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Archiv => Archiv - Online-RPGs D&D/d20 3E => Sternenblut => Thema gestartet von: Sternenblut am 17.12.2009, 14:17:42

Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 17.12.2009, 14:17:42
Auf einer kleinen Lichtung im Wald schien die Sonne auf einen weißen Felsen. Der Stein war mehr als mannshoch, und lief nach oben spitz zu. In den vielen kleinen Kanten hatte sich Erde gesammelt, in der kleine grüne Pflanzen wuchsen. Verletzlich wie sie waren, reckten sie sich dem Sonnenlicht entgegen, als wollten sie eines Tages den Himmel selbst erreichen.
Vor dem Felsen hatte man ein tiefes Grab ausgehoben, in dem eine kleine, in weißes Leinentuch gehüllte Gestalt lag. Eine Halbelfe von etwa vierzig Jahren erwartete die Gruppe. Sie trug ein grünes Gewand, das mit einer einfachen Kordel zusammengehalten wurde. An der Kordel waren verschiedene Gegenstände angebunden, von Tierpfoten über Pflanzenteile bis hin zu kleinen Lederbeutelchen.
Die Frau mit ihren langen blonden Haaren stellte sich als die Druidin Teslana vor. Sie erklärte ruhig, dass Rongas Geist seinen Körper bereits verlassen hatte. Dennoch würde das Ritual seiner Seele Frieden geben, und vor allem verhindern, dass jemand in böser Absicht seine Ruhe stören würde.

Obwohl die Druidin Ronga nicht gekannt hatte, hielt sie eine kurze Ansprache, die scheinbar genau auf den verstorbenen Halbling zugeschnitten war. Sie sprach davon, wie jeder Einzelne, egal, wie viele Freunde er finden mochte, doch stets in seinem eigenen Geist alleine blieb. Und wie dennoch, im großen Geist der Natur, alle Seelen verbunden waren. Wie schwer es war, andere zu verstehen, gerade jene, die einem besonders fremd waren. Und wie leicht es dennoch sein konnte, wenn man die Sprache der Worte vergaß, und nur die Sprache des Herzens nutzte.

Das Ritual endete damit, dass der Leichnam mit Erde begraben wurde. Danach pflanzte jeder der Anwesenden einen Samen in diese Erde ein. "Dies sind die Samen der Rokash-Bäume", erklärte die Druidin. "Wenn sie wachsen, verbinden sich ihre Äste miteinander, und aus mehreren Setzlingen wird ein großer, starker Baum, der dennoch mehrere Wurzeln behält. Seine Früchte wachsen im Winter, und sie werden von Heilern genutzt, um die Krankheiten der Seele zu behandeln."

Dann geschah etwas Unerwartetes. Kaum hatte das letzte Mitglied der kleinen Gruppe einen Samen in der Erde vergraben, begann es zu regnen. Es war ein sanfter Regen, und die immer noch strahlende Sonne ließ einen Regenbogen am Horizont erscheinen.

Beldin erblickte eine Gestalt, die er schon einmal gesehen hatte. Hinter dem großen Felsen trat die schimmernde Gestalt des Einhorns hervor, die bereits bei Rongas Tod erschienen war. Das Wesen senkte seinen Kopf, als wolle es sich vor dem Toten verbeugen, und der Elf hörte den Klang einer wunderschönen Stimme in seinem Geist.

"Durch meine Macht und seinen Körper soll an dieser Stelle eines Tages ein heiliger Hain entstehen."

Kaum hatte das Einhorn seinen Satz beendet, wandte es sich ab und galoppierte davon in den Wald.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Beldin Gilvaran am 07.01.2010, 22:53:06
Beldin blickte dem Waldwesen versonnen nach. "Ich bin sicher, das wird Ronga gefallen." mumelte er mehr zu sich als zu den anderen. "Ein heiliger Hain an diesem Ort...", er schaute sich um, "Ich werde zurückkommen und dir die Ehre erweisen, mein Freund."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 07.01.2010, 23:16:39
Milan beobachtete betrübt, aber auch gespannt die Geschehnisse und lauschte den Worten der Halb-Elfe. Es schien ihm, als wüsste sie mehr über Ronga als seine ehemaligen Gefährten. Eigentlich hatte er den Halbling auch nur sehr kurz kennen gelernt und doch machte es ihn traurig, zu sehen, wie schnell ein Leben ein Ende finden konnte. Mit aller Vorsicht setzte er den Samen in die Erde und überhäufte ihn mit selbiger. Überrascht vom Regen wollte sich Milan zuerst davor schützen, ließ es dann aber doch bleiben und genoss den Regen einfach nur. Ob Ronga nun einer der Geister war, von denen er gesprochen hatte? Milan konnte sich nicht vorstellen, dass er irgendwelche steinernen Hallen eines Gottes betreten würde, doch Religion lag ihm einfach zu fern, als dass er wirklich ein Bild des Lebens nach dem Tod aufbauen konnte. Stattdessen richtete er seinen Blick auf den Horizont und sah auf den Regenbogen, der sich gebildet hatte.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 07.01.2010, 23:45:10
Ob mir auch eines Tages ein so ehrwürdiges Grab zuteil wird?
Während Rin die Zeremonie verfolgte versuchte sie sich vorzustellen wie der Stein einst mit einem aus den Rokash-Samen entstandenen Baum aussehen würde. Sicherlich hübsch. Wenn Ronga an einem solchen Ort begraben war konnten sie sicher sein dass er in der Tat friedlich ruhte und nicht auferstand um jemanden heimzusuchen. Auch der kühle Regen schien ein gutes Omen zu sein, so konnten sie alle, auch Beldin der noch immer ein wenig nach Orangen roch, erfrischt ihre Reise starten. Damit nicht noch mehr Leute starben... denn so schön ihre Grabmäler sein mochten, lebendig zu sein war noch viel besser.
Noch einmal blickte die Söldnerin hoch zu dem Loch im Blätterdach, durch das die Morgensonne schien und schnupperte die Waldluft. Schliesslich verabschiedete sie sich in Gedanken und ging, ein neuer Auftrag wartete auf seine Ausführung.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 08.01.2010, 07:14:29
Waldemar beobachtete die Zeremonie stumm. Ja so hätte er sich das Begräbnis gewünscht, es war würdiger Abschluss eines viel zu kurzen Lebens. In Gedanken sprach er eine Bitte an die Naturgeister ihn aufzunehmen. Seine irdische Reise endet bevor unsere Reise überhaupt angefangen hat. Noch einmal kamen die Bilder wieder in seinen Gedanken hervor, wie die Soldatin im Kerker von etwas unsichtbarem getötet wurde und wie Ronga in Kays Laden angefallen wurde. Kurz stand er den Tränen nahe, dann fasste er sich wieder. Nach der Zeremonie stand er zunächst noch einen Moment neben dem Grab in Gedanken.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 08.01.2010, 14:58:07
Auch Tryann blieb noch eine ganze Zeit schweigend vor dem Grab stehen. "Es tut mir leid", flüsterte er schließlich.

Dann wandte er sich an die Gruppe. "Ich wünschte, ich könnte noch bleiben. Doch ich muss meinen Pflichten in der Stadt nachkommen. Ich verspreche euch aber, dass ich mich um Rongas Grabstätte kümmern werde."

Ernst sah er jedem Einzelnen in die Augen. "Ich wünsche euch viel Erfolg. Auf dass ihr alle wohlbehalten nach Himmelstor zurückkehrt."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 09.01.2010, 12:38:42
Milan fiel es schwer, sich von Hauptmann Tryann, der ihm eine Aufgabe gegeben hatte, zu verabschieden. Er erinnerte sich an die Szene am letzten Morgen und wie der Hauptmann ihm einen kleinen Teil seines Stolzes wieder gegeben hatte. Falls sie tatsächlich irgendwann nach Himmelstor zurückkehren würden, müsste er auch noch mal zu der Halblingsfrau, dieses Mal, um ihr eine Silbermünze in die Hand zu drücken als Entschuldigung.

"Auch Euch viel Erfolg, Hauptmann. Es gibt sicher noch viel zu tun nach den Ereignissen der letzten Tage." Dann sah Milan wieder auf das kleine Grab und wollte sich auch davon nicht recht trennen, denn sobald das geschehen würde, wären sie wieder auf einem unsicheren Pfad, von dem sie nicht wussten, wohin er führen würde. Schließlich aber sah er zu Eretria: "Wollen wir gehen? Oder brauchst du noch eine Weile?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 09.01.2010, 12:51:47
Eretria nahm die Beerdigung merkwürdig emotionslos wahr. Sie hatte sich mit dem seltsamen Halbling in ihrer kurzen Zeit zusammen nicht wirklich verstanden. Zu unterschiedlich waren offensichtlich ihre Anschauungen gewesen und zu verwirrend für die Priesterin waren die Gedanken, welche Ronga mitteilte. So war der Besuch der Trauerfeier eher eine Pflichtübung als ein wirkliches Bedürfnis. Trotzdem beteiligte sich die Frau in der rechten Art und Weise an dem Ritual, denn der Mann war bei der Erfüllung ihrer Aufgabe gestorben und Eretria war es dem Mann schuldig, ihn gebührend von dieser Welt zu verabschieden. Den Ritus beobachtete die Frau genau und sie gab sich Mühe den Samen richtig einzupflanzen, damit aus den Samen genau das wurde, was der Ziel des Ritus war.
Als sich der Hauptmann verabschiedete, nickte sie dem Mann freundlich zu: "Ich wünsche euch auch viel Erfolg, Hauptmann. Ich hoffe das Mutter Sonne und die zwei Monde über euch wachen und wir uns wiedersehen."
Dann trat sie neben ihren Freund. "Wir können gehen Milan. Ich fürchte für Ronga können wir nichts mehr tun und deswegen sollten wir uns auf den Weg machen."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 10.01.2010, 12:53:33
Als sich Hauptmann Tryann verabschiedet hatte blickte sich Waldemar um. Seine Gefährten schienen unterschiedlich stark ihren Gedanken nachzuhängen, er selbst musste sich jedoch eingestehen, dass es nichts mehr gab was er tun konnte, wofür er genau hier bleiben musste. Schließlich brach er das Schweigen: "Wollen wir dann aufbrechen?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 10.01.2010, 16:51:08
"Ja, lasst uns gehen. Ich denke, wir haben sowieso noch einen weiten Weg vor uns. Und je eher wir aufbrechen, umso besser." Dann verließ Milan das Grab und irgendwie hatte es etwas endgültiges.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 11.01.2010, 12:45:05
Nach und nach setzte sich die kleine Gruppe in Bewegung, und ließ das Waldstück hinter sich, in dem sie ihren kurzzeitigen Gefährten begraben hatten. Es regnete noch immer leicht, doch die wenigen Wolken verdeckten die Sonne nicht. Hell strahlte sie über das Land und wärmte die Gefährten mit ihrer Kraft.

Zu Beginn ihrer Reise unterbrachen nur wenige gesprochene Worte das Schweigen. Dies kam allerdings nicht nur durch das traurige Ritual, sondern auch daher, dass mindestens zwei Mitglieder der Gruppe noch immer übermüdet waren. Erst nach und nach weckten die Sonne und der erfrischende Regen auch die Lebensgeister von Beldin und Mika.

Nach etwas mehr als einer halben Stunde, während der die Gruppe verschiedenen Reisenden und Händlern auf dem Weg zum Weißen Markt begegneten, erreichten sie ein kleines Zeltdorf: Das Händlerlager, die letzte Raststätte vor den Toren der großen Stadt. Mehr als hundert Zelte waren hier aufgeschlagen, und überall schien es Bewegung zu geben. Zahlreiche Zelte wurden gerade abgebaut, andere erst aufgebaut. Hier und da versuchte ein Händler schon, erste Geschäfte abzuschließen, und Jugendliche und alte Leute mit Bauchläden verkauften den Reisenden kleine Essenshappen, von Früchten und Beeren bis hin zu kleinen runden Broten, die in Himmelstor als "Händlerfrühstück" bekannt waren: Magenfüllend und doch schnell zu essen, damit die geschäftigen Händler schnell ans Werk gehen konnten.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 11.01.2010, 21:08:43
Mika stand irgendwo im Hintergrund bei der gesamten Zeremonie und hoffte, dass ihr keine Aufmerksamkeit geschenkt wird. Sie fühlte sich unwohl dabei, dieser Zeremonie beizuwohnen, denn sie hatte den Halbling nie kennengelernt, der kleine Bursche war schon tot, als sie ihn das erste Mal sah.
Als dann aber alle aufgefordert wurden einen Samen zu stecken, konnte sich die Bardin nicht drücken und pflanzte ebenso einen Rokash-Baum. Doch als sie den Samen in die Erde steckte, dachte sie nicht an den Halbling sondern an die arme Mereira, die am Vortag ebenfalls getötet wurde.
Die Gedanken an die Elfe trieben Mika auch Wasser in die Augen, die kurz darauf über ihre Wangen rannen, bevor sie mit dem Regen, der eingesetzt hatte,  verschwanden.
Still und leise trottete Mika dann vom Grab weg, verabschiedete sich förmlich vom Hauptmann und band dann wieder ihr Pferd los, um auf dessen Rücken der Gruppe zu folgen.

Im Sattel erreichte Mika auch das Händlerlager, den wenn sie sich schon ein Pferd gegönnt hatte, dann wollte sie auch etwas davon haben, selbst wenn das Tier nicht ansatzweise so schnell nun laufen musste, wie es problemlos unterwegs sein konnte.
Im Händlerlager gedachte Mika eigentlich nichts zu kaufen, sie hatte alles, was sie für den Weg brauchte. Nur kurz überlegte sie, ob es nicht vernünftig wäre etwas Wegzehrung mitzunehmen.
"Wisst ihr, ob es auf dem Weg Gasthäuser gibt oder ob wir noch Vorräte für den Weg brauchen?" Fragte dann Mika, die sich außerhalb von Himmelstor gar nicht auskannte.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 11.01.2010, 23:16:37
Milan dachte darüber nach, ob sie noch etwas kaufen sollten, aber alles Notwendige hatten sie vom Hauptmann erhalten und sie mussten ihr Gold später vielleicht noch für andere sinnvollere Sachen ausgeben. Etwas in Gedanken bekam er Mikas Frage nur am Rande mit, doch dann antwortete er lächelnd: "Wenn dem nicht der Fall gewesen wäre, wäre ich mit Sicherheit unterwegs verhungert." Auf seinem Weg nach Himmeltstor war er auf eine längere Reise fast überhaupt nicht vorbereitet gewesen. Nur die Unterkünfte und kleinen Dörfer hatten ihn am Leben erhalten.

"Darum brauchen wir uns also, denke ich, keine Sorgen zu machen." Trotzdem sah das Essen der Händler verlockend aus und Milan musste sich darauf konzentrieren, die Früchte und das Händlerfrühstück nicht zu lange anzusehen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 12.01.2010, 17:45:16
Die Gruppe passierte das Händlerlager ohne Unterbrechung. Die Große Straße, die von Himmelstor zur Großen Feste führte, machte den Weg unbeschwerlich. Die vier Schritt breite Straße aus Pflastersteinen, die vor langer Zeit von den Siddhai geplant und den Bürgern beider Städte gebaut worden war, erlaubte es sogar Pferdekarren, bequem mit hoher Geschwindigkeit zu reisen, ohne ein großes Unfallrisiko einzugehen.

Die Reise war keinesfalls einsam: Immer wieder traf die Gruppe auf Reisende, die nach Himmelstor unterwegs waren, oder sie wurden überholt von Reitern und Wagen, die den Rückweg antraten. Etwa eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang erreichten sie das Gasthaus Rebenstock, ein großes, vierstöckiges Holzhaus, hinter dem - eingezäunt durch einen hohen Metallzaun - Wein angebaut wurde. Auf einem kleineren Gebäude, das an das Gasthaus angeschlossen war, prangte in geschwungenen Buchstaben das Schild Kiralins Kelterei.

Eine kleine Gruppe von Männern, zwei Menschen und ein Gnom, verließen die Gaststätte, gerade als die Gruppe ankam. Schimpfend blickte der Gnom über seine Schulter zurück ins Gasthaus. "Unverschämtheit. Ich bin doch nicht irgendwer! Es ist ja nicht so, als ob ich nicht dafür zahlen wollte, dass sie mir das Zimmer von jemand anderem geben. Ausgebucht. Pah! Eine Unverschämtheit ist das."

Aus der entgegengesetzten Richtung, noch etwas weiter entfernt, kam eine Karawane auf das Gasthaus zu. Gesang und das Spiel von Instrumenten war zu hören.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Beldin Gilvaran am 12.01.2010, 21:28:47
Die Stimme des Gnomes weckte Beldins Aufmerksamkeit. Er hatte genügend Zeit unter dem kleinen Volk verbracht, um zu wissen, dass diese Zurschaustellung schlechter Laune eher ungewöhnlich für einen Gnom war. Daher war seine Neugier geweckt. Aber natürlich hätte er das niemals offen zugegeben, weswegen er seinem ersten Impuls widerstand, nachzufragen, was denn der Grund für diesen Ausbruch war. Eines allerdings störte ihn.

"Ausgebucht?! Das ist jetzt nicht das, was ich hören wollte, ich hatte mir zur Abwechselung eine etwas bequemere Nacht erhofft. Milan, ihr habt vorhin so geklungen, als kennt Ihr den Weg. Macht es Sinn, noch  ein Stück weiterzureisen, um vielleicht eine andere Übernachtungsmöglichkeit zu finden?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 13.01.2010, 00:07:04
Milan hörte die Worte des Gnoms auch nicht gerne und kratzte sich am Kinn, als Beldin ihn fragte, ob es noch eine weitere Übernachtungsmöglichkeit gab. "Also wenn wir dem Weg folgen, definitiv nicht. Wie es abseits aussieht, kann ich nicht sagen. Ich habe mich immer strikt an den Weg gehalten." Er verkniff sich anzufügen, dass er ohnehin schon Probleme damit gehabt hatte, die Orientierung zu behalten. "Gibt sicher noch kleinere Dörfer in der Nähe, aber ob wir noch eines finden, kann ich nicht sagen."

Er zuckte hilflos mit den Schultern. Doch dann beschloss er, sich wenigstens kurz an die Gruppe des Gnoms zu wenden. Vielleicht war das Gasthaus ja nur für sie ausgebucht. "Entschuldigt bitte. Wir wollten uns auch gerade eine Unterkunft besorgen, aber anscheinend kommen wir hier nicht unter, was? Gibt es nicht einmal mehr Schlafplätze in Mehr-Bett-Zimmern?" Innerlich schauderte Milan ein wenig bei der Vorstellung, sich mit zwanzig anderen das Zimmer teilen zu müssen, aber zur Not...
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 13.01.2010, 07:59:34
Der Gnom blickte Milan herablassend von oben bis unten an, während sich die beiden Menschen - starke Männer, deren Hände sofort zu den Waffengürteln glitten, als Milan sie ansprach - ein wenig vor den Gnom stellten. Offenbar handelte es sich bei den beiden um die Leibwächter des Gnoms.

"Nicht mal eine Maus bekommt noch einen Schlafplatz hier. Ihr könnt euch höchstens in den Schankraum setzen und die Nacht durchfeiern", erklärte der Gnom.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 13.01.2010, 12:01:36
Mika war bei erreichen des Gasthauses schon lange nicht mehr im Sattel ihres Pferdes unterwegs. Reiten erschien ihr auf Dauer wie eine schlimme Folter zu sein, am Anfang war alles wunderbar und sie hatte sogar überlegt, ob sie nicht im Sattel etwas Laute üben sollte, aber dann irgendwann begann ihr alles wehzutun. Es half dann auch nur wenig, dass Mika zur Entspannung die restliche Strecke zu Fuss zurückgelegt hat.
"Vielleicht können wir uns zu der Karawane dort gesellen, wenn wir schon nicht dort drin pennen können?" Schlug Mika dann fragend vor, nachdem sich zeigte, dass die Gruppe definitiv kein weiches Bett wird finden können. "Dann haben wir zwar immer noch kein Bett, aber wenigstens einen lustigen Abend, wie es mir scheint. Außerdem kann ich sowieso nicht mehr sitzen, weshalb ich nicht in einem Gasthaus die ganze Nacht hocken muss." Kommentierte die Bardin  ihre Einstellung zu harten Gasthausbänken und die Vorstellung im Schankraum zu stehen, während sie sich über ihren geschundenen Hinter rieb.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 13.01.2010, 13:24:03
"Warum nicht" meinte Rin, "es sei denn es war die Karawane die alle Zimmer im Gasthaus gebucht hat." Obwohl sie nicht daran gewöhnt war unter freiem Himmel zu schlafen hatte sie nichts dagegen es zu probieren. Solange es Sommer war und kein weiterer Regen in Sicht...
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 13.01.2010, 13:30:46
Eretria, die sich während der ganzen Reise an diesem Tage sehr zurück gehalten hatte, mischte sich nun in das Gespräch der beiden Frauen ein. "Ich finde, wir sollten zumindest in das Gasthaus einkehren, bevor wir eine Entscheidung treffen, wo wir schlafen." Die Priesterin von Mutter Sonne und den zwei Monden schaut die Bardin aufmunternd an.
"Ihr seid doch sicher interessiert eure Künste anzubieten. Vielleicht sind die Wirtsleute gegenüber Frauen auch freundlicher und zuvorkommender als gegenüber Leuten, die sich einen Platz erkaufen wollen. Ich bin aufjeden Fall nicht einfach gewillt, sofort draußen nach einem Schlafplatz zu suchen." Die blonde Frau schaute ihre Freunde aufmunternd an. "Kommt schon, etwas zu trinken kann wohl jeder von uns gebrauchen und Fragen kostet auch nichts."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 13.01.2010, 17:08:32
"Ich dachte offengestanden daran, mich den Musikanten anzuschließen, die sich dort nähern." Gab Mika offen zu, nachdem Eretria ihr vorgeschlagen hatte, vielleicht ihr Können unter Beweis zu stellen. "Aber wir können unser Glück versuchen."
Was die Klerikerin nicht wissen konnte war, dass sich die Bardin etwas davor fürchtete jetzt und hier aufzutreten, denn es würde das erste Mal für sie sein, weshalb die Vorstellung in einer Gruppe zu musizieren für Mika deutlich angenehmer erschien, anstatt im Gasthaus anzufragen, aber vielleicht ließ sich doch irgendwie der Wirt von einer Lautenspielerin überzeugen, wenn es auch schwer werden sollte gleich sechs Personen unter zu bekommen.
Schnell band Mika ihr Pferd an, nahm ihr wichtigsten Sachen an sich, unter anderem auch ihr Instrument, und wartete darauf, dass die Gruppe eintritt. Voran wollte die Bardin nicht gehen, nicht unter den Umständen die gegeben waren.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 14.01.2010, 07:25:55
Bevor Waldemar sich äußerte blickte er zum Himmel und dann Richtung Horizont um Abzuschätzen, welche Wetterbedingungen für die Nacht zu erwarten waren[1]. Er selbst hatte schon oft genug bei wind und Wetter im Freien übernachtet, aber seine Reisegefährten sahen nicht so aus, als ob sie daran gewöhnt waren, und er wollte sicher gehen, dass es wenigstens nicht regnet, bevor er einen solchen Vorschlag macht.
 1. Survival 10 Nehmen +6 = 16 gegen 15 für 24h Wettervorhersage
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 14.01.2010, 07:35:12
Der Himmel war inzwischen klar, die Luft immer noch angenehm warm. Es herrschte beinahe Windstille. In der Nacht würde es mit großer Sicherheit nicht regnen, und wahrscheinlich würde es sogar warm genug bleiben, um auch ohne Zelt nicht zu frieren.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 14.01.2010, 08:54:31
"Ich würde vorschlagen wir gehen erstmal ins Gasthaus und essen etwas. Dabei können wir ja fragen, ob sie noch was Frei haben und sehen, ob die Karawane dort einkehrt. Und wenn wir nicht im Gasthaus übernachten können dann bauen wir uns hier in der Nähe ein Lager auf. Das Wetter ist gut, es sollte warm und Trocken bleiben."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 14.01.2010, 13:04:37
Mit diesen Worten öffnete Waldemar die Tür und betrat den Schankraum. Trotz der hohen Decke wirkte der Raum überfüllt. Kaum zwei oder drei von den mehr als dreißig Tischen waren noch frei, an den meisten Tischen waren sogar alle Plätze besetzt. Der Lärmpegel war durch die unzähligen Gespräche, aber auch durch einige Lieder und vereinzeltes Gröhlen sehr hoch.

Auf der linken Seite brannte ein Feuer in einem großen Kamin. Dadurch war es zwar warm in der Schankstube, die Luft wurde jedoch noch ein wenig stickiger, als sie durch die vielen Gäste ohnehin schon war. Der Rauch einiger Pfeifen und Zigarren vernebelte die Luft zusätzlich.

An der Theke am anderen Ende des Raums standen zwei Wirte, offensichtlich Brüder. Beide waren um die vierzig Jahre alt, hatten kurzes, blondes Haar, das allmählich immer weniger wurde, und trugen helle braune Kleidung und Lederschürzen. Sie waren schwer beschäftigt damit, Krüge und Becher mit verschiedenen Getränken zu füllen, die von sechs jungen Frauen zu den verschiedenen Tischen getragen wurden. Links und rechts von der Theke führten Holztreppen in die höheren Stockwerke.

Gleich drei Kronleuchter mit dicken, großen Kerzen hingen von der Decke und spendeten den Gästen Licht.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 14.01.2010, 13:39:10
Milan verstand nicht, warum er von dem Gnom so gemustert wurde, trat aber automatisch einen Schritt zurück, als dessen Leibwächter den Eindruck erweckten, als würden sie ihn aufspießen, wenn er auch nur noch ein Wort von sich gab. Leicht nervös - und darum bemüht es nicht zu zeigen - folgte er schließlich den Anderen ins Gasthaus, wobei er sich noch einmal nach dem Gnom und auch nach der Karawane umsah, die er vorher, bevor Mika sie erwähnt hatte, gar nicht richtig bemerkt hatte.

Als sie den Gastraum betraten, verengte sich Milans Kehle und er musste husten. Er versuchte es allerdings so leise und so gedrängt, dass ihm die Tränen in die Augen stiegen, während er das Gefühl hatte, langsam zu ersticken. Erst nach einer Weile gewöhnte er sich an den Rauch in der Luft und ließ seinen Blick vorsichtig durch den Schankraum schweifen. 'Sieht tatsächlich danach aus, als wäre hier fast alles voll. Gemütlich ist es aber, keine Frage, naja, vielleicht bis auf den Rauch.'

"Wollen wir uns setzen?" versuchte Milan den Lärm zu übertönen und deutete auf einen der wenigen freien Tische. Am liebsten hätte er ja gleich wieder eine Kehrtwende gemacht. Aber irgendwie behagte ihm der Gedanke immer noch nicht, draußen zu nächtigen, wie Waldemar es vorgeschlagen hatte. Und eine ordentliche Mahlzeit und etwas Gehaltvolleres zu trinken brauchte er jetzt auch.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 14.01.2010, 13:49:12
Eretria hatte sich bevor die Gruppe in das Wirtshaus ging bei Milan untergehakt. Als sie dann den überfüllten Raum sah, stellte sie Fest, dass es gut so war. Sie nickte als Milan fragte, ob sie sich setzen sollten. "Ja, kommt dort vorne ist noch ein Tisch frei!" Die Priesterin deutete auf einen der freien Tische und drängte durch den vollen Schankraum darauf zu, um ihn in Beschlag zu nehmen. Schnell setzte sie sich und achtete auch darauf, dass Milan sich an ihre Seite setzte.
Dabei schaute sie sich um, ob sie eine Bedienung sah und etwas bestellen konnte. Tatsächlich war sie neugierig auf dieses Gasthaus gewesen. Außerdem hoffte sie, dass Mika etwas hier vorspielen konnte. Sie mochte die Frau, die ihnen einen großen Gefallen getan hatte und war begierig, etwas von ihr zu hören.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 14.01.2010, 13:54:01
Waldemar hielt sich dicht Hinter Eretria und Milan, die der Gruppe einen Weg durch die Menge bahnten. Am Tisch angekommen setzte er sich so, dass er einen möglichst großen Teil des Raumes überblicken konnte und sah sich um.[1] Dann versuchte er mit dem Prsonal Blickkontakt aufzunehmen um zu signalisieren, dass sie etwas bestellen möchten.
 1. Spot1d201d20+6 = (14) +6 Gesamt: 20
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 14.01.2010, 14:05:15
Waldemar konnte keine ungewöhnlichen Gäste entdecken. Die meisten schienen Händler zu sein, die noch nach Himmelstor unterwegs waren oder bereits vom Markt zurückkehrten, weil sie alle ihre Waren verkauft hatten. Das jedenfalls konnte Waldemar  den Gesprächsfetzen entnehmen, die er aufschnappte. Es gab aber auch einige Schaulustige, die noch zum Weißen Markt wollten oder von dort zurückkamen. Wer sich nicht noch auf seinen Besuch freute, schwelgte noch in den Erinnerungen der letzten Tage. Die Stimmung war ausgelassen, praktisch jeder in der Gaststube schien guter Dinge zu sein.

Die einzigen Ausnahmen waren die Bedienungen, die große Mühe hatten, alle Gäste zufrieden zu stellen, zumal sie dabei immer mal wieder die Avancen einzelner Gäste abwehren mussten. Nach einiger Zeit aber kam endlich eine junge Frau von knapp zwanzig Jahren zu ihnen. Sie hatte lange, schwarze Locken, ein wunderschönes Gesicht und einen Vorbau, der die Aufmerksamkeit der meisten männlichen Gäste auf sich zog. Es war nicht verwunderlich, dass ihr Lächeln etwas bemüht war, als sie die Gruppe fragte, was sie trinken wollten.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 14.01.2010, 14:14:28
Rin nahm ebenfalls Platz. Zuerst suchte sie nach einer Speisekarte, die vielleicht schon auf dem Tisch lag.[1] So wie das Gasthaus aussah sollte es ordentliches Essen verkaufen, wahrscheinlich von der deftigen Sorte, vermutete sie.
Als die Kellnerin erschien bestellte sie "Einen Tee, bitte." und überlegte was sie zu Essen bestellen könnte...
 1. suchen... lol, nein. So kurzsichtig sind wir dann doch nicht :D *spam*
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 14.01.2010, 14:27:58
Eretria war eine faszinierende Frau, wie Mika immer wieder feststellen musste. Wenn diese Frau etwas haben wollte, dann ließ sie keinen Zweifel daran, dass sie es bekommen wird, wenn sie etwas in die Hände bekam, dann schien es so, als würde es sofort ihr gehören, dementsprechend nahm die Klerikerin, in den Augen der Bardin, den Tisch nicht in Beschlag, sondern in Besitz.
Milan, der arme Kerl, war auch so ein Teil ihres Besitzes, aber wahrscheinlich wollte er es auch gar nicht anders, manch ein Mann brauchte eine Frau, die ihn unter ihre Fuchtel nahm und ihm sagte, wo es lang geht.
Angesichts der Szene, war Mika schmunzelnd an den Tisch, der nun Eingentum von Eretria geworden war, herangetreten und hatte sich hingesetzt - nach Möglichkeit zwischen Calfay und Waldemar. Sie grinste noch immer ein wenig vor sich hin, als sie ihren Rucksack ablegte und zwischen ihre Beine schob.

Als nach einiger Zeit die arg gestresste Bedienung kam, lächelt Mika diese offen an, in der Hoffnung die junge Frau damit anzustecken, damit sie sich nicht so quälen muss. Dann bestellte Mika: "Guten Abend. Ich hätten gern ein Bier und etwas vom Tagesgericht, wenn ihr sowas habt."
Mika kannte nur Lokalitäten wo es immer nur ein Essen am Tag gab, aber hatte schon mal davon gehört, dass es auch Gasthäuser gibt, wo es Karten mit verschiedenen Gerichten gab. Ein so großes und prachtvolles Gasthaus, konnte eines jener speziellen Häusern sein.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 14.01.2010, 14:48:58
Eine Karte konnte Rin nicht entdecken. Auch auf den Tischen der anderen Gäste schien es so etwas nicht zu geben. Dafür hing eine Schiefertafel über der Theke, auf der mit Kreide einige Angebote aufgeschrieben waren.


Kartoffelpamp mit Erbsen, 1 Silber
Deftiger Hackbraten, 2 Silber
Rindersuppe, 2 Silber
Hering mariniert, 4 Silber
Schweinepasteten, 4 Silber
Gebratene Wachtel, 5 Silber
Wildschwein-Spieß, 5 Silber
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 14.01.2010, 14:51:35
Die Bedienung lächelte Mika kurz an, und deutete dann auf die Schiefertafel.  "Der Hering ist ziemlich gut", erklärte sie. "Ansonsten empfehle ich den Hackbraten."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 14.01.2010, 15:19:22
Waldemar war von seinen Ausflügen in den Wald Karge kost gewohnt, ausserdem bot etwas leichtes zu Essen auf Reisen den Vorteil beim Laufen nicht zu belasten und den Schlaf ruhiger und erholsamer zu machen. Also bestellte er mit einem Lächeln "Für bitte einmal die Kartoffeln mit Erbsen, und ein Bier dazu"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 14.01.2010, 15:27:22
Mit einem Blick auf die Tafel bemerkte Rin dass ihre Vermutung zutreffend war. Das klang aber auch alles gut...vor allem nach einer langen Wanderung ohne Essen. "Ich nehm die gebratene Wachtel." verkündete sie, zufrieden mit ihrer guten Wahl.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 14.01.2010, 15:28:47
"Oh, danke." Sagte Mika und schaute dann kurz auf die Liste an der Schiefertafel. Kurz überlegte sie sich, ob sie nicht etwas leisten sollte, denkt sich dann aber, dass das Verschwendung wäre, wenn sie daran denkt, wie schwer es ist Geld auf ehrliche Art und Weise zu verdienen, weshalb sie sich am Ende für den Hackbraten entschied, denn Fleisch will sie doch haben: "Ich nehme dann einen Hackbraten. Vielen Dank." Wieder lächelt Mika freundlich, bevor sie das Feld jenen überlässt, die bisher noch nicht bestellt haben.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 14.01.2010, 15:47:07
Eretria war zufrieden, als kurz darauf eine Bedienung kam. Als die Frau nach einer Bestellung fragte, lächelte die Priesterin: "Zwei Bier und zwei Portionen Hering." Wenn es eine Empfehlung war, würde sie es probieren und für Milan bestellte sie am besten gleich mit. Sie konnte sich noch gut an die Schwierigkeiten beim letzten Besuch eines Gasthauses erinnern.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 14.01.2010, 16:27:25
Während die Bedienung die Bestellungen entgegen nahm, öffnete sich erneut die Tür zum Schankraum. Ein großer, kräftiger Mann trat in die Gaststätte. Er hatte lange, zu Zöpfen geflochtene blonde Haare und einen ebensolchen Bart, der ihm bis auf die Brust reichte. Die Ärmel seines langen, braunen Mantels reichten bis über seine Hände.

Ohne den anderen Gästen Beachtung zu schenken, stapfte er mit seinen schweren Stiefeln direkt zur Theke. Als er an der Gruppe vorbeiging, konnten die Abenteurer sehen, dass auf den Rücken seines Mantels etwas in roten Buchstaben eingenäht war:

Circus Grotesc
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 14.01.2010, 16:57:13
Milan war froh, als sie endlich saßen. Er beobachtete das Geschehen im Gasthaus, das ihm - trotz des anfänglichen Unwohlseins - mehr und mehr gefiel. Die Ausgelassenheit der anderen Gäste steckte ihn ein wenig an. Seine Wangen begannen zu glühen und er bekam endlich etwas mehr Farbe im Gesicht. Als die Kellnerin kam, verdunkelte sich diese Farbe gleich noch ein wenig. Er hörte im Hintergrund die Bestellungen der Anderen, während sein Blick auf der attraktiven Frau ruhte.
'Hübsch, aber ihre Augen glitzern nicht so schön wie Eretrias. Und irgendwie wirken ihre Haare ein wenig stumpfer, hm...', dachte er dann jedoch und wollte grad den Mund aufmachen, als Eretria für ihn mitbestellte. Verblüfft sah er sie an, beeilte sich dann aber zu sagen: "Nur einmal Hering, ich nehme lieber die Rindersuppe." Milan lächelte die Kellnerin an, bevor der blonde Mann, der die Gaststätte betrat, seine Aufmerksamkeit erregte. Er sah ihm hinterher und las erstaunt die Worte auf dem Mantel des Mannes. "Das ist also ein Zirkus", murmelte er vor sich her. "Das sollten wir uns, wenn wir die Gelegenheit haben, auf jeden Fall mal ansehen", meinte er dann zu den Anderen gewandt. Damit war die Sache für ihn auch schon wieder gegessen. 'Apropos Essen, ich hab einen Riesenhunger. Aber sieht so aus, als könnte das bei dem Andrang hier etwas länger dauern.'
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 15.01.2010, 08:23:48
Eretria war überrascht, dass Milan ihre Bestellung änderte. Dann beobachtete sie den Mann, wie er die Bedienung musterte. Das Gesicht der blonden Priesterin war schwer einzuschätzen. Während ihr Freund seine Bestellung aufgab, legte sie fast beiläufig ihre Hand auf seinen Oberschenkel. Es war eine beiläufige aber auch eindeutige Geste. Schließlich lächelte die Frau spitzbübisch. Sie wandte den Kopf zu Milan und sprach ihm leise ins Ohr, so dass nur er sie ohne Mühe verstehen konnte und sich jeder andere hätte anstrengen müssen, sie zu verstehen. "Gefällt dir das Mädchen?"
Ohne auf eine Antwort zu warten, schaute die Frau sich dann in dem Schankraum um und das Eintreten des Artisten des Zirkus nahm sie interessiert zur Kenntnis. Sie nickte, als Milan darauf zu sprechen kam.
"Wenn der Zirkus heute Abend noch auftritt, können wir uns dies gerne anschauen." Mit einem Zwinkern zu Calfay fuhr sie fort. "Wenn die Männer des Zirkus alle so gut aussehen, wie der dort drüben, wird das sicherlich unterhaltsam." Es war klar, dass die Frau Milan ein wenig ärgern wollte und nun hoffte, dass Calfay ähnlich darauf einging wie in dem Lokal in Himmelstor.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 15.01.2010, 10:48:35
Milans Lächeln wich plötzlich, als Eretria ihn fragte, ob ihm das Mädchen gefiel und dann erklärte, sie fände den Mann vom Zirkus gut aussehend. Zweifelnd sah er sie an und versuchte abzuschätzen, ob sie die Frage ernst gemeint hatte. Hatte er die Kellnerin etwa zu lange angesehen? Unsicher blickte er auch noch einmal zu dem Mann vom Zirkus hinüber. Im Vergleich zu ihm war Milan wohl nur ein Hänfling, aber gut sah der mit seinen Zöpfen doch nun wirklich nicht aus. Aber was wollte man auch von einem Mann aus einem Zirkus erwarten, der den Titel Grotesc trug? Und was sollte eigentlich der Mantel? Der war darunter bestimmt behaart bis an die Zehenspitzen. Mürrisch sah Milan zu Calfay. Hoffentlich fand sie den Kerl nicht auch noch gut aussehend.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 15.01.2010, 11:46:44
"Mir würde reichen, wenn der dort mal seinen Mantel ablegen würde und mir dann zeigt, was er alles kann. Ich gebe aber zu, dass es für den Gruppenzusammenhalt besser wäre, wenn dieser Zirkus noch mehr solcher Schaustücke hat." Sagte Mika in Richtung Eretria und schaute dann wieder süffisant grinsend dem Hünen hinterher. Ahja, schauen tut sie noch. Aber wer kann es ihr verübel.
"Dämlicher Mantel." Stellte sie Mika dann noch fest, die zu gern einen Blick auf den Hintern des Mannes geworfen hätte. "Beraubt einem des besten Ausblickes." Kurz stieß Mika die neben ihr sitzende Calfay sanft mit dem Ellenbogen an und grinste die junge Frau breit an, um sie aufzumuntern auch ihre Meinung kund zu tun. Die Bardin war sich sicher, dass auch der dritten Dame im Bunde dieser Muskelberg imponierte.
"Ich habe doch gleich gesagt, wir sollten zu den fahrenden Leuten gehen und uns dort ein Plätzchen suchen."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 15.01.2010, 14:09:31
Während sie Milans Reaktion auf ihre leise Frage beobachtete, begann sie leicht über seinen Oberschenkel zu streicheln und sich an ihn zu lehnen. Sie wollte damit unmissverständlich deutlich machen, dass sie ihm gar nichts übel nahm zur Bestätigung, sagte sie ihm leise ins Ohr. "Es würde mich mehr irritieren, wenn du schöne Frauen nicht anschaust, mein Licht." Dann gab sie ihmm einen kleinen Kuss, während sie dann wieder lauter Mika antwortete.
"Wahrscheinlich wird er bei der Vorstellung ohne den Mantel rumlaufen, dann hätten wir mehr davon." Dann schaute sie die Bardin nach deren letzter Ausführung mit großen Augen an. "Du würdest tatsächlich bei denen schlafen wollen?"
Während der Worte zu Mika streichelte sie weiter den Oberschenkel Milans. Sie wollte dem Mann an ihrer Seite deutlich machen, dass sie weit davon entfernt war irgendwelche anderen Ambitionen zu haben.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 15.01.2010, 14:22:23
Auf diese Weise ermutigt begann Rin ebenfalls dem Circus-Mann hinterherzustarren. Es stimmte, er sah schon recht ansehnlich aus. Man konnte die Faszination die von ihm und seinem Mantel ausging kaum bestreiten und sie konnte verstehen warum Eretria ihn angaffte - auch wenn sie wusste dass sie dies nur Milan zuliebe tat, in der Hoffnung dass dieser eifersüchtig wurde. "Ja" sagte sie "er sieht toll aus und man wird neugierig darauf mehr von ihm zu sehen. Nur..." Ihre Augen wieder von dem gut trainierten Artisten nehmend "findet ihr nicht dass er etwas gruselig aussieht, so vermummt, mit dem Zopf und so?"
Vielleicht war sie auch als einzige dieser Meinung, doch der Mann machte nicht den Eindruck eines zivilisierten Stadtmenschen und sah eher wie ein wilder Kerl aus. Überrascht stellte Rin fest dass dieser Hüne nun doch ihr Interesse geweckt hatte.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 15.01.2010, 14:35:50
"Warum denn nicht?" Fragte Mika und schaute Eretria etwas verwirrt an, denn die junge Frau sah offenbar kein Problem darin. "Sind sicherlich nette Leute und lustig auf jeden Fall. Wir würden einen schönen Abend haben, wenn wir uns zu ihnen gesellen, dessen bin ich mir sicher."
Dann schielte Mika noch zu dem kräftigen Mann rüber, der von seinem Auftreten her jeden der Herren am Tisch in den Schatten stellen konnte, denn der Tisch an dem die Bardin saß hatte einen Elfen, ein Jüngling auf der Suche nach sich selbst und einen ansprechend gebauten, aber viel zu kurz geratenen Burschen zu bieten, nichts was Mika von den Socken hauen würde. Wirklich lecker war von den Dreien auch nur Milan, aber der war kaum selbstständiger als ein Kind, wenn seine Freundin, wie es eine Mutter tun würde, ihm immer sagte, was er wollte - der Widerspruch vor einigen Sekunden war in den Augen der Bardin nur ein aufmüffiges Trotzen, weil Eretria so offen über ihn entschieden hatte.
Dann aber wandte sich Mika wieder an Calfay und sagte zu ihr: "Ganz ehrlich, dass ist nicht der Typ, mit dem ich Kinder bekommen will. Aber ich kann mir vorstellen, mit ihm Spaß zu haben. Der Typ sieht aus wie ein Mann." Mit der Betonung des letzten Wortes machte Mika klar, dass es für sie Unterschiede zwischen Männern gab und manche männlicher waren, als andere.
Dann setzte sich Mika, wie schon mehrfach in der kurzen Zeit, die sie im Gasthaus waren, wieder um, weil ihr zartes Hinterteil ihr mitteilte, dass sie zu viel geritten ist. Sie hockt sich dann sogar regelrecht auf den Stuhl, indem sie ihre Unterschenkel auf die Sitzfläche legte und sich dann auf diese den Großteil ihres Gewichtes verlangerte.
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Beitrag von: Calfay Rin am 15.01.2010, 15:06:56
So, so, ein MANN war das also. Darauf wäre sie niemals gekommen...
Innerlich schüttelte sie ein wenig den Kopf darüber und tat dann ihre Meinung in Sachen Circustruppe kund. "Nachdem wir gestern schon gearbeitet haben, dann den ganzen Tag gewandert sind und schliesslich im Freien übernachten müssen finde ich dass wir uns ein bisschen Unterhaltung verdient haben. Wenn ihr dort vorbeischauen wollt werde ich mitgehen Mika."
Sie verstand es wenn Milan und Eretria lieber in ihrem Zelt schmusen und Beldin eher schlafen gehen wollte, das hiess allerdings nicht dass die anderen nicht ihren Spass haben konnten.
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Beitrag von: Waldemar am 15.01.2010, 15:07:59
Was für ein Typ der Hühne ist kann man so erstmal nicht beurteilen. Dachte WaldemarMarkos der Oger war bestimmt noch ein Stück größer und trotzdem ehrenhaft und jemand mit dem man auskommen konnte, auf der Anderen Seite hatte Waldemar auch von Hühnen gehört die wild brutal und unberechenbar waren. Vieleicht lag ein Teil der Atraktivität von solchen Typen an der Gefahr die sie Ausstrahlen, denn ob friedfertig oder nicht, bisher ist Waldemar noch keinem derartig gebautem Wesen begegnet, das nicht überaus kräftig war. Aber das war doch kein ihm so offensichtlich hinterherzugaffen. Er merkte, wie ein klein wenig Eifersucht in ihm aufkam, aber dann setzte sich doch wieder sein logischer Verstand durch, der Einzige hier der einen Grund zur Eifersucht hätte wäre Milan, und ihm rückte Eretria so dicht auf die Pelle, dass kein Zweifel blieb für wen sie sich entscheiden würde.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 15.01.2010, 15:10:16
Milan nickte heftig, als Calfay meinte, der Kerl sähe gruselig aus. Mikas und Eretrias Bemerkungen über den Mann ließen Milans Augenbraue hoch schnellen. Er wechselte ein paar Blicke mit Waldemar und Beldin und hoffte, sie würden die Frauen ebenso wenig verstehen wie er. Dann wäre er mit seiner Verwirrung wenigstens nicht alleine. Was bitte fanden die an diesem Kerl attraktiv? Nur weil er groß war, war er doch nun wirklich kein richtiger Mann.

Erst als Eretria ihn küsste und ihm zu flüsterte, beruhigte sich Milan - aber nur ein bißchen. Er wollte ihr gerne erklären, dsas er die Kellnerin vielleicht attraktiv fand, dass sie aber in keiner Weise mit ihr konkurrieren konnte. Aber dazu war jetzt wirklich nicht der richtige Ort. Stattdessen murrte er: "Ein Mann? Der sieht aus wie ein Bär. Wahrscheinlich hat der nur ein paar Muskeln, aber sonst nichts im Kopf." Nicht, dass Milan sonderlich intelligent gewesen wäre. "Aber wenn ihr euch unbedingt zu ihnen gesellen wollt..." Milan grinste, was soviel hieß, dass er etwas ziemlich Dummes vor hatte. Er erhob sich und ging zur Theke hinüber. Ein bißchen flau im Magen war ihm schon, als er den Kerl ansprach.

"Hallo! Entschuldigt bitte! Guten Abend!" grüßte er den Mann kurz entschlossen und spürte, wie seine Knie furchtbar zitterten. Jetzt, wo er vor ihm stand, hatte er den absurden Gedanken, dass der Kerl ihn mit nur einem Schlag ungespitzt in den Boden rammen konnte. Was fanden Frauen an solchen Riesen nur interessant? Ihm machten sie eher Angst. "Äh, mein Name ist Milan", meinte er schnell. "Und das da drüben sind meine Freunde Eretria, Waldemar, Calfay, Mika und Beldin." Er wies zu dem Tisch, an dem die Anderen saßen. "Ähm, wir haben die Schrift auf Eurem Mantel bemerkt und die Mädchen würden sich unheimlich gern Eure Vorstellung ansehen und Euch kennen lernen." Milan schluckte. "Und da dachte ich, ich mach ihnen eine Freude und frag mal bei Euch nach, ob das ginge." Er grinste breit, obwohl es ein wenig bemüht wirkte. "Sie haben sich nämlich nicht getraut, wisst Ihr? Schüchtern. Wie Mädchen halt so sind." Zum Glück war er schon rot im Gesicht, so dass seine Lüge wohl kaum auffallen würde. "Ähm, natürlich nur, wenn es Euch nichts ausmacht."

Warum fühlte er sich nur so minderwertig diesem Riesen gegenüber? War er denn kein Mann? Und Waldemar und Beldin, die waren doch auch Männer. Was Frauen immer hatten. Er konnte nicht verstehen, warum dieser Kerl Mika gefiel. Außerdem war er sich nicht sicher, ob Eretria vielleicht doch mehr Interesse an ihm hatte, als sie ihm zu suggerieren versuchte. Hilflos stand er vor dem Mann, bereute aber nicht eine einzige Sekunde, dass er aufgestanden war, um zu fragen. Ein bißchen stolz war er schon, auch wenn das vorherrschende Gefühl in diesen Minuten wohl Angst war.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 15.01.2010, 15:37:31
Von ihrem Platz aus Milans erbärmliche Vorstellung betrachtend, dachte sich Rin dass auch Eretrias Liebesregiment ihn nicht davon abhalten konnte sich zum Affen zu machen. Aber war es nicht gerade das was die Priesterin und auch die anderen so an ihm schätzten?
Hoffentlich nimmt der 'Bär' es mit Humor und hält uns nun nicht für genauso bescheuert.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 15.01.2010, 19:52:28
Der "Riese" sah Milan einen Moment lang schweigend an, dann verwandelte sich sein Gesicht in breites Lächeln. "Vor mir braucht ihr keine Angst zu haben, Junge. Natürlich könnt ihr zu unserer Vorstellung kommen. Wir fangen in einer Stunde an. Nach der Vorstellung könnt ihr gerne noch zu uns ans Lagerfeuer kommen... wenn ihr euch das dann noch traut."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 15.01.2010, 20:00:36
Als Mika die Worte von Milan hörte und dann mitansehen konnte, wie sich der junge Mann erhoben hat und zu dem Mann vom Zirkus gegangen ist, begann sie anzugrinsen, dann zu leise zu Kicher. Die junge Frau bekam dann auch schnell sichtlich Probleme nicht lauthals loszulachen.
Auf einmal fasst sie nach der Tisckante mit beiden Händen und klammerte sich dort fest, so sehr, dass ihre Knöchel begannen weiß hervorzustehen. Gleichzeitig hatte sie sich von Milan und Mann abgewandt und schaute mit aller Kraft in eine ganz andere Richtung, damit weder der eine noch der andere ihr langsam rot werdendes Gesicht sehen konnte.
Nach einigen Sekunden, in denen sie weiter gekämpft hatte, löste sich eine Hand vom Tisch und sie begann sich damit verkrampft den Mund zuzuhalten, weil sie den kaum noch mit ihren Lippen zu verschließen wusste. Ein leises Prusten entwich ihr kurz darauf.
Irgendwann nach einigen Sekunden meinte sie auch: "Hammer!" Dann presste sie ihre Hand wieder auf ihren Mund, immer so, dass keiner von den mit einem flüchtigen Blick beiden Herren mitbekommen konnte, dass sie gerade versucht war sich tot zu lachen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 15.01.2010, 20:58:55
Milan wollte bekräftigen, dass er keine Angst hatte, aber er ließ es doch bleiben. Anscheinend sah er aus wie ein Idiot, wie er da so vor dem Kerl stand. Trotzdem war dieser ihm plötzlich ziemlich sympathisch. Wahrscheinlich, weil Milan Menschen mochte, die ein offenes Lächeln für andere übrig hatten, selbst wenn es Spott enthalten mochte. "Sehr gerne. Ihr könnt mit uns rechnen." Milan verabschiedete sich von dem Mann und wünschte ihm einen guten Appettit, bevor er zu den Anderen zurückkehrte und Mika verblüfft ansah.

"Was ist denn mit Mika los? Ist ihr schlecht?" fragte der junge Mann und wurde dann auch des skeptischen Blickes von Calfay gewahr. 'Hab ich irgendetwas Wichtiges verpasst?' Milan zuckte mit den Schultern, behielt aber seinen verwunderten Gesichtsausdruck bei, auch wenn sich nun ein Lächeln auf seine Lippen stahl. "Gute Nachrichten übrigens. Die Vorstellung der Truppe fängt in einer Stunde an und wenn wir Lust haben, können wir uns nach der Vorstellung auch noch zu ihnen ans Lagerfeuer setzen." Kurz überlegte er: "Wenn wir uns das dann noch trauen, meinte er. Was immer das heißen soll. Aber jetzt hab ich erstmal Hunger." Wie auf Befehl spürte Milan, wie sein Magen sich sachte zusammen krampfte. Er hatte richtig Hunger.

Dennoch beugte er sich zu Waldemar hinüber, denn er hatte sich für die Reise etwas geschworen. "Sag mal, Waldemar, kannst du mir beibringen, wie man das Wetter so bestimmt? Ich habe keine Ahnung davon, was mir auf meiner Reise nach Himmelstor manchmal nicht besonders gut bekommen ist. Du kennst dich mit so etwas aber gut aus, oder?" Weil er glaubte, dass zwischen Eretria, Mika und Calfay da grad so ein Frauending lief, was er eh nicht verstehen würde, sah er die Chance gekommen, endlich ein wenig von seinen männlichen Mitstreitern lernen zu können.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 15.01.2010, 21:31:07
Waldemar beobachtte die Aktion von Milan interessiert das hätte er ihm gar nicht zugetraut. Immerhin wussten sie jetzt wann die Vorstellung anfängt. Außerdem riss es ihn aus den verwirrenden Gedanken an Mika heraus. Auf die Frage nach dem Bestimmen des Wetters antwortete er lächelnd: "Wenn man die Zeichen der Natur sieht ist es gar nicht so schwer. Und lange nicht so mysteriös wie das womit sich Beldin beschäftigt. Damit hätten wir für den Morgigen Weg ein Gesprächsthema." Außerdem bewahrt es uns sowohl morgen als auch jetzt davor über Männlichkeit oder was die Mädels diesbezüglich erwarten zu reden. fügte er in Gedanken hinzu. Froh ein harmloses Thema gefunden zu haben fuhr er in einem Plauderton fort: "Am besten lernt man das wenn man sich dabei auch in der Natur befindet, ich könnte Stundenlang darüber erzählen wie Wolken aussehen, welche davon häufig Regen bringen und welche nicht, aber zuverlässige Aussagen sind auch immer mit Erfahrungen verbunden. Wenn man einmal gesehen hat wie sich ein Gewitter aufbaut, erkennt man die Anzeichen. Die Kunst ist dann rechtzeitig Schutz zu finden."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 15.01.2010, 22:30:06
"Du meinst, du kannst allein an der Form von Wolken erkennen, was für ein Wetter sie bringen?" fragte Milan erstaunt. Ihm war so etwas gänzlich neu und bis jetzt hatte er solche Informationen auch noch nie benötigt. "Und wie ist das mit der Luft? Mein Vater hat immer über Rückenschmerzen geklagt, wenn es sehr feucht war. Heißt feuchte Luft auch gleich immer Regen oder schlechtes Wetter? Gibt es auch Wolkenformationen die Schnee ankündigen?" Milan bekam schon wieder dieses Glitzern in den Augen, beherrschte sich dieses Mal aber. "Entschuldige, dass ich dich so mit Fragen bombardiere. Aber ich wär dir wirklich dankbar, wenn du mir unterwegs ein bißchen was erklären könntest."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 16.01.2010, 08:45:31
"Es ist nicht nur die Form der Wolken. Es kommt auch drauf an wie warm es ist, und ob die Luft feucht ist. Dunkle Wolken die sich hoch auftürmen bringen oft regen. Aber wenn es gleichzeitig kalt genug ist wird aus dem Regen Schnee, wenn es sehr warm ist und die Luft schwül und feucht kann sich daraus aber auch leicht ein Gewitter entwickeln. Dein Vater hat in so fern recht, dass feuchte Luft die Vorraussetzung für viele ungünstige Wetterlagen ist und wenn dein Vater davon Rückenschmerzen bekommt hat er diese oft bevor es schlechtes Wetter gibt. Aber damit berücksichtigt er nur ein Zeichen. Die Wolken sind ein weiteres Zeichen und so gibt es noch mehr was man sehen kann. Je mehr Zeichen man wahrnimmt umso genauer kann man bestimmen wie sich das Wetter entwickelt. Wenn man sich viel in der Natur aufhält nimmt man auch Zeichen wahr die man nicht wirklich beschreiben kann. Hast Du schon mal gehört wie jemand sagt 'Es riecht nach Regen'? Das kann tatsächlich der Fall sein. Aber sowas lässt sich nicht beschreiben, das muss man selbst gerochen haben und dann die Verbindung zum Wetter erkennen. Das meinte ich mit die Erfahrung spielt eine Rolle."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 16.01.2010, 09:41:07
"Alles Bestens. Ich bin glaube nur ein wenig übermüdet, da kann solch ein Lachanfall mal über mich kommen." Sagte Mika nach einigen Sekunden, nachdem Milan zurückgekehrt war und nach ihrem Zustand gefragt hatte. "Du bist ein echter Held, Milan." Ganz ernst zu meinen schien die Bardin diese Aussage aber nicht, denn hat daraufhin wieder kicherte und nicht nur breit und blöd gegrinst.
Nachdem sich Mika, dann halberwegs beruhigen konnte, ging das Gekicher aber sehr schnell wieder los. Ein Grund dafür fand die leicht aufgedrehte Bardin in dem neuen Gesprächsthema von Waldemar und Milan, dass ihrer Meinung nach dazu diente, um von Diskussionen über Männlichkeit abzulenken.
Etwa eine weitere Minute sich fast vor Lachen in die Hose machens später, hatte sich Mika dann wieder soweit unter Kontrolle, dass sie sprechen konnte. Was sie dann sagte, wird die beiden Herren wenig begeistert haben, denn Mika meinte: "Wenn man die Zeichen der Natur sieht ist es gar nicht so schwer den Brusthaaransatz von Männern zu deuten. Und lange nicht so mysteriös, wie das, womit sich Beldin beschäftigt. Aber es ist nicht nur die Form der Ansatzes. Es kommt auch drauf an wie viele Brusthaare er hat und welcher Farbe sie sind, um zu erkennen, was er im Bett taugt." Am Ende ihrer leicht abgewandelten Erklärungen, die Waldemar zum Thema Wetter abgegeben hatte, knurrte die Bardin wie eine großes Raubkatze und grinste breit Eretria und Calfay an.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 16.01.2010, 10:14:13
"Oh, das kenne ich!" rief Milan aus, als Waldemar erwähnte, dass man Regen vielleicht sogar riechen kann. "Allerdings nur bei Schnee. Das ist mir auch schon passiert. Ich finde, das riecht sogar richtig gut." Milan strahlte, aber sehr bald kehrte der Ernst auf sein Gesicht zurück. "Und woran hast du heute erkannt, dass es nicht regnen wird? Und wie kann man heraus finden, ob es warm bleiben wird?" fragte er weiter.

Mikas Kommentare bekam er nur am Rande mit und sah sie deshalb kurz verwundert an. Da sie sich aber ohnehin Eretria und Calfay zuwandte, hatte er wohl recht, wenn er davon ausging, dass die Frauen grad Themen besprachen, die ihn und Waldemar nicht zu interessieren brauchten. Deshalb wandte sich Milan sofort wieder Waldemar zu.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 16.01.2010, 10:59:37
"Die Wolken waren weiss, und flach, und wir sind hier in einer Flachen Gegend, ausßerdem ist es warm und Trocken. Die Vögel fliegen noch in der Luft, das sind alles Zeichen die nicht auf Regen hindeuten auch wenn es bewölkt ist. Und Wolken sind wie eine Decke, die die Erde warm halten. Kalt wird es vor allem Dann wenn man Sternklare Nacht hat." Dann wandte er sich an Mika, offensichtlich wollten sich die Mädels nicht von dem Thema abbringen lassen. "Mit männlichen Brusthaaren habe ich nicht so viel Ahnung, da kenne ich nur meine eigenen, Du scheinst da mehr Erfahrung zu haben. Wie wäre es wenn ich morgen Milan und Dir etwas über das Wetter erzähle, und Du uns dann etwas über Brusthaare?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 16.01.2010, 13:54:55
Während die Gruppe sich noch unterhielt, trat der Mann aus dem Zirkus seinen Rückweg an. Auf einem großen Tablett transportierte er mit einer Hand einige Krüge Bier und mehrere Becher Wein, während er mit der anderen Hand ein großes Stück Fleisch hielt - ein noch ungebratenes Wildschwein. Obwohl beides schwer sein musste, hielt er seine Last scheinbar ohne Probleme hoch über den Köpfen der Gäste, während er sich der Tür näherte.

Als er an dem Tisch vorbeikam, an dem Milan mit seinen Freunden saß, zwinkerte er der Gruppe kurz zu, dann verließ er die Gaststätte.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 16.01.2010, 15:31:05
"Auf jeden Fall musst du mir auf unserer Wanderung mehr über das Wetter erzählen. Ähm, ich meine natürlich nicht müssen, es wäre nur schön..." stotterte Milan und sah Waldemar entschuldigend an. Als sich Waldemar an Mika wandte, sah Milan zu dem Mann hinüber, der ihnen zu zwinkerte, und flüsterte Eretria zu: "Er ist sehr nett, aber...du findest ihn doch nicht wirklich so attraktiv, oder?" Da waren sie wieder, die Zweifel, die Milan kurz über das Gespräch mit Waldemar vergessen hatte.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 16.01.2010, 18:50:54
Erleichtert darüber dass Milan es geschafft hatte zurück an den Tisch zu kommen ohne in einen Streit zu geraten murmelte Rin "Immerhin ein Fortschritt..." Mikas Rumgeblödel konnte sie genauso wenig abgewinnen wie dem Gespräch über Wolkenformen und sah sich deshalb im Raum um. Wann wohl die gebratene Wachtel kommen würde? Sie hatte Hunger...
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 17.01.2010, 06:32:35
"Du hast recht, da ich es gerne tue, kann man nicht von müssen reden." 'Außerdem brauchst Du einen Lehrer für Selbstsicherheit.' fügte er in Gedanken hinzu, während er seine Worte mit einem Lächlen und einem Augenzwinkern unterstrich. Dann wandte er sich Mika zu. "Wie sieht es mit Dir aus? Mein Angebot Wettervorhersage gegen Brusthaardeutung steht noch."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 17.01.2010, 12:29:28
Eretria war über die Kommentare der Bardin ziemlich geschockt. Jedenfalls machte sie zunächst einen völlig konsternierten Gesichtsausdruck. Dann grinste sie breit. Fast hätte sie das Wort ergriffen doch dann stellte bereits Waldemar die Frage, die auch sie interessieren würde, nämlich wie Mikas Erfahrungen in dieser Sache tatsächlich waren. Über das Angebot von Waldemar musste sie nur lächeln. Ihr schien es fast als hätte der Waldläufer den festen Vorsatz der Bardin näher zu kommen. Während sie auf die Antwort auf das ihrer Meinung nach eindeutige Angebot von Waldemar wartete, lehnte sie sich wieder an ihren Freund. Wieder antwortete sie ihm leise:
"Du bist mein Licht und mein Schatten. Ich verschenke mein Herz nicht täglich." Sie gab ihrem Freund zur Bestätigung einen Kuß an die Schläfe: "Aber ich werde nicht blind durch die Welt laufen und das solltest du auch nicht."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 17.01.2010, 13:20:01
Im Gegensatz zu allen anderen Damen schaute Mika den Mann vom Zirkus direkt an und lächelte auch, als er auf sehr beeindruckende Art und Weise seine Bestellung nach Draußen brachte. Sie hatte aber wenig scheu gelächelt, obwohl dies bei einem roten Kopf, wie dem ihren, durchaus zu erwarten wäre, aber was der Mann nicht wissen konnte, war die gesunde Gesichtsfarbe der Bardin nicht durch ihn zu erklären.
"Tut mir leid, aber mit Wettervorhersagen bin ich weniger zu locken." Sagte Mika dann erst, nachdem Waldemar sein Angebot wiederholt hatte, zuvor war sie schlichtweg abgelenkt. "Wenn wir euch und bald auch Milan haben, wozu muss ich es dann lernen?" Mika war nun weitaus ruhiger, als zuvor, die mangelte Begeisterung von Calfay und das lange Zögern von Eretria hatten sie etwas ausgebremst.
"Aber vielleicht ließe sich ein anderer Tausch arrangieren?" Fragte sie dann grinsend, um nicht so zu wirken, als würde sie jetzt einfach einen Rückzieher machen. "Wobei ich auch dann gewisse Bedenken habe, denn ich möchte nicht euch oder jemand anderes am Tisch ausversehen dazu veranlassen sich schlecht zu fühlen, nur weil einer von euch nicht gesegnet wurde. Mir ist schon mancher Bursche unter die Augen gekommen, der sich das schwer zu Herzen genommen hat." Flunkerte Mika ungehemmt weiter, während sie nun eine fast mitleidige Miene aufgesetzt hat.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 17.01.2010, 15:27:59
Eretrias Antwort ließ Milan ruhig werden. Nicht in dem Sinne, dass ihre Worte seine Zweifel besänftigt hätten. Im Gegenteil, sie hatten noch mehr davon geschürt. Sie würde nicht blind durch die Gegend laufen und er sollte das auch nicht. Er versuchte die Worte richtig aufzufassen, sie nicht überzubewerten oder etwas hinein zu interpretieren, was nicht da war, aber es gelang ihm nicht so recht. Nicht blind durch die Gegend laufen. Das hieß doch, sie würde die Augen nach anderen Männern offen halten. Und er sollte sich auch nach anderen Frauen umschauen? Schweigend folgte er dem Gespräch zwischen Waldemar und Mika mit einem halben Ohr und dachte dabei unentwegt an die Frau an seiner Seite. Manchmal sah er sie an, aber nie lange, damit sie es nicht bemerkte.

'Recht hat sie schon. Immerhin kennen wir uns nicht wirklich lange. Warum sollte sie sich also komplett auf mich konzentrieren, der ich mich doch noch nicht mal würdig erwiesen habe, an der Seite einer solchen Frau zu sein? Oder auch an der Seite dieser Menschen...äh...und Elfen...', dachte er bei sich und musste bemerken, dass er weder über Eretria noch über seine Freunde viel wusste. Sie waren ja bisher auch noch nicht gerade großartig zum Austausch solcher Dinge gekommen. Oder hatte er das einfach überhört, weil er zu sehr auf sich fixiert gewesen war? "Woher kommst du eigentlich?" fragte er Eretria plötzlich unverblümt, weil es die erste Frage gewesen wäre, die er ihr in einer anderen Situation, in der sie sich hätten in Ruhe kennen lernen können, auch gestellt hätte. Vielleicht eine doofe Frage, kam es ihm ein, aber auf sie gründeten sich all die anderen Fragen. Zum Beispiel, was sie bewogen hatte, von dort fort zu gehen. Was sie vorher erlebt hatte. Und warum sie ausgerechnet Himmelstor als ihr Ziel ausgewählt hatte. Sie war doch eine Priesterin, warum war sie nicht in ihrem Tempel geblieben? Reisten Priester einfach umher? War es eine Art Probezeit, so wie er sie hätte machen müssen, nur eben im Unternehmen der von Karence oder seines Vaters? Plötzlich schlich sich ein etwas verzweifeltes Lächeln auf seine Lippen. Er wusste ja nicht einmal, wie alt sie war.

Und wie alt waren seine anderen Begleiter eigentlich? Wie viele Jahre mochte der Elf schon an sich vorbei ziehen gesehen haben? Wo hatte Waldemar all seine Kenntnisse über das Leben in der Natur erworben? Wie war aus Calfay eine Schreiberin geworden und warum hatte sie sich dazu entschieden, jetzt einen anderen Weg zu gehen? Und Mika... Er sah das Mädchen lange an. Einen Augenblick lang glaubte er mehr über sie zu wissen, als über die anderen, auch wenn selbst dieses Wissen noch verschwindend gering war. Dann aber drehte er sich zu Eretria und lächelte sie offen an. Wenn er sich noch lange Gedanken darüber machte, würde er es auch nicht heraus finden. Irgendwo in einem Buch seines Vaters, das ihm schon vom Anblick her nicht gefallen, das er aber dennoch aufgeschlagen hatte, hatte am Anfang gestanden, dass es der Zweifel ist, der an Seele und Herz nagt, dass aber der Zweifelnde dennoch die Möglichkeit hat, den einen oder anderen Weg zu gehen. Damals - damals!, es war vielleicht ein Jahr her - hatte er den Satz nicht verstanden und das Buch sofort zurück gestellt, an diesem Abend aber entschied er, dass er langsam einen Weg wählen musste. "Oh und wie alt bist du? Und wieso bist du nach Himmelstor gekommen? Und...na ja, vielleicht lasse ich dich erstmal antworten." Er lachte und das düstere Gesicht hellte sich wieder auf. Auf dem Weg zur Großen Feste würde er genug Zeit haben, alles über sie und über seine anderen Gefährten zu erfahren.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 17.01.2010, 16:04:49
"An was dachtest Du denn? So wie Du klingst scheint es abgesehen vom Wissen wie man in der Natur zurecht kommt und meinem Handwerk dem Bogenmachen, nicht viel zu geben wass ein Mann wie ich Dir noch beibringen könnte." Antwortete Waldemar auf Mikas Frage. Langsam fing das Gespräch an ihm Spass zu machen. Aber er wollte sie nicht dazu zwingen irgendwas zu tun, oder zuzugeben, was ihr unangenehm wäre. Deshalb überließ er bewusst ihr die Entscheidung, ob es überhaupt zu einem derartigen Handel kommt oder nicht.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 17.01.2010, 18:01:07
"Habe ich sowas gesagt?" Fragte Mika ein wenig verblüfft. "Hier tut ihr mir aber unrecht. Ich kenne euch doch gar nicht. Wie könnte ich mir wagen zu behaupten, dass ihr nicht mehr könnt? Ich wusste bis gerade nicht einmal, dass ihr Bogenbauer seid. Ich war nur einem eurem Wohl interessiert, dass durchaus in Gefahr geraten könnte, wenn ihr die falschen Sachen wisst." Mit dem Grinsen, was am Ende langsam wieder zurückkehrte, wurde klar, dass die junge Frau das Spiel von Waldemar gern mitspielte.
Wäre sie aber ehrlich, dann wäre sie schon ausgestiegen, denn auch wenn es ihr Spass machte, so barg das Ganze durchaus seine Gefahr, denn sie konnte durchaus mal einen Punkt erreichen, wo sie sich nicht mehr herauswinden konnte und gerade eben hatte sie sich dem sehr Nahe gefüllt. Sie hatte aber auch nie damit gerechnet, dass einer der beiden Männer darauf einsteigt, was sie für einen Blödsinn erzählt hat, dafür aber mit größerer Begeisterung bei den übrigen Damen am Tisch, die sich aber nicht und nur wenig mitreissen hatten lassen.
Aber wie das Ganze auch nun ausgehen mag: Am Ende ist sie selbst schuld, wenn es schief geht. Dieser Umstand ist ihr wohl bewußt, behagt ihr nur nicht unbedingt.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 17.01.2010, 18:56:47
"Nicht Du hast das gesagt, ich habe das gesagt. Aber wie kann ich Dir unrecht tun, indem ich bei Dir mehr Wissen vermute als ich habe? Du hast recht, wir kennen uns noch nicht, aber ich betrachte Wissen immer als Positiv. Mein Meister sagte immer 'Wissen ist nie schlecht für einen. Selbst das Wissen um etwas, das man nicht kann, ist gut, denn dann weiss man, dass man sich auf andere Sachen konzentrieren sollte.' " dann fiel ihm auf, dass Mika ihn gesiezt hat und also fügte er hinzu "Ich heiße übrigens Waldemar und bin es gewohnt, dass man sich Duzt wenn man gemeinsam reist."
Irgendwie hatte Waldemar das Gefühl, dass das Gespräch eine Eigendynamik entwickelte und sich von selbst steuerte, so dass weder er noch die Bardin viel Einfluss nehmen konnten. Aber es machte irgendwie Spass sich von dem Strom der Ereignisse mitreißen zu lassen. So wie es ihm letztendlich auch gefiel aus dem Bahnen seines Handwerksberufes gerissen worden zu sein, um irgendwelchen mysteriösen Wesen nachzujagen. Es war wie in einem Fluss mitgerissen zu werden. Er konnte dafür sorgen nicht unterzugehen und ein wenig Einfluss nehmen, aber die Grundrichtung bestimmte der Fluss und man selbst spürte das Leben.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 18.01.2010, 10:05:48
"Tut mir leid, aber ich fürchte, dass ich eurem ... deinem Meister widersprechen muss. Er hat recht, wenn er sagt, dass das Streben nach Wissen wichtig und gut ist. Aber manches Wissen sollten trotzdem gewisse Leute nie erlangen." Sagte Mika sehr bestimmt und freute sich innerlich, dass sie das Gespräch jetzt vom Ursprung entfernte. Um den Abstand zu vergrößern, arbeitete sie auch fleißig am neuen Thema, das Waldemar auf den Tisch gebracht hatte. "Manchmal gelangen wir in unserem Streben an Erkenntnisse, die uns in Gefahr bringen, weil wir die falschen Leute beobachtet habe, wie sie etwas getan haben, was sie nicht hätten tun sollen. Wenn ihr vom falschen Verbrechen Zeuge werdet, dann kann das tötlich enden und dann ist dieses Wissen in gewisser Weise schlecht, was ihr euch angeeignet habt. Ich gebe gern zu, dass die Gefährlichkeit von den Umständen abhängen und die Umstände eher selten einem entgegenstehen, aber es kann vorkommen." Nun musste Mika nur hoffen, dass Waldemar darauf einspringt und bei dem neuen Thema bleibt, vielleicht hat sie dann Glück.
"Und ich weiß, wie du heißt, Waldemar. Aber mir haben meine Eltern beigebracht, dass ich nicht jeden Fremden mit Du anreden draf. Es ist unhöflich. Aber ich denke, dass wir, wenn wir uns jetzt schon keine Fremden mehr sind, bald keine Fremden mehr sein werden. Deshalb wird es wohl in Ordnung sein, dass wir das Du benutzen." Meinte Mika dann am Schluss, nachdem sie das Angebot von Waldemar zum Du schon angenommen hatte. Ihr war es persönlich lieber so, aber es musste erst das Angebot kommen. Kurz fragte sich die Bardin in dem Moment, ob sie auch selbst das Du anbieten darf und unter welchen Umständen, das hatte ihre Eltern ihr nicht gesagt.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 18.01.2010, 10:56:33
'Aha, ihr ist das Thema Brusthaar also doch eher unangenehm.' Dachte Waldemar. 'Dann will ich mal nicht weiter drauf herumreiten.'
"Mein Meister hätte jetzt geantwortet, in dem Fall ist nicht das Wissen gefährlich, sondern die Leute die Du beobachtet hast. Und jetzt mach Dich wieder an die Arbeit, damit der Köcher mit dem Pfeilen bis heute abend fertig ist." Wobei er beim letzten Satz die Stimme verstellte, damit sie wie bei einem alten Griesgram klingt, der mit seinem Lehrling unzufrieden ist. Seinem Meister tat er damit zwar unrecht, aber er hoffte dass es die Stimmung etwas aufzulockerte.
Einen kleinen Komentar konnte er sich jedoch nicht verkneifen, bevor er bildlich gesprichen aus dem Fluss des Gepräches ans Ufer tritt und wieder festen Grund untrer den Füßen hat. "Ich denke wir haben auf der Reise genug Zeit uns kennen zu lernen, und ich freue mich darüber."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 18.01.2010, 11:01:24
Eretria hörte die Worte ihres Freundes mit einem Schmunzeln. Sie genoß einfach seine Nähe und beachtete die Gespräche der anderen Begleiter nur am Rande. "Ich bin aus Immerwald. Es gibt unterschiedliche Arten wie ein Priester Mutter Sonne und den zwei Monden dienen kann. Einige lassen sich wie Karenos und Issilya an einem Ort nieder, andere ziehen über das Land. Viele der jungen Geweihten ziehen erst über das Land, um ihr Wissen zu erweitern. Auch bestehen für eine junge Geweihte weniger Bindungen." Einen Moment lächelte die blonde Frau Milan an.
"Als ich geweiht worden bin, hatte ich mir vorgenommen Himmelstor zu besuchen. Man hörte so viel über die Stadt, dass ich fasziniert war und den Ort sehen wollte. Wenn du so willst, war es ein wenig Abenteuerlust und Neugier auf die Welt, die mich nach Himmelstor gebracht hat." Einige Zeit blieb die Frau dann still. Sie schmiegte sich an den Arm ihres Freundes trank von dem Bier und lauschte dem Gespräch zwischen Mika und Waldemar.
"Ich bin 21 Jahre alt."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 18.01.2010, 11:16:49
Während sie sprach, beobachtete Milan Eretria. '21 Jahre. Sie sieht jünger aus, aber ihre Entscheidungen und Worte erscheinen mir immer weiser.' Er war erstaunt, dass es allein Abenteuerlust gewesen war, die sie nach Himmelstor geführt hatte. Irgendwie hatte er angenommen, diese Reise wäre ihrem Glauben geschuldet. Vermutlich hatte er einfach nur ein kurioses Bild von der Priesterschaft. Er küsste sie zaghaft und strich vorsichtig über ihren Rücken. Weil sie sich Mika und Waldemar zuwandte, ließ auch Milan seinen Blick nach Eretria endlich los und betrachtete ihre anderen beiden Gefährten, die ruhig, ohne bisher viel - bei Beldin um nicht zu sagen gar nichts - gesagt hatten. Er grinste, während er die Worte von Waldemar und Mika aufschnappte. 'Na, bei den Beiden ist auch noch alles möglich. Aber kein Wunder, dass Beldin und Calfay keinen Ton sagen. Müssen sich ja vorkommen wie in einer Liebeshölle.'

"Und was ist mit euch, Calfay, Beldin? Woher kommt ihr?" Er ließ seinen Blick vom Elfen zu der jungen Schreiberin gleiten. "Auch ihr seht noch recht jung aus." Er grinste Beldin ein wenig zu frech an, denn dieser konnte auch schon zweihundert Jahre alt sein. Milan hätte sein Alter niemals erraten. Als er zurück zu Calfay blickte, fügte er noch hinzu: "Ist es nicht ungewöhnlich, dass eine Schreiberin sich solch einer Truppe anschließt? Sitzen die nicht normalerweise hinter ihren Schreibtischen und...ähm...schreiben?" Wieder grinste Milan breit, um Calfay und den Elfen endlich ein wenig aus der Reserve zu locken, auch wenn er bei Beldin verstehen konnte, wenn er derzeit nicht allzu gesprächig sein wollte.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 18.01.2010, 12:47:31
Als Milan sie ansprach hörte Rin auf in die Luft zu starren und lauschte interessiert. Bratwachtel... Was solls, die würde sicher gleich kommen. "Das liegt daran dass ich keine Schreiberin mehr bin. Jeden Tag am Schreibtisch sitzen und Texte abschreiben ist auf die Dauer zu langweilig... Was wir jetzt machen verbessert die Kondition und hilft meine Forschungen voranzutreiben. Allein über den Träumer könnte man schon ein Werk verfassen, hätten wir Zeit gehabt ihn länger zu studieren..." Sie zeigte auf den wie immer düster dreinblickenden Elfen "Beldin ist auch sehr interessant. Wer hätte gedacht dass es direkt vor meiner Haustür in Himmelstor so viele Dinge zu entdecken gab? Ich freue mich schon auf die nächste Stadt." frohlockte Rin. In ihrem Rucksack wartete auch noch "Zorn der Sehnsucht" darauf, von ihr gelesen zu werden und ihr nagelneues Notizbuch[1] wollte mit neuen Erkenntnissen gefüllt werden.
 1. das ich noch kaufen muss - Pergament oder Papier? Der Preis suggeriert ja dass Papier besser ist aber müsste Pergament nicht haltbarer... sorry, ot xD
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 18.01.2010, 13:58:48
"Das heißt, du wirst jetzt von der Schreiberin zu einer forschenden Schriftstellerin? Super, dann kannst du doch eigentlich unsere ganze Geschichte hier aufschreiben", grinste Milan. "In Große Feste gibt es gar nicht soviel zu sehen", murmelte er kurz noch, weil er die Stadt später wieder so schnell verlassen wollte, wie nur irgendmöglich. "Aber mit der Geschichte, das meine ich ernst. Es würde uns sicher helfen, wenn du dir Notizen darüber machst, über den Träumer, aber auch über all die anderen Dinge, wie vielleicht Eretrias Visionen, die uns später noch nützlich sein können."

Es war schon erstaunlich, dass Menschen und Elfen, die so unterschiedlich waren, doch dieselbe Neugierde zusammen schweißen konnte. "Wie bist du eigentlich dazu gekommen, Schreiberin zu werden? Ähm, ich weiß zwar nicht genau, wie Schreiber aussehen, aber irgendwie habe ich sie mir anders vorgestellt. Warst du denn in Himmelstor bei jemandem angestellt?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 18.01.2010, 15:43:49
"Oh ja" antwortete Rin "Du kennst sicher die Schriften von Elgon Lichtsucher, oder? Um genug Abschriften davon zu machen braucht er eine Menge Schreiber und da er so viele hat wird er einen entbehren können." Obwohl sie das leichthin sagte hatte sie es schon ein wenig schade gefunden zu gehen. Doch die Welt war voll von Wundern, die sich hinter der nächsten Ecke verstecken konnten, so dass man sie nicht sah wenn man immer die selben Wege ging. Und seit gestern schienen diese Wunder genau dort zu warten und sie geradezu anzuspringen, kaum dass sie vorbeiging.
Wobei ihr einfiel dass Milan auch noch etwas anderes gefragt hatte. "Es gibt viele junge Schreiber in Elgons Turm. Sicher hast du dir lauter alte Männer mit langen Bärten vorgestellt." Sie schmunzelte über dieses cliché während sie mit der Hand über einen imaginären Bart strich. "Wenn du darüber nachdenkst ist das doch logisch - jeder kann Schreiben, das hat nichts mit dem Alter, oder mit Bärten zu tun. Und da ich nicht warten wollte bis mir einer wächst bin ich nach Himmelstor gezogen und Schreiberin geworden. Das war damals mein Traumberuf. Ist es immernoch irgendwie." bemerkte sie nachdenklich und sah sich verstohlen nach ihrer Wachtel um.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 18.01.2010, 16:38:09
In eben diesem Moment kamen gleich drei der jungen Frauen an den Tisch, und brachten der Gruppe das bestellte Essen. Die Mahlzeiten sahen äußerst köstlich aus, und waren auch durchaus reichhaltig. Als alle Bestellungen erfüllt waren, kassierte eine Schankmaid noch das Geld, wünschte guten Appetit und wandte sich dann wieder anderen Gästen zu.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 18.01.2010, 19:17:01
Milan dankte der Kellnerin, reichte ihr zwei Silberstücke und nahm einen ersten Löffel von seiner Suppe, bevor er Calfay, mit noch halbvollem Mund antwortete: "Ähm...Elgon Lichtsucher...ähm..." Sicher, er war ihm ein Begriff, aber hatte er schon einmal etwas von ihm gelesen? Er konnte sich nicht daran erinnern. "Natürlich kenne ich ihn", gab er mehr oder weniger wahrheitsgemäß zu und schluckte die Suppe runter. "Also irgendwie habe ich mir Schreiber tatsächlich so vorgestellt. Naja, vielleicht nicht nur alte Männer mit Bärten, aber irgendwie...eher irgendwie...ich weiß nicht, eben anders." Er nahm noch einen Löffel Suppe und schluckte sie hart hinunter: "Und wann hast du angefangen, als Schreiberin zu arbeiten?" Plötzlich wandte er sich zu Eretria: "Und seit wann bist du schon unterwegs?" Sein Gesicht wandte sich zu Waldemar und Beldin: "Und ihr? Habt ihr schon viel Erfahrung mit der Welt da draußen? Seit ihr auch schon weit herum gekommen?" Sein Blick glitt auch zu Mika, aber sie stammte ja immerhin aus Himmelstor. "Und warst du schon einmal außerhalb von Himmelstor? Was hast du vorher so gemacht?" Er aß seine Suppe weiter und sah dabei von einem zum anderen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 18.01.2010, 20:08:19
"Nunja ich komme aus Immerwald, und bin dort in der nähe des Großen Waldes aufgewachsen und war inn meiner jugend auch viel in der Natur unterwegs, was vermutlich nicht überraschend ist. Dann habe ich dort eine Ausbildung zum Bogenmacher gemacht und bin anschließend losgezogen, um andernorts mehr über das Bogenmachen zu lernen und Erfahrungen zu sammeln. Und dann bin ich irgendwie in die Sache mit den Ergebenen geraten, und plötzlich finde ich mich auf dem Weg hinter irgendeiner Kreatur herzujagen. Nicht unbedingt das was ich geplant hatte, aber ich lerne interessante Leute kennen und habe festgestellt, dass es mir Spass macht von den Ereignissen mitgerissen zu werden und dabei doch ein kleines Bisschen den Lauf der Dinge beeinflussen zu können."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 18.01.2010, 21:26:46
"Vielen Dank." Sagte Mika, als ihr das Essen vor die Nase gesetzt wurde, und rieb sich dann gierig die Hände und leckte über ihre Lippen.
Doch dann kam Mila und hielt sie mit seiner Neugier vom Essen ab: Noch weiter weg. War ein Gedanke, als Milan auch Waldemar und Mika nach ihrer Vergangenheit fragte. Der andere Gedanke war. Muss das sein? Aber Mika versuchte sich gegenüber den positiven Aspekt herauszukehren und sagte sich noch: Jetzt einfach nur hoffen, dass Waldemar nicht nochmal auf das Thema Brusthaare zurückkehrt und alles wird gut.
"Das ist offengestanden das erste Mal, dass ich so weit weg von Zuhause bin. Ich war nur ab und zu mal mit meinem Vater in dem Händlerlager vor Himmelstor, sonst habe ich die Stadt nie verlassen." Beantwortete Mika erstmal die leichtere der beiden Fragen, dann fügte sie hinzu: "Davor habe ich nicht besonderes getan. Ich habe meine Kindheit in meinem Elternhaus, dass zumindest Eretria und ihr kennt, verbracht und vor einem knappen Jahr habe ich begonnen die Laute zu erlernen und alles dafür getan, um mich als Bardin versuchen zu können."
Ein wenig wehmütig wand sich Mika dann ihrem Essen zu und ihr Hunger war nicht mehr ganz so groß, je länger sie es anschaute und dabei an Zuhause und ihre Schandtaten dachte, die sie lieber unerwähnt ließ, vor allem ihre Letzte, die auch Milan betraf.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 19.01.2010, 11:06:09
Eretria setzte sich aus der bequemen Haltung auf, die sie an der Seite von Milan eingenommen hatte, als das Essen gebracht wurde. Zunächst griff sie in ihren Geldbeutel, um die Bedienung zu bezahlen, dann begann sie mit dem Essen. Die Erklärungen von Mika und Calfay über ihr bisheriges Leben hörte sie interessiert an, während sie nun den Hering aß, der ihr Abendessen darstellte.
Sie schaute dabei freundlich in die Gruppe. Zum einen sagte ihr die Gesellschaft sehr zu, zum anderen war dieser Tag viel angenehmer gewesen als der gestrige. Auf Mikas Antwort, dass sie seit einem Jahr das Bardenhandwerk erlernte, hob die Priesterin den Kopf. Ihr war wieder etwas eingefallen.
"Willst du nicht versuchen etwas Geld zu verdienen, indem du den Wirt fragst, ob du hier spielen kannst, Mika?" Die Frage war in einem freundlichen auffordernden Ton gestellt.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 19.01.2010, 11:14:16
Waldemar begann zu essen. Der Kartoffelpamp verdiente seinen Namen zurecht, schmeckte jedoch ganz gut. Nach der Beschreibung hätte er jedoch mehr Erbsn erwartet, als er tatasächlich fand.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 19.01.2010, 11:32:08
"Meinst du, dass das eine gute Idee sein wird?" Fragte Mika, die Angst hatte vor ihrem ersten Auftritt und zusah, dass sie sich drücken konnte. Ihr Chancen sich aus der Geschichte zu winden, waren auch nicht schlecht gewesen, denn sie konnte die große Konkurrenz vor sich herschieben: "Ich habe die dumpfe Befürchtung, dass ich nicht anfangen brauche, wenn der Zirkus bald seine Künst zeigt. Dem werde ich nicht das Wasser reichen können, außerdem wird er wohl alle Leute nach Draußen locken und vermutlich auch mich, und wie soll ich dann spielen und für wen? Und jetzt würde ich gern essen, solange das Essen warm ist." Überraschend hastig macht sich die Bardin, die offensichtlich im Moment etwas ganz anderes sein will, über ihr Essen her, nachdem sie Sekunden zuvor etwas lustlos darin herumgestochert hatte. auch senkte sie geschäftig ihren Kopf über das Essen, so dass ihr einige blonde Locken ins Gesicht fielen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 19.01.2010, 11:37:10
Milan nickte zu Eretrias Worten. "Ach komm schon, bis zur Vorstellung ist noch Zeit und so wie du das Essen verschlingst, bist du sowieso gleich fertig und kannst dann durchaus etwas zum Besten geben." Milan lächelte sie an. "Und wenn du richtig gut bist, dann wird sich sowieso niemand mehr für den Zirkus interessieren."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 19.01.2010, 17:49:20
Sofort wurden die Bewegung von Mika langsamer, nachdem ihr bewusst gemacht worden war, dass das schnelle Essen, dass ihren Mund beschäftigt zeigen sollte, dafür sorgte, dass sie eher fertg sein würde. Nun kaute sie in aller Ruhe auf und meinte dann, ohne Milan wirklich anzuschauen: "Ich mag jetzt nicht spielen." Eine Ausrede fiel ihr offenbar nicht mehr ein, weshalb sie es gar nicht erst weiter damit versuchte. Ganz die Wahrheit sagte sie deshalb noch lange nicht. "Außerdem kann ich nach dem Essen nicht singen." Nicht das ich singen würde.
Dann aß Mika weiter und fragte sich selbst, warum sie so dumm war. Aber es wäre wirklich ihr erster Auftritt, denn in den letzten zwei Wochen hatte sie sich erst recht nicht auf eine Bühne gewagt, weil sie Angst hatte, dass es schief geht und sie dabei noch jemand sehen könnte, der sie kannte. Aber schon der Gedanke daran, dass sie hier alle auslachen könnten, machte der Nachwuchsbardin genügend Angst, um sie fast ganz zu schweigen zu bringen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 20.01.2010, 11:04:48
Eretria schaute die Bardin interessiert an. Mika war die erste Bardin, die sie erlebte, die nicht auftreten wollte, wenn sie gefragt wurde, aber die Priesterin nahm an, dass die Frau wußte, was sie wollte. Beschwichtigend und auch beruhigen, griff sie kurz über den Tisch und legte ihre Hand auf die Hand der Bardin die den Teller hielt.
"Kein Problem, Mika. Ich wollte dich zu nichts zwingen. Ich dachte nur es wäre eine gute Gelegenheit." Fast klangen die Worte entschuldigend. Das Gefühl wurde durch ein Schulterzucken der Priesterin noch verstärkt. "Du musst mir aber versprechen, uns mal etwas vor zu spielen. Ich stelle es mir einfach schön vor und bin wirklich neugierig." Es sah so aus, als würde die blonde Frau etwas rot. Dann zog sie ihre Hand zurück und lächelte kurz ihren Freund an. "Bedrängen wir sie nicht weiter. Mika wird wissen, wann sie einmal für uns spielen kann."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 20.01.2010, 12:57:13
"Das kann ich machen." Sagte Mika nach leichtem Zögern, nachdem Eretria ihr das Versprechen abverlangt hat, für die Gruppe zu spielen. "Das kann ich versprechen. Ihr müsst mir aber versprechen, dass ihr ehrlich seid und mir sagt, wenn es nicht gut ist." Als Mika ihrerseits ein Versprechen von der Gruppe abverlangt, schaut sie stellvertretend für alle, Eretria in die Augen und wirkt dabei alles andere als selbstsicher.
Sie hoffte in dem Moment bloß, dass sie dann nicht nur gute Worte aus Mitleid zugesteckt bekommt, sondern, weil es gefallen hat. Als Mika vor ihren Eltern und Geschwistern gespielt hatte, wollte sie das Gefühl nicht loslassen, dass diese ihr alle gut zugesprochen haben, weil diese hofften, dass sie dann nicht aufgeben würde. Dass die lobenden Worte ernst gemeint waren, wollte sie damals nicht glauben, weil sie allen Befangenheit unterstellte, weil sie, aus überraschendem Mangel an Selbstvertrauen, allen Befangenheit unterstellen wollte.

Erst wenn ihr jemand versprochen hat, dass er ihr Spiel dann objektiv bewerten wird, würde sie weiteressen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 20.01.2010, 13:11:43
Eretria lachte auf. Sie schien einen Moment wirklich amüsiert. Grinsend antwortete die blonde Frau mit einer Gegenfrage: "Hattest du bisher den Eindruck, ich wäre nicht ehrlich?" Bevor die Bardin antworten konnte, winkte sie ab. "Natürlich werde ich ehrlich sein. Aber ich sage gleich, dass ich eigentlich nichts von Musik verstehe. Ich bin froh, dass ich bisher in keinem Tempel von Mutter Sonne und den zwei Monden singen musste."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 20.01.2010, 13:28:47
"Wenn Du eine ehrliche Antwort willst wirst Du von mir eine ehrliche Antwort bekommen. Wobei Musik immer auch Geschmackssache ist. Alos werde ich Dir nur sagen können, ob es mir gefallen hat, oder nicht. Ich bin aber durchaus Neugierig auf dein Spiel."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 20.01.2010, 13:38:55
Mika konnte nicht lachen, nicht mal grinsen, denn ihr war es wirklich ernst und hatte deshalb nur wenig Verständnis, für das Amüsment von Eretria. Es macht Mika eher noch traurig, weil sie sich ein wenig ausgelacht fühlte. Aber vielleicht würde Eretria noch verstehen, dass das Ganze so lustig nicht ist.
"Bitte versteht mich nicht falsch, aber ich bin der Überzeugung, dass sich auch die Ehrlichsten unter uns dazu hinreissen lassen können, nicht immer die Wahrheit zu sagen. Vielleicht würdet ihr nicht für euch lügen, aber für jemand anderes." Sagte Mika und meinte mit jemand anders sich selbst und ihre Gefühle, die Eretria meinen könnte schonen zu müssen. "Deshalb will ich ein Versprechen. Ich will, dass ihr ehrlich seid und keiner meint Mitleid zu haben." Und wieder hoffte Mika, diesmal hoffte sie, dass alle doch lügen würden, wenn sie schlecht spielen würde, denn sie hatte Angst davor, dass sie es nicht gut genug kann und nicht mehr, als ein besserer Laie.
"Und mir reicht es, wenn ihr mir sagt, ob es euch gefallen hat oder nicht." Sagte die verunsicherte Bardin, nachdem sich auch noch Waldemar zu Wort gemeldet hatte.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 21.01.2010, 16:04:44
Bald hatte die Gruppe ihre Mahlzeit beendet. Während sie sich noch ein wenig weiter unterhielten, öffnete sich erneut die Tür zur Gaststätte. Fast augenblicklich wurde es leiser, und auch die Gefährten drehten sich unwillkürlich um. Ein Mann mit langen, dunkelroten Haaren hatte den Schankraum betreten. Er trug feine, teure Kleidung, wie sie von den Söhnen mancher besonders wohlhabender Adliger bevorzugt wurde. Sein Gesicht war sehr feminin, und ein leichtes Lächeln umspielte seine vollen Lippen.

Sein Blick schweifte kurz über die Gäste, dann lief er durch den Schankraum, um anschließend über die Treppe in das obere Stockwerk zu verschwinden. Erst danach wurden die Gespräche wieder lauter.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 21.01.2010, 17:28:54
Gerade war Rin dabei das letzte stück Wachtel zu essen, als ihr Blick von einem seltsamen Mann angezogen wurde. Mit seinem teuren Fummel stolzierte er hier herein als gehörte der Laden ihm. Was soweit sie wusste auch stimmen konnte. Wobei, er wirkte nicht wie jemand der sich mit einem kleinen Gasthaus begnügen würde.

Mit ihrer angefressenen Wachtelkeule in der Hand deutete sie auf die Treppe, die der verdächtige Mann soeben hinaufgegangen war. "Kennt ihr den?" fragte sie ihre Freunde, die ihm ebenfalls hinterhergesehen hatten. Irgendwie schien er genau das Gegenteil von dem Circusmitglied gewesen zu sein, das sie eben bestaunt hatten. Schon irre was es für Typen gab, dabei waren sie bisher nur eine Tagesreise von Himmelstor entfernt.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 22.01.2010, 00:09:45
"Das war ein Mann?" Fragte Mika mit stark gedämpfter Stimme, nachdem sich Calfay festlegt hatte und von den sprach und nicht von die. "Ich habe mich echt gefragt, ob das ein Typ oder eine Frau sein soll. Wer so aussieht, ist auf jeden Fall geschlagen. Zu viel Frau, für einen Mann, und zu wenig Busen, für eine Frau.
Und nein, ich kenne den nicht und an den würde ich mich erinnern. An den wird sich jeder noch in fünfzig Jahren erinnern, wenn wir alle so alt werden."
Am Ende, als es im Gasthaus wieder lauter geworden war, sprach Mika wieder mit normaler Stimme, denn nun wurde es langsam wieder schwer mitzubekommen, was am Nachbartisch gesprochen wurde, weil das Gemurmel im Gasthaus wieder angehoben hatte.

Mika hatte inzwischen ihr Essen vollständig verputzt gehabt, obwohl es etwas viel für sie war - wegschmeißen gab es in ihrer Welt aber nicht -, und flezte nun auf ihrem Stuhl und rieb sich den viel zu vollen Bauch. Dabei ging es ihr offenbar wieder halberwegs gut, sie musste die letzte Diskussion über einen Auftritt verdrängt haben.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 22.01.2010, 08:56:48
Eretria wollte anscheinend noch etwas auf Mikas Äußerung erwiedern, als der seltsame Mann seinen so beeindruckenden Auftritt hatte. Erst als der Mann den Schankraum wieder verlassen hatte, aß die Frau die letzten Reste ihres Essens und bemerkte dann in einem beiläufigen Ton zu Milan:
"Siehst du, der Typ gerade eben zum Beispiel ist völlig uninteressant. Wirkt keine Spur männlich und wahrscheinlich kann Mika gar nichts aus seinem Brusthaar lesen, weil da nichts vorhanden ist."
Dann schaute sie auf die anderen. "Ist vielleicht trotzdem interessant zu erfahren, wer das ist. Er hat zumindest ganz schön Eindruck hinterlassen, wenn ihr mich fragt."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 22.01.2010, 09:29:57
Milan ließ sich seine Suppe schmecken, beobachtete Mika aber sehr genau, als sie meinte, nicht auftreten zu wollen. 'Schon komisch. Ich dachte immer, man wird Barde, weil man anderen Leuten etwas vortragen und damit sein Geld verdienen will...Naja, wer weiß...' Er zuckte leicht die Schultern und gab nur noch kurz grinsend zu Protokoll: "Von mir kriegst du kein Mitleid. Mitleid ist armselig und zwar besonders für denjenigen, der es zeigt. Wenn jemand schlecht ist, in dem, was er tut, sollte man es ihm ganz einfach auch sagen. Ich freunde mich ja auch nicht nur mit jemandem an, weil er mir Leid tut. Was wäre das für Freundschaft?" Dann widmete sich Milan wieder ganz seiner Suppe und bekam nicht einmal mit, als es im Schankraum still wurde. Erst als die Frauen über ihn sprachen, sah Milan auf: "Wer? Welchen Typen meint ihr?" Verwundert sah Milan sich um und runzelte die Stirn. Währenddessen setzte er die Schüssel mit dem Rest seiner Suppe an die Lippen und trank sie aus, bevor er sie vollauf zufrieden auf den Tisch stellte und auch den Rest seines Bieres vernichtete. "Mein Vater würde sagen: Es gehört sich nicht für eine Frau Männer ständig hinterher zu schielen", sagte er mit erhobenem Zeigefinger und verstellter tiefer Stimme, bevor er wieder grinste. "Was meint ihr, sollen wir dann mal schauen, ob es bald mit der Vorführung des Zirkus los geht?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 22.01.2010, 11:01:02
"Der war weniger Mann, als Frau und umgekehrt. Der kann also kaum zählen." Sagte Mika zu Milan, der offenbar einen Lehrmeister spielte, bevor sie sich mehr Eretria zuwandte, um ihre Meinung über das große Interesse an dem Mann kund zu tun. "Und er ist so interessant, wie Scheiße auf der Straße." Meinte die Bardin mit dem Charme eines Mädchens, dass auf der Straße groß geworden war. "Alle schauen hin und sind dann froh, wenn sie ohne Schaden daran vorbeigekommen sind. Würde der Bursche mehr Mann oder Frau sein, würde ihn wahrscheinlich niemand dermaßen beachten. Es ist also nichts, worauf ein Mann stolz sein kann. Der Typ muss einem höchstens leid tun, weil er kaum eine Frau finden wird, die einen Mann haben will, der mehr weibliche Züge hat, als sie selbst. Aber wie Milan meinte, keiner muss sich mit jemand gemein machen, nur weil man Mitleid hat."
Um dann das Thema abzuschließen, schloß sich Mika dann Milan an und sagte: "Ich wäre auch dafür, dass wir mal nach Draußen schauen. Bezahlt haben wir und somit passt alles."

Sollte keine schwerwiegenden Beschwerden vorgebracht haben, sobald ein jeder seinen Teller geleert hat, nahm Mika ihre Sachen und ging vor die Tür des Gasthauses, um dort zu schauen, wo der Zirkus sein Lager aufgeschlagen hat.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 22.01.2010, 12:51:50
Waldemar, der seinen Kartollefpamp mittlerweile auch aufgegessen hatte, sagte während er den Letzten Bissen herunterschluckte: "Er scheint auf jeden Fall einen gewissen Ruf hier zu haben." Dann dachte er an Eretrias Bemerkung. Kurz überlegte er ob er Mika auf seine Brusthaare ansprechen sollte, aber dann entschied er sich dagegen. 'Sie schien froh zu sein dass das Thema vom Tisch ist, für Heute muss ich kein Salz mehr in das Thema streuen.' Stattdessen schloss er sich der Meinung von Milan und Mika an: "Ich denke auch wir sollten mal sehen wann die Vorstellung beginnt." Mit diesen Worten erhob er sich vom Stuhl, schaute ob jemand Einwände erhebt und begann dann die Gruppe nach draußen zu führen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 22.01.2010, 13:58:56
"Ich bin dabei!" meinte Milan munter und freute sich nach diesem anständigen Mahl auf ein wenig Unterhaltung. Seit er von zuhause fort gegangen war, hatte er so etwas nicht mehr erlebt und die Stimme des letzten Barden, den er getroffen hatte, war auch schon wieder in seinen Ohren verklungen. Eigentlich schade, denn er hatte die Stimme gemocht. Er stand auf, wartete kurz noch auf Eretria und folgte Waldemar nach draußen. Er hatte sich schon lange nicht mehr so wohl gefühlt. Was ein voller Magen so alles ausmachen konnte...
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 22.01.2010, 14:03:41
Draußen war der Zirkus gerade dabei, alles für seine Vorstellung aufzubauen. Die Karawane bestand aus sieben großen Wagen, von denen sechs im Halbkreis aufgestellt waren. In ihrer Mitte stand der siebte Wagen, ein Koloss von einem Gefährt und etwa doppelt so groß wie die anderen Wagen.

Die Plane des Wagen war zur Hälfte zurückgezogen, so dass sich eine Art freistehende weiße Wand ergab. Vorne und an den Seiten hatte man Fackeln angebracht, so dass die Ladefläche des Wagens zur hell erleuchteten Bühne wurde.

Von den Schaustellern war wenig zu sehen, nur vier oder fünf kleine, in graue Kutten verhüllte Personen huschten durch das Lager, um verschiedene Gegenstände von einem Ort zum anderen zu bringen.

Außer den Abenteurern hatten sich noch eine Handvoll anderer Gäste eingefunden, die sich einfach auf das Gras vor der Bühne setzten und geduldig abwarteten.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 23.01.2010, 12:43:43
Nun waren doch alle mitgekommen um die Vorstellung anzusehen. Bisher sah das ganze sehr interessant aus und Rin wartete gespannt darauf dass die Artisten ihr Vorbereitungen trafen. Was es wohl zu sehen geben würde?
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 23.01.2010, 13:24:53
Nach und nach kamen mehr Zuschauer, die sich vor die Bühne setzten. Zwei der verhüllten Gestalten betraten zwischendurch das Gasthaus, und kurz darauf füllte sich der Platz vor dem großen Wagen. Wenige Minuten später waren zwei der Bedienungen draußen und nahmen weitere Bestellungen unter den Gästen auf.

Irgendwann fiel auf, dass die verhüllten Personen nirgendwo mehr zu sehen waren. Unruhiges Gemurmel breitete sich unter den Zuschauern aus, das plötzlich verstummte, als die Fackeln ohne ersichtlichen Grund doppelt so hell und groß aufflammten.

Eine große Gestalt trat von der Seite auf den Bühnenwagen zu. Es war der Hüne, den die Gruppe schon in der Schänke gesehen hatte. Langsam schritt er eine kleine, hölzerne Treppe hoch, die unter seinem Gewicht ächzte und knarrte. Als er schließlich die Bühne betrat, sanken die Wagenräder sichtbar ein Stück weiter in den Rasenboden ein. Und als er in der Mitte der Bühne angekommen war, bog sich der massive Holzboden des Wagens unter seinem Gewicht. Fast schien es, als würde das Holz jeden Moment brechen.

Einige Sekunden blickte der bärtige Mann in die inzwischen zahlreich gewordene Zuschauermenge. Es herrschte absolute Stille, nur der Wind und das Geräusch der Flammen waren zu hören. "Willkommen", sprach er mit leiser, dunkler Stimme.

Dann warf er in dramatischer Geste seine Arme nach oben. "WILLKOMMEN! Im Circus Grotesc."

Wieder ließ er einige Sekunden der Stille vergehen. Die Zuschauer starrten ihn gebannt an - schon jetzt hatte er jeden Einzelnen in seinen Bann geschlagen.

"Heute abend werdet ihr Dinge sehen, die ihr nie für möglich gehalten hättet. Dinge, von deren ihr wünschen würdet, sie wären nicht möglich. Abarten der Natur, grotesk und andersartig, und doch so real wie jeder Einzelne von euch."

Er blickte in die Menge, sah einzelne Personen durchdringend an. "Jene unter euch, die einen schwachen Magen haben oder ängstlich sind, sollten lieber gehen. Sie sollten die Augen verschließen vor dem, was euch erwartet. Jene aber, die wissen wollen, die neugierig sind, werden Dinge sehen, von denen sie noch ihren Enkeln und Urenkeln erzählen können."

Der Mann griff nach einer Fackel vorne am Wagen, und hielt sie so nah vor sein Gesicht, dass man Angst bekam, dass sein Haar und sein Bart Feuer fingen. Im Schein der Fackel sprach er weiter. "Wenn unsere Schau beginnt, hütet eure Zungen. Manche aus unserer Truppe sind nur anders als gewöhnliche Sterbliche, doch es gibt auch jene, die..."

Wieder unterbrach er sich, blickte kurz zur Seite, und dann wieder zum Publikum. "Aber seht selbst."

Mit diesen Worten wandte er sich ab und verließ die Bühne.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 23.01.2010, 17:36:54
Für einen Moment fühlte Rin sich enttäuscht und fragte sich ob der Hüne und seine Truppe nun den ganzen Abend lang Gruselgeschichten erzählen würden. Nein, sicher nicht. Man bekam keine solchen Muskeln indem man herumstand und redete.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 23.01.2010, 17:48:53
Milan setzte sich mit auf das Gras vor die Bühne und sah gespannt dem Mann zu. Er war sofort begeistert. Zirkusse gab es wohl viele, aber ein solcher war ihm noch nicht begegnet, auch wenn er sich fragte, was jetzt wohl kommen würde. Bilder von Monstrositäten taten sich im Kopf des jungen Mannes auf, die eine gewisse perverse Begeisterung in ihm weckten, wie vermutlich auch in einigen anderen Zuschauern.

"Spannend, oder?" flüsterte er zu den Anderen hinüber, ohne aber auch nur einen Moment den Blick von der Bühne abzuwenden.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 23.01.2010, 21:06:09
Eretria folgte den anderen nach draußen und die Ankündigung des Impressario nahm sie mit einem leichten Schaudern zur Kenntnis. Sie lehnte sich an Milan und antwortete ihm mit einem Nicken:
"Ja, spannend. Und auch ein wenig unheimlich. Mal sehen, was kommt."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 23.01.2010, 21:35:55
"Ich würde sagen, es ist das, was der Name verspricht. Wobei ich mir unter einem Zirkus immer etwas anderes vorgestellt habe, aber es lag wahrscheinlich daran, dass ich bisher nur Zirkusvorstellungen sehen konnte, die meinem Alter angemessen waren und für Kinder ist diese Vorstellung sicher nicht gedacht." Kommentierte Mika leise die ersten Eindrücke von der nun gleich beginnenden Zirkusvorstellung.
Dann starrte sie wieder wie gebannt nach Vorne zu r Bühne, um bloß nichts zu verpassen. Weder Angst noch Magen musste die Bardin fürchten, wer so wie sie mehrere Monate in einem Gefängnis verbringen durfte, der hatte zu viele ekelhafte Sachen gesehen um danach noch um schwache Nerven haben.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 24.01.2010, 09:59:25
Drei Personen schritten nun von links die Bühne hinauf, während der Hüne mit der Fackel in der Hand auf der rechten Seite des Wagens stehen blieb. "Ich, Hjugar, habe die drei Brüder vor etwa sieben Jahren in den Schwarzen Ruinen, tief im Süden von Thaikaris, gefunden", berichtete er.

Die mittlere der drei Personen war in Ketten gelegt, die von den beiden außen stehenden Personen gehalten wurden. Alle drei trugen schwarze Kapuzenumhänge und liefen weit vornüber gebeugt, so dass ihre Gesichter nicht zu sehen waren. Immer wieder zog die Person in der Mitte an ihren Ketten, bis die kleine Gruppe genau in der Mitte des Wagens stand.

"Marnon, den seine Brüder bereits damals in Ketten gelegt hatten, kämpfte gerade gegen einen streunenden Hund, als ich ihn zum ersten Mal sah. Seine Brüder standen in der Nähe, angsterfüllt, und trauten sich keinen Schritt näher an ihn heran. Auch nicht, als er begann, den Hund bei lebendigem Leibe zu verspeisen."

In genau diesem Moment zogen die beiden Brüder an Marnons Umhang, so dass dieser zu Boden fiel.

Der Mann starrte mit wahnsinnigen Augen in die Menge. Seine bleiche Haut war von blauen und grünen Flecken übersät, seine blutunterlaufenen Augen kaum mehr als rote Farbtupfer. Er knurrte, und zeigte dabei seine Zähne - ausnahmslos spitze Reißzähne. Er griff mit seinen haarigen, klauenartigen Händen nach den Zuschauern, und wurde nur durch die Ketten seiner Brüder davon abgehalten, in die Menge zu springen.

Das Publikum raunte, manch einer schrie sogar erschrocken auf. Alle starrten ihn an, gebannt von der monströsen, und doch irgendwie menschlich wirkenden Erscheinung.

"Gute Leute, seht hier einen Mann, dessen Schicksal wohl kaum schrecklicher sein kann. Marnon war bis zu seiner Jugend ein gutherziger junger Mann, freundlich und intelligent. Doch an seinem sechzehnten Jahrestag kam ein Dämon des Nachts in seine Stube. Er sprang in sein Herz, wurde eins mit Marnon, ohne dass dieser sich hätte wehren können. Marnon ist besessen."

Der junge Mann riss nun heftiger an seinen Ketten, wollte scheinbar unbedingt zu den Zuschauern. Er knurrte und bellte wie ein Hund.

"JEDEN ABEND", übertönte Hjugar den Lärm, "jeden Abend geben wir ihm ein lebendes Huhn, um ihn zu besänftigen! Ein Mal, vor fast genau fünf Jahren, haben wir dies versäumt. An diesem Tag starb mein Bruder. Ich konnte ihn nicht einmal beerdigen, denn nichts blieb von ihm übrig."

Nun wandte sich Hjugar an die Brüder. "Bringt ihn weg! Bringt ihn weg, bevor er zu wild wird. Sperrt ihn wieder ein!"

Während die beiden Männer ihren angeketteten Bruder von der Bühne zerrten, sprach Hjugar weiter. "Warum ich mich nicht gerächt habe, fragt ihr? Warum Marnon noch lebt, obwohl er meinen Bruder tötete? Stellt euch vor, was passieren würde: Wenn Marnon stirbt, ist der Dämon wieder frei. Dann wird er in seiner wahren Gestalt über die Welt wandeln, ungezähmt und unkontrolliert. Wir haben die Pflicht, Marnon zu hüten, solange wir leben."

Das Publikum schwieg. Manch einer war blass geworden, viele der Frauen schmiegten sich eng an die Männer neben ihnen. Hjugar klatschte in die Hände. "Bringt den Wolfsmenschen!"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 24.01.2010, 10:48:52
Milan zuckte ein wenig zurück, als der Bruder sich dem Publikum zu nähern versuchte. Er schluckte. Aber war das wirklich die Auswirkung eines Dämons? Vielleicht hatte der Kerl ja nur einfach eine furchtbare Infektion. Zumindest würden doch die Verfärbungen darauf hinweisen. Außerdem sah Milan da noch einen wichtigen Punkt.

