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Online-RPGs D&D 5E => Forgotten Realms - Die Waisen von Niewinter => Thema gestartet von: Idunivor am 18.06.2017, 17:23:15

Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 18.06.2017, 17:23:15
Für die einen war es ein Wispern im Wind, für den anderen Buchstaben, geschrieben in Feuer, für wieder andere war es der Ruf eines Vogels und für manch einen gar einfachen Worte geschrieben auf Pergament, doch egal welcher Art, die Botschaft war immer dieselbe: “Die Morndinsamman haben Orbus, den letzten des Clans Proteg, zu sich gerufen. Nun ruft er seinen Clan zu sich, um ihn auf diesem letzten Weg zu begleiten. Die erste Glocke wird geschlagen am 3. Kythorn, auf dass er die Ruhe der Felsen finden möge.“
Es war eine traurige Nachricht. Orbus war ihnen allen ein Vater gewesen, wie man ihn sich nur hatte Wünschen können und auch wenn der Zwerg schon alt gewesen war, als er die Ältesten von ihnen aufzog, so hatte doch keiner von ihnen erwartet, dass er so plötzlich diese Welt verlassen und in die nächste gehen würde. Doch weil sie ihm so viel verdankten, zögerte keiner von ihnen dem Ruf nachzukommen und in das Haus zurückzukehren, in dem sie so viel Zeit verbracht hatten. Manch einer war fern vom glanzlosen Juwel des Nordens gewesen, mancher hatte es nie in seinem Leben verlassen. Doch jetzt waren sie alle zurückgekehrt. Der Winter hatte seinen eisigen Griff um den Norden bereits gelöst und so war die Reise nicht allzu beschwerlich gewesen. Niewinter selbst mochte nicht mehr die große Hafenstadt von einst sein, aber die Wärme des Hitzenun hegte es noch immer in seiner Bucht. Die, die es seit längerem nicht gesehen hatten, waren überrascht, dass das Juwel zwar nicht strahlte, aber doch ein schwacher Glanz von ihm ausging. Die Tore waren jetzt nicht mehr brüchiges Holz, das in schiefen Angeln hing, sondern starke mit Eisen beschlagene Eiche, die des Nachts geschlossen werden konnten und draußen hielten, wer nicht eingelassen werden sollte.
Aber unter der Sonne des Tages standen diese Tore offen und reisende strömten hinein, wenn auch nicht in Scharen, sondern in kleinen Gruppen. Der Weg führte sie durch verschlungene Gassen, die vielfach von Gerüsten enger gemacht wurden, da an vielen der Gebäude hier in dem Viertel, das alle nur als die „Enklave“ bezeichneten, gearbeitet wurde. Die meisten Leute, die hier in der Straße unterwegs waren, hatten irgendein Geschäft zu erledigen und viele davon hatten mit dem Wiederaufbau zu tun. Aber ebenso viele gingen den Geschäften nach, die man in jeder anderen Stadt auch entdecken würde, Schmiede und Kesselflicker, Bauern und Fischer, die ihre Erzeugnisse anboten. Sogar einige Bettler hatten sich schon gefunden, die hier auf den Straßen saßen und darauf hofften wenigstens einige Kupfermünzen von denen zu bekommen, die mehr Glück hatten als sie.
Doch ihr Ziel lag nicht in der Enklave, sondern, um es zu erreichen mussten sie sie hinter sich lassen und den Nie überqueren. Sie ließen die grauenerregende Ruine von Schloss Nie zu ihrer linken liegen und gelangten so zu dem Anwesen, das sie ihr einst ihr Heim genannt hatten. Nie war es in einem so schlechten Zustand wie der Rest der Stadt gewesen, aber es glänzte auch nicht so wie die wiederhergestellten Bauten in der Enklave. Es war kein großes Anwesen, das hier direkt an der Seite des Nie lag. Asche und Sturm hatten seine Mauern grau und abgewetzt werden lassen. Viele glückliche Erinnerungen verbanden sie mit diesem Ort, aber ihre Rückkehr würde ihnen weniger schön im Kopf bleiben.
Am Abend des 3. Kythorn waren sie alle versammelt in diesem Anwesen, in der großen Halle, in der einst die lange Tafel gestanden hatte, an der sie alle gemeinsam gespeist hatten, war nun in der Mitte auf einem steinernen Tisch Orbus selbst aufgebahrt. Alte zwergische Magie konservierte seinen Körper und bewahrte ihn vor dem Zahn der Zeit, solange die Riten dauerten. Nicht alle Kinder, die er aufgezogen hatte, waren hier versammelt. Für einige war der Weg zu weit gewesen, hatten sie doch in ganz anderen Regionen der Welt zu ihrem Heim gemacht und wieder andere waren gebunden von anderen Pflichten. Doch einige waren gekommen, um dem Zwerg Respekt zu zollen, dem kein Clan geblieben war, außer den Kindern, die er großgezogen hatte, obwohl sie nicht seines Blutes waren.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 21.06.2017, 10:45:46
Vorbis' Rückkehr nach Niewinter stand unter keinem guten Stern - zumindest nahm der Kleriker den ausdauernden Regen, der ihn seit Stunden verfolgte, zum Anlass, diesen unfreundlichen Gedanken zu formen. Die bisherige Reise war recht angenehm verlaufen, mit frühlingshaften Temperaturen und ohne größere Zwischenfälle, abgesehen von einer gebrochenen Achse an seinem Eselskarren unterwegs, was jedoch zum Glück in der Nähe eines Gasthauses passiert war. Die Menschen dort - fromme Leute - richteten im Gegenzug zu ein paar segnenden Worten im Namen Oghmas nicht nur den Karren, sondern ließen dem feisten Priester auch noch ein üppiges und wohlschmeckendes Mahl angedeien, um ihm "über den Schrecken hinwegzuhelfen".
Wer würde da noch sagen wollen, das bescheidene Leben eines Klerikers böte nicht seine Vorteile?

Heute jedoch hatte sich der Himmel bereits am frühen Morgen zugezogen, und seit kurz nach seinem Aufbruch prasselte das Nass auf seine Glatze. In der Erwartung, heute Niewinter zu erreichen, hatte Vorbis seine opulente Amtsrobe angelegt, die nun jedoch klatschnass auf seiner Haut klebte und sich über seinen Bauch spannte.

Als er das südwestliche Tor passierte, erblickten seine Augen also zum ersten Mal seit acht Jahren wieder die Stadt, in der er aufgewachsen war. Es hatte sich offenbar einiges getan, trotz des Wetters war der Stadt ein Aufschwung anzumerken. Frische Farbe hier, neue Fensterläden dort, auch das Stadttor war wiederaufgebaut worden, seit er Niewinter verlassen hatte. Es tat gut, die Stadt, zu der Vorbis auch nach all der Zeit noch eine ganz besondere Beziehung hatte, in solcher aufknospenden Blüte zu sehen.

Eine Erinnerung jagte die nächste auf Vorbis' Weg durch die Stadt, und ehe er sich versah, hatte ihn sein Karren wie automatisch vor die Pforten des Hauses des Wissens gebracht. Er hatte eigentlich nicht vorgehabt, am ersten Tag bereits hierher zurückzukehren, da er wusste, wie sehr ihn der Anblick aufwühlen würde: Immerhin hatte er die wohl beste Zeit seines Lebens verbracht, aber auch eine seiner größten Enttäuschungen erlebt. Irgendeine innere Kraft - oder war es Oghmas Wille gewesen, die den Esel gelenkt hatte? - hatte ihn jedoch schnurstracks hierhin kommen lassen, und bei dem Anblick des vertrauten Gebäudes spürte der Priester, wie sich zum Regen in seinen Augen auch die eine oder andere Träne gesellte.

Einige Zeit saß er wie starr auf dem Bock, während das Wasser ihm über das Gesicht lief; dann drehte er abrupt ab und setzte seinen Weg über die Delphinbrücke fort, um wenig später, nach einem kurzen Zwischenhalt in einem Gasthaus, wo er ein Zimmer für die nächste Zeit mietete, seine alte Heimat, Orbis' Anwesen, zu erreichen. Inzwischen hatte der Regen sich nach langem Kampf von der langsam untergehenden Sonne verdrängen lassen, und Vorbis hatte seine Kleidung gegen eine trockene, wenn auch schlichter gehaltene, Tracht eingetauscht.
So kehrte er nun also am 3. Kythorn in das Haus seines Ziehvaters zurück, und nichts hatte ihn auf den Ansturm von Emotionen und Erinnerungen vorbereiten können, der ihn nun wie einen Schwall kaltes Wasser traf. Nur mit Mühe konnte er sich beherrschen und eine einigermaßen gefasste Fassade aufrechterhalten, während er den Weg zur großen Halle nahm, wo bereits einige seiner Geschwister - denn nichts anderes waren die anderen Waisen für ihn - versammelt waren. Sein erster Weg jedoch führte ihn zu dem aufgebahrten Leichnam seines Ziehvaters, und eine einzelne Träne brach sich ihre Bahn.

Leise begann Vorbis, ein Gebet zu sprechen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 22.06.2017, 21:52:45
Die salzige Gischt im Gesicht spürend - vorüber am Schwertgebirge mit seinen steil aufragenden schneebedeckten Gipfeln - war Melandro schon vor Tagen, an Bord einer flotten Galiot (https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/e/ef/Galiote.jpg/220px-Galiote.jpg) eingelaufen. Der ehemalige Pirat hatte das Schiff mit seinem prallen Seesack über der Schulter verlassen und war durch die vertrauten Gassen gewandert; die Kapuze hochgeschlagen und mit stolzem Schritt voranschreitend.

Bei alten Freunden sicher untergekommen, verbrachte er die folgenden Tage damit, etwas für seine Garderobe  (https://s-media-cache-ak0.pinimg.com/originals/ac/c7/90/acc7907687702a91762e145f68040aeb.jpg)zu tun, um bei Orbus Beerdigung standesgemäß gekleidet zu sein. Ebenso um zu beobachten wie weitreichend die Veränderungen seit seiner Abreise aus Niewinter gediehen waren, um sich so ein Bild von der hiesigen Situation zu machen. Ansonsten verhielt sich der Halbdrow ruhig und beschränkte sich vorerst auf das Beobachten und Lauschen. Nur eine kurzes Abenteuer mit einem hiesigen - recht ansehnlichen - Fischersweib war nicht zu verhindern gewesen während ihr Mann auf See gewsen war. Doch beileibe nichts ernstes oder gar erwähnenswertes.

Und so kam es, dass er just an dem Tag der Beerdigung hinter einem dicken Priester des Klugen Gottes stand, als dieser am Sarg des verstorbenen Ziehvaters Andacht hielt. Ein trockenes Grinsen konnte sich der Halbelf nicht verkneifen und so schnarrte Melandro halblaut hinter Vorbis: "Du bist ganz schön fett geworden Brüderchen." und schenkte seinem Jugendfreund – nachdem sich dieser ihm zugewandt hatte – ein süffisantes Grinsen, wie es unter rauen Gesellen gerne kameradschaftlich ausgeteilt wird, ehe er die Arme ausbreitete um den Menschen freudig zu umarmen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 23.06.2017, 12:58:47
Als die Nachricht von Orbus’ Tod ihn erreicht hatte, wollte er es zunächst gar nicht glauben. Er ignorierte es und befasste sich zunächst weiter damit, ein lästiges Untier in einer Ruine zu jagen. Nichts wirklich gefährliches, eher ein Spiel, für ihn, denn es war klar, dass das Wesen sich nicht dauerhaft vor ihm verstecken konnte. Als er es dann erlegt hatte und ein paar Münzen, die er als Belohnung bekommen hatte, in der Hand hielt, überkam ihn die Trauer wie eine Welle, die ganz plötzlich höher und höher wurde und vor der man nicht davonlaufen konnte. Er drehte sich um, rannte nach Hause und weinte. Danach betrank er sich, und zwar richtig.

Als er am Abend des folgenden Tages aufgewacht war erinnerte ihn sein schmerzender Kopf direkt daran, was geschehen war. Aber der Kopfschmerz linderte den Schmerz in seinem Herzen etwas. Nachdem sein leerer Magen zu rebellieren begann hatte er schnell ein paar essbare Rest in seinem Zimmer zusammengesucht und herunter geschlungen, sich dann aber wieder hingelegt, den Kopfschmerzen nachgespürt und der Leere in seinem Innern. Nun war es also passiert. Das es passieren würde war klar gewesen, aber jetzt schon. Orbus war doch erst, naja, er war schon sehr alt gewesen. Aber er hätte doch uralt werden können. Wieder flossen Tränen. Und so ging es noch einen oder zwei Tage weiter. Viel Alkohol, viele Tränen, wenig Essen.

Aber er konnte nicht ewig so weiter machen. So war das Leben nun mal, die Leute starben. "Wenigstens starb er eines natürlichen Todes, nicht so wie..." Er verdrängte diesen Gedanken und nahm das Stück Papier wieder zur Hand. Am 3. Kythorn, viele würden kommen und Abschied nehmen. Er würde einige Freunde wiedersehen, einige Feinde und viele, die er einfach mehr oder weniger gut kannte. Er überlegte, wer wohl kommen würde. Scarlett hatte er in den letzten Jahren ein paar Mal getroffen, sie hatten sogar mal etwas zusammen getrunken und über die alten Zeiten gesprochen. Aber sonst, die meisten hatten Niewinter verlassen. Raus in die Welt, das Leben kennen lernen. "Und du, Maldrek, wohin gehst du?" Es waren immer dieselben Fragen gewesen. Aber er war geblieben. Er hatte dort draußen genug Welt gesehen, die Sicherheit der Stadt war ihm angenehmer. Er hatte noch nie alleine gelebt, nur mit und für sich selbst. Er war geblieben und es war eine gute Entscheidung gewesen. Was würde sich nun ändern, nun, da Orbus gestorben war? War er vielleicht auch geblieben, um irgendwie noch in seiner Nähe zu sein? Wenn er an Zuhause und Familie dachte kam ihm immer zuerst Orbus und der eine oder andere aus dem Heim in den Sinn. Wie würde es nun sein?

Als dann der Tag gekommen war und er sich für die Zeremonie vorbereitete merkte er, dass er sich freute, den einen oder anderen wiederzusehen, dass er gespannt war, wer da sein würde und das er keine rechte Vorstellung hatte, wie es sich anfühlen würde. Er würde es bald sehen.

Also ging er los. Als er eintrat sah er Vorbis und musste lächeln. Doch dann sah er noch jemand anderes, und sein Atem stockte. Natürlich, er war auch schon da. Maldrek murmelte ein kurzes "Hallo, Leute" und schlenderte an den beiden vorbei zu dem Tisch. Dort stand er eine Weile inmitten vieler anderer und doch mit seinen Gedanken ganz bei sich und den Erinnerungen an diesen Raum und an Orbus, und wartete.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Alicia am 25.06.2017, 21:55:56
Alicia starrte in das dunkle Gebräu, das vor ihr auf dem klebrigen, feuchten Tresen stand. Den Boden des Steinkrugs erkannte sie nicht. Missmutig hob sie den Humpen an die Lippen und trank die Hälfte in einem Schluck. Hinter ihr wurde Karten gespielt, direkt neben ihr vergnügte sich ein bärtiger Trunkenbold mit einer kichernden Hafendirne, die bei ihrem Gespiel nicht nur einmal an Alicia's Schulter stießen. Alles in allem ein durchschnittlicher Nachmittag in einer der vielen Hafenkaschemmen Niewinters, wie sie es nun schon seit fast einem Zehntag ertragen musste. Die junge Frau mit den hüftlangen, blonden Zöpfen und der wettergegerbten Haut blickte verdrießlich drein und ließ ihren melancholischen Gedanken freien Lauf. Sie vermisste das Leben auf See, die Wogen der Wellen und die steife Brise. Wieder ein Schluck aus dem Krug. Landgang war schlimmer als ein gebrochener Mast, doch es ging nicht anders. Der Brief um den Tod ihres Ziehvaters ereilte sie in einem schwierigen Lebensabschnitt und machte alles nur noch schlimmer. Sicher, Alicia hatte lange keinen Kontakt zu Orbus, der sie damals bei sich aufnahm und ihr ein wohlbehütetes Heim bot, doch er hatte immer einen Platz in ihrem Herzen. Am schlimmsten jedoch war die Tatsache, dass sie sich an die letzten Worte zu ihm nicht einmal erinnern konnte. Jedesmal wenn sie versuchte sich zu erinnern, versetzte ihr dies einen Stich. Der tiefe Schmerz klang nur langsam ab und seid sie in Niewinter angekommen ist, ruht ein dicker Kloß in ihrem Hals, dem sie scheinbar nur mit schlechtem Schnaps und Bier entgegen treten kann. Noch ein Schluck. Doch heute gilt es sich zusammen zu reißen, das wusste sie. Alle würden da sein, nun zumindest hoffte sie das, um ihrem Vater die letzte Ehre zu erweisen, und so es das Schicksal wollte, auch sie. Der letzte Schluck glitt ihre Kehle hinunter. Am besten sie würde sich noch einen für den Weg mitnehmen...

Die Abendsonne verschwand schnell hinter den Häusern der inneren Viertel und würde nun noch einige Zeit auf den sanften Wellen am Horizont der See der Schwerter verweilen. Alicia liebte diese Zeit, doch nun befand sie sich geradewegs auf dem Weg in die äußeren Gebiete. Den Reise-Umhang tief ins Gesicht gezogen, nahm sie einen Schluck aus der verdreckten Pulle, die sie zu einem günstigen Preis erstanden hatte und schlurfte missmutig über das zersprungene Kopfsteinpflaster. Raus aus dem Treiben der Enklave, hinein in die ärmlicheren, zerstörten Ruinen der einst so prunkvollen Stadt.

Den Kopf gesenkt, das rechte Bein angewinkelt an der Wand, stand Alicia etwas abseits der anderen Anwesenden und widmete dem aufgebahrten Orbus nur wenige verstohlene Blicke. Es war schlimmer, als sie es sich erdacht hatte. Ihr war schlecht. Schlecht vom Rum, schlecht von all dem Elend, was sie gerade ihr Leben nannte und schlecht von der Trauer, die sie übermannt hatte, als sie diesen Raum vor wenigen Minuten betrat. Furchtbar, wie er dort lag. Als würde er gleich aufstehen und sie alle fragen, was sie beim Allvater hier treiben würden. Die Pulle war fast leer. Ihr Kopf brummte, doch die ironische Begrüßung des Halb-Elfen entging ihr nicht. Sie schnaubte verächtlich, schüttelte leicht den Kopf und nahm noch einen Schluck Rum.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 26.06.2017, 00:04:07
Vorbis wollte sich schon entrüsten ob der unhöflichen Worte, als er bemerkte, von wem sie kamen. Es war nicht schwer, Melandro wiederzuerkennen, auch wenn die beiden sich seit ihrer frühen Jugend nicht gesehen hatten - wie viele Halb-Drow liefen schon in der Gegend herum? Stattdessen musste er unfreiwillig lächeln, obwohl ihm eigentlich nicht nach Heiterkeit zumute war. Ja, Melandro hatte diesen Effekt schon damals gehabt, und er war einer derjenigen gewesen, die den jetzigen Kleriker in die Welt der wahren Genüsse eingeführt hatten, nachdem er sein vorheriges Leben fast ausschließlich mit der Nase in Büchern und Schriftrollen verbracht hatte.

"Hallo Melandro!" antwortete er dem Lebemann, als er sich in die Umarmung einließ. "Schön, dich zu sehen - leider ist der Anlass weniger schön." Damit wendete er seinen Blick wieder dem Toten zu und blieb einige Sekunden still stehen, um seine Andacht zu beenden. Erst danach ging er ein paar Schritte abseits, um ein paar weitere Worte mit seinem alten Freund zu wechseln, die er mit "Du siehst bescheuert aus!" begann.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 26.06.2017, 10:43:50
"Ach!" entfuhrt es dem reich gekleideten Halb-Dunkelelfen übertrieben überrascht.  "Und ich habe bisher immer gedacht, dass schwarz und gold meine Farben sind!" gestand er mit überzogenen zur Schau getragenen Unsicherheit. Den Sitz seines Hutes affektiert überprüfend machte Melandro aber bei Leibe keinen unglücklichen Eindruck. Gleich darauf seinen Bruder von Kopf bis zu den Füßen musternd, machte sich der Abenteurer ein genaueres Bild von seinem Freund und sprach dann sogleich: "Dir scheint dein Schicksal zu bekommen mein lieber Vorbis. Nur solltest du wohl auch mehr deiner Münzen in Kleidung und anstatt in Braten stecken."

Als Maldrek sich bemerkbar machte und seine Begrüßung nuschelte, nur umso gleich wieder zu entschwinden, sprach der Halbdrow gerade laut genug, dass es der Tiefling noch vernehmen konnte: "Sieh an... wer hat sich denn da noch aus seinem Loch hervor gewagt? Der kleine gehörnte Maldrek. Wie nett von ihm." Mit schmalen Augen seinem jüngeren Bruder noch kurz hinter her blickend schwieg Melandro ansonsten.

Sich wieder Vorbis zuwendend erstrahlte erneut die Freude über das Wiedersehen auf den Zügen des Halbelfen. "Lasse ich dich nun in Frieden deines Amtes walten, oder?

Aber eile dich - wir anderen wollen uns auch noch von unserem Vater verabschieden."
mahnte er dabei halb im Scherz.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 29.06.2017, 22:03:46
Ein bekanntes Gesicht gesellte sich zu dem Priester und dem Halbdrow, die direkt bei Orbus' Leichnam standen, auch wenn es nicht weniger merkwürdig war als das des Halbblutes, so war es doch grundverschieden von Melandros. Denn Aquila Ventus war eine Luftgenasi, ihre Haut war eisblau und ihr Haar schien immer im Wind zu wehen. Sie alle hatten sie nur als "Tante Aquila" kennen gelernt, denn sie hatte das Waisenhaus schon hinter sich gelassen, bevor irgendeiner von ihnen hergekommen war. Trotzdem besuchte sie es regelmäßig und half Orbus immer wieder aus, wenn ihm alles ein wenig über den Kopf zu wachsen drohte. Jetzt war sie zurückgekehrt wie so viele von Orbus' Waisen. Sie hatte das meiste hiervon organisiert, begrüßte die Waisen, wenn sie herkamen und würde auch der Zeremonie an diesem Tag vorstehen.
Da sie gerade sowieso dabei stand, hörte sie auch Melandros letzte Worte mit und sagte dazu nur: "Es wird noch viel Zeit, Abschied zu nehmen. Wir werden uns in den nächsten Zehntagen immer hier treffen, um zu trauern. Heute gilt es genauso sehr einander wieder kennen zu lernen, wie Orbus zu gedenken."
Tatsächlich waren viele hier versammelt, die sich seit langem nicht gesehen hatte und manch einer war bereits dabei sich wieder kennen zu lernen. In einer Ecke des Raums standen zwei nicht ganz so exotische Gestalten wie Aquila, denn beide waren an sich sehr viel gewöhnlicher. Filuk mochte ein Halbling sein und Sarai eine außerordentlich gutaussehende junge Frau war, aber das was die beiden auffällig machen war ihre für niewinter außerordentlich südländische Kleidung. Silda war das genaue Gegenteil von den beiden mit ihren roten Haaren und ihren schweren Fellen, die sie zweifelsfrei als Uthgard-Barbarin auszeichneten. Sie spielte leise auf ihrer Leier und die Klänge ließen die Waisen ruhig werden. Auch die einheimischen Niewinters, Salonius von Donnergrimm, Baldr Bengrisson, Mirt Milbmann, John Baru und Vara Goldhaar waren hier. Die blonde jugne Frau unterhielt sich mit Salonius, während Baldr sich um die Getränke kümmerte, die er vermutlich selbst mitgebracht hatte. Mirt und John blieben beide eher für sich. Genau so war es auch bei Thalantar, dem jugendlichen Elfen, der in seiner dunklen Robe in einer Ecke stand und alles mit kaltem Blick beobachtete, als wäre er ein Zuschauer und gar nicht an dem Geschehen beteiligt.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Alicia am 03.07.2017, 10:38:50
Ein letzter Tropfen rann aus der Flasche die Kehle der jungen Frau hinab. Schon wieder leer. Schwer atmete sie aus, der Arm mit der bauchigen dunklen Flasche baumelte lustlos an ihrer Seite. Sollte ihr Leben an Land wirklich so aussehen, ein Rausch nach dem Nächsten um hoffentlich irgendwann zu vergessen? Alicia verdrängte den Gedanken, sie hatte keine Lust sich jetzt darüber Gedanken zu machen, doch sie musste den Schmerz fortspülen. Mit einem Ruck stieß sie sich von der Wand ab und ging hinüber zu Baldr, der weitere Getränke verteilte. Sie bat in gewohnt grobschlächtiger Manier um etwas Alkoholhaltiges und hörte Aquilla zu, als diese zu sprechen begann.

"Was verspricht man sich von dieser Totenweihe, reicht es nicht einmal Abschied zu nehmen?" unterbrach sie Aquilla etwas forsch. Wer genau hinhörte, erkannte das Zittern in ihrer Stimme, was ihrem sonst eher aufgesetzten verärgerten Ton entgegen sprach. "Lasst ihn zur Ruhe kommen..." Mit einem tiefen Schluck aus der Flasche bewegte sie sich mit gläsernem Blick wieder zurück an ihren Platz.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 03.07.2017, 20:30:20
Der Zwerg, der wie gewohnt einen großen schäumenden Bierkrug in der Hand hielt zuckte mit den Schultern: "Na, was meinst'e? So sind die Traditionen nunmal. Um seiner Seele den Weg ins Zwergenheim zu leiten und dafür zu sorgen, dass er sich nicht verliert, oder sowas. Bin kein Experte, aber so macht man es nunmal, wenn der Anführer eines Clans stirbt. Man trifft sich, man teilt die Geschichten seines Lebens, man sorgt so dafür, dass er sich nicht vergisst. So haben es Generationen von Zwergen getan. Und wenn jemand das verdient hat, dann Orbus. Denn auch wenn sein Zwergenclan schon seit hundert Jahren nicht mehr existiert. Wir schulden ihm, dass er nicht eine Sekunde von all dem vergisst, was er im Leben getan hat, auf seinem Weg ins Jenseits." Er nahm einen kräftigen Schluck aus seinem Humpen und grinste dann breit: "Und nen Grund um zusammen zu sein und zu trinken schlägt man schließlich nicht aus, oder?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 03.07.2017, 20:38:46
Maldrek ignorierte Melandro, er wollte keinen Ärger und es wäre auch der Situation völlig unwürdig gewesen, hier einen Streit vom Zaun zu brechen. Er stand immernoch am Tisch und besah sich den Leib, als er Alicia beobachtete. Ihm war ähnlich zumute wie ihr, also ging Maldrek zu ihr und legte ihr tröstend die Hand auf die Schulter.
"Es gibt verschiedene Wege, Abschied zu nehmen und jeder geht einen anderen. Lass sie, wenn es ihnen hilft. Die Zeremonie wird bald beginnen und danach können wir uns an den Brunnen am Marktplatz setzen und uns auf diese Art an Orbus erinnern. Vielleicht begleitet uns ja der eine oder die andere?"

Ja, etwas Gesellschaft war wohl jetzt genau das richtige. Das ganze hier war ihm unangenehm, er mochte keine Totenwachen, denn die Hauptperson war eben immer tot. Und er wollte den Tod nicht um sich haben.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 04.07.2017, 12:47:45
"Das ist eine schöne Tradition," erklingt eine melancholisch klingende Frauenstimme von der Seite. Die dunkelgekleidete Gestalt war schon die ganze Zeit dagewesen, aber hatte sich so unauffällig postiert und auch verhalten, dass man sie nicht wirklich beachtet hatte. Das war etwas, was sie wirklich gut konnte. Der breitkrempige Hut, der tiefe Schatten über ihr Gesicht warf, half auch nicht unbedingt zu erkennen, wer das wohl sein mochte. Die meisten der Waisen hatten sie schon seit bestimmt fünf, sechs Jahren nicht mehr gesehen. In der Zeit hat sie sich auch ein gutes Stück verändert, ist vor allem erwachsen geworden. Zudem hat sie auch nie direkten Kontakt zu den anderen gesucht. Hier und da ist man sich in Niewinter natürlich über den Weg gelaufen, wenn der Zufall es so wollte, und so hatte sie zumindest diejenigen, die in der Stadt verblieben sind, einige Male getroffen.

Jetzt, wo sie die illustre Versammlung schon eine ganze Weile beobachtet hatte, merkt sie erst, dass die anderen ihr doch ein wenig gefehlt haben. Naturgemäß ist das Gefühl am stärksten, wenn sie den aufgebahrten Leichnam von Orbus betrachtet. Ihm hatte sie viel zu verdanken, dessen war sie sich bewusst. Dennoch vergoss sie keine Tränen, es war einfach nicht ihre Art zu trauern. Ganz im Gegenteil huscht für einen Moment ein Lächeln über ihre Lippen, als sie sich so ganz in Gedanken an die vielen schönen Momente erinnert, die sie hier erlebt hat. Es war schön, zu sehen, dass der Großteil von ihnen gekommen war, um dem Zwerg die letzte Ehre zu erweisen. Er hatte es sich verdient, hatte er doch soviel gegeben und soviel Gutes über die Waisen der Stadt gebracht. Sie fragt sich, wie die armen Kinder wohl heute aufwachsen mögen. Sicherlich würden sie nicht dieselbe Fürsorge erfahren, wie sie. Man würde sie versorgen, mit dem Nötigsten, aber ihre Talente fördern und ihre Persönlichkeit formen, wie Orbus es getan hatte, das kann sie sich einfach nicht vorstellen. Der alte Zwerg war einfach etwas Besonderes gewesen. Und genau deshalb waren sie auch alle hier. Denn jedem von ihnen war diese Tatsache bewusst, wieviel er ihnen gegeben hatte.

Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 04.07.2017, 14:55:36
"Waren acht Jahre nicht genug, um diese dämliche Fehde zu beenden?"
Vorbis erinnerte sich nun langsam wieder daran, wie schlecht Melandro und Maldrek damals schon miteinander auskamen - aber er hatte irgendwie angenommen, dass die Zeit die Wunden geheilt hätte. Er selbst hatte mit keinem der beiden ein Problem, aber auch keine tiefe Freundschaft gehabt. Dennoch beließ er es bei einer kurzen Begrüßung, als Maldrek auftauchte, und fühlte sich ansonsten etwas fehl am Platz, als die beiden sich anfunkelten.

Der Priester nutzte die Gelegenheit, als Aquila zu ihnen stieß, um sich, nachdem er sie freundlich begrüßt hatte, zu entfernen, ohne Melandro alleine stehen zu lassen.
"Entschuldigt, aber ich muss Baldr 'Hallo' sagen!" murmelte er und ging zu dem Zwerg, der gerade Alicia eine Flasche reichte.
"Baldr!" grüßte er ihn erfreut - der Zwerg war einer der besten Freunde gewesen, die er auch nach seiner Zeit im Waisenhaus in Niewinter gehabt hatte. Manche würden vielleicht von einem schlechten Einfluss sprechen, aber Vorbis freute sich von Herzen, seinen alten Kumpan wieder zu sehen. Dessen Worten konnte er nur mit heftigem Nicken zustimmen, denn inzwischen hatte er selbst einen Bierkrug in der Hand und nahm einen tiefen Schluck auf das Wohl von Orbus' unsterblicher Seele. Alicias Einstellung konnte er nichts abgewinnen, aber hier und jetzt würde er keinen Streit beginnen - soviel Respekt schuldete er seinem Ziehvater.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 06.07.2017, 11:44:42
"Na wenn das nicht Vorbis ist!" sagte der rotbärtige Zwerg mit lauter Stimme. "Ist ja eine Ewigkeit her, dass ich dich hier gesehen habe. So traurig der Anlass auch ich, es ist doch eine Freude so viele bekannte Gesichter wieder hier bei uns zu haben." Ohne, dass Vorbis fragen musste, zapfte der Zwerg aus dem kleinen Fass, das er vermutlich selbst mitgebracht hatte, für den Priester einen Humpen Bier und hielt ihm das schäumende Getränk anschließend hin.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 07.07.2017, 10:02:15
"Wo hast du denn die letzte Jahre verbracht, Alicia?"

Maldrek wusste nicht viel darüber, wohin die anderen gegangen waren und vielleicht würden sich Alicias düstere Gedanken für einen Moment vertreiben lassen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 07.07.2017, 10:58:48
"Ja, ein trauriger Anlass fürwahr." gab Vorbis seinem alten Freund recht. "Aber es ist schön, dich und die anderen zu sehen."
Ein paar Sekunden stand er in Gedanken versunken da, dann fuhr er fort:
"Ich nehme an, du hast die letzten Jahre hier in Niewinter verbracht? Was hat sich in der Stadt denn so getan? Auf den ersten Blick scheint ja doch einiges passiert zu sein.
Und weißt du genau, wie die Festlichkeiten hier ablaufen sollen? Gibt es eine Ansprache von jemandem? Wer hat das hier eigentlich organisiert? Hatte Orbus Verwandte - ich meine, außer uns?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 07.07.2017, 11:57:47
Der Zwerg grinste breit: "Oh ja, es hat sich eine ganze Menge verändert hier. Wir haben jetzt einen Obersten Protektor und wenn du mich fragst, dann macht er seine Sache ganz gut. Die Enklave ist weitgehend sicher und man kann dort abends durch die Straßen gehen ohne dass man sich Sorgen machen muss, dass einem irgendein Halsabschneider in die Quere kommt. Sogar, wenn man einen über den Durst getrunken hat. Ist ne gute Sache und man sieht es der ganzen Enklave an, dass Protektor Nieglimm sich gut um die Stadt kümmert.
Und was diese Sache hier anbelangt hat Aquila das ganze organisiert. Macht ja auch Sinn, schließlich ist sie die älteste von uns und in einem Zwergenclan würde auch der neue Älteste die Riten leiten. Ich hab nen bisschen mitgeholfen und Salonius auch. Aber eher bei dem ganzen Drumherum. Der Ritus und alles, die Einladungen, das hat alles Aquila gemacht."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 13.07.2017, 11:57:14
Während sich einige der Waisen noch für eine Weile unterhielten, wurde es insgesamt doch immer stiller und schließlich versammelte Aquila Ventus, die die meisten nur als "Tante Aquila" kannten, weil sie das Waisenhaus bereits verlassen hatte, bevor sie dort gelebt hatten, alle Anwesenden um den aufgebahrten Leichnam des alten Zwerges und ergriff das Wort: "Wir haben uns heute hier versammelt, um Abschied zu nehmen von Orbus Proteg, dem letzten seines Clans, der uns allen wie ein Vater war. Seine Seele hat nach langer Mühe den verdienten Weg zu seinen Göttern angetreten. Wir sind hier zusammen gekommen, um sicher zu stellen, dass er sich auf dem Weg nicht verläuft, und das er nichts von sich selbst verliert. Deshalb wollen wir seiner Gedenken, Erinnerungen an sein Leben teilen und so dafür sorgen, dass er mit festem Schritt ins Zwergenheim eintreten kann." Für einen Augenblick schwiegen alle und sahen bedrückt auf den Boden oder starrten einfach geradeaus. Dann ergriff Aquila von neuem das Wort: "Orbus ist der erste, an den ich mich erinnern kann. Ich weiß nicht, wer meine Eltern waren, ich weiß nicht, woher ich stamme. Alle Wurzeln die ich habe führen zu diesem Ort, zu ihm. Er hat mich aufgezogen, hat mich davor bewahrt draußen in den Winden wie ein Blatt umhergeweht zu werden. Er hat mich auf den Pfad gesetzt, den ich bis zum heutigen Tag beschreiten, auf den richtigen Pfad. Meine erste Erinnerung an ihn ist ein lachendes Gesicht. Es war ein kalter Wintermorgen, aber das machte mir nichts aus. Es stürmte und die Winde peitschten um die Häuser. Aber auch das machte mir nichts aus. Ich bin ins Dachgeschoss geklettert und habe eines der Fenster geöffnet, um nach draußen sehen zu können, um den Wind auf meiner Haut spüren zu können. Die Läden schlugen laut im Wind, eine der angeln ächzte unter der Last und drohte auszubrechen. Orbus hat mich dort oben gefunden, weil er das Schlagen der Läden gehört hat, ein kleines Mädchen von fünf oder sechs Wintern, das die eisigen Winde genossen hat. Und er hat mich nicht dafür gescholten, dass ich die Läden dem Sturm aussetze. Er hat einfach nur dargestanden und gelächelt, weil ich glücklich war..."
Wieder schwiegen die Versammelten und ließen die Erinnerungen an ihren Ziehvater wach werden, das, was er gewesen war. Für eine Weile war es bis auf vereinzeltes Schluchzen ruhig, bevor dann Sarai das Wort ergriff: "Erinnert ihr euch, wie er uns im Winter, wenn uns kalt war, wenn wir Albträume hatten oder wenn irgendetwas Schlimmes in der Stadt passiert war, das uns Angst machte, immer aus seinem Kelch hat trinken lassen? Ich weiß es noch genau, wie er mich das erste Mal auf den Schoß genommen hat und mir dieses Gebräu, das er immer in seiner Brusttasch trug eingeschenkt hat und dann mit ernster Stimme sagte: "Das hier ist ein Zauberkelch, er vertreibt Hunger und Sorgen!" Und nach dem ersten Schluck waren die Sorgen vergessen. Ich weiß nicht einmal mehr, was für ein Getränk es war, das habe ich lange vergessen, aber dass Orbus damit alle Sorgen vertreiben konnte, daran erinnere ich mich, als wäre es erst gestern gewesen..."
So standen die Waisen für eine Weile beieinander und teilten Erinnerungen an ihren Ziehvater. Nicht alle ergriffen das Wort, aber während sie hier zusammen standen, verstanden sie, was die Zwerge mit diesem Ritual bezweckten und auch mit den Wiederholungen. So viele Geschichten, wie sie in den nächsten Zehntagen über Orbus hören und erzählen würden... das würde sicherlich dafür sorgen, dass keiner von ihnen den alten Zwerg jemals vergessen würde, auch wenn es vorher schon beinahe unmöglich gewesen wäre.
Nach einer Weile war das Ritual für diesen Tag beendet und sie würden sich erst in einem Zehntag wieder treffen. All jene Waisen, die ein Heim in Niewinter hatten, kehrten dorthin zurück, während der Rest in Orbus Anwesen verblieb. Zimmer gab es hier mehr als genug und früher war es ihr Heim gewesen, auch für die nächsten Wochen sollte das so sein. Der Abend selbst war noch nicht allzu weit fortgeschritten, aber dennoch zogen sich die meisten Waisen schnell auf ihre Zimmer zurück. Sei es, weil ihnen noch eine weite Reise in den Knochen steckte oder weil die Erinnerung an ihren Ziehvater sie in die Einsamkeit trieb.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 15.07.2017, 17:13:17
Maldrek hielt sich im Hintergrund. Er hatte keine wirkliche Vorstellung davon gehabt, wie das Ritual ablaufen würde. Als es dann losging, hörte er zu und schaute sich um. Er kannte viele der Gesichter der Anwesenden, aber bei vielen musste er überlegen, wie ihre Namen waren. Obwohl das Waisenhaus so lange sein Zuhause gewesen war, war diese Zeit auch irgendwie so weit weg. Er hatte in den letzten Jahren nur wenig an das Waisenhaus gedacht. Immer, wenn er in der Nähe gewesen war, hatte er zwar ein Blick auf das Gemäuer geworfen und er hatte auch Orbus immer wieder mal besucht, aber er war immer seltener in diesen Teil der Stadt gekommen. Er hatte darüber nie nachgedacht, aber während der Zeremonie drängten diese Gedanken mit Macht in sein Bewusstsein. Wenn man ihn gefragt hätte, hätte er natürlich voller Überzeugung gesagt, dass es Zufall gewesen war, dass er diesen Teil der Stadt gemieden hatte. Aber war es das wirklich gewesen? Orbus hatte mal zu ihm gesagt, dass er nicht regelmäßig kommen müsse, er solle nun sein eigenes Leben führen. Und das war es auch, was er wollte. Er wollte Orbus und die Zeit im Waisen Haus nicht vergessen, sie war ein wichtiger Teil seines Lebens, dort hatte er gelernt, den richtigen Weg einzuschlagen und er war Orbus unendlich Dankbar. Aber er musste wohl etwas Abstand haben, um herauszufinden, wie er leben wollte. Und wenn er nun zurück dachte, war dies wohl der Grund für die immer seltener werdenden Besuche gewesen. Die anderen waren fort gegangen, da war es einfacher, er nicht, aber irgendwie doch.

Und dann war die Zeremonie vorbei und viele der Trauernden fort. Aber eine Handvoll Waisen stand noch da, als könnten sie sich nicht recht lösen. "Wollen wir noch ein Bier trinken gehen, über alte Zeiten reden oder über das, was wir so erlebt haben? Kennt ihr den Alten Eber noch, dort wo wir früher immer versucht haben, an Bier zu kommen, obwohl wir noch nicht alt genug dafür waren? Den gibt es immer noch. Wie wär's, auf ein Bier zum Eber?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 17.07.2017, 11:45:33
Vorbei war einer derjenigen, die nach der Zeremonie noch geblieben waren. Irgendwie kam er sich ein wenig verloren vor. Eigentlich müsste er zurück in das Gasthaus, in dem er sich im Voraus für die nächsten Zehntage eingemietet hatte. Müsste sich überlegen, ob er seine Sachen dort abholen und die Einladung annehmen würde, die Zeit in Orbus' Anwesen zu verbringen. Bis dahin aber wären die anderen vielleicht schon ohne ihn weggegangen, und so wartete er zunächst einmal ab. Er wusste auch noch gar nicht wirklich, ob er an diesem Ort übernachten wollte, der so viele Erinnerungen für ihn bereithielt.

So war er noch anwesend, als Maldrek seine Frage stellte, und etwas erleichtert stimmte er sofort zu:
"Gerne! Es wäre doch schade, wenn wir nach dieser langen Zeit gleich wieder auseinander gehen würden, ohne ein wenig über alte Zeiten zu sprechen - und darüber, wie es uns ergangen ist seitdem."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Alicia am 17.07.2017, 14:13:45
Alicia hörte die Worte Aquilas, doch schnell verdrängten ihre eigenen Erinnerungen ihre Worte. Sie war auf der Straße groß geworden, bevor Orbus ihr ein Zuhause gab. Nicht das dies etwas besonderes gewesen wäre, doch für sie war der ältere Zwerg in diesem Moment ein Held, der ihr ein Leben ermöglichte, welches sie bisher nur durch die milchigen Scheiben diverser Wohnhäuser Niewinters kannte. Von dort an würde sie ihre Kindheit als glücklich beschreiben. Viele der heute Anwesenden kannte sie aus damaliger Zeit, mit vielen pflegte sie eine gute Freundschaft, doch nicht zuletzt die Jahre der Abwesenheit und der Moment, als sie Orbus verließ, warfen einen düsteren Schatten über die glücklichen Jahre.

Sie schluckte hart, während die Worte von Aquila im Hintergrund nur dumpf und weit entfernt klangen.

Ein langer und lauter Streit enthielten die letzten Worte, die sie mit ihrem Ziehvater gewechselt hatte, ehe sie fortging und ihr altes Leben hinter sich ließ. Jetzt, nach dem Tod des alten Zwergs, bereute und verfluchte sie sich für ihr Verhalten, wenn auch zu spät, um ihm dies selbst zu sagen. Die letzten Tropfen aus dem Krug landeten in ihrem Magen. Langsam wurde ihr Blick etwas neblig, die Erinnerungen ein Stück mehr aus ihrem Gedächtnis gebrannt.

"Endlich ein brauchbarer Vorschlag!" sprach sie laut und klopfte Maldrek mit festem Druck auf die Schulter. "Lassen wir ihm seine Ruhe..." Der feste Druck wich kurzzeitig einem Griff, als sie für einen Moment dem Alkohol freie Bahn ließ und nur unmerklich schwankte.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 19.07.2017, 15:59:22
So ging die kleine Gruppe also zum Alten Eber. Die Taverne war zwar nicht im selben Stadtbezirk wie das Waisenhaus, aber doch nah genug, um keinen allzu weiten Weg zu bedeuten. Früher war es praktisch gewesen, eine Taverne nicht direkt um die Ecke zu besuchen. Orbus selbst ging zwar selten abends weg, aber die älteren Waisen schon und als sie jünger waren wollten sie bei ihren teilweise heimlichen Streifzügen ja nicht unbedingt entdeckt werden. Maldrek war schon lange nicht mehr dort gewesen. Als er wieder in die Stadt gezogen war hatte er den Alten Eber manchmal besucht, er hatte angenehme Erinnerungen an die Taverne. Der Duft nach Bier und Braten, der Lärmpegel, der lästige Gedanken überdeckte, aber einen dennoch nicht zu sehr belästigte, die Gäste, die eher handfest waren, aber keine Prügelknaben, es war einfach ein gemütlicher Platz zum Trinken und Entspannen. Heute war die Taverne nur mäßig gefüllt, vielleicht waren sie zu spät, oder zu früh oder es war etwas anderes. So fanden sie aber problemlos einen Tisch für alle und Maldrek bestellte eine Runde Bier für alle. Zunächst schwieg die Gruppe wieder, alle schienen ihren Gedanken nachzuhängen.

Aber irgendwann wurde die Stille Maldrek unangenehm und er versuchte, ein Gespräch anzustoßen.
"Schön euch alle wiederzusehen. Viele von uns sind ja nicht in der Stadt geblieben. Also, wer von euch war am weitesten weg von Niewinter?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 20.07.2017, 11:32:21
Sich lässig an einen Tisch lehnend lauschte Melandro den Geschichten von Tante Aquila und Sarai. Nur zu gut erinnert sich der Halbdrow daran wie letztere in das gemeinsame Haus eingezogen war und mit ihren furchtbaren Schreien und Schluchzen die Nächte zur Hölle gemacht hatte. Heute noch fühlte der ehemalige Pirat widerwillig eine Gänsehaut aufziehen wenn immer er sich daran erinnerte.

Der Windgenasi ein vertrautes Nicken schenkend, unterhielt sich der Halbelf noch mit diesem und jenem ehe er sich unverhofft  in einer viel kleineren Runde wieder fand.

