich daran zu erinnern, wie es damals war. Hatten sich die Hungerkreaturen je zurückverwandelt?
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Wulfgar am 15.05.2021, 13:29:33
Wulfgar schaut verwundert zwischen der Frau und ihren Kindern, sowie den Burschen am Boden und dem Fremden hin und her "Was ist hier los? Was sind das für Kreaturen?"

Einen Moment später fast sich Wulfgar wieder etwas und wendet sich dann der Frau zu "Geht es dir und den Kindern gut?"
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Gaja am 17.05.2021, 20:30:14
Nein, eine solche Verwandlung hat Arnvidh noch nicht erlebt. Auf die Hungerkreaturen, die er seinerzeit bekämpfte – nur eine Monstrosität unter vielen in den Reihen der Dämonenhorde – prügelte man halt so lange ein, bis sie liegenblieben, und freute sich dann wohl, dass herauf kein Gefallener in ihrer Nähe wieder aufstand, um die früheren Kameraden zu bekämpfen, wie dies bei manch anderer dämonischer Kreatur geschah, sobald man diese erlegt hatte.

Nun ist Arnvidh sich nicht einmal sicher, ob dies wirklich dieselben Kreaturen sind oder nur sehr ähnliche. Kein Mensch, oder jedenfalls nicht er, kann die Unzahl an Wesenheiten überblicken, eine grotesker als die andere, welche sich unter dem Begriff Dämon sammelten. Anders als bei Menschen, die sich doch in allen wesentlichen Dingen gleich sind und auch von Elben, Zwergen und sogar den Kolkar nur durch wenige unterscheiden, sind die Dämonen eine chaotische Ansammlung von Missgestalten, die sich nur schwer in Untergruppen einordnen lassen, weil selten mehr als eine Handvoll von ihnen einander erkennbar ähneln.

Wohl hat Arnvidh schon oft genug erlebt, dass Menschen, die in die Hände der Dämonen gerieten, ihnen später – entstellt und kaum noch erkennbar – auf dem Schlachtfeld gegenüberstanden, tot oder lebendig, in jedem Fall nicht mehr Herr über sich selbst. Nur, dass sich eine solche Verwandlung wieder umkehrte... das ist ihm neu.

Ein wenig misstrauisch beobachtet er die drei Kerle noch eine ganze Weile lang, aber kein Dämon steigt aus ihnen empor und sucht sich einen neuen Wirt. Womöglich handelt es sich hier um etwas anderes, nicht dämonischer Natur?

Was sind das für Kreaturen? fragt sich auch Wulfgar. In seinem kurzen Leben ist ihm so etwas noch nicht  untergekommen. Was immer da für Magie im Spiel ist: seine Art von Magie, Jägermagie, ist das nicht. Was immer hier geschehen ist, kann man nur als unnatürlich bezeichnen – und damit hat ein Jäger nichts am Hut.

Wulfgars Versuch, die Frau, Kinder und Burschen anzusprechen, hat nicht den erhofften Erfolg. Die Frau packt nur ihr Messer fester, zieht die Kinder eng zu sich heran und fragt zurück: "Wer seid ihr? Wie habt ihr das gemacht?"

Mit dem Kinn zeigt sie dabei auf die drei Burschen am Boden, deren Auftauchen sie ohne sichtbare Verwunderung hinnimmt, als geschähe das hier täglich, dass zähnefletschende Monster sich plötzlich in normale Menschen verwandeln.

Den riesigen Wolf beäugt sie mit größerer Furcht als ihre Beinah-Mörderer.
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Arnvidh Kjellson am 19.05.2021, 08:27:41
Noch vom Kampf geprägt, rasen Arnvidhs Gedanken. Je mehr er darüber nachdenkt, umso unsicherer wird er mit seiner ersten Einschätzung. Als Schlussstrich, und er merkt, dass er ihn ziehen muss, traut er seinem ersten Instinkt, dass sie zu der Kategorie der Hungerkreaturen gehören.

Kurz darauf fängt er an mit dem Zeigefinger der Hand, mit welcher er sich auf dem Boden abstützt, versucht sanft rhythmisch zu Tippen. Innerlich konzentriert er sich auf die Bewegung seines Fingers. Auch wenn sein Körper anderes sagte, der Kampf, die Gefahr war vorbei und sein Verstand musste zur Ruhe kommen. Es braucht zwar immer noch seine Zeit aber in dem Jahr seiner Wanderung, hat er wenigstens das gelernt, dass er mit genug Konzentration sich wieder soweit beruhigen kann, dass er klar spricht und die Worte von anderen nicht mehr als wildes Gebrabbel wahrnimmt.

Denn als nichts mehr hat er die Fragen von Wulfgar und der Frau wahrgenommen. Gebrabbel aus welchem er nicht einmal die Stimmung wahrnehmen kann. Anders als im Kampf, versucht er auch erst garnicht zu erraten um was es geht und bleibt deswegen auch stumm. Langsam, noch viel zu langsam, dringen wieder verständliche Worte an seine Ohren. Das Wimmern und schmerzgeplagte Jammern der beiden verletzten Burschen verrät ihm, dass der Konzentrationstrick, den er von Bruder Egil gelernt hat, dieses Mal auf Anhieb funktioniert.

Nachdem das erledigt ist, atmet er schwer aus und lässt seinen Blick über die Wunden der beiden Burschen fahren. Er versucht die Wunden der Burschen einzuschätzen, um abzuwägen wem er als erstes helfen muss. Dabei sucht er auch nach weiteren Verletzungen, welche wohl nicht aus dem gerade geführten Kampf stammen.[1] Das er hier im Raum wohl zu dem mit am schwersten verletzten Personen gehörte, vergisst das Spitzohr dabei glatt.
 1. Heilkunde 15
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Wulfgar am 21.05.2021, 08:20:34
Erst als die Frau etwas panisch auf Brakus reagiert, wird es Wulfgar mal wieder bewusst das es nicht jeder gewohnt ist sich in der Nähe eines Wolfes auf zu halten. Mit freundlicher und sanfter Stimme weißt Wulfgar den Wolf an in einer Ecke des Raumes Platz zu nehmen und sich ruhig zu verhalten.

Dann wendet sich Wulfgar erneut an die Frau und spricht ebenso freundlich zu Ihr "Ich bin Wulfgar, das ist Brakus mein Gefährte" sagt er und zeigt dabei auf den Wolf der es sich mittlerweile in der gegenüberliegen Zimmerecke gemütlich gemacht hat. "Ich kann dir leider nicht sagen was hier los ist. Ich bin hier zufällig vorbei gekommen und habe die Hilfe Rufe gehört, und den Rest hast du ja selbst gesehen" meint Wulfgar und zuckt dann selbst etwas mit den Schultern weil auch er sich das ganze noch nicht so wirklich erklären kann.

Nach diesem kurzen Wortwechsel wendet er sich dann an den Fremden "Was machst du da? Weißt du was das für Kreaturen sind? Sind sie Tod?" Wulfgar ist es sichtlich nicht ganz so geheuer was der Fremde da macht und weiß selbst auch noch nicht so wirklich wie er den Fremden ein zu schätzen hat, denn wirklich viel hat er ja auch noch nicht gesprochen.
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Arnvidh Kjellson am 22.05.2021, 12:53:09
Angesprochen, wandert der Blick von Arnvidh zu Wulfgar. Er sieht aus, als will er antworten. Dann wandern seine Augen weiter zur Frau und wieder zu den verwundeten Burschen. „Ich heiße Arnvidh Kjellson und bin nur auf der Durchreise hier vorbei gekommen.“ stellt er sich wie Wulfgar vor.

Auf das was passiert ist, kann er sich auch keinen Reim machen „In Jongot würde ich sie zu den Hungerkreaturen zählen. Aber das habe ich noch nicht gesehen. Jetzt gerade leben die Burschen noch. Wenn ihr wollt, dass ich gehe, verlasse ich euer Heim. Lasst mich aber die Burschen noch vorher versorgen. Das nicht der Wundbrand sie heimsucht.“ Bevor er sich rührt, wartet er auf die Reaktion der Frau.
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Wulfgar am 22.05.2021, 20:59:50
"Du willst diese Dinger heilen? Sollten wir sie nicht lieber an Ort und Stelle erschlagen bevor sie sich erneut erheben?" fragt Wulfgar etwas verwirrt als er erkennt das dieser Fremde die Kreaturen scheinbar heilen will.

Dann dreht sich Wulfgar noch einmal zu der Frau um "Kennst du diese Kreaturen? Oder kennst du vielleicht diese Burschen? Warum wurdest du überhaupt von ihnen angegriffen? Gibt es hier noch mehr solcher Kreaturen? Und kannst du mir vielleicht ein wenig über dieses Land erzählen? Warum ist hier alles aus dem Gleichgewicht? Warum ist hier alles so verdorben und faulig? Ist das schon immer so? Wohnen hier noch weitere Menschen? "
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Gaja am 23.05.2021, 18:20:51
Auf den zweiten Blick sind die jammernden Burschen nicht so arg verletzt, wie sie tun und wie Arnvidh selbst es erwartet hätte. Offenbar waren die Kreaturen sehr dickhäutig gewesen, sodass die Verletzungen erstaunlich oberflächlich blieben. Mit ein paar Handgriffen sind sie rasch versorgt. Dann erinnert Arnvidh sich an die Burschen draußen...

Wulfgars Erklärung, der Wolf sei sein Gefährte, scheint die Frau wenig zu überzeugen, aber als er sie dann mit einem Schwall von Fragen überhäuft, entspannt sie sich sichtlich. Sie lässt das Messer sinken, steckt es aber noch nicht fort.

"Die Burschen ja. Nachbars Sohn und zwei Knechte. Von den Kreaturen weiß ich nichts, nur dass sie vor fünf Tagen hier aufgetaucht sind und seither über alles herfallen, was ihnen über den Weg läuft. Unsere Ziegen haben sie schon gerissen, unseren Knecht... auch. Deswegen haben wir uns ja hier drinnen verbarrikadiert. Aber jetzt musste mein Mann doch einmal raus... habt ihr ihn gesehen? Das alles... fing vor etwa zehn Tagen an. Oben im Kloster... ich weiß nur, was man mir im Ort erzählt hat. Ansdag ist nicht weit, einfach da die Straße runter Richtung Meer. Seither werden die Leute hier krank... das Wasser aus dem Bach darf man nicht trinken... Solveig weiß mehr. Wenn ihr weiter nach Ansdag wollt, fragt nach Solveig. Ihre Hütte steht allein, ganz am Rand des Ortes. Sie ist die Heilerin. Oder vielleicht weiß auch Uther mehr. Uther Villag, das ist der Sohn des Fürsten hier, aber der alte Soren kümmert sich um nichts und weiß von nichts und nutze ist er auch zu nichts, da ist's immer besser, man spricht gleich mit Uther. Haltet euch an der ersten Wegkreuzung rechts, dann kommt ihr zum Gut. Geradeaus geht's zum Ort und an der nächsten Gabelung dann rechts, denn links geht's zum Kloster. Das könnt ihr aber erst vom nächsten Hügel aus sehen, am Berghang jenseits des Ortes, gleich an der Küste. Von dort hat man seit der schlimmen Sturmnacht nichts mehr gehört, das war vor zehn Tagen. Nicht ein Mönch hat sich seither blicken lassen."

Ihre Rede ist so wirr wie Wulfgars Fragen und beginnt bereits, sich zu wiederholen.

"Wo ist mein Mann?" fragt sie erneut.
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Wulfgar am 23.05.2021, 18:57:11
"Wir haben deinen Mann gerettet. Er ist draußen. Ich hole ihn" meint Wulfgar als die Frau das zweite mal nach ihrem Mann fragt.

Mit diesen Worten verlässt er zusammen mit Brakus erst einmal das Haus um nach dem Mann zu schauen den sie kurz zuvor gerettet haben. Er geht zu dem Mann und hilft ihm auf um dann mit ihm zurück zur Hütte zu gehen, falls der Mann noch zu schwach ist um selbst zu laufen stützt Wulfgar ihn oder trägt ihn ein Stück.
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Gaja am 25.05.2021, 12:57:24
Wulfgar eilt also nach draußen, um dem Mann, welchen er zuvor nur hastig hat verbinden können, ins Haus zu helfen. Dieser jedoch kniet bereits neben einem jammernden, arg verbrannten Burschen und bemüht sich, wenigstens den Blutfluss der beiden Stichwunden, die er selbst ihm zuvor zufügte, zu stillen.

"Halt durch, Ilf!" redet er dem zu, welcher ihn kurz zuvor um ein Haar getötet und verspeist hätte. "Mensch, Junge, was hast du da nur wieder angestellt!"

Auch oben auf dem kleinen Überhang liegt keine Kreatur, sondern ein Mensch, eine Frau mittleren Alters, blutend im Gras.
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Arnvidh Kjellson am 25.05.2021, 13:11:50
Nachdem die beiden Burschen versorgt sind, stößt er den einen der am meisten rumjammert an und meint „Das wird eine schöne Kampfnarbe.“ wobei er bezweifelt, dass nach einigen Monden überhaupt noch etwas zu sehen sein wird. „Genug Tränen vergossen. Den Rest könnt ihr euch bei euren Gefährtinnen holen.“

Nach getanem Werk setzt sich hin und beginnt seine Wunden zu versorgen. Jedoch nutzt er ersteinmal keine Magie. Schließlich will er die Frau nicht noch mehr verstören. Nachdem er sich einen Überblick verschafft hat, sagt er dann zu ihr. „Vielen Dank für die Informationen. Eure Dorfheilerin würde ich sehr gerne treffen. Was euren Mann angeht, die beiden Hungerkreaturen, gegen die er gekämpft hat, haben wir besiegen können.“ Von der Masse an Informationen her schwirrt Arnvidh aber defenitiv der Kopf. Er fragt sich aber auch, ob sich die Leichen der Hungerkreaturen draußen auch zurückverwandelt haben.
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Wulfgar am 28.05.2021, 15:57:51
Als Wulfgar zu dem fremden Mann kahm dem er kurz zuvor noch das Leben gerettet hatte war er etwas verwirrt als er sah wie dieser über der schwer verletzten Kreatur kniete. Scheinbar kannte er das Wesen was sich mittlerweile wieder in einen Menschen verwandelt hatte.

"Kann ich helfen?, fragt Wulfgar und kniet sich neben den Mann. Er schaut sich die Wunden an und versucht sein bestes um diese Person ebenfalls zu stabilisieren, so das man dem Jungen hoffentlich noch das
Leben retten konnte.[1]

Nachdem Wulfgar sah das sein Wirken wohl von Erfolg gekrönt ist geht er zu der Frau auf dem Hügel um sich auch deren Wunden an zu sehen und sie zu stabilisieren[2]. Er hebt die Frau auf und trägt sie in das Haus. Danach schaut er nach dem Mann ob dieser auch noch Hilfe braucht um die andere Person ebenfalls ins Haus zu bringen.
Wenn dann alle sicher im Haus sind, geht Wulfgar noch einmal kurz in den Wald um sein Maultier vom Baum los zu binden und es ebenfalls ans Haus zu bringen.

Als dann wieder alle im Haus versammelt sind schaut sich Wulfgar um, um zu sehen wie die Frau und der Mann denn nun auf die beiden anderen reagieren. Er wartet einen Moment ab ob noch jemand etwas sagt und vor allem wie dieser andere Fremde Namens Arnvidh denn nun reagiert und was er als nächstes unternimmt. Wulfgar ist sichtlich noch sehr verwirrt von dem was hier gerade passiert ist und kann sich noch kein rechtes Bild machen.
 1. Heilkunde 16
 2. Heilkunde 16
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Arnvidh Kjellson am 29.05.2021, 11:36:48
Die Antwort auf Arnvidhs Gedanken kam mit der Frau, welche Wulfgar in das kleine Haus trägt. Dass sie eine der Hungerkreaturen war, kann sich Arnvidh denken. So gut es geht, rappelt er sich auf und hilft Wulfgar dabei die verbleibenden Männer in das Haus zu bringen. Während dieser das Haus verlässt um sein Lasttier zu holen, brauchte er nicht lange um sie einen Überblick über die Verletzungen zu machen. Er wendet seine Aufmerksamkeit dem Burschen Ilf zu. Feuer war eine mächtige Waffe aber auch gefährlich. Erinnerungsfetzen an Krieger mit ähnlichen Verletzungen aus dem Kampf gegen die Dämonen flackern vor seinem inneren Auge auf. Krieger die die Verbrennungen nicht überlebt haben.

„Ich vermag es ihm vielleicht zu helfen. Dafür brauche ich ein Messer und bitte bringt die Kinder hinaus. Das wird nichts für ihre Augen und Ohren sein. Eure Heilerin wäre sicher auch hilfreich, da ich keine Brandsalbe bei mir trage.“ sagt er zu dem Mann gerichtet und auch zu der Hausherrin. Nachdem er das Messer erhalten hat, und die Kinder mit der Hausherrin das Haus verlassen haben, macht Arnvidhs sich daran die Brandwunden zu versorgen. Gegen die Schmerzen, die da kommen werden, legt er dem Burschen Ilf ein Stück Stoff aus seiner Heilertasche zwischen die Zähne. Mit einem Nicken zum Mann deutet er an anzufangen. Diese hat dabei die Aufgabe Ilf ruhig zu halten, während Arnvidh sich um die zu stark verbrannten Hautfetzen kümmert.[1] Bei der Behandlung, in der es ihm gelingt die Schmerzen des Burschen gering zu halten, stimmt der Halbelf ein Lied an. In den Ohren der Anwesenden machen die Worte keinen Sinn. Die Melodie jedoch erinnert an alte Weisen, welche den Kindern zur Ruhe von ihren Müttern gesungen werden.  Anders als bei den Müttern beginnt das Fleisch von Ilf an zu leuchten und an den gesäuberten Stellen zu verheilen.[2]

Das Lied endet etwa als Wulfgar zurück in das Haus tritt. Arnvidh betrachtet die gerade geheilte Wunde. Er ist sich noch nicht sicher, ob der Zauber ausgereicht hat, die Brandwunden zu heilen. Einen Seitenblick zu dem Mann der den Zauber direkt miterlebt hat, wagt er nicht.
 1.  Heilkunde Versorgung der Brandwunden 18
 2. leichte Wunden Heilen auf Ilf 8 TP
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Wulfgar am 30.05.2021, 09:39:11
Als dann nun scheinbar alle soweit versorgt waren und sich wieder etwas Ruhe einstellt hat und noch alle am Leben sind zuckt Wulfgar mit den Schultern "Und jetzt? Ich verstehe noch immer nicht so ganz was hier los ist. Warum haben die da sich verwandelt, und vor allem warum sind es jetzt wieder Menschen? Was ist hier passiert? Was war die letzten paar Tage hier los? Könnt Ihr Euch an etwas erinnern das Euch zugestoßen ist und was dazu geführt hat das Ihr Euch verwandelt habt?"

Brakus hat sich mittlerweile ein Platz vor der Hütte gesucht und hat sich ein wenig in die Sonne gelegt, da es ihm drinnen mittlerweile zu voll geworden ist.
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Gaja am 31.05.2021, 20:59:35
Das Messer erhält Arnvidh von der Bauersfrau nach kurzem Zögern, aber die Hütte verlässt sie nicht. Wohl zieht sie sich mit den Kindern in den hinteren Teil zurück und der Mann wird von Wulfgar abgelenkt, sodass Arnvidh unbeobachtet, wie er hofft, seine Heilmagie wirken kann.

Wulfgar erhält derweil vom Gatten, der sich als Gudfast vorstellt, in etwa dieselben Antworten wie zuvor von dessen Weib. Da die kleine Familie sich seit etlichen Tagen aber in ihrer Hütte verbarrikadiert hat, wird rasch deutlich, dass sie nicht wissen können, was die aktuelle Lage draußen nun wirklich ausschaut. Vor zehn Tagen habe alles angefangen, in der fürchterlichen Sturmnacht, wiederholt der Mann, was Wulfgar schon weiß. Dass der Blitz oben im Kloster eingeschlagen habe, ist immerhin eine neue Information. Danach habe man von den Mönchen nichts mehr gehört. Ein paar Tage später wurden die Leute in Ansdag krank, die Heilerin vermutete verseuchtes Wasser, denn der Bach käme vom Kloster runter. Und dann tauchten diese Kreaturen auf. Ilf, der wohne eigentlich in Ansdag, was der hier draußen verloren habe, weiß Gudfast auch nicht.

"Keine Ahnung, warum die drei sich plötzlich wieder sie selbst sind... wenn ihr es nicht wart, die sie von ihrem Fluch erlöst haben, dann weiß ich es auch nicht."

Arnvidh hat sich zu der Bauersfrau und ihren Kindern gesellt. Seine Frage nach der Heilerin beantwortet sie: "Ja, die Solveig. Im Ort wohnt sie, das sagte ich ja bereits. Wird ihre Hände gerade voll haben, aber sicherlich für jede Hilfe dankbar sein. Da Ihr ja auch ein Heiler zu sein scheint."

Wulfgar bemüht sich auch noch, die Verletzten zu befragen, doch aus ihnen lässt sich kein verständliches Wort herausbringen. Insbesondere Ilf jammert nur und stammelt wirres Zeug, sodass Wulfgar bald aufgibt. Aber auch die vier anderen können nicht erklären, was mit ihnen geschehen ist. Tatsächlich wissen sie offenbar noch weniger darüber als die Bauersleute, gerade so wie jemand, der hinterrücks niedergeschlagen und ausgeraubt wurde, weniger über Täter und Tatverlauf weiß als der zufällige Beobachter.

Das Ehepaar, Karla und Gudfast, bedankt sich bei ihren Rettern, und da es inzwischen fast Nacht geworden ist, laden sie die beiden zu einer Mahlzeit ein und bieten selbstverständlich auch ein Nachtlager an.

Nach dem Mahl werden die Verletzten, wie auch der fünfte, unverletzte Angreifer, in den Stall gebracht, die beiden Retter bekommen eine Bettbank im Haus. Weil man sich nicht sicher sein kann, ob die fünf im Stall sich über Nacht nicht doch wieder in Monster verwandeln, wechseln Wulfgar, Gudfast und Arnvidh sich bei der Wache ab. Doch die Nacht vergeht ohne Vorkommnisse.

Am nächsten Morgen, gesättigt vom Frühmahl, müssen Wulfgar und Arnvidh sich überlegen, wohin sie ihre Schritte wenden wollen. Beide haben ihre eigenen Pläne hier in der Gegend, doch solange nicht geklärt ist, ob es hier sicher ist, wäre man zu zweit besser dran als allein. Und man sollte wohl auch besser herausfinden, was los ist.

Drei Orte, an denen sie etwas herausfinden könnte, hatte Karla ihnen ja genannt, mitsamt Wegbeschreibung: zum Hof des Fürsten, Soren Villag, war es etwa ein halbstündiger Marsch (dort aber nicht den greisen Fürsten, sondern lieber gleich dessen Sohn Uther ansprechen); ebenso lange lief man bis zum Ort Ansdag, wo die Heilerin Solveig die vielversprechendste Informationsquelle wäre. Oder aber, man schaute selbst im Kloster nach: dieses liegt noch ein gutes Stück hinter Ansdag, auf dem kleinen Vorberg des Küstengebirges.
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Wulfgar am 02.06.2021, 16:43:52
Für Wulfgar war es ungewohnt mal wieder seit langer Zeit in einem Haus zu schlafen. Er war es gewohnt in freier Wildbahn zu übernachten. Brakus hat sich außerhalb des Hauses ein Platz zum schlafen gesucht.

Nachdem die Nacht ruhig war und sie auch noch ein gutes Frühstück bekommen haben, bedankt sich Wulfgar bei den Gastgebern.

Danach wendet er sich an Arnvidh "Sag, wo führen dich deine Wege hin? Wollen wir ein wenig zusammen des Weges gehen? Ich würde mir gerne mal dieses Kloster ansehen. Scheinbar ist das der Auslöser für all diese merkwürdigen Dinge die hier vor sich gehen. Diese Heilerin scheint ja auf dem Weg dort hin zu liegen, also könnte man sie vielleicht vorab noch befragen und hören was sie zu sagen hat.", fragt Wulfgar den noch immer etwas befremdlich wirkenden Mann der ihm an seiner Seite geholfen hatte die Monster zu bekämpfen und danach die Verwundeten zu heilen. Wulfgar kann Arnvidh zwar noch nicht wirklich einschätzen, aber zumindest scheint er ebenfalls ein guter Heiler zu sein, und er macht den Eindruck als ob er ebenfalls auf den Pfaden Gajas wandelt. Von daher kann es nicht schaden in diesem merkwürdigen Landen vielleicht noch einen weiteren Streiter an seiner Seite zu haben.
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Arnvidh Kjellson am 03.06.2021, 13:07:09
Unruhig war Arnvidhs Nacht im Haus. Die vielen offenen Fragen haben ihn nicht gut schlafen lassen. Noch dazu geisterten in seinen Träumen die Hungerkreaturen umher und auch die Erinnerungen an Verletzte Kameraden. Zimperlich ist er durch seine Kampferfahrungen zwar eher nicht aber die für ihn relativ neue Sichtweise als Heiler war um so befremdlicher. Verwirrend, fast Verstörend ist es ihm, wie seltsam fremd ihm so manche Erinnerungen erschienen, welche er doch sicher erlebt hat.

Am nächsten Morgen, nachdem er die Reflexion der Träume bei Seite gelegt hat, bedankt auch er sich für das Nachtlager und das Frühstück. Trotz der nächtlichen Unruhe ist er irgendwie froh, nach den Ereignissen am letzten Tag, ein Dach über dem Kopf gehabt zu haben. „Nach Ansdag führte mich mein aktueller Weg.“ antwortet Arnvidh auf die Frage von Wulfgar. „Ich soll dort nach einer ausgebliebenen Warenlieferung sehen, aber denke der Grund für das Ausbleiben, war gestern schon offensichtlich. Daher wäre ich auch sehr daran interessiert zu sehen, was der Auslöser für das Treiben hier war und ob die Warenlieferung noch zu retten ist.“ Er atmete tief ein und denkt an die Burschen. „Auch die Heilerin wäre wohl mein nächster Anlaufpunkt, von daher können wir gerne zusammen reisen. Zu zweit, nein zu dritt können wir den Gefahren sicher besser trotzen.“ Von der gestrigen Begegnung abgesehen, denkt Arnvidh hier auch an die Mahnungen des Bruders. Als Mischling und Wirker soll er im Bereich des Klosters mehr als nicht gerne gesehen sein und hier denkt er einfach ähnlich wie Wulfgar.

Ihr erstes gemeinsames Ziel war klar, die Heilerin Solveig. Arnvidh war gespannt auf ihr Wissen um die Hungerkreaturen und auch darauf zu erfahren was hier vorsich geht. Auf dem Weg zur Heilerin, und mit genügend Abstand zur Bauernhütte, sucht er das Gespräch mit Wulfgar. „Wohl nun können wir etwas freier reden. Ich habe dich wirken gesehen und du mich, wie machst du das?“
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Wulfgar am 03.06.2021, 18:29:12
Wulfgar und Brakus sind froh das sie nun wieder in der freien Natur sind und frische Luft atmen können. Als Arnvidh dann nach einer kurzen Zeit Wulfgar fragt wie er seine Zauber wirkt bleibt er kurz stehen und schaut ihn etwas verwirrt an "Wie meinst du das? Wie mache ich das? Es ist eine Gabe Gajas die mir Geschenkt wurde um Mutter Natur zu dienen und das natürliche Gleichgewicht zu wahren. Wir Jäger bitten Gaja uns zu stärken und uns zur Seite zu stehen, und Gaja hört unser Bitten und hilft uns indem Sie uns einen Teil ihrer Macht zukommen lässt. Es ist also etwas ganz natürliches, ich muss dafür nichts tun."

Einen Moment später hat Wulfgar dann ebenfalls eine Frage "Sag warum bist du alleine unterwegs? Hast du keinen Gefährten an deiner Seite? Du hast gesagt du kommst aus Jongot. Wie ist es dort? Gestern als wir uns das erste mal gesehen haben hast du sehr merkwürdige Geräusche von dir gegeben, musst du das tun um deine Kräfte zu nutzen?"
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Arnvidh Kjellson am 04.06.2021, 11:19:01
Arnvidh legt den Kopf schief und denkt über die Gegenfragen nach. Seine erste Intuition über Wulfgar hat ihn also nicht getrügt. Das auch er Gaja um Unterstützung bittet, findet er interessant. Vielleicht kann er ihn und seine Magie bei der Reise mit ihm weiter beobachten um sein eigenes Wirken zu ergründen.
 „Nun, Jongot ist nicht mehr das was es war. Was hier vor elf Tagen begann ist dort fast normal. Die Krieger halten die Dämonen, soweit ich es mitbekommen habe, in Schach. Hier ein Sieg, da ein Verlust. Nur die Fronten sind in Jongot klarer als hier. Es muss nicht erst nach dem Übel gesucht werden, was für ein plötzliches Auftauchen von Kreaturen verantwortlich ist.“ Er hört sich bei der Schilderung aus seiner Heimat betrübt an. Es gefällt ihm gar nicht, dass es seit langer Zeit kaum nennenswerte Veränderungen gab, außer eben das Jongot gehalten wird.
„Wie du wirkst, hört sich nicht unähnlich dem an was ich mache. Manchmal bitte ich die große Mutter aber auch die Feen um ihren Segen und sie schenken ihn. Manchmal aber auch ist es ein Lied, ein Klang welches wirkt. Ich kann es nicht ganz fassen aber es passt für den Moment, und jeder Moment scheint anders zu sein.“ Bei den Worten über die Magie ist zu merken, dass er sich über seine eigene Sichtweise nicht sicher ist. Er zögert in einigen Worten zu stark dafür. „Diese Geräusch, ja. Für mich sind es keine Geräusche sondern Worte und steuern kann ich es nicht. Sobald ich sehr aufgeregt bin, kommen mir einfach keine anderen Worte über die Lippen. Noch dazu, hören sich alle anderen für mich in diesem Zustand nicht anders an. Alle anderen machen dann für mich nur seltsame Geräusche. Ich musste so raten, was du beim Kampf gegen die Hungerkreaturen zu mir sagtest. Kann sein, dass ich darum keinen Gefährten an meiner Seite habe aber ich habe nie darüber nachgedacht. Für mich ist es wie es ist und ich weiß nur, dass es vorher nicht so war wie es ist. Was Gajas Wille ist, dass ich so bin wie ich bin, das versuche ich noch zu ergründen.“ er lächelt Wulfgar freundlich zu. „Vielleicht steckt mehr hinter unserem Treffen. Und, wohl wäre es gut nicht in der Nähe des Klosters groß preiszugeben, dass Gaja und Gaben geschenkt hat. Ich wurde davor eindringlichst gewarnt, denn alles was nicht mit diesem glauben an den Einen konform ist, soll dort schnell auf dem Scheiterhaufen landen.“
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Wulfgar am 05.06.2021, 15:23:27
"Danke für die Warnung, dann sollten wir bei dem Kloster wohl etwas vorsichtiger sein. Und ja Gaja's Wege sind gelegentlich verworren aber es ist nichts ohne Sinn. Alles was sinnlos wäre, wäre auch unnatürlich." gibt Wulfgar dann zur Antwort. "Dann ist unser erstes Ziel also die Heilerin. Wir sollten zügig voran gehen. Je schneller wir dort ankommen um so schneller kommen wir vielleicht an neue Informationen."
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Gaja am 06.06.2021, 19:02:46
Nachdem die beiden Wanderer geklärt haben, dass sie beide Diener der Natur sind und der Erdmutter anhängen, nicht dem neuen Gott, den seine Anhänger "den Einen" nennen, läuft es sich doch schon gleich entspannter nebeneinander her. Das Bild ist dasselbe wie am Vortag: kein Mensch zeigt sich auf den Felder oder auf der Straße, kein Vieh ist auf den Weiden. Kurz nach dem ersten Abzweig, den sie unbeachtet ließen, denn er führt zum Gut des Fürsten, kommen die beiden an einem weiteren Hof vorbei, das Haus nur wenig größer als Gudfasts und Karlas, doch auch hier regt sich nichts. Gerissene Schafe liegen fliegenumschwärmt im Gras, die Tür zum Haus ist zerschlagen. Ein Blick hinaus bietet Grausliches: eine Familie wie jene, die Wulfgar und Arnvidh retten konnten, Eltern, ein Großmütterchen, zwei etwas ältere Kinder, tot und zerfleischt. Die Familie vom erwähnten "Nachbars Sohn"?