"Konnte ihm denn kein Priester helfen? Sie müssten doch eigentlich wissen, wie man einen Besessenen heilt", rief Milan zu dem Mann, der sich ihnen nun als Hjugar vorgestellt hatte. "Man kann den armen Kerl doch nicht sein Leben lang so rum laufen lassen. Man muss ihm doch helfen."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 24.01.2010, 11:14:57
"Der ist bestimmt nur geschminkt und die Zähne auch nur angemalt. Warte ein paar Minuten und bestimmt kommt er bald als neue Monströsität auf die Bühne. Auf jeden Fall werden wir seine angeblichen Brüder bestimmt bald bewundern können, wenn die ihr Gesicht nicht zeigen, dann sind sie mit Sicherheit Teil der späteren Schau." Flüsterte eine Mika, der die Geschichte zu haarsträubend war, um ihr glauben zu können, ihren Gefährten und vor allem dem aufgebrachten Milan, der nicht ganz so alt zu sein schien, wie er aussah - Mika war sich sicher, dass Milan älter als sie selbst war -, zu. "Also beruhige dich." Verdammt ist das peinlich. Dachte Mika dann und schämte sich für den jungen Mann und dafür, dass er sowas über den ganzen Platz brüllen muss.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 24.01.2010, 12:04:55
Milan sah ernst zu Mika hinüber. "Eben. Das will ich ja heraus finden, ob er wirklich echt ist. Mir kommt das ganze nämlich auch eher seltsam vor." Dann sah er wieder zu Hjugar.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 24.01.2010, 12:22:20
Welch eine abenteuerliche Geschichte. dachte Rin. Scheinbar waren es doch nicht mehr als ein paar Tricks und Gruselgeschichten die sie heute zu sehen bekamen. Für jemanden wie sie, der mehr an Fakten als an Fiktion interessiert war, war dies eine billige Vorstellung. Trotzdem hörte und sah sie höflich zu, denn sie wusste dass es bei den meisten Zuschauern gut ankam.
Warum war sie nicht überrascht als Milan schon nach der ersten 'Monstrosität' dazwischenrief? Das sah ihm so ähnlich. Leise lächelnd blickte sie von ihm zu Hjugar, der solche Reaktionen sicher schon kannte und eine gute Ausrede parat hatte.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 24.01.2010, 13:52:43
"Das ist kein Grund ihre Schau kaputt zu machen. Es ist schön, dass du intelligent genug bist, das Ganze zu durchschauen, nun sei aber auch intelligent genug und denke weiter." Entgegnete Mika leise dem mit Kurzsichtigkeit gebrannten Milan. "Die Leute verdienen damit ihr Geld und sind darauf angewiesen, dass es Leute gibt, welche an die Geschichten glauben. Wenn du jetzt alle Tricks verrätst, dann sind die ruiniert und dann, das kannst du wissen, kenne ich dich nicht mehr, denn ich will nicht die Wut der Zirkusleute spüren, die du gerade auf die lenkst." Wie ernst es der jungen Bardin war, die ganz genau wußte, wie wichtig eine Schau war, wurde dadurch erkennbar, dass ihr Tonfall sehr an Schärfe gewonnen hatte.
Etwas friedlicher, wenn auch noch immer nciht nett, war ihr Ton dann, als sie wiederum leise hinzufügte: "Und jetzt bitte achte darauf, wie gut diese Schau ist. Wie gut die Zirkusleute ihre Geschichten rüberbringen. Das ist das Entscheidende."
Dann drehte sich die Bardin wieder der Bühne zu hoffte, dass Milan kapiert hat, was sie ihm gerade versucht hatte zu vermitteln.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 24.01.2010, 14:05:58
"Ich lasse mich aber nicht zum Narren halten!" herrschte Milan Mika an. Natürlich ging es diesen Leuten darum, ihre Show zu präsentieren und dabei möglichst viel Geld zu verdienen, aber er sah nicht ein, warum ein so schlecht in Szene gesetztes Programm, das auch noch so leicht zu durchschauen war, gewürdigt werden sollte. "Wenn sie gut sind, dann wissen sie sich schon eine Ausrede einfallen zu lassen! Und wenn nicht, dann sind sie nicht so gut, um weiter bestehen zu können. Ganz einfach." Er verschränkte die Arme und sah keine Notwendigkeit, weiter mit dem Mädchen zu diskutieren.

'Du hältst mich für dämlich, das weiß ich', dachte er bei sich. 'Genauso wie mein Vater und alle anderen wahrscheinlich auch. Aber das ist mir egal. Glaub, was du willst. Wenn Menschen ihre Arbeit nicht gut machen, dann haben sie eben Pech gehabt.' Milan spürte, wie ihm sein Herz fast aus der Brust sprang. Es war das erste Mal, dass er so mit jemandem gesprochen hatte und es bekümmerte ihn, dass es soweit kommen musste. Aber er wollte sich nicht länger wie ein Kind behandeln lassen oder wie einen Idioten, der immer nur alles falsch machte. Er fand es richtig, den Auftritt der Zirkusleute in Frage zu stellen und es war seltsam, dass ausgerechnet jemand wie Mika, die eigentlich oftmals andere Verhaltensweisen in Frage stellte, das nicht tat. Aber sie ging ja mehr oder weniger einem ähnlichen Beruf nach, vielleicht war es da nicht verwunderlich, dass sie sie in Schutz zu nehmen versuchte.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 24.01.2010, 14:58:45
Wozu sollte dich jemand zum Narren halten. Bei dir ist das gar nicht nötig, du machst dich doch selbst zum größten Idioten. Dachte Mika wütend, sagte aber nichts zu dem Ausbruch von Milan - dieser machte die ganze Schau schon zu Genüge kaputt, da musste Mika nicht noch nachhelfen. Wahrscheinlich hast du nur durch mich verstanden, dass die Szene gespielt war und jetzt spielst du sich auf, weil du feststellen musstets, dass du zu blöd bist, sowas zu durchschauen. Aber lass ruhig weiter deine Wut über deine Inkompetenz an anderen aus. Wirst noch früh genug mitbekommen, was du davon hast. Jeder bezahlt für seine Fehler. Wusste Mika nur zu genau, nach Monaten in einer kleinen stinkenden Zelle, ohne Essen und bei kläglichem Essen.
Mika schaute derweil nur starr nach Vorne und wartete darauf, dass die Vorstellung weiter ging und hoffte, dass sie dabei viel lernen konnte. Denn auch wenn es Milan in seinem kleinen verbohrten Hirn nicht kapierte, gut waren die Schausteller dort auf der Bühne. Mika war überzeugt davon, selbst wenn sich Personen mit einem gewissen Gefühl für Realitäten darauf einlassen mussten.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 24.01.2010, 15:17:49
Hjugar beobachtete das Gespräch zwischen Milan und Mika mit einem leichten Lächeln. "Der junge Herr möchte sich überzeugen, dass ich keine Lügenmär erzähle? Bitte - steht auf. Kommt zu mir."
Er verließ seinen Platz neben der Bühne, und ging auf die drei Brüder zu, die gerade die andere Seite der Bühne herabgestiegen waren.

"Kein Priester und kein Heiler konnte dem armen Marnon bisher helfen. Ebenso wenig wie den anderen jammervollen Seelen, die euch noch erwarten. Kommt, kommt nach vorne, junger Mann, und überzeugt euch von der Echtheit des Dämons. Aber gebt acht, dass ihr nicht gebissen werdet."

Der Hüne stand nun neben den drei Brüdern, und wartete dort auf Milan. Das gesamte Publikum starrte auf den jungen Händlerssohn, neugierig, was nun passieren würde.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 24.01.2010, 15:24:14
Milan sah zu Mika hinüber, dann erhob er sich, ohne auch nur einen Augenblick zu zögern. Vielleicht war es das Adrenalin in seinen Adern, dass seine Angst dieses Mal niederkämpfte, und mit Sicherheit auch die Neugier, was passieren würde und ob der Kerl wirklich von einem Dämon besessen war. Ohne auch nur eine Miene zu verziehen oder nur ansatzweise zu zittern, ging Milan zu Hjugar und den drei Brüdern hinüber.

Schließlich lächelte er den Hünen sogar an, ohne dabei irgendwie hochnäsig zu wirken, sondern einfach nur freundlich. "Das werdet Ihr doch verstehen, oder? Denn es ist doch eine seltsame Geschichte, die Ihr da erzählen mögt und auch wenn..." Milan schloss rechtzeitig den Mund, bevor er irgendetwas davon verlauten ließ, dass er in der letzten Zeit viel Seltsames gesehen hatte. "Auch wenn es einige Mysterien in der Welt geben mag, so basieren sie doch nicht alle auf der Realität, nicht wahr?" Milan blieb vor Hjugar und den drei Brüdern stehen und hielt nur soviel Abstand, wie nötig war, um tatsächlich nicht gebissen zu werden, denn wenn der Mann wirklich unter einer Infektion litt, musste sich Milan nicht damit anstecken.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 24.01.2010, 15:37:01
Hjugar nickte Milan lächelnd zu. "Ich habe euch versprochen, dass ihr Dinge sehen werdet, die ihr noch nie gesehen habt. Es ist euer gutes Recht, nun auf die Einlösung des Versprechens zu bestehen."

Er trat neben den angeblich Besessenen, der ihn mit wilden Augen ansah und dabei heftig knurrte. Hjugar flüsterte ihm leise zu. "Ruhig... bleib ruhig. Dann bekommst du eine Belohnung."

Er streckte die Hand zu einem von Marnons Brüdern aus, der in einen Beutel an seiner Seite griff und einen langen Knochen herausholte. Hjugar nahm den Knochen an, und hielt ihn Milan hin. "Schaut ihn euch an. Es ist ein echter Knochen, hart wie Stein."

Der Hüne warf einen Blick ins Publikum. "Möchte noch jemand die Echtheit überprüfen?" Niemand reagierte, und so blieb Milan alleine mit den Schaustellern.

Soweit Milan es sagen konnte, war der Knochen echt. Er stammte wahrscheinlich von einem Rind, und war so dick wie Milans eigener Unterarm. Hjugar nahm ihm den Knochen wieder ab, und hielt ihn Marnon vor den Mund. Der junge Mann starrte einen kurzen Moment auf den Knochen - dann biss er mit seinen scharfen Zähnen hinein. Es brauchte keine drei Bissen, dann hatte Marnon den Knochen durchtrennt.

Während er die Knochenstücke verspeiste, begannen die Flecken in seinem Gesicht zu pulsieren. Gleichzeitig spürte Milan, wie es wärmer wurde - und als er zu Boden blickte, bemerkte er, wie sich das Gras langsam dunkel verfärbte. In einem Umkreis von einem Schritt um Marnon wurde das Gras schwarz, als wäre es verbrannt.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 24.01.2010, 16:01:21
Milan sah sich den Knochen sehr genau an und blieb auch skeptisch, als Marnon ihn einfach so verspeiste. Für einen Menschen war das sicher ungewöhnlich, wenn auch bestimmt nicht unmöglich. Die pulsierenden Flecken waren schon weniger gut erklärbar, vor allem weil sie eine eigenartige Färbung aufwiesen. So eine Infektion hatte er noch nie gesehen, aber es gab andere Krankheiten, die Flecken verursachten. Vielleicht waren diese hier nur durch eine unbekanntere Vergiftung oder dergleichen hervorgerufen worden. Alles, was Milan irritierte, war die Hitze, die ihn nun umgab.

'Aber das ist mit Sicherheit ein Zauber, den irgendeiner seiner Brüder oder einer, der sich hier irgendwo versteckt, gewirkt hat. Trotzdem ist das auf jeden Fall beeindruckender als die Darstellung auf der Bühne.' Milan bückte sich und berührte das Gras, um heraus zu finden, ob es wirklich verbrannt war, oder es sich nur um eine Illusion handelte. 'Illusion! Vielleicht ist das alles ja nur eine Illusion.' Milan grinste innerlich, überzeugt davon, dass er den Trick durchschaut hatte. Er schloss kurz die Augen, während er noch weiter am Boden hockte und das Gras betastete, um sich zu konzentrieren und diese Illusion vielleicht zu durchschauen[1]. Gleichzeitig überlegte er, ob er es - falls es sich wirklich um eine Illusion handelte - dem Publikum verraten sollte. 'Vielleicht hat Mika Recht', dachte er bei sich und ärgerte sich noch im selben Moment darüber. 'Womöglich kommt es ja auch nicht nur auf die Darsteller an, sondern auch auf jene, die hier etwas Unterhaltung genießen wollen. Ich sollte ihnen den Spaß nicht verderben.' Schweren Herzens stand Milan auf. "Ich bleibe skeptisch, aber ich muss zugeben, ich kann mir nicht erklären, was hier vor sich geht, außer so, dass der Mann wirklich von einem Dämonen besessen ist", meinte Milan lauter und sah dabei Hjugar fest in die Augen.
 1. Willen 6
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 24.01.2010, 16:09:15
Von ihrem Platz aus beobachtete Rin das Geschehen. Sie konnte hören wie der grosse Knochen zermahlen wurde. Wenn dies ein Trick war war er sehr professionell und deutlich besser aufgesetzt als die Lügengeschichte die dazu gehörte. Nicht schlecht, fand sie. Wie immer blieb Milan stur, doch auch von Nahem betrachtet musste es absolut echt aussehen, wenn er zugab dass der Mann 'besessen' war.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 24.01.2010, 16:17:04
Tatsächlich schien alles, was Milan gesehen hatte, echt zu sein. Auch das verbrannte Gras fühlte sich tatsächlich verbrannt an.

"Ich dachte mir schon, dass ihr noch immer skeptisch bleiben würdet", erklärte Hjugar mit lauter Stimme. "Wenn ihr bereit seid, das Risiko einzugehen, könnt ihr einen weiteren Beweis erhalten. Wenn seine Brüder ihn mit aller Kraft zurückhalten, könnt ihr ihn berühren. Aber ich garantiere für nichts. Wenn ihr gebissen oder sonstwie verletzt werdet, ist dies eure eigene Verantwortung. Ich garantiere euch aber, dass ihr nicht mehr skeptisch sein werdet, wenn ihr ihn tatsächlich einmal berührt."

Marnon, der den Knochen inzwischen gänzlich verspeist hatte, sah Milan nun wieder mit wilden Augen an, und knurrte bedrohlich.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 24.01.2010, 16:22:53
Milan spürte die Anspannung in seinen Gliedern wachsen. Aber da war auch Neugier und ein Stück Trotz, die die Angst noch immer zurück hielten. "Gut, ich werde es probieren." Er atmete tief durch. 'Komisch, ich hätte wirklich wetten können, dass es eine Illusion ist. Aber vielleicht ist sie auch nur verdammt gut gewoben. Egal, jetzt habe ich mich auf dieses Spielchen eingelassen, jetzt ziehe ich es auch durch. Selbst wenn ich dabei die Hand verliere. Und irgendwann versuche ich mir über Dämonen heraus zu finden, die blaue Flecken verursachen.' Er betrachtete seine rechte Hand und entschied, doch lieber die Linke zu nehmen, um Marnon zu berühren. Er wollte seinen Rapier gerne weiter führen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 24.01.2010, 16:49:03
Nun meldete sich einer der Brüder zu Wort. "Hjugar, nein", flüsterte er, und schüttelte dabei seinen Kopf. "Das ist zu gefährlich."

Der Hüne aber wies den Einwand ab. "Es ist seine Entscheidung, und er hat seine Entscheidung getroffen. Haltet ihn gut fest."

Nach kurzem Zögern stemmten sich die beiden Männer mit aller Kraft gegen die Ketten, und zerrten so Marnons Arme nach hinten. Ihr angeblich besessener Bruder wurde soweit nach hinten gezogen, dass er sich mit seiner ganzen Kraft dagegen stemmen musste, um nicht zu Boden gerissen zu werden. Wütend knurrte er und fletschte dabei die Zähne.

"Jetzt", erklärte Hjugar, griff Milans Arm und führte ihn zu Marnons Gesicht. Der Mann mit den spitzen Reißzähnen schnappte vergeblich nach ihm, obwohl er Milan beinahe erwischt hätte. Dann berührte Milan sein Gesicht.

Es war, als würde sich die Welt um ihn herum verdunkeln. Die pulsierende Energie, die unter den Flecken in Marnons Gesicht strömte, übertrug sich auf ihn, und für einen kurzen Moment erschien es ihm, als wäre die Welt ein hassenswerter Ort, erfüllt von Tod, Leid und Schmerz. Ein Ort, der es verdiente, verbrannt zu werden, bis nichts als Asche von ihm übrig war...

Dann riss Hjugar seine Hand wieder von Marnon fort. Bellend und knurrend versuchte Marnon, nach Milan zu schnappen, während seine Brüder ihn von der Bühne weg zerrten. Hjugar achtete nicht auf sie, und sah nur Milan fest in die Augen. "Wie geht es euch? Habt ihr noch immer Zweifel?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 24.01.2010, 17:25:15
Milan starrte Hjugar nur an. Er stand einfach nur da und wusste nicht, was er tun oder sagen sollte. War das auch eine Illusion gewesen? Aber dazu war es viel zu echt. Er konnte noch immer diese Gefühle spüren, wenn sie auch deutlich schwächer wurden. Trotzdem blieb ein fader Geschmack über. Er fühlte sich elend und schüttelte nur den Kopf auf Hjugars Fragen hin. Vielleicht war da noch ein Fünkchen Skepsis, aber der wurde von den Eindrücken der letzten Sekunden vollkommen erdrückt und verbannt. Selbst wenn das alles eine Illusion war und Hjugar ihn nur irgendwie verzaubert hatte - falls so etwas ging - , dann hatte er Milan doch zumindest bewiesen, dass der Zirkus Grotesc nicht nur seinen Namen verdiente, sondern es auch Wert war, angesehen zu werden.

"Nein, keine Zweifel mehr", antwortete Milan schließlich mit wieder etwas festerer Stimme und sah Hjugar dabei an. 'Weder an Marnon noch an Euch.' Als Milan sich an seinen Platz zurück begab, wohl darauf bedacht, nicht zu schwanken, obwohl er sich schwach fühlte, sah er Beldin einen Moment lang an. Was war, wenn sich der Elf ständig so fühlte? Milan war sich nicht sicher, ob es diese furchtbaren Gefühle waren, dieser Hass, die ihm Angst machten oder vielmehr die Tatsache, dass es Gefühle waren, die nicht zu ihm gehören schienen und die ihn doch so leicht hatten überwältigen können. Starr blickte Milan wieder vor zur Bühne und gab keinen Ton mehr von sich, so entsetzt war er über das, was er gerade erlebt hatte.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 24.01.2010, 18:23:24
Hjugar wartete, bis Milan an seinen Platz zurück gekehrt war. Dann schritt er, stillschweigend, zurück auf die andere Seite der Bühne. Abwartend blickte er in die Zuschauermenge, die ihn gebannt anstarrte. "Gibt es noch jemanden, der Zweifel hat?"
Einige Sekunden vergingen, dann klatschte er einmal in die Hände.

"Bringt den Wolfsmenschen!"

Während drei der kleinen, verhüllten Gestalten, die zu Beginn die Bühne aufgebaut hatten, eine große hölzerne Kiste auf den Bühnenwagen brachten, gingen zwei weitere zu den Zuschauern. Auf jeder Seite des Publikums begann je einer der Verhüllten damit, die Zuschauer um eine kleine Spende zu bitten. Dabei hielten sie den Zirkusgästen kleine Weidenkörbe hin.

Auf der Bühne regte sich derweil etwas in der Kiste. Eine Pranke kam zum Vorschein - oder vielmehr, eine Hand, aber bedeckt mit schwarzem Fell. "Nicht weniger real ist das Wesen, das ihr nun bestaunen könnt. Sie ist ein Mensch, und doch... ein Wolf."

Das Wesen in der Kiste stand auf. Es war humanoid, glich einem Menschen - nur dass es am ganzen Körper mit dichtem, schwarzen Fell bedeckt war. Sie trug keine Kleidung, und so war offensichtlich, dass es sich um ein Wolfsmädchen handelte - oder vielmehr, eine junge Frau.

"In meiner Jugend war ich draufgängerisch genug, in den Lilliolen vorzudringen. Dort, mitten in den Tiefen des magischen Waldes, fand ich Tiara. Sie war ein kleines Kind, und lebte im Wald, ganz wie ein Tier. Doch bis auf ihr Fell ist ihr Körper menschlich. Ich nahm sie mit mir, und zog sie auf wie eine eigene Tochter. Sie ist ein Wolf, der zum Menschen wurde."

Das Wolfsmädchen blickte schüchtern in die Menge, und dann zu Hjugar. "Mensch... Tiara ist ein Mensch", erklärte sie mit sanfter Stimme. Dann wandte sie sich plötzlich um, griff nach einer der Halterungen, an denen die Wagenplane befestigt war, und verschwand mit einem Satz hinter dem Bühnenwagen.

Hjugar lächelte. "Und doch ist sie noch immer schüchtern."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 24.01.2010, 20:57:33
Waldemar hielt sich während der Vorstellung ruhig, auch den Auftritt des Besessenen kommentierte er nicht. Als Milan sich auf die Bühne rufen ließ war er erstaunt. Einen mutigen Eindruck hatte Milan nie bei ihm hinterlassen, aber er musste zugeben niemand würde ihn einen Feigling nennen ohne hinterher als Lügner dazustehen. In den meisten Fällen mag es wohl eine Trotzreakion gewesen sein, aber wer oft genug den Mutigen spielt entwickelt irgendwann echten Mut. Als Milan zurückkehrte sagte Waldemar zu ihm "Ich finde die Geschichte auch seltsam, aber was ich in den Wäldern meiner Heimat alles gesehen habe lässt mich insbesondere nach unseren Erlebnissen in Himmelstor kaum noch etwas für unmöglich halten. Außerdem sind wir hier um uns unterhalten zu lassen. Und dafür ist es egal, ob die Geschichten wahr sind, oder nur vorgetäuscht, so oder so liefern sie eine gute Show."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 24.01.2010, 23:26:20
Der Zirkus hatte noch einige Merkwürdigkeiten zu bieten. Auf das Wolfsmädchen folgte ein Mann mit drei Beinen - das dritte Bein war verkümmert und stand nach hinten ab, und doch konnte er es normal bewegen. Zwei Frauen, etwa fünfzig Jahre alte Zwillinge, waren am Kopf zusammen gewachsen. Dann kam ein hagerer Mann, der behauptete, die Geheimnisse jedes Menschen herausfinden zu können. Er unterhielt das Publikum, indem er die eine oder andere delikate Tatsache über einzelne Zuschauer ausplauderte, die - gemessen an den Reaktionen der Betroffenen - vermutlich wirklich stimmten.

Die Geisterfrau war etwa dreißig Jahre alt, hatte vollkommen weißes Haar, eine fast ebenso weiße Haut sowie rote Augen. Ihr Auftritt wurde unterstrichen durch ihr wallendes weißes Kleid - doch wahrhaft mystisch wurde es, als sie das Kleid ein wenig hochhob, gerade genug, um ihre Füße zu sehen. Sie schwebte.

Und schließlich kam Jalana, die "Frau ohne Knochen", die ihren Körper auf unmögliche Art verbiegen konnte. Sie schaffte es sogar, ihren schmalen Körper in eine winzige Kiste zu zwängen, in die ein Hund kaum hineingepasst hätte.

Der brennende Mönch war der krönende Abschluss der Schau. Der kahlköpfige junge Mann trug nur einen weißen Lendenschurz, als er auf den Bühnenwagen stieg, sich komplett mit Öl übergießen und dann mit einer der Fackeln anzünden ließ. Die Zuschauer schrien aufgeregt auf, manche wollten schon wegrennen, als der Mönch aufstand, einen Gesang anstimmte und die Flammen ganz von alleine wieder verloschen. Der Mönch war unverletzt.

Eine ganze Zeit blieb das Publikum starr vor Schreck und Erstaunen. Dann, allmählich, kam vorsichtiger erster Applaus, der dann so schnell lauter wurde, dass die Zuschauer laut klatschten und pfiffen. Wieder gingen die verhüllten Gestalten um, und ihre Körbe wurden mit zahlreichen Münzen gefüllt.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 25.01.2010, 00:07:27
Mika beobachtete die Schau bis zum Ende und suchte immer und immer wieder nach logischen Erklärungen für die ganzen Phänomene, die zu glauben sie nicht bereit war. Doch wirklich weit war sie dabei nicht gekommen, sie konnte die ganze Vorstellung auch nicht genießen, denn sie dachte die ganze Zeit an Milan, der sich in ihren Augen unmöglich verhalten hatte. Vor allem seine Erklärung für seine Tat störte sie sehr und legte ihr immer wieder Wörter auf die Zunge, die sie während der Vorstellung runterschlucken musste.
Aber auch nach der Vorstellung sagte Mika kein Wort, denn sie fürchtete auch, dass sie sich zu einer Dummheit hinreißen lassen könnte, und inzwischen waren Milan und sie Kollegen und mussten miteinander klarkommen. Ein Streit wäre an der Stelle fatal.
So wartete Mika ab, dass die Jungs mit den Spendenkörben vorbei kamen, warf ihnen eine Goldmünze hinein und bedankte sich für die gelungene Vorstellung.
Danach erhob sich Mika und entfernte sich ohne ein Wort von ihren übrigen Gefährten, um sich ein paar Dutzend Meter vom ganzen Trubel entfernt neben die Straße zu setzen, ihre Laute auszupacken und ein wenig zu spielen[1]. Das Spielen des Instrumentes sollte sie ablenken und beruhigen, in der Hoffnung, dass sie so viel Ruhe zurückerlangt, damit sie Milan wirklich sachlich beibringen konnte, dass er ein absoluter Idiot war und es eigentlich nicht verdient hat, dass bei ihm jemand jemals wieder ein Auge zudrückt, wenn ihm mal etwas nicht ganz gelingen möchte, weil er dazu auch nicht bereit ist.
 1. Auftreten (Laute) 15 (http://games.dnd-gate.de/index.php/topic,4464.msg574965.html#msg574965)
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 25.01.2010, 08:11:09
Eretria war von der Vorstellung des Zirkus fasziniert. Ein derartiges Panoptikum von unterschiedlichsten ungewöhnlichen Personen hatte sie nicht erwartet. Als dann gleich zu Beginn Milan seinen Unglauben über die Darbietungen laut äußerte und dabei mit Mika aneinander geriet, war die Priesterin viel zu perplex über diesen Streit, um zu reagieren. Milans Auftritt als Zweifler auf der Bühne des Zirkus war für die Frau fast eine logische Konsequenz. Wie sie  von ihrem Freund inzwischen wusste, war er recht impulsiv und tat häufig Dinge, deren Konsequenzen er nicht unbedingt voraussah. Da es aber auch gerade dies Impulsivität war, wegen der sie ihn liebte, konnte Eretria ihm nicht übel nehmen, was er tat.
Als er zurück war, nahm sie ihn stattdessen einfach in den Arm und genoss mit ihm die weitere Vorstellung. Im Gegensatz zu ihrem skeptischen Freund war sie einfach verblüfft über die Dinge, die sie sah. Mit einem fast schon kindlichen Vergnügen freute sie sich über die kuriosen Wesen und fast schon traurig war sie als die Vorstellung zu Ende war.
"Der Zirkus trägt seinen Namen zu recht. Welche eine Menge an grotesken Wesen er doch bot." Die Worte hatte Eretria an Milan gerichtet, als das Schauspiel zu Ende war.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 25.01.2010, 10:19:33
Milan reagierte nur mit einem Nicken auf Waldemars Worte bei seiner Rückkehr zu seinem Platz. Den Rest der Vorstellung über saß er stumm da und starrte auf die Bühne, wo nun Kuriositäten die Bühne betraten, die er sich vielleicht hätte vorstellen können. Nur das mit dem Dämon... Ab und an prickelten die Finger seiner linken Hand, so dass er sie zu einer Faust ballte. Mittlerweile war er überzeugt davon, dass dieser Mann wirklich von einem Dämonen besessen war. Nach der Vorstellung blieb er einfach sitzen, gab den vorbeigehenden Zirkusleuten seine letzte Silbermünze und starrte weiter auf die Bühne.

Es dauerte eine Weile, bis er sich endlich erhob und nur meinte: "Ich baue dann mal mein Zelt auf." Er ließ das Lager der Truppe hinter sich und vergaß sogar, dass sie sich eigentlich noch zu den Zirkusleuten dazu setzen wollten, aber selbst wenn er sich daran erinnert hätte, er hätte ohnehin keine Lust verspürt. So suchte er sich einen geeigneten Platz etwas weiter weg und begann damit sein Zelt zusammen zu bauen, ohne recht zu wissen, was er da eigentlich tat. Armut, Leid, Hass und Schmerz waren weit weg von seinem normalen Erlebnishorizont gewesen. Ja, er hatte seine Zweifel an sich selbst gehabt und das war wahrscheinlich auch nicht gerade lustig, aber da draußen schien es weitaus Schlimmeres zu geben. Nur langsam wurde ihm bewusst, was er am letzten Tag gesehen hatte. Was er zuvor als Spielwiese betrachtet hatte, auf der er irgendjemanden zum austoben finden wollte, einen eigenen Platz, verwandelte sich nun in eine triste und einsame Landschaft.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 25.01.2010, 11:22:38
Eretria nahm das für sie seltsame Verhalten von Milan ziemlich überrascht zur Kenntnis. Erst als ihr Freund dann einfach aufbrach, wurde sie nachdenklicher. Sie ließ ihm zunächst etwas Zeit, bevor sie ihm dann nachging. Als sie näher kam, beobachtete sie den Mann bei seiner Arbeit zunächst still, bevor sie sich ihm weiter näherte:
"Ist alles in Ordnung, Milan?" Die Stimme der Priesterin klang erstaunlich unsicher. Ganz anders als die Frau bisher auf alle in der Gruppe gewirkt hatte. Fast schien es, als wüsste die junge Frau nicht so genau, wie sie zu reagieren hatte. Sanft berührte sie den Mann, streichelte seine Gesicht, damit er kurz inne hielt, beim Aufbauen des Zeltes. "Geht es dir gut? Was ist mit der Hand?" Eretria klang besorgt und tatsächlich war etwas anderes in ihrem Blick. Konnte es Angst sein? Angst um Milan?
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 25.01.2010, 13:26:49
Mika war so versunken in ihr eigenes Spiel, das sie zunächst nicht bemerkte, dass jemand neben ihr stand. "Ein schönes Lied", erklang eine feste, männliche Stimme. Es war der Mann mit dem femininen Gesicht, den sie in der Gaststätte gesehen hatten. "Darf ich mich zu dir setzen und lauschen?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 25.01.2010, 13:52:30
Auch Waldemar warf ein Paar Kupfermünzen in den Hut. Er wusste zwar nicht, ob und wenn ja wieviel von der Vorstellung Wahr war, aber es war definitiv beeindruckend. Dann sah er, wie Milan und Mika sich absetzten. Kurz überlegte er, weil sie ursprünglich vorhatten sich zu den Zirkusleuten hinzuzugesellen. Aber Milan schien nicht in der Stimmung zu sein. Als Eretria ihm nachging beruhigte ihn das, so wie Milan aussah sollte er nicht unbedingt allein bleiben, aber er selbst hätte nicht gewusst was er hätte tun können. Dann hörte er einige Klänge aus der Richtung in die Mika verschwunden war. Da Calfay und Beldin immer noch gemeinsam da saßen beschloss er nachzusehen was die Bardin tat. Er folgte den Klängen ihrer Laute. Als er sah, dass der komische Typ, den sie in der Wirtschaft gesehen hatten bei ihr stand zögerte er kurz und beschloss dann das Ganze zunächst zu beobachten. Also setzte er sich ohne dass es die beiden bemerkten etwa 5 Meter hinter ihnen unauffällig an einen Baum und versuchte mitzubekommen was die Beiden redeten.[1]
 1. Lauschen 1d201d20+3 = (7) +3 Gesamt: 10
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 25.01.2010, 14:10:50
Mika hatte nur auf ihre Finger geschaut, während sie spielte, denn es mangelte ihr noch an Sicherheit, ebenso an Konzentration, weil sie viel zu sehr an den dummen Jungen Namens Milan dachte. Und so schreckte sie kurz auf, als sie angesprochen wurde.
Kurz hielt sie im Spiel inne und schaute nach oben, um dort ein vollkommen unerwartetes Gesicht zu entdecken. Sie blinzelte einige Male überrascht und fragte sich, was der Bursche hier wohl tut und wie er zu dieser Stimme gekommen ist, die so gar nicht zum Gesicht passen mag.
"Setzt euch ruhig, wenn es euch gefällt. Aber erwartet keine Wundern, vor allem aber keine bahnbrechende Vorstellung." Sagte Mika und wirkte ihrer Ankündigung entsprechend nicht sehr elanvoll, sondern weiterhin sehr nachdenklich, genauso wie das Lied, dass sie spielte, dass eine melancholische Stimmung hatte und in keiner Weise die Stimmung zu heben wusste.
Sobald sich der Mann gesetzt hat, überlegt Mika kurz wo sie abgebrochen hatte, sprang von dort ein paar Takte zurück und begann dann auf ein Neues zu spielen. Ihrem winzigen Publikum schenkte sie keine Beachtung, dafür hatte sie keinen Nerv, sondern sie schaute wieder bedächtig auf ihre Finger, die geschickt über die Seiten tanzten.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 25.01.2010, 14:15:28
"Ich erwarte gar nichts", erklärte der Fremde leise, als er sich neben Mika setzte. Still hörte er ihrem Spiel zu. Offenbar wollte er tatsächlich nur lauschen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 25.01.2010, 17:49:11
Der Rest der Vorstellung verlief viel normaler als der Anfang, bis auf den brennenden Mann, der ähnlich spektakulär wie der vom Dämon Besessene war. Nachdem sie eine Münze in den Korb geworfen hatte, beobachtete sie wie erst Mika und dann Milan beleidigt schmollend davon zogen. Da auch Waldemar schon gegangen war, folgte sie Mika, um sich zu ihr zu setzen.
Seltsamerweise sass dort schon der rothaarige Mann, der vorher so viel Aufmerksamkeit erregt hatte. Vielleicht bleib er abseits von allen, hoffend dass ihm hier niemand Beachtung schenkte. Allerdings schienen sich die beiden nicht zu unterhalten, die Bardin zupfte an den Saiten ihrer Laute, der Unbekannte hörte nur zu. Unauffällig setzte Rin sich dazu, wortlos, in der Hoffnung dass Mika sich nicht durch sie gestört fühlte. Nun spielte sie also doch und das nicht mal schlecht. Auch die Söldnerin begnügte sich damit zu lauschen, obwohl sie zwischendurch einen forschenden Blick auf den Fremden warf, nur kurz, denn sie wollte Mikas einzigen Zuhörer nicht verscheuchen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 25.01.2010, 17:51:33
Der Fremde wandte sich kurz zu Calfay um, als diese sich neben ihn setzte. Er schenkte ihr ein kurzes Lächeln, und sah ihr dabei direkt in die Augen. Einen Moment lang schien er sie genau zu beobachten, dann wandte er sich wieder Mika und ihrem Spiel zu.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 25.01.2010, 18:39:42
Da der unbekannte sie anlächelte nickte sie ihm freundlich zu, bemerkte allerdings den aufmerksamen Blick mit dem er sie ansah. Wieso glotzte er so? Hatte der Typ ein Problem? Doch hatte Rin kein Recht sich zu beschweren, betrachtete sie den Rothaarigen doch selbst neugierig. Was an ihm war es, das alle bewogen hatte ihn anzustarren? Nun starrte sie ihn auch an. Kein Wunder wenn er sich unter Leuten nicht wohlfühlte.
Um diese unangenehme Situation zu beenden sah sie zum Himmel hinauf, wo die ersten Sterne schon funkelten.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 25.01.2010, 19:52:34
Milan arbeitete weiter daran, sein Zelt aufzubauen und bemerkte Eretria zuerst nicht. Als sie ihn berührte, nahm er vorsichtig ihre Hand, aber nur, um wieder Distanz zwischen sie Beide zu bringen. Irgendwie hatte er das Gefühl, schon wieder getröstet zu werden, als sei er ein kleines Kind, das es nötig hätte. Er atmete tief aus und sah sie dennoch liebevoll an. "Es geht mir gut. Die Hand kribbelt nur ein bißchen, ist mit Sicherheit nur Einbildung." Er zögerte kurz und ging dann wieder seiner Arbeit nach. "Dir hat die Vorstellung also gefallen? Beeindruckend war sie auf jeden Fall, aber es ist schon irgendwie traurig, wie man mit so armen Kreaturen umgeht." Er zuckte mit den Schultern. Wahrscheinlich war das ganz normal. Mika wäre bestimmt der Ansicht gewesen, dass ja jeder irgendwie sein Geld verdienen müsste. Er verdrängte den Gedanken und trieb stattdessen einen weiteren Hering in den Boden, um die Zeltschnüre daran zu befestigen. "Du hast kein Zelt, oder? Wenn du willst, kannst du mit bei mir schlafen." Dieses Mal lächelte er und küsste sie flüchtig, fast verlegen, bevor er auch den Rest seiner Arbeit vollendete und ein kleines bißchen Stolz empfand, als das Zelt stand - und zwar ohne fremde Hilfe. "Tut mir übrigens Leid wegen der Sache vorhin. Ich habe mich arg im Ton vergriffen, aber...es ist schwierig, sich nicht beleidigt zu fühlen, wenn..." Er schüttelte den Kopf und lächelte, bevor er sich Eretria wieder zuwandte. "Was meinst du? Passen wir Beide rein, eng aneinander gekuschelt?" Er grinste, dieses Mal aber eher anzüglich.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 25.01.2010, 21:34:10
Mika spielte für sich und daran änderte sich wenig, auch wenn die junge Bardin inzwischen drei Zuhörer hatte. Dass die Zahl gestiegen war, bekam sie gar nicht einmal mit, denn sie bemerkte weder den sich versteckenden Waldemar, noch Calfay, die sich zu Mikas ersten Zuhörer gesellt hat.
Nach einigen ruhigen und traurigen Stücken, wurde es mit der Zeit immer verspielter und die Bardin starrte nicht mehr wie besessen auf ihr Finger, sondern saß mit geschlossen Augen da, während ihre Hände nun offenbar vertraute Melodien griffen.

Nach etwa einer halben Stunde spielen, hatte sich Mika soweit beruhigt, dass sie nicht mehr spielen musste. In diesem Moment hörte sie auf zu spielen und öffnete ihre Augen und betrachtete überrascht ihr leicht angewachsenes Publikum.
"Oh, hi." Sagte Mika zu Calfay und wirkte sehr locker. "Gar nicht bemerkt, dass du gekommen bist."
Dann schaute Mika erst den Fremden an, dann ihre Kollegin und fragte ein wenig unsicher: "Wollt ihr noch etwas hören?" Mit der Überraschung und der Nachdenklichkeit, die gegangen waren, kam offenbar das erste Lappenfieber zurück.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 25.01.2010, 22:06:36
Während den Stücken hatte Rin den Himmel beobachtet, die Landschaft betrachtet und nachgedacht. Zwischendurch war sie schon etwas schläfrig geworden, nun freute sie sich aber als Mika sie ansprach. "Klar, wenn du noch etwas spielen willst." bot sie an, der Lautenspielerin selbst die Entscheidung überlassend. Dass sie schüchtern war konnte Rin verstehen, als sie mit dem Schreiben anfing, hatte sie auch immer mehrmals über ihr Werk geschaut, zweifelnd. Sicher ging es Mika genauso, wenn sie bisher erst selten aufgetreten war.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 25.01.2010, 22:35:11
"Wenn du nichts dagegen hast, würde ich mit meinem Gesang einstimmen. Wenn dir das nicht Recht ist, höre ich aber auch gerne weiter zu."
Er blickte hinauf zum Sternenhimmel. "Deine Klänge erfüllen den Abend mit einem ganz eigenen Zauber."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 25.01.2010, 22:49:38
Gerade wollte Mika etwas zu Calfay sagen, da kam der fremde Mann dazwischen, nahm Mika und schüttelte sie einmal kräftig durch, so dass sie vollkommen verwirrt in der Nacht saß.
"Mhhh ... ähh." Meint Mika und stellte sehr schnell fest, welchen Unsinn sie von sich gab. "W... wenn ihr wollt und einen Text kennt, dürft ihr gern singen." Kurz starrte die Bardin den Mann an und ließ sich seine Worte nochmal auf der Zunge zergehen. Deine Klänge erfüllen den Abend mit einem ganz eigenen Zauber.
Dann fiel ihr die Höflichkeit ein, die vielleicht angebracht gewesen wäre und sagte leicht verspätet: "Danke." Für Calfay hat Mika in dem Moment keine Aufmerksamkeit übrig.
Danach begann Mika wieder zu spielen und war darauf konzentriert einfach nur sicher zu spielen. Sie wollte nicht gut sein, sie wollte einfach nur sicher spielen und sich bloß nicht verspielen[1]. Ihre Wahl fiel natürlich auf ein Lied, dass ein Text besaß, ob es der Fremde kannte, dass konnte Mika nicht ahnen, solange er nicht vielleicht etwas vorschlug -  einen Liedwunsch würde sie ihm sofort erfüllen.
 1. Auftreten (Laute): "10 nehmen"16
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 26.01.2010, 00:20:42
Der Fremde ließ Mika einen Moment spielen, bevor er anfang zu singen. Es war nicht der Text, der zu dem Lied gehörte, das Mika gewählt hatte. Sogar die Melodie war eine andere. Und doch passte es auf eigentümliche Weise überein, vielleicht sogar besser als der ursprünglich zu dem Lied gehörende Gesang.

Mit sanfter, aber eindringlicher Stimme ließ der rothaarige Mann eine Weise erklingen, die gleichermaßen schön wie traurig war. Sie erzählte von der Liebe eines einfachen Mannes zur Tochter eines Landherren. Ihr Vater lehnte die Liebe ab, und so verabredeten sie, bei Mondenschein in einer bestimmten Nacht gemeinsam zu fliehen.
In genau dieser Nacht jedoch wurde das Haus des Landherren von einer Räuberbande überfallen. Sie töteten die Eltern und viele der Hausangestellten, und die Tochter fesselten sie an ihrem Bett. Gefesselt und geknebelt wie sie war, hatte sie keine Möglichkeit, ihren Geliebten zu warnen, und doch wusste sie, dass die Räuber ihn töten würden, wenn er zum Haus kam, um sie zu holen.
So bemühte sie sich mit all ihrer Kraft, die Öllampe zu Fall zu bringen, die neben ihrem Bett stand. Es gelang ihr, und schnell breitete sich das Feuer in ihrem ganzen Zimmer aus. Die junge Frau verbrannte, doch ihr Geliebter sah aus der Ferne das Feuer.

Voller Angst und Schmerz jedoch, ritt er trotz der Gefahr zum Haus des Landherren, und als er die Räuber sah, ließ er seinen Säbel vom Schmerz führen. Doch die Übermacht war zu stark, und so starb der Mann durch die Hand der Räuber.

Noch heute, so ging die Weise weiter, hören Reisende bei Nacht den Reiter der Großen Straße. Mit seinem Pferd reitet er zu dem Ort, an dem einst das Herrenhaus stand, und jede Nacht kommt er zu spät.


Der Fremde ließ sich einen Moment Zeit, nachdem das Lied geendet hatte. Dann erklärte er: "Es ist eine wahre Geschichte. Das Haus des Landherren stand irgendwo hier in der Nähe. Vielleicht sogar dort, wo jetzt die Gaststätte ist."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 26.01.2010, 09:42:19
Eretria überlegte, was sie Milan antworten sollte. Manchmal fragte sie sich, wie es kam, dass der Kämpfer einmal so forsch und fast unbedacht war und ein andernmal dann so ängstlich. Während sie auf das Zelt schaute, versuchte sie zumindest die erste Frage zu beantworten:
"Ja, es hat mir gefallen. Es war grotesk und faszinierend und auch furchteinflößend." Kurz blickte sie zu ihrem Freund. Es war klar, was für sie furchteinflößend war. "Ich finde es im Grunde nicht schlimm, dass es diese Vorführung gibt. Vielleicht könnte es bessere Vorführungen geben und auch bessere Möglichkeiten diesen Wesen das Leben zu erleichtern. Wenn er einen Dämon dabei hat, ist der Zirkusdirektor zumindest sehr leichtsinnig. Was passiert, wenn dieser sich befreien kann? Oder der brennende Mönch ein Haus ansteckt?" Dann lächelte Eretria Milan schelmisch an und wechselte das Thema.
"Ehrlich gesagt, möchte ich darüber aber gar nicht sprechen jetzt. Mich würde viel mehr interessieren, was das Innere des Zeltes bereit hält." Die Priesterin von Mutter Sonne und den zwei Monden schlang die Arme um den jungen Mann. "Es gibt da ein paar Dinge von gestern Nacht, die ich gerne noch etwas vertiefen würde." Die blonde Frau gab Milan einen langen innigen Kuß. "Komm ins Zelt, Milan."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 26.01.2010, 10:20:10
Der Gesang des Mannes war schön, das musste Rin ihm lassen. Nur die Geschichte war etwas gewöhnungsbedürftig. Noch so eine völlig unwahrscheinliche Erzählung, von der behauptet wurde es wäre die reinste Wahrheit. Manchmal fand sie Geschichten wirkten echter, wenn man die Erfindung Erfindung sein liess und sie nicht mit aller Macht wahr machen wollte. Ein wenig genervt davon, jedoch mehr beifällig fixierte sie den Fremden. "Das war ein sehr schönes Lied" gab sie zu "aber so traurig."
Es erinnerte sie an die Geschichte von Jarek und seiner Freundin. Auch hier waren die Liebenden getrennt worden, weil einer von ihnen gestorben war und der andere wollte blutige Rache nehmen...
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 26.01.2010, 10:42:21
Der Fremde nickte und lächelte, als Calfay die Traurigkeit des Liedes ansprach. "Du hast Recht. Jedes Gefühl ist wichtig und verdient es, ausgedrückt zu werden, doch ich hätte nicht gleich zu Beginn etwas so trauriges singen sollen. Wenn ihr noch Lust habt -" dabei blickte er auch zu Mika - "ich kenne noch weitere Lieder. Lustige, romantische, philosophische... ganz wie ihr wollt."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 26.01.2010, 11:19:30
Mika war beeindruckt davon, wie der Mann singen konnte, sie war schließlich auch von seiner Stimme hin und weg gewesen, und dazu kam zu allem Überfluss, dass er auch noch Lieder und Geschichten kannte. Diese Geschichte, dies nimmt sich Mika vor, wird sie sich auch merken, nicht den Liedtext, dazu ging es zu schnell, aber die Handlung sich zu merken, sollte keine Herausforderung sein, außerdem kann sie sich ein paar Stichworte dazu aufschreiben.
"Mir soll es egal sein, was gesungen wird." Sagte Mika dann nach einiger Zeit und gab gleich darauf ehrlich zu. "Das Problem ist eher, dass wir Texte finden müssen, die zu den Lieder passen, die ich kann und ich bin noch nicht so gut. Und ich werde offengestanden nicht mehr ewig lange spielen können, ohne mich irgendwann wiederholen zu müssen." Wieder wurde die junge Bardin unsicher, doch zum Glück war die leicht rote Färbung ihrer Wangen in der Dunnkelheit kaum zu erkenenn, dies redete sich Mika zumindestens ein.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 26.01.2010, 11:38:03
"Ich kann meine Texte und meinen Gesang deinen Liedern anpassen", erklärte der Fremde. "Für mich ist es nicht wichtig, ob die Musik technisch perfekt ist, solange sie das Herz erreicht. Wenn du aus dem Herzen spielst, wird ein Lied niemals gleich klingen, egal, wie oft du es wiederholst."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 26.01.2010, 13:05:27
Milan legte die Arme um Eretrias Hüfte und schmiegte sein Gesicht an ihren Hals, bevor er nur leise, kaum wahrnehmbar, flüsterte, dass es ihm Leid täte, dass er oft soviel Unsinn fabrizierte und dass sich das ändern würde. Irgendwann zumindest.

Dann löste er sich und sah ihr in die Augen: "Dann lass uns mal ein paar tiefsinnige...Gespräche führen." Er lächelte, bevor er den Eingang des Zeltes zurück schlug und sich hinein begab, Eretria mit sich führend.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 26.01.2010, 14:51:03
"Wenn ihr meint." Sagte Mika und war sich mehr als sicher, dass es anders klingen wird, wenn sie total verkrampft spielt, statt locker leicht, wie beim Üben. Davor musste die Bardin wirklich Angst bekommen, denn sie merkte die Aufregung in sich aufsteigen.
Einfach spielen. Nicht nachdenken. Dachte Mika und begann wieder zu spielen und wieder starrte sie wie gebannt auf ihre Finger, die nicht mehr elegant über die Saiten tanzten, sondern mit höchsten Präzision die Saiten an den Instrumentenhals pressten. Mika war hoch konzentriert, weil sie bloß keinen Fehler machen wollte. Während sie vorhin noch Entspannung fand im Spiel, war sie nun vollkommen gestresst.
Zwei oder drei Lieder wollte sie aber noch schaffen. Irgendwie.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 26.01.2010, 15:28:59
Anstatt einzustimmen, unterbrach der Fremde Mika in ihrem Spiel. Sanft legte er die Hand auf ihre Schulter, und schüttelte den Kopf. "Nicht auf diese Weise."
Er stand auf, und verbeugte sich leicht vor den beiden Frauen. "Ich danke euch für eure Zeit, und insbesondere dir" - er sah zu Mika - "für das Geschenk der Musik. Vielleicht können wir dies irgendwann wiederholen, ganz zwanglos."

Damit wandte er sich um, und machte sich auf den Weg zurück zur Gaststätte.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 26.01.2010, 18:01:35
Mika wusste sofort was sie falsch gemacht hatte, als sie unterbrochen wurde. Sie war zu verkrampft, hatte zu sehr nachgedacht und damit alles kaputt gemacht. Es fehlte ihr an Lockerheit und Souveränität oder an einer geeigneten Ablenkung, die dafür sorgt, dass Mika nicht darüber nachdenkt, welche Ansprüchen sie gerecht werden. Am Anfang hatte sie zwar auch all ihre Konzentration auf das Spielen gelegt, aber nur, damit sie es nicht vergaß, dafür aber die Geschichte mit Milan. Am Ende strebte sie nach Perfektion und entfernte sich dabei immer weiter von ihrem Ziel.
Als der Mann ging, konnt Mika nichts sagen, denn es mussten erst ein paar Worte ihren Mund verlassen, bevor sie irgendwas passendes zum Abschied hätte sagen können. So sagte sie kein Wort mehe zu dem Fremden.
Nachdem der Typ etwas Abstand gewonnen hatte und Mika glaubte, dass er sich nicht mehr hören konnte, sagte sie: "Scheiße, Scheiße, Scheiße. Ich bin sowas von doof." Verfluchte sich die Bardin selbst. "Ich wollte es perfekt machen und was ist? Alles mache ich falsch? Ich hätte nicht soviel nachdenken sollen."
Deprimierte hockte Mika dann einige Zeit lang da, bevor sie begann zu spielen und nun wieder mit einer gewissen Lockerheit, weil sie eigentlich an etwas ganz anderes dachte, aber inzwischen war es zu spät.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 26.01.2010, 18:11:26
Nachdem der Mann gegangen war wartete Waldemar noch einen Augenblick bis er außer Sicht war, dann erhob er sich und ging zu den Beiden Damen. "Hallo, Milan hat beschlossen Heute Nacht im Zelt zu schlafen. Ich für meinen Teil werde das auch tun, Was ist mit Euch? Habt ihr ein Zelt?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 27.01.2010, 11:46:12
Mika schaute überrascht auf, als Waldemar sie ansprach. Sie fragte sich, woher der kleine Waldläufer so plötzlich hergekommen war, denn als der Fremde ging, hatte sie den jungen Mann nirgendwo gesehen.
"Ich habe kein Zelt. Aber ist egal. Das Wetter ist gut." Sagte Mika und senkte dann wieder ihren Kopf. Danach begann sie wieder verträumt weiterzuspielen.
Mika spielte aber keine halbe Minute, bevor sie wieder abbrach und ihre Laute wegsteckte. Die ganze Geschichte mit dem Fremden, war es nicht wert, sich zu ärgern, denn wenn sie sich wirklich nochmal begegnen sollten, dann wird sie bis dahin eine bessere Bardin sein.
"Ich denke, ich lege mich auch hin." Sagte Mika, nachdem sie sich erhoben hatte.
Danach wartete sie, ob die anderen beiden sie zurück begleiten würde oder noch hier bleiben wollen - was sich die Bardin kaum vorstellen kann.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 27.01.2010, 13:54:42
Die Gruppe baute nach und nach ihr kleines Lager ein wenig abseits von der Straße und vom Gasthaus auf. Der Abend war mild, und die Träume kamen schnell.



Waldemar sah den mysteriösen Fremden eine ganze Zeit lang schweigend an. Schließlich stand er von dem kleinen Baumstumpf auf, und räusperte sich. "Ich soll euch also vertrauen, ohne dass ihr mir irgendetwas über euch erzählt. Woher weiß ich, dass das keine Falle ist?"

Der Magier lächelte. "Ihr wisst es nicht. Was auch immer ich für einen Beweis zu erbringen versuchte, könnte nur wieder Teil eines größeren Plans sein. Und weil ich weiß, dass ihr weise genug seid, das zu erkennen, spreche ich euer Herz an, nicht euren Kopf."
Er trat einen Schritt näher. Sein dunkles blondes Haar war kurz geschnitten, die Kleidung edel. "Seht in meine Augen. Das ist der Beweis, den ich euch bieten kann."

Fast war er gewillt, dem Magier zu glauben. Hoffnung... er hatte es so lange nicht mehr gefühlt...




Calfay starrte den grauen Fels der Höhle an, in die sie sich zurückgezogen hatte. Sie hatte gewusst, dass es nicht einfach werden würde... aber das hatte sie nicht erwartet. Als wäre die Welt mit einer Krankheit infiziert worden, die nicht den Körper, sondern die Herzen angriff.

Eine Spur aber gab es noch. Ein Mensch, gesucht von den Häschern seiner eigenen Art. Sie würde ihn finden, auch wenn sie dazu ein ganzes Meer überqueren musste...




Zum ersten Mal seit langem schlief Mika ruhig. Es war, als ob sie in der freien Natur endlich die Entspannung finden konnte, die ihr in der Stadt so gefehlt hatte. Auch ihre Träume blieben sanft.

Vor sich erblickte sie das Gesicht von Milan. Wenn er doch nur wüsste, was sie wirklich für ihn empfand... doch sie war froh über das, was sie hatte. Er passte auf sie auf, wie sie es sich niemals zu hoffen gewagt hätte...



Lächelnd sah Eretria zu den Kindern. Es war so ein wichtiger Tag, für sie selbst ebenso wie für die Kinder. So viel würde geschehen, so viel würde sich verändern. Endlich würde alles seinen rechten Platz bekommen.

Es schien ihr, als würde die Wüste das Licht der Sonne heute besonders hell reflektieren. Vielleicht war es auch nur die normale Entwicklung, es war in den letzten Monaten immer heller geworden. Aber für sie passte alles zusammen. Ja, es war, als würde sogar die Natur die kommende Ordnung mit offenen Armen empfangen.

Sie sah sich um. Überall waren geschäftige Diener, doch sie hielten gebührenden Abstand zu ihr. Ein kurzer Stich zog durch ihr Herz. Selbst jetzt, selbst hier, war sie allein. Aber nein, daran wollte sie jetzt nicht denken. Heute war etwas anderes wichtig...




Ein Tropfen fiel zu Boden. Milan sah hinab. Das war es nun also.

Alles würde sich von jetzt an ändern. Jedenfalls hoffte er das. Für sich, für seine Schwester, für alle.

War er glücklich? Nein. Aber befreit.




In dieser Nacht blieb Beldin von weiteren Geistererscheinungen verschont. Doch das machte seine Träume nicht angenehmer. Er war Jarek, das wusste er. Immer wieder durchlebte er einzelne Szenen aus Jareks Leben.

Er fühlte, was Jarek fühlte, spürte, was Jarek spürte. Als ihn die Klinge in den Rücken traf und alles schwarz wurde. Als seine Geliebte starb. Als er den ersten Mord beging. Als der seltsame Magier zu ihm kam, und ihn bat, aufzuhören. Diese Mischung aus Wut, Hoffnung, Sehnsucht und Angst, die ihn beinahe zerrissen hätte. Doch er konnte nicht aufhören, konnte die Welt, wie sie war, nicht akzeptieren.

Vermutlich war es ohnehin nur eine Falle gewesen. Ein hinterlistiger Plan der Blutpriester oder einer der anderen Machtgruppen.

Und dann traf ihn wieder die Klinge in den Rücken, und die Träume fingen von vorne an....
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 27.01.2010, 14:54:27
Milan fuhr aus seinen Träumen auf und versuchte zu ordnen, was das alles zu bedeuten hatte. Der Traum war dem von der Vornacht ähnlich. Lag es an den vergangenen Geschehnissen, dass sich seine Träume änderten? Er dachte an den unsichtbaren Träumer, den sie getötet hatten. Vielleicht war sein Einfluss trotz alledem nicht erloschen. Der junge Mann sah zu Eretria und lächelte. Es war noch sehr früh am Morgen. Er zog sich seine Hose an, nahm sein Rapier und verließ leise das Zelt, um sie nicht aufzuwecken. Seit seiner Abreise aus der Großen Feste hatte er seine Übungen vernachlässigt, was unschön enden konnte, wenn sie auf ihren Feind trafen.

Er entfernte sich einige Meter von dem aufgebauten Lager und musterte im Vorübergehen seine Begleiter, die scheinbar alle noch schliefen. Bei Mika blieb er kurz stehen und murmelte ein leises Tut mir Leid, bevor er eilig weiter ging und mit seiner Übung begann. Er stellte sich auf die Fußballen und kämpfte kurz mit dem Gleichgewicht. Da hatte er es schon, sein Lehrer hätte ihm etwas gehustet, wenn er das gesehen hätte. Schnell fasste er sich wieder und ließ den Rapier durch die Luft fliegen. Schließlich ließ er den Rapier fallen, begab sich in einen Handstand und lief so eine Weile durch die Gegend, bis die Muskeln in seinen Armen leicht zu brennen begannen. Er stieß sich von der Erde ab, landete auf den Füßen, schlug ein Rad und machte schließlich einen Salto in der Luft, bevor er wieder aufkam. Heftig atmend und schwitzend stand er da, fühlte aber, dass er aus der Übung war und sein Körper schmerzte. Er hatte Hunger, aber er war... "Befreit", murmelte er, schüttelte jedoch schnell den Kopf und nahm seinen Rapier wieder auf, um seine Übungen fortzusetzen, bis die Anderen aufstanden.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Beldin Gilvaran am 27.01.2010, 15:14:00
"Ihr wollt euch wohl beim Zirkus bewerben."

Beldin saß ein paar Meter von Milan entfernt auf dem Boden und sah ihm mit beinahe wissenschaftlichem Interesse bei seinen Übungen zu.

"Schade, dass ich nicht mehr kämpfe, sonst hätt ich euch auf eine Runde Fechttraining eingeladen."

Wirklich betrübt schien er allerdings nicht zu sein, der Blick hinunter auf seine eigene Waffe, die er - fest in Stoff eingewickelt -neben sich auf dem Boden liegen hatte, enthielt jedenfalls mehr Abscheu als Lust. Ansonsten allerdings wirkte er erholt, die Spuren der Prügelei, in die er vor zwei Tagen verwickelt gewesen war, waren zwar noch zu sehen, seine Körperhaltung verriet aber, dass die Schmerzen, unter denen er sich gestern noch gekrümmt hatte, weitestgehend verschwunden war.

"Was habt Ihr eigentlich gestern gefühlt, als Ihr diese Kreatur angefasst habt? Ihr schient ja mächtig beeindruckt zu sein? Ihr hattet aber recht, ihm zu misstrauen, an dem ist irgendetwas merkwürdiges. Niemand, der bei klarem Verstand ist, geht einfach so in die Lilliolen und kommt unversehrt wieder heraus."

Er lachte bitter.

"Immerhin hat dieses Mädchen mich neugierig gemacht. Mit der würde ich mich gerne mal unterhalten."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 27.01.2010, 15:51:30
Als Mika erwacht war, blieb sie erstmal regungslos liegen und dachte an die wenigen Brocken zurück, die von ihrem Traum übrig geblieben waren. Dann dachte sie an den Traum vom Vortag und an die Träume davor und stellte mit einem guten Maß an Unwohlsein fest, dass es sich jedesmal um Milan drehte.
Erst das Pferd, dass immer wieder erschienen war, bis es sich so sehr in ihren Kopf festgesetzt hatte, dass sie fast keine andere Möglichkeit mehr hatte, als es und damit gleichzeitig Milan zu retten. Nachdem sie Milan dann kannte, drehte sich in der letzten Nacht wohl auch manches um den jungen Mann. Sie wusste zwar nicht mehr, an den genauen Inhalt des Traumes, dafür umso mehr daran, dass Milan eine wichtige Rolle für sie darin spielte, wie nun auch letzte Nacht.
Als sie merkte, dass die große Aktivität bei der Gruppe von Milan ausging, starrte sie ihn an und fragte sich, was das Ganze sollte: Er ist ja wirklich ganz niedlich, aber er ist noch ein Kind, wenn auch ein sehr Großes. Außerdem würde mich Eretria in der Luft zerreißen, wenn ich ihm zu Nahe kommen würde. Also, was soll das?

Nach ein paar Minuten erhob sich Mika gut ausgeruht aus ihrem Lager und wünschte: "Guten Morgen."
Danach packte sie ihre Sachen zusammen, schaute dabei aber immer und immer wieder zu Milan hinüber. Dabei belasteten sie noch mehr Fragen, als ihr lieb waren, denn abgesehen von ihren Träumen, gab es noch etwas anderes aus dem Weg zu räumen, nämlich ein Grund, warum Milan es verdiente noch weiterhin verdiente als Kind bezeichnet zu werden. Mika, dessen war sie sich ganz sicher, war viel reifer, als der Turner, mit dem sich Beldin gerade unterhielt.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 27.01.2010, 16:35:46
Waldemar erwachte und stellte fest, dass er lange geschlafen hatte und die meisten der Anderen bereits beim Frühstück war. "Guten Morgen" begrüßte er die Anderen. Für ihn als Frühaufsteher war das eine ungewohnte Situation. Aber das machte er durch Routine beim zusammenpacken seines Zeltes wieder wett und so war er schnell bereit wieder aufzubrechen. Während die Gruppe auf Eretria wartete dachte er über seinen Traum nach. Wer war dieser Magier und warum sollte er ihm vertrauen? Woher wusste er überhaupt dass er Magier war, wo er ihm noch nie begegnet war? Gab er ihm den Hinweis wo er das Holz für den Silberfichtenbogen findet, oder wollte der Magier, dass er mit dem Bogen irgendetwas macht? Oder beides? Standen die Träume im Zusammenhang?
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 27.01.2010, 17:13:15
Eretria regte sich unter den beiden Decken, die ihr und Milans Lager in dieser Nacht gebildet hatten. Träge streckte sie die Arme aus und war irritiert, dass sie ihren Geliebten nicht neben sich fand. Wie mit einem kalten Lappen geweckt, schreckte die Priesterin auf. Einen Moment war sie völlig orientierungslos und fühlte sich in ihren traurigen verstörenden Traum versetzt. Erst als sie panisch durch das Zelt blickte, sah sie den Rucksack ihres Liebsten. Sie schüttelte den Kopf.
Die Träume machten ihr mehr Angst als sie dachte. Eher unsicher, begann sie mit ihrem Morgengebet und erst als sie Mutter Sonne in gebührender Art und Weise begrüßt hatte und den Zwei Monden für die sichere Nacht gedankt hatte, zog sie sich an. Sie legte nur ihr Reisegewand an und machte sich dann auf zum Brunnen des Gasthauses, an dem sie sich wusch. Dabei schaute sie sich um und entdeckte Milan, der Schwertübungen machte während Beldin beim ihm stand und auch Mika in der Nähe war. Mechanisch wusch sie ihr Gesicht und versuchte den Traum zu verstehen. Doch das Ganze verschloß sich ihr.
Nachdem sie fertig war mit Waschen ging sie zurück zu dem Zelt. Sie packte ihre Sachen zusammen und kleidete sich für die Reise wieder an. Erst als sie alles beisammen hatte, kam sie wieder aus dem Zelt und ging zu Milan und den anderen:
"Einen guten Morgen ihr alle. Ich hoffe die zwei Monde haben euch eine erholsamme Nacht geschenkt. Wollen wir noch frühstücken in dem Gasthaus bevor wir weiterreisen?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 27.01.2010, 17:31:45
Mika wandte ihren Blick von Milan ab, als Eretria näher kam und fragte, ob sie im Gasthaus essen wollen. Sie fühlte sich in dem Moment ein wenig ertappt, versuchte die Situation zu überspielen, indem sie sagt: "Klingt nach einer guten Idee.
Aber solange Calfay nicht soweit ist, kümmere ich mich mal um mein Pferd."
Fügte die Bardin hinzu, um ein wenig Abstand zwischen Eretria, Milan und sich zu bringen.
Dann zog Mika ab, mit allem Gepäck und kümmerte sich um ihr Pferd. Fütterte es und setzte dann schon mal den Sattel auf, damit sie es nicht nachher machen muss und der Rest der Gruppe warten. Dabei fiel ihr ein, dass der Rest auch vorgehen könnte und sie alle locker einholen würde, aber das war nun auch egal gewesen.

Vor dem Gasthaus, wo Mika dann ihr Pferd wieder festmachte, wartete Mika dann auf den Rest der Gruppe und nahm sich vor, dass sie auf dem Weg mal mit Milan, zu dem sie ständig hinüber schaute, wenn sie nur konnte, reden muss.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 27.01.2010, 17:41:36
Während der Rest der Gruppe allmählich über Frühstück nachdachte, entwickelte Milan auf einmal das Gefühl, am gestrigen Abend etwas vergessen zu haben. Plötzlich fiel es ihm ein: Maruiko!

Er hatte den Silberschild nicht mehr hervorgeholt, und so gleich am ersten Tag sein Versprechen gegenüber dem Geist gebrochen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 27.01.2010, 21:41:03
Milan schrak aus seinen Übungen auf, als Beldin ihn ansprach. In seiner Konzentration hatte er den Elfen gar nicht bemerkt. Er hielt inne und betrachtete seine linke Hand, als Beldin den gestrigen Abend erwähnte. "Nichts, denke ich. Wahrscheinlich nur Einbildung", meinte er beiläufig und lächelte Beldin dann an. "Da wir gemeinsam reisen, könnt Ihr mich aber auch duzen, und es würde mich freuen, dasselbige auch bei Euch zu tun, Beldin. Natürlich nur, wenn es Euch recht ist." Er schien zu überlegen, während er seinen Rapier zum Abschluss der Übung ein wenig durch die Luft kreisen ließ und Mika und Waldemar einen guten Morgen wünschte. "Meint Ihr, die Lilliolen sind wirklich so gefährlich? Ich dachte immer, das wären nur Märchen, die man sich da erzählt. Naja, aber ich bin sicher, dass Ihr mehr darüber wisst als ich."

Als Eretria zu ihnen kam, lächelte Milan wieder und begrüßte sie, allerdings darauf bedacht, ihr mit seinem verschwitzten Körper nicht allzu nahe zu kommen und antwortete ihr: "Auf jeden Fall. Außerdem erzählt es sich bei einem guten Frühstück bestimmt besser, meinst du nicht auch, Beldin?" Bevor der Elf ihm den Kopf abreißen konnte, weil er ihn einfach duzte, ging Milan zu dem Brunnen, an dem sich Eretria gewaschen hatte, und sorgte dafür, dass man ihn auch wieder riechen konnte, ohne davon zu laufen. Schließlich zog er sich wieder komplett an, streifte auch das Kettenhemd über und kümmerte sich um den Abbau des Zeltes, bevor er seine Sachen verstaute. Plötzlich hob er den Kopf. Etwas blinkte ihn an und das schlechte Gewissen überkam ihn sofort. Der Schild! Er hatte Maruiko einfach vergessen. Nicht ganz, er hatte kurzzeitig daran gedacht, ihn im Gastzimmer am Abend raus zunehmen und mit ihm zu reden, aber dann war ja doch alles anders gekommen, weil das Gasthaus voll war und der Zirkus seine Vorstellung begann und danach hatte er ganz andere Dinge im Kopf gehabt. Er räusperte sich kurz und überlegte, was er tun sollte. Maruiko jetzt raus zu nehmen und mit ihm zu sprechen, war wohl eher keine gute Idee, vor allem weil er nicht wusste, ob der Schild dann einfach Ruhe geben würde. Allerdings hatte er es ihm immerhin versprochen und Versprechen hielt man, wenn es irgend möglich war. Na schön. Milan nahm den Schild zur Hand. "Hey, Maruiko, aufwachen, Schlafmütze!" Milan versuchte sich zu erinnern, wie sie den Geist in dem Schild das erste Mal gerufen hatten und machte die Bewegung nach. Er würde es einfach mit Freundlichkeit probieren.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 27.01.2010, 22:06:46
Als Milan den Lilliolen ansprach meldete sich auch Waldemar zu Wort. "Ich stamme aus Immerwald, das nicht weit entfernt liegt. Ich selbst war nur in den Randbereichen, aber schon dort trifft man auf seltsame Geschöpfe. Ich kann nicht mit Sicherheit sagen wieviel von den Geschichten wahr ist, die diejenigen erzählen die tiefer im Wald waren und es geschafft haben wieder herauszukommen, aber ich weiss sicher, dass es nicht wenige gibt, die hineingegangen sind und nicht zurückkehrten und die meisten die wieder herausgekommen sind hinterher andere Personen waren als vorher."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 28.01.2010, 09:34:45
Nachdem Milan den Geist des Silberschildes gerufen hatte, füllte sich der Schild wie schon beim ersten Mal mit Nebel. Aus dem chaotischen Nebelgeflecht kristallisierte sich allmählich das Gesicht Maruikos heraus.

Seine grünen Augen richteten sich auf Milan. Er sah alles andere als erfreut aus. "Das war länger als ein Tag. Hast du mich einfach nur vergessen, oder hast du dein Versprechen in böser Absicht gebrochen?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 28.01.2010, 10:48:45
Milan schüttelte den Kopf. "Nicht mit böser Absicht oder einer anderen Form davon. Ich wollte dich gestern in unserem Gastzimmer rufen, aber leider haben wir kein Zimmer bekommen, und danach haben sich die Ereignisse etwas überschlagen. Von jetzt an werde ich wirklich jeden Tag mit dir sprechen und die anderen auch, wenn sie mögen. Wir werden jetzt frühstücken, bevor wir weiterreisen. Als Entschuldigung kannst du nachher die ganze Zeit mit uns reden, einverstanden?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 28.01.2010, 11:05:26
Maruiko warf Milan einen vorwurfsvollen Blick zu. "Du hast mich also einfach vergessen. Was ist beim nächsten Mal, wenn sich die Ereignisse überschlagen?"
Er legte eine kurze Pause ein, setzte jedoch wieder an, bevor Milan antworten konnte. "Ich mache dir einen Vorschlag. Ab sofort rufst du mich zwei Mal täglich. Wenn du mich dann mal wieder vergisst, bekomme ich wenigstens einmal am Tag die Welt zu sehen."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 28.01.2010, 11:46:24
Milan lächelte. Maruiko war ein harter Verhandlungspartner und irgendwie kam er ihm gar nicht so böse vor. Eigentlich eher wie jemand, der sehr einsam war und Gesellschaft brauchte. "Du bist zäh, aber ich willige ein. Ab jetzt rufe ich dich zweimal am Tag." Milan legte den Schild kurz ab und band sich seinen Rucksack um, bevor er Maruiko aufhob. "Aber jetzt müssen wir erstmal frühstücken und ich glaube, die Leute im Gasthaus haben etwas wie dich noch nie gesehen, deshalb wäre es besser, du ziehst dich wieder zurück. Du hast mein Ehrenwort, dass wir dich nach dem Frühstück wieder rufen werden. Calfay, unsere Schreiberin, wollte sich ohnehin noch sehr gerne mit dir unterhalten und mehr über dich erfahren. Und ich bin sicher, dass auch die Anderen Interesse an dir und deiner Geschichte haben."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 28.01.2010, 11:59:18
Maruiko sah den jungen Mann argwöhnisch an. Schließlich aber seufzte er und sagte: "Also gut. Aber wenn du mich noch einmal vergisst, habe ich keinen Grund mehr, dir weiter zu vertrauen."
Sofort darauf füllte sich der Schild wieder mit Nebel, und der Geist verschwand. Sekunden später war nur noch ein völlig normal aussehender silberner Schild übrig.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 28.01.2010, 13:04:43
"Das werde ich nicht", sagte Milan noch, bevor Maruiko verschwand und wandte sich dann an seine Freunde. "Also, von mir aus können wir frühstücken gehen. Außerdem würde ich gerne mehr über den Lilliolen wissen. Wie meintest du das, dass die Leute, die rein gegangen sind, verändert hinaus gekommen sind, wenn überhaupt, Waldemar?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Beldin Gilvaran am 28.01.2010, 14:00:21
"Ich bin zwar nicht Waldemar, aber ich kann euch die Frage gerne beantworten." warf Beldin ein, Milans Angebot, ihn zu Duzen, einfach ignorierend.

"Ich war in den Lilliolen. Zumindest hat man mich dort gefunden, ich selbst erinnere mich nicht mehr daran. Aber bevor ich in die Lilliolen ging, hatte ich weder magische Begabung noch überhaupt ein Interesse an den arkanen Künsten. Ich war dass, was man bei euch wohl einen stolzen Ritter nennen würde, stark, gesund und stolz."

Schwarz wie Obsidian waren seine Augen auf Milan gerichtet.

"Ein durch und durch hübscher Bursche, genau wie Ihr einer seid, auf den die Frauen gerne ihren Blick warfen. So wie bei Euch."

Er lächelte leicht.

" Ich hatte auch ein sonniges Gemüt, war bei jedermann beliebt, man nannte mich einen kommenden Führer meines Volkes. Und dann bin ich so närrisch gewesen, in die Lilliolen hineinzumarschieren, weil mir die ganze Lobhudelei zu Kopf gestiegen ist."

Beldin breitete die Arme aus.

"Ich würde mal sagen, dass die Veränderung, die mir das eingebracht hat, wohl kaum zu übersehen ist."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 28.01.2010, 16:42:53
Während sie sich unterhielten, betraten die Mitglieder der Gruppe das Gasthaus. Es waren noch nicht viele Gäste hier, lediglich drei Tische waren besetzt. An zwei der Tische saßen Kaufleute, die sie auch schon gestern im Gasthaus gesehen hatten. An dem dritten Tisch saß der rothaarige Mann, mit dem sich Mika am gestrigen Abend unterhalten hatte. Er las in einem Buch, während er eine Mahlzeit aus Brot und Käse zu sich nahm, und schien die Neuankömmlinge nicht zu bemerken.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 28.01.2010, 17:16:59
Nachdem Mika mit den anderen das Gasthaus betreten hatte und den Typen von gestern Abend entdeckte, rückten manche Sachen erstmal in den Hintergrund.
Im Vordergrund stand erstmal, einen Platz suchen und zwar einen, wo sie den Fremden sehen kann und von wo aus sich unter Umständen Scihtkontakt herstellenließ. Deshalb war Mika recht forsch bei der Auswahl und sucht sich den besten Platz, um sich dort zu setzen, ehe irgendwer anders protestieren oder sich woanders hinsetzen konnte.
Kurz hatte sie mit dem Gedanken gespielt, an ihm vorbeizugehen und einen Guten Morgen zu wünschen, aber das traute sie sich nicht.
Als Mika saß, schaute Mika zu ihren Gefährten und wirkte ganz unschuldig, bis sie kurz Milan ins Gesicht sah und plötzlich nicht mehr wußte, wo ihr der Kopf stand.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 28.01.2010, 17:49:26
Waldemar setzte sich zu Mika an den Tisch und blickte zur Tafel, wo gestern abend die Speisen standen, um zu sehen, ob auch für das Frühstück dort Speisen angeschrieben waren.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 28.01.2010, 20:41:15
Milan sah noch lange Beldins Augen vor sich, auch als sie sich längst abgewandt hatten, um das Gasthaus zu betreten. "Wenn dem so ist, dann will ich diesen Wald nicht mal aus einigen Meilen Entfernung sehen", murmelte er vor sich hin, fasste sich aber schnell wieder. "Herrlich, dass wir den Morgen schon wieder mit solchen Geschichten beginnen müssen", meinte er lauter und ließ sich schwerfälliger als sonst auf einen Stuhl fallen. Sein Magen knurrte, doch der Appetit war ihm gründlich vergangen. Seine Hand kribbelte ein wenig, als er den Rucksack abstellte und den Blick durch den Raum gleiten ließ.

"Du sagst, du kommst aus Immerwald und warst an den Randgebieten des Waldes? Was meintest du mit seltsame Geschöpfe, Waldemar? So etwas, wie das, was uns gestern abend präsentiert wurde?" Milan sah zu Beldin. "Was lauert da drin, wenn es selbst einen Elfen so verändern kann?" Diese letzte Frage war eher ins Nichts gerichtet, weil er die Antwort darauf nicht wissen wollte und weil sie vermutlich auch niemand kannte. "Ach, lassen wir das. Ich hab Hunger." Dann grinste er die Mädchen an und nickte zu dem Mann hinüber. "Na, Mika, ist das ein Mann nach deinem Geschmack?"

'Was für eine lächerliche Frage, angesichts dessen, was Beldin und Waldemar gerade erzählt haben. Aber dann könnte die Geschichte des Zirkusmenschen wahr sein. Dann habe ich wirklich jemanden berührt, der einen Dämon in sich trägt, und dann sind vielleicht auch all diese Gedanken wahr.' Es war deutlich zu sehen, dass Milan trotz seiner Frage an Mika und seines Grinsens mit seinen Gedanken weit fort war. Automatisch aber griff er nach Eretrias Hand und die dunklen Gedanken hellten sich merklich auf.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 28.01.2010, 21:01:21
"So was wie wir gestern gesehen haben habe ich dort nicht gesehen, aber es gibt durchaus Tiere, oder besser Wesen die eigentlich schon keine Tiere mehr sind, die entweder aus den Tiefen des Waldes kommen, oder vielleicht auch nur zu tief in den Wald geraten sind und sich dort verändert haben. Einmal habe ich etwas gesehen, das wie eine Mischung aus einer Eule und einem Bären aussah und konnte mich gerade noch davon machen. Andere berichten von Einhörnern. Recht häufig habe ich Wesen gesehen, die wie Hyänen aussahen denen man die Haut vom Gesicht gezogen hat. Die meisten dieser Viecher, stören das zusammenleben der Menschen nud Elfen mit der Natur und so gibt es viele die sie Jagen. Auch ich jage lieber solche Vicher um das Gleichgewicht zwischen Natur und Menschen und Elfen zu wahren, als dass ich harmlose Waldtiere zum bloßen Verzehr jage."
Während Waldemar spricht ist zu spüren, dass er diese von Magie beeinflussten Wesen für Abnormitäten hält und die meisten seiner Meinung nach entweder tief in den Wald vertrieben oder direkt ausgerottet werden sollten. Einzig bei den Einhörnern klingt er nicht so negativ seine Abneigung geht wohl nicht so weit, dass er nicht mehr in der Lage ist zwischen ihnen zu differenzieren aber er hält ganz klar die Mehrheit von ihnen für gefährlich.
Dann spricht er wieder unbeschwert weiter: "Aber in den Randbereichen ist der Wald größtenteils harmlos, die Tiere die dort leben sind keine Gefahr, wenn man weiss wie man ihnen zu begegnen hat und was von weiter im Wald an den Rand kommt wird von den Jägern unter Kontrolle gehalten."
Kurz überlegte Waldemar noch eine Bemerkung an Mika zu richten, über das Thema Männer wollte aber so früh am Morgen dieses Thema nicht anheizen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 28.01.2010, 21:14:27
"Nein." Log Mika und sagte doch die Wahrheit, denn die weiblichen Züge waren nicht das anziehende an dem Fremden - Gestern war sie noch deftig darüber hinweggezogen -, im Gegensatz zu seiner Stimme, mit denen er Worte an die Bardin gerichtet hatte, die dieser runter wie Öl gegangen waren.
Das Milan nur mit mäßigem Interesse gefragt hatte, war Mika nicht aufgefallen, denn sie schenkte mit einem Mal sehr verdächtig viel Aufmerksamkeit der Einrichtung des Schankraumes.
Verdächtigerweise berührten ihre Blicke dabei immer wieder den rothaarigen Leser - mit dem sie sich Blickkontakt erhoffte -, als auch Milan, denn beide Männer strahlten eine gewisse Faszination auf die Bardin aus. Der eine hatte sie mit Worten berührt, mit einer Stimme, bei der einer Frau ganz anders werden kann, der andere trat dermaßen oft in ihren Träumen auf, dass es kein Zufall mehr sein konnte.
Die Diskussion, die sonst am Tisch lief, nahm sie nur am Rande zur Kenntnis, obwohl sie wohl zuhören sollte, weil sich daraus bestimmt Geschichten basteln ließen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 28.01.2010, 22:16:57
Da Mika anscheinend keine große Lust verspürte, über den Mann zu sprechen und ihn scheinbar nicht sonderlich anziehend fand, was Milan irgendwie nachvollziehen konnte, musste er sich eher wieder dem unangenehmeren Thema zu wenden, auch wenn dieses ihn weit mehr interessierte. "Meinst du, dass da etwas in dem Wald haust, dass diese Tiere so verunstaltet? Vielleicht gehören sie ja auch einfach zu dieser Welt dazu. Es ist doch so, dass das Gute auch immer das Böse bedingt, denke ich. Warst du denn oft dort im Wald? Und Beldin, bist du je dorthin zurück gekehrt, um zu erfahren, was damals mit dir passiert ist? Hat es dich nie interessiert?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Beldin Gilvaran am 29.01.2010, 01:17:43
Beldin schüttelte leicht den Kopf.

"Ich war lange krank. Meister Gerom hat mich damals bei sich aufgenommen und als er und seine Familie nach Himmelstor aufgebrochen ist, hat er mir angeboten, mich mitzunehmen. Ich bin nie wieder zu Hause gewesen seit jenem Tag."

Er verstummte, offenbar nicht weiter bereit, über dieses Thema zu reden. dann, als fiele ihm nachträglich noch etwas ein, sprach er weiter.

"Ihr solltet übrigens nicht ganz so schnell mit Etiketten wie Gut oder Böse bei der Hand sein. Die alte Kay sagte mir, dass man - wer auch immer dieser 'man' war -  mich vor jenem Ereignis zu jemandem habe machen wollen, der ich niemals gewesen sei. Was immer mir damals widerfahren ist, hat mich anscheinend meiner wahren Bestimmung zurückgeführt. Ob zum Guten oder Schlechten, wird sich zeigen, immerhin hat es mich an einen Brennpunkt der Ereignisse geführt, an dem scheinbar das Schicksal von Thaikaris auf dem Spiel steht."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 29.01.2010, 06:45:53
"In den Randbereichen war ich öfter. Es mag sein, dass auch die Seltsamkeiten in diese Welt gehören, aber sie stören das Gleichgewicht, wenn sie an den Rand kommen. Deshalb werden sie dort gejagt. Auch dabei habe ich geholfen. Was sich im inneren verbirgt kann ich nicht sagen, und es hat auch sonst niemand Botschaft nach Außen getragen. Wer von dort zurückkehrt ist entweder nicht in der Lage oder nicht Willens davon zu berichten."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 29.01.2010, 07:55:22
Eretria folgte den anderen eher still in den Schankraum. Die Priesterin war viel zu sehr in Gedanken versunken, um das eigentlich seltsame Verhalten der Bardin zu bemerken. Möglicherweise war dies auch ganz gut für Mika, denn die impulsive Frau würde möglicherweise ziemlich gereizt reagieren. So bekam sie nur am Rande mit, dass Milan scheinbar das Gesprächsthema über den Geschmack von Mika hinsichtlich von Männern wieder aufnahm. Ihr Blick rüber zu dem gestriegelten Mann war nur kurz.
"Mich würde eher interessieren, wie er heißt. Weil nach seinem Erscheinen gestern im SAchankraum, scheint es mir, dass er recht bekannt ist. Kennt jemand von euch den Mann?" Kurz blickte die Frau ihre Freunde an, um dann auf das Gespräch über den großen Wald einzusteigen. Sie wandte sich dabei an Waldemar.
"Dann kommen wir beide ja aus dem selben Ort, Waldemar. Auch ich bin in Immerwald groß geworden." Einen Augenblick schien sich die Frau in Erinnerungen zu verlieren. "Ich selber habe mich nie in den großen Wald getraut. Die Geschichten, die man Kindern und Jugendlichen erzählt, wirkten auf mich immer abschreckend genug. Und wenn man euch beiden zuhört, scheinen mir die Geschichten zu stimmen."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 29.01.2010, 09:03:43
"Mein Vater war bei den Jägern, die die Randbereiche kontollieren, von ihm habe ich viel gelernt, von dem was ich über die Natur weiss. Und ich war mit ihm auch die ersten Male im Wald. später als ich genug wusste bin ich auch allein in den Randbereichen gewesen, aber tief hinein habe ich mich nie getraut. Neben meiner Ausbildung als Bogenmacher habe ich auch gelegentlich den Jägern geholfen. Die Geschichten aus den Randbereichen kann ich bestätigen, auch wenn sie oft übertrieben werden damit sich die Kinder vom Wald fernhalten und gar nicht erst in Gefahr laufen sich zu verirren und zu tief hineinzugeraten. Aber selbst den erfahrenen Jägern ist das innere des Waldes unbekannt."
Dann wechselte auch Waldemar das Thema.
"Ich kenne den Mann nicht, ich habe ihn gestern Abend zum ersten mal gesehen." er drehte sich zu Mika "Vielleicht kannst Du ihn ja mit einem Lied anlocken, Du wolltest doch ohnehin unsere Meinung zu deinem Spiel, oder sind Dir immer noch zu viele Leute hier?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 29.01.2010, 09:42:01
Während sich die Gruppe unterhielt, blickte der Fremde kurz von seinem Buch auf, und bemerkte Mikas Blick. Er schenkte ihr ein kurzes Lächeln und nickte ihr zu, dann wandte er sich wieder seinem Buch zu.

Auf der Tafel, auf der die Speisen standen, waren noch immer die gleichen Gerichte aufgeführt wie am Abend zuvor. Eine der Bedienungen kam zu dem Tisch, und fragte in die Runde: "Einmal Frühstück für alle?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 29.01.2010, 10:24:01
Eretria lächelte über den kurzen Blickkontakt. Da schau her. Wann hat sie denn mit dem gesprochen? Wähhrend sie diesem Gedanken nachhing, kam die Bedienung an den Tisch. "Ich denke schon. Aber vielleicht solltest du Milan hier noch einmal ausdrücklich fragen."
Der Ton war leicht neckisch, weil sich Eretria nur zu gut an Milans Widerspruch vom letzten Abend erinnerte. Dass sie dabei ihren Freund liebevoll anlächelte, machte offensichtlich, dass es ein gutmütiger kleiner Scherz war.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 29.01.2010, 11:04:27
Als der Fremde zu Mika hinüber geschaut hatte, sprang der Bardin das Herz in den Hals und sie spürte es ganz deutlich schlagen. Davon wollte sie sich aber nichts anmerken lassen, weshalb sie allen Mut zusammennahm, den Blickkontakt hielt und lächelte. Kurz darauf war der schöne Moment jedoch schon vorbei gewesen.
"´n Morgen." Wünschte Mika der Bedienung und widersprach Eretria in keiner Weise, denn sie wollte wirklich nur ein Frühstück und nicht mehr - zumindest in Bezug auf Essen.
Dann erst wendete sich die Bardin Eretria zu, die nach dem Rothaarigen gefragt hatte, und sagte, unter Einbeziehung der Wortmeldung von Waldemar, leise: "Ich kenne ihn nicht, aber als ich gestern Abend etwas spielte, weil mir das hilft mich zu beruhigen, die junge Frau sah dabei niemand an, aber wohl jedem am Tisch war klar, was sie aufgebracht hatte, setzte er sich zu mir und hörte zu. Ebenso auch Calfay. Wir haben nicht viel gesprochen." Obwohl es überhaupt nicht verlangt war, fügte Mika hinzu: "Er hat einen tolle Stimme und kann wirklich toll singen."
Einige peinliche Sekunden später, in denen Mika etwas an Farbe gewonnen hatte, reifte im Kopf der Bardin eine Erkenntnis: "Aber woher weißt du eigentlich davon? Nur Calfay war dabei." Fragte Mika dann Waldemar und wirkte mit einem Mal nicht mehr ganz so unsicher, weil die Verwunderung zu viel Aufmerksamkeit auf sich zog.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 29.01.2010, 13:15:28
"Als ich gestern Abend zu Euch kam, habe ich gesehen wie er in richtung Gasthaus ging und auch einige Takte deiner Musik gehört. Er hatte sich also zu Dir gesetzt, hat er irgendwas erzählt?"
Es war nicht gelogen was Waldemar da erzählte aber er musste ihr ja nicht auf die Nase binden, dass er ein wenig gelauscht hatte. Auch wenn es gar nicht gegen sie gerichtet war, sondern vielmehr mit dem Hintergedanken, dass es leichter ist etwas über ihn zu erfahren, wenn er es nur mit der Bardin zu tun hat, als wenn die halbe Gruppe um ihn herumsteht.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 29.01.2010, 13:32:36
"Nein, nicht wirklich. Wir haben nur wenige Worte gewechselt und die drehten sich fast nur um Musik." Antwortete Mika auf die Frage von Waldemar mit gedämpfter Stimme, weil sie nicht wollte, dass der Fremde mitbekam, dass über ihn gesprochen wurde.
Weil die Bardin nicht mehr auf die Antwort auf ihre Frage eingegangen war, konnte Waldemar inzwischen davon ausgehen, dass sie zufrieden war, mit dem, was sie zu hören bekommen hatte.
Mika schaute inzwischen wieder zu dem Fremden, wandte dann ihren Blick wieder ab und wiederholte dies immer und immer wieder in gewissen Abständen, sofern ihre Aufmerksamkeit nicht anderweitig gefesselt wurde. Mika wollte die Zeit nutzen, welche sie hatte, um den Mann genaustens in Augenschein zu nehmen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 29.01.2010, 16:03:24
Milan war während der Gespräche ruhig geworden und starrte gedankenverloren auf die Tischplatte. Als die Bedienung kam, nickte er nur zustimmend, und wandte sich dann zu dem fremden Mann. Anscheinend kannten ihn alle mehr oder weniger vom Sehen oder sogar etwas persönlicher. Nur hatte er das mal wieder irgendwie verpasst.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 29.01.2010, 16:15:12
Die Schankmaid verabschiedete sich kurz, und ging dann zur Küche, um die Bestellung der Gäste aufzugeben.

In der Zwischenzeit beendete der rothaarige Mann sein Frühstück, und legte sein Buch zur Seite. Dann rief er die Bedienung zu sich und sprach kurz mit ihr.

"Ich werde heute nach Himmelstor weiter reisen. Ich wäre euch sehr dankbar, wenn ihr mir noch Proviant für die Reise zusammenstellen würdet."

Die Bedienung sicherte ihm gleich "das Beste aus unserer Küche" zu, und verschwand daraufhin wieder hinter der Theke.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 29.01.2010, 23:24:34
Eigentlich war es vollkommen klar gewesen, aber ein klein wenig hatte Mika doch gehofft, dass der Fremde genau in der anderen Richtung unterwegs sein würde. Aber solche Hoffnungen neigten dazu unerfüllt zu bleiben.
Einen Moment später fiel von Mika die Anspannung ab, die sich breit gemacht hatte, als der Rothaarige sein Buch senkte und seine Stimme erhob. Mit der Anspannung schwand auch eine ganze Menge Interesse, was aber nicht hieß, dass Mika nicht immer mal wieder rüberschielte und den Mann, den sie schätzungsweise nie wieder sehen wird, beobachtete. Irgendwie musste sie sich unterhalten, denn hier und jetzt war in ihren Augen der falsche Zeitpunkt, um sich Milan zur Brust zu nehmen und daran würde sich sobald nichts ändern, denn es gab der Bardin zu viele Zuschauer.

Sollte der Mann sie nochmal eines Blickes würdigen und es Mika bemerken, würde sie wieder lächeln. Auch wenn sie zwischendurch sich auch fragte, ob das eine so gute Idee war, denn vielleicht bläst sie damit nur das Ego des Mannes auf und er denkt sich, dass sie ein kleines Mädchen war, dass sich leicht beeindrucken ließ, wie wohl zu viele junge Frauen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 30.01.2010, 10:51:16
Als der Mann von seinem Platz aufstand, trafen sich noch einmal seine Blicke mit denen Mikas, und er erwiderte ihre Lächeln. Dann wandte er sich ab und verschwand über die Treppe im oberen Stockwerk.

Einen Moment später brachte die Bedienung das Frühstück: Brot, Käse, Wurst und Starkbier für jeden, sowie eine Karaffe Wasser, die sie in die Mitte des Tisches stellte. "Fünf Kupfer pro Person, bitte", erklärte sie.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Beldin Gilvaran am 30.01.2010, 11:44:35
"Mein Bier könnt ihr gleich wieder mitnehmen, ich brauch meinen Kopf heute noch. Die andern ..."

Heißhungrig machte Beldin sich über das Frühstück her, ohne seinen Gedankengang weiterzuverfolgen, immerhin hatte er seit fast zwei Tagen nichts mehr gegessen. Auch um die Wurst machte er allerdings einen großen Bogen, der Käse schien es ihm dafür besonders angetan zu haben. Für einen Moment schien er sich wieder in seine eigene Welt zurückgezogen zu haben, allerdings wirkte er entspannter, die Last der letzten beiden Tage schien von ihm abgefallen zu sein.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 30.01.2010, 15:07:35
Milan kramte kurz in seinem Geldbeutel, stellte mit großem Bedauern fest, dass sich sein Gold ganz langsam, aber doch allmählich dem Ende näherte, und gab der Bedienung die fünf Kupfermünzen, bevor er sich dem Essen zuwandte. Sein Magen begann laut zu grummeln. Er hechtete sein Starkbier hinunter, obwohl es nicht in seiner Art lag, am frühen Morgen Bier zu trinken, und goss sich gleich Wasser in seinen Krug, bevor er mit Essen begann. Darüber vergaß er vollkommen, was in seiner Umgebung vorging. Erst als er gesättigt war, blickte er wieder auf.

"Bevor ich es vergesse: Ich weiß nicht, ob ihr es vorhin mitbekommen habt, aber Maruiko war ein bißchen erzürnt darüber, dass wir ihn gestern nicht gerufen haben und jetzt müssen wir ihn zweimal am Tag rufen. Ich habe ihm versprochen, dass er, wenn wir los wandern, genügend Zeit haben wird, sich mit uns zu unterhalten. Und er hat sich sogar sehr friedlich gezeigt. Mag ja sein, dass er jemandem dient, der keine guten Absichten hegt, aber ich mag ihn irgendwie."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 30.01.2010, 15:31:19
Waledmar bezahlte seine 5 Kunpfermünzen und fing an zu essen. Als Milan den Schild ansprach, meinte er trocken: "Ich würde ihm trotzdem nicht weiter Trauen, als ich ihn werfen kann." nach einer kurzen Überlegung fügte er hinzu "Wahrscheinlich nicht mal so weit."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 30.01.2010, 17:29:58
Missmutig schaute Mika dem rothaarigen Edelmann hinterher, aber sie konnte wenig machen, denn sollten sich ihre Wege nochmal kreuzen, dann lag dies allein in den Händen des Schicksals oder der Götter, auf jeden Fall aber nicht in denen der jungen Bardin, die den Mann durchaus interessant fand, auch wenn er sehr auffällig einer Frau ähnelt.
Doch lange konnte sie sich nicht mit dem Gedanken aufhalten, denn nach der Wortäußerung von Milan saß sie gleich wie auf Hummeln und der Grund dafür war die Bedienung, der sie sechs Kupfermünzen reichte.

Erst wenn alle gezahlt haben und die Bedienung weg ist, würde Mika etwas sagen: "Hättet ihr nicht ein wenig runterhandeln können?" Fragte Mika ohne jeden Vorwurf Milan, der sie zur Verzweiflung bringen konnte und sie sehr schnell vergessen hat lassen, dass der Fremde gerade eben wohl für immer aus ihrem Leben gegangen war. "Hättet ihr nicht sagen können, dass wir ihn in den nächsten drei Tagen zweimal rufen, als Entschuldigung dafür, dass wir ihn vergessen haben? Denn wenn wir ihn nicht ständig zweimal rufen müssen, dann wird es deutlich öfter vorkommen, dass wir ihn vergessen und dann wird er wieder verhandeln wollen und irgendwann müssen wir ihn dann so oft rufen, dass wir gar nicht mehr wissen, was wir mit ihm anstellen sollen, wenn wir ihn rufen.
Ich finde ihn zwar interessant und würde ihm auch mal ein paar Fragen stellen, aber irgendwann, wahrscheinlich früher, als später, wird mein Interesse erlöschen und dann wird er nur noch nerven.

Und weil Mika gerade dabei war: "Übrigens würde ich nachher gern nochmal mit euch sprechen."
Das kann doch nicht wahr sein, meine Träume müssen spinnen. Milan ist ein Idiot. Auf eine niedliche Art und Weise, aber er ist ein Idiot. Sowas kann sich doch keiner antun wollen. Ich muss spinnen. Dachte die junge Bardin und schaute dabei nachdenklich den jungen Mann, um den sich ihre Gedanken drehten, an.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 30.01.2010, 18:24:55
Milan sah Mika vollkommen unschuldig an, bevor er lächelte. "So wie ich ihn aufgefasst habe, ist es nicht so schlimm, sollten wir ihn nur einmal am Tag rufen. Er meinte, wenn ich ihn richtig zitiere: 'Wenn du mich dann vergisst, bekomme ich die Welt wenigstens einmal am Tag zu sehen.' Nur noch mal komplett sollten wir ihn wohl besser nicht vergessen, denn dann wird er wohl gar nicht mehr verschwinden." Dann machte er große Augen, die sich aber alsbald wieder verfinsterten. "Ich weiß zwar nicht, was es zu besprechen gibt, aber gut." Selbstverständlich wusste er, worauf sie hinaus wollte, er hatte nur keine Lust darauf.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 30.01.2010, 20:45:18
Eretria ließ sich das Frühstück schmecken und zahlte das Essen gerne, denn sie war der Ansicht, dass es gar nicht schlecht war, was sie hier zu essen bekam. Das Verhalten von Mika kam der jungen Frau etwas merkwürdig vor. Ihr passte überhaupt nicht, wie die Frau glaubte mit Milan reden zu müssen. Während der Worte über den Schild und dessen Vorlieben war sie sehr aufmerksam und fast schien es so, als wolle sie auch etwas zu der Bardin sagen, hielt sich dann aber zurück. Offensichtlich hatte sie sich vorgenommen, dem jungen Schwertkämpfer nicht immer gluckenhaft zur Seite zu stehen. So beschränkte sich ihr Beistand darauf, dass sie den Mann den sie liebte über den Unterarm strich und ihn so unterstützte.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 31.01.2010, 01:10:23
Richtig, du hast nichts getan, vor allem nichts, dass eine Entschuldigung angebracht erscheinen lässt. Idiot. Dachte Mika, nachdem Milan behauptet hatte, dass es nichts zu besprechen gab.
Diese Gedanken deutete Mika nicht mal, sie warf dem jungen Mann nicht mal einen finsteren Blick zu, sondern konzentrierte sich lieber auf das Frühstück. Sie isst davon soviel sie kann und sollte noch etwas übrig bleiben, dann würde sie sich den Rest als Wegzehrung zubereiten, denn es wäre zu schade, um es wegzuwerfen.

Aber auch wenn sie Mika die Reste als Essen mitnehmen wollte, ließ sie sich später auch noch etwas frisches zu Essen einpacken, damit sie wirklich genügend Essen für die Reise hat. Auf Trockenrationen hat sie wenig Lust, auch wenn sie zur Sicherheit welche eingepackt hatte.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Beldin Gilvaran am 31.01.2010, 16:53:39
"Besser, Ihr traut dem Schild nicht mal soweit, wie ICH ihn werfen kann." warf Beldin mit vollen Backen kauen auf Waldemars diesbezügliche Bemerkung ein. Ansonsten schien er sich im Moment nicht mit diesem Thema belasten zu wollen, sondern wandte seine ganze Aufmerksamkeit dem Essen zu. Dass er nicht ganz aus der Wirklichkeit verschwunden war, konnte man aber an der hochgezogenen Augenbraue bemerken, die ihm Mikas Ankündigung entlockte, mit Milan reden zu wollen.

"Ich möchte gleich noch zu den Zirkuswagen hinuntergehen, diese kleine Mädchen aus den Lilliolen interessiert mich. Wie siehts aus, Milan, wenn Ihr wollt, dann kommt doch mit, vielleicht kann das ja eure Neugierde stillen helfen? Vielleicht können wir bei der Gelegenheit ja auch gleich noch etwas über diesen Besessenen erfahren."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 31.01.2010, 16:58:02
Milan dachte über Maruiko nach. Wenn die anderen sagten, er solle dem Schild lieber nicht allzu sehr vertrauen, würde er sich daran halten. Er würde ihm zumindest nichts weiter über ihre Aufgabe erzählen oder ihre Ziele. Er nickte Waldemar und Beldin zu. Als Beldin allerdings den Zirkuswagen erwähnte, kribbelte Milans Hand so stark, dass er Angst hatte, die Bilder des letzten Abends würden zurück kehren. "Ich weiß nicht, ob ich das unbedingt will. Noch mehr über den Besessenen erfahren, meine ich. Aber ich kann dich gerne begleiten, Beldin. Kommt ihr auch mit?" fragte er die Anderen, wobei er nur Eretria ansah. Und dann, wie aus dem Nichts: "Aber vorher hole ich mir noch eine kleine Wegration, wem soll ich was mitbringen?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 31.01.2010, 18:41:12
"Ich denke ich werde schon mitkommen. Wenn es um den Großen Wald geht bin ich immer interessiert." An Milan gewand fügte er hinzu: "wenn Dir unwohl dabei ist kannst Du die Zeit auch nutzen um mit Mauriko zu reden."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 31.01.2010, 19:24:36
Energisch schüttelte der junge Mann den Kopf auf Waldemars Einwurf. Dann lächelte er verlegen. "Besser nicht. Ich könnte wahrscheinlich wieder etwas Dummes sagen. Außerdem glaube ich nicht, dass Maruiko nur immer zu mit mir reden will. Ich komme mit zum Lager der Zirkusleute und wenn wir dann wieder los ziehen, dann rufe ich Maruiko."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Beldin Gilvaran am 31.01.2010, 21:40:56
"Gut, dann komme ich mit, gegen etwas Wegzehrung hätte ich nichts einzuwenden, ich hab immer noch Hunger."

Gemeinsam erledigten sie ihre Besorgungen, dann wandten sie sich dem Zeltplatz zu. Beldin schnappte sich den erstbesten Arbeiter, den er dort vorfand.

"Guter Mann,..." irgendwie schien es Beldin einigermassen schwerzufallen, diese Worte über die Lippen zu bringen, "könnt Ihr uns vielleicht sagen, wo wir Meister Hjugar finden können?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 01.02.2010, 00:26:30
Die erste Person, die Beldin vorfand, war eine der kleinen, verhüllten Gestalten vom Vorabend. Als der Elf ihn ansprach, zog die Gestalt ihre Kapuze zurück. Darunter verbarg sich ein Gnom, keine vierzig Jahre alt, mit hellem blondem Haar. Der Gnom lächelte ihn freundlich an.
"Hjugar liegt noch in seinem Zelt. Die Geister des Landes haben letzte Nacht sehr intensiv mit ihm gesprochen. Insbesondere die Geister des Weines, der hier wächst."

Der Gnom zwinkerte Beldin zu, und deutete dann auf eines der Zelte. Als die Gruppe sich dem Zelt näherte, bemerkten sie, wie alle Umstehenden aus dem Zirkus sie beobachteten. Die Frau ohne Knochen war dort, und ihre Hand wanderte sofort zu einem Degen, den sie an der Seite trug. Das Wolfsmädchen, das nun ein einfaches, helles Kleid trug, sah ebenso zu ihnen herüber wie der brennende Mönch. Der Rest der Truppe war vermutlich noch in den Zelten und Wagen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 01.02.2010, 10:55:58
Milan sah sich unruhig um, während sie zu Hjugars Zelt gingen. Es schien nicht so, als würden die Zirkusleute es begrüßen, dass sie hier auftauchten. Vermutlich hatten sie schon zu oft erlebt, dass man sie vertreiben oder schlimmeres mit ihnen machen wollte. Er lächelte zu Frau ohne Knochen hinüber. "Guten Morgen." Dann folgte er weiter Beldin, behielt aber die seltsamen Menschen im Auge, von denen das Wolfsmädchen am wenigstens bedrohlich wirkte. Plötzlich war er unsicher, ob er nicht doch lieber hätte mit Mika reden sollen. Doch diese Unsicherheit entschwand sofort wieder, wenn er sich vorstellte, wie sie ihn zur Schnecke machen würde. Er musste sich wirklich ein paar Worte zurecht legen, vor allem aber musste er ruhig bleiben. Er durfte sich nicht aufregen, sonst würde er irgendetwas sagen, was er nachher noch bereute. Ein wenig mutlos ließ er die Schultern hängen und hoffte, dass dieses Gespräch nicht allzu schnell kommen würde.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 01.02.2010, 11:28:05
Auf Milans Gruß hin nickte die Frau nur, behielt die Gruppe aber argwöhnisch im Auge. Kurz bevor Beldin und die anderen an Hjugars Zelt angekommen waren, wurde die Plane am Eingang zurückgeschoben, und eine junge Frau kam heraus. Sie trug teure, aber reisefeste Kleidung, die zu ihrem langen, rotblonden Haar passte. Letzteres war noch durcheinander, einige Strähnen hingen ihr ins Gesicht.

Als sie die Gruppe bemerkte, lächelte die junge Frau verlegen, und beeilte sich dann, zum Gasthaus zurück zu kehren.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 01.02.2010, 12:53:57
Waldemar behielt die Zirkusleute im Auge, verhielt sich aber in keinster Weise aggresiv. Jetzt am Morgen wirkten die Zirkusleute weitgehend normal. Wenn es kein Vorspielen falscher Tatsachen war so hatten sie die Groteskheiten gestern zumindest schlimmer dargestellt als sie waren, und heute Morgen das genaue Gegenteil davon getan.
Immerhin war es wahrscheinlich dass Hjugar jetzt allein im Zelt war.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Beldin Gilvaran am 01.02.2010, 14:15:22
Umstandslos steckte Beldin den Kopf durch den Zelteingang und hielt im Halbdunkel des Innenraums nach dem Zirkusdirektor Ausschau. "Meister Hjugar, seid Ihr wach?" fragte er leise.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 01.02.2010, 14:27:19
Das Zelt bestand nur aus einem einzigen Raum ohne weitere Unterteilungen. Der gesamte Boden war ausgelegt mit Fellen, hier und da lagen noch Weinflaschen und -schläuche. Beldin musste sich einen Moment orientieren, um inmitten des Chaos die wenigen Spuren menschlicher Haut zu entdecken - und realisierte einen Moment später, dass es sich um zu viele Gliedmaßen für nur eine Person handelte.

Ein kurzer, weiblicher Aufschrei bestätigte seine Wahrnehmung, gefolgt von einem zweiten Schrei etwas weiter rechts. Eine junge Frau hatte sich erschrocken aufgerichtet und hielt sich mit einem der Felle bedeckt, während eine andere sich offenbar unter den Fellen zu verstecken versuchte. Erst kurz darauf hörte man eine brummelnde, männliche Stimme: "Wasssn? Schätzchen? Seid ihr noch da?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 01.02.2010, 15:19:01
Eretria nickte als sie Milan fragte, ob sie mitkäme. Nachdem sie sich noch etwas Proviant besorgt hatte, lief sie leise und eher unauffällig neben ihrem Freund her. Das Verhalten ihrer kleinen Gemeinschaft verstand sie nicht wirklich. Es war ihr nicht klar, warum sie mit dem Zirkusdirektor noch sprechen wollten.
Als sie die Frau aus dem Zelt des Mannes kommen sah, wurde sie ebenfalls rot. Sie musste mit Schrecken daran denken, dass bei dem Verhalten ihrer Frende, die möglicherweise auch einmal in ihr Zelt schauen würden, während sie mit Milan dort noch lag.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 01.02.2010, 16:39:13
Ohne es wissen zu können, stellte sich Mika die gleiche Frage wie Eretria: Was wollen sie dort? Noch mehr Ärger machen? Aus diesem Grund hielt sich die Begeisterung nochmal zu den Zirkusleuten zurückzukehren sehr in Grenzen, obwohl sie sich unter anderen Umständen sofort dazugesellen würde.
Nachdem sich Mika ihr Essen abgeholt und bezahlt hatte, folgte sie der Gruppe nach Draußen und ließ es an großer Begeisterung auch weiterhin mangeln. Ihr Interesse viel ganz unter null, als eine junge Frau aus dem Zelt kam und wenig später noch ein weiblicher Schrei ertönte, denn dies machte den Anführer dieser Gruppe ihr unsympathisch, auch wenn sich die Bardin am Abend davor sehr gern das Brusthaar des Mannes angeschaut hätte.
Statt sich weiter zu langweilen oder gar anwidern zu lassen, ging Mika dann zu der Frau ohne Knochen, die mit sehr großer Sicherheit genauso viele Knochen im Körper hat, wie jeder andere Mensch auch, und sagte zu ihr, wobei sie die anderen Beobachter mit einschloss: "Morgen." Allein an die Frau gewandt, fragt: "Kommt ihr viel herum? Kennt ihr ganz Thaikaris? Mika, die ihre Fragen wirklich aus Interesse nun zeigt, lächelt nun auch wieder. "Mich interessiert es sehr, weil Unterhaltung auch mein Geschäft ist. Ich bin Lautenspielerin, aber ich habe Gestern erstmlas Himmelstor verlassen und somit noch nicht viel von der Welt gesehen. Macht es Spaß zu reisen? Macht es Spass hier zu arbeiten?" Zeigt Mika eine ganze Menge Neugier.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 01.02.2010, 16:47:01
Die Frau nickte Mika kurz zu, behielt dabei aber das Zelt des Zirkus-Direktors im Auge. "Wir reisen durch ganz Thaikaris", antwortete sie knapp. "Manchmal macht es Spaß, manchmal... weniger."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 01.02.2010, 18:56:11
Um ganz deutlich zu machen, dass sie kein Ablenkungsmanöver war, trat Mika etwas zur Seite, nachdem sie den Blick der Frau zum Zelt Hjugar bemerkt hatte, damit sich die Frau nicht verbiegen musste, um etwas sehen zu können.
"Bitte entschuldigt meine Neugier. Aber darf ich euch fragen, was euch weniger gefällt? Was schön sein kann am Umherzureisen und Aufzutreten, das kann ich mir problemlos ausmalen. Ich habe aber noch keine richtige Vorstellungskraft, was sonst alles passieren kann und wäre gern etwas vorbereitet. Deshalb frage ich euch, denn ihr scheint mir erfahren zu sein in solchen Dingen." Sagte und fragte Mika danach, in der Hoffnung ein wenig mehr als zwei kurze Sätze aus der Frau herauszubekommen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 01.02.2010, 19:55:19
Als Mika die Sicht auf das Zelt freigab, entspannte sich die Frau ein wenig - hielt aber die Hand an ihrer Waffe und blickte immer wieder zu dem Zelt.

"Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass die Leute nicht unbedingt immer positiv auf uns reagieren. Sie starren uns gerne an... aber nach der Vorstellung sollen wir dann bitte auch schnell weiter ziehen. Es ist nicht immer so, aber oft. Und wenn wir nicht schnell genug weiterziehen, kommt es auch schon mal zu... unangenehmeren Begegnungen."

Sie zuckte die Schultern. "Ich selbst habe eher selten Probleme. Aber manche aus unserer Runde mussten auch schon um ihr Leben fürchten."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 01.02.2010, 21:51:52
"Ich weiß nicht, ob es euch beruhigt: Sie wollen nur ein wenig mehr über Tiara erfahren, wenn ich es richtig mitbekommen habe. Sie interessieren sich glaube dafür, weil sie gern mehr über die Lilliolen wissen wollen, zumindest haben sie darüber die ganze Zeit beim Frühstück gesprochen. Sie sprachen über die Wesen, die es dort geben soll und über Leute, die sich hinein wagten und es tatsächlich geschafft haben, wieder herauszukommen. Der Elf muss mal eine längere Zeit dort gewesen sein und der Kleine muss in den Randgebieten unterwegs gewesen sein." Verriet Mika der sehr gelenkigen Frau, in der Hoffnung, ihr damit die Bedenken zu nehmen. "Außer ein paar Antworten auf ein paar harmlose Fragen wollen sie nichts." Mika sprach ihre Worte mit viel Überzeugung, auch wenn sie einen kleinen Moment an der Richtigkeit ihrer Worte zweifelte.
"Auf jeden Fall werden wir hier niemand versuchen zu verjagen." Versichterte Mika noch, wie auch: "Und es tut mir leid für euch, dass ihr sowas ertragen müsst, dabei geht es euch doch nur darum ehrlich euer Geld zu verdienen und euren Unterhalt zu meistern, wie jeder andere auch."
Die Nachwuchsbardin machte sich derweil weniger Sorgen um sich selbst, denn wenn die gelenkige Frau kaum Ärger bekommen hatte, dann wird das einer Bardin kaum anders ergehen, solange sie ehrlich bleib. Denn es war sicherlich die Abnormalität mancher Mitglieder des Zirkuses, die für Unmut sorgte.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 01.02.2010, 22:36:28
Milan verfolgte kurz verblüfft die Frau, die aus Hjugars Zelt kam und hörte leise die Worte des Mannes. 'Was geht da drin vor sich? Scheint ja nicht gerade so, als habe Hjugar die Nacht allein verbracht. Ob die Frauen wohl Recht hatten, als sie Hjugar gestern als attraktiv bewertet haben? Hm, mir ist er eher suspekt.' Er grinste Eretria an und wartete dann darauf, dass Beldin etwas tat oder Hjugar aus dem Zelt kam.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Beldin Gilvaran am 01.02.2010, 23:49:52
"Nicht schlecht, Hjugar, gar nicht schlecht." meinte der Elf nun in normaler Lautstärke. "Hier drin riechts, als wär ein Weinfass zu Bruch gegangen, und Ihr seid noch in der Lage euch daran zu erinnern, dass ihr mehr als ein Schätzchen mit in Euer Lager genommen habt. Ihr müsst ziemlich hart im Nehmen sein."

Es lag kein bißchen Bewunderung in Beldins Stimme.

"Ich bin Beldin Gilvaran, einer der Gäste eurer Vorstellung von gestern abend. Eigentlich möchte ich nur höflich um Eure Erlaubnis bitten, mit dem kleinen Mädchen reden zu dürfen. Ihr könnt also ruhig weiter liegen bleiben, ansonsten benötige ich nichts von Euch."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 02.02.2010, 16:20:01
"Ihr seid also eine Bardin?" fragte die Frau Mika. Sie sah sie abschätzend an, und nickte dann. "Ich bin Vaika."

Sie blickte sich in dem Lager um, und sprach dann mit leiser Stimme weiter. "Jeder Einzelne hier hat aufgrund seiner Andersartigkeit Dinge erlebt, die ihn oder sie aus dem sanften Schoß der Gesellschaft vertrieben haben. In dem Zirkus haben wir eine neue Heimat, die uns Schutz bietet und alles, was wir zum Überleben brauchen. Wir können mit den Leuten da draußen in Kontakt bleiben, ohne zu ihnen zu gehören."

Sie zuckte die Schultern, blickte dabei noch einmal zu Hjugars Zelt hinüber. "Hjugar hat das alles hier aufgebaut. Im Laufe der Jahre haben wir gelernt, wie wir am besten durchkommen. Hier und da flunkern wir ein wenig, um den Leuten das Gefühl zu geben, dass sie sich außerhalb der Vorstellung besser von uns fern halten. Deshalb dürfte das Gespräch mit Tiara nicht ganz so interessant für eure Freunde sein, wie sie es vielleicht hoffen."

Vaika sah Mika mit ernstem Blick an. "Das alles bleibt natürlich unter uns Schaustellern und Künstlern."