Maldreks Einwurf mit schmalen Lippen vernehmend, blieb Melandro nicht viel anderes über als zustimmend zu nicken. Wann wenn nicht jetzt? Vielleicht würde er in der kommenden Zeit zu beschäftigt sein um sich viel mit seinen Geschwistern zu befassen. Außerdem, so dachte er, würde es gut tun ein paar vertraute Gesichter zu sehen und Abenteuer, aus Tagen als die Welt noch einfacher war, auszutauschen.

Auf dem weg zum Alten Eber stützte der teuer gekleidete Halbelf Alicia einmal kurz vor ihrem auserkorenen Ziel und lachte vergnügt. "Wie in alten Zeiten." neckte er dabei seine Schwester ehe sie alle in den Schankraum strömten und einen passablen Tisch in Beschlag nahmen.

Als er sein Bier von der Schankmaid in Empfang nahm, sprang Melandro sogleich auf und hob den vollen Humpen nach oben wobei er rief: "Auf unvergessene Zwerge, alte Geschwister und abwesende Freunde!" Als sie gemeinsam angestoßen hatten trank er einige gierige Schluck ehe er sich in seinen grob gezimmerten Stuhl fallen ließ und sich den Schaum von den Lippen wischte. Diese nachdenkliche Stille musste ein Ende finden!

Aus seinen dunklen Augen Maldrek anblickend erwiderte er auf die Frage: "Mondshae Inseln - wer bietet mehr?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 21.07.2017, 14:57:11
"Da kann ich vermutlich nicht mithalten, Melandro. Weiter als bis Baldurs Tor bin ich nie gekommen, und meist war ich irgendwo zwischen dort und Tiefwasser unterwegs."
Von Niewinter hatte der Priester absichtlich stets etwas Distanz gehalten. Warum, konnte er eigentlich selbst nicht so richtig sagen; niemand hatte ihm verboten, in seine Heimatstadt zurückzukehren, aber irgendetwas hatte ihn innerlich immer zurückgehalten. Auch jetzt, wo er wieder hier war, hatte er immer noch das Gefühl, eine Art Fremdkörper zu sein. Das Bier, das er inzwischen schon halb ausgetrunken hatte, lockerte ihn zwar langsam etwas auf, aber die Vertrautheit war noch nicht da.

Ihm fiel nicht wirklich ein, was er sagen konnte, um die Stimmung aufzulockern. In ihrer Kindheit waren sie miteinander vertraut gewesen, aber nun saß hier eine Gruppe Erwachsener, und er fühlte sich irgendwie wie ein Fremdkörper. Immerhin hatte Melandro den Anfang gemacht, und so nahm er den Faden auf.

"Die Mondshae Inseln? Was hast du denn dort getrieben?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 22.07.2017, 09:43:35
Mit einer behandschuhten Faust auf den Tisch schlagend, beugte sich Halbelf nach vorne und knurrte tiefernst: "Mich vor den Piratenjägern aus Baldurs Tor und Tiefwasser versteckt! Was denkst du den?!" ehe er den Satz mit einem breiten Grinsen den Stachel nahm und noch einen Schluck aus seinem Humpen trank und der Schankmaid verschwörerisch zuzwinkerte die auch sogleich errötete und kichernd den Blick senkte als sie an dem Tisch der Runde vorbei lief.

Melandros Abenteuer waren in Orbus Heim legendär und stets ein Quell der Belustigung gewesen. Das Halbblut hatte mehr als nur einmal gesunden Menschenverstand missen lassen und im Eifer des Gefechts Dinge an sich gebracht die dann zu schwierig zum Abtransport, Verkauf, oder beides waren. Ein angespannter Ochsenkarren der einst hinter dem Heim für zwei Tage „versteckt“ gestanden hatte, stellte wohl einen der Höhepunkte von Melandros Karriere dar. Die anderen Waisen konnten sich problemlos ein ebenso „geschickt getarntes“ Schiff aus Tiefenwasser vorstellen, das in einer seichten Bucht darauf wartete, dass dem jungen Mann einfiel was er nun damit tun solle.

An Vorbis gewandt fügte er frotzelnd hinzu: "Was du in Baldurs Tor gemacht hast sieht man nur zu gut." Und blickt dabei auf den eindrucksvollen Bauch des Priesters. "Mit höheren Weihen kommt besseres Essen, nicht wahr?" foppte er den einstmals so scheuen Jungen grinsend.

Zu Alicia, Scarlett und Elian blickend fragt er dann aber mit aufrichtiger Neugierde: "Und ihr? Wie weit hat euch der Wind getragen? Und was habt ihr vollbracht?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 26.07.2017, 00:45:55
Die dunkelgekleidete Frau hatte sich, gerade als Maldrek den Vorschlag mit dem Alten Eber gemacht hatte, ebenfalls zu der kleinen Gruppe gesellt und dann auch ihren Hut nach hinten geschoben, so dass er von einer dünnen Lederschnur gehalten über ihrem Rücken baumelte. Die meisten hatten Scarlett dann auch erkannt. Spätestens als sie draußen ihre roten Tücher hervorholte und sich umband, eins etwas lockerer um die Hüfte und eines als Stirnband, dessen Enden sich harmonisch in ihre schwarze Haarpracht einfügten.

"Es ist schön, euch alles mal wiederzusehen, auch wenn der Anlass leider nicht der beste ist. Naja, gehen wir erstmal weiter, die Nacht ist ja noch jung," hatte sie gesagt, und die anderen Waisen dann zum Gasthaus begleitet.

Als dort dann die Frage aufkommt, wie weit der eine oder andere auf seinen Reisen gekommen ist, zuckt sie nur mit den Schultern.

"Mich hat es nie so sehr in die Ferne gezogen, Tiefwasser dürfte wohl das Weiteste gewesen sein. Aber das hat mir auch schon gereicht. Es gibt bestimmt schöne Orte da draußen, wo sich ein Besuch wirklich lohnt, aber am besten gefällt es mir einfach immer noch hier. In meiner Heimat. Und jetzt, wo Protektor Nieglimm die Zügel an sich gerissen hat, ist fast überall nur noch von Aufschwung die Rede. Es geht nach oben mit Niewinter und gib ihr noch ein paar Winter, dann glänzt die alte Stadt wieder wie in den alten Geschichten."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 26.07.2017, 14:53:35
Maldrek hörte den anderen zu. Mondshae Inseln, Baldurs Tor, Tiefwasser. Er merkte wie eine gewisse Neugier ihn packte, doch mal etwas anderes zu sehen. Er hatte sich nie Gedanken darüber gemacht, weg zu gehen, er hatte hier sein Zuhause, etwas zu tun und er kannte sich aus. Er hatte sich immer gesagt, dass er ja noch so jung war und noch eig Zeit hätte, woanders hinzugehen. Aber nun ,merkte er, dass ihn der Gedanke reizte. Nicht jetzt, sofort, sondern irgendwann - aber sicher früher als er noch vor einer Woche gedacht hätte.

"Ich habe neue Ecken in Niewinter bereist. Ecken die vor wenigen Jahren noch zu gefährlich gewesen wären, um sie zu sehen." Er lachte kurz. Wollte er etwa so tun, als hätte er auch etwas zu bieten.
Er grinste verlegen in die Runde, zuckte mit den Schultern und fragte wieder in die Runde. "Und du, Alicia, wohin hat es dich verschlagen?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Alicia am 27.07.2017, 09:51:26
Alicia setzte zu einem kräftigen Schluck aus dem frisch bestellten Krug an und wischte sich danach mit der Rückhand den Mund. Weibliche Manieren hatte sie bereits vor vielen Jahren abgelegt, war doch das Meer kein Ort für überschwängliche Pietät und erzogenes Verhalten. Ihr blondes Haar hatte sie beim Betreten der Kaschemme geöffnet, doch scherte sie sich nicht um die zerzausten Strähnen die achtlos auf ihren Schultern ruhten. Melancholisch fixierte sie die zitternde Oberfläche des Bieres in ihrem Krug.

"In den Norden..." gab sie kurz und etwas unverständlich von sich. Ihre Augen waren glasig und es viel ihr sichtlich schwerer sich zu konzentrieren, dennoch fuhr sie fort. "Die Stadt der Segel war vielleicht sowas ähnliches wie Heimat, zumindest eine ganze Zeit, aber eigentlich war die See mein Zuhause. Die schwankenden Kutter, ein Ritt auf den tosenden Wellen, es gibt nicht viel Schöneres." Ein wenig schwelgte sie in der offenbar schönen Erinnerung, ehe sie zurück in die Runde sah und erneut einen Schluck nahm. "Einsamwald, am Rande des Maer Dualdon, das war der weiteste Ort, und die Meereshexe selbst weiß, dass mich kein Ungeheuer der See mehr dorthin zurück bringt!"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 29.07.2017, 15:36:09
"Na, da gibt es doch sicher das eine oder andere zu erzählen, oder?" versucht Vorbis das Eis zu brechen, auch wenn er sich selbst immer noch nicht ganz wohl in seiner Haut fühlt. "Aber mal etwas anderes: Was habt ihr denn in den nächsten Zehntagen so vor? Bleibt ihr hier? Die Zeremonien dauern ja eine Weile, und in der Zwischenzeit können wir ja nicht nur herumsitzen.

Und seid ihr alle in Orbus Anwesen untergebracht? Ich wusste leider nicht, dass wir dort eingeladen sind, und habe mir hier für die gesamte Zeit ein Zimmer im Voraus gemietet. Aber vielleicht wechsle ich meine Unterkunft ja noch."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 30.07.2017, 11:52:01
"Ich bin meist in dem einen oder anderen Gasthaus einquartiert, eine feste Bleibe habe ich hier nicht, aber wenn wir eine Unterkunft bei Orbus... naja, in seinem Anwesen... also, wenn wir dort ein Zimmer haben können, dann werde ich davon sicherlich Gebrauch machen. Wie in alten Zeiten. Genau darum geht es doch bei der Zeremonie. Erinnerungen."

Scarlett zuckt dann mit den Schultern und meint noch: "Außerdem muss man die Silberlinge ja nicht aus dem Fenster werfen, oder?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Alicia am 30.07.2017, 13:27:02
"Die Holzpritschen unten am Hafen sind sie gut wie jede andere. Trotzdem, ich schließe mich gerne an. Für das Wohl der Anderen hoffe ich, dass niemand sich mein altes Zimmer unter den Nagel gerissen hat." Verschmitzt grinst sie und blickt auf den Boden ihres Kruges. Das hatte wahrlich gut funktioniert mit dem zusammen reißen heute. Tief aus atmend fuhr sie sich langsam durch das Haar und klemmte etwas ungelenk durch den Alkohol ein paar Strähnen hinter das linke Ohr.

Als ob sie befürchtete belauscht zu werden, lehnte sie sich etwas nach vorne und sprach leiser, die Stimme wurde dabei ernster und bestimmender, als man ihr es in diesem Zustand zugetraut hätte.
"War eigentlich jemand bei ihm, als er starb?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 31.07.2017, 07:56:05
Ja, er war der einzige, der hier geblieben war. Aber er war nicht da gewesen, als Orbus gestorben war.

"Ich habe gehört, dass der Bäckerjunge ihn fand, oder genauer, das Orbus an jenem Tag die Türe nicht öffnete und der Junge daher Salonius Bescheid sagte. Ich hatte ihn einige Wochen vorher noch besucht, da ging es ihm gut. Naja, er war schon sehr alt geworden, seine Kraft ließ merklich nach, auch wenn er natürlich nichts sagte. Aber, ich hätte nicht gedacht, dass es so schnell..." Er brach ab und schaute weg. Es dauerte einen Moment, bis er sich wieder gefangen hatte. "Und zur Unterkunft, ich habe hier ein kleines Zimmer, ich könnte einen oder zwei Schlafplätze anbieten, aber das Waisenhaus ist sicher bequemer. Vielleicht, als vielleicht übernachte ich auch wieder für einige Zeit dort, so wie früher."

Er merkte, dass er sich hier nicht wohl fühlte. Nicht wegen der anderen, es war schön, sie wiederzusehen. Aber er fühlte sich komisch. Orbus hatte vor vielen Jahren mal zu ihm gesagt, dass der Tag kommen würde, an dem er Trauern lernen müsse und dass das wichtig wäre. Aber er konnte ihm nicht sagen, wie er das lernen sollte. Und jetzt war ihm übel, das Bier schmeckte nicht, das Gespräch war komisch, irgendwie falsch, er stammelte nur, obwohl es eigentlich so viel zu erzählen gäbe hatte er eigentlich gar keine Lust zu reden. Er trank sein Bier aus.

"Ich brauche noch ein Bier. Ihr auch?" Dabei winkte er den Wirt heran.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Alicia am 04.08.2017, 08:52:47
Alicia legte den Krug auf die Seite, was deutlich machte, dass er leer war und nickte nur merklich.

"So hat unser alter Herr Tag ein Tag aus immer jemanden um sich gehabt, sein Leben lang, und dann stirbt er allein. Das grenzt an Ironie..." sprach sie die bittere Wahrheit aus ohne sich zurückhalten zu können. Langsam wurde ihr Kopf immer schwerer und sie stützte ihn auf den rechten Ellenbogen.

"War er denn vielleicht krank und wir wussten nur nichts davon?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 04.08.2017, 13:01:41
"Hast Du schonmal einen kranken Zwerg gesehen?" meint Scarlett halb scherzhaft.

"Die kleinen, stämmigen Kerle stecken doch mehr ein als so mancher Oger. Ich kann mir das nicht vorstellen, dass Orbus an irgendeiner Krankheit gestorben ist. Seine Zeit war einfach gekommen. So geht es jedem einmal."

Sie zuckt mit den Schultern. "Naja, fast jedem, schätze ich. Es soll ja Wesen geben, die wirklich nicht sterben können."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 04.08.2017, 13:29:46
Einsam und allein wanderte eine kleine, verhutzelt wirkende Gestalt durch die Gassen, grau und gebeugt, leise vor sich hin murmelnd. Kaum jemand schenkte dem drahtig, fast ausgemergelt wirkenden Kleinwüchsigen einen zweiten Blick, als er langsam, aber zielstrebig auf den Alten Eber zu schlurfte, auf einen knotigen Wanderstab gestützt, von dem ein kleines Reisebündel baumelte. Schließlich hatte der merkwürdige Gnom das Gasthaus erreicht und legte den Kopf in den Nacken, um an der Front des Gebäudes aufzuschauen. "Mmmhh... groß und laut es ist... wo immer seine Seele mag sein, hören die Trauergäste sie wohl wird" brummelte er in leicht mürrischem Ton vor sich hin, während von innen die Stimmen der Gäste drangen.

Eine ganze Weile stand er so da, strich sich über den schneeweißen Bart und schien mit sich selbst zu sprechen. Dann schließlich tappte er weiter voran, drückte durch eine überraschend flinke und geschickte Drehung aus dem Handgelenk mit dem Ende seines Stabes die Klinke nieder und die Tür auf. Darauf ging er im Zeitlupentempo eines gebrechlichen Greises in die Schankstube, schloß die Tür wieder mit einem angestrengt klingenden Ächzen, schmatzte einige Male nachdenklich und bewegte sich dann gemächlich zwischen den Tischen weiter. Das laute, rhythmische "TOCK! TOCK!" des Wanderstabs begleitete den Auftritt des winzigen Mannes, dessen Augen bei genauerer Betrachtung ziemlich aufmerksam hin und her huschten, als er schließlich mitten im Schankraum stehen blieb.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 06.08.2017, 12:57:40
Scarletts und Maldreks Worten von Protektoren und Aufschwung lauschend, wusste Melandro nicht so recht wie er sich dabei fühlen sollte. Seit seiner Ankunft hatte er den Wandel gesehen und konnte ihn deutlich in der Luft schmecken. Niewinter war ganz anderes geworden seitdem er ihr einst den Rücken zugekehrt hatte.

Weiter zuhörend während er trank wunderte es den Halbelfen nicht, dass es Alicia weit hinaus in die Welt geschafft hatte während Maldrek sich ein Loch zum Verkriechen gesucht hatte. Manche Dinge standen einfach unumstößlich fest - von den Göttern geplant und von ihren Gläubigen täglich ausgeführt.

Die Details von Orbus Tod und wer heute wo schläft nur mehr am Rande verfolgend, verschlang das Halbblut lieber die Schankmaid mit den Augen - was ihr auch offensichtlich zu gefallen schien. Ein Schlafplatz schien gesichert zu sein. Erst das rhythmische Aufschlagen eines festen Stabes auf dem Steinbogen erweckten Melandros Aufmerksamkeit soweit, dass er den Blick hob und neugierig nachsah wer hier des Weges kam.

Schnell stahl sein ein breites Grinsen des Wiedererkennens auf die bleichen Züge des ehemaligen Waisen und er ließ die Hand nach oben schnellen um die Aufmerksamkeit des späten Gasts auf sich zu ziehen: "Bastler!" rief er dabei laut seinen Spitznamen für den bärtigen Gnom und winkte einladend. "Hier sind wir!"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Alicia am 07.08.2017, 10:35:57
Alicia hob verächtlich die Augenbrauen, als sie Melandro's Blicke bis zur Schankmaid verfolgte und grinste dann süffisant.
"Seht euch vor Melandro, sie sieht so aus als könne sie sich gegen einen Lustmolch wie euch erwehren. Immerhin sind die Krüge nicht das Einzige das sie trägt. Ist euch etwa, trotz der Tatsache, dass ihr ihr in euren Gedanken schon das Kleid vom Körper gerissen habt, die Falte am Oberschenkel entgangen? Sieht mir nach einem Dolch aus, vielleicht aber auch ein Beil gegen zu flinke Hände." Mit einem breiten Grinsen sieht sie ihn provozierend an und seit langem war diese Reaktion die Erste, die an alte Tage erinnern ließ.

Ihr Warten auf eine nicht weniger sarkastische Antwort wurde durch die Ankunft des "Bastlers", wie das Melandro ihn nannte, unterbrochen. Yzwaz hatte sich kaum verändert, er sah noch genauso aus wie Alicia ihn in Erinnerung hatte, äußerlich vielleicht etwas gealtert, doch das verrückte Zwinkern und das wirre Auftreten waren alt bekannt.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 07.08.2017, 10:58:27
Lachend schüttelte Melandro den Kopf. "Wie gut, dass ich dich habe Schwesterchen. Aber sorge dich nicht! Ich werde diese Falte eingängig untersuchen und dir morgen genauestens Bericht erstatten was ich vorgefunden habe." Alicia vergnügt zuzwinkernd blickte er schließlich - noch immer breit grinsend - wieder in Richtung der Türe. Dass ihm die "holde Maid" böses wollte glaubte der ehemalige Pirat aber für keinen Augenblick. Für Frauen hatte er ein Händchen. Und selbst wenn - was würde sie ihm nehmen wollen? Gold?! Da wäre sie bei ihm an den Falschen geraten. Es reichte kaum mehr für die kommenden Tage. Und wenn diese Nacht länger wurden wohl auch das nicht mehr. Es war an der Zeit, dass er sich etwas einfallen lassen musste um wieder ein wenig flüssiger zu werden.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 07.08.2017, 11:08:43
Auf den Zuruf Melandros hob der Gnom seine buschigen Augenbrauen, brummte etwas undefinierbares und setzte sich so langsam in Bewegung, dass man meinen konnte, jeder Schritt sei ihm eine Last. Vor dem Halbelf und den anderen angekommen, musterte er jeden schweigend, ehe er sich polternd räusperte und meinte: "Lange her es ist. Doch nur der ein wahrer Weiser ist, welchem näher das Vorgestern als das Gestern liegt!" Damit schmatzte und brummelte er einige Male gemächlich vor sich hin, während er auf seinen Stab gestützt gelassen dastand, mit einer Miene, als könne er nicht nur gerade so über die Tischkante schauen, sondern blickte aus luftiger Höhe auf alle hinab.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 07.08.2017, 11:59:35
Maldrek trank gerade sein Bier, ja Orbus ging es in der Zeit vor seinem Tod nicht mehr so gut. Er wirkte beinahe
gebrechlich, Maldrek zuckte zusammen, als ihm dieses Wort in den Sinn kam. Es schien so gar nicht zu Orbus zu passen, aber so war es gewesen. Er hatte nicht wirklich daran gedacht, was es bedeuten konnte, er hatte es verdrängt, genauso wie Orbus es ignoriert hatte. Er hätte schlecht gelegen und ihm tue der Rücken weh, hatte er gesagt. Und Madrek Sorge, die er ihm wohl angesehen hatte, mit einer eindeutigen Handbewegung weg gewischt, einer Bewegung die zeigte, dass er über dieses Thema nicht mehr sprechen wolle. Und Maldrek hatte, fast erleichtert, über etwas anderes gesprochen. Ihm kam es zu pass, das zu glauben. Er war noch ein weiteres Mal bei ihm gewesen, da saß Orbus in der Küche am Tisch und wirkte wieder kräftiger. Maldrek sollte ihm ein paar Sachen besorgen, was er auch getan hatte, danach hatten sie aber keine Gelegenheit mehr zu sprechen, weil ein weiterer Besucher eingetroffen war. Und dann war es passiert.  Immerhin, bei seinem letzten Besuch war Orbus guter Dinge gewesen. Das tröstete ihn etwas.

Das Tischgespräch hatte sich zwar ein neues Thema gesucht, aber das war Maldrek egal, der Blutsauger konnte so viele Frauengeschichten haben, wie er wollte. Also begrüßte er Yzwaz und nahm dann den Faden zu Orbus wieder auf.
"Vielleicht war es ja genau das, was Orbus wollte. Keinen der ihn so sah, keinen der ihn bemitleidete, keinen der ihn so sah. Vielleicht wollte er ja alleine sterben, damit wir uns an ihn so erinnern können, wie wir ihn zuletzt sahen."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Alicia am 09.08.2017, 08:30:55
Über Melandros anzüglichen Humor konnte Alicia schon immer lachen, und selbst in einer Situation wie dieser, oder vielleicht auch gerade eben in einer solchen, gelang es dem Halbdrow mit seiner unbekümmerlichen Art ihre Gedanken und Sorgen für den Moment weit fort zutragen. Weg von dem Sog, der sie dazu brachte ihre Ängste in einem dunklen Krug zu versenken.

Kurz fixierte sie ihren Bruder grinsend, dann wendete sie sich dem Neuankömmling zu. Der Alkohol half wie erwartet nicht seine Sätze leichter zu verstehen, doch rückte sie auf der schmalen Bank auf, um einem der ältesten Waisen von Orbus einen Platz frei zu machen. "Kommt schon alter Knabe, setzt euch zu uns." lud sie ihn mit leicht trunkenem Blick ein und klopfte lautstark auf das Holz neben ihr.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 09.08.2017, 13:00:13
Nachdem er noch einen Blick in die Runde geworfen hatte, schlurfte Yzwaz zu der Bank, besah sich prüfend den freigewordenen Platz und schien im Zweifel mit sich, reichte ihm das Sitzmöbel doch immerhin bis in Höhe der Ellbogen. Doch ehe man sich's versah, turnte der runzlige Gnom in einem einzigen Sprung hinauf, indem er seinen Wanderstab zu Hilfe nahm und sich beinahe wie ein Hochspringer abstieß, um zielsicher auf dem Hosenboden zu landen. Dann stöhnte er, hustete einige Male polternd und meinte, an niemand speziellen gerichtet: "Gut meinen Knochen ein wenig Ruhe tut. Gegangen den ganzen Weg zu Fuß ich bin." Als er die Trunkenheit Alicias offenkundig bemerkte, hob er die buschigen Augenbrauen und brummte: "Der Wein selten ein guter Ratgeber ist...". Auch die anderen musterte er mit ernstem Blick.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 10.08.2017, 16:08:14
Scarlett nickt dem Neuankömmling freundlich zu, erinnern kann sie sich kaum an den Gnom, der bereits kurz nach ihrem Eintreffen im Waisenhaus dieses verlassen hatte. Seine Hinterlassenschaften hingegen haben durchaus einen Eindruck hinterlassen, an den sich die junge Frau noch erinnern kann.

"Was habt ihr jetzt eigentlich vor?" fragt sie dann einmal in die illustre Runde. "Den nächsten Zehntag sind wir ja mehr oder weniger auf uns allein gestellt, ehe die Zeremonie weitergeht. Ich könnte mir natürlich die Zeit beim Glücksspiel vertreiben und dabei ein paar Goldmünzen verdienen, aber vielleicht wollt ihr ja auch etwas zusammen unternehmen? Hier in der Stadt gibt es ja genug Ecken, die einen Besuch sicher wert sind, vor allem im nördlichen Stadtgebiet jenseits der Enklave des Protektors, auch wenn einige von ihnen durchaus gefährlich sein könnten. Aber auch da ist es dann besser, wenn man nicht gerade alleine unterwegs ist. Im Blauseeviertel gibt es immer noch etliche alte Ruinen aus der Zeit, wo der Hitzonun ausgebrochen ist und alles in Schutt und Asche gelegt hat. Allerdings ist dort auch eine gesetzlose Zone. Das Turmviertel wäre auch noch da, die Orks, die sich dort niedergelassen hatten, sollen ja vertrieben worden sein, auch wenn wohl noch die eine oder andere Bestie dort herumstreifen soll. Wie ihr sicher wisst, war einst die Magiergilde von Niewinter dort ansässig, wer weiß, was sie dort noch so alles zurückgelassen haben. Und unter der Stadt gibt es auch noch allerlei zu entdecken... Also, was meint ihr? Habt ihr Lust auf ein kleines Abenteuer, oder wollt ihr die Zeit lieber in geschützten Hallen mit einem Krug Bier in der Hand verbringen?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 10.08.2017, 16:53:40
Vorbis hörte dem Stöhnen und Ächzen des Gnoms eine Weile zu, doch irgendwann wurde es ihm zu viel: "Jetzt hör schon auf mit der Schauspielerei, Yzwaz. Wir wissen alle, dass du nicht alt bist - schließlich warst du mit uns im Waisenhaus. Für einen Gnom bist du immer noch ein Kind, schätze ich." Schon früher war er mit der seltsamen Art des Gnomes nicht zurechtgekommen, auch wenn er selbst eher ein Außenseiter gewesen war, der die ganze Zeit seine Nase in Büchern gesteckt hatte. Doch das hieß nicht, dass er und Yzwaz automatisch Freunde gewesen wären.

Als Scarlett dann seine Frage von vorher nach ihren Plänen erneut stellte und auch gleich einige Sehenswürdigkeiten nannte, die man zusammen ansehen könnte, brummelte er zunächst etwas von "Krug Bier klingt doch gut", während er sich ausmalte, welche schrecklichen Abenteuer in den einzelnen Vierteln lauern könnten, die Scarlett beschrieb. Wenn er Abenteuer hätte erleben wollen, wäre er sicherlich nicht Priester geworden.
Doch bei der Erwähnung der Magiergilde wurde Vorbis hellhörig: Sicher hatten die Magier dort alte Schriften voller geheimen Wissens hinterlassen!
"Hm, also zur Magiergilde würde ich sogar mitkommen ..."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 10.08.2017, 17:17:31
Er hatte sich bisher auch keine Gedanken über die nächste Zeit gemacht. Er machte sich selten viel Gedanken über die Zukunft. Wenn er Geld brachte suchte er sich einen Aufgabe, die etwas einbrachte und manchmal lief ihm auch etwas über den Weg, worum er sich kümmern wollte. Aber im Moment, da war nichts. Er war auch nicht pleite, aber nun waren sie eine Gruppe, wenn also einige der Geschwister Interesse hatten, könnten sie sich etwas größeres und auch lukrativeres suchen.
"Niewinter bietet einiges zu sehen, das ihr noch nicht kennt. Wenn ihr aber Interesse an einer bezahlen Aufgabe habt, dann kann ich mich mal umhören. Ich kennen da ein paar Leute, die immer wieder mal etwas zu erledigen haben und als kleine Gruppe können wir uns vielleicht an eine Aufgabe wagen, die für die einzelnen hier in der Stadt eine Nummer zu groß ist. In dem Magierturm war ich noch nicht, das soll aber ein ziemlich gefährliche Sache sein, da sind wohl schon ein paar Abenteurer verschwunden."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 10.08.2017, 19:14:05
Scarletts Anblick schien dem ernst wirkenden Gnom doch für einen Moment ein Schmunzeln zu entlocken - zumindest soweit man das Verziehen seines ohnehin schon zerknautscht aussehenden Gesichts deuten konnte. "Mmmh... Weisheit überall man suchen kann" meinte er und strich sich über seinen Bart. "Wenn die Stätten der Magier ihr aufsucht, mit ich werde kommen - in dem Ruf großen Wissens sie stehen" verkündete er dann und brummte in Vorbis' Richtung: "Als ob diese Nase ich kenne, es mir vorkommen will. Doch sicher ich nicht bin - zuviel zwischen Pergamenten sie wohl hat gesteckt." Das Räuspern mit vielen "Hrrm" und "Hmhm...", das diese Worte begleitete, hatte einen Unterton, der glattweg an ein unterdrücktes Kichern erinnerte.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 10.08.2017, 22:34:15
Etwas zur Seite rutschend damit der Bastler einen Platz in ihrer Runde fand, zwinkerte  Melandro ihm zur Begrüßung zu, doch lauschte sofort als Scarlett ihr Wissen über die Stadt großzügig mit ihnen teilte. "Ein Abenteuer also? Da bin ich dabei!" verkündete er sofort im Anschluss an die Worte der hübschen Schwarzhaarigen. Auch wenn ihm die elitäre Art und Ausstrahlung seiner Waisenschwester, gepaart mit ihrem Sinn von "Gerechtigkeit" und Chic, oft genervt hatten - und wohl auch zukünftig nerven würde - so wusste der Halbdrow doch auch ihre Fähigkeiten zu respektieren und zu achten.

Ob es jetzt unbedingt der Magierturm sein musste, wusste der ehemalige Pirat nicht so recht. Auch andere Abenteuer wie etwa Ork-Nachzügler zu vertreiben wären ihm genauso recht, aber nachdem sich seine Geschwister derart rasch auf ihr Ziel geeinigt hatten wollte er der Gruppe jetzt nicht im Weg stehen und versuchen den gerade entstehenden Tatendrang auf ein anderes Abenteuer zu lenken.

"Dann hoch die Humpen und lasst uns anstoßen auf das kommende Abenteuer!" befeuerte der Dieb lieber die gute Laune und hoffte auf reiche Beute.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 29.08.2017, 13:03:16
Maldrek hatte etwas Sorge, als ihm klar wurde, dass die Gruppe tatsächlich vorhatte, den Mantelturm als erstes Ziel zu erkunden. Dorthin trauten sich selbst die erfahrenen und besser ausgestatteten Schatzsucher-Gruppen nicht, geschweige denn die städtischen Autoritäten. Er wollte eigentlich nicht derjenige sein, der das ansprach. Melandro würde wieder dumme Sprüche über die feige „Rothaut“ machen und so. Aber es half nichts.

"So reizvoll ich die Idee finde, fürchte ich, dass der Mantelturm, der ehemalige Sitz der Magiergilde und auch der teilweise zerstörte gefallene Turm doch etwas zu große Ziele für den Anfang sind. dort gibt es noch alte Zauber und Fallen, daher machen alle, auch die Erfahrenen einen großen Bogen um die Türme. Ich würde vorschlagen, dass wir morgen mal zum Marktplatz gehen. Dort finden sich manchmal Aufrufe für besondere Aufgaben und dort gibt es auch die neusten Gerüchte dazu, was in der Stadt so passiert oder vermutet wird. Vielleicht schnappen wir da ja etwas interessantes auf. Es gibt da einen Stand, an dem es ein deftiges Frühstück gibt. Dort versammeln sich immer Stadtwachen oder Händler zum Essen. Dort können wir sicher etwas interessantes erfahren, dem wir uns widmen können."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 29.08.2017, 13:44:28
Brummend und leise vor sich hin murmelnd strich sich der Gnom seinen schneeweißen Bart. "So, so... weise mir dann dein Vorschlag scheint" nickte er langsam. Worauf er den Finger dozierend hob und erklärte: "Wer auf einen Stein seinen Fuß setzt, ehe einen Berg er ersteigt, weise zu nennen ist!" Darauf verschränkte er seine dürren grauen Arme vor der Brust, an denen sich die Muskeln unter der Haut so abzeichneten, dass sie eher verdrehten Trossen als lebendigen Gliedmaßen ähnelten. Ellbogengelenke und Hände erschienen im Vergleich zu groß, ebenso wie sein Kopf mit der prominenten Knollennase. Dennoch machte er nicht mehr den Eindruck von Gebrechlichkeit, den er bei seinem Eintreten vorgegeben hatte, wie er so im Schneidersitz dasaß, die Füße auf den Knien abgelegt, ohne dass es ihm Unbehagen zu bereiten schien. Vielmehr blitzte so etwas wie Unternehmungslust in den kleinen Äuglein unter seinen buschigen Brauen auf.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Alicia am 30.08.2017, 12:31:24
Morgen war eine gute Idee, denn Alicia hatte das Gefühl ihr Kopf würde neben ihrem Körper auf der Bank sitzen. Stetig wechselte sich ihre Laune und die immer wieder aufkommende Trauer ließ sie drei weitere Humpen leeren, bei dem der Letzte einen zunehmend schalen Geschmack aufwies. Doch dies war ihr egal. Zu lange dauerte der Abend schon an, als das sie ihn nun so abrupt enden lassen konnte. Hin und wieder lachte sie lauthals über einen Ausspruch des alten Yzwaz oder einen schlechten Scherz einer ihrer Brüder. Nach und nach versenkte sie ihren letzten Gedanken an Orbus' Tod im süffigen Bier der Kaschemme, ehe sie mit dem Kopf auf den Händen einschlief.

****

Das Nächste, an das sie sich erinnerte, war der dunkle Boden eines maroden Fasses, in das sie sich übergab. Eine eiskalte Brise ließ sie einen Moment frösteln, als sie ihren Kopf aus dem Faß hob und sich unwirsch den Mund abwischte. Schwer atmend hielt sie beschwichtigend eine Hand nach oben. "Es geht schon wieder...der letzte Humpen stand wohl schon den ganzen Abend hinter dem Tresen.." Etwas bleich und schwitzig versuchte sie mit den Anderen Schritt zu halten und das Waisenhaus und somit ein warmes Bett zu erreichen, ehe ihr Magen erneut Anstalten machte ihren Körper verlassen zu wollen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 30.08.2017, 21:02:53
Doch für Melandro war die Schankmaid viel interessanter als alles was der Kuhjunge, mit seinen süß gebogenen Kuhhörnern, von sich geben konnte. Aus diesem Grund weiterhin unverholen mit ihr flirtend, dauerte es auch nicht mehr lange und der Halbelf hatte bereitwillig erzählt bekommen wann die junge Dame ihren Dienst für gewöhnlich beendete und wo sie dann anzutreffen sei. Natürlich alles so diskret wie es ein leicht angetrunkener Melandro und eine Schankmagd die auf ein Abenteuer mit dem exotisch aussehenden Piraten abgesehen hatte nur sein konnten. Also nicht wirklich.

Um die Zeit bis dahin rum zu bekommen, begleitete der Halbdrow seine Geschwister ein Stück des Weges, musste aber zuvor bei der Meereshexe versprechen zum vereinbarten Zeitpunkt zurück zu kehren. Mit Vorbis und Scarlet verabredete er sich am folgenden Morgen, oder wohl eher Vormittag, am Marktplatz um zu sehen wer sich ihre Dienste leisten konnte. Alicia dabei zur Seite stehend - oder eher die langen blonden Zöpfe zur Seite haltend - wie sie sich von dem "verdorbenen" Bier befreite stichelte Melandro noch ein wenig, ehe auch er durch seinen Alkoholneben hindurch einsah, dass es wohl für heute genug war. Sich auf den Rückweg zum Anker machend, verabschiedete er sich von all seinen lang vermissten Geschwistern mit einer großen Show aus Freundschaftsbekundungen und tiefen Verneigungen, ehe er wieder verschwand um ein nur wenige Stunden zuvor gemachtes Versprechen einzulösen. Umberlee Namen sollte man schließlich nicht leichtfertig in den Mund nehmen...
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 31.08.2017, 13:55:58
Maldreks Warnung verursachte ein flaues Gefühl in Vorbis' Magen; er war nicht nach Niewinter zurückgekommen, um hier sein Leben zu verlieren! Zum Glück schienen auch die anderen nicht in Stimmung, sich in große Gefahren zu stürzen, so dass das Thema bald wieder vom Tisch war. Darauf wurde dafür nun sein Brathuhn aufgetischt, dass er bestellt hatte, um dem Bier ein wenig Grundlage zu verpassen. Schließlich war es eine lange Reise hierher gewesen, und an seine letzte richtige Mahlzeit konnte er sich kaum erinnern.

Die belustigten Blicke der anderen ignorierte er: Ja, er war fett, und natürlich lag das am guten Essen. Doch immerhin würde er heute nicht so enden wie Alicia, der ein wenig feste Nahrung zu ihrem Alkoholkonsum wohl gut getan hätte. Sie hatte schon den halben Abend kaum einen zurechnungsfähigen Eindruck gemacht, und eben in diesem Moment schlief sie schließlich ein. "Ich sollte nicht urteilen; jeder hat seine Strategie, mit den Irrungen des Lebens umzugehen. Die einen essen, die anderen trinken, und wieder andere jagen jedem Rock nach, den sie erblicken." sinnierte er mit einem Blick auf Melandro.

Letztendlich wurde es noch ein netter Tagesausklang, und nach und nach löste sich die angespannte Stimmung, als mehr und mehr alte Geschichten aus dem Waisenhaus zum besten gegeben wurden. Die Versammelten einigten sich, am nächsten Morgen auf dem Marktplatz zusammenzukommen, und schließlich verabschiedete sich der Priester, um zu seiner Gaststätte zurückzukehren, bevor diese womöglich ihre Pforten schloss. Einmal im Bett liegend, entfaltete das schwere Bier seine Wirkung, und noch bevor er darüber nachdenken konnte, was der nächste Tag so bringen könnte, schlief Vorbis schon tief und fest.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 31.08.2017, 15:06:48
Auch der Gnom hatte sich noch eine Mahlzeit bestellt, ehe der Aufbruch nahte. Im Gegensatz zu seinen Mitstreitern hatte sich Yzwaz jedoch sowohl beim Essen als auch mit den Getränken auf eine sehr asketisch wirkende Portion beschränkt - sogar wenn man seine geringe Körpergröße in Betracht zog. Der wenig begeisterten Bedienung, die angesichts einer kleinen Schale gedünsteten Gemüses und eines Bechers Wasser einen Gast vor sich sah, an dem wenig Gewinn zu machen wäre, hatte er mit einem weisen Nicken beschieden: "Nicht auf die Menge an es kommt - glücklich, wer dem Wenigen alles abzugewinnen vermag!" Worauf die Schankmaid mit einem Kopfschütteln zu erkennen gegeben hatte, dass sie wohl jenen Glücklichen nicht angehörte, von denen der dürre Gnom sprach.

Nachdem man den Treffpunkt für den nächsten Morgen ausgemacht hatte, zog der sonderbare Kauz mit einigen weisen Ratschlägen für die anderen Waisen allein ab, um sich eine Herberge für die Nacht zu suchen. Dort nahm er sich ein karges kleines Zimmerchen und verbrachte noch eine geraume Zeit mit bizarren Verrenkungen, plötzlichen ziegenbockartigen Sprüngen und einem ganzen Hagel von Schlägen und Tritten in die Luft, die er mit kurzen, bellenden Schreien begleitete, bis ihn endlich der Wirt des Hauses mahnte, dass er auch noch andere Gäste habe, die dringend des Schlafes bedurften. Daraufhin versenkte sich der kleine Mann mit übereinandergeschlagenen Beinen, die großen Hände auf die Knie gelegt, in eine tiefe Meditation auf seiner harten Matratze. Wiederum eine Weile später kündeten regelmäßige sägende Geräusche davon, dass die Meditation wahrhaft sehr tief geworden war.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 15.09.2017, 16:39:33
Irgendwann am Abend gingen die Waisen ihrer Wege, nachdem Maldrek versprochen hatte sich noch einmal umzuhören, was es so spannendes zu erleben gab für ihn und seine Geschwister. Am nächsten Morgen wollten sie sich vor dem großen Gasthaus wiedertreffen, um zu sehen, was die Erkundigungen des Tieflings erbracht hatten. Dabei handelte es sich um einen großen Bau im Herzen der Stadt, in dem auch einer ihrer Brüder – Baldr Bengrisson – Arbeit gefunden hatte. Hier war immer Betrieb, da es die größte Unterkunft für Reisende in der ganzen Stadt war und noch dazu nirgends so einfach und schnell an Essen und Trinken zu kommen war. Auch früh am Morgen war hier schon Betrieb, weil viele Reisende nun aufbrachen und manch einer, der nur noch einen kurzen Weg vor sich gehabt hatte, bereits sein Gepäck abstellte, um dann seinen Geschäften in der Stadt nachzugehen.
Hier also fanden sich die Waisen wieder zusammen und Maldrek konnte ihnen berichten, was er am Abend noch hatte in Erfahrung bringen können. Zunächst einmal suchten der Protektor und die Mintarner Söldner immer nach helfenden Händen, wenn es darum ging die Ordnung zu bewahren, und auch die Diener des Tyr waren immer froh, wenn auch andere tun wollten, was dem Herrn der Gerechtigkeit gefiel. Aber da den Waisen nicht so recht der Sinn nach offizieller Arbeit stand, hatte der Tiefling seine Ohren besonders für Gerüchte gespitzt.
Es hatte den Anschein, dass eine Reihe von Karawanen aus Tiefwasser in den letzten Zehntagen verschwunden war. Sie waren wohl noch von Leilon im Süden aufgebrochen, das drei Tagesreisen entfernt lag, aber dann trotzdem nicht an ihrem Ziel in Niewinter eingetroffen. Aber nicht nur Karawanen, sondern auch Bewohner Niewinters wurden vermisst. Man hörte davon, dass Leute, die am Nordufer der Stadt in der Nähe des Blausees unterwegs waren, immer wieder nicht von ihren Wegen zurückkehrten, sondern verschollen blieben. Die Mintarner Söldner kümmerten sich nicht darum, da sie nicht genug Kräfte hatten um das Nordufer zu bewachen. Zu guter Letzt hörte man an jeder Ecke von einem neuen Rauschkraut, das besonders intensiv wirken sollte. Aber als Maldrek danach gefragt hatte, hatte man ihm gesagt, dass einige der „Nutzer“ dieses Krautes bereits in der Halle der Gerechtigkeit lagen, weil sie nur noch wirres Zeug vor sich hinmurmelten. Mehr hatte Maldrek in so kurzer Zeit nicht in Erfahrung bringen können, aber wenn man etwas Besonderes wissen wollte, dann kannte er die beste Adresse dafür: Charloganna, ein Tiefling so wie er. Die junge Dame sammelte allerlei an Informationen und hatte wohl den Traum eine Tageszeitung in Niewinter zu erschaffen, wie sie es im Süden in Tiefwasser gab. Und auch wenn sie noch sehr weit weg von diesem Ziel war, so wusste doch niemand so gut wie sie, was alles gerade in der Stadt vor sich ging. Um diese Zeit würde man entweder sie selbst oder einen ihrer Mitarbeiter gewiss auf dem Marktplatz unweit des Großen Gasthauses finden.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 15.09.2017, 17:03:23
"Den Blausee hatte ich ja gestern schon einmal vorgeschlagen," bemerkte Scarlett mit einem Schulterzucken, als Maldrek von seinen Erkundungen berichtete. "Aber irgendwie waren die Magiertürme ja interessanter, naja, und gefährlicher zugleich. Dass sich dort nachwievor allerlei zwielichtiges Gesindel herumtreibt ist ja bekannt. Und dass dort Leute verlorengehen wundert mich daher nicht im Geringsten. Man sollte schon wissen, was man tut, wenn man sich in die Gegend wagt. Für einen Spaziergang ist das sicherlich nicht die richtige Wahl. Aber wer nichts wagt der nichts gewinnt, so sagt man doch."

Die junge Frau winkte aber auch gleich wieder ab. "Aber der Blausee wird auch morgen noch da sein. Jetzt gehen wir erstmal zum Marktplatz, oder? Diese Charloganna klingt ja wie jemand, der einiges zu erzählen hat..."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 15.09.2017, 19:51:03
Der Gnom, der sich wieder zur Gruppe gesellt hatte, schlang seine dürren Arme eng um seinen Oberkörper und umfasste die Oberarme mit den eigenartig großen Händen. "Mmmmh.." brummte er in seinen Bart. "Wer in wenigen Worten auszudrücken viel weiß, ein wahrer Quell der Weisheit erst ist..." Dann grinste er verschmitzt, und sein Gesicht hatte mit einem Mal wieder tausend winzige Fältchen, die es wie rissigen Granit aussehen ließen. "...doch in jeder langen Rede auch ein Kern von Weisheit steckt. Dafür, die Maid aufzusuchen, auch ich bin!"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 17.09.2017, 11:25:30
Als Melandro schließlich die Straße entlang geschlendert kam, biss er gerade kräftig in einen roten Apfel und machte einen durchaus glücklichen Eindruck. Seine Avancen vergangene Nacht waren nicht unerwidert geblieben und hatten sich schließlich noch mit einem herzhaften Frühstück ein weiteres mal bezahlt gemacht.

Derart seelisch und körperlich gestärkt drängte der Halbdrow zu Beginn darauf Tieflinge Tieflinge sein zu lassen und statt dessen in Richtung des Blausees ziehen. Etwas Abenteuer und die Aussicht auf reiche Beute, mitsamt der Dankbarkeit der Bürger und Räte der Stadt lockten den ehemaligen Piraten doch sehr. Aber als die Stimmen sich mehrten Charloganna aufzusuchen, seufzte der Halbelf übertrieben theatralisch, aber gab seine Agenda auf gleich zu Ruhm und Reichtum aufzubrechen.

Gut - und vor allem teuer - gekleidet wie immer stolzierte der junge Mann schließlich an der Seite seiner Geschwister los.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 18.09.2017, 10:01:43
Für Vorbis hörte sich der Blausee gefährlich genug an. Ganz ohne Grund würden die Leute ja wohl kaum verschwinden, und wenn es sogar ganze Karawanen traf, war das nicht unbedingt, was Vorbis sich für das Wiedersehen mit seinen alten Kameraden vorgestellt hatte. Überhaupt, wieso waren alle so versessen darauf, sich in Gefahr zu begeben? Wenn es nach ihm ginge, konnte man die Zeit gut und gerne auch in diversen Tavernen verbringen.