Den restlichen Weg legen die beiden schweigsam zurück, in ihren eigenen Gedanken versunken.

Während Arnvidh noch die Bilder verarbeitet, kommen ihm Zweifel, ob seine erste Einschätzung nicht voreilig war. Vor zehn Tagen hatte, laut Karla, das Unglück hier in der Gegend seinen Anfang genommen. Die Warenlieferung aber, deren Ausbleib er aufklären soll, ging vor nicht ganz zwei Monaten verloren. Im Heumond also, muss er sich klar machen. Nicht allzu lange nach Mittsommer. Ach herrje. Manchmal kommt es ihm vor, als sei sein Zeitgefühl völlig durcheinander geraten. Sich über die Jahreszeit behelfen zu müssen, um die Spanne von zwei Monaten zu begreifen! Denn die Jahreszeiten bereiten ihm keine Probleme. Da kann er genau sagen: es war im frühsten Sommer, als ich dies oder jenes tat, es gab schon Bärlauch im Wald. Oder: der Winter war gerade angebrochen, als dies oder jenes sich ereignete: die Wälder waren golden. Aber eine Aussage wie: vor zwanzig Jahren... früher hätte er kein Problem gehabt zu begreifen, wie lange das her ist, aber heute? Er bekommt es nicht zu packen. Wie alt war er vor zwanzig Jahren? Was hat er so getrieben, vor zwanzig Jahren?

Endlich kommen die ersten Häuser von Ansdag in Sicht. Die beiden Wanderer atmen auf – einerseits. Sie haben den Ort ohne weiteren Zwischenfall erreicht. Doch wie wäre hier ihr Willkommen?

Ein Blick, noch aus der Ferne, zeigt auch hier: menschenleere Gassen. An den Häusern sind Tür und Fenster verrammelt. Der Weg zur Heilerin führt entweder quer durch den Ort, oder man müsste einen Bogen um den Ort machen, um sich von der anderen Seite wieder zu nähern.
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Gaja am 06.06.2021, 19:03:36
~~~[1]

Und so macht man sich zu siebt auf den Weg nach Ansdag. Uther führt den kleinen Trupp an, Freydis bildet schweigsam die Nachhut. Kjartan ist besonders guter Dinge. Wie ein Schmetterling umschwirrt er die Gruppe, eilt mal voraus, mal schaut er nach rechts, mal nach links, mal hält ihn eine besonders imposante Blume oder ein großer bemoster Stein auf und er fällt zurück.
 1. Wir kommen von hier (https://games.dnd-gate.de/index.php/topic,8884.msg1094057.html#msg1094057) aus dem Weihort.
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Arnvidh Kjellson am 07.06.2021, 10:22:49
In Gedanken schmunzelt Arnvidh wehmütig, als ihm das Problem mit dem Zeitgefühl wieder bewusster wird. Zwei Monate, zwanzig Jahre. Für ihn war vor zwanzig Jahren sein zweiter Sohn geboren und doch ist es nun eine Ewigkeit her. Was sind da zwei Monate? Nichts, nur ein Wimpernschlag der kaum vergangen ist, bevor er einem bewusst wird. Sein Blick geht in Gedanken versunken zu Wulfgar. Es war nicht klug jedem diese Sache auf die Nase zu binden, doch irgendwann, besonders wenn sie längere Zeit miteinander Reisen, wird er es ansprechen müssen. Mal sehn wann sich eine Gelegenheit dafür bietet.

Das Grauen im Nachbarshof lässt Arnvidh die Fäuste ballen. Wie überrumpelt muss wohl der Jarl, nein Fürst neuerdings, hier gewesen sein, dass er nicht seine Stämme hatte schützen können. Jeden zu retten, daran glaubt Arnvidh nicht aber zehn Tage ohne Hilfe ausharren. Innerlich ruft er sich zur Geduld auf. Es muss wohl einen Grund gegeben haben und wer ist er den hiesigen Jarl in Frage zu stellen?

Als Ansdag in Sicht kam, zog er seine Kapuze über die roten Haare. „Mitten durch oder außen rum und von der anderen Seite zur Heilerin?“ fragt er Wulfgar „Beides hat seine Nachteile und am Ende sehen wir aus als seinen wir Plünderer. Aber ich glaube Mitten durch gibt uns die Möglichkeit uns ein Bild von der Lage in der Ansdag zu machen. Vielleicht konnte sich der Ort besser währen.“ was er aber selber nicht glaubt.
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Wulfgar am 07.06.2021, 12:10:04
Wulfgar schaudert es immer wieder wenn er diese unnatürliche Gegend durchschreitet. Es ist ihm noch nicht wirklich verständlich was hier vorgefallen ist.
Als Sie dann in die Nähe von Ansdag kommen und Arnvidh mit seiner Frage die trüben Gedanken von Wulfgar durchbricht schaut dieser nur kurz zu Brakus und dann wieder zu Arnvidh "Glaube mir, es ist wohl besser wenn wir das Dorf umrunden und nicht mittendurch gehen. Ich wurde schon zu oft von einer erhobenen Mistgabel vertrieben, daher meide ich es zu viele Blicke auf mich zu ziehen. Abkömmlinge der Kolkhar sind hier nicht gerne gesehen, und einen wilden Wolf wollen auch die wenigsten mitten im Ort sehen."
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Aeryn am 07.06.2021, 12:57:23
"Ich werde auf jeden Fall mit Jan sprechen. Mal sehen, ob er noch etwas zu den Räubern sagen kann. Ansonsten habe ich auch Interesse daran, mit ihm über das Holzhandwerk zu sprechen. Er kann mir sicher noch den einen oder anderen Trick zeigen, der sich als nützlich erweisen könnte. Und hoffentlich kann der Schmied mir neue Pfeilspitzen herstellen, denn daran mangelt es im Moment wirklich. Bei dem, was hier alles vor sich geht, kann man garnicht genug davon haben," meint Aeryn zu den anderen, während sie nach Ansdag wandern.
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Arnvidh Kjellson am 07.06.2021, 13:50:28
Als hat Wulfgar einen Punkt getroffen, den Arnvidh vergessen hatte, blickt auch er kurz zu dem Wolf und wieder zurück zu Wulfgar hoch. „Ja richtig. Ich vergesse es noch zu oft.“ antwortet er und schüttelt dann den Kopf. „Entschuldige, das mit der Kapuze ist mir schon ins Blut gegangen, nur ist es für mich noch immer ungewohnt, mehr als nur schief von den Bauern angekuckt zu werden. Elfenmischlinge haben es auch nicht leicht, schon gar nicht mit den schwarzen Augen. In Jongot war das weniger wichtig, solange man gegen die Dämonen kämpft oder gekämpft hat aber hier. Gut also außen rum.“ mit einem kräftigen nicken bestätigt Arnvidh noch einmal die Wegentscheidung von Wulfgar und lenkt seine Schritte auf einen passenden Pfad. Es ist wohl abzuwarten, ob die Leute es bei Heugabeln belassen, wenn zwei Mischlinge und ein Wolf auftauchen. Irgendwie ist das schon seltsam aber Gaja würde sie schon führen.
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Lîf am 07.06.2021, 17:09:21
"Das scheint mir sinnvoll" gibt Lîf auf die Worte Aeryns zurück. Die drudkvinde wirkt in sich gekehrt, seit sie einige Zeit allein mit ihren Gebeten über den Runenstäben verbracht hat. Obwohl offenkundig ernste Gedanken sie beschäftigen, müht sie sich aber dennoch, den Sack Flöhe namens Kjartan irgendwie zu hüten, ihn immer wieder zum Rest der Reisegruppe, wenn er allzu weit zurückzubleiben oder abzuschweifen droht. Vielleicht ist etwas an ihm, das sie an Tristan erinnert - jedenfalls scheint sie sich für ihn verantwortlich zu fühlen.
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Abdo al'Mbabi am 09.06.2021, 00:13:00
"Ich komme mit dir." erwidert Abdo nur kurz auf Aeryns Ankündigung. Er hatte sich Lîf verschworen, und sie hatte ihn darum gebeten, mit Jan zu sprechen - und vielleicht konnte der Mann ihnen tatsächlich etwas mehr erzählen. Bei ihrer ersten Begegnung hatte Abdo nur wenig mit ihm gesprochen, doch es steckte offenbar mehr hinter ihm als ein einfacher Dorfbewohner.

Dass sie zu zweit zu ihm gingen, konnte nur von Vorteil sein.
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Rogar, Apothekarius am 10.06.2021, 23:00:49
Aeryns Dank für die Pfeile wiegelt Rogar bescheiden ab. Den Überfall der Welpen versucht er erfolglos mit Einschüchtern derselben zu beenden - ohne Erfolg. Die Dain oder zumindest Rogar scheinen nicht viel vom Umgang mit Tieren zu verstehen. Entsprechend grummelig räumt er hinterher auf. Bei den Belohnungen beschränkt er sich auf wenige, dafür wertvolle Stücke. Er dankt mit Nachdruck und fädelt beim Amulett seinen runenübersähten Kristallstein mit auf. Das Amulett und der Umhang bekommen bei nächster Gelegenheit noch Runen, die den Erwerb und den Besitz dokumentieren. Dann macht er sich ausgiebig an das Identifizieren der Tränke und ist zufrieden damit, so Abdo helfen zu können. Die Verwandlungszauber der Gegenstände, die Lif und Aeryn sich nehmen, provozieren zwar erst ein Stirnrunzeln, dann jedoch ein gutmütiges Lächeln. Solche Magie kann und will er nicht wirklich ernst nehmen. Das sie nützlich angewendet werden können, bestreitet er nicht.

Das Übernachtungsangebot nimmt der Dain gerne an und bekundet, sich geehrt zu fühlen, als er zur Beerdigung eingeladen wird. Freydis Kommentare zur albionisch-akadischen Schrift beziehungsweise Magie nimmt er zwar wahr, macht aber - noch immer beleidigt von ihrem Ausfall - kein Kommentar dazu. Ohne einen echten Gelehrten seines Volkes konnte er sowieso nicht viel beitragen. Genauso bemerkt er zwar Freydis Verstummen nach dem späteren Auftritt und Uthers Andeutungen, aus denen sich manches ableiten lässt, aber auch hier mischt er sich nicht ein. Diesmal kommt allerdings eine Prise höfliche Zurückhaltung hinzu, die ihm in seinem Volk bezüglich privater Dinge anderer Personen eingebläut worden war.

 Auf dem Weg nach Ansdag beobachtet Rogar zunächst mit Interesse, inwieweit sich die Natur vom gebrochenen Fluch erholt hat. Da es ihm nicht leicht fällt, Schritt zu halten, nimmt er nur wenige Proben. Dafür hält er umso länger durch, Pausen braucht er auf dem Weg nicht. Als er von Aeryns Wunsch nach neuen Pfeilspitzen hört, macht er sich bemerkbar: "Aeryn, sollte der Schmied nicht in der Lage sein, euch die Spitzen in angemessener Form oder zu angemessem Preis herzustellen, übernehme ich das gerne." Als sich nicht abzeichnet, wofür er im Moment gebraucht wird, schlägt er vor: "Ich könnte Solveig übernehmen und die verbleibende Zeit dann ins Kloster stecken. Einwände?"

Ansonsten wendet sich der Dain auf dem Weg noch einmal an Uther: "Herr Uther, hättet ihr ein wenig Zeit, mir bitte ein paar Fragen zur größeren politischen Lage zu beantworten?" Nach eienr positiven Antwort erkundigt sich Rogar, was den drohenden Bürgerkrieg der Menschen so wichtig macht, darüber die Dämonen zu vernachlässigen. Außerdem wie sich der neue Glaube aus seiner Sicht zu den Dämonen und dem internen Konflikt der Menschen stellt und wie lange es dauern könnte, bis dieser gelöst ist.
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Gaja am 13.06.2021, 17:28:04
Die beiden aus dem Süden kommenden Wanderer marschieren also außen um die stille Ortschaft herum, dieselbe linkerhand, das sich wie aus dem Nichts in schwindelerregende Höhen auftürmende Küstengebirge rechterhand. Bis auf die unnatürliche Stille macht der Ort einen geradezu idyllischen Eindruck. Ordentliche Häuser, von Bäumen beschattet, dazwischen viel Platz für lauschige Plätzchen, die Wege teils aus einem uralten Pflastergestein, teils aus festgetretener Erde. Bedrohlich dagegen wirkt das Gebirge mit seinen schroffen Felswänden und schneegekrönten Gipfel, wobei keiner der beiden zu den Flachländern gehört, weshalb sie sich dadurch weniger einschüchtern lassen. Bedrohlich für sie dagegen mag das Kloster wirken, welches von seinem erhöhten Posten auf dem Vorberg wachsam auf den Ort – und die Wanderer – herabblickt.[1] Direkt unterhalb stürzt der Bach in einem imposanten Wasserfall eine Steilwand hinunter.

Auf etwa halber Strecke müssen die beiden (oder vielmehr die drei) den Bach überqueren, aber das ist kein Problem, denn ein ordentlich gezimmertes Brücklein führt hinüber, breit genug für ein Wagengespann. Als sie sich dem einzelnen Haus etwa hundert Schritt nordöstlich des Ortes nähern, halten sie inne.

Vor der Hütte sind zwei Zelte aufgestellt, und reichlich Volk läuft dort herum, hauptsächlich scheinen es Weiber zu sein, die alle dieselben hellen Roben tragen. Einige Bewaffnete sind allerdings auch zu sehen und an einem Zaun in der Nähe des Weges lehnen nebeneinander zwei seltsame Gestalten, die weder Wulfgar noch Arnvidh hier, im Weihort, dem Zentrum des Neuen Glaubens erwartet hätte. Ein Mann und eine Frau, die so offensichtlich Feenbälger sind, dass man womöglich ein paarmal blinzelt, denn man will seinen Augen nicht trauen, doch sowohl das Blinzeln wie das weitere Herannahen bestätigt nur: ja, da stehen tatsächlich zwei Feenbälger, ganz offen und unverfroren am hellichten Tag, und niemand der eifrig umherrschwirrenden Menschen scheint sie zu beachten. Da fragt man sich doch: was, um alles in der Welt, machen zwei Feenbälger im Weihort?

Der Mann ist dazu gerüstet und bewaffnet. Auf dem Rücken trägt er einen riesigen Bihänder, seine Lederrüstung ist an Brust und Schultern mit Metall verstärkt. Die Frau an seiner Seite trägt weder Rüstung noch sichtbare Waffen, aber ihre dunkle Kleidung und schwarze Gesichtsbemalung, geben ihr dennoch ein bedrohliches Aussehen.

Was ist hier los? Die Frage müssen sich beide stellen, doch Arnvidh wundert sich darüberhinaus: Hat Bruder Egil ihn nicht vor dem Abt des Klosters gewarnt, der Andersgläubige und Andersartige gerne bei lebendigem Leibe verbrennen ließ? Hat der gute Bruder am Ende nur übertrieben? Oder wer sind die beiden?

(https://games.dnd-gate.de/index.php?action=dlattach;topic=7636.0;attach=14574)
 1. s. Bild im Eingangspost des Weihortes (https://games.dnd-gate.de/index.php/topic,8884.msg1022186.html#msg1022186) (dieser zeigt die Ansicht vom Ort ungefähr Richtung Westen).
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Gaja am 14.06.2021, 17:39:40
Gerade als Rogar den Fürsten anspricht, will dieser sich selbst an die Gruppe wenden, deshalb wehrt er die Anfrage zunächst ab und verspricht, in Kürze darauf einzugehen.

"Eine Bitte hätte nämlich auch ich an Euch alle", beginnt Fürst Uther, "bevor wir Ansdag erreichen. Für den Frieden im Ort und das Wohl seiner Bewohner ist es, nach meinem besten Ermessen, absolut notwendig, dass wir das Mitwirken meiner Frau verschweigen. Bitte glaubt nicht, es ginge mir darum, eine Schuld meiner Familie zu verheimlichen. Malt Euch aber bitte die Nachwirkungen aus. Wenn bekannt wird, dass die Seuche durch den Fluch einer Berührten ausgelöst wurde, wird dies mit großer Sicherheit zu einer regelrechten Hexenjagd führen, in der alle zauberkundigen Frauen und solche, die dafür gehalten werden, ihre Vertreibung oder Ermordung fürchten müssen, und hierbei habe ich das Mitwirken der womöglich hier bald in großer Zahl auftauchenden Gotteskrieger noch gar nicht einberechnet. Von daher bitte ich euch... nein, ich weiß nicht, wie ich es ausdrücken soll. Ja, man könnte es wohl Lüge nennen, oder Verheimlichung oder ich weiß nicht was. Normalerweise bin ich jemand, der Aufrichtigkeit für wichtig erachtet, aber die Wahrheit, sie ist manchmal so schwer begreiflich, und wir selbst durchschauen sie in diesem Fall noch nicht so recht, müssen sie erst noch weiter ergründen... jedenfalls, wenn wir öffentlich verkünden, was wir bisher wissen, so wird dies nicht als Wahrheit in den Köpfen der Menschen ankommen, sondern völlig verdreht und entstellt, und es wird das schlimmste in ihnen zum Vorschein bringen... dazu Furcht und Misstrauen und Verdächtigungen gegen den Nachbarn... und allen möglichen Aberglauben obendrein...

Das Volk ist weder dumm noch schlecht, aber es will einfache Erklärungen... Ja, Merle war eine Berührte, aber inwieweit dies eine Rolle spielte, wissen wir ja noch gar nicht... noch inwieweit Frauen leichter von Dämonen zu verführen seien... oder muss man nun alle Jongoten fürchten? Alle Zauberkundigen? Nur die weiblichen? Nur weibliche Zauberkundige aus Jongot? Ihr seht, es lässt sich beliebig verdrehen, solange wir nichts verlässliches wissen. Und was, wenn nichts davon in Wahrheit eine Rolle spielt? Gut, einen Fluch kann nur eine Zauberin wirken, aber Unheil kann jeder anrichten, und gewiss umso mehr, wenn ein Dämon ihm einflüstert... Bedenkt, dass auch Freydis, wenn sie sich noch länger hier aufhielte, womöglich Schwierigkeiten bekäme... wohingegen ich mir doch vielmehr erhoffe, dass sie uns in einer Sache helfen und raten kann, die sich als sehr wichtig zum Schutze der Bewohner erweisen könnte, von der diese aber auch nichts ahnen..."


Er unterbricht sich selbst und setzt von neuem an: "Wenn wir uns also bitte auf eine vereinfachte Darstellung des Geschehenen einigen könnten: dass mein Vater und auch mein Weib ebenfalls der Seuche erlegen sind und dass tatsächlich ein Dämon dahinter steckte, wie allgemein von Anfang an vermutet wurde, es sich also tatsächlich um eine Dämonenseuche handelte. Glücklicherweise ist es aber den Gesandten Fürst Ayrins gelungen, den Dämon zu vertreiben. Der Dank dafür soll ganz Euch gebühren, ich will keinen Anteil daran. Nur mein Weib soll herausgehalten werden, wie natürlich ebenso der Zustand von Lîfs Gatten. Sind wir uns einig?"

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Die ersten Häuser kommen bereits in Sicht, als Uther sich dann an Rogar wendet.

"Um Eure zweite Frage als erste zu beantworten, muss ich zunächst klarstellen: der neue Glaube hat keine geschlossene Sicht, oder vielmehr ist man sich nur in einigen Kernfragen einig. Darüberhinaus hat jeder Priester seine eigenen Ansichten und ihr Stand gerät gerne in Streit miteinander über eine Vielzahl an Detailfragen. Regionale Unterschiede kommen noch hinzu. Bei meinem Weib wurde ich gelegentlich Zeuge, wie sie mit Bruder Meirik in Streitgespräche geriet, freundlich aber dennoch höchst erregt. In Jongot gelte einzig das Wort des Propheten, wie es verlässlich überliefert sei, also alles, was der Mann selbst niederschrieb oder von seiner Rede nur jene, die von den zuverlässigsten der Zeitzeugen festgehalten wurde. 'Wir hier' würden zuviel auf die späteren Schriften seiner Schüler geben, als der Mann selbst schon tot war und nichts mehr klarstellen konnte, oder gar auf Interpretationen von irgendwelchen jüngeren Kirchenmännern, die ihre eigenen Ansichten in das Wort hineininterpretierten oder auch lokale Traditionen. Irgendwo hat sie ein Büchlein mit den erhellendsten Aussprüchen Javruds liegen. Wenn es Euch interessiert, können wir es heute abend suchen.

Es herrscht also, wie ihr seht, nicht einmal in Glaubensfragen Einigkeit. Wie stellt sich aber, wollt Ihr erfahren, die Kirche zu dem Bürgerkrieg? Nun, da wüsste ich von keiner einheitlichen Position, noch dass sie es als ihre Aufgabe sähen, sich in derlei Fragen einzumischen. Es kämpfen wohl auch Behadrim an der Nordfront, Priester leisten moralische Unterstützung wie auch weise Männer und Frauen des alten Glaubens, und Heiler gehen den Feldschern zur Hand. Wie lange die Sache dauern mag? Nun, bis entweder der Usurpator gestürzt ist oder unsere Seite besiegt. Die Möglichkeit einer Versöhnung oder eines Kompromisses sehe ich nicht.

Zu den Dämonen dagegen hat die Kirche viele Ansichten, denn aus dem Kampf gegen die Dämonen ging der neue Glaube ja hervor. Mich wundert es ein wenig, dass Ihr Euch damit so gar nicht auskennt. Das meiste von dem, was ich euch hier erzähle, ist allgemein zugängliches Wissen, kein gelehrtes. Ganz grob: Die Dämonen dienen Urian, ihrem Fürsten, einem Widersacher des Einen Gottes, welcher danach trachtet, alles zu zerstören, was der Eine Gott zu schützen versprach. Doch der Eine allein kann die Dämonen nicht aufhalten, weil der Kampf gegen sie nicht nur ein äußerer ist, sondern auch ein innerer: in unser aller Seelen tobt derselbe Kampf. Gut und Böse ringen um Vorherrschaft. Keiner dieser drei Kämpfe – Gottes Kampf gegen Urian, der Kampf der Menschen gegen die Dämonen, sowie der innere Kampf eines jeden Sterblichen in seiner Seele – kann gewonnen werden, ohne dass die beiden anderen ebenso ausgehen. Man muss an allen Fronten kämpfen - mit seinem Fleisch gegen die Dämonen und mit seiner Seele gegen die innere Versuchung durch Urian. Nur so ist der Sieg zu erringen.

Utopisch, denkt Ihr Euch jetzt vielleicht. Es wird immer Böses in der Welt geben. Es werden niemals alle Sterblichen innerlich gut sein. Nun, der neue Glaube lehrt das Prinzip des Fortschrittes. Anders der alte Glaube: seine Weltenordnung basiert auf dem Kreislauf. Tag und Nacht, Leben und Tod, der Jahreslauf... genauso verhält es sich mit allem. Das Gute wie das Schlechte blüht auf und vergeht wieder, sät sich anderswo aus und erblüht erneut, mal überwiegt das eine, mal das andere... ein ewiger Kreislauf. Sogar die Welt selbst ist im alten Glauben vergänglich. Im Hinblick auf den einzelnen Sterblichen: jeder erblüht nur einmal, dann vergeht er. Nach nur einem Leben hier auf Erden kehrt jeder zur Erde zurück. Immerhin glauben auch sie an eine Seele, die überdauert, doch bei ihnen fährt sie in das Schattenreich Hel hinab, außer den tüchtigsten und tapfersten unter ihnen, deren Seele ins Wolkenheim aufsteigt und von dort in eine der vier Hallen, woselbst sie sich auf die große Schlacht am Ende der Zeit vorbereiten, wenn Gaja stirbt. Dann werden all ihre Feinde – die Frost- und die Feuerriesen, Urian mit seinem Dämonen und Hela, die Herrscherin der Unterwelt – über sie herfallen, da sie ihre Schwäche wittern, und die Aufgabe der Tüchtigen wird es sein, die feindlichen Heerscharen lange genug abzuwehren, bis Gaja eine neue Welt geboren hat. Welche dann, so darf vermutet werden, wieder ziemlich genau wie diese wird. Ein ewiger Kreislauf, ohne Sinn und Ziel.

Anders der neue Glaube. Hier ist die Idee des Fortschritts zentral. Die Seelen der Sterblichen, so lehrte Javrud – und da gibt es auch keinen Streit um unterschiedliche Auslegung seines Wortes – werden hier auf Erden wiedergeboren, denn ein Leben ist nicht genug, um Vollkommenheit zu erlangen. Mit jedem Leben hat also jeder von uns die Gelegenheit, oder vielmehr die Pflicht, sich selbst zu verbessern, sein Wissen und seine Fähigkeiten zu mehren und sie dem Gemeinwohl zu verpflichten, sowie auch moralisch zu wachsen und der Sünde zu entsagen. Erst wenn alle Sterblichen sich zu dem Einen Gott bekehrt und die Sünde überwunden haben, können die Dämonen besiegt werden und eine Ewigkeit des Friedens einkehren, in denen Kriege und Hunger vergessen sein werden. Deshalb ist den Priester das Missionieren so wichtig. Für sie ist das der Kampf gegen die Dämonen, egal wie weit entfernt man von der eigentlichen Front man sich befindet."


Für jemanden, der nicht lesen kann – und entgegen seiner Behauptung, das sei doch alles bloß "allgemeines" Wissen – ist Fürst Uther erstaunlich gut informiert.

"Bruder Meirik war mir in der schwersten Zeit meiner Jugend, und seither, stets ein treuer Freund und Vertrauter und oft der einzige Trost", bietet Uther von sich aus als Erklärung an, als sei er sich dieser Diskrepanz bewusst. "Deswegen klinge ich wohl ein wenig wie er."

Zu Rogars ersten Frage, den Bürgerkrieg betreffend, korrigiert er zunächst, dass dieser keinesfalls drohe, sondern bereits seit anderthalb Jahren tobe, hauptsächlich entlang der nördlichen Grenze des Ferslandes zu Arteus und dem Bächland. Strenggenommen habe die Sache gar vor neunzehn Jahren begonnen, als Gelspad den rechtmäßigen König des Landes stürzte und ermordete, übrigens indem er sich mit den Stämmen der Kolkar gegen die Menschen verbündete und ihnen hinterher das gesamte Siedlungsgebiet des besiegten Königshauses, das Große Tal von Arteus, vermachte. Bis auf den heutigen Tag währt das Bündnis mit den Barbaren und sie sind willige Schergen und Vollstrecker seiner Schreckensherrschaft.

"Und der Kampf gegen die Dämonen wird darüber keinesfalls vergessen, sondern ist es vielmehr Gelspad, der ihn nicht ernst nimmt oder regelrecht bedroht. Und zwar auf mehrere Weisen.

Zum einen zerstört er unsere Gesellschaftsordnung. Alle Macht und Entscheidungsgewalt liege allein beim König, so will er durchsetzen. Fürsten sind in seinen Augen nichts weiter als seine Hunde, das Volk darunter... nicht einmal das. Nach seinem Wunsch gäbe es keine freien Männer oder Frauen, sondern allein Knechte und Mägde. In Arteus hat er bereits den Großteil des Landes an sich gerissen, und damit meine ich: als sein persönliches Besitztum. Die Bauern, die es bewirtschaften, zahlen ihm Dienste und Abgaben, dass ihnen kaum genug zum Leben bleibt. Ihre Rechte sind weitestgehend eingeschränkt, den Knechten hierzulande gleich. Thingversammlungen gibt es zwar noch, zumindest die landesweite, welche alle drei Jahre stattfindet, aber sie gleichen einem schlechten Possenspiel. Auf die letzten beiden Versammlungen vor Ausbruch des Krieges habe ich meinen Vater begleitet, es war... erbärmlich! So sehr ich gestern darüber klagte, dass ich mich auf der hiesigen Thingversammlung nicht gegen Vater und den Abt durchsetzen konnte, deswegen glaube ich dennoch daran, dass eine Versammlung aller freien Männer die einzig richtige Art ist, Recht und Ordnung in unserer Gesellschaft durchzusetzen, denn nur wenn jeder Anteil an der Ordnung hat, wird jeder zu ihrem Bewahrer.

Eine Zerschlagung dieser Ordnung hat auch direkte Auswirkung auf den Kampf gegen die Dämonen. Eine Gesellschaft aus Knechten und Mägden kann niemals die Wehrhaftigkeit erlangen, noch die nötige innere Stärke jedes Einzelnen, die es zu einem Sieg über die Dämonen braucht. Von daher ist der Kampf gegen Gelspad Teil dieses höheren Kampfes.

Womit wir wieder beim Thema Glaube wären. Mit dem hat Gelspad nämlich nichts am Hut. Bloß, weil die Kuijts ihn in Arteus einführten? Was weiß ich. Jedenfalls ließ er ihn verbieten. Hat alle, die dem Glauben nicht abschworen, aus dem Land vertrieben. Anhänger des alten Glaubens sind aber ebensowenig in Arteus willkommen. Druidenzirkel widersprechen wohl seinem Gesellschaftsideal mit ihm selbst an einsamer Spitze. Am Ende ging es ihm nur darum, das Land sowie sämtliches Hab und Gut der Vertriebenen an sich zu reißen. Um Glaubensfragen ging es ihm jedenfalls nicht, denn mit den Fürsten von Bächland kommt er wunderbar aus, welche allesamt dem Einen anhängen und ihren Glauben gnadenlos den restlichen Bewohner des Landes aufzwingen. Manche Geschichten hört man von dort, die Abt Halfir wie einen Waisenknaben aussehen lassen. Der stammte übrigens aus dem Grenzgebiet zu Bächland, vielleicht spielte deren Einfluss tatsächlich eine Rolle. Dem Usurpator selbst, wie gesagt, ist das alles egal. Es heißt, er glaube an nichts.

Drittens vernachlässigt der Usurpator fast sämtliche dringlichen Belange der sechs Reiche. Jongot ist seit seiner Machtergreifung gänzlich auf sich selbst gestellt und Linsberg, von wo man seit wann – gut fünfzehn Jahren? – hört, dass Dämonen auch dort aus den Bergen dringen und sich dazu überall im Land die Toten aus ihren Gräbern erheben... Auf beiden Thingversammlungen, an denen ich teilnahm, wurde dies ganz dringlich angesprochen, man wollte ein gemeinsames Heer gegen diese neue Bedrohung aufstellen... doch König Gelspad war dagegen! Verächtlich wischte er die Sache beseite. Darum sollen doch die Behadrim sich kümmern, das sei doch ihre Aufgabe: der äußere Kampf gegen die Dämonen, während die Pfaffen sich um den inneren kümmerten! Ich erinnere mich noch, wie ich damals dachte: ist er so dumm oder will er den Kampf gegen die Dämonen verhindern? Doch wenn letzteres, was kann er sich bloß für sich selbst einen Nutzen davon erhoffen? Eins jedenfalls ist klar: Gelspad kümmert sich nur um niemanden außer sich selbst. Auf beiden Things drehte sich von morgens bis abends alles nur um ihn selbst...

Viertens sind wir die feigen Morde leid. Denn falls Ihr Euch fragt, was das Fass zum Überlaufen brachte, wo Gelspad doch bereits vor neunzehn Jahren Keleborn Kujts abgeschlagenen Kopf triumphierend in die Höhe hielt, so ist das die Antwort: Assassinen des Königs morden im ganzen Land, doch Anfang des letzten Jahres hat er sich dann das falsche Opfer ausgesucht. Prinz Finrod Zwartjod von Albion mitsamt seiner Braut Frehild Redwaldsdottir wollte er auf ihrer Hochzeit töten lassen. Aber davon habt Ihr schon gehört, nein? Ihr reist doch mit Frehilds Schwester durch die Lande, Freydis Redwaldsdottir.  Nun, jedenfalls hat Gelspad sich diesmal die falschen Opfer ausgesucht. Finrod[1] als Sohn des Herzogs und Frehilds Vater Redwald ist auch nicht irgendwer, sondern der einflussreichste der neun Druidenfürsten Albions. Der Anschlag ging nicht nur fehl, sondern er führte dazu, dass Fürst Kromdag und Zwardag, sowie sämtliche Häuser von Albion und dem Fersland, sich geschlossen vom Habichtthron lossagten, bis dass der rechtmäßige Erbe der Kujts ihn zurückerobert habe. Herzog Bulvaj ernannte sich nicht etwa selbst zum Statthalter der Krone, wie die Gegenseite fälschlich behaupt, sondern wurde auf einer rasch einberufenen Thingversammlung – wie ein Jarl aus alten Zeiten – zum Anführer gewählt, worauf sämtliche Fürsten beider Länder ihm, als Statthalter des Kuijt-Königs im Exil bis zu dessen Rückkehr, die Treue schworen... Jedenfalls soll sich jetzt zeigen, ob Gelspad seine Macht halten kann, wenn niemand außer seinen Kolkar-Verbündeten und Bächland so recht auf seiner Seite ist, weil er alle anderen zuvor vernachlässigt hat. Jongot und Linsberg gelten zwar weiterhin als dem Gelspad-König verpflichtet, doch beide haben sie genug eigene Sorgen – dank seiner Vernachlässigung!

Doch Ihr fragt Euch nun sicherlich: warum wollte Gelspad den albionischen Prinzen und seine Auserwählte töten lassen? Nun, ich sagte es bereits: Weil Finrod ein Prinz ist und Frehild die Tochter eines Druidenfürsten, und zusammen sind sie eine Gefahr für Gelspad. Denn es gibt da eine Prophezeiung, die ihm große Sorge bereitet, von welcher er regelrecht besessen ist. Die Prophezeiung vom Mal Gani, habt Ihr davon schon gehört? Nein? Also gut. Als Gelspad vor neunzehn Jahren die Behadrim aus Arteus vertrieb, da war einer unter den Gotteskriegern namens Ordun, der die Gabe eines Sehers besaß – er selbst nannte es einen Fluch. Mehrmals bereits war Ordun von Visionen über zukunftige Ereignisse heimgesucht worden, die allesamt eintrafen, von denen er auch die schrecklichste nicht verhindern konnte. Seine mächtigste Vision aber widerfuhr ihm in der Nacht, bevor der Thronräuber alle Anhänger des Einen in die Verbannung schickte. Einen Befreier kündigte er an. Es werde einer kommen, um das Volk vom Joch des falschen Königs zu befreien. Es wird noch ein wenig drastischer ausgemalt, das Schicksal des falschen Königs. Jedenfalls raubt diese Prophezeiung seither Gelspads Schlaf, so sehr wie sie die Hoffnung im übrigen Land befeuert.

Die genauen Worte der Prophezeiung sind mir leider nicht verlässlich überliefert. Gelspad hat sie natürlich mit eigenen Ohren vernommen. So oder so wird die Identität des Mal Gani nur nebulös angedeutet. Erkennen sollt Ihr ihn an seinem gerechten Urteil und seinem großen Herzen... in dem Stil sind die meisten der Hinweise. Beseelt vem Geiste des Propheten soll dieser Befreier sein, heißt es, wobei ich auch schon die Behauptung gehört habe, er sei gar der wiedergeborene Javrud selbst. Von königlichem Blut, aber im Schatten geboren, auch das lässt sich auf mindestens zweierlei Weise lesen: ein königlicher Bastard oder aber von königlicher Linie, jedoch mit heidnischen Eltern, fern des Lichtes der Kirche. Mal Gani, der Gezeichnete, wird er genannt, weil er das Reifkreuz als Mal auf seiner Haut tragen soll. Ströme heiliger Kraft werden ihn durchfließen, heißt es weiter, oder nach einer anderen Version in ihm zusammenfließen. Als letztes Merkmal, an dem wir ihn erkennen sollen, wird genannt, dass er Sohn zweier Mütter sei, deren Liebe er gleichermaßen im Herzen trage. Was gerne, aber nicht von allen so gedeutet wird, dass er Gaja als Mutter verehrt, aber natürlich auch die eigene.

Jedenfalls durchstreifen Gelspads Assassinen seit der Prophezeiung die sechs Reiche, um jeden männlichen Neugeborenen zu töten, auf den er meint, dass die Prophezeiung zutreffen könnte. Drei Dutzend Knaben wird er schon in der Wiege haben ermorden lassen oder zuvor deren Mütter, bisweilen auch den Vater. Wie er auf Zwartjods Erben kam, ist nicht schwer zu erkennen: Prinz, von Zauberkraft, Kind zweier Mütter. Wenn das keine Beschreibung von Finrods zukünftigen Erstgeborenen ist! Das Druidenerbe erwähnte ich, dazu sind Frehild und Freydis Zwillingsschwestern, was man als 'zwei Mütter, deren Liebe er gleichermaßen im Herzen trägt' interpretieren kann. Da wird Finrod heilfroh sein, dass sein erstes Kind ein Töchterlein war, denn solange Gelspad am Leben ist, ist kein Sohn ihm sicher.

Frag also Freydis, ob sie der Meinung ist, wir sollten den Aufstand gegen den Usurpator beenden und reumütig unter seine Herrschaft zurückkehren!"
[2]