Es war keine Frage, und Vaikas Blick zeigte, dass Mika kein angenehmes Schicksal erwartete, wenn sie Vaikas Vertrauen mißbrauchen sollte.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 02.02.2010, 16:26:36
Als Beldin Tiara erwähnte, richtete sich Hjugar sofort auf. Obwohl er noch dunkle Ränder unter den Augen hatte und alles andere als wach wirkte, stand er - nackt wie er war - auf und suchte seine Kleidung zusammen. Beldin konnte nicht verhindern, die Muskelpakete Hjugars zu sehen - der Mann musste zu den stärksten Männern auf ganz Thaikaris zählen, so muskelbepackt war jeder Zentimeter seines Körpers.

Als Hjugar sich eine Hose angezogen und ein Hemd übergeworfen hatte, stieg er aus dem Zelt und wandte sich noch einmal den beiden Frauen zu: "Tut mir leid, Schätzchen. Ich muss mich um meine Leute kümmern."

Draußen vor dem Zelt musterte Hjugar die kleine Gruppe. Er rang sich zur Begrüßung ein Lächeln ab, aber ihm war anzumerken, dass er die Gäste nicht ganz einordnen konnte. "Also, was wollt ihr von Tiara?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 02.02.2010, 16:59:37
"Niemals." Entgegnete Mika und wirkte im ersten Moment doch ziemlich verunsichert. Sie brauchte ein paar Anläufe, dann füghte sie aber mit großer Überzeugung hinzu: "D...d...das ist fast so schlimm wie Mord." Mika war noch nicht lange in der Unterhaltungsbranche tätig, war aber kein dummes Mädchen und verstand sehrwohl, was es bedeuten würde, was es für Folgen es hätte, wenn jemand die Geheimnisse von Künstlern verrät, denn es würde bedeuten, dass er mit seiner Glaubwürdigkeit seinen Unterhalt verlieren würde.
"Bei dem Großen da, wäre ich vorsichtig. Dem, der Gestern die Echtheit des Besessenen angezweifelt hat. Dem ist sowas egal. Zumindest noch. Ich hoffe aber, dass ich nachher mit ihm sprechen kann und er dann mal darüber nachdenkt, was er Gestern anzustellen gedachte." Verwies Mika etwas erregt auf Milan, dem sie wirklich noch den Kopf waschen wollte. "Als wenn er nicht auch mal von einem zugedrücktem Auge profitiert hätte. Aber sagt deshalb bitte nichts."
Zu ihrem Leidwesen musste Mika in dem Moment feststellen, wie sehr sie die Sache noch aufregte und dass sich nachher ganz vorsichtig sein muss.
"Ich heiße übrigens Mika." Sagte die junge Frau, die nachdem Milan zur Sprache gekommen war, nach einem neuen Thema gesucht hatte und dabei berkt hatte, dass sie sich nicht vorgestellt hat.
Kurz nickte sich nach ihrer Vorstellung auch den übrigen Schaustellern in der Nähe zu, in der Hoffnung, dass sie ihren Namen auch gehört hatten und sich nicht weiter vorstellen musste. Dabei wirkte die Bardin wieder halberwegs ruhig.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 02.02.2010, 17:21:06
Als Mika die Aktion von Milan erwähnte, lächelte Vaika. "Ach das", sagte sie leise kichernd. Sie beugte sich ein wenig zu Mika, und erklärte mit einem Grinsen: "Das gehört zum Programm. Es gibt immer jemanden, der Beweise will. Hjugar sucht sich die Kandidaten vorher raus und führt sie regelrecht dahin, Widerspruch einzulegen. Und wenn er dann beweist, dass alles stimmt, glaubt ihm das Publikum anschließend alles."

Mit einem Blick zum Gasthaus ergänzte sie noch: "Gestern gab es noch zwei andere. Hätte euer Freund sich nicht gemeldet, hätte einer von den beiden was gesagt. Sie sind Teil des Programms, ohne es selbst zu wissen."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 02.02.2010, 18:42:14
"Das mag sein. Aber dennoch finde ich es nicht in Ordnung." Sagte Mika, die leider ein Stück weit eingestehen musste, dass es von der Warte der Zirkusleute aus gesehen wirklich gut war, wenn sich ein Idiot fand, der ihnen glaubt. "Mich stört es inzwischen auch deutlich weniger, dass er diesen Aufstand gemacht hat. Was ich schlimm finde ist, dass er es euch nicht zugesteht, dass vielleicht nicht alles perfekt war und die Geschichte übertrieben ist. Aber er selbst, wird mit Sicherheit darauf hoffen, dass jemand Verständnis für ihn hat, wenn bei ihm nicht alles perfekt läuft. Ein jeder hofft sein ganzes Leben lang, dass mancher Fehler verziehen wird und ich finde es unerhört, dass er keinen Fehler meint vergeben zu können.
Und er macht viele Fehler."
Ein wenig trautig wirkte die Bardin in dem Moment. "Was alles noch viel schlimmer macht. Er will kein Narr sein und macht sich dabei zum größten Idioten. Eigentlich muss er einem leid tun. Aber es fällt mir schwer, wenn er seine Unzufriedenheit über seine Unfähigkeit auf andere überträgt und in meinen Augen tut er dies. Mir schien es Gestern, als würde er sich profilieren wollen, indem er euch fertig macht und als Lügner darstellt."
Nach einigen Sekunden fiel Mika auf, womit sie die Frau belastete und schämte sich dafür: "Tut mir leid, dass ich euch das erzähle. Es belastet mich nur gerade sehr und ich musste es irgendwie loswerden. Entschuldigung. Ansonstzen habt ihr wohl recht, solche Leute braucht wohl das Land und vor allem jeder, der unglaubliche Geschichten erzählt."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 02.02.2010, 19:20:14
Einen Moment sah Vaika ihr Gegenüber überrascht an, dann lächelte sie sanft. "Seid ihr verwandt oder verliebt? Eigentlich muss es eins von beidem sein, wenn ihr euch so über ihn aufregt."
Ohne eine Antwort abzuwarten, hob die junge Frau die Hand - und strich sanft über Mikas Wange. "Ihr könnt die Leute nicht ändern. Natürlich ist es nicht in Ordnung. Aber es wird immer Leute geben, die euch ablehnen, euch etwas nicht gönnen, oder euch ganz schlicht Böses wollen. Wichtig ist, dass man lernt, damit umzugehen. Mich interessieren die Leute nicht mehr, nur noch das Geld, das sie springen lassen."

Sie blickte zu dem Wolfsmädchen, dass sich auf den Kutschbock eines Wagens gesetzt hatte und leise ein Lied pfiff. "Wir haben so einige unglaubliche Geschichten zu erzählen, die der Wahrheit entsprechen. Aber wenn wir diese Geschichten genau so erzählen würden, würden uns die Leute aus Angst noch eher verjagen, oder sie würden nicht so viel Geld springen lassen, weil die Geschichten nicht spektakulär genug sind."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Beldin Gilvaran am 02.02.2010, 19:21:38
"Wie gesagt, ich möchte nur mit ihr reden, und ihr vielleicht ein paar Fragen stellen. Obwohl das natürlich vor allem davon abhängt, ob sie wirklich aus den Lilliolen stammt. Oder habt Ihr euch das nur ausgedacht?" Bei den letzten Worten beobachtete Beldin genau die Reaktion Hjugars.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 02.02.2010, 19:23:25
Als Beldin fragte, ob Hjugar sich die Geschichte nur ausgedacht hatte, verfinsterte sich die Miene des Hünen. "Haltet ihr mich etwa für einen Lügner?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 03.02.2010, 11:24:50
"Nein, tun wir nicht", antwortete Milan an Beldins Stelle, wobei seine linke Hand unmerklich zur Faust wurde. "Wir wollen wirklich nur mit Tiara sprechen, weil wir uns für die Lilliolen interessieren. Allerdings ist mein elfischer Freund hier wohl noch skeptischer als ich." Milan lächelte leicht, obwohl ihm nun, da er Hjugar wieder vor sich sah, überhaupt nicht danach war. Warum hatte er Beldin eigentlich begleitet?
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 03.02.2010, 13:45:56
"Er kennt den großen Wald, und auch ich kenne dessen Randgebiete. Mich interessiert, was ihr dort Wiederfahren ist, und ich vermute Beldin möchte mehr über sie erfahren um..." An dieser Stelle brach Waldemar ab. Schließlich wusste er nicht wieviel Beldin von sich erzählen wollte und jedes weitere Wort hätte mehr über ihn verraten, als Waldemar ohne Beldins Zustimmung erzählen wollte.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 03.02.2010, 14:00:25
Mit einem kurzen Blick zu dem Wolfsmädchen zuckte Hjugar mit den Schultern. "Sie erinnert sich nicht an ihre Zeit im Großen Wald. Sie war noch ein kleines Kind, als ich sie gefunden habe. Ich fürchte, sie wird euch eure Fragen nicht beantworten können."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 03.02.2010, 16:52:23
"Weder noch." Sagte Mika ganz schnell und sichtlich aufgeregt, nachdem sie gefragt worden war, ob sie mit Milan verwandt oder in ihn verliebt ist.
Als sie dann aber die Hand von Vaika an ihrer Wange spürte, beruhigt sie sich schnell. Die Worte danach taten ihr übriges, vor allem weil sie in gewisser Weise niederschmettern waren, denn manchmal wünschte sich ein Mensch, dass jemand kam und einen zurechtbiegte. Mika gehörte seit einigen Monaten zu diesen Menschen, die diesen Traum hegten.
"Das Problem ist. Ich kann ihn nicht einfach ignorieren, wenn mir nicht gefällt was er macht. Wir haben einen Auftrag angenommen und sind deshalb für die nächsten Wochen aneinander gebunden. Wir alle sechs." Meinte die Bardin nach einigen Sekunden und nutzte widerum nach ein paar Momenten des Schweigens die Chance, etwas anderes von der Seele zu reden: "Ich träume von ihm. Ich kenne ihn erst zwei Tage und träume von ihm. Davor träumte ich ständig von einem Pferd, dass ich fand, einem Gauner abkaufte und sich als das Tier herausstellte, dass er geborgt hatte und ihm gestohlen wurde." Mika sprach in die letzten Sätze leise aus und machte den Eindruck, dass ihr nicht sehr wohl bei der ganzen Sache ist. "Es ist seltsam. Als würde es eine Bestimmung geben, die mir die Träume versuchen zu verklickern."
Die übrigen Worte der "Frau ohne Knochen" ließ Mika unkommentiert, hatte sie aber aufgezogen wie ein Schwamm.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 04.02.2010, 11:34:44
Milan blickte sofort zu Beldin, denn auch er konnte sich ja nicht daran erinnern, was in den Lilliolen mit ihm passiert war. "Könnt Ihr uns dann etwas über Tiara erzählen, Hjugar? Wann habt Ihr sie gefunden und in welchem Zustand war sie? Ich meine, abgesehen von dem, was man nun sehen kann." Milan wusste nicht genau, wie er es ausdrücken sollte, ohne das Mädchen zu beleidigen. "Wie weit seid Ihr eigentlich in diesen Wald vorgedrungen? Wenn ich meine Freunde bisher richtig verstanden habe, ist es dort sehr gefährlich und kaum einer ist dort wieder heraus gekommen. Zumindest nicht unverändert."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 04.02.2010, 12:35:49
Eretria verfolgte das Gespräch, welches ihre Freunde mit dem Zirkusdirektor führten mit Interesse, auch wenn sie nicht verstand, was diese Fragerei mit der Verfolgung des 'Mädchens' zu tun haben sollte. Sie verstand zwar, dass es interessabt war, zu erfahren, was den Zirkusdirektor bewegt hatte in den großen Wald zu gehen, aber helfen würde ihnen dies nicht.
Daher schaute sich die Priesterin von Mutter Sonne und den zwei Monden, während sie den Fragen ihres Freundes lauschte ein wenig um und bemerkte auch, dass Mika mit einer der Artistinnen sprach, erkannte sie dabei. Es war wahrscheinlich Mikas Glück, dass die resolute Priesterin dabei nicht mitbekam über wen oder was dort gesprochen wurde.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 08.02.2010, 14:28:38
Vaika hörte Mika aufmerksam zu, und blickte dann zu einem der Zelte. "Ich mag auch nicht jeden, mit dem ich hier unterwegs bin. Sogar Hjugar... am Anfang hat er mich wahnsinnig gemacht mit seinem Beschützerinstinkt. Irgendwann habe ich mit Ka'zeel - dem brennenden Mönch - darüber gesprochen. Er hat mir eine Frage gestellt, die mich lange beschäftigt hat: Wenn ich nicht ich selbst wäre, und ich würde Vaika dabei beobachten, wie sie auf Hjugar reagiert - was würde ich über Vaika denken, weshalb sie so reagiert?"

Nun sah sie wieder Mika in die Augen. "Was würdet ihr von eurer Geschichte halten, wenn jemand anders sie erzählen würde? Was würdet ihr von euch selbst halten? Dabei ist es im Grunde egal, ob diese Träume nun aus euch selbst kommen, oder von einem höheren Geist geschickt werden. Wichtig ist nur, wie ihr damit umgehen wollt. Findet heraus, ob die Träume hilfreich sind, ob sie euch etwas wichtiges sagen. Dann wisst ihr, wie ihr mit den Träumen umgehen solltet."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 08.02.2010, 14:57:18
"Ich war nur in den Randgebieten", erklärte Hjugar. "Nicht so weit, wie die Jäger in den Wald eindringen."

Mit einem Blick zu dem Wolfsmädchen erklärte er: "Tiara war schwer verwundet, und halb verhungert, als ich sie gefunden habe. Sie lag mehrere Wochen im Fieber, bis sie zu sich kam. Den Wunden nach zu schließen, waren es allerdings keine Tiere, die sie so zugerichtet haben. Wölfe und Bären benutzen keine Waffen."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 08.02.2010, 23:17:13
Mika musste einige Zeit über die Worte von Vaika nachdenken, denn der jungen Bardin fiel es nicht leicht, dem Ganzem auf Anhieb zu folgen. Nach einigen Sekunden des Schweigens sagte dann Mika: "Ich werde versuchen diese Fragen für mich zu antworten. Das wird mir sicherlich helfen. Vielen Dank." Bei diesen Worten lächelte sie ihre Gesprächspartnerin freundlich an.
Dann schaute sie hinüber zu den anderen Mitgliedern, der Schar von Untotenjägern, und fragte sich, wie lange sie noch brauchen werden mit ihren Fragen.
Nach einigen Sekunden des vor sich hinstarrens, hatte Mika dann plötzlich wieder eine Frage, die sie sofort stellte: "Ich weiß, dass jetzt sich er komisch klingt und wenn ihr die Frage nicht beantworten wollt, dann verstehe ich das, aber: Kann eine untote Person einfach getötet werden, wie jeder Mensch? Irgendwie kann ich mir das nicht vorstellen. Ich finde diese Vorstellung seltsam, wie es überhaupt seltsam ist, einen Geist bei sich zu haben, wie ihr. Kann man sich mit der Geisterfrau eigentlich unterhalten?" Mika erhofft sich mit ihrer Frage vielleicht etwas Wissen zu sammeln, dass praktisch wäre, im Kampf gegen das seltsame Wesen, dass sie jagen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 09.02.2010, 02:33:16
Einen Augenblick starrte Vaika die junge Bardin perplex an, dann hielt sie sich plötzlich die Hand vor den Mund - in dem Versuch, nicht los zu prusten. "Anchelica... sagen wir einfach, sie ist ebenso sehr ein Geist, wie ich keine Knochen habe."
Die junge Frau zwinkerte Mika zu, und schüttelte dann den Kopf. "Ich denke, wenn etwas tot ist, dann ist es auch tot. Jedenfalls ist das meine Erfahrung."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 09.02.2010, 14:14:09
"Meine bisherigen Erfahrungen, sagen das auch. Aber möglicherweise mache ich bald andere Erfahrungen. Diesbezüglich habe ich eine sehr konkrete Eingabe bekommen." Sagte Mika, weil sie irgendiwe erklären wollte, warum sie gefragt hat, beließ es aber bei dieser Andeutung. "Deshalb war ich kurz davor zu glauben, dass zumindest Anchelica echt ist und gehofft, dass ihr deshalb etwas wisst. Aber ist egal. Ich werde auf jeden Fall für mich behalten, wieviele Knochen ihr habt und alles andere auch." Bestätigte Mika nochmal ihren Willen, nichts zu verraten, was niemanden etwas angeht, vor allem keine potenziellen Zuschauer.
Danach trat dann eine Stille ein, die Mika gern füllen wollte, aber nicht genau wußte, wie sie es im Moment tun sollte. Sie schaute dabei stumm wieder zu ihren Gefährten.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 09.02.2010, 23:08:20
Milans Augenbrauen näherten sich seinem Haaransatz. "Das heißt, dass es Menschen gewesen sein könnten oder doch zumindest Geschöpfe, die in der Lage sind, Waffen zu verwenden?" Unsicher sah Milan zu Waldemar, ob der Waldläufer eventuell davon gehört haben könnte. Leider ließ sich so natürlich nicht klären, ob Tiara schon zuvor so geboren worden war, wie sie nun aussah, oder ob der Wald sie verändert hatte. Was war, wenn das Mädchen, dass sie suchten, auch in dem Großen Wald gewesen war? Sicher, ihr Verhalten war etwas anderes als die Veränderungen bei Beldin oder Tiara, aber es wäre doch denkbar. Diese Idee aber behielt Milan bei sich. Irgendwie hatte er ein ungutes Gefühl dabei, Beldin, Tiara und dieses Mädchen, das sie verfolgten, in eine Reihe zu stellen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 11.02.2010, 09:07:09
"Nun nach dem was wir gestern erlebt haben ist es durchaus möglich, dass ihr etwas Vergleichbares geschehen ist." Antwortete Waldemar "Wobei ich vermuten würde, dass die Art der Beeinflussung anderer Natur ist. Sie scheint sich besser unter Kontrolle zu haben, dafür sieht es so aus, als ob der Zustand permanent ist" Beim letzten Teil blickte Waldemar zu Hjugar um zu sehen ob er seine Vermutung bestätigt.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 11.02.2010, 22:54:32
Etwas irritiert blickte Hjugar von Waldemar zu Milan und dann wieder zu Waldemar. "Ich habe keine Ahnung, was ihr da erzählt. Tiara ist ein liebes Mädchen, und das war sie schon immer, das ist alles, was ich sagen kann. Wer etwas anderes behauptet, bekommt es mit mir zu tun... und mit allen anderen hier im Zirkus."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 11.02.2010, 22:58:06
Vaika schenkte Mika ein Lächeln, dann deutete sie auf eines der Zelte. "Ich baue mal mein Zelt ab und packe meine Sachen zusammen. Wir wollen heute noch zum Händlerlager, bevor wir morgen den Weg nach Münzbaum antreten."

Auch auf dem Weg zu ihrem Zelt blickte die junge Frau immer wieder zu Hjugar und der Gruppe, die ihn umringte. Es war offensichtlich, dass sie sofort einschreiten würde, wenn jemand etwas Dummes versuchen sollte.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 11.02.2010, 23:58:33
"Vielen Dank, Vaika. War schön dich kennenzulernen." Sagte Mika zum Abschied und lächelte fröhlich. "Vielleicht sehen wir uns mal wieder. Es würde mich freuen. Ich wünsche euch viel Glück auf euren Wegen."
Mika war es ganz recht, dass das Gespräch nun endete. Zwar war sich sich sicher, dass sie sich mit der gelenkigen Turnerin bestens verstehen würde und noch lange unterhalten könnte, doch die Befürchtung, dass eine längere Unterhaltung ein plötzliches Ende bedeuten könnte, sorgte dafür, dass sich Mika bei dem Gedanken etwas Neues zu beginnen unwohl gefühlt hat.

Nun stieß die Bardin wieder zur Gruppe und wandte sich leise an Eretria und Calfay, die stumm hinter den Herren standen und wohl auf das Ende der Unterhaltung warteten: "Wie weit sind sie denn? Geht es bald los?" Fragte Mika im Flüsternton die beiden Frauen, in der Hoffnung nicht zu gesagt zu bekommen, dass sie doch noch ein Gespräch hätte beginnen können.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 12.02.2010, 16:12:34
Milan hob sofort beschwichtigend die Hände. "Ich glaube nicht, dass Waldemar das so gemeint hat. Tiara erscheint mir auch in keiner Weise irgendwie bösartig, ganz im Gegenteil. Aber um noch einmal auf meine Frage zurück zu kommen. Ihr sagtet, dass Tiara nicht von einem Tier angefallen wurde. Könnten es dann auch Menschen gewesen sein oder doch zumindest jemand, der mit Waffen umgehen kann? Habt Ihr womöglich so jemanden im Großen Wald gesehen?" Er schwieg kurz, bevor er fortsetzte: "Wisst Ihr, wir haben in den letzten Tagen Dinge gesehen, die gelinde gesagt merkwürdig sind. Und auch wenn die Vermutung weit hergeholt sein mag, aber es könnte - nach allem, was wir so über den Großen Wald wissen - sein, dass er doch etwas damit zu tun hat, dass er vielleicht Geschöpfe hervor bringt, die gefährlicher sind, als alles, was wir kennen. Damit meine ich nicht Tiara, sondern das, was womöglich tief im Inneren des Waldes haust. Es wäre einfach hilfreich etwas mehr darüber zu wissen, auch wenn Ihr nicht sehr weit in den Wald vorgedrungen sein mögt. Vielleicht ist Euch dennoch etwas aufgefallen...oder jemand."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 13.02.2010, 09:46:05
Hjugar hob die Schultern hoch, und schüttelte dabei den Kopf. "Viel weiß ich nicht vom Lilliolen. Es würde mich aber nicht überraschen, wenn es dort gefährliche Geschöpfe gibt. Was Tiara angeht, ich gehe ehrlich gesagt davon aus, dass es Menschen oder andere Humanoide waren. Die Leute haben oft ein Problem, wenn sie etwas nicht kennen."

Nun blickte er Milan direkt in die Augen. "Deshalb kann ich euch auch nur raten, vorsichtig zu sein, wenn ihr etwas bewertet, nur weil es merkwürdig ist. Nicht alles, was außergewöhnlich ist, ist schlecht."

Dabei blickte er wieder zu Tiara. Sein Blick und seine ganze Körpersprache zeigten, dass er das Mädchen wie seine eigene Tochter betrachtete.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 13.02.2010, 12:06:09
Milan sah entschlossen zurück, als Hjugar ihn ansah. "Wäre ja auch fatal, wenn doch, oder? Bei der Fülle an außergewöhnlichen Geschöpfen und Dingen, die diese Welt beheimaten mag." Er folgte Hjugars Blick zu Tiara. Vielleicht war das Mädchen aufgrund seiner Erscheinung vertrieben worden und musste sich in den Wald flüchten, dann hätte dieser mit ihrem Zustand rein gar nichts zu tun. Er schloss kurz die Augen und wandte sich wieder an seine Kameraden: "Also, falls ihr keine Fragen mehr habt, denke ich, sollten wir aufbrechen." Er betrachtete noch einmal Hjugar und meinte dann: "Vielen Dank für die Hilfe und viel Glück für Euren weiteren Weg." Damit wandte sich Milan um und ging zum Weg zurück, wo er seinen Rucksack abnahm, bereit, Maruiko gleich hinaus zu holen und mit dem Geist in dem Schild zu sprechen. Hjugars Blick konnte er dabei allerdings nicht vergessen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 13.02.2010, 21:16:25
"Wir sind fertig." erklärte Rin überflüssigerweise. Nicht dass die Unterhaltung mit den Zirkusleuten sie nicht interessiert hätte, doch sie fühlte sich schon den ganzen Tag etwas abwesend. Vielleicht lag es an dem Traum den sie nachts gehabt hatte. Solche deprimierenden Sachen träumte sie sonst nie. Erst seit sie diesen neuen Job angenommen hatte. Verdächtig, sehr verdächtig. An diesem Abend würde sie versuchen an etwas Gutes zu denken, vielleicht hörte es dann auf.
"Wie war denn die Unterhaltung mit der "Frau ohne Knochen"?" fragte sie Mika, in einem Versuch damit anzufangen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 13.02.2010, 21:58:27
"Entschuldigt mich bitte kurz. Wenn es los geht, sollte ich mein Pferd holen. Ihr könnt gern schon loslaufen, ich erzähle es euch gleich," sagte Mika zu Calfay und fügte mit einem Zwinkern hinzu, "ich denke, ich hole euch ein."
Nach diesen Worten eilte Mika los, auf direktem Weg zum Gasthaus, vor dem sie ihr Pferd vor dem Frühstück festgebunden hat. Schnell band sie sich los und machte sich bereit ihren Gefährten auf dem Rücken des Tieres zu folgen. Doch sie stieg nicht sofort auf, sondern schaute nochmal kurz, ob sie vielleicht ihren abendlichen Zuhörer nochmal sehen konnte.

Sollte der Fremde, wie Mika erwartet, nicht mehr zu sehen sein, würde sich Mika gleich auf die Verfolgung ihrer Gefährten machen, um dann sich mit Calfay zu unterhalten, nachdem es sich angeboten hatte, die langweilige Reisezeit mit einem Gespräch zu versüßen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 13.02.2010, 23:43:18
Tatsächlich konnte Mika den rothaarigen Fremden nicht mehr entdecken, lediglich einige Händler, die sich auf die Fortsetzung ihrer Reise vorbereiteten.

Der Rest der Gruppe verabschiedete sich ebenfalls von den Zirkusleuten. Sie bauten ihr Lager ab und bereiteten sich auf die Abreise vor, während Milan eine möglichst handliche Art und Weise suchte, den Silberschild zu halten, ohne ihn gleich überzustreifen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Beldin Gilvaran am 13.02.2010, 23:58:40
Beldin hatte nur mit halbem Ohr auf die Worte Hjugars gehört. Seine beleidigte Reaktion hätte ihn fast auflachen lassen, wusste doch jeder, das Schausteller Berufslügner sind, mehr noch als normale Menschen. Aber Hjugar interessierte ihn nicht. Ihn interessierte dieses kleine Mädchen. Er erkannte zuviele Verbindungen zu seiner aktuellen Situation, zu sich selbst, als das er das für einen Zufall hätte halten können. Dieses Abenteuer hatte für ihn mit einem kleinen Mädchen begonnen, das nun tot in die Anderswelt übergegangen war. Er hatte es mit Wolfsmenschen zu tun bekommen, oder besser, in Bestien verwandelte Menschn, und immer wieder war er auf Hinweise auf seine Vergangenheit gestoßen, deren großer Wendepunkt der schicksalhafte Tag gewesen war, an dem er sich in die Lilliolen gewagt hatte. Vielleicht bildete er sich das alles nur ein, vielleicht hatten die Ereignisse der letzten Tage ihn paranoid werden lassen, vielleicht war auch sein Studium daran schuld, dass er in allem eine Bedeutung sehen wollte. Jedenfalls schien dieses Mädchen ihm fast sein ganzes Sein zu symbolisieren, bis auf die Unschuld, die es ausstrahlte, und die nun wirklich nichts mit ihm zu tun haben konnte.

Er hatte gar nicht gemerkt, dass er sich langsam von den Sprechenden entfernt hatte, und nun ganz nahe bei dem Mädchen stand. Seine Augen bohrten sich in die ihren. "Was willst du mir sagen, Kleine, weshalb bist du hier?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 14.02.2010, 00:13:51
Tiara blickte den Elfen nur irritiert an, warf dann einen Blick zu Hjugar und sah anschließend wieder den Elfen an. "Ich will dir gar nichts sagen", erklärte sie, hüpfte zur anderen Seite vom Wagen herunter und entschwand Beldins Blicken.

Einen Moment später spürte Beldin eine große, schwere Hand auf seiner Schulter. Hjugars Hand. "So besonders wichtig war euch meine Einwilligung offenbar doch nicht. Ich denke, es ist besser, wenn ihr unser Lager jetzt verlasst. Und damit meine ich jetzt sofort."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Beldin Gilvaran am 14.02.2010, 00:58:40
"Ich hatte nicht vor, bei Euch einzuziehen,keine Sorge." Sichtlich angeekelt schüttelte Beldin Hjugars Hand ab. Daqnn drehte er sich grußlos um und folgte den anderen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 14.02.2010, 10:47:39
"So, Maruiko, du kannst kommen." Milan hielt den Silberschild zunächst eine Armlänge von sich gestreckt, um zu sehen, ob es funktionierte und Maruiko wirklich erschien. Dann stellte er den Silberschild auf seinen rechten Arm und kippte ihn gegen seine Schulter. So konnte Maruiko einen Blick auf die vor ihnen laufenden Gefährten werfen, nur nicht auf Eretria, denn Milan hielt sich wie immer an ihrer Seite. Es war zwar keine angenehme Stellung für seinen Arm, aber er würde es schon durchstehen. "Wir hatten gerade ein interessantes Gespräch mit einem Mann, der im Lilliolen ein Mädchen gefunden hat, das ein wenig aussieht wie ein Wolf. Weißt du denn überhaupt etwas über diese Welt oder nur von dem, was du bisher gesehen hast?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 14.02.2010, 12:53:12
Als die Gruppe wieder unterwegs war und nachdem Mika deren Vorsprung ohne Mühe aufgeholt hatte, ritt sie neben Calfay, um neben der Schreiberin abzusteigen und neben ihr zu laufen. Der jungen Bardin erschien es seltsam von so weit oben mit jemand zu reden, außerdem war sie sich sicher, dass ihr Allerwertester ihr es später danken wird.
"Das Gespräch war gut und hat zumindest mir mehr gebracht, als unseren Herren das Gespräch mit dem Direkttor, wenn ich es recht mitbekommen habe." Antwortete nun mit einiger, aber begründeter Verspätung Mika auf die Frau von Calfay. "Ich habe sie gefragt, wie es denn so auf Reisen ist, vor allem wegen Unannehmlichkeiten. Diese Unannehmlichkeiten waren auch der Grund dafür, dass sie euch so beobachtet hat. Offenbar gab es schon andere, die nur Fragen stellen wollten und dann ein Fass aufgemacht haben. Andere dagegen beginnen gar nicht erst zu fragen. Wahrscheinlich werden mir solche Erlebnisse weitgehend erspart bleiben, denn Hauptziel irgendwelcher Idioten sind meist jene, die vom Leben schon zur mehr als genug geschlagen sind."
Nach kurzer Pause stellte Mika ihrerseits eine Frage, die sie schon gestellt hatte, nachdem sie vorhin Milan mit Hjugar sprechen gehört hatte: "Habe ich eigentlich irgendwas verpasst und Milan richtig verstanden? Müssen wir in die Lilliolen? Ich dachte nicht. Offenbar war die Bardin etwas verwirrt, nachdem sie einige Brocken des Gesprächs aufgeschnappt hat, vor allem den Teil, der einen Zuhörer glauben lassen konnte, dass die seltsame Wald das Ziel der Gruppe wäre.
Nach derr Frage schaute Mika nicht mehr Calfay an, sondern zu Milan rüber, der Mauriko schon gerufen hatte - zum Glück wusste die Bardin nicht zu welch interessanten Zeitpunkt - und nun mit dem Kopf sprach, und meinte: "Wenn Leute kommen, muss Mauriko aber versteckt sein. Ich will keinen Ärger bekommen."
Danach galt die Aufmerksamkeit von Mika wieder Calfay.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 14.02.2010, 15:34:43
Maruikos Gesicht erschien auf dem Schild. Das Geistwesen blickte sich um, und lächelte leicht. "Ich habe auch schon mal Karten von Thaikaris gesehen. Aber da ist immer die Frage, wie zuverlässig die sind. Ich traue lieber meinen eigenen Augen. Zum Glück haben die auch schon einiges gesehen."

Sein Blick wanderte zu Milan. "Der Lilliolen. Mein Erschaffer hat mich mal dorthin mitgenommen. Wir sind eine ganze Zeit durch die Tiefen des Waldes gereist. Eins ist sicher, es gibt auf ganz Thaikaris nichts vergleichbares."
Er verdrehte die Augen, und seufzte leicht. "Da hab ich die tollsten Geschichten auf Lager, und ich darf kein Wort davon erzählen. Anweisung meines Erschaffers, da bin ich nunmal dran gebunden, ob ich will oder nicht."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 14.02.2010, 15:46:16
"Das heißt also, dass ihr tief in den Wald vorgedrungen seid", stellte Milan nur beiläufig fest und dachte darüber nach, wie er vielleicht doch noch mehr von Maruiko erfahren konnte. "Ja, das ist wirklich schade, dass du nichts erzählen darfst. Darfst du denn überhaupt gar nichts erzählen? Also wo du zum Beispiel schon alles warst. Du musst uns ja keine genaue Beschreibung der Orte geben." Milan setzte ein enttäuschtes Gesicht auf. Er glaubte zwar nicht, dass es bei dem Geist irgendetwas helfen würde, aber alles war einen Versuch wert. "Wo wurdest du eigentlich geboren, oder besser erschaffen? Kannst du dich an den Ort erinnern, wo du zum ersten Mal aus dem Nebel gerufen wurdest?"

'Wetten, dass seine Antwort sein wird: Das kann ich euch nicht sagen? Na ja, trotzdem. Wenn er uns vielleicht wenigstens verrät, wo er schon alles war...'
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 14.02.2010, 15:56:54
Maruiko zog die Brauen zusammen, und nickte langsam. "Schwach. Es war in einer Höhle. Ich war noch sehr verwirrt... mir war schwindelig, ich war durcheinander... und dann hörte ich diese Stimme. Sie war so durchdringend, als würde sie etwas direkt in den Tiefen meiner Seele ansprechen. Es war mein Erschaffer."

Seine Stimme war leise, fast andächtig geworden. Seine Augen waren immer noch auf Milan gerichtet, doch er schien durch den jungen Mann hindurch zu blicken. "Er hat mich kurz darauf wieder in den Nebel geschickt. Das nächste Mal, dass er mich gerufen hat, waren wir auf einer Reise durch schneebedecktes Gebirge."

Nun fokussierte sich sein Blick wieder, und er sah Milan in die Augen. "Es war eine aufregende Zeit. Großartige Orte, viele verschiedene Leute... bis mein Schöpfer mich dann weiter gegeben hat. Glücklich war ich darüber nicht, aber ich hatte da ja keine Wahl."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 14.02.2010, 17:56:55
"Unsere Unannehmlichkeiten werden wohl von einer anderen Sorte sein."
Eine potentielle Quelle dafür war Maruiko, der zwar nichts über seinen Erschaffer erzählen durfte, aber sicher nichts dagegen hätte später über diese Reise zu plaudern. Trotzdem war was er sagte interessant. 'Komm Milan, frag ihn an wen er weitergegeben wurde und was er danach erlebt hat.' dachte Rin.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 16.02.2010, 21:23:35
"Schneebedecktes Gebirge", murmelte Milan. "Es klingt, als hättest du ein schönes Leben bei deinem Schöpfer gehabt. Weißt du, warum er dich weitergegeben hat? Hat dir dein neuer Besitzer nicht gefallen? Oder empfindest du so etwas gar nicht? Kannst du überhaupt empfinden?" Milan war sich unsicher, inwieweit ein solcher Geist in einem Gegenstand Gefühle haben konnte, aber so wie Maruiko sprach, schien er etwas zu fühlen. Doch vielleicht war das auch nur vorgespielt. "Bist du mit deinem neuen Besitzer auch soweit gereist und hast soviel gesehen?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 18.02.2010, 10:20:33
Maruiko schnalzte mit der Zunge, und schien einen Moment über Milans Worte nachzudenken. "Schön... die meiste Zeit, ja. Wenn man davon absieht, dass ich für ihn nicht mehr als ein Instrument war, ein Mittel zum Zweck. Er verfolgte irgendwelche Pläne. Was genau, das weiß ich auch nicht. Aber das Mädchen, das ihr sucht, war wohl ein Teil dieser Pläne. Deshalb hat er mich an sie weiter gegeben, damit ich sie unterstütze."

Als Milan nach seinen Empfindungen fragte, blickte Maruiko ihn ein wenig verletzt an. "Natürlich empfinde ich. Mein Wesen ist nicht weniger komplex als das eines Menschen. Ich empfinde Freude und Trauer, Glück, Langeweile, Begeisterung, Freundschaft. Was man von meiner letzten Besitzerin nicht unbedingt sagen kann. Sie war eigentlich nur daran interessiert, ihre Rache zu bekommen. Naja, und... ach, verdammt, darüber darf ich wieder mal nicht sprechen."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 18.02.2010, 13:10:04
Milan und Maruiko unterhielten sich noch einige Minuten, in denen Milan versuchte, mehr über das mysteriöse untote Mädchen herauszufinden. Offenbar waren Maruikos Anweisungen aber sehr eindeutig: Auch mit Tricks konnte Milan den Schildgeist nicht dazu bringen, mehr über seine Vorbesitzerin zu offenbaren.

Schließlich kam ihnen eine weitere Händlerkarawane entgegen, und Milan bat Maruiko vorsichtshalber, sich wieder in den Nebel zurückzuziehen. Schnell verstaute der junge Krieger das Spiritum in seinem Rucksack.

Die Karawane zog an ihnen vorbei, nur kurz wechselten die Gefährten einige Worte mit den Händlern. Viel hatten diese auch nicht zu erzählen, außer dass es wohl eine knappe Tagesreise entfernt einen "verrückten Gnom" gab, der nicht "nach vorne oder nach hinten, sondern nach oben" reisen wollte. Was genau die Händler damit meinten, konnte die Gruppe nicht herausfinden.

Im Laufe des Tages begegneten die Reisenden noch mehreren Händlern oder Neugierigen, die den Weißen Markt in Himmelstor besuchen wollten. Von diesen erfuhren sie hier und da Neuigkeiten, die etwas grimmiger waren als die Geschichten über einen verrückten Gnom: Offenbar hatte es auf der Großen Straße in den letzten Tagen vereinzelte Überfälle auf Händler gegeben. Die Räuberbande, die dahinter steckte, machte keinen Hehl aus ihrer Identität. Ganz im Gegenteil: Als "Ritter der Morgensonne" hatten sie sogar ein eigenes Banner!

Bisher hatte es bei den Überfällen angeblich noch keine Toten gegeben, dennoch nahmen diese selbsternannten Ritter ihren Opfern jedes wertvolle Hab und Gut sowie alle Waffen und Rüstungen gewaltsam ab. Dabei sprachen sie selbst allerdings von einer "Beschlagnahmung".

Die Bande war offenbar im ganzen Umkreis der Großen Feste aktiv. Herzog Livius, der über Große Feste herrscht, hatte deshalb sogar ein Kopfgeld auf die Mitglieder der Bande ausgesetzt.

Von diesen Nachrichten abgesehen, geschah im Laufe des Tages nichts Außergewöhnliches. Milan und Waldemar unterhielten sich über die Bestimmung des Wetters, und Waldemar konnte seinem Gefährten sogar einen kurzen Regenschauer am Nachmittag vorhersagen. Kurz vor Sonnenuntergang erreichte die Gruppe ein Lager. Mehrere Karawanen und Reisende hatten ihre Zelte hier aufgeschlagen. Als die Gefährten näher kamen, erkannten sie, dass sich Schaulustige um ein seltsames Konstrukt am Rand des Lagers versammelt hatten.

Schließlich kamen sie nahe genug, um das Objekt genauer zu betrachten. Es war im Grunde ein einfacher, aber stabiler mannshoher Weidenkorb, der jedoch in ein hölzernes Gebilde eingelassen war, das mehr als fünf Schritt in die Höhe ragte. Im oberen Bereich konnte man mehrere Windräder erkennen, sowie einige weitere Konstruktionen, deren Sinn sich dem Betrachter nicht ohne weiteres erschloss.

Ein Gnom von vielleicht vierzig Jahren, der einen mit Taschen übersäten Lederanzug trug, in dem er vielfältiges Handwerkszeug verstaut hatte, klammerte sich auf halber Höhe an eine der Stangen, und schraubte gerade an einer der unverständlicheren Konstruktionen.

Die Schaulustigen amüsierten sich offenbar über das Schauspiel, zeigten mit dem Finger auf den Gnom und lachten, während sogar die eine oder andere Flasche Alkohol herum gereicht wurde.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 18.02.2010, 19:30:16
"Sieht aus als wären wir mit unseren Zelten in guter Gesellschaft." bemerkte Rin, das Lager betrachtend. Danach wandte sie sich dem Gnom und seiner Konstruktion zu, die sehr interessant sein musste, der Menge der Zuschauer nach zu urteilen. "Ob dies der 'verrückte Gnom' ist, von dem vorhin die Rede war?"
Das war ziemlich wahrscheinlich, so wahrscheinlich dass sie eigentlich nicht daran zweifelte. Nur was war verrückt an ihm? Er sah recht normal aus, sein selbst gebautes Irgendwas dagegen war ein exotischer Anblick.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 18.02.2010, 23:08:55
Mika war genervt gewesen, dass sich Milan, nachdem sie ihn schon darauf hingewiesen hatte, dass sie mit ihm reden will, erfolgreich gedrückt hatte. Inzwischen war sie ein wenig von sich selbst genervt, denn als sie dann endlich die Möglichkeit hatte mit ihm zu sprecdhen, war sie nicht mehr in der Stimmung und auch jetzt sah sie sich nicht in der Lage, das Thema anzusprechen, wofür Milan herzlich wenig konnte.
Jetzt bleibt ihr nur übrig sich es vorzunehmen, das geünschte Gespräch am Abend zu führen, vielleicht wenn sie gemeinsam zusammensitzen. Heute Abend muss es dann endlich soweit sein.
Statt sich weiter zu ärgern, schaute die Bardin nun, was denn der Gnom den anzustellen gedachte. Es sah interessant aus und genau deshalb war Mika im Moment auch nicht in der Stimmung sich mit etwas Ernstem auseinanderzusetzen.
"Ich glaube auch, dass das der Gnom ist. Ich frage mich nur, was er mit dem Ding vor hat." Meinte Mika nicht allzu laut zu Calfay.
Danach machte Mika dann doch lieber Nägel mit Köpfen, statt nur rumzustehen, und fragte einen der Schaulustigen: "Hat der Gnom gesagt, was er mit dem DIng vor hat?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 19.02.2010, 07:48:43
Die Schaulustige, eine gut gekleidete Frau von etwa 30 Jahren, nickte und zwinkerte Mika mit einem breiten Grinsen zu. "Der ist total verrückt. Er meint, er wird mit seiner Maschine in der Lage sein, nach oben zu reisen. Wie ein Vogel oder so. Und die Erde - das stelle man sich mal vor, gerade der Erdboden, von dem er weg will - soll ihm auch noch dabei helfen."
Sie kicherte, und zeigte dann zuerst auf den Gnom, und dann auf den Himmel. "Aber das beste kommt noch. Er behauptet, dass er bis hoch zu den Sternen fliegen will, um herauszufinden, was sie eigentlich sind."

Wieder kicherte sie. "Total durchgedreht, aber er liefert uns jede Menge Spaß!"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 19.02.2010, 08:36:23
Eretria nahm erstaunlich wenig an den Gesprächen während des Tages teil. Eigentlich war ihr Verhalten ein Spiegelbild des letzten Tages. Wieder wurde ihre Stimmung nur nach und nach besser. Sie blieb in der Nähe von Milan, verhielt sich aber bei weitem nicht so besitzergreifend oder dominierend, wie dies vorher der Fall schien. Fast machte sie den Eindruck, dass sie einfach beobachten wollte, wie sich ihr Freund verhielt, wenn sie nicht immer sofort neben ihm auftauchte und ihn gegen die Unbilden der Welt verteidigte.
Als sie den Lagerplatz erreichten, beobachtete die Priesterin das Treiben mit einem leicht spöttischen Gesichtsausdruck. Sie begab sich mit Calfay und Mika zu den Schaulustigen und schaute selbst auf das, was der Gnom dort tat. "Was für eine seltsame Apparatur. Und damit will er wie ein Vogel fliegen? Wie soll dies gehen, wo ihm Flügel fehlen, wie einem Vogel." Die Worte der Priesterin liegen irgendwie zwischen Spott und Interesse.
"Wenn Mutter Sonne gewollt hätte, dass wir Fliegen hätten können sollen, hätten wir Federn und Flügel."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 19.02.2010, 09:20:49
Ein junger Mann, der gerade eine Flasche mit einer klaren Flüssigkeit in der Hand hielt, prustete leicht bei Eretrias Kommentar. "Wer weiß", kommentierte er, "vielleicht wachsen ihm ja noch Federn. Und dann gackert er los wie ein Huhn!"

Der Kommentar brachte einige weitere Schaulustige zum Prusten und Lachen. Der Gnom, der seine Arbeit an dem merkwürdigen Apparat offenbar gerade beendet hatte, blickte kurz finster in die Menge, schüttelte den Kopf, und kletterte dann wieder herunter, um an einer anderen Stelle seines angeblichen Fluggeräts weiter zu schrauben.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 19.02.2010, 11:45:03
Rin stimmte nicht in das Lachen ein. So unrealistisch es auch klang, mit diesem Holzding fliegen zu wollen, bestand immernoch die Möglichkeit dass der Gnom ein seriöser Wissenschaftler war, der wusste was er da tat. Was würden die Schaulustigen wohl dazu sagen wenn sie preisgab dass sie einem Drachen gleich werden wollte, einfach indem sie deren Denkweisen und Gewohnheiten annahm? Sicher würde ihr niemand Glauben schenken, vielleicht würde sie auch verspottet werden. So warf sie einen eher nachdenklichen Blick auf den Apparat, da dieser jedoch genauso mysteriös wie bisher blieb schlenderte sie schliesslich davon, nach einem geeigneten Zeltplatz ausschau haltend. Vielleicht konnte sie den Gnom später alleine erwischen und ihn nach der Funktionsweise seiner Erfindung fragen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 19.02.2010, 15:31:21
Während Calfay nach einem geeigneten Zeltplatz Ausschau hielt, wanderte ihr Blick über die anderen Reisenden. Es musste sich insgesamt um annähernd hundert Personen handeln, wenn man nach der Anzahl der Zelte ging. Eine ganze Reihe ähnlich aussehender Wagen war an einer Seite der Straße abgestellt worden - vermutlich gehörte mindestens die Hälfte der Reisenden zu dieser einen Karawane.

Bald fand sie eine freie Stelle, die - soweit sie es einschätzen konnte - gut für ein Lager geeignet schien. Nur ein Zelt stand in der direkten Nähe. Davor standen zwei junge Männer - vermutlich Brüder, ihrem Aussehen nach - und legten sich gegenseitig etwas unbeholfen Plattenpanzer an. Vermutlich hätten sie viel mehr Erfolg gehabt, wenn sie ihre Rüstungen nacheinander angelegt hätten, aber daran schienen sie gar nicht zu denken.

"Pass bloß auf den Brustpanzer auf", meckerte der eine der beiden, "ich will nicht, dass da Beulen drin sind, wenn wir uns bei der Armee melden."
"Ja ja, ich geb schon Acht", gab der Andere zurück. "Immerhin war es mein Geld, mit dem wir die bezahlt haben."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 19.02.2010, 16:50:03
Die beiden Zeltbewohner schienen ja nicht gerade die hellsten zu sein, doch vielleicht fehlte ihnen auch nur die Erfahrung mit sowas. Entschlossen, den freien Platz sofort in Beschlag zu nehmen begann Rin schonmal ihr Zelt aufzustellen. Wenn sie fertig war würde sie sich noch ein wenig umsehen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 19.02.2010, 16:58:41
Milan versank den Rest des Tages in seine Gedanken über den Bericht des Schildes. Er empfand Mitleid für Maruiko, selbst wenn dieser einem untoten Mädchen dienen sollte. Er schien davon ja eher weniger begeistert zu sein. Nur mit einem Ohr verfolgte er die Geschichten über den Gnom und die Räuberbande, von denen sie unterwegs erfuhren. Allein Waldemars Ausführungen zum Wetter lauschte er aufmerksam und prägte sich die Wolkenkonstellation zur Zeit des Schauers genau ein und wie sie sich wieder auflöste. Als sie schließlich am Lager ankamen, beobachtete Milan fasziniert das Treiben des Gnoms. Er wollte nach oben? Zu den Sternen? Was erhoffte er sich davon? Was glaubte er da oben zu finden? Oder ging es ihm nur um das Wissen? Zumindest musste er von der Idee besessen sein, wenn er solch ein Konstrukt baute und nicht auf die vielen Spötteleien achtete, die ihn doch wenigstens zu verärgern schienen.

'Seltsamer Kauz. Wann er seine...Konstruktion wohl fertig hat? Sieht aus, als würde er schon sehr lange daran arbeiten, wenn man sich die Größenverhältnisse zwischen Erbauer und Maschine betrachtet. Vielleicht schafft er es bald und zeigt, wie das Ding funktioniert. Es wäre ja schon irgendwie schön, er würde es - allen anderen zum Trotz - schaffen, aber ich habe die leise Ahnung, dass er sich nur fürchterlich weh tun wird. Es sei denn, das Ding befördert ihn wirklich bis zu den Sternen. Aber wie soll er dann von dort wieder hinunter kommen?'
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 20.02.2010, 10:40:25
Nachdem Mika ihre Frage gestellt hatte, trat sie näher an Eretria heran, welche wohl als Einzige noch ein gewisses Interesse für die Apparatur des Gnomes hatte, und fragte diese: "Denkst du, wir könnten ihn fragen, wie das Ding funktioniert? Oder glaubst du auch, dass er das nicht verraten wird?"
Mika mangelte es an der Geduld dafür, darauf zu warten, dass der Bastler sein Werk vollendete, war sich aber offenbar sicher, dass der Meister auf eine große Schau setzen wollte, weshalb sie nicht nur die Neugier plagte, sondern auch einige Zweifel. Sichtbare Zeichen für eine gewisse Erregung waren, ihr ständiger, ungeduldiger Blick zum Konstrukt hinüber und das herumspielen an ihren Fingernägeln. Beides unterließ sie während des Gespräches nicht, obwohl ihr bewusst sein musste, dass das unhöflich war.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 20.02.2010, 15:30:18
Ein Mann, der einen Stapel Karten in den Händen hielt und sie scheinbar gedankenverloren die ganze Zeit über durchmischte, trat einen Schritt aus der Menge heraus und gesellte sich zu Mika und Eretria. "Ich hab ihn schon mal gefragt", erklärte er. "Er meinte, hier unter der Erde sei heiße Luft verborgen. Die soll ihm irgendwie helfen, nach oben zu kommen, und dann will er sich vom Wind tragen lassen."

Er zuckte mit den Schultern, und strich eine weißblonde Strähne seines vollen, glatten Haars aus dem makellosen Gesicht. "Ich verstehe es nicht, aber ich finde, man sollte mit einer Beurteilung warten, bis er es versucht hat."

Dann warf er einen Blick auf seine Karten. "Sollte euch heute noch langweilig werden... mein Zelt ist da drüben. Ich bin immer für ein Spiel zu haben. Nur heute nacht, wenn der Gnom sein Gerät starten will, dann will ich zusehen."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 21.02.2010, 18:28:37
Eretria schaute skeptisch. "Ehrlich gesagt, bin ich mir nicht sicher, was ich mit dem Eissens soll, dass irgendwo in der Wildnis, wir mittels einer seltsamen Apparatur in die Lüfte schweben können, Mika. Denn so habe ich verstanden, was hier erzählt wird." Die Frau nickte kurz dem Zuschauer zu, der den entsprechenden Hinweis gegeben hatte.
"Nachbauen wirst du es kaum können, Mika. Ich finde es einfach interessant, ob es tatsächlich gelingen könnte. Soviele Dinge scheinen möglich. Wer weiß vielleicht überrascht uns auch der Gnom. Wobei ich immer noch glaube, dass es keine gute Idee sein kann, in die Lüfte schweben zu wollen. Die Schöpfung hat uns dafür nicht vorgesehen. Wir sind keine Vögel."
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Beitrag von: Mika am 21.02.2010, 19:40:31
"Neee, nachbauen will ich das nicht. Keine Angst, ich bin mir wohl bewußt, dass es wichigere Sachen gibt." Sagte Mika zu der Klerikerin neben ihr, die sichso anhörte, als hätte sie Mika falsch verstanden gehabt.
Dann wendete sie sich an den Mann, der sie freundlicherweise darüber aufgeklärt hatte, wozu der Apparat gut sein sollte: "Vielen Dank für den Hinweis und auch euer Angebot."
Während der Blick der Bardin dann wieder an dem Flugobjekt klebte, sagte sie für alle, die es hören wollte: "Ich bin auch gespannt ob es klappen wird. Es wäre wirklich toll. Auch wenn wir keine Vögel sind und nicht zum Fliegen bestimmt. Aber es wäre schon lustig, wenn es uns möglich sein sollte, selbst Orte zu erreichen, für die wir gar nicht gedacht sind.
Fliegen werden wir davon nicht lernen, müssen wir aber auch nicht, aber es wäre sicher mal ein großer Spass über allen zu schweben."
Meinte Mika, der es an Phantasie nicht mangelte, um Gefallen an dem Gedanken zu finden.
Doch schnell endet ihre Traum und sie sagte sehr nüchtern: "Aber vielleicht essen wir erstmal und bauen unser Lager auf, damit wir es nicht mitten in der Nacht machen müssen. Der Gnom wird wohl noch etwas Zeit brauchen, wenn ich es richtig verstanden habe."
Daraufhin machte sich Mika auf die Verfolgung von Calfay, um bei der ehemaligen Schreiberin ihr Lager aufzuschlagen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 22.02.2010, 18:53:46
"Er scheint zumindest zu glauben, dass es funktioniert, sonst würde er es nicht so in aller Öffentlichkeit versuchen. Wenn es geht wird er wohl als Brillianter ..." an dieser Stelle fehlte Waldemar ein geeignetes Wort, wie nennt man jemanden der so etwas baut? "Gnom in die Geschichte eingehen, andernfalls wird er sich eine Menge Gelächter und Hohn einhandeln aber vermutlich wird darüber kaum jemand länger als eine Woche reden."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 23.02.2010, 10:40:58
"Und er könnte sich dabei furchtbar weh tun", murmelte Milan leise und betrachtete noch einmal das Konstrukt, an dem der Gnom so fleißig arbeitete. Schon heute Nacht sollte das Projekt also gestartet werden. Hoffentlich hatte der Gnom auch an seine Sicherheit gedacht, und an die Sicherheit der Umstehenden, falls die Konstruktion schon beim ersten Versuch auseinander brechen würde.

"Ich baue mal unser Zelt auf", meinte der junge Mann noch an Eretria gewandt und folgte dann Calfay und Mika, wobei sein Blick noch lange zu dem Konstrukt des Gnomes zurück gezogen wurde. 'Ich bin sicher, Maruiko würde das auch gerne sehen, aber ich werde ihm lieber später darüber berichten. In der Menschenmenge würde ein solcher Schild vermutlich zu viel Aufmerksamkeit erregen. Wahrscheinlich genauso viel wie diese Räuberbande. Die Ritter der Morgensonne...hm...' Milan versuchte sich daran zu erinnern, ob er jemals von dieser Bande gehört hatte. Es konnte natürlich auch sein, dass sie sich erst in den letzten Wochen seit seiner Abreise zusammen gefunden hatten.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 23.02.2010, 10:59:59
Eretria lächelte Milan an, als dieser erklärte, dass er das Zelt aufbaute. "Ja, das ist gut." Einen kurzen Augenblick schoß ihr der Gedanke durch den Kopf, ihm zu helfen. Dann aber erinnerte sich die Priesterin daran, dass es Milan wichtig erschien, dies alleine zu machen und blieb zurück.
Zu Waldemar gewandt bestätigte sie dessen Worte: "Ich denke auch, dass er überzeugt ist, aber macht dies die Sache sinnvoller?. Ich denke wir werden es noch erleben."
Dann fiel der Geweihten etwas weiteres auf. "Der Nutzen erscheint mir ehrlich gesagt sehr beschränkt, denn wenn ich es richtig verstanden habe, sind diese warmen Winde notwendig. Was soll es helfen?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 23.02.2010, 11:12:55
"Offenbar ist er von einem Forscherdrang getrieben, darüber kann man sich kaum beschweren. Und ich denke die Meisten werden von sich aus nicht genau unter dem Dinbg stehen wollen, wenn es denn fliegt. Dolange keiner darunter steht glaube ich, dass es für den Gnom selbst am gefährlichsten ist und der sollte wissen was er Riskiert." Dann wandte er sich von dem Spektakel ab. "Ich denke es ist in der Tat Sinnvoll, wenn wir unsere Zelte aufbauen." und ging zu den Anderen um auch sein Zelt aufzubauen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 25.02.2010, 09:47:10
Mika half Calfay beim Aufbauen des Zeltes, bevor sie sich ihrem Pferd zuwandte, es absattelte und dann begann zu pflegen, denn dem Tier musste es auch gut gehen, damit es lange einsatzbereit bleiben würde.
Als diese Arbeit getan ist und das Tier sicher festgebunden war, ging die Bardin zu Milan, der unweit von Calfays Zelt, das seinige errichtete. Kaum hatte Milan alle Arbeiten beendet, sprach Mika den jungen Mann an: "Können wir Beide jetzt reden? Nachdem wir tagsüber nicht dazu gekommen sind." Die Worte waren ohne jeden Vorwurf behaftet, auch wenn sich Mika des Öfteren gedacht hatte, dass sich Milan vor dem Gespräch drücken wollte - zum Glück konnte er jetzt nicht einfach wegrennen, ohne dass dabei sein Gesicht verloren ginge. Ein wenig steif und unsicher wirkte die Bardin aber schon.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 25.02.2010, 10:11:02
Die Gruppe hatte ihr Lager aufgeschlagen, gerade rechtzeitig vor Sonnenuntergang. Eretria zog sich ein wenig für ihre abendlichen Gebete an die Himmelsgestirne zurück, als Mika Milan um das Gespräch bat. Am Zelt nebenan diskutierten die beiden jungen Männer in ihren Rüstungen, ob es wohl sinnvoll wäre, die schweren Panzer in der Nacht anzubehalten, während Waldemar zufällig ein Gespräch von zwei Kaufleuten mithörte, die in der Nähe spazieren gingen.

"Ich finde es zwar unsinnig, was der Gnom da versucht, aber man soll die Leute doch ihre Sache machen lassen", erklärte der eine, ein schlanker Mensch mit schütterem grauem Haar.
"Du übersiehst die Gefahr seines Handelns", erklärte sein Gesprächspartner, ein Elf mit kurz geschnittenen blonden Haaren, der ein silbern schimmerndes Gewand trug. "Solche Ideen verbreiten sich, gerade bei jungen Leuten, die sich in übermütigen Handlungen selbst gefährden. Nicht zu vergessen, dass sich die Geister des Himmels beleidigt fühlen könnten, wenn man versucht, sie zu erreichen. Wir Sterblichen sind nicht dazu gedacht, in ihre Sphären vorzudringen."
Der Mensch schüttelte seinen Kopf. "Das mag ja sein. Aber ist das ein Grund, dem Gnom etwas antun zu wollen? Ich finde das nicht in Ordnung. Wenn ich wüsste, wer das gesagt hat, würde ich mir denjenigen selbst vorknöpfen."
Der Elf zuckte unbeteiligt mit den Schultern. "Es stimmt, dass Gewalt wohl nicht der richtige Weg ist. Doch hat der Gnom es selbst herausgefordert. Auch wenn ich die beiden Männer vor meinem Zelt sprechen hörte, empfand ich es nicht als meine Pflicht, dem nachzugehen. Jeder ist seines eigenen Schicksals Schmied."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 25.02.2010, 11:10:06
Milan zog das letzte Seil straff und befestigte es an einem Hering, bevor er sich aus seiner hockenden Position erhob. Da sie doch ein wenig kleiner als er war, was ihm vorher nie so aufgefallen war, neigte Milan ein bißchen den Kopf und sah sie ernst an, während er sich den Schweiß aus der Stirn wischte. "Mir ist immer noch nicht so klar, wieso, aber wenn du das Bedürfnis verspürst. Ich würde nur gerne noch etwas, bevor der Gnom sein waghalsiges Unternehmen beginnt, üben." Obwohl die Worte recht abweisend klangen, war Milans Stimme weich.

'Vielleicht besser so. Auch wenn man manche Dinge ruhen lassen sollte.' Er betrachtete Mika kurz. 'Mann, sie ist wirklich klein. Grad mal so groß wie Eretria. Warum kommen mir diese Frauen nur immer so groß vor?' Er hätte fast gegrinst und den Kopf über sich selbst geschüttelt, ließ es ob der Situation aber gerade noch rechtzeitig bleiben. 'Und was soll ich überhaupt erwidern? Jedenfalls nicht spontan heraus antworten...keine gute Idee, ist schon mehrfach schief gegangen.'
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 25.02.2010, 11:56:13
"Ich denke, dass ich dich nicht lange aufhalten werde." Sagte Mika und nahm sich vor, sich nicht weiter von den Worten Milans verunsichern zu lassen. Ebenso wollte sie nicht Ruhe bewahren, weshalb sie erst in Gedanken bis Zehn zählte, bevor sie sich dem eigentlichen Problem zuwenden konnte - anderenfalls hätte sie ihm wahrscheinlich übel genommen, dass er sich wieder drücken wollte.
"Ich möchte mich für gestern Abend entschuldigen. Ich war ein wenig ungehalten, angesichts dessen, dass dort auf der Bühne, in gewisser Weise, Kollegen von mir standen. Ich hatte Angst, dass ihr alles kaputt macht." Begann Mika überraschend reumütig und keineswegs angesäuert, wie Milan vielleicht befürchtet hat.
Doch nachdem sie Milan Anfangs nicht in richtig in die Augen schauen konnte, hob sie nun den Kopf und sah den jungen Mann an: "Ich hatte an der Stelle kein Recht, euch zu kritisieren. Aber," und dann kam wohl der unangenehmste Teil beim Ganzen, denn Kritik wollte Mika trotz allem üben, "trotzdem war es unangebracht, dass ihr den Leute vom Zirkus Perfektion verlangt habt. Ihr werdet auch mal davon profitiert haben, dass jemand beide Augen zugedrückt hat und über einen Fehler von euch hinweggesehen hat. Deshalb finde ich es unerhört, dass ihr zu solch einer Tat offenbar nicht fähig seid." Mika sprach die ganze Zeit ganz ruhig und es schien so, als würde sie einen Text von einem Blatt ablesen, im Gegensatz zu Milan, hat sie sich mit dem ganzen Problem lange auseinandergesetzt und präsentierte nun ein Ergebnis, dass sie wirklich gut bezeichnen würde.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 25.02.2010, 12:39:16
Milan war zunächst überrascht von der Entschuldigung, ließ es sich aber nicht anmerken und wich auch Mikas Blick nicht aus, als sie den Kopf hob. Dennoch ließ er sich mit der Antwort Zeit. Nicht um Mika zu ärgern, sondern um sich die Situation vom Abend zuvor in Erinnerung zu rufen. Perfektion hatte er nicht verlangt, nicht in dem Maße, wie Mika vielleicht davon ausging. Aber ja, er hatte diese Menschen angezweifelt und war vom Gegenteil überzeugt worden. Dann antwortete er ihr mit ruhiger Stimme: "Wir haben gestern Beide emotionaler und heftiger reagiert, als es hätte sein müssen. Mein schroffer Ton dir gegenüber ist in keiner Weise zu rechtfertigen und dafür möchte auch ich mich entschuldigen." Obwohl er Mika ansah, schien er durch sie hindurchzusehen, bei den Worten, die nun folgten, als würde er eine Passage seines Lebens noch einmal durchlaufen. "Perfektion ist etwas, was man selten erlangt, und daher verlange ich es nicht. Was ich von den Zirkusleuten erwartet habe, war ein Mindestmaß an Glaubwürdigkeit. Sie haben mich vom Gegenteil meiner vorherigen Annahmen überzeugt, doch ohne meine Zweifel wäre dies nicht möglich gewesen. Ja, du hast Recht. Es war ein Auftritt, es ging hier um nichts Weltbewegendes und meine Zweifel mögen an anderer Stelle besser aufgehoben sein. Aber ich habe zu lange getan, was man von mir verlangt hat, ohne mich dagegen zu verwehren. Im Moment stelle ich vermutlich die ganze Welt in Frage. Ohne diese Zweifel wäre ich nie von der Großen Feste nach Himmelstor aufgebrochen." Schließlich fokussierte sich sein Blick wieder auf Mika: "Es gab eine Menge Leute, die über meine Fehler hinweg gesehen haben, sonst wäre ich nicht hier." Sein Blick glitt zu Calfay, Waldemar und Beldin hinüber und einen Moment erschien ein Lächeln auf seinen Lippen, das verriet, dass er an Eretria dachte. "Man könnte mich mit Sicherheit auch als wandelnden Fehler bezeichnen, aber ich bin nicht zu vergleichen mit den Menschen, die wir gestern kennen gelernt haben. Sie haben einen Beruf und ein damit verbundenes, in den meisten Fällen finanzielles Ziel, das sie so gut wie möglich verfolgen sollten. Ich habe keinerlei Ziele vor Augen. Ich folge einem Auftrag, aber was am Ende dieses Auftrages steht und wie es danach weitergeht, das kann ich nicht sagen. Ich taumel zurzeit durch die Welt, ohne wirklich zu wissen, was ich tue." Milan atmete kurz durch und schien selbst überrascht von diesem Geständnis und das ausgerechnet noch vor Mika. "Doch ich werde meine Worte in Zukunft mit mehr Bedacht wählen."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 25.02.2010, 13:15:14
Mika hörte Milan in aller Ruhe zu und war am Ende sehr froh, dass sie das Ganze zur Sprache gebracht hat, denn nun war alles geklärt. Am Anfang hatte sie ein wenig Angst gehabt, dass es schief gehen könnte, doch schnell konnte sie sich freuen.
Am guten Schluss lächelte Mika sogar, wenn auch sehr zurückhaltend, und sagte: "Schön, dass wir das klären konnten. Und vielen Dank für eure Geduld." Kurz hob sie die Arme und war kurz davor Milan zu drücken, aber brach dann doch ab, weil ihr auffiel, dass das vielleicht unpassend wäre und schämte sich dann dafür.
"Danke." Sagte sie nochmal und wand sich dann von Milan ab, bevor er bemerkte, wie peinlich ihr das gerade eben war und dass, ihr Kopf zu glühen begann.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 25.02.2010, 21:37:41
Eretria beobachtete den Gnom bei seinen für sie so unverständlichen Vorbereitungen. Dass sie dabei inzwischen die einzige aus der Gruppe ihrer Mitstreiter war, schien die Frau nicht weiter zu stören. So schien sie die Zeit auch einfach zu nutzen über ihre merkwürdigen Träume nachzudenken. Sie musste sich eingestehen, dass ihr diese Träume Angst machten und zwar fast schon mehr Angst als die Vision über die Skorpione. Sie wußte nicht, wie sie sich gegen die Dinge wehren sollte, die die Träume ihr zeigten. Das war nichts so einfaches wie ein Schläger, der ihr mit einem Schwert gegenüber trat.
Während sie ihre Gedanken wandern ließ, schaute sich Eretria eher ziellos in der Menge um. Es war einfach eine Beschäftigung, während sie wartete.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 26.02.2010, 10:56:22
Milan nickte zu Mikas Worten und war kurz irritiert, als sie die Arme hob. Als sie sich entfernte, atmete er nicht hörbar auf und wurde so die ganze Anspannung los, die während dem Gespräch über ihm gelegen hatte. Gerade wollte er seine Rüstung ablegen, um unbeschwert üben zu können, hielt dann aber doch inne. 'Vielleicht doch lieber morgen früh. Ich habe irgendwie das Gefühl, dass ich meine Kräfte heute Nacht brauchen könnte.' Er grinste kurz. 'Ich frage mich nur, was mit ihr los ist. Sie war den ganzen Tag in Gedanken versuchen, hat kaum gesprochen.' Milan zog das Hemd, das er über seiner Rüste trug, wieder runter und sah sich nach Eretria um. Da er sie in der Nähe des Lagers nicht sehen konnte, begann er wieder zurück in die Menge der Schaulustigen zu gehen. Einen Augenblick lang war er versucht, laut nach ihr zu rufen, aber das hätte wohl wieder nur sehr peinlich geendet. Also ließ er es bleiben und versuchte so, sie zu finden. Überraschenderweise stand sie noch immer in der Nähe des Gnoms und seiner eigenartigen Konstruktion und sah sich um. Milan trat leise von hinten an sie heran, tat aber nichts, um sie auf sich aufmerksam zu machen. 'Vielleicht ist sie lieber allein und unsere...meine...Gesellschaft nervt sie manchmal...was wissen wir schon wirklich voneinander?' Mit dieser Frage blieb er einfach hinter ihr stehen und beobachtete sie, und manches Mal kam der Wunsch auf, zu hören, was sie dachte.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 26.02.2010, 13:07:52
Waldemar blickte sich im Lager um, Mika sprach mit Milan und anschließend sind die Beiden weggegangen, Eretria war seines Wissesn nach bei den Schaulustigen geblieben. Wenn es tatsächlich Ärger geben sollte wie das Gespräch andeutete würde sich Eretria sicher nicht heraushalten, und Milan würde ihr ebenso sicher beistehen. Also beschloss Waldemar zu den Anderen zu gehen, damit er zum einen auch Helfen konnte, zum Anderen aber vor allem, damit sie icht unvorbereitet waren. Er rief den Anderen im Lager zu, "Ich gehe mal zu den Anderen, ich hab da was gehört, das vermuten lässt dass es beim Gnom Ärger gibt und ich will nicht, dass sich die Anderen unverbereitet da reinziehen lassen."
Dann ging er schnellen Schrittes zu der Menge und hielt nach den Anderen ausschau.
Zuerst entdeckte er Milan. Aufrund seiner Neuigkeiten wunderte er sich nichtmal, dass er nicht direkt neben Eretria hing als er ihn leise ansprach: "Ich habe gerade mitgehört, irgendwer will dem Gnom Ärger machen, wenn das stimmt sollten wir aufpassen, dass wir nicht zwischen die Fronten geraten."
Noch während er das sagte schob er Milan in Richtung Eretria um ihr die selbe Mitteilung zu machen: "Eretria, ich habe gerade gehört irgendwer will hier Ärger machen, wenn das stimmt sollten wir aufpassen dass wir nicht zwischen die Fronten geraten. Achja, weiss einer von Euch wo Beldin gerade ist?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 26.02.2010, 13:30:23
"Noch einen halben Satz dazu sagen, konnte er nicht, oder?" Fragte Mika die Schreiberin an ihrer Seite, die nun als Einzige noch bei den Zelten verblieben war.
Doch dann stellte sich heraus, dass die Bardin keine Antwort haben wollte, sondern nur bloß rethorischer Natur war, denn Mika erhob sich zügig und eilte Waldemar hinterher.
Wenige Sekunden später erreichte die junge Frau Waldemar, der gerade mit Eretria sprach und fragte den Waldläufer direkt: "Was ist denn los? Was für einen Ärger meinst du?" Ob sich Waldemar einen Gefallen damit getan hatte, dass er Calfay und Mika nur schlecht als recht über eine scheinbar brisante Gegebenheit aufgeklärt hat, denn nun ist auch die Bardin zur Stelle, um sich in irgendwas unvorbereitet hineinziehen zu lassen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 26.02.2010, 14:56:37
"Ärger?" Vorsorglich hatte Rin ihren Speer mitgenommen, mit dem man sicher Eindruck machen konnte, sollte jemand vor haben "Ärger zu machen". Doch alles schien soweit friedlich, also machte sie es Mika nach und bedachte Waldemar mit einem fragenden Blick.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 26.02.2010, 15:47:30
Als Waldemar merkte dass Mika und Calfay ihm gefolgt sind, und nun fast die gesammte Gruppe beieinander war und Mika ihn nach einer Erklärung fragte setzte er zu einer Erklärung an: "Ich habe vorhin gehört wie zwei Kaufleute sich unterhalten haben, anscheinend gibt es irgendwen, der das Vorhaben des Gnomes verhindern will, irgendwas in die Richtung die Luftgeister beleidigen so genau hab ich das nicht mitbekommen. Und es klang so, dass auch Gewalt ein durchaus wahrscheinliches Mittel sei um im Zweifelsfall diese Ansicht durchzusetzen. Das meinte ich mit Ärger." Er sprach dabei immer noch relativ leise, so dass andere ganz bewusst hätten lauschen müssen um etwas zu verstehen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 26.02.2010, 23:19:46
Es galt also einen Anschlag auf den harmlosen Gnom und dessen wohl ebenfalls harmlose (wenn überhaupt funktionierende) Erfindung zu verhindern. Rin seufzte leise. Hatten diese Leute nichts Besseres zu tun? "Nun gut. Wie wäre es wenn wir den Gnom vorwarnen? Vielleicht will er dann gar nicht mehr 'starten'."
Wahrscheinlich würde er allerdings, nach all der Arbeit die er mit der Maschine hatte, diese auch benutzen wollen. Es blieb zu hoffen dass die Terroristen Amateure waren und sich durch ein wenig Rumgefuchtel mit Rapieren und Speeren in die Flucht schlagen lassen würden.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 27.02.2010, 10:09:37
"Ich zweifle daran, dass sich der Gnom davon abhalten lässt. Aber wir können uns ja versuchen unauffällig nach vorne zu schieben, um dem Gnom zu helfen, sollte jemand ihn oder seine Maschine angreifen." Meinte Mika und machte damit Waldemar unwissentlich klar, dass sein Plan nach hinten los gegangen ist, denn zumindest Mika ist nun mittendrin. "Ich wäre dafür. Das Ding ist doch harmlos. Und sollte er wirklich irgendwelche Luftgeister beleidigen, dann ist das nicht das Problem von irgendjemand hier unten, sondern von den Luftgeistern. Es wäre nur dumm für den Gnom, wenn die Luftgeister, ihr Problem, zu seinem Problem machen, aber in dem Falle können wir wenig tun und er müsste damit klar kommen.
Aber ich zweifle, dass Luftgeister etwas dagegen haben, ansonsten müssten sie auch ein Problem damit haben, dass wir überhaupt Handeln und Wandeln, denn ihr Reich beginnt schon unter meiner Sohle, wenn wir es genau genehmen"
Kurz schaute Mika danach in die Runde und erwartete ungeduldig weitere Reaktionen und Wortmeldungen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 27.02.2010, 12:21:47
Aha, Mika und Eretria scheinen mehr gemeinsam zu haben, als es auf den ersten Blick den Anschein hat. Nunja, zumindest sind wir im Zweifelsfall jetzt beisammen und zudem vorgewarnt. "Ich denke auch, dass der Gnom es versuchen sollte und selbst wenn er die Windgeister stört, halte ich es für wahrscheinlicher, dass sich diese nur gegen ihn und sein Gerät wenden und nicht auch andere stören. Villeicht können wir ihm eine Warnung zukommen lassen, wenn wir vorne stehen."
Damit began Waldemar sich durch die Menge nach vorne zu schieben und dabei nach Möglichkeit hinter sich eine Lücke in der Menge zu hinterlassen, so dass die Anderen ihm folgen konnten.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 27.02.2010, 13:32:31
"Ich denke, dass er es nicht versuchen sollte. Tatsächlich halte ich sein ganzes Vorhaben für absoluten Unsinn. Was kann ihm schon passieren, außer dass er Mutter Sonne zu nahe kommt und sich verbrennt?" Auch wenn die Priesterin bisher einen eher abwesenden Eindruck machte, wurde durch ihre Wortmeldung klar, dass sie sehr wohl alles mitbekommen hatte, was gesagt wurde.
Bevor sich allerdings ihre Freunde und Mitreisenden über die strikte Ablehnung gegenüber dem Gnom aufregen konnten, fuhr sie fort: "Trotzdem sollte niemand, den Mann daran hindern seine Erfahrungen zu sammeln. Auch Kinder werden unmögliche Dinge nicht unbedingt verboten, sondern ihnen wird dies erlaubt, damit sie erkennen, dass es falsch ist. Er sollte seine Vorrichtung benutzen können." Dann drehte sie sich direkt zu Mika um: "Woher willst du wissen, dass du nicht angegriffen wirst, wenn du eingreifst? Vielleicht sammeln sich die Luftgeister gerade jetzt, um dich zu hindern an dem, was du tun willst?" Dann lächelte die Frau versöhnlich: "Wie auch immer. Ich finde, der Gnom sollte selber scheitern und nicht durch andere zum Scheitern gebracht werden. Wir sollten uns verteilen und dabei umschauen!"
Genau damit fing Eretria jetzt auch an. Sie drängte sich an einer anderen Stelle als Waldemar nach vorne und versuchte auf Leute zu achten, die sich vielleicht so verhielten, als planten sie einen Angriff auf den Gnom.[1]
 1. Nach Verdächtigen umschauen (http://games.dnd-gate.de/index.php/topic,4464.msg585272.html#msg585272)
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 27.02.2010, 13:59:03
"Ich glaube, ihr habt mich falsch verstanden. Ich meinte, dass wir die ganze Zeit über die Luftgeister stören, nicht nur, wenn wir dem Gnom helfen. Deswegen glaube ich kaum, dass die Geister groß Aufsehens erheben, wenn der Gnom bei ihnen vorbei schaut." Sagte Mika zu Eretria freundlich. "Und wenn ich ehrlich sein soll, ich glaube kaum, dass er damit ewig hoch wird fliegen können. Er will mit warmer Luft nach oben, aber wenn die Luft nachlässt, dann wird er nicht weiter aufsteigen können. Außerdem müsste Mutter Sonne ihn durch ihre Wärme abstoßen. Sicher will er nicht ohne Grund erst dann starten, wenn Mutter Sonne ganz verschwunden ist.
Ich folge mal Waldemar."
Sagte Mika am Ende ihrer Theorien, welche sie sich aus dem zusammen gebastelt hatte, dass ihr zu Ohren getragen worden war.
Als Mika mit dem ein oder anderem "Entschuldigung" durch die Menge bewegte, um Waldemar zu folgen und sich dabei nach verdächtigen Subjekten umzuschauen[1], dachte sie: Wenn man Eretria hört, merkt man wirklich, dass sie eine Klerikerin ist. Ist echt lustig.
 1. Nach pösen Puben schauen 18 (http://games.dnd-gate.de/index.php/topic,4464.msg585294.html#msg585294)
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 27.02.2010, 14:29:21
Milan war überrascht, als sich die Ereignisse schon wieder zu überschlagen schienen und Eretria alsbald wieder verschwunden war. Er seufzte und folgte Waldemar nach vorne zu dem Konstrukt des Gnomes. 'Warum sollte man den Gnom überhaupt aufhalten wollen? Luftgeister? Würden die sich nicht viel eher freuen, Gesellschaft zu bekommen? Aber was weiß ich schon...' Milan blieb schließlich neben Waldemar stehen und sah zu dem Gnom, darauf gefasst, notfalls einzugreifen, wenn jemand ihm zunahe rücken wollte.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 28.02.2010, 13:14:34
Fast jeder in der Menge, die sich vor dem Konstrukt des Gnoms versammelt hatte, war dem Experiment wohl nicht unbedingt wohlgesonnen. Für die meisten Schaulustigen aber war das ganze Ereignis wenig mehr als eine unterhaltsame Ablenkung, und wäre nicht der Alkohol herumgereicht worden, hätte sich die Menge wohl längst aufgelöst.

Nur einige wenige Personen unter den Schaulustigen schienen ein wirkliches Problem mit dem Gnom zu haben. Eine rothaarige Frau mittleren Alters schimpfte immer wieder leise über den Gnom. Ihren Äußerungen war zu entnehmen, dass sie es für einen Frevel gegenüber der Natur hielt, wenn sich Bewohner des Erdbodens in Gefilde vorwagten, die ihnen nicht zustanden. "Als nächstes will der noch den Irrsinn von Jeromique Liarnon (http://games.dnd-gate.de/index.php/topic,4459.msg412274.html#msg412274) wiederbeleben und die Meere mit Schiffen erobern", meckerte sie und sah dabei einen Elf an ihrer Seite an, den ihre Meinung sichtlich wenig interessierte.

Ein weiterer Verdächtiger war ein grobschlächtiger Mensch von etwa dreißig Jahren, der den Gnom schweigend anstarrte, dessen angespannte Kiefermuskeln und harter Blick aber zeigten, dass er seine Aggressionen nur mit Mühe unterdrückte. Schließlich gab es noch eine Gruppe von drei jungen Männern, zwei Menschen und ein Gnom, die den Konstrukteur mit übelsten Beleidigungen belegten. Alle drei waren offensichtlich sehr betrunken.

Dazu kam natürlich, dass nicht alle Personen, die ihr Lager hier aufgeschlagen hatten, auch noch unter den Schaulustigen waren.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 28.02.2010, 15:35:27
"Ich probiere mal was. Wünscht mir Glück." Sagte Mika zu den beiden Herren an ihrer Seite und lächelte. Die junge Frau hatte scheinbar einen Plan und betrachtete ihn mit großer Zuversicht.
Daraufhin schob sich Bardin zu dem grobschlächtigen Mann hinüber, um ein kleines Pläuschchen zu halten: "Finden sie das nicht auch sehr spannend?" Fragte sie den Mann etwas lauter, als vielleicht nötig, in der Hoffnung, dass sie den Fremden damit in ein Gespräch verwickeln konnte und die Umstehen zum zuhören zwingen. "Ich finde das wirklich faszinierend." Fügte sie mit einer gehörigen Portion gespielter Naivität hinzu und hoffte darauf, dass der Mann dann seine Meinung zum Ausdruck bringen würde.
Vor einem Gewaltausbruch hat die Bardin keine Angst, denn immerhin ist sie eine gutaussehende junge Frau und kein Mann würde einer solchen ein Haar krümmen, vor allem, wenn sie etwas dümmlich und naiv rüber kommt.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 28.02.2010, 20:03:43
Da Mika sich den düster aussehenden Einzelgänger vorknöpfte und ihr die Frau nicht gefährlich genug erschien, begab sie sich zu den Betrunkenen, in der Hoffnung diese Vertreiben zu können bevor der Gnom seine Maschine anwarf. Auch wenn die drei in diesem Zustand keine ernsthafte Schlägerei mehr anzetteln konnten, war es doch besser diese Störenfriede los zu werden.
So baute sich Rin vor den Männern auf eine Weise auf, die Hauptmann Tryann Konkurrenz machen könnte und sah jeden von ihnen mit ernstem, würdevollen und kalten Blick an. "Es ist spät. Was haltet ihr davon jetzt schlafen zu gehen?" Obwohl die Worte neutral, beinahe freundlich klangen und Rin den Speer weiterhin scheinbar locker in ihrer Hand hielt, bestand eigentlich kein Zweifel daran dass sie ungemütlich werden konnte wenn ihrem höflichen Vorschlag nicht nachgekommen wurde. Die Präsenz die sie ausstrahlte überschattete ihren wenig beeindruckenden Körperbau. Die Macht ihrer Worte kam von innen... oder kam sie von einem ganz anderen Wesen?
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 03.03.2010, 16:10:04
Als Waldemar den vorderen Rand der Menge erreicht löst er sich von den Anderen Zuschauern und geht auf den Gnom zu. Mit einem freundlichen, aber besorgten Gesichtsausdruck spricht er den Gnom an: "Guten Abend, kann ich mit Euch ein paar Worte wechseln?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Beldin Gilvaran am 08.03.2010, 13:02:21
Beldin hatte die ganz Zeit fasziniert den Arbeiten des Gnoms zugeschaut. Die dummen Kommentare, die das ungebildete Pack in seiner Umgebung von sich gab, hatten ihm mehr als einmal ein unwilliges Stirnrunzeln entlockt, doch war er klug genug gewesen, seine Meinung für sich zu behalten, schließlich schien der Gnom sich auch nicht sonderlich dran zu stören.

Er war sich selbst noch nicht ganz im klaren darüber, was er von dem wagemutigen Vorhaben des Gnoms halten sollte, auf der anderen Seite hatte er sein Leben ja selbst den Sternen verschrieben und konnte daher die Faszination nachvollziehen, die das auf ein so neugieriges Volk ausüben musste. Meister Gerom wäre sicher Feuer und Flamme gewesen. Obwohl er nie über die Möglichkeit von Sternenreisen gesprochen hatte und es verwunderlich gewesen wäre, wenn er nie von diesem Gnom hier gehört hätte. Also gab es vielleicht doch einen Haken?

Er wurde aus seinen Gedanken gerissen, als ihm jemand auf den Fuß trat. Die gemurmelte Entschuldigung kam seinem empörten Kommentar zuvor und als er erkannte, dass der Übeltäter selbst geschubst worden war, behielt er ihn ganz für sich und nickte nur stumm. Waldemar war der unfreiwillige Urheber des Zwischenfalls gewesen, als er sich durch die Menge geschoben hatte und damit eine Bewegung unter den Schaulustigen ausgelöst hatte. Was wollte der denn jetzt von dem Gnom?

Interessiert schob sich Beldin nun selbst auf den Rand der Menge zu, um besser hören zu können, was da vor sich ging.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 10.03.2010, 14:58:03
Der Mann starrte Mika einen Augenblick an, und antwortete dann mit leiser, gefühlskalter Stimme. "Das ist falsch. Das ist einfach falsch. Dieser Bastard fordert die Rache der Natur heraus."

Als sich Calfay vor den jungen Männern aufbaute, begannen diese zuerst, Späße auf die Kosten der jungen Frau zu machen. Als sie dann aber mit beeindruckender Präsenz zu den Männern sprach, verschlug es den Betrunkenen die Sprache. Einen Moment blickten sie irritiert zwischen Calfay und ihren Freunden hin und her, dann wandten sie sich kleinlaut ab und machten sich auf den Weg zu ihren Zelten.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 10.03.2010, 15:00:23
Der Gnom sah Waldemar nur kurz an, und arbeitete dann weiter daran, eine große Schraube festzuziehen. Erst als diese sich nicht mehr bewegen ließ, stieg der Mann von seinem Konstrukt ab, stemmte die Hände in die Hüften, und fragte ungeduldig: "Was möchtet ihr?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 11.03.2010, 06:44:24
Mit gedämpfter Stimme sagte Waldemar "Ich wollte Euch nur darauf hinweisen, dass ich ein Gespräch gehört habe, in dem angedeutet wurde, dass es Leute gibt, die Euch von Eurem Experiment abhalten wollen, zur Not mit Gewalt. Und wenn man sich bei den Zuschauern hier umhört scheinen nicht alle glücklich zu sein über Euren Fortschritt, so dass ich geneigt bin dieser Andeutung zu glauben. Seid also auf der Hut."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 11.03.2010, 16:33:25
"Wenn die Luftgeister ein Problem mit dem Gnom haben, dann werden sie ihm zeigen, was mit denen passiert, die sich in ihre Gefilde einmischen. Aber nicht uns, dessen bin ich mir sicher." Sagte Mika und sprach wieder lauter als nötig. "Oder glaubt ihr, dass die Luftgeister böse sind? Sie werden sicher nicht uns bestrafen.
Außerdem glaube ich, dass der Gnom es wagen sollte. Wenn die Luftgeister sich wehren und alle davon erfahren, wird es nie wieder jemand geben, der sowas wagen wird. Wenn der Gnom wirklich den Zorn der Geister erhebt, dann zum letzten Mal. Deshalb denke ich, dass es für alle das Beste ist, wenn er es versucht."
[1] Dann lächelte Mika den Mann an, nachdem sie, ihrer Meinung nach, gute Argumente vorgebracht hatte, um dem Mann etwas Wind aus den Segeln zu nehmen. (http://games.dnd-gate.de/index.php/topic,4464.msg589668.html#msg589668[/url)
 1. Diplomatie 17
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 11.03.2010, 20:52:34
Na also, dachte Rin, ist doch gar nicht so schwierig.
Nachdem die Betrunkenen schonmal weg waren gesellte sie sich wieder zu den Schaulustigen und beobachtete Mikas Gespräch mit dem düsteren Mann. Der Alptraum eines jeden Wissenschaftlers, wie ihr schien. 'Er fordert die Rache der Natur heraus.' So ein Schwachsinn.
Um die Überredungsversuche ihrer Freundin nicht zu behindern tat Rin als würde sie sich nach Verdächtigen umsehen und gar nicht auf die beiden achten.[1]
 1. Bluff 19
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 02.04.2010, 11:29:20
Entgeistert blickte der Mann Mika an. "Ihr habt noch nie einen wütenden Geist erlebt, oder? Ich schon. Er hat mein halbes Dorf ausgelöscht. Und warum? Weil mein kleiner Bruder der Ansicht war, er müsse eine Höhle erforschen. Eine Höhle, von der alle gesagt haben, dass sie geheiligter Boden ist und nicht gestört werden darf."

Das Kinn des Mannes zitterte leicht, als er wieder zu dem Gnom sah. "Es würde mich nicht wundern, wenn wir morgen früh alle tot sind."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 02.04.2010, 11:34:22
Für einen Moment sah der Gnom Waldemar erschrocken an. Dann schüttelte er den Kopf. "Davon will ich gar nichts wissen."

Er wandte sich um, und begann wieder, an einer der Schrauben seines Geräts zu drehen. "Was soll ich mit einer Information, auf die ich nicht reagieren kann? Ich kann weder schneller fertig werden, noch mich verteidigen. Ich bin Wissenschaftler, kein Raufbold. Durch eure Warnung habt ihr nur bewirkt, dass ich nervös bin und mich schlechter konzentrieren kann. Das ist nicht zielführend."

Plötzlich hielt er inne in seiner Arbeit. "Entschuldigt", meinte er, ohne sich umzudrehen. "Ich weiß, ihr habt es gut gemeint. Aber ich bin zu oft an der Ignoranz der Leute gescheitert. Ich kann dieses alte Lied einfach nicht mehr hören. Nun gehe ich schon raus in die Wildnis für meine Experimente, und jetzt gibt es immer noch wen, der mich aufhalten will."

Er zuckte mit den Schultern, und setzte seine Arbeit fort. "Das ist wohl der Fluch jener, die die Welt zum Positiven ändern wollen."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Beldin Gilvaran am 04.04.2010, 22:30:31
"Ihr wollt die Welt verbessern, indem Ihr euch von ihr entfernt? Interessanter Ansatz."

warf Beldin trocken ein, den seine Neugier immer weiter zu den beiden Gesprächspartnern herangeführt hatte.  Gleich aber hob er beschwichtigend die Hände.

"Im Ernst, hochinteressant. Ich kenne ja den ein oder anderen Gnom, der sich von Berufs wegen mit den Sternen beschäftigt - vielleicht sagt euc ja der Name Gerom etwas - doch habe ich nie davon gehört, dass es jemand wagen würde, ihnen entgegenzufliegen. Sagt, wie wollt ihr dass den eigentlich anstellen. Euer Gefährt scheint aus Materialien gemacht, die eher aus der Luft zu Boden fallen würden, als nach oben zu schweben, aber dafür habt Ihr doch sicher eine Lösung gefunden, bevor Ihr euch an die Arbeit gemacht habt, nicht wahr?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 05.04.2010, 19:18:27
"Gerom?" Die Augenbrauen des Gnoms hoben sich. "Ihr meint Gerom Mellodan? Den kenne ich sogar persönlich. Naja", räusperte er sich kurz, "ich habe ihn seit über zwanzig Jahren nicht gesehen, und bekannt geworden ist er erst später. Aber ich habe einige seiner Schriften gelesen. Mag man kaum glauben, was aus ihm geworden ist. Damals haben wir uns durch die Kneipen gesoffen, bis wir nicht mehr laufen konnten."

Zum ersten Mal huschte ein Lächeln über das Gesicht des Gnoms. "Das waren Zeiten. Trotz des Alkohols hatten wir jeden Abend philosophische Diskussionen. Wir waren zu fünft. Ja, das waren Zeiten..."

Kurz schüttelte der Gnom den Kopf, und schenkte Beldin ein weiteres Lächeln. "Danke für den kurzen Ausflug in die Vergangenheit. Aber um eure anderen Fragen zu beantworten: Mein Konstrukt hat noch einige verborgene Elemente, die erst bei Gebrauch zum Vorschein kommen. Zum anderen kann ich unter Beachtung einiger naturwissenschaftlicher Regeln theoretisch jeden Gegenstand zu den Sternen befördern, egal wie schwer er auch sein mag. Letztlich ist das alles eine Frage der Balance. Schaffe ich ein Ungleichgewicht, kümmert sich die Natur von ganz alleine darum, wieder ein Gleichgewicht herzustellen. Das mache ich mir zunutze."

Auf einmal erschien der vorher so ernsthafte Gnom gelöst und entspannt. Es war offensichtlich, dass er das Gespräch genoss.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 05.04.2010, 22:08:57
"Dann hoffen wir mal, dass alles gut geht, haltet einfach die Augen offen, es ist besser einem Angreifer gegenüber zu stehen, als ihn unerwartet im Rücken zu haben." dann blickte er Beldin an "Wir sehen uns dann später"
Mit diesen Worten verabschiedete sich Waldemar von dem Gnom und dem Magier und begann sich vorsichtig durch die Menge in Kreisen um das Gerät des Gnomes zu bewegen und dabei nach Personen ausschau zu halten die so aussahen als ob sie ärger machen könnten.
[1]
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Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 06.04.2010, 09:45:40
Eretria suchte eher ruhig und mit Blicken die umstehenden Zuschauer ab. Während ihre Gefährten offensichtlich mit einem Teil der Verdächtigen einfach Gespräche anfingen, lief die Priesterin von Mutter Sonne und den zwei Monden eher ziellos durch die Gruppe der Interessierten. Sie hatte nicht vor, jemanden direkt anzusprechen, sie wollte vielmehr versuchen zu erkennen, ob jemand einen direkten Angriff auf den Gnom plante. Auch wenn Eretria sich sicher war, dass es nicht für einen Gnom bestimmt war zu Mutter Sonne zu fliegen, war sie auch der Ansicht, dass der Mann diese Erfahrung ruhig alleine machen dürfte. Es gab keinen Grund für irgend einen Zuschauer, den Gnom nicht diese Erfahrung machen zu lassen. So drehte die Priesterin einfach weiter ihre Runde in gemächlichem Tempo um den kleinen Platz herum, der von dem seltsamen Apparat des Forschers eingenommen wurde.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 08.04.2010, 13:05:05
Mit dem Voranschreiten des Abends löste sich die Gruppe der Schaulustigen allmählich auf. Nach einiger Zeit blieben nur noch der Mann mit dem harten Gesicht, mit dem Mika sich unterhielt, sowie die rothaarige Frau, die über den Gnom geschimpft hatte, und ihr elfischer Begleiter.

Die anderen Reisenden hatten sich entweder in ihre Zelte oder Wagen zurückgezogen, und genossen den Abend an der Wärme eines Lagerfeuers.

Noch immer konnten die Abenteurer nicht genau sagen, wer es nun auf den Gnom abgesehen hatte. Wer auch immer es war, hatte aber nicht mehr viel Zeit, denn allmählich näherte sich der Gnom dem Abschluss seines Projekts. Immer wieder stellte er sich in einigen Metern Abstand vor seine Konstruktion, nickte, schüttelte den Kopf, und murmelte etwas wie "Das noch, das passt noch nicht..."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 09.04.2010, 11:05:52
Der weitere Abend verlief weitgehend ruhig. Einige der Reisenden feierten etwas lauter an ihren Lagerfeuern, und aus dem einen oder anderen Zelt waren die Geräusche des Liebesspiels zu hören. Der Alkohol, der herumgereicht worden war, hatte hier sicherlich seinen Teil dazu beigetragen.

Um den Gnom und seine Konstruktion kümmerte sich irgendwann niemand mehr. Jedenfalls nicht, bis ein triumphierender Ruf von ihm zu hören war. Es musste schon nach Mitternacht sein, und die meisten Reisenden schliefen tief und fest. Der eine oder andere Neugierige kam aber aus den Zelten hervor, um nachzusehen, was vor sich ging.

Die Konstruktion hatte sich deutlich verändert. Im Licht einiger Fackeln, die der Gnom in den Boden gerammt hatte, konnte man einen seltsamen weißen Schlauch erkennen, der unter den großen Weidenkorb führte, der die Basis des Konstrukts war. Dieser Schlauch spaltete sich nach einem kurzen Stück in vier kleinere Schläuche, die weiter nach oben führten.

An den Stangen, die über den Korb nach oben ragten, hatte der Gnom jetzt einige weiße Segel angebracht - so sah es jedenfalls zunächst aus. Diese "Segel" waren allerdings mit den kleineren Schläuchen verbunden, und wurden nach und nach aufgebläht. So wurden sie zu großen Ballons.
Die Windräder, die ganz oben an der Konstruktion angebracht waren, begannen sich langsam zu drehen - und das, obwohl kein Wind wehte. Auch einige weitere Gerätschaften an dem Gebilde fingen nach und nach an, sich zu bewegen. Ein wenig wirkte es, als würde ein skuriller Golem zum Leben erwachen.

Der gnomische Erbauer stand mit großen Augen vor seinem eigenen Werk, und klatschte dabei aufgeregt in die Hände. "Es funktioniert. Es funktioniert tatsächlich!" murmelte er.

"Nein, das tut es nicht!" hörte man eine Stimme, die von etwas weiter hinter dem Konstrukt kam. Im gleichen Moment stürmten zwei vermummte, menschengroße Gestalten auf den Gnom zu. Sie trugen vollständig schwarze Kleidung sowie Gesichtsmasken, bei denen nur die Augen zu sehen waren. Der eine trug ein Schwert in der Hand, der andere eine Fackel und ein Netz. Bevor der Gnom reagieren konnte, wurde das Netz über ihn geworfen, und die Angreifer stießen ihn zu Boden.

"Jetzt bekommen du und dein komisches Gerät, was ihr verdient!" fauchte der Angreifer mit dem Schwert, der sich offenbar gerade in Position brachte, um den wehrlosen Gnom zu verprügeln. Der Angreifer mit der Fackel hingegen wandte sich dem Konstrukt des Gnoms zu.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 09.04.2010, 12:33:12
Schon bei dem Ruf wurde Waldemar klar, dass jetzt der Angriff beginnen würde. Sofort lief er zum Gnom um ihn vor eventuellen Angreifern zu schützen und zog dabei seine Waffe.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 09.04.2010, 13:14:33
Milan hatte die ganze Zeit über unverwandt dem Gnom bei seiner Tätigkeit zugesehen und freute sich mit ihm, als er endlich am Ende der Werkelei angekommen zu sein schien. Als er jedoch den Schrei der beiden Angreifer vernahm, riss er seinen Rapier heraus und drehte sich auf der Stelle und ließ das Metall gegen das Holz der Fackel schlagen, mit der einer der Beiden der Konstruktion - nach Milans Meinung - zu nahe rücken wollte.

"Was verdienen der Gnom und seine Gerätschaft denn, werte Herren?", fragte Milan ruhig, spürte jedoch wie die Anspannung Besitz von ihm ergriff.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 12.04.2010, 12:50:17
Als die beiden Raufbolde sich dem kleinen Mann näherten, war eretria schnell auf den Beinen. Dies war genau, was sie befürchtet hatte. Irgendwelche Heißsporne, die der Meinung waren, dass der Wille der Götter oder Himmelsgeister durch ihr eigenes Tun gezeigt werden müsste. Entschieden trat sie den Männern entgegen und ließ sich dabei auch nicht von den heranstürmenden Freunden aufhalten.
"STOP! Was glaubt ihr, wer ihr seid, dass ihr hier mit Feuer euren Willen durchsetzen könnt!" Die Augen der blonden Priesterin scheinen fast zu glühen vor Zorn, als sie einen weiteren Schritt auf die beiden zumacht. "Ihr werdet nicht mit Feuer hier hantieren und das ganze Lager gefährden, ihr Narren!"
Dann begann die Frau mit der Inkarnation eines Wunders. Sie holte einen kleinen silbernen Barren hervor und hielt diesen in Ihrer Hand. Dann pries Sie die Tugenden der Schönheit des Mondes in einer wunderschönen aber auch tot klingenden Sprache. Die Wörter Ihrer liebevollen Erklärung umspielten den Raufbold mit der Fackel fast liebevoll und ein helles silber-weißes Glühen umspielte den Mann. Doch es war schneller vorbei und irgendwie war die Welt dunkler danach. Fast als hätten die Betrachter einen Moment die wirkliche Schönheit der zwei Monde gesehen.[1]
"Entwaffnet den Fackelträger! Er wird einige Augenblick leicht zu überwinden sein." Der Befehl von Eretria war an niemanden spezielles gerichtet, ließ aber an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig.
 1. Moon Lust auf den Fackelträger
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 12.04.2010, 21:43:58
Der Mann mit der Fackel sah Milan aus zornigen Augen an. "Das hier geht dich nichts an, halt dich einfach raus, klar?"

Trotz seiner Worte zögerte der Angreifer. Er hielt sich immer noch kampfbereit, machte im Augenblick aber keinen Vorstoß. Dafür gelang es seinem Kumpanen, dem am Boden liegenden Gnom mitten ins Gesicht zu schlagen. Erst Eretrias bestimmte Worte ließen ihn aufblicken. Er schien ernsthaft überrascht, dass jemand versuchte, ihn aufzuhalten.

Als Eretria ihren Zauber aufsagte, blickte sein Kumpan mit der Fackel zum Himmel. Sein Blick wanderte hinauf zu den beiden Monden, wechselte zwischen ihnen hin und her. Schließlich schüttelte er den Kopf, doch offenbar hatte er den Bann nicht ganz abgeschüttelt. Er blinzelte heftig mit den Augen, und schien nichts mehr sehen zu können.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 13.04.2010, 12:04:44
Trotz Eretrias Bitte den Fackelträger zu entwaffnen stürmte Rin auf den anderen Übeltäter zu und versuchte ihm das Schwert aus der Hand zu schlagen[1].
 1. Angriffswurf: 13
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 14.04.2010, 16:54:33
Kurz hinter Calfay folgte Mika, die nicht daran dachte jemand zu entwaffnen, sondern darauf aus war diese Typen von dem Gnom fernzuhalten. Aus diesem Grund versuchte die Bardin ihrer Mitstreiterin zu helfen, den Gnom von seinem Angreifer zu befreien[1].
Mit Sicherheit hat sich der Bursche, über den beide Damen nun hergefallen waren, schon immer davon geträumt, dass sich die Frauen so um ihn reissen, nur nicht gerade auf diese Weise.

 1. Aid another 12 (http://games.dnd-gate.de/index.php/topic,4464.msg598409.html#msg598409)
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 17.04.2010, 14:31:21
Mikas plötzliches Eingreifen irritierte den Mann mit dem Schwert so, dass es Calfay gelang, ihm gerade im richtigen Augenblick das Schwert aus der Hand zu schlagen. Verschreckt zog er sich einen Schritt zurück. Sein Kollege mit der Fackel hatte noch immer Schwierigkeiten, etwas zu sehen. Er war eher damit beschäftigt, seine Augen zu reiben, als sich um mögliche Kampfhandlungen zu kümmern.

"Was soll denn das?" fluchte der Mann, der gerade das Schwert verloren hatte. "Alle waren dagegen. Warum mischt ihr euch jetzt ein?"

Er schien ehrlich überrascht über das beherzte Eingreifen der Abenteurer.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 18.04.2010, 11:37:44
"Wer sind für euch 'alle'?" antwortete Rin. "Es gibt nicht nur euch und eure Freunde auf der Welt. Es gibt auch Leute die ungestört ihrer Arbeit nachgehen wollen und welche die sich für diese Arbeit interessieren."
Erklärte sie diesen nicht sehr hellen Typen. Sie trat einen Schritt näher an den nun Schwertlosen heran und hielt ihm die Speerspitze unter die Nase. "Wenn ihr jetzt aufgebt werden wir euch verschonen."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 18.04.2010, 11:52:35
Mit weit aufgerissenen Augen starrte der Mann auf die Speerspitze. "O... okay. Ist ja gut. Ich nehme mir nur mein Schwert und mein Netz und dann verziehen wir uns. Einverstanden?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 18.04.2010, 12:53:48
Einen Moment lang dachte sie nach, dann schüttelte Rin den Kopf. "...Nein. Die Waffen behalten wir."
Sonst stehen die morgen wieder auf der Matte sobald wir weg sind.
Den Speer nahm sie noch immer nicht weg, vielleicht fiel den anderen noch etwas ein was man mit den beiden machen konnte. Auf eine Verhaftung würde sie hier, weit ab von jeglicher Stadt nicht bestehen, aber einfach so gehen lassen?
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 18.04.2010, 14:48:30
"Aber..."

Er zögerte kurz, und schielte auf sein Schwert, das auf dem Boden lag. Schließlich ließ er die Schultern sacken.

"Also gut. Komm, wir gehen", wandte er sich an seinen Kumpanen, der so allmählich wieder mit dem Blinzeln aufhörte.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 20.04.2010, 13:29:32
Eretria nickte Calfay zufrieden zu. Die ehemalige Schreiberin hatte dies sehr gut gelöst. Dann, als sich die beiden Raufbolde zurück ziehen wollten, schritt die Priesterin aber doch noch ein.
"Einen Augenblick ihr beiden! So schnell seit ihr noch nicht entlassen." Die Worte der Priesterin von Mutter Sonne und den zwei Monden waren scharf. Dann wandte sie sich an den am Boden liegenden Gnom. "Geht es euch gut? Fehlt euch etwas?" Der Ton war besorgt und der Blick der blonden Priesterin ließ keinen Zweifel, wenn die Frau für irgendwelche Dinge, die der Gnom antworten würde, zur Verantwortung ziehen würde.
Dann kniete sich die Frau hin und untersuchte den Gnom schnell nach Verletzungen.[1]
 1. Healcheck auf Gnom: 22 (http://games.dnd-gate.de/index.php/topic,4464.msg600413.html#msg600413)
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 20.04.2010, 14:51:16
Langsam richtete sich der Gnom auf, und befreite sich dabei mit Eretrias Hilfe von dem Netz, das noch immer auf ihm lag. Durch den Schlag ins Gesicht hatte seine Nase angefangen zu bluten, doch offenbar war die Wunde bereits dabei, zu verheilen. Der etwas blutverschmierte Anblick des Gnoms machte einen wesentlich schlimmeren Eindruck, als die Verletzungen tatsächlich waren, wie die Priesterin schnell feststellte.

Der Gnom allerdings schien sich ohnehin nicht für seine Wunde zu interessieren. Er sah ängstlich zu seinem Konstrukt, und fragte: "Haben sie es kaputt gemacht? Bitte sagt mir, dass noch alles heile ist."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 20.04.2010, 17:22:53
"Soweit ich sehen konnte sind sie nicht bis zu Eurem Apparat gekommen." sagte Waldemar. "Gibt es noch mehr von Euch, oder haben wir jetzt ruhe?" fügte er als Frage an die Beiden hinzu.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 20.04.2010, 18:23:00
Milan beobachtete die Entwicklung ruhig und drückte schließlich, als die Zwei aufgaben, die Fackel des Mannes mit dem Rapier hinunter, bevor er ihm jene aus der Hand nahm. Er steckte seinen Rapier zurück in die Scheide, nahm seine Wasserflasche und löschte mit dem Inhalt die Fackel, dann reichte er sie an den Angreifer zurück. "Mir hat meine Mutter beigebracht, dass man mit Feuer nicht spielt." Er befestigte seine Wasserflasche wieder an seiner Seite und legte eine Hand zurück auf das Heft des Rapiers, nur für den Fall, dass die Zwei noch einmal einen Anflug von Aufsässigkeit entwickeln sollten.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 21.04.2010, 07:31:57
Der ehemalige Schwertträger schüttelte auf Waldemars Frage den Kopf. "Wir haben das zu Zweit geplant."

Sein Kumpan ließ sich ohne Widerstand die Fackel abnehmen, und gesellte sich dann zu dem anderen Mann.

Der Gnom seufzte erleichtert, als Waldemar erklärte, dass die Konstruktion keinen Schaden genommen hatte. Sein Blick war sanft und verletzlich wie der eines kleinen Jungen, als er der neben ihm knienden Eretria ein leises "Danke" sagte. Dann stand er schließlich auf, holte ein Tuch aus einer seiner vielen Taschen und begann damit, das Blut aus seinem Gesicht zu wischen.

Die beiden Angreifer schienen ihn nicht weiter zu interessieren.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 21.04.2010, 13:10:03
Eretria stand mit dem Gnom gemeinsam auf, als sie erkannte, dass dem Mann nichts weiter fehlte. Dann drehte sich die Frau zu den beiden Männern um, welche den Angriff durchgeführt hatten. Mit einem Stirnrunzeln strich sie ihre Kleidung glatt, bevor sie die beiden Männer an funkelte:
"Was glaubt ihr eigentlich, wer ihr seid, dass ihr einen Mann überfallen könnt und nur wegen eurer grandiosen Idee riskiert viele Menschen zu gefährden? Hätte ihr euch hingestellt und auf den Funkenflug geachtet? Ziemlich sicher nicht, ihr Leuchten! Das ganze Lager hätte Feuer fangen können und warum? Weil ihr der grandiosen Meinung gewesen seid, dass dieser Mann nicht probieren darf zu fliegen!" Die Priesterin war offensichtlich ganz schön geladen. "Wenn ihr wirklich glauben würdet, dass nicht ginge, was der Gnom versuchen würde und sich die Windgeister dagegen sperren würden, bräuchtet ihr gar nichts machen! Glaubt mir die himmlischen Kräfte wissen sich in diesem Fall schon zu verteidigen. Geht mir jetzt aus dem Blick oder ihr werdet euch noch richtige Backpfeifen einhalten!"
Die Frau stellte sich nach dieser kleinen Strafpredigt mit Händen in den Hüften vor die beiden Halbstarken. Nun wartete sie darauf, dass sich die beiden verzogen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 22.04.2010, 09:00:45
Während die beiden Männer, obwohl sie besiegt worden waren, zunächst noch immer Haltung bewahrt hatten, zuckten sie unter Eretrias scharfen Worten nun sichtlich zusammen. Mit jedem Wort schrumpften sie ein deutliches Stück, bis sie am Ende an kleine, getretene Hunde erinnerten. Trotz ihrer Masken waren sie sichtbar froh, als die Priesterin sie endlich entließ, und so machten sie sich so schnell sie konnten davon.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 22.04.2010, 19:10:17
Mika freute sich, dass es Calfay geschafft hatte den Mann mit ihrer Hilfe zu entwaffnen, damit war viel erreicht und alles für den kleinen Siegeszug der ehemaligen Schreiberin geebnet.
"Gut gemacht." Sagte die Bardin, zu der wortgewandten Calfay und beobachtete die weiteren Entwicklungen.

Zum großen Glück der Gruppe blieb aber alles ruhig, keiner sah sich offenbar dazu genötigt sich für die beiden Jungspunde einzusetzen und ihren Taten Nachdruck zu verleihen - Kandidaten gab es schließlich vor Kurzem noch.
Danach konnte die junge Bardin wieder darauf hoffen, dass der Gnom bald fertig werden würde, um seinen Versuch zu starten. Selbst wenn sie wusste, dass sie im Notfall künstlerische Freiheit benutzen konnte, sollte der Bursche kläglich scheitern.
Wie heißt der Typ eigentlich? Fragte sich Mika auf einmal und fragte dann den Gnom: "Dürfte ich erfahren, wie ihr heißt. Ich bin Bardin, müsst ihr wissen."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 22.04.2010, 19:29:12
Mit hochgezogenen Augenbrauen sah der Gnom Mika einen Moment an. Dann lächelte er. "Oh, eine Künstlerin. Meine Hochachtung."

An die ganze Gruppe gewandt, antwortete er dann: "Ich bin Greovax von Thurenfels. Ich bin euch allen zu größtem Dank verpflichtet. Ohne eure Hilfe hätten diese Narren fünf Jahre Arbeit vernichtet, und dazu noch alle hier im Lager gefährdet. Solltet ihr jemals die Hilfe eines Erfinders und Konstrukteurs benötigen, stehe ich zu euren Diensten. Und solltet ihr jemals nach Hammershall kommen, seid ihr als Gäste in meinem Haus willkommen. Fragt einfach nach der Grünen Arkade, das ist eine Gaststätte, die meinem Bruder gehört. Ich wohne direkt links davon."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 23.04.2010, 19:46:53
Eretria verneigte sich leicht vor dem Gnom. "Niemand sollte jemanden angreifen, weil er etwas versucht und sich dabei auf etwas berufen, von dem er keine Ahnung hat." Die Priesterin sprach in einem fast belehrenden Ton, dann lächelte sie. "Ich bin Geweihte Eretria, die Bardin ist Mika. Sie ist die ehrlichste Person die ich kenne. Der Mann dort drüben ist Waldemar, der Elf ist  Beldin und der Mann, der sich so gut an die Worte seiner Mutter erinnern konnte ist Milan, mein Licht und mein Schatten."  Bei jedem der genannten zeigte sie kurz auf die entsprechende Person. Zuletzt deutete sie auf Calfay. "Doch eigentlich müsst ihr euch bei Calfay Rin hier bedanken. Schließlich war sie es, die so gedankenschnell gehandelt hat."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 24.04.2010, 00:24:25
"Danke Herr Greovax von Thurenfels" Sagte Mika und wiederholte dabei nicht ganz grundlos den Namen des Gnomes, denn sie wollte ihn sich so einprägen, damit sie ihn nicht vergisst, bevor sie ihn aufschreiben konnte.
Danach geschah etwas, dass sie fast alles vergessen konnte und sie hatte prompt Probleme, den Namen ihrem Geiste nicht entgleiten zu lassen, allgemein hatte sie Probleme, sich nicht so einiges entgleiten zu lassen. Ganz unbedarft und mit Sicherheit ohne jede Absicht hatte Eretria die junge Bardin schwer getroffen.
Eigentlich sollte sich Mika geschmeichelt von den Worten der Priesterin sein, doch stattdessen starrte die junge Frau geschockt ihre Weggefährtin an, bevor sie, eine der unehrlichsten Personen weit und breit, schuldbewusst ihren Kopf senkte. Just in dem Moment, wo sie den Blick von Eretria löste, hoffte Mika, dass niemand der Blick und Schrecken aufgefallen ist.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 25.04.2010, 01:38:26
Auch Rin versuchte sich den komplizierten Namen zu merken, damit sie ihn in ihr Notizbuch schreiben konnte. Obwohl es nicht ihre eigene Forschung war konnte sie der Maschine des Gnoms einen Absatz in ihrem Buch widmen. Ob sie wirklich funktionieren würde?
"Werdet ihr trotz dieses Angriffes eure Erfindung starten?" erkundigte sie sich neugierig.
Der Zeitpunkt schien günstig, denn wer würde versuchen ihn aufzuhalten nachdem schon die ersten beiden gescheitert waren?
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 26.04.2010, 12:42:31
Der Gnom verneigte sich kurz vor der Gruppe, als Eretria die einzelnen Personen vorstellte. "Selbstverständlich werde ich starten", beantwortete er dann Calfays Frage. "Es ist alles vorbereitet. Vermutlich ist es das Beste, wenn ich jetzt gleich starte - bevor noch jemand anders auf dumme Ideen kommt."

Er sah sich in der Gruppe um. "Hätte jemand Interesse, mir zur Hand zu gehen?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 26.04.2010, 13:24:49
Milan hörte nur halbherzig zu. Mit seinen Gedanken war er noch bei dem Angriff. Seine Augen richteten sich auf einen unbestimmten Ort, bis der Gnom fragte, ob jemand ihm behilflich sein würde. Weil er fasziniert von dem Tun des Gnoms war, trat Milan vor. "Ich würde Euch sehr gerne helfen, wenn Ihr erlaubt."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 26.04.2010, 22:40:38
"Ich auch." sagte Rin. "Was können wir tun?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 27.04.2010, 15:09:25
Mit einem Lächeln wandte sich der Gnom seiner Konstruktion zu, sammelte einige Werkzeuge auf und steckte sie in eine große Tasche. "Ich werde gleich mit Hilfe heißer Luft, die hier aus der Erde entströmt, die Maschinerie in Gang bringen. Es geht alles alleine, aber es ist sehr viel einfacher, wenn jemand hilft."