Auf der anderen Seite aber wollte er dazugehören, und schon gar nicht als der Feigling erscheinen, der er in Wirklichkeit war. Also nickte er nur an der ein oder anderen Stelle und hoffte innerlich, dass sie die größte Gefahr schon meiden würden. Als Scarlett vorschlug, die Tieflingfrau aufzusuchen, stimmte er erleichtert zu: Vielleicht würde ihm ein größeres Abenteuer erspart bleiben.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 18.09.2017, 14:37:46
Maldrek hatte nur wenig geschlafen, denn es war spät geworden. Es waren noch einige Krüge Bier hinzugekommen, bis er einige Kontakte besucht hatte. Viel Neues hatte er aber nicht erfahren.

Nachdem er am Morgen die spärlichen Informationen den anderen weiter gegeben hatte, schien Charloganna tatsächlich die beste Adresse zu sein. Aber bevor sie los gingen, war noch etwas zu besprechen. Maldrek mochte Charloganna zwar, aber er tat sich immer schwer, wenn er mit Angehörigen seines Volkes Kontakt hatte. Außerdem war sie viel erfahrener als er und hatte einen ähnlichen Humor wie Melandro. Und schließlich wusste er imer noch nicht so genau, was die anderen eigentlich wollten, daher würde es sicher besser sein, wenn er sich zurück hielt.

"Charloganna erwartet natürlich eine Gegenleistung für ihre Informationen. Haben wir etwas anzubieten? Ich habe nicht viel Geld und selbst auch keine wichtigen Informationen. Aber ihr kommt von weiter her. Vielleicht wisst ihr ja etwas, was für sie von Wert sein kann. Das sollten wir klären, bevor wir bei ihr am Tisch sitzen. Und vielleicht kann einer von euch das Gespräch leiten, sie kennt euch nicht und weiß daher nicht so genau, wie sie euch einschätzen oder übers Ohr hauen kann."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 20.09.2017, 14:00:40
"Hauen übers Ohr sie uns schon nicht wird" kommentierte der Gnom Maldreks Sorgen zuversichtlich. "Zu erklären ihr, dass viel auch sie gewinnen kann, wenn Neuigkeiten ihr von unsren Reisen wir bringen - darauf an es kommt!" Indem er sich vor die dürre, ausgemergelt wirkende Brust tippte, bot er an: "Übernehmen dies gern ich werde, wenn alle ihr es wünscht. Erklären unser Anliegen ich gewiss ihr kann." Auf eventuelles Augenrollen oder entsetzte Gesten achtete er dabei nicht. Oder jedenfalls ließ er es sich nicht anmerken.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 20.09.2017, 16:12:17
Die Waisen hatten während sie noch sprachen bereits begonnen durch die Straßen in Richtung Marktplatz zu schlendern, um zu sehen, ob sie Charloganna dort antreffen konnten. Auch wenn es noch recht früh war, war der Platz schon reich gefüllt. Eine ganze Menge von Bürgern Niewinters und Menschen aus der umgebung war hier versammelt um ihre Waren feilzubieten oder anderweitig ihren Geschäften nachzugehen. Es gab kein großes Gedränge, wie dies auf anderen Marktplätzen in großen Städten der Fall wäre, sodass man noch nicht allzu große Sorgen um seine Geldbeutel haben musste, zumal die wachsamen Augen einiger Söldner alles im Blick behielt.
Zwischen den Männern und Frauen, die ihren Geschäften nachgingen, flitzten Kinder umher, die Fangen zu spielen schienen und mehrere Karren waren auf dem Weg zum Markt, gefüllt mit Produkten, die wohl bald angeboten würden. Dazu war am Rande des Platzes eine Gruppe eher grobschlächtiger Männer und Frauen versammelt, die sich langsam über den Platz bewegte und eine Gestalt in ihrer Mitte beschützte. Sarlanna Merilo wie die Einheimischen schnell vermuteten, war ihr Wachtrupp doch durch die schmutzigen grauen Umhänge deutlich als Graumäntel zu erkennen.
In diesem Durcheinander hätte es eigentlich schwer sein sollen, eine einzelne Tieflingsdame auszumachen, doch Charloganna hatte sich auf eine große Holzkiste geschwungen und übertönte von hier mit heller, aber kräftiger Stimme sogar einen Teil des Lärms: "Neues Handelsabkommen zwischen Tiefwasser und Silbrigmond! Bringen Pelze aus dem Norden auch Reichtum nach Niewinter?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Alicia am 21.09.2017, 16:51:18
Mit schwerem Kopf schlurfte die junge Frau anfänglich hinter ihren Geschwistern her. Erst ein scharfer, heißer Tee, den Maldrek ihr empfohlen hatte, weckte ihren Geist. Alicias Schädel dröhnte immer noch vom Rausch der letzten Nacht, doch ihre Konzentration kehrte langsam aber sicher zurück. Auf dem Markt angekommen sah sich unscheinbar hinter den Rücken ihrer Brüder an den Marktständen um. Menschenmengen um feilschende Händler vermied sie jedoch weiterhin. Dennoch, eine gewisse Faszination konnte auch sie nicht abstreiten und es hätte weitaus schlimmer sein können. Vielleicht würde sie sich doch noch an ein Leben an Land gewöhnen können?

Gerade als sie den wunderbar gearbeiteten Griff einer Handaxt zwischen Armen und Händen an einem naheliegenden Stand erspähte, ergriff die Person, deren Aufmerksamkeit sie scheinbar suchten, mitten auf dem Marktplatz das Wort und zog viele Augenpaare auf sich. Gebannt von ihrer Erscheinung verharrte sie auf der Tieflings-Dame und sah dann zu ihren Geschwistern. "Nun, mit ihr zu reden benötigt noch keinen Einsatz. Ich würde vorschlagen wir beginnen mit einem freundlichen 'Guten Morgen' und sehen dann weiter." Zielsicher, doch noch etwas wackelig auf den Beinen, klopfte Alicia Maldrek auf die Schulter und drückte sich an ihm vorbei, um sich Charloganna zu nähern.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 25.09.2017, 11:14:05
Maldrek nickte. Er glaubte zwar nicht, dass es so einfach sein würde, an wirklich gute Informationen zu kommen, aber sie würden es ja sehen. Also nickte er Alicia zu. Letztlich war es ja auch egal, es hatte ja keine Eile. Falls sich nichts ergab würden die Geschwister sicher noch einige Tage Niewinter erkunden können, ohne sich zu langweilen. Es gab sicher noch genug Orte aus ihrer eigenen oder der gemeinsamen Vergangenheit, die besucht werden konnten. Und einfach mal ein paar Tage nichts besonderes zu tun war nun auch keine wirklich schlimme Aussicht.

Sie warteten also, bis Charloganna ihre Nachrichten verkündet hatte. Als sie fast fertig war näherten sie sich etwas an, damit sie die Frau auf dem Markt nicht aus den Augen verloren. Und als sie schließlich von der Kiste herunter kam, gesellte die Gruppe sich zu ihr. Und wie Alicia es vorgeschlagen hatte begann Maldrek das Gespräch mit einem "Guten Morgen!".
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 25.09.2017, 12:20:20
Yzwaz, der allem leisen Stöhnen und schlurfenden Gehen zum Trotz, demonstrativ auf seinen Stock gestützt, erstaunlich leicht mit seinen Begleitern Schritt gehalten hatte, sah sich stirnrunzelnd auf dem Markt um und brummte: "Laut es hier ist. Wer zu sagen wenig hat, umso mehr redet, ein altes Sprichwort heißt." Trotz dieser Bemerkung und seines indignierten Blicks dabei huschten seine Augen unter den buschigen Brauen jedoch flink umher und schienen alles sehr aufmerksam in sich aufzunehmen. Als man schließlich den weiblichen Tiefling entdeckte, marschierte er direkt bis vor Charloganna, lehnte sich nach hinten und legte den Kopf in den Nacken. Auf diese Weise konnte er immerhin das Gesicht der jungen Dame sehen, die ihn selbst ohne ihre Holzkiste deutlich überragt hätte. "Rücksicht auf die Taubheit alter Leute sie offenbar nimmt..." murmelte er und stocherte sich in einem Ohr herum. Da Maldrek das Gespräch schließlich eröffnete, brummelte er nur und gab undefinierbare Laute von sich, hielt sich aber im übrigen vorerst zurück und musterte Charloganna interessiert.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 25.09.2017, 19:33:32
Die Tieflingsdame wollte gerade zu weiteren Erläuterungen zu dem Handelsvertrag ansetzen, als Maldrek sie ansprach. Sie biss sich beinahe auf die Zunge, bemühte sich aber darum sich das nicht anmerken zu lassen, sondern hüpfte von ihrer Kiste. Einem jungen Halbelfen, der neben ihr gestanden hatte drückte sie unten eine Stück Pergament in die Hand und sagte dazu: "Du sagst doch immer, du hast zu wenig Gelegenheit deine Stimme zu trainieren, Carion. Hier ist deine Chance. Die Details stehen alle auf dem Schriftstück, also mach du!"
Der verdattert dreinblickende junge Mann nahm die Notizen entgegen und die Waisen, die nah genug standen, konnten sehen, dass die Handschrift - vermutlich Charlogannas - aussah als wären es irgendwelche magischen Runen, die einen Gelehrten brauchten, um sie zu entziffern. Das dachte wohl auch der Halbelf namens Carion, denn er kletterte zwar auf die Kiste, blieb dort aber fürs erste stumm und krazte sich am Kopf, während er versuchte, Sinn in den Notizen zu finden.
Die Tieflingsdame bekam das aber entweder nicht mit oder es war ihr nicht so wichtig, denn sie schenkte ihre volle Aufmerksamkeit Maldrek. Sie lächelte ihn freundlich an, während ihr Schwanz hinter ihr ein wenig unruhig hin und her zuckte: "Also, was führt dich her, Maldrek?" Der andere Tiefling hatte noch nie mit der jungen Dame gesprochen, aber da sie es sich zum Geschäft hatte, Informationen zu verbreiten, war es nicht allzu verwunderlich, dass sie von ihrem - sehr entfernten - Verwandten in Niewinter wusste und auch seinen Namen kannte. Neugierig beschaute Charloganna nicht nur Maldrek, sondern auch seine Geschwister, die an seiner Seite standen mit fragenden Augen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 27.09.2017, 08:10:33
Er war zunächst etwas irritiert, aber dann lächelte er zurück. "Hallo, Charloganna. Es freut mich, dich kennen zu lernen, ich habe schon viel von dir gehört, auch hier auf dem Marktplatz. Einige Freunde sind nach längerer Zeit nach Niewinter zurück gekehrt und wollten die neusten Nachrichten hören. Und da dachte ich mir, dass wir bei dir da richtig sind. Hast du Zeit, mit uns einen Kaffee[1] zu trinken?" Damit warf er dem überforderten jungen Mann auf der Kiste einen skeptischen Blick zu.
 1. (oder was man da sonst so am Morgen trinken würde)
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 27.09.2017, 11:00:14
Vorbis folgte den anderen zu Charloganna, und es war klar, dass Maldrek das Gespräch führen würde. Zum einen kannten die beiden sich offensichtlich, und außerdem entstammten sie auch noch der gleichen Rasse. Er selbst jedoch richtete seine Aufmerksamkeit vor allem auf den Zettel, den die Dame ihrem Freund gereicht hatte. Es schienen magische Runen zu sein - oder auch ein Rätsel, denn wieso sollte sie dem Halbelfen etwas reichen, was er nicht lesen konnte, wenn sie ihn damit nicht herausforderte, ein solches zu lösen?

Vorbis auf jeden Fall war fasziniert von der Notiz, und versuchte sich so hinter den ratlosen Mann zu stellen, dass er weiterhin einen Blick darauf erhaschen konnte. Vielleicht würde er ja das Rätsel lösen können ...
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 27.09.2017, 11:13:55
Die Tieflingsdame antwortete schnell ohne viel nachzudenken: "Nunja, Niewinter schläft nicht, wie man so schön sagt. Tatsächlich geht hier immer irgendetwas vor und wenn man die Menschen auf dem Laufenden halten will, muss man selbst immer auf dem Laufenden bleiben. Also viel Zeit für lange Getränke und Gespräche habe ich nicht. Aber ein paar Augenblicke werde ich schon erübrigen können." Sie zückte eine Art Buch und einen metallenen Griffel und sagte dazu: "Unter der Bedingung, dass ich alles zitieren darf, was ihr so sagt und fragt."
Doch bevor Maldrek irgendwie antworten konnte, setzte sich Charloganna schon in Bewegung, während ihr Schwanz nervös hin und her zuckte: "Heute ist ein Händler aus dem Osten eingetroffen, der ein merkwürdiges Kraut verkauft, das man in heißem Wasser kochen und dann trinken soll. Das muss ich mir so oder so ansehen, um es bewerten zu können. Gehen wir doch dort hin." Gewand schlängelte die Tieflingsdame sich durch die Leute auf dem Marktplatz und wich dabei all jenen aus, die gerade nicht darauf achteten, wohin sie ihre Füße setzten, weil sie zu beschäftigt waren mit ihren Geschäften. Von links rannten zwei kleine Kinder vorbei, von denen das zweite lautstark "FÜR TÜR!" rief, sodass Charloganna einen Augenblick stehen blieb, damit die zwei Kinder nicht in sie hinein liefen. Das gab den Waisen die Chance zu ihr aufzuschließen und wenig später war das Ziel auch schon erreicht.
Bei dem Ziel der Tieflingsdame handelte es sich um einen zeltartigen Stand, dessen Farbe außerordentlich ungewöhnlich für die hiesigen Breiten war. Die Zeltbahnen waren hellbraun und mit merkwürdigen roten Mustern versehen, die sich um die Ränder wunden. Auch der Mann mittleren Alters, der zwischen zazhlreichen Schalen in diesem Zeltladen saß, mutete für die Waisen fremdartig an. Schon, dass er in einer merkwürdigen Art auf einem Hocker kniete, machte ihn außergewöhnlich aber seine Kleidung war ebenso fremd. Er trug eine merkwürdige Art Sandalen und dazu ein weites jadegrünes Gewand. Seine Haut hatte einen merklichen Gelbton und seine Haare waren in einem Zopf zurückgebunden. Doch der vorderste Teil seines Kopfes war vollständig kahl geschoren. Selbst seine Aussprache war den Waisen fremd. Man konnte ihn verstehen, doch nur mit großer Mühe: "Ah, werte Dame, ihr seht aus als wüsstet ihr den feinen Tee zu schätzen, den ich zu bieten habe. Die feinsten Sorten Kara-Turs." Die Tieflingsdame verhandelte eine kurze Weile mit dem Fremden und schlug schließlich für wenige Silbermünzen und mit dem Argument, dass sie bessere Werbung für die Waren des Mannes machen würde als jeder andere einen kleinen Krug des Getränkes heraus, das dampfte und einen würzig Geruch verbreitete. Es war gerade genug, dass Charloganna, Maldrek und seine Geschwister alle einen kleinen Schluck würden nehmen können.
Die Tieflingsdame machte den Anfang, legte dann den Kopf schief und kritzelte irgendetwas in ihr hölzernes Büchlein, das scheinbar nur vier Seiten hatte. Anschließend reichte sie das Getränk an Maldrek weiter: "Vorsicht, es ist ziemlich heiß. Sind deine Freunde und du wegen des Begräbnisritus von Orbus Proteg hier versammelt?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 28.09.2017, 10:37:30
Den Wortwechsel zwischen Maldrek und der Fremden hatte Yzwaz mit mäßigem Interesse verfolgt. Seine Aufmerksamkeit galt vielmehr dem nervös hin und her zuckenden Schwanz der Dame. Während er den großen Leuten folgte, machte er mit nachdenklich gefurchter Stirn einige Bewegungen mit der flachen rechten Hand, ließ sie in langsamen, flüssigen Bewegungen hin und her tänzeln, verwandelte die träge wirkenden Kreise in unregelmäßigen Abständen in so rasche, zuckende Ausbrüche nach links oder rechts, dass die Hand zu verschwimmen schien, und war damit offenkundig mehr beschäftigt als mit dem Gespräch.

Einige Male strich sich der Gnom über seinen dichten Bart und murmelte Dinge wie: "Hmmm... gehen womöglich es könnte..." oder "Was wohl der Meister dazu würde sagen..?" Erst als es an das Verkosten des Getränks ging, führte er seine große Hand einer anderen Nutzung zu, indem er sich den Duft des dampfenden Gebräus unter seine Knollennase fächelte und dann einen verklärten Blick aufsetzte. Ein zustimmendes Brummen schien zu zeigen, dass er hoffte, bald an der Reihe zu sein.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 28.09.2017, 16:40:33
Maldrek probierte vorsichtig das Getränk und war überrascht, dass es einen so besonderen Geschmack hatte. Es war doch nur Wasser mit trockenem Gras darin. "Oh, interessant." Er sprach mehr zu sich selbst als zu den anderen.

Nach einem Moment erinnerte er sich an Charlogannas Frage. "Oh ja, wir sind deswegen hier. Wir hätten uns sicher gerne unter weniger traurigen Umständen wieder getroffen, aber...naja...jetzt ist es eben so. Aber jetzt, nun ja, jetzt wollen wir uns ein paar Tage mit etwas anderem beschäftigen." Damit sah er Hilfe suchend zu den anderen, in der Hoffnung, das einer oder eine das Gespräch übernehmen würde.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 03.10.2017, 09:59:21
Mit seinen Geschwistern etwas hinter Maldrek stehend, nahm der Halbelf einen Schluck ehe er das Gesicht verzog und die Tasse ohne Reue gleich weiter reichte. "Vielleicht mit etwas Rum?" schlug er Alicia fragend vor als sie gekostet hatte. Mit Blättern verschmutztes Wasser? Wofür sollte das gut sein? Seltsame Bräuche und Sitten hatten sie in Kara Tur...

Maldreks gewohnt unsicheres Gestammel als Zeichen dafür sehend nun selbst einzuschreiten, stellte er sich vor, wobei er mit einer beiläufigen Geste seinen rothäutigen Bruder einbezog: "Gestatten? Melandro ist mein Name - Maldreks gut aussehnder Bruder." und verneigte sich danach tief vor der Tieflingsdame ehe er weiter sprach: "Wir haben gehört, dass es den Karawanen aus Tiefenwasser nicht allzu gut ergangen ist und würden uns dazu bereit erklären hier etwas Aufklärungsarbeit zu leisten." Für einen Moment innehaltend um Charloganna die notwendige Zeit zu gewähren das Gesagte zu verarbeiten führte er schließlich fort: "Vielleicht habt ihr ja nähere Informationen, die uns bei unserem Vorhaben nützlich sein könnten?" Im Augenwinkel Yzwaz behaltend, schlug er weiterhin vor: "Im Gegenzug dafür würden wir euch - erlauchte Chaloganna - natürlich als erste informieren was es mit diesen Vorfällen auf sich hat."

Selbstzufrieden strahlend eine begeisterte Antwort erwartend, hackten die Daumen des Halbelfens in seinen breiten – und nicht zu vergessen teuren - Gürtel und verharrten dort bis auf weiteres.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Alicia am 03.10.2017, 15:20:53
Mit verschränkten Armen blickte sie mit respektvollem Abstand auf das Gebräu in ihrer Tasse, dann der kurze Seitenblick zu Melandro. "Schade um den schönen Rum. Sowas haben bei uns die Schiffskatzen getrunken. Ich rühr das Zeug nicht an." raunte sie unter vorgehaltener Hand zu ihm hinüber. Wie abgestandenes Bier drückte sie es mit einem Finger vorsichtig, so als würde es bei zu harscher Behandlung nach ihr schnappen, von sich weg.

Aufmerksam lauschte Alicia den Worten von Malreks Bekanntschaft, hielt sich jedoch noch zurück dem Gespräch auch mit Meinung und Wort Beachtung zu schenken, immerhin hatte ihr Bruder gerade mal wieder Maldrek die Zügel aus der Hand genommen und wenn sie gerade schon keinen Alkohol hatte, der sie belustigen würde, so könnte daraus doch eine recht unterhaltsame Vorführung entstehen. Sie schürzte die Lippen und sah erwartungsvoll zu Maldrek hinüber. Wenn sie doch nur ihren Notvorrat noch in der Manteltasche hätte...
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 03.10.2017, 18:10:49
Die Tieflingsdame war von Melandros Worten offensichtlich recht angetan, denn sie lächelte den jungen Mann freundlich an. Als er dann auch noch anbot, dass sie als erste erfahren würde, was genau mit den Karawanen vorgefallen war, leuchteten ihre Augen regelrecht auf: "Eine Freude eure Bekanntschaft zu machen, werter Melandro. Und wenn ihr anbietet mir als erstes zu verraten, was ihr herausgefunden habt, dann sag ich natürlich nicht nein. Ich wünschte aber ich könnte euch mehr erzählen als das wenige, was ich gehört habe. Das letzte, was von den Karawanen gehört wurde ist, dass sie von Leilon im Süden aufgebrochen sind. Danach fehlt von ihnen jede Spur. Es ist ein wildes Land gewiss, aber eigentlich sollten die schlimmsten Gefahren überwunden sein, sobald die Totensümpfe passiert sind. Irgendetwas muss sie zwischen Niewinter und Leilon aufgehalten haben. Für eine Karawane sind das drei Tagesreisen, mit einem schnellen Pferd kann man das von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang schaffen. Wie gesagt, es ist nicht viel, was wir wissen. Vielleicht wissen die Leute in Lelion mehr, wir haben von dort nur Nachricht bekommen, dass die Karawanen aufgebrochen sind, aber nicht mehr."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 03.10.2017, 19:21:06
Der Gnom hatte derweil mit seinem eigenartigen Gefuchtel aufgehört und war offenbar gewillt, sich gedanklich dem Gespräch zu widmen. Die dürren Arme mit den knotigen Gelenken vor dem Leib verschränkt, sah er nach oben, wo die Worte hin und her gingen, und brummte gelegentlich - ob nun nachdenklich, zustimmend oder was auch immer, war nicht zu bestimmen.

Dass er seine Umgebung durchaus aufmerksam wahrnahm, wurde allerdings deutlich, als Alicia die Tasse mit dem Kräutertrunk ablehnte: Yzwaz' Hand schoss mit erstaunlicher Geschwindigkeit auf das dampfende Gefäß zu, ehe er knapp davor abstoppte und bemerkte: "Erlauben du sicherlich wirst..." Und wenn von ihr keine gegenteilige Äußerung käme, wäre kurz darauf der obere Rand der Tasse unter seinem Bart verschwunden, von wo man alsbald leise schlürfende Geräusche hören würde, während der Gnom dem Gespräch weiter zu folgen schien.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 04.10.2017, 13:21:04
Großmütig abwinkend und die damit klarstellend, dass jede Entschuldigung nicht über mehr Informationen zu verfügen vollkommen fehl am Platze sei, fragte der Halbdrow weiter mit zuckersüßer Stimme: "Ihr verfügt nicht zufällig über ein paar schnelle Rösser damit wir der Sache - auch für euch - auf den Grund gehen können und schnellst möglich Kunde an euch heranzutragen im Stande sind?" Nicht wirklich mit einer positiven Antwort rechnend, will Melandro doch gefragt haben. Drei Tage in eine Richtung zu laufen war wohl weder Vorbis noch Alicias Sache. Und seine eigene nun wirklich auch nicht. Um dieser schauderhaften Vorstellung zu entgehen hackte er vorsichtshalber noch mit ein wenig Hoffnung in der Stimme nach: "Oder vielleicht jemand der euch noch einen Gefallen schuldet?"

Seine Geschwister mit einer auffällig unauffälligen Handgeste auffordernd sich einzubringen - alles gestandene Seefahrer, Priester, Zauberer und -Innen - da diese allzu betreten daneben stehen und sich maulfaul verhielten. Sollte es kluge Fragen zu stellen geben, so ist er - Melandro - wohl nicht der Richtige um sie sich auszudenken. Nur zu! forderte die Geste seine Freunde auf.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 04.10.2017, 23:29:14
Scarletts Blick wanderte immer wieder einmal zwischen den vielen Marktbesuchern hin und her. Immer wieder erspähte die junge Schurkin auch einige Geldbeutel, die sie sicherlich ohne viel Mühe erbeuten könnte. Aber da sie hier mit ihren Waisen-Geschwistern unterwegs war, hielt sie sich mit etwas Mühe zurück, während sie interessiert verfolgte, wie Maldrek und Melandro mit der Tieflingdame sprachen. Da sie offensichtlich bereits den richtigen Ton gefunden hatten, gab es keinen wirklichen Grund, auch noch in das Gespräch einzugreifen, daher blieb Scarlett auch eher still und beobachtete weiter die vielen Leute und die vielen Waren, die hier angeboten wurden.

Den 'Tee' probierte sie auch, schließlich bekam man nicht alle Tage etwas so exotisches geboten. Interessant war ihr vorläufiges Urteil. Das Getränk hatte durchaus Geschmack dafür, dass es doch eigentlich sehr einfach ist.

Etwas enttäuscht blickte sie für einen Moment drein, als die Informationen von Charloganna dann doch eher wenig Gehalt hatten, aber immerhin hatten sie eine Richtung und eine ungefähre Gegend, in der sie sich mal umsehen konnten. Wenn sie denn irgendwo Reitpferde herbekommen würden.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 05.10.2017, 10:02:18
Die Tieflingsdame lachte einen Augenblick und ihr Schwanz zuckte mehrmals schnell von links nach rechts und wieder zurück: "Schnelle Rösser? Ich verbreite Informationen, keine Transportmittel. Und auch wenn ein Gerücht schnellere Schwingen hat als jeder Vogel, kann ich doch nicht mit dem dienen, was ihr sucht. Aber ihr könntet natürlich beim Marken Handelshaus nachfragen. Es waren ihre Karawanen, also werden sie wohl so oder so ein Interesse daran haben, dass sie gefunden werden. Vielleicht können sie euch Pferde zur Verfügung stellen. Oder ihr fragt euren Freund bei den Rittern von Niewinter, die sind immer ganz erpicht darauf jemanden zu finden, der ihrer Sache weiterhelft. Und Salonius von Donnergrimm ist einer von der ganz korrekten Sorte." Bei der Rede von dem Bruder der Waisen grinste die Tieflingsdame breit und wandte sich dann noch einmal an den Händler aus dem Osten: "Habt vielen Dank und seid euch gewiss, dass die Bürger von Niewinter noch heute von eurem besonderen Angebot erfahren werden." Anschließend drehte sie sich noch einmal zu den Waisen um: "Wenn ihr mich dann bitte jetzt entschuldigen würdet. Wer weiß, was Carion für einen Unsinn verkündet. Und es gibt immer neue Nachrichten zu verbreiten." Mit diesen Worten war Charloganna auch schon wieder in der Menge verschwunden und auch wenn für einen Augenblick ihr Schwanz noch zu sehen war, fehlte Momente später jede Spur von ihr.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 05.10.2017, 16:29:14
Maldrek war verblüfft, wie behänd sich Charloganna in dem Gedränge bewegte. Mit einem anerkennenden Nicken schaute er zu den anderen. "Ich für meinen Teil habe nichts dagegen, die Karawane zu suchen, aber ich habe nicht das Geld, um mir ein Pferd kaufen zu können. Aber vielleicht sollten wir erst kurz besprechen, wie ihr das sehr. Lasst uns da rüber gehen, da ist es etwas ruhiger."
Er zeigte auf eine freie Ecke neben einem Bäckerstand. Dort konnten sie in Ruhe beratschlagen, hier im Gedränge des Marktes gab es viele Ohren, auch wenn bald sowieso die ganze Stadt wissen würde, dass eine Gruppe von Abenteurern sich um den Verbleib der Karawane kümmern wollte.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 05.10.2017, 23:19:08
Scarlett zuckte mit den Schultern, während sie sich noch auf dem Weg zu dem Fleckchen befanden, welches Maldrek auserkoren hatte, und meinte: "Naja, die Idee mal bei den Leuten nachzufragen, die ein besonderes Interesse daran haben, dass die Überfälle aufhören und im Idealfall auch die Karawanen, oder zumindest ein Teil davon, wieder auftauchen, klingt doch ziemlich vernünftig. Wenn man uns Pferde leiht, wäre damit ja schon einiges gewonnen. Also, ich wäre dabei!"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 06.10.2017, 11:24:22
Auch der Gnom folgte dem Rest der Gruppe, nachdem er eine ziemlich tüchtige Probe von dem Kräutergebräu genommen und dem Händler verkündet hatte: "Erfrischend für Geist und Körper Euer Trunk ist - loben ich ihn gerne werde." Als man sich etwas abseits besprach, strich er über seinen Bart und meinte endlich, den Zeigefinger erhoben: "Vier Beine nicht immer schneller als zwei sind. Doch von fremden sich tragen zu lassen, weniger als auf den eigenen zu laufen erschöpft. Euer Plan darum mir weise erscheint!" Darauf verschränkte er die Arme abwartend.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 06.10.2017, 17:07:13
Vorbis hatte eine Weile darüber gegrübelt, was wohl auf dem Zettel stehen mochte, war dann aber schließlich zu dem Schluss gekommen, dass das, was er für magische Runen gehalten hatte, doch nur eine schrecklich unleserliche Handschrift war. Enttäuscht darüber, sich selbst so auf die falsche Fährte geführt zu haben, brachte ihm auch das Testen des sogenannten Tees keine Aufmunterung. Im Gegenteil, beinahe hätte er das grässliche Gesöff direkt wieder ausgespuckt - vielleicht ließ sich mit den Kräutern ja ein schmackhafter Schnaps brennen, aber das hier war das seine nicht.

Das Gespräch verfolgte der Kleriker mit einer Mischung aus Interesse, Furcht und Verwunderung. War nicht vorher noch die Rede davon gewesen, sich des Blausees anzunehmen? Nun sprach Melandro plötzlich von den Karawanen, was sie wohl noch weiter von Niewinter weg bringen würde - kein allzu erfreulicher Ausblick für Vorbis. Momentan war jedoch noch das Thema zu klären, wie sie überhaupt dorthin gelangen sollten.

"Ich habe einen Eselskarren zu bieten. Der dürfte die Definition von schnelles Ross wohl nicht ganz erfüllen. Aber ob ich mich auf so einem halten könnte, wäre auch eher fraglich. Abgesehen davon: Wenn wir wirklich vorhaben, irgendwelche Banditen zu stoppen, sollten wir schon vorher einen gewissen Preis dafür aushandeln. Ich bin zwar durchaus dazu berufen, den Menschen zu helfen, aber auch ein bescheidener Priester hat Ausgaben und muss bei Kräften bleiben."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 07.10.2017, 10:20:21
Bei Vorbis Worten äußerst zustimmend nickend, wandte sich Melandro bereits in Richtung des Handelshauses der Markens. Ein Wiedersehen mit Salonius war jetzt wirklich nichts dem der ehemalige Pirat entgegen sah. Der strafende Blick des ach so getreuen Ritters war stets etwas gewesen dem der Halbelf auszuweichen versucht hatte.

"Vielleicht ein Säckchen Gold um uns die Gefahr abzudecken in die wir uns begeben?" schlug er dabei vor.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 07.10.2017, 10:51:57
Der Weg zu dem Handelshaus war ebenfalls nicht sonderlich war, da die Familie ihre Niederlassung in unmittelbarer Nähe zum großen Marktplatz bezogen hatte. Vermutlich hatten sie irgendwo in der Stadt noch ein weiteres Lager, denn das Gebäude, vor dem die Waisen wenig später standen, war kaum groß genug, um all die Waren zu enthalten, die die Markens in Niewinter vertrieben. Es hieß schon nach der kurzen Zeit, die sie hier waren: "Wenn du etwas suchst, geh zu den Markens. Und wenn sie es nicht haben, können sie es besorgen." Selbstverständlich täuschte der Satz, denn es gab alles mögliche, was man in Niewinter überhaupt nicht bekommen konnte, auch nicht beim Handelshaus. Die Zeiten, dass viele sich Luxus leisten konnten waren noch nicht wieder angebrochen, aber die Stadt war auf dem Weg dorthin, langsam sicherlich, aber sie war auf dem Weg.
Wie fast alle Häuser in der Enklave des Protektors war auch das Marken-Handelshaus ein renoviertes Stadthaus. Der Dachstuhl sah neu aus, aber die Ziegel und Holzbalken des Erdgeschosses waren verwittert. Über der Tür prangte das Wappen des Handelshauses, zwei Kornähren, die sich um einen Hammer wanden. Auf der anderen Seite erwartete die Waisen ein etwas gewöhnungsbdürftiger Anblick, denn statt eines einzelnen Tresens gab es hier zwei, von denen der eine deutlich niedriger war als der andere. Die Regale hier im Raum waren nicht prall gefüllt, aber einiges an Werkzeugen lag bereit, um direkt verkauft zu werden. Fürs erste blieb den Waisen aber wenig Zeit das ins Auge zu fassen, denn die Gestalten hinter den Verkaufstresen verlangten nach ihrer vollen Aufmerksamkeit. Hinter dem niedrigeren der beiden stand ein Zwerg, der damit befasst war Kupfermünzen zu zählen und mit einer Schreibfeder Eintragungen in ein großes Buch zu machen. Er war einfach gekleidet und sein brauner Bart war fein säuberlich gestutzt. Er blickte zwar auf, als sich die Tür öffnete, die Begrüßung übernahm aber sein Kollege am höheren Tresen.
Dort saß auf einem hohen Hocker ein Mann mittleren Alters, der vor sich ein Brett mit etwas Brot und Käse liegen hatte, das er sofort bei Seite schob. Seine Kleidung war ebenso einfach wie die des Zwergs, nur dass er um den Hals eine eiserne Kette trug, an der ebenfalls das Wappen des Handelshauses, in eine Tonscherbe geritzt, zu sehen war. Dazu kam eine Mütze aus rotem Stoff, die einen merkwürdigen Zipfel hatte, der bis zu seinem rechten Ohr hinunter hing und ein wenig lächerlich aussah. Der Mann nahm noch einen schnellen Schluck aus dem Trinkschlauch, der ebenfalls bereit lag, um den Mund frei zu kriegen und sagte dann: "Willkommen im Handelshaus des Clans Marken. Was ist euer Begehr?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 11.10.2017, 11:02:33
Yzwaz, der aufgrund seiner Größe wenig beeindruckend wirkte und mit seiner schlichten Kleidung auch nicht den Eindruck eines zahlungskräftigen Kunden machte, hielt sich im Hintergrund. Den beiden Angestellten des Handelshauses schenkte der Gnom wenig Aufmerksamkeit. Dafür aber stellte er sich auf die Zehenspitzen, um seine knollige Nase in verschiedene Fächer der Regale zu stecken, murmelte und brummelte dabei leise vor sich hin und hob seinen Stock, um dem einen oder anderen Werkzeug damit einen prüfenden kleinen Stoß zu versetzen, wenn es sich außerhalb der Reichweite seiner kurzen Arme befand.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 12.10.2017, 10:37:57
Ebenso wie sein weißbärtiger Bruder zwischen die Regale tretend, machte Melandro keine Anstalten erneut das Reden zu übernehmen. Sollten Scarlet und Alicia klären, dass klingende Münze für Orbus Kinder heraus schaute. Lieber nach Glasschneidern, kleinen praktischen Hämmerchen und dererlei Dingen ausschau haltend, konnte er es aber nicht lassen Yzwaz, als dieser gerade seine knollige Nase auf Zehenspitzen stehend in diverse Dinge hinein steckte, einen kleinen gemeinen Stoss zur falschen Zeit geben um den witzigen Gnom ins Wanken zu bringen oder gar zu einem laut scheppernden Missgeschick zu verführen. Egal wie der Ausgang dieser kleinen geschwisterlichen Bossheit aussah, grinste der Halbdrow den Bastler breit an und zwinkerte ihm schadenfroh zu. Jungs bleiben Jungs.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 12.10.2017, 14:53:44
Mit leichten Bedenken, ob man hier wohl die finanziellen Mittel überhaupt hatte, um ihnen eine anständige Belohnung zu bieten, blickte Scarlett auf die Kupfermünzen, die offenbar gezählt werden mussten.

Da niemand Anstalten machte, dem Mann zu antworten, rang sich die junge Frau schließlich durch und ging auf den Mann mit der roten Mütze zu, stets bemüht, die Fassung ob dieser etwas lächerlichen Kopftracht zu behalten.

"Guter Mann, wir haben erfahren, dass es jüngst Probleme mit den Lieferungen gegeben haben soll. Karawanen sind ausgeblieben, gar gänzlich verschwunden auf ihrem Weg hierher. Nun, wie der Zufall es will, sind wir erfahrene Abenteurer und haben gerade etwas Zeit, daher hatten wir überlegt, was wir wohl tun könnten, als wir von den verschwundenen Karawanen gehöhrt haben. Und da sind wir auch schon bei dem Grund, der uns herführt. Natürlich könnten wir uns einfach auf die Suche machen, aber man ist doch um einiges motivierter, wenn es für das Auffinden auch eine Belohnung gibt. Hat der Clan Marken ein Interesse daran, dass wir dieser Sache nachgehen?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 12.10.2017, 22:19:08
Der Mann hinter dem Tresen hatte offenbar mit etwas anderem gerechnet und auch der Zwerg schlug sein Buch zu, da seine Aufmerksamkeit offenbar geweckt worden war. Das Reden übernahm aber trotzdem zunächst sein Kollege am höheren Tresen: "Ah ja, es hat sich unsere missliche Lage wohl schon herumgesprochen, das war wohl zu erwarten. Ja tatsächlich sind in den letzten Zehntagen gleich drei Karawanen verschwunden. Wir haben Nachricht aus Leilon erhalten, dass sie dort aufgebrochen sind, aber sie sind nie hier angekommen, sondern auf dem Weg verschwunden. Und es ist nicht so, dass sie völlig ungeschützt gewesen wären. Sicher wir bauen unser Geschäft gerade erst aus und da gehört es dazu, dass man nicht jede Karawane mit einem Dutzend schwer bewaffneter Söldner ausrüstet. Und das wäre wohl auch übertrieben, wenn man bedenkt, dass wir hier in erster Linie Alltagsgüter, Baumaterial und anderen Bedarf transportieren. Das ist nichts, was man so ohne weiteres weiterverkaufen kann, da muss man schon ein ganzes Netzwerk haben, das all das vertreiben kann. Und es gibt auch wenig Regionen mit so viel Bedarf wie Niewinter hier. Das ist ja eine regelrechte Gold-" Der Mann schien sich immer mehr in seinen Redefluss hinein zu steigern und machte nicht den Anschein als wollte er irgendwann damit auf hören, aber eine tiefe Stimme brachte ihn schnell zum schweigen: "Jetzt hör schon auf mit dem Gerede." Der Zwerg legte auch die Feder bei Seite und fuhr dann direkt fort: "Machen wir's kurz: Ja, es sind Karawanen verschwunden. Und ja, wir wüssten gern, was mit ihnen passiert ist. Am liebsten hätten wir auch die Waren wieder, die sie transportiert haben. Und das wichtigste, ja, es gibt eine Belohnung, wenn jemand herausfindet, was geschehen ist und wo die Karawanen sind."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 13.10.2017, 00:01:52
Scarlett begann zu lächeln, als die beiden ihnen erklärten, dass sie hier offensichtlich an der richtigen Stelle waren.

"Na, das klingt doch schonmal gut. Also, nicht dass die Karawanen verschwunden sind, das natürlich nicht. Aber dass wir uns offenbar nicht getäuscht haben. Wie würde denn so eine Belohnung aussehen, wenn man herausfände, was es mit dem Verschwinden auf sich hat? Oder sogar die verschwundenen Waren wieder auftreiben kann, im Idealfall?"

Während sie so ihre Fragen stellte, fiel der jungen Schurkin auch wieder das Reiseproblem ein.

"Und da wäre noch etwas... es ist ein gutes Stück, was es abzusuchen gilt. Und je schneller man dort eintrifft, desto besser. Das sollte ja klar sein. Hättet ihr eventuell einige Pferde, die ihr uns zur Verfügung stellen könntet? Natürlich werden wir sie wieder zurückbringen. Wir sind schließlich ehrbare Leute, denen das Wohl Niewinters am Herzen liegt."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 15.10.2017, 12:10:12
Der Zwerg strich sich über seinen gestutzten Bart und musterte erst Scarlett einmal gründlich und dann ihre Geschwister: "Na, zumindest recht wehrhaft seht ihr ja aus." Für einen Augenblick blieben seine Augen an Vorbis und Yzwaz hängen für die das eher weniger galt, aber er fuhr dennoch fort: "Wenn ihr herausfindet, wohin unsere Karawanen entschwunden sind, dann wäre uns das 300 Goldmünzen wert. Und für jede Wagelagung, die ihr wiederbeschafft einen Bonus von 50 Goldmünzen. Pferde könnten wir euch tatsächlich stellen, aber verliert sie nicht, sonst stellen wir sie euch in Rechnung oder ziehen sie von der Belohnung ab."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 15.10.2017, 13:01:29
Während er die Regale durchsah, das eine oder andere mit seinen schwieligen Händen ergriff und erstaunlich behutsam untersuchte, spitzte der Gnom die Ohren, um nichts von der Unterhaltung zu verpassen. Seine buschigen Augenbrauen wanderten verschiedentlich in die Höhe oder zogen sich zusammen, je nach dem Verlauf des Gesprächs. Dazu ertönte unter seinem Bart hervor immer wieder leises Gemurmel und Gebrumme. Infolge seiner zweigeteilten Aufmerksamkeit gelang es Melandro tatsächlich, Yzwaz in einem günstigen Moment einen Schubs zu geben. Der Gnom kam ins Wanken, und drei kleinere Ausstellungsstücke kollerten vom Regal. Wenn der Halbelf darauf gehofft hatte, sie mit lautem Scheppern zu Boden fliegen zu sehen, wurde er allerdings enttäuscht:

Noch während der grauhäutige Bartträger wie ein Betrunkener hin und her taumelte, schnappten seine Hände gedankenschnell zu und fingen jeweils eines der abstürzenden Stücke auf. Das an sich war eine Demonstration guter, aber nicht außergewöhnlicher Reflexe. Interessant schien nur, dass das dritte Teil auf rätselhafte Weise ebenfalls den Weg in seine großen Finger gefunden zu haben schien. Und wieso sein langer Stab während der ganzen Aktion nicht auf den Boden gepoltert war, blieb genauso ungeklärt... Mit ausgesucht langsamen Bewegungen stellte er die Sachen wieder an ihre Plätze und warf dem Halbelfen einen Blick zu. Ob er zornig war, konnte man anhand der wenigen sichtbaren, felsähnlich verwittert wirkenden Gesichtspartien schwer sagen. Die Art, in der er danach seinen Bart strich, wirkte jedoch irgendwie zufrieden.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 15.10.2017, 15:46:33
"Nicht jeder hat seine Talente im Kriegshandwerk," kommentierte Scarlett kurz, als der Händler Vorbis und Yzwaz eingehend musterte.

Als er dann die Belohnung aufzählte, sagte sie: "Das klingt nach einem fairen Angebot, will ich meinen. Und der Teil mit den Pferden ist ja selbstverständlich. Wir haben nicht vor, sie zu verlieren."

Scarlett blickte einmal in die Runde, ob irgendjemand so aussah, als ob er nicht der Meinung sei. Mit ihm über die Belohnung zu feilschen, kam ihr nicht wirklich in den Sinn. Vielleicht erwartete er es, aber andererseits war er sicherlich auch deutlich erfahrener im Handeln, schließlich war dies seine Profession.

"Also, ich für meinen Teil, bin damit einverstanden."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 16.10.2017, 18:54:49
Seinem "kleinen“ Bruder ein offensichtlich erstauntes und anerkennendes Kopfnicken schenkend, setzt Melandro noch einen drauf indem er dem Gnom ein verstohlenes "Daumen nach oben" gab. Wohlverdient!

Auf Scarletts letzte Worte hin drehte sich der Halbdrow um und sprach als ob er nie etwas anderes getan hätte als aufmerksam zuzuhören: "Ich ebenso." bestätigte er mit fester Stimme als ob von seiner Teilnahme der gesamte Erfolg dieser Mission abhängen würde. "Eine entsprechende Vorauszahlung versteht sich jedoch von selbst. Wir müssen schließlich Proviant und dergleichen besorgen um uns ganz der Aufklärung dieser Sache widmen zu können."

Nicht überall gab es Tavernen und Gasthäuser. Und für solche garstigen Plätze wollte vorgesorgt sein!
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 16.10.2017, 19:22:44
Maldrek war etwas überrascht das dies schon alles gewesen sein sollte. Vielleicht hatten seine Geschwister ja nicht so viel Erfahrung mit solchen Aufträgen, denn es gab sicher noch Informationen, die ihnen helfen konnten und die nicht allgemein bekannt waren und in den Tavernen herum erzählt wurden.