~~~

Der Ort, den sie betreten, erscheint noch immer menschenleer. Türen und Fenster sind so fest verrammelt wie zuvor. Doch ihr eiliges Passieren vergeht nicht gänzlich unbemerkt. Als sie den Dorfplatz erreichen, öffnet sich die Tür zum Bunten Hahn einen Spalt weit und Frida lugt heraus. Als sie erkennt, wer dort unterwegs ist, wagt die wackere Witwe sich hinaus.

"Habt Ihr Neuigkeiten? Hier war seit gestern alles still. Ist es endlich vorbei?"

"Ja, Frida, das ist es", versichert Uther ihr. "Ich will alles berichten, also sei so gut, ruf alle zusammen, die hören wollen, was geschehen ist. Ich warte bei der Linde."

Frida verschwindet zunächst wieder im Haus, dann eilen kurz darauf sowohl sie als auch Hensgar, dazu zwei Mägde in alle Richtungen los und beginnen, an Türen zu klopfen. Uther schließt kurz die Augen, atmet tief durch, und macht sich in Richtung eines großen Baumes am anderen Ende des Platzes auf. Wohl geht sein Blick kurz bittend durch die Runde, als fragte er, ob jemand bereit sei, ihn zu begleiten, doch spricht er diese Bitte nicht aus.

Freydis macht Anstalten, ihm zu folgen, doch in diesem Moment tritt Halfdan aus dem Nebengebäude des Bunten Hahns und fragt ebenfalls, was es Neues gebe und ob er helfen könne. Schnell entschlossen rekrutiert Freydis ihn als ihren Beschützer auf dem Weg hinauf zur Bibliothek, auch wenn die Gegend jetzt wieder sicher sein sollte.

Auch der Rest der Gruppe bleibt zurück und überlegt, wie sie sich aufteilen sollen.[3]
 1. Korrektur: Finrod, nicht Fingon. Fingon heißt der Vater.
 2. Uthers Wissenswürfe (https://games.dnd-gate.de/index.php/topic,8881.msg1094169.html#msg1094169): 27 (Adel & Politik) und 23 (Religion).
 3. Bitte schreibt Euch eigenständig in die Richtung, in die ihr ziehen wollt.
@ alle: bei den Zielen gibt es einige Doppelbelegungen. Mir wäre lieb, wenn jeder sich eines aussuchen würde, damit wir rasch, aber ohne Hetze vorankommen.
Lîf: falls du Fragen an Solveig hast, könntest du sie Rogar mitgeben.
Rogar: In der Bibliothek gibt es keine schnellen Antworten, du würdest dort nichts verpassen.
Aeryn, du weißt, dass der Schmied krank ist. Hat Jan dir erzählt.
Ansonsten wisst ihr, wo ihr hin wollt:
Aeryn, Abdo + Rogar zu Solveigs Hütte / den Heilerzelten, wo sich Jan + Solveig (außerhalb) befinden + Talahan und Hjálmarr (im Zelt); bzw. Lîf mit Kjartan will ja zum Wasserfall.
Lîf: Freydis und Halfdan würden dich bis kurz vor den Fall begleiten (dort müsst ihr den Weg verlassen, die beiden dann weiter die Serpentinen am Hang hinauf.)
Die Ankunft übernehme ich jeweils, aber schreibt euch bitte schon auf den Weg und überlegt euch unterwegs auch, was ihr konkret fragen wollt. Ich möchte das, wenn möglich, ähnlich gerafft abhandeln wie Lîf beim Dämon, vielleicht mit ein bis drei Interaktionen.
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Lîf am 15.06.2021, 19:27:51
"Ihr könnt versichert sein, dass mir nichts daran liegt, Tristan zu gefährden – ich werde alles tun, damit ihm nichts geschieht" versichert Lîf dem Fürsten und fügt hinzu: "Außerdem, was heißt schon Lüge, wenn die Wahrheit wiederum falsch ausgelegt würde? Als Kräuterweib wäre ich wohl eine der ersten, die ihres Lebens verlustig gingen... und zwar von der Hand ebenjener, die mich freudig begrüßen würden, läge ihr Weib in den Wehen und brauchte meine Hilfe." Kurz wirft sie einen Blick zu Freydis hinüber. "Diese Sache, in der Euch Fräulein Freydis helfen könnte... betrifft sie auch uns? Wenn ich kann, will ich gern ebenfalls guten Rat geben oder die Große Mutter um Hilfe anflehen. Immerhin" schließt der Rotschopf mit etwas, das irgendwo zwischen Schmunzeln und Seufzen liegt "habe ich als Ihre Dienerin die Pflicht, zum Wohl Ihrer Kinder zu handeln, auch wenn sie Ihr keine Opfer bringen und nicht zu Ihr beten." Als er vorschlägt, eine unverfängliche Version der Geschehnisse zu verbreiten, nickt sie bekräftigend und schaut sich im Kreis ihrer Gefährten um, ob die diese Angelegenheit genauso sehen.

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Den Ausführungen Uthers zur Politik lauscht die drudkvinde ebenfalls, auch wenn er hierbei nicht ihre volle Aufmerksamkeit hat. Denn Lîf lässt ihre Blicke während des Marschierens hierhin und dorthin schweifen. Sie versucht zu erkennen, wie viel von den Wunden noch erkennbar ist, welche der Fluch den nichtmenschlichen Kindern der Göttin geschlagen hat. Sieht sie nichts dergleichen, so nickt sie zufrieden, und mit einem leisen Lächeln legt sie eine Hand auf ihren gerundeten Bauch. Entdeckt sie hingegen Spuren der Verderbnis, wandert die Hand nach oben, wo ihr Amulett um den Hals baumelt, und ihre Augen scheinen dunkler zu werden, wenn es wie ein Schatten über ihre Züge geht. An den unverdorbenen Stellen hält die junge Frau zugleich Ausschau nach Kräutern, Blumen und Sträuchern, die sie kennt. Solche mit heilender, stärkender oder sonstwie nützlicher Wirkung für ein Abenteuer, wie sie es anzugehen planen. Lîf versucht sich auf die Lektionen ihrer Lehrmeisterin zu besinnen, sind es doch oftmals gerade unscheinbare kleine Pflänzchen, welche erstaunliches in sich bergen.

Wohlweislich schweigt sie bei dem Vortrag Uthers zu den Glaubensstreitigkeiten unter den Anhängern des neuen Gottes, erinnern sie die drudkvinde doch allzu peinlich an ganz ähnliche Streitereien unter den Weibern, die der Großen Mutter dienen und doch eigentlich weiser sein sollten als die verbohrten Vertreter jener anderen Kirche. War das nicht ein großes Argumentieren, ja so manches Mal ein gegenseitiges Ankeifen angesichts von Fragen, die ihrem Empfinden nach nicht wesentlich für den Glauben sein sollten? Kann eine drudkvinde beim Tanz zu den Fruchtbarkeitsriten nur ganz eins mit Ihr werden, wenn sie sich wie aller anderen künstlichen Dinge auch ihrer Kleider entledigt? Darf sie nur das mit eigener Hand aus selbst gewobenem Stoff genähte schmucklose Gewand tragen, oder steht sie der Großen Mutter auch in dem schön verzierten Kleid nahe, das ihr eine dankbare Schneiderin für die Geburt eines gesunden Kindes gab? Soll eine gute Dienerin der Göttin nur Fleisch von Tieren essen, die sie selbst gejagt oder gehütet und eigenhändig zerlegt hat, oder darf sie auch genießen, was durch die Hände von Jägern und Fleischern ging? Gelegentlich kommen ihr während Uthers Monolog Gedanken, die anderswo wo als häretisch bezeichnet würden...

Besonders unangenehm berührt fühlt sie sich, als die Sprache auf den inneren Kampf in der Seele des Einzelnen kommt, weil es ihr nicht richtig vorkommt, dass die Kirche des Einen Gottes Dinge predigen soll, denen man nicht aus vollem Herzen widersprechen kann. Erst die Herabwürdigung des Kreislaufs, in dem Gaja die Welt gebiert und hütet, lässt sie auffahren, Freund und Feind sind wieder ganz klar: Sie schnaubt. "Ewiger Frieden – ha! Ich nenne das Stillstand, und das ist ein anderes Wort für Seelenlosigkeit! Alle haben dieselbe Meinung, der Wettstreit zwischen Jäger und Beute, zwischen Gut und Böse kommt zum Erliegen? Damit wäre Eure Entwicklung am Ende. Die Welt existierte nur noch gleichförmig dahin, ohne ein Ziel, denn das einzig vorhandene wäre ja bereits erreicht. In solch einer Welt wollte ich nicht leben." Die Klagen Uthers über die politischen Zustände, den Bürgerkrieg und den Tyrannen hingegen verfolgt sie wieder mit weniger Erregung. Sie kann zwar einsehen, welches Übel all dies bedeutet, doch hat sie als Bauerntochter lange Jahre nichts von Macht und Politik erfahren und mag auch jetzt nicht daran glauben, dass ein weltlicher Herrscher eine so große Bedrohung der Alten Wege sein kann wie die Dämonen oder der neue Glaube. Wenn dieser Mann keinerlei Gott anhängt und glaubt, ganz allein herrschen zu können, so ist er in ihren Augen ohnehin ein Narr, der früher oder später stürzen muss, denn die Mächte der Erde und des Himmels sind größer als jeder Sterbliche.

Allerdings kommt ihr mit einem Mal ein beunruhigender Gedanke, und sie fragt Uther: "Wenn Gelspad so sehr den Kampf gegen die Dämonen behindert – könnte es da nicht sein, dass er selbst üblen Einflüsterungen folgt? Er muss sich dessen ja nicht einmal bewusst sein, denn diese Wesen sind gewiss schlauer als ein grobschlächtiger Mann, der mit dem bluttriefenden Schwert in der Hand meint regieren zu können." Die Information über Freydis' Verwandtschaftsverhältnisse lässt Lîf erst einmal verdutzt dreinschauen. Dann nickt sie aber vor sich hin, als würden sich für sie einige Dinge zusammenfügen. "Mal Gani... " murmelt sie. "Wenn das wahr ist, dann ist diese Prophezeiung eine sehr machtvolle." Auch wenn die drudkvinde nicht daran zweifelt, aus welcher Quelle der Visionär sein Gesicht in Wahrheit erhalten haben muss! Sie grübelt und grübelt und vernachlässigt ab diesem Zeitpunkt auch etwas ihre Ausschau nach nutzbringenden Kräutern, zumal man ohnehin in Sichtweite der Siedlung gekommen ist, wo die Ausbeute geringer sein dürfte.

Uthers bittenden Blick sieht sie als Aufforderung und wird an seine Seite treten, um ihn zu unterstützen, wenn nötig. Rogar bittet sie: "Herr Zw… Herr Dain, wenn Ihr Solveig sprecht, so könnt Ihr mir einen Dienst erweisen, indem Ihr sie fragt, ob sie in dieser Gegend Orte kennt, an denen seltene Kräuter wachsen und ob sie gewillt wäre, dieses Wissen mit mir zu teilen. Sagt ihr bitte auch, dass ich ihr gern meine Dankbarkeit beweise, wenn es mir möglich ist." Als es ans Aufbrechen geht, wird sie Kjartan begleiten, sich auf dem Weg aber noch mit Freydis und Halfdan unterhalten, wobei sie in Anwesenheit des letzteren vorerst unterlässt, die Berührte auf die Schilderungen Uthers anzusprechen, Sie fasst sie nur zum Abschied bei beiden Händen und versichert ihr: "Fräulein Redwaldsdottir – wenn Ihr einmal Hilfe braucht, gleich in welcher Sache, so will ich Euch gern eine Freundin sein, soweit es mir möglich ist. Ich glaube nun einiges mehr von Eurem Schmerz zu verstehen, nach dem, was wir... gemeinsam erlebt haben." Auch schenkt sie ihr eine Phiole mit einem leichten, harmlosen Mittel, das den Schlaf fördert und Kopfschmerzen vertreiben soll.

Während des gemeinsamen Weges wird sie wohl mit Freydis und Halfdan plaudern, auch mit Kjartan, wenn man seiner einmal habhaft wird. Doch macht sie sich vor allem Gedanken dazu, welche Hilfe sie von Ninae erbitten soll. Gewiss würde dieses Wesen wissen, wo Punkte von besonderer Bedeutung gelegen sind, die Lîfs geplanter Zwiesprache mit der Großen Mutter förderlich wären. Immerhin hat sie das dringende Bedürfnis, die führende Hand der Göttin zu spüren, denn noch ist ihr nicht vollkommen klar, auf welchen Pfaden sie einerseits ihrem Auftrag nachkommen, andererseits ihren Mann retten kann. Auch wo und wie sie Diener der Göttin in dieser Gegend kontaktieren könnte – ältere und weisere als sie selbst – mag Niane wohl sagen können. Schließlich vermisst sie trotz aller Reife durch die letzten Abenteuer die guten Ratschläge ihrer Lehrmeisterin schmerzlich. Und vielleicht... ja, vielleicht lässt sich von Ninae gar etwas über diese Geschichte mit dem Bannen eines Dämons erfahren...
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Gaja am 17.06.2021, 15:44:07
Während die beiden Wanderer angesichts der unerwarteten Menschenmenge unschlüssig innhalten und nicht so recht wissen, ob sie jemanden ansprechen sollen und wenn ja, wen, eilt bereits eine der hellberobten Frauen zu ihnen herüber und begrüßt sie knapp. (Brakus zieht lediglich einen misstrauischen Blick auf sich.)

"Ich bin Schwester Matilda. Braucht ihr Hilfe? Für äußere Verletztungen, begebt euch bitte in das kleinere Zelt. Wenn ihr auch das Gefühl habt, an einer Krankheit zu leiden, etwa dass ihr Fieber hättet, dann bitte in das größere."
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Wulfgar am 17.06.2021, 16:43:32
Wulfgar war wirklich noch etwas in seinen Gedanken gefangen und überlegt gerade wie er die ganze Situation einschätzen soll. Auf der einen Seite die bewaffneten Menschen, dann diese beiden Feenbälger die irgendwie nach Ärger aussehen und zum anderen dann die ganzen anderen Menschen die hier umher irren. Aber keiner von Ihnen störte sich am Auftreten von Wulfgar und Brakus, das ist für die beiden im Moment dann doch etwas ungewohnt wenn man die vergangenen Reaktionen bedenkt.

"Oh, hmmm ... Nunja Schwester ... Matilda, du kannst uns tatsächlich helfen denn wir sind auf der Suche nach der Heilerin Solveig. Kannst du uns verraten wo wir sie finden?"
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Gaja am 20.06.2021, 14:23:58
"Solveig?" erwidert Schwester Matilda. "Ach, das hätte ich mir eigentlich denken können. Ihr seht aus wie jemand, der zu Solveig möchte. Dort vorne steht sie am Zaun, mit ihrem... Gefährten." Die Schwester zeigt auf die beiden sonderbaren Gestalten, die Wulfgar und Arnvidh bereits aufgefallen sind. "Wenn ihr ansonsten keine Hilfe benötigt, kümmere ich mich wieder um meine Patienten."

Und schon eilt die Schwester weiter. Wem die tiefen Ringe um ihre Augen aufgefallen sind, der mag ihr die Knappheit hoffentlich verzeihen. Offenbar gibt es hier zu viele Patienten und zu wenige Heilerinnen.
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Wulfgar am 20.06.2021, 14:30:55
Wulfgar hat zwar mit viel gerechnet, aber diese Information hat ihn jetzt doch sehr überrascht. Er war für einen Moment so verwirrt das er gar keine Chance mehr hatte die Schwester noch etwas zu Fragen bevor sie verschwand und wieder ihren Aufgaben nachging.

Wulfgar zuckte mit den Schultern, schaut kurz zu Brakus und gibt ihm dann ein kurzes Zeichen ihm zu folgen. Wulfgar geht direkt auf die Frau zu die neben dem schwer bewaffneten Mann steht "Bist du Solveig?" beginnt er dann direkt ein Gespräch
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Abdo al'Mbabi am 20.06.2021, 15:42:33
Im Gegensatz zu Lîf will Abdo die Bitte des Fürsten erst entrüstet zurückweisen - eine Lüge? Nichts und niemand kann ihn dazu bringen, die Schwüre seines Ordens dermaßen mit Füßen zu treten. Doch Lîfs Reaktion macht ihn nachdenklich, und nach einiger Zeit des Grübels antwortet er Uther:
"Ich habe einen heiligen Eid vor meinem Gott geschworen, niemals vorsätzlich die Unwahrheit zu sagen; und ich kann diesen Eid auch für Euch nicht brechen. Doch ich verstehe Eure Beweggründe, daher werde ich zu diesem Thema komplett schweigen und werde auch niemanden korrigieren, der dazu die Unwahrheit spricht. Doch sollte mich jemand direkt dazu befragen, werde ich nicht lügen.
Mehr kann und will ich Euch nicht versprechen."

Es ist ein Kompromiss, den der Ya'Keheter mit seinem Gewissen vereinbaren kann - weiter wird er nicht gehen. Daher hofft er, dass es nicht zu einer Situation kommen wird, bei der er vor die Wahl gestellt wird; umso wichtiger ist es, dass er nicht alleine mit Jan spricht.

Der langen Ausführung, die Uther danach an Rogar richtet, hört Abdo gebannt zu. Schließlich ging es um den Kampf gegen die Dämonen, wie sie hier genannt werden - auch wenn sich die Schilderung immer stärker mit den verschiedenen Glaubensrichtungen befasst sowie den lokalen Streitigkeiten. Gerade Letzteres macht ihn nachdenklich: Das Verhalten dieses Gelspad ist so offenkundig verdammenswert, dass Abdo kurz davor ist aufzuspringen, um sich an Ort und Stelle für den Kampf gegen diesen Schurken zu melden. Doch wichtiger als dieser sind für ihn immer noch die Shetani. Oder gehörte beides doch zusammen? Stand Gelspad unter dem Einfluss dieser Wesen? Seit Abdo in dieses Land gekommen ist, hat er gelernt, dass sie noch verschlagener sind als er es bisher vermutet hatte.

Sehr verdutzt ist er über die Enthüllung, was Freydis' Familie mit dieser ganzen Geschichte zu tun hat. Offenbar hatte das Gespräch, das Uther zuvor mit ihr geführt hat, ebenfalls damit zu tun. Doch einerseits akzeptiert Abdo, wenn ihre Begleiterin bisher nicht über diese Sache sprechen wollte (oder war er selbst zu beschäftigt, um es mitzubekommen?). Und auf der anderen Seite kann er nur eine Sache gleichzeitig tun, und in dieser hat er sich Lîfs Unterfangen verschworen. Sein nächstes Ziel ist also Jan.

Da auch Aeryn mit ihm und Rogar mit Solveig sprechen möchte, führt der Weg der drei in die gleiche Richtung, und bald schon sehen sie die beiden, die gerade in einem Gespräch mit zwei Fremden zu sein scheinen - und der Anblick dieser beiden verschlägt Abdo beinahe die Sprache. Einer hat eine grazile Gestalt und erinnert Abdo ein wenig an Aeryn - womöglich gehören die beiden zum gleichen Volk. Der andere jedoch ist ein Hüne, der sie alle um einen guten Kopf überragt. Sein Aussehen erinnert ihn an das Rogars, doch ein Dain kann es wohl kaum sein - oder gibt es unter ihnen Exemplare, die als Ausgleich für die anderen extra-groß sind?

Zu dritt nähern sie sich dennoch weiter, doch Abdo bleibt einige Schritte von Jan und Solveig entfernt stehen, um nicht komplett aufdringlich zu wirken. Ruhig wartet er, bis das laufende Gespräch beendet ist - oder Solveig sie erkennt und das Gespräch selbst unterbricht.
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Arnvidh Kjellson am 20.06.2021, 22:49:07
Nicht nur Wulfgar war baff sondern auch Arnvidh. Das Gewusel schreckte ihn nicht aber die beiden Feenbälger überraschten ihn schon irgendwie. Auch wie unbehelligt sie doch hier verweilte, obgleich er doch vor dem Kloster und dem Ort gewarnt wurde. Dass Solveig dann auch noch eine der beiden Feenbälger sein sollte. Hatte sich Bruder Egil so sehr geirrt oder war es etwas anderem geschuldet.

Schweigend folgt er Wulfgar und Barkus zu der Frau und ihrem Gefährten. Dabei versucht er sich einen Überblick über das Gewusel hier zu machen. Waren es allein die Bewohner der Siedlung die hier behandelt wurden oder auch Soldaten. Noch etwas ließ ihn stutzen. Solveig sollte doch die Heilerin der Region sein. Warum stand sie dann neben den Zelten. Organisierte sie das ganze hier oder wurde sie wegen ihrem Blut gemieden. Die Bemerkung der Frau deutete ja irgendwie auf so  etwas hin. Das Fremdlinge oder eben nicht normale Menschen eher zu Solveig gingen.
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Gaja am 22.06.2021, 19:47:09
Lîf, Freydis, Halfdan und Kjartan verbleiben also auf dem Dorfplatz, während die übrigen drei sich in Richtung Solveigs Hütte aufmachen. Ihr eigener Aufbruch verzögert sich allerdings, denn Lîf, die von allen Gefährten das größte Herz hat, kann Uthers hilfesuchenden Blick nicht ignorieren und begleitet ihn zur Linde. (Kjartan mault, der Rest folgt willig.)

"Keine Ahnung, ob Gelspad auf dämonische Einflüsterungen hört", erwidert Uther ihr noch, auch wenn er mit den Gedanken bereits woanders zu sein scheint. "Nicht jeder böse Tat lässt sich dadurch erklären. Sicherlich die wenigsten. Um Besitz und Macht könnte es ihm gehen, ganz ohne Einflüsterung. Vielleicht ist es auch ein einziger Rachefeldzug. Er stammt aus einer zuvor eher unwichtigen Sippe. Möglich, dass sich da allerlei Kränkung, vielleicht auch Unrecht angesammelt hat. Zudem gibt es Einflüsterungen, die nicht dämonischen Ursprungs sind. Wenn Gelspad so viel auf die Prophezeiung eines Orakels gibt, dass er dafür vielfachen Kindsmord begeht... wer weiß, auf welch anderes Gerücht, auch welch absurden Rat oder Aberglaube er etwas hält und danach handelt."

Dann ist die Dorflinde erreicht. Es dauert auch nicht lange, bis sich das Volk darum versammelt hat und Uther mit seiner Rede beginnt. Zunächst erklärt er den Leuten genau das, was er zuvor mit der Gruppe ausgemacht hat, sodass Lîf und Freydis seine Erzählung nur an den passenden Stellen bekräftigen und bezeugen müssen. Als die Menge nähere Fragen zum Dämon hat, springt Kjartan in die Bresche. Voller Eifer und so bildhaft, dass man meint, die Szene vor sich zu sehen, schildert er das insektenartige Schattenmonster, dem er sich wagemutig in den Weg warf. Und das Fleischmonster, als welches der Dämon zuvor herumlief, das heißt, bevor sie ihn in Einzelteile zerhackt hatten, die aber auch jeweils noch weiterkämpften. Und dazu die vier Untoten und die Wolfskreatur, welche seine niederen Diener waren. Und...

"Und dann blieb uns die Luft weg vor Schreck, als wir Fürst Soren tot vor einer Art unheiligem Altar fanden, wo der Dämon ihn zweifellos seinem Herrn Urian geopfert hatte", fällt Freydis ihm ins Wort, bevor er Merle oder Tristan erwähnen kann oder dass es Uther war, der eigenhändig die Kehle des Vaters durchschnitt. "Und dann drangen auch schon aus dem Kellergewölbe Hilfeschreie an unser Ohr und wir eilten dorthin und befreiten all die armen Mägde und Knechte des Fürsten. Nur für einen kam unsere Hilfe zu spät. Aufgefressen hatten die Monster ihn, vor den Augen der anderen, nur ein paar abgenagte Knochen waren von ihm übrig."

Diese Schilderung beflügelt die Phantasie der Leute, sodass sie wild durcheinander reden und spekulieren und niemand Kjartans schuldbewusstes Gesicht bemerkt. Dann aber schlägt die Stimmung um, von Erleichterung zu erneuter Furcht, als immer mehr Leute fragen: Ja, wie sollen wir, das einfache Volk, denn den Dämonen widerstehen, wenn nicht einmal die Fürsten oder gar die Mönche gegen sie gewappnet sind! (Hierbei gehen die Blicke zu Halfdan, welcher offenbar bereits von seinen Erlebnissen im Kloster berichtet hatte.)