Damit warf er seine Tasche in den Korb, der im Zentrum seiner Konstruktion stand, und kletterte anschließend selbst hinein. "Ich bin soweit. Hier neben dem Korb verläuft ein Schlauch direkt in den Erdboden. Daran befindet sich ein Ventil, das geöffnet werden muss. Möglichst gleichzeitig müssen die Verankerungen gelöst werden, mit denen der Korb im Augenblick noch auf dem Boden gehalten wird."

Er sah zuerst zu Calfay. "Würdet ihr bitte das Ventil öffnen? Ihr müsst es einfach nur nach rechts drehen."

Dann sah er Milan an. "Und wenn ihr so freundlich wärt, die vier Verankerungen zu lösen - es gibt eine an jeder Seite. Es ist ein einfacher Zugmechanismus, ihr müsst nur einmal daran ziehen, dann schnappt die Verankerung zurück."

Schließlich blickte er noch einmal in die Runde. "Ich danke euch allen nochmals für eure Hilfe. Durch eure Hilfe kann ich einen meiner größten Träume verwirklichen... nun ja, zumindest wenn alles funktioniert. Und wenn nicht, werde ich zumindest hinzugelernt haben."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 27.04.2010, 19:40:22
Als sich der Gnom startbereit machte ging Waldemar an Milan vorbei zur anderen Seite der Konstruktion. Als er an Milan vorbeikommt sagt er kurz, "Ich übernehme die andere Seite." dann macht er sich bereit zeitgleich mit Milan die Verankerungen zu lösen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 27.04.2010, 22:39:41
Nur ein Ventil aufschrauben? Das klang einfach. Nachdem sie es analysiert hatte, griff Rin danach und wartete bis die anderen bereit waren.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 28.04.2010, 11:46:47
Eretria trat von der merkwürdigen, ihr völlig unverständlichen Konstruktion zurück. Sie wollte nicht bei diesem Versuch helfen. Sie hatte nur verhindern wollen, dass ein paar Wirrköpfe jemanden angriffen. Beim Zurückgehen fiel ihr der geschockte Blick von Mika auf, weswegen sich die Priesterin neben die Bardin stellte.
"Mache den Mund zu und schaue nicht wie ein erschrockener Hase: Du bist eine ehrliche Person und dies sollte auch erzählt werden. Ich denke, dass viele Menschen nie und nimmer dafür gesorgt hätten, dass wir das Pferd bekommen hätten." Einen kurzen Moment legte die Priesterin freundschaftlich die Hand auf die Schulter der Bardin, dann trat sie einen Schritt bei Seite und beobachtete das Spektakel, was in wenigen Augenblicken passieren sollte.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 28.04.2010, 12:38:08
Milan nickte Waldemar zu und trat dann an die Verankerungen, bereit sie zu lösen und dem Gnom zu helfen. Die Frage war nur, ob er ihn damit nicht direkt in sein sicheres Grab schickte.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 28.04.2010, 13:12:54
"Bereit?"

Der Gnom stand vor einigen Hebeln, die in dem Weidenkorb angebracht waren, und hielt zwei davon in den Händen.

"Zuerst die Verankerungen, dann das Ventil... und dann geht schnell auf Abstand. Und... los!"

Milan und Waldemar lösten die Verankerungen, während Calfay das Ventil öffnete, das sogleich zischende und fauchende Geräusche von sich gab. Im gleichen Moment finden die verschiedenen Schläuche, die an dem Konstrukt hingen, an, sich wie wild gewordene Schlangen zu bewegen, während an verschiedenen Stellen des Geräts Windräder, Ventile und Hebel in Bewegung gerieten. Die Ballons blähten sich noch weiter auf, bis sie kurz vorm Zerplatzen waren.

Immer wieder ging ein leichter Ruck durch den Weidenkorb. Er hüpfte und tanzte auf dem Boden, als hätte er ein Eigenleben. Der Gnom hatte offensichtliche Mühe, sich auf den Beinen zu halten, und grinste dennoch wie ein kleiner Junge, der gerade das perfekte Geburtstagsgeschenk bekommen hatte.

Dann, plötzlich, gab es einen letzten Ruck - und der Weidenkorb hob sich vom Boden ab. Sanft wurde er durch unsichtbare Kräfte nach oben gezogen, Zentimeter für Zentimeter.

Greovax blickte für einen Moment fasziniert über den Rand des Weidenkorbs, dann betätigte er einen weiteren Hebel, und die Schläuche fielen von seiner Konstruktion ab und landeten auf dem Erdboden.

Der Gnom schwebte nun schon einen guten Meter über dem Boden. Er sah in die Gesichter der kleinen Gruppe, die ihm dieses Erlebnis ermöglicht hatte. Ein leises "Danke" ging über seine Lippen, dann betätigte er einen weiteren Hebel - und mit einem Mal beschleunigte sich sein Aufstieg.

Meter um Meter glitt seine Konstruktion nach oben, und kaum eine halbe Minute nach seinem Start war der Gnom schon mehr als zehn Meter vom Boden entfernt.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 28.04.2010, 14:25:55
"Erstaunlich, es funktioniert tatsächlich." rief Waldemar aus.
Eine Weile beobachtete er die Konstruktion wie sie in den Nachthimmel aufstieg. Doch dann holten ihn die Ereignisse des Tages wieder ein. Nur zu deutlich spürte er, dass er mittlerweile müde war. "Ich denke es ist das beste wenn wir uns jetzt hinlegen, morgen wollen wir immerhin weiterreisen." Sprach er in die Runde, dann drehte er sich um und ging in Richtung Lagerplatz.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 28.04.2010, 15:01:22
Ja, er flog. Und so schnell! Rin hätte ihm gerne noch länger dabei zugesehen, auch wenn sie die Maschine nicht verstand. Ein wenig beneidete sie den Gnom, der losgelöst von der Erde war und gerade einen grossartigen Ausblick haben musste. Sie kannte dieses Gefühl aus ihrem Traum. Wie gern würde sie auch in dieses Ding einsteigen und davonfliegen... aber das brauchte sie nicht. Ihre eigenen Forschungen würden ihr helfen die Sterne und die zwei Monde zu besuchen, wenn es so weit war.
Trotzdem sah sie ihm nach bis er verschwunden war[1] bevor sie sich auf den Weg zum Zelt machte.
 1. Nehm einfach mal an dass er damit jetzt wegfliegt und nicht gleich wieder landet  :D
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 28.04.2010, 15:31:18
Vom Boden aus schien es, als würde das Luftgefährt des Gnoms immer kleiner werden. Bald schon war der Gnom selbst nicht mehr zu sehen, schließlich verschwand das ganze Konstrukt in der Dunkelheit der nahenden Nacht. Zurück blieben lediglich einige Schläuche und andere technische Hilfsmittel, die der Gnom nicht mitgenommen hatte.

Nur einige wenige weitere Zuschauer hatten das ungewöhnliche Ereignis mitbekommen. Der Rest der Reisenden schlief bereits in ihren Zelten oder saß am Lagerfeuer, ohne etwas von dem Geschehen zu bemerken.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 29.04.2010, 09:25:34
Milan sah dem Gnom erstaunt und begeistert zugleich hinterher. Er hatte es also tatsächlich geschafft. Und wenn er das System von Greovax richtig durchschaute, war es sogar möglich, dass der kleine Erfinder wohl behalten wieder landete, solange nicht einer seiner Ballons platzte. Milan wünschte ihm in Gedanken alles Gute. Vielleicht würden sie einander ja wiedersehen. Schließlich aber streckte er sich, gähnte und machte sich auf den Weg zu seinem und Eretrias Zelt.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 29.04.2010, 12:32:06
Bevor die Gruppe sich schlafen legte, rief Milan noch einmal den Schildgeist Maruiko. Er unterhielt sich einige Minuten mit ihm, wobei Maruiko an der Geschichte des fliegenden Gnoms äußerst interessiert war. Milan versuchte noch, einige weitere Informationen aus Maruiko herauszubekommen, doch obwohl der Geist durchaus gesprächsbereit schien, wurde das Gespräch immer dann, wenn es interessant zu werden schien, durch die Befehle der früheren Besitzer des Schildes gestoppt.

Schließlich legten sich alle schlafen, und wie in den Nächten zuvor folgten die Träume...


"Was soll das heißen?" fragte Waldemar in scharfem Ton. "Ihr habt mich gebeten, euch zu vertrauen, und jetzt..."
"Auch ich bin nur ein Mensch", erklärte der Magier. "Aber es ist noch nicht alles verloren. Ich -"
"Ach, nein? Habt ihr nicht gerade gesagt, dass sie sterben werden? Was, bitte, ist denn noch nicht verloren, wenn sie alle sterben?"

Er bemerkte, wie sich seine Stimme überschlug, wie sein Herz aufgeregt in seiner Brust pochte. Das durfte doch nicht der Wahrheit entsprechen!

"Jedes Ende", erklärte der Magier, "ist auch ein Neuanfang. Das dürft ihr nie vergessen."


Waldemar schlug die Augen auf. Er war schweißgebadet. Nur noch schwach erinnerte er sich an die letzten Sekunden seines Traums...
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 29.04.2010, 12:41:51
Endlich... endlich! Calfay war nicht mehr allein. Ein anderer Drache, an ihrer Seite, einer, der die alten Werte noch achtete. Ein Gefährte.

Durch ihn hatte sie den Magier gefunden, in den sie alle Hoffnungen gesetzt hatte, und ihr Hoffen war bestätigt worden. Der Mensch hatte einen Plan. Er war verrückt, und es blieb viel zu wenig Zeit - kein Drache hätte sich jemals einen solchen Plan ausgedacht. Und doch, es könnte funktionieren. In jedem Fall war es den Versuch wert.

Und nun war sie hier, mitten über dem Ozean, auf dem Weg zu jenem einen Ort, den jeder Sterbliche, sogar jeder Drache, unbedingt meiden sollte. Sie war unterwegs zu Garachs Höhlen...



Mika lächelte. Dort lag er und schlief, sanft wie ein kleiner Junge. Sie spürte, wie nervös sie war. Sie hatte Angst. Morgen war der große Tag. Gewiss, sie brachte sich auch selbst in Gefahr... aber vor allem fürchtete sie um sein Leben. Sie wünschte, es gäbe einen anderen Weg. Aber sie hatte lange darüber nachgedacht. Es ging nicht anders, die Priesterin musste sterben, sonst würden die Qualen nie ein Ende nehmen...
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 29.04.2010, 12:47:02
"Hab keine Angst."

Die dunkle Stimme ihres Herrn berührte Eretria, tief in ihrem Innern. Alles, was er versprochen hatte, war auch eingetreten. Sie glaubte fest an jedes Wort, das er ihr sagte. Weshalb sollte sie auch nicht? Er war der Gesandte der göttlichen Mächte...

"Was auch immer passiert, meine Priesterin, es wird einen Platz für dich geben in der neuen Ordnung. Deine Taten werden nicht vergessen werden, und du wirst deinen Lohn in diesem und im nächsten Leben erhalten."

Sie zitterte, vor Aufregung. Ob nun auch die Einsamkeit enden würde?

"Es ist soweit. Das Ritual beginnt."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 29.04.2010, 13:01:08
Das helle Licht der Sonne reflektierte in dem kleinen Tropfen, der zu Boden fiel. Eine halbe Ewigkeit schien zu vergehen, bis der Tropfen den Boden erreichte und sich in einen kleinen, roten Fleck verwandelte.

Milan hatte es vollbracht. Der Feind war tot...



Beldin war verwirrt. Er wusste, er durchlebte wieder einmal einen Traum, in dem er nicht er selbst war. Doch etwas war anders.

Er sah sich um. Er befand sich in einer einfachen Hütte - seiner Hütte. Er lebte hier.

Die Tür öffnete sich, und eine junge Frau kam herein. Sie lächelte ihn an, und er spürte, wie die Liebe zu ihr in ihm aufflammte. Und er spürte noch etwas anderes. Eine Verbundenheit, die tiefer war als...

Lhaya. Chai’va. Und nun...

Es war die selbe Seele. Und sie war immer wieder zu ihm zurückgekehrt...
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 29.04.2010, 22:31:34
Als Eretria erwachte, wusste sie einen Augenblick nicht, wo sie war. Wieder ein merkwürdiger Traum, der ihr mehr Angst machte, als die Furcht, die sie in Himmelstor erlebt hatte. Was ist das? Träume ich meine Zukunft? Wie kann das sein? Was passiert hier?
Verwirrt stand die Priesterin auf und blickte kurz auf ihren Geliebten an ihrer Seite. Warum tauchst du nicht auf in diesem Traum, mein Licht? Leise zog sie ihr Gewand über und trat dann nach draußen, um mit einem Gebet an Mutter Sonne den neuen Tag zu begrüßen. Gerne hätte sie mit einem Priester über diese Träume gesprochen, so konnte sie damit nicht wirklich etwas anfangen und so war sie beunruhigt über das beherrschende Gefühl der Einsamkeit, dass ihre Träume begleitete.
Nachdem sie ihr morgendliches Gebet beendet hatte, stand die Priesterin auf und schaute sich an dem Rastplatz um. Sie wollte hören, was sich die Leute erzählten, bevor sie mit ihren Freunden aufbrach.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 02.05.2010, 09:01:39
Milan erwachte erfrischt und spürte noch immer die Zufriedenheit, die von seinem Traum ausging. Als er aufstand, war Eretria schon nicht mehr da. Er gähnte und verließ das Zelt, um an einem abgeschiedenen Plätzchen seine Morgenübungen zu machen. Der Traum ging ihm durch den Kopf. Er fragte sich, wer der Feind gewesen war, den er getötet hatte. Er atmete tief durch, als er nach einem Handstand wieder auf seinen Füßen zum Stehen kam, und begab sich zu einer Wasserquelle, um sich zu waschen. Er fuhr sich über sein Gesicht und musste feststellen, dass er langsam aber sicher verwahrlost aussehen würde, wenn er nicht bald eine Möglichkeit fand, sich zu rasieren. Nachdem er sich frisch gemacht hatte, ging er zurück zum Zelt und holte Maruiko heraus, um mit ihm zu sprechen und ihm einen guten Morgen zu wünschen. Er stellte den Schild schließlich neben das Zelt, damit er weiter mit Maruiko reden und gleichzeitig das Zelt abbauen konnte, während er nach seinen Gefährten Ausschau hielt.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 04.05.2010, 11:02:29
Waldemar erwachte später als für ihn üblich war. Das war jetzt schon der zweite Traum dieser Art. Er versuchte sich an das Gesicht des Magiers zu erinnern. Ob es ihn wirklich gibt? Und wenn ja will er mir wirklich helfen, oder mich nur manipulieren? Nun falls ich ihm begegne werde ich auf jeden Fall vorsichtig sein.
Dann begab er sich zu den Anderen zum Frühstücken, damit sie bald wieder aufbrechen konnten.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 04.05.2010, 13:23:26
Die meisten anderen Reisenden waren ebenfalls schon auf den Beinen, als die Gruppe nach und nach erwachte. Eretria konnte eine Reihe von Gesprächen rund um den nun verschwundenen Gnom hören. Während einige immer noch über den Erfinder lästerten oder über ihn fluchten, gab es nach seinem - für viele wohl unerwarteten - Erfolg auf einmal doch einige, die von ihm beeindruckt waren. Der Aufstieg alleine hatte ihn von einem Spinner in einen großen Erfinder verwandelt.

Interessant war ebenfalls ein Gespräch, das Eretria in der Nähe ihres eigenen Zeltes mitbekam. Die beiden Jungspunde, die direkt neben den Zelten der Gruppe gelagert hatten, unterhielten sich über ihre weitere Reise und ihre Pläne, sich als Stadtwachen anheuern zu lassen. Auffällig dabei war, dass einer der beiden angeblich sein Schwert in seinem Rucksack gelagert hatte, anstatt es am Gurt zu tragen - sehr zur Verwunderung seines Freundes. Größe und Statur des jungen Mannes passten ebenso zu dem gestrigen Angreifer mit dem Schwert wie seine Stimme.

Milans Gespräch mit Maruiko verlief ähnlich wie das am Abend davor. Auffällig war, dass der Schildgeist offenbar von einer weiteren Person berichten wollte, die in irgendeiner Weise mit dem untoten Mädchen verbunden war - doch die Befehle, die er erhalten hatte, hinderten ihn daran, mehr preis zu geben.
Trotz seines anfangs nicht besonders freundlichen Auftritts erschien Maruiko inzwischen fast wie ein normaler Begleiter der Gruppe. Er hielt sich mit seinen bösartigen Kommentaren zurück, und obwohl er keinen Hehl daraus machte, dass er dem Willen seines derzeitigen Besitzers unterworfen war, schien er tatsächlich daran interessiert, die Gruppe zu unterstützen - soweit es ihm in seinen engen Grenzen möglich war.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 05.05.2010, 14:35:16
Erertria musste mehrmals den Kopf schütteln, als sie jetzt die Menschen reden hörte. Auf einmal war der Mann ein verkanntes Genie, während gestern Abend ein paar Halbstarke, blindwütig diese erstaunliche Erfindung zerstören wollten, waren es nun fast die gleichen Leute, die das Gerät nun über den grünen Klee lobten. Das ärgerte die Priesterin ziemlich und war ihr auch unverständlich. Mit dieser Mischung aus Unverständnis und Wut näherte sich die blonde Frau wieder ihrem Zelt, welches Milan inzwischen abbaute.
Plötzlich wurde ihre Aufmerksamkeit von zwei jungen Männern angezogen. Die Worte der beiden ließen die Priesterin von Mutter Sonne und den zwei Monden aufhorchen. Betont lässig näherte sich die Frau den beiden Männern. Dabei schaute sie freundlich, aber einem aufmerksamen Beobachter wäre nicht dieses Funkeln in den Augen der Priesterin entgangen, welches ein Zeichen von unterdrückter Wut war.
"Wo wollte ihr denn der Stadtwache beitreten?" Die Frage war anscheinend völlig ohne Hintergedanken gestellt und in einem fast schon zuckersüßen Tonfall gestellt worden. Aber es war offensichtlich, dass die Priesterin sehr interessiert war.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 05.05.2010, 15:19:23
Während der eine der beiden Männer - jener, den Eretria verdächtigte, der Schläger von gestern zu sein - bei ihrem Auftauchen plötzlich zusammenzuckte, schenkte ihr der andere ein freundliches Lächeln. Die beiden Männer sahen sehr ähnlich aus und waren vermutlich Brüder, wie die Priesterin jetzt bemerkte.

"Wir wollen zur Großen Feste", erklärte der junge Mann, der Eretria mit einem Lächeln begegnet war. "Aber heute machen wir erst noch einen Abstecher nach Westen, unser Onkel wohnt in einem Dorf in der Nähe. Er war früher Mitglied der Stadtwache von Himmelstor, und, um ehrlich zu sein, er ist mein persönliches Vorbild."

Sein Bruder war über das Gespräch offenbar nicht sehr erfreut. Unsicher murmelte er: "Ich muss noch etwas aus dem Zelt holen", und verschwand im gleichen Moment im selbigen.

Etwas irritiert blickte der andere Mann ihm nach, zuckte dann mit den Schultern und sprach weiter. "Es gibt doch diese neuen Straßenräuber, die Morgensonne, oder wie die sich nennen. Und wir wollen jetzt zur Großen Feste und im Kampf gegen die Banditen helfen. Ich finde es wichtig, die Unschuldigen und Wehrlosen zu beschützen", erklärte er voller Inbrunst.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 06.05.2010, 00:21:06
Milan verfiel mittlerweile in einen Plauderton, wenn er mit Maruiko sprach. Er hatte nicht mehr das Bedürfnis, möglichst viel aus dem Schild heraus zu quetschen, sondern interessierte sich ernsthaft für das Leben dieses merkwürdigen Gegenstandes, der ihm längst wie ein Mensch erschien. Immer mehr bekam er den Gedanken, dass Maruiko ein Gegner sein könnte, nicht mehr mit seinen Gefühlen für den Schild zusammen. Als er schließlich mit dem Abbau des Zeltes fertig war, hockte er sich neben Maruiko. "Wenn du magst, kannst du uns wieder den Tag über begleiten." Einen kurzen Augenblick war Milan geneigt, den Schild nach der zweiten Person zu fragen, aber er wusste mittlerweile zu gut, dass Maruiko ihm wahrscheinlich nichts sagen würde oder könnte. "Komm, schauen wir erstmal, was Eretria da mit diesen Männern macht. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass das nicht nur eine kleine nette Unterhaltung ist." Er nahm Maruiko hoch und hätte beinahe den Schild benutzt. Erst im letzten Augenblick wurde er sich seiner Bewegung gewahr und hielt inne. Er fragte sich, ob es wohl jetzt, nachdem sie sich mehr oder weniger angefreundet hatten, noch immer so schwer sein würde, Maruiko seinem Willen zu unterwerfen. Andererseits hatte er ob dieser Frage Bedenken, ob er ihn wirklich unterwerfen wollte. Irgendwie gönnte er dem Schild ein wenig mehr Freiheit, aber die würde er wohl niemals haben, denn er war und blieb nun einmal ein Geist in einem Schild. Milan atmete tief aus und schlenderte unauffällig in die Nähe von Eretria und dem verbliebenen jungen Mann, wobei er darauf bedacht war, dass man nicht sogleich Maruikos Gesicht sah.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 06.05.2010, 08:00:21
Eretria hörte die Worte des jungen Mannes und lächelte ihn aufmunternd zu. "Ich finde, du hast recht. Es ist wichtig die Straßen und Städte sicherer zu machen. Banditen und Vandalen müssen daran gehindert werden, die Welt in einen Ort des Schreckens zu verwandeln."
Einen Augenblick schaute die Frau dem jungen Mann hinterher, der sich in das Zelt schlich, um ihr aus dem Weg zu gehen, dann sprach sie weiter mit dessen Bruder. Sie sprach dabei laut genug, dass auch der im Zelt verschwundene junge Mann sie verstehen konnte. "Wenn ihr einer Stadtwache beitreten wollt, müsst ihr auch immer verstehen, dass jeder eine zweite Chance verdient, der eine Dummheit begangen hat. Gestern Abend haben sich die Leute über den Gnom erregt und ein paar wollten in der Nacht ihr Mütchen kühlen. Weil ich und meine Freunde hier aber bereits in Himmelstor für die Stadtwache gearbeitet haben, sind wir heute Nacht dazwischen gegangen. Nach ein paar ermahnenden Worten, waren alle wieder friedlich. Und die Unruhestifter haben wohl ihren Fehler erkannt. Euer Onkel wird euch sicherlich noch mehr darüber erzählen können, wie so etwas zu machen ist." Die Priesterin schien bester Laune zu sein. Ihr war offensichtlich daran gelegen den beiden Männern ein paar Ratschläge zu geben.
"Ich wünsche euch viel Erfolg und passt auf euch auf. Ich denke die Banditen sind nicht auf die leichte Schulter zu nehmen." Dann grinste sie noch ein wenig breiter: "Vielleicht sieht man sich mal wieder, denn auch unser Weg führt zur Großen Feste. Es würde mich freuen, wenn ich euch dann in der Stadtwache sehen würde. Möge Mutter Sonne euch immer scheinen und die zwei Monde euch stets beschützen."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 06.05.2010, 09:18:56
Wissbegierig hörte der junge Mann Eretrias Ausführungen zu. "Ja, sowas sagt mein Onkel auch immer. Er hat mir erzählt, dass er bis vor zwei Jahren unter einem Hauptmann gearbeitet hat, der früher selbst ein Straßendieb war. Und heute gehört der Hauptmann wohl zu den besten Leuten, die die Stadtwache in Himmelstor hat. Der hat wohl sogar Beförderungen abgelehnt, weil er unbedingt im aktiven Dienst auf der Straße bleiben wollte."

Dann senkte er seine Stimme, und neigte sich leicht zu Eretria vor. "Mein Bruder Kavor ist da etwas hitzköpfig. Ich muss ihn manchmal erinnern, dass es darum geht, Frieden zu schaffen, und nicht darum, Leute zu bestrafen. Aber das lernt er auch noch", schloss er mit einem Lächeln.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 06.05.2010, 15:59:46
Schließlich machte sich die Gruppe wieder auf den Weg. Einige andere Reisende waren ebenfalls unterwegs von Himmelstor zur Großen Feste, und so wurden die Abenteurer Teil einer kleinen Karawane, die den Weg über die Große Straße gemeinsam hinter sich brachte.

Milan hielt sich mit Maruiko oftmals ein wenig fern der anderen Reisenden, um dem Schildgeist die Gelegenheit zu geben, die Umgebung zu betrachten. Maruiko plauderte darüber, dass er die Gegend kannte - das untote Mädchen hatte offenbar eines Abends vergessen, ihn fortzuschicken, so dass er einen ganzen Tag mit ihr gereist war, und die Umgebung betrachten konnte.
Das Mädchen war nicht direkt über die Straße gereist, sondern ein wenig abseits entlang der Wiesen und Wälder. Doch die Gegend, da war sich Maruiko sicher, war genau die, die er kennengelernt hatte.

Die Händler und anderen Reisenden - insgesamt umfasste die Gruppe mehr als zwanzig Personen - hatten zwar viel zu erzählen, doch bis auf Geschäftsgespräche und Lebensgeschichten gab es für die Abenteurer nicht viel zu hören. Interessant war lediglich die Information, dass es nicht allzu weit von hier einen kleinen, verlassenen Festungsturm gab - ein Ort, der gerne von Reisenden auf der Großen Straße als nächtliche Unterkunft genutzt wurde.

Es war Waldemar, der am späten Nachmittag eine Pause einlegte. Eher zufällig hatte er nahe der Straße eine Spur bemerkt - Abdrücke großer Tatzen, die er im ersten Moment für große Wolfsspuren hielt. Als er jedoch näher hinsah, erkannte er, dass es die Spuren eines Worgs waren - eine magische Bestie, wie er sie gelegentlich in den Randgebieten des Lilliolen gesehen hatte. Die gefährlichen, wolfsähnlichen Kreaturen waren besonders für ihre Intelligenz bekannt, waren aber auch im Kampf ein nicht zu unterschätzender Gegner - auch für eine ganze Gruppe von Jägern.

Die Abdrücke beunruhigten Waldemar umso mehr, da er wusste, dass Worgs Rudeltiere waren - in aller Regel gab es dort, wo ein Worg auftauchte, noch weitere seiner Art.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 07.05.2010, 13:01:32
"Hier sind Worg-Spuren." Teilte er den Anderen mit. "Das ist gar nicht gut, denn es bedeutet, dass die Straße hier nicht Sicher für Reisende ist. Worge Sehen zwar so ähnlich aus wie Wölfe sind aber deutlich intelligenter und gefährlicher." Während er spricht schaut er sich die Spuren weiter an um herauszufinden, wie alt sie sind.[1]
 1. Survival 1d201d20+6 = (14) +6 Gesamt: 20
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 07.05.2010, 13:21:45
Die Spuren waren deutlich genug für Waldemar, um leicht aus ihnen zu lesen. Der Worg war vor etwa einem Tag hier vorbeigekommen, und offenbar in der gleichen Richtung unterwegs wie die Gruppe. Die Spuren waren ungewöhnlich tief in den Boden eingedrungen - es handelte sich entweder um ein besonders großes, schweres Tier, oder es hatte noch eine Last getragen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 08.05.2010, 12:58:55
Milan lauschte interessierte Maruikos Erzählungen und schreckte förmlich auf, als Waldemar verkündete, er habe Spuren gefunden. Mit dem Schild auf dem Arm näherte sich Milan und besah sich die Abdrücke. So sahen also Worgpfotenabdrücke aus? Er hatte noch nie einen Worg gesehen, noch nicht einmal einen Wolf, wenn er sich richtig erinnerte, aber es war gut zu wissen, wie ihre Abdrücke aussahen, dann konnte er dafür sorgen, dass er keinem begegnete.
"Hast du sowas schon mal gesehen?" fragte Milan Maruiko und zeigte ihm die Abdrücke, während er Waldemars Blick suchte. "Was meinst du mit nicht sicher? Glaubst du, der Worg ist noch in der Nähe?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 08.05.2010, 13:09:44
"Die Abdrücke snd noch relativ frisch etwa einen Tag alt. Und sie sind tief, tiefer als sie üblicherweise für einen Worg sein sollten, das bedeutet, dass er entweder besonders Groß ist, oder jemand auf ihm reitet. Am liebsten würde ich die Spur verfolgen und die Bestie zur Strecke bringen, aber das würde unsere Reise verzögern."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 09.05.2010, 11:39:45
Maruiko bemühte sich, aus seiner Position einen Blick auf die Worg-Abdrücke zu erhaschen. Schließlich nickte er.
"Ja, habe ich. Einer... ach, verdammt, das macht keinen Spaß. Ich darf nicht drüber reden."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 10.05.2010, 13:09:41
Milan nahm den Schild und sah Maruiko ins Gesicht. "Was ist eigentlich, wenn ich dich etwas frage, auf das du nur Ja oder Nein antworten musst? Oder du schaust nach unten, wenn du Ja sagen willst und nach oben, wenn du Nein sagen willst, ginge das?" Vermutlich nicht, aber Milan wollte jetzt mehr über diesen Worg wissen. "In Ordnung, versuchen wir es anders. Du hast also schon einmal einen Worg gesehen. Dieser Worg, hast du den gesehen, als du mit dem Mädchen unterwegs warst? Hast du ihn nur aus der Entfernung oder aus der Nähe gesehen? Wenn du ein Mensch wärest und Arme und Beine hättest, hättest du ihn, als du ihn gesehen hast, anfassen können?" In Milan war ein Verdacht gekeimt und er hoffte, dass die Fragen so unverfänglich gestellt waren, dass Maruiko dazu in der Lage war, sie beantworten zu können.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 10.05.2010, 13:44:30
Überrascht dachte Maruiko über Milans Worte nach. "Ich kann alles beantworten, was nicht ganz direkt meinen Anweisungen widerspricht. Wenn meine früheren Besitzer eine Lücke gelassen haben..."

Ein Grinsen erschien auf seinem Gesicht. "Nein, ich habe ihn nicht gesehen, als ich mit dem untoten Mädchen unterwegs war. Ich habe ihn aber aus der Nähe gesehen und, wenn ich ein Mensch mit Armen und Beinen wäre, hätte ich ihn anfassen können. Ich weiß allerdings nicht, ob ich danach noch Arme und Beine gehabt hätte."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 10.05.2010, 17:01:17
"Du hattest einmal einen anderen Herren. Hast du den Worg gesehen, als du bei ihm warst?" Während er auf eine Antwort von Maruiko wartete, wandte sich Milan Waldemar zu. "Ja, es würde unsere Reise verzögern, aber kannst du ungefähr sagen, in welche Richtung die Spuren führen? Vielleicht würde uns ein Abstecher nicht zu weit führen."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 10.05.2010, 17:13:41
Maruiko verzog ein wenig genervt das Gesicht. "Das darf ich nicht sagen."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 10.05.2010, 20:28:36
"Den Spuren nach zu Urteilen ist er hier parallel zur Straße in unserer Richtung unterwegs gewesen, aber ob er das gleiche Ziel hatte lässt sich natürlich nicht sagen. Es kann sein, dass er in ein paar Metern wieder von der Straße weggegangen ist und eine völlig andere Richtung eingeschlagen hat." Dann kam ihm eine Idee, wenn Mauriko das ja/nein Spioelchen mitspielte und etwas über den Worg wusste könnte Waldemar vielleicht von ihm etwas erfahren also wandte er sich Mauriko zu: "Steht der Worg in Verbindung mit dem Mädchen oder deinem früheren Besitzer?" nach kurzem Zögern fügte er mit einem Lächeln hinzu: "Betrachte das als zwei unabhängige Fragen, und glaubst Du es würde unserer Aufgabe helfen dieser Spur zu folgen?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 10.05.2010, 21:16:05
"Nicht zu dem Mädchen", antwortete Maruiko, "und die andere Frage darf ich nicht beantworten. Und was eure Aufgabe angeht... das kommt darauf an, was ihr als eure Aufgabe anseht."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 11.05.2010, 10:57:17
Mika erwachte als Letzte der Gruppe und blieb dann noch ein paar Minuten lang mit offenen Augen liegen. Sie musste erst angetrieben werden, damit sie sich erhob und ihre Sachen packte - das tat sie dann aber ohne Murren.
Auch später wirkte die Bardin verwirrt und abwesend. Sie sprach nur, wenn es nötig war, und blieb sonst auch teilnahmslos, während des Frühstücks und der Reise. Selbst an der Diskussion bezüglich der Worgspuren beteiligte sie sich nicht, sondern sie saß auf dem Rücken ihres Pferdes, dass allein dafür sorgte, dass Mika noch nicht gänzlich abgehängt wurde.

Während all der Zeit schwirrten unzählige Fragen durch den Kopf der Bardin, die sich allein um ihre Träume drehten. Soll ich vielleicht jemand davon erzählen? War eine der einfacheren Fragen, auf die sie aber bis dahin noch keine Antwort gefunden hatte. Zu den schwierigen gehörten solche: Ich liebe Milan nicht. Ich will nichts von ihm. Aber warum wissen meine Träume davon nichts? Oder wissen meine Träume etwas, dass ich noch nicht weiß? Aber wie können meine Träume wissen? Woher kommen eigentlich die Träume? Entstehen sie in unserem Kopf? Oder sendet sie uns jemand? Die beiden Monde vielleicht? Vielleicht frage ich mal Eretria? An den Punkt Eretria zu fragen, war Mika schon mehrfach gelangt, hatte dann aber immer einen Rückzieher gemacht. Sie hatte Angst, vor allem davor, dass die Priesterin Fragen zu den Hintergründen haben könnte - mit Eretria wollte Mika nur ungern über alles reden, genausowenig mit Milan.
Dann aber gab sich die junge Frau einen Ruck und wagte sich auf das Glatteis. Vollkommen ohne Zusammenhang zu dem restlichen Gespräch um sie herum fragte Mika die Priesterin: "Eretria?! Wisst ihr, woher die Träume kommen? Sendet sie uns vielleicht die Monde?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 11.05.2010, 14:06:14
Eretria hielt sich immer abseits des Schildes, den Milan durch sein Versprechen zu seinem ständigen Begleiter gemacht hatte. Das ließ der Frau Zeit über ihre seltsamen Träume zu grübeln und sich den eher düsteren Gedanken hingeben, die mit diesen Träumen einher gingen. So war es für Mika ein leichtes die Priesterin zu überraschen mit der Frage nach den Träumen. So schreckte die Frage der Bardin, die Priesterin geradezu auf.
"Von welchen Träumen sprecht ihr? Woher soll ich wissen woher sie kommen?" Erst nach diesen schnellen fast reflexartigen Antworten, schien die Frau die Anwesenheit der Bardin richtig zu erkennen und verzog schuldhaft das Gesicht. "Verzeihe mir, Mika. Ich war abgelenkt." Einen Augenblick sah die blonde Priesterin müde und irgendwie auch ängstlich aus, dann schien sie sich wieder im Griff zu haben.
"Bleicher Mond und Stiller Hase sind nicht die Bringer der Träume, Mika. jedenfalls ist mir kein Punkt der Dualität der zwei Monde bekannt, welcher auf gute und schlechte Träume abzielt. Träume sind manchmal schwer von Visionen zu unterscheiden. So hatte ja Beldin bereits in Himmelstor Visionen und auch mich suchte eine Vision dort heim, welche wohl auf das Mädchen abzielte, welches wir verfolgen. Ich selber bin leider viel zu wenig bewandert in der Deutung von Träumen. Kay könnte dazu viel eher etwas sagen als ich."
Nachdem sich die Frau von dem Schrecken erholt hatte, den Mika dadurch verursacht hatte, dass sie sich an sie Wandte, schien die Geweihte durchaus bereit, ihr helfen zu wollen. "Was für ein Traum beschäftigt euch den derartig?" Die Frage war völlig unschuldig gestellt.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 11.05.2010, 16:20:07
Als Mika merkte, dass sie Eretria in einem ungünstigen Momen erwischt hatte, zuckte sie sofort zurück und sagte sogleich: "Entschuldigung." Die Bardin entspannte sich dann aber wieder ein klein wenig, nachdem Eretria selbst für ihre erste, etwas harsch wirkende Antwort entschuldigte.
Wirklich entspannen konnte sich Mika aber nicht, denn immer musste sie fürchten, dass das Gespräch in die falsche Richtung gehen würde, denn sie hatte, Angesichts ihrer Rollen in den Träumen, Angst der Priesterin den Inhalt ihrer Träume zu verraten.
"Ich hatte ein paar seltsame Träume in letzter Zeit. Und ich habe mich gefragt, woher sie kommen. Ob aus uns oder doch von jemand anders." Begann Mika dann etwas unsicher, nachdem das Gespräch, nach der zufriedenstellenden Antwort von Eretria, sich in die falsche Richung bewegte. Dann aber kam ihr eine Idee, vielleicht von ihren aktuellen Träumen abzulenken konnte. "Nur um ein Beispiel zu geben: Bevor ich euch traf, träumte ich ständig von einem mir, meiner Meinung nach, bis dahin unbekannten Pferd. Bis ich das Pferd fand, es aus Mitleid und der Träume kaufte. Am Ende stellte sich heraus, dass Milan genau dieses Tier vermisste." Das war gut. Befand Mika und wirke nun weniger verunsichert, als sie hinzufügte: "Ich frage mich noch immer, wie ich diesen Traum haben konnte, ohne das Pferd überhaupt gekannt zu haben."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 12.05.2010, 10:48:10
Eretria hörte Mika aufmerksam zu, winkte aber bei der Entschuldigung ab. "Du musst dich nicht dafür entschuldigen, dass ich mit meinen Gedanken woanders war." Dann grinste die Frau fast schelmisch. "Hatte ich dich nicht gebeten, dass du dich nicht andauernd entschuldigen sollst, wenn wir miteinander reden. Das wirkt ja fast, wie ein Zwang bei dir. Das wirkt ja fast, als hättest du ein schlechtes Gewissen." Das Grinsen von Eretria wurde noch breiter. Es war klar, dass die Frau niemals auf den Gedanken kommen würde, Mika hätte Grund dafür ihr gegenüber ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Offensichtlich hielt die Priesterin diese Vorstellung für absurd.
"Jeder hat mal seltsame Träume. Genauso wie jeder auch mal schöne oder einen verängstigende Träume hat. Das ist der Lauf der Dinge und ich denke vieles kommt von den Dingen, mit denen man sich am Tage beschäftigt. Wenn du verliebt bist, beschäftigst du dich fast logisch mit deinem Liebsten." Tatsächlich wurde die Priesterin kurz rot bei diesen Worten, bevor sie schnell weiter sprach. "Vielleicht hast du einfach von einem Pferd geträumt, weil du dich mit deiner Schwester über Pferde unterhalten hast. Jedenfalls kann ich ein Pferd nicht von einem anderen unterscheiden, es sei denn die Merkmale sind klar unterschiedlich. Ich glaube nicht, dass dies eine Vision war." Der Ton war freundlich und kameradschaftlich. Offensichtlich war die Priesterin froh mit jemanden reden zu können und genoss es sichtlich.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 12.05.2010, 11:38:03
Schlechtes Gewissen hatte Mika und keiner in der Gruppe ahnte offenbar, wie groß es war. Deshalb schmerzten die Worte Eretrias die Tischlerstochter, denn sie wühlten die Probleme der jungen Frau auf. Anmerken wollte sie sich davon aber nichts lassen und wendete sich deshalb lieber schnell dem anstehenden Thema zu.
"Ich hätte das Pferd aber nicht gekauft, wenn ich es nicht erkannt hätte. Ich bin nicht meine Schwester. Ich bin nicht vernarrt in Pferde, so dass ich jedes Tier retten müsste." Sagte Mika, die sich mit solch einer einfachen Erklärung nicht zufrieden geben wollte, etwas unsicher.
Weil der Bardin dies alles nicht so einfach zu sein schien, sie aber nach Wissen dürstete, wagte sie sich noch weiter auf das Eis, wenn auch mit aller Vorsicht und wohl überlegten Worten: "Und es geht nicht nur um das Pferd. Ich träume auch andere Sachen. Ich mag nur ungern ins Detail gehen, aber es sind Sachen, die ich für absurd halte, während meine Träume mir vormachen, dass es genau das ist, was ich will. Mir macht das etwas Angst." Doch so, wie sie ihre Träume beschrieben hatte, reichte es der Seele von Mika nicht. Im Kopf der Bardin drängte alles darauf, dass sie die Träume alle offenlegt, denn das schlechte Gewissen, dass durch das Geheimnis um die Träume entstand, drohte alles zum Platzen zu bringen.
Mika war sehr gut anzusehen, dass ihr gerade sehr unangenehm war. Sie öffnete mehrfach den Mund und schloss ihn wieder, ohne ein Wort zu sagen. Auch schien sie sehr zu leiden.
Kurz schloss Mika dann die Augen, atmete einmal tief durch und wagte dann den Sprung ins ungewisse: "Bitte glaube mir, ich will nichts von Milan. Milan soll allein dein sein." Begann Mika, die inzwischen ihre ängstlichen Augen wieder geöffnet hatte. "Aber meine Träume sagen mir immer, dass ich ihn liebe. Ich weiß nicht warum. Ich will nichts von ihm. Er ist schließlich dein Freund. Aber meine Träume ...", dann fehlten der jungen Frau etwas die Worte, weshalb sie einmal tief durchatmete und nochmal an anderer Stelle begann. "Und heute Nacht träumte ich, dass ich auf Milan schaue und den nächsten Tag denke. Es sollte ein großer Tag für mich werden. Zwar könnte alles schief gehen, aber mir, so sagte der Traum, müsse Milan es wert sein, es zu wagen ... dich ... umzubringen." Voller Angst starrte die Bardin auf die Priesterin von ihrem Pferd, dass sich von der Unruhe seiner Reiterin hatte anstecken lassen und von einem Bein auf´s andere trat, aus herunter.
"Bitte tue mir nichts. Ich weiß nicht, woher das kommt. Ich will das auch nicht. Bitte verzeihe mir." Flehte Mika am Ende, während ihr Pferd langsam mehr durch Zufall, als durch Können von Mika, einige Schritte zurück machte.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 12.05.2010, 14:51:58
Eretria hörte Mika aufmerksam zu. Zunächst schüttelte die Priesterin erstaunt den Kopf, so als wollte sie sagen, dass Mika Unsinniges erzählte. Erst als die Worte Milan und sie betreffen wird der Ausdruck anders. Fast könnte Mika den Eindruck gewinnen, dass Eretria nicht überrascht war über die Dinge, die sie da hörte. Als die Bardin dann zu einem Ende war mit ihrer Geschichte, war das Gesicht von Eretria aschfahl. Die Frau schüttelte den Kopf.
"Nichts von alle dem wird geschehen, wenn du es nicht selber willst. Niemand wird zu einem Mörder, weil er es träumt. Als werde ich dir auch nichts tun deswegen, närrische Frau." Die Frau lächelte Mika an. "Das sind völlig bedeutungslose Träume, blanker Unsinn!"
Dann drehte sich die Frau um und ging zu den anderen, die sich über die Spur gebeugt hatten. "Und was ist mit dieser Spur nun? Folgen wir ihr oder nicht?"
Es war offensichtlich, dass die Frau sich nun beschäftigen wollte, was bei der Ankündigung von einer Freundin getötet zu werden, wohl nicht verwunderlich war.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 12.05.2010, 23:29:30
Milan war zu vertieft in das Gespräch mit Maruiko, als irgendetwas anderes mitzubekommen. Als Eretria so plötzlich nach der Spur fragte, schrak er auf und sah seine Freundin an. "Das ist die Frage. Vielleicht führt sie uns zu weit weg von unserer Aufgabe, andererseits könnte sie direkt auf unserem Weg liegen, und einen Worg zur Strecke zu bringen, ist vermutlich keine schlechte Idee, oder Waldemar?" Milan zuckte mit den Schultern. "Wir müssen wohl entscheiden, was uns wichtiger ist. Ich wäre dafür, zu sehen, wie weit ab uns die Spur führt, obwohl ich ohnehin die Befürchtung habe, dass wir dieses Ungetüm früher oder später kennen lernen werden." Milan sah dabei Maruiko an und blickte dann fragend in die Runde.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 13.05.2010, 00:51:34
Mit zusammengekniffenen Augen sah Maruiko in die Runde - soweit ihm das aus seiner Position möglich war.

"Seid ihr wirklich alle so mit euch selbst beschäftigt, dass ihr nicht seht, wenn eine Freundin euch braucht?"

Sein letzter Blick galt Mika. Es lag kein Mitleid in ihm, sondern etwas anderes, schwer zu deutendes. Mika erkannte, was in diesem Blick lag, nach einem Moment. Verständnis.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 13.05.2010, 12:44:44
Mika verstand nicht, wie Eretria so reagieren konnte. Sie verstand gerade überhaupt sehr wenig, denn, wie es Eretria schon festgestellt hat, beinhalten Träume einen Teil der Realität. Träume drehen sich um das Geschehe, aber auch darum, was der Träumende hofft, dass es geschehen wird. Träume spiegeln Wünsche wieder und die Wünsche der Bardin, wie sie sich des Nachts äußerten, waren alles andere als leichte Kost und betrafen vor allem die Priesterin im negativen Sinne. Aber auch wenn Eretria dies offenbar wusste, bezeichnete sie alles als blanken Unsinn.
Für Mika war es dagegen alles andere als leicht, so zu tun, als würde es diese Träume nicht geben. Die Bardin hatte Angst davor, was in ihrem Kopf vorging, selbst wenn sie unendlich weit davon entfernt war, auch nur daran zu denken, den letzten Traum in die Tat umzusetzen.
"Aber ich habe Angst." Sagte Mika kaum hörbar, als das Gespräch eigentlich zuende war.
Verunsichert und wirklich von dem Gefühl erfüllt, dass sie allein gelassen wurde, schaute die Bardin auf Eretria. Die junge Frau hätte sich eine andere Reaktion gewünscht, sie hätte sich gewünscht, wenn sich jemand mit ihrem Problem beschäftigt, selbst wenn es so geschehen würde, dass ihr von der Priesterin der Kopf abgerissen wird. Alles wäre besser gewesen, als stehen gelassen zu werden.

Sich an der Diskussion über die Spuren zu beteiligen, dazu sah sich Mika im Moment nicht im Stande, denn sie wusste im Moment nicht einmal, was sie mit sich anfangen sollte, weshalb sie erstmal nur verplant auf dem Rücken ihres Pferdes sitzen blieb und sich nun noch mehr fragte, was sie von allem halten soll.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 13.05.2010, 16:12:05
Milan runzelte die Stirn, als Maruiko davon sprach, dass eine Freundin Hilfe benötigte und auch noch zu Mika sah. Er hatte immer den Eindruck gehabt, das Mädchen könnte sich selbst ganz gut helfen. Doch da Mika nicht reagierte und auch Eretria nichts sagte und irgendwie alle in ein seltsames Schweigen verfielen, wandte sich der junge Mann an die Reiterin. "Was ist los? Wieso hast du Angst? Wegen dem Worg? Ich glaube nicht, dass du Grund dazu hast, Angst zu haben. Es wird nichts passieren. Und wenn doch, sind wir da, um dir zur Seite zu stehen." Milan hatte irgendwie den unguten Verdacht, dass es gar nicht um den Worg ging. Unsicher blickte er von Eretria zu Beldin zu Waldemar, zurück zu Mika und schließlich blieb sein Blick an Calfay hängen. "Oder, Calfay?" Er versuchte zu lächeln, auch wenn er nicht den Schimmer einer Ahnung hatte, was gerade passiert war. Mika hing betröpfelt in ihrem Sattel, Eretria schien angespannt und wollte möglichst weiter, Maruiko war der Meinung, eine Freundin bräuchte Hilfe - was ging da eigentlich schon wieder vor sich? Konnte denn nicht mal einer offen aussprechen, was los war, was er dachte oder fühlte? Oder bekam er das schlicht und ergreifend nicht mit? Er ließ die Schultern hängen und wartete darauf, dass Calfay ihm wie immer zur Hilfe sprang oder jemand anderes ein Wort verlor und diese seltsame Situation auflöste.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 13.05.2010, 20:16:48
Rin schüttelte den Kopf. Im Gegensatz zu Milan hatte sie die Unterhaltung mit angehört und versuchte es kurz zu erklären. "Nein. Mika träumt nachts dass sie Eretria umbringt und sie fürchtet sich, weil... nun ja, es ist nicht gerade normal sowas zu träumen."
Obwohl sie gerne helfen würde musste Rin zugeben dass man gegen Träume wohl nicht viel machen konnte. Doch Marukio hatte Recht, wenigstens etwas Aufmunterung hatte die Bardin verdient. "Mach dir keine Sorgen" sagte sie, zu Mika hinauf sehend "Soweit ich weiss kommen die Träume aus uns, deshalb träumen wir verschiedene Sachen. Das heisst aber nicht dass du in Wirklichkeit eine Mörderin bist... sieh dir Beldin an, er hat sogar Erinnerungen an die Morde die er in einem früheren Leben begangen hat... trotzdem ist er vollkommen harmlos..." An dieser Stelle kam sie nicht umhin an die Schlägerei zu denken die er begonnen hatte "normalerweise."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 14.05.2010, 13:52:18
"Ich würde sagen wir Folgen der Spur, solange sie parallel zur Straße führt. Wenn sie uns zu weit weg von unserer Route führt kehren wir zur Straße zurück." lies sich Waldemar vernehmen. Auch er hatte den Gespräch der beiden Damen nicht wirklich zugehört. Erst als Calfay das Gespräch erklärte wurde es ihm bewusst. Er sah Mika an, und fügte hinzu: "Bisher wurde biemand von uns durch die Träume beeinflusst. Und die einzige uns bekannte Figur, die tatsächlich die Handlungen der Menschen kontrollieren konnte haben wir getötet."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 15.05.2010, 19:20:49
Als sich mit Calfay endlich jemand fand, der sich ihrer ernsthaft annahm, fühlte Mika in sich eine tiefe Dankbarkeit aufsteigen, denn sie brauchte jemand, mit dem sie darüber reden konnte. Jetzt, wo sie das Problem einmal zur Sprache gebracht hatte, konnte sie ihren Wunsch, über alles zu reden, keinen Abbruch mehr machen.
"Der Gedanke, dass diese Träume aus mir kommen, macht mir ja so viel Angst." Sagte Mika zu Calfay sehr schnell, als könnte sie es gar nicht abwarten, dies zu sagen. "Ich weiß nichts von einem Teil von mir, der zu solch einer Tat fähig wäre. Ich weiß auch nicht, was in mir sich nach Milan sehnen sollte. Ich will absolut nichts von ihm." Überraschend offen sprach die junge Frau, die sich scheinbar nicht darum kümmerte, dass Milan - dessen männlicher Stolz ein wenig angekratzt worden sein könnte - wenige Meter entfernt stand. "Wenn die Träume aus mir kommen, dann ist etwas in mir, dass sich den Tod von Eretria und die Liebe von Milan wünscht. Aber ich will weder das eine, noch das andere." Zumindest Eretria könnte es freuen zu hören, dass die junge Bardin Milan so interessant findet, wie einen Kieselstein auf der Straße.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 15.05.2010, 22:33:12
Irgendwie konnte sich Rin nicht vorstellen dass Mika (oder auch nur ein Teil von ihr) so etwas wollte. Alles was sie brauchte waren bessere Träume. "Wie wärs" schlug sie vor "wenn du vorm Einschlafen ein Buch liest? Ich habe zufälligerweise eins bei mir..." Sie dachte kurz nach. Es war keine fröhliche Geschichte, wenn sie sich richtig erinnerte musste sie auch mit Mord und Totschlag enden... dann wiederum, Dyana hatte sie geschrieben, so brutal würde sie schon nicht sein. Wahrscheinlich brach die Handlung da wo es spannend wurde einfach ab. Liebesgeschichten waren so.
"Es ist kein Meisterwerk, eine Freundin von mir hat es geschrieben, aber es ist mein einziges Buch."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 16.05.2010, 11:42:16
"Meinst du das hilft?" Fragte Mika im ersten Moment voller Skepsis ihre Weggefährtin Calfay. Wenige Sekunden später öffnete sie sich der Idee und meinte: "Einen Versuch wäre es wert. Auch wenn ich mir kaum vorstellen kann, dass ein Buch diese Gedanken wirklich aus meinem Kopf verdrängen kann." Ganz überzeugt ist die Bardin aber noch lange nicht, denn das Buch kann, so glaubt Mika, nur schwer die Ursache bekämpfen, aber einen Versuch muss es wert sein. "Danke."
Unsicherheit beherrschte auch weiterhin die junge Reiterin, aber die Idee von Calfay brachte etwas Ablenkung, vor allem deshalb, weil sich Mika nun darum bemühte sich mit dem Gedanken richtig doll anzufreunden, damit sie, bis zu einem möglichen Scheitern, fest daran glaubt, dass dies funktionieren könnte.

An der Diskussion um die Spur beteiligte sich Mika derweil noch immer nicht. Doch viel zu diskutieren gab es auch nicht, denn wie sie zumindest halb am Ende alles richtig mitbekommen hatte, brachte Waldemar einen Vorschlag, der für jeden akzeptabel sein musste.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 16.05.2010, 12:24:42
Milan hörte der Unterhaltung zwischen Calfay und Mika aufmerksam zu. Man konnte ihm nicht ansehen, was er dachte oder fühlte. Und er selbst war sich unsicher, was er von dem Gespräch, von Mikas Träumen oder ihren Worten in Bezug auf ihn überhaupt halten sollte. Er schüttelte nur kaum merklich den Kopf, wandte sich schließlich um und ging los.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 16.05.2010, 12:55:28
Die Spur führte meist parallel zur Straße. Sie wich an einigen Stellen ab, auf eine Art und Weise, die vermuten ließ, dass sich der Worg vor Reisenden versteckt hielt - ein eher ungewöhnliches Verhalten für diese Wesen. Letztlich führte die Spur aber immer wieder zurück zur Großen Straße.

Am späten Nachmittag erschien in der Ferne ein Festungsturm. Er musste gut eine Meile westlich von der Straße liegen. Als Maruiko den Turm erblickte, schrak er auf. "Den kenne ich. An dem Abend, an dem das Mädchen vergessen hat, mich fortzuschicken, war sie in dem Turm. Sie hat dort irgendetwas versteckt, was für sie offenbar von größter Wichtigkeit war."

Als die Gruppe dem Turm näher kam, sahen sie schließlich ein weiteres Lager auf der Straße. Was aber zuerst wie ein guter Rastplatz erschien, offenbarte sich am Ende als Schreckensbild: Einige Wagen waren ausgebrannt, und leblose Körper lagen überall auf der Straße. Eine einzelne Gestalt, ein Mann in einem Kettenpanzer, stand von einem Pfahl durchbohrt an einen Wagen gelehnt. Am vorderen Ende des Pfahls flatterte ein Banner im Wind, auf dem die Zeichnung einer aufgehenden Morgensonne zu sehen war.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 16.05.2010, 13:35:59
Einen ganzen Tag lang herrschten Gedanken über Mika, die sich allein um ihre Träume drehten. In der Nacht würde sich das ändern, in der Nacht wird sie kaum träumen, denn sie wird kaum schlafen können, dessen war sich Mika sicher. Doch darüber dachte Mika in dem Moment, als sie das Lager erreichten, nicht nach.
Die Bardin dachte gar nicht, sondern starrte mit großen, vor Schreck geweiteten Augen. Es dauerte einige Sekunden, ehe sie wieder geistig gewärtig wurde. Kaum hatte sie realisiert, was hier geschehen war, schaute sie sich wild und vielleicht auch etwas planlos um, denn sie wollte sichergehen, dass sie den Verantwortlichen, sollte er hier in der Nähe noch weilen, bemerken würde[1].
"War dieses Worg-Ding hier?" Fragte Mika, während ihr Blick sich fernab des Schlachtfeldes bewegte und nach Bewegungen suchte.

 1. Angstvoll umschauen und -hören. (http://games.dnd-gate.de/index.php/topic,4464.msg606957.html#msg606957)
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 16.05.2010, 14:13:04
Nach der Entscheidung, dass sie der Spur folgen wollten, hielt sich die Priesterin wieder erstaunlich zurück während des Tages. Mit Mika sprach sie nicht noch einmal über deren Träume. Entweder war für sie das Thema erledigt oder sie kümmerte sich nicht mehr darum. Es war schwer zu sagen, was die Triebfeder für ihr Handeln war an diesem Tage.
Erst als der Turm in Sichtweite kam, kam auch wieder Leben in die Priesterin. Mit schnellen Schritten lief sie der Gruppe fast voran, als das Ausmaß der Verwüstung immer deutlicher wurde. Schnell versuchte sich die Frau einen Überblick zu verschaffen, ob es noch irgendeine Person gab, welche dieses Massaker überlebt haben könnte.[1]
"Was für ein barbarischer Akt! Was sind dies nur für Leute!" Die Priesterin klang merklich entrüstet und konnte offensichtlich ihre Wut nur mit sehr viel Mühe unterdrücken. Schließlich kam sie an dem Toten vorbei. "Gehörte der Mann nun zur Morgensonne oder wurde er von ihr überfallen?"
 1. Schauen und Hören nach Verwundeten (http://games.dnd-gate.de/index.php/topic,4464.msg606970.html#msg606970)
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 16.05.2010, 14:43:32
Milan blieb stehen und ließ seinen Blick schweifen. Vor allem betrachtete er die leblosen Körper. Es berührte ihn unterschwellig, aber ein anderes Gefühl überwog, ein Gefühl, das er in letzter Zeit viel zu oft hatte: Misstrauen. Er begrüßte es daher gar nicht, als Eretria sich einfach in dieses Bild begab. Er konnte ihre Beweggründe zwar verstehen, aber woher wollten sie wissen, ob die, die dieses Massaker angerichtet hatten, nicht noch da waren und zwar gut getarnt. Vorsichtig ging er zwischen den leblosen Körpern hindurch und betrachtete die Gesichter der Menschen, versuchte heraus zu finden, woran und ob sie überhaupt gestorben waren.[1] Er achtete vor allem auf die Kleidung der Menschen, ob es womöglich noch weitere gab, die Panzer oder wenigstens Rüstzeug trugen, und hielt sich dabei in der Nähe von Eretria, um im Notfall an ihrer Seite zu sein. Falls es viele schwer gerüstete Männer, und damit Wachen und Söldner, gab, dann war es entweder eine große Räuberbande oder sie agierten geschickt aus dem Hintergrund, was auf einiges an Hinterhältigkeit schließen ließ. Er erinnerte sich an die tumben drei Söldner, die Eretria und ihn überfallen hatten, und fragte sich, ob die Männer und Frauen der Morgensonne ebenso waren, oder ob sie ein wenig mehr Hirn besaßen. Gleichzeitig stellte er sich die Frage, ob es bloßer Zufall war, dass diese Lagernden so dicht beim Turm ums Leben gekommen waren, oder ob das Mädchen, die Morgenräuber, der Turm und das, was das Mädchen da drin verborgen haben mochte, in irgendeinem Zusammenhang standen.   
 1. Entdecken 14
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 16.05.2010, 15:13:17
Das erste was Rins Blick auf sich zog war der aufgespiesste Mann. Geschmacklos. Jemand wollte scheinbar seine Stärke und Grausamkeit demonstrieren. Allerdings sah sie ihn nicht zu lange an, denn dieses Bild zeigte: Hier war es gefährlich!
In Gedanken die Liste ihrer Feinde durchgehend, blickte sie sich um. Ein Worg (oder mehrere?), eine Räuberbande, Komplizen des kleinen Mädchens, vielleicht sogar sie selbst. All diese Kreaturen lauerten womöglich in der Nähe.
Da sie nichts Verdächtiges entdecken konnte[1] trat sie näher und suchte den Ort des Massakers nach Spuren ab, die darauf hindeuten könnten was hier passiert war.[2]
 1. nehme ich jetzt einfach an mit nur ner 8 <.<
 2. Search 20, denke sie sieht sich einfach alles genau an was da so rumliegt (auch die Toten xD)
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 16.05.2010, 15:29:01
Auch die übrigen Reisenden der Karawane reagierten mit Schrecken, Angst und Vorsicht auf das sich bietende Bild. "Diese verfluchten Bastarde von der Morgensonne", schimpfte ein älterer Mann, der mit Schmuck handelte. "So viel zu den Gerüchten, die Räuber würden niemanden umbringen. Was für ein Massaker."

Mika blickte sich in der Umgebung um, konnte aber keine Spur der Täter entdecken - wer auch immer diese Schreckenstat begangen hatte, war nicht mehr hier.

Von den etwa fünfzehn Menschen, die hier gelagert hatten, waren die meisten tatsächlich schon tot. Eretria konnte jedoch eine junge Frau finden, die schwer verwundet unter einem der ausgebrannten Wagen lag. Den Wunden nach zu urteilen, hatte jemand mit dem Schwert ihre Schulter durchbohrt, aber keine lebenswichtigen Organe verletzt. Unter dem brennenden Wagen hatte die Frau sich aber zusätzlich noch schwere Verbrennungen zugezogen. Sie stand an der Grenze zum Tod, und würde ohne Hilfe vermutlich binnen der nächsten Stunde sterben.

Milan bemerkte schnell, dass es neben dem Gepfählten nur noch einen weiteren Mann in Rüstung gegeben hatte. Er trug einen Schienenpanzer, aus Metall gefertigt und mit rotem Leder überzogen. Der Panzer hatte ihm nicht geholfen, da jemand dem Mann eine Axt in den Hals geschlagen hatte.
Unwillkürlich fühlte auch Milan ein Ziehen in der Halsgegend, eben dort, wo er selbst vor Kurzem schwer verletzt worden war. Wäre sein Gegner etwas geschickter gewesen, hätte Milan ebenso enden können wie der Unglückliche vor ihm.

Calfay stellte schnell fest, dass die Gruppe der Lagernden ebenso gemischt war wie ihre eigene Karawane. Den Kleidern nach zu urteilen, war es eine bunte Mischung aus Händlern, Gauklern und einfachen Leuten gewesen, die vermutlich auf der Rückreise vom Weißen Markt gewesen waren.
Auffällig war, dass keine Besitztümer mehr übrig waren - selbst die gut gekleideten Toten trugen keinen Schmuck mehr, und dem einen oder anderen hatte man sogar einzelne Kleidungsstücke abgenommen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 16.05.2010, 17:45:30
Eretria ging vorsichtig neben der verletzten Frau in die Knie. "Hier lebt noch jemand!", rief die Priesterin zu ihren Freunden. Dann holte sie ihr Heiliges Symbol heraus und begann zu Mutter Sonne zu beten. Ein Leuchten ging von den Händen der blonden Priesterin aus, während sie über die Wunden der Frau fuhr und sich diese tatsächlich schlossen.
"Ihr seid in Sicherheit, gute Frau. Mutter Sonne hat euch geschienen und uns den Weg zu euch gewiesen. Nehmt diese Heilung von mir und ruht euch aus. Ich bin Geweihte Eretria."[1] Während sie nach der Heilung auf die Frau weiter beruhigend einredete, half sie ihr unter dem Wagen hervor.
 1. Cure light Wounds für 9 TP (http://games.dnd-gate.de/index.php/topic,4464.msg607043.html#msg607043)
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 16.05.2010, 18:04:20
Die Wunden der Frau schlossen sich, und sogar einige der Verbrennungen heilten, als das blauweiße Licht aus Eretrias Händen die Haut der Verletzten berührte. Dennoch schlug die Frau nur kurz die Augen auf, bevor sie wieder das Bewusstsein verlor. Eretria war nicht überrascht - sie hatte in ihrer Ausbildung den einen oder anderen Fall erlebt, wo der Körper zwar von schweren Verwundungen geheilt worden war, der Geist die Verletzungen aber noch nicht verkraftet hatte. Die Frau würde einige Stunden schlafen müssen, danach sollte sie wieder nahezu vollständig genesen sein.

Jedenfalls körperlich - denn wie Eretria gelernt hatte, waren die Verletzungen der Seele nach solch einem Erlebnis etwas, das oft nie wieder ganz heilte. Für den Moment aber hatte die Priesterin für die Frau getan, was sie konnte. Sie hatte ihr das Leben gerettet.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 16.05.2010, 18:14:07
Eindeutig Raubmord, schloss Rin. Die Diebe waren extrem gründlich gewesen und hatten alles mitgenommen das auch nur entfernt von Wert war. Und die Reisenden, alle ermordet...warum würde man so etwas tun? Eine Räuberbande machte sich damit doch ihr eigenes Geschäft zunichte, wenn die Leute zu viel Angst hatten um diese Strasse zu benutzen. Es war als baten sie darum bekämpft zu werden. Wie dumm!
Währnd sie darüber nachdachte hörte sie Eretrias Ruf. Unglaublich dass jemand noch am Leben war und besonders lebendig sah auch die Frau nicht mehr aus um die die Priesterin sich nun kümmerte. Hoffentlich kann sie bald wieder sprechen und uns von dem Angriff erzählen. dachte Rin. Für diese Leute konnte sie nichts mehr tun, aber für all diejenigen die in Zukunft angegriffen wurden... beim Dunklen Träumer war es genauso gewesen. So viele waren gestorben...und doch hatten sie ihn stoppen können. Die Bürger von Himmelstor waren sicher und auch die Reisenden würden es wieder sein, wenn ihr die Mörder über den Weg liefen.

Als die Überlebende trotz Eretrias Heilung nicht aufwachte war Rin ein wenig enttäuscht. Sie würde wohl doch ihre eigenen Schlussfolgerungen treffen müssen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 17.05.2010, 08:28:56
Milan erhob sich wieder, als Eretria ihnen zurief, dass es noch eine Überlebende gab. Er lief hinüber, nahm seinen Rucksack vom Rücken, stellte Maruiko dazu und holte seinen Mantel heraus, den er zusammenrollte und der Frau unter den Kopf schob. "Scheint, als sei sie vom Regen in die Traufe gekommen. Wenigstens hat sie überlebt. Was meinst du, wie lange es dauern wird, bis sie wieder erwacht?" wandte sich Milan an Eretria und wartete auf ihre Antwort, der er mit einem Nicken zustimmen würde. Danach erhob er sich und suchte nach einem Baum, auf den er klettern konnte. Er war darin nicht ganz so geschickt wie bei seinen Übungen am Boden. Vorsichtig kletterte er die Äste hinauf[1] und versuchte bis hinauf in die Krone zu kommen, um einen Überblick über die Gegend zu bekommen[2]. Er hielt dabei Ausschau nach Rauch, nach anderen Zeichen, dass die Räuber womöglich noch in der Nähe sind und vor allem versuchte er den Turm auszumachen und ob dort Lichter zu sehen waren[3]. Schließlich ließ er seinen Blick auch über das Szenario am Fuß des Baumes gleiten. 'Vielleicht in der Überzahl, aber auf jeden Fall hinterhältig', dachte Milan bei sich und rieb sich die ziehende Stelle am Hals. 'Das hätten wir auch sein können.' Er betrachtete Eretria, die neben der Frau kniete, bis sein Blick zu Mika wanderte. Wie sollte sie ihn lieben nach so wenigen Tagen, die sie einander kannten? Wie viele Gefühle konnten innerhalb von Stunden entstehen? War das alles überhaupt wahr und nicht doch nur einer dieser seltsamen Träume? Er verspürte immer eine gewisse Zufriedenheit und Befriedigung beim Erwachen, aber konnte der Tod eines anderes wirklich befriedigend sein? Er sah in die Richtung, in die sie gehen würden, zur Großen Feste, wo seine Wanderung begonnen hatte. Vielleicht wäre es besser, wenn er bei seinen Eltern bleiben und die Verantwortung für das Geschäft und eine Frau übernehmen würde. Dort würde er niemanden umbringen oder um sein eigenes Leben kämpfen müssen. 'Vielleicht wäre es besser.' Er versuchte sich wieder auf die Aufgabe zu konzentrieren, wegen der er den Baum erklommen hatte, doch seine Gedanken kreisten fortan nur um eine einzige Frage.
 1. Klettern 18
 2. Balancieren vorsichtshalber 22
 3. Mal wieder blind: Entdecken 3
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 17.05.2010, 11:07:31
Während ihre Gefährten durch das Schlachtfeld stöberten und sich dort umschauten, ritt Mika in einem Kreis um das Grauen herum und zu dem Turm, den sie entdeckt hatten, ehe ihnen das Lager aufgefallen war.
Die junge Bardin konnte nicht einfach durch die Leichen schreiten. Sie hatte zwar viele eklige Sachen gesehen, aber offenbar nicht annähern soviel, wie Eretria, Calfay und Milan, die durch die Leichen gingen, als wäre es eine schöne Sommerwiese. Aus diesem Grund hatte sie sich dafür entschieden sich anderweitig umzuschauen.

Kurz vorm Turm angekommen, stieg Mika nicht von ihrem Pferd ab, denn sie erreichte den Ort allein und ohne. Vom Rücken ihres Pferdes, dass ihr eine schnelle Flucht ermöglichen sollte, schaute sie sich um, weil sie sehen wollte, ob dieses Massaker auch hier ihre Spuren hinterlassen hat oder ob sich hier, nach erfolgreicher Flucht, noch Leben findet[1].
 1. Rundum alles absuchen, abhören und auf Leben untersuchen (http://games.dnd-gate.de/index.php/topic,4464.msg607182.html#msg607182)
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 17.05.2010, 13:29:27
Milan kletterte kurzerhand auf eine mächtige Eiche, die nur wenige Meter vom Wegesrand entfernt stand. Er konnte den Turm in der Ferne erkennen, gut eine Meile von seinem jetzigen Standpunkt. Von hier aus war aber nicht zu erkennen, ob jemand dort war - jedenfalls brannte kein Feuer, das er hätte sehen können.

Noch während er zu dem Turm blickte, spürte er, wie sein rechter Fuß weg rutschte - und konnte sich nur noch durch eine blitzschnelle Reaktion vor einem schmerzhaften Sturz retten. Überrascht blickte er auf den stabilen Ast, auf dem er stand. Er hatte seinen Fuß offenbar auf einen blätterbewachsenen Zweig gestellt. Die Blätter mussten ins Rutschen gekommen sein, und ihm dabei die Balance geraubt haben.

Merkwürdig war, dass er sich überhaupt nicht an den Zweig erinnern konnte - er war überzeugt, dass er einen sicheren Platz für seinen Fuß gesucht hatte, bevor er sein Gewicht darauf verlagert hatte.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 17.05.2010, 15:41:05
Nach einer Schrecksekunde fing sich Milan wieder und atmete tief durch, um die Angst unter Kontrolle zu bringen. Er versuchte, wieder einen festen Stand zu gewinnen, und blieb noch eine Weile in der Krone des Baumes, für sich allein, um seine Gedanken zu ordnen, aber der Schreck über den Beinahabsturz saß so tief in seinen Knochen, dass er immer wieder unsicher zu seinen Füßen blickte, bis er sich schließlich entschloss, wieder zu den Anderen zu stoßen, und mit dem Abstieg begann.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 17.05.2010, 16:18:16
Waldemar machte zunächst seinen Bogen bereit als er das Schlachtfeld sah. Aber da sich dort nichts mehr zu rühren schien entspannte er sich wieder, ohne jedoch seinen Bogen beiseite zu legen. Dann suchte er nach Spuren, an denen man erkennen könnte, wer das Lager angegriffen hatte. Und er überprüfte, ob die Spuren des Worges über oder unter den Anderen Spuren lagen. 'War der Worg hier durchgekommen, bevor das Lager angegriffen wurde, oder gar bevor die Leute hier lagerten? Oder war der Worg hinterher hier?' fragte er sich.
Selbst der Ruf von Eretria brachte ihn nicht davon ab, weiter nach Spuren zu suchen. Er selbst wäre keine große Hilfe und Eretria war die Beste Heilerin in der Gruppe. Bei seinen Streigzügen in den Randgebieten des Großen Waldes mit den Jägern zusammen hatte er gelernt, dass es sinnlos ist, wenn sich alle um einen Verletzten herumstellten und nur zusahen wie ein fähiger Heiler arbeitet, während das was den Verletzten angegriffen hatte immer noch in der Nähe sein konnte.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 18.05.2010, 10:04:56
Der Turm war offensichtlich schon lange nicht mehr in Verwendung: Das Dach und das obere Stockwerk waren eingestürzt, das ganze Gebäude war von grünen Ranken überwuchert. Mika näherte sich von der Rückseite des Turms, der einen Durchmesser von gut zwanzig Schritt besaß und schätzungsweise vierzig Schritt in die Höhe ragte.

Fünf kleinere Gebäude - vermutlich alte Stallungen, Lagerhäuser und Bediensteten-Unterkünfte - waren kreisförmig um den Turm herum platziert worden.

Zunächst glaubte Mika, den Turm verlassen vorzufinden. Doch als sie auf gute zwanzig Schritt an den Turm herangekommen war, bemerkte sie eine Bewegung in einem der Fenster des Turms. Offenbar hatte die Person im Turm sie ebenfalls entdeckt, und sprang sofort in Deckung.

Nur einen Moment später war die Person wieder zu sehen - diesmal mit einem Bogen in der Hand. Der Pfeil sirrte durch die Luft, schlug aber gut einen Meter neben Mika in den Boden ein.

Gleich darauf waren aus dem Turm Rufe zu hören.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 18.05.2010, 10:27:08
Die Worg-Spuren führten Waldemar zuerst ein Stück Richtung Osten, wo sie auf eine Reihe weiterer Spuren - eine Gruppe von etwa zwanzig Humanoiden, wie Waldemar schätzte - traf. Alles deutete darauf hin, dass die Gruppe hinter einer kleinen Ansammlung Felsen gelagert hatte, als der Worg dazu gestoßen war.

Anschließend führten die Spuren direkt in Richtung des Lagers. Die Verletzungen, die bei einigen der Toten zu sehen waren, machten deutlich, dass der Worg an dem Tod einiger der Opfer beteiligt gewesen war. Es war schwer, in dem aufgewühlten Boden die Spuren genau zu verfolgen, Waldemar konnte aber schließlich noch feststellen, dass sowohl die Spuren des Worgs als auch der humanoiden Gruppe am Ende nach Westen führte, in Richtung des Turms. Die Richtung, in die Mika vor einigen Minuten fortgeritten war.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 18.05.2010, 10:33:44
Als ein Pfeil flog, zuckte sie zusammen und gab dennoch nicht auf. Es war vielleicht dumm und selten naiv, aber die Bardin gab sich der Hoffnung hin, dass dieser fehlgegangene Schuss eine Panikreaktion war, die von einer Person ausging, die nach dem Massaker sich vor jedem fürchtete.
Weils ie nicht aufgab, reif sie in Richtung Turm: "Ich bin Mika. Ich will nichts Böses. Ich will nur wissen, was dort im Lager geschehen ist?! Geht es euch gut im Turm? Habt ihr Verletzte? Braucht ihr Hilfe?"[1] Fragte Mika weiter nach, während sie ihr Pferd antrieb, um hinter einem angrenzenden Häuser Schutz zu finden, damit der Schütze sie nicht abermals unter Beschuss nehmen kann.
In ihrem Versteck wartete Mika auf eine Antwort und zählte dabei im Kopf bis zehn. Sollte in der verstreichenden Zeit keine freundliche Antwort kommen und auch keine heranstürmenden Gegner zu hören sein, würde die Bardin die Flucht antreten und zurück zum Lager reiten. Denn wenn ihr niemand in der Zeit antwortet, dann werden wohl gleich einige Bewaffnete aus dem Turm gerannt kommen und sie angreifen wollen, so fürchtet Mika zumindest.
Eins, zwei, drei ...
 1. Diplomatie 18 (http://games.dnd-gate.de/index.php/topic,4464.msg607471.html#msg607471)
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 18.05.2010, 10:43:53
Es kam eine Antwort, aber nicht die, die Mika erhofft hatte. Noch bevor sie die schützenden Hütten erreicht hatte, flogen drei weitere Pfeile durch die Luft - und jeder einzelne traf sie. Einem Pfeil konnte sie beinahe ausweichen, sodass es nur ein Streifschuss am Arm wurde. Ein zweiter Pfeil traf sie in die linke Schulter, ein dritter in den linken Oberschenkel.

Schmerz zuckte durch ihren Körper, und sie wusste kaum, welche der Verletzungen ihr mehr weh tat. Und mit jeder Bewegung auf dem Pferd schien es schlimmer zu werden.

Wer auch immer dort im Turm saß, hatte es darauf abgesehen, sie zu töten, so viel stand fest.

Schaden (Anzeigen)
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 18.05.2010, 10:53:32
Der Plan war verdammt Scheiße gewesen, dass musste Mika sich eingestehen. Aber darüber sich zu ärgern, war in diesem keine gute Idee. Ohne weiter darüber nachzudenken und ohne auf den Schmerz zu achten, begann Mika ihr Pferd anzutreiben und so schnell es ging wegzureiten, um nicht noch mehr Pfeile abzubekommen. Sie war schon dumm genug gewesen und wollte es nicht vollkommen übertreiben.

Sollte ihr die Flucht gelingen, so würde zwei oder drei Minuten später eine gespickte und weinende Bardin im vollem Galopp das zerstörte Lager erreichen, wo die Gefährten der jungen Frau sich noch umschauten.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 18.05.2010, 11:01:53
Mika sah, wie ein weiterer Pfeil einige Meter von ihr entfernt im Boden einschlug. Ein zweiter Pfeil pfiff kaum einen Zentimeter von ihrem Ohr entfernt an ihr vorbei. Sie schien Glück zu haben, die Bogenschützen verfehlten sie, jetzt, wo sie im vollen Galopp war.

Das dachte sie jedenfalls, bis zu dem Zeitpunkt, als ein weiterer Pfeil sie in den Rücken traf. Ein kurzer, beißender Schmerz durchzuckte sie, dann verlor sie das Bewußtsein...
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 18.05.2010, 11:09:49
Eretria mühte sich mit der verwundeten und inzwischen bewusstlosen Frau weiter ab, um sie an einen einigermaßen bequemen Ort zu bringen. Die Priesterin war nicht gerade erbaut von dem Verhalten ihrer Freunde. Warum half ihr niemand? Was war so wichtig, dass die einfachsten Hilfestellungen nicht gegeben wurden?
Nur aus den Augenwinkeln sah die Priesterin, dass Mika mit ihrem Pferd davon ritt. Fast automatisch schaute sie sich nach Milan um. Auch wenn sie gegenüber der Bardin nichts gesagt hatte, hatte deren Erzählung ihrem Herzen einen Stich gegeben. Passte dies alles zusammen? Blieb am Ende ssie selber allein, während die blonde Bardin Milan gewann? Die Priesterin schüttelte den Kopf. Sie verstand nichts von alle dem. Eher um sich abzulenken, beschäftigte sie sich weiter mit der Verletzten.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 18.05.2010, 12:12:07
Als Milan wieder sicheren Boden unter den Füßen hatte, ging er zu seinen Freunden hinüber, von denen allerdings nur noch Eretria, Calfay und Beldin da waren. Waldemar streunte in der Nähe herum, von Mika war nichts mehr zu sehen. Stattdessen mühte sich Eretria mit ihrer Patientin ab. Er trat hinzu und griff schweigend zu. Er wusste zwar nicht, warum Eretria die Frau noch irgendwohin transportieren wollte, anstatt ihr ein wenig Ruhe zu gönnen, aber sie war die Heilerin, sie wusste sicher, was zu tun war. Er sah sie kurz, flüchtig an, brachte aber kein Lächeln zustande. "Wo ist eigentlich Mika hin? Meint sie, dass es gut ist, hier in der Gegend allein herum zu reiten?" Milan hielt mit der Verletzen im Arm inne. "Wo willst du sie hin haben?" Er konnte Eretria nicht ansehen, starrte stattdessen in das Gesicht der Bewusstlosen. Die Gedanken, die ihn quälten, stellten sein Mitleid für die Toten vollkommen in den Schatten. Als ihm das klar wurde, begann er sich zu schämen. Welche Entscheidung er auch immer treffen würde, das musste bis zu ihrer Ankunft in der Großen Feste warten. Jetzt stand erstmal Erste Hilfe auf dem Plan. "Welche Form der Beerdigung schlägt Mutter Sonne für eine solche Situation vor? Wir können sie unmöglich alle begraben, aber vielleicht könnten wir ein Feuer machen und ihnen so die letzte Ehre erweisen." Obwohl er sich bemühte, klang seine Stimme seltsam ausdruckslos.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 18.05.2010, 13:30:30
Eretria schaute zu Milan hoch. "Ich weiß nicht, wo sie hin ist." Die Worte der Priesterin klangen schroff. Dann schaute sie auf die Frau am Boden und wieder auf Milan. "Ich würde die Frau gerne etwas von diesem Platz wegbringen. Ich weiß nicht wann sie aufwacht, aber sie sollte dann nicht dies hier alles sehen müssen."
Der Unterschied wurde umso deutlicher im Vergleich zu der ersten Bemerkung, weil die Priesterin jetzt sehr besorgt klang. "Kannst du mir helfen? Dann ist es etwas einfacher." Es war eine aufrichtige Bitte und die Priesterin schaute ihren Freund auffordernd an. Fast so als erwarte sie etwas von ihm, was über die einfache Hilfe die sie erbat hinausging.
Dann machte sich die Frau an die Beantwortung der weiteren Frage von Milan. "Wir haben gar nicht das Werkzeug, um ordentliche Gräber auszuheben, fürchte ich. Auch wäre es fraglich, ob nicht Aasfresser diese Gräber öffnen würden, sobald wir weg sind. Wenn wir sie dem Feuer übergeben wird dies genügen. Wichtig ist eher, dass es eine würdevolle Zeremonie wird und da ist ein großes Feuer sicherlich nicht so schlecht."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 18.05.2010, 14:56:36
Milan sah sich nach einem geeigneten Platz um, um die Verletzte abzulegen, ohne dass sie bei ihrem Erwachen sofort wieder das Schauspiel vor Augen hatte, an dem sie selbst beteiligt gewesen war. Er wollte nicht zu weit fort von seinen Gefährten und den anderen Reisenden, die anscheinend in Schreck vollkommen erstarrt waren. Vorsichtig legte er die Frau so weit weg von dem abgebrannten Lager ab, wie es möglich war. Er schob noch die Mantelrolle unter ihren Kopf und bedachte sie kurz mit einem Blick, bevor er sich erhob. Milan wusste nicht, was der Ton in Eretrias Stimme zu bedeuten hatte, aber er veranlasste ihn dazu, seinen Arm um sie zu legen und sie zu küssen, bevor er seinen Blick wieder über den Platz schweifen ließ. "Ich habe auch seltsame Träume, in denen ich einen Menschen töte. Er scheint ein Feind zu sein, aber ich weiß nicht, ob das wahr ist, und obwohl ich Befriedigung beim Aufwachen empfinde, behagt mir die Aussicht, jemanden zu töten, nicht. Ich glaube daher nicht, dass Mika dir etwas antun würde. Schon gar nicht wegen mir." Er klang nicht verletzt oder gekränkt, eher besorgt. "Du vertraust mir, oder? Ich weiß, dass Tage niemals Jahre des Zusammenseins ersetzen und dass...dass das, was uns jetzt verbindet, nicht ewig da sein wird. Aber ich hoffe, dass es etwas zwischen uns schafft, was stärker ist als das, was uns oberflächlich zusammen hält." Er äußerte sich nicht zu seinen Bedenken, dass er vielleicht irgendwann nicht mehr ihren Weg teilen würde, weil er sich womöglich für einen anderen Weg entschloss. Aber in diesem Moment waren diese auch weit fort. Er zog Eretria dicht an sich, vielleicht mehr, um sich an ihr festzuhalten, als ihr Halt zu geben.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 18.05.2010, 15:15:30
Nachdem Milan ihr geholfen hatte, war die Priesterin merklich entspannter, als zu Beginn. Ohne Widerstand ließ sie sich in den Arm nehmen.
"Milan, niemand wird durch einen Traum zu einem Mörder oder tötet jemanden nur deswegen, weil er es geträumt hat. Das habe ich versucht Mika zu sagen. Ihr entscheidet schließlich, was ihr tut. Allein wegen eines Traumes fürchte ich mich nicht vor Mika. Ich bin mir sicher, dass sie mich nicht töten wird." Sie schaute ihrem Freund fest in die Augen.
"Ich liebe dich, Milan Tirkesson. Ich verschenke mein Herz nicht leichtsinnig und ich höre nicht auf dich zu lieben, weil eine andere Frau in ihren Träumen dies gerne so hätte. Du bist mein Licht und mein Schatten und ich bin die Deine." Die Priesterin gab dem Mann einen fast scheuen Kuss. Dann löste sie sich fast widerstrebend von ihrem Freund. "Komm, lass uns sehen, dass wir diesen Menschen die letzte Ehre erweisen. Je eher wir dies machen, desto besser ist es für sie und auch für uns."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 18.05.2010, 15:23:26
Die übrigen Mitglieder der Karawane überließen der kleinen Abenteurergruppe das Feld. Die Reisenden waren erschrocken über das Szenario und froh, dass sich jemand fand, der sich um alles kümmerte. Einer der Händler, ein braungebrannter Mann mittleren Alters, trat auf Eretria und Milan zu.

"Verzeiht wenn ich störe, Geweihte. Wir - also die anderen Mitglieder der Karawane - haben eben besprochen, was wohl jetzt das Beste wäre. Ihr als Priesterin wisst wohl am besten, wie mit den Toten umzugehen ist. Alle haben sich bereit erklärt, euch zu unterstützen, was auch immer ihr für richtig haltet. Allerdings möchten wir dann so schnell wie möglich das Lager verlassen. Wir müssen noch einen Platz für die Nacht finden, und es wird allmählich spät, und wir sollten so weit wie möglich von diesem Platz fort rasten."

Noch während der Mann sprach, tauchte in der Ferne Mikas Pferd wieder auf. Das Tier ritt im vollen Galopp auf das Lager zu, während die Bardin unbeholfen hin und her wackelte. Irgendetwas schien mit ihr nicht zu stimmen, was genau, war aus der Entfernung aber noch nicht zu sagen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 18.05.2010, 15:41:44
Eretria wandte sich dem Mann komplett zu. Sie lächelte freundlich.
"Nein, ihr stört nicht. Jeder braucht Hilfe und Unterstützung. Milan und ich sprachen auch bereits darüber, wie wir den Toten eine würdevolle Zeremonie geben können. Wenn wir alle zusammen arbeiten können wir die Toten aufschichten und dem Feuer übergeben, welches ja eine der Kräfte von Mutter Sonne ist. Ihr habt recht, wenn ihr sagt, dass wir uns sputen müssen. Niemand will die Nacht hier verbringen." Die Geweihte versprüht wieder eine Energie, wie sie sie auch schon in Himmelstor häufig gezeigt hat.
"Ich werde dann in einer kleinen Zeremonie zu Mutter Sonne und den zwei Monden mich wenden, damit den Toten geholfen ist ..." Die Priesterin wollte noch mehr sagen, als sie durch die Geräusche des laufenden Pferdes aufgeschreckt wurde. "Was bei Mutter Sonne ist dies!" Mit einem Blick erfasst die Frau, dass mit Mika etwas nicht stimmt. "Was ist denn ihr passiert?" Mit schnellen Schritten ging die Priesterin auf das näher kommende Pferd zu und versuchte dabei die Situation zu erfassen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 18.05.2010, 16:11:00
Als Mikas Pferd näher kam, wurde offensichtlich, was nicht stimmte. Die Bardin war entweder ohnmächtig oder tot, Pfeile steckten in ihrer Schulter, in ihrem Oberschenkel und in ihrem Rücken.

Das Pferd selbst schien unverletzt, war aber offenbar in wilder Panik. Mika drohte jeden Moment von dem Pferd zu stürzen, das Tier machte aber keine Anstalten, langsamer zu werden, und würde bald mitten durch das Lager preschen, wenn es nicht jemand aufhielt.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 19.05.2010, 07:29:33
Die Tatsache, dass sich Mika entfernte behagte Waldemar nicht, und als er feststellte, dass sie in die Richtung verschwunden war, in der auch die Angreifer abgezogen waren besorgte ihn nicht minder. Dennoch konnte er nicht sofort die Verfolgung aufnehmen. Als er Mikas Pferd kommen sah und erkannte dass sie Angegriffen wurde war ihm sofort klar, dass die Angreifer nicht weit sein konnten.
Sofort rief er die Karawane zusammen. "ALLE HERHÖREN, ES SIEHT SO AUS, ALS OB DIE ANGREIFER NICHT WEIT VON HIER SIND, VERSCHANZT EUCH IN DEN AUSGEBRANNTEN WAGEN." Mit ein paar Schnellen Schritten ging er zu den Anderen herüber. "Milan, kümmer Du dich um die Frau die Eretria gerettet hat" Eretria war bereits zu Mika unterwegs "Beldin, schau mal ob Du Eretria helfen kannst. Calfay hilf mir nachzuschauen, falls die Angreifer zurückkommen um Mika zu verfolgen."
Ihm waren ungeklärte Rangfolgen in dieser Situation völlig egal, falls die Angreifer in der Nähe waren oder schlimmer noch Mika verfolgten und dadurch zurückkamen musste jemand die Verteidigung organisieren oder hier würden noch ein paar Mehr Leichen dem Massaker hinzugefügt werden.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 19.05.2010, 08:04:02
In der Karawane brach helle Panik aus, als Waldemar seine Anweisungen rief. Einige bemühten sich, seinen Befehlen zu folgen, andere rannten verwirrt umher oder standen erstarrt auf ihrem Platz. Ein Händler-Pärchen flüchtete sich auf ihren Zweispänner und trieb die Pferde an, um so schnell wie möglich den Platz zu verlassen. Offensichtlich hielten sie nicht viel von Waldemars Verteidigungsstrategie und suchten ihr Heil lieber in der Flucht.

Eine junge Frau, eine Seilkünstlerin, wie Waldemar mitbekommen hatte, kam direkt auf den Waldläufer zu. "Haltet ihr das für eine gute Idee? Schaut euch um, hier ist es schon einmal jemandem nicht gelungen, sich gegen diese Angreifer zu verteidigen."
Sie sprach bewusst leise, damit die übrigen Reisenden ihre Bedenken nicht hören konnten.

Derweil hatte Mikas Pferd fast das Lager erreicht. Die Mitglieder der Karawane stoben auseinander, um dem wildgewordenen Tier Platz zu machen, und es schien, als könnte nichts das galoppierende Pferd aufhalten.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 19.05.2010, 08:56:08
"Besser, als nichts zu tun, und einem Angriff unvorbereitet gegenüber zu stehen, oder?" Gab er der Frau in gleicher Lautstärke als Antwort.
Dann sah er dass Eretria und Beldin mit dem scheuenden Pferd der Bardin nicht zurecht kamen. "Manchmal wünschte ich an mehreren Orten gleichzeitig sein zu können" murmelte er und ging zu dem Pferd um zu versuchen es zu beruhigen.[1]
 1. Handle Animal1d201d20+4 = (3) +4 Gesamt: 7
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 19.05.2010, 09:27:15
Eretria ging dem Tier schnell entgegen. Ihr war nicht wirklich klar, wie sie mit dem Pferd umzugehen hatte, aber sie hoffte einfach, dass Worte wie sie sie einem Kind sagen würde, welches sie beruhigen wollte, auch bei einem Pferd Wirkung zeigten. Daher sprach sie ruhig auf das Tier ein.
"Ganz ruhig, mein Kleiner. Wir sind deine Freunde. Niemand will dir etwas. Es gibt keine Gefahr mehr für dich."[1] Die Priesterin vertraute darauf, dass ihr die zwei Monde und Mutter Sonne halfen bei dieser Aufgabe. Auch wenn sie Angst hatte, dass das Pferd sie niedertrampelte oder Mika abwarf ging sie weiter in Richtung des Tieres und wirkte dabei ruhiger und abgeklärter, als sie sich tatsächlich fühlte.
 1. Beruhigen des Pferdes (http://games.dnd-gate.de/index.php/topic,4464.msg607750.html#msg607750)
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 19.05.2010, 09:33:50
Waldemar hätte es besser wissen müssen - er war gedanklich noch viel zu beschäftigt mit der möglichen Verteidigung des Lagers, um sich wirklich auf das Tier vor ihm einzulassen. Das Pferd ignorierte ihn völlig und wäre beinahe an ihm vorbeigesprescht.

Zu seiner Überraschung war es Eretria, der es gelang, die Aufmerksamkeit des Pferdes auf sich zu ziehen. Mit ruhiger Stimme und beschwichtigenden Gesten sprach sie auf das Tier ein, das zwar zuerst an der Priesterin vorbeiritt, dabei aber bereits langsamer wurde und sich schließlich zu ihr umdrehte.

Noch immer unruhig trampelte es nervös mit den Hufen auf den Boden, schnaubte und schüttelte den Kopf, machte aber keine Anstalten mehr, davon zu reiten.

Die Priesterin hatte das Pferd offenbar gerade rechtzeitig zum Stehen gebracht, denn langsam rutschte die mit Pfeilen gespickte Bardin nun vom Sattel.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 19.05.2010, 12:38:35
Eretria ging langsam die letzten Schritte bis zu dem Pferd. Sie wollte jetzt nicht durch eine überhasteten Bewegung das Tier doch noch erschrecken. "Ganz ruhig mein Großer." Freundschaftlich tätschelte sie den Hals des Pferdes, um es so weiter zu beruhigen. Dann als sie merkte, dass das Tier sich weiter beruhigt hatte, griff sie nach den Zügeln, um das Tier schließlich Waldemar zu übergeben. "Danke für deine Hilfe, Waldemar. Ich glaube nicht, dass ich es alleine geschafft hätte." Die Worte waren ehrlich. Offensichtlich glaubte Eretria, dass sie nur durch Waldemars Unterstützung etwas erreicht hatte und alleine auf verlorenem Posten gestanden hätte.
Erst nachdem Waldemar das Pferd genommen hatte, ging die Priesterin  in die Knie und untersuchte die Bardin.[1] Während sie Mika untersuchte, sprach sie leise und beruhigend mit ihr. "In was bist du denn da reingeraten?" Nachdem sie festgestellt hatte, dass keine unmittelbare Lebensgefahr bestand und die Bardin wie durch ein Wunder den Sturz überstanden hatte, begann sie die Kräfte der Himmelsgestirne anzurufen, um die Frau zu heilen.[2]
 1. Healingcheck (http://games.dnd-gate.de/index.php/topic,4464.msg607790.html#msg607790)
 2. Mika für leider nur 5 TP geheilt. (http://games.dnd-gate.de/index.php/topic,4464.msg607793.html#msg607793)
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 19.05.2010, 12:56:43
Mit größter Sorgfalt gelang es Eretria, die Pfeile aus Mikas Wunden zu entfernen. Die Schützen hatten nicht unbedingt auf lebenswichtige Organe gezielt, was Mika vermutlich - knapp - das Leben gerettet hatte. Durch die heilende Magie, die durch die Hände der Priesterin floss, schlossen sich einige Wunden, und die junge Frau schlug wieder die Augen auf.

Mikas Wunden schmerzten noch immer. Sie hatte keine Ahnung, was geschehen war, aber offenbar hatte sie den Angriff überlebt, und lag nun inmitten des niedergebrannten Lagers auf dem Boden. Eretria kniete neben ihr, Waldemar stand daneben. Langsam drang in Mikas Bewusstsein, dass alle anderen im Lager offenbar in heller Aufregung waren und hektisch hin und her rannten.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 19.05.2010, 13:23:31
Das letzte, woran sich Mika erinnern konnte, war der Schmerz. Die Wunde am Arm war kaum der Rede wert gewesen, doch die Schulter und ihr Bein hatten geschrien. Und dann spürte sie, wie sie etwas am Rücken berührte und alles um sie herum, aber doch nur in ihrem Kopf, explodierte.
Danach war Schwarz. Danach war Jetzt. Und jetzt war der Schmerz zurück, aber auch das Licht. Verwirrt, verängstigt und mit glasigen, wässrigen Augen starrte Mika nach oben in die Augen von Eretria.
Es vergangen einige Sekunden, dann weiteten sich die Augen der Bardin und sie  fragte hektisch, fast panisch: "Wo sind wir? Sind wir beim Turm? Sie schießen!" Gab Mika zusammenhagslos von sich.
Gleich darauf versuchte Mika, dem Schmerz zum Trotz, schnell aufspringen und sich kampfbereit zu machen, weil sie glaubte, noch nahe dem Turm zu sein. Wo sie genau war, bekam die junge Frau, die wohl eher an ein kleines Mädchen erinnerte, nicht wirklich mit, den der Schmerz war stark und sie konnte ihn nicht einfach besiegen, wie sie hoffte. Der Schmerz, mit Hilfe der Schwächung durch einigen Blutverlust, rang sie fast wieder auf dem Boden.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 19.05.2010, 13:40:46
"Langsam, Mika!" Die Worte der Priesterin klangen streng. "Du springst nicht einfach auf! Meinst du ich hätte meinen Hals riskiert, damit du dich sofort wieder verletzt?" Die blonde Priesterin hielt die Bardin fest und sprach dann weiter. "Vielleicht erzählst du mal der Reihe nach. Wir haben dich zum Turm reiten sehen und dann bist du irgendwie auf deinem verängstigenden Pferd hängend hier wieder angekommen. Wenn ich nicht das Pferd hätte stoppen können, hätte es dich über kurz oder lang abgeworfen und du hättest dir deinen schönen Hals gebrochen."
Einen Augenblick schaute die Frau Mika mit einem seltsamen Gesichtsausdruck an, fast so als würde sie überlegen, warum sie dies nicht gemacht hatte. Dann lächelte die Frau wieder. "Kannst du mal langsam erzählen, was dort los war?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 19.05.2010, 14:31:24
Mika konnte gar nicht anders, als ihrer Hektik Einhalt zu gebieten, denn der Schmerz, der sich durch die plötzliche Bewegung deutlich verstärkt hatte, zwang sie dazu. Außerdem sagte ihr ein kleiner Teil ihres Kopf, dass Eretria wohl kaum solch eine Seelenruhe an den Tag legen würde, wenn Gefahr in der Nähe wäre.
Bevor Mika aber zu einer Antwort ansetzte, öffnete sie wieder ihre Augen und schaute sich erstmal kurz um, damit sie sicher sein konnte, dass auch wirklich keine Pfeile sie hier treffen würden.
Nach ein paar Mal tief durchatmen, schaffte es Mika sich auch soweit zu sammeln, dass sie sich wieder etwas aufrichten konnte und sagte dann: "Ich war vorgeritten. Zum Turm. Ich wollte schauen, ob dort alles in Ordnung ist. Ob dorthin jemand geflohen ist und jetzt vielleicht Hilfe braucht." Begann Mika ihre Gründe für den Alleingang kund zu tun. "Als ich dort ankam, sah ich jemanden im Turm und versuchte ihn zu fragen, ob er Hilfe brauchen würde. Doch die Gestalt, nachdem sie kurz verschwunden war, erschien er mit einem Bogen in der Hand und schoss auf mich. Ehe ich außerhalb der Reichweite des Turmes war, hatten sich weitere Schützen hinzugesellt und ebenfalls auf mich geschossen." Endete Mika ihre kurze Erzählung, bei der sie ein paar kleine Details verschoben und weggelassen hatte, denn sie fürchtete Schellte, wenn jemand erfahren würde, wie dumm sie sich verhalten hatte. Für ihre Dummheit schämte sie sich selbst schon schrecklich, weshalb sie niemanden mehr brauchte, der ihr nochmal sagte, wie umheimlich dämlich und naiv sie gewesen war.
"Ich glaube, die Räuber haben sich dorthin zurückgezogen."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 19.05.2010, 14:39:53
"Die Angrifer sind beim Turm? Sind sie Dir gefolgt?" kaum hatte er die zweite Frage gestellt fiel ihm ein, dass das relativ sinnlos war sie das zu Fragen. "Schon gut, wir werden es bald sehen" fügte her hinzu, um seine Frage zurückzunehmen. Dann fuhr er fort: "Bringt Euch und das Pferd am besten in Deckung, wenn sie Dir gefolgt sind werden sie sicher bald hier sein." Dann begab er sich in die Richtung aus der etwaige Verfolger kommen müssten und ging hinter einem Wagen in Deckung und hielt mit gespanntem Bogen Ausschau nach Verfolgern.[1]
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Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 20.05.2010, 14:18:26
Einige Minuten lang herrschte gespannte Stille im Lager. Die Mitglieder der Karawane hatten sich inzwischen verschanzt, Waldemar und die anderen beobachteten die Umgebung, um jeden möglichen Angreifer frühzeitig zu entdecken.

Doch die Verfolger kamen nicht. Entweder gingen die Räuber davon aus, dass Mika tot war, oder sie hielten sie nicht für wichtig genug, die Verfolgung aufzunehmen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 20.05.2010, 19:13:44
In Gedanken versunken hatte Rin auf die Zerstörung geblickt und sich gefragt wer es getan hatte und warum. Sie konnte sich nicht vorstellen warum Räuber ihre Opfer umbringen sollten, die meisten Toten sahen nicht wie Kämpfer aus. Vielleicht waren sie unglaublich dumm? Jemand rannte im Eiltempo an ihr vorbei, doch sie ließ sich nicht ablenken. Es könnte auch sein dass jemand anderes die Reisenden ermordet hatte, jemand der keine Zeugen wollte...
Plötzlich sprach Waldemar sie an. "Calfay hilf mir nachzuschauen, falls die Angreifer zurückkommen um Mika zu verfolgen."
"Welche Angreifer?" fragte Rin, als ihr auffiel dass es im Lager auffällig laut war. Hatten die Meuchelmörder etwas vergessen und kamen zurück? Sofort zog sie ihre Waffe und sah sich um. Leute rannten in heller Panik durcheinander und Eretria kümmerte sich um eine am Boden liegende Mika. Da von den Angreifern nichts zu sehen war[1], beschloss sie das Chaos zu ignorieren und nach der Bardin zu sehen.

[...][2]

So war das also!! Die Räuber waren beim Turm... nicht ganz richtig, sie waren IM Turm. Womit sich der Grund für das Morden geklärt hätte (eine gewisse Blödheit und Skrupellosigkeit vorausgesetzt). Jetzt brauchten sie nur noch Verstärkung zu holen und den gegnerischen Stützpunkt zu stürmen...wobei man nichts überstürzen sollte, immerhin waren die Kerle gewalttätig. Aber auch schlampig, wofür sie dankbar war, denn es war der Grund dafür dass Mika noch lebte.
"Das war dumm." warf Rin der Beinahe-Leiche vor, auf die sie nun herunterblickte. "Nach dem was hier passiert ist alleine die Gegend zu erkunden... nicht zu vergessen der Worg der hier auch irgendwo sein kann!"
 1. Den Wurf spar ich mir mal.
 2. Mikas Geschichte
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 21.05.2010, 06:24:41
Nachdem die Räuber einige Zeit nicht auftauchten schloss Waldemar, dass sie nicht die Verfolgung von Mika aufnahmen, oder dabei vorsichtig vorgingen. Er ging zu Milan und gab ihm den Auftrag "Pass mal hier auf und sorg dafür, dass wir uns Verteidigen können, ich werde vorsichtig nachsehn, ob sie Räuber noch kommen." Dann begab er sich in den Wald und immer darauf bedacht außer Sicht zu bleiben schlich er in Richtung Turm und prüfte ob die Räuber im Wald wald waren.[1]
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Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 21.05.2010, 12:31:51
Mika hätte den Hinweis von Calfay nicht gebraucht, denn der Bardin war selbst klar gewesen, wie dumm ihr Plan war. Aber sauer kann Mika der Schreiberin auch nicht sein, denn diese hat einfach vollkommen recht.
"Es ... tut mir leid." Sagte Mika kleinlaut als Entschuldigung, fügte zur Verteidigung hinzu: "Aber ich wollte nur schauen, ob ich helfen kann." Selbst wenn es mit guten Recht geschehen war, auf sich sitzen lassen konnte es Mika nicht lassen, was Calfay gesagt hatte.
"Und Danke." Sagte sie dann an Eretria gewandt, von der sie eher schimpfende Worte, in Verbindung mit einer kleinen Predigt, erwartet hätte.
Etwas bedeppert stand Mika dann da und schaute sich um und traute sich nicht so recht, irgendwas im Moment anzurühren oder zu tun. Weil sie aber auch nicht nur rumstehen konnte, fragte sie unsicher: "Was machen wir jetzt am besten?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 21.05.2010, 13:54:01
Milan kam sofort Waldemars Aufforderung nach und kümmerte sich um die verletzte Frau, bis er erkannte, dass in diesem Sinne zunächst keine Gefahr drohte. Schließlich trug er die Frau hinter einen der Wagen der kleinen Karawane und bat die Seilkünstlerin, die mit Waldemar gesprochen hatte, sich um sie zu kümmern. Angespannt wartete er mit den Anderen, ob etwas geschehen würde, war allerdings erleichtert, dass keiner von den Angreifern Mika zu folgen schien. Dass sich diese Männer aber im Turm verschanzt hatten, erweckte ein äußerst ungutes Gefühl in ihm. Er vermutete allerdings, dass es nicht viel helfen würde, jetzt Maruiko nach dem zu befragen, was das Mädchen im Turm versteckt hatte, zumal er es vielleicht selbst nicht einmal wusste. Stattdessen nickte er Waldemar zu, als dieser ihn aufforderte, dafür zu sorgen, dass sie sich im Notfall einigermaßen verteidigen konnten.

Als Mika fragte, was sie nun tun sollten, sah sich Milan um und meinte: "Wir sollten alle uns zur Verfügung stehenden Wagen, auch die, die vielleicht schon zum Teil ausgebrannt sind, in einem zu drei Vierteln geschlossenen Kreis aufstellen. Wir werden nicht viel Chancen haben, wenn sie mit Nahkampfwaffen das Lager stürmen sollten, aber gegen Pfeile und Wurfäxte bieten die Wagen zunächst einmal Schutz." Er wandte sich den anderen Reisenden zu und suchte nach Männern, die stark genug aussahen, um zu helfen, die Wagen so zurecht zu schieben, dass sie eine Barrikade errichten konnten. "Außerdem sollten sich jetzt alle melden, die einigermaßen mit Waffen umgehen können, und damit meine ich auch Mistgabeln und Sensen. Alle, die fliehen wollen, können das tun, sollten sich aber überlegen, dass sie alleine noch viel schutzloser sind und wir wissen nicht mit Bestimmtheit, was hier draußen noch lauert."[1] Milan wollte keine Panik auslösen, aber er durfte auch keinen Hehl daraus machen, dass diese Angreifer im Turm nicht die einzige Gefahr darstellten. Dann wandte er sich wieder an seine Gefährten: "Calfay, Beldin, wir sollten mit anpacken und die Wagen in Position bringen. Eretria, kümmerst du dich bitte um Mikas Verletzungen und deine Patientin, dass die Beiden in Sicherheit sind. Und bitte nehmt euch derer an, die nicht kämpfen können. Zum Beispiel den Kindern. Wir müssen bestmöglich für Ruhe sorgen, falls es wirklich zu einem Angriff kommt." Milan wusste nicht, ob es richtig war, was er tat, und ob überhaupt jemand auf ihn hören wollte, aber sie mussten sich ja irgendwie verteidigen und eine bessere Strategie fiel ihm nicht ein.
 1. Diplomatie 21
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 21.05.2010, 15:02:25
"Wäre es nicht klüger, wenn wir alle verschwinden?" Fragte Mika leise Eretria und Calfay, die bei ihr standen. Sie tat es nicht laut, weil sie nicht offen Partei gegen Milan nehmen wollte, denn es lag sehr nahe, dass sich die Leute sehr schnell auf ihre Seite schlagen würden. "Ich weiß, dass es für nachfolgende Reisende nicht dienlich sein wird, aber ich glaube nicht, dass diese Leute kämpfen wollen. Auch ich weiß nicht, ob ich es mit diesen Banditen aufnehmen will." Fügte die Bardin im Flüsterton hinzu und zeigte sich dabei als gebranntes Kind, nachdem mehrere Pfeile sie erwischt und fast das Leben geraubt hatten. "Wir können ja nicht mal sagen, wieviele Gegner es sind. Außerdem kann dieser Worg auch noch in der Nähe sein. Ich wäre eher dafür, das Weite zu suchen und im nächsten Ort von dem Geschehen zu berichten, auf das sich dort Widerstand gegen diese Räuber organisiert."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 21.05.2010, 18:17:00
Eretria hörte den Worten ihres Freundes zu und sie lächelte dabei sogar kurz. Anscheinend gefiel ihr, was er tat. Als Mika sie ansprach schüttelte sie den Kopf.
"Nein, Mika, es ist nicht besser alles stehen und liegen zu lassen und Hals über Kopf zu fliehen. Stattdessen werden wir eine vernünftige Zeremonie für die Toten abhalten und sie verbrennen." Die Priesterin schaute die beiden Frauen an ihrer Seite herausfordernd an, als wenn sie etwas erwartete. Dann begann sie damit die Toten an einem Ort zusammen zu tragen. Sie ging dabei behutsam vor aber auch sehr konzentriert. Ob die beiden Frauen ihr dabei halfen oder nicht, schien ihr gleichgültig zu sein.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 21.05.2010, 21:26:43
Eretria hatte Mika offenbar falsch verstanden, weshalb es Klärungsbedarf gab. Weil die Preisterin aber wegging, blieb Mika nichts anderes übrig, als ihr zu folgen, um klar zu machen, was das wirkliche Problem der Bardin ist.
"Ähm..." Begann Mika, während sie Eretria einholte und fügte dann leise hinzu: "Gegen eine ordentliche Ehrung der Toten sage ich nichts. Dies würde ich mir niemals wagen. Die Toten verdienen es." Beteuert die Bardin vor der Prietserin der Sonne und der beiden Monde. "Aber Milan tut alles andere, als eine Trauerzeremonie vorzubereiten. Er will hier ein Lager aufbauen, wenn ich ihn richtig verstanden habe. Und hier, vor der Nase dieser Mörder, ein Lager aufzubauen, finde ich, ist keine gute Idee. Hälst du das vor dieser Kulisse wirklich für klug?"
Um später schneller die Möglichkeit hier wegzukommen, und auch ein wenig um Eretria milde zu stimmen, packte Mika mit an und half dabei die Toten für eine ehrenvolle Verbrennung vorzubereiten. Dabei half sie der Priesterin ganz konkret, weil sie das Gespräch mit dieser aufrecht erhalten wollte.

Auffällig war bei der Arbeit, dass Mika nie wirklich schaute, was sie gerade tat, sondern mit den Augen versuchte vor dem schrecklichen Anblick zu fliehen, der sich hier dutzendfach präsentierte.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 21.05.2010, 22:13:36
Rin hörte allen aufmerksam zu und folgte Mika als diese Eretria folgte. "Sollten die Räuber gleich angreifen ist Milans Strategie wohl die Beste. Allerdings sollten wir mit der Bestattung der Toten noch warten. Wenn unsere Feinde nicht von selbst darauf kommen und anzugreifen könnte das Feuer sie anlocken. Natürlich ist das kein Grund die Opfer hier verrotten zu lassen, aber wir sollten die Reisenden die noch hier sind nicht in Gefahr bringen."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 21.05.2010, 22:19:31
Milan begann konzentriert mit seiner Arbeit, auch wenn er diese eventuell alleine verrichten müsste. Er machte sich Sorgen um Waldemar, der einfach alleine aufgebrochen war, um sich dem Turm zu nähern. Obwohl er versuchte, seine Gedanken auf eine mögliche Verteidigung zu richten, ließ er seinen Blick immer wieder in Richtung Turm schweifen und hielt so nach Waldemar Ausschau. Andererseits sagte er sich ständig, dass der Waldläufer mit Sicherheit wusste, was er tat, und dass er sich den Angreifern nicht einfach so zu erkennen geben würde.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 23.05.2010, 18:44:28
Die Mitglieder der Karawane waren durch die Gefahren und das grauenhafte Szenario stark eingeschüchtert, aber vielleicht gerade deshalb folgten sie Milans Anweisungen wortgenau. Es dauerte nicht lange, bis eine erste provisorische Verteidigungslinie stand. Dennoch war offensichtlich, dass alle Reisenden am liebsten gleich wieder flüchten würden.

Waldemar schaffte es bis auf fünfzig, sechzig Schritt an den Turm heran. Je näher er kam, desto geringer wurden allerdings die Deckungsmöglichkeiten. Am Ende hielt er sich, durch das Gras kriechend, hinter einigen schmalen Büschen versteckt.
Die Räuber hatten sich offensichtlich am Turm gesammelt, und tatsächlich nicht die Verfolgung Mikas aufgenommen. Stattdessen waren an einigen Fenstern im Turm Wachen postiert.

Noch während Waldemar die Situation beobachtete, sah er, wie eine der Wachen auf ihn zeigte. Rufe aus dem Turm wurden laut, und der Waldläufer bemerkte, wie eine Person zu einem Nebengebäude lief, in dem einige Pferde zu sehen waren.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 24.05.2010, 09:38:57
Da er entdeckt war zog er sich zügig zurück er hatte gesehe was mit Mika passiert war und wollte vermeiden dass ihn das gleiche Schiksal ereilte.
Bis er ausser Reichweite der Bogenschützen war prüfte er dabei ob er verfolgt wurde.[1]
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Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 25.05.2010, 09:27:03
Waldemar zog sich, so schnell es ging, vom Turm zurück. Die Räuber brauchten offenbar eine Weile, um die Verfolgung aufzunehmen. Bei einem Blick zurück über die Schulter konnte der Waldläufer sehen, wie die Truppe Mühe hatte, die Pferde auseinanderzuhalten. Das Wiehern der Pferde und das Fluchen und Schimpfen der Reiter zeigten Waldemars Glück im Unglück: Ausgebildete Soldaten hätten ihn zu Pferd vermutlich längst eingeholt.

Als die Räuber endlich so weit waren, die Verfolgung aufzunehmen, hatte Waldemar gerade eine kleine Gruppe Dornbüsche erreicht. Es war kein perfektes Versteck, aber mit etwas Glück würde er sich hinter den Büschen - oder, wenn er Schmerzen in Kauf nahm, inmitten der Büsche - vor den Blicken der Verfolger verbergen können.
Die Räuber ritten langsam los, offenbar noch damit beschäftigt, die Gegend abzusuchen - für den Moment hatten sie ihn in ihrem selbst verursachten Chaos aus den Augen verloren.

Eine andere Option war die Flucht zurück zum Lager. Es lag eine gute dreiviertel Meile vor ihm. Die Chancen standen schlecht, dass er das Lager vor den Reitern erreichen würde. Wenn die Pferde aber die jetzige Geschwindigkeit hielten, es ihm gelang, sich auf der Flucht einigermaßen verborgen zu halten, und seine Kameraden die Angreifer vielleicht noch mit Pfeil und Bogen ein wenig fernhalten könnten - dann bestand die Möglichkeit, auf direktem Wege zum Lager zurückzukehren.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 25.05.2010, 12:14:59
Waldemar versuchte in Richtung Lager zu schleichen, dabei hielt er zunächst das Dornengebüsch zwischen sich und den Verfolgern, bis sich eine bessere Deckung ergab.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 25.05.2010, 14:04:06
Die Gruppe der Verfolger teilte sich auf. Waldemar konnte sehen, dass eine weitere Person hinzu kam und Befehle erteilte - und anschließend auf den Rücken eines Tieres aufstieg, das wie ein riesiger, schwarzer Wolf aussah. Zu Waldemars Erleichterung ritt dieser Mann mit fünf der Räuber in eher südlicher Richtung weiter.