"Wir würden uns gerne noch mit jemand unterhalten, der mit der Planung der Karawanen betraut war. So würde uns die Zahl der Wagen und Begleiter interessieren und eine ungefähre Vorstellung von der Ladung, die wir ja wiederbeschaffen sollen. Und natürlich die Route, die geplant war." Auch er hatte wenig Interesse zu feilschen, sollten sie erfolgreich sein würden sie vielleicht ja Informationen oder ähnliches bekommen, die sie verkaufen konnten.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 16.10.2017, 22:21:10
Mit ebenso fester Stimme antwortete der Zwerg von seinem kleinen Tresen aus: "Und es versteht sich von selbst, dass diese Summe bereits im Verzicht der üblichen Leihgebühr für unsere Pferde enthalten ist und ihr darüber hinaus auch für das nötige Futter der Tiere aufkommen werdet, die wir euch zur Verfügung stellen." Weiter kommentierte er Melandros Forderung nicht, sondern er antwortete direkt auf die Fragen von Maldrek: "Nun zur Route gibt es wirklich nicht viel zu sagen. Die Straße führt durch die Ebene von Leilon mehr oder weniger direkt gen Norden bis hierher nach Niewinter. Die Wagen sollten dafür je nach Wetter zwei oder drei Tage brauchen. Jede Karawane bestand aus drei Wagen und zwei Fahrer pro Wagen. Transportiert wurden in erster Linie Baumaterial und einfach Bedarfsgüter, einige - nicht allzu selten - Stoffe, Werkzeuge, allerlei Dinge. Wie bereits gesagt, damit hätten Diebe kaum Freude gehabt, weil man es nicht einfach und gewinnbringend verkaufen kann ohne einen richtigen Abnehmer zu haben."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 17.10.2017, 11:01:27
Yzwaz, dem an Geld und Gütern relativ wenig gelegen schien, nach seinem Äußeren zu schließen, hatte sich nun doch auch dem Gespräch zugewandt. "Wenn Gewinn die Beute nicht verspricht, womöglich mit Räubern wir es zu tun nicht haben" warf der Gnom ein und trat näher an den Tresen. Dabei sorgte er mit dem Pochen des Stocks, auf den er sich stützte, für genügend Aufmerksamkeit. Nur falls jemand ihn seiner kleinen Gestalt wegen übersehen sollte. Nachdem er sich polternd und überraschend laut geräuspert hatte, fuhr er fort: "Wenn dies wir näher untersuchen, heraus sich vielleicht stellen wird, dass seine Hände im Spiel ein größeres Übel hat." Mit einem Blick in die Runde der Waisen erklärte er: "Einstweilen dies ein guter Grund zu sein mir scheint, um an unsere Hilfe zu bieten. Mh?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 17.10.2017, 12:36:55
Vorbis, dem es sichtlich unangenehm war, dass die Planungen so zügig voranschritten, und der gerne noch die eine oder andere Hürde vor sich gesehen hätte, die die anderen womöglich doch noch davon abgebracht hätten, sich als Helden ins Abenteuer zu stürzen, hörte sich die Diskussionen mit leicht gequälter Miene an. Da es aber nun so aussah, als würden sie genau das tatsächlich tun, wollte er wenigstens noch ein paar weitere Informationen darüber erhalten, auf was sie sich denn einlassen würden. Auch wenn Maldrek, der ins selbe Horn stieß, nicht wirklich eine ausführliche Antwort erhielt, hakte der Priester dennoch nach.

"Ihr habt gesagt, die Karawanen seien nicht völlig ungeschützt gewesen, sprecht nun von drei Wagen mit insgesamt sechs Fahrern. Waren die Fahrer auch für die Verteidigung zuständig, oder gab es zusätzliche Wachen? Waren erfahrene Kämpfer dabei? Und gab es jemanden, der Magie einsetzen hätte können? Das sind natürlich wichtige Informationen, die wir kennen müssen, um vorbereitet zu sein."

Yzwaz' Einwurf brachte Vorbis zum Nachdenken. Wenn die Wagen Baumaterial transportierten - war dann vielleicht der Grund für die Überfälle, dass jemand nicht wollte, dass dieses Material seinen Bestimmungsort erreichte?
"Wofür war das Baumaterial denn bestimmt?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 17.10.2017, 18:25:17
Die Worte des Gnoms nicht weiter beachtend, antwortete der Zwerg auch auf die Fragen des beleibten Priesters: "Nun, unsere Fahrer wissen sich ihrer Haut durchaus zu wehren, mit einer Axt oder einem Schwert, wie es sich gehört. Deshalb haben wir keine gesonderten Wachen engagiert. Es mag sein, dass sich der ein oder andere einfache Reisende der Karawane angeschlossen hat, das erfahren wir wenn immer erst, sobald sie hier eintreffen.  Und wie bereits gesagt, Baumaterial stiehlt für gewöhnlich niemand. Was ihre Bestimmung angeht, nun, wir haben da niemand spezielles im Auge. Es gibt mehr als ein Dutzend Häuser, die gerade renoviert werden und für die all diese Dinge von Nöten sind. Wenn ihr nach dem größten Abnehmer fragt: der Protektor natürlich, er lässt die meisten Arbeiten durchführen."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 18.10.2017, 15:06:10
Maldrek nickte. Viel mehr nützliches würden sie wohl hier nicht erfahren. Noch war es früh am Tag, wenn sie sich beeilten würden sie vielleicht heute noch auf Spuren der Karawane stoßen. Mit jedem Tag sank die Chance, etwas brauchbares zu finden.

"Gut, wann können wir los?" Er sprach den Zwerg an, aber eigentlich ging die frage an alle. Gerade Vorbis schien noch eher zögerlich bezüglich der Aufgabe, die sie sich gerade gesucht hatten.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 18.10.2017, 20:04:24
Der Zwerg griff jetzt wieder nach seiner Feder und kritzelte einige Worte auf ein kleines Stück Pergament, das er aus einer Tasche hervorholte. Dieses schob er dann über den Tresen: "Geht hiermit zu unserem Lagerhaus in der Nähe des Südtores, dort wird man euch dann die Pferde stellen, sobald ihr zum Aufbruch bereit seid. Und möge Tymora eure Schritte lenken, auf dass ihr herausfindet, was mit unseren Karawanen geschehen ist."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 19.10.2017, 00:10:24
"So soll es sein. Wir melden uns in einigen Tagen, sobald wir wieder zurück in Niewinter sind. Hoffentlich mit guten Neuigkeiten!"

Scarlett schnappte sich den Schrieb, prüfte ihn kurz und rollte das Pergament dann zusammen, um es sich in den Gürtel zu stecken.

"Also dann," meinte sie zu den anderen Waisen, während sie sich schon in Richtung des Ausgangs begab, "wir sollten keine Zeit verlieren. Treffen wir die nötigen Vorkehrungen, dass wir baldestmöglich aufbrechen können. Je länger wir zögern, desto kälter wird die Spur!"

Erst, wenn sie alle draußen sind und ein paar Schritte entfernt, fügte die junge Frau noch an: "Wir sollten vorher natürlich dennoch bei Donnergrimm und den Rittern vorbeigehen..."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 22.10.2017, 14:21:41
Yzwaz folgte den anderen nach einem letzten Rundblick wieder nach draußen. Bedächtig schritt der Gnom hinter Scarlett her, auf seinen kleinen Stock gestützt, und schien tief in Gedanken versunken. Zu ihren Worten nickte er mit leisem Brummen und Murmeln. "Eine Spur einer Suppe gleicht - kalt man sie nicht werden lässt" verkündete er sinnierend, an niemand bestimmten gerichtet. Doch auf Scarletts letzte Worte pochte er fest mit dem Stock auf den Boden und unterbrach sie energisch: "Zu den Rittern gehe, oder tue es nicht - es gibt kein Vorbeigehen!"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 24.10.2017, 10:29:36
Vorbis musste erst einen Moment überlegen, was der kleine Gnom ihnen mit seinem Kauderwelsch sagen wollte, musste dann jedoch unwillkürlich doch lächeln, als er die Worte entschlüsselt hatte.
"Nun, dann lasst uns zu den Rittern gehen. Schaden wird es uns wohl nicht. Und danach bald aufbrechen, da stimme ich zu. Umso schneller sind wir wieder zurück."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 24.10.2017, 19:18:22
Maldrek wollte nicht zu den Rittern, er fühlte sich dort immer unwohl. Aber es machte sicher Sinn, ihnen Bescheid zu sagen. "Dann geht ihr doch zu den Rittern und wir packen unsere Sachen zusammen und lassen die Pferde schon vorbereiten. Wenn ihr dann kommt können wir gleich los."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 25.10.2017, 15:02:40
"Das wäre auch mein Vorschlag. Wir müssen ja nicht alle zu den Rittern gehen. Ein oder zwei von uns reichen völlig, um zu sehen, ob wir von ihnen noch Unterstützung erwarten können."

Scarlett machte sich dann auf den Weg, nachdem sie einen Treffpunkt für den Beginn ihres Abenteuers festgelegt hatten, um mit Donnergrimm oder einem anderen der Ritter zu sprechen[1]. Im Anschluss würde sie sich dann wieder bei den anderen einfinden.
 1. Persuasion 23
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 25.10.2017, 18:39:13
Scarlett und Vorbis machten also den Umweg über das Anwesen des Protektos am westlichen Ende der Enklave, wo mehrere Söldner an der niedrigen Mauer Wache standen, die das beeindruckende Gebäude umringte. Gewiss, es war nicht so beeindruckend wie die Halle der Gerechtigkeit mit ihrer großen Kuppel, aber doch ein großer Bau, der in dem Glanz erstrahlte, der die Stadt einst ausgezeichnet hatte. Ohne Schwierigkeiten ließ man die beiden passieren und auch wenn sie Salonius selbst nicht antrafen, da er auf Patrouille war, sprachen sie mit Ormund von Donnerbaum, einem der anderen Ritter, und mit gewandten Worten, rang Scarlett ihm das Versprechen ab, 200 Goldmünzen zu zahlen, wenn sie die Straße wieder sicher machten. Mehr Infromationen konnte er ihnen allerdings auch nicht geben.
Als die beiden schließlich am Lagerhaus der Markens ankamen, hatten die anderen bereits die Pferde vorbereitet und wenig später waren sie alle unterwegs - oder besser gesagt nicht alle. Denn Alicia konnte sich mit dem Gedanken statt feuchter Planken den Leib eines Tieres unter sich zu haben nicht so recht anfreunden und noch dazu schrie ihr ganzer Körper schon wieder nach dem nächsten Rum, sodass sie sich von ihren anderen Geschwistern verabschiedete und sich stattdessen zu einer Taverne aufmachte.
Für einige von ihnen war es sehr ungewohnt auf dem Rücken der Pferde zu sitzen, die das Handelshaus ihnen bereit gestellt hatte, aber sie gewöhnten sich mehr oder weniger daran, auch wenn einigen am Abend wohl das Gesäß schmerzen würde. Die ersten Stunden auf der Straße waren wenig ereignisreich. Es kamen einige andere Reisende ihnen entgegen, die auf dem Weg nach Niewinter waren, aber es gab nichts, was darauf hindeutete, dass hier die Karwanen verschwunden waren. Tatsächlich gab es hier einfach nur eine weite Ebene, in der wohl kaum jemand Karawanen hätte überfallen oder von ihrem Weg abbringen können. Dies änderte sich erst, als die Sonne bereits hoch am Himmel stand und die Mittagsstunde überwunden war. Denn jetzt gab es immer mehr Büsche und kleinere Wäldlein, die die Straße säumten. Irgendwann hielten die Waisen inne, weil die Umgebung ihnen merkwürdig vorkam. Es war mehr ein Gefühl, als Gewissheit aber irgendetwas schien nicht zu stimmen. Mehrere Gebüsche befanden sich an der Ostseite der Straße und an ihre Ohren drangen die Schreie von Vögeln aus diesen Büschen. Irgendetwas an diesem Ort weckte das Misstrauen der Waisen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 25.10.2017, 22:33:12
Neben Scarlett und Vorbis war auch noch eine kleine Eule angekommen, als sich die Waisen wieder versammelten. Diese hielt sich entweder in Scarletts Nähe auf, setzte sich auf ihre Schulter oder auf irgendetwas in der Nähe, oder aber flog herum und betrachtete verschiedene Dinge neugierig.

Auch während der Reise flog die Eule immer mal wieder umher, ganz so als würde sie die Umgebung im Auge behalten.

Als sie die Pferde aufgrund eines seltsamen Gefühls verlangsamten, machte sich die Eule erneut auf den Weg, auch wenn sie sich nicht allzuweit entfernte[1], während Scarlett selbst irgendwie abwesend wirkte[2].
 1. max. 100 ft.
 2. Perception 22 - s. Find Familiar - als Aktion kann Scarlett die Sinne der Eule verwenden - das nutzt sie, um sich einmal umzusehen; vor allem in Richtung der Büsche
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 25.10.2017, 22:47:52
Aus der Luft konnte die Scarlett nicht allzu viel am Boden erkennen wegen all der Büsche, aber als die Eule sich dem Gebüsch näherte aus dem der Schrei des Vogels gekommen war, stieg ein Schwarm Krähen aus diesen Büschen auf, der um die Eule umherfolg, offenbar bemüht den anderen Vogel zu verjagen oder zumindest von seiner Anwesenheit aufgeschreckt.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 25.10.2017, 23:29:25
Der Gnom gehörte zu denjenigen, die mit dem Reiten keine besonderen Erfahrungen hatten - dafür verschaffte ihm die Reise auf dem Rücken eines Pferdes aber eine Position in ungewohnt luftiger Höhe, aus der sich so manches entdecken ließ. Daher hatte er sich auf dem Ritt recht ruhig verhalten, scheinbar gleichmütig auf dem Pferd balancierend, tatsächlich seine flinken Blicke aber hierhin und dorthin auf Reisen geschickt. Als man schließlich zu den Büschen gelangte, aus denen das Vogelgeschrei zu hören war, runzelte er die Stirn. Indem er seinen Stab packte, machte er Anstalten, von dem Pferd hinab zu turnen. "Bemerkt auch ihr es habt?" meinte er in Richtung der anderen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 26.10.2017, 00:16:15
"Wenn ich mich nicht sehr täusche," sprach Scarlett, ohne dabei ihre konzentrierte Mimik zu ändern, oder gar ihre Augen zu öffnen, "dann liegt dort in den Büschen irgendein armer Teufel, der mittlerweile zum Schmaus der Krähen geworden ist."

Unterdessen ließ die kleine Eule sich von den aufgeschreckten Vögeln nicht beirren und hielt weiter auf die Büsche zu, allerdings ohne gleich allzu nah an sie heranzufliegen. Vielleicht würde sie aus einem anderen Blickwinkel bestätigen können, was sich bereits in Scarletts Gedanken abgezeichnet hatte.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 26.10.2017, 11:13:58
Die Zeit die Scarlett und Vorbis nutzten um noch mehr für die Kinder von Orbus heraus zu handeln - sollten sie den erfolgreich sein - hatte Melandro dafür genutzt seine elegante Garderobe gegen widerstandsfähiges Leder zu tauschen und auch seinen Seesack mit praktischen Dingen zu füllen.[1] Gleichzeitig mit seinen beiden Geschwistern bei Maldrek und Yzwaz eintreffend, strahlte er vor guter Laune und Aussicht auf reiche Beute und schwang sich vergnügt pfeifend auf sein Pferd um das Tier dann langsam los traben zu lassen. Die Jahre in denen er als Pferdedieb tätig gewesen war, halfen ihm offensichtlich dabei keine schlechte Figur dabei abzugeben.

Auch in den Stunden in denen sie Niewinter hinter sich ließen lachte und spottete Melandro und unterhielt sich – und seine Geschwister wenn sie für dererlei Späße ein Ohr hatten - dabei köstlich.

Als sich die Lage dann für sie alle gegen Mittag änderte, holte der Pirat seine Armbrust hinter seinem Rücken hervor und lud sie geschwind durch. Langsam aus dem Sattel gleitend sah er sich aufmerksam um und wartete ob etwas geschieht. Als es keine akute Gefahr auf sie, zum Beispiel in Pfeilform, hernieder regnete, huschte er geduckt in Richtung der Lärmquelle davon.[2] Die Augen und Ohren dabei offen haltend, untersuchte der Halbelf dann was es dort zu finden gab auf Spuren und Hinweise.[3]
 1. Burglers Pack + Schlafsack
 2. Stealth: 7
 3. Perception: 21
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 26.10.2017, 12:09:45
Scarletts Vertraute kreiselte langsam hinab näher zu dem Gebüsch, aus dem jetzt immer mehr Krähen aufstiegen, die hier offenbar ein wirkliches Festmahl bekommen hatten. Schließlich erkannte Scarlett durch die Augen ihrer Eule auch woran das lag. Denn nicht nur ein einzelner Toter lag hier unten spärlich verborgen zwischen den Ästen, sondern es waren mindestens vier Körper, an denen sich nicht nur Vögel gütlich getan hatten wie es aussah, sondern bei Nacht waren offenbar auch andere Kreaturen hier gewesen, die an den Körpern gezerrt hatten.
Melandro pirschte sich indessen vorsichtig an dasselbe Gebäusch heran und vertrieb dabei schnell sämtliche bisher noch verbliebenen Krähen. Der aufsteigende Rest des Schwarms machte dabei eine ganze Menge Lärm, da die Vögel die Unzufriedenheit über die zusätzlichen Besucher ihres Festmahls lauthals Kund taten. Aber da sie jetzt verschwunden waren, konnte er sich das ganze wenigstens aus der Nähe ansehen. Zwischen den niedrigen leicht dornigen Büschen lagen insgesamt fünf Leichen. Drei davon lagen auf einem einzelnen Haufen während die anderen zwei ein Stück zur Seite gezerrt worden waren. Und dafür waren offensichtlich Tiere verantwortlich, denn diese zwei, die ander Seite lagen, waren in einem noch erbärmlicheren Zustand. Selbst wenn Melandro diese Männer oder Frauen gekannt hätte, es wäre ihm jetzt nicht mehr möglich gewesen sie zu erkennen, so sehr waren ihre Leiber und besonders ihre Gesichter schon angenagt gewesen. Sie lagen wohl schon mehrere Tage hier, denn der Geruch, der in Melandros Nase stieg war alles andere als angenehm. Auch war von ihrer Kleidung kaum noch etwas zu erkennen, hatten sie doch die Tiere zerrissen worden, um an das Fleisch darunter zu kommen. Dem Halbdrow fiel auf, dass nur zwei der Toten Schuhe trugen, einfache Stiefel mit beinahe durchgelaufenen Sohlen. Die anderen drei waren barfuß. Genauere Spuren, wie die Leichen hierher gekommen waren hatten das Wetter der letzten Tage verwischt. Dafür entdeckte Melandro die Spuren mehrere größerer Tiere, irgendwelche wilden Hunde den Spuren zufolge, die für den Großteil der Verstümmelungen verantwortlich waren.[1]
 1. Eine genauere Untersuchung der Leichen auf Todesursache etc. wäre ein Medicine-Wurf. Wenn ihr einen bestimmten Aspekt, der nicht medizinischer Natur ist untersuchen oder wissen wollt, macht am Besten direkt nen Percpetion-Wurf dazu.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 26.10.2017, 17:24:18
Vorbis wunderte sich ein wenig, dass keiner der anderen mit zu den Rittern gehen wollte, und fand sich dann in der für ihn etwas peinlichen Lage wieder, als Priester ein wenig zu interessiert an materiellen Belohnungen zu wirken. In der Tat war Reichtum nie etwas, dem er abgeneigt gewesen wäre; aber es ziemte sich nicht gerade, das offen auszusprechen, und meist genügte die eine oder andere Andeutung, um die Menschen spendabel zu stimmen für einen Segen. Wichtig war dabei jedoch immer, möglichst mittellos zu erscheinen. So überließ er Scarlett die Verhandlungen, und hielt sich dabei möglichst unbeteiligt im Hintergrund.

Als es später Zeit für den Aufbruch wurde und Alicia es sich anders überlegt hatte, war Vorbis kurz davor, es ihr gleichzutun. War seine Zustimmung bisher hauptsächlich auf den Umstand zurückzuführen, dass er nicht aus der Reihe tanzen wollte, gab es nun ja tatsächlich eine Mitstreiterin, die wohl wie er keine besondere Neigung für Gefahren hatte. Doch letztlich war es zu spät: Er stand schon mit Sack und Pack beladen am Treffpunkt, als er die Nachricht erhielt, und jetzt noch den Schwanz einzuziehen wäre ihm zu peinlich gewesen. Es würde schon nicht so schlimm werden ...



Schlimm wurde es dann schnell, als sie, kaum unterwegs, auf die Leichen mehrerer Menschen trafen, die Scarlett und Melandro entdeckten. Übelst zugerichtet waren sie, offenbar von wilden Tieren, und Vorbis musste sich schon sehr zusammenreißen, um nicht sein Frühstück bereits vor der fertigen Verdauung an die Natur zurückzugeben. Fassungslos sah der Priester zu, als die anderen begannen, die Leichen zu untersuchen, wobei Yzwaz nun wohl vollständig den Verstand verloren hatte, als er etwas von "leben sie noch tun" murmelte. Es war jedoch nicht die Zeit, sich dem Geist des Gnoms zu widmen; stattdessen sprach Vorbis einige Gebete für die Seelen der Getöteten, bevor er selbst einen genaueren Blick auf die Leichen warf.[1]
 1. Med 19, Perception 9
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 27.10.2017, 01:23:32
Bei seiner genaueren Untersuchung war sich Vorbis zumindest einer Sache sehr schnell sicher: diese Leute waren nicht in diesem Gebüsch gestorben. Irgendjemand hatte die Leichen hier achtlos hingeworfen, vielleicht um sie zu verbergen oder aus einer andere Motivation heraus. Aber dieses Gebüsch war sicherlich nicht der Ort, an dem sie unmittelbar zu Tode gekommen waren. Wie genau dies allerdings von statten gegangen sein mochte, konnte Vorbis zwischen all den Biss- und Klauenspuren nicht mehr zu erkennen. Aber er war sich wenigstens recht sicher, dass die Tiere erst die Leichname befallen hatten und nicht für den Tod der vier Männer und der einen Dame verantwortlich waren. Denn dass es ebensoviele Männer und eine Frau waren, die hier im Gebüsch lagen, da hatte der Priester keine wirklichen Zweifel.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 27.10.2017, 11:20:10
Die Untersuchung der Leichen hatte Yzwaz recht ratlos zurückgelassen. Der Gnom konnte trotz seiner medizinischen Erfahrungen nicht recht unterscheiden, woran die bedauernswerten Unbekannten nun gestorben waren - an den Bisswunden durch wilde Tiere etwa? Er runzelte die Stirn, brummelte vor sich hin und beschäftigte sich eine ganze Weile mit den Toten, ohne dass man Anzeichen für ähnliche Magenprobleme wie die Vorbis' bei ihm bemerken konnte. Dann sann er eine Weile anscheinend völlig abwesend vor sich hin, ehe er sich wieder zu seiner stolzen Größe von mehr als einem Schritt aufrichtete. "Was auch immer geschehen mag sein, wiederholen es sich könnte, wenn nicht sehr auf wir passen" meinte er und sah sich misstrauisch um, auf seinen allgegenwärtigen Stab gestützt, der ihn um eine halbe Haupteslänge überragte.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 27.10.2017, 11:54:57
Mit seinem Blick über die übel zugerichteten Leichen schweifend, fragte Melandro untypisch ernst: "Hatte der Marken Zwerg nicht von drei Wägen zu je zwei Fahrern gesprochen?" Seinen Blick über die umliegenden Büsche streifend lassend ergänzt er forschend: "Fehlt dann nicht jemand?"

Die Armbrust mit der Schulterstütze an der Hüfte abstützend, streifte sich der Dieb die dunklen Haare mit der Linken nach hinten und sah sich erneut um. War hier vielleicht irgendwo ein Wappenrock, oder sonst etwas zu sehen, um Rückschlüsse auf die Herkunft der Leichen ziehen zu können.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 27.10.2017, 13:04:43
"Vor allem sollten wir uns hier einmal nach Spuren von Wagen umsehen," bemerkte Scarlett. Wagenspuren sollten ja nicht so schwer zu finden sein, dachte sie sich. "Vielleicht auch Spuren von dem Kampf, der hier irgendwo stattgefunden haben muss, und Schleifspuren der Körper, die sich ja sicherlich nicht dort im Gebüsch zusammengefunden haben, um zu sterben."

Gesagt, getan. Die Schurkin war mittlerweile wieder ganz sie selbst, während ihr Vertrauter weiter in der Luft kreiste, um die Umgebung im Blick zu halten. So machte sich Scarlett daran, nachdem sie abgestiegen war, dem Weg langsam weiter gen Süden zu folgen, um dabei nach Wagenspuren zu suchen. Vor allem würden die Wagen, wenn sie wirklich hier überfallen worden sind, ja irgendwo vom Weg heruntergeführt worden sein, gerade eine solche Stelle sollte auffällig sein, auch wenn sie sicherlich keine geübte Spurenleserin war.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 27.10.2017, 13:30:59
"Die Toten sind nicht hier gestorben, und auch nicht durch Bisswunden." fasste Vorbis seine wichtigsten Erkenntnisse zusammen, als er sich schließlich aufrichtete. "Seht ihr: Hier sind eindeutig Schleifspuren, und dort: An den Bissspuren ist kaum Blut, das heißt, das war bereits geronnen, als die Raubtiere kamen. Offenbar hat jemand versucht, die Leichen hier zu entsorgen, und gehofft, dass sie dann so verstümmelt sind, dass die Spuren verwischt sind.

Außerdem: Fünf Leute hätten sich ganz sicherlich anders gegen Raubtiere zur Wehr setzen können. Also wurden die umgebracht."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 27.10.2017, 20:08:27
Scarlett musste kaum zehn Schritte gehen, da entdeckte sie schon, wonach sie suchte. Oder zumindest etwas, von dem was sie suchte. Denn es waren keine Kampfspuren oder Schleifspuren der Körper. Auf der Straße selbst war es auch nicht zu erkennen und fiel deshalb kaum auf. Doch die flache Böschung an der Seite hatte die Spuren bewahrt. Nicht allzu tief aber doch sichtbar waren hier die Furchen zu erkennen, wie sie schwer beladene Wagen in dem weicheren Untergrund der Ebene hinterlassen hatten. Sie waren nicht gerade frisch, sondern schon einige Tage alt und ihnen zu folgen würde eine kleine Herausforderung werden.[1]
Aber die Wagenspuren waren nicht alles, was die junge Frau entdeckte. Am Wegesrand fand sie hier auch eine zebrochene Tonscheibe oder besser einen Teil davon, die ein Loch hatte und in die eine Ähre eingeritzt war. Wenn es hier einmal mehr gegeben hatte, dann waren diese Hinweise wohl vom Wetter getilgt worden.
 1. Das erfordert einen Survival-Wurf. Wenn ihr es zu Pferd machen wollt, um schneller vorwärts zu kommen, dann mit Disadvantage, ansonsten seit ihr zu Fuß eben langsamer.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 27.10.2017, 22:17:15
Maldrek war zur zögerlich den anderen gefolgt und als klar war, das dort wirklich mehrere Leichen lagen, hielt er sich fern. Er wollte das nicht sehen, er konnte sowieso nichts beitragen. Die armen Teufel und das für ein paar Baumaterialien. Also hielt er die Augen auf, achtete auf die Umgebung, ob irgendwo jemand sie beobachtete oder sich ihnen näherte.[1].

Er schnappte immer wieder einzelne Worte auf, so dass er sich einiges zusammen reimen konnte. Als Scarlett dann nach Spuren suchte und die anderen wieder zusammen kamen ging er zu ihnen.
"Wenn einer fehlt, vielleicht hat er die anderen in eine Falle gelockt. Aber nur für Steine und Holz? Oder wurde doch etwas anderes transportiert? Waren das Baumaterial nur Tarnung?"

Dann sah er Vorbis an. "Wir können sie hier nicht so liegen lassen. Die Tiere kommen doch zurück. Wir müssen sie vergraben. Hat einer von euch etwas zum Graben dabei?"
 1. Perception 18
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 28.10.2017, 09:33:09
Scarlett hatte sich mittlerweile auch wieder bei den anderen eingefunden, um ihren Fund kundzutun.

"Das waren eindeutig Wagenlenker der Karawanen. Dort hinten haben sie die Wagen von der Straße geführt. Kennt sich einer von euch mit Spurenlesen aus? Die Wagen haben sicherlich ordentliche Spuren hinterlassen, allerdings ist das alles auch schon ein paar Tage her. Meine größte Stärke ist es jedenfalls nicht."

Fragend blickte die junge Frau in die Runde.

Zu Maldrek meinte sie noch: "Nein, leider nicht. Vielleicht haben einige der Wagen Werkzeug geladen. Vielleicht auf dem Rückweg, wenn alles gut geht?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 28.10.2017, 14:35:04
Indem er seinen kahlen Schädel wiegte, stimmte der Gnom Scarlett zu: "Wenn Wagen sie lenkten, welche da nicht mehr sind, den Spuren folgen wir müssen." Zu Maldrek gewandt ergänzte er: "Entweder anderes die Wagen transportierten, oder gestohlen aus Habsucht nicht sie wurden. Mehr nur von den Übeltätern erfahren wir werden." Und Vorbis forderte er auf: "Da keine Schaufeln wir haben, ein Gebet für ihre Seelen am besten wohl du sprichst."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 28.10.2017, 17:09:01
Maldrek sah Scarlett und Yzwaz etwas verwundert an. Sie konnten doch nicht ernsthaft die Leichen einfach hier liegen und von den Tieren auffressen lassen. Falls sie wirklich diesen Weg zurück kommen würden, wäre sicher nicht mehr viel von den Toten übrig.

"Dann verbrennen wir sie eben, oder was sagst du Vorbis, soweit ich weiß ist euch Menschen ein ordentliches Begäbnis doch sehr wichtig." Hilfesuchend sah er zu dem Priester. Für Maldreks Volk war Verbrennen das einzige ordentliche Begräbnis, aber von Menschen kannte er andere Bräuche. Scarlett hat wahrscheinlich in den letzten Jahren nur Seebestattungen erlebt. Und wie beerdigen Gnome ihre Toten?

An Yzwaz gewandt ergänzte er: "Und das mit dem Gebet kann Vorbis besser als ich."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 28.10.2017, 18:38:53
Seine Augen ostentativ genervt nach oben verdrehend, seufzte Melandro theatralisch und konnte sich ein abfälliges: "Oh nicht schon wieder! Maldrek - der Heilige..." nicht verkneifen. Das übertrieben Brave und Gute, ja der Drang seines Bruders immer das "Richtige" zu tun, war dem Halbdrow immer schon auf den Nerv gegangen, aber irgendwie hatte er es bisher vergessen gehabt. Bisher.

"Lass sie doch liegen. Um uns würde sich doch ebenso keiner scheren." versuchte der Halbelf seinen Bruder ungeduldig wieder auf die rechte Fährte zu bringen. Aber statt hier für zerfressenes Aas zu schuften konnten sie sich auch einfach in die Sättel schwingen und zusehen, dass sie sich ihre Belohnung verdienten! Das würde bestimmt für Aufregung und Abwechslung sorgen.

Sich an den Bastler wendend sprach Melandro mit einem, von den Toten unbeeindruckten, Zwinkern weiter: "Da deine Nase - selbst im Sattel - der Wagenspur am nähersten ist: möchtest du vielleicht damit beginnen die Spur zu verfolgen? Ich kann ja versuchen dich zu unterstützen."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 29.10.2017, 10:46:12
Auf Maldreks Einwand wegen der Toten verzog der Gnom keine Miene. Es war schwer zu erkennen, welche Gedanken ihn bewegten, doch er erwiderte dem Gefährten: "Wenn wichtig für die Menschen es ist, tun Vorbis es soll. Doch unnötig um ihre Seelen die Sorge ist, denn in jedem Fall ihren Weg finden sie werden: Leuchtende Gnome wir sind, nicht plumpe Oger!" Damit wandte er sich den Spuren zu, um, über Melandros Scherz grummelnd, seine Nase nichtsdestotrotz dicht über dem Grund haltend nach den besagten Spuren zu schauen. Trotz der Unterstützung des Halbelfen kam er allerdings nicht recht voran[1].
 1. Gesamtergebnis trotz Vorteil nur eine magere 12 (http://games.dnd-gate.de/index.php?topic=8951.msg1036289#msg1036289).
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 29.10.2017, 22:16:35
Als Melandro wieder eine seiner spitzen Bemerkungen losließ spürte Maldrek, wie der Ärger in ihm hochstieg. Er hatte schon eine Erwiderung auf den Lippen, die sich auf den Umgang mit Leben des Volkes bezog, dessen Blut zum Teil in Melandros Adern floss. Aber er schluckte es herunter, denn er wusste wie unfair es war, jemand wegen seiner Herkunft zu verdammen. So sehr Melandro und er sich auch in der Jugend gezankt hatten, in diesem Punkt hatten sie beide ein ähnliches Schicksal. Also machte er nur eine abfällige Handbewegung und ließ Melandro ziehen. Vorbis sollte nun entscheiden.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 30.10.2017, 17:48:47
"Ich will ja nicht pietätslos sein, ich bin auch dafür, sie zu bestatten, aber unsere Möglichkeiten sind im Moment einfach sehr begrenzt. Ohne Schaufeln wird es Tage dauern, ihnen ein angemessenes Begräbnis zu verschaffen. Und verbrennen werden wir sie auch nicht so einfach können, dazu braucht es jede Menge Holz," erklärte Scarlett nochmal ihre Haltung. "Die Zeit dafür haben wir einfach nicht."

"Wo wir wirklich etwas tun können, ist diese Unmenschen zu finden und zur Strecke zu bringen, die das angerichtet haben. Und je länger wir zögern, desto schwieriger wird es, sie aufzuspüren. Für diese Fünf hier kommt jede Hilfe zu spät. Alles, was wir jetzt noch für sie tun können, können wir auch in ein paar Tagen noch machen, wenn wir hoffentlich wieder auf dem Rückweg und vielleicht wirklich mit dem nötigen Werkzeug gewappnet sind. Es ist sicher nicht ideal, aber wir sollten die Chance nicht vergehen lassen, die sich uns hier aufgetan hat."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 30.10.2017, 22:11:42
Vorbis hatte die Diskussion der anderen eine Zeitlang schweigend verfolgt, gefangen in seinen eigenen düsteren Gedanken. Und die Ansichten mancher seiner Kameraden ließen ihn schaudern. Sicher, auch er selbst war sicherlich nicht das, was man einen überaus prinzipientreuen Gottesmann nennen würde, aber hier ging es doch um solch grundlegende Dinge wie die Würde der Toten. Nachdem beinahe alle anderen ihn nach seiner Meinung gefragt hatten, antwortete er schließlich.
"Es gibt viele Arten, die Toten zu bestatten; ebensoviele, wie es Rassen und Völker gibt. Die einen verbrennen ihre Toten, andere begraben sie, andere bestatten sie zur See. Doch eines ist allen fühlenden und mitfühlenden Völkern gemeinsam: Sie lassen ihre Toten nicht einfach liegen, damit sie von wilden Bestien zerfleischt werden. Wenn wir kein Grab schaufeln können, lasst sie uns wenigstens ordentlich hinlegen und mit Steinen bedecken, so dass sie vor weiteren Schändungen geschützt sind. Ich werde dann gerne einige Gebete sprechen, um ihnen den Weg in die Hallen ihrer Götter zu erleichtern, so es in meiner Macht steht."

Eindringlich blickte er vor allem Melandro an. "Ich bete dafür, dass auch uns der gleiche Dienst erwiesen werden wird, wenn wir einmal nicht mehr sind."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 31.10.2017, 13:56:29
Überrascht von dem Ernst und der Gewichtigkeit der Worte die Vorbis sprach, blieb Melandro für einen Augenblick stumm. Sein dicker Bruder war ein Mann geworden und die Freude des Wiedersehens und das anschließende Besäufnis hatten wohl nur kurzzeitig dafür sorgen können dies zu überdecken. Sie alle waren wohl in den vergangenen Jahren eigene Wege gegangen und "erwachsen geworden". Es würde in der kommenden Zeit wohl noch so manche Überraschung geben.

Nichts desto trotz...

Den Augen des Priesters ganz bewusst stand haltend, sprach der Halbdrow halsstarrig mit dunklem Blick, da er sich persönlich angesprochen fühlte: "Dann kümmert ihr euch darum! - Denn ich fasse diese Kadaver nicht an. Wer weiß was man sich dabei holen kann..." Auf die Spur und die Pferde deutend fügte er ungehalten hinzu: "Aber eilt euch, denn es wartet noch echte Arbeit auf uns."

Scarlett und Yzwaz zunickend, war Melandro dieser Diskussion überdrüssig. Wenn Maldrek buddeln gehen wollte so sollte er das doch einfach tun und nicht versuchen andere damit hinein zu ziehen. Und ob Vorbis ein talentierter Steineschlepper war würde sich wohl auch schnell zeigen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 31.10.2017, 16:40:50
Vorbis war ebenfalls nicht begeistert davon, zu Graben oder Steine zu schleppen - er war von keiner Form körperlicher Ertüchtigung wirklich begeistert. Aber selbst ein Priester wie er, der die Vorschriften und Rituale durchaus gerne auch einmal etwas lockerer auslegte, konnte nicht einfach dabei zusehen, wie Leichen am Wegesrand vergammeltet. Also nickte er Melandro mit einem etwas mürrischen Blick zu: "Ich werde meine Pflicht hier erfüllen, während ihr die echte Arbeit ausführt. Aber ich freue mich über jede helfende Hand."
Immerhin konnte er wohl auf Maldrek zählen, so hoffte er zumindest; denn allein hier mit den Leichen zu bleiben, war keine erfreuliche Aussicht. Wer immer sie zu Leichen gemacht hatte, war womöglich noch in der Nähe. Und auch wenn die anderen deren Spuren verfolgten, fühlte er sich deutlich sicherer zusammen mit seinem Gehörnten Bruder.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 31.10.2017, 20:05:43
Also trennten sich die Wege der Waisenkinder nach so kurzer Zeit bereits wieder, auch wenn sie fest davon ausgingen, dass sie sich sehr bald wiedersehen würden. Scarlett, Melandro und Yzwaz machten sich auf den Spuren der Wagen zu folgen, während Maldrek und Vorbis zurückblieben, um sich um die fünf Leichen zu kümmern und ihnen eine würdige Ruhestätte zu geben.
Es kostete die beiden einiges an Mühe die entsprechenden Gruben auszuheben, hatten sie doch nicht wirklich das Werkzeug dafür dabei. Aber wenigstens war der Boden hier nicht allzu hart und mit ein wenig Aufwand waren zumindest einige Äste zu finden, die sich als behelfsmäßige Schaufeln benutzen ließen. Der Tiefling machte sich also daran die Erde zu bearbeiten, während Vorbis Steine sammelte, um die Gruben im Anschluss vernünftig zu bedecken. Die Krähen beobachteten neidisch, was die zwei Männer taten, ahnten aber wohl nicht, dass sie sie bald ihres Festmahls berauben würden. Auf der Straße zogen einige wenige Reiter vorbei, von denen manch einer einen misstrauischen Blick in Richtung der beiden warf, aber immer schnell wieder verschwunden war und nicht anhielt, um ihnen zu helfen. Die Sonne war bereits hinterm Horizont verschwunden, als die beiden endlich den Lohn ihrer Mühe vor sich sahen. Es war eine einzelne flache Grube geworden und an das Umbetten der fünf Toten erinnerten die beiden sich lieber nicht. Jetzt waren sie nicht mehr zu sehen und nur die leichte Erhöhung der Decke aus Stein und Erde verwies darauf, dass sie hier zur Ruhe gebettet waren. Vorbis sprach noch ein letztes Gebet für die Toten und dann machten sie sich daran, ihren Geschwistern zu folgen. Erschöpft und im dunkeln nicht allzu gewand, verloren sie allerdings immer wieder die Spur und fanden längst nicht alle Zeichen, die die drei anderen ihnen hinterlassen hatten, sodass sie sich irgendwann erschöpft und allein in der Dunkelheit wiederfanden, unsicher, wo genau sie sich befanden.[1]
Melandro, Scarlett und Yzwaz hatten sich Mühe gegeben, ihren Weg zu markieren und zugleich den Spuren der Wagen zu folgen. Das gestaltete sich allerdings als alles andere als einfach. Mehrfach mussten sie anhalten und sich für längere Zeit umsehen, um überhaupt irgendetwas zu entdecken und dann auch immer noch darauf achten, vernünftige Zeichen für ihre beiden Brüder zu hinterlassen, damit diese ihnen folgen konnten. Die Sonne ging bereits unter, als sie am Horizont den Rauch eines größeren Lagerfeuers oder eines Schornsteins entdeckten. Sie waren sich nciht ganz sicher, ob die Wagen wirklich dorthin gefahren waren, denn sie hatten die Spur mal wieder verloren und vermochten sie auch nicht mehr wiederzufinden. Dort vorn mochte ein einfaches Gehöft liegen oder das Feuer eines Reisenden, das konnten sie unmöglich wissen. Und da es bereits Tage her war, dass die Karawane überfallen worden war, konnten es unmöglich die Wagen selbst sein. Oder etwas doch?
 1. Fehlschlag bei dem Versuch den anderen dreien zu folgen
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 01.11.2017, 12:16:03
Während ihrer Spurensuche hatte sich der Gnom gewohnt schweigsam verhalten. Nur gelegentlich hatte er aus unerfindlichen Gründen mal in den Himmel gestarrt, mal auf seine Füße, einen einzelnen Stein oder einen vorbeiziehenden Vogel. Sein Gesichtsausdruck war dabei jeweils undeutbar gewesen: Das ohnehin rissige, felsähnliche Gesicht hatte sich bei allerhand Grimassen noch zerknautschter gezeigt, während sein Besitzer sich ausdauernd den Bart gestrichen und vor sich hin gemurmelt hatte, mal die Stirn skeptisch runzelnd, dann wieder eifrig nickend. Als vor ihnen die Rauchsäule sichtbar wurde, deutete Yzwaz voraus und brach sein Schweigen mit den Worten: "Dort - nachschauen wir sollten, wie?" Damit sah er seine Reisegefährten fragend an.
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Beitrag von: Scarlett am 01.11.2017, 13:53:57
"Ich kann einen ersten Blick wagen," schlug Scarlett vor. "Aber erstmal sollten wir ein wenig näher ran, es ist ja noch ziemlich weit weg. Allerdings sollten wir mit den Pferden aufpassen. Vielleicht binden wir sie besser an und gehen zu Fuß. Ich kann mich dann noch näher ranschleichen und sehen, was ich herausfinden kann, ohne zu nahe heranzugehen. Mit ein paar mehr Informationen können wir sicher besser entscheiden, wie wir vorgehen wollen."
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Beitrag von: Melandro am 02.11.2017, 13:43:12
Die Spurensuche - die sich Melandro deutlich einfacher vorgestellt hatte - vorerst unterbrechend, sah der Pirat zu dereindeutig viel zu weit entfernten Rauchsäule hin. Wieso nicht alles an einem Hafen liegen konnte? Ein Schiff machte das Reisen um so vieles erträglicher... Aber alles besser als in diesem Erdreich zu graben oder Steine zu schleppen. War das nicht überhaupt etwas wozu verurteilte Verbrecher verdonnert wurden? Kein Los in das man sich aus freien Stücken begeben sollte...

Mit einem Seitenblick zu Scarlett, deren Nachtsicht wohl nicht mit der von Yzwaz oder gar ihm selbst zu vergleichen war, nickte der Halbdrow beipflichtend und stieß sich sich von dem knorrigen Baumstamm ab, an den er sich kurz gelehnt gehabt hatte um sich etwas zu erholen. "Lasst uns noch ein wenig näher reiten, ehe wir die Pferde zurück lassen." Ob seine Schwester wirklich besser schleichen konnte als er selbst wollte er jetzt einmal dahin gestellt lassen, aber mit ihrer Eule gemeinsam würde die dunkelhaarige Schöne  zweifelsohne heraus finden was es mit dem Feuer auf sich hatte und wer dort seine Zehen wärmte.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 03.11.2017, 10:48:56
"Ein guter Vorschlag, wenn leise du bist" kommentierte Yzwaz Scarletts Vorschlag. Er beschattete seine Augen mit der flachen Hand und spähte in Richtung des fraglichen Feuers. Dann nickte er Melandro zu. "Sehr weise, denn verraten uns sie können." Damit schien die Sache für den knorrigen Gnom abgemacht: Er trieb sein Reittier wieder an, ohne auf seine Gefährten zu warten.
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Beitrag von: Vorbis am 03.11.2017, 16:40:54
Es war harte, auszehrende Arbeit, die Leichen wenigstens notdürftig zu bestatten, und Vorbis gewann einen gewissen Respekt vor dem Beruf des Totengräbers. Dazu kam natürlich noch, dass der Boden sich alles andere als leicht in sein Schicksal fügte, als Grab zu fungieren - und schließlich hatte der Priester abgesehen von einem Hühnchensandwich, dass er sich in weiser Voraussicht für den Weg hatte richten lassen, bis zum Abend nichts gegessen.