Da tritt Fürst Uther vor und hält eine Rede, die von der Verantwortung des Einzelnen spricht, der Zusammenarbeit, von der Kraft, welche der Glaube spendet. Und er wagt es sogar auszusprechen, in äußerst milder Form, was er von Abt Halfir hielt: dass der Abt sich zu sehr damit befasst hat, Fehler bei seinen Mitmenschen zu suchen und zu bestrafen, während der Prophet doch vor allem lehrte, ein jeder möge sich seine eigenen Fehler eingestehen und nach bestem Vermögen korrigieren. Ob Mönch, Fürst oder "einfaches Volk": niemand käme um diese Aufgabe herum und jeder ist gleichermaßen befähigt dazu. Dafür sei auch nichts ermutigender und stärkender als dies, nichts wappne besser gegen Ungemach. Von seinem Weib Merle habe er außerdem so manches gelernt, wie man es in Jongot hält, wo man sich am besten auf den Kampf gegen den Dämon versteht und dem Wort des Propheten auch besonders genau folgt. Alles, was der Gemeinschaft dient, sei dort gleichermaßen angesehen. Ob Kräuterweib oder Krieger, Bauer oder Marketenderin, Koch oder Wäscherin: jeder trägt seinen Teil bei, wie er es am besten vermag.

"Andererseits wartet in Jongot niemand darauf, dass irgendwann von weither irgendwelche Retter kämen, sondern ein jeder sieht sich selbst in der Pflicht. So war es auch hier zu Javruds Zeiten und so sollten wir es von nun an wieder anstreben: kein König im fernen Arteus wird uns helfen, aber auch Kromdag hat genug eigene Sorgen und die Wacht am Wall ein riesiges Gebiet zu schützen. Deshalb ist es an uns, wieder so wehrhaft zu werden, wie wir es früher waren."

An dieser Stelle beschließen Lîf, Freydis und ihre beiden männlichen Begleiter, dass der Fürst die Sache auch ohne sie gut im Griff hat, und machen sich unauffällig aus dem Staub. Gerade noch vernehmen sie, dass Uther junge Männer zum Waffendienst rekrutieren will, bevor sie außer Hörweite sind.

Schnell geht es den inzwischen bekannten Weg am Bach entlang. Kjartan hat es auf einmal eilig und auch Lîf hat erst einmal keine Muße für die Kräutersuche. Als sie es doch einmal halbherzig versucht, wendet Freydis ein: "Merle hat einen ziemlich gut sortierten Kräutergarten, da kannst du dich heute abend in Ruhe umschauen. Und oben im Klostergarten wuchs auch nicht bloß Gemüse. Wenn Du etwas bestimmtes suchst, kann ich es dir vielleicht von dort mitbringen."

So ist der Fuß der Felswand, die zu dieser Stunde noch einen recht weiten Schatten wirft, bald erreicht. Ohne Zögern verlässt Kjartan den Pfad, dort wo auch der Bach ihn verlässt, während Freydis und Halfdan sich an den mühsamen Aufstieg zum Kloster machen.

"Fräulein Freydis... Fräulein Redwaldsdottir... hast du einen Zwergen verschluckt?" erregt Freydis sich beim Abschied. "Oder redet man auf den Inseln so? Fräulein! Ha, auf einmal. Und das 'Du' hast du wohl auch verlernt. Redest von Freundschaft, aber nimmst das Du zurück! Und überhaupt, du bist eine drudkvinde! Zumindest bei uns auf Albion ist das so viel wie ein Fürst, also wären wir, selbst wenn du es ganz genau nehmen wolltest, vom selben Stand. Also bitteschön, bleib beim Du!"

Zeit zu einer Erwiderung bleibt Lîf nicht, denn sie muss Kjartan hinterher, bevor sie ihn im Gebüsch aus den Augen verliert.

Dieser Teil des Weges, im Schatten der Steilwand, kommt ihr länger vor als die wenigen hundert Schritt, die es in Wahrheit sind. Was als "Gebüsch" begann wird schnell zu "Wildnis". Kletten verfangen sich in ihrem Haar, Ranken und Zweige verhaken sich in ihrer Kleidung, Wurzeln stellen ihr ein Bein. Einmal muss sie gar Tristans Sax hervorholen, um sich einen Weg zu schlagen. Und immer wieder ruft sie Kjartan hinterher, er möchte doch bitte auf sie warten. Das Tosen des Wasserfalls wird immer lauter. Endlich bricht sie durch das Unterholz und steht auf einer lieblichen kleinen Lichtung. Nun ja, zumindest der erste Blick auf den kleinen, von Seerosen bedeckten Teich, dicht umdrängt von Busch und Baum, ist lieblich. Der mächtige Fall selbst – breiter, als sie das aus der Ferne gedacht hätte, wohl an die sechs Schritt[1] – und der Blick an ihm hinauf sind... schwindelerregend... ehrfurchtgebietend... gewaltig...

Ein Jauchzen reißt Lîf aus ihren Gedanken. So schnell kann sie sich gar nicht umdrehen, wie Ninae auf sie zustürzt oder vielmehr auf Kjartan, diesen wild umarmt und mit Küssen bedeckt. "Mein Liebster, mein Süßester! Du bist zurück! Du hast mich nicht vergessen!"

Es dauert eine Weile, bis Kjartan sich daran erinnert, dass man gar nicht unter sich ist. Als es ihm endlich doch einfällt, windet er sich ein wenig unbeholfen los, um Ninae auf Lîf aufmerksam zu machen. Auch die "Schwester" wird herzlich umarmt und willkommen geheißen. "Kommt an unseren Teich! Setzt euch daher! Baumelt die Beine im Wasser! Oder kommt ganz herein! Ist es nicht herrlich? Und hier sind meine Schwestern, Simoe und Tirael! Sie finden das auch ganz lieb, dass ihr mich aus dem grässlichen Kerker befreit habt!"

Die beiden Nymphen lösen sich vom Ufer, wo sie sich zwischen Baumwurzeln und überhängenden Zweigen versteckt hatten, waten zur Mitte des offenbar nicht sehr tiefen Teiches (nur das letzte Stückchen müssen sie schwimmen) und winken fröhlich.[2] So schön wie Ninae, die Haut ein wenig gebräunter, blond die eine (Simoe?), brünett die andere (Tirael?), und natürlich vollkommen nackt. (Ninae dagegen trägt einen hauchzarten Schleier um den Leib geschlungen, der allerdings auch nicht allzu viel zu verbergen mag und der, als sie zu ihren Schwestern ins Wasser steigt, darin zu zerfließen scheint, bis sie schließlich ebenso nackt im Wasser plätschert. Kjartan kann sich die Kleidung gar nicht schnell genug vom Leib reißen, bevor er hinterherspringt.

"Komm auch, Schwester!" ruft Ninae.
 1. 2 Schritt = 1,5 m
 2. Bild s. hier (https://games.dnd-gate.de/index.php/topic,8884.msg1045947.html#msg1045947), nur ohne den Satyr.
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Gaja am 22.06.2021, 19:47:24
So ganz ohne Interesse ist Uthers Rede über die hiesigen Religionen für Abdo nicht. Immerhin wird ihm bestätigt, was er selbst bereits ahnte: dass der sogenannte "Neue Glaube" deutliche Ähnlichkeiten zu dem Aris-Glauben seiner Heimat hat. Auch in Ya'Kehet gilt das Gemeinwohl als höchste Verpflichtung des Einzelnen. So war es schon vor dem Dämoneneinfall, und seither ist es die einzige Hoffnung auf Überleben.

Noch auffälliger allerdings ist die zweite Gemeinsamkeit: Wie in Ya'Kehet glauben also auch die "Anhänger des Einen", dass ein einziges Leben auf Erden nicht ausreicht, um sämtliche Prüfungen Gottes zu bestehen. Oder man könnte auch andersherum sagen: dass der Mensch mehr als eine Chance bekommt, den rechten Pfad zu finden. Niemand wird verdammt nach nur einem gescheiterten Leben; niemand darf sich am Ende eines gelungenen den anderen überlegen fühlen, denn es warten weitere Prüfungen auf ihn. Es wird immer weitere Prüfungen geben. Hier der Unterschied zu Uthers Beschreibung, dass gelobte Ziel sei die "Vollkommenheit" jedes Einzelnen, was eine "Ewigkeit des Friedens" einläuten werde. Aris verspricht nichts dergleichen. Er verlangt von seinem Volk, stets wachsam und wehrhaft zu bleiben.

Wenn nämlich ein Reich dekadent wird, sich zu gierig in alle Richtungen ausstreckt und sich dabei nur noch fett und faul wie ein Kater vor dem Herdfeuer räkeln kann, eitel, sorglos, selbstgefällig... wenn auch die Gemeinschaft bröckelt, weil alle nur mit sich selbst beschäftigt ist, weil ein jeder nur haben, haben, haben will, nicht aber geben, dann folgt die Strafe! Dann wittert der Feind Schwäche... So warnte der Prophet Sinai bereits dreieinhalb Jahrhunderte vor dem Dämoneneinfall. Hätte man nur besser auf ihn gehört!

Der Weg zu Solveigs Hütte ist schnell zurückgelegt. Jan und Solveig finden sich am Rande des Geschehens, an einen Zaun gelehnt. Zwei Männer und ein Wolf haben sich gerade zu ihnen gesellt. In höflicher Entfernung hält Abdo daher inne.

~~~

Die Frau wendet sich zu Wulfgar um. Ohne Eile geht ihr Blick von Wulfgar zu Brakus zu Arnvidh und wieder zurück. "Wer will das wissen?" fragt sie.

Ihr Begleiter ist weniger gelassen. "Ja, was wollt ihr von Solveig?" verlangt er zu wissen, eine Hand am Schwertknauf. "Wer hat euch gesagt, ihr sollt sie suchen?"

Arnvidh, der sich still im Hintergrund hält, bemerkt zwei Dinge. Erstens sieht Solveig sehr erschöpft aus. Als wäre sie die ganze Nacht auf den Beinen gewesen. Da darf sie sich wohl mal eine Pause gönnen. Eine andere Vermutung sieht Arnvidh dagegen bestätigt: Fremdlinge und Andersartige wenden sich lieber an Solveig als an die berobten Schwestern. Dort drüben etwa nähern sich drei höchstseltsame Gestalten und halten schnurstracks auf Solveig zu: ein schwer gerüsteter Zwerg, eine waldgrün gekleidete Elbin mit Bogen in der Hand, dazu ein hochgewachsener, kräftig gebauter Mensch von so dunkler Hautfarbe, wie Arnvidh es noch nie gesehen hat.[1]
 1. So, dann mal los. Wäre schön, wenn ihr einander so ganz grob beschreiben könntet.
Erinnerung an die beiden Neuen: wir schreiben im Präsens!
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Arnvidh Kjellson am 23.06.2021, 13:17:15
„Wulfgar mit seinem Gefährten Barkus und Arnvidh, wollen das wissen.“ antwortet er ruhig und lüftet seine Kapuze ein Stück. Dann nickt er dem Mann zu, welcher sich zur Verteidigung bereit gemacht hat. Bevor er weiter redet macht er Wulfgar auf die anderen Fremdlinge aufmerksam, indem er ihn kurz an der Schulter berührt und in die Richtung der drei Fremden nickt. „Die Umstände sind bitter aber es Freud mich mich eine andere Heilkundige kennen zu lernen.“ Der Blick des Rotschopfs wandert dann wieder mit seinen dunklen-leuchtend-grünen Augen zu Solveig. „Uns wurde gesagt, dass ihr Hilfe bei der Heilung der Verletzten benötigen könnt. Auch sagte die Bauersfrau, dass ihr vielleicht etwas mehr Wissen über das Geschehen hier und die Hungerkreaturen habt. Würdet ihr dieses bitte mit uns teilen? Sobald Zeit ist. Mich persönlich wundert es, dass hier nördlich der Mauer Wesen herumlaufen die mich an Hungerkreaturen erinnern und nicht minder wundert es mich, dass die die wir gestern in Schach gehalten haben, sich wieder in Menschen zurückverwandelten. Ihr scheint jedoch weitere Gäste zu haben.“ Er geht etwas zur Seite und lässt den Blick frei auf den dunklen Menschen, den Zwerg und die Elbe.

Nun Seitlich stehend, stützt er sich auf seinen hölzernen Speer. Hierbei rutschen ihm ein paar seiner roten Haare ins Gesicht über die blaue Bemahlung und die Kapuze fast gänzlich vom Kopf. Der Morgenstern am Gürtel und auch das abgetragene Feldhemd lassen noch etwas von seiner kriegerischen Erfahrung erahnen. Sein Blick geht zwischen Solvieg und den Fremdlingen hin und her. Wobei er immer wieder zur Elbin blickt. Er hatte nicht erwartet, sobald jemanden vom Elbenvolk zu treffen. Vielleicht könnte sie ein paar seiner Fragen beantworten. Innerlich steigt seine Aufregung über dieses Aussicht, dass er sich in einer nervösen Geste die Haare hinter eines seiner spitzen Ohr streicht.
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Abdo al'Mbabi am 24.06.2021, 21:38:49
Hungerkreaturen? Abdo kennt zwar das Wort nicht, kann sich aber vorstellen, was der Fremde damit meint. Und gestern? Sollte es ihr Sieg gewesen sein, der den Fluch beendet hat? Die Frauen hatten so etwas gesagt, aber was genau damit einhergeht, ist ihm bis hier nicht klar gewesen.

"Gestern? Wann genau war das?" mischt der Ya'Keheter nun doch in das Gespräch ein, und seine beiden Gegenüber hören dabei an seinem Akzent, dass er offenbar nicht nur fremdartig aussieht, sondern auch weder von hier noch sonst irgendwo auf Dalaran stammt. Überhaupt ist der Mann merkwürdig gekleidet, mit leichter Kleidung, weder gerüstet noch bewaffnet wirkt er in der Begleitung des Dain und der Elbin irgendwie deplaziert.
"Womöglich haben wir eine Erklärung dafür, warum sie sich zurückverwandelt haben - die muss euch aber einer meiner Begleiter geben."
Nicht nur versteht er die Zusammenhänge mit Feen, Flüchen und all dem immer noch nicht wirklich, auch will er Uthers Geheimnis nicht versehentlich ausplaudern.

"Verzeiht mir!" fällt es ihm plötzlich ein. "Man nennt mich Abdo. Abdo al'Mbabi." stellt er sich vor und führt die Handflächen zum Gruß zusammen.
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Aeryn am 25.06.2021, 09:49:37
Die Elbin wirkt noch recht jung, auch wenn das immer schwer einzuschätzen ist. Sie ist nicht besonders groß und hat eine schlanke, wenn auch durchaus athletische Gestalt. Ihre Kraft wird aber schnell durch ihre geschmeidigen Bewegungen überschattet. Ihre schulterlangen Haare haben die Farbe von Herbstlaub und sie trägt sie wild und offen. Die mandelförmigen Augen funkeln in einem Smaragdgrün. Die Sonne kann ihrer makellos blassen Haut nichts anhaben. Die Elbin belastet sich nur mit dem Nötigsten. Sie trägt eine leichte Lederrüstung mit Horn und gehärteter Rinde verstärkt und ihre Waffen, allen voran einen meisterlich gearbeiteten Langbogen elbischer Machart, sowie einen Holzschild und ein schlankes Schwert auf dem Rücken, falls ihr Bogen einmal nicht die geeignete Wahl ist. Dazu trägt sie noch ein langes Jagdmesser am Gürtel, sowie ihren Köcher mit Pfeilen. Ihre Kleidung ist einfach und zweckmäßig, um ihre Bewegungen nicht einzuschränken. Eine leichte Tunika, enge Beinkleider aus Leder, darüber ein kurzer Rock, leichte Stiefel mit weichem Fell gefüttert. Dazu ein weiter Kapuzenumhang. Alles in Erdfarben oder in einem gräulichen Grün gehalten.

Sie nickt Solveig und den Fremden freundlich zu, als Abdo sich zu ihnen gesellt. Sie selbst hält aber zunächst auf Jan zu, um ihn zu begrüßen und auch mit ihm zu sprechen.

"Jan! Deine Pfeile haben mir gute Dienste geleistet. Vielen Dank nochmal! Ich habe auch selbst angefangen, mich mit dem Schnitzen zu beschäftigen. In meiner Heimat hatte ich vor einiger Zeit bereits damit angefangen, aber es dauert eben seine Zeit, bis man sich wirklich bereit fühlt, und die Notwendigkeit beschleunigt diese Dinge auch ein wenig. Jedenfalls habe ich dank Uther nun ein paar schöne Werkzeuge und würde es begrüßen, wenn Du mir auch den einen oder anderen Handgriff zeigen könntest. Der Schmied ist immer noch erkrankt? Rogar hatte sich angeboten, er ist ebenfalls ein begnadeter Schmied. Vielleicht könnten wir ja die Schmiede benutzen, um eine Anzahl an Pfeilspitzen herzustellen, um unsere Arbeit zu vervollkommnen. Ich werde einige Pfeile benötigen, wenn wir bald auf die Suche nach der Räuberbande gehen. Und wer weiß, wann sich wieder so eine Gelegenheit ergibt."
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Lîf am 25.06.2021, 13:55:09
Nachdem man Uther erfolgreich bei der Schilderung der Ereignisse in einer Version unterstützt hat, die hoffentlich niemandem Ungemach bereiten wird, nickt Lîf anerkennend. In ihren Augen hat der neue Fürst seine Sache ziemlich gut gemacht. Sie spricht ein stummes Gebet zur Großen Mutter, diesem Mann Ihren Segen zu gewähren, damit er weise und gütig regieren wird, den Menschen mehr eine Art Vater denn ein gestrenger Herrscher. Auch wird die junge drudkvinde ihm noch einmal mit eigener Hand das Zeichen des Ewigen Rades auf die Stirn zeichnen, um ihn zu segnen, und ihm einen kleinen Talisman überreichen, eine von ihr selbst gepflückte und getrocknete seltene Blüte, eigenhändig in ein winziges Beutelchen eingenäht, auf das Rankenmuster gestickt sind – beides natürlich in einem Moment, in dem niemand zusieht. "Mögen Weisheit und Güte Euch auf Eurem Weg leiten, hoher Herr" flüstert sie ihm mit einem Lächeln zu, ehe sie sich wie die anderen still und leise zurückzieht.

Da es Kjartan offenkundig zu Ninae drängt, gestaltet sich der Weg in Sichtweite des Baches eher schweigsam, denn der Rotschopf spart seinen Atem, um mit dem verliebten Kerl Schritt zu halten. Ihre Begleiter werden allerdings zugeben müssen, dass man ihr trotz der allmählich voranschreitenden Schwangerschaft keine echte, tiefe Erschöpfung anmerkt. Hier, in der freien Natur, scheint Lîf im Gegenteil die Lebenskraft aus ihrer Umgebung zu beziehen: Mit leicht geröteten Wangen, aber leichten Fußes macht sie ihren Weg und scheint immer wieder einmal sogar fast fröhlich, als sei es ihr vergönnt, vorübergehend ihren Kummer und ihre Sorge um Tristan in einen fernen Winkel ihres Bewusstseins zu verbannen.

Ihre ausnehmend gute Laune ist es wohl auch, die sie ungewohnt friedfertig macht. Auf Freydis' Ausbruch holt sie zwar unwillkürlich Luft zu einer geharnischten Entgegnung, doch dann schließt sie den Mund wieder, verdreht nur leicht die Augen zum Himmel und nickt mit einem kaum hörbaren Seufzer. "Nun denn, wenn du es so wünschst, soll es weiterhin dabei bleiben" bietet sie versöhnlich an. Da soll noch einer schlau werden – der Herr Zwerg zerplatzt bald vor Wut, wenn man ihn ebenso nennt, weil das nicht höflich genug ist, die junge Herrin dagegen protestiert wütend, wenn man sie eingedenk ihrer hohen Abkunft mit einem Ehrentitel anredet... Lîf fragt sich, ob sie, geehrte Weise Frau hin oder her, jemals ihre Abstammung als Tochter eines einfachen Bauern wird leugnen können. Die Höflichkeit scheint eine Sache zu sein, die ihr einfach nicht liegt.

So belässt sie es denn auch bei der kurzen Antwort und eilt Kjartan nach. So gut es geht jedenfalls. Leise grollend kämpft sie sich voran und verwünscht den Eifer des närrischen Burschen mehr als einmal, der ziemlich wenig Rücksicht darauf nimmt, dass man im Unterholz nicht so schnell vorankommt, wenn man ein Kleid anstelle von Hosen trägt und zudem ein Kind unter dem Herzen. Als sie jedoch die Lichtung erreicht, das offensichtliche Ziel ihres Marsches, da verstummt ihr unterdrücktes Murren gänzlich. Die Herrlichkeit der Göttin bietet sich ihren ehrfürchtigen Blicken in ganzer Pracht dar, und sie fasst das Amulett um ihren Hals, um es an ihre Lippen zu drücken. "Oh Herrin allen Lebens," flüstert sie ergriffen, "wer könnte hier Deine Macht leugnen..!"

Mühsal und Sorge erscheinen mit einem Mal ferner, als habe sie ein Land betreten, in dem die Zeit stillsteht und den Menschen dazu einlädt, zu verweilen, die wunde Seele und den ausgelaugten Körper zu Kräften kommen zu lassen. Freudig erwidert sie die Umarmung Ninaes, atmet tief durch und folgt ihr und Kjartan zu dem Teich. "Es ist wundervoll hier, so friedlich" bemerkt sie, während sie ihre Schuhe ablegt, das Kleid bis zu den Knien schürzt und Ninaes Einladung folgend die Beine in das kühle Wasser steckt. So sitzt sie im weichen Gras und schlägt erst den Blick nieder – weniger wegen der Nymphen, die nur ihrer Natur folgen, als wegen des splitternackten Kjartan. Doch irgendwann hat sie das Gefühl, dass an diesem Ort die Scham ob eines Körpers keinen Platz haben darf, und so sieht sie, wenn auch mit einem leichten roten Hauch auf den Wangen, den Badenden von ihrem gemütlichen Platz aus zu.

"Liebe Schwestern" beginnt sie nach einiger Zeit freundlich und hält sich an die Anrede, die Ninae vorgab. "Ich danke der Großen Mutter, dass sie euch wieder zusammengeführt und Ninae die Freiheit wiedergegeben hat. Auch Kjartan" – ein Blick streift ihn, irgendwo zwischen einem resignierenden Kopfschütteln und mütterlicher Wärme gelegen – "gönne ich aus ganzem Herzen das Glück, das er finden mag. Umso mehr zögere ich, euch gerade in diesem Moment um eure Hilfe, um einige Ratschläge zu bitten. Doch wir – meine Gefährten und ich – haben noch eine weitere Aufgabe zu erfüllen, um Unglück von den friedlichen Leuten hier zu wenden. Und dann gibt es da noch etwas, das... das mir selbst großen Kummer macht." Eine Andeutung von Trauer geht bei diesen Worten über ihr ansonsten volles, gesund und frisch wirkendes Gesicht. "Es gilt den Mann zu retten, dem mein Herz gehört und dessen Kind ich empfangen habe, und ich kann dabei alle Hilfe gebrauchen, die ich nur zu erlangen vermag."
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Gaja am 25.06.2021, 14:42:04
(https://games.dnd-gate.de/index.php?action=dlattach;topic=7636.0;attach=12950)
Bei Arnvidhs Antwort entspannt die Frau sich ein wenig, wenngleich ihre Miene zum Ende voller Verwirrung ist. Den Begleiter mit einer Hand auf dem Unterarm zurückhaltend, fragt sie rasch: "Was meinst du mit Zurückverwandeln? Hungerkreaturen? Welche Bauersfrau? Du kommst aus Jongot? Welche Gäste?" Es ist ihr wohl alles zu viel auf einmal.

Nach den Gästen allerdings wendet sie sich um, und ihr Gesicht hellt sich auf. Doch Abdo lässt ihre Fragen weiterhin offen und Aeryn interessiert sich nur für ihren neuen Bogen und dass sie dafür genügend Pfeile herbekommt. Eine einzige Silbe ist ihr die Begrüßung wert, schon überschüttet sie Jan mit einem Wasserfall an Worten, dass der arme Mann kaum weiß, wie ihm geschieht.

(https://games.dnd-gate.de/index.php?action=dlattach;topic=7636.0;attach=13126)


"Äh, was?" stutzt er, noch unsicher, in welche Richtung er sich wendet soll. Droht von den unbekannten Gestalten Gefahr? Sind es Bekannte der anderen? Ist der eine tatsächlich ein Heiler, wie er sagt? Was macht der Wolf? "Äh, wie... was für Dienste? Ich dachte, ihr wolltet zu Uther. Bist du... seid ihr.. Von was für einer Erklärung spricht dein Begleiter? Wie, ja, der Schmied ist noch im Zelt und schläft... wir hatten hier eine ruhige Nacht. Heißt das, ihr habt die Ursache des Fluches gefunden? So red' schon!"
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Aeryn am 25.06.2021, 15:32:15
"Ja, der Fluch ist gebrochen. Es ist uns endlich gelungen, die Quelle ausfindig zu machen. Hat man hier schon Auswirkungen davon feststellen können? Aber bitte, frag garnicht erst, was genau geschehen ist. Ich... kann Dir darauf keine Antwort geben. Wenn Du mehr wissen willst, kann Uther es Dir vielleicht sagen."
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Wulfgar am 25.06.2021, 15:41:19
Wulfgar hat sich bisher zurück gehalten um die Situation erst einmal besser einschätzen zu können. Wulfgar ist mit seinen fast 2 Meter sehr groß gewachsen und bringt auch über 100 Kg auf die Waage. Sein Körperbau ist athletisch, denn neben seiner Muskulatur ist auch zu erkennen das er eine gewisse Wendigkeit und Geschicklichkeit aufweist. Seine Haut ist wettergegerbt und rau. Er hat lange braune Haare und einen braunen Vollbart. Seine Augen sind ebenfalls braun und wenn er lächelt dann entblößt er ein Gebiss das schon fast einem Raubtier ähnelt, denn er hat einen starken Kiefer und auch Eckzähne die schon fast Reißzähnen ähneln. Sein gesamtes Erscheinungsbild hat etwas wildes und urtümliches. An den Oberarmen trägt er rituelle Tätowierungen, und im Gesicht hat er über dem rechten Auge eine Narbe. Er in einfache Reisekleidung zusammen mit schweren Stiefeln und einem Mantel mit Kapuze gehüllt. Man sieht ihm sofort an das er ein Mann der Wildnis und der freien Natur ist. Der Hühne ist auch auf den ersten Blick recht gut bewaffnet, denn neben dem offensichtlichen Speer in seiner Hand, kann man bei etwas genauerem Hinsehen auch noch eine Streitaxt und einen Dolch erkennen, die er am Gürtel trägt. Auf dem Rücken hat er Wurfspeere geschnallt. Wer sich mit elbischen Waffen auskennt kann erkennen das der Speer in Wulfgars Hand eine meisterhafte elbische Arbeit sein muss. An seiner Seite ruht ein großer weißer Wolf der aufmerksam die Umgebung beobachtet und manchmal kurz knurrt, oder an etwas schnüffelt aber stets auf Wulfgar fixiert ist und jedes noch so kleines Kommando von ihm wahrnimmt. Des weiteren steht noch ein angeleintes Maultier hinter Wulfgar, das einige Gepäckstücke geladen hat.

Erst als sich die fremden zu Wort gemeldet haben und es sich herausstellt das diese wohl auch zu der Heilerin wollen und sie sogar kennen entspannt sich Wulfgar etwas um dann auch das Wort zu ergreifen "Wie mein Begleiter schon erwähnt hat, ich bin Wulfgar, und das ist mein treuer Gefährte Brakus. Wir sind hier auf der Durchreise. Gestern sind wir an einem Bauernhof hier in der Nähe vorbei gekommen. Dort wurde ein Mann von merkwürdigen Kreaturen angegriffen die sich wie wild und völlig von Sinnen auf ihn gestürzt hatten. Als wir diese Kreaturen erschlagen hatten verwandelten sie sich plötzlich wieder in Menschen zurück. Wir haben dann von Karla und Gudfast erfahren das es hier wohl schon seit einigen Tagen zu solch merkwürdigen Vorkommnissen gekommen ist. Aber warum diese Kreaturen sich plötzlich wieder in Menschen zurück verwandeln, das konnte uns bisher noch keiner erklären. Karla meinte das du Solveig uns hier vielleicht weiter helfen kannst. Im Gegenzug kann ich dir und auch Euch anderen nur anbieten das ich ebenfalls Helfe wo ich Helfen kann. Ich kann recht gut mit Holz umgehen, und auch die Heilkunst ist mir nicht völlig fremd, auch komme ich in der freien Natur recht gut zurande, und zusammen mit Brakus an meiner Seite konnte ich mich bisher auch immer recht gut meiner Haut erwehren", bei dem letzten Satz lächelt Wulfgar zum ersten mal und entblößt dabei seine Reiszähne, auch der Wolf brummt zustimmend, fast so wie als ob er verstanden hat worum es gerade geht.
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Rogar, Apothekarius am 25.06.2021, 17:04:43
Rogar hat sich die Bitte des Nun-Fürsten mit Langmut angehört. Im Gegensatz zu seinen Volksgenossen versteift er sich nicht auf Wahrheiten. Daher nickt er Uther zu und bestätigt: "Auch ich kann Merles Beteiligung und das genaue Schicksal eures Vaters den Menschen gegenüber zurückhalten, da es der allgemeine Wunsch ist. Was Herrn Olavsons Situation angeht, war ich eh schon mit dabei." "Os ydych chi'n bodau dynol yn cadw'ch gilydd mor anwybodus, does dim angen i chi synnu at gamddealltwriaeth a'r awydd am ryw fath o esboniad."[1], denkt er zwar, spricht es jedoch nicht aus. Schließlich traut er selbst den Menschen nicht viel zu, dass muss er zugeben.

Den Antworten auf seine Fragen lauscht Rogar sehr aufmerksam und macht sich, sobald sich die Gelegenheit ergibt, auch Notizen, um sein Gedächnis zu entlasten. Er stellt vereinzelt Zwischenfragen und ist froh über eine verhältnismäßig neutrale Darstellung. Entsprechend bedankt er sich für die Übersicht und hört den Reaktionen der anderen zu. Eine eigene Position bezieht er nicht, dazu räumt er sich nicht genug Übersicht ein. Nur dazu, wieviel er offensichtlich nicht über Freydis weiß, lässt er sich nicht aus oder forscht nach. Er verzieht nur missmutig das Gesicht und schnaubt.

Lifs Bitte zu Solveig nimmt der Dain brummelnd entgenen: "Das werde ich tun, ich hatte schon Vergleichbares in meinem Sinne vor. Später auf dem Kloster werde ich auch da nach dem Garten schauen." Mit einem gewissen Stirnrunzeln hört er Abdos Ansage, er schweigen, jedoch bei Befragung nicht lügen. Auf dem Weg nutzt er eine Gelegenheit, ihm ein hoffentlich überzeugendes Argument zu liefern: "Herr al'Mbadi, ich kann eure Ehrenhaftigkeit im Bezug auf Lügen verstehen, das muss es doch aber nicht sein. Schweigen oder Aussage verweigern tun es doch auch. Wir haben nicht alles Wissen und könnten einen falschen Eindruck bekommen haben und, was wohl schwerer wiegt, wollen wir die Fragenden in Versuchung führen? Wenn sie wissen, wie leicht sie mit einem Dämon ins Geschäft kommen können oder das dies im Keller des Fürstenhofes geht, fände sich unter Umständen ein schwacher Geist, der es versuchen würde."

So marschiert er mit den anderen zu Solveig, vor deren Hütte noch immer die Heilerinnen ihre beiden Zelte aufgeschlagen haben.[2] Auf eine weitere Begegnung mit diesen Damen hätte Rogar gerne verzichtet, so hält er sein Temperament im Zaum.
 1. Dain: "Wenn ihr Menschen euch gegenseitig so unwissend haltet, müsst ihr euch über Missverständnisse und den Wunsch nach irgendeiner irgendwie gearteten Erklärung nicht wundern."
 2. Gaja: Korrektur. Die Heilerinnen sind bei Solveig, nicht umgekehrt.
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Rogar, Apothekarius am 25.06.2021, 17:05:09
Die Anwesenheit weiterer Fremder bei Solveig lässt den Dain langsamer werden. Ohne Eile kontrolliert er mit routinierten Handgriffen seine Ausrüstung, vor allem die schnell öffenbaren Schnallen seines Rucksacks als auch den Sitz von Axt und Schild. Der Anblick eines Kolkrim verfinstert seine Miene sichtlich. Er bleibt weit genug weg vom ihm und seinem Wolf stehen, dass er bei einem Angriff die Waffe ziehen könnte. Den Menschen mit elbischem oder feenerbe ignoriert er erst einmal.

So kann man Rogar deutlich erkennnen. Für einen Dain hochgewachsen, füllt er eine gutgepflegte (allerdings relativ runenarme) Rüstung mit einer Menge Muskeln und ein wenig Fett aus. Seine Haut ist schwach gebräunt und seine kleinen Äuglein blitzen unter dem Helm hervor. Für einen Dain ist sein Bart mit Brustlänge nicht auffällig lang, aber gut gepflegt und tiefbraun. Neben einer selbst für seine Gestalt großen Kriegsaxt kann man einen schweren Metallschild, eine Bolzenschleuder und eine Wurfaxt an ihm ausmachen. Trotz seinem zunächst schnell-watschelnden Gang macht er nicht den Eindruck, als wüsste er nicht, wie er mit all dem Kriegswerkzeug umgehen soll. Ein großer und offensichtlich prallgefüllter grauer Rucksack ergänzt das Bild. Erfahrene Abenteurer können vereinzelte Werkzeuge zum Kochen, Schmieden und Heilen an ihm hängen sehen.

Als seine beiden Begleiter es an Zurückhaltung und Verhalten missen lassen, dass andere nicht prompt misstrauisch werden lässt, stöhnt der Dain hörbar auf. Mit einem Knirschen entfaltet er seine Metallhandschuhe und beginnt: "Seid gegrüßt und wir freuen uns, euch wohlbehalten zu sehen.", hebt er die Stimme in Richtung Solveig und Jan. Sie ist tief und rauh, seine Aussprache gepflegt und regelrecht gestelzt. "Mein Name ist Rogar, ich bin Apothekarius.", wendet er sich an die beiden Neulinge. Ohne Wulfgar allzu lange aus seinem Blickfeld zu lassen, antwortet er auf die zuvor gestellten Fragen: "Wir haben Uther erreicht und sind mit ihm zusammen hierher zurückgekehrt. Was die Sache mit dem Fluch angeht, bitte missversteht meine Kameraden nicht, wir wollen nur vermeiden, dass Ganze an die falschen Ohren gelangt. Nur soviel in Kürze: Im Gewölbe unter dem Fürstenhof hatten sich ohne sein Wissen Dämonen eingenistet, die wir bezwungen haben. Der Fluch, der diese Gegend in ihrem Würgegriff hatte, wirkte von dort aus. Wir haben ihn beendet. Es freut uns, dass sich damit augenscheinlich sogar einige Auswirkungen zurückgebildet haben. Und es ist bedauerlich, dass die Hilfe nicht für alle rechtzeitig kam. Wie geht es Herrn Talahan?" Er lässt seinen Zuhörern gerade genug Zeit, um nicht unhöflich zu werden, dann setzt er fort: "Was unsere eigenen Anliegen angeht, wie gesagt, wir wollen, wie ursprünglich geplant, den hiesigen Räubern nachspüren - und würden die kurze Erholungspause gerne nutzen, unseren Handwerken nachzugehen, vielleicht mit eurer Unterstützung?"
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Gaja am 26.06.2021, 15:50:10
Am Rand des Teiches sitzt Lîf eine geraume Weile und lässt ihre Beine im Wasser baumeln. Ein besonders behagliches Plätzchen hat sie gefunden zwischen gewaltigen, bemoosten Wurzeln, welche zur einen Seite hin regelrechte Bretter bilden, an die man sich zurücklehnen kann wie auf einer Bank, zur anderen Seite hin sich bis ins Wasser schlängeln. Warm und wohlig ist's ihr am ganzen Leib und leicht in der Seele. Alle Sorge scheint vergessen. Ewig möchte sie so hier sitzen! Unbekümmert im Wasser planschen, mit den drei Schwestern einen Reigen tanzen, das samtig kühle Wasser auf der Haut spüren, den Sommerduft einatmen... Erst, als ein paar frühe Blätter wispernd auf ihre Schultern fallen, blickt sie am hohen Stamm hinauf und erkennt, dass sie unter einer Ulme sitzt. Noch inniger schmiegt sie sich darauf in ihr Nest aus Wurzeln[1] und könnte schwören, dass auch deren Umarmung enger, liebkosender wird, dass eine Vielzahl an Stimmen ihr liebe Dinge ins Ohr wispert, dass jedes Zweiglein zittert und jedes Blättlein raschelt, ohne dass ein Hauch von Wind sich rührt, und sie flüstern... alles flüstert... hier bist du sicher... hier bist du unter deinesgleichen... weder Streit noch Zank gibt es hier... noch Krankheit, noch Tränen...

So verlockend all dies ist, so gerne Lîf sich dieser Stimmung ganz hingeben will, so stemmt sie sich doch irgendwann dagegen. Bleib bei uns, wispert die Ulme, verlorene Tochter, kehr zu uns zurück! Doch Lîf kann nicht. Tristan... das muss die Ulme doch einsehen... ihn kann Lîf doch nicht so einfach aufgeben... nein, niemals würde sie aufgeben...[2]

Das Flüstern der Ulme ändert den Ton. Nicht länger versucht es Lîf zum Bleiben zu überreden. Recht hast du, rascheln die Blätter stattdessen. Stark und mutig, treu und gut, so eine Tochter wünscht man sich! Gib nur gut acht auf dich, ja? Gib acht. Und wir wollen auch acht auf dich haben... ein Auge auf dich... werden lauschen, wo du wandelst... wenn du Rat brauchst... frag... frag uns, einen jeden von uns... solange du in unserem Schatten wandelst... sag, der Ulme Tochter braucht einen Rat...

Erholt wie aus einem tiefen Schlaf erwacht sie. Wie viel Zeit vergangen ist, weiß Lîf nicht. Sie fühlt sich gestärkt, zuversichtlicher als zuvor. Ihr Ziel klar vor Augen, wendet sie sich an die Nymphenschwestern.

Zu Beginn von Lîfs Rede platschen die drei Schwestern, mit Kjartan in ihrer Mitte, noch fröhlich herum und lauschen allenfalls mit halbem Ohr. Als Lîf jedoch traurig erzählt, dass der Mann, den sie liebt und dessen Kind sie erwartet, in großer Gefahr sei, da lassen die drei von Kjartan ab und schwimmen eilig herbei, umarmen und streicheln und trösten.

"Doch nicht mein lieber Tristan?" ruft Ninae erschrocken, worauf alle drei jammern: "Oh weh, oh weh, was können wir tun?"

Lîf fragt also, was die drei über den Propheten Javrud wissen. Ob es Orte von besonderer Bedeutung gebe, hier oder im Wald oder in den Bergen. Gibt es noch weitere Diener der Göttin hier, womöglich solche, die als weise gelten? Und ob sie sich daran erinnern könnten, als sie damals den Pakt mit Javrud eingegangen waren... ob sie da jemals mitbekommen hätten... dass ein Mensch von einem Dämon besessen wurde, doch Javrud ihn befreite?[3]

Bei mancher Frage leuchten die Gesichter und eifrig folgen Antworten wild durcheinander, doch bei manch anderer stutzen die drei oder schauen verwirrt. Die Geschichte von Javrud und der Quelle bekommt Lîf als erstes erzählt, ausführlicher noch als aus Kjartans Mund. Viele, viele Sommer und Winter ging es so, treu war er ihr, so eifersüchtig sie auch war, denn viele liebe Kinderlein gab, für ihn und auch zwei für sie: so treu war er ihr!

Orte von besonderer Bedeutung? Nun, sie finden es ja hier am schönsten und wollen gar nicht gern lange von hier weg sein. Ein guter Freund von ihnen (mit besonders schönen Hörnern!), der sie zwei- oder dreimal im Jahr besuchen käme (der einzige Mann, der sie drei alle gleich lieb hätte!), der käme im ganzen Wald herum und würde auch gerne viel erzählen, nur so richtig merken täten die drei sich das nicht. Und leider hätte Lîf ihn auch gerade verpasst: vorgestern erst war er zu Besuch gekommen und heute morgen ganz früh dann weitergezogen. Aber wenn Lîf ihn zufällig im Wald träfe, dann sollte sie ihm sagen, sie sei eine liebe Schwester von Ninae und Simoe und Tirael, dann würde er ihr bestimmt wohl gesinnt sein und ein paar seiner Geschichten erzählen.

Weitere Diener der Göttin? Ein alter Mann käme manchmal hierher, aber für die drei Schwestern hatte er keine Zeit. Zu Choron wolle er, deshalb kam er auch immer zur Dämmerung und verschwand bei Sonnenaufgang. Denn...

"Unser Choron ist ganz schrecklich weise!" ruft Ninae aus. "So viele Dinge merkt er sich, dass mir ganz schwindelig wird, wenn ich nur daran denke! Den musst du fragen, was er über Javrud noch weiß, außer dass es ein schöner Mann war, wohl gebaut, dazu treu und tapfer, ehrlich und gut!"

"Kein Mensch war er", merkt Simoe an, "auch kein Elb oder Zwerg, ein Riese schon gar nicht. Auch keiner von den Kleinwüchsigen, die vor langer Zeit verschwunden sind. Von so weit her kam er, dass er der einzige ist von seiner Art, den wir je sahen."

"Außer den Toten", ergänzt Tirael schaudernd. "Tote gab es damals viele, in der Nacht, als der Himmel brannte und Feuer herabregnete... Überall verstreut lagen sie, verbrannt, zerschmettert... Frag' Ishalón! Wenn du wissen willst, wo vergessen ihr Gebein in der Erde modert... wenn's einer weiß, dann er!"

"Nicht, dass er weise wär'", stellt Simoe klar. "Ein Schalk ist er, mal bös', aber meistens gut. Unsereins mag er, besonders die hübschen. Nur eure Männer sollten bei ihm recht vorsichtig sein."

"Aber Choron ist weise", wiederholt Ninae. "Wenn du zu ihm willst, dann folge mir. Lass nur alles liegen, was aus Eisen ist!"

"Und alles, was nicht nass werden soll", rät Kjartan ihr, und zeigt erklärend zum Wasserfall. "Da kommt man nicht 'ran außer durchs Wasser... und drunter hindurch musst du auch..."

Schon schwimmt Ninae darauf zu und winkt Lîf ihr zu folgen.

An Anuks Geschichte muss Lîf da denken, wie Ninae selbst sie im Kerker erzählt hat. Uthers dritte Mutter bat Choron um Hilfe, als sie nicht schwanger wurde und der Gatte ihr drohte, und Choron half ihr, weil sie so besonders gut war, eine so schöne Seele hatte, denn alle anderen weist er ab und ist ihre Not noch so groß! So sei der Nachtbruder nun einmal, er könne nicht anders...

Abermals winkt Ninae sie heran.
 1. Wer will, kann guhgeln: Brettwurzeln Flatterulme Bilder.
 2. Willenswurf vs. 12 (https://games.dnd-gate.de/index.php/topic,8881.msg1094410.html#msg1094410) geschafft
 3. s. Lîfs vorigen Post (https://games.dnd-gate.de/index.php/topic,11920.msg1094189.html#msg1094189), unterster Absatz.
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Gaja am 26.06.2021, 16:14:49
"Wie, was hat die Quelle damit zu tun?" fragt Jan erschrocken. "Ist sie verletzt, geht es ihr gut? Ach halt, redest du von der Ursache, also des Fluches? Dann sag das doch. Weißt du, ich glaub', ich frag' wirklich besser Uther. Der soll mir das in Ruhe, von vorne bis hinten erzählen, nicht völlig durcheinander!"

Sein Blick fällt auf Aeryns neuen Bogen und seine Augen werden ganz groß. "Wo hast du den denn her? Darf ich mal? Ja, der Schmied schläft noch tief und fest, aber wenn das stimmt, dass jetzt alles vorbei ist und sogar bereits Verwandelte sich in Menschen zurückwandeln... halt, nein..."

Er wendet sich an Wulfgar. "Nur die Erschlagenen, sagtest du? Aber selbst das war beim alten Barnas und der dicken Dana nicht so..."

Zurück zu Aeryn: "Ja, also, Pfeilspitzen werden wir dann sicherlich besorgen können, ob der Schmied aufwacht oder nicht. Und ein paar Tricks und Tips zum Schnitzen austauschen sicherlich auch. Und darf ich mal den Bogen halten? Spannen? Schießen? Wieso ist er so seltsam gebogen?" So versucht Jan Aeryn wohl ein wenig von den anderen wegzulocken, dass man möglichst ungestört ihren neuen Bogen ausprobieren könne.

"Hast du auch eine Sehne? Sonst lass uns da erst einmal eine machen. Und wenn du immer noch auf Räuberjagd gehen willst, so hast du recht, dass ihr möglichst schnell aufbrechen solltet. Wenn die Gotteskrieger erst hier eintreffen, wer weiß, wie lange die euch aufhalten mit dummen Fragen. Allzu weit sind die nämlich nicht mehr entfernt, kam mir zu Ohren. Möglich, dass sie heute abend schon eintreffen, wenn stramm marschiert wird, sonst morgen früh. Also kümmern wir uns rasch um deinen Bogen! Übrigens, jetzt wo ich weiß, dass Du Dich für Pfeilspitzen interessierst..."

Jan greift in einen der Beutel an seinem Gürtel und zieht eine schmale Pfeilspitze aus seltsam glatten und hellen Metall heraus. "Hab' ich gefunden im Wald. Da gibt es eine Stelle an einem Zufluss des Iló, wo besonders viel seltsames Zeug ans Ufer geschwemmt wird. Hab' eine kleine Sammlung daheim. Da, die schenk' ich dir." Und er drückt Aeryn die Pfeilspitze in die Hand. Warm fühlt sie sich an, und beinah noch glatter als erwartet. "Heb' sie dir auf für einen besonders heftigen Kampf."