Es blieb aber eine Gruppe von sechs Reitern, die geradewegs auf Waldemar zusteuerten. Anfangs genügte die Deckung der Dornbüsche noch, damit sie ihn nicht sahen, doch unglücklicherweise dauerte es nicht lange, bis einer der Reiter auf Waldemar deutete. Die Pferde verfielen in schnellen Galopp, und Waldemar wusste sofort, dass er nicht mehr rechtzeitig auch nur in die Nähe des Lagers kommen würde.

Die nächste Baumgruppe, die ihm Schutz bieten könnte, war ebenfalls nicht in erreichbarer Entfernung. Und selbst, wenn Waldemar den Kampf gegen sechs berittene Räuber überstehen sollte, bestand immer noch die Gefahr, dass die Gruppe um den Worg-Reiter bald nachkommen würde.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 25.05.2010, 14:08:13
Milan hielt zusammen mit einigen fähigen Leuten aus der Karawane Wache an der provisorischen Verteidigungslinie. In der Zwischenzeit hatte Eretria alles für das Ritual vorbereitet.

Es war schon einige Zeit vergangen, bis Milan Waldemar in der Ebene sah. Er schien es eilig zu haben, und gleichzeitig so weit wie möglich in Deckung zu bleiben. Gleich darauf erkannte Milan auch, warum: Eine Gruppe von sechs Reitern preschte im vollen Galopp auf den Waldläufer zu, und würde ihn bald erreicht haben.

Waldemar war allerdings noch gute vierhundert Meter vom Lager entfernt - zu weit, um ihm rechtzeitig zu Hilfe zu eilen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 25.05.2010, 21:46:51
Waldemar rannte los, um die Distanz zum Lager zu verringern, als die Räuber auf knapp 100m[1] herangekommen waren Drtehte er sich um und feuerte einen Pfeil auf den ersten der Räuber in der Hoffnung, dass er so die Räuber daran hindern konnte ihn in voller Geschwindigkeit zu verfolgen, oder im Idealfall sogar einen der Räuber zu erledigen.[2]
 1. 320ft sprich 3 Rangeincrements meines Bogens
 2. Angriff: 1d201d20+1 = (15) +1 Gesamt: 16 (2Bab 3Dex -4 Range)
Schaden 1d81d8+2 = (4) +2 Gesamt: 6
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 25.05.2010, 23:26:52
Milan fluchte leise, als er die Reiter sah und rief den Frauen zu: "Ich fürchte, das Ritual muss noch warten. Seht, dort!" Er deutete in die Richtung, aus der Waldemar, verfolgt von den Reitern, kam. "Schnell, alle hinter die Barrikade!" Milan selbst blieb noch stehen, bis alle anderen hinter den Wagen verschwunden waren und hoffte, Waldemar würde es schaffen. Er überlegte einen Moment, ob er Waldemar zur Hilfe eilen sollte. Er sah zu Mikas Pferd hinüber, entschied sich aber dagegen und betete, dass Waldemar es rechtzeitig hinter die Barrikade schaffen würde.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 26.05.2010, 09:36:55
Vielleicht war es gerade die angespannte Situation, die Waldemars Geist klärte. Trotz seiner Flucht, trotz der Gefahr, wurde sein Geist ruhig, als er den Bogen spannte. Für eine Sekunde fühlte er sich wie damals, als er in Immerwald auf den Bäumen gesessen und seine Beute mit dem Bogen erlegt hatte.

Dann flog der Pfeil durch die Luft, suchte sein Ziel, und traf einen der Räuber mitten in die Brust.

Aber offenbar hatte sich Waldemar gerade den Zähesten unter den Angreifern ausgesucht. Der Räuber strauchelte einen Moment auf seinem Pferd, fing sich dann aber wieder, brach kurzerhand den Pfeil ab und ritt weiter auf ihn zu.

Jetzt würde es nicht mehr lange dauern, bis die Angreifer ihn erreicht hatten.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 26.05.2010, 13:15:13
Waldemar blickte sich gehetzt um, seine Idee, die Angreifer auszubremsen hatte nicht funktioniert, sie schienen weiter ohne Rücksicht auf verluste auf ihn zugestürmt zu kommen. Selbst wenn er den ersten erledigen würde hätte er gegen 5 keine Chance. Da fiel sein Blick auf einen Baum, wenn er ihn erklettern könnte würden die Verfolger ihn nicht so leicht erreichen können. So schnell er konnte rannte er zu dem Baum und begann zu klettern.[1]
 1. Klettern 23 (http://games.dnd-gate.de/index.php/topic,4464.msg609799.html#new)
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 26.05.2010, 13:59:13
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Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 27.05.2010, 19:46:05
Milan, Eretria und Calfay sahen aus der Entfernung, wie Waldemar einen der Angreifer nach dem anderen besiegte oder in die Flucht schlug. Alles sah nach einem Sieg ihres Freundes aus, bis zuletzt nur noch einer der Räuber vor dem Baum stand und Waldemar beschoss.

Doch dann geschah es. Ein letzter Bolzen verschwand im Laub des Baumes, und einen Moment später fiel Waldemars Körper aus dem Geäst und prallte auf den Boden.

Der Reiter legte die wenigen Meter bis zu dem gefallenen Waldläufer zurück, stieg ab, und hievte Waldemar dann auf sein Pferd.  Mit einem letzten Blick auf die noch viel zu weit entfernten Kameraden Waldemars stieg er wieder auf sein Reittier, und galoppierte dann davon, zurück in Richtung der Festung.

In der Ferne kam ihm bereits eine Gruppe von sechs weiteren Reitern entgegen, die zu seiner Verstärkung eilten.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 27.05.2010, 20:12:18
Milan blieb schwer atmend und fassungslos stehen, als er mit ansehen musste, wie Waldemar davon geschleppt wurde. Dann rannte er los, versuchte dabei noch schneller zu werden und schrie: "Hey! Einer gegen sechs, das findet ihr gerecht? Wieso nehmt ihr es nicht mit uns allen auf, ihr Feiglinge?!" Er wusste, dass seine Worte mehr als hilflos waren und dass sie diesen Männern entgegen liefen, war vermutlich das Dümmste, was man tun konnte, trotzdem konnte er nicht einfach zu lassen, dass ihr Freund entführt wurde. 'Hoffentlich ist er nicht tot, hoffentlich ist er nicht tot', wiederholte Milan in Gedanken und flehte, dass Waldemar nur so tat, als ob er verletzt oder getötet worden sei.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 27.05.2010, 21:51:15
Der Reiter blickte sich noch einmal kurz um, ignorierte aber Milans Rufe. Kurz darauf war er bei der anderen Gruppe angekommen. Darunter befand sich ein Mann, der auf einer Art riesigem schwarzen Wolf ritt. Aus der Ferne konnten Milan, Eretria und Calfay sehen, wie er von seinem Tier abstieg, und Waldemar untersuchte. Kurz war ein helles Licht zu sehen, dann stieg er wieder auf sein Tier auf.

Anschließend machte sich die Gruppe auf den Weg - in direkter Richtung der drei Gefährten.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 28.05.2010, 11:46:49
Die Räubergruppe ließ sich auf ihrem Weg Zeit - es schien, als wollten sie durch ihre fast schon gemütliche Reitweise ihre Unangreifbarkeit darstellen. Schließlich kam die Gruppe auf gute zwanzig Schritt an Eretria, Milan und Calfay heran.

Sechs der Räuber saßen auf Pferden, darunter auch der Mann, der Waldemar auf sein Pferd gehievt hatte. Dem Waldläufer waren inzwischen die Hände gefesselt worden - ein gutes Zeichen, dass er wohl zumindest noch lebte.

Der siebte Mann, ein schlanker, hochgewachsener Mensch mit kurzen, schwarzen Haaren, saß auf einem Tier, das ebenso groß war wie die Pferde, aber eher an einen monströsen Wolf erinnerte. Glühendrote Augen starrten die Abenteurer an. Gefährliche Reißzähne und Pranken machten deutlich, dass diese Bestie ein nicht zu unterschätzender Gegner war.

Der Reiter des Worgs - darum musste es sich wohl bei dieser Bestie handeln - musterte die Abenteurer interessiert. Er trug einen schwarzen Umhang und einen ebenso schwarzen Brustpanzer aus Leder, auf dem das Symbol einer roten Sonne zu sehen war.

"Ihr dürft euch entscheiden, was euch wichtiger ist: Eure gesamte Ausrüstung, oder das Leben eures Freundes. Legt alles, was ihr habt, zu Boden, dann bekommt ihr euren Kameraden -"

"Sei still", unterbrach der Worg-Reiter den Mann, der Waldemar auf seinem Pferd trug. Mit seinem Blick fixierte er Eretria, als habe er etwas wie sie noch nie zuvor gesehen. "Aliya. Du bist es. Du bist es wirklich."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 28.05.2010, 15:48:23
Es wäre gelogen gewesen zu behaupten dass die Arroganz der Räuber Rin nicht ärgerte, doch äusserlich bemerkte man davon nichts. Sie hielt weiterhin ihren Speer in der Hand, auch als die Forderung kam die Waffen abzulegen, im Austausch für Waldemar. Stattdessen starrte sie die Männer auf ihren Pferden (und dem Worg) so düster an dass es auch den wildesten Barbaren in Besorgnis versetzt hätte.[1]
Das unerwartete Benehmen des Worg-Reiters überraschte sie allerdings, so sehr dass sie ihren Blick von den Gegnern nahm um Eretria anzusehen. Würde sie das Missverständnis aufklären, oder den Kerl im Glauben lassen seine Bekannte zu sein? Lange würde es so oder so nicht gutgehen, immerhin wussten sie nicht mal wer diese Aliya war. Trotzdem wollte Rin diese Chance nicht wegwerfen indem sie laut kund gab dass diese Frau eine Priesterin war und Eretria hieß.
 1. Cool tun (Bluff: 23) und Böse gucken ò_ó (Einschüchtern: 20)
Wobei mir einfällt dass ich besser meine Aura auf Presence ändere (wäre +1, wenn das einfach so geht).
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 28.05.2010, 16:21:09
Milan war entsetzt von dem Verhalten der Reiter und ihrem vermeintlichen Angebot.  Er hatte nicht vor, seine ganzen Sachen hinzuwerfen, aber er würde vermutlich einiges dafür tun, um Waldemar zu retten. Als dann aber der Worg-Reiter Eretria mit einem ganz anderen Namen ansprach, zeigte sich sichtlich Verwirrung in Milans Gesicht. Er blickte zu seiner Freundin und zurück zu dem Mann auf dem Worg, bevor er sich zwischen die beiden schob. "Ich wäre eher dafür, dass ihr uns unseren Freund auf der Stelle und ohne große Diskussionen wiedergebt." Milan sah sich die Reiter an, blieb mit seinem Blick sehr lange an dem Worg hängen und überlegte, wie er es anstellen konnte, hinter den Reiter zu kommen und ihn von seinem Tier zu holen, das ihm weitaus gefährlicher erschien als der Mann, der darauf saß. Wenn Waldemar bei Bewusstsein gewesen wäre, hätte er ihnen sicher sagen können, wie man so ein Tier schnell und ohne große eigene Blessuren tötete. Und dass sie es töten würden und sogar mussten, stand fest. Gleichzeitig fragte er sich, wieso der Mann Eretria mit einem anderen Namen ansprach. Ihm kam ein merkwürdiger Gedanke in den Sinn, der vor allem mit Beldins Erlebnissen zu tun hatte. Auch er hatte einmal ein anderes Leben geführt, wie es schien. War das bei Eretria auch möglich? Gab es womöglich sogar einen seltsamen Zusammenhang zu Mikas Träumen? Er machte sich schon wieder zuviele Gedanken. Er musste sich auf einen möglichen Kampf vorbereiten.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 28.05.2010, 18:49:03
Der Anführer der Räuber sah Milan ernst an, und stieg von seinem Reittier ab. Dann lächelte er.
"Euer Freund interessiert mich nicht."

Mit einem Nicken bedeutete er seinen Leuten, Waldemar vom Pferd zu holen. Als diese zögerten, blickte er sie grimmig an. "Na macht schon", erklärte er.

Die Männer blickten irritiert zwischen ihrem Anführer, Eretria und Milan hin und her. Allem voran aber sahen sie immer wieder zu Calfay, ganz so, als wäre die junge Frau die größte Bedrohung in dieser Situation.

"Holt euch euren Freund", forderte der Anführer Milan auf. "Alles, was ich dafür will, ist mit ihr zu reden."

Dabei blickte er direkt zu Eretria.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 29.05.2010, 22:29:00
Als sie beim Näherkommen zunächst sah, dass Waldemar möglicherweise seine Stellung würde halten können war Eretria froh. Doch schneller als befürchtet, hatte sich das Glück gewendet. Als sie dann mit Milan und Calfay näher kamen und auch die Räuber offensichtlich  verhandeln wollten, war die Priesterin überrascht. Wenn sie auf das Lager zurückblickte, wirkte das Massaker dort nicht so, als würden die Räuber jemals verhandeln wollen.
Völlig irritiert wurde die Priesterin dann durch das Verhalten des Anführers. Doch bevor sie überhaupt etwas sagen konnte, schien die ganze Geschichte sich in eine Richtung zu entwickeln, die ihr noch seltsamer erschien, als einiges, was sie bisher erlebt hatte. Eretria trat neben Milan und legte ihm beruhigend die Hand auf den Unterarm. Sie fixierte den Fremden fest, als sie sprach:
"Ich bin bereit mit euch zu sprechen, doch wäre es mir lieber, wenn wir dies nicht in einer Situation machen, in der wir uns so gegenüberstehen und jeden Augenblick Blut fließen könnte, weil einer unserer Begleiter etwas falsch versteht oder falsch reagiert." Ein leichtes Lächeln umspielte die Lippen der blonden Frau und es war klar, dass die Priesterin dabei alle Begleiter meinte. Nicht nur die Leute des Räubers, sondern auch Calfay, Waldemar und Milan waren gemeint.
"Ich schlage vor, dass wir beide uns hier unterhalten, aber unsere Begleiter diesen Ort vorher verlassen. Wenn eure Leute am Turm sind und meine Begleiter in unserem Lager können wir reden."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 29.05.2010, 22:57:54
Der Anführer der Räuber überlegte einen Moment, dann nickte er. "Gut, ich bin einverstanden. Ihr könnt euren Freund mitnehmen."

Einer der Räuber, der Waldemar von dem Pferd geholt hatte und noch neben ihm stand, sah seinen Anführer entsetzt an. "Aber Prophet, wir können doch nicht -"

Mit ernstem Gesichtsausdruck wandte sich der Anführer an den Mann und unterbrach ihn. "Ihr habt mich darum gebeten, die Führung zu übernehmen. Jetzt solltet ihr auch meinem Urteil vertrauen. Lasst den Gefangenen liegen und reitet zurück zur Festung. Ich komme nach."

Dann wandte er sich an Milan. "Keine Angst. Ich habe nicht vor, deiner Freundin auch nur ein Haar zu krümmen."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 29.05.2010, 23:34:25
Rin war nicht sicher ob es so eine gute Idee war dass Eretria ganz alleine mit dem Anführer dieser Bande redete. Wenn alle anderen im Lager waren konnte er sie in ein löchriges Sieb oder einen Pfannekuchen verwandeln ohne dass jemand ihr helfen konnte... blieb zu hoffen dass ihm nicht der selbe Gedanke kam.
Für den Moment beschloss sie dem Plan der Priesterin zu folgen und nahm Waldemar entgegen, wobei sie den Räubern einen letzten vernichtenden Blick zuwarf bevor sie sich[1] zurückzogen.
 1. hoffentlich
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 30.05.2010, 01:11:00
Als Eretria dem Mann vorschlug, allein mit ihm zu reden, verdunkelte sich Milans Gesichtsausdruck merklich. Er hatte nicht vor, seine Freundin einfach so zurück zu lassen. Andererseits rückten diese Räuber Waldemar mehr oder minder freiwillig wieder heraus - nachdem sie ihn fast getötet hätten - und anscheinend war der Mann mit dem Worg ernsthaft an Eretria interessiert und zwar nicht in der Art, als wolle er sie sofort umbringen. Trotzdem behagte ihm die Vorstellung überhaupt nicht, sie mit ihm allein zu lassen. Doch da Calfay Waldemar ergriff und ihn fortschaffte, wandte sich auch Milan um. "Pass auf dich auf, in Ordnung? Wir bleiben in der Nähe." Milan sah Eretria besorgt an, ging dann vorüber und folgte Calfay, wobei er ihr helfen würde, wenn sie ihn brauchte. Dabei sah er jedoch ständig wieder zurück zu Eretria und dem Fremden. "Hoffentlich geht das gut", meinte er an Calfay gewandt.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 30.05.2010, 09:21:34
Widerwillig zogen sich auch die anderen Reiter zurück. Der Anführer der Gruppe blickte zu seinem Worg, und machte eine knappe Handgeste. "Mach Platz."

Mit einem gefährlich klingenden Knurren legte sich die Bestie auf den Boden, und starrte dabei Eretria aus seinen unnatürlich wirkenden Augen an.

Nachdem alle anderen einen gewissen Abstand hatten, kam der Mann mit einem Lächeln auf Eretria zu. "Nun habe ich dich also gefunden. Weißt du noch, wer ich bin?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 30.05.2010, 11:42:54
Die Priesterin lächelte Milan an, als dieser sich verabschiedete.
"Mutter Sonne und die Zwei Monde werden mich beschützen. Unser Weg wird hier nicht enden." Eretrias Worte klangen fest. Sie schien überzeugt zu sein, dass ihr weniger Gefahr drohte, als es tatsächlich den Anschein hatte. Lange sah sie den beiden Gruppen nach, die sich aus unterschiedlichen Gründen sehr widerstrebend zurückzogen. Als der Abstand schon ein ganzes Stück betrug, wandte sie sich dem Mann zu, der unbedingt mit ihr sprechen wollte. Die Priesterin schaute dem Fremden offen an und tatsächlich war etwas wie Bedauern zu erkennen.
"Seid ich Himmelstor betreten habe, geschehen schreckliche Dinge, die meinen Weg begleiten. Ein Kind stirbt in meinen Armen, ein Geist dringt in den Körper eines Freundes ein und ein 'Mädchen' trachtet mir nach dem Leben. Nun kommt ihr hinzu und sprecht mich an mit einem Namen, den ich nicht kenne. Ich bin es müde mit Rätseln gequält zu werden. Warum fangt ihr nicht an, mir zu sagen wer ihr seid und warum ihr mich Aliya nennt? Denn wisst, mein Name ist Eretria, Geweihte von Mutter Sonne und den Zwei Monden!"
Die Stimme der Frau war merklich fester geworden, je mehr sie gesprochen hatte. Es war offensichtlich, dass sie ein gehöriges Maß Wut in sich trug. "Und wenn ihr mir erzählt, wer ihr seid und was ihr glaubt in mir zu sehen, dann könnt ihr gleich fortfahren und mir erklären, was für Barbaren und Feiglinge ihr seid, dass ihr eine hilflose Karawane überfallt und niedermacht. Ich bin gespannt, ob eurer Ausführungen."
Obwohl die Frau möglicherweise sich in großer Gefahr befand, hatte sie sich in Rage geredet und ihre Worte waren fast gesprochen, als wäre sie die Richterin dieses Mannes.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 30.05.2010, 12:03:25
"Du erinnerst dich nicht." Die Enttäuschung in der Stimme des Mannes war deutlich.

"Ich verstehe deine Wut, Al... Eretria. Noch vor nicht allzu langer Zeit war ich ein einfacher Priester. Dann fingen die Visionen an, die sich nach und nach bewahrheitet haben. Ich habe nicht verstanden, was mit mir passiert ist, nur, dass etwas Großes im Gange war, das mein ganzes Leben umgekrempelt hat. So wie ich damals, fühlst du dich vermutlich heute."

Er kam noch näher zu ihr, und stand nun nur noch eine Armlänge von ihr entfernt. "Ich fürchte, ich kann nur einen Bruchteil deiner Fragen beantworten, weil ich selbst noch nicht allzu viel weiß. Aber ich kann dir eine Richtung weisen. Und ich hoffe... ich hoffe, wenn du die Wahrheit erkannt hast, werden wir Seite an Seite kämpfen."

Wieder kam der Mann einen Schritt näher, und stand nun ganz nah bei der Priesterin. Mit glänzenden grünen Augen sah er sie an. "Wie schon einmal, in einem früheren Leben, als dein Name Aliya war. Aliya, Priesterin des Sonnenfeuers. Und ich war Tellion, Hoher Prophet des Sonnenfeuers. Gemeinsam haben wir versucht, die Welt in ein neues, goldenes Zeitalter zu führen."

Gespannt sah er sie an. "Soll ich weiter erzählen, oder hältst du mich nun für einen Verrückten, dessen Worte für dich belanglos sind?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 30.05.2010, 12:43:00
Eretria betrachtete den Mann mit einem erstaunten und dann tatsächlich ängstlichen Blick. Sie schüttelte leicht den Kopf und der Mann konnte sehen, dass Tränen in den Augen der jungen Frau standen. Trotzdem blieb der Blick hart. Wie zur Abwehr hob sie ihren Arm und legte die Hand auf die Brust des Mannes.
"Ihr seid die Stimme in meinen Träumen? Wenn dies je passiert ist, wird es nicht noch einmal geschehen. Ich bin eine Priesterin von  Mutter Sonne und den Zwei Monden. Ich bin nicht einsam. Ich bin nicht allein." Die Frau blickte hinüber zu ihren Freunden, zu Milan den Mann den sie in ihr Herz geschlossen hatte. Obwohl die Tränen ihr weiter in den Augen standen, schaute sie wieder auf den Mann vor sich.
"Ich bin nicht diejenige, die ihr in mir sehen wollt, Prophet Tellion. Mein Weg ist mit jemanden anderes verbunden." Einen Augenblick schien die Frau, den Mann ihr gegenüber gar nicht mehr wahrzunehmen, doch dann blieb ihr Blick an dem Symbol auf dem Gewand des Mannes hängen.
"Niemand wird durch seine Träume zum Handeln gezwungen! Jeder Mann oder jede Frau entscheidet selbst, was sie tut. Niemand wird durch einen Traum zu dem was er ist." Die Worte klangen weniger entschlossen, als sie wirken sollten. Eretria war bewusst, dass dies schon die zweite Person war in kurzer Zeit, die dies behauptete. Was war, wenn der Prophet und Mika recht hatten? Um nicht völlig hilflos zu wirken, stürzte sich die Frau auf etwas, was ihr handfester erschien.
"Warum das Morden? Ist dies auch eine Vision? Tötet alle die hier lagern? Schlachtet sie ab und verstümmelt sie?" Die Wut hatte die Frau wieder sicherer gemacht, auch wenn die Tränen in den Augen blieben.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 30.05.2010, 12:55:42
Der Mann schüttelte seinen Kopf. "Ich weiß nichts von deinen Träumen. Aber... vielleicht erinnerst du dich doch. Vielleicht dringen die Erinnerungen deines vergangenen Lebens in den Träumen zu dir durch."

Dann erschien ein Lächeln auf seinem Gesicht - ein Lächeln, das aber auch Trauer ausdrückte. "Wir waren nie Geliebte, falls du das dachtest. Und ich habe nicht vor, mich zwischen euch zu stellen." Dabei sah er in die Richtung, in die Milan und Calfay verschwunden waren.

Schließlich wanderte sein Blick zu dem Lager. "Es gefällt mir nicht, zu töten, Eretria. Aber ich bin gezwungen, aus einer höheren Perspektive zu denken. Es wird einen Krieg geben, einen gewaltigen, unvermeidlichen Krieg, und ich werde alles daran setzen, damit das Licht der Sonne auch nach diesem Krieg noch in den Herzen erstrahlen wird."

Nun nahm er ihre Hände, und hielt sie, wie man eine Geliebte halten würde. "Ich bin nicht böse, Eretria. Mein Ziel ist es, uns alle zu befreien. Glaube mir, mein Herz leidet mit jedem Tropfen Blut, der vergossen wird. Aber ich muss die Stärke haben, heute zu handeln, weil ansonsten das Böse diese Welt ergreifen wird."

Die Priesterin spürte, wie die Hände des Mannes leicht zitterten, und auch in seinen Augen standen Tränen, auch wenn er darum kämpfte, sie zurückzuhalten.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 30.05.2010, 13:39:35
Eretria hörte aufmerksam zu, was der Prophet ihr sagte. Dann lächelte sie traurig.
"Wenn meine 'Träume' tatsächlich 'Erinnerungen' sind, weiß ich bereits, dass wir vielleicht Freunde waren, aber sicherlich nicht mehr. Das würde in einem tieferen Sinn vieles erklären." Die Priesterin wirkte einen Augenblick so, als wäre sie in den Träumen gefangen, die für den Propheten Erinnerungen waren. Dann schaute sie den Mann an. "Wenn ich richtig verstehe, was mir meine Träume erzählen, war  Aliya nie glücklich, sondern einsam. Was auch immer ihr für sie wart, würde ich vermuten, dass sie darüber nicht glücklich war. Ich werde nicht ihren Fehler begehen."
Einen Augenblick suchte der Blick der Frau die Gruppe auf ihrer Seite nach Milan ab und folgte ihm ein wenig mit ihrem Blick. "In gewisser Weise bin ich euch dankbar, weil ihr Zweifel von mir genommen habt, die mich beschäftigten. Danke daher für eure Worte." Dann beugte sich die Frau kurz entschlossen vor und gab dem Mann einen freundschaftlichen Kuß auf die Wange. Doch als sie sich wieder von ihm abwandte, war alle Freundlichkeit aus ihrem Gesicht gewichen.
"Doch wir leben nicht in der Vergangenheit, sondern hier und jetzt. Ich kann eure Entschuldigung für dieses Handeln nicht akzeptieren, Prophet! Erklärt mir was für ein Krieg es sein soll, dass ihr unschuldige Frauen tötet? Mir sieht dies nur nach Wegelagerei aus. Ich habe schon an anderen Orten gegen Räuber und Halsabschneider gekämpft und jeder hatte eine Entschuldigung für sein Tun parat. Es stünde euch gut zu Gesicht, wenn ihr ehrlich wärt. Was für ein Krieg soll es sein, der das Töten von Reisenden rechtfertigt?"
Eretria trat zwei Schritte zurück, um wieder etwas Abstand zwischen sich und den Mann zu bringen. Sie hatte ein bitteres Lächeln aufgesetzt. "Erklärt es mir von dort aus. Eure Nähe verwirrt mich nur."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 30.05.2010, 14:16:49
Der Prophet sah Eretria mit einem traurigen Lächeln an. "Wir haben in unglücklichen Zeiten gelebt. Wir... ich habe dich geliebt, Aliya. Ich habe es dir nie gesagt, weil ich wusste, dass du meine Liebe nicht teilst. Auch ich war unglücklich."

Er wandte seinen Blick nach oben, zur Sonne. "Dies ist ein neues Leben, und vieles wird anders werden. Aber unsere Seelen sehnen sich danach, das zu beenden, was sie einst begonnen haben. Du warst damals eine Sonnenpriesterin, und bist es heute wieder. Du hast damals für höhere Ziele gekämpft, und ich glaube, du tust es heute wieder. Es ist kein Zufall, dass du in diesen Zeiten geboren wurdest. Du entscheidest, welchen Weg du gehst. Aber das Ziel... du wirst niemals dein Glück finden, wenn du dich gegen das Schicksal sperrst, dass du aus deiner eigenen Seele heraus für dich bestimmt hast."

Wieder blickte er zu dem Lager. "Ich werde dir alles erklären, falls du dich entscheidest, an meiner Seite zu kämpfen. Solange ich mir dessen nicht sicher sein kann, kann ich dir nicht mehr erzählen, nur ein wenig den Weg weisen. Suche einen Mann namens Gazriel. Er kann dir dein Seelenlied zeigen. Und... halte dich fern von den Siddhai. Sie sind nicht, was sie vorgeben zu sein."

Er wandte sich von der Priesterin ab, und ging zurück zu seinem Worg. Bevor er sich wieder auf den Rücken des Tieres setzte, sah er sie noch einmal mit traurigen Augen an. "Ich bin kein Wegelagerer, Eretria, und ich bin kein Mörder. In diesem Lager ist keine Seele gestorben, die unschuldig war. Dafür habe ich mit meinem Handeln weit Schlimmeres verhindert."

Kurz zögerte er, dann setzte er noch einmal an. "Ich liebe dich noch immer, Aliya. Ich kenne deine Seele wie kein anderer. Aber solltest du dich gegen mich stellen... ich werde nicht zulassen, dass die Dunkelheit über diese Welt kommt."

Mit diesen Worten ritt er davon, in Richtung der Festung.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 30.05.2010, 14:44:01
Eretria schaute dem Mann hinterher. "Warum immer nur neue Rätsel?" Sie verfolgte seinen Ritt auf dem Wolf mit ihrem Blick und erst als der Mann verschwunden war drehte sie sich langsam um. Auch wenn der Prophet ihre Fragen nicht beantwortet hatte, hatte sie möglicherweise jemanden, der ihr Klärung verschaffen konnte. Schließlich waren nicht alle Menschen gestorben. Sie hatte jemanden gerettet, der erzählen konnte.
Sie drehte sich entschlossen um und ging in Richtung des Lagers. Während sie sich langsam ihren Freunden wieder näherte, überlegte sie, was von dem Propheten zu halten sei. Er hatte tatsächlich eine Seite in ihr zum Schwingen gebracht. Er war faszinierend und in diesen Augen konnte man sich verlieren. "Närrisches Kind, du klingst ja als wärst du tatsächlich verliebt in einen Wolfsreiter." Der Gedanke rüttelte sie auf. Fast erschien es ihr, als hätte die Priesterin zu ihr gesprochen, die sie in die Lehren von Mutter Sonne und den Zwei Monden ausgebildet hatte. Sie musste herausfinden, was hier geschah und dies war sicherlich mehr, als es bisher erschien. Aber nicht alles war mit einem Mal zu schaffen, also würde sie sich gedulden müssen.
Als sie ihre Freunde erreichte, lächelte sie leicht. "Uns wird nichts passieren, solange wir uns dem Turm nicht nähern. Ich denke, dies ist eine gute Sache. Lasst uns jetzt die Toten beerdigen, damit ihre Seelen Ruhe finden."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 30.05.2010, 16:15:24
"Was?" Milan war fassungslos, als Eretria anscheinend wieder zur Tagesordnung übergehen wollte, als wäre das Gespräch mit dem seltsamen Mann überhaupt nicht geschehen. "Diese Männer haben die Menschen hier getötet. Du warst entsetzt darüber und jetzt sagst du, dass sie nichts machen werden, wenn wir uns dem Turm nicht nähern und das sei eine gute Sache?" Auch wenn Milan nicht so reagieren wollte, schwoll seine Stimme, während er sprach, an. Er klang wütend, obwohl er eigentlich nur furchtbar verwirrt war. "Was soll das? Was hat dieser Mann zu dir gesagt? Wer ist er und warum haben sie diese Menschen hier umgebracht? Und warum..." Milan schluckte die letzte Frage hinunter. Er verstand nicht, warum sie diesen Fremden auf die Wange geküsst hatte und ein schreckliches Gefühl in seiner Magengrube versuchte ihm zu sagen, dass sie ja erst vor kurzem einen Fremden einfach so geküsst hatte, nämlich ihn, und dass das vermutlich kein gutes Zeichen sei.

"Ich verstehe das nicht. Und ich werde mich auch nicht von diesem Turm fernhalten. Jetzt erst recht nicht. Maruiko hat gesagt, dass das Mädchen dort irgendetwas verborgen hat, und diese Kerle haben diese Menschen umgebracht und fast auch Waldemar, einen Freund von uns. Wie kannst du sie einfach gehen lassen und dann..." Milan sah sie hilflos an und blickte dann zu Calfay hinüber. Vermutlich war die Schreiberin einfach vernünftiger in solchen Angelegenheiten und würde sich eher erklären können, was hier vor sich ging. Milan rührte sich jedenfalls nicht vom Fleck, bis er nicht erfahren hatte, was zwischen dem Worgreiter und Eretria geschehen war. 'Was geht hier vor sich? Warum hat er sie mit diesem seltsamen Namen angesprochen? Was verbindet die beiden? Nachdem wie Eretria reagiert, glaube ich nicht, dass er sich nur täuscht oder sich etwas einbildet. Hat sie ihn auch erkannt? Aber warum sagt sie uns nichts davon?' Schließlich sah er die Priesterin an, als sei ihm nun so fremd wie am ersten Tag ihrer Begegnung. "Außerdem solltest du dich vielleicht erst einmal um die Lebenden kümmern und dir Waldemar ansehen."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 30.05.2010, 17:09:30
Wieder im Lager legte Rin Waldemar ab[1] und beobachtete dann Eretrias Treffen mit dem Oberschurken. Es sah aus als wäre sie mit vollem Eifer bei der Sache, ihm die Leviten zu lesen. Moment, hatte sie ihn gerade...? Sicher hatte sie sich verguckt, denn schon ging die blonde Priesterin wieder zum Angriff über...zumindest sah es so aus.
Schliesslich flüchtete der Räuber auf seinem Worg.

Als sie wiederkam machte die Vertreterin der Sonne und der zwei Monde allerdings nicht den Eindruck als hätte sie den Kampf gewonnen. Anscheinend hatten die beiden sich lediglich auf einen Waffenstillstand geeinigt... keine schlechte Lösung für den Anfang. Nur warum gab sie sich damit zufrieden? Obwohl Milan es mal wieder übertrieb musste Rin ihm zustimmen. Irgendwie hatte er Recht, das war seltsam, äusserst seltsam.
"Sicher, im Moment können wir froh sein dass sie nicht angreifen... trotzdem können wir nicht zulassen dass diese Räuber so weiter machen. Wenn wir jetzt einen Waffenstillstand haben wäre es etwas...unfair...würden wir morgen wieder vor der Tür stehen um sie zur Strecke zu bringen. Das Beste wäre vielleicht wenn wir weitergehen und in der nächsten Stadt davon berichten." schlug sie vor.
 1. is der noch gefesselt? Hab gar kein Messer dabei...
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 30.05.2010, 17:12:50
Die junge Seiltänzerin aus der Karawane gesellte sich zu der kleinen Gruppe. "Wenn ich etwas dazu sagen darf... also, wenn ihr erreicht habt, dass uns die Räuber in Ruhe lassen, sind wir alle euch dankbar. Ich glaube, wir alle wollen einfach nur lebend in der Großen Feste ankommen, nach dem, was hier passiert ist."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 30.05.2010, 20:27:08
Der Ausbruch Milans schien die Priesterin wirklich getroffen zu haben. Einen Moment sah sie aus, als hätte er sie geschlagen. Doch anders als sonst, wo sie bei jedem Wortgefecht kontra gab, ließ die Frau den Kopf sinken. Nur langsam hob sie den Kopf wieder und Milan konnte Tränen auf ihren Wangen sehen. "Bitte vertraue mir, Milan. Er wird uns töten, wenn wir ihn angreifen." Fast schien es, als hätte die Frau Angst.
Dann wischte sie sich über die Augen und antwortete dann der Seiltänzerin. "Die Räuber werden uns nicht angreifen und wir sind hier sicher. Der Anführer hat mir sein Wort gegeben und ich habe keinen Grund daran zu zweifeln, sonst hätte er mich dort draußen mit seinem Wolf schon töten können. Wir sind heute hier sicher." Sie lächelte der Frau zu. "Wir werden es zur Großen Feste schaffen." Die Priesterin war durch die Worte an die Seiltänzerin wieder ruhiger geworden.
Dann ging sie zu der Stelle an der Calfay Waldemar nieder gelegt hatte. Sie untersuchte den Mann und sprach dann einen Zauber auf den Waldläufer, um ihn zu heilen.[1] Die Frau blieb solange bei dem Mann sitzen, bis er die Augen aufschlug. Dann schaute sie ihn ernst an. "Du hast Glück gehabt. Vielleicht solltest du Milan erklären wie viel Glück." Ohne die etwas seltsam anmutenden Worte näher zu erklären stand die Priesterin wieder auf. Fast schien es als würde sie vor Milan flüchten, denn schon begab sie sich zu einer weiteren Stelle, an welcher ihre Dienste von Nöten waren. Ihr Weg ging nämlich zu den restlichen Menschen im Lager und es war offensichtlich, dass die Frau nun die Zeremonie beginnen wollte, die durch Waldemars Erkundung unterbrochen wurde. Die Verbrennung der Opfer der Morgensonne war noch nicht erfolgt und Eretria schien nun gewillt dies zu machen.
 1. 6 TP für Waldemar (http://games.dnd-gate.de/index.php/topic,4464.msg610982.html#msg610982)
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 30.05.2010, 20:39:32
Waldemar spürte noch immer die Punkte, an denen die Bolzen in seinen Körper eingedrungen waren. Auch wenn die Priesterin die Bolzen nun offensichtlich aus seinem Körper entfernt und anschließend einen Heilzauber auf ihn gesprochen hatte, war er weit davon entfernt, sich gesund und unverletzt zu fühlen.

Doch immerhin, er lebte, und war zurück im Lager. Von den Räubern, die ihn beinahe getötet hätten, war nichts zu sehen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 30.05.2010, 20:45:14
Einer der Reisenden, der das Gespräch mitgehört hatte, näherte sich, und blickte dabei Milan an. "Wenn ihr unbedingt zu dem Turm wollt... naja, ich glaube, diese Räuber sind nicht dumm. Ihr wisst jetzt, dass sie in dem Turm lagern, und die müssen damit rechnen, dass ihr Verstärkung holt. Wäre ich an deren Stelle, würde ich heute nacht noch dort lagern, und morgen früh abziehen."

Er zuckte mit den Schultern. "Ich jedenfalls wäre bereit, auf euch zu warten, wenn ihr morgen früh nachsehen wollt. Lieber als ohne euren Schutz zu reisen."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 30.05.2010, 22:29:51
Milan folgte Eretria und packte sie schließlich am Arm. Er griff fester zu, als er wollte, aber es schien, als würde sich Eretria auch nicht so einfach von ihm aufhalten lassen, doch sobald sie anhielt, ließ sein Griff nach.

"Warte, du hast mir meine Fragen noch immer nicht beantwortet. Jedes Mal sagst du mir, ich soll dir vertrauen, aber du sagst nie etwas anderes. Du sagst nie, was dich beschäftigt, und du verheimlichst uns allen, was dieser Mann mit dir besprochen hat. Eretria, diese Menschen hier wurden umgebracht. Niemand weiß wieso und du bist die Einzige, die mit einem der Mörder gesprochen hat, der dich noch dazu mit einem anderen Namen angesprochen hat. Erwartest du tatsächlich, dass wir jetzt einfach hier stehen bleiben und uns mit einem 'Vertraut mir' zufrieden geben? Du hast keinen Waffenstillstand mit diesem Mann geschlossen, wie Calfay sagt, sondern einen faulen Kompromiss. Wieso wird er uns töten? Sag es mir. Und wieso sollten wir ihn und seine Männer nur deshalb entkommen lassen? Natürlich, wir können jetzt einfach weiterreisen, wie Calfay vorgeschlagen hat und Verstärkung holen. Wahrscheinlich ist das sicherer für uns, aber nicht für andere Menschen, die hier noch vorbei kommen mögen oder für all die Menschen, die diesen Räubern noch begegnen werden. Wir haben uns doch beim Träumer auch nicht davor gescheut, anzugreifen, obwohl es für uns sehr gefährlich geworden ist. Du kannst mir doch nicht erzählen, dass du, die sich immer gegen Ungerechtigkeit auflehnt, vor so einem Kerl Angst hast. Und selbst wenn, dann ist das kein Grund, die Konfrontation zu scheuen."

Milan sprach nun wieder sanft und strich über ihre Wange. "Vielleicht könnten wir dich einfach besser verstehen, wenn du uns sagen würdest, was dieser Mann von dir wollte. Eretria, dieser Mann und seine Begleiter hätten Mika und Waldemar fast getötet und zwar ohne zu zögern. Sie haben diese Menschen hier abgeschlachtet, anders kann man es nicht sagen. Bitte erklär uns, was dich dazu bewegt, das alles nicht zu rächen, und diese Männer an weiteren Taten zu hindern." Der junge Mann hatte plötzlich das Bedürfnis, Eretria in den Arm zu nehmen, weil sie weinend so zerbrechlich aussah. Er gab diesem Bedürfnis nach. "Ich glaube, das Problem ist weniger, dass wir dir nicht vertrauen, sondern vielmehr, dass du uns nicht vertraust. Wir sind deine Freunde, deine Weg- und Kampfgefährten. Wir stehen auf deiner Seite und nicht einfach fern von dir. Du ziehst nicht allein in eine Schlacht, du musst das nicht alles allein tragen. Du bist ein Mensch, Eretria, keine Göttin, selbst wenn du manchen so erscheinen magst." Er lächelte sie an und machte damit sehr deutlich, wen er mit manche meinte.

"Grenz dich nicht von uns ab, indem du deine Angst für dich behältst, auch wenn du uns damit vielleicht nur schützen willst." Er legte seine Hände auf ihre Schultern und drückte sie ein wenig von sich. "Gut, wenn du uns nicht sagen willst, was geschehen ist, werde ich das akzeptieren, und ich denke, die anderen werden das auch. Jedenfalls hatte ich bei Calfay gerade den Eindruck. Wahrscheinlich ist sie in dieser Hinsicht einfach geduldiger und vernünftiger als ich, ebenso wie Waldemar und Beldin. Und Mika, naja, ich glaube, sie wäre nachdem, was passiert ist, ganz froh, hier wegzukommen. Aber bitte bedenke auch, dass eine Flucht nur aufhebt, was irgendwann unvermeidlich geschieht. Ich glaube, die Worte des Mannes stimmen, sie werden abziehen und in einem anderen Teil dieser Welt ihre Schandtaten verüben. Wenn wir jetzt gehen, retten wir uns, unterstützen dies aber. Vielleicht werden wir zu einem anderen Zeitpunkt noch einmal auf diese Räuber stoßen, aber wer weiß, wieviele Menschenleben sie dann auf dem Gewissen haben. Andererseits wäre unser Tod vermutlich ebenso sinnlos." Es fiel Milan sichtlich schwer, einfach so kleinbei zu geben, doch schließlich nickte er. "Kümmern wir uns um die Toten, um ihren Seelen wenigstens Ruhe zu geben." Er wartete, ob sie ihm eine Antwort geben würde, falls nicht, würde er mit ihr die Zeremonie vollziehen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 30.05.2010, 22:42:29
Mika war in dem auf einmal aufbrausenden Chaos etwas untergegangen. Sie hatte zu viel zu tun sich wieder neu zu organiseren und für einen etwaigen Kampf vorzubereiten, um mitzubekommen zu haben, dass ihre Gefährten nun alle verschwunden waren.
Als sich die Bardin endlich gesammelt bekommen hatte, war auf einmal aber alles vorbei und Ruhe kehrte langsam ein. Sie verstand aber nicht, was los war und lief weiter wie ein aufgescheuchtes Huhn durch das Schlachtfeld und hoffte, irgendwo einen ihrer Gefährten zu entdecken.
Nachdem sie dann Calfay und den verletzten Waldemar gefunden hatte, lief sie sofort zu den Beiden und fragte diese: "Was ist denn jetzt los? Was ist mit dir passiert" Die junge Frau wirkte sehr verwirrt, als sie ihre erste Frage an beide Gefährten stellte und bei ihrer zweiten Suche nach einer Antwort allein Waldemar anschaute.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 31.05.2010, 07:07:15
"Ich war zu unvorsichtig" ächste Waldemar. "Ich bin zum Turm, um nachzusehen wer Dich angegriffen hat, und ob die eine Gefahr darstellen, oder ob wir in der Lage sind mit denen fertig zu werden. Dabei wurde ich entdeckt. Ich hab versucht mich davonzumachen, aber sie haben mich eingeholt. Mindestens zwei von Ihnen habe ich zwar erledigt, aber mich selbst hat es auch erwischt. Danke dass ihr mich gerettet habt." Bei den Letzten Worten wanderte sein Blick zu Milan und Eretria, die er kurz bevor er vom Baum gefallen ist noch an der Spitze seiner Freunde auf sich zukommen sah.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 31.05.2010, 08:02:52
"AU!"
Die Priesterin schrie auf, als Milan fester als eigentlich notwendig nach ihr griff. Die Tirade ließ Eretria still über sich ergehen. Sie sah durchaus schuldbewußt aus. Als der Mann geendet hatte, legte sie einen Finger auf die Lippen Milans.
"Milan, es gibt für jedes Handeln eine Zeit. Es gibt Zeiten für den Kampf und Zeiten für die Liebe. Es gibt Zeiten für die Toten und Zeiten für die Lebenden. Es gibt Zeiten für das Reden und auch Zeiten für das Handeln. Jetzt mein Schatten und mein Licht ist die Zeit für die Toten. Es ist besser, die hier gestorbenen nun dem Feuer zu übergeben, weil dies den hier Anwesenden mehr hilft als alles andere. Ich habe dir gesagt, dass wir nichts zu befürchten haben von den Leuten im Turm und ich bitte dich mir zu vertrauen. Ich glaube, dass es viel zu gefährlich wäre nun irgendetwas gegen diese Leute zu unternehmen. Mika und Waldemar sind fast von ihnen getötet worden und nur all meine Heilkraft konnte sie retten. Jetzt dort hin zu laufen und die Leute dort anzugreifen, wird unseren Tod bedeuten. Die werden uns mit Pfeilen abschießen, wie sie es mit Mika gemacht haben!"
Die Priesterin nahm den Finger von den Lippen des Mannes. "Milan, ich weiß, dass wir einiges zu besprechen haben und ich verspreche dir, dass ich versuche werde deine Fragen zu beantworten. Bitte wende dich nicht ab von mir!" Die letzten Worte klangen erstaunlich ängstlich und Milan konnte spüren, dass ein Zittern durch Eretrias Körper ging. Die Frau schaute ihren Freund forschend aber auch ängstlich an und erwartete seine Antwort.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 31.05.2010, 08:11:18
"Aber das tue ich doch nicht. Das versuche ich dir doch die ganze Zeit zu sagen! Keiner von uns macht das." Milan sah Eretria resignierend an, bevor er nur noch nickte und ihr schließlich half, sich um die Toten zu kümmern. Immer in der Hoffnung, sie werde irgendwann doch noch sagen, was da gerade eben geschehen war.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 31.05.2010, 09:04:58
Etwas verwirrt betrachtete Waldmar die Priesterin. "Ich stimme Euch zu, ein Angriff wäre definitiv gefährlich, aber wieso seid ihr Euch so sicher, dass sie uns hier nicht angreifen werden? Was habe ich verpasst?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 31.05.2010, 10:27:10
"Es sind die Räuber und ja, sie sind gefährlich. Aber die Frage, sollte ich ausreichend beantwortet haben." Sagte Mika und schaute mit einem guten Maß an Unverständnis Waldemar an. Obwohl ihre Dummheit es kaum zuließ, so hatte die Bardin auf einmal ihr gutes Recht den Waldläufer zu schelten, als sie erfuhr, wozu er sich hatte hinreißen lassen und tat dies auch, wenn auch mit einer ordentlichen Portion schlechtem Gewisse: "Also warum, bei Mutter Sonne und den beiden Monden, bist du nochmal dorthin gegangen? Hat es nicht gereicht, dass sich die dumme Mika hat zusammenschießen lassen? Du hättest sterben können und im Gegensatz zu mir, musstest du dir der Gefahr voll und ganz bewußt gewesen sein. Außerdem hattest du kein Pferd, welches dich im Notfall innerhalb von kurzer Zeit außer Reichweite bringen konnte. Mein Pferd hat mich gerettet. Du hast dementsprechend noch viel mehr Glück herausgefordert als ich und wir müssen alle dankbar sein, dass du dieses auch hattest.
Ich hoffe, dass es beim nächsten Mal reicht, wenn dir jemand zeigt, was ein riesengroßer Fehler ist und du ihn nicht nochmal nachmachen musst, um es am eigenen Leib zu erfahren."

Am Ende war von dem schlechten Gewissen nur noch wenig übrig, denn die junge Frau hatte sich ein klein wenig in Rage gesprochen. Nun bemühte sie sich wieder etwas ruhiger zu werden, während sie auf eine Antwort, die nur Calfay liefern konnte, auf ihre erste Frage wartete. Dabei und als ihr Gewissen sich langsam wieder erhob, ging ihr durch den Kopf: Hoffentlich ist dieser schreckliche Tag bald zuende.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 31.05.2010, 11:55:34
Da Mika und Waldemar beide ein wenig verwirrt waren begann Rin mit einer Erklärung der Situation. "Als wir gesehen haben dass Waldemar angegriffen wird sind wir ihm sofort zu Hilfe geeilt...nicht dass es viel gebracht hätte, denn er war noch recht weit weg während die Räuber schon bei ihm waren. Du hast dich gut geschlagen (das zumindest musste man ihm lassen), aber der letzte Räuber hat dich vom Baum geschossen und mitgenommen... bald darauf war schon eine zweite Gruppe samt Worg angekommen. Wir hatten grosses Glück dass der Anführer bereit war dich zurückzugeben und mit Eretria zu verhandeln, die er irgendwoher zu kennen schien. Sie haben tatsächlich davon abgesehen sich auf uns zu stürzen und haben sich wieder in ihren Turm verzogen. Und das war alles."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 31.05.2010, 13:50:47
Mit all den Schmerzen war Waldemar nicht in der Stimmung über Fehler zu diskutieren, also sagte er zu Mika schlicht: "Ich weiss, ich habe mich verschätzt und das fast mit dem Leben bezahlt." Nach der Erklärung von Calfay blickte er kurz zu Eretria herüber, und dann wieder zu Calfay. "Interessant. Ich würde zwar niemanden Trauen, der einen Worg reitet, aber wenn er Eretria tatsächlich kennt und mich deshalb frei lässt können wir hoffen, dass wir die Nacht über nicht angegriffen werden."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 31.05.2010, 14:16:02
Auch wenn viele Fragen noch offen blieben, und die Emotionen in der Gruppe teils noch sehr angespannt waren, entschlossen sich die Reisenden dazu, erst einmal die Zeremonie durchzuführen. Noch immer standen sie in dem Lager, das Schauplatz eines Massakers geworden war, und das Summen der Fliegen rund um den Berg aus Leichen machte deutlich, dass es keine gute Idee war, noch länger zu warten.

So entzündeten sie den Scheiterhaufen, um den Verstorbenen im Feuer ihre letzte Ruhe zu schenken. Eretria sprach die traditionellen zeremoniellen Worte ihres Glaubens, ein Akt, der ihr selbst auch Ruhe und Sicherheit gab. Dennoch konnte sie nicht verhindern, dass Bilder in ihrem Kopf entstanden, Bilder davon, was geschehen sein mochte, als die Räuber über das Lager hergefallen waren. Bilder davon, wie der Prophet Tellion befohlen hatte, die Lagernden anzugreifen. Die Toten und der mit Blut getränkte Lagerplatz stützten ihre Vorstellungen. Aber der Mann, den sie kennengelernt hatte, schien nicht zu einem solchen Akt des Schreckens passen zu wollen.

Schließlich, als die Flammen den höchsten Stand erreicht hatten, war die Zeremonie beendet. Den Seelen der Toten war Ruhe geschenkt worden, das Feuer würde sie zur Sonne geleiten. Alles andere war nicht mehr Aufgabe der jungen Priesterin.

Die Stimmung war gleichermaßen bedrückt wie unruhig. Die Mitglieder der Karawane wollten diesen Platz so bald wie möglich verlassen. Der Sonnenuntergang war nahe, und noch immer hatten die Reisenden keinen geeigneten Lagerplatz für die Nacht.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 01.06.2010, 10:07:45
Es schien wirklich als würden die Toten nun diese Welt verlassen. Von ihnen blieb nichts, nicht mal ihre Körper. Es blieben nur die Spuren die diese Leute in der Welt hinterlassen hatten. Und die Seelen? Wo gingen sie hin nachdem ihr Leben beendet war? Konnten sie wiederkommen?
Was Beldin und Dyana ihr erzählt hatten legte das nahe. Vielleicht würden auch diese Seelen bald wieder auf Thaikaris wandeln.

Während sie das Feuer beobachtete gingen Rin viele Fragen durch den Kopf, die sie sich noch nie gestellt hatte. Wie funktioneirte das mit den Seelen? Warum hatte sie noch nie ein Buch darüber gelesen? Sie nahm sich vor mehr herauszufinden.

Als die Beerdigung zuende war bemerkte sie "Es ist gut dass die Toten jetzt in Frieden ruhen können. Ich frage mich nur was aus der Überlebenden wird, die wir gefunden haben." Wenn sie ehrlich war hatte sie keine Ahnung wo diese sich nun befand. Es wäre vielleicht besser wenn jemand sich um sie kümmern würde und ausserdem war sie die einzige die etwas Licht auf die Vorgehensweise und Motive der Mörder werfen konnte.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 02.06.2010, 13:38:09
"Wir sollten sie in das nächste Dorf bringen. Wir werden schon einen Wagen finden, wo sie sich während der weiteren Reise hinlegen kann." Sagte Mika, nachdem das große Schweigen nach der Verbrennung der Toten gebrochen worden war - zuvor hatte sie nicht gewagt zu sprechen, weil sie die Ruhe nicht stören wollte.
"Ich denke auch, dass wir etwas weiter ziehen sollten. Einige hundert Meter werden reichen. Hauptsache, wir bleiben nicht hier." Meint Mika kurz danach und schaut sich nun - wo einiger Schrecken beseitigt worden ist - zum ersten Mal genauer in dem ehemaligen Lager um. "Ich kann auf alles verzichten, dass mich irgendwie an diesen Tag erinnern könnte."
Die junge Bardin hoffte daraufhin, dass der Rest der Gruppe ihrem Vorschlag folgen würde, denn sie meint es wirklich ernst und kann es kaum abwarten hier wegzukommen. Diese Unruhe hatte Mika auch schon während der ganzen Zeremonie gequält, obwohl es ungebührlich war.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 02.06.2010, 19:52:58
Waldemar war von seinen Verletzungen zwar immer noch schwer angeschlagen, aber er hielt es nicht für eine gute Idee weiterzuziehen.
"Ich weiss ich habe nicht gerade gutes Urteilsvermögen gezeigt, aber wenn wir weiterziehen gewinnen wir nichts, falls uns die Räuber angreifen wollen finden sie uns hier genausogut wie ein paar Kilometer weiter. Aber da hier ein Lager aufgeschlagen wurde weist darauf hin, dass es bis auf die Räuber in der Nähe ein geeigneter Platz ist. Ausserdem habt ihr das Lager ja bereits ein wenig auf Verteidigung eingerichtet.
Ich wäre dafür hier zu übernachten. Aber wir sollten auf jeden Fall eine oder besser zwei Wachen aufstellen."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 02.06.2010, 21:40:47
"Dass wir hier genauso sicher sind, wie zwei Kilometer die Straße runter, ist mir klar. Aber das ändert nichts daran, dass ich nicht Hier, an diesem ganz speziellen Ort, übernachten will." Sagte Mika zu Waldemar, und schaute den Waldläufer an, als wäre er ein bizarres humoides Wesen mit mehr Armen als Augen, von denen es allein zwanzig gab. "Ich habe genügend Blut an den Händen und zuviel davon gesehen, ich muss nicht noch darin schlafen. Deshalb will ich auf jeden Fall weiterziehen. Zumindest soweit, dass wir weder diesen Ort, noch den Turm sehen müssen." Wenig überraschend war, dass die Bardin dann Abstand zu dem Waldläufer suchte, der an diesem verfluchten Ort bleiben wollte, und einige kleine Schritt zurückwich.
Statt noch eine großartig Diskussion abzuwarten, machte sich Mika dann daran ihr Pferd zu suchen und sich für die Weiterreise bereit zu machen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 02.06.2010, 22:10:20
Eretria war auch nach der Zeremonie erstaunlich still geblieben. Fast hätte man meinen können, dass sie den anderen aus dem Weg gegangen wäre oder zumindest von sich aus nicht deren Nähe gesucht hätte. Erst als Calfay, Mika und Waldemar über das Nachtlager sprachen trat die Frau hinzu. Kurz schaute sie der Bardin hinterher, um sich dann an die beiden anderen zu wenden:
"Ich glaube, es ist für das Seelenheil von jedem von uns besser, wenn wir diesen Ort verlassen. Mika hat völlig recht. Niemand möchte an einem solchen Ort rasten. Ich wäre dafür, dass wir einen Ort suchen, der so weit weg ist, dass wir diesen Ort nicht mehr sehen können. Gerade für die anderen Reisenden, die nicht so hart gesotten sind, wäre dies gut." Die letzten Worte schienen vor allem an Waldemar gerichtet, der wohl für das Bleiben war.
"Das Risiko von Räubern überfallen zu werden dürfte hier genauso groß sein wie etwas weiter weg, würde ich sagen. Nur von den Leuten in dem Turm dürften wir nicht angegriffen werden, wenn ihr Anführer mich nicht angelogen hat. Aber wer will darauf schon wetten." Die letzten Worte klangen fast resignierend, was für die blonde Priesterin ein erstaunlicher Tonfall war. Traurig blickte sie in Richtung von Milan.
"Lasst uns von hier verschwinden und eine Stelle suchen, an der wir reden können. Über diese Leute der Morgensonne, denn um die handelt es sich bei den Männern am Turm, müssen wir reden."
Dann suchte die Priesterin ihre Sachen zusammen und ging zu der Stelle, an der sie die bewusstlose Frau zurück gelassen hatte. Während sie beim ersten Mall die Frau aus der Sicht einer Heilerin betrachtet hatte, schien ihre Beobachtung nun weiter zu gehen. Konnte sie vielleicht aus der Kleidung oder sonst einem Detail erkennen, welchen Beruf die Frau nachging? War sie eine Händlerin? Zu gerne würde sie etwas erfahren über die Frau, ohne diese selbst befragen zu müssen. Warum hatte der Prophet gemeint, dass niemand unschuldig gewesen war, der hier getötet wurde?
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 03.06.2010, 06:26:43
"In Ordnung, dann lasst uns weiterziehen." mit einem Seufzer stand Waldemar auf. "Ihr habt recht, für die Moral scheint es besser zu sein nicht hier zu verweilen." Waldemar sammelt seine Habe ein und macht sich bereit für den Aufbruch. Als der Rest auch fertig ist führt er die Karawane parallel zur Straße bis der alte Lagerplatz und der Turm ausser Sichtweite sind. Dann beginnt er mit der Suche nach einem Lagerplatz.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 03.06.2010, 07:38:47
Auf dem Weg zu einem geeigneteren Lagerplatz tauchte die Sonne am Horizont ab, und verwandelte wie jeden Abend den Himmel in ein Meer aus roter Glut. Noch bevor die Sonne ganz untergegangen war, das glühende Rot allmählich verblasste und wie ein transparenter Schleier den Blick auf das Dunkel der Nacht eröffnete, hatte die Karawane einen neuen Rastplatz gefunden.

Der Aufbau des Lagerplatzes allerdings musste im Dunkeln stattfinden. Erhellt nur von Mondlicht und dem Licht einiger Fackeln, welche die Reisenden angezündet hatten, wurden in aller Eile Zelte aufgebaut, ein Lagerfeuer entzündet und die Wagen so aufgestellt, dass sie - wie bereits in dem vorigen Lager - eine kleine Verteidigungslinie bildeten.

Als alles erledigt war, kam eine Händlerin, eine hagere, ältere Frau mit langen grauen Haaren und einem für eine Reise eigentlich viel zu edlen silbergrauen Kleid, auf Waldemar zu.

"Wir... wir haben uns unterhalten. Ohne eure Hilfe hätten wir den Toten am Lagerplatz keinen würdigen Abschied geben können, und wahrscheinlich würden die Räuber heute nacht über uns herfallen, ohne dass wir uns wehren können. Wir, also wir alle, möchten eure Gruppe bitten, uns für den Rest der Reise zu begleiten und zu beschützen. Natürlich gegen ein angemessenes Entgelt."

Damit hielt sie Waldemar einen kleinen ledernen Geldbeutel entgegen. "Dies ist unser Dank für eure heutige Hilfe. Das Gleiche würdet ihr jeden weiteren Abend bekommen, wenn ihr zustimmt."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 03.06.2010, 18:22:34
Waldemar hob überrascht die Augenbrauen. Kurz musterte er den Beutel. "Was wären wir für Menschen, wenn wir andere in Not nicht unterstützen würden. Wir waren in einer Gefahrenlage, da ist es doch selbstverständlich, nicht nur die eigene Haut zu retten, wenn man mehr tun kann." Über das weitere Angebot musste er kurz nachdenken. "Wir sind zwar prinzipiell auch auf dem Weg in Richtung Große Feste, aber ich kann nicht mit Sicherheit sagen, ob meinen Freunden und mir nicht doch noch etwas dazwischen kommt, es könnte Durchaus sein, dass wir beschließen etwas gegen die Räuber zu unternehmen, und wenn es nur darum geht jemanden Bescheid zu sagen, was hier los ist. Solange nicht entschieden ist, was wir tun, kann ich keine Versprechen machen, aber ich werde mit den anderen Reden. Wenn es mit unserem bisherigen Auftrag vereinbar ist denke ich werden wir Euch auf der Reise schützen können. Für diese Nacht können wir gemeinsam lagern, morgen früh kann ich Euch dann mehr sagen."
Während er sprach sah er der Frau in die Augen, dennoch überlegte er wieviel wohl in dem Beutel war. Dennoch ließ er sich zunächst nicht dazu hinreißen danach zu greifen. Für das was sie bisher getan hatten hätte er keine Belohnung gewollt und wenn sie die Leute morgen früh wieder allein lassen sollten wollte er keine Versprechungen machen oder Geld annehmen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 03.06.2010, 21:53:23
Enttäuscht, ein wenig irritiert und irgendwie auch erleichtert zog die Frau ihre Hand mit dem Geldbeutel wieder zurück. "Ich danke euch für eure Hilfe." Sie blickte zu Waldemars anderen Gefährten, die gerade noch im Lager beschäftigt waren. "Euch und euren Freunden. Und ich hoffe, dass wir auch für den Rest der Strecke auf euren Schutz zählen können."

Damit wandte sie sich ab und ging zurück zu dem Wagen, auf dem sie mitreiste.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 04.06.2010, 06:09:09
Nach dem Gespräch ging Waldemar zu den Anderen. Dies war eine Frage die besprochen werden musste, ebenso wie die Frage, was sie wegen den Räubern unternehmen wollten.
"Ich habe gerade ein Angebot erhalten, dass wir als Begleitschutz für diese Leute" er nickte zu den Händlern "arbeiten können. Ich weiss aber nicht, ob das mit unserer Aufgabe kollidieren wird. Insbesondere sollten wir uns darüber klar werden, was wir mit den Räubern machen wollen." Er blickte zu Eretria "Der Anführer scheint Dich zu kennen, soweit ich das erzählt bekommen habe, was meinst Du, sollten wir etwas gegen die Räuber unternehmen, sollten wir versuchen mit ihnen zu reden, oder wärst Du dafür die Sache so auf sich beruhen zu lassen?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 04.06.2010, 13:06:33
"Ich frage mich eher, ob wir schauen sollten, ob die Räuber sich verzogen haben. Unternehmen können wir sechs nämlich wenig. Aber sollten diese Typen weg sein, könnten wir vielleicht den Turm durchsuchen und versuchen herauszufinden, was das Mädchen dort versteckt haben könnte. Mauriko hatte doch dergleichen erwähnt." Erinnerte Mika ihre Gefährten daran, dass der Geist aus dem Schild sagte, dass er den Turm kannte und grob wusste, was dort geschehen war. "Es wäre dabei auch interessant zu wissen, ob das Mädchen auch bei dem Turm ist und möglicherweise genau das abholt, was sie einst dort abgelegt hat. Irgendwie habe ich ein entsprechendes Gefühl.
Wir suchen doch nur das untote Mädchen und über andere Begleiter wissen wir nichts, oder?"
Fragte Mika, die fürchtete etwas durcheinandergeworfen zu haben, nochmal nach.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 04.06.2010, 14:19:13
"Ehrlich gesagt glaube ich kaum, dass die Räuber den Turm über Nacht verlassen werden. So ein Turm ist eine relativ gute Basis, warum sollten sie diese Position aufgeben? Und selbst wenn, würden sie damit vermutlich warten bis wir weiter gezogen sind." gab Waldemar zu bedenken als Mika die Hoffnung aussprach die Räuber könnten abreisen. "Ich würde auch gerne den Turm untersuchen, zumal nach Maurikos Aussage das Mädchen dort war. Aber ich gebe Mika recht, den Turm zu erstürmen und die Räuberbande zerschlagen wird uns vermutlich nicht gelingen."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 04.06.2010, 15:46:42
Milan enthielt sich der Stimme und sah nur in die Richtung, in der der Turm liegen mochte. Er hätte nur zu gerne diese Räuber erwischt und sie für das bestraft, was sie getan hatten. Aber da waren zu viele unbeantwortete Fragen. In erster Linie, wie viele Räuber es geben mochte und ob sie ihnen gewachsen waren. Milan behagte der Gedanken nicht, jetzt einfach weiterzuziehen. Vor allem nicht mit der Gewissheit, dass etwas in dem Turm verborgen war, das den Räubern womöglich nutzen konnte und mit Sicherheit gefährlich war, wenn das eigenartige Mädchen es dort versteckt hatte. Trotzdem waren sie mit ebenso großer Sicherheit in der Unterzahl und jeder Versuch, den Turm zu stürmen, würde mit dem Tod enden.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 07.06.2010, 16:44:56
Auch Rin spielte mit dem Gedanken sich zu enthalten, doch nachdem keiner der anderen einen Vorschlag machte schien es nun doch wieder an ihr zu sein. Was sollten sie machen? Wenn sie so drüber nachdachte... "Es mag seltsam erscheinen dass ich das jetzt sage, nachdem die beiden versuche die Räuber auszuspionieren so furchtbar nach hinten losgegangen sind. Aber wenn wir wissen wollen ob die Bande noch da ist müssen wir einen Blick riskieren. Vielleicht gibt es eine Möglichkeit schon von weitem zu sehen ob jemand dort ist oder nicht."
Sie sah in die Runde. Zugegeben, ihr fiel gerade keine Methode ein. Man könnte versuchen einen Brief oder etwas anderes zu liefern, das sicher Aufmerksamkeit erregen würde WENN jemand im Turm wäre. Es dürfte sich nur nicht zu offensichtlich zurückverfolgen lassen, wenn es nicht so laufen sollte wie heute.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 07.06.2010, 17:04:31
"Wenn der Zufall es zulässt, könnten wir Morgen vielleicht von Weitem sehen, ob die Räuber noch dort sind. Aber es ist der Zufall nötig, denn vor dem Turm befinden sich noch alte Wirtschaftsgebäude, welche den Blick auf dem Hof nicht einfach zulassen. Ich habe erst jemand gesehen, als ich auf Rufweite herangekommen war." Gab Mika zu bedenken, als sich Calfay auf ihren Vorschlag einließ, vielleicht am Morgen den Turm nochmal in Augenschein zu nehmen. "In Rufweite zu kommen bedeutet auch, dass wir in Schussreichweite wären und dorthin will ich nicht nochmal. Nicht mal mein Pferd konnte mir helfen schnell genug fortzukommen. Es waren Mutter Sonne und die beiden Monde, die mir geholfen haben." Fügte die junge Bardin hinzu, welche offenbar nur einen Denkanstoss geben wollte, aber selbst nicht unbedingt den Turm nochmal untersuchen will.
Dann schaute Mika zu Eretira und sagte halben fragend: "Höchstens Eretria könnte es versuchen, sollten die Hoffnung bestehen, dass diese Typen weiterhin darauf verzichten sie anzugreifen. Aber ich würde darauf nicht unbedingt wetten?!" Ohne eine konkrete Frage gestellt zu haben, hoffte die Bardin darauf, dass sich die Priesterin zu Wort melden würde.
Nach einigen Sekunden machte Mika dann einen kleinen Bruch, als sie ihre Frage, die bisher unbeantwortet geblieben war, hervorkehrte, damit sie nicht vergessen wird: "Und nochmal zur Erinnerung: Wir wissen nichts über mögliche Begleiter des Mädchens, oder?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 07.06.2010, 18:57:34
"Außer, dass sie einen Worg bei sich hat, nein", antwortete Milan und sah dabei weiter in die Richtung des Turmes. "Wir könnten Maruiko fragen, Gesetz dem Fall, er kann uns eine Antwort darauf geben", schlug er weiterhin vor.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 07.06.2010, 19:18:19
"Hmm, wenn das Lager näher gewesen wäre hätte ich entkommen können. Ich würde nochmal riskieren nachzusehen, wenn im Zweifelsfall Verstärkung näher ist. Wenn ich unentdeckt bleibe kann ich berichten wie es aussieht, wenn ich jedoch entdeckt werde, und die Verfolger bis zu Euch locken kann können wir vielleicht schon ein paar erledigen, denn sie sind mir nicht mit voller Mannschaft gefolgt."
Das waren mehr Gedanken von Waldemar, als ein ernster Vorschlag, aber es war immerhin ein Plan.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 07.06.2010, 21:57:02
Eretria hörte sich nach der Zeremonie die Ideen ihrer Freunde mit wachsender Besorgnis an. Sie war etwas irritiert über die Pläne ihrer Freunde, aber vielleicht fehlten ihnen ja nur ein paar Denkanstöße. Ohne direkt jemanden anzuschauen, begann sie zu sprechen:
"Vielleicht sollten wir, bevor wir in einer wagemutigen Aktion noch einmal zu dem Turm aufbrechen, morgen mit der Frau sprechen, die den Überfall überlebt hat. Ich denke, dass dies uns vielleicht hilft etwas mehr über die Angelegenheit zu erfahren. Wir haben eine ungefährliche Art, um Informationen zu erhalten. Vielleicht sollten wir diese nutzen?" Die letzten Worte klangen fast wie eine Frage, was bei der resoluten Frau etwas seltsam wirkte. Dann schaute die Frau kurz zu Mika und dann zu Milan.
"Der Anführer dieser Gruppe wollte mich sprechen, weil er meinte in mir eine Person zu erkennen, die ihm einst viel bedeutete." Eretria schüttelte den Kopf. Es war offensichtlich, dass sie mit ihrer Wortwahl nicht zufrieden war. "Nein, das ist so falsch. Es wirkt eher so als wären diesem Mann 'Visionen' oder 'Erinnerungen' aus einem anderen Leben gegeben worden. In diesem Leben hatte dieser Mann eine freundschaftliche Beziehung zu einer Frau, einer Priesterin. Er sieht in mir diese Frau und aufgrund unser damaligen Nähe konnte ich ihn überreden seine Männer zurück zu halten." Eretria blickte liebevoll und irgendwie auch sehr traurig zu Milan, als sie weiter sprach.
"Ich könnte dies alles als Geschwätz abtun, aber leider bin ich mir nicht sicher, ob mich nicht ebenfalls derartige Erinnerungen quälen. Seid Tagen 'träume' ich Merkwürdiges. Ich werde zu einer Hohepriesterin geweiht, aber gleichzeitig weiß ich, dass ich mich unglaublich einsam und allein fühle. In diesen Träumen bin ich an einer der wichtigsten Punkte meines Lebens, aber auch totunglücklich. Nun dieser Mann hat mir erzählt in seinen Erinnerungen hätte er der Frau für die er mich hält, nie seine Liebe zu ihr gestanden. Was soll ich sagen. Seine Erinnerungen passen zu meinen Träumen und vielleicht passt auch dies, was Mika mir erzählt hat dazu."
Kurz warf die Priesterin der Bardin einen Blick zu. "Doch dies alles sagt noch nichts über die jetzige Lage aus. Dazu möchte ich jetzt kommen. Der Prophet, wie er sich nennt, glaubt, dass große Ereignisse ihre Schatten voraus werfen. Er glaubt an einen Krieg und er will erreichen, dass dieser Krieg nie stattfindet. Ich weiß nicht, was davon zu halten ist, aber er hat behauptet, dass die Leute, die wir gerade beerdigt haben keine Unschuldigen wären. Ich würde gerne erfahren, was der Grund für die Leute war hier über diese Straße zu ziehen, bevor ich noch einmal gegen die Morgensonne vorgehe. Der Mann hat sich eine Räuberbande als Hilfe ausgesucht, was sicher falsch ist, aber vielleicht ist das Ziel doch richtig?"
Eretria wirkte unsicher, alles was sie gesagt hatte, schien mehr ein Zusammentragen ihrer Gedanken zu sein, als wirklich geordnet zu sein.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 07.06.2010, 23:35:04
"Visionen?!" Das war nicht wissenschaftlich. Rin schüttelte etwas angewidert den Kopf. Natürlich, sie musste Dyana und Beldin glauben. Es war sehr unwahrscheinlich dass die beiden sich gleichzeitig die selbe Geschichte ausgedacht hatten. Allerdings war sie weit weniger bereit irgendeinem Kerl zu glauben der sich als "Prophet" bezeichnete und seiner Bande befahl Reisende umzubringen. "Ich glaube ihm nicht!" beharrte sie, "Natürlich können wir die Überlebende nach dem Angriff fragen und wo sie mit ihrer Gruppe hin wollte. Aber denk daran Eretria, es gab keine Anzeichen dafür dass sich die Reisenden gross gewehrt hätten. Das spricht nicht gerade dafür dass sie gefährlich waren. Für mich klingt dieser Mann nach einem der üblichen Spinner, die den Untergang der Welt voraussagen und sich einbilden ihre wirren Taten würden daran etwas ändern können."
Es bestand die äußerst geringe Wahrscheinlichkeit dass Rin diesem Kerl Unrecht tat, viel wahrscheinlicher war jedoch dass es ein Wahnsinniger war, den man nicht verharmlosen und unterschätzen sollte.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 08.06.2010, 08:14:20
"Ein Überraschungsangriff könnte die Räuber gefährlicher gemacht haben als sie per se sind, aber sowohl Mika als auch ich haben schlechte Erfahrungen mit ihnen gemacht." Gab Waldemar an Calfay zu denken. "Die Überlebende zu befragen halte ich auf jeden Fall für eine gute Idee Eretria, danach müssen wir uns entscheiden: Ziehen wir mit der Karawane weiter, und melden die Räuber einfach in der Großen Feste, Versuchen wir mehr zu erfahren und sie möglicherweise auszuschalten, oder versuchen wir mit ihnen zu reden, zumindest ihr Anführer schein ja jemand zu sein, mit dem man reden kann." nach einer kurzen Pause fügte Waldemar hinzu "Ich wäre dafür ein gespräch zu suchen, wenn der Anführer einen Krieg verhindern will, sollten sich unsere Ziele nicht soweit unterscheiden, dass wir keinen Konsens finden und vielleicht hat er auch Informationen über das Mädchen. Wenn Reden nicht weiterführt haben wir anschließend noch die beiden anderen Optionen."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Beldin Gilvaran am 08.06.2010, 09:43:53
"Zu viele Träume. Definitiv zu viele." knurrte Beldin unzufrieden. "Wir lassen uns von Träumen und Visionen leiten, ohne auch nur eine Ahnung zu haben, was wir da eigentlich tun. Jetzt darf uns auch schon jeder dahergelaufene Halunke mit seinen Träumen beeinflussen."

Er blickte Eretria an. "Ihr habt ihn nicht zufällig gefragt, wie er das meinte, als er sagte, dass sie keine Unschuldigen getötet hätten. Nein? Hab ich mir gedacht."

Er schoss einen kleinen Stein in hohem Bogen gegen einen der Wagen. Sein für einen kurzen Moment schmerzverzogenes Gesicht verriet, dass er dabei wohl in den Boden getreten hatte.

"Immerhin kann es wohl nicht schaden, wenn wir uns tatsächlich vergewissern, für wen wir hier den Begleitschutz spielen sollen. Besonders viel Angst scheinen sie vor uns nicht gehabt zu haben, und wenn das einfache Banditen wären, hätten sie sich sicher nicht von Eretrias hübschem Gesichtchen davon abhalten lassen, ihr blutiges Handwerk auch an uns zu vollenden.

Sein Blick wanderte zu Milan.

"Ich kann deinen Zorn verstehen, Junge, aber Waldemar hat recht. In dem Turm sind die Banditen im Vorteil. Wenn wir jetzt irgendwelche Dummheiten machen, kommen wir bestimmt nicht noch einmal so glimpflich davon, immerhin können wir froh sein, dass Mika und Waldemar noch leben. Es wäre närrisch, unser Glück weiter auf die Probe zu stellen."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 08.06.2010, 12:12:27
"Ihr müsst erst richtig sterben, bevor ihr einseht, dass ihr einer tötlichen Gefahr gegenüber steht, oder?" Fragte Mika den kleingewachsene Waldläufer, als dieser sich wieder meldet, um sich dem Turm zu nähern. "Es ist schon einmal schief gegangen. Warum glaubt ihr, dass es jetzt klappen soll? Und woher nehmt ihr das Vertrauen, dass diese Banditen sich immer von Eretria aufhalten lassen? Auch wenn wir irgendwo als Verstärkung auf der Lauer liegen, wenn diese Typen uns in voller Zahl und diesem Worg angreifen, haben wir keine Chance." Die Worte der Bardin waren ernst gemeint und trugen keinerlei Spot in sich, obwohl die Verführung groß war, denn es gab Gründe an den geistigen Fähigkeiten von Waldemar zu zweifeln, weil er sich so unbelehrbar zeigte, und manch einer könnte sich auch darüber lustig machen.
"Aber auch wenn ich es gar nicht gut heißen will, dass wir diesen Räubern nachsetzen, drängt es sich mir auf, dass wir es tun sollten. Der Worg ist ein Zeichen. Vielleicht führt er uns in die Irre, aber vielleicht sind wir aber genau jetzt direkt auf der Spur des untoten Mädchens. Vielleicht sind wir genau jetzt einige hundert Meter von unserem Ziel entfernt." Sagte Mika zu allen, nachdem sie sich von Waldemar, der sie mit großen Unverständnis erfüllte, abgewandt hatte. "Solange das Mädchen aber in dem Turm bei diesen Räubern ist, gefällt mir das Ganze gar nicht. Ich muss keinem dieser Burschen nochmal begegnen." Während Waldemar offenbar schadlos den Angriff auf sich überstanden hat, lässt sich die Furcht bei Mika kaum übersehen. Ihr Vertrauen hatte der Vorfall am Nachmittag arg in Mitleidenschaft gezogen.
"Ob es deshalb aber eine gute Idee ist Eretria vorzuschicken, das glaube ich auch nicht. Wer weiß, wie lange er an seine Träume glaubt und ob er nicht beim nächsten Mal seine Meinung geändert hat. Auch das halte ich für sehr gefährlich." Warf Mika noch ein und offenbarte damit noch mehr den Widerspruch in dem sie stand. Denn nun störte sie die Überlegungen den Räubern nachzusetzen, nachdem sie zuvor zum wiederholten Male Argumente gebracht hatte, sich nicht einfach wegzudrehen und zu hoffen, dass alles gut wird.
"Übrigens: Ein guter Freund von mir hat mir mal gesagt, dass jeder Lebende schuldig ist. Niemand ist tadellos. Von dem Gesichtspunkt aus, kann immer jeder Prophet sagen, dass er jemand gerichtet hat, der Schuld in sich trägt." Meinte Mika dann ganz zum Schluss und dachte kurz an ihren liebsten Zellenwächter, der ihr Laute zum üben gegeben und den Weg hierher geebnet hatte.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 08.06.2010, 12:22:46
Zur Überraschung aller meldete sich auf einmal Maruiko zu Wort. "Das Mädchen ist nicht in dem Turm. Sie ist immer noch auf dem Weg nach Handelsfest, das spüre ich. Und soweit ich weiß, hatte sie auch nie Kontakt zu einer Räuberbande. Sie ist... eher eine Einzelkämpferin. Mehr oder weniger."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 08.06.2010, 12:45:02
Rin hatte schon lange nicht mehr mit Maruiko geredet und ergriff die Gelegenheit sofort. Eine Einzelkämpferin... das Wort klang seltsam in ihren Ohren, konnte sie auch nicht sagen warum. "Tatsächlich?" fragte sie interessiert "Wofür kämpft sie?"
Wenn sie es so betrachtete gab es nicht viel das man sich wünschen konnte wenn man schon tot war.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 08.06.2010, 13:09:42
Ein grimmiges Lächeln erschien auf Maruikos Gesicht, als er Calfays Frage beantwortete. "Nicht für sich. In mehr als einer Hinsicht."

Er rollte die Augen. "Und mehr... du weißt schon."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 08.06.2010, 15:01:55
"Danke Mauriko." Sagte Mika zu dem Schildgeist, denn auch wenn er nicht viel verraten konnte, so hatte gerade einen guten Hinweis gegeben, der die Entscheidung der Gruppe vielleicht vereinfachen könnte.
"Also wenn das Mädchen nicht bei dem Turm ist, müssen wir uns nicht mehr zwingend mit den Räubern herumschlagen. Denn wenn das Mädchen nicht hier ist, dann ist das, was im Turm liegt, im Moment nicht wichtig oder längst nicht mehr dort. Ich denke, dass wir uns dann nicht mehr mit den Räubern herumschlagen müssen und sondern unseren Weg fortsetzen können. Mit dem, was vorgefallen ist, sollten wir uns dann wieder beschäftigen, wenn wir auf Wachen treffen oder die nächste Ortschaft erreicht haben." Sagte Mika, der es offenbar sehr willkommen war, dass um den Turm ein weiter Bogen gemacht werden könnte.
Gleich darauf wies die Bardin auch noch auf Folgendes hin: "Wobei wir auch dann daran denken müssen, dass diese Räuber und dieser Prophet nicht unsere Aufgabe sind und wir einem anderen Ziel folgen. Den Räubern darf nicht alles gewehrt werden, aber es ist nicht an uns, ihnen das Handwerk zu legen."
Nachdem sie ihre Meinung kund getan hatte, wendete sich die junge Frau nochmal an Mauriko und fragte ihn zur Sicherheit: "Und du bist dir ganz sicher, dass das Mädchen nicht in der Nähe ist?" Die junge Frau will dabei nicht nur eine blanke Bestätigung, sondern will prüfen, ob Vertrauen in Bezug auf den Geist angebracht ist oder ob er die Gruppe nicht vielleicht doch täuschen will[1]. Vielleicht sollte Mauriko öfter weggesperrt werden.
 1. Motiv erkennen 12 (http://games.dnd-gate.de/index.php/topic,4464.msg612910.html#msg612910)
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 08.06.2010, 15:08:02
"Ich kann gar nicht anders, als euch zu ihr führen. Das bestimmt die Magie, die mich erschaffen hat. Wäre sie in dem Turm, würde ich - ohne es beherrschen zu können - alles daran setzen, euch in den Turm zu führen. Das hat euch ja auch schon der Blödkopf von Hofmagier erklärt. Ich muss zu dem Mädchen zurück, weil sie mich im Augenblick besitzt, ganz egal, was ich davon halte."

Maruiko sah Mika mit einem Gesichtsausdruck an, der seine Frustration deutlich ausdrückte. "Anders gesagt, ja, ich bin mir ganz, ganz sicher, dass sie nicht in der Nähe ist."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 08.06.2010, 15:51:46
"Tut mir leid, das hatte ich vergessen." Sagte Mika, als sie bemerkte, dass sie Mauriko etwas aufgebracht hatte. Verärgern wollte sie denn Schildgeist nicht, denn sie hoffte doch auf eine gute Zusammenarbeit. "Danke nochmal." Fügte die Bardin nochmal hinzu und lächelte den körperlosen Kopf an.
Danach war für die junge Frau alles klar. Sie war sich zwar nicht sicher, ob Mauriko vielleicht doch gelogen hatte oder nicht, doch wollte sie ihm glauben und tat es deshalb auch. Vor allem glaubte sie ihm auch, weil er zu recht auf ihren Auftraggeber verwiesen hat, der auch etwas davon erwähnt hatte, dass Mauriko dem Mädchen folgen muss. Mit dieser EInstellung wartete sie darauf, dass sich ihre Gefährten nun dazu äußern.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 08.06.2010, 17:07:01
Waldemar ärgerte sich, einerseits über seinen Fehler, sich verschätzt zu haben, aber auch über Mika die, obwohl sie kaum besser war als er, immer noch darauf herumritt. Er würde unter diesem Fehler noch eine Weile zu leiden haben, das war klar. Ebenso klar war, das Mika ihn nicht für voll nehmen würde. Selbst hatte sie jedoch noch keinen besseren Vorschlag gemacht. Waldemar war durchaus bereit anderen die Führung zu überlassen, aber nur sofern derjenige, der die Führung übernimmt auch einen Plan hat. Und so spricht er Mika direkt an: "Ihr seid also der Meinung ich habe kein Urteilsvermögen. Dann sagt Ihr uns doch was wir jetzt am besten tun sollen." Dabei fiel er beswusst wieder auf das Sie zurück um den fordernden Ton in seiner Stimme zu unterstreichen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 08.06.2010, 20:19:58
Milan stand neben den streitenden oder wenigstens diskutierenden Gefährten. Ihm war bewusst, dass die Räuberbande - insofern sie überhaupt wirklich eine war und nicht gar anderen Zielen folgte - vielleicht nicht allzu viel mit ihrer eigentlichen Aufgabe zu tun hatte. Aber es gab dennoch eine Verbindung, wie das Gespräch zwischen Eretria und dem Anführer bewiesen hatte. Und sie einfach nur links liegen und machen lassen, was sie wollen, nur weil es nicht ihre Aufgabe war? Als Beldin ihn ansprach und ihm seinen Zorn anscheinend ansehen konnte, nickte Milan nur. Er dachte noch immer über Eretrias Worte nach, die doch zumindest endlich erklärten, warum sie davon abgesehen hatte, sofort mit den Räubern in einen bewaffneten Konflikt zu geraten. Vielleicht gab es mehrere Parteien, vielleicht standen diese Räuber tatsächlich auf ihrer Seite, selbst wenn sie nicht handelten, wie sie es tun würden.

"Was ist, wenn diese Räuber verhindert haben, dass diese getöteten Menschen den Turm betreten und holen, was das Mädchen dort hinterlassen hat? Vielleicht wollten sie diesem Mädchen folgen. Die Getöteten müssen ja nicht zwangsläufig mit dem Mädchen zusammen gearbeitet haben, sie sind vielleicht von dem geschickt worden, der..." Milan schüttelte den Kopf. Es waren Spekulationen, die sie nicht aufklären konnten, solange sie weder die Überlebende noch das Mädchen selbst befragt hatten, wenn sie es je fanden und ohne einen Kampf mit ihr sprechen konnten. "Es wäre auch gar nicht so schlecht, mit diesen Räubern zu reden...zu wissen, was sie mit einem bevorstehenden Krieg meinen...sie von anderen Methoden überzeugen..." murmelte er, auch wenn ihm der Gedanke überhaupt nicht gefiel, mit diesen Männern an einem Tisch zu sitzen, vor allem nicht mit diesem Propheten, der in Eretria sonst jemanden wiedererkennen wollte.

Dann, im Bruchteil einer Sekunde: "Da fällt mir ein. Wenn dieser Kerl in dich verliebt ist, Eretria, dann träumt Mika vielleicht von ihm. Dann bestünde allerdings kein Grund für sie, dich umzubringen, es sei denn...du bist auch..." Der Bruchteil der Sekunde war vorüber: "Uns bleiben wohl nur drei Optionen - weiterreisen, den Räubern einen friedlichen Besuch abstatten oder sie beobachten und eventuell bekämpfen. Wenigstens das bekämpfen schließt sich wohl aus. Welchen Weg wollen wir also wählen, Mika?" wandte sich Milan nun direkt an das Mädchen, da Waldemar ihr ja gerade mehr oder weniger schon den Schwarzen Peter zugeschoben hatte, eine Entscheidung zu treffen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 08.06.2010, 21:17:45
"Das habe ich nie gesagt. Ich sage nur: Wir haben uns Beide verschätzt und das sollte uns Beiden zu denken geben. Nur habe ich das Gefühl, dass du nicht ganz verstanden hast, welches Glück vor allem du hattest, und auch, welches Glück diejenigen hatten, welche auf den Anführer dieser Gruppe gestossen sind." Antwortete Mika dem übellaunigen Waldläufer mit aller Seelenruhe, obwohl das erste Treffen der Gruppe eine andere Reaktion der Bardin versprochen hatte.
Als sich Mika dann an die ganze Gruppe wandte, schwang dann überraschenderweise ein vorwurfsvoller Ton mit. "Ich muss gestehen, dass ich gar nicht verstanden habe, wie ihr euch solch einem Wagnis aussetzen konntet, ohne mir Bescheid zu geben. Ich zweifle zwar daran, dass ich einen großen Unterscheid gemacht hätte, aber es hätte etwas Unmögliches möglicher gemacht.
Aber auf deine Frage zurückzukommen.
Nun sprach die junge Frau wieder mit Waldemar. "Ich will euch nicht mangelndes Urteilsvermögen unterstellen, Waldemar, ich habe schlichtweg Angst. Mir reicht es, dass am heutigen Tag zwei von uns fast gestorben sind und sich der Großteil der Gruppe um ein ähnliches Schicksal beworben haben. Ich muss das nicht nochmal haben. Und wenn ihr nun meinen Vorschlag hören wollt, dann hört jetzt zu: Ich bin dafür, dass wir Morgen weiterziehen und auf dem Weg die junge Frau befragen, damit wir den nächsten Wachen ein genaues Bild der Lage geben können. Wenn das Mädchen nicht hier ist, dann bin ich dafür, dass wir auf weitere Experimente, welche das Leben von einem von uns gefähren könnten, verzichten."

Wenig später verlor Mika alle Kraft. Wenig später kam das Gespräch wieder zu ihren Träumen zurück. Es wäre wirklich schön, wenn Milan mit seiner Theorie recht hätte, hatte er aber nicht.
"Ich habe vorletzte Nacht dein Gesicht im Traum gesehen, nicht das von einem anderen Mann." Sagte Mika leise und mit gesenktem Kopf, als sie sich in das Gespräch das Milan angeschnitten hatte, einmischte. "Mir wäre es lieber, ihr hättet recht." Unmerklich begann sich Mika nach dieser Wortmeldung dann wieder etwas zurückzuziehen, als würde sie wieder etwas befürchten.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 08.06.2010, 23:22:41
"Hey, Kumpel."

Maruiko hatte sich an Milan gewandt, und sah ihn mit zweifelndem Blick an. "Ich hoffe, dir ist klar, dass ihr gegen Gegner wie das Mädchen und die Räuberbande nicht ankommen werdet, wenn ihr so zerstritten seid. Das ist ja ein einziger gackernder Hühnerhaufen. Ein paar hübsche Hühnerchen dabei, zugegeben, aber wem nützt das, wenn ihr gegen Feinde antretet, die hervorragend organisiert sind und ganz, ganz genau wissen, was sie tun? Die werden euch zum Frühstück verspeisen wie ein paar frisch gepflückte Erdbeeren."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 09.06.2010, 07:18:28
Waldemar lächelte Mika an. "Gut, Du bist also dafür die Räuber in Ruhe zu lassen bzw. sie den Behörden zu überlassen. Das ist doch ein Wort. Ich gebe zu, das ist die leichteste und sicherste Methode, deshalb hatte ich sie ja auch in Betracht gezogen und neben die anderen Alternativen gestellt. Dan lasst uns unsere Emotionen hintanzustellen und wie Mika vorgeschlagen hat, die Räuber den Behörden zu überlassen."
Sein freundlicher Tonfall, und auch der Wechsel zurück zum Du klangen dabei wie von einem Lehrer, der erfreut ist, dass sein Schüler endlich Initiative zeigt und eigene Entscheidungen trifft, auch wenn diese Analogie arg weit gestreckt werden würde.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 09.06.2010, 08:53:31
Milan sah seinen nun doch ständige Begleiter an und lächelte. "Stimmt auffallend, aber wie du siehst, gackern wir jetzt schon fast wieder im selben Takt." Er zwinkerte Maruiko zu und wartete auf Mikas endgültige Entscheidung. "Klingt im Übrigen ein wenig, als würdest du diese Kerle kennen", flüsterte er Maruiko noch beiläufig zu, schien aber seine Konzentration wieder voll auf Mika zu wenden, um sie nicht zu unterbrechen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 09.06.2010, 09:15:56
"Ich kenne solche Leute. Ich habe genug gehört, um über diesen Propheten sagen zu können, dass er ein Ziel vor Augen hat, und schlau genug ist, um Schwierigkeiten schon frühzeitig zu erkennen und sich darauf vorzubereiten. Selbst wenn ihr euch jetzt nicht mit ihm anlegen wollt, solltet ihr euch schon darauf vorbereiten, dass das später mal passieren könnte. Und genauso solltet ihr euch darauf vorbereiten, dass es passieren könnte, dass ihr euch auf seine Seite schlagt. Mit allen Konsequenzen, die das für euch hätte."

Maruiko sah zu den anderen in der Gruppe. "Jedenfalls würde ich das tun, wenn ich euch so zuhöre."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 09.06.2010, 11:26:18
"Ja, denn sie sind uns über und wir können uns nicht um alles kümmern. Wir haben eine Aufgabe und dieser gehen wir am besten nach, wenn wir dem Mädchen folgen, selbst wenn sie etwas im Turm versteckt hat." Sagte Mika nun wieder fester, als ein für sie angenehmeres Thema hervorgeholt wird. Alle Gedanken daran, vielleicht doch den Turm zu durchsuchen hat sie derweil weggeschoben und gibt sie nicht mehr zu denken, vor allem deshalb nicht, weil niemand sich mit Wortgewalt dafür aussprach.
"Also lasst uns Schlafen gehen und Morgen mit den Händlern weiterziehen." Fügte die Bardin nach einigen Sekunden hinzu und schaute in die Runde ihrer Gefährten. In Gedanken zählt sie dabei langsam bis Zehn: Eins, zwei, ...
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 09.06.2010, 14:25:02
"Na gut." Auch wenn sie unbedingt wissen wollte was für einen "wichtigen Gegenstand" das Mädchen im Turm zurückgelassen hatte und die Räuber gerne zerschlagen würde... Rins Vernunft verbot ihr diesen Weg einzuschlagen. "Ziehen wir vorerst weiter, wir können zurückkommen nachdem unser Auftrag beendet ist. Was diesen Gegenstand angeht wissen wir nicht einmal was es ist, wie es aussieht oder ob es sich noch im Turm befindet. Und was die Morgensonne angeht..." sie zögerte einen Moment, dann sagte sie "Gehen wir erstmal weiter. Sollten sie uns nochmal über den Weg laufen können wir uns um sie kümmern."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 09.06.2010, 16:41:32
"Gut dann wäre das abgemacht. Morgen ziehen wir mit den anderen Weiter richtung Große Feste" Wieder wandte sich Waldemar direkt an Mika, diesmal aber nicht um die Meinungsverschiedenheit weiterzuführen, sondern um eine ernst gemeinte Frage zu stellen: "Möchtest Du mit der Frau reden und unseren" kurz zögerte er auf der Suche nach einem geeigneten Wort "Sold auszuhandeln, oder soll ich das machen?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 09.06.2010, 16:56:39
"Sie hat mit dir gesprochen, deshalb wäre es vielleicht besser, wenn du wieder mit der Frau sprichst. Aber wenn du willst, kann ich dich auch gern begleiten, sollten wir uns dazu entscheiden diese Händler zu beschützen." Bot die Bardin dem Waldläufer an und achtete dabei wenig darauf, dass sie möglicherweise die Gruppe teurer verkaufen könnte, als dies Waldmar möglich wäre.
Doch kam hatte sie das Angebot abgegeben, kam wieder ein Einwand von der jungen Frau, der sie selbst ein wenig zu überraschen schien: "Aber glaubst du, wir können einfach sagen, dass wir bis Handelsfest definitiv auf der Straße unterwegs sein werden? Ich meine, was ist, wenn wir dem Mädchen näher kommen und ihrer Spur direkt folgen können?" Fragte - für alle umstehenden gut hörbar - eine kleine kriminelle Seele, die mit dem Konzept von Pflichtbewusstsein experimentierte, um ihre Vergangenheit abzuschütteln.
Vor gut einem Jahr hatte sie noch keine Probleme damit zwei- oder dreigleisig zu fahren. Vor gut einem Jahr war sie aber noch ein anderer Mensch.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 09.06.2010, 18:59:25
"Von Verhandlungen habe ich nicht wirklich viel Ahnung, deshalb habe ich Dich gefragt." gesteht Waldemar "Von daher ist es vermutlich eine gute Idee wenn Du mitkommst." anschließend wird er sachlich und erklärt was er ansonsten vor hatte:"Ich hatte die Frau schon vorgewarnt, dass wir nicht sicher sind ob wir bis zur Großen Feste begleiten können, ich würde ihr jetzt anbieten als Begleitschutz mitzureisen, aber uns die Möglichkeit offen halten unserer Wege zu ziehen, wenn das notwendig werden sollte. Die Bezahlung die die Frau angeboten hat war ohnehin auf täglicher Basis."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 10.06.2010, 11:37:32
"Gut, dann komme ich mit." Sagte Mika mit einem Lächeln auf dem Lippen zu Waldemar, als dieser sie indirekt gebeten hatte ihn zu begleiten.
Die Freude der Bardin war ehrlich, denn sie war wirklich froh, dass der unschöne Ton aus dem Gespräch zwischen dem Waldläufer und ihr verschwunden war und das nach so kurzer Zeit, ohne ernsthaften Streit. Ein ernsthafter Streit hätte ihrer Person aber sicher nicht gut getan, denn nach dem ersten, fast fatalen Aufeinandertreffen mit der Gruppe, musste Mika natürlich darauf aus sein ihre Beliebtheit zu steigern und nicht vollkommen in den Abgrund zu treiben.

Kurz schaute die junge Bardin nochmal in die Runde der Gefährten, ob noch jemand etwas einzuwenden hat. Sollte aber kein Wort kommen, würde sie sich mit folgenden Worten abwenden: "Komm, lass uns gehen!" Und dann mit Waldemar die Frau aufsuchen, welche ihm das Angebot zur Karawanenbewachung unterbreitet hatte.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 10.06.2010, 12:21:59
"Danke" Antwortete Waldemar auf Mikas Zustimmung ihn zu begleiten. 'Dann hoffen wir mal, dass wir trotz unserer verschiedenen Ansichten gut zusammenarbeiten können.'

Waldemar führte Mika durch das Lager zu der Frau, die ihn angesprochen hatte. "Guten Abend", begrüßte er die Frau, "meine Freunde und ich haben uns beraten und beschlossen, dass wir morgen Richtung Große Feste weiterziehen werden. Ich nehme an das Angebot von vorhin steht noch?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 11.06.2010, 12:06:15
Überrascht, aber auch erfreut nickte die Frau Waldemar zu. "Ja, natürlich! Seid ihr also bereit, uns bis Große Feste zu beschützen?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 11.06.2010, 12:38:18
"Ich kann leider nicht garantieren, dass wir bis Große Feste reisen, obwohl es keine akuten Hinweise gibt, dass uns etwas davon abhält."
Wlademar zögerte kurz. "Wahrscheinlich können wir Euch die ganze Strecke über schützen. Es ist nur, wir haben einen Auftrag, der uns über Große Feste führt, und wenn dieser Auftrag eine unerwartete Wendung erfordert sind wir gezwungen Euch zu verlassen. Aber mit jedem Tag kommt Ihr weiter von den Räubern weg und näher an die Sicherheit der Stadt." Waldemar merkte, dass es eine Gute Idee war Mika um Hilfe zu bitten, mit Verhandlungen kam er noch nie gut zurecht. Er konnte derzeit nur hoffen, dass die Frau seine Ehrlichkeit zu schätzen weiß und hörte dann auf zu sprechen, bevor er sich noch um Kopf und Kragen redete. Hilfesuchend blickte er zu Mika herüber.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 11.06.2010, 12:44:45
Die Frau nickte verständnisvoll. "Das ist fair. Also schauen wir Tag für Tag, ob ihr bei uns bleibt. Das ist immer noch besser, als von vornherein ohne Schutz zu reisen."

Mit einem Lächeln hielt die Frau Waldemar ihre Hand hin, damit sie den Handel per Handschlag besiegeln konnten.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 11.06.2010, 12:57:56
Mika wollte gerade sich in das Gespräch einmischen, musste zu ihrer großen Überraschung und auch Freude feststellen, dass dies gar nicht nötig war. Waldemar stellte sich wirklich gut an, denn er ging genau so vor, wie es Mika gedachte zu tun, und der Beweis für die gut gewählten Worte kam auch prompt, als die Händlerin dem Waldläufer die Hand hinhielt, um dan Handel zu beschließen.
Weil alles so gut gelaufen war, blieb der Bardin gar nichts anderes übrig, als daneben zu stehen und freundlich zu lächeln, was Mika auch die ganze Zeit über tat.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 11.06.2010, 17:14:42
Überrascht das die Verhandlungen doch so reibungslos verliefen reichte er der Frau die Hand. "Die Entlohnung hole ich dann immer Abends ab, wenn wir ein gemeinsames Lager aufschlagen, in Ordnung?" Mit dieser durch den Erflog wieder selbstsicher vorgetragenen Aussage wollte er zwei Dinge, erstens, dass er die Bezahlung nur für den ersten Tag an dem noch keine Übereinkunft bestand abgelehnt hatte, und zweitens, dass er wegen der Unsicherheit in der er sie lassen musste nur für volle Tage entlohnt werden wollte.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 12.06.2010, 21:21:50
Nachdem Waldemar und Mika alles mit den Händlern abgesprochen hatten, sprachen sie mit den anderen die Verteilung der Wachen ab. Sie mussten darauf vorbereitet sein, dass es einen weiteren Angriff geben konnte, unabhängig davon, was der Prophet Eretria versprochen hatte.

Doch glücklicherweise hielten sich die Räuber zurück, und auch sonst passierte kein weiteres Unglück. Was jedoch wiederkam, waren die Träume...



Sie sprach die rituellen Worte, die Einstimmung auf das Ritual der Hohen Weihe. „Im Namen der Sonne, ich höre den Ruf.“

Ein Mann trat neben Eretria. Er trug Gewänder, die den ihren ähnlich waren, aber doch einen anderen Status verrieten. „Im Namen der Sonne, ich höre den Ruf“, sprach auch er. Sie warf ihm einen Blick zu. Tellion, den sie seit ihrer Kindheit kannte, der ihr näher war als irgendjemand sonst. In den wenigen Momenten ihres Lebens, in denen sie nicht einsam war, war sie bei ihm.

„Das Feuer des Glaubens erfüllt mich“, fuhr sie mit dem Ritual fort. „Und ich schwöre, auf ewig…“

„Priesterin Aliya!“

Sie erstarrte. Wer würde es wagen, die Zeremonie zu unterbrechen? Sie wandte sich um. Ein Mann stand vor ihr, in der Kutte eines Tempeldieners. Wieso hatten die Wachen ihn nicht aufgehalten?

Dann zog er eine Klinge. Das Metall reflektierte das Licht der Sonne, blendete sie für einen kurzen Moment, dann wurde sie vom Schmerz überwältigt…




Ein Tropfen löste sich von seiner Klinge, und fiel wie in Zeitlupe zu Boden. Sie blickte ihn an, ungläubig. Die Mächtige, die Unangreifbare. Er hatte sie getötet, mit einem einzelnen Schlag. Die Herrschaft der Priesterin Aliya war gebrochen.

Er sah in ihr Gesicht, während sie zu Boden fiel. Sie war anmutig, jetzt, wo alle Härte aus ihrem Blick gewichen war. Kurz schien es ihm, als würde er ein anderes Gesicht in ihrem erkennen…

Eretria!


Schweißgebadet wachte Milan auf.



Mika sah, wie die Klinge den Leib der Priesterin durchbohrte. Die anderen Priester und die Wachen waren viel zu entsetzt, um zu reagieren. Und, natürlich, einige der Wachen gehörten zu ihnen.

Aliya fiel zu Boden. Sie wartete. Wartete auf das Glücksgefühl, das hätte kommen sollen. Die Befreiung, nachdem sie endlich ihre Rache bekommen hatte, Rache für ihr Volk, ihre Familie…

Es blieb aus. Die Priesterin war tot, doch ebenso fühlte sich Mika…




„Was ist, wenn sie scheitern?“
Der Magier schüttelte den Kopf. „Das wird nicht geschehen. Sie werden-“
„Es KANN geschehen! Und wir sollten darauf vorbereitet sein. Also, was ist, wenn sie scheitern?“

Isha stand auf. Sie blickte Waldemar fest in die Augen. „Wir werden einen anderen Weg suchen. Aber… ich glaube nicht, dass wir einen finden. Wenn sie scheitern, dann… können wir nur noch hoffen, dass zumindest wir irgendwie überleben.“

Der Magier nickte. „Ich habe einen Notfall-Plan. Einen… Ausweg.“

Waldemar sah ihn irritiert an. „Einen Ausweg aus der Welt?“




Jarek betrachtete den Mann nachdenklich. „Und was ist das für ein anderer Weg?“

„Es… ich weiß, es wird nicht ganz leicht sein, das anzunehmen. Aber ich spreche vom Frieden. Davon, die…“

Jarek lachte auf. „Frieden, aber natürlich. Das ist doch lange vorbei. Die Blutpriester, die… ach, verdammt. Ihr kennt selbst die Namen jener, die dafür verantwortlich sind.“

Der Fremde lächelte. „Nein, das stimmt nicht. Denn um ehrlich zu sein, ich glaube, die, die ihr hasst, sind selbst in gewisser Weise Opfer.“

Jareks Augen verengten sich. „Das höre ich mir nicht länger an. Ich habe… heute noch etwas zu erledigen…“




Dies war er also, der Ort, den sie gesucht hatten. Die Höhlen des Garach, des Seelenlosen. Und sie würden hinein gehen. Sie hatte Macht, mehr als die meisten Wesen dieser Welt, und doch hatte sie Angst.

Es war absurd… Garach, der größte Schrecken dieser Welt, war nun ihre letzte Chance. Sie wusste nicht einmal, ob sie mit ihm reden konnte. Aber erst einmal musste sie an den Verlorenen vorbei…
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 13.06.2010, 10:04:15
Eretria konnte der Diskussion ihrer Freunde nur mühsam folgen. Sie war viel zu verwirrt über das Geschehen und so verlief das Gespräch über die Pläne eher an ihr vorbei. Sie konnte nicht verhehlen, dass sie darüber recht glücklich war, denn sie war viel zu aufgewühlt, um in einem Maße zu reagieren, wie es nach den Worten von Beldin notwendig gewesen wäre. Wie abgelenkt sie war, merkte sie in ihrem Unterbewußtsein erst, als sie eher mechanisch sich um die Wunden ihrer Freunde kümmerte. Trotzdem brachte sie den beiden Freunden genügend Aufmerksamkeit entgegen, dass diese beruhigt schlafen konnten.[1]
So war sie froh, als sich die Versammlung auflöste und sie mit Milan in ihr Zelt gingen für die Nacht.
Dies gab ihr doch die Gelegenheit etwas zu klären, was geklärt werden musste, denn trotz ihrer eigenen Verwirrung war ihr das Zögern Milans aufgefallen.
So kniete sie sich, während sie ihren Schlafplatz richteten neben ihren Freund und begann leise zu sprechen:
"Milan, du bist mein Freund, mein Licht und mein Schatten und Mutter Sonne und die zwei Monde wissen, dass ich nur dich liebe. Die Erinnerungen dieser anderen Frau haben nichts mit uns beiden zu tun. Ich weiß nicht, warum sie mich heimsuchen oder warum Mika und wohl auch Beldin von derartigen Erinnerungen gequält werden. Ich weiß nicht, was diese Personen mit uns zu tun haben, aber ich weiß, dass ich nur dich liebe. Der Prophet hängt einer vergangenen Zeit nach, in welcher er es verpasst hatte diese Aliya zu lieben. Jedenfalls verstehe ich alles bisherige so. Nun aber wird er diese Gelegenheit auch nicht haben."
Wie zur Bestätigung ihrer eigenen Worte war Eritrea in dieser Nacht nicht fordernd. Sie schmiegte sich an ihren Freund, weil sie hoffte sich und auch ihn durch die gegenseitige Nähe zu beruhigen. Mit einer Mischung aus Neugier und Furcht schlief sie ein. Zum einen war sie interessiert an den Erinnerungen der Priesterin, zum anderen hatte sie Angst davor.
Die Nacht schien ihre Befürchtungen zu bestätigen. Was für ein seltsames Gefühl war dieser Traum, in dem sie den Tod Aliya's anscheinend erlebte. Warum? Was hatte die Priesterin getan, dass jemand sie umbringen wollte? Die Priesterin von Mutter Sonne und den zwei Monden erwachte zwar erholt, aber auch verwirrt. Einen leichten Kuß gab sie ihrem noch schlafenden Freund, um dann sich zu waschen und die morgendlichen Gebete zu sprechen, um Mutter Sonne für den neuen Tag zu danken und den zwei Monden für die ruhige Nacht. Während sie ihre Wunder für den neuen Tag erhielt, ging sie die Ereignisse des letzten Tages noch einmal durch und plötzlich traf sie die Erkenntnis wie der Schlag einer Keule. Sie hatte eine Möglichkeit etwas mehr zu erfahren! Sie hatte das Geschenk des Hohepriesters völlig vergessen! Viel freundlicher als bisher beendete sie ihre Gebete, nicht ohne ein weiteres Mal Mutter Sonne und den zwei Monden zu danken, die ihr offensichtlich die richtige Eingebung gesandt hatten.
 1. Heilen für unsere beiden Patienten (http://games.dnd-gate.de/index.php/topic,4464.msg614583.html#msg614583)
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 13.06.2010, 10:58:58
"Ich... ent... entschuldigt bitte."

Als Eretria sich umdrehte, erblickte sie die junge Frau, die sie gestern gerettet hatte. Sie stand vor ihr, leicht zitternd, und mit Tränen in den Augen. Mit ihrer halb verbrannten Kleidung und den angebrannten Haaren gab sie ein jämmerliches Bild ab, auch wenn ihre Verletzungen durch die Gnade von Mutter Sonne und den zwei Monden geheilt worden waren.

"Wo bin ich hier, und... wer sind all diese Menschen?" fragte sie mit zitternder Stimme.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 13.06.2010, 12:40:33
Jetzt fange ich auch schon an Blödsinn zu träumen. dachte Rin. Garach, der Seelenlose. Als Kind hatte sie ihn gruselig gefunden, doch nun war sie erwachsen und wusste dass es ihn nicht gab. Ausserdem, welchen Grund könnte man haben ihn aufzusuchen? Selbst mit einem "Friss mich!"-Schild um den Hals konnte man seine selbstmörderischen Absichten nicht klarer ausdrücken.
Moment, es war ein Traum, warum versuchte sie daraus einen Sinn zu machen? Jetzt wo sie daran dachte fiel es ihr wieder ein. Sie hatte Mika das Buch leihen wollen um ihre Albträume zu bekämpfen. Dann waren so viele Dinge passiert und sie hatte es vergessen. Da die Bardin noch zu schlafen schien beschloss Rin sich später dafür zu entschuldigen. Vielleicht konnte sie die frühe Stunde nutzen um mit Beldin oder Maruiko zu sprechen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 13.06.2010, 12:52:19
Eretria versuchte aufmunternd zu lächeln, als sie genau von der Person angesprochen wurde, mit welcher sie so wie so sprechen wollte.
"Ihr müsst euch nicht entschuldigen, meine Liebe. Als wir euch gestern auf der Straße liegend fanden, war es unmöglich miteinander zu reden. Ich bin froh, dass ihr jetzt wach seid. Vielleicht können wir jetzt ein wenig sprechen?" Die Worte waren sanft und freundlich gesprochen. Aufmunternd lächelte die Priesterin.
"Wollt ihr euch zu mir setzen? Ich bin die Geweihte Eretria. Vielleicht beginnen wir mit den üblichen Formalitäten unser Gespräch. Wir hier sind unterwegs zur Großen Feste. Welches ist euer Ziel?" Vielleicht schaffte sie es, die Frau ein wenig ans Reden zu kriegen und so mehr zu erfahren.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 13.06.2010, 13:31:39
Milan war am Abend sehr ruhig und gab kaum eine Antwort, als Eretria noch einmal mit ihm sprach. Er versuchte, zu verstehen, was gerade passierte und wieviel Bedeutung diese Träume und Visionen wirklich hatten. Sollten sie sich wirklich nicht davon beeinflussen lassen, wie Beldin meinte? Es fiel ihm schwer, einzuschlafen, obwohl - oder vielleicht gerade weil? - Eretria dicht bei ihm lag. Als die reale Welt langsam zu verschwimmen schien und er in den Traum eintauchte, waren da Gefühle, die nicht zu ihm zu gehören schienen und doch... Er sah in ihr Gesicht, das seine Lebenszüge verlor, und plötzlich schienen sich Realität, Illusion oder Vergangenheit - was auch immer die Träume waren - miteinander zu vermengen und er begriff, dass der Feind, über dessen Tod er jede Nacht glücklich gewesen war, die Frau war, die er liebte.

Er fuhr nicht auf, wie sonst, wenn er nach einem Alptraum erwachte. Er blieb liegen und spürte das schmerzhafte Hämmern seines Herzens und den regen Blutstrom, der durch seine Adern zog. Wie viel von dem war wahr? Wie viel lag in der Vergangenheit, in einem anderen Leben? Und wie viel würde noch geschehen? Wurden ihnen diese Träume nur von jemandem eingehaucht? Doch welchen Sinn hätte dies? Von welchem Krieg sprach der Prophet? Und auf welcher Seite würden sie stehen? Würden sie alle für dieselbe Sache kämpfen oder sich gegenseitig ermorden? Und wenn all das, was sie träumten, einstmals wahr gewesen war, wenn sie ihre vergangenen Leben wieder auferstehen ließen, wie kam es, dass er die Frau, die er getötet hatte, nun jede Nacht an seiner Seite wusste?

Eretria war am Morgen nicht mehr da und er war froh darüber, weil er nicht das Gefühl hatte, mit ihr reden zu wollen. Sollte er ihr tatsächlich von seinen Träumen erzählen? Er hätte sicher Mika damit trösten können, da es das Mädchen schwer mitgenommen hatte, solche Träume zu haben, aber er hatte Eretrias Reaktion auf Mikas Geständnis gesehen, ihre Besorgnis und ihre Abweisung. Selbige würde sie auch ihm entgegen bringen. Andererseits hatte er darauf bestanden, dass sie ihm die Wahrheit erzählte und ganz gleich, wie viel an seinen Träumen wahr war, er schuldete es nicht nur Eretria, alles zu offenbaren, was in einem früheren Leben mit ihnen geschehen sein mochte. Vielleicht ließen sich dadurch auch die einzelnen Bruchstücke ihrer anscheinend doch gemeinsamen Erinnerungen wieder zusammen setzen, vielleicht ergab dann alles ein verständliches Bild.

Er stand auf und verließ das Zelt. Ein Stück weit entfernt unterhielt sich Eretria gerade mit der Überlebenden der Karawane. Er beschloss daher, sich kurz mit Maruiko zu unterhalten und etwas zu finden, um den Schild irgendwie an seinem Kettenhemd zu befestigen. So konnte der Schild mit ihnen reisen, alles mit ansehen und er musste ihn nicht ständig mit sich tragen. So würde er beide Hände frei haben, sollte es unterwegs zu neuen Problemen kommen und irgendwie war er davon überzeugt, dass dies geschehen würde. Die Begegnung mit seinen Eltern in der Großen Feste erschien ihm plötzlich soweit fort und unbedeutend angesichts dessen, was gerade geschah.