Obwohl Maldrek und er sich kaum Pausen gegönnt hatten, dauerte es so bis zum Abend, als die Sonne bereits untergegangen war, als ihr Werk vollendet war und er ein abschließendes Gebet für die Toten sprechen konnte. Als sie sich danach auf den Weg machten, die anderen wieder zu suchen und einzuholen, musste Vorbis sich und seinem Bruder jedoch schnell eingestehen, dass er jegliche Orientierung verloren hatte.[1] Hoffnungsvoll sah er Maldrek an - konnte der Tiefling sie zum Rest der Gruppe führen? Oder waren sie dazu verdammt, die Nacht alleine hier im Freien zu verbringen?
 1. Survival 5
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 04.11.2017, 11:29:09
Geradezu unhörbar leise schlich[1] Scarlett durch die Nacht, während sie sich langsam dem vermeintlichen Lagerfeuer näherte. In einiger Entfernung hielt die junge Frau aber an, vor allem auch, da sie selbst im Dunkeln nicht allzu gut sehen konnte, um ihren Vertrauten noch etwas näher heranfliegen zu lassen[2]. Die Eule würde sicherlich auch weniger Aufsehen erregen, schließlich war so ein Tier in der Natur nichts besonderes. In der Zwischenzeit konnte Scarlett durch die Augen ihres Vertrauten die Umgebung deutlich klarer wahrnehmen, als sie es mit ihren eigenen Augen vermochte[3].
 1. Stealth 29
 2. Stealth 7
 3. Perception 23; Darkvision 120'
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 04.11.2017, 11:36:16
Während ihre zwei Brüder einige Kilometer entfernt durch die Dunkelheit irrten, hatten Yzwaz, Scarlett und Meladro ihr Ziel klar vor Augen. Dunkelheit legte sich mehr und mehr über die leicht hüglige Ebene und in einer Erdkuhle hielten die drei an, um ihre Pferde - und auch den Gnom - zurückzulassen. Dieser würde auf die Tiere aufpassen, in der Hoffnung, dass Scarlett und Melandro mehr entdeckten. Die beiden begaben sich also vorsichtig in Richtung des Rauches, der jetzt am schwarzen Himmel nicht mehr wirklich zu sehen war, aber glücklicherweise gab es dort wo es Feuer gab, auch Licht und das konnte selbst Scarlett sehen, auch wenn sie im Dunkeln Mühe hatte etwas zu entdecken. Aber die beiden sahen doch, dass der Rauch aus einem Kamin aufstieg, denn auf einem kleinen Hügel konnten sie schemenhaft die Umrisse eines größeren Gebäudes, vermutlich eines Gehöftes entdecken.
Um Gewissheit zu erlangen, sandte Scarlett ihre Eule aus, die mit schnellen Flügelschlägen näher heranglitt und mit ihren Augen sah Scarlett, was sie dort vor sich hatten. Tatsächlich waren es drei Gebäude, ein Hauptgebäude, ein kleine Nebengebäude, das kaum mehr war als eine Hütte aber auch steinerne Mauern hatte und eine hölzerne Scheune. Wie in diesen Breiten nicht unüblich waren die einzelnen Gebäude zusätzlich durch eine hölzerne Palisade verbunden, sodass zwischen ihnen ein gesichterter Innenhof entstand, in dem es sogar einen eigenen Brunnen gab. Aus dem Schornstein des Hauptgebäudes im Norden stieg der Rauch auf und aus einigen Fenstern fiel ein schwacher Lichtschein in den Innenhof, der durch einen niedrigen Zaun in einen nördlichen und einen südlichen Bereiche getrennt wurde.
Die Scheune hatte zwei Türen, eine die nach draußen führte und ein in den nördlichen Innenhof, wo sich auch der kleinere der zwei Steinbauten befand. Dieser besaß ebenfalls einen kleinen Schornstein, aber es brannte in diesem Kamin wohl gerade kein Feuer. Das Hauptgebäude hatte ebenfalls eine Tür auf jeden der beiden Innenhöfe und außerdem auch einen Eingang von draußen. Im südlichen Innenhof gab es eine große Veranda, auf der eine Laterne brannte. Im Schatten dieses Lichts saß im Halbschlaf ein junger Mann auf einem hölzernen Stuhl, dessen Aufgabe es wohl war, den Eingang zu bewachen. Dieser Pflicht kam er aber mehr schlecht als recht nach, denn ihm wäre wohl kaum jemand aufgefallen außerhalb der Palisaden, die so oder so nur schwer zu überblicken waren von der Veranda aus. Aber immerhin stand neben seinem Stuhl eine einfache Axt an die Wand gelehnt, die er also, so nötig, griffbereit hatte.
Doch dies war nicht der einzige Wächter dieses wehrhaften Gehöftes, denn auf dem nur schwach geneigten Dach der Scheune saß ein zweiter Mann, gelkeidet in dunkels braun, sodass er dem Blick von Scarletts Vertrautem beinahe entgangen wäre. Dieser Mann hatte krauses dunkles Haar und trug einen Bart, was ihn wirklich als Wächter auszeichnete waren jedoch der Köcher, der um seine Schultern geschlungen war und der Bogen, den er in der Hand hielt. Als Bubo über das Gehöft flog, blickte er auf und sah zu dem Tier, machte sich aber offenbar nichts daraus, denn seine Pfeile blieben im Köcher und die Sehne des Bogens ungespannt.
Dennoch vorsichtig geworden landete Bubo für einen Augenblick auf dem Fensterbrett des kleinen Steinbaus und spähte durch die Scheibe. Auf der anderen Seite befand sich eine einfach ausgestattete Küche, in der auch mehrere Kisten, Fässer und Regale standen, die aller Arten von Essen bereit hielten. In einer der Ecke wartete ein Kamin und eine Kochstelle, in der noch schwach de Kohle eines Kochfeuers glomm. Einige Stunden zuvor war hier gewiss noch Essen zubereitet worden, auch wenn die Küche jetzt verlassen war.
In der Scheune hingegen gab es mehr zu sehen, denn anders als man bei einem Gehöfft erwartet hätte, gab es hier keine Tiere und auch keine Futtervorräte. Stattdessen konnte Scarlett durch die Augen ihrer Vertrauten drei Wagen sehen und zahlreiche Kisten, die verteilt in der Scheune standen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 05.11.2017, 01:29:49
"Hah! Volltreffer!" sagt Scarlett leise, die immer noch in einiger Entfernung irgendwo im Dunkeln hockte.

Sie gibt ihrem Vertrauten zu verstehen, sich ungesehen (tief über den Boden fliegend) zurückzubegeben, während sie selbst die Konzentration aufgibt, um wieder durch ihre eigenen Augen sehen zu können.

"Es sind drei Wagen in der Scheune. Dazu etliche Kisten. Ich glaube Tymora war uns hold und wir haben unser Ziel bereits gefunden. Gehen wir mal zurück zu Yzwaz, um weiteres zu besprechen."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 05.11.2017, 09:53:56
Seiner Schwester ein breites Grinsen schenkend, nickte Melandro zufrieden um mit ihr gemeinsam durch den dunklen Wald zurück zu Yzwaz zu schleichen. Dabei musste er sich reumütig eingestehen, dass Scarlett tatsächlich leiser schleichen konnte als er es selbst vermochte.

Sich ebenso vergeblich versuchend an den Gnom heranzuschleichen zwinkerte der Halbdrow seinem Bruder amüsiert zu und nahm von ihm einen Wasserschlauch entgegen um seinen Durst zu stillen ehe er ihn an Scarlett weiter reichte. "Jackpot." verkündete er schließlich zufrieden, überließ es dabei aber seiner Schwester den Bastler in die Details einzuweihen.

Als das geschehen war, fragte er: "Wollen wir hier rasten und auf die anderen warten? Oder an der Stelle von der aus wir das Feuer das erste Mal gesehen haben?" Dass er es dem sensiblen Maldrek und Vorbis durchaus zutraute ihre hervorragend ausgelegte Fährte einfach übersehen zu haben und nun ziellos durch den dunklen Wald zu irren. Doch dies gibt Melandro nicht preis, da er keine Lust hatte die halbe Nacht damit zu verbringen die beiden zu suchen. Sollten sie bis morgen nach dem Frühstück nicht zu ihnen aufgeschlossen haben, dann würden sie sie sowieso suchen gehen müssen.

"Außer... wir wollen die anderen vor vollendete Tatsachen stellen... vielleicht?" dachte er halblaut vor sich hin um die Reaktionen der anderen beiden Waisen zu ergründen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 05.11.2017, 10:20:15
Die beiden Zurückkehrenden trafen den Gnom in einer eigenartigen Haltung an: Mit überkreuzten Beinen am Boden sitzenden, die Handrücken auf die Knie gelegt, starrte er mit der Miene völliger Gelassenheit vor sich hin und rührte sich erst eine Weile, nachdem sie ihn angesprochen hatten. Ruhig hörte er Scarletts Schilderung an, ehe er sagte: "Wer dieser Jack Pot ist, leider nicht ich weiß. Doch von Vorteil für uns eure Entdeckung ist. Die Wagen gefunden wir haben." Dann schabte er sich mit einer Hand über sein rissiges Kinn und brummte mit einem Seitenblick zu Melandro: "Eine Tat niemals der wahre Weise übereilt - mehr als drei noch immer fünf sind."

Indem er seine Finger einige Male bewegte und dabei ein vernehmliches Knacken verursachte, sinnierte er weiter: "Ein wichtiges Element sein andererseits manchmal die Zeit kann..." Womit er seine Hand einmal über dem Wasserschlauch kreisen ließ, ehe er einen Schluck davon nahm. Dann legte Yzwaz den Schlauch wieder beiseite, dessen Inhalt dem nächsten Trinkenden eigenartigerweise nun warm vorkommen würde, als sei er über einem Feuer erhitzt worden.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 05.11.2017, 11:24:47
Scarlett zögerte einen Moment. In Gedanken versuchte sie die Worte des Gnoms in eine Reihenfolge zu bringen, so dass diese einen Sinn ergaben. Irgendwann nickte sie dann zustimmend.

"Ja, ich denke auch, wir sollten auf die anderen warten. Das sind sicher nicht nur die beiden, die ich dort gesehen habe, schließlich mussten sie auch noch mit den fünf Fahrern fertigwerden, wenn wir mal davon ausgehen, dass der Sechste mit zu der Bande gehört, was ich durchaus als realistisch empfinde, und die drei Wagen hierher bringen. Und auch wenn die Fahrer vielleicht nicht die besten Kämpfer gewesen sind und noch dazu überrascht wurden, so sollten wir dennoch davon ausgehen, dass die in dem Gehöft ernsthaft gefährlich sind. Der eine von den Wächtern sah jedenfalls so aus, als könne er mit seinem Bogen umgehen. Und aufmerksam war er zudem auch."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 06.11.2017, 18:17:53
Die drei warteten eine Weile auf die Ankunft ihrer Geschwister, gelangten dann aber irgendwann zu der Einsicht, dass irgendetwas Maldrek und Vorbis aufgehalten haben musste, oder sie der Spur nicht folgen konnten. Da sie allerdings wenig Sinn darin sahen, in der Finsternis der Nacht, die immer weiter fortgeschritten war die Suche nach ihren beiden Brüdern aufzunehmen, entschieden sie ihr Lager direkt hier aufzuschlagen und am nächsten morgen ihre zwei Brüder zu finden. Die Bewohner des Gehöfts dürften sie schließlich kaum bemerkt haben und hier außer Sicht im Schatten eines der Hügel waren sie sogar ein bisschen vor dem Wind geschützt. Also verteilten sie die Waffen und begaben sich zur Ruhe.

Maldrek und Vorbis gaben es indessen irgendwann ebenfalls auf. Sie waren erschöpft und ihre Muskeln schmerzten von der anstrengenden Arbeit am Nachmittag. In der Dunkelheit fanden sie auch die Zeichen, die ihre Geschwister ihnen hinterlassen hatten nicht wieder und um sich nicht noch weiter zu verirren, suchten die beiden sich ein halbwegs windgeschütztes Lager in einem hohen Gebüsch und begaben sich dort zur Ruhe, um am nächsten Tag nicht völlig erschöpft zu sein.



Am nächsten morgen wurden die fünf Waisen allesamt von einem leichten Nieselregen geweckt, der eine Stunde vor Sonnenaufgang einsetzte und dann langsam stärker wurde bis sie es nicht mehr ignorieren konnten und sich lieber wieder auf die Suche nach ihren Geschwistern machten. Sie hatten nicht viel geschlafen, da sie lange unterwegs gewesen waren und bequem war es auch nicht gerade gewesen in der Wildnis. Aber zumindest einige Rationen hatten sie geistesgegenwärtig für diese Reise eingepackt und auch wenn es alles andere als ein Festmahl war, so füllte es ihnen doch den Magen. Jetzt stellte sich nur beiden kleinen Gruppen die Frage, wie sie die Suche nach ihren Geschwistern am besten anstellen sollten.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 06.11.2017, 23:17:34
Bevor Vorbis einschlief, stellte er sich einmal mehr die Frage, wie es eigentlich passieren konnte, dass er hier draußen in der Wildnis herumlief, statt in seinem im Voraus bezahlten herrlich warmen und weichen Bett in der Gaststätte zu nächtigen. Wie hatten die anderen ihn nur so weit bekommen, dass er dieses gegen Kälte, harten Boden und einen Kanten Brot und trockenen Schinken zum Abendessen eingetauscht hatte?

Am Morgen war Vorbis' Laune auf dem Tiefpunkt angelangt. Nicht nur taten ihm sämtliche Knochen im Leib weh, nein, jetzt war er auch bereits halb durchweicht durch den Regen, der irgendwann in der Nacht begonnen haben musste. Der Situation vollends überdrüssig, fragte er Maldrek in gestresstem Ton: "Und jetzt? Sollen wir weitersuchen, oder hoffen, dass die anderen uns finden?"
Gleichzeitig versuchte er zumindest irgendwelche Spuren der anderen zu finden, jetzt wo es einigermaßen hell war. Vielleicht hatte er ja endlich einmal Glück.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 07.11.2017, 10:50:08
Nur ein paar Kilometer entfernt waren Melandros Gefühle ein Spiegel von denen seines gläubigen Bruders. Kalt! Nass! Verspannt! Ganz ohne weichen, warmen, lockenden Frauenleib! Einfach furchtbar! Wo war der hart verdiente Komfort und angemessene Luxus?

Und all das war nur Maldreks Schuld! Wenn der gehörnte Mistkerl nicht wieder einen auf "Heiliger-als-Du" gemacht hätte, dann hätten sie alle gemeinsam gestern Nachts bereits die Wagen erobern können und unter einem Dach, im warmen Heu übernachtet, anstatt im Regen zu campieren. Der Rothäutige wusste es einfach, einem Mann alles unter dem Vorwand des "rechten Tuns", zu nehmen oder zu versauen.

Sich widerwillig die schwarzen, nassen Locken aus dem Gesicht wischend murrte der Pirat: "Scheinbar benötigen die zwei Grubengräber wieder einmal unserer Hilfe. Lasst uns unserer eigenen Fährte folgen und sie noch etwas ausbauen und kennzeichnen, damit auch diese beiden ihr folgen können. Mit etwas Glück laufen wir Ihnen dabei über den Weg. Ansonst treffen wir sie spätestens am Nachmittag einfach wieder hier." Wenn die verloren gegangen Geschwister nicht total kopflos waren, so würden sich die beiden Gruppen wohl auf dem Weg zu den Gräbern, oder dem Lagerplatz dieser Nacht wieder begegnen.

Yzwaz, oder Scarlett bei der Suche unterstützend zog der Halbdrow seine Kaputze tief ins Gesicht und bemühte sich die anderen rasch zu finden um dem Regen bald entkommen zu können.[1]
 1. Unterstütze sämtliche Würfe diesbezüglich und wer auch immer würfelt hat Advantage dadurch.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 07.11.2017, 10:56:35
Scarlett war auch der Meinung, dass sie jetzt im Hellen nachsehen sollten, wo Maldrek und Vorbis abgeblieben waren. Daher schickte sie ihren Vertrauten los, während sie selbst langsam in die Richtung ritt aus der sie gekommen waren, um sich in der Höhe einen Überblick zu verschaffen[1]. Die Eule hatte gute Augen und würde die beiden Reiter aus erhöhter Position vielleicht eher erspähen können, als sie.
 1. Perception 17
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 07.11.2017, 11:08:36
Yzwaz war wohl der einzige unter den Waisen, dem man keinerlei Missmut über das Wetter ansah. Er war bereits sehr frühzeitig von seinem Schlaflager aufgestanden und hatte sich eine ganze Zeitlang in der eigenartigen Position hingehockt wie schon zuvor: Die Beine untergeschlagen, die übergroßen Hände in einer seltsamen Haltung auf den Knien ruhend. Dabei war die Feuchtigkeit in kleinen Rinnsalen über seine rissige Haut nach unten gelaufen und von seiner riesigen Nase getropft, ohne dass sich der Gnom mehr gerührt hätte als eine Statue.

Nachdem er eine Weile in dieser Haltung verbracht hatte, war er schließlich unvermittelt aufgesprungen und hatte begonnen, seine morgendlichen Übungen zu veranstalten. Arme und Beine wild in der Gegend herumwirbelnd, hatte er imaginäre Gegner mit Faustschlägen, Fußtritten und Kniestößen traktiert, dabei in unregelmäßigen Abständen bellend ausgeatmet und damit seinen Begleitern mit Sicherheit jeden Rest von Schläfrigkeit vertrieben. Mögliche Beschwerden über die frühzeitige Schlafstörung hatte er mit erhobenem Zeigefinger und den rätselhaften Worten "Mens sana corpore sano in" beantwortet.

Danach schien Yzwaz bereit zu neuen Heldentaten. Recht zügig für seine kurzen Beine folgte er Scarlett und Melandro - und unverschämterweise schien er weder unter Verspannungen, noch unter seiner kühlen, klammen Kleidung im geringsten zu leiden.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 07.11.2017, 17:08:08
Auch Maldrek ging es nicht besser, allerdings hatte er bereits Zeiten erlebt, in denen er nicht in einem weichen Bett sondern auf hartem Stein geschlafen hatte. Er malte ich bereits aus, welche Spott er von Melandro über sich ergehen lassen musste, wenn sie die anderen gefunden hatten, aber das konnte er nicht ändern. Also stand er auf und begann sie steifen Glieder zu bewegen und auf der Stelle herum zu springen, um sich aufzuwärmen. Auch er fand die Situation alles andere als angenehm, aber er wollte es sich nicht anmerken lassen.

Nach einem kalten Frühstück, das die Laune auch nicht zum Besseren wendete, versuchte er Vorbis dennoch etwas aufzuheitern. "Es wird schon nicht den ganzen Tag regnen und so haben wir jetzt einen Grund und heute Abend ein Wirtshaus mit einem warmen Bad, einem deftigen Braten und einem weichen Bett zu suchen. Komm schon, jetzt bei Licht werden wir die Spur schon finden. Komm, gehen wir los."

Damit machte er sich mit Vorbis auf die Suche. Es dauerte zwar etwas, aber dann fanden sie sie Spur der anderen. Sie waren tatsächlich in die völlig falsche Richtung gelaufen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 08.11.2017, 14:25:13
Und Maldrek sollte recht behalten.

Kaum, dass sich die Geschwister bald mit der Hilfe Bubos, Scarletts Eule, mitten am Weg wieder gefunden hatten, begann Melandro seinem Frust mit beißendem Spott Luft zu machen. Aber nach einigen kaum verhohlenen Seitenhieben, der offenen Anschuldigung vielleicht doch zuviel Freude an den Leichen gefunden zu haben und sonstigen Sticheleien verging Melandros schlechte Laune zusehends. Und so berichtete er trotz des Regens frohen Mutes gemeinsam mit seiner hübschen Schwester, dass sie die Wagen bereits gefunden hatten - und nur auf ihre auffällig spät erscheinenden Geschwister hatten warten müssen. Was hatte sie noch gleich so lange aufgehalten...?

So wieder vereint machte sich die kleine Gruppe auf und sammelte sich dann an der Stelle wieder an der sie gestern Abend die Pferde zurück gelassen hatten um endgültig zu beratschlagen wie es nun weiter gehen sollte.

Der Vorschlag des Halbdrows war es für eine Ablenkung - vielleicht ein kleines Feuerchen? - zu sorgen und dann aus zwei Richtungen zu kommen und die aufgescheuchten Räuber möglichst mit Fernkampfwaffen zu schwächen ehe man ihnen im Nahkampf den Gar aus machte wenn notwendig.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 10.11.2017, 10:49:52
Das Eintreffen ihrer vermissten Kameraden hatte Yzwaz mit einem Nicken und einem seiner vieldeutigen Brummlaute zur Kenntnis genommen. Der tropfnasse Gnom machte an diesem Tag einen äußerst gleichmütigen Eindruck. Während der Beratung thronte er auf einem flachen Stein, so dass sein Gesicht auf gleicher Höhe mit denen der anderen Waisen war. "Eine große Kunst die Ablenkung ist. Vieles darüber Tsun Su sagt. Ein weiser Gnom, den sehr mein Meister verehrt" meinte er zu Melandros Vorschlag. "Ein Feuer rasch machen ich kann" fügte er dann hinzu. "Verwirrung wohl stiften dies würde, eh?" Er zwinkerte und kicherte in sich hinein.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 12.11.2017, 09:44:58
Vorbis war etwas erschrocken, dass es nun so schnell zu einem Kampf kommen sollte. Er hatte gehofft, das Abenteuer würde vorwiegend darauf beruhen, durch die Gegend zu ziehen, Spuren zu sammeln, und am Ende etwas zu finden. Das hier war unerwartet und beängstigend.

"Ich sollte euch gleich sagen, dass ich kein Kämpfer bin. Aber ich kann drei von euch segnen, bevor ihr euch in die Schlacht stürzt. Oghma wird euch zusätzliche Kraft geben - aber nur für kurze Zeit."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 12.11.2017, 10:23:34
Scarlett klopfte Vorbis auf die Schulter und zwinkerte dabei schelmisch.

"Das wäre uns nie in den Sinn gekommen, Vorbis. Aber wenn Oghma uns durch Deinen Segen beisteht, dann werden wir das schon schaffen."

Natürlich war es mehr als offensichtlich, dass der Priester von ihnen ganz sicherlich am Wenigsten geübt im Kampf war. Sie selbst war schon in so einigen Kämpfen gewesen, und auch wenn die Schurkin es vorzog, eher mit ihrer kleinen Armbrust aus dem Hinterhalt zu agieren, so war sie durchaus auch in der Lage in einem offenen Kampf einige Zeit durchzuhalten.

"Also gut, das heißt wir legen ein Feuer als Ablenkung für die Wachen, vielleicht bei dem kleineren Gebäude mit der Küche und den Vorräten?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 12.11.2017, 12:35:41
Maldrek behielt seinen Ärger über Melandos Kommentare für sich, hier war weder der Ort noch die Zeit für einen Streit. Außerdem hatte er ja ein bisschen Recht. Also wendete er sich dem Plan zu.

"Ich bin auch kein Nahkämpfer, habe aber den einen oder anderen magischen Trick auf Lager, der uns helfen wird. Aber ich bin nicht sicher ob vielleicht der eine oder andere ungesehen bis zu dem Hof kommt. So wie ich euch verstanden habe ist das nicht so einfach für ungeübten Schleicher und Schleicherinnen. Und wenn wir bereits vorher entdeckt werden, platzt der ganze Plan. Was denkt ihr, ihr habt den Hof direkt gesehen."

Er stellte sich wieder auf einen Kommentar von Melandro ein, aber Maldrek war weniger leichtfertig als Melandro und für ihn war eine gute Vorbereitung wichtiger als ein schnelles Aufbrechen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 12.11.2017, 17:24:56
"Wissen wir denn genau, was uns erwartet? Wieviele Gegner es dort gibt? Wenn ich richtig verstanden habe, wart ihr gestern dort, aber heute ist heute. Vielleicht sind mehr dazu gekommen, vielleicht welche gegangen. Bevor wir überhastet angreifen, sollte einer von euch, der gut schleichen kann, besser noch einmal die Lage auskundschaften."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 12.11.2017, 18:09:35
"Diesem weisen Rat folgen wir sollten" meinte Yzwaz auf Vorbis' Forderung nach einem Auskundschaften der aktuellen Lage. Dann rieb er seine übergroße Nase und fügte hinzu: "Dagegen, ein Feuer dort selbst zu machen, ich bin. Besser ein Feuer anderswo mir scheint." Indem er nacheinander drei Finger hob, zählte er vor: "Wohin den Inhalt der Wagen sie schafften, unsicher ist. Was aber nicht wir anzünden, auch nicht aus Versehen zerstören wir können. Dann sicherlich neugierig sein sie werden. Wenn Späher sie schicken, leichter unbemerkt bleiben wir werden. Und solange nachschauen einige von ihnen, nicht gegen alle zugleich antreten wir müssen."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 12.11.2017, 23:18:29
"Wieviele es wirklich sind, wissen wir nicht. Und ich glaube auch nicht, dass wir das wirklich vollständig herausfinden können. Ich habe gestern Nacht zwei Wachen ausmachen können und die Wagen in der großen Scheune gefunden. Allerdings, so bei Tageslicht betrachtet, halte ich es ohnehin nicht für weise, wenn wir uns anzuschleichen versuchen. Das Gehöft liegt zu günstig, um von dort aus einen guten Überblick zu haben. Wir sollten auf jeden Fall den Schutz der Dunkelheit abwarten," meint Scarlett dazu. "Dann könnte ich nochmal die Lage prüfen, ehe wir losschlagen."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 13.11.2017, 12:19:24
Auch Melandro musste bei Vorbis Worten lächeln, ehe er dankbar für Scarletts Vorschlag nickte. Details was wo und wie anzuzünden ist, überließ er immer gerne anderen. Beim großen Ganzen konnte man sich aber auf ihn verlassen!

Auf Yzwaz Einwand, ein Feuer wo anders zu entzünden, sprang plötzlich eine Flamme von seinen Fingern und jagte über den prächtigen Rauschebart des Gnoms, ehe sie in der Luft zu schweben begann und die Form eines tanzenden Pixies annahm. "Feuer kann so vielseitig sein" lachte der Halbdrow amüsiert auf und erschuf noch eine zweite Pixie-Flamme neben der Ersten, die sich gemeinsam freudig umarmten, ehe er beide nach wenigen Augenblicken so plötzlich verpuffen ließ wie sie erschienen waren.

Immer noch erheitert strahlend, hackte der Halbelf die Daumen selbstgefällig bei seinem breiten Waffengurt ein und meinte: "Aber zwischen uns allen sollte es ja kein Problem sein für Ablenkung zu sorgen."[1]

Als die Sprache auf den "Schutz der Dunkelheit" kam, nickten der Pirat zustimmend, ergänzte aber: "Scarlett und ich können uns ja nun ein wenig heran schleichen, so dass wir beobachten können was dort tagsüber geschieht und was für kommen und gehen herrscht, ohne das wir den Gebäuden all zu nahe komen."[2]
 1. Dancing Lights, Minor Illuision, Thaumaturgy, ...
 2. Gemeint ist, hinter/unter einem Gebüsch am Rande des Hügels auf dem die Häuser stehen zB.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 13.11.2017, 12:29:20
Die magischen Spiele Melandros amüsierten Maldrek. Aber der Plan, der gerade Gestalt angenommen hatte, klang gut. Er war ebenfalls neugierig und wollte den Hof bei Tag gerne mit eigenen Augen sehen. "Ich schließe mich euch an, ein bisschen näher komme ich sicher auch ungesehen heran."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 13.11.2017, 21:19:37
Also blieben Vorbis und Yzwaz mit den Pferden zurück und suchten sich einen Unterschlupf, wo sie zumindest ein wenig vor dem Regen geschützt waren, der den ganzen Tag über nicht so recht aufhören wollte. Zwar gab es immer mal wieder einige Stunden, inden es nicht so viel regnete, aber trocken wurde es nie und ein unschönes grau ging am Himmel, das einem gehörig aufs Gemüt schlagen konnte. Unter drei kleinen Bäumen warteten die zwei, während Maldrek, Melandro und Scarlett sich einen Platz suchen, von dem aus sie die Gebäude auf dem Hügel zumindest sehen konnten. Sie verbrachten Stunden in einem Gebüsch hockend und schon nach einer waren sie ziemlich durchgefroren.
Aber zumindest konnten sie sehen was bei ihrem Ziel vorging. Es war nicht sonderlich viel, was es zu sehen gab. Denn das Wetter sorgte dafür, dass es so ungemötlich war, dass sie selbst wohl auch nicht ins freie gegangen wären, wenn sie denn die Wahl gehabt hätten. Zwei unglüchliche kletterten im Laufe des Tages auf die Scheune, um von dort das Regenwetter zu beobachten, die Chancen, dass sie viel zu sehen bekamen bestand aber wohl eher nicht. Ansonsten passierte nichts, was irgendwie die Aufmerksamkeit der drei Waisen erregte.
Gegen Abend hörte der Regen aber dann wenigstens langsam aber sicher auf und mit Anbruch der Dämmerung war es endgültig vorbei mit dem Niederschlag. Für die Annehmlichkeit der Waisen half das aber wenig und sie sehnten sich schon jetzt nach dem Kaminfeuer, das in dem großen Steinbau brennen musste, wenn man dem Rauch des Schornsteins glaubte.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 14.11.2017, 11:33:33
"Was für ein widerliches Wetter. Jetzt haben wir noch einen Grund mehr, das Haus zu erobern, neben der ausstehenden Belohnung gibt es dort sicher auch ein warmes Feuer! Allerdings machen mit die beiden, die da oben auf das Dach gestiegen waren, ein wenig Sorgen. Ich vermute, dass die hier auf jemanden warten, und das bedeutet wohl, dass wir mit irgendwelchen Neuankömmlingen rechnen müssen, die jederzeit auftauchen können. Hoffentlich kommen sie nicht im Dunkeln an, das würde uns zumindest genug Zeit bis morgen geben," gab Scarlett zu bedenken.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 14.11.2017, 11:50:38
Auch wenn Vorbis nicht mit zu dem Haus ging, half das nur wenig gegen den Regen. Mehr als einmal wünschte er sich seinen Eselskarren herbei, den er in der Stadt zurückgelassen hatte, damit sie schneller vorankamen. Aber immerhin konnte man sich unter einem solchen Karren ein schönes trockenes Lager basteln. So versuchte er, sich aus seinem Schild, der Decke und dem Rucksack wenigstens einen notdürftigen Schutz gegen den Regen zu bauen, und harrte zusammen mit Yzwaz in der Kälte aus.

Auch wenn er sich mit dem merkwürdigen Gehabe des Gnoms noch nie wirklich anfreunden hatte können, entwickelte sich doch mit der Zeit so etwas wie ein Gespräch zwischen den beiden; allemal besser, als sich im Regen zu langweilen, war es allemal, und so etwas wie ein Buch hatte Vorbis auf diese Reise natürlich nicht mitgenommen.
Erstaunlicherweise zeigte es sich, dass Yzwaz, wenn man sich erst einmal an seine verdrehte Sprechweise gewöhnt hatte, einen sehr eigenen, aber doch feinen Sinn für Humor hatte, und bald löste sich die Spannung zwischen den beiden, und ein angeregtes Gespräch über alte und neue Zeiten entspann sich - voller Lacher, über die Eigenheiten ihrer Geschwister, aber auch über ihre eigenen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 14.11.2017, 12:57:24
Im Gegensatz zu Vorbis machte der Gnom den Eindruck, als sei ihm der Regen völlig gleichgültig. Durchnässt und tropfend wie ein miniaturisierter Wasserspeier hockte er gleichmütig auf dem Boden, die Augen geschlossen und leise vor sich hin summend. Obwohl er dabei recht abwesend wirkte, öffnete er die Augen sofort wieder, als ihn der Kleriker ansprach. Zu dem Gespräch hatte er Anekdoten beizusteuern, deren Hauptpersonen auf eigenartige Namen hörten und deren Sinn sich dem Zuhörer nicht immer ganz erschloss. Doch Yzwaz trug sie auf eine unterhaltsame Weise vor und schien über einen unerschöpflichen Vorrat davon zu verfügen.

Als er Vorbis' Versuche sah, sich vor dem Regen zu schützen, begann er mit leisen Brummeln und Murmeln in seinem Bündel zu kramen, bis er schließlich einen hölzernen Becher und ein kleines Stoffsäckchen hervorgeholt hatte. Er füllte etwas in den Becher, das nach zerriebenen Kräutern aussah, schüttete Wasser darüber und hielt den Becher einige Zeit lang in seinen großen Händen. Dann reichte er ihn Vorbis und meinte: "Dies trinke, und wieder warm werden dir wird." Ein schwacher Geruch nach den Kräutern stieg von dem Becher auf, dessen Inhalt deutlich mehr als handwarm war.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 14.11.2017, 15:08:11
Maldrek nickte. "Ich denke wir sollten heute Abend zuschlagen. Gehen wir zurück und besprechen das mit den anderen."

Also kehrten sie zu Yzwaz und Vorbis zurück und berichteten das wenige, das sie erfahren hatten, um dann die nächsten Schritte zu planen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 15.11.2017, 19:11:49
Die Waisen besprachen sich gründlich und heckten schließlich einen Plan aus, wie genau sie vorgehen wollten. Während Vorbis und Yzwaz einen gesunden Abstand hielten, machten sich nach Einbruch der Dunkelheit Scarlett, Maldrek und Melandro daran sich das Gebäude aus der Nähe anzusehen. Die Wachen waren genauso verteilt wie am Abend zuvor, einer saß vor der Tür und ein zweiter auf der Scheune, der von dort aus die gesamte Umgebung beobachtete. Einmal umkreisten die drei das Gehöft und konnten keine weiteren Wachen entdecken und außer dem kleinen Tor in der nördlichen Palisaden zwischen den zwei Steinbauten gab es keine weiteren Eingänge in das Gehöft außer den beiden, die sie schon am Abend zuvor sichtbar gewesen waren. Als sie allerdings gerade ansetzen wollten, sich noch weiter zu nähern, übersahen sie alle drei gleichzeitig eine Fütze, die sich durch den ganzen Regen gebildet haben musste. Es gab ein lautes Platschen als sie hineinstolperten und das hörte offenbar auch der wächter auf dem Scheunendach, denn er rief erst etwas hinab zu dem zweiten Wächter bevor er in die Dunkelheit hinaus schrie: "Halt, wer geht da in der Dunkelheit?"[1]
 1. Ihr seid noch ca. 100ft entfernt, d.h. ihr könnt ihn nicht wirklich sehen und er euch auch nicht, aber gehört hat er euch.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 16.11.2017, 16:14:18
Den ganzen Tag neben Maldrek im Dreck liegend, wunderte sich Melandro im nach hinein darüber, dass der Tiefling gar nichts an ihm auszusetzen, oder zu bemängeln gewusst hatte. Immer wieder hatte er misstrauisch zu seinem Bruder gelinst und so schob es der Pirat schließlich auf Scarletts Anwesenheit und ließ die Sache auf sich beruhen.

Später dann, als sie zu dritt an das Gebäude heranschlichen und dabei bemerkt wurden, verharrte der Halbdrow mit einem zur Grimasse verzogenen Gesicht, darauf hoffend, dass es Ihnen irgendwie gelänge, mit einer List ihr Auffliegen zu vereiteln. Die gespannte Armbrust, halb unter dem Mantel vor der Feuchtigkeit geschützt, hervor ziehend wartete der Halbelf gespannt darauf was nun geschieht.

Erst Maldreks schneller Einfall mit den Wildschweinen und Scarletts beruhigende Geste lautlos abzuwarten, ließen etwas Spannung aus dem erstarrten Melandro weichen.

Jetzt galt es Geduld zu beweisen ehe sie einen weitere Annäherung riskieren konnten...
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 16.11.2017, 18:29:46
Maldrek schlich mit den anderen langsam aber sicher an das Gebäude heran. Das er im Dunkeln sehen konnte half ihm ungemein und ein paar Mal konnte er die Scarlett auf einen Ast oder ein Loch aufmerksam machen, bevor sie darauf oder hinein trat. Aber die Pfütze hatte er auch übersehen und  so erstarrte er, als sie mitten hinein traten. Für eine Sekunde hoffte er, dass es nicht aufgefallen war, aber er irrte sich. Die Wache hatte wohl etwas gehört, aber sie nicht gesehen. Zum Glück warne sie noch zu weit entfernt. Fieberhaft überlegte er, was zu tun war. Nachdem sie ja nicht entdeckt sondern nur gehört worden waren wollte er sein Glück mit einem kleinen Zauber probieren. Er hatte das schon das ein oder andere Mal gemacht, mit Tieren kannte er sich etwas aus. Also konzentrierte er sich kurz und ließ die magische Energie frei, die ihm sein Patron gewährte. Er versuchte sich zwei Wildschweine vorzustellen, die erschrocken von dem kalten und nassen Wasser erschrocken quiekend und dann panisch fort rannten. Er stellte sich das Getrampel der schweren Tiere auf den kurzen Beinen vor, das rascheln des Laubes und das knacken der Äste vor, wenn die Tiere darüber rannten und erzeugte dann diese Geräusche.[1]. Danach sah er die anderen an, um zu sehen, ob es überzeugend geklungen hatte, und dann warteten sie. Anfangs atmete er ganz flach, obwohl es natürlich quatsch war, und wartete, ob die Wache auf die Idee kam, im Dunkeln zu suchen, falls er nicht auf den Trick hereingefallen war.
 1. Minor image
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 16.11.2017, 23:30:15
Obwohl Vorbis ein gutes Stück hinter den anderen schlich, nahm er im ersten Schreck an, dass er von der Stimme gemeint war und blieb sofort wie erstarrt stehen. Erst dann begann er, etwas genauer nachzudenken, und gelangte schnell zu dem Schluss, dass die Stimme viel zu weit weg ertönt war, um ihn gehört zu haben - allerdings mussten es dann seine Geschwister gewesen sein, die entdeckt worden waren, was die Lage nicht wirklich verbesserte.
Doch während er noch darüber nachdachte, ob er mit einem seiner Zauber eine wirksame Ablenkung schaffen konnte, hörte er schon das Geräusch fliehender Wildschweine. Vermutlich hatten die anderen die Tiere aufgescheucht, als sie sich dem Anwesen genähert hatten - zumindest jedoch sollte der Wachmann damit zufrieden sein; oder so hoffte der Priester zumindest.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 17.11.2017, 09:43:29
Die Wildschweinlaute schienen den Wächter auf der Scheune zu beruhigen. Zumindest hörten die Waisen in den nächsten Minuten nichts von ihm und es gab auch keinerlei Anzeichen dafür, dass irgendjemand auf dem Hof nachhaltig aufgeschreckt worden war.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 17.11.2017, 10:37:08
Scarlett hatte den anderen Zeichen gegeben, sich ruhig zu verhalten. Sie selbst verharrte auf der Stelle, während sie die Augen ihres Vertrauten nutzte, um den Wächter auf dem Scheunendach im Blick zu behalten[1].
 1. Darkvision 120'
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 17.11.2017, 10:51:15
Eine Weile späte der junge Mann aufmerksam in die Dunkelheit, offensichtlich unsicher, was genau er da gerade gehört hatte und er führte auch ein kurzes Gespräch mit seinem Kollegen auf der Veranda, das allerdings nicht laut genug war, um es wirklich zu verstehen. Nachdem einige Zeit ohne irgendwelche Ereignisse vergangen war, ließ er sich aber wieder auf dem Dach nieder um weiter in die Schwärze der Nacht hinaus zu sehen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 17.11.2017, 12:51:22
Mit der Zeit entspannte sich Maldrek und die anderen wohl auch. Irgendwann fühlte er sich sicher genug, es noch einmal zu probieren. Er musste nur ein kleines Stück näher an den Mann auf dem Dach herankommen. Also ging er einige wenige Schritte vorwärts, vorsichtig und so leise wie möglich[1]und schickte ihm dann seine einschläfernde Magie entgegen.[2]
 1. Stealth 9
 2. Sleep, 90ft. Reichweite
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 17.11.2017, 13:02:45
Bedächtig neben dem Kleriker her gehend, hielt Yzwaz den verabredeten Abstand zu den drei Waisen vor ihnen. Da er weder eine Rüstung trug noch schwere metallene Waffen oder etwas ähnliches bei sich hatte, hielt sich die Geräuschkulisse in Grenzen, mit der der leichtgewichtige Gnom sich bewegte. Vorbis würde sehen können, dass sich Yzwaz' Rückbeschwerden offenbar immens gebessert hatten, denn seinen langen Stab verwendete der grauhäutige Winzling nun nicht mehr als Stütze. Das Holz ruhte beim Gehen locker in seiner Linken. Als vor den beiden ein Ruf erklang, blieb er kurz stehen und lauschte, schien sich aber nicht aus der Ruhe bringen zu lassen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 17.11.2017, 13:08:56
Scarlett schlich zusammen mit Melandro durch die Dunkelheit. Sie näherten sich dem Gehöfts an der Rückseite, wo sie zumindest der Wächter auf der Veranda nicht so bald entdecken können sollte. Beim Tor angekommen nutzte Scarlett ihre Magie, um den innenliegenden Riegel beiseite zu schieben. Sie gab Melandro ein Handzeichen, dass sie nun weiter in das Gelände eindringen konnten.

Während die beiden Schurken sich entlang der Häuserwand schlichen, gab Scarlett Bubo zu verstehen, dass er Maldrek das zuvor ausgemachte Zeichen geben solle, damit dieser sich um die Wache auf dem Scheunendach kümmern konnte.

Der weitere Weg führte sie nun zum nächsten Hindernis, eine weitere Tür, die die beiden innenliegenden Bereiche voneinander trennte. Scarlett gab Melandro zu verstehen, zunächst abzuwarten, während sie alleine vorschlich, um die Türe zu entriegeln, falls sie denn verschlossen war[1].

Dann war es an der Zeit, den Wachmann zu überrumpeln...
 1. Würfelwürfe siehe hier (http://games.dnd-gate.de/index.php?topic=8951.msg1037313#msg1037313)
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 17.11.2017, 14:47:43
Scarlett und Melandro waren bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht bemerkt worden, aber dann hörten sie eine Bewegung auf dem Scheunendach. Sie konnten es zwar nicht sehen, aber der Wächter dort oben war aufgestanden, um erneut in die Dunkelheit hinaus zu spähen, da er wieder etwas gehört hatte. Maldrek hingegen konnte das sehr genau wahrnehmen und er wusste auch, dass es wohl seine Ungeschicklichkeit gewesen war, die den Wächter hatte auf ihn aufmerksam werden lassen. Aber zum Glück war er bereits nah genug heran gekommen an die Scheune, ratterte hastig einige arkane Formeln herunter und sah dann zu, wie der Wächter, der gerade noch etwas hatte rufen wollen, in sich zusammensackte. Er hatte Erfolg gehabt, der junge Mann auf dem Scheunendach schlief nun, wenn auch nur für kurze Zeit.[1]
Da sie genau darauf achteten hörten Scarlett und Melandro den Wächter zusammen sacken und reagierten schnell. Sie eilten um die Ecke und noch hatte der Wächter auf der Veranda sie nicht bemerkt. Dafür konnten die beiden ihn jetzt genau sehen. Er saß auf einem einfach Holzstuhl neben der Tür, nur wenige Meter von dem Geländer der Veranda und der Hausecke entfernt, der sich die beiden Waisen gerade so gut es geht genähert hatten. Er hatte einen Holzschild und eine einfache Axt an die Wand gelehnt und schaute hinaus auf den dunklen Hof, der nur spärlich von der Laterne, die neben der Tür hin erleuchtet wurde. Kaum ein Barthaar säumte sein Kinn und sein Körper würde sicher noch einige Weile brauchen bis er die Schlacksigkeit der Jugend verloren hatte. Aber das kümmerte Melandro und Scarlett gerade recht wenig, denn viel hing davon ab, dass dieser junge Mann nicht seine Freunde im inneren - von denen es gewiss einige gab - warnte.[2]
 1. Der Zauber hält nur 1 Minute
 2. Ihr habt eine Surprise Round und seid 10ft. von ihm entfernt. Alle Angriffe gegen ihn haben Advantage.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 17.11.2017, 15:47:15
Scarlett hob ihre Handarmbrust und feuerte ohne zu zögern auf den jungen Wächter. Der erste Bolzen traf allerdings nur den Holzboden der Veranda. Sich davon nicht beirren lassend, lud sie schnell nach und feuerte direkt einen zweiten Bolzen, der den jungen Mann auch empfindlich in die Seite traf[1]. Wieder legte die Schurkin einen Bolzen ein, für den Fall, dass es noch eines weiteren bedurfte. Scarlett positionierte sich dabei so, dass sie Melandro nicht im Weg stand.

Derweil gab sie ihrem Vertrauten zu verstehen, Vorbis und Yzwaz zu suchen und zum südlichen Eingang in das Gelände zu führen. Die Eule flog direkt los in die Richtung, in der die beiden mit etwas Abstand abwarteten.
 1. RK 23 Schaden 11
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 17.11.2017, 17:21:00
Mit seinen Geschwistern weiter den gefassten Plan verfolgend, war der Pirat nicht unfroh darüber, dass es nun endlich zur Sache ging. Ein Leben mehr oder weniger, mag es auch noch so jung sein, würde ihn nicht um den Schlaf bringen. Lieber ein paar Tage und Nächte voller Regen und Blut dafür einige Wochen des guten Lebens, als die gesamte Zeit über Nichts zu haben außer das Notwendigste und dafür aber ständig zu Schuften! - war sein Motto. Bisher war er stets gut damit gefahren.

Und so, im naßen, dunklen, langen Mantel, hinter der hübschen Scarlett den Hof betretend, schoß der Halbdrow bar jeder Gewissensregung - vielleicht ein wenig voreilig? - an seiner Schwester vorbei um die Wache zum verstummen zu bringen, ehe sie sie alle verriet.[1]
 1. AC: 12, DMG: 14
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 17.11.2017, 18:17:44
Melandros Bolzen schlug nutzlos ins Holz der Veranda ein, aber er war auch gar nicht mehr nötig gewesen, denn Scarlett hatte mit ihrem Schuss den Hals des jungen Mannes erwischt, der nur noch ein gurgelndes Geräusch von sich gab und dann reglos in seinem Stuhl zusammensackte. In den ersten Sekunden gab es auch keine Regung aus dem Inneren des Gebäudes, bisher hatte sie also niemand gehört, aber das konnte sich jeden Moment ändern, wenn sie viel Lärm machten hier draußen. Sehr gedämpft drangen nämlich Stimmen durch Fenster und Türen nach draußen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 18.11.2017, 12:16:49
"Sag davon" mit dem Kinn deutete Melandro auf den fehlgegangen Bolzen "bloß nichts unserem recht schaffenden Dämonenprinzen." wisperte er in Scarletts Ohr während er sich endgültig an ihr vorbei drängte - das Geschoß eilig barg - um leise, aber geschwind die Scheune zu erklimmen und dem eingeschlafenen Wächter, die Atemwege lautlos um eine Kopfeslänge zu kürzen.

Nachdem er die Klinge an am Wams des Toten gesäubert hatte, verharrte der Halbdrow noch für einige Momente am Dach und vergewisserte sich, dass sie nicht gehört worden waren. Seine Armbrust nachladend blickte er schließlich hinunter zu seinen Geschwistern.

Für einen Moment wartend bis seine Schwester zu ihm auf sah, fragte Melandro mit vertrauten Gesten seiner nicht ungeschickten Finger, ob sie oder Bubo einen Blick durchs Fenster riskieren wollte um zu erfahren mit wie vielen sie den nun zu tun bekommen würden.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 19.11.2017, 04:11:53
Scarlett wartete zunächst einen Moment mit gespannter Armbrust ab, ob jemand die Türe öffnen würde. Erst dann zog sie sich in den Schatten des nahegelegenen Baumes zurück, um von diesem Versteck aus den Eingang weiter im Blick zu behalten.

Melandro antwortete die Schurkin mit der Gestik der Diebessprache, dass sie ersteinmal auf den Rest warten sollten, denn schließlich hatte sie ihren Vertrauten ja losgesandt, um Vorbis un Yzwaz zu holen, und er war noch nicht wieder in der Reichweite, wo sie ihn mental kontaktieren konnte.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 19.11.2017, 11:17:05
Nachdem Scarletts Vertrauter sie erreicht und sich ihnen, mit Schnabel und Flügeln sozusagen, verständlich gemacht hatte, nickte der Gnom Vorbis zu und begann ein ziemlich zügiges Marschtempo vorzulegen, das man ihm bei seinen kurzen Beinen kaum zugetraut hätte. Sollte der Kleriker zurückbleiben, würde er immer wieder anhalten, um auf ihn zu warten. Aber es war offenkundig, dass Yzwaz möglichst rasch die Distanz zu den vorausgeeilten Gefährten überwinden wollte.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 19.11.2017, 13:11:09
Als Scarlett wieder die vertraute Gegenwart der kleinen Eule spürte, machte sie sich daran, den Eingang auf der südlichen Seite des Gehöfts zu öffnen. Dort erwartete sie auch die anderen. Sollte Maldrek nicht ohnehin bereits auf dem Weg sein, so würde sie Bubo nochmal losschicken, um auch den Tiefling einzusammeln. Kurz setzte sie den Rest leise flüsternd über die Situation in Kenntnis, ehe sie wieder ihre Position im Schatten des Baumes einnahm.