~~~

Derweil lauscht Solveig Rogars knapper Erklärung, nach welcher sie zwar immer noch recht verwirrt ausschaut, aber weitere Fragen erst einmal zurückstellt. "Talahan geht es gut", antwortet sie stattdessen auf Rogars. "Die Heilerinnen haben ja alle in Schlaf versetzt. Wir hatten eine ruhige Nacht, weder Todesfälle noch Verwandlungen und auch keine neuen Patienten. Aber wenn der Fluch tatsächlich gebrochen ist, dann lasst uns Schwester Hildegerd benachrichtigen. Sicherlich wird sie Talahan und euren zweiten Kameraden aufwecken lassen, wenn Ihr sie überzeugen könnt."

Dann wendet sie sich an Arnvidh. "Wie ihr seht, wissen meine Gäste mehr zum Geschehen als ich. Ein Fluch hauste hier, der das Wasser verdarb und die Menschen zunächst sehr krank machte, dann in Monster verwandelte, welche sogar über die eigene Sippe herfielen. Aber wenn es stimmt, dass der Fluch nun gebrochen ist, dann können diese hier euch mehr darüber erzählen als ich."

Wulfgar, der so eifrig seine Hilfe anbietet, schenkt sie ein leises Lächeln. "Karla und Gudfast kenne ich gut. Es erleichtert mich sehr zu hören, dass es ihnen gut geht. Vor anderthalb Monaten erst ist Karlas Bruder verschwunden. Manchmal scheint mir das ganze Jahr verwunschen: ein Unheil jagt das nächste! Es ist, als hätten sich alle Vergessenen Hels gegen uns verschworen!"

Und zu Rogar sagt sie: "Wartet hier auf mich. Ich will sehen, ob die Schwester Zeit hat. Wenn ja, werde ich Euch sofort holen. Vielleicht könnt ihr mir und der Schwester dann auch in Ruhe erzählen, was genau seit gestern morgen geschehen ist." Damit eilt sie in Richtung des großen Zeltes davon.

Aeryn, Rogar und Abdo bleiben mit Jan und den beiden Fremden zurück. (Und Brakus, dem Wolf.)
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Abdo al'Mbabi am 26.06.2021, 17:01:34
Die Worte fliegen in einem Tempo hin und her, bei dem Abdo Mühe hat, dem Gespräch zu folgen. Doch liegt es wohl eher daran, dass ein Thema das andere jagt, jedes nur kurz angesprochen wird, anstatt ordentlich darüber zu sprechen. Im Falle des Fluchs ist es für ihn allerdings von Vorteil, denn so oberflächlich, wie selbst Rogar das Geschehene beschreibt, kommt er nicht näherungsweise in die Lage, selbst etwas zu dem Thema beitragen zu müssen.

Die entscheidende Frage, ob denn nun alle, die von dem Fluch befallen waren, wieder normal geworden sind, ist allerdings noch nicht geklärt. Fast wäre er daher Solveig hinterhergelaufen, die er nicht einmal anständig begrüßt hat, doch dann erinnert er sich an Lîfs Wunsch und folgt stattdessen Jan und Aeryn. Allerdings hat er keine Idee, wie er Jan nun auf dieses Thema ansprechen soll. Der scheint völlig in Gesprächen über Pfeilspitzen aufzugehen und Abdo ist skeptisch, was Jan über Dämonen und von ihnen Besessene wissen könnte. Und solange die beiden Fremden dabei sind, will er das Thema ohnehin nicht ansprechen.

Stattdessen wendet er sich den beiden zu. "Die Kreaturen, wie und wann haben sie sich zurückverwandelt? Im Moment ihres Todes? Oder alle zur gleichen Zeit? Zur wievielten Stunde ist das etwa passiert? Vergebt mir die Fragen, aber es könnte wichtig sein, um zu verstehen, ob das Lösen des Fluchs die Verwandlung rückgängig macht oder erst der Tod."
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Wulfgar am 26.06.2021, 20:03:01
Wulfgar kann im Moment die ganzen Informationen gar nicht verarbeiten so schnell prasselt gerade alles auf ihn ein. Daher wendet er sich nur noch an Abdo denn der war der letzte der ihn angesprochen hat "Ich muss gestehen das ich während dem Kampf andere Probleme hatte und nicht genau darauf geachtet habe, aber es war schon dunkel und spät am Abend. Die ersten die wir erschlagen haben hatten sich nicht gleich zurück verwandelt. Die nächste die wir im Haus stellen konnten sind plötzlich während dem Kampf zusammen gebrochen und haben sich zurück verwandelt. Die haben wir aber noch nicht erschlagen gehabt. Passt das in etwa zu dem was du und deine Freunde erlebt haben? Kannst du mir etwas mehr erzählen was bei dir vorgefallen ist und was es mit dem Fluch auf sich hat? "
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Lîf am 27.06.2021, 09:54:32
Als die drudkvinde aufgestanden ist und einige Male tief die kühle, würzige Luft eingeatmet hat, bückt sie sich noch einmal vorsichtig und nimmt mit der Hand etwas Erde auf, die sie kurz an die Lippen führt. "Gütige Mutter, Dank sei Dir..!" murmelt sie inbrünstig, fühlt sie sich doch nicht nur erfrischt und von neuem Tatendrang erfüllt, sondern auch mit neuer Hoffnung gesegnet. Auch die Ulme vergisst sie nicht: Wie an einen Geliebten schmiegt sie sich eng an den Stamm, umfasst diesen, soweit ihre Arme reichen, und legt die Wange an die Borke, um auch jenen zu danken, deren Tochter sie genannt wird. Darauf wendet sie sich an die Nymphen und dankt auch ihnen für den Trost, den sie spendeten, indem sie ihre Umarmungen herzlich erwidert und ihnen jeder einen schwesterlichen Kuss auf die Wange gibt. Denn so stark ihr Wille ist, der Zauber der Feenwesen lässt sie nicht gänzlich unbeeindruckt.

Mit einem Ruck wirft sie ihre etwas in Unordnung geratene rötliche Mähne zurück, die von Lîfs Kopftuch befreit in ihrer Fülle fast der eines Löwen gleicht, und nickt den dreien zu. "Habt Dank, liebe Schwestern, ich will eurem Rat folgen und Choron befragen." Und ebenso Ishalón, sollte ich seiner ansichtig werden und er mir gewogen sein fügt sie in Gedanken hinzu. Nach kurzem Zögern lässt sie alles im Schatten der Ulme zurück, was sie bei sich trägt – Schuhe, Gepäck, Tristans Sax, sogar die Schürze mit den kostbaren Kräutern, die sie sonst nur zum Schlafen ablegt – abgesehen von ihrem Kleid und dem Wanderstab. Derart unbeschwert geht sie so nahe an den Wasserfall, wie sie am Rande des Teiches kann. Kurz wirft sie Kjartan und den beiden anderen Nymphen noch einen Blick zu, ein zuversichtliches Lächeln, ehe sie vorsichtig ins Wasser steigt. Mit einer Hand und dem Wanderstab sich am Grund des Wassers stützend, die andere zum Schutz der Augen vor dem nassen Vorhang vor das Gesicht gelegt, folgt sie Ninae.
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Aeryn am 28.06.2021, 09:25:36
"Naja, die Quelle des Fluchs eben, wodurch er genährt wurde. Freydis kann das besser erklären als ich."

Aeryn hat kein Problem damit, Jan ihren Bogen anzuvertrauen.

"Ich war auch überrascht, was Uthers Familie so alles in ihrem Keller gehortet hat. Er hat uns für unsere Hilfe großzügig belohnt. Die Krümmung dient dazu, die Kraft des Schützen zu verstärken, dadurch hat der Bogen noch mehr Durchschlagskraft. In meiner Heimat ist es üblich, Bögen in der Art herzustellen. Ich weiß nicht, wo dieser Bogen genau herstammt, aber ja, er ist eindeutig elbischer Machart. Sehnen habe ich natürlich ein paar dabei."

Die Pfeilspitze nimmt die Elbin gerne an und verstaut sie sicher. "Danke, ich werde sie für ein besonderes Ziel aufheben. Hast Du eine Idee, warum das Metall warm ist?"

* * * * *

Dann wandert ihr Blick zu den anderen und sie sagt zu Jan: "Warte kurz, ich sollte mich da wohl auch einmal kurz vorstellen."

Sie geht zu Abdo, Rogar und den beiden Fremden mit dem großen Wolf herüber.

"Seid gegrüßt, ich bin Aeryn. Ein schönes Tier habt ihr da! In meiner Heimat hatten wir auch ein paar Wölfe, die uns begleitet haben. Vielleicht finde ich auch einmal eine so treue Seele. Ich habe nur mit einem Ohr zugehört, aber ihr hattet wohl auch ein paar Probleme. Das ist hier wirklich eine seltsame Gegend."
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Arnvidh Kjellson am 30.06.2021, 09:33:30
Im Kopf von Arnvidh schwirren die gesprochen Worte umher. Auch er kommt mit diesem Durcheinander nicht mit und scheint das Ganze erst einmal sortieren zu müssen. Dies versucht er, indem er den Blick zu Boden richtet und nicht den ganzen verschwindenden Leuten hinterher schaut. Dadurch scheint der junge Mann mit der leicht Wetter gegerbten Haut gegenüber von Wulfgar noch einmal etwas kleiner zu sein. Auch wenn er in Wahrheit wohl nur etwa drei Köpfe kleiner ist als dieses. Junger Mann trifft es vielleicht auch nicht richtig, wenn die spitzen Ohren bedacht werden. Aber er zumindest sieht er aus wie ein schmächtiger Mann in den Zwanzigern.

Als er den Blick wieder hebt, lässt er den gut gefüllten Rucksack zu Boden gleiten. Ohne ein Lastentier ist das wohl die einzige Habe die er hat. Die Bettrolle, das Kochgeschirr und das Heilerwerkzeug am Rucksack deuten darauf hin, dass er viel unterwegs ist. Sein Blick geht zu Aeryn „Seltsam definitiv. Ich heiße Arnvidh und entschuldigt, aber die Gerüchte habe ich schon gehört über dunkles und Dämonen nördlich der Mauer aber das sie Wahr sind, das ist traurig und übel zugleich.“ Dannach sieht er wie Wulfgar zu Abdo „Meinem Reisegefährten kann ich nur beipflichten. Nachdem sie wie gesagt im Kampf zusammen gebrochen waren, waren die Wunden die wir ihnen geschlagen haben nicht sehr tief. Die Haut der Hungerkreaturen scheint mir ziemlich dick gewesen zu sein. Einzig die die wir niedergerungen haben hatten schwerere Verletzungen. Das mit dem Fluch interessiert mich auch sehr. Schließlich ist es schon seltsam das es Dämonen über die Mauer geschafft haben.“
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Gaja am 01.07.2021, 10:26:00
Am Ufer entlang kommt Lîf nicht sehr weit: zu dicht wird das Unterholz, zu morastig der Boden. Also steigt sie vorsichtig ins kühle Wasser, welches ihr knapp bis zur Hüfte geht, und watet Ninae hinterher. Die Kiesel unter ihren Füße sind glatt, teilweise glitschig. Je weiter sie sich dem Fall nähern, desto aufgewühlter wird das Wasser (und lauter das Tosen), desto dichter aber auch die Vegetation. Zweige und Ranken von beiden Seiten schließen sich zu einem Dach über Lîf zusammen, unter dem sie sich bisweilen hinwegducken muss. Gischt hüllt sie ein wie Nebel, dass sie Ninae, ganze drei Schritt vor ihr, kaum noch erkennt. Endlich erreichen sie gemeinsam den Rand des Falls. Die größte Wucht geht rechterhand nieder und auch ein Großteil des Wassers fließt dort ab und nicht direkt durch den Nymphenteich. Ninae führt Lîf zu einer Stelle, an welcher der Fall, von Felsvorsprüngen gemäßigt, ein wenig sanfter fällt, und taucht hindurch.

Die Höhle hinter dem Fall ist recht klein und zur Hälfe mit Wasser gefüllt. Der Grund ist hier felsiger. Lîf muss aufpassen, wohin sie die Füße setzt. Mühsam erklimmt sie trockenen Boden und folgt Ninae durch den einzigen Ausgang in die Nachbarhöhle. Diese ist nahezu komplett mit Wasser gefüllt. Ein stiller See liegt vor ihr, sein Wasser so klar, dass sie jeden Stein und Fels darinnen erkennt. Ein großer Felsbrocken ragt aus seiner Mitte. Wo noch Tageslicht hindringt, ist das Wasser grünlich, doch weiter hinten verliert es sich in Schwärze. Erst, als Lîf ihren Kamm bezaubert, damit er ihr leuchte, erkennt sie den Ausgang am anderen Ende. Der direkte Weg allerdings erscheint zu gefährlich, da hier der Grund besonders zerklüftet ist, also marschiert Lîf zunächst auf den Felsbrocken in der Mitte zu. Dahinter allerdings fällt der Höhlenboden steil ab, sodass ihr das (mit jedem Schritt kälter werdende) Wasser bald bis über die Brust geht, ohne dass die tiefste Stelle erreicht wäre. Obwohl Lîf zwei Jahre lang am Meer gelebt hat, hat sie nie das Schwimmen erlernt. Auch fängt sie allmählich an, vor Kälte zu zittern.

Ninae ist bereits am Ausgang, gut fünf Schwimmlängen vor ihr, und winkt sie ungeduldig heran.

(https://games.dnd-gate.de/index.php?action=dlattach;topic=7636.0;attach=14608)
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Lîf am 02.07.2021, 11:06:08
Als fersländische Bauerntochter ist Lîf unzweifelhaft mehr dem Boden verhaftet, der festen Scholle, als Gewässern oder gar dem Meer. Dennoch zögert sie zunächst nicht, Ninae zu folgen – schließlich gibt es keinen Grund, der Nymphe nicht zu vertrauen. Und nachdem der Vorhang des eigentlichen Falls überwunden ist, sie ihre klitschnasse Mähne notdürftig ausgewrungen und sich das Wasser aus den Augen gewischt hat, übt die Höhle sogar eine magische Anziehungskraft auf sie aus. Fasziniert sieht sie sich um in diesem Refugium, das gewiss nicht viele lebende Menschen jemals erblickt haben. Nachdem sie das kurze Gebet gesprochen hat, das ihren Kamm aufleuchten lässt, steckt sie ihn sich kurzerhand wieder ins Haar, um beide Hände frei zu haben angesichts der Schwierigkeiten mit dem Vorankommen[1].

Vorsichtig nähert sie sich dem großen Felsbrocken, und auf den ersten Schritten des Weges schmälert auch das nicht die Faszination der Umgebung. Das Wasser, kalt und klar, gleicht eher einer willkommenen Erfrischung. Als es allerdings höher und höher steigt, ihr endlich sogar bis zur Brust und dann bis zum Hals geht, wird sie langsamer und stoppt schließlich. "Ninae – Schwester..! Bitte warte, ich kann nicht so schnell!" Ihr Zähneklappern wird fast ebenso deutlich von den Wänden zurückgeworfen wie ihre Worte. Der Rotschopf umschlingt den Leib mit beiden Armen. "Das Wasser ist so kalt, es wird immer tiefer, und ich... ich kann... nicht schwimmen" gesteht sie zögerlich. Sie kommt sich beim Anblick des sich so mühelos bewegenden Naturwesens irgendwie schwerfällig vor. "Kann ich denn weiter hinten wieder stehen, oder ist das Wasser dort noch tiefer?" erkundigt sich die jungen Frau besorgt.
 1. ...und hat damit wohl die Bergmannslampe unabhängig von möglichen Konstruktionen der Zwerge erfunden :D
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Gaja am 03.07.2021, 16:22:18
"Nicht schwimmen?" stutzt Ninae. "Ach was, natürlich kannst du schwimmen, du bist ja schließlich kein Stein! Nur Steine gehen unter, alles andere schwimmt!" Doch als dieses Argument nicht überzeugt, kommt sie zurückgeschwommen. "In der nächsten Höhle kann man wieder stehen", versichert sie Lîf. "Melusine lebt nämlich im Wasser und mag gar nicht gerne herauskommen, aber Choron ist auch viel an Land." Und dann zeigt sie Lîf, wie man sich einfach bloß ausgestreckt auf den Rücken legen kann, am besten auch noch die Arme ausbreitet, und schön täte man schwimmen wie ein Blatt oder ein Zweiglein. Kaum hat Lîf dies geschafft, schiebt Ninae sie auch schon mit kleinen Stubsern vor sich her zum Ausgang, einen kurzen, ebenso niedrigen Gang entlang, in eine weitere Höhle hinein. Auf Ninaes Hinweis, dass man nun wieder im Wasser stehen könne, richtet Lîf sich dankbar auf und dreht sich um.