"Guten Morgen, Maruiko. Ich hoffe, du hast genauso gut geschlafen wie ich", begrüßte Milan den Schildgeist und versuchte mühselig den Sarkasmus in seiner Stimme zu verbergen, der nicht dem Geist, sondern vielmehr sich und seinen Träumen galt. Dann begann er mit seiner Suche nach einem Stück Seil oder einem schmalen Ledereinband, das er entbehren und mit dem er den Schild befestigen konnte.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 13.06.2010, 18:09:30
"Auf der Straße?"
Verwirrt sah die Frau Eretria an, und blickte sich dann unsicher im Lager um. "Wo... wo sind die anderen aus der Karawane? Mein Bruder, Geon, habt ihr ihn gesehen?"


Maruiko schnalzte mit der Zunge, als Milan ihn ansprach. "Da hat wohl jemand schlechte Träume gehabt. Ist aber kein Grund, das an mir auszulassen."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 13.06.2010, 18:43:59
Eretria schaute die Frau aufmerksam an. Die Überlebende hatte ihren Namen nicht genannt, sondern nur nach ihrem Bruder Geon gefragt. Vielleicht war sie verwirrt, aber der Priesterin war auch unwohl bei der Sache. Sie wollte das beginnende Gespräch nicht zerstören.
"Straße ist vielleicht falsch ausgedrückt. Es war ein Lagerplatz an der Seite der Straße. Eure Karawane ist anscheinend überfallen worden. Wir hätten gerne gewusst von wem und wohin ihr wolltet, damit wir euch helfen können euer Ziel zu erreichen,...." Die Priesterin von Mutter Sonnen und den zwei Monden lächelte entschuldigend. "Verzeiht, wie war doch bitte euer Name?"
Die Priesterin wich der Frage nach den Reisebegleitern der Frau aus. Sie hielt es nicht für sehr gut der Frau dies sofort zu sagen.[1]
 1. Diplomatisches Geschick (http://games.dnd-gate.de/index.php/topic,4464.msg614708.html#msg614708)
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 13.06.2010, 18:50:10
Die Frau sah Eretria immer noch durcheinander an. "Ich heiße Makae. Wir waren unterwegs zum Weißen Markt. Ich... überfallen? Ist das euer Ernst? Ich erinnere mich an nichts..."

Dann riss sie die Augen auf. "Wo ist mein Bruder? Wo ist Geon?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 13.06.2010, 19:59:11
"Entschuldige, ich habe nur tatsächlich mehr als schlecht geschlafen. Diese elenden Träume. Ich verstehe nicht, warum sie so plötzlich kommen. Warum ist das nicht alles schon passiert, als ich noch in der Großen Feste war oder auf dem Weg nach Himmelstor?" Milan sah sich um, ob eventuell auch schon ein anderer von den Gefährten wach war und wurde auf Calfay aufmerksam. Er winkte ihr und setzte sich neben den aufgestellten Schild, immer Eretria im Blick. "Träumen Schildgeister eigentlich?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 13.06.2010, 20:50:22
Maruiko sah Milan nachdenklich an. "Diese Sachen, über die ihr gestern gesprochen habt? Naja, da gibt es wenige Optionen. Entweder, jemand schickt euch die Träume, dann stellen sich die Fragen, ob er es gut oder schlecht mit euch meint, und ob die Träume wahr sind oder nicht. Oder, die Träume kommen aus euch selbst. Dann stellt sich die Frage, ob es Visionen der Zukunft oder der Vergangenheit sind, oder ob die Träume euch etwas sagen wollen, also gar nicht wörtlich zu nehmen sind. In jedem Fall bedeutet das: Wichtiger als alles andere ist die Frage, ob die Träume aus euch kommen, oder von außen. Denn alle weiteren Fragen richten sich nach der Antwort, die ihr darauf bekommt."

Einen Moment lang schwieg Maruiko daraufhin. Als er wieder sprach, wirkte er irgendwie... traurig. "Ich weiß, was Träume sind. Aus irgendeinem Grund weiß ich, wie sie sich anfühlen. Ich habe sogar... eine gewisse Sehnsucht danach. Aber wenn ich in den Nebel gehe... nein, im Nebel gibt es keine Träume für mich. Was ich über Träume weiß... ich glaube nicht, dass es mehr ist, als Erinnerungsfetzen meines Erschaffers, die sich während des Rituals auf mich übertragen haben."


Während Milan mit dem Schild sprach, sah er in der Entfernung eine Person auf das Lager zukommen. Die Person lief neben einem Maultier her, das einen Karren zog.


Arue näherte sich dem Lager. Offenbar waren noch nicht alle Reisenden wach. Noch war kaum jemand damit beschäftigt, das Lager abzubauen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 13.06.2010, 22:14:37
Da Milan ihr zuwinkte gesellte sich Rin dazu. Sogar Maruiko war da und plapperte vor sich hin. "Wenn du keine Träume hast kannst du auch keine Albträume haben." versuchte sie ihn aufzumuntern. "Das ist sicher von Vorteil wenn man überlegt was du so alles zu sehen bekommst." Das meiste davon konnte man sich nur vorstellen, da er nicht viel erzählte, aber schon die Untote und ihre normalen Beschäftigungen (Leute umbringen zb.) würden ausreichen um den meisten Menschen den Schlaf zu rauben.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 13.06.2010, 22:33:53
Maruiko lächelte Calfay an. "Das stimmt wohl. Trotzdem... ach, lassen wir das."
Dann blickte er zu dem heran nahenden Karren. "Wir bekommen Besuch, wie's aussieht."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Lucanor am 13.06.2010, 23:51:53
"Entschuldigung, könnten sie mir vielleicht sagen wohin dieser weg führt? ... Nein das ist nicht gut. ... Verzeihung, könnten sie mir vielleicht Auskunft geben wo ich hier bin? ... Nein, man würde sofort denken ich wäre verrückt." Angestrengt versuchte Arue auf dem weg zum Lager die richtigen Worte zu finden und probte diese. Als sie langsam in hörweite kam unterbrach sie ihre Selbstgespräche allerdings sofort.
Arue versuchte im Lager jemanden zu finden den sie nach dem Weg fragen könnte und schnell fiel ihr Blick auf eine zweier Gruppe etwas abseits.

Sie ging auf die beiden zu und als sie nah genug bei ihnen war begann sie das Gespräch, oder zumindest versuchte sie es. Einige mal öffnete sie den Mund aber es kam einfach nichts über ihre Lippen. Beruhige dich Arue, du willst sie nur nach dem Weg fragen.
Die junge Frau atmete einmal Tief durch und setzte erneut an. "Ve...ve....verzeihung ... könnten sie mir vielleicht sagen wohin diese Straße führt? I...ich scheine etwas die Orientierung verloren zu haben." So sehr sie sich auch anstrengte, ihre Stimme kam nicht so kräftig heraus wie sie es wollte, aber immerhin brachte sie sich dazu ihre Frage zu stellen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 14.06.2010, 11:07:03
"Das hast du wirklich gut gemacht. Und ich frage mich fast, warum du wolltest, dass ich mit dir gehe." Hatte Mika dem Waldläufer gesagt, als sie sich von der Händlerin entfernten, und lächelte.
Nachdem sie die Gruppe nochmal darüber informiert hatten, dass alles geklärt wäre, und die Wachen eingeteilt waren, machte sich Mika danach ohne große Worte daran ihr Pferd abzusatteln und dann ihr Nachtlager aufzuschlagen, in welches sie aber erst schlüpfen konnte, nachdem ihre Wache zuende war.

Scheinbar hatten sich um Mika herum alle erhoben, dennoch blieb die junge Bardin liegen. Mit geweiteten Augen, aus denen langsam Tränen rannen, lag sie in ihren Schlafsachen und rührte sich nicht. Allein ihr schwacher Atem und das gelegentliche Zwinkern der Augen verrieten, dass dieser Körper nicht leblos war.
Es war der nächste Morgen angebrochen und wieder lag eine Nacht mit einem quälenden Traum hinter ihr. Wie schön wäre es nur, wenn sie diese Träume einfach vergessen könnte, wie sie schon so viele Träume vergessen hatte, kaum hatte sie sich versucht an diese zu erinnern. Doch diese nächtlichen Impressionen blieben erhalten und hörten nicht auf den geplagten Geist von Mika zu foltern.
Immerwieder sah die Bardin Eretria sterben und dieser Anblick war grauenhaft, selbst wenn es nicht ihre Hand war, die den Dolch führte. Sie verstand nicht, warum das gerade geschehen musste. Erst dachte sie, dass es sich alles um Milan drehte, doch nun ging es um Rache, Rache für ihre Familie und ihre Stadt. Was hatte Eretria getan, dass nach Rache verlangt?
Andere Fragen welche sich der jungen Frau, welche wohl als einzige von ihren Träumen derart mitgenommen wird, stellten, waren: Wer hat den Dolch geführt? Soll sie sich freuen, dass sie es nicht war, die den Dolch führte?
Diese Gedanken und Fragen nahmen den Kopf von Mika so sehr ein, dass sie auch jetzt noch nicht es schaffte, sich bewusst zu bewegen und zu erheben.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 14.06.2010, 18:44:32
Waldemar schlief lange, nach den Verletzungen des letzten Tages. Noch immer schmerzten ihn die Wunden, aber er konnte damit klarkommen.
Dann fiel ihm ein, dass er doch relativ unhöflich war, sich so wortkarg zur Ruhe zu begeben nachdem Mika und er die Verhandlungen geführt hatten. Also suchte er sie beim Frühstück auf. "Danke dass Du gestern mitgekommen bist zur Händlerin. Ich hab mich nicht gut gefühlt, und Normalerweise kann ich wirklich nicht gut verhandeln. Hat mich selbst überrascht, dass alles so gut gelaufen ist." ein stechen in der Seite wo die eine Wunde war lies ihn kurz zusammenzucken. Dann lächelte er Mika an "auch deshalb" und wies mit seiner Hand auf die schmerzende Hüfte "War ich auch nicht in der Stimmung noch viel zu reden, deshalb war ich auch erst so reizbar und später so sang und klanglos zur Ruhe gegangen, entschuldige."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 14.06.2010, 19:47:13
Milan war überrascht, als Maruiko sagte, dass auch er zumindest wusste, was Träume waren. Doch bevor er ihn noch weiter dazu befragen konnte, trat eine junge Frau zu ihnen. Milan war kurz verwirrt, weil er die Frau kaum verstanden hatte. Warum sprach sie so leise? Dann deutete er in die Richtung, in die sie unterwegs waren. "Dort entlang geht es zur Großen Feste, und dort entlang..." Er deutete in die entgegengesetzte Richtung. "Geht es nach Himmelstor." Milan sah kurz zu Calfay, dann wieder zu der Frau und wartete ab.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Lucanor am 14.06.2010, 21:59:42
"Seid ihr euch ganz sicher?" Platze es aus Arue heraus ohne das sie groß darüber nachgedacht hat. Und als sie merkte was sie gerade getan hat blickte sie beschämt zu Boden. Ve...ve....verzeihung ... es ist ... nur ... äh"
Oh nein, also bin ich wirklich soweit weg von meinem Ziel. Das muss ein Albtraum sein, ja ich muss definitiv träumen. Aber ich hab doch vorhin schon überprüft ob ich Träume. Die beiden müssen mich für seltsam im Kopf halten. Was soll ich jetzt tun? Heute ist wirklich kein guter Tag für mich. Wieso musste ich auch diesem "Schatzsucher" helfen. Er ist schuld an allem. Nein, ich bin genauso schuld daran. Hätte ich der Verlockung nur widerstanden. War doch klar das ein Hacken an der Sache dran sein musste. 5 Goldmünzen für so eine scheinbar "einfache" Aufgabe. Natürlich musste da noch irgendetwas dran sein. Arue du bist so naiv.
Die Gedanken überschlugen sich und für einen Moment schien sie vergessen zu haben das um sie herum noch Leute wahren.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 15.06.2010, 09:06:29
"Natürlich sind wir uns sicher." bestätigte Rin der scheinbar verwirrten Wagenbesitzerin. "Wir kommen nämlich aus Himmelstor, also gibt es keinen Zweifel daran dass es in dieser Richtung liegt." Sie zeigte in die Richtung aus der sie gekommen waren. "Das bedeutet die Große Feste liegt in der anderen Richtung..." Hilfsbereit deutete sie auch in diese, um eventuell noch vorhandene Zweifel welche Stadt nun in welcher Richtung liegt auszuräumen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 15.06.2010, 10:07:36
Eretria schaute die Frau traurig an. Sie verfluchte sich dafür, dass sie wenig geeignet für die Seelsorge war. Sie war eine Frau der Tat und irgendwie schien es so als wären immer andere Talente gefragt. Sie nahm die Hände der Frau ihn ihre eigenen und hielt sie leicht fest.
"Ja, Makae, ich bin mir sehr sicher, dass ihr überfallen worden seid. Ich selber habe mich um eure Verletzungen gekümmert." Sie biss sich auf die Lippe. Eretria hatte keine Vorstellung wie man den offensichtlichen Tod ihres Bruders der Frau schonend beibringen konnte. Sie erinnerte sich an die Worte ihrer Lehrerin im Tempel. "Wenn es eine schlechte Nachricht ist, bringe es schnell hinter dich, Kind. Lieber ein Ende mit Schrecken, als Schrecken ohne Ende. In der Regel ahnt derjenige, der die Nachricht erhalten soll, dass etwas Schreckliches passiert ist." Also holte sie noch einmal Luft und überbrachte die schlimme Nachricht:
"Ihr seid die einzige Überlebende, die wir gefunden haben Makae. Außer euch hat niemand den Angriff der Räuber überlebt. Ich fürchte euer Bruder Geon ist tot." Eretria machte sich bereit die Frau aufzufangen und zu halten, weil sie befürchtete, dass das Mädchen nun zusammenbrach.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 15.06.2010, 10:12:42
Nachn einigen Minuten war Mika auch aufgestanden. Das hieß, sie setzte sich auf, wischte die Tränen weg und starrte vollkommen in Gedanken verloren vor sich hin.
Wenig später aß sie auch eine Kleinigkeit, auch wenn sie gar keinen Hunger hatte, sondern allein deshalb, weil sie etwas essen muss.

Als sich Waldemar zu ihr gesellte, war Mika noch keinen Schritt weiter. Noch immer starrte sie geistesabwesend auf einen Punkt und schob sich dabei nach und nach eine Kleinigkeit in den Mund.
Waldemar schien dies am Anfang nicht ganz zu bemerken und verwechselte es möglicherweise mit Müdigkeit. Erst mit der Zeit konnte er vielleicht mitbekommen, dass er nicht gerade den besten Moment erwischt hatte, dennl das Einizige was er als Antwort von Mika bekam, war ein gelegentliches: "Hm." Und bei diesen Wortäußerungen schaffte es Mika ihn nicht mal für einen Moment anzuschauen, denn sie starrte weiter vor sich hin.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 15.06.2010, 11:03:39
Wlademar nahm das 'hm' der Bardin als eine Bestätigung, dass sie ihn verstanden hatte, aber momentan nicht reden wollte auf. So blieb er einfach schweigend sitzen und nahm sein Frühstück ein. Dabei dachte er nach, über die Träume, und was sie wohl bedeuten könnten. Es wird immer verwirrender. Aber irgendwann würde sich das alles klären... Hoffte Waldemar zumindest.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Lucanor am 15.06.2010, 18:48:21
Etwas Gedankenverloren schaute Arue in Richtung Himmelstor. "Nach Himmelstor sollte ich wohl nicht gehen wenn ich nicht Gefahr laufen will diesen Rittern der Morgensonne noch einmal über den weg zu laufen." Schnell unterbrach sie sich selbst als sie merkte das sie ihren jüngsten Gedanken wieder laut ausgesprochen hatte.
Die junge Frau wandte sich den beiden wieder zu und verbeugte sich leicht. "Ha...habt dank für die Auskunft."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Beldin Gilvaran am 15.06.2010, 20:45:19
Mit plötzlichem Misstrauen starrte Beldin, der neugierig zu Calfay und Milan getreten war, den Neuankömmling an. "Ihr seid diesen Rittern der Morgensonne schon einmal über den Weg gelaufen? Dann könnt Ihr wohl von Glück reden, dass sie Euch am Leben gelassen haben. Wo und wann war das denn, wenn mir die Frage gestattet ist?"

Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 16.06.2010, 07:52:45
Eine ganze Zeit lang stand Makae nur da und sah Eretria in die Augen. Ihre Augen wurden feucht, doch es lief keine Träne über ihr Gesicht. Die junge Frau schluckte.

"Danke", sprach sie leise, wandte sich dann um und ging.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 16.06.2010, 08:54:13
Die Gedanken hörten nicht auf sich zu drehen und den Traum von allen Seiten zu betrachten, aber irgendwas hatte sie gestört und ein kleiner Teil von Mika machte sich auf die Suche.
Ein kleiner Teil von Mika behaupte prompt, dass jemand zu ihr gesprochen hatte. Dieser kleine Teil meinte, dass dieser jemand der neben ihr sitzende Waldemar war, den sie entdeckt hat, als ihr verweinten Augen sich umgeschaut hatten.
"Entschuldigung, hast du was gesagt?" Fragte Mika - zirka zwei Minuten nachdem Waldemar schon wieder ins Schweigen verfallen war - und starrte den Waldläufer an.
Die Bardin, so sollte vielleicht auch Waldemar nun auffallen, sah dabei nicht gut aus. Die Haare flogen kreuz und quer herum und die Augen waren verquollen. Die ansonsten hübsche Frau, hätte mit ihrem Aussehen so manch einem Mann, der neben ihr erwacht wäre, einen gehörigen Schrecken einjagen können und mit Sicherheit die Frage aufgebracht: Wieviel habe ich Gestern nun getrunken?   
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Lucanor am 16.06.2010, 10:17:05
Arue zuckte zusammen als der Elf sie ansprach.Sie hatte garnicht bemerkt wie er zu den anderen beiden dazu gekommen war.
Was, seit wann ist dieser Elf hier? Glaubt er etwa ich habe etwas mit diesen Rittern zu tun? Das hast du jetzt davon das du erst redest und dann denkst.
Langsam trat sie zwei schritte zurück und versuchte dabei zu antworten, aber so sehr sie sich auch bemühte bekam sie keinen vernünftigen Satz hervor.
"Ich ... ähm ... also ... nicht wirklich begegnet ... nur ... ähm ... belauscht ... äh ... nein ... eher ... hm ... zufällig überhört hab ich sie."Man konnte der jungen Frau deutlich ansehen das sie sehr nervös war. Und am liebsten wäre sie jetzt schnellstmöglich weggerannt.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 16.06.2010, 12:01:58
Etwas überrascht von der verspäteten Reaktion die zudem darauf hinwies, dass er sich mit seiner Einschätzung vertan hatte riss sich Waldemar von den Gedanken an seinen Traum los. "Ich habe mich für verschiedene Fehltritte gestern entschuldigt, und Dir nochmal gedankt, dass Du zu der Händlerin mitgekommen bist." mit einem schiefen Lächeln fügte er hinzu: "Anscheinend habe ich dafür einen ungünstigen Zeitpunkt erwischt."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 16.06.2010, 12:45:24
"Ja." War die schon wieder sehr abwesend wirkende Entgegnung von Mika gewesen. Ihr folgte erstmal wieder ein Schweigen, bevor die Bardin eine halbe Minute später hinzufügte: "Danke."
Wieder schwieg Mika und wieder meldete sie sich sehr überraschend nach einiger Zeit zu Wort: "Irgendwas Neues? Passiert ist nichts?" Waren die Fragen, an denen die junge Frau sehr lange gearbeitet hatte, obwohl die fünf Worte eigentlich keine große Herausforderung darstellen sollten.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Beldin Gilvaran am 16.06.2010, 13:15:33
"Belauscht." Beldins Stimme klang ausdruckslos. Seine Augen krallten sich an denen der jungen Frau fest. "Dann schlage ich vor, dass Ihr hier bei uns im Lager eine kleine Rast einlegt. Wir wären sehr daran interessiert, mehr darüber zu erfahren, was Ihr denn da belauscht habt."

Wie als Nachgedanke trat er zu seiner Schlafstelle zurück und füllte aus seinem Wasserschlauch einen Lederbecher, mit dem er zu den anderen drei zurückkehrte. "Hier, Ihr müsst doch sicher durstig sein, wenn Ihr die ganze Zeit auf Wanderschaft wart."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Lucanor am 16.06.2010, 14:09:17
Diese Leute interessieren sich für die Ritter der Morgensonne? Gehören sie etwa zu denen? Wollen die sich ihnen anschließen? Oh, wo bin ich da nur hinein geraten? Innerlich musste Arue mit sich kämpfen. Waren diese Leute jene verbündete von denen der Anführer der Ritter sprach? Sollte sie jetzt schnellst möglich hier weglaufen? Aber selbst wenn sie liefe, sie wäre wahrscheinlich zu langsam und könnte diesen Leuten wohl nicht entkommen.
Als der Elf ihr dann was zu trinken anbot hob sie abweisend, fast schon panisch, die Hände vor sich und schüttelte den Kopf. "Äh ... nein ... nein danke... Sie wusste nicht wie sie antworten sollte, war es klug die Wahrheit zu sagen oder wäre es besser wenn sie Unwissenheit vortäuschte? Kurz überlegte Arue was das klügste wäre bis sie schließlich fortfuhr. "Ich... ich wollte nichts böses ... nur ... äh ... ich hab nichts wichtiges mitbekommen ... ehrlich."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Beldin Gilvaran am 16.06.2010, 14:50:04
Irritiert blickte Beldin vom Gesicht des Mädchens zu dem Becher, den er in der Hand hielt, dann schaute er zu Milan hinüber. "Hab ich was falsch gemacht?"

Dann wandte er sich wieder dem Mädchen zu, ihr immer noch den Becher entgegenstreckend.

"Nun, sofern ihr nicht von diesen Rittern geschickt wurdet, um uns auszuspionieren" - dabei blickte er sie scharf an, um verräterische Zeichen entdecken zu können - "braucht ihr uns erst mal nicht von euren guten Absichten zu überzeugen. Wir wären trotzdem sehr daran interessiert, was ihr bei eurem kleinen Abenteuer gehört habt, immerhin hatten auch wir gestern einen Zusammenstoß" - wieder ein scharfer Blick - "mit ihnen. Keinen freundlichen, falls das Eure Sorge sein sollte. Wollt Ihr nicht doch einen Schluck trinken?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 16.06.2010, 15:21:18
Milan musste über das Verhalten der jungen Frau ein wenig lächeln. Sie schien ziemlich schüchtern zu sein und Beldin mit seiner typischen Art sorgte wohl nicht dafür, dass sie Vertrauen fasste und sich ein wenig lockerer gab. Als der Elf ihn ansprach, grinste Milan nur: "Vielleicht hat deine Ausstrahlung sie überwältigt." Dann erhob sich der junge Mann und stellte seine Begleiter und sich erst einmal vor: "Mein Freund meint es nicht böse mit Euch. Nehmt sein Angebot ruhig an, das Wasser ist nicht vergiftet. Das sind im Übrigen Calfay und Beldin, und mein Name ist Milan. Tatsächlich hatten wir gestern eine sehr unschöne Begegnung mit der Morgensonne, wobei wir ihre Interessen noch nicht so richtig zu deuten wissen. Für uns wäre es daher sehr vorteilhaft, Ihr könntet uns erzählen, was Ihr gehört habt." Milan lächelte und hoffte, die junge Frau würde sich nicht weiter so vor ihnen ängstigen[1].
 1. Diplomatie: 7, wahrscheinlich ist sie jetzt noch zurückhaltender.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Lucanor am 16.06.2010, 15:40:08
Eher zögerlich nahm Arue schließlich doch den Becher an, das leichte zittern der Hand verriet allerdings das sie immernoch sehr nervös war. Langsam nahm sie einen Schluck. Erst jetzt fiel ihr auf wie zugeschnürt sich ihr Hals anfühlte und sie spürte wie das Wasser langsam ihre Kehle hinunter lief.
Äh, also ich weißnicht sehr viel. Ich hörte nur jemanden ... ich denke es war sowas wie ihr Anführer reden. Er erzählte irgendwas davon das sie neue verbündete Suchen und irgendwas von einen Krieg gegen die Siddhai... ach ja und das sie eine drohende Finsternis aufhalten wollen." Sie nahm einen weiteren Schluck und auf den Becher schauend fuhr sie fort. "Viel mehr hab ich nicht mitbekommen ... naja schon ... das ihr Anführer irgend ein Prophet sein soll ... aber das war es dann auch schon ... gesehen hab ich sie nicht ... hatte mich in einem Lagerhaus versteckt das wohl irgendwie magisch abgesichert war ... und wo sie nicht rein konnten ...und irgendwann sind sie fort geritten."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 16.06.2010, 20:09:46
Rin tat was sie meistens tat: sie saß da und hörte zu. Leider schien die ängstliche junge Dame nichts belauscht zu haben das sie nicht schon gewusst hatten. Das einzige interessante Stück war wohl der 'Krieg gegen die Siddhai' der in naher Zukunft stattfinden sollte. Nun wäre es nicht schlecht zu wissen WER gegen die Siddhai und warum... zu diesem Zeitpunkt konnte man nur spekulieren.
"Wenn das Haus magisch verriegelt war, wie seid ihr dann reingekommen?" fragte sie vorerst, den offensichtlichen Widerspruch in der Geschichte aufgreifend.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 16.06.2010, 20:28:56
Die Priesterin hatte mit einigem gerechnet, aber der sehr kurze Kommentar der jungen Frau brachte sie sichtlich aus dem Konzept. Sie ging hinter Makae her. Ihre Worte waren sanft. "Wartet Makae! Wenn ich euch irgendwie helfen kann, sagt es bitte. Ihr könnt uns gerne begleiten. Ihr solltet jetzt nicht allein sein."
Die Priesterin machte sich sichtlich Sorgen um die junge Frau. Das Verhalten ließ die Priesterin nichts Gutes denken.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Lucanor am 16.06.2010, 20:37:01
Die letzte frage warf Arue noch weiter aus der bahn, falls das denn noch möglich war. Warum musste die Frau gerade diese Frage stellen? War sich Arue doch nichteinmal selbst ganz sicher wie sie dort hinein gekommen ist. Noch einmal lies sie den Tag revue passieren. Aber sollte sie diesen Leuten wirklich erzählen das sie heute Halb Thaikaris durchquert hat? Wahrscheinlich dachten sie eh schon das Arue nicht ganz richtig im Kopf ist, was machte es also aus?

"Also,ich glaube dazu muss ich etwas weiter ausholen." Arue holte einmal tief Luft und begann dann mit ihrer Ausführung, bemüht ernst und gefasst zu wirken.
"Heute morgen noch war ich auf meiner Reise nicht allzuweit entfernt von Nachtsang. Aus einem bestimmten Grund habe ich aber eine Höhle ... oder besser gesagt einen Unterschlupf etwas abseits des Weges aufgesucht. Und... naja ... anscheinend fand es der Wächter dieses Ortes nicht so schön gestört zu werden und hat mich samt meiner Habe durch einen ... Kurz hielt die junge Frau inne und die scheinbare Gelassenheit schien für einen Augenblick zu verschwinden. "...durch einen Spiegel geworfen ... aber statt des zu erwarteten Aufpralls bin ich in dem Keller des besagten Lagerhauses gelandet." Als sie mit ihren Ausführungen fertig war schaute sie etwas verlegen zu Boden. Arue konnte selbst kaum glauben was passiert ist, also konnte sie wohl nicht erwarten das die hier anwesenden ihrer Geschichte glauben schenken würden.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 16.06.2010, 20:59:00
Makae blieb stehen, als Eretria sie ansprach. Ihre ganze Körperhaltung wirkte starr, steif, fast wie bei einer schlecht gespielten Marionette. "Ich... ich muss jetzt stark sein", erwiderte sie mit zitternder Stimme. "Mama würde nicht wollen, dass ich... ich..."

Sie schluckte hart, dann wandte sie sich ruckartig ab. "Seht nur, was für ein schöner Tag heute ist. Ich sollte nicht herumstehen und plaudern, sondern etwas Sinnvolles mit meiner Zeit machen."

Kaum hatte sie ihren Satz beendet, knickten der jungen Frau die Beine weg, und sie landete unsanft auf ihrem Hintern. Leise kichernd blickte sie Eretria an. "Na sowas."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Beldin Gilvaran am 17.06.2010, 09:14:25
Das Misstrauen war noch keineswegs aus Beldins Miene gewichen.

"Und natürlich schützte diese.... Sperre.... das Lagerhaus nur davor von außen betreten zu werden, von Innen war sie aber ganz leicht zu durchqueren, ja? Ganz davon zu schweigen, dass Ihr eine wirklich tolle Reisemöglichkeit gefunden habt, wenn Ihr heute morgen noch in der Nähe von Nachtsang gewesen sein wollt. Habt Ihr was mitbekommen, warum die Ritter in dieses Lagerhaus wollten?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 17.06.2010, 12:42:12
Ein leises Flüstern erklang neben Milan - laut genug, dass Milan es hören konnte, aber leise genug, dass Arue es - vielleicht - überhören könnte. "Ähm, also... magische Spiegel sind nicht weniger unrealistisch als sprechende Schilde... und zufällig kenne ich jemanden, der mit magischen Spiegeln arbeitet."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Lucanor am 17.06.2010, 13:11:05
"Äh ... ja ... genau so ist es ..." Anscheinend wurde Arue nur wenig glauben geschenkt. Resigniert seufzte sie kurz auf. Hatte es wirklich Sinn weiter zu erklären was vorgefallen ist? Wozu sollte sie diese Leute davon überzeugen das sie die Wahrheit gesagt hat? Wenn das Gespräch noch weiter ginge könnte sie Gefahr laufen zu viel von sich selbst preis zu geben.
Sie hielt dem Elfen den noch immer fast vollen Becher entgegen. "Also ... eh ... danke für die Gastfreundschaft ... ich ... äh ... muss jetzt langsam weiter."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 17.06.2010, 15:37:52
Milan horchte auf, als die junge Frau und auch Maruiko von Spiegeln sprachen. Es erinnerte ihn an etwas. Aber vor allem aufgrund von maruikos Worten wandte er sich wieder an...ja, irgendwie hatte sie ihnen gar nicht ihren Namen gesagt. "Entschuldigt bitte unseren Freund. Es liegt wohl in der Natur des langlebigen Volkes misstrauischer zu sein. Allerdings liegt das auch in unseren Erfahrungen der letzten Tage begründet. Es wäre wirklich schön, wenn Ihr noch etwas bleiben und uns mehr über eure Reise durch den Spiegel, von dem, der euch durch den Spiegel warf und von dem Lagerhaus erzählen könntet, in dem Ihr gelandet seid." Milan sah kurz zu Maruiko hinunter. Er hoffte, der Schildgeist würde ihm möglicherweise mit einem Nicken oder mit leisen Worten zu verstehen geben, dass er vielleicht wusste, wem die junge Frau da begegnet war.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Lucanor am 17.06.2010, 17:07:23
"Ich ... äh also ... ich glaube nicht ... das es noch viel darüber zu berichten gibt." Eine ganze weile lang schwieg Arue, bis es schließlich so schien als würde ihr wieder etwas einfallen."Oh! ...ich glaub der Wächter war ein ... Geist. ... Ich mein ... sein Körper war zumindest durchsichtig ... und ... und ... er konnte Sachen durch die gegen werfen ohne sie zu berühren." Wieder machte die junge Frau eine pause, diesmal um sich das Lagerhaus genauer in Erinnerung zu rufen. "D...das Lagerhaus ... ich glaub es wurde schon lange nichtmehr betreten ... und da waren einige seltsame Dinge ... aber so genau hab ich es mir nicht angesehen ... und viele der Türen waren auch ... verschlossen."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 17.06.2010, 17:11:16
In dem Moment, als Arue von einem Geist sprach, nickte Maruiko heftig. Als die junge Frau dann noch davon sprach, dass das alte Lagerhaus lange nicht betreten worden war, machte der Schildgeist gleich mehrere Gesten auf einmal - er deutete unausgesprochene Worte mit seinen Lippen an, rollte mit den Augen und deutete mit seinem Kopf auf sie. Allerdings übertrieb er dabei so sehr, dass es Milan unmöglich war, herauszufinden, was genau Maruiko nun eigentlich von ihm wollte.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 17.06.2010, 19:43:21
Milan war vollkommen irritiert von Maruikos heftigen Gesten. Er verstand gerade einmal, dass die junge Frau vor ihnen sie anscheinend nicht anlog, aber das war auch alles. Völlig durcheinander fiel ihm nicht ein, was er sie noch fragen sollte und daher blickte er ein wenig hilflos zu Calfay und Beldin. Danach richtete sich seine Aufmerksamkeit wieder auf Maruiko, wobei er eine Augenbraue hochzog, um dem Schildgeist zu verstehen zu geben, dass er mal so gar nichts verstanden hatte.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 17.06.2010, 20:02:53
Genervt und scheinbar auch ein wenig aufgeregt rollte Maruiko mit den Augen. Dann sah er Milan an und formte mit seinen Lippen ganz langsam einige  Worte...
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 17.06.2010, 22:10:27
Während sie am Anfang noch zugehört hatte, verlagerte sich Rins Aufmerksamkeit nun unvermeidlich von der leise gestammelten Erzählung auf Maruikos lebhafte Pantomime. Sie wüsste zu gerne was er damit sagen wollte.
Nachdem sie eine Weile geraten hatte wurde sie ungeduldig.
"Spucks doch einfach aus!" sagte sie schliesslich.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 17.06.2010, 23:49:09
Die Spiegel hat mein Erschaffer gebaut, konnte Milan von Maruikos Lippen lesen, und in dem Lagerhaus war ich, als das Mädchen ihren Gegenstand versteckt hat.

Als Calfay Maruiko anmotzte, rollte der Schildgeist nur die Augen und deutete mit einem Kopfnicken zu Arue.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 18.06.2010, 06:52:09
"Zumindest meine Wache war ruhig, und da wir auch von den Anderen nicht geweckt wurden scheint in der Nacht hier im Lager nichts vorgefallen zu sein. Ein paar komische Träume hatte ich in letzter Zeit, aber zum Glück nicht so beunruhigend wie bei den Anderen." Dann blickte er herüber zu den Anderen, die sich offensichtlich mit einem Neuankömmling unterhalten. "Ich frage mich aber wer da gerade neu angekommen ist."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 18.06.2010, 10:04:14
Jetzt reichts! dachte Rin, Ich werde ihn mit meinem eisigen Atem einfrieren und er wird sehen...
Sie holte tief Luft, verschluckte sich und musste husten. Ah, nein..........was.............wieso...? Für einen kurzen Moment war sie verwirrt, dann schüttelte sie den Kopf. Die einzige sinnvolle Erklärung war dass sie noch nicht richtig wach war. Nicht dass sie oft tagträumen würde...
Ein wenig rot im Gesicht starrte sie Maruiko an, dessen kindisches Benehmen sie aus dem Konzept gebracht hatte.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 18.06.2010, 10:48:05
Milan hätte am liebsten los gelacht, als Calfay Maruiko anschrie, aber er konnte den Impuls gerade noch so unterdrücken. Dann verstand er auch endlich, was Maruiko ihm suggerieren wollte und das sagte ihm vor allem eines: Die junge Frau log nicht. "Sagt, diese interessanten Dinge? Habt ihr etwas davon mitgenommen? Oder könnt ihr sie uns zufällig beschreiben?" Er war sich nicht sicher, ob Maruiko ihm irgendwie andeuten konnte, dass es genau der Gegenstand war, den das Mädchen versteckt hatte, aber es war einen Versuch wert und vielleicht konnten sie es ja auch selbst erraten. Einen kurzen Augenblick warf er Beldin einen Blick zu, um auch dem Elfen zu verstehen zu geben, dass man dem Mädchen wohl zumindest in Ansätzen trauen konnte und dass sie vielleicht wichtige Hinweise für ihre weitere Reise und ihre folgenden Unternehmungen bereit hielt.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 18.06.2010, 11:06:15
"Wir können ja mal kurz schauen." Sagte Mika, nachdem Waldemar sein Interesse an einer neu angekommenen Person ausgesprochen hatte.
Nach ihrem Vorschlag deutete Mika an, was sie fast mehr interessieren würde, als ein Fremder, der das Lager erreicht hat: "Die junge Frau, die den Überfall überlebt hat, ist noch nicht wach, oder?" Fragte die Bardin kurz darauf, während sie sich überraschend unbeholfen aus ihrem Nachtlager erhob.
Kurz schaute sich die Bardin im Lager um. Versuchte die fremde Person zu entdecken, aber auch zu erkennen, wie weit die Vorbereitungen zur Weiterreise gedienen waren.

Auf den Hinweis auf die Träume von Waldemar sprang Mika nicht an, auch wenn sie sogar mal kurz angeschaut hatte, als er diese erwähnte. Doch sie war nicht in der Stimmung. Denn was Waldemar kaum wissen konnte: Seine langsam immer schneller mitdenkende Gesprächpartnerin suchte gerade nach Ablenkung und Abstand zu dem, was ihr des Nachts wiederfahren war.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Lucanor am 18.06.2010, 11:21:39
Als Rin den Spiegel ansprach zuckte Arue erneut zusammen, dachte sie doch das sie gemeint war. Ihr war nicht klar was die Frau von ihr wollte. Hatte Arue sie etwa irgendwie verärgert? Zumindest erschien es ihr so, warum sonst würde sie so gezielt diesen Schild anstarren.
Wahrscheinlich kann sie es nicht ertragen eine so jämmerliche Person wie mich zu sehen.
Milans Worte holten Arue aber alsbald aus diesen Gedanken wieder heraus. "Äh, also ... eigentlich waren da nur zwei Dinge die mir merkwürdig ... erschienen. ... Einmal eine Statue ... die wohl eine Mischung aus Mensch und... äh ... Echse darstellt. Und zum zweiten waren da Steine mit komischen Schriftzeichen ... im Oberen Stockwerk. Während sie erzählte fiel ihr ein das es noch etwas gab, der Fund der ihr die größte Sorge bereitet hat. "Ach ja ... da war noch was ... Da war eine Leiche ... in sowas wie einer Speisekammer ... Ich glaube ... ihr tot war sehr ... grausam."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 19.06.2010, 11:34:30
Während sich ihre Freunde mit dem Neuankömmling beschäftigten und die junge Frau beftragten, kümmerte sich Eretria weiter um die junge Frau mit dem Namen Makae. Der Priesterin von Mutter Sonne und de zwei Monden war klar, dass sich die Frau nach der Nachricht über den Tod ihres Bruders in einem kritischen Zustand befand. Sorgfältig rief sie sich die Hinweise ins Gedächtnis, mit denen Patienten geholfen werden sollten, die einen schweren Schock erlitten hatten, weil wie in diesem Fall ein naher Angehöriger gestorben war.
Beruhigend redete die Priesterin auf die junge Frau ein. Dabei war es ihr nicht wichtig, was sie sagte, sondern dass Makae merkte, dass sich überhaupt jemand um sie kümmerte. In gewisser Weise war die Behandlung der Frau auch für Eretria etwas wie eine Heilbehandlung, konnte sie sich doch auf etwas konzentrieren, was sie gelernt hatte. Dadurch musste sie sich nicht so sehr den Kopf über das weitere Vorgehen zerbrechen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 19.06.2010, 19:56:24
"Keine Ahnung, ich hab sie noch nicht gesehen. Lass uns erstmal zu den Anderen hinübergehen." Mit diesen Worten Stand Waldemar auf. Kurz wartete er ob Mika ihm folgen würde, dann ging er los.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 19.06.2010, 22:33:08
Eretria schaffte es, die junge Frau soweit zu beruhigen, dass sie nicht zusammenbrach. Nach einigen Minuten ließ sich Makae sogar dazu bewegen, sich auf einen der Wagen zu legen - einer der Händler war bereit, ihr für die nächste Zeit ein wenig Platz zu schaffen. Die Priesterin wusste genug, um zu verstehen, dass Makae jetzt noch nicht bereit war, ihre Geschichte zu erzählen.

Vielleicht würde sie in einigen Stunden oder Tagen berichten können, was genau geschehen war. Aber wie lange es dauern würde, bis Makae wieder ein normales Leben führen konnte... Eretria ließ sich lieber nicht auf Vermutungen ein.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 20.06.2010, 12:28:26
Milan war wenig begeistert zu hören, dass es schon wieder eine Leiche gab, weshalb er die Mundwinkel verzog und eilig einen Blick zu Maruiko wagte. Dann aber fiel ihm etwas ein: "Eine Statur, halb Mensch, halb Echse...und diese Schriftzeichen? Kannst du dich noch an sie erinnern? Könntest du sie aufzeichnen? Vielleicht kann jemand von uns etwas damit anfangen." Er sah zuerst zu Beldin, der ihm wohl der Klügste in der Gruppe erschien und der sicher in seiner langen Lebzeit einige Sprachen doch wenigstens gehört oder in Büchern gesehen hatte. Sein zweiter Gedanke war Maruiko, aber er sah nicht wieder zu dem Schildgeist, weil es ihm mittlerweile zu auffällig erschien. Stattdessen wandte er sich an Calfay: "Hast du vielleicht etwas bei dir, mit dem sie die Zeichen aufmalen könnte, falls sie sie noch weiß." Mit den letzten Worten sah er wieder zu der jungen Frau, die wohl von ihrem Leichenfund sehr schockiert gewesen war. Er wusste nicht, wieso es ihm kaum etwas auszumachen schien. Irgendwie war es, als gehörten Leichen mittlerweile zu dem Weg, den sie alle beschritten hatten.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 20.06.2010, 12:43:42
"In Ordnung." Sagte Mika, als sich Waldemar erhob und zu Calfay, Beldin und Milan gehen wollte.
Doch die Bardin brauchte noch einen Moment, denn zuvor musste sie in ihre Schuhe schlüpfen. Außerdem nahm sie ihre Rüstung mit, welche sie für dich Nacht abgelegt hatte.
Mit ihrer Rüstung in den Armen und noch immer halb neben sich stehend, folgte Mika dem Waldläufer und gesellte sich zu ihren Gefährten und der Fremden.
"´n Morgen." Nuschelte die junge Frau und lächelte müde. "Was´n los?" Während Mika dann auf eine kleine Zusammenfassung für Waldemar und sich wartete, begann sie ohne jede Hektik ihre Rüstung anzulegen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 21.06.2010, 11:12:55
"Ja, einen Moment." sagte Rin und begann in ihrer Tasche zu wühlen. Mit einer Schnelligkeit die für die gute Organisation ihrer Sachen sprach zog sie ein Notizbuch hervor, das recht neu und sauber aussah. Sie blätterte zur nächsten freien Seite und gab es Arue.[1]

Als Mika völlig verschlafen neben ihr auftauchte musste sie innerlich den Kopf schütteln. Hatte die Bardin schon wieder einen Albtraum gehabt? "Ach, nichts Besonderes." wich Rin der Frage aus, da sie keine Lust hatte jedes einzelne Wort für die beiden Spätaufsteher zu wiederholen. "Es könnte allerdings sein dass wir noch einen Ausflug machen..."
 1. Ja, was zum Schreiben auch, aber ich erinner mich gerade nicht was ich so habe <_<
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 22.06.2010, 10:09:55
Die junge Frau malte einige seltsame Zeichen auf den Block. Sie konnte sich nicht an alle erinnern, aber zumindest das eine oder andere Zeichen, das auf den Steinblöcken zu sehen gewesen war, hatte sie sich gemerkt.

Als sie fertig war und den Anderen das Ergebnis zeigte, waren Milan, Waldemar und Mika genauso ratlos wie zuvor - sie hatten Zeichen wie diese nie zuvor gesehen.

Beldin allerdings erkannte die Schrift sofort. Viele Jahre hatte er sie studiert, als die Geheimschrift der Astrologen.

Calfay kannte die Schrift aus einer anderen Quelle. Aus einem Buch, das sie einst gelesen hatte, und das ihr Leben verändert hatte. Wenn das Buch die Wahrheit gesagt hatte, war dies Drakonisch, die Sprache der Drachen.

Die Zeichen zeigten nichts anderes als ausgeschriebene Zahlen: "Eins" stand da, "Fünf", "Dreizehn"...
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 22.06.2010, 11:14:35
Begeisterung erfasste Rin als sie die Zeichen wiedererkannte. Eins.........Fünf......Dreizehn.......
Es waren nur Zahlen, nichts Besonderes also. Doch das bedeutete nicht dass sie nicht wichtig waren. Eine Uhr? Ein Kalender?
"Wie sahen die Steine aus auf denen die Zeichen geschrieben waren? Wie waren sie angeordnet?" fragte sie gespannt. Auch wenn es absolut nichts mit ihrem Auftrag zu tun hatte musste sie dies erforschen!
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 22.06.2010, 12:19:13
Mika wollte eigentlich nicht wieder eine Einzelaktion hinlegen, aber das Gespräch mit der Fremden langweilte sie sehr. Calfay wollte nichts erklären, dann wurde nur rumgemalt und danach drehte sich alles um ein paar Zeichen, mit denen die Bardin nichts anfangen konnte.
Alles was sie zu hören bekommen hatte, schaffte es nicht ein Bild vor den Augen von Mika entstehen zu lassen, dass sie in irgendeiner Weise mitreissen würde. Deshalb wandte sie sich mit einer zum Gruß erhobenen Hand von der jungen Frau ab, kaum hatte sie ihre Rüstung fertig angelegt.
Statt dort weiter zuzuhören oder gar aufzuräumen, was sich langsam mal anbieten würde, suchte Mika nun die junge Frau, die Gestern von Eretria geheilt wurde. Zu diesem Zweck würde sie sich auch bei den Händlern durchfragen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 22.06.2010, 12:35:48
Es dauerte nicht lange, bis Mika erfahren hatte, dass Eretria sich offenbar bereits um die junge Frau gekümmert hatte. Offenbar lag die Überlebende nun in einem der Wagen, während sich die Priesterin um sie kümmerte.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Lucanor am 23.06.2010, 23:20:00
"Ähm, also ... die Steine waren sehr hell ... und hatten ungefähr diese Größe ..." Mit ihren Händen zeigte die junge Frau an wie groß die Steine etwa gewesen sind. "oh ... und äh ... die Symbole waren jeweils nur auf einer Seite." einen Moment überlegte Arue ob sie noch mehr dazu sagen könnte, doch dann fiel ihr etwas anderes ein. "Ähm ... bei der seltsamen Statue unten ... da waren auch diese Zeichen ... aber ... ich glaube die kann nicht nichtmehr so recht zusammen bekommen." In ihren Blick konnte man so etwas wie Enttäuschung feststellen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 24.06.2010, 14:59:27
Die Enttäuschung spiegelte sich auf Rins Gesicht. "Aha..."
Sie hatte gehofft dass man auf den Zweck dieser Steine schliessen konnte indem man sie ansah. Das war wohl ein Irrtum gewesen, zumindest wusste sie nicht was man mit solchen hellen, viereckigen, bedruckten Steinen anstellen konnte, vor allem wenn auf jedem nur eine Zahl war. "Und diese Statue? Das war alles in dem verschlossenen Lagerhaus, richtig?" Zu gern hätte sie sich diese Sachen selbst angesehen, aber wenn man von aussen nicht reinkam...
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 24.06.2010, 16:43:47
Ratlosigkeit. Was sollten diese Zeichen bedeuten? Hatten sie überhaupt Bedeutung? Vielleicht waren es ja nur Verzierungen von irgendwelchen Kachelöfen gewesen. Milan hatte nicht die geringste Ahnung, was er damit anfangen sollte. Anders schien es um Calfay zu stehen. Irritiert sah er von der Schreiberin zu den Zeichen und warf dann seinen männlichen Kameraden einen fragenden Blick zu. Abwartend, ob Calfay ihnen vielleicht doch noch erklären würde, was da zu sehen war, blieb er stehen und versuchte, Arue aufmunternd zuzulächeln, damit sie weiter sprach.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Beldin Gilvaran am 25.06.2010, 12:38:47
Beldin blickte Calfay einigermaßen überrascht an: "Ihr kennt diese Schrift? Woher, wenn ich fragen darf?"

Alleine konnten die Zahlen alles mögliche bedeuten, ein Datum, irgendwelche Koordinaten, ein Code. Der Wu Jen fand das gefühl, dass Calfay sich dafür mindestens genau so sehr zu interessieren schien wie er selbst, äußerst irritierend.

"Diese Leiche. War sie menschlich? Und konntet Ihr einfach so aus dem Lagerhaus durch diese magische Sperre herausspazieren?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 25.06.2010, 14:12:00
Von Beldin angesprochen schreckte Rin aus ihren Gedanken auf. "Ich habe darüber gelesen." war ihre recht kurze Antwort.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 25.06.2010, 19:23:15
Milan war entsetzt, als auch Beldin scheinbar wusste, um was für eine Schrift es sich handelte, aber niemand Waldemar und ihm sagen wollte, was in drei Garachs Namen da stand. Deshalb fuchtelte er mit einer Hand in der Luft zwischen Beldin und Calfay herum. "Äh, könntet ihr uns womöglich verraten, was zum...Ich meine, es wäre sehr nett von euch, wenn ihr uns sagen könntet, um was für eine Schrift es sich handelt, was auf den Steinen steht und was es eventuell bedeuten könnte, denn dann wären wir vielleicht dazu in der Lage, eure Überlegungen zu unterstützen." Während seiner Worte beruhigt sich Milan und spricht wieder so konzentriert, wie man es langsam, aber sicher von ihm gewöhnt wird.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 26.06.2010, 00:26:04
Langsam hatte sich Mika dem Wagen mit Eretria und der verletzten Frau genähert. NunKurz darauf stand sie vor dem Wagen und schielte nach der Frau.
Sehr leise und mit übertriebener Bewegung der Lippen fragte Mika nach einigen Sekunden, die Priesterin: "Ist alles in Ordnung? Geht es ihr gut? Oder brauchst du Hilfe?" Die Bardin hoffte, dass sie dabei die Szene nicht unnötig störte, denn sie wollte nur Bescheid wissen. Das Gespräch zwischen den beiden Frauen zu stören, war nicht ihr Sinn. Mika hatte sogar Angst, dass sie die verletzte Frau unnötig verschrecken könnte, weshalb sie noch vorsichtiger war.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 26.06.2010, 18:54:32
"Ah, natürlich." sagte Rin, mit dem Benehmen eines Experten, der über seine Arbeit alles andere vergessen hatte. "Das ist Drakonisch. Auf den Steinen sind einfach nur Zahlen geschrieben und was es bedeutet habe ich noch nicht ergründen können. Es wäre sehr hilfreich die Steine selbst sehen zu können, aber das ist wohl unmöglich." Sie zuckte die Schultern.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Lucanor am 26.06.2010, 20:12:32
Arue wartete etwas ab um das Gespräch nicht zu unterbrechen, aber als Calfay anscheinend dachte das es unmöglich sei die Steine zu begutachten meldete die junge Frau sich nochmal zu Wort. "Oh, ähm ... ich glaube ... es ist sehr wohl möglich ... ich meine ... wieder ins Lagerhaus zu gehen... Ich glaube ich hab die Tür nicht wieder verschlossen ... und selbst wenn ... im Turm müsste noch ein Geheimgang hinein führen ... obwohl ... ich weiß nicht ob man den von außen öffnen kann." Kurz danach wandte sie sich an den Elfen und begann damit seine Frage zu beantworten. "Also ... ich denke schon das die Leiche ein Mensch war."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 26.06.2010, 21:18:10
Es ist möglich...
Rin spürte wie ihre Neugier sie antrieb. "Dann möchte ich es mir ansehen! Will jemand mitkommen?" Sie blickte Milan, Waldemar und Beldin an. Arue würde sie, falls sie es nicht selbst wollte, dazu überreden mit ihr zu gehen. Sie wusste wo der Eingang war.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 27.06.2010, 12:14:18
"Drakonisch?" Milan runzelte die Stirn. "Und nur Zahlen? Also, ich würde mir das auch gerne ansehen, aber wir sollten vielleicht vorher auch noch Eretria und Mika Bescheid sagen und ihnen alles erklären. Zumal wir auch nicht wissen, was uns dort erwartet, wenn die junge Dame von einer Leiche erzählt." Es war nur das Problem, dass dieses Lagerhaus wieder mit dem Turm in Verbindung stand und damit wieder mit diesem seltsamen Propheten. Er hatte die Befürchtung, Eretria und Mika würden sich dagegen weigern, zum Turm zu gehen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 27.06.2010, 14:20:45
Eretria ging in ihrer Hilfe für die junge Frau fast völlig auf und so schreckte sie leicht zusammen, als Mika auftauchte. Doch sie hatte sich schnell wieder im Griff und lächelte die Bardin an.
"Wenn du eine sehr gute Heilerin bist und du dich mit der Behandlung von unter Schock stehenden Personen auskennst, kann ich deine Hilfe gut gebrauchen, Mika." Die Heilerin deutete auf die im Wagen liegende Frau. "Ich habe all mein Wissen versucht einzusetzen, aber es wird noch lange dauern, bis die Frau uns helfen kann, in dem sie erzählt, was eigentlich geschehen ist. Fast könnte ich glauben ..." Eretria brach ab und schüttelte leicht den Kopf. Dann schaute sie die Bardin freundlich an. Das Lächeln wurde wärmer.
"Wenn es dich beruhigt. Ich bin ziemlich sicher, dass du mich nicht umbringst oder umgebracht hast, Mika." Nach diesen leicht kryptischen Worten stand die Frau auf und sprang von dem Wagen. "Lass uns schauen, ob alle wach sind. Je eher wir uns auf den Weg zur Großen Feste machen, umso besser. Es wird Zeit, dass wir uns wieder mit dem Hier und Jetzt beschäftigen und nicht den Ängsten unserer Träume oder den Gedanken von längst verstorbenen Menschen." Dann sprang die Priesterin von dem Wagen und schaute sich dabei nach den anderen um.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 27.06.2010, 15:02:07
Auf Mikas Gesicht hatte sich ein breites Lächeln ausgebreitet, als Eretria mit ihr gesporchen hatte. Doch statt Freude, zeigte pure Hilflosigkeit in den Zügen der Bardin. "Mehr als Trost kann ich nicht geben. Nur mein Papa kennt sich mit Wunden aus." Sagte Mika dazu.
"Die anderen sind dort vorne. Sie reden mit irgendeiner fremden Frau, die hier vor Kurzem angekommen sein muss. Aber irgendwie wollten weder Milan, noch Beldin, noch Beldin Waldemar und mir sagen, was sie dort besprechen." Wies die junge Frau dann Eretria auf den Rest der Gruppe hin, welche noch immer in die Unterhaltung vertief zu sein schien.
"Außerdem habe ich dich nicht umgebracht. Es war jemand anderes. Ich konnte nicht sehen wer, aber ich war es nicht. Aber schön war es auch nicht, obwohl ich mich darauf gefreut haben muss. Mir macht das noch immer Angst." Füge Mika dann kleinlaut hinzu, als ihr die Möglichkeit geboten wurde über ihren neusten Traum zu sprechen. Im Gegensatz zu allen anderen hatte sie ein dringendes Bedürfnis sich darüber auszutauschen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 27.06.2010, 19:55:05
Es schien so, als wollte die Priesterin zunächst einfach zu den anderen gehen, doch dann stoppte sie.
"Mika, ich möchte etwas jetzt ein für alle Mal klären zwischen uns, weil es mich irritiert, dass du über meinen Tod sprichst. Du hast mich nicht umgebracht und auch sonst niemand. Ich bin Eretria Priesterin von Mutter Sonne und den Zwei Monden und ich erfreue mich bester Gesundheit. Also höre endlich auf von meinem Tod zu reden, als wäre es nur eine Frage der Zeit, wann du mir einen Dolch in den Leib stichst!" Die Worte der Frau waren deutlich aber auch sanft. Sie wischte sich eine Strähne ihres Haares aus der Stirn und schloß einen Augenblick die Augen. Dann blickte sie die Bardin fest an.
"Der Prophet am Turm sprach von Erinnerungen, in denen ich ihm erschienen sei. Als wäre ich eine Priesterin, die es schon einmal vor langer Zeit gegeben hat. Ich selber träume von dieser Frau und ich weiß, dass sie umgebracht worden ist, wenn mich diese Träume nicht sehr täuschen. Aber ..." Die Priesterin nahm die Hände der Bardin in ihre eigenen, " ... wir sind nicht diese Leute! Wir entscheiden selbst, was wir tun. Ich zähle dich zu meinen Freunden und warum sollten Freunde sich töten? Es geht doch nicht um das Verhalten vor vielen Jahren, welches wir nun bedauern. Es geht um das Hier und Jetzt und es geht um das untote Mädchen, welches wir finden müssen. Daher glaube ich, dass wir genug mit der Gegenwart zu tun haben und uns nicht von der Vergangenheit anderer Menschen lenken lassen sollten."
Dann lächelte die Priesterin. "Komm Mika, lass uns mal schauen, wer die Frau dort dann ist. Vielleicht erzählt uns beiden ja jemand, was sie da besprochen haben."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 28.06.2010, 08:39:20
"Eine Sache möchte ich zu bendenken geben: Wir haben den Kaufleuten hier gesagt, solange unsere Wege in die selbe Richtung führen, reisen wir mit ihnen. Wenn Ihr wollt, das das bereits zu Ende ist, bevor wir überhaupt aufbrechen, sagt einer von Euch denen warum." Kurz atmete Waldemar durch. "Meine Neugier drängt mich auch das Ganze weiter zu untersuchen, aber ich habe keine Lust das Hintertürchen der Vereinbarung so schnell zu nutzen. Und noch weniger genau das den Kaufleuten zu sagen."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 29.06.2010, 11:26:34
"Ja." Sagte Mika und klang noch immer nicht voll überzeugt. Doch Eretria konnte zumindest schon mal einen ersten Erfolg verbuchen, denn immerhin begann die Bardin nicht wieder von der Sache zu sprechen und versuchte das umzusetzen, was ihr gesagt worden war.
Als die beiden Frauen dann sich der restlichen Gruppe näherten, fügte Mika noch leise ein vielsagendes "Danke" hinzu.

Kurz darauf stand auch Mika wieder am Rande der kleinen Traube um die fremde Frau mit ihrem Eselkarren herum.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Lucanor am 29.06.2010, 11:50:02
Unbehagen machte sich in Arue breit als sie der Gruppe zuhörte die offenkundig vorhatte sich das Lagerhaus genauer anzusehen. Unsicher schaute die junge Frau zu Boden und trat von einem Bein auf das andere.
Hoffentlich wollen sie nicht das ich sie führe.
Wenn es nach Arue ging würde sie jetzt einfach weiter reisen, sie hatte Heute genug "Abenteuer" erlebt um davon noch ihr ganzes Leben lang erzählen zu können.
Das die Gruppe um sie herum immer weiter anwuchs bereitete ihr ebenfalls sorgen, das ungute Gefühl in der Magen gegend wuchs immer weiter. Sie wollte doch nur nach den Weg fragen und jetzt scheinen sich immer mehr Leute für sie zu interessieren.
"Also ... wenn ihr sonst ... sonst keine weiteren Fragen habt ... würde ich mich gerne verabschieden. Mein Weg ist noch weit ... und ..." ganz vorsichtig und langsam trat sie zwei Schritte zurück und deutete eine Verbeugung an.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 29.06.2010, 15:04:14
"Moment." Die schüchterne junge Dame hatte kaum den zweiten Schritt gemacht als Rin sie am Ärmel festhielt. "Bitte zeigt mir was ihr gesehen habt. Alleine würde ich zu lange brauchen, ausserdem werde ich mich erkenntlich zeigen. Ich habe nicht viel, aber..." versuchte sie bescheiden anzudeuten dass ihr Geldbeutel nicht leer war. Dabei gab sie sich Mühe charmant zu wirken und ihre Beute nicht zu verschrecken. Warum nur hatte sie das Gefühl dass es nicht perfekt funktionierte?[1]

Dann antwortete sie Waldemar, der mit seinem Einwand nicht ganz daneben lag. "Es reicht doch wenn ein Teil von uns hier bleibt und es reicht wenn ein Teil von uns sich das Lagerhaus ansieht. Das ist kein Problem, oder beinhaltet die Abmachung die genaue Anzahl der Personen die als Wächter auftreten?" Mit einem gewinnenden Lächeln schloss sie ihre Rede, in der Gewissheit ein Loch in den gerade frisch gemachten Vertrag gepiekst zu haben. Nicht dass sie vor hatte die Händler zu betrügen, sie hatte nur die Freiheit gefunden, die sie brauchte um ihrer Entdeckungslust nachzugehen.
 1. Diplomatie 7 XD
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 29.06.2010, 17:18:39
"Die Abmachung ist nicht so genau definiert. Aber es wäre dreist, wenn wir den vollen Preis für halbe Arbeit nehmen." Mischte sich die frisch hinzugekommene Mika ein und wirkte überraschend energisch, nachdem sie ziemlich verunsichert neben Eretria hergeschlichen war. "Davon abgesehen weiß ich für meinen Teil nicht, was manche an folgendem Satz nicht verstehen können: Die Räuber sind deutlich in der Überzahl!
Ich habe es Gestern fast mit dem Leben bezahlt. Waldemar ereilte wenig später ein ähnliches Schicksal. Und es war ein Wunder, dass außer Beldin nicht noch der Rest von uns um sein Leben bangen musste. Wir haben vielleicht hier im Ganzen eine Chance uns erfolgreich gegen diese möchtegern Ritter zu verteidigen, aber auf keinen Fall, wenn wir uns trennen. Deshalb geht hier keine Gruppe irgendwohin und schaut sich etwas an."
Nun zeigte Mika wieder den aus Verunsicherung und Angst gespeisten Eifer, den sie schon am ersten Abend in Himmelstor an den Tag gelegt hatte. Der Grund für dieses Verhalten sollte nur diesmal jedem der Gefährten einleuchten.
An die junge fremde Frau gewandt, sagte Mika: "Ich würde euch auch abraten euch zu verabschieden. Wohin ihr auch wollt. Ich denke, dass es zu euren eigenen Sicherheit besser sein wird, wenn ihr mit uns zur großen Feste zieht. Hier ist es gefährlich." Zu der Fremden sprach Mika mit deutlich ruhigerer Stimme, wie jedem auffallen musste.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Beldin Gilvaran am 29.06.2010, 23:16:27
"Ich glaube, Ihr überseht da was." warf Beldin träge ein. "Unsere neue Freundin hier wäre bestimmt in der Sicherheit dieses Lagerhauses verblieben, wenn die Ganoven dort noch rumgelungert hätten.  Eure Panikanfälle sind also etwas voreilig und immerhin scheint das hier nicht ganz unwichtig zu sein." Er warf dem Schild einen schrägen Blick zu. dann wandte er sich an Arue:

"Wie lange wart Ihr von diesem Lagerhaus denn bis hierher unterwegs?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 30.06.2010, 09:14:45
Als sie erkannte, dass sich das Gespräch ihrer Freunde mit der jungen Frau wieder um das Lagerhaus und die Morgensonne drehte, bildete sich eine senkrechte Falte auf der Stirn von Eretria. Es war erkennbar, dass die Priesterin wenig davon zu halten schien, wieder zu dem Turm gehen zu müssen. Erst als Beldin erklärte, dass die Räuber offensichtlich nicht mehr an dem Turm waren, entspannte sich der Ausdruck der Frau.
Sie verneigte sich leicht vor der fremden Frau und stellte sich vor. "Ich bin Eretria, Geweihte von Mutter Sonne und den Zwei Monden. Möge Mutter Sonne euren Weg immer bescheinen und mögen die Zwei Monde euch stets schützen." Sie deutete kurz auf Mika, als sie fort fuhr. "Ich möchte meiner Freundin Mika zustimmen. Es ist gefährlich allein zu reisen in dieser Zeit. Nicht weit von hier ist eine Gruppe von Banditen überfallen worden und ich fürchte eine einsame Reisende wäre eine leichte Beute. Daher wiederhole ich Mikas Angebot. Wir sind auf dem Weg zur Großen Feste und wir sind eine große Gruppe. Es wäre für euch der bessere Weg. Vielleicht wollt ihr aber auch nach Himmelstor?" Die letzten Worte waren wie eine Frage formuliert. Dann gab Eretria der Frau Gelegenheit ihr zu antworten, wandte sich aber inzwischen an die anderen.
"Warum wollt ihr zu dem Turm. Ich dachte wir hätten uns geeinigt so schnell wie möglich unser Ziel weiter zu verfolgen. Was soll es uns bringen, wenn wir dorthin gehen?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 30.06.2010, 09:40:16
"Es ist scheißegal, ob die Räuber noch bei dem Turm sind. Solange wir nicht genau wissen, wo sie sind, sind wir im Umkreis des Turmes - in dem wir uns noch befinden - in Gefahr. Wer sagt dir, dass diese Typen nicht einen Überfall auf uns planen? Wer sagt uns, dass wir ihnen nicht einen riesigen Gefallen tun, wenn wir uns trennen?" Fragte Mika den großen Alleswisser Beldin, der sie nur noch mehr aufregte. Die Räuber könnten einen neuen Plan gefasst haben. Sie könnten uns vielleicht diesmal umbringen und Eretria gefangennehmen. Kannst du in die Köpfe dieser Irren reinschauen? Nein! Also tue nicht so, als würdest du wissen, was die Zukunft bringt." Kurz wollte Mika noch etwas zufügen, biss sich aber offensichtlich kräftig auf die Zunge und schluckte dann die Worte runter.
Nach kurzer Pause und neuen Worten auf den Lippen fügte sie nach kurzer Pause hinterher: "Vielleicht sollte unser Elf mal daran denken, dass er nicht mehrere Hundert Jahre alt wird, wenn er sich in jungen Jahren abschlachten lässt. Langlebigkeit schützt vor keiner Klinge. Und Überheblichkeit noch weniger.
Wie gut Neugier schützt solltet ihr außerdem auch mitbekommen haben. Ich würde sagen, dass wir uns ganz schnell fertig zur Abreise machen und sehen, dass wir hier wegkommen, solange wir noch eine Chance haben."
Die Spuren des Beinahetodes von Mika wegzuwischen war eine große Aufgabe und vor dieser standen nun alle, die unbedingt den Turm aufsuchen wollten.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Lucanor am 30.06.2010, 10:30:29
Arue beobachtete eine weile die hitzige Diskussion dieser Gruppe, wohl auch weil sie selbst von der Flut an Fragen und Suggestionen etwas überfordert war. Sie brauchte offensichtlich etwas Zeit um zu sehen wen sie als erstes antworten soll und natürlich musste sie selbst das Angebot mit dieser Gruppe zu reisen erst einmal abwägen.
Vorsichtig versuchte sie sich aus Calfays griff zu befreien und antwortete ihr dann als erste. "Verzeihung ... aber ... ich wünsche mir wirklich nicht ... noch einmal dorthin zurück zu gehen." Anschließen wandte sie sich sowohl an Mika als auch Eretria. Natürlich hatten die beiden recht das es in einer Gruppe sicherer sei, aber Arue machte sich sorgen was dann mit diesen Leuten geschehen würde. Nein, sie konnte diese sie nicht in Gefahr bringen. "Vielen, dank für das Angebot, aber ... aber ... ich denke es wäre Sicherer ... für ..." Arue vollendete ihre Ausführung nicht. Kurz überlegte sie wie sie es am besten ausdrücken sollte und begann von neuen. "Ich denke es wäre besser ...wenn ich alleine ... ich meine ... ich würde euch vermutlich ... nur eine Last sein." Bei ihren Worten an die beiden war es merklich spürbar das Unsicherheit stark in ihrer Stimme mitklang.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 30.06.2010, 10:57:58
Eretria blickte die junge Frau forschend an. Wieder bildete sich diese senkrechte Falte auf der Stirn der Priesterin, die offensichtlich wenig von der Äußerung der Frau hielt. Als Arue ihre wenigen Worte gesprochen hatte, wurde der Ausdruck im Blick der blonden Priesterin allerdings sanft.
"Kind, warum glaubt ihr uns zur Last zu fallen. Wir transportieren auf einem Wagen eine kranke Frau, da werdet ihr uns nicht aufhalten oder anderweitig behindern. Gebt also euren närrischen Widerstand auf. Ihr solltet wissen, dass es nicht heldenhaft ist offenen Auges in das eigene Verderben zu laufen."
Dann lächelte die Frau breiter. "Ihr müsst euch nicht wie ein Mann verhalten. Ihr schützt niemanden, wenn ihr alleine reist. Ihr bringt nur euch selber in Gefahr."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Lucanor am 30.06.2010, 11:51:26
Natürlich war Arue klar das Eretria irgendwo recht hatte. Es war gefährlich alleine zu reisen. Und jeder normale Mensch würde es ebenso sehen. Doch fürchtete Arue sich davor zu lange mit den selben Leuten unterwegs zu sein. Nur allzu schnell würde der Fluch der auf ihr lastet diese Unschuldigen dafür büßen lassen und genau das war es was sie nicht wollte. Sie war es Leid jemanden ihretwegen leiden zu sehen.
"ähm ... also ... ich ... es ist ... nur ... also." So sehr Arue es auch versuchte, sie konnte keinen gescheiten Satz zur Antwort bilden.
Ihr fehlten die Argumente um den Vorschlag der gemeinsamen Reise ablehnen zu können und so gab sie es schließlich auf und akzeptierte das Angebot mit einem einfachen Nicken.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 30.06.2010, 12:17:54
Als erneut ein Streitgespräch entbrach und dabei alle einen recht scharfen Ton anschlugen, ohne dass es dafür wirklich einen Grund gab, schwieg Milan und sah nur zu Maruiko hinunter, der das sicher nicht gut heißen würde. Nur als Eretria fragte, was es bringen würde, zum Turm zurück zu kehren, meinte er ruhig: "Die junge Dame hat dort in einem Lagerhaus eine interessante Entdeckung gemacht. Die Steine, die sie gesehen hat, sind anscheinend mit drakonischen Zeichen verziert, die besonders Calfay und Beldin interessiert haben. Außerdem sah sie dort eine Leiche. Das Lagerhaus ist zudem magisch versiegelt oder war es wenigstens. Sie wurde von einer Art Geist oder so etwas durch einen Spiegel geschleudert und hat dadurch wohl innerhalb kürzester Zeit eine sehr lange Strecke zurück gelegt. Sicherlich wäre es interessant sich das Lagerhaus anzusehen, auch wenn eure Argumente, besonders das von Waldemar, gerechtfertigt sind. Ich glaube allerdings nicht, dass wir deshalb so aus der Haut fahren und ärgerlich werden müssen." Milan suchte den Blick eines jeden seiner Gefährten und hoffte, dass die Stimmung nicht weiter kippen würde. Sie waren immerhin eine Gruppe, aber innerhalb dieser Gemeinschaft auch Einzelpersonen, also im Recht dazu, eine eigene Meinung zu vertreten, die nicht durch harsche Befehle eingeschränkt werden sollte. "Ich glaube, angesichts der Tatsache, dass die Einzige, die uns führen und uns alles zeigen könnte, nicht mehr dorthin möchte, hätte es kaum Sinn, zu dem Lagerhaus zu gehen." Milan lächelte der jungen Frau erneut zu und war froh, als sie sich dazu entschloss, mit ihnen mitzugehen. "Vielleicht verratet Ihr uns jetzt auch noch Euren Namen, wo Ihr Euch anscheinend dazu durchgerungen habt, Euch unserem streitlustigen Haufen anzuschließen."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Lucanor am 30.06.2010, 13:43:37
Nach Milans Zusammenfassung nickte Arue kurz zur Bestätigung. Ihr fiel ein Stein vom Herzen als zumindest er es verstand das sie dort nicht wieder hin wollte. Jetzt blieb nurnoch das andere Problem übrig. Naja, sie könnte ruhig zusammen mit dieser Gruppe reisen, aber sobald der Fluch anfängt zu wirken würde sie schnellstmöglich ihren Weg alleine fortsetzen, das nahm sich Arue fest vor.
"Ich ... Ich heiße  Arue ... und bin nur eine einfache Schneiderin." Erwiderte sie auf Milans letzte Frage.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Beldin Gilvaran am 30.06.2010, 17:29:07
Beldin hatte auf Mikas Tirade einen Moment lang geschwiegen. Als er sich ihr nun zuwandte, glitzerten seine Augen höhnisch.

"Ich kann sogar ziemlich genau vorhersagen, was die Zukunft bringen wird. Gefahr, große Gefahr sogar, für die ganze Welt. und ganz besonders für uns, denn wir versuchen, ihr Herz zu finden, um sie zu bannen. Aber fürchtet euch ruhig weiter, wenn es das ist, mit dem ihr eure restlichen Tage vergeuden wollt."

Er wandte sich Eretria zu.

"Arue hier meinte, dass die Ritter wohl in das Lagerhaus wollten. Sie meinte auch, dass es wohl nun kein Problem mehr sein dürfte, dort hineinzukommen. Was bedeutet, dass dieser Moment wohl der einzige sein dürfte, in dem wir noch die Chance haben, ihnen zuvorzukommen und herauszufinden, was es wohl war, was sie dort gesucht haben."


Er blickte in die Runde.

"Eure Entscheidung. Wir könenn natürlich auch einfach weiterziehen und so tun, als wären wir anderswo sicherer."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 30.06.2010, 18:33:29
"Oh, wunderbar. Wenn wir uns alles ganz lange zurechtdrehen, dann wird alles gut oder schlecht. Genau so, wie es der Herr Beldin gerade braucht." Konterte Mika gekonnt, nachdem sie sehr schnell verstanden hatte, wie der Elf versuchte zu überzeugen. "Am Besten wir setzen uns jetzt hier hin und reden uns die Welt einfach gut. Und, oh Wunder, kurz darauf wird alles toll.
Warum sind wir nicht eher auf die Idee gekommen? Warum sind wir so dumm und reden immer alles schlecht, wenn wir es ganz einfach haben könnten?"
Fragte die Bardin am Schluss, um Beldin klar zu machen, dass sie wenig von seinen Wortspielen hielt.
"Ganz ehrlich: Gefahr gibt es überalll. Aber nicht überall ist sie gleichgroß. Und hier ist sie deutlich größer, als eine jetzt begonnene Tagesreise weiter. Und dass wir im Moment keine Chance gegen die Irren haben, sollte auch dir aufgefallen sein."
Dann wandte sich Mika von der Gruppe ab und verzog sich deutlich verstimmt. Sie ging zu ihren Sachen, um diese zu packen. Sie ging zu ihrem Pferd, um es für die Reise fertig zu machen. Vor allem ging sie aber, um sich zu beruhigen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Beldin Gilvaran am 30.06.2010, 18:55:30
"Wer hatte eigentlich nochmal die Idee, diese feige Person mitzunehmen?." sinnierte der Elf dem Jammerlappen hinterher. Dann wandte er sich den anderen zu. "Nun? um ehrlich zu sein, bin ich nicht sicher, ob diese Welt überhaupt verdient, gerettet zu werden. Daher macht, was ihr wollt. Es interessiert mich nicht."

Wie um seine Worte zu unterstreichen, setzte er sich einige Schritte abseits unter einen Strauch und hüllte sich in seinen Mantel.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 30.06.2010, 19:41:35
Rin war enttäuscht als Arue sie abschüttelte und die anderen erklärten dass sie auf keinen Fall zurückgehen wollten. Dann gerieten dazu noch Mika und Beldin aneinander. Musste sie das verstehen?
Wenn wir Zeit für diesen Kinderkram haben, dann ist auch Zeit da uns die mysteriösen Gegenstände in dem mysteriösen Lager anzusehen. Mit einem vielsagenden Blick betrachtete sie die verbliebenen Gruppenmitglieder, bevor sie ihren Beschluss kurzerhand umsetzte und davonstapfte.
Sie würde alleine gehen. Es war als würde sie sich tatsächlich in die Höhle des Garach begeben. Leichtsinnig... und wenn es notwendig war würde sie es tun.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 30.06.2010, 19:47:53
So wie er die Sache sah, waren nur noch Waldemar, Eretria und er selbst übrig. Die anderen hatten sich dazu entschlossen, zu schmollen und sich aus der Diskussion zurück zu ziehen. Milan sah ihnen hilflos hinterher und schüttelte den Kopf. Während er Calfay besorgt hinterher sah, meinte er: "Freut mich sehr, Arue. Tut mir Leid, dass es gerade etwas drunter und drüber geht. Ich hoffe, dass wir es bald wieder auf die Reihe bekommen, vernünftig zu handeln." Dann lief er Calfay hinterher und hielt sie auf, denn er ahnte, dass sie sich nicht einfach so in eine Ecke setzen würde wie Beldin: "Du solltest nicht alleine gehen. Das ist wirklich viel zu gefährlich, da hat Mika vollkommen Recht. Ich kann deine Neugierde verstehen, aber ohne Arue wird es ohnehin schwierig und wir wissen nicht, ob die Räuber wirklich weg sind." Er sah sie ernst an. "Vor nicht allzu langer Zeit hast du mich ständig davon abgehalten, Unsinn zu machen. Jetzt hör mal auf mich, oder ich sehe mich genötigt, dich zu begleiten, und sollte ich während dieser Unternehmung sterben, dann wird Eretria ihr auf den Buckel steigen und ich glaube nicht, dass du das willst, oder?" Er zwinkerte ihr zu und hoffte, sie werde doch noch vernünftig werden und sich nicht allein aufmachen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Lucanor am 30.06.2010, 20:19:23
Während der Streit immer mehr entflammte wurde Arue immer kleiner, oder so schien es zumindest. Ihre Hände begannen zu zittern und natürlich gab sie sich selbst die Schuld für dieses ganze Durcheinander.
"es ist der fluch ... der fluch ... wieder ... ich will das nicht ... nein ... nein." stammelte sie vor sich hin und selbst die umstehenden müssten genau hinhören um sie zu verstehen.
Es ist meine Schuld. Wäre ich hier nicht aufgetaucht würden diese Leute jetzt nicht miteinander streiten. Was soll ich tun? Ich muss weg, dann wird alles wieder gut. Ja ich muss weg.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 30.06.2010, 22:25:18
Während sich Mika und Beldin stritten, verfolgte Eretria das Geschehen fast amüsiert. Fast sah es so aus als beobachte sie einen Schlagabtausch und amüsiere sich dabei vortrefflich. Als der Disput damit endete, dass im Grunde alle auseinander liefen, zuckte sie entschuldigend mit den Schultern gegenüber Arue.
"Willkommen in unserer kleinen Gemeinschaft, Arue. Wie du siehst sind wir eine verschworene Gemeinschaft, wo jeder für jeden einsteht." Fast hätte man meinen können, dass die Stimme vor Sarkasmus triefte, allerdings wurden die Worte ein wenig gemildert, weil die Priesterin tatsächlich mit einem Lächeln Milan hinterher schaute.
"Wir sind nicht so schlimm und tatsächlich stehen wir alle für einander ein, Arue. Du musst dich also nicht sorgen." Eretria wusste, dass der Versuch eher lahm war, aber sie hatte die Befürchtung, dass die Frau leise bereits ihren Entschluß bedauerte und dies wollte sie auf jeden Fall verhindern.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 30.06.2010, 23:32:41
"Milan... deine Besorgnis ehrt mich, aber Beldin hat Recht mit seinen Worten. Dies ist die beste Gelegenheit uns dort umzusehen. Es wäre fast ein Verbrechen würden wir uns die entgehen lassen. Ausserdem findet man nicht jeden Tag drakonische Schriftzeichen. Tatsächlich ist es das erste Mal dass ich sie ausserhalb dieses Buches finde.[1] Unsere Reise ist noch lang, damit verglichen ist der Umweg zum Turm zurück winzig. Verstehe dass dort hingehen muss!" Scheinbar hatten die Argumente bei Rin wenig Eindruck gemacht, zumindest was ihre Entschlossenheit betraf. Dafür hatte Milan eine andere Saite angeschlagen, die nun deutlich in ihrer Stimme klang. "Es ist nicht unmöglich dass etwas passiert, deshalb solltest du besser hier bleiben wenn du vom Sinn dieser Unternehmung nicht überzeugt bist. Das gilt für alle von euch. Ich kann nicht die Verantwortung tragen wenn jemand verletzt wird." Und weil gute Freunde nicht leicht zu finden sind. fügte sie gedanklich hinzu.
Erwartungsvoll betrachtete sie ihr Gegenüber, in der Hoffnung dass er nachgab und sie gehen liess.
 1. Behaupte ich einfach mal xD
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 01.07.2010, 12:14:52
Milan sah zu Eretria zurück und seufzte dann schwer: "Ich fürchte, so einfach wirst du mich nichts los. Ich werde mit dir gehen, wenn du wirklich zu dem Lagerhaus willst. Du sollst nicht allein auf dich gestellt sein." Ihm war unwohl, dass die Gruppe sich trennen würde, aber er wollte Calfay nicht ganz allein ihrem Schicksal überlassen. Wer wusste, was in dem Lagerhaus auf sie lauerte, abgesehen von möglichen Räubern? Er war sich bewusst, dass Eretria, Mika und Waldemar diese Entscheidung überhaupt nicht begrüßen würden, und er hatte dafür auch Verständnis, aber Calfay hatte ihm bisher immer geholfen, er konnte sie jetzt nicht im Stich lassen. "Was ist mit Beldin? Wenn wir gehen, will er vielleicht mit. Und zu dritt haben wir womöglich noch mehr Chancen heil zurück zu kommen, als zu zweit." Er blickte zu dem Elfen zurück und hoffte, er werde das Gespräch mit beobachten. Er wollte nämlich eigentlich nicht zurück und sich Eretrias gerechtfertigten Anklagen, Waldemars kritischen Worten oder Mikas Zynismus stellen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 01.07.2010, 22:45:39
So fest ihr Entschluss alleine zu gehen gewesen war, fühlte sich Rin doch erleichtert dass wenigstens einer sie begleiten wollte. Auch sie drehte sich um und fixierte Beldin. Vielleicht würde er die Blicke spüren und sich zu ihnen gesellen... den Versuch war es zumindest wert. "Ja, er hat den Eindruck vermittelt dass er ebenfalls dorthin wollte."
Es ist wohl zu viel verlangt dass er uns jetzt bemerkt, so dass wir nicht extra zurück müssen um ihn zu holen? dachte sie, ihn weiter anstarrend.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 02.07.2010, 06:52:26
Waldemar blickte zwischen Mika und den Anderen hin und her. Er war sich sicher, dass Mika definitiv nicht mit zum Lagerhaus gehen würde, und er war sich sicher, dass nicht die Gesammte Gruppe mit den Kaufleuten Weiterreisen würde. Er selbst würde sich unwohl fühlen die Kaufleute im Stich zu lassen, und sie Schmerzen in der Seite erinnerten ihn daran, dass er auch noch nicht wieder so fit war, dass er sich auf eine gefährliche Mission einlassen wollte. Andererseits trieb ihn seine Neugier doch. Dann blickte er zu Mika und fragte sie: "Was meinst Du, wer braucht dringender einen Aufpasser, unsere Freunde hier, oder die Kaufleute?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Lucanor am 02.07.2010, 14:05:22
Arue hörte Eretria kaum, war sie doch zu sehr mit ihren eigenen Gedanken beschäftigt. Doch während sie sich selbst die Schuld für das alles gab und immer mehr in Selbstmitleid zu versinken drohte, fiel ihr etwas ein. Es war etwas was ihre Mutter ihr früher einmal gesagt hatte nachdem sie sich gestritten hatten.
"Streit ist nicht immer schlecht, es hilft einen sich gegenseitig besser zu verstehen, sofern man der Kraft hat sich auch hinterher wieder zu vertragen."
Dieser Gedanke brachte Arue wieder ins hier und jetzt. Sie hatte keine Zeit sich selbst zu bemitleiden. Sie war der Auslöser für das alles und sie müsste es jetzt wieder ins Lot bringen. 
Sie schaute sich kurz um wo alle hingegangen waren. Waldemar schien sich schon um Mika zu kümmern, der Elf saß Beleidigt etwas abseits. Also blieben nurnoch Calfay und Milan übrig, dieses Gespann sollte sie als erstes aufsuchen, schien es doch so als ob junge Frau es nicht abwarten könne davon zu marschieren.
So sammelte Arue ihren Mut und ging entschlossen zu den Beiden. "Wenn ihr euch unbedingt dieses Lagerhaus ansehen wollt, dann werde ich euch führen. Aber nur unter einer Bedingung ... Ihre Stimme wirkte Kraftvoll aber strahlte auch gleichzeitig eine fast schon unheimliche Ruhe aus. Sie fixierte Calfay mit festen Blick und fuhr fort. "Ich kann nicht zulassen das ihr so eine Waghalsige Unternehmung alleine durchführt. Meine Bedingung ist das ihr euch als Gruppe erst einmal absprecht wie ihr genau vorgehen wollt und das ihr diese kindischen Streitereien wo jeder am ende vor sich hin schmollt unterbindet."[1]Arue war von sich selbst überrascht als sie sich so reden hörte, versuchte aber sich nichts anmerken zu lassen.
 1. Diplomatie: 32 ... Yeah! Natürliche 20 ^^
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 02.07.2010, 19:08:00
Milan konnte nicht anders, als ein wenig zu schmunzeln, als ausgerechnet Arue zu ihnen kam, um ihren Streit zu schlichten, wo sie doch damit so wenig zu tun hatte, abgesehen davon, dass ihre Entdeckungen sie erst dazu gebracht hatten, neugierig zu werden. "Von mir aus sehr gerne. Was meinst du, Calfay?" Denn von der Schreiberin hing es nun wirklich ab, was sie tun würden. Allerdings fragte er sich, wie und ob sich die Streitigkeiten wirklich ohne weiteres beilegen ließen, denn Eretria und Mika, ebenso wie Waldemar, waren doch sehr entschlossen in ihrer Meinung gewesen und er fürchtete, dass es vielleicht doch zu einer Trennung kommen würde, wobei ihm sehr unwohl wäre. Andererseits - wenn diese Träume doch mehr bedeuteten und er so Eretria eine Weile aus dem Weg gehen konnte, nicht in der Lage war, ihr aus der Ferne zu schaden, dann würde er sich wahrscheinlich mehr oder weniger gerne von ihr trennen. Er seufzte leise...und dabei war er doch noch vor kurzer Zeit davon überzeugt gewesen, dass diese Träume sie nicht lenken durften. Vielleicht saß einfach der Schmerz über das in der Nacht in seinen Träumen Erlebte zu tief, als dass er einfach so darüber hinweg gehen konnte.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 03.07.2010, 13:27:39
Mika reagierte am Anfang gar nicht auf Waldemar, sondern packte weiter hastig ihre Sachen zusammen, bis all ihr Besitz sich in ihrem Rucksack oder ihrem Körper befand.
Es dauerte auch noch einige weitere Sekunden, in denen die Bardin nochmal schaute, ob sie nicht vergessen hat, bevor sie dem Waldläufer wenig begeistert antwortete: "Die Kaufleute. Denn sie können sich wohl noch weniger wehren, als wir. Und wir allein sind mit großer Wahrscheinlichkeit auch aufgeschmissen, wenn uns diese Ritter finden. Aber wenn das hier kaum einen von den anderen interessiert, welche andere Wahl haben wir dann? Keine. Nein, wir dürfen schön mit ins Verderben rennen, wenn wir Pech haben. Ja, ich weiß, es kann auch alles gut gehen. Aber darauf verlassen will ich mich nicht, denn wir haben Gestern das Glück für die nächsten Wochen, vielleicht sogar Monate verbraucht. Aber wenn interessiert das schon? Wenn interessiert es, dass wir Heil unser Ziel erreichen? Wer interessiert sich schon dafür, dass wir Erfolg haben?
Die Gefahr für Thaikaris ist riesig, da hat Beldin recht, aber er vergisst irgendwie ganz schnell, dass die Gefahr um einiges Anwächst, wenn wir, welche sich darum bemühen diese Gefahr abzuwenden, jede Gelegenheit versuchen zu nutzen, unser Leben auf´s Spiel zu setzen.
Kannst du mir sagen, was die sich einbilden? Glauben die, nur weil sie Gestern verschont wurden, dass sie unsterblich sind? Ich habe gedacht, dass ihr die Aufträge bekommen habt, weil ihr fähig seid, aber ich bekomme langsam gewisse Zweifel daran.
Oh ja, ihr habt viel für Himmelstor getan, keine Frage. Aber wenn ich mir das anschaue, dann erscheint es mir, als wäre es eher Zufall gewesen, als Können. Die können doch nicht einfach alles wegwerfen? Einfach sagen: Wir schauen dort mal. Könnte ganz interessant sein. Und wenn wir sterben, wen juckt es? Wir merken davon ja nichts mehr. Hahahaah. Lustig."
Sagte Mika ziemlich garstig.
Zum großen Glück von Waldemar, musste er sich die Tirade von Mika nur anhören und war nicht selbst das Ziel der Wut. Dennoch mochte es sehr unangenehm sein, der Bardin, die sich inzwischen um ihr Tier kümmerte, zuzuhören, denn deren Kopf stand gerade in Flammen drohte von dort ein Lauffeuer entfachen zu wollen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 03.07.2010, 15:09:30
Eretria war mehr als verwirrt über ihre Freunde. Sie verstand nicht von welchen Rittern Beldin sprach, gab es da noch eine weitere Gruppe aus den Banditen der Morgensonne unter Leitung des Propheten? Auch verstand die Priesterin nicht, warum sie jetzt zu dem Turm gehen sollten, reichte ihren Freunden nicht, dass zwei von ihnen, die sich derart dämlich verhalten hatten nur durch pures Glück noch am Leben waren? Hatten sie alle dies schon wieder vergessen?
Doch bevor sie überhaupt eine dieser Fragen stellen konnte, war die Versammlung schon wieder aufgelöst, weil Calfay einfach aufbrach und in Richtung des Turmes zu laufen schien, Mika dies offensichtlich auch vor hatte, aber im Gegensatz zu Calfay vorher zusammenpackte, Beldin sich schmollend auf den Boden setzte und sich dabei wie ein 5 - jähriges Kind verhielt, dem man sein Lieblingsspielzeug weg nahm und Waldemar und Milan Calfay beziehungsweise Mika hinterher liefen. Gerade Milans Verhalten gab der Priesterin einen seltsamen Stich. Warum erklärte Milan ihr nicht, was dies hier alles sollte? Hatte sie ihm nicht gesagt, dass er ihr Licht und Schatten war, dass er ihr das Wichtigste war, was es gab?
So stand Eretria als auch Arue wegging in einem leeren Raum, der um sie entstanden war, weil alle in andere Richtungen liefen. Mit einer bitteren Erkenntnis erkannte sie, dass es ihr anscheinend wie der getöteten Aliya ging. Tatsächlich kümmerte sich um sie niemand ihrer Freunde. Sie war allein. Einen Augenblick schaute sie zu den einzelnen Gruppen ihrer Gemeinschaft, zu dem eigenbrödlerischen Beldin, zu Waldemar und Mika und schließlich zu Milan und Calfay, zu denen Arue gelaufen war. Sie schüttelte traurig den Kopf. Sie hatte gedacht, dass sie eine Gemeinschaft seien, dass sie zusammen hielten. Doch dies war offensichtlich nicht so.
Und eine weitere Erkenntnis traf die Priesterin mit einem Schlag. Offensichtlich war niemand daran interessiert ein einmal gegebenes Wort zu erfüllen. Hatten sie nicht dem Ritter Rocan von Tragesthar und auch Hauptmann Tryann versprochen dem Mädchen zu folgen und hatten nicht alle gesagt, dass der schnellste Weg die Straße war? Sie hoffte, dass sich alle daran erinnern würden. Sie jedenfalls wollte den schnellsten Weg gehen. Außerdem hatte sie so die Möglichkeit sich um die Frau zu kümmern, die offensichtlich auch von allen vergessen worden war.
Sie ging los und begann ihre Sachen zu packen. Die Händler würden bald aufbrechen wollen und sie mussten sie begleiten.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 03.07.2010, 16:11:56
Gerade als Eretria auch weggehen wollte, hörte sie ein leises Räuspern hinter sich. "Hey Süße. Scheint so, als hätte man uns in dem ganzen Trubel einfach stehen lassen."
Es war Maruiko, der noch immer dort stand, wo Milan ihn platziert hatte. "Ich mein, ich kenn sowas ja... in meinem bisherigen Leben war ich ein Gebrauchsgegenstand. Aber wenn ihr so miteinander umgeht... das ist nicht gut. Ich glaube, was ihr braucht, ist ein Anführer."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 03.07.2010, 19:30:38
Welch eine Chance! Arue schien nun doch bereit, ihnen den Weg zu zeigen... zu einem moderaten Preis. Es war sowieso besser wenn sie sich einigen konnten und niemand beleidigt zurück blieb. "Gut, versuchen wir es nochmal." stimmte sie zu.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Lucanor am 03.07.2010, 20:00:17
"Gut" entgegnete Arue den beiden nur knapp. Die erste Hürde hatte sie überwunden. Kurz schaute sie sich nochmal um und überlegte wen sie als nächstes aufsuchen sollte, doch brauchte sie dafür nicht lang. Der beleidigte Elf würde ihr nächstes "Opfer" werden.
"Ich werde erst noch einmal kurz mit eurem elfischen Begleiter sprechen müssen." Die junge Frau wartete keine Antwort ab und stapfte entschlossen zum beleidigten Beldin. Bisher lief es alles ganz gut, jetzt durfte sie nur nicht ihr Momentum verlieren.
Mit den Händen in die Hüften gestemmt baute sie sich vor dem Elfen auf. "Ich weiß nicht welche Kinderstube ihr genossen habt, aber anscheinend kann es nicht die Beste gewesen sein! Jemanden so zu beleidigen wie ihr das eben getan habt ist das letzte! Es sollte jedem klar sein das man nicht ausfallend werden muss nur weil ein anderer seine Meinung äußert. Ihr solltet euch Schämen!" Nachdem ihr erster Ansturm einer Moralpredigt fertig war lies sie dem Elfen erst einmal etwas Zeit das gesagte zu verstehen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 04.07.2010, 14:41:32
Tatsächlich drehte Eretria sich um, als Maruiko sie ansprach. Sie lächelte traurig.
"Mag sein, dass dies so ist. Doch ich fürchte dies wird nie geschehen. Alle sind viel zu sehr auf sich selbst fixiert."
Die Priesterin schaute unglücklich. "Ich bin für diese Aufgabe in dieser Gruppe ungeeignet. Ich möchte mich an die Abmachungen halten, die ich getroffen habe. Doch ein Teil dieser Gruppe scheint nur nach einer Nacht schon vergessen zu haben, dass sie Menschen ihr Wort gegeben haben, die nun auf sie zählen. Dies sind nicht meine Prioritäten und ich will schon gar nicht die Anführerin einer Gemeinschaft sein, die auf solche Dinge zurückgreift. Ich hoffe die anderen verstehen dies noch rechtzeitig."
Dann nahm die Priesterin den Schild auf, trug ihn aber nicht wirklich sondern hielt ihn nur locker im Arm. "Komm, wenn ich meine und Milans Sachen zusammenpacke gehörst du doch irgendwie dazu, oder?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 04.07.2010, 14:53:42
"Lass uns schon mal zu den Anderen zurück gehen", meinte Milan an Calfay gewandt und verfolgte mit den Augen wie Eretria zu ihrem gemeinsamen Nachtlager gingen. Gemeinsam. Auf dem Weg überlegte er, ob er ihr von seinen Träumen wirklich erzählen sollte. Schließlich kam er jedoch zu dem Entschluss, dass es sein musste. Er näherte sich ihr mit völlig übertriebener Vorsicht und packte dann mit an, um das Zelt wieder zu verstauen. "Tut mir Leid, dass ich grad so abrupt weg bin, aber ich dachte, ich halte Calfay lieber auf, bevor sie noch alleine los zieht. Ich hoffe, du verstehst, dass ich sie nicht ganz allein gehen lassen kann, auch wenn ich euren Einwänden zustimmen muss."

Ach, das war doch gar nicht das, was er ihr sagen wollte. Abgesehen von der Entschuldigung am Anfang. Mit klopfendem Herzen packte er Eretrias Handgelenk und sah sie an. Jetzt, in diesem Moment noch viel mehr wie ein treuer Hund als je zuvor. "Eretria, es ist nicht Mika. Es...es war nicht Mika, die die Priesterin, die du vielleicht mal warst...die Aliya...ich habe..." Er schaffte es einfach nicht. Und dann kamen auch noch die Tränen, als er sich an diesen schrecklichen Traum erinnerte. Er wischte sie eilig weg. "Ich sah, wie ich Aliya getötet habe. Und als sie starb, da habe ich dein Gesicht erkannt." Kurz schwieg er, ließ ihr aber nicht wirklich Zeit zu antworten und fügte schnell noch an: "Vielleicht ist es deshalb besser, wenn ich weg gehe, wenn ich nicht bei dir bleibe. Ich will dir nicht weh tun. Weder in diesem noch in einem anderen Leben..."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 04.07.2010, 16:23:32
Eretria war irgendwie froh, als Milan kam und mitanpackte. Fast wirkte es, als würde ihr die Nähe zu dem Mann Kraft geben. Doch dann begann Milan zu erzählen und die Worte des Freundes führten dazu, dass die Priesterin aschfahl wurde. Langsam schüttelte sie den Kopf und leise sprach sie:
"Nein, Nein, sind denn alle völlig verrückt geworden?" Die Worte waren leise und sicherlich nicht dafür bestimmt, dass sie von Milan beantwortet waren. Erst schien die Priesterin antworten zu wollen, doch dann schaute sie auf den Schild neben sich. "Tut mir leid. Aber dies geht dich nichts an, mein Lieber." Sie legte den Schild auf den Boden, so dass der Geist allerhöchstens sich den Boden anschauen konnte, aber nicht die beiden Menschen wahrnehmen konnte. Dann schaute sie zu Milan zurück.
"Milan, ich weß bereits, dass Mika mich nicht töten wird und ich weiß außerdem bereits, dass Aliya nicht von einer Frau getötet worden ist. Wer die Priesterin Aliya getötet hat, hat dafür vielleicht einen Grund gehabt, vielleicht auch nicht. Ich weiß es nicht. Ich weiß, dass Aliya einsam war und dass sie niemanden hatte, der sich zu ihr bekannte und sie liebte, wie ich dich liebte. Der Prophet hat Träume von einem Mann, der die Priesterin kannte und ihr seine Liebe nicht gestand. Ich bedauere ihn, weil er die Hoffnung hatte, dass dies nun anders werden würde. Doch ich liebe dich Milan Tirkesson. Du bist mein Licht und mein Schatten und ich werde nicht zulassen, dass eine Geschichte, die sich vor hunderten von Jahren ereignete uns trennen wird. Ich sage dir, was ich auch Mika gesagt habe. Wir sind für unser Verhalten selbst verantwortlich. Niemand tötet jemanden, weil er es geträumt hat, sondern weil er sich dazu selbst entschlossen hat! Bevor du jemanden tötest, muss derjenige dich schon sehr verletzt haben und du dies als einzige Möglichkeit erkennen. Habe ich dich so verletzt, dass du mich töten willst? Nein, natürlich nicht. Wir haben keinen Grund uns zu trennen. Aliya war einsam und allein und wurde dann getötet. Wenn du mich jetzt verlassen willst, bin auch ich einsam und allein."
Die blonde Priesterin umarmte ihren Freund. "Es ist nicht sehr schön jede Nacht zu träumen, dass man alleine ist. Lass meine Träume nicht Wahrheit werden, Milan. Bleib bei mir." Sie gab ihrem Geliebten einen Kuss. "Wenn du mich verlassen willst, kannst du mir auch glech einen Dolch ins Herz stoßen."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 04.07.2010, 16:40:52
Milan erwiderte die Umarmung und war froh um Eretrias Worte, auch wenn es ihm angesichts seiner Träume sehr schwer fiel, ihr zu glauben. Andererseits hatte sie sich bisher noch nie getäuscht, soweit sie zusammen reisten. Er kämpfte erneut mit den Tränen und nickte dann. "Ich will dich nicht verlassen und ich kann eure Einwände mittlerweile auch wirklich verstehen. Aber wir können Calfay und Beldin auch nicht allein gehen lassen, oder? Vor allem Calfay scheint mir zu allem entschlossen und... na ja, sie hat mir öfter geholfen, wenn ich in Schwierigkeiten war, also..." Dann sah er sie an und lächelte. "Vielleicht können wir sie ja gemeinsam überzeugen. Beldin wird hoffentlich seine lang erlernte Vernunft und Geduld walten lassen." Mit einem kritischen Blick sah er auf Maruiko hinunter. "Was meinst du, wie es kommt, dass wir...wir solche Träume haben? Ist es wirklich unsere Vergangenheit? Aber wie kann meine Seele dich...damals...und heute liebe ich dich?" Er wollte weder hassen noch verachten aussprechen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Beldin Gilvaran am 05.07.2010, 10:04:20
Langsam schüttelte sich Beldin die Kapuze vom Kopf. Von Schmollen war nichts zu sehen, tatsächlich wirkte er sogar eher neugierig.

"Ich bin ausfällig geworden? Gegen wen den?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 05.07.2010, 11:29:05
Eretria schüttelte den Kopf. Hilflos warf sie die Arme nach oben in einer Geste von schierer Verzweiflung.
"Milan, was auch immer diese Erinnerungen sind, es sind nicht deine oder meine Erinnerungen! Ich bin nicht Aliya, auch wenn ich so aussehen sollte und du bist nicht mein Mörder, auch wenn du wie Aliyas Mörder aussiehst! Mika trachtet nicht mir nach dem Leben, sondern ist eine ziemlich gutherzige Person, welche uns hilft." Die Gesichtszüge der Frau waren verzweifelt.
"Ich kenne mich mit diesem Phänomen nicht aus. Der Prophet hat darüber gesprochen, dass jeder ein Seelenlied besäße. Ich habe keine Ahnung, was er damit gemeint hat, aber vielleicht würde uns allen helfen, wenn wir darüber etwas erfahren könnten. Der Prophet hat mir gesagt, ich solle einen Mann aufsuchen, der Gazriel heißt, aber er hat mir nicht gesagt, wie ich den Mann finden kann. Und dies führt zu einem ähnlichen Problem wie es jetzt bereits für uns besteht." Die Priesterin war jetzt weniger verzweifelt und lächelte sogar schwach.
"Mir erscheint es so, dass Calfay alleine ihren Wissensdurst befriedigen will und dabei wenig an die Folgen für uns denkt. Wir haben den Händlern unser Wort gegeben, dass wir sie begleiten. Wir wirken wankelmütig wie Gras, welches vom Sturm gepeitscht wird. Wir verlieren dadurch Vertrauen, welches die Leute gerade in uns setzen. Was werden die Leute wohl erzählen, wenn sie in der Großen Feste angekommen sind? Auch können wir dann nicht mehr die einzige Überlebende befragen, die nun mit den Händlern geht.
Und wofür machen wir dies? Für Bauklötze und das Anschauen einer Leiche! Haben die Leichen noch nicht gereicht, welche wir gestern verbrannt haben?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 05.07.2010, 11:59:25
Als Eretria fertig war, kam ein dumpfes Murmeln von Maruiko. "Mmph, mph mmhmph!"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 05.07.2010, 12:11:57
Waldemar wartwete Mikas Tirade gelassen ab. Im Grunde hatte er eine derartige Reaktion erwartet. Vielleicht hatte er insgeheim gehofft, sie würde sich dafür entscheiden mit ins Lagerhaus zu wollen, um für sich selbst eine Ausrede zu haben dorthin mitzugehen, aber letztendlich war es doch nur Augenwischerei.
In seiner ruhigen Art blickte er sie an und sagte schlicht: "Gut, dann müssen wir den Kaufleuten auch nichts erklären."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 05.07.2010, 12:35:49
Milan rieb sich verlegen den Hinterkopf, als Eretria langsam, aber sicher an ihm zu verzweifeln schien, und nun endlich wichen seine eigenen Bedenken, was die Träume anging. "Du hast Recht. Wir...oder einige von uns..." Es war klar, dass er damit auch sich meinte. "Sollten zu ihrem Wort stehen und einen einmal gewählten Weg gehen. Aber ich denke, es wird leider noch öfter Situationen geben, in denen etwas anderes über unsere Vernunft und Disziplin siegen wird. Dafür sind wir eben Menschen, denke ich. Na ja, bis auf Beldin natürlich." Er grinst unde sah dann zu dem dumpf murmelnden Maruiko hinunter. Es war zu sehen, dass er gerne mit dem Schildgeist gesprochen hätte, aber er unterließ es, ihn umzudrehen und wandte sich stattdessen wieder Eretria zu. "Lass uns das Zelt zuende packen und dann mit Calfay und den Anderen sprechen. Und was Gazriel betrifft...ich glaube, wenn der Mann irgendwo in der Einöde herum sitzen und seine Vorhersehungen treffen würde, hätte der Prophet dir wohl gesagt, wo du ihn finden kannst. Die Große Feste trägt ihren Namen nicht umsonst, vielleicht finden wir ihn dort."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 05.07.2010, 14:04:13
"Zusammen Packen schadet sicherlich nicht." Ertria kniete sich gegenüber von Milan und half ihm beim Zusammenlegen des Zeltes. Etwas belustigt bemerkte sie den Blick ihres Freundes zu dem Schild.
"Dann drehe ihn in Mutter Sonnes Namen um. Ich sehe doch, dass du vor Neugier platzt." Die Worte waren viel freundlicher gesprochen, als sie wirken könnten und tatsächlich ließ die blonde Frau Milan gar keine Zeit zu antworten, sondern drehte den Schild selbst um. Mit einer erstaunlich ruhigen Stimme fragte sie den Mann im Schild. "Wolltest du irgend etwas erzählen?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 05.07.2010, 14:40:01
"Mhmpf. Ja", stieß Maruiko aus, der offenbar wenig begeistert davon war, den Boden anzuschauen. "Also erstens, das war nicht besonders nett. Und zweitens, es war auch nutzlos. Ich sehe zwar nichts mehr, wenn ich auf dem Boden liege, aber hören kann ich trotzdem noch alles. Was in diesem Fall aber auch gar nicht so schlecht war."

Die Worte platzten förmlich aus ihm heraus, und bevor Eretria und Milan auch nur die Chance hatten, darauf zu reagieren, sprach er auch schon weiter. "Erst einmal zu eurem Dilemma mit dem Lagerhaus. Ja, ihr habt den Auftrag angenommen, das Mädchen zu jagen und zu besiegen. Mir wäre das Recht, denn ich muss ehrlich sagen, dass es bei euch weit lustiger ist als bei der Kleinen. Und möglicherweise findet ihr in dem Lagerhaus etwas, das euch genau dabei hilft, diese Mission zu beenden. Die ihr übrigens angenommen habt, bevor ihr auch noch den Auftrag vom Rest der Karawane angenommen habt."

Nachdem auch das aus ihm herausgeplatzt war, schien er sich endlich ein wenig zu beruhigen. "Das wollte ich zu bedenken geben. Wie ihr euch entscheidet, ist mir letztlich egal. Aber genau dazu noch..."

Er sah von Eretria zu Milan, dann wieder zu Eretria. "Du sagst, du bist als Anführer ungeeignet. Warum? Weil du nicht nach Macht strebst? Das sind die besten Anführer. Dein kleiner Liebling da ist leider noch viel zu wankelmütig, den Elfen begreift niemand von euch, Calfay fehlt noch die Gabe, andere zu begeistern, Waldemar ist ein stiller Eigenbrödler und die süße Mika ist noch viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Also wer wäre im Augenblick besser geeignet als du? Mal ehrlich: Willst du die Gruppe zerbrechen lassen, nur weil du keine Lust auf Verantwortung hast?"

Schließlich atmete er einmal tief durch, und blickte dann wieder von Eretria zu Milan und zurück. "Ist natürlich alles nur meine Meinung. Ich bin nur ein Gegenstand, man muss nicht auf mich hören."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Lucanor am 05.07.2010, 15:21:58
Die Reaktion des Elfen brachte Arue aus dem Konzept. Verstand er nicht was sie meinte? War das vorhin etwas völlig normal für ihn? Oder ... Moment ... Schlagartig wurde ihr bewusst dass das was sie als Beleidigung empfand erst gesagt wurde nachdem Mika bereits gegangen war und sie es wahrscheinlich nicht mitbekommen hat. Arue hat das tatsächlich durcheinander gebracht und hätte sich am liebsten unter dem nächsten Stein verkrochen.

Nichtsdestotrotz war es nicht richtig wie hier miteinander umgegangen wurde. Also versuchte Arue es mit einem anderen Ansatz. Ihre Miene wurde etwas freundlicher als sie fortfuhr. "Verzeihung, ich fürchte ich habe mich grade etwas dumm ausgedrückt. Ich wollte eigentlich zum Ausdruck bringen das es nicht in Ordnung ist wie ihr mit der  jungen Dame ..." Kurz musste Arue überlegen um sich an den Namen zu erinnern. "...Mika umgegangen seid. Der Ton macht die Musik. Und außerdem ist es nicht richtig sie hinterrücks als Feige zu bezeichnen nur weil sie ihre berechtigten Zweifel an eurer geplanter Unternehmung bekundet. Es ist wirklich gefährlich zu diesem Lagerhaus zu gehen, es könnte wer weiß was passieren und diese Gefahren zu erkennen hat nichts mit Feigheit zu tun sondern mit Umsicht." Nun schenkte Arue dem Elfen sogar noch den Anflug eines leichten Lächelns als sie abschloss. "Und zu guter Letzt noch ein Rat. Es ist nicht gut sich einfach so abrupt wie ihr oder Mika es tatet, aus einer Diskussion zurückzuziehen. Wenn ihr euch so verhaltet dann werden andere euch nicht verstehen können und die Chance das eure Meinung berücksichtigt wird geht verloren."[1] Bei den letzten Worten musste Arue sich unweigerlich an ihr eigenes Verhalten der letzten Zeit erinnern, versuchte aber die Gedanken daran schnell zu verdrängen.
 1. Dipomatie 31 ; Damit sie hoffentlich nicht falsch verstanden wird.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 05.07.2010, 19:37:22
Eretria hörten den Ausführungen des Schildes mit einer Mischung aus Ärger und Wut zu. Die Stimmung der Frau war deutlich an ihrem Gesichtsausdruck abzulesen. "Wenn mir gesagt wird, dass ein Gespräch privat ist, lausche ich nicht an der Tür. Ich habe dich umgedreht, weil ich dachte, du würdest dies verstehen und dich dann zurück ziehen! Aber offensichtlich seit ihr ja nur ein Gebrauchsgegenstand, daher ist euch Rücksichtnahme wohl fremd. Gut, dann habe ich zumindest dies gelernt."
Dann blickte die Frau in die Richtung, in welcher der Turm lag. "Bisher hat nur ein Gebrauchsgegenstand behauptet, dass dort etwas wichtiges liegt. Dieser Gegenstand wird aber offensichtlich von seiner Herrin noch beherrscht, dass er uns leider nichts darüber sagen kann, was da so wichtiges sein kann. Tatsächlich kann dies alles überhaupt nichts mit dem Angriff des Mädchens zu tun haben, sondern nur dazu führen, dass wir Zeit verlieren. Wir gehen auf eine einzige vage Bemerkung da hin. Das kostet uns einfach nur Zeit."
Die Priesterin hatte zusammengepackt. "Nimm den Gebrauchsgegenstand, Milan und lass uns zu den Anderen gehen. Wir haben hier genug Zeit verschwendet. Es wird Zeit zur Großen Feste zu gehen."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 05.07.2010, 19:52:26
Milan hielt sich mit seiner Begeisterung über Maruikos Worte zurück. Als Eretria den armen Schildgeist dermaßen anfuhr, hatte er schon Mitleid mit seinem...ja, Maruiko war mittlerweile ein Freund für ihn geworden. Irgendwie wenigstens. Er nahm seine Sachen, schulterte seinen Rucksack und nahm dann Maruiko an sich. Er ließ Eretria ein wenig vorgehen, bevor er dem Schildgeist zuflüsterte: "Nimm es ihr nicht übel. Ich glaube, sie hat schon von Anfang an ihre Bedenken mit dir. Aber mit dem Lagerhaus wird es wohl vorerst nichts." Nein, Milan war fest entschlossen, mit Eretria zu gehen, und hoffte inständig, auch Calfay und Beldin würden sich dafür entscheiden, weil er sie nicht alleine gehen lassen wollte. War er wirklich wankelmütig, wie Maruiko gesagt hatte? War es nicht viel mehr das Bedürfnis, sich nicht für einen seiner Freunde entscheiden zu müssen? Er war innerlich völlig zerrissen.

Er holte Eretria wieder ein und meinte: "Sei nicht wütend auf ihn. Ich weiß, du magst ihn nicht und ob wir ihm vertrauen können, ist eine Sache. Aber er kann nichts für sein Schicksal, er kann sich weder dafür noch dagegen entscheiden, wie viel er uns hilft. Trotzdem scheint er mir nicht nur ein Gegenstand zu sein. Ich finde es nicht...ich mag es nicht, dass wir zurzeit so wenig Respekt und Anstand einander gegenüber haben. Ständig wird einer von uns als blöd abgestellt, nur weil er eine andere Meinung vertritt, oder er wird abgetan, nur weil er ein Gegenstand ist, wobei Maruiko wohl mehr ist als das." Milan sah Eretria von der Seite an: "Und mit einem hat er wohl Recht: Eine gute Anführerin wärest du." Er versuchte zu lächeln und bereitete sich auf das bevorstehende Gespräch vor, das verbal vermutlich erneut völlig eskalieren würde. Wahrscheinlich war er eine so derbe Wortwahl einfach nicht gewöhnt. Sein Vater hatte immer in einem ruhigen Ton diskutiert, ohne einen anderen zu beleidigen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 05.07.2010, 20:21:29
"Natürlich müssen wir den Händlern was erklären. Wenn die anderen zu dem Turm rennen, dann dürfen wir mitrennen. Auch wenn das die Hälfte nicht kapiert oder kapieren will, wir sind eine Gruppe. Wir gehören zusammen. Wir haben uns dazu verpflichtet." Betonte die junge Frau nochmal, nachdem Waldemar in all den Worten wohl den Faden verloren hatte. "Wir haben uns noch zu manch anderem verpflichtet, wie offenbar manche von uns vergessen haben. Ich meine dabei nicht einmal die Händler. Ich meine damit unseren Auftrag.
Was haben die Steine und die Leiche mit unserer Aufgabe zu tun? Sage mir das mal bitte. Was haben sie damit zu tun?
Ist doch egal, was auf den Steinen für Zeichen sind. Und die Leiche wird das untote Mädchen kaum hierher geschleppt haben. Das hätte Mauriko sicherlich bemerkt.
Ich verstehe schon, dass die Untersuchung dieses Turmes interessant sein könnte, weil das Mädchen dort etwas versteckt hat. Aber das ist nicht der Grund, warum ein Teil der Gruppe dorthin will. Es sind eigensinnige Interessen, welche sie führen. Sowas ist hier aber falsch."
Stellte Mika sehr richtig fest und zauberte, wo sie darüber weiter diskutierte, ein neues Argument hervor.
Immerhin gab es einen kleinen Fortschritt zu verzeichnen. Die Bardin schlug inzwischen einen etwas sanfteren Ton an, obwohl es an Schärfe auch weiterhin nicht mangelte, außerdem öffnete sie einen Stück weit die Tür für eine Gegenargumentation gegen sich selbst. EIn Hauch von Einsicht machte sich breit.

Nachdem sie sich wieder etwas aufgeregt hatte, schaute sie nach Beldin, Calfay und Milan, um festzustellen, ob diese schon losgezogen sind oder sie noch etwas Zeit hat für ihre Arbeit. Danach machte sie weiter ihr Pferd fertig.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Beldin Gilvaran am 05.07.2010, 20:28:42
Für einen kurzen Moment herrschte Schweigen. Dann begann der Elf zu glucksen. "Es scheint wohl mein Schicksal zu sein, von Frauen umgeben zu sein, die alle glauben, besser als ich zu wissen, was gut für mich ist."