Der nächste Schritt würde die Türe sein, die ins Haus hineinführt. Scarlett gab Melandro zu verstehen, er solle sich an der Türe bereithalten, um selbige zu öffnen, während der Rest am besten am Eingang des Hofes wartete. Sie selbst würde die Zeit nutzen, um durch Bubos Augen von der abgewandten Seite des Gehöfts im Westen und sofern sie nicht bemerkt würde auch nochmal im Norden durch die Fenster zu spähen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 19.11.2017, 23:06:02
Vorbis folgte dem Gnom - was sollte er schließlich auch allein zurückbleiben? Noch immer hoffte er zwar, dass ein Blutbad vermieden werden könnte, aber im Zweifel sollte es zumindest das Blut ihrer Gegner sein, das floss. Er machte sich nochmals bewusst, dass sie es hier mit Dieben und Mördern zu tun hatten, und als die Erinnerung an die Toten zurückkehrte, die er gestern noch begraben hatte, erlangte er eine neue Entschlossenheit. Direkt hinter Yzmaz eilte er ihren Gefährten hinterher.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 20.11.2017, 08:58:21
Maldrek war etwas zurück geblieben, nachdem der Wächter eingeschlafen war, er wusste dass Scarlett und Melandro besser darin waren, leise zum Ziel zu gelangen. Kurz darauf folgte er ihnen und kam kurz vor Vorbis und dem Gnom am Tor an. Ein kurzer Blick machte deutlich, dass die beiden Wachen erledigt waren.

Bevor Scarlett in Richtung des Hauses ging ließ er sich zeigen, wo sie Wagen standen. Er wollte gerne dorthin und sehen, ob sich im Inneren noch jemand befand. Er wartete aber solange, bis Melandro ins Haus ging, er wollte ihre Anwesenheit schließlich nicht durch eine weitere übersehene Pfütze verraten.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 20.11.2017, 09:11:57
An die ihm zugedachte Stelle aufschließend, verharrte der Halbdrow im Schatten wärend seine Geschwister nach und nach den Hof erreichten.

Erneut zu Scarlett gestikulierend, fragte der Pirat: #Vorbis# - kugelförmige Gestalt mit einer lustigen Mütze - #ODER Maldrek# - herausgestreckte, hin und her rollende Zunge und gewaltige Hörner -  #sollen Feuer rufen. Und wenn sie heraus kommen dann überraschen wir sie. Okay?#

Ein Gebäude zu stürmen war nicht ganz einfach und wenn sie zu fünft der Reihe nach durch die Türe kamen würde es eng werden...
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 20.11.2017, 13:48:56
Scarlett bekam von Melandros Zeichen nichts mit, da ihre Sinne gerade mit denen ihres Vertrauten gekoppelt waren. Aber selbst wenn, den Plan mit dem Feuer hatten sie im Vorfeld bereits verworfen, da es zu gefährlich war, schließlich könnten sie dadurch die Wagen oder die Waren gefährden. Wenn sie die Bande im Haus überrumpeln konnten, wäre das aus ihrer Sicht sicherlich der bessere Plan.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 20.11.2017, 14:58:15
Statt der Zeichen ihres Bruders sah Scarlett also mit den Augen Bubos durch eines der Fenster hinein in den erleuchteten Raum. Tatsächlich handelte es sich um einen einzigen, ziemlich großen Raum, der sich hinter den Fenstern befand und er war ordentlich gefüllt. Er erinnerte eher an einen Schankraum einer Taverne als an ein Bauernhaus, den gleich zwei große und mehrere kleine Tische waren hier aufgestellt und ein rudimentärer Tresen an der östlichen Wand war auch aufgestellt worden. Dazu kamen mehrere Bänke mit Tischen direkt an der nördlichen und der südlichen Wand. Im Kamin an der Westwand prasselte ein Feuer, das Wärme spendete. Verteilt im Raum zählte Scarlett insgesamt sieben Männer und Frauen, drei saßen direkt vor dem Feuer, um sich zu wärmen, ein vierter in der Nähe, allein an einem Tisch und zwei weitere hatten sich in einiger Entfernung an einem der kleineren Tische mit einem Würfelspiel niedergelassen. Ganz allein saß eine Frau auf einer der Bänke an der Nordwand und war mit einem kleinen Büchlein befasst, während sie aus einem Krug Bier trank. Auch die anderen hatten Getränke in den Händen oder in ihrer Nähe stehen und auf einem der großen Tische standen noch die Reste des Abendessens.
Wie bei den beiden Wächtern waren auch hier drinnen einige Waffen zu sehen - Schwerter und Äxte zu großen Teilen, aber die beiden Männer an dem Tisch unweit des Feuers hatten Köcher über ihre Lehnen gehängt und Bögen standen dort an die Wand gelehnt. Allesamt sahen die Leute eher wie unangenehme Zeitgenossen aus, ungewaschen und grob, genau wie man es von Banditen erwartete.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 20.11.2017, 16:43:35
Leise keuchend traf nun auch Vorbis gemeinsam mit Yzwaz bei den anderen ein; trotz seiner Größe war der Gnom flink auf den Beinen, und Vorbis' Bauchumfang war nicht gerade hilfreich beim schnellen Laufen. Trotz allem war er aber nun da und froh, dass noch kein Kampf am Toben war - wobei sich zeigte, dass seine Geschwister offenbar schon die Wachen ausgeschaltet hatten. Nicht zum ersten Mal fragte er sich, mit wem er es hier eigentlich zu tun hatte; natürlich veränderten sich die Menschen mit der Zeit, aber es schien beinahe, als wären alle seine Geschwister zu Assassinen geworden seit ihrer Kindheit.

Nun blickte er fragend die anderen an: Was waren die nächsten Schritte?
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 20.11.2017, 17:09:44
Scarlett blickte zwischen den anderen hin und her und deutete auf eine Stelle in der Nähe des Baums, bei dem sie sich versteckt hielt. Sie murmelte einige arkane Silben und formte unsichtbare Gebilde mit ihren Händen. Als sie damit fertig war, erschien neben ihr ein Bild in der Luft, welches den Innenraum des großen Gebäudes zeigte, so wie sie ihn gesehen hatte[1].
 1. Silent Image
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 20.11.2017, 18:50:05
Höchst interessiert musterte der Gnom das schwebende Bild, während er sich in aller Seelenruhe auf seinen Stab stützte. Mehrfach seinen mächtigen Bart streichend, nickte er vor sich hin. Dann blickte er sich ganz wie Vorbis um und brummte fragend: "Hrm?" Offenbar hatte er damit seiner Meinung nach alles zum Ausdruck gebracht, was zu sagen war.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 22.11.2017, 14:20:32
Eilig war der Plan geschmiedet und die fünf Waisen verteilten sich um den Eingang des Hauses und MAldrek bezog Position vor einem der geschlossenen Fenster bezogen und hielt schon seine Handaxt bereit, um die Läden möglichst schnell auf zu bekommen.
Es war eine gespannte Situation und alle hofften nur, dass die Männer und Frauen drinnen nicht das Gebet von Vorbis hören würden, das dieser sprach, um seine drei Geschwister zu segnen. Doch es hatte nicht den Anschein, denn als Melandro die Tür aufstieß, gab es als Reaktion überraschte Blicke und keine gezogenen Waffen.[1]
 1. Alle eure Gegner sind surprised, ihr könnt also eine volle Aktion durchführen und habt noch dazu Advantage auf alle Angriffswürfe, da die absolut nicht mit euch gerechnet haben und auch noch nicht ihre Waffen gegriffen haben.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 22.11.2017, 15:12:43
Zur Tat schreitend, riss Melandro die Türe auf und lief zum ersten Gegner der für ihn erreichbar erschien. Ohne lange zu fackeln, stach er heftig mit seinem Kurzschwert zu.[1] Dann machte er einen Sprung zur Seite um Yzwaz Platz für seinen Angriff zu gewähren.
 1. Move & Bonus: bis zum Feld: rechts unter die Nr. 7, dann 2x rechts davon aus.
Standard: 1 Angriff: AC: 19, DMG: 9
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 22.11.2017, 15:17:51
Scarlett wartete nicht lange. Geschwind huschte sie in den Raum hinein und bezog eine Position in der Nähe der Tische[1]. Von dort aus feuerte sie ihre Handarmbrust auf einen der Schützen an dem runden Tisch ab[2] und legte direkt einen neuen Bolzen ein. Sofort feuerte sie auch den zweiten Bolzen ab, der ebenfalls gegen den Mann gerichtet war[3].

Bubo folgte der jungen Frau und flatterte ebenfalls in den Raum hinein, um sich auch einmal von drinnen umzusehen[4].
 1. Bewegung: NW, N, NW, W, W
 2. Angriff: RK 18 für 16 Schaden
 3. Bonus-Angriff: RK 15 für 4 Schaden
 4. Bewegung: Bubo bewegt sich neben Scarlett
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 22.11.2017, 15:44:59
Yzwaz folgte Melandro auf dem Fuß[1]. Kaum dass der Halbelf beiseite wich, ließ der Gnom seinen Stab wirbeln und gleich darauf wie ein Gummiball in die Höhe springend einen wuchtigen Tritt folgen[2].
 1. Bewegung: NW, NW, N, N, N, W = 35 ft
 2. Erster Angriff trifft RK 18, Schaden 4, Bonusangriff trifft RK 20, Schaden 6 -> Ziel bewusstlos schlagen angesagt
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 22.11.2017, 21:47:50
Maldrek nutze einen seiner Zauber, um einen der Gegner am anderen Ende zu erwischen, er zielte auf den Mann  in der Ecke. und er hatte wohl sehr gut gezielt, denn der Strahl traf den Mann genau am Hals.[1]
 1. Eldritch Blast auf Gegner Nr. 1: Treffer 24 (Krit), Schaden 12
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Beitrag von: Vorbis am 23.11.2017, 00:50:35
Vorbis folgte den anderen in den Raum, blieb aber kurz hinter der Tür stehen und verschaffte sich einen kurzen Überblick über den Raum, als Maldreks Strahl an ihm vorbei schoss. Kurzentschlossen sprach er ein schnelles Gebet zu Oghma und erbat sich Beistand im Kampf gegen die Feinde. Der Gott schien seine Bitte zu erhören, denn im nächsten Augenblick senkte sich eine Flamme auf den gleichen Gegner und umhüllte diesen.[1]
 1. Sacred Flame auf Gegner 1, 4 Schaden (wenn Dex Save nicht geschafft wird)
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Beitrag von: Idunivor am 23.11.2017, 10:33:33
Der plötzliche Ansturm der fünf Waisen schlug ein wie ein Feuerball in dem großen Raum und nach wenigen Lekunden lagen schon zwei der eben noch ruhig ihr Bier trinkenden Männer und Frauen am Boden. Scarlett fällte einen der beiden Bogenschützen mit ihren zwei Bolzen, der mit einem gurgelnden Geräusch ob des Bolzen in seiner Kehle von seinem Stuhl glitt, während Maldreks Ziel von dem violetten Strahl all seiner Lebenskraft beraubt sich ebensowenig auf seinem Platz halten konnte. Vorbis hatte weniger Glück, da er als letzter in den Raum kam und man ihn nun schon bemerkt hatte, sodass sein Ziel sich gerade noch rechtzeitig wegduckte, während die von Melandro attackierte Frau zwar einen hässlichen Schnitt am Arm hinnehmen musste sich davon allerdings wenig beeindruckt zeigte und auch Yzwaz Hieb nahezu gleichgültig hinnahm.
Jetzt glitten Händen zu Waffen und alle Anwesenden, die bisher gesessen hatten, begannen sich zu erheben. Gegenwehr würde nicht lang auf sich warten lassen, auch wenn bisher nur Ausrufe der Überraschung und noch keine Worte aus den Mündern der Banditen oder was immer diese Leute sein mochten kam.[1]
 1. Initiative:
1. Yzwaz und Melandro
2. Gegner 3, 4 + 7
3. Maldrek und Scarlett
4. Gegner 2 + 5
5. (wird in nächste Runde verschoben) Vorbis
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Beitrag von: Yzwaz am 23.11.2017, 10:49:19
Reichlich verdutzt davon, wie seine Gegnerin die beiden Treffer so mühelos verdaute, murmelte Yzwaz: "Große Macht hier ich spüre..." Darauf ließ der Gnom einen ganzen Hagel von Schlägen und Tritten auf sein Gegenüber hernieder regnen, die allerdings größtenteils recht ungezielt waren[1]. Dabei turnte der grauhäutige Gnom wie ein Wilder vor ihr herum[2].
 1. 1 Angriff + 2 Bonusattacken, treffen gegen RK 12 / 22 / 14, Schaden 5/6 / 6 Punkte
 2. Bewegung: W, also auf der Karte ein Feld nach links.
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Beitrag von: Melandro am 23.11.2017, 15:01:51
Kein bisschen überrascht wie es sein knollnasiger Bruder war - was erwartete sich der Weißbärtige auch? Von ein paar Tritten, so ganz ohne Knüppel und Klinge? - dass die Frau noch nicht in sich zusammensackte, schloß Melandro erneut zu ihr auf. Seine Chance nutzend, dass Yzwaz sie gerade abzulenken wusste, ging der Halbdrow leicht in die Hocke und stieß mit zwei gezielten Stichen nach ihrem Bauch und Unterleib. "Das bin dann wohl ich!" kommentierte der Pirat die Worte seines Bruders dabei beiläufig.[1]

 1. Move: bewege mich 2 Felder nach rechts
Standard: AC: 21, DMG: 13
Bonus: AC: 18, DMG: 2
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Beitrag von: Idunivor am 23.11.2017, 16:27:49
Die Frau knurrte nur: "Ihr werdet das bereuen." und schrie dann: "Los Jungs, macht sie fertig." Allerdings wartete sie nicht ab, bis die anderen im Raum reagierten, sondern sie griff sich selbst den Säbel, der auf ihrem Tisch lag, riss ihn aus der Scheide und sprang behende auf den Tisch, an dem sie gerade noch gesessen hatte. Von hier oben schlug sie auf Melandro ein, um ihm seine Attacken mit gleicher Münze heimzuzahlen.[1] Aber auch der Rest des Raums blieb nicht untätig. Zwei der Männer am Feuer rafften sich auf, griffen sich die Streitkolben, die in ihrer Nähe standen und stürzten auf Scarlett und Yzwaz zu.[2]
 1. 8 Schaden für Melandro
 2. 3 + 4 dashen mit Waffen zu Scarlett und Yzwaz und stehen jetzt jeweils in dem Feld links daneben, neue Karte mache ich dafür nicht. Ihr könnt euch jetzt aber nicht mehr frei bewegen ohne Disengange.
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Beitrag von: Scarlett am 23.11.2017, 19:12:14
Scarlett ließ sich durch den herangenahten Gegner nicht beirren und ihre kleine Armbrust arbeitete weiter. Bevor sie ihr Ziel angriff flog Bubo aber erstmal in dessen Nähe und lenkte ihn gehörig ab, indem die kleine Eule um seinen Kopf herumflatterte[1]. Die Schurkin bewegte sich derweil etwas näher, um den zweiten Schützen auf's Korn nehmen zu können[2]. Zwei weitere Bolzen sausten los[3]. Anschließend wandte sie sich aber doch ihrem Widersacher im Nahkampf zu, der wohl nicht herangeeilt war, um ihr Komplimente zu machen[4].
 1. Bewegung: hin zu #5, Action: Help, Restbewegung: wieder zurück in Scarletts Nähe
 2. Bewegung: N; Scarlett bleibt damit in der Reichweite ihres Nahkampfgegners
 3. Angriff: RK 17 für 12 Schaden und RK 20 für 9 Schaden
 4. Bewegung: S (also wieder zurück auf die alte Position); Rapier ziehen
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Beitrag von: Maldrek am 23.11.2017, 19:19:19
Die Frau hatte hier wohl etwas zu sagen, also war sie ein gutes nächste Ziel. Nach dem Erfolg mit dem letzten Zauber versuchte Maldrek es gleich nochmal mit derselben Taktik.[1] Aber der Treffer war diesmal nicht so durchschlagend.
 1. Eldritch Blast auf die Frau auf dem Tisch, ranged touch attack 16, Schaden 3
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 24.11.2017, 10:31:04
Mit ihrem Bolzen nagelte Scarlett auch den zweiten Bogenschützen an die Wand, vor der er stand, sodass dieser ebenfalls keine Gefahr mehr für sie darstellte. Maldreks Strahl hatte hingegen dieses Mal keinen so durchschlagenden Effekt, denn auch ihn schüttelte die auf dem Tisch stehende Frau mehr oder weniger mit einem Schulterzucken ab. Indessen griff auch der letzte verbliebene Räuber nach seinen Waffen und lief ebenfalls zu Scarlett.[1]
 1. Runde 2
1. Vorbis, Yzwaz und Melandro
2. Gegner 3, 4 +7
3. Maldrek und Scarlett
4. Gegner 2
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 24.11.2017, 11:21:51
Den Treffer wegsteckend, kontert der Pirat den Angriff mit weiteren Stichen auf die Frau auf dem Tisch vor ihm. Zuverlässig wie eh und je führte er Klingen an der Parade der Räuberin vorbei und verpasste ihren Beinen weitere blutende Wunden.[1] Auge um Auge! Hieb um Hieb!

Mit einem Schulterblick vergewisserte sich Melandro, wie es Scarlett erging, nun da die Feinde zu ihr aufgeschlossen hatten. Sollte die Hauptfrau fallen, so würde er nun die Chance ergreifen um zu seiner Schwester vorzudringen und ihr beizustehen.
 1. Sollte Nr. 7 schon nach 15 Schadenspunkten fallen, so dashe ich zu Nr. 2 um dort 6 SP anzurichten. Falls der erste Angriff  nicht ausreicht, so erfolgt der 2te auch auf die Nr. 7. Wenn sie dann immer noch steht, bleibt Melandro, sonst dasht er zu Nr. 2.

Standard: AC: 24, DMG: 15
Free: Dash (einfach weil ich es kann!)
Bonus: AC: 23, DMG: 6
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Beitrag von: Yzwaz am 24.11.2017, 11:27:55
Yzwaz' Meister hatte ihm stets gepredigt: "Zwischen zwei Feuern sich fangen niemals der wahre Weise lässt." Darum ließ der Gnom seinen Stab einen weiten Bogen beschreiben, um den neu hinzueilenden Gegner zu empfangen. Allerdings fiel die Attacke zu rasch und ungezielt aus, um so recht zu treffen[1]. Dafür überraschte der Grauhäutige sein breit grinsendes Gegenüber aber mit einem Hieb, der Sekundenbruchteile später seine Faust wie einen kleinen, aber erstaunlich harten Hammer in die Magengrube rammte, die sich nun auf bequemer Höhe direkt vor ihm befand[2].
 1. Attacke 1 träfe nur gegen RK 12, Schaden 4 Punkte
 2. Bonusattacke trifft RK 24, Schaden 4 Punkte
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 24.11.2017, 18:04:24
Vorbis hatte sich zunächst zurückgehalten, um einen Überblick über die Lage zu bekommen, und merkte schnell, dass seine spärlichen Kampfeskünste wohl nicht benötigt wurden. Jeder Gegner, den er ins Visier nahm, fiel Augenblicke später bereits zu Boden, von Pfeilen oder anderen Angriffen durchbohrt. Schließlich blieben als letzte Gefahr nur noch zwei Gegner übrig, die sich auf Scarlett stürzten[1], und Vorbis bat Oghma um eine weitere heilige Flamme, die einen der beiden treffen sollte.[2]
 1. Zumindest scheinen die beiden anderen von Yzwaz und Melandro im Griff zu sein.
 2. Sacred Flame auf 3
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 25.11.2017, 14:01:12
Jetzt war es Zeit für die Widersacher der Geschwister zurückzuschlagen und schwer gingen die Streitkolben auf Yzwaz und Scarlett nieder.[1] Die zwei spürten die Schmerzen und taumelten für einen Augenblick, während die Frau mit ihrem Säbel auf dem Tisch die Gunst der Stunde nutze, da sie schon aus mehreren hässlichen Wunden blutete und doch sehr mitgenommen aussah, von dem Tisch zu springen und sich in Richtung der Tür an der Südwand zu bewegen.[2]
 1. Insgesamt 9 Schaden für Scarlett und 12 Schaden für Yzwaz
 2. Disengage und Bewegung (siehe Karte)
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 25.11.2017, 14:33:05
Bubo half wieder aus, indem er Verwirrung stiftete, um im Anschluss in Richtung der Feuerstelle zu fliegen[1].

Scarlett nutzte die Gelegenheit, um mit ihrem Rapier zuzustechen[2].

Einen kurzen Moment überlegte die Schurkin, wie sie weiter vorgehen wollte, der Treffer hatte ihr schon ordentlich zugesetzt.

Da sie die offensichtliche Anführerin der Bande nicht so einfach entkommen lassen will, löst sich die Schurkin geschickt von ihrem Gegner[3], um sich an selbige heranzubewegen[4].
 1. Bubo: Help gegen #2; Bewegung zur Feuerstelle
 2. Action: Angriff gegen #2; RK 23 für 11 Schaden
 3. Bonus: Disengage
 4. Move: 2xN, 4xW
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 26.11.2017, 11:23:07
"Du wirst dich nicht einfach davon machen" dachte Maldrek als die Frau sich absetzte. Also zielte er mit seinem Zauber wieder auf sie und diesmal traf er wieder genau sein Ziel[1]
 1. Eldritch Blast 25 (Krit), 12 Schaden
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 26.11.2017, 12:33:03
Scarlett folgte der Dame auf dem Fuße, nachdem ihr Angriff einen weiteren Feind ausgeschaltet hatte, aber sie kam gar nicht mehr dazu ihre Waffen einzusetzen, denn vorher hatte Maldrek mit seinem violetten Strahl arkaner Energien ihr Ziel bereits zu Fall gebracht. Des Lebensatems beraubt viel sie zu Boden und blieb dort regungslos liegen.[1][2]
Während seine Geschwister drinnen mehr und mehr die Oberhand gewannen, wurde Maldrek draußen übel, er wusst selbst nicht wirklich, woher es kam, aber er begann zu schwanken und sein Blick verschwomme, er hatte für einen Augenblick das Gefühl als würde er schweben und dann wieder fallen und merkwürdige Bilder erschienen vor seinem inneren Auge.[3]

 1. Sowohl 2 als auch 7 sind besiegt.
 2. Runde 3
Initiative:
1. Melandro, Vorbis, Yzwaz
2. 3+4
3. Scarlett und Maldrek
4. ???
 3. Dazu mehr gleich per PM
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 26.11.2017, 13:20:35
Da er sich nun auf einen Gegner konzentrieren konnte, fuhr Yzwaz fort, diesen mit einem derart rasenden Hagel an Hieben und Tritten einzudecken[1], dass Hände und Füße des Gnoms fast vor den Augen verschwammen. Es bestand nur noch wenig Ähnlichkeit zwischen seinem üblichen, auf den Stock gestützten Schlurfgang und dem Auf- und Abhüpfen, dem wilden Wirbeln und Herumturnen, das eher an einen Derwisch erinnerte.
 1. 3 Angriffe mit Flury of Blows, treffen gegen RK 22 / 18 / 14, Schaden 5 / 3 / 6 Punkte
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 26.11.2017, 13:33:23
Froh darüber, dass sich seine Schwester so zur Wehr zu setzen wusste, wollte sich der Halbdrow nun Yzwazs Gegner zuwenden, doch der Gnom schien gerade zu zu explodieren vor lauter Fäusten, Schienbeinen und sonstigen Körperteilen, die aber in diesem Augenblick schwer exakt auszumachen und zu benennen waren.

Stattdessen wandte sich der Schwertkämpfer gen Süden und nahm sich den Zurückgebliebenen zu[1], ehe dieser sich auf Vorbis stürzten konnte. Links einen geraden Schnitt an täuschend, setzte der Pirat zwei gekonnte Stiche durch die Mitte durch denen der Räuber wenig entgegen zu setzen hatte.[2]
 1. Move: 3xSüden
 2. Standard - AC: 18, DMG: 13
Bonus - AC: 27, DMG: 2
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 26.11.2017, 15:36:14
Seine Geschwister schienen mit den Gegnern zwar kurzen Prozess zu machen, aber inzwischen hatten auch diese einige wirkungsvolle Treffer gelandet, und insbesondere Yzwaz schien doch recht schwer verwundet zu sein. Dies war jedoch etwas, wo er helfen konnte, und so überbrückte er die Distanz zu dem Gnom[1] und berührte von hinten seine Schulter, während er einige beruhigende Worte sprach, um zu verhindern, dass ihn Yzwaz in seinem Rausch ebenfalls mit Schlägen eindeckte.

Sofort spürte er, wie die reine Lebensenergie seinen Körper durchfloss und die Wunden des Gnoms sich wenigstens zum Teil wieder schlossen.[2] Erleichtert trat er wieder einen Schritt zurück, um seinem Bruder Platz für seine Kampfmanöver zu machen.[3]
 1. Bewegung auf das Feld rechts unterhalb von Yzwaz
 2. Cure Wounds: 6 Schaden geheilt.
 3. 5ft Step diagonal nach rechts unten.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 26.11.2017, 19:18:44
Trotz der Unterzahl kämpften die beiden verbliebenen Banditen mit ungebrochener Kampfeswut weiter und schlugen mit voller Macht auf ihr Ziele ein. Der eine widmete sich Yzwaz, während der andere sich Melandro zuwandte, der soeben zu ihm geeilt war. Der Halbdrow nahm auch gleich einen Treffer von dem Streitkolben hin,[1] aber damit erging es ihm immerhon noch besser als seinem kleinen Adoptivbruder, denn dieser wurde von der Waffe seines Gegners am Kopf erwischt und er wankte merklich auf seinen kleinen Beinen.[2]
 1. 6 SP für Melandro
 2. 12 SP für Yzwaz, damit ist er bei 6.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 26.11.2017, 23:54:45
Da Melandro ihren letzten Gegner gebunden hatte und der kleine Gnom durch den schweren Treffer mehr Probleme zu haben schien, entschied Scarlett sich dafür, ihm zu helfen. Während Bubo schon wieder losflatterte, um ihr Ziel abzulenken[1], machte die Schurkin einen Schritt zur Seite, um in eine bessere Schussposition zu gelangen, während sie ihr Rapier wieder wegsteckte[2]. Dann feuerte sie wieder einmal zwei Bolzen ab[3][4].
 1. Bubo: Bewegung hin; Help; Bewegung zurück in die Nähe der Feuerstelle
 2. Move: N; Rapier wegstecken
 3. Action: Angriff gegen #4: RK 18 für 16 Schaden
 4. Bonus: Angriff gegen #4 (oder #3, allerdings wohl mit Deckung, wenn #4 schon gefallen ist): RK 12 für 11 Schaden
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 27.11.2017, 10:55:39
Die vier Waisen drinnen bemerkten nichts von Maldreks Schwindel, sondern nur, dass durch das Fenster nicht sofort ein weiterer Energiestrahl geflogen kam, wobei sie sich zunächst nichts weiter dachten. Stattdessen ging der Kampf ohne Unterbrechung weiter. Scarlett fällte mit ihren beiden Bolzen auch den Feind, der Yzwaz so schwer zugesetzt hatte, allerdings wandte sie sich dabei unvorsichtigerweise von der Tür im Süden ab, die eine Sekunde später aufgestoßen wurde. In den Schankraum hinein eilten nun vier weitere Gestalten, mit gezückten Schwertern und Messern. Es kostete sie nur Augenblicke sich zu orientieren und dann stürzte sich der erste von ihnen auch schon auf Scarlett, die seinem Angriff aber dank ihrer in den Straßen von Niewinter geschärften Reflexe entgehen konnte.
Die anderen drei, die allesamt keine Rüstungen, sondern nur einfache Kleidung trugen, machten jedoch keinerlei Anstalten, ebenfalls die Dolche in ihren Händen zu benutzen, sondern sie murmelten Gebete und arkane Formeln, zeichneten komplexe Gesten in die Luft und ähnlich wie Vorbis es zuvor getan hatte, regnete unheiliges Feuer auf Scarlett und Melandro nieder. Aber beide waren behend genug, dass sie diesen Flammen auszuweichen vermochten.[1]
Doch damit noch nicht genug, denn der vierte, der eine dunkelgraue wallende Robe trug, beschwörte drei Strahlen aus flüssigem Feuer, die auf Yzwaz, Scarlett und Melandro zurasten. Dem Gnom hinter dem Tisch fiel es nicht schwer dem Strahl zu entgehen und auch Melandro konnte dem Feuer ausweichen, dass stattdessen in den Tresen hinter ihm einschlug und dort einen dunklen Brandfleck hinterließ.
Scarlett hingegen, die so sehr in Beschlag genommen worden war, erkannte, dass sie diesem Angriff nicht auch noch würde entgehen können. Innerlich machte sie sich schon dafür bereit dem Flammenwurf, der direkt auf ihe Brust zuraste zu begegnen, aber irgendetwas lies sie ihre Hand heben und die Flammen brandeten über sie hinweg und sie spürte wie ein Teil der Hitze sie verbrannte, aber nicht so sehr, wie es hätte sein sollen. Das ließ sie für einen Augenblick schwindeln.[2][3]
1. Melandro, Vorbis, Yzwaz
2. 3
3. Scarlett und Maldrek
4. 8-11
Initiative:
 1. Beide Saves geschafft, kein Schaden
 2. 10 SP Feuer, halbiert durch Fire Resistance, dazu kommt eine PM
 3. Runde 4
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 27.11.2017, 16:37:33
Zwar brummte ihm der Schädel von den mörderischen Schlägen seines vormaligen Gegenübers gewaltig, doch der Gnom sah, dass Scarlett, im bisherigen Verlauf des Kampfes eine Killermaschine von erschreckender Effizenz, offenbar nun selbst in Bedrängnis geraten war. Ohne lange zu fackeln, hastete der Yzwaz daher zu ihr hinüber[1], um sich auf einen der neuen Gegner zu stürzen[2].
 1. Bewegung: W, SW, S
 2. 2 Angriffe auf Gegner Nr. 9,treffen gegen RK 13 / 19, Schaden 5 / 4 Punkte.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 27.11.2017, 17:56:12
Leichtfüßig und elegant drehte sich der Pirat zwischen den beschworenen Säulen aus unheiligem Feuer hindurch ohne auch nur ein einzig versengtes Haar davon zu tragen. "Ihr blutigen Anfänger! Wir werden euch zeigen mit wem ihr es hier zu tun habt!" lachte er den Magiewirkern ins Gesicht und duckte sich mühelos unter einem weiteren Strahl hindurch um Vorbis zu erreichen. Voller Energie rief er dem wohlbeleibten Priester dabei zu: " Bruder! Heile mich von den Säbelhieben, damit ich auch diesen Frischlingen die Lichter ausblasen kann!"

Rasch den Neuankömmlingen mit der eigenen Magie entgegen tretend, flammten mit beiläufiger Geste zwei von den dreien auf und waren in das unverwechselbare Feenlicht der Drow gehüllt, dass weitere Angriffe auf sie drastisch erleichtern sollte.[1]

Mit einem achtlosen Blick nach draußen - wo war nur Maldrek abgeblieben? War er etwa geflohen der Feigling?! - besiegelte Melandro aber vorerst sein Schicksal...
 1. Faerie Fire auf 8 (save geschafft), 10 und 11 (save nicht geschafft, gegen die beiden haben alle Angriffe jetzt Advantage)
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 27.11.2017, 23:33:05
Vorbis wollte schon durchatmen, da es nun doch so aussah, als hätten sie die Gegner bald ausgeschaltet, als plötzlich vier weitere aus einer Seitentür kamen und zu allem Überfluss auch noch magiebegabt zu sein schienen. Blitzschnell schossen ihm mehrere Zauber durch den Kopf, um die Feinde zurückzudrängen, doch gleichzeitig bemerkte der Priester, dass seine Kameraden, vor allem Yzwaz und Scarlett, bereits einige Schläge einstecken mussten und gefährlich zu wanken begannen.

Also lief Vorbis an einem der Tische vorbei zu dem Gnom[1] und berührte ihn erneut, um göttliche Energie in ihn zu fokussieren.[2] Im Anschluss sprach er noch ein schnelles Gebet für Scarlett, die ebenfalls in seiner Nähe stand, und auch sie spürte Oghmas göttlichen Segen einen Teil ihrer Wunden verschließen.[3] Schließlich wich er wieder einen Schritt zwischen die beiden Tische zurück.[4]
 1. SW, W, dann müsste ich neben ihm stehen
 2. Erneut Cure Wounds: 5 Punkte Heilung
 3. Healing Word: 6 Punkte Heilung
 4. Bewegung ein Feld nach Osten.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 28.11.2017, 11:59:34
Während Yzwaz einen weiteren Gegner niederprügelte und die heilenden Energien von Vorbis einige der geschlagenen Wunden seiner Geschwister schloßen, gingen zwei der drei verbliebenen Banditen und auch die am Boden liegende Leiche wurden in violette Flammen gehüllt, die sie zwar nicht verbrannten aber doch leicht zu erkennen machten. Das irritierte die beiden zwar ein wenig, aber es kümmerte Melandros eigenen Gegner nur wenig, der ihm direkt gegenüber stand und ihm zur Antwort mit seinem Streitkolben einen sauberen Hieb an den Kopf verpasste, der ihm direkt schwarz vor Augen werden ließ.[1]
 1. 16 SP für Melandro, damit ist er bei 0 und muss Death Saves in seinem Zug machen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 28.11.2017, 12:29:35
Von der Feuerstelle aus flog Bubo zu dem Gegner, der nicht in seltsame Flammen gehüllt war und lenkte diesen ab, um danach zu dem runden Tisch in der Nähe zu fliegen[1].

Sich seltsam energiegeladen fühlend, griff Scarlett derweil ihren Gegner im Nahkampf an und stach mit dem Rapier nach ihm[2].



[Falls #10 zu Boden geht:]

Als ihr Gegner zu Boden ging, sprang die Schurkin schnell über den Körper des Gefallenen, um die beiden Zauberwirker im Nahkampf zu binden[3]. Dabei feuerte sie die Handarmbrust in ihre Richtung ab[4].



[Falls #10 nicht zu Boden geht:]

Danach feuerte sie die Handarmbrust in seine Richtung ab[5].



[Falls #10 nach dem zweiten Angriff zu Boden geht:]

Als ihr Gegner zu Boden ging, sprang die Schurkin schnell über den Körper des Gefallenen, um die beiden Zauberwirker im Nahkampf zu binden[6].
 1. Bubo: Bewegung zu #8; Help; Bewegung zu dem runden Tisch hin
 2. Action: Angriff gegen #10: RK 25 für 14 Schaden
 3. Move: S, SW
 4. Bonus: Angriff gegen #8: RK 12 für 5 Schaden
 5. Bonus: Angriff gegen #10: RK 12 für 5 Schaden
 6. Move: S, SW
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 28.11.2017, 14:37:54
Maldrek versuchte sich draußen wieder zu sammeln und als er durch das Fenster sah das Melandro schwer getroffen zu Boden ging riss er sich zusammen und schickte erneut einen magischen Strahl in Richtung des Gegners bei dem sterbenden Kameraden, damit die anderen sich gefahrlos um ihn kümmern konnten. Aber scheinbar war er noch zu sehr verwirrt von dem Erlebten, so dass sein Strahl das Ziel weit verfehlte.[1]
 1. Fehlschlag
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 28.11.2017, 15:09:57
Erneut schossen drei Flammenstrahlen aus den Händen des Mannes, der jetzt selbst in Melandros Feenfeuer gehüllt war und sie trafen alle ihr Ziel: einer scarlett, einer Yzwaz und eine Vorbis.[1] Sich sehr bewusst, dass dieser Kampf dennoch nicht gerade zum Vorteil seiner Seite verlief wich er anschließend allerdings gleich wieder in den Gang zurück, aus dem er kurz zuvor herausgekommen war und den Scarlett nun einzusehen vermochte. Der andere Mann sprach ebenfalls ein einfaches Gebet und kurz darauf wurde sein Körper von einem schwachen Leuchten umhüllt.[2] Anschließend folgte er dem anderen Mann auf dem Fuße und gab ihm so in dem nicht allzu breiten Flur sogar noch Deckung.[3]
[4]
 1. 7 SP für Scarlett, 2 SP für Yzwaz, 4 SP für Vorbis
 2. Wer 8 auf irgendeine Art gezielt angreifen möchte (Angriffe und Spells) muss einen Wisdom Save gegen DC 12 schaffen und sich ansonsten ein anderes Ziel suchen oder den Angriff verlieren
 3. Nr. 11 hat 3/4 Cover gegen Fernkampfangriffe, solange Nr. 8 nicht besiegt ist.
 4. Runde 4
1. Melandro (bewusstlos), Yzwaz, Vorbis
2. 3
3. Scarlett und Maldrek
4. 8 + 11
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 28.11.2017, 15:36:55
Als er plötzlich ebenfalls von einem Flammenstrahl getroffen wurde, wurde Vorbis bewusst, dass auch er nun wohl genügend Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatte, um ein lohnendes Ziel für die Gegner darzustellen. Glücklicherweise erlitt er jedoch nur leichte Versengungen, die ihn zunächst nicht weiter störten. Schlimmer stand es allerdings um Melandro, der neben ihm von einem üblen Treffer niedergestreckt worden war.

Für den Priester ergab sich eine knifflige Entscheidung. Melandros Gegner sah ihn von der gegenüberliegenden Tischseite aus grimmig an, und Vorbis war bewusst, in welche Gefahr er sich begab, wenn er sich um seinen Bruder kümmerte. Sollte er also stattdessen versuchen, den Feind abzulenken? Doch letztendlich war ihm klar, dass die Priorität Melandros Gesundheit sein musste. Er beugte sich zu seinem Bruder und Freund, und erneut strömte eine Welle der Heilung durch seinen Körper, diesmal noch stärker als zuvor.[1]. Erst als er sah, dass der Drow wieder zur Besinnung kam, schickte er wie als Nachgedanke noch eine kleinere Heilung zu Scarlett.[2]

Kurz zuckten seine Beine bereits, um sich aus der unmittelbaren Gefahr zu begeben, doch irgendeine innere Stimme sagte ihm, dass er seinen am Boden liegenden Bruder nicht einfach im Stich lassen konnte - und so merkwürdig es ihm selbst vorkam, stieg er über die Bank auf den Tisch, so dass er auf seinen Gegner hinabblicken konnte, wie um ihn herauszufordern, statt Melandro ihn selbst anzugreifen.[3]
 1. Cure Wounds für 11 Heilung
 2. 5 Punkte durch Healing Word.
 3. Bewegung ein Feld nach Süden. Ich nehme an, mit 2 Movement komme ich auch auf den Tisch?
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 28.11.2017, 16:06:00
Statt den Flüchtenden nachzusetzen und damit nur in Scarletts Schussbahn zu geraten, umlief der Gnom den Tisch[1], der bei seiner Körpergröße eine hervorragende Deckung bot, und griff den Mann an, der Vorbis und den wehrlosen Melandro bedrohte: Im Laufen stieß er seinen Stab zu einer wuchtigen Attacke voran und ließ mit einer Körperdrehung seinen Ellbogen nachfolgen, in der Hoffnung, diesen Gegner damit zu fällen oder doch wenigstens aus dem Gleichgewicht zu bringen[2].
 1. Bewegung: S, SO
 2. 2 Angriffe auf Gegner Nr. 3, treffen gegen RK 13 / 19, jeweils 6 Punkte Schaden
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 28.11.2017, 22:55:24
Mehr als nur etwas benebelt, rieß Melandro seine dunklen, leicht schräg stehenden Augen auf und musste einmal tief Luft holen um wieder in das Hier und das Jetzt zurück zu finden. Seine Hände - mehr als Reflex als aus tatsächlichem taktischen Kalkül - nach einer Waffe ausstreckend, trieb der Halbdrow die Klinge in den Unterleib seines über ihm stehenden Gegners.[1]

Diese Ablenkung nutzend brachte er sich sofort mit einem blitzschnellen Sprung zurück auf die Beine und zog sich einen Schritt zurück um seine Sinne und das gerade Erlebte zu erfassen.[2]
 1. Standard: Angriff AC: 19, DMG: 9
Bonus: Angriff AC: 14, DMG: 4
 2. Move: 1/2 Move aufstehen
Free: Disengage 1xrechts
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 29.11.2017, 00:41:37
Als die beiden Magier sich in den Gang flüchteten, schnellte Scarletts Rapier vor und durchbohrte dem vermeintlichen Anführer in der dunkelgrauen Robe beinahe den Oberschenkel[1].



Ihren Instinkten folgend, oder auch ohne groß darüber nachzudenken, rannte die Schurkin den beiden hinterher, während sie noch von Bubo überholt wurde, der weiterhin seiner Aufgabe als Ablenkung nachkam[2][3].

Seine Magie konnte ihn nicht schützen[4] und der dann folgende Stich traf den Mann direkt in den Brustkorb und durchbohrte wahrscheinlich sein Herz[5].

Beflügelt, bewegte Scarlett sich einfach weiter über den zu Boden fallenden Körper, um wieder zu dem Grauberobten aufzuschließen[6] und ihn erneut mit ihrer mittlerweile rot glitzernden Klinge zu bedrohen.
 1. Reaction: OA gegen #11: RK 18 für 19 Schaden
 2. Bubo: Bewegung zu #8; Help
 3. Move: Bewegung an #8 ran
 4. Will Save 15
 5. Action: Angriff gegen #8: Critical Hit! für 31 Schaden
 6. Bonus: Dash an #11 ran
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 29.11.2017, 09:24:00
Die Gegner waren aus seinem Blickfeld verschwunden und Scarlett war ihnen nach gelaufen. Maldrek überlegte, was er tun konnte und dann rannte er los, um das Haus herum in Richtung zum Haupteingang. Vermutlich würden die Männer dort versuchen zu flüchten und er konnte sie in Empfang nehmen.[1]

Maldrek spürte durch die plötzliche Anstrengung seinen Körper wieder und der Nebel in seinem Geist verschwand. Er versuchte nicht an die Bilder zu denken, wohl wissen, dass er sich irgendwann damit auseinandersetzen musste - aber nicht jetzt, jetzt war etwas anderes wichtiger. Er war geübt im verdrängen, warum sollte das diesmal nicht gelingen.
 1. Ich laufe soweit ich komme zur Tür am südlichen Ende des Flurs, in dem die beiden und Scarlett stehen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 29.11.2017, 11:46:32
Melandro und Yzwaz schickten ihren Feind ebenfalls zu Boden, während Scarlett sich weiterhin als gespenstisch effizient im Ausschalten ihrer Feinde erwies. Sie wollte gerade noch nachsetzen, doch der Zauber, den ihr Gegenüber dieses Mal wirkte, war offenbar von anderer Natur, denn nur Augenblicke, nachdem der Mann in der Robe seine magischen Formeln beendet hatte, wurde es stockfinster um Scarlett und sie konnte überhaupt nichts mehr wahrnehmen. Stattdessen hörte sie nur, wie ihr Ziel sich entfernte und die Tür sich öffnete und wieder schloss. Es folgte noch ein Krachen aus derselben Richtung.[1]
Indessen stellte Maldrek fest, dass ihm doch wieder schwindelig wurde. Zunächst wusste er gar nicht wie es kam, dass er den Boden unter den Füßen zu verlieren schien, bis er über seine eigenen Schultern blickte.[2]
[3]
 1. In dem schwarzen Bereich auf der Karte herrscht nun absolute Finsternis
 2. Auch dazu gleich eine PM.
 3. Runde 5
1. SC
2. Nr. 11
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 29.11.2017, 16:42:29
Seinen beiden Brüdern erleichtert zu grinsend meinte Melandro sarkastisch: "Na, das hat doch ganz gut funktioniert..."

Seine Klingen verstauend, lief der Pirat bei der Türe hinaus durch die sie erst vor wenigen Sekunden - und Menschleben - zuvor hinein geplatzt waren und stürmte zu einem der Fenster entlang des Innenhofes. Im Laufen zog er dabei die Armbrust von seinem Rücken und vergewisserte sich, dass sie geladen war. Am Fenster angekommen blickte er hinein und überprüfte so, ob sich der verbleibende Räuber dorthin vor Scarlett hin geflüchtet hatte.[1]

Sollte dem so sein, so würde er mit der Schulterstütze der Armbrust das Fenster einschlagen und auf den Mann schießen[2] und danach laut rufen um die anderen Waisen auf die rechte Spur zu führen. Falls er niemanden zu Gesicht bekommt, so würde er zum nächsten Fenster laufen um dort ebenso vorzugehen. Für den Fall, dass er niemanden sähe, fasste der Halbdrow den Plan zu Maldrek aufzuschließen um dem Magiewirker so den Fluchtweg abzuschneiden.[3]
 1. Laut meiner Rechnung genau 12 Felder zum Fenster "links unter dem 2er im Hof".
 2. Bitte bescheid geben, dann würfle ich.
 3. Wohl erst nächste Runde. *s*
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 29.11.2017, 17:07:29
"Mit uns die Macht des Schicksals war" kommentierte Yzwaz Melandros Ausspruch lakonisch. Dann verharrte er noch einen Moment bei dem Halbdrow und Vorbis, um sich zu versichern, dass keiner von ihnen in einem bedenklichen Zustand war, nickte dem Kleriker kurz zu - und turnte dann auf seinen kurzen Beinen in erstaunlicher Geschwindigkeit Scarlett hinterher[1]. Dass aus dem Gang, in dem sie verschwunden war, kein Kampfgeschrei vernehmbar wurde, musste nicht unbedingt etwas gutes bedeuten...
 1. Müsste mit 35 ft. gerade so ohne Dash bis in Scarletts Rücken reichen: W, W, SW, S, S, S
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 29.11.2017, 18:45:30
Scarlett zuckte nur mit den Schultern und deutete auf die schwarze Wand vor ihr, als Yzwaz zu ihr kam, um nach dem Rechten zu sehen.

"Wir sollten zusehen, dass er nicht flüchten kann. Ewig wird er sich hier nicht verstecken können," meinte sie nur und wendete sich ab, um zurück in den Hauptraum zu gehen, wobei sie das Rapier ersteinmal wieder wegsteckte und ihre kleine Armbrust nachlud[1]. Bubo tat es ihr gleich und flatterte ebenfalls wieder in den Raum zurück[2].