(https://games.dnd-gate.de/index.php?action=dlattach;topic=7636.0;attach=14612)


Der Anblick verschlägt ihr die Sprache. Wasser in allen Schattierungen von grün, blau und weiß, worüber sich leuchtend gelb, fast weiß die Höhlendecke wölbt, von welcher, oder so erscheint es auf den ersten Blick, überall Eiszapfen hängen, wobei ein zweiter Blick Lîf verwundert denken lässt: ist dort flüssiger Stein von der Decke getropft, bevor er wieder erhärtet ist? An einigen Stellen reicht das tropfende Gestein gar bis zum Boden und bildet so dünne Säulen. Die Wände glänzen feucht. Hier und dort rinnt Wasser daran herab. Tiefer und tiefer in den Berg windet sich der unterirdische Fluss, das Wasser aber wird mit jedem Schritt flacher, bis es schließlich nur noch ihre Fesseln umspielt.

(https://games.dnd-gate.de/index.php?action=dlattach;topic=7636.0;attach=14596)
Lîf und Ninae umrunden eine letzte Biegung und finden zwei Gestalten, die sich im flachen Wasser räkeln: eine rothaarige Frau, die Ninaes Schwester sein könnte, außer dass ihr weißes, fließendes Gewand aus einem festen Stoff besteht, der tatsächlich verhüllt; daneben ein Mann von wesentlich fremdartigerem Aussehen. Grau die Haut und dichtbehaart der Körper, schlank und doch muskulös, der Kopf einem Ziegenbock ähnlich: spitzer Bart, spitze Ohren, dazu wuchtige und leicht geschwungene Hörner. Die Frau nimmt die beiden Besucher nicht im geringsten zur Kenntnis, doch der Mann wendet sich zu ihnen um. Der Blick seiner Augen ist klug, aber misstrauisch. Zu Lîfs Erleichterung trägt er einen Lendenschurz aus Fell.

Nachdem Ninae Lîf vorgestellt hat, mit Namen wie auch mit ihren Taten und der Sorge um 'unseren süßen Tristan', und dass Choron nun der lieben Schwester doch bitte helfen solle, wie sie ihnen geholfen habe, wiederholt Lîf ihre Fragen: Ob Choron ihr bitte erzählen könne, was er über Javrud wisse, vor allem, ob dieser einmal jemanden befreit habe, der von einem Dämon besessen war, und wenn ja, wie. Oder gibt es noch irgendwelche Spuren von ihm hier in der Gegend? Überhaupt, wie sieht es mit besonderen Orten hier in der Gegend aus? Und wenn er keine Antwort auf diese Fragen habe: wer könnte es wissen?

Einen Augenblick befürchtet Lîf, dass Choron nicht antworten würde: so lange lässt er seinen prüfenden Blick an ihr auf- und abgleiten, ohne jegliche Regung zu zeigen. Doch endlich erhebt er sich und tritt auf sie zu. Während er spricht, ist sein Blick an ihnen vorbei in die Ferne gerichtet, die Stimme klingt kühl und lehrmeisterlich.

"Von drei Orten weiß ich, an denen Javrud seine Toten begraben hat, nach seiner Ankunft. Diese Orte müssen für ihn besonders gewesen sein, denn jedesmal, wenn er hier in der Gegend war, hat er sie besucht. Nur von einem weiß ich indes, wo er liegt, wie ich überhaupt dies alles nur vom Hörensagen weiß. Ishalón hat dazu ein Gedicht verfasst. Ihn musst du fragen, denn ihm entgeht nichts, was in seinem Wald geschieht."

"Ja, das habe ich ihr ja auch schon gesagt", erklärt Ninae, "aber wie soll sie Ishalón finden, um ihn zu fragen? Außerdem bist du viel klüger als er!"

Chorons Miene bleibt unbewegt, doch seine Stimme wird weniger frostig. "Ja, Ishalón zu finden, das wird nicht leicht. Der ganze Wald ist sein Revier, darin streift er rastlos hin und her sowie kreuz und quer. Das einzige, was gewiss ist: wenn du ihn findest, dann in den Armen einer schönen Frau. Ob Nymphe oder Najade, Dornweberin oder Dryade, Wäscherin oder Alseide, gerne auch zur Abwechslung mal eine hübsche Menschen- oder Elbenmaid – dort wirst du ihn finden. Nicht umsonst heißt man seine Art unersättlich. Eine feste Reihenfolge der Besuche gibt es da nicht, auch keine Lieblingsdame, die er häufiger als andere besucht, und Namen würde ich dir so oder so nicht nennen, denn es steht mir nicht zu, delikate Geheimnisse auszuplaudern. Vielleicht findet er ja dich zuerst? Denn wie ich schon sagte: ihm entgeht nichts in seinem Reich. Jeder Baum, jeder Strauch flüstert ihm zu, er sieht, was sie sehen, hört, was sie hören, und spürt den Wind, der sie streichelt. Und jede hübsche Maid, die er sieht, die will er umgarnen."

"Ja, aber du wolltest doch erzählen, wo der eine Ort ist, von dem du weißt!" erinnert Ninae ihn ungeduldig. "Und Ishalóns Gedicht kennst du doch bestimmt auch?"

"Pfft!" macht Choron. "Da hätte ich viel zu tun, mir all seine Reime zu merken. Zudem ändern sie sich mit jedem Mal, dass er sie vorträgt!"

Ein paarmal muss Ninae ihn noch bitten, bis er nachgibt.

"An Ilós Daumen, auf halber Höhe", beschreibt er den Ort, wobei er die linke Hand hebt und mit dem Zeigefinger der Rechten auf die innere Seite des mittleren Knöchels seines Daumens klopft. "Da liegt der Ort. Aber von Ishálons Gedicht fallen mir nur vier Zeilen ein.

Unter der Insel im grünen Meer
Sitzen drei Krieger ohne Ehr'.
Was der eine nicht sieht und der andere nicht hört,
Daran der Dritte sich auch nicht stört.


So ist die Qualität von Ishalóns Dichtkunst. Versprich dir also nicht zuviel davon, selbst wenn du ihn findest. Falls darin noch Wahrheit liegt, so ist sie versteckt in der Tiefe. Dabei ist es nicht so, als wolle er lügen. Er will schon echte Geschichten erzählen. Aber sieh, es muss sich reimen. Denn Ishalón reimt für sein Leben gern. Und an jedem Vers feilt er so lange herum, bis der Reim ihm gefällt. Und wenn er später einen findet, der noch besser passt, dann ändert er ihn. Und so passiert es, dass er beim wahren Ereignis beginnt, aber je länger er an seinen Versen herumfeilt, desto weiter entfernen sie sich von der Wahrheit. Beispiel: eine Fassung vorher hießen die Zeilen: Unter der Insel im grünen Meer sitzen drei Krieger von sehr weit her. Aber ohne Ehr' klingt natürlich viel dramatischer, lässt das Publikum wohlig erschauern und dichter an ihn herandrängen und ihn bestürmen: 'Sag, wodurch haben sie denn ihre Ehr' verloren?' Und dann erfindet er einen spannenden Grund dafür und wenn er ursprünglich damit auch vielleicht nur sagen wollte, dass die üblichen Beigaben fehlen, die hierzulande des Kriegers Ehre bezeugen, dass ihnen also weder Schwert noch Schild noch Helm mit ins Grab gelegt wurden. Und nach einer Weile dann, da hat er selbst das wahre Ereignis vergessen und kennt nur noch die Geschichte, die er selbst zusammenreimte.

Von welchen besonderen Orten weiß ich noch? Nun, ein altes Schlachtfeld gibt es da noch, nicht weit von der großen Mauer, etwa dort, wo der Iló ihr am nächsten ist. Und dann gibt es noch solche, vor denen muss ich dich warnen! Zunächst vor dem großen Sumpf zwischen den Fingers des Flusses."
Abermals hält er seine linke Hand hoch und legt den Zeigenfinger der Rechten zwischen Ringfinger und Mittelfinger. "Dort lebt eine, die gehörte mal zu uns, aber wurde verdorben. Überhaupt muss ich dich warnen, Ulmenkind, vor dem großen Fluss. Die von uns, die im Iló oder an seinen Ufern leben, sind wilder als wir hier an unserem Bach. Bedenke, wie lange wir schon in der Nähe der Menschen leben. Gewöhnt haben wir uns an sie und sie sich an uns. Du wirst finden, dass die Feen im Wald, und besonders jene am Fluss oder darin, nun... gefährlich sein können. Nenne uns so friedlich wie den Wachhund am Tor, dann sind sie der reißende Wolf im Wald. Ihr Territorium verteidigen sie mit allen Mitteln... und das Territorium verteidigt sie... Also pass auf, dass du sie nicht erzürnst, sonst fürchte ich, wird dein Schicksal kein gutes Ende nehmen."

Ninae verdreht die Augen und wispert an Lîfs Ohr: "Das sagt er zu jedem. Wenn es nach ihm ginge, dann nähme nichts und keiner ein gutes Ende! Auch zu mir und Kjartan hat er's gesagt. Lass dich nicht mit einem Mönchlein ein, das nimmt kein gutes Ende!" Und sie planscht kichernd im flachen Wasser herum.

"Mehr weiß ich nicht zu deinen Fragen", schließt Choron seine Rede. "Hast du noch weitere?"

Hinter ihm gähnt Melusine, seufzt und räkelt sich.
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Rogar, Apothekarius am 03.07.2021, 18:22:00
Jans Reaktion auf Aeryns und seine Beschreibung lässt Rogar verärgert verstummen. Er hat doch die wesentlichen Grundzüge der Geschehnisse verraten, und seiner Meinung nicht "völlig durcheinander". Solveigs Plan mit Talahan, Halfdan und den Heilerinnen war ihm Recht und er stimmt zu, allerdings bittet er vor ihrem Aufbruch: "Wir hätten auch noch weiteren Gesprächsbedarf und eine Bitte an euch, falls ihr auch danach noch Zeit nehmen könntet?" Da er den anderen Gesprächen folgt, bietet er Aeryn an: "Vielleicht kann ich euch etwas zu den Pfeilspitzen verraten, wenn ich sie untersuchen würde."

Eine besondere Reaktion hat der Dain zu seiner Vorstellung nicht bekommen, aber Unhöflichkeit ist er von anderen Völkern gewohnt. Da bisher von Wulfgar und seinem Wolf keine Bedrohung auszugehen scheint, entspannt sich Rogar ein wenig. Er wendet sich an die beiden neuen Gesichter: "Habt Dank für eure Vorstellung. Mögt ihr verraten, woher ihr kommt und was euer Ziel ist?" Auch wenn er sich gewählt ausdrückt, ist deutlich, das ihm die Antwort wichtig ist.
Wenige Augenblicke später kommt allerdings seine Berufung durch: "Habt ihr im Kampf mit den Hungerkreaturen Verletzungen davongetragen, und gab es seitdem Symptome wie Fieber? Es gibt verschiedene Zeichen, sich angesteckt zu haben, falls der Fluch noch Nachwirkungen haben sollte."
Um die anderen Gesprächsfäden aufzunehmen, überlegt er laut: "Wir konnten nur begrenzt nachvollziehen, wie die Dämonen in das Gewölbe beim Fürsten gelangt sind. Aber sie sind nicht das einzige Auftauchen nördlich des Walls. im Territorium meiner Stammfestung traten sie in den letzten Jahren ebenfalls auf."
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Aeryn am 03.07.2021, 18:44:28
"Aber gerne doch, hier bitte."

Aeryn reicht Rogar die besondere Pfeilspitze und wartet gespannt, was der Dain dazu zu erzählen weiß.
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Wulfgar am 03.07.2021, 19:51:51
Wulfgar wendet sich mit seiner Antwort zuerst an Aeryn"Mit Mitglieder deines Volkes hatte ich schon Kontakt. Von ihnen habe ich diesen Speer bekommen weil ich sie zusammen mit Brakus vor einigen Banditen beschützt habe und ihnen das Leben gerettet habe. Die hatten jedoch keine tierischen Begleiter bei sich. Von daher weiß ich nicht ob das bei deinem Volk normal ist das sie sich mit Tieren so sehr verbinden wie ich es mit Brakus mache. Brakus und ich bilden schon fast eine Einheit und vertrauen uns blind. Ich begleite Brakus schon seit dem er noch ein kleiner welpe war. Aber vielleicht finden wir zu einem späteren Zeitpunkt noch etwas mehr Zeit in der du mir mehr von dir und deinem Volk erzählen kannst und wie eng dein Bund zu Gaja ist. "

Kurz darauf wird Wulfgar dann von Rogar angesprochen " Ich weiß nicht ob du dich in den Gebirgen nördlich von Hofdag auskennst, aber dort liegt meine Heimat. Zusammen mit meinen Brüder der Jäger versuchen wir das Gleichgewicht im Sinne von Gaja aufrecht zu halten. Angehörigen deines Volkes bin ich bisher auf meinen Reisen noch nicht begegnet. Ich habe bisher nur in Erzählungen von deinem Volk gehört. Und um deine Frage zu beantworten, ich wurde in diese Lande gesendet um zu sehen ob es für mich und meine Brüder vielleicht eine Gegend gibt in der wir uns ansiedeln können, denn die Kolkrim beanspruchen immer mehr Land für sich, und wir sind viel zu wenige um sie aufhalten zu können."
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Arnvidh Kjellson am 05.07.2021, 12:30:36
Sichtlich steht Arnvidh noch immer etwas neben ich. Die Informationen, welche sie bekommen hatten, sind reichlich doch ließen sie noch Fragen offen. Über dieses denkt er nach aber auch darüber was nun zutun ist. Früher, ja früher wurde vieles Untersucht oder wenigstens gekuckt, dass jemand sich darum kümmerte. Hinter so manchen Baum, in so mancher Grube hätte ein Feind stecken können. Nichts war schlimmer als unwissend in so eine Falle zu tapen. Innerlich lassen ihn die Erinnerungen an Kundschaftermissionen erschaudern. Denn manchmal war es auch eine Falle für die Dämonen, welche herausgelockt werden sollten. Langsam schüttelte er den Kopf und die Gedanken fort. Abseits seiner Heimat ist es jetzt nicht seine Aufgabe das Tiefer zu ergründen. Er könnte nur seine Hilfe anbieten.

Sein Blick wandert zu Rogar, der recht viele für ihn fremde Worte verwendet hat. „Im Kampf wurde ich verletzt aber um die Wunden habe ich mich gekümmert. Fiber oder dergleichen verspüre ich nicht.“ In einer kurzen Pause versinkt er in der Erinnerung an den Kampf. Nicht mehr in der ersten Reihe stehen zu können, schmerzte sein Herz mehr als die Wunden die die Hungerkreaturen gerissen haben. „Meine Heimat liegt südlich des Walls in Jongot. Ab und an traf ich dort auch auf einige eures Volkes.“ er klopft kurz auf seinen Morgenstern. „Diese Waffenart existiert ja nur dank dem Wissen der Dain. Hier nach Norden hat mich der Auftrag eines Händlers verschlagen. Er vermisst seit längerem seine Warenlieferung. Daneben bin ich auf der Suche nach meiner Sippe, besser gesagt dem Teil meiner Sippe welcher auf den Spuren einer Ahnin nach Norden gewandert.“ Eine neue Heimat wie Wulfgar sucht er nicht aber er merkt, dass ihre Beweggründe schon eine Ähnlichkeit haben. „Es ist beunruhigend von den Dämonen zu hören. Falls ihr hier Hilfe braucht, lasst es mich aber gerne wissen. Etwas Erfahrung mit ihnen habe ich und es würde mich freuen, etwas Nützliches gegen sie beitragen zu können. Wenn die Frage nach Unterstützung auch an mich und Wulfgar gerichtet war, außer mit Wissen, etwas Heilkunst und einen warmen Mahl kann ich nicht dienen.“
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Lîf am 05.07.2021, 13:39:22
"Aber schwimmen und schwimmen sind zwei-" fängt Lîf an, lässt sich dann jedoch von Ninae mit einem innerlichen Schulterzucken und einem stummen Die Große Mutter mag wissen, was sie genau meint, einigem Herzklopfen wohl auch, zu dem seltsamen Experiment überreden – und siehe da: sie geht tatsächlich nicht unter! Auf diese Weise gleitet die Decke der Höhle allmählich an ihren Augen vorüber, bis man schließlich wieder in ausreichend flachem Wasser angelangt ist und der Rotschopf, doch mit einer gewissen Erleichterung, wieder Grund unter den Füßen spürt. Der Anblick, der sich ihr bietet, ist so überwältigend, dass sie Mühe hat, den Mund wieder zu schließen. Unaufhörlich sich umsehend tappt sie hinter ihrer Führerin her, wobei sie geistesabwesend versucht, ihre rote Mähne auszuwringen, von der es wie ein eigener kleiner Wasserfall abwärts rinnt.

Bei Choron und dessen Gefährtin – nimmt sie zumindest an – angelangt hält Lîf dem Blick aus den Augen des Ziegenmannes stand, blinzelnd zwar ob des Wassers, das ihr noch immer in die Stirn rinnt, doch ohne zu zögern. Ebenso zielstrebig wiederholt sie ihre Fragen, kaum dass Ninae das Wort an sie weitergereicht hat. Ein wenig unbehaglich wird ihr bei der Musterung Chorons schon zumute, eingedenk dessen vor allem, was sie schon alles vom Feenvolk gehört hat, klebt ihr doch das klatschnasse Kleid ziemlich hauteng am Leib. Der trockene Ton ihres Gegenübers überrascht sie zunächst, erleichtert sie aber auch, hatte sie doch schon halb damit gerechnet, er sei ähnlich verspielt und zu Abschweifungen geneigt wie Ninae und ihre Schwestern. "Allenfalls wird also Ishalón mich finden – wenn er es will" stellt sie sinnierend fest. Denn es erscheint ihr schwer, aber immer lohnender, diesen rätselhaften Kerl zu finden und zu befragen. Was muss er alles von dieser Gegend wissen..! Dann kommt ihr ein Gedanke, und sie lächelt etwas zuversichtlicher. "Doch wer weiß, vielleicht vermag ich ihn wissen zu lassen, dass ich seinen Rat brauche. Die Bäume flüstern auch zu einer Ulmentochter, manches Mal..."

"An Ilós Daumen, auf halber Höhe" wiederholt die drudkvinde Chorons Beschreibung, um sie sich einzuprägen. Dem Gedicht hört sie stirnrunzelnd zu, während sie sich einen Platz sucht, an dem sie sitzen kann, und ihre Hände wiederum geistesabwesend versuchen, ihre überall festklebenden nassen Locken halbwegs zu ordnen. "Ach" seufzt sie, "wenn Tristan mir raten könnte... er kennt sich mit Liedern und alten Geschichten aus. Aber ich werde es hoffentlich auch ohne ihn schaffen, dahinter zu kommen, was und wie viel wahres in Ishalóns Versen steckt." Aufmerksam lauscht sie Chorons Schilderungen zu dem alten Schlachtfeld, der verdorbenen Feentochter im Sumpf und den ruppigen Verwandten der hiesigen Feen am großen Fluss. Als er geendet hat, dankt sie ihm zunächst, gleichwohl sie noch immer in Gedanken zu sortieren versucht, was von dem Erfahrenen ihr nützlich sein wird, was hingegen in die Irre führen könnte. Dann meint sie: "Zwei Fragen habe ich noch, ja. Zum einen: Was macht das Schlachtfeld so besonders? Außer dass es ein Ort ist, an dem gewiss viel Blut vergossen wurde? Denn die gibt es – die Tränen der Göttin[1] zeugen von der Mordgier ihrer Kinder – ja leider zuhauf."

Nach einer Pause fügt sie hinzu "Sodann: Weißt du, wisst ihr von anderen wie mir in dieser Gegend? Menschenkinder, doch Dienerinnen Gajas? Ich hatte einst eine Meisterin, die mich viel lehrte, und gerade jetzt, wo es darum geht, meinen armen Tristan zu retten und eine schlimme Räuberplage zum Wohle der Menschen hierzulande zu bekämpfen, da vermisse ich ihren Rat sehr. Ihr versteht bestimmt, dass alles umso schwerer ist, wenn man allein steht." Ihr Blick schweift Melusine, und sie fragt sich plötzlich doch, ob es für diese Kinder der Natur überhaupt vorstellbar sein mag, nicht mit anderen beisammen zu sein, denn selbst die Einzelgänger unter ihnen scheinen doch immer irgendwie verbunden mit allem Lebenden rund um sie herum. Vielleicht so, wie sie es, vorübergehend, bei jener Ulme fühlte...
 1. Von Zweiflern und Ungläubigen "Regen" genannt.
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Gaja am 05.07.2021, 21:01:01
Endlich kehrt Solveig zurück. "Talahan ist jetzt wach. Ihr könnt jetzt mit ihm sprechen, aber nicht mehr als zwei von euch, bittet Schwester Hildegerd."

Rogar reicht die Pfeilspitze an Aeryn zurück mit dem Versprechen, sie sich später anzuschauen, und marschiert zum größeren der beiden Zelte.[1]

"Also, lass uns dir ein paar Pfeilspitzen besorgen", sagt Jan zu Aeryn, ihren Bogen noch immer in den Händen – und deutlich versessen darauf, ihn auszuprobieren.

Abdo zögert, wem er sich anschließen soll. Aeryn und Jan, wo immer diese auch auf ihrer Suche nach Pfeilspitzen hinirren? Oder Rogar hinterher, um zu schauen, wie es Talahan geht? Oder sind die beiden Neuankömmlinge erst einmal interessanter? Einer der beiden scheint ebenfalls auf Räuberjagd zu sein, der andere will die Gegend erkunden, um eine neue Heimat für seine Jagdbrüder zu finden. Die eigene Gruppe ist dafür abermals um zwei Mitglieder zusammengeschrumpft (oder drei, wollte man Kjartan mitzählen).

Auch Solveig steht ein wenig unschlüssig da. Während sie stirnrunzelnd beobachtet, wie Jan sich mit Aeryn entfernt, fragt sie Wulfgar und Arnvidh recht abwesend (und als hätte den kurzen Wortwechsel von zuvor vergessen): "Ihr wolltet zu mir?"
 1. Zum Identifieren der Pfeilspitze braucht man magisches Wissen. Rogar könnte natürlich bei Gelegenheit auf sein Schmiedewissen würfeln, um etwas über Metall und Machart zu erfahren.
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Arnvidh Kjellson am 06.07.2021, 09:56:01
Wieder kommt Bewegung in das Geschehen. Während sich die Anderen verteilen, bleibt Arnvidh bei Solveig stehen. Wer diese Talahan ist, das erschließt sich ihm nicht. Je nachdem wie er die Stücke zusammensetzt könnte es der Schmied des Ortes sein oder nur eine Person um welche sich die drei Sorgen machen. Bei letzterem stand es ihm nicht zu mitzugehen und bei ersterem hatte er nicht mehr viel mit einem Schmied zu bereden.

In Gedanken schloss und öffnete er seine rechte Hand als würde er einen Schwertgriff packen wollen. Er erinnerte sich nicht mehr daran, wann er das letzte Mal ein Schwert oder ein Langmesser in der Hand hatte. Es fühlte sich wie eine Ewigkeit an und doch wie vor wenigen Monden. Er glaubt sich gar noch an das Gewicht einer Klinge zu erinnern aber nicht mehr wirklich wie sie zu führen ist. War er mal gut darin? Er weiß es nicht mehr. Eine Langwaffe, ein Speer ja hier fällt ihm schnell ein wie sie zu führen ist. Selbst der Morgenstern mit seiner metallenen Kugel fühlte sich vertrauter an. Bei der Kugel selbst ist es aber egal in welchen zustand sie war. Selbst wenn sie alle Spitzen verlieren würde, wäre sie noch als Waffe zu gebrauchen. So brauchte er gerade einen Schmied nicht wirklich.

„Mh, ja. Viele der Fragen sind beantwortet.“ antwortet er Solveig auf ihre Frage. „Es bleibt hier nur noch ob ihr Hilfe bei den Verwundeten braucht. Wobei die Frauen, Schwestern nanntet ihr sie, scheinbar alles im Griff zu haben scheinen.“
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Gaja am 07.07.2021, 21:39:06
"Was das Schlachtfeld so besonders macht außer den vielen Toten?" fragt Choron, ein wenig verwundert. "Nun, reicht das nicht, um einen Ort besonders zu machen? Es war die letzte große Schlacht auf diesem Land, als Javrud noch lebte, bevor die Mauer ganz errichtet war. Menschen und Zwerge, Riesen und Kolkar, Elben und Fey kämpften Seite an Seite gegen die schrecklichsten Monster und Missgeburten und wandelnden Toten. Zurückgeschlagen haben wir die Horde, doch unsere Völker verloren zu viele der Ihren. Was ist sonst noch besonderes an dem Ort? Nun, es war freies Feld damals, auch wenn inzwischen der Wald ihn für sich erobert hat. Die Bäume sind jung dort, sie erinnern sich nicht. Nur das Erdreich weiß noch, was dort geschah.

Zu deiner zweiten Frage. Soviel sagte ich ja schon: es gibt Dryaden im Wald, wenn auch längst nicht mehr so viele wie einst, und so müsste es arg verwundern, gäbe es nicht auch deren Sprösslinge. Diese zu finden, ohne dass sie gefunden werden wollen, ist aber noch niemandem gelungen. Außerdem gibt es Wege, die man ohne Lehrmeister gehen, auf denen man nur dem eigenen Rat lauschen muss."


"Genau!" ruft Ninae dazwischen. "So mache ich das auch!"

Choron hebt lediglich eine Augenbraue in ihre Richtung.

"Aber Gaja ist in allen Dingen", fährt er nahtlos fort. "Gehe mit offenen Sinnen durch die Welt und sie selbst wird dein Lehrmeister sein. Lausche ihrem Rat, wenn dein eigener dich mit Zweifel füllt."[1]
 1. Wenn du keine weiteren Fragen hast, kannst du dich selbst zum Nymphenteich zurückschreiben. Dort könntest du ein wenig ausruhen oder aber nach Ansdag zurückmarschieren (was in beiden Fällen für dich als Spieler ein kurzes Päuschen bedeuten würde, bis der Rest der Gruppe zeitlich aufgeholt hat) oder, wenn du willst, könntest du auch zu Freydis und dem Kloster hoch. Kjartan würde dich schützend begleiten. Dritte Möglichkeit: in der Umgebung des Nymphenteiches nach Kräutern suchen. Dann bitte gleich mit Wurf.
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Gaja am 09.07.2021, 10:35:34
"Hilfe?" echot Solveig. Sie scheint noch immer abgelenkt. Ihr Blick verfolgt Jan, wie er sich, Aeryns Bogen in der Hand, mit der Elbin entfernt, auf der Suche nach "einem Plätzchen, an dem man ihn mal austesten kann". Sie seufzt und zuckt mit den Schultern.

"Hilfe", wiederholt sie, an Arnvidh und Wulfgar gewandt. "Ja, wenn es euch ernst damit ist... Hier haben die Schwestern alles im Griff, aber jemand sollte die umliegenden Höfe absuchen, ob dort noch Verletzte auf Hilfe warten. Zu einer bewaffneten Begleitung würde ich nicht Nein sagen."

Ihr fragender Blick geht auch zu Abdo.

~~~

Aeryn und Jan finden sich also ein freies Plätzchen in der Nähe des Baches und testen den Elbenbogen an einem alten, von Blitz zerschlagenen Baumstumpf aus, bis alle von Jans grob geschnitzten Pfeilen hinüber sind.[1] Der neue Bogen ist eine wahre Freude! Danach schnitzen sie einige Schäfte und Jan zeigt Aeryn ein, zwei Tricks, die sie tatsächlich noch nicht kannte.

"Und jetzt brauchen wir Spitzen!" verkündet Jan, springt auf, und winkt Aeryn, ihm zu folgen. Er führt sie in den Ort zurück, durch die stillen Gassen, bis an den westlichen Dorfrand, wo leicht abseits die Schmiede steht. Jan spaziert einfach in das verlassene Gebäude und beginnt, die Werkbänke, Regale und Kisten abzusuchen, bis er schließlich tatsächlich einen Beutel mit Pfeilspitzen findet.

"Hier, das sollte ihm sein Leben wert sein!" Mit diesen Worten drückt er Aeryn den Beutel in die Hand. "Und wohin jetzt?"

Sonne und knurrender Magen verraten Aeryn, dass es bereits weit nach Mittag ist.

~~~

Schwester Hildegerd lässt sich von Rogar noch einmal genau erklären, wie die Gefährten den Fluch gebrochen haben. Er wiederholt im wesentlichen, was er bereits Solveig erzählt hat. Die Schwester ist ein wenig schwieriger zu überzeugen, aber schließlich sagt sie, mehr zu sich als zu Rogar: "Ja, wir hatten ein sehr ruhige Nacht hier... keine neuen Patienten, keine neuen Verletzten..."

Und sie geleitet Rogar zu Talahan, der eine der jüngeren Schwestern gerade anweist, ihn mithilfe von Kissen im Rücken aufzurichten. Die restlichen Patienten, einschließlich Hjálmarrs gleich neben Talahan, schlafen noch. Offenbar will Schwester Hildegerd sich zunächst ganz sicher sein, dass Talahans Zustand sich bessert, nicht verschlechtert.

Zumindest das Fieber ist gesunken, kann Rogar feststellen. Auch die Augen sind nicht mehr so schrecklich blutunterlaufen, das Gesicht kaum noch aufgedunsen, die Haut wieder von halbwegs normaler Farbe. Nur geschwächt scheint der Mann noch zu sein. Sogar das Heben eines Armes fällt ihm schwer.

Rogar berichtet also ein drittes Mal, was geschehen ist. Talahan lauscht interessiert, doch muss den Dain ab und zu bremsen, um das Gehörte zu verarbeiten. Offenbar gelingt dem Mann auch die Konzentration immer nur für kurze Zeit.

"Wo sind meine Leute?" fragt Talahan schließlich. "Sind alle wohlauf?"

Rogar zögert. Bis jetzt hat er Talahan mehr oder weniger die offizielle Version des Geschehens erzählt und Tristans Zustand nicht erwähnt. Er schaut sich um. Die Schwestern scheinen außer Hörweite zu sein, und die umliegenden Patienten schlafen ja noch.
 1. Bitte in Status und Ausrüstung ausstreichen.
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Aeryn am 09.07.2021, 12:05:25
Aeryn hat ihren Bogen wieder an sich genommen und bedankt sich bei Jan nocheinmal für die Unterstützung. Mit den Pfeilspitzen sollte die Waldläuferin nun bestens gewappnet sein, um auf Räuberjagd zu gehen.