Er sah Arue überraschend freundlich und mit einer Spur von Mitleid an.

"Wisst Ihr, ich kann es Mika nicht verdenken, dass sie Angst hat. Wenn ich meiner eigenen Angst auch nur einen Moment lang nachgeben würde, würde ich schreiend bis ans Ende von Thaikaris rennen. Oder mich gleich in mein Rapier stürzen.

"Aber ich habe keine Zeit für Angst. Niemand von uns hat Zeit dafür. Auch Mika nicht, und ich werde meine Zeit nicht mit Beschönigungen an jemanden verschwenden, der besser so schnell wie möglich erkennt, auf was er sich da eigentlich eingelassen hat."


Das Mitleid in seinen Augen verstärkte sich.

"Ihr werdet bald verstehen, was ich meine. Ich glaube nicht einen Augenblick daran, dass unser Zusammentreffen auf einem Zufall beruht, so sehr ich mir das für Euch wünschen würde. Unser Schicksal ist miteinander verwoben, und das meine Liebe, heisst, dass ihr bald verstehen werdet, von was ich gerade geredet habe."

Sein Blick wurde eine kleine Spur schärfer.

"Wobei Ihr von diesem Gefühl nackter, elementarer Angst schon einen kleinen Vorgeschmack erhalten habt, wenn ich mich nicht täusche."

Der Elf wirkte erschöpft, als er sich langsam aufrichtete.

"Ich werde versuchen, Euren Rat zu befolgen. Ich bezweifle zwar, dass irgendjemand Wert darauf legt, dass ich meine Meinung wiederhole, wenn es schon nicht reichte, sie einmal auszusprechen. Aber Ihr versteht die Menschen sicher besser als ich. Ihr seid ja selber einer. Lasst uns also zu den anderen gehen. Die werden sicherlich auch ohne mich einen Entschluss gefasst haben."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Lucanor am 05.07.2010, 21:55:50
Arue hörte Beldin aufmerksam bis zum ende zu und lies das was der Elf sagte erstmal auf sich einwirken ehe sie antwortete. "Glaubt mir, ich will euch weder sagen was ihr tun sollt noch was das beste für euch ist. Ich wollte euch lediglich meine Meinung sagen und versuchen euch besser zu verstehen. ... Es scheint mir dass mir das gelungen ist und es freut mich das ihr anscheinend doch umgänglicher seid als ich zuerst angenommen habe." Der jungen Frau fiel ein Stein vom Herzen, sie hatte sich schon auf das schlimmste bei diesen Gespräch eingestellt, aber es verlief für sie am Ende doch angenehmer als sie erwartete.

Sie lies sich Zeit um zu den anderen zurück zu gehen und nutzte den kurzen Weg um noch auf etwas anderes einzugehen was Beldin zu ihr gesagt hat. "Um ehrlich zu sein, ich denke schon das es Zufall war das ich euch alle hier Heute getroffen habe. Oder besser gesagt ich glaube nicht an das Schicksal. Mir missfallt der Gedanke das uns irgendwas lenkt und seine grausamen Spielchen mit uns treibt."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 05.07.2010, 23:06:12
Maruiko ließ Eretrias Tirade über sich ergehen, und ließ auch Milan noch zu Wort kommen, bevor er reagierte. Sein Gesichtsausdruck war finster, und er sah Eretria aus harten Augen an. "Du hast keine Ahnung, was es bedeutet..."

Ohne, dass der Schildgeist seinen Satz zu Ende gebracht hatte, füllte sich der Schild auf einmal mit Nebel. Einen Moment später war der Schildgeist verschwunden, und der Gegenstand war wieder einmal nichts weiter als ein silberner Schild.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 05.07.2010, 23:12:11
Mir missfällt der Gedanke das uns irgendwas lenkt und seine grausamen Spielchen mit uns treibt.

Es war genau dieser Moment, als Beldin für einen winzigen Augenblick einen dunklen Schemen sah, eine Gestalt, nur wenige Schritt entfernt, Arue zugewandt. Oder hatte er sich getäuscht? Etwas weiter hinten im Lager packte einer der Händler seine Sachen zusammen, es war möglich, dass Beldin ihn aus dem Augenwinkel für einen Schemen gehalten hatte...
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 06.07.2010, 07:18:40
Etwas verwirrt blickte Waldemar Mika an. Hatte sie nicht vor einer Sekunde noch gesagt, dass sie mit der Karawane ziehen wollte, und diese mehr Schutz bräuchte, als die Anderen? Wieso sind Frauen nur immer so kompliziert? Daran würde er sich nie gewöhnen können.
Eine Antwort die er hätte geben können fiel ihm jedoch beim besten Willen nicht ein.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 06.07.2010, 09:05:25
Eretria zog eine Augenbraue hoch als der Schildgeist seine Äußerungen nicht fortsetzte und stattdessen einfach verschwand. Dann blickte sie zu Milan.
"Jetzt schmollt er also noch. Verhalten sich denn hier alle wie Kinder?" Die Worte klangen eher resignierend als vorwurfsvoll. "Ich mag ihn tatsächlich nicht, Milan. Ich traue ihm nicht und ich verstehe auch nicht, warum du und offensichtlich auch Calfay und Beldin ihm trauen. Tatsächlich sorgt das Ding in deiner Hand nur für Streit unter uns. Die ganze Diskussion, ob wir zu dem Lagerhaus gehen und dem Turm kam doch nur wegen der Aussage des Schildes zustande. Nur weil der Schild gesagt hat, dass das Mädchen dort gewesen sei, wollen die anderen jetzt dahin. Aber woher wissen wir, ob dies überhaupt stimmt? Was wissen wir überhaupt von den Zielen des Schildes? Nichts!"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 06.07.2010, 09:32:27
Milan schüttelte den Kopf, allerdings war schwer ersichtlich, ob es an Eretrias Worten oder dem Verschwinden des Schildgeistes lag. "Das stimmt so nicht ganz", meinte er kurz darauf. "Dass Calfay nun zum Lagerhaus will, nachdem wir uns eigentlich alle damit arrangiert hatten, dass wir zur Großen Feste ziehen und das Lagerhaus hinter uns lassen, liegt daran, dass Arue dort die Leiche und die seltsamen Steine gefunden hat, die besonders Calfays und Beldins Interesse geweckt haben. Mag sein, dass Maruiko vielleicht nicht zu trauen ist, aber er säet nicht absichtlich Zwist unter uns. Vielmehr habe ich oft das Gefühl, dass er versucht, uns zu unterstützen. War er es nicht, der meinte, wir sollten sehen, dass es Mika nicht gut geht? War er es nicht, der gesagt hat, dass du eine gute Anführerin wärest? Warum sollte er so etwas tun, wenn er uns doch auseinander bringen will?" Das Ganze klang fast wie ein Plädoyer für Maruiko, aber Milan hatte den Schildgeist einfach zu gern gewonnen, als dass er zulassen wollte, dass Eretria ihm alle Schuld gab.

Milan sah traurig zu Boden. Noch zwei Freundschaften zwischen denen er sich entscheiden musste. "Es geht gar nicht so sehr darum, dass ich ihm traue und seinen Worten allzu viel Glauben schenke. Es geht darum, dass ich ihn mag, dass er mir manchmal Leid tut und dass er mir manchmal doch wie ein Mensch erscheint, wie eine fühlende Seele." Er sah Eretria von der Seite an und ihm fiel auf, dass sie anscheinend absichtlich nicht über eine mögliche Führungsrolle sprechen wollte. Schließlich war er der Ansicht, dass es wohl kaum Sinn hatte, Eretria irgendwie dazu überreden zu wollen, Maruiko zu mögen. Wahrscheinlich würde das nie der Fall sein und er würde das akzeptieren. Dann nahm er ihre Hand und sagte leise: "Wie dem auch sei. Ich bleibe bei dir."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 06.07.2010, 12:21:55
Arue redete mit Beldin, Milan begann ein Privatgespräch mit Eretria. Was anderes blieb Rin übrig als Mika zu überzeugen, die sich eben so vehement gegen ihren Vorschlag ausgesprochen hatte? Es dauerte eine Weile bis sie die Bardin, ihre Pferd und Waldemar gefunden hatte, die etwas abseits standen. "Hey Mika" sagte sie testweise.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 06.07.2010, 15:25:05
"Ja, was ist?" Fragte Mika ihre Gefährtin, welche gerade nach der Bardin gerufen hatte. Dabei schaute sie nicht auf und besaß die Möglichkeit ihre Gesprächspartnerin anzuschauen.
Mika, die sich noch nicht beruhigt hatte, drehte sich auch danach nicht um, sondern hielt sich weiterhin ihr Pferd vor Augen, dem sie gerade den Sattel auf den Rücken legte. Sie erschien nicht wirklich von der Idee mit Calfay zu sprechen begeistert zu sein. Nur ihr Restanstand schien sie dazu gebracht zu haben, auf die ehemalige Schreiberin überhaupt zu reagieren.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Beldin Gilvaran am 06.07.2010, 22:00:58
"Ihr täuscht Euch. Ich habe es gesehen." Es dauerte einen Moment, bis Beldin klar wurde, dass Arue kaum verstanden haben konnte, was er meinte.

"Ich rede von Yika, der Schicksalsweberin. Ich habe sie in einer Vision gesehen, und...."
Die alte Kay. Sie hatte ihn einen Auserwählten genannt, aber er hatte immer noch das Gefühl, dass der Begriff "Verfluchter" die Sache besser treffen würde.

"Jedenfalls treibt Yika keine Spielchen mit uns Erdgeborenen. Es mag sein, dass wir uns so fühlen, weil wir den Sinn der Ereignisse nicht erkennen können, aber das heisst nicht, dass es diesen Sinn nicht gibt."

Forschend sah er Arue an.

"Ihr habt mir geholfen, mir über einiges klar zu werden. Ich danke Euch."

Zielstrebig wandte er sich der Stelle zu, an der Eretria mit Milan zusammenstand. Ein kurzer Blick auf den Schild liess ihn die Augenbrauen hochziehen, doch verkniff er sich jeden Kommentar.

"Ich muss mit euch allen reden. Würdet Ihr beiden mich bitte mit zu den anderen begleiten? Ich denke, es ist an der Zeit,  als Gruppe zu funktionieren. Streitereien wie die letzte können wir uns nicht leisten."

Er wandte sich zu der jungen Frau um und machte eine einladende Bewegung.

"Ihr auch, Arue."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Lucanor am 06.07.2010, 22:39:35
Arue wollte Beldin gerade antworten, als der sich auch schon zu den anderen aufmachte. Was er mit diesen kryptischen Worten wohl gemeint hat? Visionen ... Yika ... wer oder was soll dieses Yika sein? Aber sie hatte keine Zeit sich lange darüber Gedanken zu machen und folgte wenige Schritte hinter dem Elfen.
Auf seine kleine Ansprache und seine "Einladung" nickte sie nur kurz. War sie doch etwas zu perplex vom plötzlich so energisch auftretenden Beldin.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 07.07.2010, 08:14:03
Eretria nickte, als Beldin ein Gespräch aller vorschlug.
"Wie euch vielleicht aufgefallen ist, wollte ich dies schon, als ich nach meinen Morgengebeten und der Versorgung der Kranken zu euch allen kam. Aber da sind ja alle ihrer Wege gegangen, statt zu reden. Ihr selbst ja auch Beldin."
Die Worte waren nicht ohne Schärfe. Die Priesterin fand die Worte des Elfen mehr als Anmaßung, denn Beldin war derjenige von dieser Gruppe, der sich am wenigsten für die anderen interessiert hatte und sein Verhalten war mit ausschlaggebend für die jetzige Situation. "Wenn ihr eure Fehler eingesehen habt, ist dies gut. Also lasst uns reden über den nächsten Schritt."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 07.07.2010, 16:32:44
Wie es schien war Mika noch immer ungehalten, weshalb Rin beschloss gleich zum Thema zu kommen. "Wir wollen uns nochmal besprechen bevor wir losziehen, in die eine oder die andere Richtung. Immerhin haben wir die Reise zusammen angetreten und es macht unseren Auftrag nicht leichter wenn wir uns hier schon im Streit trennen." versuchte sie es. "Also komm bitte mit. Du auch, Waldemar."
So muffelig die Bardin auch sein mochte, sie würde sich kaum weigern können die Sache zu klären. Es blieb zu hoffen dass sie und Beldin nicht sofort wieder aneinandergerieten und das Gespräch damit zum platzen brachten.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 07.07.2010, 16:54:34
"Ich komme gleich." Kurz und knapp war die Reaktion von Mika, die im Moment wirklich nicht alles stehen und liegen lassen konnte. Das Pferd der Bardin forderte im Moment doch etwas Aufmerksamkeit im Moment, nachdem sie einmal mit der Arbeit begonnen hat.
Wenigstens haben die Zwei doch noch den Anstand gefunden nochmal mit uns zu reden und nicht gleich wegzurennen. Stellte Mika bei ihrer Arbeit fest und war deshalb bereit Calfay in wenigen Momenten zu folgen.

Als der Sattel fest saß und auch sonst ihr Pferd für die Weiterreise präperiert war, folgte Mika dann Calfay. Die junge Frau zog zwar noch immer eine Fresse, aber schien ansonsten ganz friedlich im Moment. Etwas beruhigt hatte sie sich schon mal.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 08.07.2010, 07:06:23
Waldemar folgte Calfay direkt, und hoffte die Stimmung der Anderen aufnehmen zu können. Woe würde sich die Gruppe entscheiden? Er selbst wäre ja für ein Weiterziehen als ganze Gruppe - zumindest seit seine Vernunft ausschlaggebend für die Entscheidung war. Es gab jedoch noch zwei weitere Möglichkeiten: Als Gruppe zum Lagerhaus zu gehen, oder sich zu trennen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 08.07.2010, 13:38:15
Angeführt von Calfay und von Beldin, kamen die Mitglieder der kleinen Gruppe nach dem ersten großen Streit schließlich wieder zusammen. Die Stimmung war bestenfalls als gemischt zu bezeichnen - während sich einige wieder beruhigt hatten, zeigten sich bei anderen noch deutlich die Auswirkungen der Auseinandersetzungen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 08.07.2010, 20:21:07
Milan beobachtete die einzelnen Gesichter seiner Gefährten, um heraus zu finden, was für ein Ton wohl angemessen wäre. Beldin hatte zwar darauf bestanden, ihnen etwas zu sagen und zu erklären, aber da zunächst ein eher verkrampftes Schweigen entstand, fing er an.

"Ich glaube, das ist gerade ziemlich blöd gelaufen. Wir haben wohl alle sehr schroff und unpassend reagiert." Dabei sah er vor allem den Elfen und Mika an, die sich so in die Haare bekommen hatten, und Calfay, die sofort überstürzt hatte aufbrechen wollen. Er allerdings sah auch recht betröpfelt aus. "Lasst uns jetzt einfach noch mal in Ruhe über alles sprechen. Wir haben alle zusammen die gleichen Aufträge bekommen." Er sah kurz entschuldigend zu Arue. "Bis auf Arue sicherlich." Er überlegte kurz, wie er weitermachen sollte, bemühte sich dann jedoch um einen sachlichen Ton.[1]

"Die sehen vor, dass wir das Mädchen verfolgen, und abgesehen davon, uns um den Schutz der Karawane kümmern. Das Problem ist, dass Arues Erzählungen unmittelbar mit dem Mädchen zu tun haben könnten und wenn das schon nicht, so doch zumindest das Interesse einiger von uns geweckt haben. Wir müssen uns jetzt also wohl entscheiden, ob wir zum Lagerhaus zurück gehen, den weiteren Weg zur Großen Feste einschlagen oder uns trennen." Er fuhr sich über den stoppeligen Bartansatz. "Letzteres halte ich für die denkbar ungünstigste Option. Vielleicht wäre es angebracht, hier rein nach Vernunft zu handeln, und die Pros und Kontras abzuwägen, auch wenn es schwer fällt, die eigenen Gefühle und Interessen hinten an zu stellen. Was wissen wir also vom Lagerhaus? Wir wissen, dass es auf jeden Fall ein gefährlicher Ort ist. Nicht nur weil die Räuber bzw. die Männer des Propheten noch dort sein könnten, sondern weil es dort eine Leiche gibt, die auf einen möglichen Mörder hinweist, und zudem handelt es sich anscheinend um ein Gebäude mit magischer Versiegelung, das sicherlich keiner ohne Grund gewoben haben wird. Andererseits könnte es sein, dass sich in dem Lagerhaus etwas verbirgt, was uns bei unserem Auftrag mit dem Mädchen weiter helfen könnte. Zwei Kontras, ein Pro." Milan schluckte und kam sich irgendwie ziemlich blöd vor, trotzdem redete er einfach weiter, auch um die Röte in seinem Gesicht zu überspielen. "Der Weg zur Großen Feste. Auf der Pro-Seite: Wir verfolgen weiter das Mädchen und damit unseren Auftrag. Wir halten unser Wort gegenüber den Karawanenleuten und wir befinden uns vielleicht nicht auf einem sicheren Weg, gehen aber zunächst einmal kein überhöhtes Risiko ein. Andererseits entgeht uns so vielleicht ein wichtiger Hinweis, aber auch nur vielleicht. Drei Pros, ein eventuelles Kontra. Na ja, und dass trennen keine gute Option ist, sagte ich ja schon. Wir vermindern unsere Kampfkraft, sollte es zu einem Gefecht kommen, und riskieren einmal die Nichterfüllung unseres Auftrages und dass das Mädchen oder der, der hinter ihr stehen mag, noch mehr Unheil anrichtet."

Er fuhr sich durch die Haare und ergriff dann Eretrias Hand. "Ich weiß, dass ich wahrscheinlich einer der Unvernünftigsten von uns bin, aber dieses Mal erscheint mir die Variante, zur Großen Feste zu reisen, als beste mögliche Version unseres weiteren Vorgehens. Ich hoffe, dass wir uns hinsichtlich dessen irgendwie einigen können, denn ich möchte mich nicht entscheiden müssen, ob ich zwei Freunde einfach in den Tod rennen lasse oder die Frau, die ich liebe, im Stich lasse."

Milan schwieg kurz betreten und meinte dann: "Tja, also, das ist so meine Meinung."
 1. Diplomatie: 15
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 09.07.2010, 03:06:11
"Die entscheidende Frage an der Stelle wäre: Wer will wegen unseres Auftrages zu dem Turm? Bisher weiß ich nur, dass einige dort hin wollen, weil dort irgendwelche Steine und eine Leiche liegen. Wegen unseres eigentlichen Auftrages wollte bisher niemand dorthin. Deshalb habe ich, angesichts der Gefahr, sehr wenig Verständnis für die Neugier mancher. Sagte Mika, die ziemlich kampflustig wirkte, sich aber bisher ganz gut zurückhielt. "Auf jeden Fall wäre es das absolut Letzte, wenn wir uns trennen. So was geht nicht. Wir sind eine Gruppe. Vielleicht nicht unbedingt, weil wir es wollen, sonder weil wir uns dazu verpflichtet haben, aber wir sind eine Gruppe und wir haben einen Auftrag. Deshalb hätte ich auch kein Verständnis für irgendeinen Alleingang. Wer das will, der sollte sich lieber von der ganzen Sache zurückziehen. Derjenige hat unter uns wenig zu suchen, denn wir sind eine Gruppe. Wir gehören zusammen. Und wir haben einen Auftrag und dem zu Folgen ist unsere Aufgabe. Und wenn jeder ehrlich ist, dann folgen wir dem Auftrag, wenn wir dem Mädchen folgen und nicht, indem wir uns irgendwelche Steine anschauen."
Die Bardin wusste ganz genau, wie sie Worte einsetzen kann und dementsprechend wusste sie auch, wie sie die Worte drehen muss, um den Rest bloß zu stellen. Es war nämlich ihr Ziel die Meinung von Calfay und Beldin zu entkräften, indem sie den Eigennutz ihres Tuns in den den Vordergrund rückte. Mika scheute nicht davor zurück alles übergenau zu nehmen, um ihren Gegenüber einen Strick daraus zu drehen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 09.07.2010, 06:59:20
"Auch ich denke wir sollten zusammenbleiben, einfach weil jede Gefahr gefährlicher wird, wenn weniger Leute ihr entgegentreten. Und ich wäre auch eher dafür weiterzureisen. Einerseits, weil wir eine Abmachung mit den Händlern haben, zweitens, weil wir Zeit verlieren würden, und c weil das Lagerhaus ein vermeidbares Risiko darstellt."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 09.07.2010, 14:15:24
Nachdem Rin sich die Meinungen ihrer Mitreisenden angehört hatte meldete sie sich selbst zu Wort.
"Es ist gut dass ihr euch Gedanken um unsere Sicherheit macht, aber vielleicht solltet ihr bedenken dass Arue alleine beim Turm war und nun steht sie hier, gesund und munter. Ausserdem hat sie berichtet dass die Räuber davongeritten sind, was Sinn macht da wir von ihrem Versteck im Turm wussten und sie offenbar Anderes vor haben. Es sei denn" sagte sie, alle drei, aber vor allem Mika anfunkelnd "ihr traut den Worten unserer Zeugin nicht."
Sie machte eine Pause, um den Satz wirken zu lassen. Doch sie war noch nicht fertig.
"Was die Zeitersparnis betrifft... sagt, wie lange wart ihr unterwegs?" erkundigte sie sich bei Arue. Lange konnte es nicht gewesen sein, waren sie doch gestern erst in der Nähe des Turmes gewesen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Lucanor am 09.07.2010, 22:19:40
Arue hörte gespannt zu was die Gefährten zu sagen hatten. Als das Gespräch aber wieder auf sie gelenkt wurde machte sich erneutes Unbehagen breit. Sicher, die Gespräche mit den einzelnen sind ihr gut geglückt, aber vor einer so "großen" Gruppe zu sprechen war nicht so ihr Fall.
"Also ... der Weg zurück ist nicht allzu weit. Ich denke ... je nachdem wie genau man vorgeht ... würde der Umweg wohl maximal einen halben Tag bedeuten. Ach ja ... und zu dieser Leiche. Ich denke der Mörder wird sich da nichtmehr aufhalten ... oder hoffe ich zumindest." Man konnte ihr die Nervosität deutlich anmerken, die sie zuvor doch recht gut unterdrückt hatte. Und bei ihren ganzen Ausführungen vermied sie es irgendjemand in die Augen zu schauen, geschweige denn überhaupt anzusehen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 10.07.2010, 13:53:00
Eretria hörte sich die Meinungen der einzelnen Gruppenmitglieder an. Hin und wieder schüttelte sie den Kopf oder nickte, wenn sie dem einen Argument skeptisch oder positiv gegenüber stand. Als Arue gesprochen hatte, ergriff die Priesterin von Mutter Sonne und den Zwei Monden das Wort.
"Ich bin überrascht, warum einer Fremden einfach geglaubt wird, was sie uns erzählt. In Himmelstor waren alle noch misstrauischer, was einfache Leute und ihre Informationen anging. Hier hören wir eine aberwitzige Geschichte und es wird einfach geglaubt? Wer sagt uns nicht, dass Arue hier zu den Dieben der Morgensonne gehört und uns wieder an den Turm locken will, damit diese Leute uns dann töten und ausrauben können? Wir sind das letzte Mal nur entkommen, weil der Prophet sich für uns eingesetzt hat. Vielleicht haben die Räuber gegen ihn rebelliert und ihn getötet und haben nun vor dies nach zu holen und schicken diese Frau, um uns zurück zu locken. Das erscheint mir auf jeden Fall wahrscheinlicher als die Geschichte, die uns diese 'Schneiderin' erzählt hat." Die Worte der Priesterin waren schneidend geworden. Doch dann machte sie eine wegwerfende Bewegung.
"Ich glaube, es wäre der einfachste Weg, wenn wir unserem ursprünglichen Weg folgen und diese Frau hier mitnehmen. Zurücklassen sollten wir sie nicht, sonst läuft sie vielleicht zu ihren Freunden dort drüben. Ich glaube der Kleinen nicht so weit wie ich sie werfen kann und möglicherweise hat sie alles nur erfunden, um uns neugierig zu machen. Wir sollten ihren Worten keinen Glauben schenken und unsere Aufgaben erfüllen." Die Priesterin lächelte freudlos.
"Natürlich könnte jetzt noch gesagt werden, dass doch auch Maruiko etwas angedeutet hat. Er habe ja auch davon gesprochen, dass der Turm interessant sei. Dies wäre ein weiterer Grund, dort hin zu gehen. Aber für den gilt noch mehr, dass wir ihm nicht trauen sollten. Was wissen wir schon von seinen Zielen. Vielleicht steht er unter dem Einfluss des Mädchens und versucht uns zu behindern, wo es nur geht. Auch seine Worte sollten wir daher nicht berücksichtigen, solange wir nicht mehr von ihm wissen, was uns helfen kann."
Die Priesterin beendete ihre Überlegungen und schaute die anderen an. "All diese Gedanken lassen für mich nur den Schluss zu, dass der Turm für uns nur eine Gefahr ist, der wir aus dem Weg gehen sollten. Ich werde dort nicht hingehen."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 11.07.2010, 19:15:16
"Davon abgesehen, wer weiß wohin die Räuber sind? Solange wir das nicht wissen, braucht keiner versuchen zu behaupten, dass wir irgendwo hier in der Gegend sicher sind. Keiner kann nämlich sagen, ob sie nicht planen uns wieder zu überfallen. Und weil wir das nicht wissen, sollten wir alle zusammenbleiben. Nicht nur wir als Gruppe, sondern die Händler und wir." Schloss sich Mika der Argumentation gegen eine Reise zum Turm an, selbst wenn sie Eretrias Worten auch nicht ganz würde folgen wollen. "Und wenn wir wissen wo diese Typen sind, dann sind wir sehr weit von Sicherheit entfernt.
Weil wir aber ein ganz anderen Auftrag haben, sollten wir lieber von hier verschwinden und hoffen, dass wir ganz weit Heute noch weg kommen. Denn mit jedem Meter weiter weg von hier, wird unsere Sicherheit steigen."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 11.07.2010, 19:38:03
"Wenn sie uns wirklich töten wollen warten sie vielleicht auf dem Weg zur Feste." sagte Rin unbeeindruckt. Mikas Paranoia begann ihr auf die Nerven zu gehen. Gestern hatten diese Räuber alle Gelegenheit der Welt sie alle zu töten, doch offenbar war ihr Interesse minimal gewesen, sonst hätten sie es getan.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 11.07.2010, 23:52:15
"Richtig. Und wenn wir dort in fünf Grüppchen ankommen, dann hat keiner dieser Gruppe eine Chance. Wenn wir als eine Einheit ankommen, dann können wir die Räuber schlagen." Antworte Mika, die sehr froh über den Kommentar von Calfay war. Eine bessere Vorlage hätte die Schreiberin nicht geben können und deshalb nutze die Bardin diese: "Deshalb wäre es das Beste, wenn wir mit den Händlern von hier verschwinden und den Turm uns anschauen, wenn wir unseren Auftrag erledigt haben. Der Turm rennt uns nicht weg. Das Mädchen schon. Das Mädchen läuft weiter und weiter, während wir hier diskutieren. Das Mädchen wir noch viel weiter vorankommen, wenn wir jetzt noch zurück zum Turm gehen und dort einen Tag rumsuchen und uns vielleicht in totaler Unterzahl mit den Räubern schlagen müssen."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 12.07.2010, 10:06:38
Eretria schüttelte den Kopf über Calfays Überlegungen.
"Ich glaube nicht, dass die Räuber die Hauptstraße zwischen Himmelstor und der Großen Feste tatsächlich sperren können, um uns abzufangen. Das ist abwegig und tatsächlich ein wenig sinnvolles Argument. Natürlich kann der Weg zur Großen Feste auch gefährlich sein. Dies ist aber weder ein Argument für diesen Weg, noch einer dagegen. Die allgemeine Gefährlichkeit spielt doch keine Rolle."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 12.07.2010, 12:47:36
Wieder verstrickten sie sich in fruchtlose Diskussionen und Auseinandersetzungen, die bald eskalieren würden. Milan wollte gerne noch auf Beldins Meinung hören, schlug schließlich jedoch vor: "Jeder von unserer Gruppe sollte seine Meinung vertreten können, aber ich denke, es wäre mittlerweile die beste Variante, wenn wir abstimmen. Ich vermerke vier Stimmen für den Weg zur Großen Feste, eine Stimme dagegen und eine zunächst noch mit Enthalt. Die Mehrheit sollte entscheiden." Er legte Calfay beruhigend eine Hand auf die Schulter. "Ich weiß, dass du neugierig auf die Steine bist, aber wir sollten tatsächlich unserem Ziel folgen und nicht jedes Mal abweichen, wenn uns etwas interessant und vielleicht wichtig erscheint. Ich bitte dich daher, der Stimme der Vernunft, der du sonst auch folgst, Gehör zu schenken und mit uns zu gehen, denn ich denke, keiner von uns wird sich von dem nun angestrebten Weg abhalten lassen und ebenso möchte keiner von uns dich alleine ins Unglück rennen lassen." Die Argumentation seiner Freundin konnte Milan zwar nicht in allen Punkten nachvollziehen - besonders als sie den Propheten erwähnte, der sie ja angeblich beschützt hatte, mehr oder minder, ließ ihn doch aufhorchen. Empfand sie doch mehr für ihn? Nein, jetzt war nicht die Zeit, sich darüber Gedanken zu machen, auch wenn er bemerkt hatte, dass Eretria sich seit der Begegnung ziemlich verändert hatte. "Calfay, komm schon, ring dich durch. Ich verspreche dir auch, dass ich dich höchstpersönlich zum Lagerhaus begleiten werde, sobald wir das Mädchen gestellt haben." Milan hoffte, dass die Schreiberin nachgeben würde, denn anders würden sie nicht auf einen Punkt kommen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 13.07.2010, 14:26:11
Rin war bereit für die nächste Runde als Milan ihr zuvor kam. Dieser Charmeur! dachte sie sich. Es war ein Angebot das sie nicht ablehnen konnte und sie war sicher dass er das ganz genau wusste.
"Okay. Ich nehme an diese Steine wird niemand mitnehmen wollen, also werden sie sicher noch da sein. Aber merke dir Milan, solltest du mich auf dem Rückweg hängen lassen werdet ihr ohne mich nach Himmelstor reisen müssen."
Da das nun geklärt war konnte es ja weitergehen. Je eher sie den Auftrag erledigt hatten, desto eher konnte sich Rin ihrer Forschung widmen... auch wenn es noch einige Wochen dauern würde. Wahrscheinlich würde auch Mika sich wieder einkriegen wenn sie merkte dass an der Straße keine Räuberbanden darauf warteten dass kleine, unschuldige Bardinnen vorbeikamen, die sie ermorden konnten.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 13.07.2010, 17:08:06
Milan war sichtlich erleichtert, als Calfay endlich zu stimmte. Er nickte zu ihrer Warnung und grinste dabei besonders breit, weil er einfach froh darüber war, dass nun nur noch Beldin zwischen ihrem Weiterziehen stand, wobei er glaubte, dass der Elf auch Vernunft walten lassen würde. "Ich denke, damit haben wir das Problem so gut wie gelöst, oder Beldin?" Milan ignorierte absichtlich die gereizte Stimmung, die trotz alledem noch in der Luft hing, und freute sich, dass es jetzt bald weitergehen würde, auch wenn ihn die Aussicht, bald wieder zuhause zu sein, nicht sonderlich begeistern konnte.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 14.07.2010, 00:20:33
Mika hat Eretria total schockiert angeschaut, nachdem die Priesterin sich wieder zu Wort gemeldet hatte. Sie Bardin konnte nicht fassen, was sie zu hören bekam.
Natürlich stimmte es, dass es nicht sehr wahrscheinlich war, dass die Räuber auf der Straße lauern werden, dennoch war es ein Argument für das Zurücklassen des Turmes. Aber deshalb gab es keinen Grund die Theorie offen zu verwerfen, zumindest nicht von der Priesterin, die doch auch so schnell wie möglich nach Handelsfest wollte.
Es ging nicht in Mikas Kopf hinein, was sich Eretria dabei dachte. Es schockierte sie so sehr, dass eine scheinbar Verbündete in dieser Diskussion ihr grundlos in den Rücken gefallen war, dass sie gar nicht wusste wie sie reagieren sollte und blieb wie gelähmt stehen.
Mika fragte sich immer wieder, wie Eretria dies tun konnte. Die Priesterin selbst hatte eine noch viel haarsträubendere Theorie an den Haaren herbeigezogen und stellte dann eine deutlich wahrscheinlicheres Szenario in Frage, das dazu diente ihre wirre Geschichte zu unterstützen. Das war vollkommen Widersinnig.

Während Milan dann die Sachen zum Guten wandte, fragte sich Mika noch, was wohl rauskommen würde, wenn sie jetzt anfangen würde den Blödsinn in Frage zu stellen, den Eretria von sich gegeben hat. Vor allem war es, nach Meinung der Bardin, vollkommen bescheuert gewesen, dass die Priesterin die junge Frau Namens Arue erst der Kooperation mit den Räubern beschuldigte und dann mitschleppen wollte.
Immernoch mit leicht geöffneten Mund stand Mika da, als Calfay endlich Einsicht zeigte und von ihrem Plan die Steine zu suchen absah.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Beldin Gilvaran am 14.07.2010, 12:27:30
"Nein, haben wir nicht, Milan!" Beldin schüttelte den Kopf.

"Das Problem ist, dass sich diese Frage nicht mit Vernunft lösen lässt. Meine Vernunft sagt mir, dass die Ereignisse der letzten Tage, die uns an diesen Ort gebracht haben, gar nicht geschehen sein können. Meine Vernunft sagt mir, dass ich mich in einem üblen Alptraum befinde, aus dem ich aus irgendeinem Grund nicht erwachen kann.

"Dem ist aber nicht so. All diese Dinge sind geschehen. Mir nahestehende Personen wurden ermordet oder haben sich selbst das Leben genommen, ich habe dem Geist eines Mörders meinen Körper überlassen und wurde selbst als die Wiedergeburt eines Mörders bezeichnet. Ich habe neuerdings Einblick in die Welt der Geister, ohne auch nur annähernd zu verstehen, was ich da sehe. Und mir wurde gesagt, dass ich von der Schicksalsspinne Yika persönlich auserwählt worden sei.

"Meine Vernunft kann das alles nicht fassen. Bleibt mein Instinkt. Und der sagt mir, dass ich der alten Kay vertrauen kann, das stimmte, was sie mir sagte. Der sagt mir, dass wir uns in einem Netz bewegen, indem der Zufall nur scheinbar ist, in dem scheinbar zusammenhanglose Ereignisse sich tatsächlich zu einem Sinn zusammenfügen, auch wenn wir diesen vielleicht nicht erkennen können.

"Ist Mika vernünftiger als Calfay und ich, wenn sie uns die Worte im Mund verdreht und uns irgendwelche Motive unterstellt, die sie sich aus der Luft zusammengesponnen hat, um auf diese Weise ihren Willen durchzusetzen?

"Ist es Eretria, die Misstrauen gegen Arue und Maruiko streut, um auf diese Weise die Argumente zu entkräften, die für eine Untersuchung dieses Lagerhauses sprächen? Und die es scheinbar auf irgendeine Weise geschafft hat, Maruiko mundtot zu machen, weswegen wir anderen uns nicht selbst ein Bild machen können?

"Ist es vernünftig, auf die Untersuchung zu verzichten, obwohl wir Hinweise darauf haben, dass dort etwas sein könnte, was uns hilft, nicht mehr so im Nebel herumzustochern wie wir es tun? Ist es überhaupt vernünftig, uns gegenseitig zu vertrauen, obwohl wir voneinander ähnlich wenig wissen, wie über Arue, Maruiko oder diese Ritter der Morgensonne?

"Mit Vernunft hat das alles nicht viel zu tun, dazu fehlt es uns an Informationen. Denen wir, wie es scheint, großräumig aus dem Weg zu gehen beschlossen haben."


Beldins Gesicht wirkte für einen Moment eingefallen, nur seine Augen brannten.

"So sehr es mir missfällt, mein Verstand hilft mir hier nicht viel weiter. Mir bleibt nichts, als auf meinen Instinkt zu vertrauen. Und der sagt mir, dass es kein Zufall ist, dass wir auf diese Ritter gestoßen sind, dass es auch kein Zufall ist, dass dieser Geist Arue ausgerechnet hierher befördert hat. Es ist mein Instinkt, der mir rät, dieses Lagerhaus zu untersuchen. Es ist mein Instinkt, der mir rät, die Hinweise des Schilds ernst zu nehmen."

Beldins Blick bohrten sich tief in Milans Inneres.

"Mein Instinkt sagt mir allerdings auch, dass wir uns es nicht leisten können, uns in törichten Streitereien selbst zu zerfleischen. Was uns fehlt, ist ein Anführer, jemand, der das letzte Wort hat, der im Falle des Falles eine Entscheidung trifft, der zu folgen sich alle einverstanden erklären. Was auch der eigentliche Grund ist, warum ich dieses Gespräch wollte."

Ein feines Lächeln glitt über Beldins Gesicht.

"Nun tu ich mir mit Eretria und Mika genauso schwer wie die beiden mit mir. Ich wäre nie bereit, die Autorität der beiden anzuerkennen, wie sie auch meine niemals akzeptieren würden. Dazu sind wir drei die Personen, denen ich im Moment von allen Anwesenden am wenigsten über den Weg traue."

Sein Lächeln vertiefte sich.

"Calfay? zu ungestüm. Waldemar? zu wortkarg. Beiden fehlt der Wille, für andere zu entscheiden. Arue? Ein zu frischer Faden im Gewebe der Schicksalsspinne, als das ich ein Urteil fällen könnte, weiss ich ja nicht mal, ob ihr Faden mit dem unseren tatsächlich verbunden ist.

"Bleibt nur noch einer. Ein bißchen jung vielleicht, manchmal etwas zu naiv, aber lernwillig und -bereit, vorurteilslos und bereit abzuwägen. Alles in allem mit recht guten Voraussetzungen begabt, würde ich meinen. Sagt zumindest mein Instinkt."


Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 14.07.2010, 13:03:08
Kaum hatte Beldin seine Rede beendet, geschah etwas. Es war nur für ihn sichtbar, und im ersten Moment hielt er es nur für seltsame Schatten... doch dann erkannte er es.

Dunkle Fäden, die sich über den Boden zogen, von einem Mitglied ihrer Gruppe zum anderen. Es ähnelte einem Spinnennetz, und jede Person stellte einen Eckpunkt dieses Netzes dar. Sie waren weniger wie Fliegen, die in dem Netz gefangen waren, als selbst Teil des Netzes, Fundamente sogar.

Auch Arue war Teil des Netzes. Und für einen Moment glaubte Beldin, dass das Netz um Milan besonders stark zu sehen war. Bis er erkannte, dass es nur so schien, weil auch Maruiko - den Milan mit sich führte - in das Netz eingebunden war.

Kaum hatte der Elf die Strukturen erkannt, verschwanden sie auch schon wieder, als hätte es sie nie gegeben.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 14.07.2010, 15:53:59
Als Beldin verkündete, dass das Problem noch nicht gelöst sei, fuhr Milan zusammen und folgte gespannt der Ausführung des Elfen, wobei ihm im Verlauf der Rede mehr und mehr das Kinn auf die Brust sank. Am Ende starrte Milan Beldin mit offenem Mund an. Er konnte nicht glauben, was der Elf gerade gesagt hatte. Nicht angesichts der Ereignisse, die hinter ihnen lagen. Nicht angesichts seiner eigenen, zum größten Teil dummen Entscheidungen und Reaktionen. Ja, vielleicht war er ein wenig überlegter geworden, seit er mit seinen Freunden reiste, aber das reichte nie und nimmer, um der Anführer dieser Gruppe zu werden. Er würde sie alle ins Unglück führen. Beldins Lächeln und sein durchdringender Blick sorgten schließlich dafür, dass Milan den Kopf senkte und zu Boden sah, wobei sich sein Gesicht verdunkelte.

"Ich glaube, du bist verrückt geworden"
, murmelte er leise und es war nicht ersichtlich, ob er Beldin damit meinte oder sich selbst, weil er nicht fassen konnte, was sein Freund gesagt hatte. Er mochte Beldin, er war es, seit sie Himmelstor verlassen hatten, der ihm die stärkende Hand Hauptmann Tryanns ersetzt hatte, aber dass er jetzt so etwas sagte, erschütterte Milan in seinen Grundfesten. Hätte Tryann diesen Vorschlag gemacht? Niemals. Wären seine anderen Freunde je darauf gekommen? Auf gar keinen Fall. Nicht einmal sein Vater wäre so töricht gewesen, ihm irgendwelche Verantwortung zu übertragen. Vor allem da er sich noch immer viel zu sehr mit sich selbst beschäftigte, wie gerade eben auch wieder.

Deshalb hob er schließlich den Kopf: "Deine Worte sind wie immer sehr gut gewählt, Beldin. Ich hatte zwar gehofft, wir könnten die Diskussionen endlich beenden, aber mir war klar, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen war." Er lächelte den Elfen an und ließ erkennen, wie sehr er ihn schätzte. "Wahrscheinlich ist Vernunft gerade in dieser Situation ein schlechter Berater, aber wir müssen uns wohl einen auswählen. Das Problem ist, dass unsere Instinkte und unsere Gefühle uns in unterschiedliche Richtungen laufen lassen würden, weil wir trotz dem Gedanken, dass wir zueinander gehören, zum Teil alle verschiedene Hintergründe und Charaktere aufzuweisen haben. So bleibt nur noch die Vernunft, um einen gemeinsamen Weg auszuwählen, auch wenn es vielleicht nicht immer der richtige ist." Er sah kurz zu Eretria, dann wieder seinem Freund ins Gesicht. "Du kannst Eretria fragen, ich habe mit der Vernunft auch gerungen, doch erscheint sie mir momentan als einzige Lösung unseres Problems. Auch gegen alle meine Neugier und gegen die Worte eines Schildgeistes, den ich als vertrauenswürdig ansehe und den ich mag, auch wenn er von einer anderen Macht gelenkt wird."

"Was den Anführer angeht, sprichst du ein wahres Wort. Und ebenso, dass es schwierig sein wird, einen von uns für diese Position zu wählen, auch wenn ich mir sicher wäre, wem ich mein Vertrauen schenken würde." Milans drückte Eretrias Hand, obwohl seine eigene reichlich zitterte. "Ich fürchte, dass so eine Wahl aber erneut zu Schwierigkeiten und Diskussionen führen würde, die wir jetzt - in diesem Moment - einfach nicht gebrauchen können." Ja, ein Anführer hätte ihr Problem gelöst, indem er einfach eine Entscheidung getroffen hätte, aber die Wahl eines Anführers hätte doch zum selben Problem der Unentschlossenheit geführt. "Ich danke dir für deinen Vorschlag und das Vertrauen, das du mir damit entgegen bringst. Und vielleicht bin ich irgendwann der Mann, der es auch verdient. Aber noch nicht heute. Ich bin viel zu oft mit mir selbst und meinen albernen Problemen mit mir beschäftigt, als dass ich mich um euch kümmern könnte und um das Wohl unserer Gruppe, auch wenn ich es gerne will." Das Lächeln veränderte sich und wurde ein wenig verlegen. "Ha, und ich glaube, wenn ihr mir die Verantwortung übertragen würdet, ich würde alle Vernunft über Bord werfen und doch zum Lagerhaus gehen." Er begann zu lachen und sich selbst für das zu schämen, was Maruiko bereits gesagt hatte: seine Wankelmütigkeit. Allerdings war es nicht die ganze Wahrheit - wahrscheinlich würde er jetzt wirklich zur Großen Feste weiterziehen - , denn Milan wollte die anderen, insbesondere Eretria, Mika und Waldemar, nur dazu bringen, ja nicht auf den Vorschlag von Beldin einzugehen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Beldin Gilvaran am 14.07.2010, 17:47:32
Beldins Augen waren nach seiner Rede für einen Moment glasig geworden. Als sie sich wieder klärten, blickte er langsam von einem zum anderen, wob sein Blick auch Arue und den Schild mit einschloss.

"Jetzt bin ich mir sicher." murmelte er, dann wandte er sich wieder Milan zu. Ein wehmütiger Schein lag in seinen Augen.

"Deine Bescheidenheit ehrt dich, junger Freund, und gerade deswegen glaube ich, dich richtig einzuschätzen. Einst kannte ich einen jungen Mann, der dir in vielem ganz ähnlich war. Auch diesem wurde eine große Zukunft vorhergesagt, allerdings mangelte es ihm an deiner Bescheidenheit und deiner Bereitschaft, auf den Ratschlag anderer zu hören. Ihm wurde das zum Verhängnis, doch bei dir sehe ich diese Gefahr nicht.

"Und niemand verlangt von dir, uns eigenmächtige Befehle zu erteilen, aber was wir brauchen, ist jemand, der nach Abwägung aller Argumente eine Entscheidung fällen kann, wenn wir uns nicht zu einigen imstande sind. Eigentlich kann ich nur für mich sprechen, aber so wie ich die Sache sehe, würde Eretria dir ihr Leben anvertrauen und auch Mika scheint in einer besonderen Verbindung zu dir zu stehen, auch wenn ich diese nicht verstehe. Und ich..."
, für einen kurzen Moment schien Beldin mit sich zu ringen, "ich vertraue dir."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 14.07.2010, 19:23:51
Kurz darauf wurde für Mika alles noch verwirrender und sie glatt die Geschichte um Eretria vergaß. Die Mund der jungen Frau blieb trotzdem offen stehen, als sie Beldin hörte.
Im ersten Moment hatte Mika gedacht, dass Milan wohl kaum die Kompetenz als Anführer besitzen würde. Auch sie hatte das Bild einen Jünglings vor Augen, der kaum alleine stehen kann. Aber die Bardin musste zugeben, dass Milan in den letzten Tagen so manches Mal Vernunft bewiesen hat. Vor allem in der jetzt laufenden Diskussion hat er als Einziger einen kühlen Kopf behalten und es vermocht die ganze Gruppe - Beldins Wille schien für ihn auch nur ein kleines Problem darzustellen - dazu zu bringen, seinem Wunsch nachzukommen, den Turm erstmal unbesichtigt zurückzulassen.
Dass Mika dazu bereit war Milan eine Chance zu geben, lag vielleicht auch daran, dass dieser ihren Weg für den Richtigen auserkoren hatte, aber wer außer ihr wusste das schon, als sie sagte: "Wenn es Ruhe bringt und Milan von seiner Idee absieht, sich vielleicht doch umzuentscheiden, könnten wir gern darüber reden, dass er das letzte Wort hat. Ich muss zugeben, dass er sich in den letzten Tagen als die beste Wahl präsentiert hat."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Lucanor am 14.07.2010, 20:31:45
Gespannt lauschte Arue dem Gespräch, jedenfalls bis zu der Stelle als sie beschuldigt wurde mit den "Rittern der Morgensonne" gemeinsame Sache zu machen. Vor ihrem inneren Auge sah sie das was sie verdrängen,  vergessen und hinter sich lassen wollte. Sie erinnerte sich wie die einfachen Leute alles zur Hand nahmen was sie gerade zu fassen bekamen, mit der Absicht schmerzen zuzufügen ... oder gar schlimmeres. Es würde wieder so kommen ... bald ... da war sie sich nun ganz sicher.

Erst als Beldin endlich sprach konnte sie sich aus diesen Gedanken losreißen. Und folgte aufmerksam seinen Ausführungen. Allerdings gab es so einiges was sie nicht verstand. Wer soll dieser Maruiko sein von dem hier anscheinend öfter gesprochen wird? Sie war sich sicher das niemand in dieser Runde so hieß. Und dann war da natürlich wieder dieses Gerede über das Schicksal diese Yika und ... Moment ... was sagten sie noch gleich was ihr Auftrag wäre? Ein Mädchen zu verfolgen? Warum sollte jemand ein einfaches Mädchen verfolgen. Wer sind diese Leute eigentlich. Waren sie am ende irgendwelche Kopfgeldjäger? Wenn dem so wäre, dann wäre es am besten wenn sie schleunigst von hier verschwinden würde.

Erneut war Arue in ihrer eigenen kleinen Gednkenwelt gefangen und merkte nicht einmal das sie inzwischen begann etwas Abstand zu der Gruppe zu nehmen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 15.07.2010, 08:16:28
Eretria hörte den Ausführungen Beldins aufmerksam zu. Als der Elf davon sprach, dass sie Misstrauen schüre, schüttelte sie den Kopf, aber sie antwortete nicht auf diese Unterstellung. Stattdessen wunderte sie sich über den Vorschlag, den der Elf am Schluss seiner Ausführungen machte. In gewisser Weise war dies ein zu erwartender Vorschlag gewesen, obwohl die Priesterin tatsächlich bezweifelte, dass die Ernennung eines Anführers verhinderte, dass die Gruppe unterschiedlicher Meinung über den Weg war.
"Ich denke, es ist viel wichtiger, dass jeder von uns die Entscheidungen akzeptiert, die getroffen werden. Ich denke auch, dass wir durch eine Mehrheit entscheiden sollten und nicht ein einzelner diese Bürde tragen sollte. Wenn also jetzt die Mehrheit von uns der Meinung ist, wir sollten zur Großen Feste gehen, benötigen wir keinen Anführer, der dies verkündet. Ich glaube, dass wir uns nur darauf einigen sollten, dass wir gemeinsam dieses Unterfangen angehen." Die Priesterin schaute in die Runde, um zu sehen, ob jeder ihren Ausführungen folgte.
"Vielleicht mag es dich überraschen Beldin, aber ich würde allen, die hier stehen und mit mir in Himmelstor gegen den Kult gekämpft haben diese Aufgabe, wie du sie beschreibst zutrauen und sie als Anführer akzeptieren. Ich sehe eigentlich eher das Problem darin, dass es hier Leute gibt, die gar nicht abwarten können bis man sich besprochen hat." Der Blick der Priesterin ging bei diesen Worten zu Calfay, die vor diesem Gespräch offensichtlich einfach loslaufen wollte und nur von Milan aufgehalten worden war.
Nachdem sie ihre Überlegungen erklärt hatte, schaute sie den anderen nacheinander ins Gesicht.[1] Dann blieb ihr Blick an Arue hängen. "Wollt ihr uns verlassen oder warum tretet ihr aus dem Kreis?"
 1. Umschauen (http://games.dnd-gate.de/index.php/topic,4464.msg623303.html#msg623303)
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 15.07.2010, 09:40:14
"Wenn wir hier von Vertrauen reden, muss ich Dich herausnehmen, weil Du irgendwie doch ... ich weiss nicht wie ich sagen soll - merkwürdig bist, und einige seltsame Dinge mit Dir vorgehen. Ich weiss jedoch, dass Du vernünftig bist, und solage Du bei klarem Verstand bist kann man mit Dir bedenkenlos zusammenarbeiten." Diese Worte gingen gezielt an Beldin, auch das Erlebnis als Beldin ihn darum bat ihn auszuschalten, wenn eine andere Macht Kontrolle über ihn übernimmt trug dazu bei. Dann drehte er sich zu Arue "Dich kenne ich noch nicht um mir ein Urteil zu bilden, aber ich bin gerne bereit Dir eine Chance zu geben. Mauriko traue ich hingegen nicht. Das bedeutet nicht, dass ich ihn für einen Lügner halte, aber alles was er sagt, wird in erster Linie zu seinem Vorteil sein, auch wenn es derzeit vermutlich so ist, dass unsere Ziele in der selben Richtung liegen. Dem Rest hier würde ich problemlos vertrauen, selbst Mika, mit der ich schon einige Streitereien hatte."
Nach einer kurzen Pause fuhr er fort:
"Was unseren weiteren Weg betrifft, bin ich definitiv dagegen dass wir uns Aufteilen. Ich würde es vorziehen das Mädchen zu verfolgen, wie es unser Auftrag ist, und den Turm auf dem Rückweg nach Himmelstor zu untersuchen."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Lucanor am 15.07.2010, 10:30:40
Erneut schrak Arue hoch als sie angesprochen wurde. Etwas verwirrt sah sie sich um und bemerkte erst jetzt das sie tatsächlich etwas Abstand genommen hatte.
Oh nein, wenn ich zu offensichtlich etwas unternehme dann glauben sie am Ende doch noch das ich zu ihren Feinden gehöre. Ich muss schnell was erzählen, wer weiß was die sonst mit mir anstellen. Lass dir was einfallen Arue!
Etwas zögerlich begann sie schließlich zu Antworten. "Ähm nein, ich wollte nur ... ich dachte es wäre besser wenn ihr eure Differenzen untereinander Klärt. Ich als außenstehende wollte euch nur etwas Privatsphäre lassen. Denn auch wenn ich eingeladen wurde denke ich das es mich eigentlich nichts angeht was ihr hier besprecht." Während sie sprach versuchte sie so ehrlich wie möglich zu wirken, so dass nicht sofort erkannt würde das sie eigentlich aus einem anderen Grund lieber gehen würde.[1]
Hoffentlich reicht ihnen das als Erklärung. Nur keinen Verdacht erregen und dann bei der nächstbesten Gelegenheit das Weite suchen.
 1. Bluffen: 21
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 15.07.2010, 10:53:13
Die Worte der Schneiderin schienen ihre Wirkung nicht zu verfehlen. "Es ehrt euch, dass ihr euch zurückziehen wolltet. Aber Beldin meint ja, dass ihr irgendwie dazu gehört." Die Priesterin warf dem Elfen einen kurzen Blick zu. "Auch wenn ich nicht immer mit ihm einer Meinung bin, hat er was solche Dinge angeht ein gutes Gespür. Ihr solltet hier bleiben."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 15.07.2010, 16:32:21
Beldins Rede überraschte Rin. Wann war dieser Elf das letzte Mal so gesprächig gewesen? Und nicht nur das, wahrscheinich hatte er mit den fantastischen Dingen die er sagte sogar Recht. In Gedanken machte sie eine Notiz ihn später über alles auszufragen das sie nicht verstanden hatte. Zunächst galt ihr Interesse einem anderen Punkt, nämlich der Diskussion über einen Anführer.
Auch sie hielt Milan für geeignet und vertrauenswürdig. Doch das schien er selbst anders zu sehen. Sicher hatte er Angst davor die Verantwortung für alles übernehmen zu müssen, was die Gruppe machte. Vielleicht brauchte er auch nur etwas Zeit sich mit dem Gedanken anzufreunden, denn sie war sicher dass er das konnte wenn er es wollte.
"Dein Vorschlag ist gut Beldin, nur solltest du auch Milans Wünsche bedenken. Wenn er kein Anführer sein will sollten wir ihm diese Rolle nicht aufdrängen. Von den anderen sehe ich auch niemanden die Hand heben und sich freiwillig melden, also wird die Entscheidung wohl warten müssen."
Gerne hätte sie noch etwas zu dem Gegenstand im Turm/Lagerhaus gesagt. Natürlich wusste sie dass es dort nicht nur Steine gab und dass was immer das Mädchen dort versteckt hatte in einem Monat womöglich einen neuen Besitzer gefunden hatte. Wenn keiner hingehen und nachsehen wollte, dann war es halt so und sie mussten hoffen dass es entweder nichts Wichtiges oder Gefährliches war, oder dass Maruiko sich geirrt hatte und es gar nicht mehr dort war.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 15.07.2010, 19:58:05
Milan geriet von einem Gefühlszustand in den nächsten. Als Mika kundtat, dass sie ihn auch für die momentan beste Wahl hielt, war er vollkommen irritiert. Als Arue sich dann davon machen wollte und schließlich auch Eretria von der Anführerfrage ablenkte, war er leichtert, nur um kurz darauf wieder in eine Schockstarre zu verfallen, als Calfay auf das leidige Thema zurück kam, ihm allerdings gleich alle Bedenken nahm. "Ganz deiner Meinung."

Er sah sich nach der Händlerkarawane um. "Mann, die Zeit rennt vielleicht. Wir sollten jetzt zusehen, dass wir uns reisebereit machen und weiter gen Große Feste ziehen..." Seine Stimme wurde leiser, verlor sich beinahe: "Da werde ich euch beweisen, dass ich die schlechteste Wahl bin." Dabei konnte er Beldin allerdings nicht ansehen, denn für den Elfen war die Frage nach ihrem weiteren Weg ja noch gar nicht geklärt gewesen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 16.07.2010, 01:37:32
"Im Moment ist er aber unser Anführer. Und das ohne irgendwelchen Druck." Kommentierte Mika die Worte von Calfay, die Milan die Wahl der Rolle geben wollte.
"Ich bin übrigens dann fast soweit. Gepackt habe ich alles und mein Pferd ist auch bereit. Ich sollte nur nochmal meine Laute kurz zur Hand nehmen." Sagte die Bardin kurz darauf und ließ damit auch das Gespräch über die Anführerfrage fallen. "Dauert nicht lange. Sagt einfach bescheid, wenn es dann los geht. Manche haben ihr Lager ja noch nicht abgebrochen."
Danach zog sich Mika dann zurück und packte ihre Laute aus, um noch ein wenig zu üben und mit der Magie das kleine wenig Magie zu rufen, zu dem sie fähig war.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 16.07.2010, 08:12:19
Als Milan, wenn auch eher schüchtern, die Entscheidung traf, in welche Richtung sie nun gehen würden, lächelte die Priesterin ihn an.
"Gut, Milan hat entschieden, also geht es los. Wir können ja Arues Wagen für den sperrigen Teil der Ausrüstung benutzen." Damit war für die Priesterin alles entschieden. Nun war es an der Zeit, dass sie aufbrachen, denn ihr war durchaus bewusst, dass ihr Freund noch recht wankelmütig war. Sie glaubte aber fest daran, dass er sich in diese Aufgabe hinein steigern würde und mit etwas Glück war er wesentlich selbstbewusster, wenn sie die Große Feste erreichten. Und dort, war sich Eretria sicher, war es notwendig, denn irgendwie hatte sie die Befürchtung, dass der Aufenthalt bei Milans Eltern noch eine ganz besondere Herausforderung darstellen würde.
Sie wandte sich an Arue. "Kommt, ihr könnt mir ein wenig helfen, das Zelt auf euren Wagen zu heben, denn je schneller wir fertig sind, umso eher verlassen wir diese gefährliche Gegend." Die Priesterin wollte damit gleich zwei Dinge kombinieren, die ihr wichtig waren. Zum einen beschleunigte sich ihre Abreise, zum anderen konnte sie die Frau im Auge behalten, der sie am wenigsten traute in dieser seltsamen Gemeinschaft. Noch immer glaubte Eretria, dass Arues Geschichte wenig überzeugend war.
Bevor sie sich aufmachte, ihre und Milans Sachen zu holen, um sie auf den Wagen zu legen, der der Schneiderin gehörte, lächelte sie ihren Freund kurz zu. "Das hast du gut gemacht, Milan. Du wirst es richtig machen und ich werde dich immer unterstützen dabei." Die Worte waren leise an ihren Freund gesprochen und wurden von einem schnellen Kuss begleitet. Dann drehte sie sich um und begann mit der Aufgabe, die Sachen auf den Wagen der Schneiderin zu verladen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Beldin Gilvaran am 16.07.2010, 09:15:13
Beldin hatte das weitere Gespräch mit unbewegtem Gesicht verfolgt. Als er sich nun anschickte, sich ebenfalls reisefertig zu machen, blieb er zuvor noch kurz bei Milan stehen.

"Siehst du, das war doch ganz einfach. Es wird natürlich spannend sein zu sehen, ob die beiden Kätzchen auch so zahm bleiben, wenn du dich mal nicht in ihrem Sinne entscheidest, aber der Anfang ist gemacht."

Kurze zeit später war er abreisefertig.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Lucanor am 16.07.2010, 10:05:13
Arue wollte erst etwas erwidern als vorgeschlagen wurde ihren Wagen zu nutzen, lies es dann aber am Ende sein und Antwortete nur mit einem kurzen Nicken. Dann folgte sie der Priesterin um ihr zu helfen.
Als sie gerade anfangen wollte die Sachen aufzuladen fiel ihr etwas auf. Sie hatte sich nach den Geschehnissen des heutigen Tages noch garnicht die Mühe gemacht den Wagen genauer zu überprüfen. Dieser wurde ja heute ordentlich durchgeschüttelt und dementsprechend war auf der Ladefläche ein heilloses Durcheinander. "Einen Moment bitte, ich muss nur ..." Sie lies den Satz unvollständig und kletterte auf den Wagen. Dort begann sie sofort blitzschnell und mit akribischer Sicherheit ihre Sachen so zu Ordnen wie sie es gewohnt war. "Der Stoff kommt hier hin ... und das hier ... und das dort ..." Für einen Augenblick schien es so als würde sie, mal wieder, alles um sich herum zu vergessen. Als sie endlich fertig war wandte sie sich an Eretria."So, jetzt können wir." Sie streckte die arme aus um die Sachen welche Eretria auf den Wagen laden wollte in Empfang zu nehmen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 16.07.2010, 12:25:44
Milan sah Mika kurz dabei zu, wie sie ihre Laute spielte, bevor er von Eretrias Worten überrascht wurde. Hatte er nicht gerade eben die Rolle des Anführers abgelehnt? Seufzend ließ er die Schultern sinken, als auch Beldin so etwas in der Richtung andeutete. Hielt denn hier überhaupt niemand mehr zu ihm? Wenn sein Vater erfahren würde, dass sie ihn zum Anführer mehr oder weniger gemacht hatten, würde er sie wohl für Narren halten. Sehnsüchtig blickte Milan zurück zum Lagerhaus. Beldin hatte Recht. Wie würden Eretria, Mika und Waldemar reagieren, wenn er sich mal gegen sie entschied? Er sah zu seiner Priesterin und hatte irgendwie das Gefühl, dass diese Anführerrolle vielleicht auch ihre Beziehung und nicht nur seine Nerven ordentlich strapazieren würde.

Er sah zu Calfay und Waldemar, die noch bei ihm standen, und meinte: "Na dann, lasst uns gehen." Er atmete tief durch und half dann Eretria, das Gepäck auf Arues Wagen zu verladen, wobei er mit einem eher verwirrten Lächeln das Treiben der Schneiderin beobachtete. Und die junge Frau sollte mit den Räubern zusammen arbeiten? "Also wenn du mich fragst, erinnert sie mich eher ein kleines bißchen an unseren gnomischen Freund, der sich jetzt wahrscheinlich an den Mondsicheln festhält, um nicht runter zu fallen, als an eine gefährliche Räuberbraut", flüsterte er Eretria zu. Er zuckte mit den Schultern und reichte Arue die verschiedenen Sachen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 16.07.2010, 12:37:24
Nach der Versammlung gesellte Rin sich zu Beldin. Sie hatte schon länger eine Gelegenheit gesucht ihn auszufragen und da er an diesem Tag ungewöhnlich gesprächig war wagte sie einen Versuch.
"Hättest du etwas Zeit?" erkundigte sie sich ruhig. Bevor er ablehnen konnte fuhr sie fort "Diese Dinge die du sehen kannst und sonst niemand...könntest du sie beschreiben?"
Die ex-Schreiberin hatte immer noch ihr Notizbuch zur Hand und zückte nun auch noch einen Stift, bereit Beldins Beobachtungen auf dem Papier zu verewigen... offensichtlich würde es nicht leicht werden ihr zu entkommen, sollte der Elf das vor haben.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Beldin Gilvaran am 16.07.2010, 14:59:10
Irritiert, dann mit etwas schärfe im Blick starrte Beldin Clafay für einen Moment an, dann lachte er trocken auf.

"Möchtet Ihr etwa eine wissenschaftliche Abhandlung über mich scheiben? "Über elfische Halluzinationen" vielleicht?"

Er schüttelte den Kopf.

"Ich weiss nicht was es bringen soll, abe wenn ihr meint. Oft sehe ich leider nur einen Schatten aus dem Augenwinkel, der sofort verschwindet, wenn ich genauer hinschaue. So ging es mir heute bei Arue, so ging es mir aber auch schon zuvor. Nur manchmal sehe ich mehr. Vorhin zum Beispiel , als ich über Yikas Netz gesprochen habe, konnte ich für einen Moment lang tatsächlich ein Gewebe vor meinem inneren Auge sehen, dass uns alle umfasste, Euch, mich, auch Arue und sogar den Schild. nicht als Gefangene dieses Netz, falls ihr das denken solltet. Eher als die Eckpunkte des Netzes, zwischen denen das Gewebe aufgespannt ist.

"Um ehrlich zu sein, ist das auch der einzige Grund, warum ich nicht einfach alleine zu diesem Lagerhaus aufbreche. Wenn wir alle Teil dieses Netzes sind, und falls dieses Netz wichtig ist, wie ich vermute, dann wäre es töricht, es aufzusprengen und damit zu zerstören. Auch wenn ich es nach wie vor für einen Fehler halte, dieser Spur nicht nachzugehen. Aber wer weiss, vielleicht täuscht mich mein Instinkt ja auch, ich bin es schließlich nicht gewohnt, mich auf ihn zu verlassen."


Der Elf seufzte.

"Wie dem auch sei, die Entscheidung ist gefallen. Vielleicht ergibt das alles ja irgendwann einen Sinn."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 16.07.2010, 16:23:20
Es schien als wüsste der Elf selbst nicht genau was er sah oder nicht sah und was es zu bedeuten hatte. Doch Rin war sich sicher dass er noch mehr wusste. "Ein paar Schatten? Das ist alles?" bohrte sie nach. "Und ein Netz, hm." Waren es klebrige Schicksalsfäden, die sie verbanden? Sehr mysteriös.
Obwohl die Möglichkeit dass Beldin alles aus Spass oder Verwirrung erfand nicht auszuschließen war, fand sie es doch zu spannend um dem nicht nachzugehen. Und noch etwas interessierte sie.
"Du konntest die Schriftzeichen die Arue gefunden hat auch lesen, stimmts? Wie kommt das?"
Solange die anderen noch mit Einpacken beschäftigt waren würde Rin die verpassten Entdeckungen kompensieren, indem sie Beldin erforschte. Vielleicht würde er doch noch nützliche Informationen ausspucken.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Beldin Gilvaran am 16.07.2010, 19:38:25
"Meister Gerom hat mich darin unterrichtet"
Kurz wandte der Elf das Gesicht zur Seite.
"In der Astrologie werden diese Symbole schon seit jeher verwendet, um das gesammelte Wissen vor unbefugten Augen zu schützen...und um die Laien vor dem Wissen zu schützen. Ich in zwar noch kaum über den Status eines Initiaten hinaus gelangt, aber die Kenntnis dieser Zeichen gehört zum Grundwissen meines Berufsstands, wer also die ersten Prüfungen überstanden hat, wird umgehend in ihrer Beherrschung unterwiesen.

"Ich wundere mich allerdings, dass Ihr sie beherrscht. Es ist uns Astrologen streng untersagt, dieses Wissen weiterzugeben, ich wäre daher höchst interessiert, genaueres über Eure Quelle zu erfahren. Dass Ihr so einfach irgendwo darüber gelesen habt, kann ich mir kaum vorstellen."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 16.07.2010, 21:50:53
Durch die langen Diskussionen und Auseinandersetzungen in der Gruppe waren die Händler in der Karawane bereits sichtlich nervös geworden. Als sich die Gruppe dann endlich reisefertig machte, konnte man den Mitgliedern der Karawane ihre Erleichterung deutlich ansehen.

Es dauerte nicht mehr lange, dann war die ganze Reisegemeinschaft bereit, sich wieder auf den Weg zu machen. Der eine oder andere sah sich noch in die Richtung um, in der das Lagerhaus war, doch alle hielten sich nun an die Vereinbarung.

Waldemar blickte forschend in den Himmel. Wenn er die Zeichen richtig deutete, würde es ein angenehmer, sonniger Tag werden. Genau richtig, um die schlimmen Ereignisse des letzten Tages hinter sich zu lassen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 17.07.2010, 08:45:14
Waldemar setzte sich an die Spitze der Karawane, und führte sie wieder auf die Straße und dann weiter Richtung Große Feste.
Dabei hielt er ausschau ob er weitere Zeichen dieser Ritter der Morgensonne entdecken konnte. Wenn er dem Anführer vertrauen könnte wäre er sicher dass sie die Karawahne nicht angreifen würden, aber weder traute er ihm, noch war er sich sicher, dass er das Komando behalten würde. Wenigstens war das Wetter gut, und sie würden gut vorankommen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 17.07.2010, 12:45:45
In den nächsten Tagen verlief die Reise ruhig. Die Räuber tauchten nicht wieder auf, und auch ansonsten gab es keine außergewöhnlichen Begegnungen. Je näher die Karawane der großen Feste kam, desto mehr häuften sich die Erzählungen anderer Reisender über die Taten der Ritter der Morgensonne. Auffällig war, dass die selbst ernannten Ritter den Erzählungen nach bis zu dem Ereignis in der Nähe des Turms tatsächlich niemanden getötet hatten.

Die junge Frau, die den Überfall überlebt hatte, Makae, benötigte in den nächsten Tagen sehr viel von Eretrias Aufmerksamkeit. Die junge Priesterin hatte wenig Erfahrung im Umgang mit Menschen, die einen solch tiefen Schock erlitten hatten, doch sie gab ihr Bestes, um Makae zu helfen.
Es war offensichtlich, dass ihr eigener Geist Makae vor den Erinnerungen schützen wollte, doch Eretria wusste aus den Lehren während ihrer Ausbildung, dass es sich immer rächte, wenn man diese Dinge verdrängte. Schritt für Schritt begleitete sie Makae dahin, sich den Bildern zu stellen, die ihr Geist verschlossen halten wollte. Sie tat es, um der jungen Frau zu helfen, aber auch in der Hoffnung darauf, dass Makae einige offene Fragen würde beantworten können.

Die Träume kamen weiterhin Nacht für Nacht zu den Mitgliedern der kleinen Gruppe – mit Ausnahme des Neuankömmlings Arue. Doch im Gegensatz zu den letzten Tagen wurden die Träume nebliger, die Erinnerungen nach dem Aufwachen schwächer. Was hängen blieb, waren Wiederholungen der Träume, die sie ohnehin schon durchlebt hatten.

Im Gespräch mit Maruiko stellte Milan fest, dass Eretrias Worte den Schildgeist offenbar wirklich getroffen hatten. Er weigerte sich, weiter darauf einzugehen, aber wann immer die Priesterin in die Nähe kam, verfiel Maruiko in Schweigen oder verschwand sogar im Nebel.
Milan gegenüber äußerte Maruiko, dass er es für einen Fehler hielt, nicht zum Turm zu gehen, doch der Schildgeist maß der Entscheidung offenbar nicht genug Bedeutung bei, um seiner Meinung großartig Nachdruck zu verleihen. Er akzeptierte die Entscheidung der Gruppe und erklärte immer wieder, dass das untote Mädchen seinen bisherigen Weg beibehalten hatte, und dass die Gefährten noch immer gut in der Zeit lagen – und vermutlich sogar vor dem Mädchen in Handelsfest ankommen würden.

Schließlich waren sie nur noch eine Tagesreise von der Großen Feste entfernt. Milan spürte, wie sich Nervosität in ihm breit machte. Er kam zurück in seine Heimatstadt, aus der er geflüchtet war, um nicht gegen seinen Willen verheiratet zu werden. Er kam zurück in die Stadt, in der seine Eltern auf ihn warteten. In der sein Vater auf ihn wartete. Je näher sie der Stadt kamen, desto mehr fühlte er sich wie der unreife Jugendliche, der nie den Erwartungen seines Vaters gerecht geworden war.

Erinnerungen kamen hoch, Erlebnisse, Personen... immer begleitet vom abschätzigen Blick seines Vaters. Lob hatte er vor allem von seiner Mutter bekommen, sie war es, die an seinem Leben wirklich Anteil genommen hatte, während sein Vater vor allem die Fortschritte seines Sohnes beobachtet hatte.
Magda von Karence, die beinahe seine Braut geworden wäre. Lémar und Tasha, das Geschwisterpaar, das seit seiner Kindheit zu seinen besten Freunden gehört hatte. Lémar war zu einem echten Lebemann geworden, den Milans Vater als Taugenichts verachtete, und Tasha war zu einer hübschen, aber burschikosen Frau geworden, die sich ganz wie ihr Bruder lieber mit Kartenspielen und Prügeleien beschäftigte, als zu einer edlen Dame zu werden. Vermutlich hatten die beiden ihn sogar unbewusst inspiriert, sein Glück selbst in die Hand zu nehmen.
Tarak, der Stallmeister seines Vaters, von dem Milan in unzähligen Gesprächen mehr über das Wesen der Menschen erfahren hatte als von irgend jemandem sonst. Für Tarak war jeder Mensch wie ein scheues Pferd, das man nur zähmen musste, um zu seinem Herz vordringen zu können.

Ja, es gab einige, die er in der Großen Feste vermisste, und er freute sich, diese Menschen wieder zu sehen. Doch all das blieb überschattet von dem Wissen, dass er sich seinem Vater stellen musste...

Schließlich schlug die Karawane ihr letztes Nachtlager auf. Morgen, am frühen Nachmittag, würden sie in der Stadt ankommen.

Es war gerade in dieser Nacht, als die Träume wiederkehrten. So klar und deutlich, wie sie in der ersten Nacht nach ihrer Abreise aus Himmelstor gewesen waren.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 17.07.2010, 12:46:55
Aliya lächelte Tellion zu. Bald war es so weit. Sie würden die Hohe Weihe erfahren, die sie in die höchsten Ränge ihrer Religion bringen würde. Seit über zehn Jahren hatte niemand mehr diese Ehre erfahren, und die wenigen, die die Hohe Weihe erfahren hatten und noch lebten, waren nicht an politisch bedeutsamen Positionen interessiert.

Sie und Tellion aber bekleideten schon jetzt die Positionen als Priesterkönigin und Oberster Prophet. Seit sieben Jahren herrschten sie über dieses Land. Sie waren viel zu jung gewesen, als man sie erwählt hatte, doch sie waren mit ihren Aufgaben gewachsen. Immer wieder waren sie kritisiert worden, weil sie die höchsten Ämter inne hatten, ohne die Hohe Weihe erfahren zu haben, doch das würde nun enden.

„Aliya.“ Tellions Stimme war sanft, wie immer, wenn er zu ihr sprach. Dennoch bemerkte sie die Dringlichkeit in seiner Stimme. „Es gibt ein Problem. Zwei der Kinder, die erwählt worden sind... sie sind verschwunden.“

Sie runzelte ihre Stirn. „Verschwunden? Was soll das heißen? Wer hat sie...“

Er schüttelte den Kopf. „Ich glaube, sie sind geflohen.“
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 17.07.2010, 12:47:10
Milan blickte in das Tal. Sein Volk hatte hunderte von Höhlen geschaffen, und aus der unbewohnbaren Wüste ein fruchtbares Reich geschaffen. In Jahrhunderten hatten seine Ahnen so viel erreicht, sie hatten dem Boden Leben entrungen, Pflanzen angebaut und Ziegen gezähmt. Sie waren ein friedliches Volk, dessen größte Erfüllung es war, etwas Schönes aus Nichts zu erschaffen.

Vor einem Jahr hatten sie ihn gewählt. Es hatte ihn völlig überrascht – natürlich, er war einer der besten Krieger im Tal, und er verstand sich mit jedem Einzelnen, doch er hatte nie geäußert, dass er ein Interesse daran hatte, sie anzuführen. Shahar und Kudra, das waren die Anwärter, diejenigen, die diese Macht unbedingt wollten. Arelia, die Schamanin, hatte ihm später erklärt, dass sie genau deshalb nicht gewählt worden waren.

Er wünschte, er müsste diese Verantwortung nicht tragen. Bis jetzt war alles in Ordnung gewesen, er hatte alle Aufgaben gemeistert... aber ein Krieg?

Man hatte ihre Nachbarn überfallen und brutal abgeschlachtet. Von den über dreitausend Qamaish gab es nur noch sieben Überlebende. Sieben. Die Qamaish waren ausgelöscht worden, ohne einen ersichtlichen Grund.

Shemiya war nun seine kleine Schwester. Er hatte sie aufgenommen in seine Familie, und kümmerte sich um sie, so gut er konnte. Sie drängte auf Rache, das wusste er. Doch Rache durfte kein Grund für einen Krieg sein. Aber es gab noch einen anderen Grund.

Wenn das Sonnenvolk die Qamaish ohne einen Grund auslöschte, dann würden sie es vielleicht auch bei seinem eigenen Volk tun. Er durfte nicht abwarten, bis es geschah. Er musste ihnen zuvor kommen, und den übermächtigen Feind besiegen, solange er nicht mit einem Angriff rechnete.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 17.07.2010, 12:48:09
Die Dunkelheit war allumfassend. Es war nicht einfach nur der Mangel an Licht... mit ihrer Magie war es ihr durchaus möglich, zu sehen. Doch diese Höhlen strahlten eine Dunkelheit aus, die selbst dann bleiben würde, wenn man die Sonne selbst hier herein brachte.

Sie sah zu ihrem Gefährten. In elfischer Gestalt wanderten sie durch die Höhlen von Garach, auf der Suche nach... nun, nach ihm. Sie blieb stehen. „Was machen wir hier eigentlich?“

Feodor sah sie sie überrascht an. „Was meinst du?“

„Garach... ich meine, glaubst du ernsthaft, dass er uns auch nur zuhören wird? Er wird... ich glaube, er wird unsere Seelen verschlingen, und das war es dann. Er...“

Ihr Gefährte kam näher, legte ihr beruhigend eine Hand auf die Schulter. „Hab keine Angst. Ich weiß, der Plan ist... nun ja, es ist ein Plan, den sich nur ein Mensch ausdenken konnte. Aber du und ich, wir kennen diesen Menschen. Er ist nicht gewöhnlich. Er ist vielleicht der größte Magier, den diese Welt je gesehen hat, erfüllt von einer Macht und einem Verständnis für den Lauf der Dinge, dass selbst wir Drachen vor Neid vor ihm erblassen. Vertrauen wir seinem Instinkt. Ich glaube, dass es funktionieren wird.“

Sie schüttelte den Kopf. Vielleicht gab es eine winzige Chance... aber was, wenn sie sich irrten? Vielleicht würden sie sterben, wenn sie es nicht versuchten, doch zumindest würden ihre Seelen nicht von Garach verschlungen werden.

„Alles in mir schreit danach, umzukehren, Feodor. Ich möchte...“

Sie hielt inne. Gute zehn Schritt von ihnen entfernt hatte jemand den Höhlengang betreten. Der Mensch war bleich, seine Kleidung zerrissen, die Augen mit tiefen Rändern unterlaufen. „Ich... ich suche meine Schmiede. Sie muss hier irgendwo sein.“

Mit leeren Augen sah er sie an. „Oh, Kunden. Ich grüße euch. Seid ihr auf der Suche nach einer neuen Rüstung?“

Ein Verlorener. Sie hatten das Reich der Verlorenen erreicht. Es war nicht mehr weit bis zu Garachs Thron...
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 17.07.2010, 12:48:37
Mika traute sich kaum, zu atmen. Regungslos lag sie da, seit Stunden, wie ihr schien. Sie hatte schon lange nichts mehr gehört, keinen einzigen Schritt... und keinen Schrei mehr. Es war dunkel geworden. Vielleicht konnte sie es nun wieder wagen, sich zu bewegen.

Zitternd schob sie den toten Körper, der neben ihr lag, ein wenig zur Seite. Alles geschah so mechanisch, sie hatte kaum das Gefühl, selbst ihren Körper zu steuern. Sie kämpfte sich nach oben, langsam, vorbei an den Leichen ihrer früheren Freunde und Nachbarn. Sie war unter ihnen begraben worden, nachdem einer der Angreifer ihr ein Schwert durch den Bauch getrieben hatte. Sie wäre selbst eine der Leichen, wenn sie nicht die Macht des Lebensliedes angerufen hätte. Sie hatte nicht gewagt, zu singen, doch die Melodie nur in ihrem Kopf hervor zu rufen, hatte zumindest genügt, um dem Tod zu entkommen.

Wie betäubt lief sie durch das niedergebrannte Dorf. Sie ahnte, dass es in den Nachbardörfern nicht anders aussah. Sie war dankbar, im schwachen Mondlicht nur wenig von den zerstückelten Leichen zu sehen, doch der Rauch der abgebrannten Häuser drang unvermindert in ihre Nase.

Sie wusste nicht, wohin sie laufen sollte, also lief sie einfach in irgendeine Richtung. Ihr Bauch schmerzte noch immer, und sie spürte die Narbe, wenn sie mit ihrer Hand darüber strich. Doch noch immer wagte sie nicht, zu singen. Wer wusste schon, ob die Angreifer nicht doch noch Wachen zurückgelassen hatten, für den Fall, dass jemand überlebt hatte?

Sie lief. Alles, was sie im Moment wollte war, das Dorf hinter sich zu lassen. Das Dorf, das seit sechszehn Jahren ihre geliebte Heimat gewesen war...
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 17.07.2010, 12:49:01
Waldemar hielt den Silberbogen noch eine Weile in der Hand. Er würde seine Waffe vermissen. Doch die Waffe nun fort zu geben, war für ihn ein Symbol der Hoffnung. Was auch immer geschah, selbst wenn er nun sterben würde, er sollte die Gelegenheit bekommen, zurück zu kehren. Und dann würde sein Bogen auf ihn warten, versteckt an einem Ort, an dem nur er ihn finden konnte.

Er sah den Magier an. Obwohl er an den Erfolg glaubte, musste er fragen. „Seid ihr sicher, dass ich ihn zurück bekomme?“

Der Magier lächelte. „Der Bogen wird auf euch warten. Alles geht seinen Weg. Wir haben vielleicht eine Schlacht verloren, doch den Krieg haben wir gewonnen.“
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 17.07.2010, 12:49:12
Beldin saß vor seiner Hütte... nein, er war nicht Beldin. Sein Name war Limoren. Er erinnerte sich. Er war schon immer sehr zurückgezogen gewesen. Vielleicht war es seine Abstammung... halb Elf, halb Mensch, gehörte er zu keiner der beiden Kulturen. Er hatte es immer darauf geschoben.

Doch dann war sie gekommen. Mirela, eine wunderschöne junge Menschenfrau, die sich in ihn verliebt hatte. Er hatte bis heute nicht verstanden, was sie in ihm sah, doch er war dankbar für das Glück, dass die Götter ihm zuteil werden ließen.

Obwohl sie – ganz im Gegensatz zu ihm – lebenslustig und gerne unter Menschen war, war sie mit ihm in den Wald gezogen. Sie hatte gesagt, dass sie einfach jeden Tag in die Stadt wandern würde. Er wusste, sie hatte darauf gehofft, dass er sie begleitete. Und das tat er auch.

Sie hatte noch etwas anderes gesagt. Schon vor einigen Jahren, lange, bevor sie hierher gezogen waren. Er trug eine Schuld in sich, eine Schuld, die einen Schatten über sein ganzes Leben warf. Er hatte sie gefragt, von welcher Schuld sie sprach. Sie hatte nur geantwortet, dass sie das nicht wissen könne, weil das in einer Zeit vor ihr geschehen war. Aber er solle nicht in seinen Gedanken suchen, nicht einmal in seinem Herzen... sondern in seiner Seele.

Er ahnte, dass sie Recht hatte. Und er suchte. Doch bis heute hatte er es nicht gefunden. Er spürte, dass es da war, doch es war, als wolle etwas in ihm selbst die Wahrheit vor ihm verbergen. Er hatte Zeit. Mirela war bei ihm, und welche Dunkelheit auch immer sein Leben überschatten mochte, sie brachte ein Licht in sein Herz, dass selbst die finstersten Dämonen vertreiben konnte.

Er lächelte. Er hätte nie geglaubt, jemals eine solche Liebe empfinden zu können. Sie war alles für ihn, und er würde sie mit seinem Leben vor allen Gefahren beschützen. Niemals, das hatte er sich geschworen, würde er zulassen, dass ihr etwas geschah.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 17.07.2010, 12:50:30
Am nächsten Morgen weckte ein leichter Sommerregen die Reisenden. Nur wenige Wolken standen am Himmel, und der Regen würde vermutlich nicht lange andauern. Es waren nur noch wenige Stunden, dann würden sie in der Großen Feste ankommen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 17.07.2010, 14:26:00
Ein kalter Schauer lief Mika über den Rücken, als sie erwachte. Die Bilder vor ihren Augen waren schrecklich gewesen und obendrein von den Erinnerungen an das Massaker vor dem alten Turm genährt worden. Doch nachdem sie verstanden hatte, dass ihre Träume keine Visionen der Zukunft waren, sondern die Geschichten anderer Menschen erzählten, verwandelte sich Angst schnell in Neugier.
Selbst vor weiteren Bildern, wie denen aus der letzten Angst war sie bereit sich nun zu stellen, selbst wenn ein flaues Gefühl bei dem Gedanken daran in ihrem Bauch beherrschte.
Mika wollte wissen, wie es weiter ging und ärgerte sich fast, dass sie jetzt schon erwacht war. Nun musste sie wieder warten, einen langen Tag warten, bevor die Geschichte eine Fortsetzung erfahren konnte.
Die junge Bardin hatte sich nach dem Erwachen der Hoffnung hingegeben, dass sie vielleicht nochmal einschlafen könnte. Doch war dies vergebens. Sie döste etwas vor sich hin, aber der Traum kehrte nicht zurück.

Mit großer Neugier zu erwachen, war aber auf jeden Fall besser, als voller Schrecken die Augen am Morgen zu weiten. Als sich Mika aus ihrem Nachtlager erhob, hatte sie Panik nicht mehr in ihrem unerbitterlichen Griff. Stattdessen glänzte die Bardin in den ersten Minuten des Tages mit Abwesenheit, weil sie versuchte die Stränge der Geschichte zu verbinden.
Mika war sich sicher, dass sie diesmal einen großen Sprung in die Vergangenheit getan hatte. Sie erinnerte sich daran, dass es ihr nach Rache für den Tod ihres Volkes gelüstet hatte. In der letzten Nacht hatte sie den Grund für ihren Hass gefunden. Die Bardin verstand nun auch, wie dieses Ich aus der Geschichte soweit gehen konnte, Eretria umbringen zu wollen.

Nachdem Mika ihren Sachen gepackt und ihr Pferd reisefertig gemacht hatte, setzte sich Mika zu ihren Freunden zum Frühstück und fragte dort nun voller Neugier zu allererst Waldemar: "Waldemar?! Wovon träumst du eigentlich? Du träumst doch auch, oder?" Mika wollte nun auch wissen, was der Rest ihrer Gefährten träumte und begann bei dem Waldläufer.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 17.07.2010, 16:07:04
Ein Krieg hatte den jungen Mann bewogen, die Priesterin zu töten? Milan verschränkte die Arme unter dem Kopf und starrte eine Weile an die Zeltdecke. Wenn er es richtig interpretierte, dann musste Aliya das Volk angeführt haben, dass die Qamaish getötet hatte. Da war noch das Gefühl in ihm, dass es Unrecht sei, dass man es strafen müsse, andererseits fragte er sich, wieso. Wieso waren die Qamaish getötet worden? Gab es wirklich keinen Grund, warum das Sonnenvolk sie abgeschlachtet hatte? Er gähnte und erhob sich, um seinen morgendlichen Übungen nachzugehen. Kurz bevor er das Zelt verließ, dachte er noch über Eretria und lächelte die Zeltdecke an. Sie wäre nie dazu in der Lage gewesen, ein ganzes Volk auszumerzen. Schließlich verließ er das Zelt und verfolgte seine akrobatischen Übungen, die ihn vor allem davon ablenkten, dass sie die Große Feste bald erreicht haben würden.

Ein wenig später, als sie zusammen saßen und Mika Waldemar ansprach, kam ihm der Name der Schwester in den Sinn. Shemiya hatte er sie in seinem Traum genannt. Es musste sich um Mika handeln. Milan lächelte leicht und widmete sich dann schweigend seinem Frühstück, bevor er sich daran machte, seine Sachen ein letztes Mal vor Ankunft in der Stadt zu verstauen und auf das Weitergehen zu warten.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Lucanor am 17.07.2010, 16:31:50
Nachdem Arue endlich aufgestanden war dauerte es einige Zeit bis sie richtig wach wurde. Während sie mit diesen Leuten hier unterwegs war hatte sie ziemlich erholsame Nächte gehabt, naja zumindest so erholsam wie man es erwarten durfte wenn man draußen übernachtete. Aber immerhin wurde sie nicht von Alpträumen geplagt die sie um den Schlaf brachten.
Hastig sammelte sie ihre Sachen zusammen und verstaute sie auf ihrem Wagen. Kurz überblickte sie das Lager um zu sehen wer schon alles auf den Beinen war. Anschließend nahm sie etwas von dem wenigen Proviant der noch übrig war, setzte sich etwas abseits hin und begann zu frühstücken. Während sie so über die letzten Tage nachdachte war sie froh das nichts passiert ist. Niemand wurde von dem Fluch betroffen vor dem sich Arue so sehr fürchtet. Vielleicht lag das ja daran das sie immer etwas abseits der Gruppe unterwegs war und sich nicht zu sehr mit diesen Menschen beschäftigt hat. Oder aber es lag daran das sie noch nicht solange zusammen unterwegs waren.
Als sie sich in eine angenehmere Sitzposition brachte hörte sie das leise Klimpern ihres Geldbeutels. Sie nahm ihn sich vom Gürtel und betrachtete den Inhalt.
Nicht mehr viel übrig. Für einige Zeit sollte ich damit wohl in einem Gasthaus unterkommen können. Aber neuen Proviant muss ich mir auch noch kaufen. Und ein Zelt wäre nicht schlecht. Hoffentlich finde ich schnell Arbeit um meinen Geldbeutel wieder etwas zu füllen.
Die junge Frau blickte einmal kurz in Richtung der großen Feste und anschließend zu der kleinen Gruppe die zusammen Frühstückte.
In der Großen Feste würden sich ihre Wege wieder trennen. Einerseits erleichterte sie dieser Gedanke, andererseits stimmte es sie etwas traurig. Sicher, sie kannte diese Leute kaum und sie hat sich auch nichtmehr großartig mit ihnen unterhalten, aber es ist wirklich angenehmer in einer Gruppe zu Reisen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 17.07.2010, 22:03:56
Die beklemmende Stimmung aus ihren Traum begleitete Rin an diesem Morgen und vermischte sich mit dem Regen zu einem Gefühl der Melancholie. Sie war in die Höhlen des Garach gegangen und einmal dort würde sie nicht mehr umkehren.
Was passiert wenn er im Traum meine Seele frisst? überlegte sie.
...Nichts natürlich, es ist nur ein Traum. Wer weiss ob an der Geschichte vom Seelenfresser überhaupt etwas dran ist.
Selbst wenn war es kein Grund in Panik zu verfallen, denn in der Realität war sie weit vom vermuteten Aufenthaltsort dieses Wesens entfernt und es würde sich kaum die Mühe machen durchs ganze Land zu reisen um sie zu fressen.

Beim Frühstück blätterte die Forscherin in ihrem Notizbuch, bis sie Mikas Frage an Waldemar hörte. Zum Glück hatte sie ihn gefragt, so blieb es Rin erspart von ihrem eigenen Traum zu erzählen. Mit einem kaum hörbaren Geräusch klappte sie das Buch zu und sah interessiert zu ihrem schiefnasigen Kollegen hinüber.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 17.07.2010, 22:45:50
Nachdem die Weiterreise sich tatsächlich so gestaltet hatte, wie es Eretrias Wunsch war, verhielt sich die Priesterin in den nächsten Tagen erstaunlich freundlich zu allen. Fast schien es als wolle sie ein möglichst freundliches Bild abgeben bei ihren Mitstreitern. Sie kümmerte sich nicht nur um die junge Frau mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln, sie war sogar bereit jede Hilfe hierbei anzunehmen, wenn einer der anderen ihr Hilfe anbot. Irgendwie hoffte Eretria darauf, dass Makae irgendwann erzählen würde, was da vorgefallen war. Etwas passte dort nicht zusammen und ihre einzige Hoffnung war, dass die junge Frau diese Lücken schließen konnte.
Neben Makae begann Eretria aber auch sich um kranke Händler oder Mitreisende zu kümmern, die ihre kleine Karawane begleiteten. Zunächst behandelte sie einen Händler der eine Hautentzündung hatte. Das Wissen der jungen Frau war aber ausreichend gut genug diese zwar unangenehme, aber nicht sehr gefährliche Krankheit zu heilen. Schon nach dem ersten Tag der Reise gelang der jungen Priesterin den Mann mittels einer Behandlung durch einen Umschlag mit Heilkräutern zu kurieren.
Ein weiterer Patient beschätftigte die Priesterin wesentlich mehr und sie holte sich Waldemar zur Unterstützung, weil auch der eher wortkarge Mann über ein großes Wissen verfügte. Der Mann verfügte über schwere Probleme mit der Atmung und nur langsam gelang es den beiden Heilkundigen, dem Mann die notwendige Entlastung zu geben und schließlich nach sechs Tagen konnten die beiden Heiler der Familie verkünden, dass der Mann als nach ihren Ermessen geheilt galt.
Außerdem begann sie nach einiger Zeit häufiger die Köpfe mit Arue zusammen zu stecken. Fast schien es als beratschlügen die beiden Frauen irgend etwas, aber Eretria ließ sich nicht dazu bringen etwas dazu zu sagen und auch waren diese Gespräche immer sofort beendet, wenn irgendjemand aus der Gruppe sich den beiden näherte. Während der Nachtlager war die Frau immer mal wieder an dem Wagen der Schneiderin zu finden, hielt sich darüber aber immer bedeckt.
Gegenüber Milan verhielt sich die Priesterin von Mutter Sonne ausgesprochen liebevoll und ließ ihn deutlich spüren, dass sie seine neue Rolle, die er fast schon gezwungenermaßen angenommen hatte, gut hieß. Auch gewährte sie ihm die Zeit, die er offensichtlich mit dem Schild brauchte, auch wenn es offensichtlich war, dass sie und Maruiko offensichtlich nicht miteinander auskamen. Tatsächlich schien die Priesterin das Verhalten des Schildes eher zu amüsieren und häufig konnten Umstehende Worte wie "albern" oder "Kindisches Verhalten" von der Priesterin hören, wenn der Schildgeist wieder einmal verschwunden war.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 18.07.2010, 07:15:41
Waldemar sah Mika eine Weile lang an als sie ihn nach seinen Träumen fragte. "Ja ich habe Träume. Und nach dem was ich so von den Anderen höre sind meine Träume für mein geistiges Wohlergehen nicht so beunruhigend wie die der Anderen. In meinen Träumen bin ich ich selbst, und es geht nicht um ... persönliche Streitereien um es mal vorsichtig auszudrücken." kurz rang er sich ein schiefes Lächeln ab "In meinen Träumen kommt immer wieder eine Waffe vor, die man in jedem Sinne des Wordes als Traumwaffe bezeichnen könnte - aus magischem Holz gefertigt, und im Traum weiss ich, wenn man damit richtig umgehen kann kann man jeden Gegner treffen, sofern man ihn sieht. Das zweite was in allen Träumen vorkommt ist ein Magier, der mich berät. Er hat einen Plan, und auch wenn nicht alles zum besten gelaufen ist und mancher Kampf verloren ging scheint sein Plan in der Gesammtheit aufzugehen." Kurz verfiel er in Schweigen. Dann fuhr er fort. "Im Traum vertraue ich dem Magier, aber ich weiss nicht ob ich dem Traum vertrauen kann."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 18.07.2010, 11:45:19
Zunächst klang die Geschichte harmlos, erst das Ende liess Rin aufhorchen. "Ein Magier?" fragte sie. Mit einem Plan?!
"Er ist vielleicht der größte Magier, den diese Welt je gesehen hat..." hörte sie ihren Verbündeten sagen.
Träumt Waldemar etwa vom selben Magier?
Dieser Gedanke erschien ihr unmöglich, doch waren Milans, Mikas und Ertrias Träume nicht ebenfalls verbunden gewesen? Auch wenn sie nicht alles verstanden hatte... vielleicht sollte sie einfach froh darüber sein dass kein verrückter Prophet darin vorkam.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 18.07.2010, 11:53:13
"Bist du dir sicher, dass du wirklich du bist?" Hackte Mika bei Waldemar nochmal nach. "Ich glaube, dass ich in meinen Träumen auch Mika heiße. Ich wurde dort aber noch nie beim Namen genannt und ich habe darin noch nicht über ihn nachgedacht. Aber wie auch immer ich heiße, die Geschichte erzählt definitiv nicht von mir." Fügte die Bardin hinzu und Eretria konnte erkennen, dass ihre Worte in dem Kopf der jungen Frau angekommen war.
"Und warum glaubst du, dass du diesem Magier nicht vertrauen kannst? Gibt es Anhaltspunkte? Und hast du vielleicht einen von uns mal dort gesehen?" Mika zeigte bei ihren weiteren Fragen in die Runde der Gefährten und schloss dabei fast selbstverständlich nun auch Arue und Mauriko, ihr Finger wies auch kurz zu dem kleinen Schild, ein. "Hast du eigentlich ein Ziel, welches du mit der Waffe treffen willst? Oder hat der Magier gar eines im Sinn? Vielleicht hilft er ja dir, damit du ihm danach hilfst jemand aus dem Weg zu räumen?"
Danach endete endlich der große Schwall an Fragen. Offenbar fielen ihr im Moment nicht mehr ein, ansonsten hätte sie kaum davor zurückgestreckt diese zu stellen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 19.07.2010, 15:14:34
"Ich weiss nicht warum ich dem Magier im Traum vertraue, ich weiss nichtmal woher ich ihn im Traum kenne. Es ist als ob ich eine Seite aus der Mitte eines Buches lesen würde, ohne den Rest des Buches zu kennen. Aber woher auch immer der Traum kommt, ich vermute er soll mein Handeln beeinflussen. Und wenn ein Traum mein Handeln beeinflussen soll ist zu vermuten, dass sich jemand oder etwas hinter dem Traum verbirgt und ich habe keine Ahnung, ob mir dieser Traum geschickt wurde um mir zu helfen, oder um mich zu misbrauchen. Wenn ich davon ausgehe, dass die Träume von uns allen in Verbindung stehen, ist es natürlich wahrscheinlich, dass ich im Traum nicht Waldemar bin zumal das was ich träume definitiv mir noch nie passiert ist und ich habe im Traum bisher noch kein mir bekanntes Gesicht entdeckt. Was die Waffe betrifft, ich weiss dass mein ich im Traum diese Waffe geschaffen hat daher kommt vermutlich das Wissen wozu die Waffe in der Lage ist. Ich habe jedoch nie wärend eines Traumes mit der Waffe geschossen."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 19.07.2010, 15:58:10
Er weiss also auch nichts über diesen Magier. Schade. dachte Rin, den Rest ihres Essens verspeisend. War wohl doch Zufall dass wir beide im Traum einen kannten.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 19.07.2010, 22:29:33
An dem Tage an dem die Karawane aller Voraussicht nach die Große Feste erreichen würde, war Eretria noch früher als sonst aufgestanden. Im Gegensatz zu den bisherigen Tagen der Reise dauerte es nun auch wesentlich länger bis die junge Frau nach ihrer üblichen Morgenandacht zu Mutter Sonne zum Lager kam und tatsächlich war der Ort von dem sie kam schon eine Überraschung. Denn sie stieg vom Wagen der Schneiderin Arue.
Im Gegensatz zur bisherigen Reise war die Frau tatsächlich sehr ansprechend gekleidet, trug sie doch ein wesentlich besseres Priestergewand aus hochwertigem Leinenstoff, wie ihn einer der Händler der kleinen Karawane anbot. Auch ihre Haare waren gewaschen und die sonst häufig wilde Mähne der Frau war zu einem Zopf geflochten, der durch weiße, gelbe und blaue Bänder zusammengehalten war. Auch das Kleid zeigte an Ärmeln und Saum die Farben Blau und Gelb, welche neben Weiß die Farben des Glaubens an Mutter Sonne und die Zwei Monde beinhaltete. Auch hatte die Frau vollständig auf ihre Rüstung verzichtet, als einzige Waffe trug sie das Kurzschwert, welches sie, wie die meisten ihrer Freunde wußten, duchaus mit Kraft und Geschick benutzen konnte.
Wenn schon die Kleidung der jungen Frau ungewöhnlich war, so war es auch das Verhalten an sich. Eretria wirkte leicht ängstlich fast an diesem Morgen und blickte mit einem merkwürdigen Blick zu dem gemeinsamen Zelt, welches sie mit Milan teilte. Es schien offensichtlich, dass die Kleidung extra für ihren Freund angelegt worden war, der heute in seine Heimatstadt kam. Die Frau wollte offensichtlich gefallen an der Seite von Milan, war sich aber auch nicht sicher wie ihr Freund dies aufnehmen würde.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 20.07.2010, 01:14:11
Milan verschloss gerade seinen Rucksack und wollte noch einmal mit Maruiko sprechen, als er mitten in seiner Bewegung innehielt. Einen Moment zwinkerte er vollkommen verwirrt und sah zu seinen Freunden hinüber, die noch miteinander sprachen und aßen. Aber Eretria fehlte dort, also musste die junge Frau, die er nun vor sich sah, wohl seine Freundin sein, aber sie sah so anders aus. Milan blieb nur starr stehen und glotzte - auch wenn es unhöflich war - Eretria an. Deshalb hatte sie ständig mit Arue zusammen gesessen, wo sie sie doch vorher noch bezichtigt hatte, mit dem Propheten und seinen Räubern zusammen zu arbeiten. Milan war schlichtweg überwältigt von dem Anblick. Nicht einmal auf den Festen der Händler in der Großen Feste, bei denen er hatte anwesend sein müssen, hatten die Frauen so schön ausgesehen. Aber warum hatte Eretria es ausgerechnet heute angezogen? Doch nicht etwa wegen seinen Eltern? Alleine der Gedanke ließ ihn unruhig werden. Sie richtete sich so her, um einen guten Eindruck zu machen und er? Er wollte gar nicht hingehen, er konnte seinen Eltern ja nicht einmal in die Augen sehen. Was würden sie denken, wenn er mit Eretria bei ihnen ankam, wo er doch vor erst kurzer Zeit von zuhause geflüchtet war, um einer anderen Frau zu entgehen?

Sein Blick wurde düsterer und richtete sich auf seinen Rucksack. Sein Vater würde das nie akzeptieren, nicht nachdem Milan ihn so enttäuscht hatte. Wahrscheinlich würde er ihn und Eretria nicht raus schmeißen, aber er würde sie höflich bitten zu gehen und es wäre dennoch ein Schlag für seine Freundin, nachdem sie sich so Mühe gab, um ihnen zu gefallen. Er nahm seinen Rucksack auf und ging zu ihr hinüber. "Das hattest du also mit ihr zu besprechen." Er deutete auf Arue. "Sieht gut aus. Aber du hättest deine Rüstung tragen sollen, nur für den Fall. Die letzten Tage waren zwar ruhig, aber wer weiß, ob wir nicht allzu bald wieder auf die Räuber und den Propheten treffen und davon ab gibt es auch in der Großen Feste öfter mal Probleme. Außerdem könnten dich irgendwelche Diebe für zu wohlhabend halten und uns überfallen, wenn sie das so sehen." Sein Blick glitt kurz an ihr hinab und es lag Bewunderung darin, aber sie war überdeckt durch Sorge und eigene Scham. "Ich kenne einen Händler, der ganz nett ist und öfter mal Sonderangebote für Freunde macht. Wir sollten dort nach weiterer Wegzehrung fragen und dann bald möglichst weiter ziehen."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 20.07.2010, 11:26:19
Eretria schaute etwas linkisch drein, als Milan sie betrachtete. Als sie dann seinen Kommentar hörte strahlte sie ihn an und drehte sich einmal vor ihm im Kreis. Dann umarmte sie ihn überschwenglich und gab ihm einen Kuß:
„Es gefällt dir! Mutter Sonne sei Dank! Oder eigentlich eher den Zwei Monden hat es Arue doch eher in der Nacht genäht.“ Sie schaute an sich herunter. „Natürlich ist es nicht so aufwendig, wie es sein könnte, wenn ich und Arue mehr Zeit gehabt hätten. Ich hoffe trotzdem, dass es deinen Eltern gefällt. Ich kann die Waffe auch noch ablegen, bevor wir bei ihnen sind, aber ganz ohne Waffe wollte ich heute nicht laufen. Deine Eltern sollen ja nicht den Gedanken haben, dass ich ein kämpferisches Mannweib bin.“ Die Frau schaute an sich herunter und beseitigte dabei Flusen von ihrem Kleid, welche wahrscheinlich nur sie dort erkannte.
Milan konnte nicht sicher sein, ob seine Freundin überhaupt alles verstanden hatte, was er erzählt hatte, auch wenn sie mehr oder weniger sich mit allen Dingen beschäftigte, die er angesprochen hatte.
„Für unsere Weiterreise werden wir wohl Verpflegung von deinen Eltern bekommen, denke ich. Sie werden ihren Sohn, der für einen berühmten Ritter und die Stadtwache von Himmelstor unterwegs ist, schon entsprechend versorgen. Du bist der Anführer unser Gruppe! Das wird schon Eindruck machen bei deinem Vater.“ Die Priesterin von Mutter Sonne und den Zwei Monden grinste breit. „Wir werden sicherlich ein paar Tage bleiben müssen, bevor wir weiterreisen. Deswegen habe ich ja so aufs Tempo gedrückt. Aber der Schild hat ja gesagt, dass wir noch weit vor dem Mädchen am Ziel sein werden. Wir haben hier also ein wenig Zeit.“
Eretria war offensichtlich ziemlich aufgeregt an diesem Morgen und die Begeisterung über den Tag, der nun vor ihr lag, war überdeutlich.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 20.07.2010, 12:32:56
"Wie...äh...also...aber eigentlich...dachte..." Milan ließ den Kopf hängen. Mehrere Tage? Wie sollte er da seinen Eltern aus dem Weg gehen? Und warum zum Garach war Eretria nur so versessen darauf, seine Eltern kennen zu lernen. Er fürchtete, dass ihre Freude bald ein jähes Ende nehmen würde. Andererseits gefiel ihr ihr Anblick einfach zu gut, und zwar nicht nur wegen dem schönen Kleid, sondern wegen der Begeisterung, die Eretria ausstrahlte. Ein bisschen steckte es ihn auch an. "Und glaub mir, nichts wird mehr sonderlich Eindruck auf meinen Vater machen. Er wird nur sehen, dass ich Magda habe sitzen lassen, um mit Fremden durch die Gegend zu ziehen und irgendeinem Traum - was ja sogar irgendwie stimmt - hinterher zu rennen. Wenn ich auch noch der Anführer dieses Haufens bin, wird er nur noch mehr seine Zweifel haben."

Schließlich aber lächelte er sie an, legte seine Hände auf ihre Hüften und zog sie zu sich. "Aber du siehst einfach atemberaubend aus." Milan konnte sie kaum ansah, sah dafür aber an Stellen, wo er gerne hinsah, aber lieber nicht allzu sehr hinstarren sollte, während er solche Dinge sagte. "Meine Mutter wird dich lieben, mein Vater wird wohl eher unterkühlt sein, aber mach dir nichts draus. Er ist immer so. Und wenn wir das hinter uns haben, weil mein Vater uns raus geworfen hat, zeige ich dir die Stadt. Das Marktviertel ist großartig. Am besten, wir gehen als Erstes auf Filidors Markt. Dort sieht es jeden Tag der Woche anders aus. Am schönsten ist es dort am Tag der Muße, wenn die ganzen Künstler den großen Markt für sich alleine haben. Lémar und Tasha haben dort regelmäßig auch ein paar Halunken abgezogen. Ich frage mich, ob ihr Kartenspiel noch immer so legendär ist. Hoffentlich sind sie nicht inzwischen festgenommen worden." Milan lachte. "Und dann müssen wir uns auf jeden Fall noch Zacharias' Geschäft anschauen. Ich frage mich, ob er inzwischen Spiegel hat, die dich noch schöner machen könnten." Es war ersichtlich, dass Milan sich in den Erinnerungen an seine Heimat verlor und das obwohl er noch gar nicht solange weg war.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 20.07.2010, 13:51:10
Eretria sog begierig die Informationen auf, welche Milan ihr gab. Sie war offensichtlich sehr interessiert an seinen Ausführungen. "Ich bin sehr gespannt, wie es ist Milan. Ich möchte alles, was du beschrieben hast, sehen. Ich denke, wir werden eine schöne Zeit dort haben. Das wird allen gut tun." Noch einmal gab die Priesterin ihrem Freund einen Kuss, dann ging sie zu den anderen, die ihr Frühstück einnahmen.
"Guten Morgen. Ist es nicht ein wunderbarer Tag? Worüber habt ihr gesprochen?" Die Priesterin war in einer ausgesprochen guten Laune und trotz der Freude über die gelungene Überraschung, war sie interessiert, wie es den anderen ging.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 20.07.2010, 21:46:58
Mika staunte nicht schlecht, als Eretria mit einiger Verspätung zum Rest der Gruppe stieß. Sie aber kapierte nicht, warum sich die Priesterin so hübsch gemacht hat. Vielleicht, weil sie dem Tempel der Großen Feste einen Besuch abstatten möchte und dort nicht mit verschwitzen und dreckigen Sachen ankommen wollte.
Der jungen Bardin fiel dabei auf, dass sie auch mal dringend ihre Sachen waschen sollte, schließlich hatte sie keine Mutter mehr, die es für sie tun könnte, denn diese weilte noch in Himmelstor.

"Guten Morgen." Sagte Mika zu Eretria und klärte sie über das letzte Gespräch auf. "Ich habe Waldemar nach seinen Träumen gefragt. ABer wie es scheint, sind sie nicht mit den unseren verknüpft. Zumindest scheint es so zu sein. Er träumt von Magiern und einer Waffe, mit der er alles treffen kann, was er sieht.
Ich muss gestehen, dass sich meine Angst inzwischen in Neugier verwandelt hat. Dafür möchte ich dir danken."
Fügte gleich an die Priesterin gerichtet hinzu.
"Danke." Sagte Mika mit einem Lächeln auf den Lippen zu dem neben ihr sitzenden Waldemar, um dem Anstand genüge zu tun.
"Wenn du gerade nichts besseres vor hast und beim Essen den ein oder anderen Moment Zeit, dann darfst du auch gern weitermachen." Bei diesen Worten grinste Mika breit - ihr ging es scheinbar auch sehr gut an diesem Morgen.
"Mich würde wirklich interessieren, was in euren Träumen geschieht. Ich finde das wirklich interessant." Sagte sie dann zu allen aus der Gruppe
Doch bevor Eretria beginnen konnte, sagte Mika noch zu ihr: "Eretria?! Wenn du nachher Hilfe bei Makae brauchst, ich würde dir gern helfen."
Grundsätzlich wäre die Bardin auch vorher bereit gewesen zu helfen, wenn die Priesterin sie darum gebeten hätte, doch der Traum sorgte nun dafür, dass sie es wirklich machen wollte. Auch wenn es nur ein Traum war, er hatte ein kleinen Eindruck gegeben, wie sich die arme Makae fühlen musste. Außerdem würde Mika eine Chance bekommen sich bei Eretria dafür zu bedanken, dass sie den nächtlichen Erinnerungen den Schrecken genommen hat.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 21.07.2010, 09:04:41
"Hallo Mika, ist es nicht ein wunderbarer Tag?" Die Priesterin schien im Gegensatz zu den vorherigen Tagen in einem fast euphorischen Stadium zu sein. Der Konzentration für die Worte der Bardin tat dies aber keinen Abbruch.
"Ehrlich gesagt, glaube ich nicht daran, dass irgend jemand von uns von Erinnerungen heimgesucht wird, die nichts mit den Dingen der anderen zu tun haben. Fast scheint es doch so, als würde alles irgendwie zusammenhängen. Bedenke alles, was Milan, ich und Du 'geträumt' haben. Es hing zusammen, auch wenn es nicht sofort klar war." Die Frau legte den Kopf schief. "Ich glaube fest, dass dies alles irgendwie zusammenhängt, sowohl unser Treffen in dieser Zeit, als auch die Personen, deren Erinnerungen wir teilen. Ich denke fast, dass es einfach noch dauern wird bis Waldemar dies offenbar wird."
Als sie dann nach ihren Träumen gefragt wurde, wurde ihr Blick nachdenklich. "Ich finde die Dinge, die dort geschehen so merkwürdig. Alles wirkt so 'richtig', was Aliya dort getan hat und doch war der Hass da, der jemanden dazu brachte sie zu töten. Ich verstehe dies einfach nicht. Die Priesterin scheint sich um Kinder gekümmert zu haben. Fast wirkt es, als leitete sie ein Waisenhaus oder eine Schule. Ihr scheint es immer um Kinder zu gehen und darum, dass sie einsam ist. Ich verstehe einfach nicht wie dies zu dem Hass passt, den offensichtlich die Personen empfunden haben, deren Erinnerungen dich und Milan heimsuchen. Da fehlt etwas. Vielleicht liegt dies in den Erinnerungen der anderen?"
Die Priesterin zuckte mit den Achseln. Dies war ein Problem, welches sie jetzt nicht lösen konnte. Dann leuchteten ihre Augen. "Milan hat mir ein wenig von der Großen Feste erzählt. Er will mir die Stadt zeigen, sobald wir bei seinen Eltern waren. Ich denke, dass können wir Morgen auch zusammen machen, oder?"
Fast wollte sie sich schon abwenden, doch dann schlug sie sich gegen den Kopf. "Verzeih mir, aber es ist alles so aufregend. Jetzt habe ich deine Frage fast vergessen.  Natürlich kannst du mir helfen bei Makae. Sie versucht das Ereignis zu verdrängen, ich glaube aber, dass es besser ist, wenn sie darüber spricht. Aber ich weiß nicht recht, wie ich sie dazu bringen soll."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 21.07.2010, 10:39:55
"Ich kann dir sagen, woher dieser Hass kommt. Ich kann dir auch sagen, warum ich Makae helfen will. Es liegt alles in meinem letzten Traum." Sagte Mika und wirkte etwas bedrückt. "Ich kann nicht sagen, ob der Befehl wirklich Aliya kam. Aber Aliya schien diejenige zu sein, die in den Augen von Milan und meinem Traum-Ich zur Verantwortung zu ziehen war. Ich habe davon geträumt, dass ich mit Schmerzen am Boden zwischen Leichen lag. Ich lag mitten in einem Haufen Leichen. Ich schob eine vorsichtig weg und wartete ab. Aber nichts war geschah. Danach stand ich auf und weiterhin blieb alles ruhig. Der Feind, der das ganze Dorf ausgelöscht hat, war weg. Ich allein hatte überlebt, mächtige Bardenmagie hat mir das ermöglicht. Ich kam nämlich im Traum zu dem Schluss, dass ich die Wunde am Bauch nur überlebt haben kann, weil ich im Kopf immer wieder das Lebenslied wiederholt habe. Singen konnte ich es nicht, weil es mich verraten hätte.
Ich floh daraufhin aus meinem Dorf. Wohin, das weiß ich nicht, ich wollte nur weg. Weit weg von den Dörfern meines Stammes, denn in den anderen Dörfern, dessen war ich mir sicher, sah es nicht anders aus."