"Der mit der grauen Robe konnte sich geschützt von magischer Dunkelheit zurückziehen," erklärte sie dort dem Rest der Gruppe. "Dem anderen ist es nicht so gut ergangen..."

"Und was hat es hiermit eigentlich auf sich..." Die junge Frau deutete mit ihrer Hand auf die Feuerstelle und konzentrierte sich für einen Moment, dann schoss ein feuriger Strahl aus ihrer Hand in den Kamin und warf dabei einige der Holzscheite beiseite[3]. "Hattet ihr auch so eine seltsame Vision?"
 1. Move: 5x N; Rapier wegstecken; Hand Crossbow nachladen
 2. Bubo: Bewegung zu dem kleinen, runden Tisch links unten im Hauptraum
 3. Action: Energy Pool leeren
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 30.11.2017, 09:13:07
Zunächst war er erschrocken als es passierte. Er blickte sich um, weil er nicht verstand,was geschehen war. Doch dann sah er sie und obwohl er es immer noch nicht verstand, beruhigte er sich etwas. Als er merkte, dass er die Bewegung kontrollieren konnte erlebte er ein kaum gekanntes Hochgefühl und musste kurz lachen.

Und dann stand er auch schon vor der Tür. Allerdings konnte er keinen Gegner entdecken, also wartete er und zog sich neben die flachen Büsche am Haus zurück[1]
 1. ich würde gerne im Feld rechts neben den Büschen direkt am Haus stehen (also 2 Felder nach rechts und eines nach oben im Vergleich zur aktuell eingezeichneten Position)
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 30.11.2017, 10:45:49
Der Gnom runzelte beim Anblick der schwarzen Wand, die selbst seine Augen nicht durchdringen konnten[1], die Stirn. "Auch wenn damit allein er ist: Zuviel Zeit ihm nicht lassen wir sollten" brummte er, eingedenk seiner bösen Vorahnungen, was ein Zauberwirker mit ausreichender Vorbereitung alles anrichten konnte. Da er bei der Rückkehr in den Hauptraum einzig Maldrek nicht erblicken konnte, erklärte er: "Nach Maldrek sehen ich werde." Damit war Yzwaz auch schon hinaus geeilt, um den Tiefling zu unterstützen, falls es nötig werden sollte. Scarletts Frage hörte er schon nur noch durch die Tür.
 1. Wovon ich bei einer magischen Dunkelheit mal ausgehe.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 30.11.2017, 11:06:40
Indessen konnte Melandro durch die Fenster nichts sehen, da die Läden verschlossen waren und er sie erst würde aufbrechen müssen, um hindurch blicken oder gar mit seiner Armbrust schießen zu können. Das nahm dann doch eine Weile in Anspruch und hinter dem ersten sah er einen Schlafraum mit einem kleinen Tisch, Öllampe brannte und auf dem einige Würfel lagen. Daneben standen drei hastig beiseite geschobene Stühle. Maldrek hingegen, der sich in einen Busch verzogen hatte und dort feststellte, dass er jetzt wieder ganz er selbst ohne irgendwelche besonderen Merkmale war, erblickte nur Augenblicke später die berobte Gestalt, jetzt nicht mehr in Melandros Feenfeuer gehüllt, die aus der Tür eilte und in die Dunkelheit lief so schnell sie konnte.[1]
 1. Er ist ca. 50ft. von dir entfernt, du siehst ihn also so gerade noch.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 30.11.2017, 12:05:02
Scarlett hielt weiter den Gang und die magische Dunkelheit im Auge.

Währenddessen sagte sie aber noch etwas zu Vorbis: "Danke für Deine Unterstützung! Ohne Deine Magie wäre das hier vielleicht anders ausgegangen."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 30.11.2017, 12:57:56
Auch Vorbis gelangte schließlich hinter den anderen an den Rand der Dunkelheit, und auch er wusste sich keinen Rat: "Tut mir leid, aber dagegen ist meine Magie machtlos. Wir könnten rein, aber ich fürchte, derjenige, der das gewirkt hat, kann darin sehen. In eine solche Gefahr sollten wir uns nicht begeben."

Unschlüssig, was zu tun wäre, versuchte der Kleriker es mit einem kleinen Einschüchterungsversuch, der aber von seinem Gegenüber sicherlich leicht zu durchschauen sein würde. Vorbis schloss die Augen, um sich zu konzentrieren, und plötzlich begann um ihn herum die Erde zu beben[1] - wenn auch nicht stark genug, um jemandem ernsthaft Angst einzujagen. Während der Boden noch vibrierte, erhob er seine Stimme zu imposanter Lautstärke[2] und rief in die Dunkelheit:
"Ergebt euch, dann verspreche ich euch eine faire Verhandlung. Wer sich nicht ergibt, wird die Konsequenzen tragen müssen, wie eure Kumpane vor euch! Ich zähle langsam bis zehn - so lange habt ihr Zeit, mit erhobenen Händen aus euren Verstecken zu treten.

Zehn.

Neun.

..."
 1. Thaumaturgy
 2. ebenfalls Thaumaturgy
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 30.11.2017, 16:48:38
Maldrek zögerte nicht lange, froh über seine Fähigkeit im Dunkeln sehen zu können. Er ziele mit seinem Zauber auf den Mann und der Strahl schoss in die Dunkelheit, wo er sein Ziel traf.[1]. Dann rief er "Er ist hier draußen" und lief dem Mann hinterher.[2]
 1. Eldritch blast (120 ft. Reichweite):19, Schaden 9
 2. Bewegungsaktion in Richtung des Mannes
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 30.11.2017, 17:24:11
Doch Maldrek brauchte sich gar nicht mehr zu beeilen, um dem Flüchtenden zu folgen, denn sein Strahl magischer Energien, den er entfesselt hatte, traf das Ziel in den Rücken und mit einem letzten Schrei, strauchelte er, kullerte einige Meter den Hügel hinuter, den er im Begriff war hinab zu laufen und blieb schließlich mit einem lauten Platschen in genau der Pfütze liegen, in die die drei Waisen nur wenig zuvor auch geraten waren.
Mit Maldreks Treffer verlor auch der Zauber, der die übrigen Waisen noch im Dunkeln ließ, seine Wirkung und sie konnten wieder ohne Probleme durch den zwar noch immer schummrigen, aber jetzt nicht mehr stockfinsteren Gang sehen. Eine schnelle Prüfung ergab, dass das Krachen, das Scarlett gehört hatte, wohl eine Regal gewesen war, das der Flüchtende vor die Tür geworfen hatte, um Verfolger zu behindern, nicht wissend, dass auf der vermeintlich sicheren Seite ein weiterer Feind auf ihn wartete.
Es kostete die Waisen nur einige wenige Minuten, um Gewissheit derüber zu haben, dass es keine weiteren Feinde gab, sondern dass sie alle hier bezwungen hatten.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 30.11.2017, 18:15:49
Den Ruf seines Bruders aufgreifend und so seine drei Geschwister warnend, lief Melandro zu Maldrek und kam etwas außer Atem neben ihm zum stehen. Die Schulterstütze seiner Armbrust auf dem rechten Hüftknochen abstützend blickte er gemeinsam mit ihm hinab zu der Pfütze die ihnen zuvor Probleme bereitet hatte. Nachdenklich einige stille Sekunden vergehen lassend, schwieg der Halbdrow ehe er stumm den Gurt der Armbrust über die Brust schnallte und die Waffe so verstaute. Nicht so recht wissend wie er mit seinem Bruder über das gerade eben Passierte sprechen sollte, nickte er schließlich gewichtig, klopfte dem Tiefling anerkennend auf die Schulter und hielt seinen Blick für diesen einen Moment. Dann wandte er sich ab und ging.

Mit seinen Brüdern und Scarlett den Hof überprüfend durchsuchte er auch gleichzeitig die Räume und Leichen um zu sehen ob irgendwo etwas Besonderes zu finden sei. Briefe und Papiere beäugte der Pirat dabei im Speziellen. Münzen, teure und nützliche Dinge verschmähte er allerdings auch nicht.[1]

Seiner Schwester zollte er mit einer theatralisch tiefen Verbeugung Anerkennung und zog seinen imaginären Hut vor ihr. "Du bist eine gefährliche Frau; Scarlett Tochter von Orbus aus dem Clan Proteg." grinste er danach schelmisch, aber mit deutlicher Achtung in der Stimme.

Ansonsten sah Melandro zu, sich wieder zu erholen und den Grad seiner Verletzungen zu bestimmen. Vielleicht würde ihnen Vorbis ja helfen können. Sonst würde es etwas Ruhe und eine Pause tun müssen...[2]
 1. ... leider nur 4 gewürfelt, also Perception: 11 gesamt.
 2. eventuell einen HD ausgeben.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 30.11.2017, 19:53:06
Maldrek stand neben dem Toten und nach einem kurzen Triumpf erkannte er, dass der Mann wirklich und wahrhaftig tot war. Duch seine Hand. Er hatte nicht gezählt, wie viele Gegner er mit seinen Strahlen getötet hatte. Die anderen waren auch so weit weg gewesen, dass er kaum einen Gedanken daran verschwendet hatte, dass es echte Menschen waren. Aber nun da er den toten Mann vor sich in der Pfütze liegen sah, überlegte er, ob es das alles wirklich wert gewesen war. Und dann kam Melandro und Maldrek spürte wie seine Schutzmauer vor dem Spott des Mannes hoch kamen. Er wollte ihm schon den Wind aus den Segeln nehmen, selbst in die Offensive gehen, ließ es aber dann sein, denn seine Gedanken waren schon wieder bei dem Toten. "Den hast du auf dem Gewissen. Vielleicht war er ein Vater, Ehemann oder Bruder von Jemandem. Vielleicht wird dich bald jemand auf der Welt dafür hassen, dass du das getan hast."

Als Melandro dann sprach fuhr er erschrocken zusammen, bereitete sich auf einen verbalen Schlagabtausch vor und dann kam alles anders. Als Melando, ja was war es gewesen, Mitleid, hatte er in seinen Augen sehen können, was ihn beschäftigte, war es Anerkennung, wenn es Spott gewesen sein sollte so konnte er ihn nicht erkennen. Und dann war er einfach so wieder gegangen und Maldrek blieb verdutzt zurück. Er wollte ihm eine Gemeinheit nachrufen, er hatte die Chance auf einen Stich, aber er schwieg. So stand er da, noch eine ganze Weile, bis die Pfütze so rot war, dass ihm ein Schauer über den Rücken lief und er fort musste. Weg, einfach weg von diesem Anblick.

Er ging zum Haus, aber nicht hinein. Er blieb draußen stehen, spürte die kühle Luft auf der Haut, hörte das Suchen und Räumen im Inneren und stand einfach da. Dann tauchte plötzlich das Bild in seinen Gedanken auf, wie ein Gespenst. Und dann das Gefühl, das er bei seinem Flug gehabt hatte. Was für ein seltsamer Tag - grauenvoll, erfolgreich, ängstigend und wunderlich - was für ein seltsamer Tag.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 30.11.2017, 23:58:51
Scarlett zuckte nur mit den Schultern in Melandros Richtung.

"Es sind dunkle Zeiten. Eine Frau muss sich eben zu verteidigen wissen."

Dann blickte sie nochmal in die Runde und meinte: "Aber wir haben wohl alle einiges dazugelernt in den letzten Jahren, wie mir scheint..."

"Nun, ich würde sagen, wir waren erfolgreich! Vergesst nicht, was sie den Wagenlenkern angetan haben. Dennoch, die Zeit sollten wir haben und es sind immer noch Menschen gewesen, ein Begräbnis ist wohl auch für sie angemessen. Und hier könnten wir sogar Werkzeug finden. Ansonsten sollten wir uns mal in den anderen Räumen umsehen, zusehen, dass wir die Ladung finden und wieder auf die Wagen schaffen. Aber wir sollten auch Wachen aufstellen, ich weiß nicht, ob die hier draußen nur die Gegend beobachtet haben, oder ob sie eventuell doch jemanden erwarteten."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 01.12.2017, 11:44:37
Maldreks offenkundige Betroffenheit zu erfassen, schien für den Gnom schwierig zu sein. Er musterte den Tiefling, nachdem er ihn erreicht hatte, und zog seine Stirn in Falten, die ihn wie einen verwitterten Stein aussehen ließen. Melandro tauchte auf, wurde ungewohnt ernst und verschwand schließlich wieder, ohne ein Wort gesprochen zu haben. Das alles erschien Yzwaz ungewöhnlich und schwer verständlich. Er hatte versucht, seine Gegner kampfunfähig zu machen, um sie womöglich hernach befragen zu können - die übrigen Waisen schienen daran in dem Kampf keinen Gedanken verwendet zu haben. Nun allerdings wirkte Maldrek, als bedauerte er dies - zumindest soweit die abstrakte Denkweise des Gnoms das zu erfassen vermochte. Er trat neben den Tiefling, sah kurz zu ihm hoch und sagte dann: "Lebendig nicht wieder er wird. Den Tod zu geben menschlich ist - das Leben zu geben göttlich." Damit schlurfte der kleine Mann wieder auf seinen Stab gestützt zurück zu den anderen, um den Tiefling seinen Gedanken zu überlassen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 01.12.2017, 16:43:50
Melandros Durchsuchung der Räumlichkeiten förderte nicht allzu viel interessantes zu Tage. Die übrigen Räume des Haupthauses waren ausschließlich Schlafräume, die allesamt eher einfach eingerichtet waren. In einem der Zimmer - so wie es aussah wohl das des Magiers, den Maldrek zu Fall gebracht hatte - stand zwar ein Schreibtisch, aber interessante Schriftstücke gab es hier nicht zu finden, sondern nur ein fast leeres Tintenfass und eine schon brüchig gewordene Schreibfeder, die lange niemand mehr benutzt hatte. Die übrigen Räume zeigten sich als noch viel weniger ergiebig, aber zumindest einige Beutel mit Münzen waren auf dem Schlachtfeld, denn diesen Namen verdiente der große Raum ohne Zweifel, zu finden.[1] Die Ausrüstung der Banditen war hingegen kaum interessant, war sie doch ausnahmslos von nicht allzu hoher Qualität.
Inzwischen war es weit nach Mitternacht und die Waisen mussten anfangen darüber nachzudenken wie und wo genau sie die Nacht verbringen wollten und was es dann am nächsten Tag zu tun galt.
 1. insgesamt 250 Kupfermünzen, 160 Silbermünzen und 75 Goldmünzen
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 01.12.2017, 17:20:13
Vorbis war wie üblich der letzte, der schwer keuchend bei den anderen ankam, die um die Leiche des Magiers versammelt waren. Die Stimmung war ungewöhnlich beschwert, denn er hatte nicht angenommen, dass die meisten seiner Geschwister der Tod von Banditen so schwer nahmen. Doch die Reaktion stimmte ihn selbst etwas froher, denn so sehr hatte sich ihr Charakter seit ihrer gemeinsamen Kindheit dann doch nicht verändert. Vorbis selbst hatte in der adrenalingeschwängerten Stimmung des Kampfes kaum einen Gedanken an das Schicksal ihrer Gegner verschwendet, denn die Todesgefahr, in der er selbst und seine Schwester und Brüder sich befanden, hatte all seiner Aufmerksamkeit verlangt. Jetzt, wo die größte Last abgefallen war, dachte aber auch er darüber nach, dass sicherlich auch viele der Banditen nie das Ziel hatten, Banditen zu werden, sondern durch unglückliche Umstände in dieses Los gedrängt wurden - wie er es so oft auf seinen Reisen erlebt hatte.

Nachdem sie das Anwesen gesichert und sich selbst vergewissert hatten, dass keine weiteren Feinde auf sie warteten, rief Vorbis die anderen zusammen und sah sich deren Wunden an. Bis auf Maldrek war keiner von ihnen unversehrt geblieben, und so erbat er von Oghma ein letztes Wunder, bevor die Erschöpfung ihn heute auslaugen würde.
"Setzt euch hier zu mir, es wird eine Weile dauern." sagte er zu den anderen, und begann mit einem längeren Gebet, das teilweise in einen Singsang überging, der die anderen beinahe zum Lachen brachte. Am Ende jedoch wogte eine Welle von heilender Energie über die Versammelten, ihre Schmerzen waren wie weggeblasen, und die Wunden schlossen sich auf magische Weise.[1]
 1. PoH: 16 Punkte Heilung für jeden.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 01.12.2017, 17:26:33
Scarlett sammelte im Hauptraum auch ihre verschossenen Bolzen wieder ein, die allermeisten davon hatten ihr Ziel erwischt. Sie sortierte sie nach noch brauchbaren und weniger brauchbaren, schließlich konnte man nicht wissen, wem oder was sie sonst noch auf ihrem kleinen Abenteuer begegnen würden.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 02.12.2017, 13:41:13
Unbewegt wartete Yzwaz ab, als der Kleriker seine Gebete anstimmte. Er verzog keinerlei Miene während der Zeremonie, zeigte aber auch wenig Verwunderung, als sich seine diversen üblen Prellungen und Quetschungen wie durch Zauberhand verschwanden. Er klopfte dem dicken Mann danach lediglich auf den Ellbogen, wie ein Mensch es wohl auf die Schulter getan hätte, und brummte: "Große Macht in dir ich spüre." Einen Augenblick später fügte er augenzwinkernd hinzu: "Genug Platz dafür ja du bietest..."

Gekräftigt und erfrischt streckte er seine knotigen Glieder und machte probeweise einige Luftsprünge und andere Verrenkungen. Als er mit dem Ergebnis zufrieden war, wandte er sich an die übrigen Waisen. "Alle Gebäude durchsuchen wir sollten."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 02.12.2017, 15:16:32
Nachdem Melandro zumindest nicht enttäuscht war von der Ausbeute - und einige goldene Münzen in einem unbeobachteten Moment seine eigene Tasche gewandert waren - setzte er sich zu Vorbis ans Feuer und beobachtete skeptisch dessen "Zauber". Dabei war er sich nicht ganz sicher ob der Priester sie nicht alle auf den Arm nahm, bei all den seltsamen Lauten und Gesten die er scheinbar für die Durchführung benötigte.

Nichts desto trotz genoss es das ehemalige Waisenkind als sich seine Wunden zu schließen begannen.

Währenddessen beschäftigte er sich aber auch damit aus den vielen Münzen kleine, glänzende Türme zu bauen und die gesamte Menge der Beute in fünf gleich wertvolle Teile zu dividieren. Jedem seiner Geschwister ein passendes "Bauwerk" aus Münzen überlassend[1], erhob er sich als Vorbis fertig war und nickte zu Yzwaz Worten zustimmend. "Ja, lasst uns die Ladung finden."

Ob sie die restliche Nacht noch hier verbringen sollten - und Wachen aufstellen, oder sie sich hier auf die Lauer legen wollten um zu warten wer kommen würde, wollte der Pirat nicht sofort entscheiden müssen. Wer konnte schon sagen was sie alles vorfanden und was dies zu bedeuten hatte? Dann machte er sich auf um die Scheune zu durchsuchen.[2]
 1. 16 GM, 7 SM pro Person
 2. Perception 14
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 03.12.2017, 15:37:28
Irgendwann riss er sich von seinen düsteren Gedanken los, denn er merkte, das es weniger um die Toten ging, sondern mehr um ihn selbst. Wie ein Spiegel hatte diese Pfütze gewirkt, ein Spiegel, von dem er sich nun abwendete. Und Yzwaz hatte Recht, es war geschehen, sie hatten die Chance, etwas zu erfahren, nicht genutzt. Beim nächsten Mal würden sie schlauer sein.

Schließlich schloss er sich also der Gruppe an, die nach den Wagen schauen wollte.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 03.12.2017, 16:50:49
Es fiel nicht schwer die ganze Ladung zu finden, denn Scarlett hatte einen Teil ja bereits in der Scheune entdeckt. Also lenkten die Waisen ihre Schritte schnell zu diesem Bau und mit einer der Laternen ausgestattet, die an der Tür des Hauses gehangen hatte, untersuchten sie es. Tatsächlich war die Scheune hier weniger eine Scheune, sondern vielmehr ein Lagerhaus. Dutzende Kisten standen hier nicht allzu sauber gestapelt und auf einigen war das Zeichen des Marken Handelshauses zu sehen, andere waren einfach blank. Es war schwer zu überblicken und würde eine lange Inventur brauchen, herauszufinden, die Waren wie vieler Karawanen hier gelagert waren.
Wirklich bemerkenswert war, dass sich in einer Ecke der Scheune ein riesiger Haufen zerhackten Holzes fand und ein aufmerksamer Blick verriet auch, woher dieses kam. Die Reste eines Wagens standen in einer Ecke, der nicht sonderlich fachmännisch zerlegt worden war, sondern scheinbar einfach in Stücke gehackt wurde so gut es ging. Wieso jemand das tun sollte, das blieb für die Waisen zunächst ein Rätsel, denn außer der dem Holz, den Waren und den Wagen befand sich nichts in der Scheune, was irgendwie von Interesse gewesen wäre.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 04.12.2017, 10:08:55
"Mh..." brummte Yzwaz mit gerunzelter Stirn. "Gefunden wohl was wir suchten wir haben... doch wie es zurück schaffen wir sollen?" Es verwunderte den Gnom, dass sich keine Zugtiere fanden. Irgendetwas mussten die Banditen ja schließlich mit den gestohlenen Waren vorgehabt haben - und das war sicherlich nicht, sie ewig hier aufzubewahren. Auch der zerstörte Wagen war schwer erklärbar. "Das Gefühl, dass mehr steckt hinter alledem, ich habe..." orakelte Yzwaz und strich sich nachdenklich über seinen Bart.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 04.12.2017, 13:35:31
Vorbis blieb nach seinem Heilritual etwas länger sitzen als die anderen. Er versuchte es sich zwar nicht anmerken zu lassen, aber auch wenn es Oghmas Macht war, die durch ihn wirkte, war es dennoch stets eine Anstrengung, als Gefäß dafür zu dienen und die Energie durch seinen Körper fließen zu lassen. Nachdem er sich wieder ein wenig gefasst hatte, schloss er aber zu den anderen auf und betrachtete ebenfalls nachdenklich die Ladung und den zerhackten Wagen.

"Die einfachste Erklärung ist wohl, dass es den Banditen schlicht an Brennholz mangelte. Aber etwas merkwürdig mutet das alles schon an." stimmte Vorbis dem Gnom zu. "Das Zurückschaffen sollte nicht unser Problem sein. Einer oder zwei von uns könnten nach Niewinter zurück und dort dem Handelshaus eine Nachricht übermitteln. Die können ihre Ladung dann selbst holen. Die entscheidende Frage ist wohl eher, ob wir die Banditen tatsächlich ausgeschaltet haben. Mir schienen es zu wenige zu sein, als dass dieser Haufen die Straßen derart unsicher hätte machen können. Wenn noch mehr unterwegs sind, werden sie irgendwann hier auftauchen. Und dann wäre es fatal, wenn nur die Hälfte von uns hier wäre.

Die Frage ist also: Hierbleiben oder Nachricht schicken? Oder kann deine Eule"
und dabei wendete sich der Priester an Scarlett, "eine Nachricht schicken?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 04.12.2017, 14:30:30
"Wir haben doch unsere Pferde, damit könnten wir die Wagen vielleicht auch hier wegschaffen, oder nicht? Dass das hier alles war, glaube ich aber auch nicht. Da wird noch mehr dahinterstecken. Allein schon die Frage, was die Überfälle überhaupt bezwecken sollen."

Auf Vorbis direkte Frage antwortete Scarlett noch: "Bubo könnte sicherlich eine Nachricht von uns in die Stadt bringen, wenn uns das weiterbringt. Aber das wird einige Tage dauern. Und er kann natürlich nicht wirklich Fragen beantworten, die dann vielleicht auftauchen. Wenn wir das so machen wollen, sollten wir ihn mit einer Nachricht zu jemandem schicken, den wir kennen, und denjenigen über die Nachricht zum Handelshaus senden. Das dürfte die Erfolgsaussichten sicherlich erhöhen."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 04.12.2017, 15:01:39
In der Scheune angekommen sah sich Maldrek um, wie die anderen auch. Als er den Holzhaufen sah überlegte er zunächst auch, dass es um Brennholz ging, dann kam ihm aber eine andere Idee.
"Vielleicht hat der Wagen auch noch etwas anderes transportiert als die Kisten und sie mussten einen Wagen zerlegen, um es zu finden. Wir hatten uns ja schon gefragt, warum jemand für Baumaterialien so einen Aufwand betreibt, das könnte die Antwort sein. Ich jedenfalls fände es gut noch etwas hier zu bleiben und zu sehen, wer kommt. Es eilt ja nicht, das Material wird ja nicht so dringend gebraucht und im Moment gibt es für meinen Geschmack noch zu viele Ungereimtheiten. Und wenn wir wirklich nur die Fäuste erledigt haben und der Kopf noch da draußen ist, ist das Problem ja nicht gelöst sondern nur kurzzeitig unterbrochen."

Dann schaute er sich die Holzrest an, vielleicht würde er ja etwas finden, was auf die Existenz eines geheimen Verstecks im Wagen schließen ließ.[1]
 1. Falls das auf Investigation geht: 17, falls es Perception ist: 14
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 04.12.2017, 15:22:56
Doch außer den Holzresten war hier nichts an Geheimfächern zu finden und auch der noch nicht gänzlich zerstörte Wagen sah nicht so aus, als wäre hier irgendetwas besonderes zu entdecken. Es war ein stabiler, aber letztlich doch einfacher Transportwagen mit einem einzelnen Zugtier, von dem es hier allerdings im Moment keine Spur gab.
Indessen entdeckte Maldrek aber zumindest ein bemerkenswertes Detail unter all dem Holz. Nicht nur Wagen, sondern auch Kisten mit dem aufgeprägten Wappen der Markens wurden hier zerstört, denn mehrere Fragmente ebenjenes Zeichens konnte er in dem Holzstapel entdecken.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 05.12.2017, 17:02:50
"Heute Nacht werden wir nicht mehr viel finden, denke ich. Es ist dunkel, wir sind alle müde - ich zumindest - und wir sollten versuchen, ein wenig Schlaf zu finden. Falls die Kumpane dieser Banditen auftauchen, sollten wir ausgeruht sein."
Vorbis hatte es bis jetzt nicht bemerkt, aber nachdem nun der Adrenalinschub langsam nachließ, wurde ihm bewusst, dass er dringend eine Mütze Schlaf brauchte.
"Wie teilen wir die Wachen ein?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 05.12.2017, 17:19:16
Maldrek hatte den anderen von einem Fund erzählt, auch wenn er etwas enttäuscht war, dass er Unrecht gehabt hatte. Müde war er auch, aber er hatte keine rechte Lust zu schlafen. Außerdem war da noch diese Vision.

"Ich mache gerne die erste Wache. Ich kann übrigens versuchen wie eine der Wachen auszusehen, dann fällt es vielleicht nicht sofort auf, wenn wirklich noch weitere Räuber auftauchen.[1] Aber vorher würde ich gerne etwas trinken. Ich gehe mal ins Haus und suche nach etwas leckerem. Kommt jemand mit?"
 1. Disguise self
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 05.12.2017, 19:14:21
Beifällig nickte Yzwaz zu Vorbis' Worten. "Ein weiser Vorschlag dies ist" meinte der Gnom. Gleichmütig fügte er an: "Jede Wache übernehmen ich kann." Zu Maldrek gewandt sagte er: "Zeit, uns zu warnen, dann du hast." Wie der Tiefling es anstellen wollte, sich zu verkleiden, blieb dem Grauhäutigen zwar schleierhaft, doch viel zu bewirken die Macht der Magie vermochte, wie Yzwaz wohl gesagt hätte... Er jedenfalls machte sich daran, Maldrek zu folgen, um sich im Haus nach Essbarem umzusehen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 06.12.2017, 10:23:55
Sowieso nicht wirklich erfreut über die Aussicht hier schwere Dinge herum zu schleppen, war Melandro bei den ersten die die Idee unterstützten die Waren hier ruhen zu lassen um weiteren Spuren zu folgen. Viellicht würden sie ja auch zu größerem Reichtum führen...?

"Ja, schlafen klingt nach einer guten Idee." murmelte der Halbdrow schließlich etwas abwesend während er seine Augen noch über die zerhackten Kisten und Wagen streifen ließ und dabei versuchte sich einen Reim auf die ganze Sache zu machen.

Keinen Augenblick daran verschwendend sich selbst als Nachtwache anzutragen - wozu wenn man selbst doch fein schlafen konnte? Und soooo lange war diese Nacht nun auch wieder nicht mehr... - machte sich der Halbelf daran mit seinen Brüdern nach Essbarem zu suchen um sich dann irgendwann in eines der Betten zu legen um etwas Ruhe zu finden. Etwas nagte auch noch die seltsame Vision nach seinem Kopftreffer an ihm. Und diese wollte analysiert werden. Aber wozu das müde und hungrig machen? Maldrek erfüllte solche Aufgaben doch stets gründlich genug, dass es für alle reichte, lächelte Melandro in sich hinein und spazierte zur Küche.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 06.12.2017, 21:04:06
In der zum Glück von ihren Kämpfen unberührt gebliebenen Küche und dem Lagerraum, die sich beide in dem kleinen Steinbau befanden, entdeckten die Waisen genug Essen für ein kleines Nachtmahl, bevor sie sich dann zur Ruhe begaben. Und Maldrek fand dort auch den von ihm gesuchten stärkeren Trank, der ihn wärmte, während er ruhig in anderer Gestalt im finsteren saß und über das nachdachte, was an diesem Abend geschehen war. Aber irgendwann war auch er zu müde und ging in den großen Schlafsaal im Süden des Hauses, in dem sich seine Geschwister niedergelassen hatten. Den Aufenthaltsraum der Banditen mied er dabei und benutzt stattdessen die südliche Tür. Er weckte Yzwaz, der die nächste Wache übernahm, bis jemand anders an der Reihe war.
Am nächsten Morgen lag dichter Nebel über den Hügeln, der schon in der Nacht heraufgezogen war und die Waisen konnten nicht einmal einen Steinwurf weit sehen. Die Sonne konnte nicht durch diesen dichten Dunst dringen und auch wenn es hell war, so fühlte es sich doch nicht so recht an, als ob es warm wäre. Ansonsten hatte sich nichts verändert in dem Gehöft und die Nacht war völlig ruhig gewesen und nichts deutete auf die Rückkehr irgendwelcher weiterer Banditen hin. Einsam lag der Hof auf seinem Hügel im Nebel und niemand interessierte sich für ihn oder den heftigen Kampf, der hier nur wenige Stunden zuvor stattgefunden hatte.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 06.12.2017, 22:42:06
Scarlett war am Morgen sichtlich erleichtert, dass die Nacht ohne weitere Zwischenfälle verlaufen war, sie hatte mit Schlimmerem gerechnet. Auch Bubo flattert munter umher.

"Werkzeug hätten wir hier, vielleicht sollten wir sie zumindest begraben," schlug die junge Frau vor.

"Und dann ist da nochetwas. Während des Kampfes wurde mir auf einmal schwindelig und ich hatte eine seltsame Vision. Habt ihr soetwas auch bemerkt? Ich sah mich für einen Moment plötzlich in einer Höhle, da waren einige Personen mit weiten Roben, die sich nach und nach aufgelöst haben und nur ihre Kleidungsstücke zurückgelassen haben. Ich hab dann eines davon aufgehoben und dann war ich plötzlich wieder in dem Raum mitten im Kampf, nur dass mir das Feuer, was der mit der grauen Robe auf mich geworfen hat, kaum etwas angetan hat. Stattdessen hat es mich irgendwie aufgeladen. Das ist doch schon ganz schön merkwürdig, meint ihr nicht? Habt ihr irgendeine Idee, was das bedeuten könnte?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 07.12.2017, 10:48:52
Der Gnom hatte am sehr früh Morgen wieder seine Übungen gemacht, dabei die eigenartigsten Verrenkungen und Luftsprünge veranstaltet, schien sich aber wieder äußerst wohl zu fühlen. Zu Scarletts Vorschlag nickte er nach kurzem Überlegen nur, wohingegen ihn die Schilderung ihrer Vision deutlich zu interessieren schien. Nachdenklich strich er seinen Bart und murmelte: "Wenn dir nichts anhaben das Feuer konnte, geträumt wohl nicht du hast, hrm?" Darauf schlurfte er etwas abseits, wo er sich im Schneidersitz niederließ, die knotigen Hände auf die Knie legte und die Augen schloss. So saß er eine ganze Weile völlig reglos da, während er seine Gedanken treiben ließ[1].
 1. Meditation, leider nur mit einer 9 (http://games.dnd-gate.de/index.php?topic=8951.msg1038694#msg1038694)...
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 07.12.2017, 14:45:28
Maldrek hatte gut geschlafen und auch nicht wieder von den seltsamen Gestalten geträumt. Er wollte darüber nachdenken, aber der Alkohol hatte ihn schnell an etwas anderes denken lassen. Auch wenn die Folgen nicht direkt dazu zu passen schienen hatte er Angst, dass etwas aus seiner Vergangenheit ihn versuchte einzuholen. Also verdrängte er die Bilder und stand auf. Doch während des Frühstücks erzählte Scarlett von ihrem und da wurde er hellhörig. "Sie also auch".

"Ich hatte auch diesen Traum, oder was auch immer es gewesen war. Aber bei mir hat es etwas anderes bewirkt, nichts mit Feuer, aber es hat mich verändert." Mehr wollte er zunächst nicht sagen, das war alles zu seltsam.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 07.12.2017, 18:17:18
Nach einer allzu kurzen, aber den Göttern sei es gedankt, traumlosen Nacht stand auch Melandro auf und reckte und streckte sich. Yzwaz einen zweifelnden Blick aufgrund dessen Morgenaktivitäten zuwerfend, bediente der Halbelf sich an den Vorräten der Banditentruppe. "Wenigstens haben sie für uns vorgesorgt." bemerkte er dabei zu Vorbis während er spaßeshalber mit ihm einen Streit um den letzten Apfel vom Zaun brach.

Nach dem Frühstück lauschte er den Vorschlägen und verdrehte genervt die Augen als es erneut ums Begraben ging. Manche Leute hatten scheinbar nichts besseres mit ihrer Zeit anzufangen. "Denkt doch an unseren Ruf!" brachte er schließlich aufgebracht ein. "Leichen pflasterten ihren Weg! Wie eindrucksvoll das schon klingt!" schwärmte er seinen Geschwistern vor. "Sie waren die ganze Zeit damit beschäftigt Löcher zu buddeln! - hingegen..." ließ er den Satz unbeendet stehen nachdem er den Gedanken zu seiner logischen Konsequenz fortgeführt hatte.

Scarletts Schilderung von grauen Roben hingegen fesselten auch den Pirat vom ersten Moment an und brachten ihn zum verstummen. Zu Maldrek blickend als dieser anfing, aber sie dann hängen ließ, schnaubte der Halbdrow genervt, ehe er das Gesicht in äußerster Konzentration zusammen zog und eindrucksvolle "Zaubergesten" mit den Händen vollbrachte um wie aus dem Nichts eine winzige Wurfklinge[1] aus nichts als Licht in der Hand zu halten. Dann sagte er mit effektheischend, betont tiefer Stimme: "Ich hatte einen Traum!" und präsentierte seine Schöpfung den Waisen aus Niewinter.
 1. Think Shuriken (https://ae01.alicdn.com/kf/HTB190OlRXXXXXb1aXXXq6xXFXXXT/1-1-gr-e-Naruto-cosplay-shuriken-kunai-PVC-ninja-waffe-werkzeug-anime-kost-m-zubeh.jpg_640x640.jpg)
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 09.12.2017, 19:04:59
Melandros Worte ließen Yzwaz die Stirn runzeln. "Was ist gut daran, wenn deinen Weg die Toten säumen?" fragte er kopfschüttelnd. "Ist es, weil ein großer Krieger sein du willst? Groß machen Kriege niemanden!" Dann nickte er Scarlett zu, um anzuzeigen, dass er mit ihrem Vorschlag einverstanden sei, und blieb mit verschränkten Armen und stoischer Miene neben ihr stehen.

Erst die große Geste, mit der der Halbelf die kleine Wurfklinge präsentierte, ließ den Gnom wieder seine Aufmerksamkeit Melandro zuwenden. Nachdenklich rieb er seine riesige Nase, während er das Ding betrachtete, begleitet von diversen Brummlauten, polterndem Räuspern und dem einen oder anderen "Hrm..."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 10.12.2017, 12:25:51
Für einen Moment zu einem beißenden Scherz ansetzend, überlegt es sich der Halbdrow dann anders und gibt eine ehrliche und von seiner Sache überzeugte Antwort: "Dass man sich in acht vor uns nimmt und niemand uns so schnell überfällt und weg nimmt was uns gehört."

Aus der Wurfklinge innerhalb eines Herzschlags ein Langschwert formend, grinste der Pirat selbstzufrieden während er die "Lichtwaffe" betrachtete und das Licht zu einem leuchtenden Grün (https://vignette.wikia.nocookie.net/starwars/images/1/14/Air_yoda.jpg/revision/latest?cb=20070217145939) abänderte. "Würde dir wohl auch gefallen?" zwinkerte er Yzwaz zu, eher er weitersprach: "Ein großer Krieger? Ooohh nein, dafür bin ich wahrlich nicht geeignet." und ließ das Schwert verschwinden und durch eine gemein aussehende Meuchlerklinge im nächsten Wimpernschlag ersetzen. "Ein gutes Leben lässt sich anders wesentlich leichter erreichen."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 11.12.2017, 14:49:05
Vorbis sah Melandro entgeistert an. "Ist das eigentlich alles nur ein Witz für dich? Ein Spiel?" brach es aus ihm heraus, nachdem der Halbelf nun auch noch ein Schauspiel mit seiner Waffe veranstaltete. "Ist dir denn nicht klar, dass hier Menschen gestorben sind? Natürlich waren es Räuber, aber wie oft habe ich auf meinen Reisen gesehen, wie unschuldige Menschen dazu getrieben worden waren, sich als Räuber zu verdingen. Nicht weil sie abgrundtief böse waren, sondern weil sie keinen anderen Ausweg sahen. Weil die Reichen und Mächtigen sich bei ihren Machtspielen einen Dreck scheren um die Sorgen der normalen Leute.

Und du, du verhältst dich genauso wie einer von diesen Bonzen, ein Prahlhans, der so eitel ist, dass ihn die Belange anderer nicht kümmern. Ja, es war wohl gerecht, was wir hier getan haben. Aber das heißt noch lange nicht, dass man sein Gewissen ausschalten darf. Willst du wirklich als derjenige bekannt, nein berüchtigt sein, dessen Weg von Leichen geplastert ist? Wenn das so ist, will ich mit dir nichts zu tun haben. Orbus würde sich deiner schämen."


Der Priester war sich nicht sicher, wie verdorben sein Bruder tatsächlich war, oder ob er nur seine inneren Unsicherheiten zu überdecken versuchte. Aber er hatte nun einige Tage dessen Verhalten weitgehend unkommentiert gelassen, auch weil er irgendwie dazu gehören wollte - das war nun vorbei. Es wurde höchste Zeit, dass jemand Melandro eine Standpauke hielt; und ihr Ziehvater war leider nicht mehr da, um es zu tun.

Die Sache mit dem Traum, von dem Scarlett erzählt hatte, trat gegenüber seinem Zorn auf Melandro dagegen in den Hintergrund. Er hatte kurz darüber nachgedacht, ob er deren Erlebnis erklären konnte - doch nichts, was er über Magie oder göttliche Wunder wusste, konnte wirklich erklären, was passiert war. Dass Maldrek ebenfalls einen solchen Traum hatte, machte das ganze nur kurioser. Dass Melandro sich wieder darüber lustig machen musste, passte dagegen nur in das Bild, das sich immer mehr über den Halbelf in ihm festigte.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 11.12.2017, 16:29:49
Vorbis aufgebrachte Rede mit einer hochgezogenen Augenbraue stumm lauschend, unterbrach der Halbdrow den Menschen nicht.Erst als die roten Wangen des Priesters zur Ruhe kamen, schnaubte er verächtlich und nickte bekräftigend während er ernst sprach: "Dann überlege es dir. Und tue es gut. Denn meinen Weg habe ich früh eingeschlagen und bin bis heute gut damit gefahren."

Die Lichtwaffe die bisher in seiner Hand geruht hatte verschwand genau so plötzlich wie sie erschienen war, ehe der  Prirat mit ruhigerem Tonfall, aber voll der sachlichen Überzeugung weitersprach: "Ob diese Leute hier gut oder böse waren, liegt nicht an mir zu entscheiden. Sie standen uns im Weg und daher haben wir sie getötet. Andere machen das nicht anders. Ob unter dem Banner der Stadt - der von dir zitierte Bonze vielleicht? - der Religion mein gläubiger Ziehbruder, oder in einer dunklen Gasse. Keiner weint den Toten nach. Und wenn doch dann ist es schlicht Heuchelei."

Als sich Vorbis Gesicht erneut verdunkelte, hob der Pirat schlicht den Finger und gab zu bedenken: "Ich war auch nicht der einzige hier, der bei der Türe herein gekommen ist und alle wortlos Kelemvor übergeben hat."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 11.12.2017, 17:08:11
Als die Wogen des Streits höher zu schlagen begannen, hob Yzwaz begütigend die Arme. Er musste allerdings konsterniert feststellen, dass man ihn ob seiner geringen Größe nicht recht wahrzunehmen schien. Daher räusperte sich der Gnom polternd, um die beiden Streithähne auf sich aufmerksam zu machen. "Das Geschehene nicht mehr ändern wir können, obgleich manches davon weise nicht war" gab er zu bedenken. "Daraus lernen für die Zukunft wir sollten, hrm?" Mit einer Geste in Richtung des Hauses, wo die Leichen ihrer Gegner liegen, meinte er: "Am besten den Toten die letzte Ehre erweisen wir werden, und froh sein, dass nicht an ihrer Stelle wir liegen. Niemals weise Streit ist - hrm?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 11.12.2017, 17:21:31
Vorbis war nach Melandros Antwort nun erst recht in Rage, so dass die Worte Yzwaz' ihn nicht besänftigen konnten.
"Es ist eine Sache, ob ich töte, eine andere, ob ich Spaß daran habe. Mein Handwerk ist das Wissen und die Heilung, aber auch ich bin nicht so naiv zu glauben, alle könnten Freunde sein und sich lieb haben. Das Leben ist ein ewiger Kampf, und manchmal sind dabei Taten notwendig, die ich lieber nicht ausführen würde. Der Unterschied, so meine ich, liegt darin, ob ich mir dessen bewusst bin, was ich tue. Wenn du jeden tötest, der dir im Weg steht, und dabei noch Späße machst und offenbar furchtbar aufgekratzt bist, weil du damit deinen Ruhm mehren konntest - bei wem auch immer; sind die Frauen wirklich so versessen auf Mörder? - wo ziehst du dann die Grenze? Wenn du eine Frau haben willst, die einem anderen gehört: Bringst du ihn dann um? Wenn du Geld dafür bekommst, einem Mann seinen Nebenbuhler aus dem Weg zu schaffen: Tust du es dann? Hinterfragst du es wenigstens? Wo ist deine Grenze, Melandro?

Ich weiß, du hattest immer schon deinen Ruf, und er war dir immer schon wichtig. Früher ging es aber um eher harmlose Streiche. Und wenn es dein Ziel ist, dass die Leute dich fürchten, weil Leichen deinen Weg pflastern, dann sag es mir jetzt. Und überleg auch du dir gut, was du sagst."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 11.12.2017, 17:53:47
Yzwaz einen Seitenblick zuwerfend, konnte sich Melandro aber nicht von Vorbis lösen und lachte zynisch als er vernahm was ihm sein Bruder an den Kopf warf. "Frauen?!" fragte er irritiert, ja ungläubig. "Ich muss doch keinen Mann töten oder einer Frau Gewalt antun um mich zu vergnügen. Die kommen doch von alleine zu mir du Narr!" und schüttelte dabei den Kopf.

Bei jedem anderen hätte er sich abgewandt und wäre gegangen und viel schien auch in diesem Moment dafür nicht zu fehlen. Doch statt dessen blieb der Halbdrow stehen und sah seinem Bruder aus funkelnden Augen für einige sehr lange Momente direkt an, während er versuchte seiner spitzen Zunge nicht freien Lauf zu lassen. Stattdessen antwortete er mit zu Beginn emotionsloser Stimme: "Das Töten macht mir keinen Spaß und ich töte nicht um des Tötens willen. Nur... wenn es sein muss so muss es eben sein. Und wenn sie dann tot sind, dann bleibe ich nicht stehen und schlage Kelemvors Zeichen über ihnen und lüge betreten murmelnd wie nett und fehlgeleitet sie doch nicht gewesen waren."

Ganz unerwartet und plötzlich leiser, aber um so intensiver, beinahe flüsternd sprach der Halbelf heiser weiter während sich sein Blick tief in Vorbis Augen bohrte: "Nein mein guter Vorbis. Ich sehe zu, dass mir ihr Tot dient. Mir nützt. Sie andere abschrecken. Sie allen mit ihrem Ende durch meine Hand deutlich machen, dass niemand meinen Weg ungestraft im Bösen kreuzt. Denn nur so bleibt man sicher vor denen die nicht so satt und selbstzufrieden sind wie du es bist. Vor denen die nach mehr hungern als ihnen das Leben einst in die Wiege legte." Mit dieser Offenbarung seiner Lebenseinstellung zwischen ihnen ausgesprochen, verharrte Melandro und las konzentriert in Vorbis Gesicht wie dieser die Worte hörte und aufnahm.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 11.12.2017, 18:57:17
Maldrek war hin und her gerissen. Melandros Worte bestätigten seine Meinung über den Halbdrow, aber ein wenig war Maldrek auch erschrocken darüber, was aus Melandro geworden war. Oder verstanden sie den Halbdrow alle falsch? Immerhin, die Situation draußen, die Maldrek nun wieder in den Sinn kam, die gar nicht zu Melandro gepasst hatte, oder zu dem Bild dass er sich von Melandro machte, schon immer gemacht hatte. Oder war es nur ein Moment der Schwäche gewesen, und Melandros wahres Wesen kam jetzt zum Vorschein.