"Vielen Dank! Ich glaube, wir sollten nochmal zu den anderen zurückgehen. Vielleicht konnten sie mit Talahan sprechen. Hoffentlich geht es ihm wieder besser. Und Solveig schien auch ein wenig irritiert zu sein, wobei ich nicht genau weiß, wie ich da helfen könnte. Ich bin, ehrlich gesagt, froh, wenn wieder etwas Normalität einkehrt und wir uns auf die Suche der Räuberbande machen. Von Dämonen habe ich wirklich erstmal genug gesehen."
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Lîf am 09.07.2021, 13:37:50
Vorübergehend amüsieren die zutage tretenden Charakterunterschiede zwischen den Feenkindern Lîf derart, dass sie lächeln muss. Doch die drudkvinde wird bald wieder ernst. Ohne viele Worte zu machen, aber dafür umso aufrichtiger dankt sie den beiden für ihre Ratschläge, hat auch ein paar freundliche Entgegnungen für Melusine, so diese sich noch an dem Gespräch beteiligen sollte. Dann schließlich macht sich der Rotschopf auf den Rückweg, erneut auf Ninae Hilfe bei dem tiefen Wasser bauend. Wieder am Teich der Nymphen angelangt verbringt sie zunächst einige Zeit in stiller Zwiesprache mit den Geschöpfen der Großen Mutter, eng an den Stamm der großen Ulme geschmiegt, ehe sie sich Kjartan zuwendet. Ihn bittet sie noch um etwas Geduld, bis man sich wieder auf den Weg macht.

Sie selbst sieht sich in der näheren Umgebung des Teiches nach Kräutern, Blüten, Pilzen und Wurzeln um, die man für heilsame oder auch stärkende Extrakte verwenden könnte.[1] Da sie die Stille mit sich und der umgebenden Natur genießt, mag sie sich dabei wohl recht lange aufhalten. Endlich aber verabschiedet sie sich von den Schwestern und macht sich daran, in Kjartans Begleitung diesen Ort des Friedens – mit einem leisen, bedauernden Seufzer – zu verlassen. Je nachdem, wie viel Zeit vergangen ist, denkt sie daran, auch nach Freydis und deren Fortschritten zu sehen, doch wahrscheinlicher wird sie ihre Schritte wohl wieder zurück nach Ansdag richten. Auf dem Weg erzählt sie Kjartan von den Orten und Dingen, über die Choron berichtet hat. Zum einen, um ihre eigenen Gedanken zu sortieren, zum anderen aber auch, weil Kjartan, so unzuverlässig er mitunter agieren mag, auf vieles sicherlich eine gänzlich andere Sicht hat als sie. Womöglich fällt ihm ja auch das eine oder andere zu dem Gehörten ein.
 1. Wurf auf Beruf (Kräuterfrau): 23. (https://games.dnd-gate.de/index.php/topic,8881.msg1094565.html#msg1094565)
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Arnvidh Kjellson am 10.07.2021, 10:37:50
Mit den Augen folgt Arnvidh dem Blick von Solveig. Scheinbar ist dieser Jan doch nicht ihre Wache oder etwas Ähnliches. Er vermutet aber, dass Jan irgendwann eine Retourkutsche bekommen wird. Schließlich hat er Solveig alleine mit Fremden gelassen.

„Ja gerne. Für mich haben sich die Fragen, die ich hatte, weitestgehend erledigt.“ Arnvidh schultert seinen Rucksack und macht sich bereit Solveig zu folgen. „Und wenn es hier vermehrt Räuber gibt, wäre es wirklich dumm alleine umher zu wandern. Spätestens sobald sie merken, dass anstelle der Hungerkreaturen nur noch Verwirrte und Verletzte herumstreifen, wäre es die Gelegenheit für die Räuber aktiver zu werden, oder?“ Wobei er sich auch vorstellen kann, dass die Einfachen Bauern ihre Ehre vergessen und anfangen die unliebsamen Nachbarn zu plündern. Wundern würde ihn das zumindest nicht.
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Wulfgar am 10.07.2021, 13:14:58
"Es ist vermutlich wirklich im Moment das sinnvollste wenn wir versuchen das Gleichgewicht wieder her zu stellen und dafür Sorge tragen das wieder alles im Sinn von Gaja seine Wege geht. Die Natur wird sich wieder erholen wenn wir ihr etwas helfen. Wir können die Wunden heilen jetzt wo die dämonische Krankheit gestoppt wurde. Und wie gesagt, ich möchte das Land hier sowieso etwas erkunden und kennen lernen. Also können wir dich auch ein Stück des Weges begleiten. Ich weiß nur nicht ob es deinen anderen Freunden auch recht ist wenn sich plötzlich fremde in ihre Belange einmischen. "meint Wulfgar in einem ruhigen Tonfall während er Brakus nebenbei ein wenig den Rücken krault
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Abdo al'Mbabi am 11.07.2021, 15:35:55
Wulfgars Antwort scheint Abdos Vermutung zu bestätigen: Als sie am letzten Abend die Quelle des Fluchs zerstört haben, sind auch dessen Auswirkungen wieder ausgelöscht worden - mit einem Schauder denkt er an die vielen Toten im Kloster, die womöglich noch am Leben sein könnten, hätten sie die Quelle nur früher gefunden. Allerdings ist er sich immer noch unsicher, ob seine Gedankengänge so zutreffen und möchte für eine abschließende Beurteilung lieber abwarten, was die Gelehrten in der Gruppe sagen.

Rogar jedoch geht auf das Thema gar nicht weiter ein, sondern bringt die Sprache auf mögliche Verletzungen ihrer Gegenüber, und Aeryns Ankunft lenkt das Gespräch ohnehin in eine andere Richtung - was Abdo nicht ganz unrecht ist, kommt er so schließlich nicht in die Verlegenheit, weitere Details zu ihrem Kampf und dem Mitwirken von Uthers Gattin preisgeben zu müssen.

Als die beiden Neuankömmlinge sich und ihre Mission vorstellen, kommt wieder Leben in Abdo.
"Dann hatten wir womöglich das gleiche Ziel!" antwortet er auf Arnvidhs Worte. "Unser ursprünglicher Auftrag war es, den Verbleib von verschwundenen Karawanen zu untersuchen. Ehrlich gesagt ist das alles nur wenige Tage her, doch es kommt mir fast schon wie Jahre vor. In der Zwischenzeit haben wir einiges erlebt mit diesem Fluch, und ob wir nun zu unserem ursprünglichen Auftrag zurückkehren, haben wir noch nicht besprochen."

Als just in diesem Moment die Kunde von Talahans Aufwachen von Solveig gebracht wird, unterbricht er sich.
"Entschuldigt mich, ich muss mit zu Talahan gehen. Er war unser Anführer, als wir von Kromdag aufbrachen, und hat mir vorübergehend diese Bürde übertragen. Ich muss ihm zumindest Rechenschaft ablegen."
Damit lässt er die beiden mit Solveig stehen und folgt Rogar zum Zelt. Jan - auch wenn er Lîf versprochen hat, mit diesem zu sprechen - muss erst einmal zurückstehen, und ist sowieso dermaßen in dem Gespräch um Pfeilspitzen vertieft, dass es gerade keinen Sinn macht, ernsthaft mit ihm reden zu wollen.

Abdo lässt Rogar den Vortritt, auch wenn es eigentlich seine Sache ist, Talahan von den Vorkommnissen zu berichten. Doch der Dain hört sich gerne reden und es scheint ihm sehr daran gelegen zu sein, alles zu erzählen.
Erst als Talahan nach den anderen seiner Gruppe fragt, tritt auch Abdo aus dem Hintergrund, so dass Talahan ihn gut sehen kann.
"Den meisten geht es gut. Hjálmarr hat dich ja hergebracht und liegt ebenfalls hier; ich hoffe, auch er wacht auf. Freydis, Lîf, Aeryn, ich selbst und Rogar, den du ja im Kloster noch kennengelernt hast, sind wohlbehalten wieder hier angekommen. Auch Tristan ist wieder hier."
Bevor er weiterspricht, lehnt er sich näher an Talahan und passt auf, dass außer Rogar niemand hört, was er zu sagen hat.
"Als wir gestern die Quelle des Fluchs bekämpft haben, ist ein bösartiger Shetani - ein Dämon, wie ihr ihn hier nennt - in Tristans Körper gefahren. Tristan ist noch am Leben, doch der Dämon hat die Kontrolle über seinen Körper übernommen. Es gibt Gerüchte über Wege, den Dämon wieder aus dem Körper zu vertreiben, doch sind sie alt und wir wissen derzeit nicht, wo wir suchen sollen."

Abdo geht wieder ein Stück zurück und sagt nun, was ihm bereits seit Tagen auf dem Herzen liegt.
"Talahan, du hast mir die Aufgabe übertragen, die Führung der Gruppe zu übernehmen. Aber ich habe versagt! Ich habe nicht die richtigen Worte und Taten gefunden, um sie hinter mir zu versammeln. Beinahe hätte mein Versagen uns alle in den Tod geführt! Danach habe ich Lîf angefleht, die Gruppe zu leiten. Sie hat es vermocht, uns wohlbehalten nach Hause zu bringen. Vielleicht habe ich also wenigstens eine Sache richtig gemacht als Anführer, indem ich die Führung abgegeben habe. Ich kann dich nur um Verzeihung bitten für mein Versagen, und dafür, dass ich das Vertrauen, das du in mich gesetzt hast, so missbraucht habe."

Rein äußerlich sieht man dem Ya'Keheter schon an, wie sehr ihn sein Versagen schmerzt. Mit zusammengesackten Schultern sitzt er vor Talahan. Doch es scheint auch eine Anspannung von ihm abgefallen zu sein, die ihn seit Tagen bedrückt - indem er endlich Talahan gegenüber aussprechen konnte, was er fühlt.
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Gaja am 15.07.2021, 17:09:33
"Ja gut, dann gehen wir halt zurück." Jan klingt ein wenig enttäuscht darüber, dass ihr Ausflug schon zuende ist. "Aber lass uns auf dem Rückweg doch schnell im Bunten Hahn vorbeischauen, was Frida Leckeres im Topf brodeln hat."

Aeryn lässt sich überreden und man lenkt die Schritte Richtung Dorfplatz. Die Menschenmenge von heute morgen hat sich längst aufgelöst, aber mehrere kleine Grüppchen stehen noch unter der Dorflinde beisammen, in Gesprächen vertieft, während andere vor ihren Häusern sitzen und ihrer alltäglichen Arbeit nachgehen.

Frida hat in der Tat einen leckeren Eintopf auf dem Feuer oder vielmehr etwas, das sie "Biersuppe" nennt, und so sitzen Jan und Aeryn bald vor dampfenden Schüsseln.[1]

~~~

Von Arnvidh nach den Räubern befragt, zuckt Solveig mit den Schultern. "Ich weiß nicht. Bis jetzt haben sie sichnoch  nicht in die Nähe der Ortschaft getraut, oder überhaupt diesseits des Baches. Man hat jetzt schon seit einigen Wochen gar nichts mehr von ihnen gehört. Aber es hat sich ja auch keiner mehr so recht hinaus getraut."

Sie wandte sich an Wulfgar. "Welch' andere Freunde meinst du? Jan? Dann hätte er halt dableiben sollen. Aber in einer Hinsicht muss ich dich warnen. Es kursieren nämlich Gerüchte, dass es sich bei der Räuberbande, die bereits zwei Handelszüge und auch einige kleinere Reisegruppen überfallen hat, um Kolkar handele. Auch Uther ist davon überzeugt. Womöglich ist es hier im Ort momentan nicht so ganz sicher für jemanden mit deiner Herkunft."

Dann bittet sie die beiden, kurz auf sie zu warten, während sie in ihrem Haus ihre Heilertasche packt. Nach ihrer Rückkehr brechen die drei gemeinsam auf. Gleich der erste Hof, den sie besuchen, bietet ein ähnlich erschreckendes Bild wie Wulfgar und Arnvidh es zuvor schon erlebt hatten, aber auf den nächsten fünf Höfen finden sie die Menschen teils unversehrt, teils leicht bis mittelschwer verletzt vor. Zu dritt haben sie die Verletzten rasch versorgt, sodass man sich mittags mit gutem Gewissen eine Pause gönnen kann. Eine wesentlich besser gelaunte Solveig führt ihre beiden Helfer in den Ort zurück (Wulfgar zuvor anratend, er möchte doch eine Kapuze über den Kopf ziehen) und dort zum Wirtshaus am Dorfplatz, dem 'Bunten Hahn'. Für den Nachmittag sind die Höfe auf der anderen Seite des Ortes geplant.

Als man sich gerade setzen will, entdeckt Wulfgar an einem Tisch nahe der Hintertür den abtrünnigen Jan mit der Elbin, die sich zuvor als Aeryn vorgestellt hat. Vor ihnen steht jeweils eine Schüssel mit dampfendem Eintopf.

~~~

Wieviel Talahan von Abdos Rede tatsächlich begreift, ist schwer zu sagen. Immer wieder schließt er zwischendurch erschöpft die Augen. Die Anstrengung, doch möglichst viel zu verstehen, treibt ihm den Schweiß auf die Stirn.

"Aber ihr habt es doch geschafft?", fragt er schließlich, deutlich verwirrrt. "Ihr habt den Fluch gebrochen...?"

Was Rogar ihm sogleich bestätigte und auch erwähnte, was Arnvidh von den "Hungerkreaturen" berichtet hat, die sich gestern abend urplötzlich in Menschen zurückverwandelten.

"Dann wurde mein Vertrauen in Euch auch nicht missbraucht. Im Rückblick denke ich vielmehr, dass ich selbst falsch lag, indem ich meinte, einer so bunten Gruppe wie der unsrigen einen Anführer aufzwingen zu wollen. Zu dem Zeitpunkt kam mir nicht den Sinn, es anders zu handhaben, denn so bin ich es aus meinem Orden gewohnt: ein aus dem Kampf scheidender Befehlshaber bestärkt, falls ihm dies noch möglich ist, den Nachfolger... Aber ihr seit kein Kriegertrupp."

Nach dieser langen Rede muss Talahan erst einmal wieder zu Atem kommen.

"Und was ist nun euer Plan?" fragt er schließlich. "Wegen der Räuber, meine ich. Und Tristan."
 1. In Aeryns Zeitlinie ist schon später Mittag, beim Heilerzelt noch früher Vormittag, deswegen kann sie nicht einfach so zurück. Zusammenführung siehe Ende nächsten Abschnitts.
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Abdo al'Mbabi am 15.07.2021, 23:40:10
Abdo entspannt sich langsam, und ein feines Lächeln zeigt sich kurz auf seinem Gesicht. Offenbar bedeutet es dem Ya'Keheter viel, dass Talahan ihn nicht, wie er sich selbst, verantwortlich macht für sein Scheitern. Einen Moment braucht er auch, um zu begreifen, dass jetzt, nach allem was geschehen war, sich eigentlich vieles zum Guten gewendet hat - ist er etwa gar nicht gescheitert? Einen Toten haben sie nicht zu beklagen, und Tristans Zustand hat nichts mit seinem Verhalten im Kloster zu tun. Doch dann erinnert er sich wieder zurück an den Moment in der Höhle unter dem Wasserfall und muss erkennen, dass es eher Glück war als sein Geschick, was sie wieder heil dort hinaus geführt hat.

"Ich danke dir für deine freundlichen Worte. Auch wenn ich sie nicht ganz teilen kann, sind sie doch Balsam auf meine Seele. Unser weiterer Plan ist für mich jedoch noch in Dunkel gehüllt. Freydis hat sich an eine alte Geschichte erinnert, ein möglicher Weg, Tristan zu helfen. Doch die Chancen, dass es diesen Weg überhaupt gibt, stehen nicht allzu gut, und wir wissen nicht, wo wir danach überhaupt suchen müssen. Doch ich habe Lîf geschworen, Tristan nicht aufzugeben. Wenn wir eine Spur finden, so werde ich ihr folgen.
Was die Räuber betrifft: Wenn wir für Tristan keine Hilfe sind, so will ich diesen Auftrag gerne weiter verfolgen. Es würde mir gut tun, etwas weniger ... magisches zu verfolgen. Vielleicht braucht Freydis auch nur Zeit, um eine Spur zu finden, der wir folgen können. Sie hat sich bereits in Bücher vertieft."
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Gaja am 18.07.2021, 15:42:40
Während ihrer Suche nach Kräutern weiß Lîf zunächst nicht so recht, wonach sie Ausschau halten soll. Ihre Heilkräuter würde sie ja gerne auffüllen, aber um den Nymphenteich herum wachsen so viele wunderliche Pflanzen, welche sie teils noch gar nicht kennt, dass sie zunächst nur bestaunt, berührt, beschnuppert. Als die drei Bachschwestern erfahren, was sie vorhat, helfen sie begeistert mit. Zu jedem Pflänzlein kennen sie einen Namen – welcher nicht immer derselbe Name ist, unter dem Lîf es kennt – und auch, was für Kräfte in ihm stecken. So erhalten die unbekannten Kräuter einen Namen (knapp die Hälfte der Namen hat Lîf immerhin schon einmal gehört, auch wenn die Pflanze ihr nicht so vertraut ist, dass sie sie auf einen Blick erkennt) und Lîfs Kopf schwirrt bald vor lauter Ideen, was man stärkendes daraus brauen könnte. Einen Trank, der Kraft gibt oder einen, der beim Klettern hilft oder einen solchen, der ganz weit springen lässt. Oder eine Salbe, mit der man sich mitten unter ein Wolfsrudel begeben könnte, ohne dass die Tiere einen bemerken oder beachten. Oder eine, die vor Hitze oder Kälte oder gar vor Blitzen schützt. Oder...

Irgendwann beginnt Lîfs Magen zu knurren und ihr wird bewusst, dass es schon Mittag vorbei ist. Sie wollte doch noch zum Kloster hinauf! Also verstaut sie ihre Funde sorgsam. In ein Tuch legt sie all die Kräuter, deren Namen sie von den Schwestern gelernt hat und von denen sie sich jeweils ein Stengelchen abbrach, um es sich in den nächsten Tagen noch einmal einzuprägen, in ein zweites wickelt sie die Zutaten zu dem Klettertrunk, den sie als erstes brauen möchte[1]. Dann verabschiedet sie sich mit viel Dankesworten von den drei Schwestern (welche sie zum Abschied umarmen und küssen und mit Koseworten überhäufen und ihr das Versprechen abnehmen, sie bestimmt bald wieder zu besuchen), leiht sich von Ninae "nur bis heute abend!" Kjartan zur schützenden Begleitung aus, und macht sich an den beschwerlichen Aufstieg zum Kloster.

Ihr Herz klopft bis zum Hals, als Kjartan und sie sich dem verlassenen Ort nähern, an dem vor zwei Tagen noch so schreckliche Kreaturen hausten. Doch nichts regt sich außer einigen Vögeln, deren Gezwitscher als einziger Laut die Stille durchbricht.

Sie findet Freydis in der Bibliothek vor, an einem von Büchern und Schriftrollen übersähten Tisch gleich neben dem Durchgang zu den Kammern des Abtes und der ranghöheren Mönche – und der Treppe zum Keller. Halfdan sitzt auf einem Hocker direkt neben dem Durchgang, an die Wand zurückgelehnt, und vespert. Er erblickt Lîf und Kjartan als erstes und winkt sie herüber.

Freydis freut sich, Lîf zu sehen, und erzählt sprudelnd, was sie schon alles entdeckt habe. Da drüben, das abgeschlossene Abteil – Halfdan hatte keinerlei Schwierigkeiten mit dem Schloss – sei voller Magiebücher und Beschreibungen von allerlei mysteriösen Dingen und Vorkommnissen. Elf Regale, fast bis zur Decke hoch, gebe es allein dort, das würde dauern, bis sie mit der Sichtung aller Werke dadurch wäre! Auch gebe es für den Bereich kein Register zur Übersicht, wie für die restliche Bibliothek – sie zeigte auf die vier langen und zwei kürzeren Regalreihen (davon vier ebenfalls bis fast unter die Decke und zwei brusthoch).

"Das wird Wochen dauern, bis ich mir hier den Überblick verschafft habe... wenn man mich hier in Ruhe stöbern lässt! Ich hoffe, Uther kann mir dabei helfen, dass ich hier weiterhin die Erlaubnis habe, mich umzuschauen, auch wenn die Mönche zurückkehren."

Auf diese Weise sprudelt sie noch eine ganze Weile weiter. Ihre Augen leuchten. Ihr sonst eher zurückhaltendes, misstrauisch-vorsichtiges Wesen ist völlig verändert. "So etwas habe ich noch nicht gesehen!" ruft sie wohl ein paarmal aus und: "Sein ganzes Leben könnte man hier verbringen und doch nicht alles gelernt haben!"

Irgendwann während dieses Geplappers ziehen die beiden Männer sich in den Hof zurück. Kjartan hat dort Beeren entdeckt, die wolle er pflücken. Einen Bärenhunger habe er nämlich, scherzt er fröhlich, aber leider heute morgen vergessen, sich Proviant einzupacken.

Die beiden Frauen bleiben in der Bibliothek zurück. Lîf ist bislang noch kaum zu Wort gekommen.

"Weißt du was?" verkündet Freydis urplötzlich. "Ich glaube, ich werde Uther heiraten. Alles, was dagegen spricht, scheint mir auf einmal so klein, so unwichtig gegenüber dem, was ich dadurch gewänne. Ja, er ist ein bisschen alt für mich, aber größer als zwischen Tristan und dir wäre der Altersunterschied zwischen uns auch nicht. Und ja, ich muss mich wohl dagegen wappnen, daheim mit Spott überhäuft zu werden, wenn ich den Sohn von Soren, dem Vielgeliebten heirate. Aber soll ich mich davon abhalten lassen? Der alte Wüstling ist tot, Gaja sei Dank, und sein Sohn ein gänzlich anderer Mann als er. Und auf dummes Gerede soll man nichts geben! Im Gegenteil, das macht mich nur noch entschlossener! Und wenn mir einer damit kommt, dass Uthers Familie nicht gut genug sei für die Tochter eines Hochclans, ha, da werde ich ihnen entgegenhalten: wo sind denn die ganzen besseren Söhne, die meinem Vater die Türe einrennen, um mit ihm um meine Hand zu feilschen? Nicht einer war da, weder reich noch arm, ehrbar oder verrufen. Wer will schon eine Berührte zur Frau? Und selbst wenn sich da einer fände, was für ein Mann wäre das wohl? Und würde er von mir verlangen, meine Studien einzustellen, meiner Magie abzuschwören? Uther dagegen sieht darin keine Schmach, keine Last, sondern vielmehr einen großen Vorteil! Er möchte, dass ich meine Studien weiterbetreibe! Er glaubt, ich könne ihm damit eine große Hilfe sein! Ein solches Angebot, da bin ich mir sicher, bekommt man in seinem Leben nur ein einziges Mal. Da schert es mich doch einen Dreck, dass er 'unter meinem Stand' sei.

Aber natürlich gibt es auch etwas, das mich zögern lässt. Die Religion hier. Die seltsamen Ansichten. Die ganzen Klöster, die frommen Brüder und Schwestern oder gar Gotteskrieger. Wenigstens ist Abt Halfir fort. Man muss hoffen, der nächste Abt wird nicht genauso schlimm! Dass Uther auf dem nächsten Thing durchsetzen kann, von jetzt an dürfe der Abt nur von den Ansdagern selbst bestimmt werden. Dieser Bruder Meirik klingt ja eigentlich so, als könne man mit ihm auskommen. Ich glaube, daran werde ich meine Zustimmung knüpfen. Unter einem Abt wie Halfir möchte ich mein Dasein nicht fristen. Da verbringe ich lieber den Rest meines Lebens allein. So hatte ich es bislang eigentlich erwartet. Aber es wäre schon schön, irgendwo dazuzugehören, oder wie siehst du das? Und von der grässlichen Religion abgesehen ist die Gegend hier ja auch wirklich schön. Das Meer ist vom Haus aus zu sehen und schnell erreicht! Und weißt du was? Ich glaub, ich mag Uther tatsächlich ganz gern. Beim ersten Treffen war ich ja sehr skeptisch. Da habe ich mich wohl auch vom üblen Ruf des Vaters gegen die ganze Familie vereinnehmen lassen. Aber jetzt... Fast schon ein wenig schwindelig wird mir, wenn er ganz nahe steht...

Hast du dir auch so viele Gedanken gemacht, bevor du Tristan geheiratet hast? Ist das normal? Dieses hin und her, das Abwägen... oder war's bei dir einfach der Vater, der's beschlossen hat, und du durftest nur noch brav 'Ja' sagen?"

 1. Kräutersuche +2 Bonus wegen Feenort, also 25 => zwei Portionen Zutaten zum trank Spinnenklettern (s. PM).
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Lîf am 19.07.2021, 11:58:02
Die drudkvinde bewegt sich wie durch ein Märchenreich, in dem die Zeit stillsteht. Sie befühlt die vielen Pflanzen, von denen sie nur den geringeren Teil kennt, riecht an ihnen, saugt Farben, Formen und Düfte in sich auf, während sie mit den Bachschwestern im kühlen, grünen Dämmer um den Nymphenteich wandert, sich mit den dreien unterhält, ja, unbeschwert lacht, ihren Kummer und die Sorge um Tristan für eine Weile in gnädigem Vergessen versunken. Die vielen Taschen ihrer Schürze füllen sich mit Proben all der Kräuter, Blüten und Wurzeln, die sie ihr zeigen, ehe sie alles sorgsam einpackt. Besonders gut wickelt sie die Abart gewöhnlicher Filzkletten ein, die ihr die Schwestern bezeichnet haben und die sie zu einem Trank zu verarbeiten gedenkt, um den kleinen Kessel Merles einer Probe zu unterziehen. Da sie jedoch, einmal dem rauschartigen Taumel durch die Natur wieder entglitten, erneut an ihren Tristan denken muss, verabschiedet sie sich mit aufrichtigem Dank und herzlichen Küssen von den Nymphen, um sich mit Kjartan auf den Weg zu machen.

Glücklich in der Bibliothek angelangt sieht sie sich mit langem, zweifelndem Blick um. So viele Worte, stumm auf die Haut toter Tiere gebannt: Wie viel lebendiger ist doch da die mündliche Tradition der Weisen Frauen! Andererseits muss sie, die mit dem Schreiben auf dem Kriegsfuß steht, immerhin zugeben, dass die Vielzahl an Pergamenten sicherlich sehr, sehr viele Worte birgt. Mehr wohl, als man an vielen langen Winterabenden hersagen könnte... Und die Begeisterung Freydis' lässt sie ahnen, dass man womöglich auch an diesen leblosen Dingen Freude haben kann – irgendwie. "Wirst du denn nicht furchtbar einsam sein, wenn du so lange mutterseelenallein zwischen all diesen Folianten bleibst?" erkundigt sie sich erstaunt und mit ein bisschen Sorge in der Stimme. Doch die Worte der Berührten scheinen deutlich zu zeigen, dass die solch ein Problem nicht sieht. Regelrecht berauscht wirkt sie. Lîf erinnert sich an ihre traumartige Wanderung mit den Bachschwestern und beschließt, Freydis zuzugestehen, dass sie wohl einfach eine andere Auffassung davon hat, was schön und faszinierend ist. Wichtig ist für sie einzig und allein, was die Berührte herausfinden kann, weniger wie.

Einer allerdings scheint nicht gewillt, sich noch länger hier aufzuhalten. Der Rotschopf blickt Kjartan nach, mit dem leisen Verdacht, dass dem Freydis' begeisterte Rede einfach langweilig wurde, und muss mit einem leisen Lächeln den Kopf schütteln. Er hat etwas von einem großen Jungen, das es ihr unmöglich macht, ihm böse zu sein. Abgesehen davon sprudelt Freydis gleich darauf mit ihren Heiratsplänen heraus. Lîf zieht zunächst die Stirn kraus, erinnert sich aber dann an die Fetzen des Gesprächs mit Uther, die sie mitbekommen hat, und nickt langsam. "Oh, ich verstehe. Sicherlich wäre es... von Vorteil, ihn zu heiraten" gibt sie zu, hakt aber dann nach: "Aber liebst du ihn denn wirklich? Oder denkst zumindest, dass du ihn lieben lernen wirst? Der Nutzen für euch beide ist gut und schön," gibt sie zu bedenken, "doch musst du dir im Klaren darüber sein, dass eine solche Verbindung auf Dauer zu einer schlimmen Last für eure Seelen werden könnte, wenn ihr nicht echte Zuneigung zueinander empfindet." Göttin, wie eine alte Kupplerin hört sie sich an! Aber sowohl Freydis als auch Uther scheinen ihr einen sehr starken Willen zu haben, und wenn zwei von dieser Sorte aufeinander treffen, zumal der eine ein mächtiger Mann in der Welt, die andere Gebieterin über Kräfte, die sie selbst wohl nur halb versteht...

Da braucht es schon eine starke Fessel, die beide aneinander bindet, um schlimmen Hader zu vermeiden, und welche wäre da stärker als die Liebe? Dass Freydis wenig auf die Standesfrage gibt, kommt der Bauerntochter hingegen nicht so wichtig vor. "Ja, ist das so?" fragt sie mit einem Lächeln, als die Berührte davon spricht, wie sie Uther nunmehr sieht. "Oh, bei mir war das anders, aber die Umstände waren auch ganz andere." Lîf erinnert sich mit zurückgelegtem Kopf, die Augen halb geschlossen. Eine Hand liegt unbewusst auf ihrem Bauch. "Als Tristan und ich uns zum ersten Mal begegneten, da hätte ich ihm am liebsten die Augen ausgekratzt. Oh, und Angst hatte ich..!" Sie muss grinsen, als sie Freydis' verdatterte Miene sieht. "Niemand hatte beschlossen, dass wir Mann und Weib werden sollten" erklärt sie fröhlich. "Geraubt hatten sie mich, Tristan und seine Leute. Beute war ich für ihn, eine Magd, die sie ihm als Anteil zugeteilt hatten. Es war eine schlimme Zeit, und ich habe viel geweint..." Sie schüttelt den Kopf ungläubig, so lange scheint das schon zurückzuliegen. "Aber er hat mich gut behandelt. Ich weiß nicht, wann er es merkte, dass ihm mehr an mir lag. Ich jedenfalls, ich hatte mich verliebt, ohne dass ich es wusste. Und irgendwann, da... da war nichts mehr von meiner Wut und meiner Angst übrig. 'Ja' sagte ich da aus vollem Herzen. Und ich habe es nie bereut – ich liebe ihn, wie ich ihn wohl insgeheim liebte, seit er mich zu sich nahm."

Mit ernster Miene nimmt sie Freydis' Hand. "Ich kann dir nur sagen, dass für mich nichts wichtiger ist als er. Er und unser Kind! Das Schicksal hat mich nun gelehrt, dass Liebe verletzlich macht, denn ich habe große Angst um Tristan. Aber trotzdem: Nie, niemals würde ich ohne sie leben wollen! Wenn du ähnlich empfindest, dann kann es nicht falsch sein, Uthers Weib zu werden, denn dann wird euer Bund Bestand und den Segen der Mutter haben, ganz gewiss."
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Gaja am 19.07.2021, 15:01:12
Um das menschliche Gedächtnis ist es wundersam bestellt. Wie verklärt ist doch der Rückblick! Das gute Ende lässt die frühere Pein vergessen. Geschichte wird zur Erinnerung, die tatsächlichen Begebenheiten dabei verdreht und umgedeutet, geradezu umgedichtet, durch späteres Empfinden und Erleben, bis allein die Erinnerung zurückbleibt, die wahre Geschichte aber vergessen ist – gerade so wie eins von Ishalóns Gedichten!