Kurz schwieg Mika und Wasser sammelte sich in ihren Augen. "Es muss schrecklich für Makae sein. Ich möchte gar nicht darüber nachdenken, dass auch nur einem aus meiner Familie etwas zugestoßen sein könnte."
Dann schüttelte sich Mika kurz und befreite sich von den grausamen Gedanken und erzählte weiter: "In einem anderen Traum wollte ich Rache. Dafür, dass mein Dorf, meine ganze Familie ausgelöscht worden war. Das Ziel meiner Rache war Aliya. Einzig und allein Aliya. Sie muss die Macht inne gehabt haben, den Befehl zu geben und hat es scheinbar auch getan. Anderenfalls hätten wir sie nicht töten wollen.
Das Motiv von Milans Traum-Ich kenne ich aber nicht."
Fügte Mika hinzu und schaute kurz zu Milan, der vielleicht das Geheimnis lüften kann, was ihn angetrieben hat.
Die junge Bardin wirkte zu keinem Moment wütend und auch die Trauer hatte sich wieder weitgehend verflüchtigt. Nur Ernst war übrig geblieben, aber auch der schien gegen die Neugierde von Mika keine Chance zu haben.

Während Mika hoffte, dass Milan vielleicht die Geschichte aufgreifen würde, erhob sie sich vom Lager. Alle hatten inzwischen Gegessen und sie konnten ja weiter lauschen, wenn sie nebenbei ihre Zelte abbauten.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 21.07.2010, 12:46:11
Auch wenn er bei Eretrias Worten über seine Eltern zusammen zuckte, freute sich Milan ungemein über die gute Laune seiner Freundin. Es ließ ihn fast vergessen, was hinter ihnen lag und was noch auf sie zu kommen würde. Mikas Erzählungen schienen ihm in ihren Grundzügen vertraut, wusste er doch um das Schicksal des Mädchens, von dem sie träumte. Vielleicht fanden sie auch noch heraus, inwiefern Waldemar und Calfay in diese Geschichte involviert waren. Und was war eigentlich mit Beldin? Womöglich hatten auch seine drei Gefährten früher, in ihren anderen Gestalten, versucht, Aliya oder das Sonnenvolk aufzuhalten, jeder auf seine ihm eigene Weise. Als Mikas Blick ihn traf, erinnerte sich Milan an seinen Traum.

"Der Mann meiner Träume", Milan grinst ein bisschen, auch wenn es unpassend ist, irgendwie steckte ihn Eretria an, "stand heute Nacht auf einer erhöhten Position und sah in das Tal hinab, das er seine Heimat nannte. Sein Volk schien friedlich zu sein und hart für dieses Leben zu arbeiten. Er selbst hatte wohl eine besondere Stellung inne, die er selbst nicht wollte. Er war ausgewählt worden und das leider für einen Krieg. Einen Krieg gegen das Sonnenvolk, das zuvor ein ganzes Volk ausgelöscht hatte. Von den Qamaish, wie dieses Volk hieß, waren nur noch sieben übrig. Darunter auch Shemiya, die der Auserwählte als seine Schwester bei sich aufgenommen hat." Milan sah zu Mika und offenbarte damit ihren Namen in ihrem Traum. "Er selbst ist gegen den Krieg gewesen, weil es keinen ersichtlichen Grund für die Auslöschung der Qamaish gab. Aber er hatte die Befürchtung, dass das Sonnenvolk vielleicht auch sein Volk, seine Familie, töten würde. Deshalb musste er es tun. Ich nehme an, dass Aliya das Sonnenvolk geführt hat. Vielleicht gab es auch einen Grund, warum sie es tun musste. Ich weiß es nicht."

Er sah Eretria an und bewunderte noch einmal das neue Kleid. "Aber das sind düstere Gedanken für einen schönen Tag. Ich bin ausserdem schon geknickt genug, dass sie unbedingt darauf besteht, meine Eltern kennen zu lernen, also bringen wir es am besten endlich hinter uns. Wenn alles gut geht, könnten wir vielleicht sogar bei meinen Eltern bleiben, ansonsten müssen wir uns dann wohl einen Gasthof suchen." Dann grinst er breit zu Waldemar und Beldin hinüber. "Heute Abend werde ich ein wenig Ablenkung gebrauchen können, habt ihr nicht Lust, dann zu Theas Haus der Träume zu gehen?" Milan schielte dabei leicht zu Eretria hinüber und es war ersichtlich, dass er sie ein bisschen ärgern wollte. Natürlich nur um sie auf die Begegnung mit seinem Vater einzustimmen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 22.07.2010, 11:47:10
Auch Mika musste grinsen, als sie die erste Formulierung von Milan hörte. Doch schnell war sie wieder aufmerksam und hörte dem jungen Mann zu, als er etwas über seinen letzten Traum erzählte. Denn für Mika waren die Träume von Eretria, aber vor allem von Milan besonders wichtig, denn sie waren besonders stark mit der Geschichte ihrer Traumfrau verknüpft.
Mit großer Gier sog sie auch alles auf, was Milan erzählte, denn er fügte ihrer Geschichte einige wichtige Details hinzu. Unter anderem den Namen der jungen Frau, von der sie immer träumte.
Doch nicht allein große Freude erfüllte Mika, als sie zuhörte. Ein wenig fand sie es auch schade, dass ihr Traum-Ich das Traum-Ich von Milan liebte, dieser sie aber nur als kleine Schwester sah. Denn was gibt es Schlimmeres als unerwiderte Liebe?! Aber vielleicht würde das Ende für Shemiya doch gut werden, auch wenn es im Moment nicht so aussah.

"Danke." Sagte Mika dann auch zu Eretria und Milan, während sich die Gruppe langsam mit der Karawane in Richtung große Feste aufmachte.
"Und Calfay, Beldin? Habt ihr auch solche Träume. Erzählt!" Fragte Mika dann die übrigen zwei Gefährten, bei denen sie sich inzwischen sicher war, dass sie auch seltsame Träume hatten. "Oder habt ihr, Arue, Träume von einer Person, die in einer anderen Zeit zu leben scheint?" Rief die Bardin der einige Meter entfernt laufenden Schneiderin zu.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Lucanor am 22.07.2010, 21:12:44
Als Arue angesprochen wurde bewegte sie sich etwas näher an die Gruppe heran um nicht so laut reden zu müssen. "Ich glaube nicht das ich so was erlebt habe. Ich meine, es sind nur normale Träume, solche die man schon beim aufwachen wieder vergessen hat. Aber wenn ich mich recht erinnere waren das meistens nur irgendwelche abstrakten Albträume ... So etwas passiert wohl wenn man zu lange alleine unterwegs ist." Eine weile schwieg die Schneiderin und überlegte ob ihr zu dem Thema noch was sinnvolles einfiel, bis schließlich die Erinnerung eines etwas anderen Traumes wieder in ihr  Aufstieg. "Wobei, vor einiger Zeit hatte ich mal einen, an den ich mich heute noch erinnere. Ihr werdet mich für verrückt halten, aber er schien so real das ich selbst nach dem aufwachen noch die Stimme aus dem Traum gehört habe." bei ihren letzten Worten konnte sie sich ein leises Lachen nicht verkneifen, würde sie doch selbst jeden der ihr so etwas erzählte für verrückt erklären.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 22.07.2010, 21:35:07
Der Anblick einer fein angezogenen Eretria brachte Rin zum Lächeln. Die beiden hatten also einen Besuch bei Milans Eltern geplant... den Eltern die vorgehabt hatten selbst eine Partnerin für ihren Sohn auszusuchen, weshalb er geflüchtet war. Eretria würde ihnen zweifellos zeigen dass es für Milan nur eine Frau gab - und zwar sie. Rins Lächeln wurde zum Grinsen als sie sich die Gesichter seiner Eltern vorstellte.

Später, als Mika sie auf ihre Träume ansprach, dachte sie kurz darüber nach. Für die Bardin gehörte es zu ihrem Beruf interessante Geschichte zu sammeln, so wie es zu ihrem eigenen gehörte alle Fakten zu sammeln, derer sie habhaft werden konnte. Wahrscheinlich würde sie so lange fragen bis alle mit ihren Geschichten herausrückten und wenn es so war konnte sie ihre genauso gut jetzt erzählen.
"Ja, auch ich habe Träume." begann sie, ein wenig nachdenklich "Anders als bei euch erscheinen sie mir etwas...unrealistisch. Willst du sie trotzdem hören?" Die Bardin anblickend wartete Rin auf die Antwort, obwohl sie sicher war dass sie positiv ausfallen würde. Da sie es vorher gesagt hatte würde niemand Gelegenheit haben sich über ihre seltsamen Träume lustig zu machen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 23.07.2010, 08:46:23
Eretria hörte, während sie sich langsam Richtung Große Feste begaben aufmerksam zu, als Mika und Milan ihre Träume erzählten. Doch sie schüttelte den Kopf, als Mika erklärte, dass sie wüsste, woher der Hass käme.
"Nein Mika, dass erklärt es in meinen Augen nicht. Oder irgendwie nicht richtig." Die Priesterin wirkte ein wenig hilflos. "Natürlich empfindet jemand Hass auf den Verursacher des eigenen Leides. Und natürlich kann ich verstehen, dass ein ganzer Stamm von diesem Sonnenvolk ausgelöscht worden ist, dessen Anführerin wohl Aliya war. Nur erklärt dies nicht, warum dies geschah." Mit einer automatischen Geste versuchte die Frau, wie so häufig ihr Haar nach hinten zu streichen bis sie feststellte, dass dies gar nicht nötig war, weil ihre wilde Haarpracht zu einem Zopf geflochten war. Sie schüttelte verwirrt den Kopf und sprach weiter.
"In Aliyas Erinnerungen tauchen gar keine Auseinandersetzungen mit an deren Stämmen oder Völkern auf. Als ich von ihrem Tod 'träumte', wirkte sie überrascht über die Störung der Zeremonie, die sie abhielt. Aber mit einem Angriff hat sie gar nicht gerechnet. Wenn sie offensichtlich ein derartig brutales Regime regierte, hätte sie nicht vorsichtiger sein müssen? Hätte sie nicht an diese Sachen denken müssen? Aber sie dachte nur an die Kinder, die sie anscheinend anlernte und ihre Einsamkeit, die sie unendlich traurig erscheinen lässt für mich. Ich würde gerne verstehen, wie diese beiden sich widersprechenden Dinge zusammen passen." Die Priesterin zuckte mit den Schultern. "Aber dies werden wir nur erfahren, wenn wir es weiter 'träumen' oder jemanden finden, der uns die Geschichte erzählen kann, nicht wahr?" Eretria klang jetzt weniger nachdenklich, sondern eher neugierig. Als Calfay und Arue sich dann in das Gespräch einschalteten, hörte sie auch diesen aufmerksam zu.
"Ich finde, du solltest trotzdem erzählen, um was es in deinen Träumen geht, Calfay. Wer weiß, vielleicht ergibt sich aus deiner Geschichte doch noch ein Zusammenhang. Es erscheint mir schon sehr seltsam, dass wir drei ..." Die Priesterin deutete kurz auf Milan, Mika und sich selber, " ... offensichtlich etwas haben, was unsere 'Träume' verbindet und ihr anderen, etwas komplett anderes erlebt, was damit gar nichts zu tun hat."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 23.07.2010, 10:48:20
Zu Arue hatte Mika gesagt, nachdem sich herausstellte, dass sie keine seltsamen Träume in sich trug: "Schade. Aber vielleicht wird es noch, wenn der Zufall will, dass wir auch weiterhin zusammenreisen. Vielleicht stecken wir dich ja noch an." Bei den Worten grinste die Bardin und zwinkerte der Schneiderin zu.
Danach antwortet auch schon Calfay und mischte sich Eretria in die Geschichte ein. Wobei Eretria die größere Aufmerksamkeit auf sich zog, mit ihren Worten.

"Ich glaube, dass du dich gerade von dem Wissen um das Ganze leiten lässt. Beziehungsweise von dem Wissen von Aliya." Widersprach ohne erzieherischen Tonfall die junge Bardin der Priesterin Eretria. "Du siehst das komplette Bild, musst dir aber immer bewusst machen, dass Shemiya und Milans Traum-Ich nur einen kleinen Teil des Ganzen sehen. In den Augen von denen, die weit weg von Aliya sind, ist sie die Anführerin des Sonnenvolkes und somit die Person, die den Befehl zur Auslöschung der Qamaish abgesegnet haben muss. Ohne die Zustimmung von Aliya kann es ihrer Meinung nach diesen Angriff nicht gegeben haben.
Auch meiner Meinung nach muss Aliya davon gewusst haben. Ich kann mir sehr schlecht vorstellen, dass sie als Herrscherin nur ihre Kinder hütete und sonst die Hände in den Schoss legte, während andere die Politik machten. Anderseits kann ich mich auch schwer mit dem Gedanken anfreunden, dass jemand hinter ihrem Rücken ganz unbemerkt den Angriff vorbereitet und durchgeführt hat. In irgendeiner Weise, das ist das Einzige was wir feststellen können, hat sie auf jeden Fall einen Fehler gemacht.
Auf jeden Fall ist, von der Warte von Milans  und meiner Traumgestalt, der Hass auf Aliya vollkommen nachvollziehbar. Ihr unvollständiges Bild muss deine Priesterin als Hauptschuldige erscheinen lassen. Und selbst wenn sie nichts mit der Sache zu tun hatte, dann ist sie dennoch schuldig, dass sie es nicht vermochte den Angriff zu verhindern.
Was sie vielleicht freisprechen könnte wäre nur, dass sich irgendwo herausstellt, dass eine vierte Macht sich als Sonnenvolk verkleidet hat und den Angriff auf die Qamaish durchgeführt hat. Aber das halte ich mit Abstand für am unwahrscheinlichsten."
Beendete Mika ihre Gedanken zu der Schuldfrage von Aliya und verzichtete dabei darauf, mache all zu hart klingende Theorie über Aliya auszusprechen. In den Augen der Bardin konnten auch wilde Theorien bezüglich der Kinderliebe und der Überraschung aufgestellt werden, welche die Herrscherin des Sonnenvolkes in keinem guten Licht erscheinen lassen würden.
Nachdem das so diplomatisch wie nur möglich abgehandelt wurde, wendete sich die Bardin Calfay zu und schloss sich Eretria an: "Und ja, auch ich auch alles über deine Träume erfahren. Vielleicht finden wir sogar eine Verbindung zu deinen Träumen. Immerhin haben wir jetzt nicht jedes Detail wiedergegeben, weil uns nicht jedes Detail wichtig erschien." Bei den Worten lächelte die junge Frau wieder.
Dann sagte das wandelnde Haarmähne kurz zu Milan: Milan, ich muss dich später etwas fragen. Aber später." Erst danach gehörte Calfay die volle Aufmerksamkeit von Mika.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 23.07.2010, 11:27:37
Eretria lächelte über die Erklärungen von Mika.
"Du hast mich mißverstanden. Ich möchte Aliya nicht verteidigen. Wenn es stimmt, was Milan und du 'geträumt' haben, ist der Anschlag auf Aliya nur zu verständlich. Mir geht es aber darum, dass ich die Geschichte gerne verstehen möchte. Wenn ich zu unseren drei Erinnerungen noch hinzugebe, was der Prophet erzählt hat, der so etwas wie der Berater oder Mitregent und Freund von Aliya darstellt, wollte die Sonnenpriesterin die Welt verändern. Ich weiß nicht, was damit gemeint ist, aber ich würde dies gerne verstehen."
Die Frau lächelte aufmunternd zu den noch schweigenden Freunden. "Ich glaube, dass wir alle in dieser Geschichte drin stecken. Ich glaube, dass wir - aus welchem Grund auch immer - nach und nach diese Geschichte zusammen erleben. Vielleicht weil wir in Zukunft vor ähnlichen Entscheidungen stehen werden. Deswegen halte ich es für wichtig, wenn wir unsere Erinnerungen austauschen. Ich würde lieber Erinnerungen sagen als Träume. Denn tatsächlich sind es die Erinnerungen von längst verstorbenen Personen, nicht wahr?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 23.07.2010, 15:01:09
Erinnerungen längst verstorbener Personen? War das wo die Träume herkamen? Es schien naheliegend dass eine Person die Garach in seinen Höhlen besucht hatte verstorben war, es sei denn eine kolossale Portion Glück hatte sie gerettet... oder der Plan war erfolgreich gewesen.
"Einen Moment." sagte Rin und rief sich den Inhalt ihrer Träume in Erinnerung bevor sie begann zu erzählen. "Ich habe die Welt von oben betrachtet. Nicht von einem Berg aus, sondern aus der Luft. Etwas stimmte nicht an dem was ich sah und ich war wütend auf mich selbst, weil ich die Geschehnisse nicht aufgehalten hatte als es noch möglich war. Das war mein erster Traum."
Nun da sie angefangen hatte merkte sie dass es gar nicht so unangenehm war, das alles zu erzählen. Wenn es wirklich jemandes Erinnerungen waren konnte man den Träumer nicht für den Inhalt verantwortlich machen und verglichen mit dem was die anderen träumten, war es nun wirklich nichts Schlimmes. Bisher zumindest.

"Die Welt war krank und ich suchte Verbündete, die mir helfen konnten sie zu heilen. Es muss schwierig gewesen sein, denn in dem Traum war ich noch alleine. Es gab eine Person in die ich meine Hoffnung setzte, anscheinend war es ein Mensch. Ein Magier." Rin bedachte ihre Zuhörer mit einem bedeutsamen Blick. "Womöglich der selbe von dem Waldemar geträumt hat, obwohl es genauso gut ein anderer sein könnte."
"Schliesslich fand ich den Magier mit Hilfe eines anderen Drachen. Die Suche nach ihm hatte sich gelohnt, denn er hatte schon einen Plan. Und der war... nun ja."
Jetzt hatte sie sich doch aufgehangen und wusste nicht weiter. Genau genommen wusste sie selbst nicht was dieser Plan bewirken sollte, nur dass es dafür wohl notwendig war mit Garach zu reden und ihn zur Mitwirkung zu überreden. Vielleicht war es besser hier eine Pause zu machen, bevor es zu verworren wurde. "Was haltet ihr von dem was ich bisher erzählt habe?" erkundigte sie sich, um herauszufinden ob ihre Freunde alles verstanden hatten.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 24.07.2010, 07:10:27
"Ein Magier mit einem Plan? Wenn wir davon ausgehen, dass unsere Träume zusammen hängen ist es gar nicht so unwahrscheinlich, dass es der Selbe ist, von dem Auch ich geträumt habe. Kannst Du Dich an sein Aussehen erinnern?" Waldemar gab eine personenbeschreibung von dem Magier aus seinem Traum, vielleicht passte sie zu dem Magier aus Calfays traum, oder jemand aus der Gruppe hatte sein reales ich schonmal gesehen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 24.07.2010, 10:57:07
Waldemars Beschreibung entsprach einem knapp über vierzig Jahre altem Menschen, mit einem fein geschnittenen, aber doch markanten Gesicht, einem glatt rasierten Gesicht, grünen Augen und schulterlangen, schwarzen Haaren. Niemand in der Gruppe kannte jemanden, auf den diese Beschreibung zutraf, auch nicht aus ihren Träumen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 24.07.2010, 11:22:23
Rin schüttelte den Kopf. "Nein, er kam nicht direkt in meinen Träumen vor. Als ich über ihn nachdachte war ich schon unterwegs um seinen Plan umzusetzen."
In ihren Augen war dies jedoch nicht schlimm. Waldemar hatte ihr eine Beschreibung gegeben, nach der sie nun ein Phantombild anfertigte. Wenn sie ihn traf würde sie ihn sicher wiedererkennen.
Zur Sicherheit zeigte sie Waldemar, der den Magier selbst gesehen hatte, noch einmal das Bild. "So ungefähr sieht er aus, richtig?"[1]
 1. Ein Random Wurf den ich gemacht habe: 12
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 24.07.2010, 13:53:09
Das Bild, das Calfay gemalt hatte, war eindeutig nicht das Werk einer großen Zeichen-Künstlerin - aber dafür, dass die Schreiberin das Zeichnen offenbar nie gelernt hatte, gab ihr Bild den Magier recht gut wieder. Waldemar wusste allerdings auch, dass diese vage Zeichnung vermutlich auch auf tausende andere Personen zutreffen würde.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 24.07.2010, 13:53:53
"Jemand der die Welt erobert, verändert die Welt. Krieg verändert alles, ob es am Ende einen Sieg gibt oder nicht." Sagte Mika, die schon das Gefühl hatte, dass Eretria an der Priesterin hing, von der sie träumte. "Aber was diese Frau antreibt wäre wirklich interessant, vor allem, weil dir deine Träume bisher ein völlig falsches Bild von ihr vermitteln. Zumindest aus der Sicht von Shemiya und Milan aus. Bei dir ist sie nett und fürsorglich, bei uns die Befehlshaberin von einer Horde Mördern." Bevor es Proteste gab, fügte Mika noch hinzu: "Ich weiß, dass das gerade etwas überspitzt dargestellt war."

Kaum hatte Mika geantwortet, schlug Calfay sie in ihren Bann. Denn nun gab sie einen Einblick in ihre Träume und hinterließ dabei doch manch eine Frage.
"Ja?" Fragte Mika die ehemalige Schreiberin, die aus vollkommen unersichtlichen Gründen an der spannensten Stelle abgebrochen hatte. "Was ist der Plan des Magiers?
Und habe ich es richtig verstanden, du warst ein Drache?"
Interessiert schaute die Bardin zu ihrer Begleiterin rüber, die mit keinem Wort erwähnt hatte, dass sie im Traum ein Drache war, aber genügend Zeichen gegeben hatte, die dies vermuten ließen.
DIe Frage von Calfay musste Mika dann gar nicht mehr direkt beantworten, die Gegenfragen der Bardin waren Antwort genug.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Lucanor am 24.07.2010, 20:31:37
Arue hörte sich einige Zeit das Gespräch über diese seltsamen Träume an, aber irgendwie konnte sie es nicht so recht verstehen. Normalerweise würde man jemanden der solche Geschichten erzählt sofort als Lügner abstempeln ... im besten Fall ... oder ihn direkt zu den Priestern bringen um ihn zu heilen. Aber wie Verrückte kamen ihr ihre mitreisenden nicht vor. Vielleicht steigerten sie sich auch einfach nur zu sehr in etwas hinein?
Schließlich entschied sich Arue dafür ihre Theorie preis zu geben. "Ich kenne mich auf diesem Gebiet zwar nicht so richtig aus, aber könnte es nicht sein das ihr euch da mit diesen Träumen einfach in etwas hineinsteigert? Ich meine, sicher sind das seltsame Dinge von denen ihr Träumt, aber vielleicht ist der Grund dafür das ihr dieses Träume habt ein ganz einfacher. Vielleicht versucht euer Verstand nur Krampfhaft euch eine Geschichte zu zeigen die zu den Geschichten passt von denen die anderen erzählt haben. Ich meine ... es gibt ja anscheinend keine Beweise dafür dass das was ihr geträumt habt wirklich geschehen ist..." eher abrupt beendete die Schneiderin ihre Ausführungen, fügte dann aber etwas leiser noch hinzu. "Ich will euch damit nicht zu nahe treten oder irgendwie verurteilen, aber vielleicht solltet ihr auch mal über diese Möglichkeit Gedanken machen ... ehe ihr euch damit noch selbst verrückt macht."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 24.07.2010, 21:56:47
Was Arue sagte war nicht gerade höflich und doch konnte Rin es verstehen. Sie würde einen Haufen Leute die behaupten ihre Träume wären wahre Ereignisse aus der Vergangenheit ebenfalls für verdächtig halten. Allerdings gab es in der Erklärung der Schneiderin einen fatalen Fehler. "Das ist unmöglich." informierte sie die junge Frau "Mika hatte schon mehrere Nächte davon geträumt als sie uns davon erzählte. Eretria und Milan hatten scheinbar vom selben Zeitpunkt geträumt, nur aus anderen Perspektiven. Ich selbst träume diese 'seltsamen Dinge' schon seit unserem Aufbruch aus Himmelstor, also glaube ich nicht dass ich mir irgendetwas einbilde."
An dieser Stelle schien Rin ein wenig ungehalten, sie wollte sich von niemandem nachsagen lassen dass sie sich von esoterischem Blödsinn mitreissen liess, egal wie gut Arue es auch meinen mochte. Solche Aussagen würden ihrem Ruf schaden, wenn sie genug Material für ein Buch zusammen bekam und es als seriöses wissenschaftliches Werk veröffentlichen wollte.
"Wir versuchen den Träumen auf den Grund zu gehen, indem wir darüber reden. Würdet ihr das nicht auch tun? Ausserdem ist Mika eine Bardin, vielleicht inspirieren unsere nächtlichen Ausflüge sie zu einer Geschichte oder einem Lied und wir werden berühmt." Den letzten Satz sprach sie mit einem Augenzwinkern, obwohl Ähnliches schon mit der Geschichte von Beldins 'früherem Leben' passiert war. Die sie noch gar nicht gelesen hatte, wir ihr plötzlich einfiel.
Heute Abend dachte sie, wohl wissend dass sie den Abend wahrscheinlich in einer Schenke mit ihren Gefährten verbringen würde, oder bei einem Spaziergang durch die Strassen der unbekannten Stadt, oder...
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 24.07.2010, 22:25:02
Eretria nahm die Frage von Arue mit einem Lächeln auf. Es war offensichtlich, dass sie es der Schneiderin nicht übel nahm, dass sie zweifelte.
"Du hast recht, wenn wir uns die Geschichten sofort alle erzählt hätten, könnte deine Annahme stimmen. Aber tatsächlich haben wir erst nach mehreren Nächten mit diesen seltsamen Träumen angefangen uns darüber zu unterhalten und erst dann die Verbindungen erfahren." Dann wurde ihr Grinsen breiter. "So ist es ja auch besser für dich, Arue. Sonst müsstest du ja glauben, dass du mit einer Gruppe ziemlich Verrückter unterwegs wärst."
Dann schaute sie zu Calfay. "Willst du nicht weiter erzählen? Das ist doch bestimmt nicht das Ende deiner Träume, oder?" Während sie auf die Fortsetzung der Geschichte wartete, hakte sie sich bei Milan unter und schmiegte sich, während des Gehens an dessen Seite.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 25.07.2010, 00:20:29
"Nein, es geht noch weiter." bestätigte Rin die Vermutung. "Der Magier hatte also einen Plan, den mein Gefährte und ich in die Tat umsetzen sollten. Wir mussten dazu über ein Meer fliegen, wahrscheinlich war dies der Grund warum er uns Drachen darum gebeten hatte. Objektiv betrachtet grenzte die Mission an Selbstmord, trotzdem hatte ich das Gefühl dass ich dem Magier dankbar war."
Sie schwieg kurz und betrachtete ihre Zeichnung von Waldemars 'Magier'. Dieses Traum-Ich, wie Mika es nennen würde hatte dem seltsamen Mann auf dem Bild vertraut (falls es der selbe war). Für Rin sah er eher ein wenig zwielichtig aus... nun, wenn sie so fühlte hatte sie sicher ihre Gründe gehabt.

Den Faden wieder aufnehmend fuhr sie fort "Der Plan sah vor dass wir Garach, den Seelenlosen aufsuchen und ihn irgendwie dazu zu bringen dass er auf unserer Seite kämpfte... glaube ich. Vielleicht wollten wir ihn auch bitten irgendetwas zu unterlassen, das einzige das ich sicher weiss ist dass wir mit ihm verhandeln wollten. Eine irre Idee, selbst wenn es ihn wirklich gäbe."
Inzwischen war sie nicht einmal mehr sicher ob er eine Märchenfigur oder echt war. Konnte Arues Verdacht dass sie alle am Rad drehten doch stimmen?
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 26.07.2010, 19:29:01
Milan hörte Calfay gespannt zu, während ein seltsames Unwohlsein ihn befiel, je mehr Schritte sie in Richtung der Großen Feste machte. Besonders als sie über Garach, den Seelenlosen, etwas erzählte, spitzte er die Ohren. Noch viel mehr interessierte ihn allerdings Mikas Frage, die Calfay noch nicht beantwortet hatte: "Und du warst ein Drache in deinem Traum? Das ist ja wirklich eigenartig. Aber sind Drachen nicht eigentlich bösartig?" Milan hatte noch nicht allzu viel von Drachen gehört, bis auf die üblichen Schauergeschichten. Umso mehr wollte er erfahren, wie es kam, dass Calfay in ihren Träumen - oder vielleicht auch in einem vorherigen Leben - ein Drache gewesen war.

An Arue gewandt, meinte er anschließend leise: "Keine Angst, wir machen uns nicht verrückt. Wir sind es schon." Er grinste breit und konzentrierte sich wieder auf Calfay und ihre Erzählung, wobei er Arue noch einmal zu zwinkerte.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 26.07.2010, 20:21:51
"Das ist Blödsinn." behauptete Rin voll Überzeugung. "Ein Drache hat Besseres zu tun als Städte zu verwüsten und Menschen zu fressen. Natürlich gibt es auch Bösartige" Sie schüttelte den Kopf. "aber ich hoffe nicht dass du so von mir denkst. In meinen Träumen war ich nicht mehr oder weniger bösartig als ich es jetzt bin."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 27.07.2010, 13:00:58
Eretria hörte den Ausführungen von Calfay aufmerksam zu. "Verzeihe mir, wenn ich etwas ungläubig schaue, Calfay. Aber wie kannst du etwas sein, was es eigentlich nicht geben kann? Entschuldige, aber wie kannst du den ein Drache sein?" Die Geweihte hörte sich eher irritiert an. Dann schüttelte sie den Kopf.
"Ich meine, wir alle haben doch im Grunde von Personen geträumt, die wie wir selber aussahen. Aliya sieht mir ähnlich und auch die anderen hier haben von Personen mit ihrem eigenen Aussehen geträumt." Die Frau lächelte leicht bei ihren nächsten Worten. "Und du siehst nicht unbedingt wie ein Fabelwesen aus, Calfay."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 28.07.2010, 07:26:15
"In der Nähe vom großen Wald hört man einiges von seltsamen wesen, aber selbst dort in meiner Heimat hat noch nie jemand einen Drachen gesehen, kaum jemand behauptet, dass es dort welche gibt und wenn es seltsame Wesen auf Thaikaris gibt, sind eigentlich immer ein paar Exemplare im Großen Wald vorhanden. Ich halte es jedoch für Möglich, dass es vor langer Zeit tatsächlich Drachen gab, denn irgendwoher müssen ja die Ideen für Bilder kommen, die von Drachen gemalt wurden. Das würde darauf hindeuten, dass die Träume vor langer langer Zeit spielten."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 29.07.2010, 12:00:29
"Oh ooh! Arme Welt." Sagte Mika, kaum hatte Calfay behauptet, dass sie ihr Drache nicht weniger böse sei, als sie selbst.
Wer danach zu der Bardin schaute, sah sie unschuldig in den Himmel schauen. Dabei pfiff sie scheinbar, auch wenn, außer dem Knirschen ihrer Sohlen auf Stein und raschelnden Kleidern, kein weiterer Ton von ihr ausging.
Danach kehrte der Ernst zurück und sie schloss sich Waldemar an: "Ich denke auch, dass es mal Drachen gegeben haben muss. Wie sollten wir sonst auf die Idee kommen, dass es sie gibt? Aber ich muss zugeben, dass ich doch gewisse Zweifel habe, dass Calfays Geschichte wirklich mit unseren Träumen zusammenhängt, denn mit Garach dem Seelenfresser folgt eine weiterer Mythos in ihren Träumen." Insgeheim hoffte Mika aber, dass die Träume doch zusammenhingen, denn das hieße, dass es sowohl Garach und Drachen gegeben haben muss und damit diese Mythen einen echten Ursprung haben müssen.
Als Mika wieder schwieg, begann sie in ihrem Kopf zu kramen und versuchte herauszufinden, ob in ihrem Kopf nicht irgendwo Wissen versteckt lag. Sie fragte sich seltsamerweise erst nach sehr vielen Tagen, ob sie jemals von einem Sonnenvolk gehört hat. Oder von Qamaish. Auch sucht sie nach Wissensfetzen über Mythengestalten, wie Drachen und Garach. Vielleicht fällt ihr sogar eine Legendengestalt ein, die vielleicht zu den Gestalten aus den Träumen passen. Im Gefängnis hatte sie viele Geschichte gehört und vielleicht war etwas dabei[1].
Bei der Gelegenheit fiel Mika wieder die Frage ein, die sie Milan stellen wollte: "Milan?! Wenn du jemand in der Feste kennst, der alte Geschichten sammelt. Sowohl wahre Geschichten, als auch Mythen. Kanns du sie oder ihn mir vorstellen? Oder gibt es bei euch einen Ort, wo sowas vielleicht auch nachgelesen werden kann?"
 1. Bardenwissen 19; Wissen (Geschichte) 22;
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 29.07.2010, 12:25:34
Mika dachte intensiv nach, konnte sich aber bei bestem Willen nicht erinnern, jemals von den Qamaish oder von einem Sonnenvolk gehört zu haben. Dafür wusste sie umso mehr über mythologische Gestalten. In ihrer Zeit im Gefängnis hatte sie nur wenig darüber gehört, doch als Kind hatten ihre Eltern ihr viele Geschichten erzählt.

So war Garach, der "Seelenfresser", eine Figur, die in vielfältiger Gestalt auftauchte, immer darauf aus, den Menschen Leid und Schaden zuzufügen. In manchen dieser Geschichten tauchte er in humanoider Gestalt auf, manchmal war er ein düsterer Schatten, der seine Opfer aus dem Hintergrund manipulierte, und wieder andere Geschichten stellten ihn als schreckliches Monster dar. Garach war ein universell einsetzbarer Bösewicht, der für praktisch jede Schreckgeschichte herhalten konnte.

Lediglich an eine Sache konnte sich Mika erinnern, die nicht mit Schauermärchen zu tun hatte. Ein entfernter Verwandter eines Nachbarn hatte vor einigen Jahren behauptet, Garach hätte ihn in der Nacht aufgesucht. Der Mann hatte allerdings zuvor seinen Verstand verloren - von einem Tag auf den anderen hatte er sich plötzlich wie ein Schwachsinniger verhalten. Mika hatte ihn aber nie kennengelernt, sondern nur die Gespräche ihrer Nachbarn mitbekommen.

Von Drachen hatte Mika deutlich weniger Geschichten gehört als über den dunklen Garach. Es gab das eine oder andere Lied, in dem ein Barde davon schwärmte, "wie ein Drache durch die Luft zu fliegen", und es gab vielleicht auch die eine oder andere Geschichte von bösen, zerstörungswütigen oder auch von weisen und edlen Drachen. Doch niemand, den Mika kannte, hatte je behauptet, einem Drachen begegnet zu sein, oder auch nur jemanden zu kennen, der das behauptete.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 29.07.2010, 12:56:57
Der Rest des Tages verlief erfreulich ruhig. Ein leichter Regen kam noch auf, doch war dieser eher erfrischend als unangenehm und hielt auch nicht allzu lange an. Die junge Frau namens Makae freute sich offenbar auf die Stadt - Eretria vermutete, dass es für sie wie ein neuer Abschnitt war, und das Betreten der Stadt für sie vor allem das Ende einer grauenvollen Reise war. Die Priesterin sah darin auch die Chance, später noch einmal mit Makae zu reden und vielleicht etwas tiefer in ihre Erinnerungen vordringen zu können.

Schließlich erreichte die Karawane die Große Feste. Die Stadt bot ein beeindruckendes Bild: Eine zehn Meter hohe Mauer aus strahlend weißem Marmor schien jeden finsteren Eindringling schon durch ihren Anblick fernzuhalten. Nur die Türme, jeder von ihnen gute zwanzig Schritt hoch, überragten die Mauer. Fünfzig kreisförmig in der Stadt angeordnete, steinerne Wächter, die wie Halbgötter über die Bewohner der Stadt zu wachen schienen, untereinander verbunden durch massive Brücken.

Auf diesen Brücken waren bewaffnete Wachen zu sehen, ein Bild, das insbesondere Milan ins Stocken brachte: So lange er lebte, hatte er noch nie einen Soldaten dort oben gesehen. Auch vor dem großen, hölzernen Stadttor waren ungewöhnlich viele Wachen postiert - gute zwanzig Soldaten standen dort und kontrollierten die wenigen Neuankömmlinge, die gerade in die Stadt wollten.

Nur eine kleinere Händlerkarawane wartete auf Einlass, und kaum, dass die Gruppe, deren Anführer Milan so unerwartet geworden war, das Tor erreicht hatte, verschwand die andere Karawane auch schon in der Stadt.

Einer der Soldaten, bewaffnet mit einer Hellebarde, musterte die Gruppe aufmerksam. "Willkommen in der Großen Feste", sprach er mit lauter Stimme. "Ich brauche die Namen, Herkunft und Grund der Einreise für jeden einzelnen von euch, außerdem müssen wir eure Wagen und Ausrüstung kontrollieren. Wer Waffen bei sich führt, hat diese bei Sergeant Wilkos hier links neben mir zu melden."

Auch dies war etwas, das Milan nicht kannte. Für die Einreise in die Große Feste hatte man zwar schon immer seinen Namen und den Grund der Anreise angeben müssen, aber damit war die Prozedur eigentlich abgeschlossen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 29.07.2010, 13:54:16
Eretria hörte die letzte Frage von Mika und plötzlich fiel ihr etwas ein, was sie noch nicht erzählt hatte, aber vielleicht wichtig werden könnte.
"Der Prophet hat mir erzählt, als er merkte, dass ich mich an ihn nicht erinnern konnte, dass ich nach einer Person suchen sollte, die mir helfen könnte. Ich sollte nach einem Mann suchen der Gazriel heißt. Dieser Mann könne jemanden dessen Seelenlied zeigen." Die Geweihte wirkte ein wenig schuldbewusst. "Ich konnte ihn nicht mehr danach fragen, wo dieser Mann lebt oder was das Seelenlied eigentlich ist. Aber ich denke wir können auch in der Großen Feste anfangen danach zu suchen." Man konnte der Frau anmerken, dass ihr das Versäumnis unangenehm war. "Es tut mir leid, dass ich zu langsam war, um den Propheten über diese Dinge zu befragen, aber er sagte dies erst als wir uns trennten und ihm hinterher zu laufen oder zu schreien hätte nichts gebracht."
Während des restlichen Verlaufs des Marsches zur Großen Feste blieb Eretria ruhig und pendelte zwischen Makae und Milan hin und her. Sie suchte offensichtlich die Nähe zu ihrem Freund und es war unschwer zu erkennen, dass sie recht nervös wirkte. Als die Stadt in Sichtweite kam, begann die Frau etwas umständlich sich noch einmal, soweit es ging vom Dreck der Straße zu säubern, auch wenn dieses Unterfangen kaum gelingen konnte. Aufmerksam nahm sie die vielen Soldaten wahr, die die Stadt bewachten. Diese Bewachung erschien ihr ziemlich aufwendig, fast als erwarte die Stadt einen Angriff.
Nichtsdestotrotz trat sie vor, als der Hellebardier sie befragte. Sie verneigte sich sogar leicht vor dem Soldaten und schenkte ihm dann ein aufrichtiges Lächeln.
"Danke für euer warmes Willkommen in eurer schönen Stadt. Ich bin Eretria, Geweihte von Mutter Sonne und den Zwei Monden. Mein Licht und mein Schatten Milan Tirkesson an meiner Seite hier kommt aus dieser Stadt. Wir sind hier um seine Eltern zu besuchen." Sie zeigte auf den Wagen, in dem Makae von ihr behandelt wurde. "Wir haben außerdem das Opfer eines Überfalls dabei, welches wir zwischen hier und Himmelstor gefunden haben. Die Frau heißt Makae und wird von mir behandelt. Ihre Karawane ist anscheinend von einer Räuberbande mit nahmen Morgensonne überfallen worden."
Dann wandte sich Eretria an den Sergeanten und erklärte dem Mann, welche Waffen und Rüstungen sie bei sich führte.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 29.07.2010, 21:32:25
Milan fand es schade, dass Calfay ihnen scheinbar nicht mehr über die Drachen aus ihren Träumen erzählen wollte, aber letztlich war er zu aufgeregt, um sich wirklich auf die Gespräche zu konzentrieren. Auf Mikas Frage hin dachte er nach: "Hm, auf Filidors Markt finden wir ganz sicher jemanden, der dir einige Geschichten erzählen kann. Dort wimmelt es nur so vor Geschichtenerzählern, wobei ich nicht alles von dem glauben würde, was sie einem manchmal erzählen." Milan erinnerte sich nur ungern an eine Geschichte aus seiner Jugend, als er mit Lémar und Tasha einem Schwindler aufgesessen war, der ihnen von einem Schatz in der Nähe der Großen Feste erzählt hatte. Natürlich gab es keinen, aber der Kerl hatte sich herrlich über ihre Gutgläubigkeit amüsiert. Lémar und Tasha hatten ihn nur zwei Tage später dafür büßen lassen. Über diese Gedanken verfiel Milan in zunehmendes Schweigen, das nur noch vehementer wurde, als er sah, wie die Stadt mittlerweile gesichert wurde. War die Morgensonne inzwischen eine solch große Bedrohung geworden?

"Was ist hier passiert?" wollte Milan von dem Soldaten wissen, nachdem Eretria ihm den Grund für ihren Besuch genannt hatte. "Ich bin doch noch gar nicht solange weg gewesen." Entsetzen stand Milan ins Gesicht geschrieben und Sorge darüber, was womöglich mit seiner Familie und seinen Freunden geschehen war.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 29.07.2010, 21:57:58
Der Soldat zog einen Moment seine Augenbraue hoch und sah Milan strafend an - offenbar wenig begeistert über den mangelnden Respekt, der ihm entgegen gebracht wurde. Dennoch antwortete er auf Milans Frage.

"Das hat gleich zwei Gründe. Zum einen sind diese Räuber, von denen euer Weib gerade gesprochen hat, in den letzten Tagen einiges aggressiver geworden. Es gab sogar Mordanschläge innerhalb der Feste... zwei davon erfolgreich. Wir wissen leider nicht, wie stark die Morgensonne inzwischen geworden ist, und um die Bürger so gut wie möglich zu schützen, ist die ganze Armee in Alarmbereitschaft."

Er blickte kurz über seine Schulter, ein wenig so, als wolle er sicher gehen, dass ihn niemand belauschte - eine leicht absurde Geste, in einer Situation, in der er von anderen Leuten umringt war. "Zum anderen... der Siddhai hat die Stadt verlassen, und er hat Anweisung gegeben, nach einer ganz bestimmten Person Ausschau zu halten. Muss ein irre gefährlicher Typ sein, wir haben den Befehl, ihn immer nur in Gruppen von mindestens zwanzig anzugreifen, sollte er auftauchen. Sein Name ist Gazriel. Also, solltet ihr jemandem mit dem Namen begegnen, ist mein Tipp: Seht zu, dass ihr weg kommt."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 29.07.2010, 22:19:22
Milan ging über den Blick des Mannes hinweg oder nahm ihn gar nicht wahr. Er war schockiert, als er hörte, dass es zwei erfolgreiche Mordanschläge - und wohl noch mehr weniger erfolgreiche - in der Stadt gegeben hatte. Auch die Erwähnung des Namens Gazriel beunruhigte Milan und wieder mussten sie sich die Frage stellen, zwischen welchen Fronten sie hier agierten und wem sie sich letztlich anschließen würden. Dass der Prophet ihnen riet zu einem solch gefährlichen Mann zu gehen, ließ Milan noch mehr an der Aufrichtigkeit des Mannes zweifeln. Trotzdem war er skeptisch, wie ein einziger Mann selbst den Siddhai so beunruhigen konnte.

"Bitte erzählt uns mehr über die Anschläge, doch lasst zuerst die Händler ein. Sie sind müde von der Wanderung und noch immer beunruhigt wegen dem Überfall auf die andere Karawane. Sie sollten nicht noch länger hier verweilen müssen."[1]
 1. Diplomatie 21
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 30.07.2010, 07:11:37
"Ich bin Waldemar, stamme aus Immerwald und bin im Auftrag der Stadtwache von Himmelstor nach Handelsfest unterwegs." Beantwortete Waldemar die Frage des Wächters, als er an der Reihe war. Zu dem Anderen Wächter gewandt sagte er: "Ich führe zwei Langbögen und ein Schwert mit, aber ich setze sie nur zur Selbstverteidigung oder zur Nahrungsjagt im Wald ein."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 30.07.2010, 16:53:39
Du musst dich nicht entschuldigen. Kannst du doch nichts dafür, dass der Typ dann weg war. Immerhin haben wir jetzt eine Idee, wie wir dem Ganzen näher kommen können." Sagte Mika zu Eretria, als diese sich mehr einmal und völlig grundlos dafür entschuldigte, dass der so genannte Prophet ihr nicht mehr verraten hatte. "Und Danke, dass kann uns schon mal weiterhelfen."

"Mein Name ist Mika Fullet. Ich stamme aus Himmelstor. Auch ich bin im Auftrag der Stadtwache von Himmelstor auf dem Weg nach Handelsfest. Ich trage einen Rapier und einen Kurzbogen mit mir." Rasselte Mika erstmal alles runter, damit die Aufmerksamkeit von ihr weichen konnte.
Auch wenn die Bardin weit weg von der Heimat war, erfüllten sie die Wächter mit Unbehagen. Deshalb wollte Mika das Ganze sehr schnell hinter sich bringen. Ihrer Anspannung entsprechend wirkte die junge Frau etwas steif.
Was unbewusst ein wenig für Entspannung bei Mika sorgte, war der Name Gazriel, den Eretria schon genannt hatte. Die Worte die über den Mann, dem zu begegnen ein möglicherweise zweifelhaftes Vergnügen wäre, fallen gelassen wurden, sorgten für etwas Ablenkung.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Lucanor am 30.07.2010, 23:57:36
Während des letzten Stückes der Reise gingen Arue noch einige Gedanken durch den Kopf. Die Träume von denen ihre Mitreisenden sprachen beschäftigten sie doch sehr. Von so etwas hatte sie noch nie gehört und sie war sich nicht klar darüber ob sie die Anderen für verrückt halten, oder doch eher wegen dieser Träume bedauern sollte. Auch wenn sie nicht glaubte das diese Träume wirklich ein früheres leben gezeigt hatten, so war sie sich doch sicher das es nicht angenehm sein kann von solchen Dingen zu träumen.

Von der strengen Kontrolle am Tor war die Schneiderin sichtbar überrascht. Eine so genauen Inspektion hatte sie noch nicht erlebt.
Schnell antwortet sie dem Wachmann. "Mein Name ist Arue und bin eine fahrende Schneiderin die hier mit ihrem Handwerk etwas Geld verdienen will. Ach ja und aus richtung Himmelstor komme ich." Ihren genauen Ursprungsort wollte sie lieber nicht nennen, da sie befürchtete dass das zu viele Fragen aufwirft auf die sie lieber nicht antworten wollte.
Mit ein paar geschickten Handgriffen zog sie die Decke zurück mit denen sie die Sachen auf dem Wagen vor dem regen geschützt hatte.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 01.08.2010, 12:51:44
Dem Beispiel ihrer Freunde folgend zeigte Rin den Soldaten ihren Speer und stellte sich vor. "Mein Name ist Rin Silberhaar, ich bin mit den anderen aus Himmelstor gekommen und dies ist meine einzige Waffe." Sie dachte an das war Waldemar eben gesagt hatte.
"Zur Selbstverteidigung." fügte sie hinzu, um sicherzugehen dass sie richtig verstanden wurde.
"Der Grund warum wir hier halt machen ist... damit Milan seine Eltern besuchen kann." behauptete sie und warf selbigem einen belustigten Blick zu. Es war gut nicht immer nur an den Auftrag denken zu müssen. Heute waren sie hier als Touristen, morgen würden sie wieder auf der Straße sein, um eine kriminelle Untote zu verfolgen. So ist das Leben. dachte sie, entschlossen ihre Geschäftsreise zu geniessen, solange das möglich war.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 02.08.2010, 21:47:21
Der Wachmann nickte auf Milans Vorschlag hin, und so wurde zunächst die Karawane abgefertigt, bis nur noch die Gefährten aus Himmelstor, Arue und Makae vor den Toren warteten.

Schließlich wandte sich der Soldat wieder der Gruppe zu. "Irgendjemand hat es auf höhere Beamte und andere wichtige Persönlichkeiten abgesehen. Es gab bereits fünf hinterhältige Mordversuche. Die ersten drei sind gescheitert, weil der Mörder schlecht gearbeitet hat. Aber er hat nach jedem Mal gelernt, und... die letzten beiden waren erfolgreich. Ein Offizier, einer der persönlichen Vertrauten von Livius. Das war vorgestern. Und letzte Nacht hat es den Hohen Richter Magrarsson erwischt. Besonders schade um ihn, er war dafür bekannt, selbst verfeindete Gegner vor Gericht wieder zusammen zu bringen, so dass sich am Ende der ganze Fall in Einigkeit aufgelöst hat."

Er schüttelte den Kopf, als er weitersprach. "Offiziell ist noch nicht bewiesen, dass die Ritter der Morgensonne irgendwas damit zu tun haben, aber das ist wohl klare Sache. Zuerst taucht eine durchgeknallte Räuberbande auf, und dann beginnt plötzlich ein Mörder sein blutiges Handwerk in der Stadt. Und das gerade zu einer Zeit, als der Siddhai die Stadt verlassen hat. Das ist ja wohl kein Zufall, die Räuber nutzen den Zeitpunkt, um den Gegner - uns - zu schwächen."

Schließlich wandte er sich noch an Arue und Calfay. "Und eure Herkunft?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 03.08.2010, 11:05:11
"Himmelstor, sagte ich doch." informierte Rin den Soldaten, der über seine eigene Geschichte offenbar vergessen hatte was sie ihm kurz zuvor noch gesagt hatte. Wahrscheinlich würde er es auch gleich wieder vergessen, denn etwas an seiner Erzählung interessierte Rin, weshalb sie nachfragte. "Wo ist euer Siddhai denn hingegangen?"
Vielleicht hätte er besser nicht so laut verkündet dass er die Stadt verliess, wenn Kriminelle das als Einladung sahen in der Grossen Feste ihr Unwesen zu treiben. "Habt ihr Drohungen erhalten, bevor die Morde begannen?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 03.08.2010, 12:27:52
Der Wachmann schüttelte den Kopf. "Nein, keine Drohungen, keine Forderungen. Irgendjemand will die Leute einfach los werden."

Dann trat er einen Schritt näher, und senkte seine Stimme. "Wo der Siddhai ist, wissen nur seine engsten Anvertrauten. Ich habe aber Gerüchte gehört, dass alle fünf Siddhai ihre Städte verlassen haben. Ihr kommt doch aus Himmelstor... habt ihr da vielleicht auch sowas gehört?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 03.08.2010, 22:32:50
Interessant. In gleicher Lautstärke antwortete Rin "Ja, auch Aikriz scheint momentan nicht in Himmeltor zu sein und wir hatten dort ähnliche Probleme." Sie beliess es bei dieser vagen Beschreibung, denn wenn sie jedem hier davon erzählte was passiert war würde sie am Ende noch negative Gerüchte über ihre Stadt in Umlauf bringen. Die Gefahr sollte dort erstmal gebannt sein... obwohl sie nicht ganz sicher sein konnte. Die Ergebenen schienen nicht die einzigen zu sein die es auf die nun unbewachten Städte abgesehen hatten.
Ob es in den restlichen drei Städten genauso schlimm war?
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 04.08.2010, 11:10:11
Nachdenklich nickte der Soldat zu Calfays Erklärungen. "Ist die Morgensonne also schon bis Himmelstor vorgedrungen? Ich persönlich halte diese Leute ja für extrem gefährlich. Manche glauben, die werden in ein paar Wochen oder Monaten in der Versenkung verschwinden, aber ich glaube, die streben danach, eine eigene Macht in den Zentralstädten zu werden. Man hört so Gerüchte... aber wir sollten uns lieber auf das konzentrieren, was wir wissen", beendete der Wachmann plötzlich seine Erklärungen.

"Ich bin sicher, die Siddhai werden schon darauf aufpassen, dass sich alles zum Guten wendet."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 04.08.2010, 17:04:01
Wie denn, wenn sie nicht da sind? dachte Rin, versuchte jedoch ihre Zweifel nicht zu zeigen. Sie wollte den Mann nicht verunsichern. Vielleicht hörten die Siddhai von den Angriffen und kamen zurück um die Schurken aus ihren Städten zu vertreiben... vielleicht waren sie auch auf einer Urlaubsreise ans andere Ende der Welt, kamen erst in einem Jahr wieder und stellten dann fest was diese Leute angestellt hatten.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 05.08.2010, 15:31:27
Eretria hielt sich an der Seite von Milan als das Gespräch mit der Wache begann. Auch wenn sie sich zunächst nicht an dem Gespräch beteiligte, folgte sie mit sichtlichem Interesse den Ausführungen der anderen. Erst als der Wächter eine Vermutung über die Morgensonne aufstellte, schaltete sich die Geweihte in das Gespräch ein.
"Ich fürchte, eure Vermutung ist nicht ganz richtig. Die Probleme in Himmelstor hatten keinen Zusammenhang mit der Räuberbande, die hier ihr Unwesen treibt. Die einzige Gemeinsamkeit scheint zu sein, dass es Gruppen gibt, die offensichtlich die Abwesenheit der Siddhai nutzen um Unruhe zu stiften und sich selbst zu bereichern. In Himmelstor gab es eine solche Gruppe und anscheinend gibt es hier eine ähnliche Konstellation." Die blonde Frau lächelte den Wächter offen an.
"Die Stadtwache von Himmelstor hat das Problem in ihrr Stadt mit ein paar Ermittlern von außerhalb der Stadt lösen können. Die dortige Gefahr wurde beseitigt. Ich bin sicher, dass die Stadtwache der Großen Feste nicht weniger kompetent ist, als ihre Kollegen aus Himmelstor."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 05.08.2010, 19:49:09
Milan schüttelte fassungslos den Kopf und hörte kaum mehr auf das Gespräch, dass die Wache mit Calfay und Eretria führte. Erst als seine Freundin den Namen der Stadt nannte, schien er wieder aus seinen Gedanken zu erwachen. "Eine Frage noch: Diejenigen, die überlebt haben, könnt Ihr uns bitte ihre Namen sagen? Wir würden uns gerne mit ihnen unterhalten. Vielleicht lässt sich so mehr über den Attentäter oder die Attentäter erfahren oder was der Grund für den Angriff war." Milan dachte in diesem Moment nicht einmal daran, dass er die Kompetenzen der Stadtwache schon wieder in die Schranken wies, die sich mit Sicherheit längst mit der Befragung der Überlebenden beschäftigt hatten. "Irgendwie passt es auch nicht zu einer Räuberbande, Attentate auszuführen. Die kamen mir eher wie Haudraufs vor..." murmelte er vor sich hin.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 08.08.2010, 13:34:24
Als Eretria erklärte, dass es weitere Gruppen gab, welche die Abwesenheit der Siddhai ausnutzten, kam einer der anderen Soldaten näher - ein junger Wachmann von vielleicht zwanzig Jahren. "Hörst du, Hergol? Ich habe es dir gesagt. Eine groß angelegte Verschwörung, und was hier in der Feste passiert, ist nur ein winziger -"

"Halt deinen Mund, Dummkopf!" bellte ihn der Soldat an, mit dem sich Eretria und Milan unterhalten hatten. "Du mit deinen irrwitzigen Verschwörungstheorien. Selbst wenn sich jemand sowas ausdenken würde, und dann noch dazu in der Lage wäre, das alles so gut aufeinander abgestimmt durchzuführen, was alleine schon unrealistisch ist, dann wären die Siddhai längst aufgetaucht, um diese Leute aus dem Verkehr zu ziehen. Also hör gefälligst auf, die Leute mit deinem Schwachsinn unruhig zu machen!"

Erschrocken erstarrte der jüngere Soldat, und zog sich dann wie ein getretener Hund wieder nach hinten zurück. Als Milan dann seine Frage stellte, schüttelte Hergol - wie der Wachmann offenbar hieß - nur seinen Kopf. "Tut mir leid, diese Informationen sind nur für Mitglieder der städtischen Wache bestimmt."

Milans letzte Äußerung schien der Mann durch die Ablenkung durch den jüngeren Soldaten gar nicht mitbekommen zu haben.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Lucanor am 08.08.2010, 14:47:54
Arue wollte grade auf die Frage die ihr der Wachmann gestellt hatte antworten, als auch schon eine rege Diskussion über die Vorfälle in der Stadt ausbrach. Die Schneiderin wollte nicht unhöflich sein und das Gespräch unterbrechen, deshalb wartete sie erst einmal ab bis sich eine günstige Gelegenheit bieten würde.

Obwohl diese Morde sie nicht direkt betrafen machte sie sich natürlich trotzdem so einige Gedanken. Es schien so als würde in der Stadt durch die Morde, das auftauchen der Morgensonne und das verschwinden der Siddhai einige Unruhe entstanden zu sein und wenn schon die Stadtwache so offen über diese Angelegenheiten spach, dann konnte man sich sicher sein dass die ganze Stadt davon wußte. In solchen Zeiten war es nicht unwahrscheinlich dass die normale Bevölkerung ihren Geldbeutel etwas enger schnallt und das wäre nicht gut für das Geschäft der Schneiderin.
Vielleicht wäre es sinnvoller nur kurz hier zu halten um ihre Vorräte aufzustocken und dann schnellst möglich wieder weiter zu reisen. An einem anderen Ort wäre es wahrscheinlich leichter Geld zu verdienen. Aber wohin als nächstes? Viele Möglichkeiten gibt es von hier aus nicht. entweder wieder in Richtung Himmelstor oder aber weiter nach Handelsfest.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 08.08.2010, 23:16:06
"Entschuldigt, wenn ich mich einmische. Sagte Mika und mischte sich in das Gespräch mit der Wache ein. "Aber was hat dieser Gazriel denn angestellt? Ist er etwa der Mörder? Oder was hat er gemacht, dass solch eine Vorsichtig angebracht ist." Fragte die Bardin, auch wenn sie nicht ganz sicher war, ob das jetzt passte. Die junge Frau wollte wissen, ob es vielleicht eine Verbindung zwischen den Vorfällen in der Stadt und diesem scheinbar extrem gefährlicen Mann gab.
"Und ist etwas über diesen Mörder bekannt? Drei Leute hatten vielleicht die Chance ihn zu sehen. Wenn er vielleicht irgendein auffälliges Zeichen hat, könnten wir, wie die Stadtbevölkerung, auch die Augen offen halten."

Bevor sich Mika in das Gespräch eingeklinkt hatte, war darum bemüht gewesen dem Gespräch mit dem Wachmann zu lauschen, um auch ein genaues Bild über die Morde zu bekommen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 09.08.2010, 11:27:35
"Keine Angst, junge Dame, die Stadtwache kümmert sich schon darum. Wir kriegen den Kerl, auch ohne, dass sich die normale Bevölkerung dafür in Gefahr bringen muss."

Auf Mikas Frage nach Gazriel ging der Wachmann - ob nun versehentlich oder bewusst - gar nicht weiter ein.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 09.08.2010, 11:29:35
Einer der anderen Soldaten kam schließlich auf Hergol zu. "Da kommt die nächste Karawane", erklärte er, und deutete in die Richtung, aus der die Gruppe gekommen war. "Wir sollten hier fertig werden."

Mit einem knappen Nicken stimmte der Wachmann seinem Kollegen zu, und sah dann wieder zu Arue. "Also, eure Herkunft?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 09.08.2010, 12:32:56
"Arue kommt wie wir aus Himmelstor. Sie ist meine Schneiderin."
Die Geweihte von Mutter Sonne und den Zwei Monden ergriff spontan für die junge sehr seltsame Frau Partei. Sie hatte das Gefühl, dass es besser wäre, wenn die Schneiderin ihre mehr als hanebüchene Geschichte und Herkunft hier nicht angeben würde. "Wir sind sehr erfreut, dass die Stadtwache der Großen Feste so gut diese Stadt bewacht. Es freut mich eine derartig sichere Stadt besuchen zu können. Habt Dank für eure Arbeit. Möge Mutter Sonne euch immer scheinen und mögen die Zwei Monde euch stets beschützen."
Bei den letzten rituellen Abschiedsworten verbeugte sich Eretria vor den Wachen. Dann blickte sie zu Milan. "Komm, genug geredet. Deine Eltern warten und wir werden sicherlich auch bei ihnen noch Dinge erfahren können."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Lucanor am 09.08.2010, 21:09:50
Die Schneiderin wirkte etwas Perplex als Eretria für sie antwortete. Es verwirrte sie doch etwas dass der Priesterin so einfach ein Lüge über die Lippen kam. War es denn überhaupt in Ordnung für eine Priesterin von Mutter Sonne und den zwei Monden zu Lügen?
Als Arue merkte das sie wieder in ihren Gedanken zu versinken drohte schüttelte sie kurz den Kopf und wandte sich anschließen wieder dem Wachmann zu. "Ja, genau. Es ist wie Eretria hier sagte, aus Himmelstor."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 09.08.2010, 23:27:26
Kurz sah der Wachmann Arue irritiert an, dann nickte er. "Also gut. Machen wir weiter."

Zügig vollzogen die Soldaten die Prozedur, und kurz darauf konnte die Gruppe die Stadt betreten. Das große Tor wurde unter lautem Quietschen geöffnet, dann betraten die Abenteurer die Große Feste.

Als erstes fiel ihr Blick auf den nächstliegenden Turm. Das massive, rotbraune Gebäude stand in etwa hundert Schritt Entfernung, und ragte dort zwanzig Meter in die Höhe. Es ließ alle anderen Gebäude der Stadt wie Spielzeughäuser erscheinen, nicht nur wegen seiner Größe, sondern auch weil es beinahe wie ein natürlicher Felsen da stand, unangreifbar und mächtig.

Die Straße, die die Gruppe betreten hatte, war gesäumt von Gaststätten und Geschäften, die Dinge des täglichen Bedarfs verkauften. Milan wusste von seinem Vater, dass viele Reisende hier höhere Preise als normal bezahlten, weil sie ihre dringenden Bedürfnisse sofort erfüllt sehen wollten - selbst wenn es nur wenige Minuten weiter die gleiche Ware zu weit besseren Preisen gab.

Es waren die Ausläufer des Marktviertels, die "Torgebiete", wie Milan sie seit seiner Kindheit nannte. Hier lebte eigentlich niemand dauerhaft: Außer Geschäften gab es hier nur Gaststätten und Mietshäuser für Reisende, die auf die Bequemlichkeit eines eigenen Heims nicht verzichten wollten. Und es gab hier die Kneipen, die man im eigentlichen Viertel nicht sehen wollte, Kneipen, in die Milans Eltern ihn niemals hätten gehen lassen, weil sich dort das "Gesindel" herumtrieb, und Raufereien und Glücksspiel an der Tagesordnung waren.

Eines Abends hatten Lémar und Tasha ihn überreden wollen, eine der Kneipen hier zu besuchen, den "Rostigen Nagel". Da Milan sich nur wenige Stunden vorher mit seinem Vater gestritten hatte, hatte er lieber darauf verzichtet. Er hatte nie mit seinen beiden Freunden über das Erlebnis reden können, denn am nächsten Tag hatte sein Vater ihm eröffnet, dass er heiraten sollte.

Es erschien ihm fast unwirklich, dass er genau jetzt einen der beiden erblickte: Lémar, der in hohem Bogen durch die Luft flog, weil ihn jemand aus einer Kneipe geworfen hatte...
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 09.08.2010, 23:27:31
Die Gruppe sah sich neugierig auf der Straße um. Schon auf den ersten Metern gab es kaum ein Bedürfnis, das nicht in einem der Geschäfte der Umgebung befriedigt werden konnte. Es waren nicht viele Leute auf der breiten Straße, Reisende und Kunden der Geschäfte vor allem.

Plötzlich wurde gute zehn Schritt weiter eine Tür aufgestoßen. Ein Mann, ein Hüne von knapp zwei Metern, packte einen deutlich jüngeren und dünneren am Kragen, hob ihn hoch, und warf ihn dann quer über die Straße. "Un' lass dir hier nie widd'r blick'n!" rief er dem jungen Mann hinterher, dessen schwarzer Mantel unter ihm flatterte, bis er unsanft auf dem Boden landete.

Eine junge Frau, vielleicht gerade zwanzig Jahre alt, schlüpfte hinter dem Hünen durch die Tür und rannte zu dem Mann, der gerade auf der Straße gelandet war. Besorgt kniete sie neben ihm nieder, wandte sich dann aber gleich nochmal an den Hünen. "Du Grobian, holzköpfiger, stinkender Volltrottel, versoffenes..."

Die Hand des jungen Mannes auf ihrer Schulter brachte sie zum Schweigen. Als er noch einen Moment reglos auf der Straße liegen blieb, und auch die junge Frau nichts mehr von sich gab, verschwand der Hüne wieder in der Kneipe, über der auf einem Schild ein verbogener Nagel zu sehen war.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 10.08.2010, 06:24:16
Es war, als käme er in eine Stadt, die er noch nie gesehen hatte. Milan freute sich ungemein, das Viertel mit all seinen Gasthäusern und Einwohnern wiederzusehen. Mit einem kindlichen Funkeln in den Augen begann er den Anderen ein wenig zu erzählen, wobei seine Worte immer wieder durch sein eigenes Staunen unterbrochen wurden. Als plötzlich aus einer der Kneipen ein Mann geflogen kam, kümmerte das Milan wenig. Das war hier kein seltener Anblick. Als er aber erkannte, wer da gerade auf die Straße geworfen wurde, zeigte sich ein mehr als breites Lächeln auf seinen Lippen.

Er näherte sich, wobei auch er wartete, bis der Hüne wieder verschwunden war und betrachtete seine Freunde eingehend. Er musste zugeben, auch wenn er froh gewesen war, der Stadt und seinen Eltern zu entkommen - er hatte seine Heimat und seine Freunde sehr vermisst. "Sieh einer an, es gibt schlechtes Wetter, die Gauner fliegen tief." Mit verschränkten Armen und einem immer breiter werdenden Grinsen sah Milan auf Lémar, bevor er ihm die Hand reichte, um ihm aufzuhelfen, wobei er der jungen Frau an dessen Seite zu zwinkerte.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 10.08.2010, 11:57:52
Perplex sahen die beiden Milan eine Weile an, bis der junge Mann so plötzlich Milans Hand ergriff, dass er ihn beinahe selbst zu Boden gezogen hätte. Im gleichen Moment sprang auch die junge Frau auf, und eine Sekunde später wurde Milan von den beiden mit einer heftigen Umarmung begrüßt.

Die urplötzlich endete, als die junge Frau Milan mit einem kräftigen Schlag vor die Rippen von sich weg stieß. "Du dämlicher, bescheuerter Volltrottel, wo bei Garachs stinkender Kloake bist du gewesen? Hat nie jemand deinem hohlen Torfkopf eingebläut, dass man sich verabschiedet, wenn man die Stadt verlässt? Hast du überhaupt eine Ahnung, was für Sorgen wir uns gemacht haben, du ignorantes Fliegenhirn?"

Die Schimpftirade der jungen Frau wurde erst gestoppt, als ihr Begleiter ihr die Hand über den Mund legte. "Hallo Milan", sagte er mit einem breiten Grinsen. "Willst du uns nicht vorstellen?"

Bei seinen letzten Worten nickte er in Richtung der Gruppe, die hinter Milan stand und die Szene beobachtete.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 10.08.2010, 12:26:14
Milan lachte leise, als Tasha begann, ihm die Leviten zu lesen. Anscheinend hatte sich in der Stadt viel verändert, seit er weg war, aber es gab immer noch Konstanten, wie ihre Schimpftiraden. Wie immer war es Lémar, der sie ein wenig zur Ruhe rufen musste. Als er auf die Gruppe hinter Milan wies, drehte sich Milan um und lächelte.

"Ich bin mir nicht sicher, ob ich will, dass auch sie unter euren unheilvollen Einfluss geraten", spöttelte Milan und grinste Lémar an. "Das sind meine Gefährten und Freunde Waldemar, Calfay Rin, Beldin, Mika, Arue und die Frau, die den baldigen Herzinfarkt meines Vaters verursachen wird, Eretria." Er machte eine Pause, bevor er auf seine beiden "alten" Freunde deutete. "Und diese schlagfertige junge Dame, in jeder Hinsicht" - er fuhr sich über die traktierten Rippen - "ist Tasha. Und das daneben ist ihr Bruder Lémar. Lasst euch von seiner Höflichkeit bloß nicht täuschen, sonst findet ihr euch bald ohne euer Gold wieder. Aber...nun, sie sind meine besten Freunde, wie man sicher gehört und gesehen hat."

Milan wartete ab, ob seine Freunde sich begrüßen würden, was ihm Gelegenheit gab, Tashas Fragen noch eine Weile auszuweichen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 10.08.2010, 13:24:11
"Hey", beschwerte sich Lémar und hob abwehrend die Hände hoch. "Ich habe noch nie jemandem etwas gestohlen, das tatsächlich auch ihm gehört hätte."

Und wie Milan wusste, sagte er damit die Wahrheit: Lémar hatte sich immer einen Spaß daraus gemacht, Taschendieben das gerade gestohlene Gut wieder abzuknöpfen und es unauffällig dem rechtmäßigen Besitzer zurück zu bringen. Wenn er nicht gerade jemanden auf den Arm genommen hatte, indem er Besitztümer "verschwinden und wieder auftauchen" ließ. Nie aber hatte er etwas einfach an sich genommen, um es zu behalten.
Die Dinge lagen allerdings vollkommen anders, wenn es ums Glücksspiel ging: "Die Kunst des Glücksspiels", hatte Lémar oft gesagt, "ist es, den Faktor Glück aus dem Spiel zu entfernen."

Der junge Mann verbeugte sich tief, wobei sein schwarzer Mantel, dessen Saum mit einem schmalen roten Streifen verziert war, über die Pflastersteine glitt. "Lémar Arashen, genannt der Ehrenhafte, Patron der Dichter und Sänger, Beschützer unschuldiger Frauen und - au!"

Diesmal war es die in eine eng anliegende schwarze Hose und ein weißes Männerhemd gekleidete junge Frau, die ihren Bruder zum Schweigen brachte, indem sie ihm einen Schlag in die Seite versetzte. "Wie du unschuldige Frauen beschützt, können sich alle hier Anwesenden denken", erklärte sie. "Hallo, ich bin Tasha. Schön zu sehen, dass unser Flüchtling hier nicht ganz alleine durch die Welt streifen musste."

Sie strich sich mit den Händen durch das kurze, struppige Haar, dessen intensives Blond genau wie bei ihrem Bruder den Eindruck erweckte, als wären die Haare gefärbt - Milan wusste aber, dass die beiden tatsächlich schon immer diese Haare gehabt hatten. Allerdings hatte Tasha ihr Haar viele Jahre lang getragen - bis sie es vor gut drei Jahren mit einer Schere selbst abgeschnitten hatte. Den Grund dafür hatten selbst er und Lémar nie erfahren.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Lucanor am 11.08.2010, 19:16:35
Kurz war Arue verwirrt als sie das Spektakel sah. "Was er wohl angestellt hat um hochkannt aus der Kneipe herausgeworfen zu werden? Hat er etwa jemanden bestohlen? Milan hat ihn ja einen Gauner genannt und auch andere Andeutungen gemacht. Aber ich kann mir nicht vorstellen das er sich mit einem Dieb so leicht anfreundet. Dafür erscheint er mir zu vernünftig." Einige Zeit überlegte sie wie wohl der Sachverhalt sein könnte und schaute dabei mit leerem Blick zu den drei Freunden. Bis sie schließlich merkte dass ihre blöde Angewohnheit wieder zugeschlagen hat und sie sich schnell wieder ins hier und jetzt zurückrief.
"Erfreut euch kennen zu lernen." brachte sie kurz und knapp hervor und verbeugte sich leicht vor den beiden.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 11.08.2010, 22:46:58
"Ebenfalls." behauptete Rin höflich. Sie begann zu verstehen woher Milan die Angewohnheit hatte sich in Schwierigkeiten zu bringen. Mit den beiden zusammen würde es sicher nicht langweilig werden.
Und was die Geschäfte anging schien die Grosse Feste Himmelstor in nichts nachzustehen. Ihr Blick wanderte über die Häuser und blieb am Kneipenschild hängen. Sogar ein Äquivalent zum Graustein gab es hier. Beim Gedanken daran musste sie schmunzeln und hätte vorgeschlagen dass sie alle dort einen trinken gingen, wenn Milans Freunde das Geschäft nicht eben erst so eilig verlassen hätten.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 12.08.2010, 08:24:44
"Hallo" sagte Waldemar zu den Beiden, an Milan gewandt fügte er hinzu "Ich wusste gar nicht, dass Deine Freunde zuhause so interessant sind"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 12.08.2010, 18:57:36
"Interessant, das trifft es wohl", antwortete Milan Waldemar leise und lächelte, bevor er sich schließlich Lémar und Tasha zu wandte. "Die anderne und ich sind ein wenig müde. Wie wäre es, wenn wir was trinken gehen, möglichst in eine Kneipe, wo ihr noch nicht raus geflogen seid? Dann kann ich euch erzählen, was passiert ist, und ihr, was ihr während meiner Abwesenheit angestellt habt." Milan stand etwas steif da, auch wenn sein Grinsen breit und warm war. Aber es schien, als hätte er sich seit seinem Fortgang sehr verändert. Da fiel ihm auch gleich wieder etwas ein. "Außerdem müssen wir euch dringend etwas zu den derzeitigen Entwicklungen in der Großen Feste befragen." Milan senkte seine Stimme ab. "Besonders über die Mordanschläge würden wir gerne mehr erfahren und über einen gefährlichen Mann namens Gazriel." Milan wurde immer leiser. "Ich wette drauf, dass ihr was darüber gehört habt, oder?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 12.08.2010, 19:47:14
Tasha starrte Milan einen Augenblick an, dann schüttelte sie den Kopf. "Du warst doch gar nicht so lange weg, Milan. Wann genau bist du erwachsen geworden?"

Überrascht sah Lémar zu ihr herüber. "Erwachsen? Milan? Nicht in hundert Jahren." Grinsend ging er auf seinen Freund zu und boxte ihn leicht an der Schulter. "Deswegen mag ich ihn ja so."

Tasha ging nicht weiter darauf ein, doch ihre Blicke blieben noch eine Weile auf ihn fixiert - bis sie forschend zu Eretria wechselten. "Wir reden später nochmal darüber", erklärte sie nur, aber mit einem leichten Lächeln im Gesicht.

"Also", setzte Lémar dann wieder an. "Dieser Gazriel war vor ein paar Tagen in der Stadt, ich weiß gar nicht, was die ganze Aufregung um ihn soll. Ich hab ihn kennengelernt, ein sehr angenehmer Mensch. Etwas hochtrabend und hier und da etwas zu pathetisch, aber alles in allem ein netter Kerl."

"Was die Morde angeht, da kenne ich selbst nur Gerüchte. Aber wir gehen erstmal ins Weiße Reh, da gibt's hervorragenden Met, tolles Essen und mindestens ebenso tolle Schankmädchen."

Bei der letzten Anmerkung zwinkerte er Milan zu, dann deutete er die Straße hinunter auf eine Gaststätte gute hundert Schritt entfernt.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 13.08.2010, 01:13:37
"Ihr habt wa..." blieb Milan die Spucke weg, als seine Freunde ihnen erzählten, dass sie mit Gazriel gesprochen hatten. War doch nicht zu glauben! "Und was heißt hier, ich werde nicht erwachsen! Ich bin sogar der Anführer unserer Gruppe, während du nur wieder aus Kneipen raus fliegst, weil du entweder die arme Kellnerin unsittlich angefasst hast oder die Zeche prellen wolltest." Milan stemmte ein wenig übertrieben - und daher war ihm anzusehen, dass er es nur scherzhaft meinte - die Hände in die Hüfte und blickte seine beiden Freunde streng an, bevor er in Lachen ausbrach. Langsam, aber sicher begann er sich wieder etwas heimischer zu fühlen. "Na dann, lasst uns aufbrechen. Auf das Mä...Met bin ich echt gespannt!" Milan bedeutete seinen Freunden voran zu gehen, während er Eretrias Hand ergriff und sich an seine Gefährten wandte. "Sieht aus, als hätten wir Glück, oder?" Dann folgte er Lémar und Tasha zum Weißen Reh und begann den ernsten Grund ihrer Reise und die letzten Ereignisse zu verdrängen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Waldemar am 13.08.2010, 07:42:23
"Ist doch immer Praktisch, wenn der Chef gute Kontankte hat nicht wahr?" sagte Waldemar an Mika gewandt, aber laut genug, dass es auch Milan, und seine Beiden Freunde höhren würden, dabei ginste er und zwinkerte mit dem Auge um ihr zu zeigen, dass er damit einerseits Milan gut dastehen lassen wollte, damit seine Freunde schneller von den Neuigkeiten erzählen, andererseits aber auch, ihn ein wenig auf den Arm nehmen wollte.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 13.08.2010, 22:17:56
Auf dem Weg zum Weißen Reh machten die beiden Geschwister noch einige Witze, wobei sich insbesondere Lémar darauf konzentrierte, Milan wegen seiner behaupteten Anführer-Position aufs Korn zu nehmen. Schließlich betraten sie die Gaststätte, die von der Einrichtung her überraschend rustikal und ordentlich war. Gut zwanzig Tische standen in dem Raum, zu jeder Seite gab es eine Theke, und fünf Barmädchen bedienten die Gäste. Hier wurde auch klar, worauf Lémar angespielt hatte: Jede einzelne Barmaid hatte eine üppige Oberweite und deutlich zu knapp geschnittene Oberteile.

Tasha lotste die Gruppe zu einem freien Tisch, und bestellte gleich für die ganze Runde Met. Dann lehnte sie sich vor und sah Milan neugierig an. "Also dann, Witze mal beiseite gelassen. Was ist passiert, seit du weg gegangen bist? Oder genau genommen, bevor du weg gegangen bist?"

Kurz wanderte ihr Blick auch zu Eretria - offenbar brannte sie auch darauf, zu hören, was zwischen ihr und Milan passiert war.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Beldin Gilvaran am 14.08.2010, 08:48:43
Während der vielen Seitenblicke auf Eretria wurde Beldins Lächeln - der sich ansonsten betont zurück hielt - immer maliziöser. Er wirkte fast vergnügt.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 14.08.2010, 15:28:34
Milan lief rot an, während die anderen ihn aufzogen, ging aber mit hoch gehaltenem Kopf und dem Versuch, seinen Stolz zu bewahren, mit in das Weiße Reh. Es war natürlich selbstverständlich, dass Lémar sich ausgerechnet diese Kneipe ausgesucht hatte. Milan warf einen flüchtigen Blick auf Eretria und versuchte, ihre Stimmung abzuschätzen. Er entschloss sich dazu, einfach nicht hinzusehen, sondern sich auf seine Freunde zu konzentrieren.

"Also, um es kurz zu machen, weil es zurzeit wirklich Wichtigeres gibt", fing Milan an und umging damit möglichst lange Diskussionen über seinen Fortgang. "Mein Vater wollte mich mit Magda verheiraten." Milan verzog das Gesicht und hoffte, seine Freunde würden das nachvollziehen können, denn immerhin kannten sie die zwar einigermaßen hübsche, aber intelligenzverstumpfte Magda auch. "Darauf hatte ich definitiv keine Lust, also bin ich abgehauen. Ja und nach ein paar Wandertagen" - wie schlimm sie für Milan gewesen waren und dass er gerne wieder umgedreht wäre, ließ er aus - "bin ich dann in Himmelstor gelandet und bin meinen Gefährten hier begegnet. Wir haben trotz der kurzen Zeit schon einiges gemeinsam durch."

Kurz blickte Milan zu seinen Gefährten, war irritiert von Beldins breitem Lächeln, und beschloss, nicht ganz ins Detail zu gehen, auch wenn er seine Freunde nicht belügen wollte. "Wir sind im Auftrag der Stadtwache von Himmelstor unterwegs und haben eine Karawane begleitet, die Sorge wegen der Morgensonne hatte. Wir selbst sind denen auch schon begegnet und hier scheinen sie für einige Unruhe zu sorgen. Anscheinend werden sie von einem Propheten angeführt. Er hat mit Eretria gesprochen und ihr den Hinweis gegeben, dass wir uns doch mal mit Gazriel unterhalten sollen. Und jetzt wurden wir grad von der Wache am Stadttor vor diesem Mann gewarnt. Ihr wisst doch bestimmt mehr über die Morgensonne, oder? Und wie seid ihr Gazriel begegnet?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 15.08.2010, 13:26:52
Lémar und Tasha sahen Milan mit großen Augen an, als er von seiner Beinahe-Heirat erzählte. "Magda?" hakte Lémar nach. "Magda von Karence? Ach du..."

Tasha sah Milan mit einem schrägen Lächeln an. "Das erklärt dann wohl, warum sie einen Tag nach dir weggelaufen ist. Ich schätze, sie hätte dich gerne geheiratet."

Lémar legte freundschaftlich eine Hand auf Milans Schulter. "Mein Lieber, du solltest aufpassen, dass du keinem aus der Familie derer von Karence begegnest, während du hier bist. Für sie bist du schuld daran, dass sie sich Sorgen machen müssen, gerade jetzt, wo die Morgensonne für Unruhe sorgt. Ach, und, wo wir gerade bei Sorgen sind... du hättest bei aller Eile einen Brief hinterlassen sollen. Deine Eltern haben nach deinem Verschwinden die Stadtwache alarmiert, und es hat über einen Tag gedauert, bis man herausgefunden hat, dass du weder entführt noch in einer dunklen Gasse abgestochen worden bist."

"Wir haben später über einen Freund bei der Stadtwache rausgefunden, dass du die Stadt verlassen hast. Bis dahin waren wir auch nicht sicher, ob dir was zugestoßen ist", erklärte Tasha. "Und du solltest noch was wissen... drei Tage nach deinem Verschwinden ist dein Vater ebenfalls abgereist. Gerüchten zufolge mit einem zwielichtig erscheinenden Geschäftspartner. Mehr weiß ich leider nicht."

Lémars Worte waren für Milan weitaus beunruhigender, als dies für Außenstehende erkennbar war. Denn sein Vater hätte sich niemals mit zwielichtigen Leuten eingelassen - Ehrlichkeit, Vertrauen, Menschenkenntnis und harte Arbeit, das waren die Tugenden, die er immer hoch gehalten hatte, und denen Milans Vater seiner eigenen Aussage nach auch seinen Erfolg verdankte.

Tasha sah ihn mit einem entschuldigenden Blick an. "Tut mir leid, dass wir keine besseren Neuigkeiten haben. Vielleicht... ich weiß nicht, willst du vielleicht erst nach Hause? Deine Mutter ist noch da, und ich... ich habe gesehen, dass ab und zu mal ein Heiler in euer Anwesen gegangen ist. Kann sein, dass es ihr nicht gut geht."

Nun war es wieder Lémar, der weitersprach. Mit einem leichten Schulterzucken erklärte er: "Wenn dir das alles zu viel ist und du lieber Ablenkung willst, können wir aber auch über diesen Gazriel oder die Morde oder die Morgensonne reden."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 15.08.2010, 16:43:34
Milan starrte seine Freunde an, als hätten sie ihm erzählt, dass seine Eltern einem der Mordanschläge zum Opfer gefallen wären. Dass Magda weggelaufen war und ihre Familie ihn wahrscheinlich am liebsten lynchen würde, war ihm in diesem Moment vollkommen egal. Sein Vater mit einem zwielichtigen Mann weggehen? Seine Mutter krank? Milan erhob sich, obwohl sein Körper sich taub anfühlte. Wie hatte er sie nur einfach so verlassen können? Aber wer hätte auch ahnen sollen, dass so etwas passiert? Er schüttelte sacht den Kopf und wandte sich an seine Gefährten. "Bleibt hier und lasst euch von Lémar und Tasha alles über die Morgensonne und Gazriel erzählen. Ich muss nach Hause und sehen, wie es meiner Mutter geht." Milan blieb unsicher, aber nervös stehen und wartete auf Gegenstimmen. Er wusste, dass Eretria Alleingänge nicht gefielen und insgeheim hoffte er, sie werde ihn begleiten, doch er wollte so schnell wie möglich zu seiner Mutter und herausfinden, wohin sein Vater gegangen war.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 15.08.2010, 17:12:55
Tasha legte ihm ihre Hand auf die Schulter. "Übereilt wie immer. Was hältst du davon, wenn wir zusammen hingehen und euch auf dem Weg alles erzählen?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 15.08.2010, 18:27:16
Milan schluckte schwer und nickte nur auf Tashas Vorschlag hin. Es war ihm unangenehm, dass sich nun alles um ihn drehte, wo doch ihre Mission so wichtig war und sie jedem Hinweis nachgehen mussten, den sie bekommen konnten. Er hoffte, seine Gefährten würden mehr Verstand und Geduld aufbringen, um sich mit dem zu beschäftigen, was Lémar und Tasha ihnen erzählten, denn er selbst wollte nur wissen, wie es seiner Mutter und seinem Vater ging.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 16.08.2010, 13:42:59
Eretria nahm so viel es ging auf als sie den Ort betraten, der die Heimat von Milan war. Eher staunend hörte sie die Freunde Milans erzählen und sichtlich amüsiert nahm sie ihre Vorstellung zur Kenntnis. Der Gesichtsausdruck der Priesterin verschlechterte sich erst bei Beldins Bemerkung, die die Geweihte offensichtlich völlig unpassend empfand.
Auch die Wahl erst in eine Schenke zu gehen, um das Wiedersehen mit seinen Freunden in gewisser Weise zu begießen bevor Milan den Gang zu seinen Eltern antrat, vor dem er sich sichtlich zu drücken versuchte, ließ die blonde Frau ihm durchgehen. Erst der schwache Versuch des Kämpfers sie in dieser Kneipe sitzen zu lassen, führte zu erkennbarem Missfallen bei Eretria. Die Geweihte legte ihrem Freund ebenfalls ihre Hand auf die Schulter. Sie wollte damit deutlich machen, dass sie die Geste der Frau nicht gut hieß. Mit einem Lächeln, welches nicht ihre Augen erreichte antwortete sie der Frau:
"Tasha hat recht. Wir werden alle mit dir gehen. Es ist sicherlich gut, wenn ich deiner Mutter helfen kann und nicht jemand Fremdes. So bleibt es in der Familie, Milan." Die letzten Worte waren mit einem breiten Lächeln gesprochen. Dann stand die Geweihte auf. Sie griff sich den Freund ihres Freundes.
"Lémar, ich wäre dir dankbar, wenn du einen Augenblick damit aufhörst ausgesprochen nette Sticheleien mit meinem Licht und meinem Schatten auszutauschen und uns auf dem Weg zu seinem Heim über all diese Dinge ins Bilde setzt."
Die Geweihte sprach die Worte so aus, wie eine Frau sagen würde, dass man nicht mit ihrem Ehemann streiten sollte. Dann hakte sie sich bei dem jungen Mann unter. "Vorwärts, wir haben keine Zeit zu verlieren. Würdest du bitte anfangen zu erzählen, Lémar?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 17.08.2010, 19:51:58
Lémar warf Eretria einen leicht eingeschnappten Blick zu, als sie ihn ansprach. "Ich weiß durchaus, wann Zeit für Späße ist und wann nicht", erklärte er nur knapp. "Also gut, lasst uns gehen, bevor die Bedienung kommt."

Auf dem Weg nach draußen fing Lémar bereits an, zu erzählen. "Wirklich viel weiß ich über die Morgensonne nicht. Ich hab Gerüchte gehört, dass diese Banditen von einem Mann namens Argesh angeführt werden, der wohl früher selbst zur Stadtwache der Großen Feste gehört hat. Dass der Mann ein Prophet sein soll, davon höre ich zum ersten Mal."

Er blickte sich ein wenig um, um sicher zu gehen, dass niemand sie belauschte. "Soweit ich gehört habe, legt er viel Wert darauf, dass niemand körperlich zu Schaden kommt. Dennoch glaubt er wohl, dass er irgendwie ein Anrecht auf die Besitztümer seiner Opfer hätte. Wenn ihr mich fragt, ist er ein Räuber wie jeder andere, aber es gibt einige Leute in der Feste, die das anders sehen. Vor allem Leute aus der Unterschicht, die nicht ganz unglücklich darüber sind, wenn die Reicheren mal ein wenig abgeben müssen."

"Und die Morde... nach allem, was ich weiß, hat es einen Offizier erwischt und einen Richter. Einer von beiden war wohl ein Vertrauter des Siddhai, mehr weiß ich leider nicht. Davor hätte es beinahe Varais von Velgon erwischt, ein höherer Beamter und zufällig ein Bekannter von mir. Ich hab danach mit ihm gesprochen... der Mörder hat sich wohl Zugang zu seiner Villa verschafft, trotz zweier Wachmänner, und wollte ihm wohl im Schlaf die Kehle durchschneiden. Varais' einziges Glück war sein unruhiger Schlaf... er ist einfach aufgewacht, als der Mörder gerade vor ihm stand, und der hat dann wohl Panik bekommen und ist abgehauen."

Tasha setzte kurz zu sprechen an, stoppte dann, und sprach schließlich doch. "Wenn ihr wirklich mehr wissen wollt... ich... kenne jemanden bei der Wache. Er wird nicht allzu viel herausfinden können, aber zumindest mehr und zuverlässigere Informationen, als man auf der Straße bekommt."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Beldin Gilvaran am 18.08.2010, 00:49:09
"Diese Morde..."

Beldin warf Lémar einen Blick zu.

"Sagt mal, sind in letzter Zeit Fremde hier in der Stadt? Immer in Schwarzer Kleidung? Kahlköpfig und ziemlich blass?"
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 18.08.2010, 08:37:37
Lémars Augenbrauen zogen sich nachdenklich zusammen. "Fremde sind ständig in der Stadt, aber... solche wie du sie beschreibst, habe ich nicht gesehen."

"Moment", warf Tasha dann ein. "Ich hab solche Typen gesehen... ist aber schon ein paar Wochen her. Ich kam gerade wieder in die Stadt, weil ich draußen auf Jagd war, und die haben die Stadt gerade verlassen. Wollten glaube ich nach Himmelstor, wenn ich das richtig im Kopf hab. Ziemlich unangenehmes Volk, wenn ich das sagen darf."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Beldin Gilvaran am 18.08.2010, 09:14:44
Beldin nickte.

"Da habt Ihr nicht ganz unrecht, um ein klein wenig zu untertreiben."

Er warf den anderen einen Blick zu.

"Wenn uns mal langweilig ist, haben wir jetzt wenigstens eine Idee, was wir sonst noch so tun können."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 18.08.2010, 11:15:05
Lémar wartete einen Moment ab, ob noch jemand etwas zu seinen Ausführungen sagen wollte, dann sprach er weiter. "Was diesen Gazriel angeht... er war vor ein oder zwei Wochen in der Stadt. Ich hab ihn auf Filidors Markt getroffen, am Tag der Muße. Da war eine junge Frau, unglücklich verliebt, ihre Eltern wollten die Beziehung nicht zulassen, weil es nicht standesgemäß gewesen wäre. Gazriel hat sie davon überzeugt, dass sie ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen sollte, und es ihre Entscheidung ist, ob sie für ihre Liebe kämpfen will oder nicht. Als die Kleine - außerordentlich süß übrigens - gegangen ist, bin ich mit ihm ins Gespräch gekommen."

Der junge Mann zuckte die Schultern, als wolle er sich für die kommende Erzählung entschuldigen. "Er meinte, dass es wichtig ist, dass ich herausfinde, welchen Weg ich gehen will. Und dass ich bald vor einer großen Entscheidung stehen würde, ich aber keinesfalls gezwungen bin, den offensichtlichen Weg zu gehen. Das war so in etwa die Kurzfassung."

Nach einigen Sekunden des Schweigens fügte er noch hinzu: "Das Gespräch ging deutlich länger... hab dabei einiges über mich selbst gelernt. Dieser Gazriel hat eine erstaunliche Menschenkenntnis. Er hat auf mich auf jeden Fall nicht im Mindesten einen gefährlichen oder bösartigen Eindruck gemacht. Schien eher sowas wie ein... weiser alter Mann zu sein, nur dass er nicht alt ist. Eine Art Freund und Helfer derer, die auf der Suche nach sich selbst sind."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 18.08.2010, 11:32:53
Eretria hörte aufmerksam zu und ein leichtes Lächeln umspielte ihre Lippen als Lémar von den Ergebenen sprach.
"Die Kuttenträger sind kein Problem mehr. Wir haben in Himmelstor deren Machenschaften aufdecken und verhindern können." Die Worte waren schlicht und sachlich. Dann runzelte die Geweihte die Stirn. "Ich bin ehrlich verwirrt. Die Wache am Tor hat gesagt dieser Gazriel sei sehr gefährlich. Die sollen den mit zwanzig Mann angreifen, wenn sie ihn sehen. Das hört sich so gar nicht nach einem freundlichen Mann an. Ich verstehe nicht, wie er anscheinend freundlich sein kann und dann ein derartiger Mörder." Kurz fiel ihr Blick auf Beldin und der Geweihten schoß der Gedanke durch den Kopf, dass beides doch eigentlich möglich wäre. Dann schüttelte sie ihren Kopf. Fast so als wollte sie ihn von dem seltsamen Gedanken befreien.
Dann wandte sich Eretria an Tasha. "Ich bin an mehr Informationen über die Morde interessiert. Ich wäre erfreut, wenn du mehr für uns herausfinden könntest."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 18.08.2010, 11:37:54
Tasha nickte sofort, als Eretria sie ansprach. "Ja, sicher, ich kümmer mich drum. Ich nehme an, ihr seid länger als nur einen Tag in der Stadt? Ich weiß nicht, wie schnell ich an brauchbare Informationen komme."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 18.08.2010, 11:40:48
Lémar bedachte Eretria mit einem nachdenklichen Blick. "Ich bin auch irritiert darüber. Die Stadtwache macht keinen Hehl daraus, warnt die Bürger sogar vor ihm, man solle bloß Abstand von ihm halten... nach allem, was ich gehört habe, weiß in der Wache selbst niemand so genau, warum er eigentlich so gefährlich sein soll. Ich schätze, die Anweisungen kommen von ganz oben, aber mein Bauchgefühl sagt mir, dass die 'ganz oben' sich hier kräftig geirrt haben."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Beldin Gilvaran am 18.08.2010, 12:38:01
Beldin warf Eretria einen verächtlichen Blick zu.

"Natürlich. Ich vergaß, die haben wir ja alle komplett ausgerottet, keine Chance, dass es irgendwo noch welche davon geben könnte, die Unheil im Sinn haben. Spielt auch überhaupt keine Rolle, wo die herkamen, denn wir interessieren uns ja gar nicht für die Hintergründe der Ereignisse. Wie naiv von mir , mir über so etwas Gedanken zu machen."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 18.08.2010, 13:22:23
Eretria blickte Beldin einen Augenblick irritiert an. Dann schnaubte sie frustriert auf. Während sie weiter durch die Straßen lief und dabei bei Milan untergehakt blieb, zog sie die Stirn in Falten.
"Wer sind den in der Großen Feste die Anführer, wenn der Siddhai nicht anwesend ist? Weil die Situation in Himmelstor ähnlich war - eine Bedrohung während der Abwesenheit des Siddhai - haben wir dort zumindest jemanden kennen gelernt, der weiter oben steht." Die Geweihte dachte hierbei an den Magier der Festung des Siddhai und nicht an den Hauptmann der Stadtwache. Dann schaute sie noch einmal zu Beldin.
"Was Beldin in seiner sarkastischen Art mir erklären möchte, ist natürlich die Häufung dieser Ereignisse. Anscheinend meint mein elfischer Freund, dass alles zusammen hängen könnte oder sogar tut. Ich selber bin nicht intelligent genug, um dies so zu erfassen, was mir Beldin auch schon mehrfach bescheinigt hat." Die Worte der Geweihten waren eher amüsiert, als böswillig oder beleidigt. Sie nahm offensichtlich Beldin seinen Ton nicht übel. Dann wandte sie sich noch an Tasha:
"Ich weiß nicht, wie lange wir hier bleiben werden. Tatsächlich stehen auch wir unter einem gewissen Zeitdruck, weil wir jemanden einholen wollen, der durch die Wildnis läuft und wir hoffen den Weg über die Straße ist schneller." Dann lächelte die Frau kurz sehr ehrlich. "Außerdem hatte ich ein Interesse in diese Stadt zu kommen."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 18.08.2010, 16:36:26
Rin grübelte über das nach was sie gehört hatte. Es gab einige Widersprüche in der Geschichte.
Zum Beispiel das ehemalige Mitglied der Stadtwache, das die Morgensonne anführte und seine Opfer immer am Leben liess und der Prophet, der die Morgensonne anführte und eine ganze Karawane abschlachteten liess, dazu jeden der sich dem Versteck der Bande näherte.
Handelte es sich doch um zwei verschiedene Banden? Vielleicht hatte der Prophet seine Meinung geändert und wurde nun gewalttätig? Rätsel, Rätsel...
Das selbe galt wohl für Gazriel, der einerseits ein netter, harmloser Mann war und gleichzeitig ein gefährlicher Meuchelmörder. Gab es mehrere Männer mit diesem Namen? Waren die Wachen in dieser Stadt falsch über ihn informiert worden? Oder schaffte er es tatsächlich sein wahres Ich zu verbergen und sich bei den einfachen Leuten beliebt zu machen, wie die Morgensonne?

Um dies herauszufinden brauchte sie dringend mehr Informationen.
"Wenn dieser Gazriel hier so... unbeliebt ist, wie konnte er dann einfach in der Stadt herumlaufen? War das bevor die Stadtwache nach ihm Ausschau hielt?" fragte sie Lémar. "Und da du mit ihm geredet hast, könntest du uns etwas über sein Auftreten erzählen?"
Vielleicht konnte sie dem Phantombild des Magiers bald ein zweites Bild hinzufügen und in ihre Sammlung verdächtiger und findenswerter Personen aufnehmen. Sollte sie es schaffen Gazriel zu erforschen wäre das glatt eine Seite in ihrem Buch wert... Langsam fragte sich was für ein Buch das werden würde.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 18.08.2010, 16:56:32
Mika hatte nur "Hallo" zu Tasha und Lémar gesagt. Danach war die Bardin wieder verstummt. Selbst auf den Kommentar von Waldemar reagierte sie mit einem Nicken.
Die junge Frau, mit ihrer bewegten Vergangenhait, hielt sich im Hintergrund, abr immer so, dass sie einen guten Blick auf Tasha und Lémar behielt. Die Bardin musterte ihre beiden Kollegen genau. Und Kollegen waren die beiden Freunde von Milan, selbst wenn keiner von beiden ein Instrument spielen kann. Die Gemeinsamkeiten lagen in der Übung der Jugendjahre, wie Mika vermutete.
Mika wollte sich ein genaues Bild von Tasha und Lémar machen und hörte dem Geschwisterpaar deshalb auch die ganze Zeit über zu. Denn die Bardin fragte sich, wie sie mit den Beiden umgehen sollte. Keiner in der Gruppe wusste etwas von ihrer Geschichte, aber gewisse Leute konnten möglicherweise manches an ihrem Hande ablesen. Zu diesen exklusiven Kreis zählte die ehemalige Diebin Lémar und Tasha.

Erst sehr spät mischte sich Mika, die mit ihrem Pferd an den Zügeln am Ende der Gruppe lief, und fragte dann Lémar und Tasha: "Hat Gazriel euch etwas über Seelenlieder erzählt?" Der Blick der jungen Frau war derweil immernoch von gemischten Gefühlen bestimmt, weil sie nicht wusste, ob die beiden Freunde von Milan ins Herz schließen oder doch eher kritisch betrachten sollte.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 18.08.2010, 17:30:11
"Es gibt die Fürsten und Grafen, die über die Dörfer und Städte der Umgebung herrschen, und jeder von ihnen hat auch einen Ratssitz in der Feste", beantwortete Lémar Eretrias Frage. "Solange der Siddhai fort ist, hat der Rat gemeinschaftlich das Sagen."

Seine Schwester nickte der Priesterin verstehend zu. "Gut, ich werde gleich im Anschluss meinen Kontakt bei der Wache aufsuchen. Am besten treffen wir uns im Gelben Eck bei Filidors Markt."
Milan kannte das Gelbe Eck nur zu gut - eine gepflegte Gaststätte, in der seine Eltern gern gespeist hatten, und die vor allem dafür bekannt war, dass die Gäste dort in Ruhe und Abgeschiedenheit essen und reden konnten.

Auf Calfays Frage nickte Lémar. "Ja, die Stadtwache hat zwei oder drei Tage, nachdem ich mit Gazriel gesprochen habe, angefangen, nach ihm zu suchen. Ich schätze, da hatte er die Stadt schon wieder verlassen. Was sein Auftreten angeht... ich weiß nicht, man kann irgendwie schwer den Finger darauf legen, aber... er hat was beeindruckendes. In einer Menge von hundert Leuten fällt er auf, ohne dass er irgendetwas dafür tut. Ich meine, er sieht schon etwas außergewöhnlich aus, mit seinen langen, dunkelroten Haaren und den schwarzen, edlen Sachen, die er trägt, aber... da ist noch etwas anderes. Als würde ein Licht auf ihn scheinen, das ihn in den Mittelpunkt rückt, nur dass dieses Licht nicht zu sehen ist."

Als Mika dann nach dem Seelenlied fragte, schüttelte Lémar kurz den Kopf, zögerte dann aber. "Moment... er meinte was davon, dass ich ein 'interessantes Lied' habe, aber ich hab nicht weiter nachgefragt, was er damit meinte. Er ist dann auch nicht weiter darauf eingegangen."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 18.08.2010, 18:22:45
Während Lémar erzählte bastelte Rin in ihrem Kopf einen Miniatur-Gazriel, um ihn später aufs Papier zu bannen. Dunkelrote Haare. Teure Kleidung. Immer im Mittelpunkt...
Überrascht hielt sie inne. Die Beschreibung passte auf jemanden den sie getroffen hatte! Genau, auf dem Weg von Himmelstor... der Kerl der mit ihr und Mika zusammen draussen gesessen und gesungen hatte. Konnte es sein dass das womöglich Gazriel gewesen war!?
"Dieser Gazriel, hatte er ein weibliches Gesicht und eine männliche Stimme?" fragte sie, um ganz sicher zu gehen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 18.08.2010, 19:33:53
Lémar überlegte wieder kurz. "Mhmm... ja, er hatte schon was weibliches. Aber sein Blick war sehr fest und verlieh ihm durchaus wieder was männliches. Und seine Stimme war... mich würde nicht wundern, wenn er als Barde durch die Gegend reist. Ich schätze, den meisten Frauen würde sie gefallen."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 19.08.2010, 01:18:18
Nur oberflächlich bekam Milan mit, was Lémar und Tasha erzählten. Nur wie aus der Ferne bemerkte er die Eifersucht von Eretria und die Berührung an seinem Arm. Seine Gedanken waren bei seinem Vater und er fragte sich, ob er mit diesem Geschäftspartner los gegangen war, um nach ihm zu suchen. Wenn dem wirklich so war, dann war er Schuld daran, dass es seinem Vater womöglich schlecht erging oder er sogar schon... Langsam sammelten sich Tränen in Milans Augen. Besonders als er an seine Mutter dachte. Sie war krank? War das seine Schuld? War es so ein Schock für sie gewesen? Auch Magda hatte ganz anders reagiert, als er gedacht hatte. Wieso nur war er sich selbst immer so viel wichtiger als die Menschen, die er liebte, oder denen gegenüber er eine gewisse Verantwortung trug, wie in Magdas Fall? Still rannen die Tränen seine Wangen hinunter. Er sagte keinen Ton, zuckte nur kurz zusammen, als das Gelbe Eck ins Gespräch kam, aber dann war es, als sei Milan nur ein willenloser Zombie, der beinahe automatisch durch die Straßen lief und darum flehte, sie mögen endlich ankommen.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Calfay Rin am 19.08.2010, 21:30:02
Das war er, kein Zweifel möglich! Welch unglaublicher Zufall!!
Nun ärgerte es sie ein wenig dass sie sich nicht näher mit dem Sänger beschäftigt hatte. Und doch hatte sie nun verlässliche Informationen über Gazriel, nämlich ihre eigenen Beobachtungen.
Er war schon ein merkwürdiger Mensch gewesen, aber gefährlich hatte er nicht gewirkt. Sollte sie ihm noch einmal über den Weg laufen würde sie es zuerst mit einem gepflegten Gespräch versuchen, nicht mit einem Angriff.
"Das war er also." stellte sie fest. "Ihr erinnert euch noch? Der Mann in der Herberge, den wir am ersten Tag unserer Reise getroffen haben. Er muss jetzt in Himmelstor sein." Oder schon weitergezogen, dachte sie.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Lucanor am 20.08.2010, 19:10:07
Seit der Begrüßung von Milans Freunden verhielt sich die Schneiderin sehr ruhig. Irgendwie fühlte sie sich fehl am Platz. Sie wusste weder warum die Gruppe sich so sehr für die Morde interessiert und auch warum ihnen dieser Gazriel für sie so wichtig war. Natürlich hätte sie all das brennend interessiert, aber irgendwie fand sie nicht den Mut dazu nachzufragen. Und sowieso, wäre es nicht unhöflich von ihr sich einfach in solche Dinge einzumischen?
Eine ganze Weile beobachtete sie so schweigend ihre Mitreisenden, sah mit welchen Eifer sie jede noch so kleine Information in sich aufnahmen. Ihr fiel auch die Veränderung an Milan auf nachdem er von seinen Eltern gehört hatte und sie machte sich deshalb ernste Sorgen um ihn. Sie konnte sich nur zu Gut in den jungen Mann hineinversetzen, war es nicht allzu lang her als sie ähnliches durchgemacht hat.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 21.08.2010, 21:22:17
Die Gruppe lief die Straßen der Großen Feste entlang, die zum Glück groß genug waren, damit die Gefährten mit Reittieren und Wagen durch die Stadt kamen, ohne in ein Gedränge zu geraten.

Sie liefen vorbei an einem seltsamen Konstrukt, dass Tasha als Sonnenuhr bezeichnete, bogen dann irgendwann ab und gelangten zu einem großen Gebäude, vor dem eine Art Sarkophag stand. Davor war eine große, gut gepflegte Wiese zu sehen, auf der einige junge Männer Schwertkampf-Übungen vollführten.

Lémar deutete auf ein größeres, von einer Steinmauer umgebenes Anwesen. "Wir sind da."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 21.08.2010, 22:18:50
Eretria versuchte so viel wie möglich von dieser Stadt aufzunehmen. Die Sonnenuhr fand sie faszinierend, denn ihr gefiel der Gedanke mit Mutter Sones Hilfe die Zeit zu messen. Wenn sie mehr Zeit fänden, beschloss sie sich dieses Wunder erklären zu lassen. Auch die anderen Dinge in diesem Ort schienen interessante Sachen zu bedeuten, doch all dies trat zurück, als sie vor dem Anwesen der Familie Tirkesson standen.
Die Priesterin wendete sich nun vollständig zu ihrem Freund. Zärtlich zwang sie Milan ihr in die Augen zu sehen.
"Milan, ich bin bei dir. Ich werde dir immer helfen. Du bist mein Licht und mein Schatten." Sanft waren die Worte, der so häufig sehr resoluten Frau und nur ein aufmerksamer Beobachter erkannte die leichten Flecken im Gesicht der Frau, die darauf hindeuteten, dass sie in diesem Augenblick ziemlich nervös war.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Mika am 22.08.2010, 12:30:58
Mika war ein wenig überrascht von Tasha und Lémar, nichts wies darauf hin, dass die Beiden einem zwielichtigen Gewerbe nachgingen. Aber es klang die ganze Zeit so. Zwar behaupteten Milan und die beiden Geschwister etwas anderes, aber das glaubte Mika nicht ansatzweise. Sie würde hier auch jedem erzählen, dass sie nie etwas geklaut hat.
Vorsicht, so war sich Mika sicher, war auch weiterhin angebracht. Nachher erkannten die Beiden, womit Mika mal Geld verdient hat.

"An den Typen hatte ich auch sofort gedacht." Hatte Mika gemeint, nachdem Calfay ihre Vermutung kund getan hatte, dass sie sich sicher sei, Gazriel schon gesehen zu haben. Auch sie hatte die Assoziation, nachdem lange dunkelroten Haaren gesprochen wurde.

Doch sich weiter mit Gazriel zu beschäftigen, dazu kam Mika im Moment nicht, denn kurz darauf erreichte die Gruppe das Anwesen von Milans Eltern.
Das Haus hinter der Mauer, auch wenn sie es noch gar nicht richtig in Augenschein nehmen konnte, verschlug der Bardin nämlich die Worte. Die Tischlerstochter, die zusammen mit ihren vier Geschwistern und ihren Eltern in einem winzigen Haus gewohnt hatte, konnte sich nicht sofort daran gewöhnen, dass sie seit einigen Tagen mit einem Mann unterwegs war, der offenbar aus solch hohen Kreisen stammte. Von dem Reichtum Milans hatte die Bardin sie auf der Reise der Gruppe nichts bemerkt, aber er muss reich sein, wenn seine Eltern sich ein Haus leisten konnten, dass von einer Mauer umgeben wurde.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 22.08.2010, 13:14:21
Milan blieb stehen. Eretrias Trost war wohltuend, aber seine Bedenken konnte sie nicht auslöschen. Ohne noch weiter zu zögern, setzte er sich jetzt an die Spitze der Truppe und machte sich auf den Weg zum Haus, in dem er groß geworden war. Die Mauer, die er immer als Gefängniswand betrachtet hatte, schien ihm nun Schutz und Geborgenheit zu bieten. Das Haus, das trotz seiner Größe immer viel zu klein gewesen war, weckte nun wieder wunderbare Erinnerungen in ihm, die jedoch überlagert wurden durch seine Angst. Er wollte am liebsten ins Haus stürmen, aber vor der Tür blieb er wie ein Fremder stehen und klopfte an, die eigentliche Glocke vergessend, die immer durch das Haus geschallt war. Er sah sich nach seinen Gefährten und seinen Freunden um. Er war froh, dass sie bei ihm waren, auch wenn das nicht ihre Aufgabe gewesen wäre. Sie hätten einfach gehen und ihrer eigentlichen Mission nachgehen können. Er wäre ihnen nicht böse gewesen, doch sie waren hier und er versuchte, trotz der Tränen, zu lächeln.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 22.08.2010, 15:45:48
Es dauerte eine Weile, bis jemand auf Milans Klopfen reagierte. In dem großen, doppelflügeligen Torbogen war an einer Stelle eine quadratische Klappe angebracht, und aus reiner Gewohnheit heraus hatte sich Milan genau davor gestellt. Als diese Klappe nun geöffnet wurde, erkannte der junge Mann das Gesicht des Stallmeisters, Tarak.

Das wettergegerbte Gesicht des Mannes wirkte zunächst unzufrieden und abweisend, und noch bevor er den Besuch wirklich gesehen hatte, begann er schon zu reden. "Meister Tirkesson ist nicht im Hause. Kommt später..."

Seine Augen blieben auf Milan heften. Mit offenem Mund starrte er ihn eine Sekunde an, dann rief er: "Der junge Meister Tirkesson!"

Die Klappe wurde zugeschlagen, danach dauerte es nur noch einen Moment, bis das Tor geöffnet wurde. Der Mann, der die Gruppe begrüßte, trug einfache, ein wenig dreckige Kleidung. Seine Haare waren silbrig grau, und seine eben noch abweisend wirkenden Augen leuchteten nun hell.

Kaum war das Tor geöffnet, stürmte der Mann auf Milan zu und schloss ihn in die Arme - so kräftig, dass Milan für einen Moment keine Luft mehr bekam. "Ihr seid wieder zurück, den Geistern sei dank!"

Im nächsten Moment fiel ihm offenbar auf, was er getan hatte, und er straffte und räusperte sich. "Ähm, ich meine... entschuldigt bitte... willkommen daheim, junger Meister Tirkesson. Eure Frau Mutter wird sehr erfreut sein, euch zu sehen."
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Milan am 22.08.2010, 18:52:08
Milan war überwältigt von der Begrüßung seines Dieners, den er doch eher als seinen Freund betrachtete. Deshalb schüttelte er nachsichtig den Kopf: "Aber Tarak, du weißt doch, dass das Meister nicht Not tut." Sanft schloss er seinen alten Diener noch einmal in den Arm und entschuldigte sich leise, so leise, dass er nur es hören konnte, für seine Tat, die ihm nun nicht nur unvernünftig und egoistisch, sondern gleichermaßen grausam gegenüber denen vorkam, die ihn liebten und die er einfach verlassen hatte.

Dann, einen Blick über seine Schulter werfend, meinte er zu seinem Diener: "Tarak, dies sind meine Gefährten und sie sind alle durch eine lange Reise ermüdet. Wir wollten gerade etwas trinken, als mir Lémar und Tasha von Mutter und Vater erzählten und es mir ein sofortiges Bedürfnis war, hierher zu kommen, so dass wir nicht einmal dazu kamen, großartig etwas zu bestellen. Würdest du ihnen bitte eine kleine Mahlzeit bereiten, wenn es nicht zuviele Umstände macht? Und schauen, ob sie alle bei uns unterkommen können? Es scheint mir mehr als angebracht, wenn wir sie hier, in unserer Heimatstadt, auch entsprechend versorgen und bewirten." Milans Worte schienen zunächst sehr distanziert, als seien seine Gefährten eher Gäste als Freunde, doch dann lächelte er in seiner typisch verlegenen Art: "Außerdem fürchte ich, dass ich ohnehin nicht mehr allzu viel Geld für ein vernünftiges Gasthaus übrig habe."

Wieder ernst werdend meinte er leise: "Und nun werde ich zu Mutter gehen. Ich verlasse mich darauf, dass du dich um alles kümmerst, ja?" Milan legte seinem Diener eine Hand auf die Schulter. Er atmete tief durch und hoffte seine Mutter nicht in dem katastrophalen Zustand zu finden, den er sich grad in den schwärzsten Windungen seines Hirns ausdachte. Nur eines fiel auf: Er ließ Eretrias Hand nicht los und machte damit klar, dass sie ihn begleiten sollte.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Sternenblut am 23.08.2010, 00:24:13
Mit einem schalkhaften Lächeln erwiderte Tarak: "Ich glaube, nach einer solchen Reise sollten wir euren Gefährten etwas besseres als meine Kochkünste anbieten. Ich werde Mariena bitten, etwas herzurichten. Und da im Augenblick keines der Gästezimmer belegt ist, kümmere ich mich gerne darum, dass diese für eure Freunde vorbereitet werden. Ihr könnt euch ganz auf mich verlassen."

Dann wandte er sich an den Rest der Gruppe. "Wenn mich die Herrschaften begleiten mögen, führe ich euch in den Speisesaal."

Kurz richtete er sein Wort noch einmal an Milan. "Bitte schickt zuerst Karol zu eurer Mutter, um von eurer Ankunft zu berichten. Ich denke, sie wird es vorziehen, euch zu empfangen, nachdem sie sich ein wenig frisch gemacht hat. Sie wird sich freuen, euch zu sehen."

Bei den letzten Worten fiel sein Blick auch auf Eretria, und mit einem leichten Zwinkern lächelte er sie an, bevor er sich auf den Weg zum Haupthaus machte.
Titel: Kapitel 2: Morgensonne
Beitrag von: Eretria am 23.08.2010, 08:15:11
Eretria beobachtete aufmerksam den Umgang, den Milan mit dem Bediensteten des Hauses pflegte. Dies sagte viel über ihn aus, auch wenn sie ohne dieses Detail sich sicher war, dass Milan der Mann war, mit dem sie zusammen leben wollte.
Mit einem Lächeln zu dem Stallmeister stellte sich die Priesterin vor. "Meister Tirkesson hat vergessen mich vorzustellen. Ich bin die Geweihte Eretria, Priesterin von Mutter Sonne und den Zwei Monden. Möge Mutter Sonne euch immer scheinen und die