Vergessen sind die ersten Wochen in Gefangenschaft, die wachen Nächte voll bitterer Tränen und bebender Furcht, das Schicksal ihrer Heilerinnenschwestern doch noch teilen zu müssen und vom Hausherrn geschändet zu werden. Vergessen auch die Hochzeitsnacht: ihr mehr aus der Not heraus als von Herzen gegebenes Jawort, ihr Entschluss, die Zuwendungen des Gatten nur freudlos zu dulden, der Schmerz dann, die Tränen danach, das Trommeln ihrer Fäuste gegen Tristans Brust, wie lange er mit seiner Zauberstimme auf sie einreden musste, bis sie sich beruhigte...[1] Nein, das "Ja aus vollem Herzen" kam erst in der folgenden Nacht oder womöglich gar erst auf dem Disenthing. Was hatte sich dazwischen verändert? Erlaubt hatte der Angetraute ihr, bei der alten Esja, der drudkvinde von Hóp, in die Lehre zu gehen. Erlaubt, ihrem Herzen und dem Ruf der Mutter zu folgen. Stolz sei er gar auf sie, hatte er ihr versichert, und auf dem Thing ein weiteres Versprechen gegeben: niemals werde er sie züchtigen, so wie ein Mann sein Weib gemeinhin züchtigen durfte. Zum einen, weil er ihr zu Beginn gleich zugesichert habe, von ihm drohe ihr kein Leid, und bei seiner Ehre, dieses Versprechen wolle er halten, zweitens weil es ihm selbst zuwider wäre, sie zu schlagen, und er sich keinerlei Nutzen davon verspräche, drittens aber, weil er der lögmadhur sei und sie aber Esja als drudkvinde folgen werde, weshalb es nicht anginge, dass der Rechtsprecher die Weise Frau verprügelte. Ebenbürtig sei ihre Stellung, vor allem aber müsse die Unabhängigkeit beider Ämter um jeden Preis gewahrt bleiben – so sehr Tristan sich dafür auch des Spottes ausgesetzt sähe, das eigene Weib nicht unter Kontrolle zu haben.

Dies alles verschmilzt, im sehnsüchtigen Rückblick, zu einem "Ja aus vollem Herzen".

Aber davon ahnt Freydis natürlich nichts. Sie lauscht mit offenem Mund Lîfs (trotz der Beschönigung) noch recht wild anmutenden Geschichte, welche sie mehrmals mit staunendem "Oh!" unterbricht. Danach denkt sie eine Weile lang nach, bevor sie antwortet.

"Ja, ich sehe, für dich sind Gefühle das wichtigste. Aber so ist nicht jeder. Oder die wenigsten? Welche Frau darf schon selbst entscheiden, wem sie anvermählt wird? Da müssen schon glückliche Umstände zusammentreffen. Offenbar geschah dies bei dir und Tristan, aber auch bei Uther und mir. Auch wenn ich nicht so wie du vom ersten Moment an in ihn verliebt bin und auch jetzt noch nicht mehr weiß, als dass ich seine Anwesenheit schätze, so werde ich mir doch, je länger ich darüber nachdenke, immer sicherer, dass ich annehmen muss. Wie bitter würde ich es sonst bereuen, diese Chance vertan zu haben! Stell dir nur vor, es meldet sich tatsächlich noch einer bei meinem Vater und ich hätte gar keine Mitsprache? Stelle dir vor, er wäre gar ein widerlicher Kerl! Mein Vater wäre glatt in der Lage, einzuwilligen, nur um mich los zu sein. Aber auch die Vorstellung, das Leben allein zu verbringen, missfällt mir immer mehr, jetzt da ich eine andere Wahl hätte. Das Gefühl, gebraucht zu werden, als ein nützliches Mitglied der Familie zu gelten anstatt eine Last, eine Peinlichkeit, die vor anderen verborgen werden muss – das ist neu für mich und tut ziemlich gut!"

Sie lacht ein wenig verlegen.

"Außerdem müsstest du mir eigentlich aus vollem Herzen zuraten! Als Uthers Frau darf ich hier bestimmt so lange ich will nach Hinweisen suchen, wie man Tristan helfen kann. Eine interessante Sache habe ich übrigens schon gefunden. Moment, ich hab's gleich gefunden..."

Freydis kramt in einem Stapel loser Blätter und Schriftrollen herum, bis sie schließlich eine etwa ellenlange und recht vergilbte Pergamentrolle hervorzieht. Sie breitet die Rolle vor Lîf auf dem Tisch aus: es ist eine Karte.

Gezeigt wird ein riesiges Waldgebiet, worin allerlei besondere Orte eingezeichnet sind. Die erläuternden Schriftzeichen kann sie natürlich nicht lesen, aber die Bilder lassen immerhin einige Schlüsse zu. Torbogen und Bäume sind erkennbar, Hügel und Brücken, ein Turm, eine Höhle. Auch der Flußlauf ist deutlich erkennbar, mit seinen fünf Zuflüssen, die mit viel Phantasie tatsächlich an eine Hand erinnern. Andere Zeichen dagegen sagen ihr nichts, etwa die kleinen Querstriche zwischen zwei der Quellflüsse.[2]

"Die Karte ist ziemlich alt", erklärt Freydis. "Du siehst, der Wall ist noch gar nicht eingezeichnet, obwohl hier, das soll wohl die Feste sein, die heute 'Wacht am Wall' heißt. Ich schätze, so drei bis vierhundert Jahre ist die Karte alt, aber eine neuere ist mir bis jetzt nicht untergekommen, zumindest keine annähernd so detaillierte oder kompetente. Also selbst wenn es einige dieser Orte nicht mehr gibt und die Grenzen des Waldes heute womöglich ganz anders verlaufen – schau, die Nordgrenze hier kann nicht stimmen, das haben wir auf der Herreise ja gesehen, das war alles weite Ebene – aber ich denke mal, die Karte könnte euch doch hilfreich sein. Bis heute Abend will ich euch eine Abschrift davon erstellen. Das Original darf man wohl nicht einfach entwenden, außerdem ist recht unhandlich und dazu empfindlich."
 1. Quelle (https://games.dnd-gate.de/index.php/topic,8988.msg1034211.html#msg1034211)
 2. Das ist noch nicht die Karte, die ich in der Krähenstunde stehen habe, welches den aktuellen Stand zeigt. Die alte Karte werde ich dann noch nachliefern.
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Lîf am 21.07.2021, 11:06:58
Lîf denkt sich ihren Teil zu Freydis' Worten. Für die Berührte sind also Gefühle nicht so wichtig wie für die drudkvinde, so, so... Sie belässt Freydis in dem Glauben, sie habe Tristan vom ersten Moment an geliebt – hat die Berührte da womöglich gehört, was sie hören wollte? – und lächelt in sich hinein. Sie schätzt also vorerst lediglich Uthers Anwesenheit, möchte sich gern gebraucht fühlen und sieht die Vorteile in einer Vermählung. Irgendwie kommt das dem Rotschopf recht bekannt vor... "Nun, wenn es dir gut tut, ist das schon einmal ein gutes Zeichen" bemerkt sie nur und beugt sich dann, vorsichtig ob des Kindes, über den Tisch. Beeindruckt nickt sie. "Ja, die sieht ziemlich genau aus." Ohne in ihrem Leben jemals viele Karten gesehen zu haben, scheint ihr das alte Dokument nämlich viele Details zu enthalten, an denen man sich gut orientieren könnte. "Bis heute Abend? Ist das zu schaffen?" murmelt sie, gibt aber zu: "Es wäre uns bestimmt eine echte Hilfe."
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Wulfgar am 22.07.2021, 09:06:22
Nachdem die drei von Bauernhof zu Bauernhof gewandert waren um dann hungrig wieder in die Stadt zurück zu kehren und sie ein Gasthaus betreten wollte, bindet Wulfgar kurz vorher noch sein Maultier an der Seite des Hauses an und befiehlt Brakus das er Wache halten soll.

Wulfgar zieht sich seine Kapuze noch über den Kopf und bedeckte sein Haupt so ein wenig. Er schaut sich kurz in dem Wirtshaus um und entdeckt dann Aeryn und Jan an einem Tisch "Schau Solveig, dort drüben sitzen deine Freunde. Wollen wir uns zu ihnen setzten?" Wulfgar scheint noch immer davon aus zu gehen das nicht Jan zu Solveigs Freunden gehört sondern wohl auch alle anderen.
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Gaja am 22.07.2021, 20:07:01
Rogar versichert Talahan, in seiner gewohnt umständlich-gewichtigen Art, dass er die Gruppe auch weiterhin unterstützen wolle, da seine beiden ursprünglichen Reisegefährten ebenfalls hier in der Gegend Opfer eines Überfalls wurden und der Verbleib des zweiten noch ungewiss sei, weshalb seine Ziele also weiterhin mit denen seiner neuen Gefährten übereinstimmten.

Bald darauf verabschieden Abdo und der Dain sich von Talahan. Es ist deutlich geworden, dass er noch viel zu schwach war, um sie auf Räuberjagd zu begleiten. Eine Prognose, wie lange die Genesung dauern werde, sei schwierig, erklärte Schwester Hildegerd, da man eine solche Seuche noch nie erlebt habe. Wäre es ein normales Fieber gewesen, würde sie von mindestens einer Woche ausgehen, bis er wieder auf den Beinen wäre, und zwei weiteren, in denen er sich mit entsprechendem Willen seine alte Kampfkraft erringen könne, aber mit Flüchen hätte sie nun einmal keine Erfahrung. (Das gleiche gilt natürlich für Hjálmarr.)

Danach schickt Hildegerd die beiden noch in das kleinere Nachbarzelt, um sich ihre am Vortag geschlagenen Wunden untersuchen zu lassen. Widerstand duldet sie nicht, also gehorchen die beiden, zumal draußen weder von Solveig und Jan noch von Aeryn oder den beiden Neuankömmlingen eine Spur zu finden ist.

Gegen Mittag machen sie sich frisch verbunden Richtung Dorfplatz auf. Hunger lenkt ihre Schritte in den Bunten Hahn, wo sie die Vermissten beim Mittagsmahl vorfinden. Von Lîf und Freydis hat noch niemand gehört. Man speist zusammen und teilt sich dann wieder auf, um weitere Höfe in der Umgebung zu überprüfen, ob es doch Verletzte, Verängstigte oder Tote gibt. Am Abend will man auf dem Villagschen Hof wieder zusammenfinden.

~~~

Den Hausherr finden sie vor dem Gutshof vor, wo er ein Dutzend junger Männer mit kritischem Blick beobachtet, wie sie paarweise miteinander ringen oder mit Stöcken aufeinander einschlagen. Offenbar hat er seine ersten Rekruten schon gefunden und fackelt nicht lange herum. Allerdings, es sind zwar prächtige Bauernburschen, doch ihre Kampfversuche nehmen sich noch recht stümperhaft aus. Gut genug für private Händel nach zuviel Metgenuss, aber noch lange nicht für den gezielten Einsatz. Da hat der Fürst noch viel Arbeit vor sich.

Nachdem sie eine Weile lang zugeschaut haben, bei Interesse vielleicht auch mitgemischt, entlässt Uther die Bursche "bis morgen früh, bei Sonnenaufgang!" Auch Jan und Solveig verabschieden sich bald, nachdem letztere sich kurz mit Uther beraten hat.

Pünktlich zum Abendmahl, einem kräftigen Eintopf mit frischem Brot und kühlem Bier, tauchen Lîf, Freydis und Halfdan auf. (Kjartan ist bei seiner Ninae geblieben.) Stolz zeigt Freydis den Gefährten die Karte, die sie am Nachmittag abgezeichnet hat.

"Eine Karte vom Urdan-Wald", erklärt sie. "Leider ziemlich alt, so drei- bis vierhundert Jahre, dafür genauer als alle jüngeren, die mir unterkamen."

Das die Karte nicht mehr ganz aktuell ist, sieht man auf den ersten Blick: es fehlt der Gjolkard-Wall. Außerdem ist das Waldgebiet riesig. Es zieht sich von Linsberg über das südliche Fersland bis nach Jongot hinein. Die "Wacht am Wall" immerhin ist bereit eingezeichnet. Ein riesiger Fluss, von fünf Zuflüssen gespeist, durchquert den Wald – beschriftet als Iló, für diejenigen unter den Gefährten, die lesen können. Einzelne Orte im Wald sind markiert: ein Turm, ein Hügel, eine Brücke, eine Höhle, ein Torbogen und ein einzelner Baum. Die Bezeichnungen verraten nicht viel mehr. Weitere Bilder, allesamt unbeschriften, zeigen Tiere oder allerlei Gestalten, von denen nicht ganz klar ist, was sie darstellen sollen.[1]

"So schön geworden wie das Original ist sie nicht", gibt Freydis zu. "Ich hatte ja nur einen Nachmittag Zeit. Da musste die Kunst ein wenig hinten anstehen..."

Dann setzen die drei sich zu den Gefährten an den Tisch und langen hungrig zu.
 1. s. hier (https://games.dnd-gate.de/index.php/topic,11920.msg1094689.html#msg1094689). Karte wird nachgeliefert. Es ist nicht genau die aus der Krähenstunde; das Waldgebiet ist wesentlich größer und es sind bereits etliche Orte eingezeichnet.
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Arnvidh Kjellson am 23.07.2021, 11:57:45
Für Arnvidh hatte es, neben der Hilfe die sie den Bauern zuteilwerden lassen konnten, noch einen anderen Nebeneffekt. Sie konnten die umgebenen Gehöfte kennen lernen und die Bauern sie als helfende Hände von Solveig. Im Bunten Hahn hielt er sich zurück. In seinen Gedanken klang ein trauriges, verzerrtes Lied, welches er nicht so recht einordnen konnte. Auch am Abend dachte er darüber nach und brauchte so eine Ewigkeit um seinen Krug Bier zu leeren.
Die drei für ihn Fremden, welche aber offensichtlich zu den ihm bekannten gehören beäugt er ebenso wie die Karte. Jedoch mischte sich der Rotschopf, welche wie Wulfgar eine Kapuze über den Kopf gezogen hatte, nicht in das Gespräch ein. Die wenigstens einmal gesehen zu haben, war für ihn aber nicht uninteressant. Ebenso wenig wie die Tatsche, dass die Räuber wohl etwas mit der ausgebliebenen Lieferung zutun haben könnten und dass die zufällig getroffenen sich um selbige Räuber kümmern wollten. Vielleicht kam die Gelegenheit, dass er sie begleiten konnte. Bei dem Gedanken warf er einen Blick zu seinem Reisebündel und dem Speer, welche an einem nahen Pfosten ruhten. Ein Heiler war wahrscheinlich unnötig für sie und als reiner Kämpfer war er definitiv nicht mehr zu gebrauchen. Blieben nur noch die erwachte Gabe, welche er aber ungern so vielen preis gab selbst wenn sie an die große Mutter glaubten, und dann noch sein wissen das zubereiten von Speisen. Vielleicht reichte das schon aus oder vielleicht würde er einfach bei Wulfgar bleiben, welche auch die Gegend erkunden wollte.
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Lîf am 24.07.2021, 13:05:58
Lîf wirkt bei ihrer Rückkehr irgendwie erleichtert – oder vielleicht auch mit neuer Kraft versehen – obwohl sie sich rein körperlich gesehen wohl durchaus verausgabt hat. Jedenfalls langt die Schwangere bei der Mahlzeit zu wie ein Holzhacker, nachdem sie mit einer Hand auf ihrem Amulett das Zeichen des Rades über dem Essen geschlagen hat. "Die Kunst ist auch nicht das wesentliche für uns." gibt sie Freydis lächelnd zur Antwort. "Wesentlich ist, dass die Karte von großem Nutzen sein könnte." Freundlich, aber auch ein wenig reserviert, grüßt sie dagegen die beiden Unbekannten, die sich unter ihren Kapuzen verbergen. Eine Tatsache, welche die drudkvinde nachdenklich stimmt angesichts der Räuber, die sich in der Gegend herumtreiben sollten. Leise erkundigt sie sich bei den hier Zurückgebliebenen nach den zwei seltsamen Gestalten, deren eine sogar einen recht ungewöhnlichen tierischen Begleiter zu haben scheint – was Lîf wiederum gar nicht zu beunruhigen scheint. Dennoch zieht sie ein kleines Lederbeutelchen hervor, während sie die beiden beäugt, und greift mit der Hand hinein, um ihre Runenstäbe zu werfen, die sie sodann hinter vorgehaltener Hand begutachtet. Ihrem Stirnrunzeln nach scheint das Schicksal keine ganz eindeutige Antwort für den Rotschopf bereitzuhalten.
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Arnvidh Kjellson am 25.07.2021, 10:40:44
„Es wäre wohl gut.“ murmelt Arnvidh zu sich selbst, nachdem er alles noch einmal durchgegangen war. Die verhaltene freundliche Begrüßung der rothaarigen Frau, welche offensichtlich auch an die große Mutter glaubte, bestärkte ihn, dass es nicht so dumm wäre, wenigstens zu fragen. Er wartete auf einen passenden Moment, dann erwiderte endlich den Gruß der Frau und suchte das Gespräch. „Seit gegrüßt werte Frau. Also mein Name ist Arnvidh Kjellson, wie eure Begleiter schon wissen. Ich und meine Begleiter waren bei Solveig zusammengetroffen. Wir hatten uns wegen der Hungerkreaturen erkundigt, gegen die wir eine Nacht zuvor gekämpft hatten und welche sich in Menschen zurückverwandelten. Nun scheint dies geklärt zu sein und ich hörte ihr werdet auf Räuberjagt geben. Da trifft es sich, dass ich im Auftrag eines Händlers unterwegs bin, welcher eine Lieferung seit längeren vermisst. Wohl haben da diese Räuber etwas mit zutun. Glaubt ihr bei eurer Jagt Unterstützung eines Heilers zu benötigen oder sollen wir unsere Wege wieder trennen? Obgleich ich stark glaube, dass wir uns so oder so wiedertreffen würden.“ freundlich lächelte er die rothaarige Frau an. Auch wenn die frage mit an ihre Begleiter ging.
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Abdo al'Mbabi am 25.07.2021, 17:21:17
Das Gespräch mit Talahan hat zwar Abdos Last etwas verringert, doch fühlt er sich immer noch etwas verloren. Durch Lîfs Rückkehr hofft er, etwas mehr Klarheit über den künftigen Weg zu erlangen. Zwar ist er darauf vorbereitet, sich nun dem ursprünglichen Auftrag, der Jagd auf die Räuber zuzuwenden. Doch sollte Lîf tatsächlich einen Plan haben, um Tristan zu helfen, so müssten die Räuber wohl zunächst ohne ihn zurechtkommen.

Als sie schließlich alle zusammen in der Taverne saßen, antwortet er laut auf ihre geflüsterte Frage, auch wenn Arnvidh sich in diesem Moment bereits vorgestellt hat.
"Dies sind Arnvidh, wie du ja bereits gehört hast, und Wulfgar. Wie Arnvidh gerade gesagt hat, führt ihre Suche sie in die gleiche Richtung wie uns. Wir haben deshalb schon darüber gesprochen, unsere Kräfte zu bündeln; im Kampf gegen die Räuber wäre das sicherlich von Vorteil. Allerdings wollte ich dich vorher fragen, ob du in unserer anderen Angelegenheit etwas herausfinden konntest. Führt uns unser Weg tatsächlich zu den Räubern oder hast du eine Spur?"
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Lîf am 28.07.2021, 13:25:14
Als Arnvidh sich ihnen nähert, sieht Lîf von ihren Runenstäben auf und lässt diese rasch wieder in ihrem Beutelchen verschwinden, das seinerseits in einer der vielen Taschen ihrer Schürze Platz findet. Sie hört ihm und Abdo zu, ehe sie den Kapuzenträger nochmals mustert und erwidert: "Nun, wenn ihr beide auch den Auftrag habt, diese Räuber ausfindig und unschädlich zu machen, wenn auch von anderer Seite, wäre es denke ich nur vernünftig, sich zusammenzutun. Es ist unwahrscheinlich, dass nicht dieselben Räuber gemeint sind, denn für die Gier mehr als einer Bande dürften die Händler und Reisende auf den Wegen hier kaum ausreichen."

An den Ya'Keheter gewandt meint sie leiser: "Mehrere Spuren, aus denen sich möglicherweise etwas ergibt, aber keine ganz heiße. Am besten sehen wir uns die Karte näher an, die Freydis angefertigt hat. Ich habe von einigen interessanten Punkten erfahren, über die sie womöglich aus diesem Ding auch noch etwas herauslesen kann." Wieder mit erhobener Stimme und in Arnvidhs Richtung fügt der Rotschopf erklärend hinzu: "Wir haben auch noch andere Vorhaben hier in der Gegend, aber vielleicht lassen sie sich mit der Suche nach diesen Räubern verbinden."

"Was denkt ihr?" sieht sie sich unter ihren Begleitern um. "Ich könnte mir vorstellen, dass zwei Heilkundige nicht zuviel sind bei solch einem Vorhaben. Es wird wahrscheinlich dazu kommen, dass unsere Kämpfer mit ihnen die Klingen kreuzen, und das wird kaum ohne das Vergießen von Blut vor sich gehen. Und da ihr anscheinend ohnehin schon auf die Idee gekommen seid, diese zwei Männer mitzunehmen..." An dieser Stelle schmunzelt sie kurz und legt Abdo mit einem leisen Nicken eine Hand auf den Unterarm. "Verstärkung bei der Räuberjagd wäre glaube ich wirklich keine schlechte Idee" flüstert sie ihm zu. "Über... die andere Sache reden wir besser später."
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Gaja am 29.07.2021, 18:07:47
"Ihr müsst euch ja nicht sofort entscheiden", fügt Rogar hinzu. "Schlaft eine Nacht drüber. Wir, wie gesagt, haben noch einige andere Dinge im Wald zu erledigen außer der Räuberjagd."

Der Hausherr nahm dies zum Anlass, Wulfgar und Arnvidh für ihre Hilfe bei der Sicherung der umliegenden Gehöfte zu danken und ihnen "selbstverständlich!" einen Schlafplatz für die Nacht anzubieten.

Als Wulfgar sich nach seinem Begleiter Brakus umschaute, war dieser nicht an dem Platz, an welchem er Wache halten sollte. Auch lautes Rufen lässt ihn nicht erscheinen. Ein helles Bellen, Kläffen, Japsen und Quietschen zwischen den Hütten der Knechte und Mägde bringt Wulfgar auf die Idee, dort einmal nachzuschauen, ob Brakus in das Tohuwabohu verwickelt ist. Tatsächlich findet er seinen treuen Begleiter dort inmitten eines aufgeregt wuselnden Knäuels aus sechs, sieben, acht, neun (!) weiß-schwarzen Hundewelpen[1]. Er, wie auch die Welpen, scheint einen Riesenspaß zu haben.

Der restliche Abend geht schnell vorbei, ob im Spiel mit den Welpen oder anderweitigem Müßiggang. Nur Freydis steht nicht der Sinn danach. Sie verschwindet zunächst zu einem längeren Gespräch mit dem Hausherrn in dessen Gemächern, aus denen sie mit gerötetem Gesicht, aber zufrieden strahlend wieder auftaucht. "Keine Sorge, ich helf dir mit dem Schreiben!" ruft sie noch über die Schulter zurück, bevor sie sich schnurstracks in den Keller begibt, um sich noch einmal Merles Hinterlassenschaft genauer anzuschauen.

Auch Lîf verschwindet eine Weile lang im Keller. Danach ist sie recht schweigsam und geht bald zu Bett.

Die Nacht vergeht ereignislos. Bei Sonnenaufgang erhebt man sich bereits und versammelt sich zu einem kurzen Frühmahl. Man will so früh wie möglich aufbrechen, denn außer Lîf und Freydis haben sie alle Jans Warnung vernommen, dass er spätestens an diesem Morgen die Gotteskrieger in Ansdag erwartet, wenn nicht gar schon am späten Abend zuvor.

Oder will man zuerst mit ihnen sprechen? Mit Bruder Meirik, der vielleicht dabei ist? Oder überwiegt die Sorge, aufgehalten zu werden, sich gar rechtfertigen zu müssen, oder die Sache mit den Räubern aus der Hand genommen zu bekommen?

Und wenn sofortiger Aufbruch, wohin will man als erstes?

Auch Freydis hat noch etwas herausgefunden. Sie wartet allerdings, bis der Hausherr sich von der Tafel verabschiedet, weil er sich "draußen um seine Männer kümmern" muss.

"Ich bin noch einmal durch Merles Tagebuch gegangen", beginnt Freydis, "besonders die Zeit kurz bevor sie das erste Mal diesen mysteriösen Lehrmeister erwähnte, der ihr half, ihre Magie endlich zu beherrschen. Das ist noch gar nicht so lange her, nämlich vor vier Jahren erst. Und wenn ich mir das richtig zusammenreime, dann stammte der Dämon gar nicht mal aus Jongot! Also wenn wir davon ausgehen, dass es sich bei diesem Lehrmeister um den Dämon selbst handelte, so scheint mir der zeitliche Ablauf nun wie folgt. Uther reiste mit seinem Vater Soren nach Jongot, um Merles Vater um die Hand der Tochter anzuhalten. Damals hatte sie ihre Gabe noch nicht im Griff, was Uther aber nicht abschreckte, weil er einfach nicht versteht, wie gefährlich eine Berührte in diesem Zustand... äh... also, das tut hier nichts zur Sache. Jedenfalls ließ er sich davon nicht abhalten und Merles Vater hat wohl auch nicht allzu ehrlich vorgewarnt und so ging bald das Feilschen um den Ehevertrag los. Ich erklär's kurz, weil außer Lîf womöglich keiner von euch weiß, wie das bei uns Menschen hierzulande funktioniert...

Also, die Familie der Braut fordert eine Ablöse, als Entschädigung für den Verlust ihrer Arbeitskraft, während die Braut ihrerseits von der Familie eine Heimsteuer erhält, bestehend aus Vieh, Hausrat und Gesindel für das neue Heim, was ihrem Erbteil am elterlichen Besitz entspricht. Außerdem wird in dem Vertrag bereits festgelegt, welchen Erbteil sie vom Gatten erhält, sollte dieser vor ihr sterben, und dazu noch, was der Gatte ihr am Morgen nach vollzogener Ehe schenkt, hauptsächlich an Schmuck und schönen Dingen. Das hat Merle alles ordentlich in ihrem Tagebuch festgehalten, stolz darüber, was für einen guten Preis sie erzielt hat. Ihr Vater aber wurde plötzlich misstrauisch. Warum sollte jemand, ich zitiere Merles Worte: 'den vollen Preis für beschädigte Ware' zahlen wollen? Hinzu kam wohl auch der schlechte Ruf der Villags. Soren war nicht nur als Lüstling, sondern auch als Verschwender verrufen. Sprich, Merles Vater verlangte eine Anzahlung auf die Gesamtsumme als Beweis, dass es Uther ernst war. Und Uther, nachdem er seinen gesamten Geldbeutel vor dem Vater ausgeleert hatte als Anzahlung auf die Ablöse, überreichte Merle einen kleinen Vorschuss auf ihre Morgengabe."


Freydis macht eine dramatische Pause. Die meisten ihrer Zuhörer sind vermutlich höchst dankbar, dass sie sich endlich ihrem eigentlichen Punkt nähert. (Wobei Lîf natürlich nur allzugut versteht, warum die Vorgeschichte Freydis momentan besonders fasziniert...)

"Und zwar überreichte er ihr einen leuchtenden Kristall, kindsfaustgroß, glatt, und von perfekter Kugelform. Unter vier Augen gibt er zu, ihn unterwegs gefunden zu haben, unweit der Stadt Sydhavn noch nördlich des Walls, angeschwemmt am Flussufer des Iló, halb verborgen im Schlick. Erzählt ihr natürlich etwas von Schicksal und gutes Zeichen und so weiter, was junge Mädchen halt gerne hören, woraus Merle sich in den nächsten Tagen ein verträumtes: Oh, wir sind füreinander bestimmt! einredet. Die nächsten Einträge sind sehr emotional und naiv, das geht ein paar Wochen so...

Erst drei Wochen nach Abreise der Villags ändert sich der Ton wieder. Und genau hier erwähnt Merle zum ersten Mal den neuen Lehrmeister, der sie soviel besser versteht als alle vorigen."

 1. Bild s. hier (https://games.dnd-gate.de/index.php/topic,8884.msg1077426.html#msg1077426), minus die Holzbox.
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Wulfgar am 29.07.2021, 19:53:15
Wulfgar hält sich während dem Abendessen sehr bedeckt und redet nicht viel. Es ist ihm an zu sehen das er sich unter so vielen fremden Menschen nicht ganz so wohl fühlt.
Als er nach Brakus ausschau hält ist er im ersten Moment etwas erschrocken und besorgt als Brakus nicht auf sein rufen reagiert. Als er dann jedoch den Grund herausfindet muss er selbst etwas lachen und freut sich über den Anblick. Er selbst gesellt sich auch zu dem Spiel und mischt einige Zeit mit. Doch dann zieht er sich zurück und legt sich schlafen um am nächsten Morgen direkt bei Sonnenaufgang wieder bereit zu sein.

Als sich die Gruppe wieder versammelt gesellt sich Wulfgar zu ihnen und hört sich die Erzählungen an "Nun gut, es scheint so wie als ob das Schicksal uns zusammen geführt hat. Wenn es Euch nicht stört dann würden wir Euch gerne einige Zeit begleiten. Ihr zeigt mir hier Euer Land, und dafür stehen wir Euch tatkräftig zur Seite"
Titel: Mal Gani
Beitrag von: Arnvidh Kjellson am 29.07.2021, 22:14:44
Nach der kurzen Wortmeldung am Abend ist auch Arnvidh sehr schweigsam. Besonders in der Nähe des Fürsten schwieg er mehr als er etwas sagte. Irgendwann im Gespräch mit den Anderen hatte er auch einfach angefangen wie ein Spatz zu trällern, als sei ihm das Gespräch nicht mehr wichtig. Kaum das er dies realisierte, zog er sich auch schon zurück.

Wohin es ging auf der Räuberjagt, das überließ er denen die mehr Indizien hatten. Nur bei der Sache mit den Gotteskriegern lief es ihm eiskalt über den Rücken. Diese wollte er wenn es ging nicht treffen.
Jetzt, vor dem Aufbruch, lauschte er den Worten von Freydi. Die Informationen darüber was hier passierte war, fand er sehr interessant und es formte sich ein einfaches Bild von der Situation. Die Sache mit der Eheschließung jedoch, und was da der Brauch war, da hob er des Öfteren die fragend die Augenbraue. Abgesehen von den Wörtern, die neu und fremd klangen verstand er nicht warum jetzt ein Kristall wichtig war. Interessanter fand er dafür die Umschreibung, dass das Weib Merle einen Meister, vielleicht gar einen Dämon, hier im Norden gefunden hatte.