"Ich hatte nicht das Gefühl das irgend einer von uns aus Spaß getötet hat. Aber wir waren effizient, wir alle." Jetzt hatte er sich doch eingemischt. Aber auf wessen Seite stand er? Gab es hier überhaupt Seiten, bzw.. sollte es sie geben?
"Kommt, wir sind gemeinsam hier her gekommen und haben die Diebe gestellt. Wir haben sie alle getötet, ohne darüber nachzudenken. Vorbis, ich helfe dir gerne, sie zu beerdigen, aber ehrlich gesagt eher aus praktischen Gründen, die Wagenlenker waren Opfer, echte Opfer. Ohne Grund, naja ohne einen redlichen Grund wurden sie getötet. Diese hier waren auch Täter und haben ihre Strafe erhalten. Sie war sehr hart, aber sie hatten die Chance, sich zu ergeben. Sie haben sie nicht genutzt. Auch mich erschreckt das Blutbad, das wir angerichtet haben, aber es geschah nicht aus Lust am Töten. Komm, Vorbis, wir sind alle erregt und sollten uns erst einmal beruhigen."

Nach einer Pause fügte er noch an. "Und keiner von uns kann sagen, was Melandro erlebt hat, welche Erfahrungen seine Haltung geprägt haben. Wir sollten ihn nicht vorschnell verurteilen." Er konnte fast nicht glauben, das er sich das sagen hörte. Als müsse er ein Ungleichgewicht wieder ins Lot bringen sprach er gleich weiter. Aber auch du, Melandro, du siehst das Vorbis das wichtig ist, wenn es dir nicht wichtig ist, ist das deine Sache, aber auch du solltest Vorbis nicht vorhalten, das er eine andere Haltung dazu hat. Wir sind zusammen hergekommen und sollten uns jetzt nicht entzweien."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 12.12.2017, 10:41:22
Da niemand auf ihn zu hören schien, verschränkte Yzwaz die Arme vor der Brust, seinen Stab in einer knotigen Faust, und hörte dem weiteren Streit unbewegt zu. Der Gnom rätselte, was seine Brüder wohl dazu antreiben mochte, Atem und Energie darauf zu verwenden, dass sie sich gegenseitig vorwarfen, nicht derselben Meinung zu sein - ohne dass aber einer auf die Idee kam, dem anderen die Argumente darzulegen, die ihn zu seiner speziellen Philosophie geführt hatten. So verfolgte der Grauhäutige den hitzigen Wortwechsel stumm, indem seine Augen unter den buschigen Brauen von Redner zu Redner huschten. Nur gelegentlich gab er so etwas wie ein "Hm-hrm..." von sich.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 12.12.2017, 10:59:44
Auch Scarlett hatte offenbar kein großes Interesse daran, sich in die Streitigkeiten über Lebensphilosophien einzumischen. Daher machte sich die junge Frau daran, Werkzeug zusammenzusuchen, um ihren Vorschlag später nocheinmal aufzubringen, die Körper der gefallenen Banditen zumindest zu begraben. Melandro konnte dann ja Wache halten, wenn er das für unsinnig hielt.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 12.12.2017, 16:04:35
Vorbis blickte tief in Melandros Augen, als dieser seine Stimme senkte. Und dort erblickte er zum ersten Mal seit ihrem Wiedersehen ehrliche Aufrichtigkeit. Er war also noch da, sein Bruder, auch wenn er sich eine Fassade zurechtgelegt hatte, die er womöglich selbst kaum noch von seinem wahren Ich unterscheiden konnte. Immerhin: Vorbis war beruhigt, dass Melandro nicht, wie er kurz befürchtet hatte, zu einer seelenlosen Tötungsmaschine geworden war. Zwar war sein Umgang mit Gewalt für Vorbis nur schwer zu ertragen, aber verloren war der Halbdrow nicht.

"Gut." Sagte er nur, und nickte Melandro dabei fast unmerklich zu.

"Dann lasst uns überlegen, was wir nun tun. Wir sind alle ausgeruhter und können unserem Verstand mehr vertrauen als noch gestern abend. Die Situation hat sich nicht verändert: Hier befinden sich mehr Waren, als wir transportieren können, und es besteht durchaus die Möglichkeit, dass Verbündete der Banditen auftauchen. Mein Vorschlag ist der Folgende: Wir beseitigen zunächst die Spuren des Kampfes. Danach durchsuchen wir die restlichen Gebäude - vielleicht finden wir ja doch noch irgendwelche Beweise, die auf die Hintermänner hindeuten. Außerdem inventarisieren wir alle Beute, die wir finden können. Dabei halten wir natürlich immer Ausschau nach sich nähernden Feinden. Gegenvorschläge?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 12.12.2017, 18:19:24
Vorbis "Gut" als Eingeständnis des dicken Priesters betrachtend, verflüchtigte sich die kalte Wut aus Melandros Bauch und ließ ihn für einen Moment emotional in der Luft hängen. Rasch entschloss sich der Halbdrow deshalb dazu, etwas Produktives zu tun, vor allem etwas, dass nicht nach harter Arbeit stank und nahm die Armbrust von seinem Rücken. Dabei überprüfte der Pirat mit einem beiläufigen Blick, dass die Waffe geladen war und verschwand "Ich passe auf, dass euch nichts passiert." verkündend nach draußen um einen Aussichtsposten zu beziehen und etwas frische Luft und Sonnenschein zu tanken.

Und das ihn von allen ausgerechnet der stets urteilende Maldrek zu verteidigen versucht hatte, dass musste erst einmal verdaut und durchdacht werden geisterte es durch den Kopf des Halbelfs.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 13.12.2017, 10:19:09
Yzwaz nickte brummend, als der Streit schließlich beendet schien. Der Gnom machte sich ohne großes Zeremoniell daran, Scarlett zu helfen. "Wut, Zorn, aggressive Gefühle: Die dunkle Seite der Menschen sind sie" meinte er dabei weise nickend.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 13.12.2017, 10:53:04
Nachdem die Wogen zumindest fürs erste wieder geglättet waren, machten sich die Waisen an die - nicht gerade angenehme - Arbeit. Ihnen war schnell klar, dass sie den Aufenthaltsraum niemals in einen Zustand bringen würden, dass nicht mehr auffiel, was hier geschehen war. Sie hatten hinter dem Haus eine Grube ausgehoben und die Leichen hinein gelegt und dann mit Erde bedeckt. Es waren keine Einzelgräber, aber dafür hatten die Waisen nicht wirklich die Zeit und sie waren sich auch nicht sicher, ob die Banditen eine solche Behandlung überhaupt verdienten.
Dennoch blieben viele dunkle Flecken auf den Holzbohlen des ehemaligen Bauernhauses und auch einer im Flur zu den Zimmern. Dazu kamen all die zerbrochenen Krüge und Möbel, die den heftigen Kampf nicht schadlos überstanden hatten, die schwarzen Brandflecken, die von der entfesselten Magie hinterlassen worden waren.
Nachdem hier das Gröbste erledigt war, war es bereits Mittag und die Waisen konnten sich endlich daran machen, die gestohlenen Waren genauer in Augenschein zu nehmen und noch einmal nach irgendwelchen Dokumenten zu suchen. Das einzig geschriebene, was sie fanden war das kleine Büchlein, das die Anführerin gelesen hatte . Enttäuscht mussten sie aber erkennen, dass sich hier gar kein wirklicher Text fand, sondern dass es sich eher um eine Art Bilderbüchlein handelte, in dem verschiedene Szenen aus dem Leben und Wirken berühmter Helden der Schwertküste abgebildet waren. Sie konnten einen ihnen unbekannten Drachentöter sehen, Barbaren im Kampf und einen einsamen Dunkelelfen, der mit zwei Säbeln in einem Meer aus Orks stand.
In der Scheune wurde ihnen hingegen klar dass hier nicht alles, was auf den Karawanen gewesen war in der Scheune zu finden war. Es waren vielleicht zwei oder drei Wagenladungen, aber dem Berg an Holz zu Folge mussten es mindestens doppelt so viele Kisten gewesen sein. Es bestand also kein Zweifel daran, dass jemand einen Teil der Waren bereits von hier abtransportiert hatte. Und tatsächlich tauchten in den frühen Abendstunden, kurz vor Sonnenuntergang, zwei Wagen am Horizont auf, der aus Richtung der großen Straße kamen und zielstrebig auf das Gehöft zuhielten. Sie waren noch zu weit weg, um irgendwelche Details zu erkennen, außer, dass die Wagen wohl zu ihnen kommen würden. Wohin sollten sie hier in der Wildnis auch sonst unterwegs sein? Den Waisen blieb noch eine kurze Weile sich vorzubereiten, dann würden die Fremden nah genug sein,
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 13.12.2017, 11:16:45
"Maldrek, Du kannst doch Dein Aussehen verändern. Ich besitze einen Zauber, der ähnliches vermag. Vielleicht können wir sie so in eine Falle locken?" schlug Scarlett vor, als sie die Wagen entdeckt hatten. "Womöglich können wir jetzt die Antworten auf die Fragen finden, die wir suchen. Wir müssen nur sicherstellen, dass sie nicht direkt bemerken, dass hier nicht alles in Ordnung ist."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 13.12.2017, 19:52:44
"Sie gefangen nehmen wir sollten" nickte Yzwaz. "Am besten verstecken mich ich werde." Damit schaute er sich zuversichtlich auf dem Hof um, wo sich hinter einem Strauch, einer Regentonne oder einem ähnlichen Sichthindernis ein guter Platz für ihn finden würde. Immerhin war er deutlich kleiner als ein Mensch, so dass er sich auch würde verbergen können, wo ein solcher keinen Raum fände.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 14.12.2017, 13:17:08
Vorbis hatte es nicht ganz so leicht, ein gutes Versteck zu finden, wie der Gnom. Allerdings musste er auch nicht so nah am Geschehen sein wie der kleine Berserker, und fand so ebenfalls eine Position von der aus er alles im Blick hatte und mit der einen oder anderen Heilung eingreifen konnte.[1] Wenn es zum Kampf kommen sollte, würde er wieder versuchen, seine drei kämpfenden Geschwister[2] zu segnen, und erinnerte sie daher daran, dass sie versuchen sollten, in seiner Nähe zu sein, wenn sie den Hinterhalt starteten.
 1. Nehme ich mal an.
 2. Melandro, Yzwaz, Scarlett
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 15.12.2017, 16:52:21
Nachdem sie lange gesucht hatten war klar, dass sie ohne weitere Informationen versuchen mussten, die Falle zu stellen. Aber wenn die Ankömmlinge sie kannten war es egal, das er den Namen nicht wusste und wenn nicht konnte er die Leute fragen, zu wem sie wollten. Also versuchten sie ihr Glück so wie geplant. Scarlett und er nahmen die fremde Gestalt an und einer der anderen öffnete das Tor, solange die Wagen noch weit genug entfernt waren, um das fremde Gesicht nicht erkennen zu können[1] "Die Wagen sollen am besten gleich in den Hof fahren, falls was schief geht kommen sie da nicht so leicht weg."
 1. falls nicht möglich werde ich in der neuen Gestalt das Tor öffnen
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 17.12.2017, 10:41:57
"Meine Idee wäre, dass Maldrek und ich die Gestalten von dem Magier und der Kriegerin annehmen, damit sie vertraute Gesichter sehen. Wir sollten versuchen, sie in den Hof zu locken, aber da wir nicht genau wissen, wer da kommt und wie die Verhältnisse zwischen ihnen sind, sollten wir nicht zuviel mit ihnen reden. Wahrscheinlich haben sie eine bestimmte Vorgehensweise, die sollten wir nicht unterbinden. Sie in Sicherheit wiegen und in eine günstige Position locken, damit wir zuschlagen können. Wenn es nur zwei Fahrer sein sollten, können wir sie auch zur Aufgabe zwingen, aber ansonsten würde ich eher sichergehen, da wir ihre Fähigkeiten nicht kennen. Allerdings sollten wir zusehen, dass sie diesmal nicht sterben, damit wir sie befragen können, oder auch als Gefangene mit nach Niewinter nehmen können," erklärte Scarlett nochmal etwas ausführlicher ihren Vorschlag.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 17.12.2017, 10:55:27
Von Yzwaz war nichts mehr zu sehen. Der Gnom hatte Scarlett aber offenbar gehört, denn kaum war sie mit ihren Erklärungen am Ende angelangt, schob sich für einige Momente der Stab des Grauhäutigen aus einem Busch hervor und machte einige winkende Bewegungen. Yzwaz hatte aufmerksam zugehört - und einverstanden er war!
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 17.12.2017, 14:20:29
Den Plänen seiner Geschwister zustimmend, verbirgt sich Melandro äußerst gekonnt neben dem Eingang um sofort einsatzbereit zu sein wenn es wieder Schwert-Arbeit zu verrichten galt.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 17.12.2017, 20:08:09
Die Waisen handelten schnell und bereiteten alles vor, nachdem sie sich kurz abgesprochen hatten, was genau sie jetzt tun wollten. Maldrek und Scarlett wirkten ihre Zauber und von einem Augenblick auf den anderen waren zwei der ursprünglichen Bewohner des Gehöfts nach Hause zurückgekehrt. Melandro postierte sich bei dem Tor und öffnete es, sobald die Wagen nah genu waren. Tatsächlich steuerte einer der beiden Wagen direkt in den Innenhof, während der andere vor dem Scheunentor stehen blieb.
Maldrek und Scarlett standen auf der Veranda und konnten so gut sehen, womit sie es zu tun hatten. Zwei Männer, einer davon ein Mensch und einer ein Zwerg saßen auf dem Kutschbock des Wagens, der den Karawanenwagen nicht unähnlich war. Die Ladefläche war gefüllt mit einer ganzen Reihe Kisten, allerdings konnten die Waisen nicht sehen, was genau sich darin befand. Beide waren bewaffnet. Der Zwerg mit einer großen Axt, der andere Mann mit einer schweren Armbrust und einem Knüppel. Diese Waffen lagen griffbereit neben ihnen auf dem Kutschbock, sie machten aber keine Anstalten danach zu greifen.
Stattdessen herrschte der Zwerg die zwei verkleideten in dem Moment an, in dem er mit dem Wagen in den Hof fuhr: "Was ist hier los? Wo sind die fertigen Kisten? Wir müssen heute noch wieder zurück nach Niewinter! Und wo sind eure Leute? Und wieso ist das andere Tor nicht offen? Habt ihr die Nacht wieder zu viel gesoffen?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 18.12.2017, 07:42:49
Maldrek machte einen Schritt nach vorne und hob entschuldigend die Hände. Er versuchte heiser zu klingen und nuschelte etwas. "Wir hatten Ärger mit ihnen." Dann sah er Scarlett an und sagte. "Komm, hol sie raus."

Noch in ihre Richtung schauend nutze er seine magische Formel und zeige dann auf den Wagen, um den Zauber, der die Männer in den Schlaf schicken konnte, dort zur Wirkung zu bringen.[1]
 1. 20ft Radius, bis zu 30 hp werden betroffen
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 18.12.2017, 09:55:17
Maldreks Zauber überraschte die beiden offensichtlich völlig, allerdings musste der Tiefling schnell feststellen, dass es seiner Magie nicht gelang auch nur einen der zwei zu überwältigen und während der Mensch verwirrt den Kopf schüttelte, verfinsterte sich der Blick des Zwerges und er funkelte Maldrek böse an. Doch für den Augenblick war auch er noch überrascht.[1]
 1. Runde 1 (Überraschungsrunde)
1. SC (außer Scarlett), Maldrek hat schon seine Aktion gemacht
2. Zwerg (handelt diese Runde nicht)
3. Scarlett
4. Menschen (handeln diese Runde nicht)
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 18.12.2017, 10:34:31
Darauf bauend, dass seine Geschwister die beiden im Hof gut überwältigen würden, wartete der Pirat noch bis er Vorbis Segen ergattern konnte. Denn sofort danach trat Melandro selbstbewusst vor das Tor, ging einige Schritte auf die beiden Männer am Wagen zu und schoss dem Linken der beiden kaltblütig einen Bolzen mitten in die Brust ehe dieser überhaupt verstanden hatte was geschah.[1]
 1. Move: 1xO, 1xSO, 3x0 (müsste für die 30 Fuß fürs Sneaken gerade ausreichen)
Standard: Ranged Att. CRITICAL! AC: 28, DMG: 26 auf Nr. 2
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 18.12.2017, 11:26:37
Kaum hatte der Kleriker seinen Segen gesprochen, sprang Yzwaz aus seiner Deckung[1] und attackierte den Menschen auf dem Kutschbock mit einem Hagel von Hieben, um ihn zu betäuben[2].
 1. Bewegung: W
 2. 3 Attacken, treffen RK 21/11/23, Schaden: 4/4/5 Punkte
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 18.12.2017, 16:36:43
Vorbis hatte abgewartet, bis Maldrek seinen Zauber wirkte und die Ankömmlinge ohnehin gewarnt waren. Im gleichen Moment jedoch hatte auch der Kleriker seine Segnung den drei Kämpfern anheim getan, wobei er sich jedoch so weit im Hintergrund hielt wie möglich, um nicht zu viel Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.[1]
 1. Die anderen haben es ja schon beschrieben: Ich setze mein Blessing auf Yzwaz, Melandro und Scarlett.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 18.12.2017, 17:07:30
Scarlett visierte derweil den Zwerg auf dem Kutschbock an, den sie als den gefährlichsten Gegner einschätzte. Von einem Stuhl hinter ihr startete Bubo und flog zu ihrem Ziel hin, um ihm mit den Krallen am Bart zu zupfen[1] und dann gleich wieder in einem der nahegelegenen Bäume zu verschwinden[2].

Dann holte die junge Frau ihre kleine Armbrust hervor[3] und schoss zielsicher auf den Banditen[4]. Mit ihren flinken Fingern lud sie direkt einen weiteren Bolzen und feurte erneut[5].
 1. Bewegung zum Zwerg & Help Action für Scarlett
 2. Bewegung zu dem gelblichen Baum links
 3. Move: Waffe bereitmachen
 4. Action: Angriff gg. Zwerg: RK 24 für 14 Schaden
 5. Bonus: Angriff gg. Zwerg: RK 18 für 5 Schaden
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 18.12.2017, 17:15:27
Erneuten kamen die Waisen wie Raubvögel auf ihre Ziele hinab, aber diese hier waren offensichtlich sehr viel widerstandsfähiger, denn keiner fiel unter den Attacken, auch wenn das ein oder andere Gesicht danach schmerzverzerrter war. Besonders Melandros Gegner grunzte lautstark und hielt sich die Schulter, die der Bolzen erwischt hatte, aber er brach noch nicht zusammen.[1]
 1. Runde 2
1. SC (außer Scarlett)
2. Zwerg
3. Scarlett
4. Menschen
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 18.12.2017, 17:41:40
So hatte sich Maldrek den Auftakt ihres Hinterhaltes nicht vorgestellt. Also versuchte er etwas anderes, solang die beide Gegner noch direkt neben einander saßen. Er schleuderte ihnen eine Säurekugel entgegen, der beide treffen konnte.[1]
 1. Acid Splash, betrifft beide Gegner, Dex-Save gegen 13, Schaden je 6 Punkte
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 19.12.2017, 00:06:47
Ein wenig überrascht darüber, dass sein Bolzen nicht den gewünschten Effekt gehabt hatte, drehte sich Melandro um und lief auf leichten Elfenfüßen bis in den Hof hinein. Geschwind umrundete er den Wagen, wobei er seine Waffen wechselte um im Rücken des menschlichen Kutschers wieder aufzutauchen. Ohne zu zögern vollbrachte er mit seinem Kurzschwert einen eleganten, aber leider wenig wirkungsvollen Schnitt. Dann tanzte er einen eleganten Schritt zur Seite der den Piraten aus der direkten Reichweite des Feindes brachte.[1]
 1. Move: Waffe wechseln und los starten. 6 Felder
Bonus: Dash restliche Felder bis rechts unter die Nr.1 - dann zustechen - dann einen Dash-Schritt nach rechts auf das Tor zu, das in der gleichen Reihe wie der 3er ist.
Standard: AC: 28, DMG: 7
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 19.12.2017, 10:43:12
Trotz der eher ernüchternden Ergebnisse hämmert Yzwaz unverdrossen weiter auf seinem gewählten Gegner herum[1].
 1. 2 Attacken, treffen RK 25/13, Schaden: 6/4 Punkte
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 19.12.2017, 13:08:28
Vorbis fand es beinahe furchterregend, mit welcher Vehemenz die Angriffe seiner Geschwister auf die Gegner einprasselten. Er hoffte, sie dachten daran, dass sie wenigstens einen von ihnen noch verhören wollten - besser zwei - aber konnte dahingehend nur wenig unternehmen. Einer der beiden Männer auf dem Kutschbock war bereits gefallen, und es sah nicht so aus, als würden sie aus ihm noch etwas herausbekommen. Und beim Zwerg, der von drei Seiten Angriffen ausgesetzt war, wurden seine Künste wohl ebenfalls nicht benötigt.

Melandro jedoch war nach draußen gegangen zu dem anderen Wagen, und Vorbis war nicht gerade wohl bei dem Gedanken, ihn schutzlos dort kämpfen zu lassen - auch wenn er vor kurzem noch eine heftige Auseinandersetzung mit dem Halbdrow gehabt hatte. Gerade als der Priester seine Position unter dem Baum verlassen wollte, um Melandro zu folgen, kehrte dieser jedoch wieder zurück und schaltete sich ebenfalls in dem Kampf gegen den verbliebenen Zwerg ein. Um nicht unnötig zu riskieren, mit einem Zauber womöglich für den Tod des Feindes zu sorgen, blieben Vorbis nur wenige Handlungsmöglichkeiten. Er überlegte kurz, dem Zwerg den magischen Befehl zu geben, seine Waffen fallen zu lassen, doch würden seine Geschwister schnell genug reagieren, um von ihm abzulassen? Abgesehen davon würde das Unterbewusstsein des Zwergs sich möglicherweise gegen den Befehl sträuben, im Angesicht der Gegner.

So verblieb Vorbis zunächst passiv und beobachtete das Geschehen weiter, wobei er jedoch ein Auge darauf hatte, wann die anderen beiden Gegner in den Kampf eingreifen würden.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 20.12.2017, 11:01:14
Der Zwerg schüttelte jetzt die Überraschung ob des plötzlichen Ansturms, fing sich aber schnell und knurrte laut: "Das werdet ihr bereuen." Mit einem flinken Satz beförderte er sich vom Kutschbock und eilte mit der Axt in der Hand auf die Veranda. Dort ließ er die Waffe direkt auf Scarlett niederfahren, die so schnell nicht ausweichen konnte und einen hässlichen Schnitt hinnehmen musste.[1]
Im Tor tauchten indessen die beiden anderen Menschen mit schweren Armbrüsten in den Händen und Knüppeln an den Gürtel auf, um zu sehen, was genau hier vor sich ging.[2][3]
 1. 11 SP für Scarlett
 2. Da sie den Hof nicht betreten triggert Vorbis Aktion auch nicht.
 3. Runde 3
1. SC
2. Gegner
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 20.12.2017, 15:46:57
Scarlett ließ sich von der Wunde nicht beirren, während sie doch hoffte, dass der sich in der Nähe befindliche Vorbis den schweren Treffer mitbekommen hatte. Erneut griff sie den Zwerg mit ihrer Armbrust an, während Bubo für Ablenkung sorgte[1], um gleich darauf hinter der Scheune zu verschwinden. Zwei Bolzen schossen in Richtung ihres Widersachers[2].
 1. Help Action und Bewegung an die Wand südlich der "8"
 2. Action & Bonus: RK 17 für 4 Schaden, RK 27 für 7 Schaden + 4 Sneak Attack
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 20.12.2017, 16:15:07
Froh darüber, dass er gemeinsam mit Yzwaz wenigstens einen der Neuankömmlinge schlafen gelegt hatte, verbarg sich der Halbdrow hinter dem Wagen und wechselte erneut die Waffen.

Hinter dem Fahrzeug heraus zielend, schoss der Pirat seinen Bolzen[1] auf den unverletzten Fahrer des zweiten Fuhrwerk nur um dann erneut hinter dem Karren ab zu tauchen und ein paar geduckte Schritte zur Front zu laufen. So sollte er eine bessere Deckung gegen etwaige Geschosse haben die ihm als Antwort um die Ohren fliegen könnten.[2]
 1. Falls der Stealth-Wurf (DC: 21) klappt: AC: 27, DMG: 25
Falls der Stealth-Wurf nicht klappt: AC: 8, DMG: 5
 2. Bonus: Hide mit DC 21
Standard: auf den noch unverletzten Gegner schießen (glaube Nr. 3)
Move: Melandro in eine Schussposition bringen die ohne Abzüge angreifen lässt, nach dem Schuss in das Feld oberhalb von der ausgeschalteten Nr. 1 hingehen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 20.12.2017, 16:59:59
Da der erste Mann bewusstlos zu sein schien, nutzte Yzwaz den Sturmlauf des wütenden Zwerges, um dem Axtschwinger auf dem Fuß zu folgen[1], und versuchte ihm gleich den Stab über den Schädel zu ziehen[2].
 1. Bewegung: NW, NW, NW.
 2. Zwei Attacken, die gegen RK 10/15 träfen und 3/4 Punkte Schaden anrichten würden. Mieser ging's kaum... ::)
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 20.12.2017, 19:22:43
Als der Zwerg plötzlich vor ihnen auftauchte, war Maldrek kurz erschrocken. Er hatte nicht an seine schützende Magie gedacht, weil er weniger Widerstand erwartet hatte. Aber das hatte vielleicht auch Vorteile. Also nutze er die Chance um seine magische Rüstung zu aktivieren[1] und schaute den Zwerg aggressiv an. "Hey du Wicht, legst du dich nur mit Frauen an?" rief er ihm zu, um ihn zu einem Angriff zu provozieren und von dem Gnom und Scarlett abzulenken.
 1. wenn ich mich richtig erinnere provoziert das keinen Gelegenheitsangriff mehr
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 21.12.2017, 16:11:09
Die beiden Gegner waren nun zwar aufgetaucht, aber etwas anderes war gerade wichtiger: Der Treffer, den Scarlett abbekommen hatte, schien ziemlich heftig gewesen zu sein, und der Priester war nicht sicher, ob sie einen weiteren ohne weiteres überstehen würde. Also ließ er die Neuankömmlinge zunächst gewähren und kümmerte sich stattdessen um die Verletzung seiner Schwester.[1]
 1. Cure Wounds für 5
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 21.12.2017, 16:36:52
Die beiden Männer am Eingang vermochten den Halbdrow, der schon auf jeden von ihnen geschossen hatte nicht so recht zu sehen und deshalb feurten sie ihre Bolzen auf das nächstbessere Ziel und das war Vorbis, der seiner Schwester zu Hilfe eilte und damit direkt in ihr Schussfeld geriet. Allerdings hatten die Treffer sie schon merklich mitgenommen und so grub sich einer der Bolzen in das Holz der Veranda, während der andere nur Vorbis’ Schulter streifte.[1]
Indessen ließ der Zwerg sich auf Maldreks spottende Worte ein, drehte sich um und knurrte durch vor Wut zusammengebissene Zähne: "Wünsch dir nichts, was du nicht ertragen kannst, Dämonenbrut." Anschließend fuhr seine Axt nieder auf ihr Ziel und sofort spürte der Tiefling den beißenden Schmerz, den das Blatt verursachte.[2][3]
 1. 1 SP, Concentration-Check nötig, siehe OoC
 2. 11 SP für Maldrek
 3. Runde 4
1. SC
2. Gegner
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 21.12.2017, 17:17:27
Hatte er eben noch gelächelt, verging Maldrek dies nun. Er spürte den Schmerz des Schlages, der ihn schwer getroffen hatte, gleichzeitig spürte er aber, wie sich eine magische Energie aufbaute, um zurück zu schlagen. Er hatte diesen Zauber lange nicht benutzt und vergessen, wie befriedigend dieses Gefühl war, trotz des Schmerzes, der davor nötig war.[1]
 1. Hellish Rebuke, Dex Save gegen 13, 13 Schaden oder 6 (wenn Save gelingt)
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 21.12.2017, 17:42:56
Der Zwerg hatte damit offenbar nicht gerechnet, denn als die höllischen Flammen ihn einhüllten wurden auch die zahlreichen Wunden offenbar, die Scarlett und Yzwaz ihm schon zugefügt hatten. Er wankte jetzt merklich und hielt sich nur noch mit Mühe auf den Beinen. Durch jetzt nicht mehr aus Wut, sondern aus Schmerz zusammengebissene Zähne knurrte er: "Verfluchte Zauberteufel!"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 21.12.2017, 17:49:34
Plötzlich war der Schmerz wie weg geblasen und Maldrek nutze den Moment und ließ einen weiteren Spruch folgen.[1]
 1. eldritch blast 18, Schaden 4
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 21.12.2017, 18:00:46
Scarlett meinte dazu nur: "Treffend...", und wirkte ihrerseits nun ebenfalls einen Zauber, der ihre zuvor gezückte Klinge[1] mit brodelnder Energie einhüllte, die einem leichten Donnergrollen glich. Bubo kam wieder einmal als Ablenkung herbei[2] und schnell zuckte das Rapier der Schurkin vor und durchbohrte einen Arm des Zwergs[3]. Die Energie ging bei dem Angriff auf den Zwerg über, der nun davon umtanzt wurde[4].

( Sollte der Zwerg fallen )

Während sein Körper noch zu Boden sackte, sprang Scarlett bereits von der Veranda herunter und huschte vor dem Wagen im Innenhof in Deckung[5]
 1. Move: Rapier ziehen
 2. Help Action
 3. Action: Booming Blade + Angriff auf den Zwerg: RK 28 für 14 Schaden, um ihn zu betäuben
 4. Sollte er sich freiwillig bewegen, erhält er 1d8 Donnerschaden
 5. Bonus: Dash - Bewegung auf das Feld links neben Melandro (Stealth 13)
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 21.12.2017, 19:38:15
Yzwaz hob seinen Stab, um dem Zwerg noch einmal einen Schlag auf den offenbar harten Schädel zu geben. Ehe er jedoch die Bewegung zu Ende geführt hatte, schienen seinen Umrisse für einen Moment zu verschwimmen. Dann löste sich der Gnom mit einem leisen "PFLOPP" in Luft auf. Im selben Moment schälten sich seine Umrisse vor den beiden verbliebenen Gegnern aus der Luft. Einen Herzschlag lang schien der Gnom kaum minder überrascht als die Männer. Doch er fing sich rasch, machte mit seiner freien Hand einige kreisende Bewegung und stieß sie dann ruckartig nach vorn. Ein dumpfer Knall ertönte und ließ seine Gegenüber schwanken[1]. Erneut machte es "PFLOPP", und Yzwaz tauchte wieder hinter dem Zwerg auf, wo er zuvor gestanden hatte. "Erstaunt ich bin. Hrm?" kommentierte er das verwirrende Schauspiel.
 1. Fist of Four Thunders, für 2 Ki-Punkte, entspricht Zauber Thunderwave (http://www.5esrd.com/spellcasting/all-spells/t/thunderwave): Schaden 8 Punkte (http://games.dnd-gate.de/index.php?topic=8951.msg1039753#msg1039753) für beide, Constitution Save gegen 12, um Schaden zu halbieren und zu vermeiden, dass die Ziele 10 ft. nach hinten geschleudert werden.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 21.12.2017, 20:02:35
Froh darüber, dass sich seine Geschwister so gut zur Wehr setzen konnten, zwinkerte Melandro seiner Schwester zu als diese gelaufen kam und wiederholte seine Heckenschützentaktik noch ein weiteres Mal. Weshalb etwas ändern wenn es so gut funktionierte?[1]

 1. Bonus: Hide (DC:22)
Move: 3x W (auf das Feld mit der Nr. 2 Bezeichnung), dann schießen und dann 2x Osten (Feld oberhalb von Gegner Nr. 1)
Standard: ob mit oder ohne Hide AC: 20, mit Hide & Sneak: 18 DMG, sonst 7 DMG auf den Gegner Nr. 2
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 21.12.2017, 23:19:08
Doch Melandro stellte fest, dass es schon kein Ziel mehr für ihn gab. Mit ihrem Donnerschlag hatte Scarlett den Zwerg bewusstlos zu Boden geschickt und Yzwaz donnernde Fäuste hatten seine beiden Ziele aus dem Tor hinaus geschleudert, wo ihre Körper merkwürdig verdreht liegen blieben ohne sich zu rühren. Nach Melandros gut gezielten Bolzen hatte ihnen das wohl den Rest gegeben.
Wieder hatte es die Waisen nur Augenblicke gekostet ihre Feinde auszuschalten, aber dieses Mal waren zumindest zwei von ihnen - der Zwerg und sein Menschengefährte - noch am Leben.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 22.12.2017, 10:04:17
Hinter dem Wagen mit der hölzernen Armbrust im Anschlag unverhofft auftauchend, blieb der Halbdrow unverrichteter Dinge stehen und legte sich die Waffe dann gleichmütig über die Schulter als er das Ergebnis ihres Hinterhalts betrachtete.

Sich zu Yzwaz stellend, warf Melandro einen prüfenden Blick auf die beiden Toten und brummte schließlich "Alles meine hervorragende Vorarbeit..."

Die Waffe wieder hinter seinem Rücken verstauend, fragte er beiläufig mit dem exakten Tonfall seines Bruders auf den Lippen: "Teleportieren du dich kannst? Ein großer Krieger du wohl bist." Dabei behielt er für die entscheidenden Momente ein todernstes Gesicht, ehe er spöttisch grinste und Yzwaz zuzwinkerte.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 22.12.2017, 11:00:15
Nachdem der Kampf vorüber war, stiefelte Yzwaz zu den beiden Männern, die er mit seinem Zauber umgeworfen hatte. Sein Gesicht war verzogen, als Melandro zu ihm trat. Er schüttelte betrübt den Kopf und schien weder das Zwinkern des Halbelfen noch seinen Tonfall recht wahrzunehmen. "Nein - ein großer Narr ich bin" versetzte er leise. "Sie zu töten nicht nötig gewesen wäre... überrascht ich war, und so übereilt ich entschied. Dumm, sehr dumm!" Dabei hatte er sich fest vorgenommen, diesmal nur Gefangene zu machen und keine weiteren Toten zu produzieren! Mit hängendem Kopf und zerknirschter Miene marschierte er langsam zurück zum Haus. Der Weg zur wahren Weisheit schien noch unendlich lang...
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 22.12.2017, 11:25:30
"In der Hitze des Gefechts hat man sich nur schwer unter Kontrolle," versuchte Scarlett dem Gnom zumindest ein wenig beizustehen. Dann wurden ihr seine Worte von Überraschung erst richtig bewusst. "Hattest Du etwa auch so eine mekwürdige Vision?
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 30.12.2017, 21:38:17
Nach so kurzer Zeit machten die Waisen sich schon wieder daran die Spuren eines Kampfes aus dem Weg zu schaffen, aber dieses Mal galt es zumindest zwei Gefangene zu fesseln. Die beiden waren ziemlich mitgenommen, aber sie würden es überstehen. Schnell waren sie mit Seilen gefesstelt und nachdem zwei weitere Leichen hinter dem Haus zu Ruhe gebettet waren, machten die fünf sich daran die Waren der Markens auf die beiden Wagen zu verladen. Genau für diesen Zweck hatten die Kontaktmänner der Banditen einige Kisten mitgebracht, aber trotzdem war es schweißtreibende Arbeit und die ursprünglichen Bewohner wären wohl auch einige Stunden beschfätigt gewesen. Jetzt mit halb so vielen Händen, von denen noch dazu einige mit wachen halten befasst waren, wurde es schnell Nachmittag. Die Arbeit an den Kisten wurde dann aber doch jäh unterbrochen, denn eine der Gefangenen - der Zwerg - regte sich.
Er öffnete die Augen, zerrte für einen Augenblick an seinen fesseln und funkelte dann seinen Wärter böse an, allerdings ohne ein Wort von sich zu geben.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 31.12.2017, 11:27:25
Yzwaz hatte auf Scarletts Frage freimütig von seiner Vision berichtet, in der er seltsamen, gesichtslosen Gestalten in Kapuzenmänteln begegnet und dann durch eine Tür in ein Baumhaus getreten war, aus dem er ein helles Licht hatte scheinen sehen.

Bei der Arbeit zeigte er sich zum Erstaunen aller trotz seiner geringen Körpergröße als einer der kräftigsten. Auch ausdauernd schien der Gnom zu sein, denn er schleppte klaglos wie eine Ameise die für ihn riesigen Lasten hin und her, stets mit demselben gleichmütigen - oder jedenfalls schwer durchschaubaren - Gesichtsausdruck.

Als der Zwerg zu erwachen begann, macht er seine Geschwister darauf aufmerksam und schlug vor: "Nun ihn befragen wir sollten. Hrm?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 01.01.2018, 13:55:50
Und so kam es, dass Melandro - nachdem er die Leichen und die Gefangenen sicherheitshalber durchsucht (und geplündert) hatte - schnell feststellte, dass harte Arbeit immer noch nichts für ihn war. Nicht das er es nicht ernsthaft versuchte, aber was sollte man da nur machen?

Deshalb begab er sich nach einem kurzen Gastspiel erneut auf seinen Wachposten um zu sehen, dass sie nicht gestört wurden wärend das Diebesgut in die gerade frisch angelieferten Kisten verpackt wurde.

Gerade als er einen Rundgang abgeschloßen hatte, erweckte Yzwaz die Aufmerksamkeit des Piraten. Einen Gassenhauer aus Baldurs Tor (https://www.youtube.com/watch?v=zkj_ov_0LA4) fröhlich summend, stellte sich der Halbdrow neben seinen Bruder und blickte mit einem wissenden Grinsen auf den Zwerg hinab, ehe er begann: "Na mein Freund? Fühlst du dich auch gut untergebracht?" Melandros Stimme triefte dabei vor falscher Süße und Sanftheit. "Möchtest du uns vielleicht erzählen wo ihr diesen ehrlich erbeuteten Bauschutt hinführen wolltet?" Seine Hände scheinbar gedankenverloren auf die Griffe der Langdolche legend, war in den kalten Augen des Piraten kein Mitgefühl zu sehen, mochte seine Stimme auch noch so gefällig und freundlich sein. "Und wenn du schon dabei bist; Wer steckt den hinter dieser ganzen Geschichte?"

Aus seiner Bereitschaft auch etwas spitzer Nachzufragen keinen Hehl machend[1], versuchte es der Halbelf aber zuerst mit Worten und freundlicher Nachfrage. Sollte sich der gefesselte Zwerg als ... unzugänglich für nette Worte erweisen, so würde es der Pirat eben anders versuchen ihnen allen diese Information zu beschaffen.
 1. Für den Fall das Melandro Unterstützung erhält: Intimidate 22, alleine Intimidate 19
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 01.01.2018, 15:26:42
Der Zwerg funkelte Melandro nur finster an: "Spart euch eure süßen Worte und auch eure Drohungen. Von mir erfahrt ihr überhaupt nichts. Macht ein Ende und schickt mich zur Fugenebene!" Der Blick des kleiner gewachsenen Mannes war widerspenstig und keine Spur von Furcht in seinen Augen zu erkennen. Es würde sicherlich nicht leicht werden überhaupt irgendetwas aus ihm heraus zu bekommen, so es überhaupt möglich war.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 02.01.2018, 22:26:37
Vorbis hatte inzwischen ebenfalls mitbekommen, dass der Zwerg erwacht war, und schob sich neben Melandro. Während er mit einigen kleineren Ingredienzien hantierte und sich als Kanal für die Magie Oghmas zur Verfügung stellte, begann er, auf den Gefangenen einzureden: "Wir wollen dich nicht töten. Geh in dich und erkenne die Wahrheit: Du möchtest uns alles erzählen, was du über diese Sache hier weißt, denn du hängst an deinem Leben, und du weißt, dass wir Gnade walten lassen, wenn du dich uns gegenüber kooperativ zeigst."[1]
 1. Suggestion: Opfer hat Will Save gg. 13
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 02.01.2018, 22:51:43
Der Zwerg grunzte verächtlich bei Vorbis Worten: "Gnade? Dass ich nicht lache. Und was ich in meinem innersten will, dass weiß sowieso nur ich allein. Und mit euren magischen Tricks braucht ihr es auch gar nicht erst versuchen. Wird nix werde, werde nix sagen. Also bringt es jetzt hinter euch."[1] Mit seinem widerspenstigen Blick forderte der Zwerg die Waisen geradezu heraus ihm eine Klinge in die Brust zu rammen und es machte nicht den Anschein, als ob sich daran so ohne weiteres etwas würde ändern lassen.
 1. Wisdom Save geschafft
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 03.01.2018, 20:06:21
"Hrm" ließ sich Yzwaz vernehmen. "Ihm nicht willkommen das Angebot scheint. Weise werden wohl niemals er wird" kommentierte er die Halsstarrigkeit des Bärtigen gleichmütig. "Vielleicht mit dem anderen reden wir können. Sie voneinander trennen jedoch dafür wir sollten."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 04.01.2018, 00:08:18
"Bringen wir ihn einfach zu den Rittern, die kriegen schon was aus ihm raus," schlug Scarlett vor, wenn sie nicht in Hörreichweite des Zwergs waren. Da die Magie nicht wirkte - es hieß Zwerge seien durch Magie nur schwer zu beeinflussen, vielleicht war da ja etwas dran - würden sie bei dem wohl kaum weiterkommen. Die anderen mochten weniger wissen, aber immer noch mehr als garnichts. Insofern hielt sie den Vorschlag von Yzwaz auch für ratsam.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 04.01.2018, 19:03:25
Maldrek hielt sich zurück, verhöre waren nichts für ihn, er hatte zu viele davon gesehen. Als Melandro dann begann sich mit dem Zwerg zu beschäftigen wollte er schon den Raum verlassen, aber sein Bruder verlor nicht die Kontrolle. Auch Vorbis Magie nützte nichts, also blieb nur der Andere.

Also gingen sie ein Stück weg vom Zwerg, außer Hörweite. "Bringen wir den anderen doch erst mal nach nebenan, damit er seinen Freund nicht sieht. Ich habe auch noch so einen Zauber wie Vorbis, allerdings ist meiner wohl nicht so stark. Wäre gut wenn wir herausfinden könnten, was hier vorgeht. Ich habe mich gefragt, ob dieser Zwerg wohl mit dem Zwerg aus dem Handelshaus unter einer Decke steckt und von ihm gesteckt bekommt, wann die Wagen kommen? Wenn er Verbündete in der Stadt hat wäre es besser, ihn hier zu verhören."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 08.01.2018, 14:35:12
Vorbis taumelte zurück, als ihn die Auswirkungen seines Zaubers trafen. Was war da gerade passiert? Er musste sich erst einige Momente sammeln, um die Situation wieder zu erfassen, denn noch immer flackerten die Bilder vor seinem geistigen Auge auf, die er gerade gesehen hatte. Was hatte Oghma ihm da gezeigt? Der Priester musste zugeben, dass er nicht wirklich erwartet hatte, dass der Zauber bei dem Zwerg wirken würde - dies hatte er jedoch mit Sicherheit nicht erwartet.

Der Bandit schien recht starrköpfig zu sein, und meist waren es nur diejenigen, die mentale Schwäche zeigten, die empfänglich waren für seine Suggestionen. Einen Versuch war es trotzdem wert gewesen, aber er selbst war wohl nicht derjenige, der ein erfolgreiches Verhör führen konnte; also trat er zu den anderen, die sich außer Hörweite des Zwerges unterhielten. Zu dem, was er eben gesehen hatte, sagte er zunächst nichts; auch wenn er sich daran erinnerte, dass andere schon Bemerkungen gemacht hatten, die in eine ähnliche Richtung gingen. Stattdessen versuchte er sich wieder auf das aktuelle Problem zu konzentrieren.

"Hat eigentlich jemand die vier gründlich durchsucht?" fiel ihm plötzlich ein. "Nicht dass wir etwas übersehen haben."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 08.01.2018, 15:28:25
"Durchsucht?" echote Yzwaz und rieb nachdenklich seine große Nase, während er Melandro mit einem listigen Blinzeln musterte. "Davon aus ich gehe. Hrm?" Dann meinte er: "Was aus dem anderen heraus wir bringen, zunächst einmal sehen wir sollten. Gut dafür Maldreks Vorschlag ist. Den Zwerg natürlich streng bewachen wir müssen."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 09.01.2018, 14:11:29
Sich nicht so recht im klaren seiend, ob der Zwerg nur bluffte oder tatsächlich lieber in die Fugenebene wechseln wollte als zu sprechen, sah Melandro zu wie Vorbis sich ebenso vergeblich bemühte wie er selbst. Ob nicht ein klein wenig Überzeugungsarbeit doch helfen könnte... aber nein! So etwas würde ihn wohl nur weiter von seinen Brüdern entfremden und das musste nicht sein. Vielleicht würde später noch Bedarf für solche Notwendigkeiten wenn sie sonst zu nichts kamen.

Aber wozu es sich schwer machen wenn es denn auch einfacher ging? Und so brummte der Pirat seine Zustimmung bei den Vorschlägen von Yzwaz und Maldrek und half dabei den gefangenen Menschen in den Nachbarraum zu bringen. Der Anblick von dem  Blut, dass sie in der Nacht vergossen hatten, besaß vielleicht auch zungenlösende Eigenschaften.

Die Frage, ob die Neuankömmlinge - die Atmenden ebenso wie die nicht mehr ganz so gesunden - durchsucht worden waren, kommentierte der Halbelf mit einer unverbindlichen Mischung aus Nicken und Schulterzucken.[1] Als ob er so etwas Grundlegendes übersehen könnte!
 1. Würde das noch ausbauen sollte hier etwas zu finden gewesen sein.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 10.01.2018, 11:23:05
Als Vorbis gerade sichtlich frustriert den anderen in den Nachbarraum folgen wollte, drehte er sich plötzlich abrupt um: "Was hast du da gesagt?" fragte er zur Überraschung der anderen, die nicht mitbekommen hatten, dass der Zwerg noch etwas gesagt hätte. "Wer ist der Fuchs? Sprich!" bedrängte der Priester den Gefangenen mit einem bösen Funkeln in der Stimme.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 10.01.2018, 11:32:44
Scarlett schaute mit halb-neugierigem und halb-besorgtem Blick in Vorbis Richtung. Hatte sie wirklich nicht mitbekommen, dass der Zwerg doch etwas ausgespuckt hatte, oder hatte Vorbis irgendwelche Einbildungen?

Zum Verhör selbst hatte die junge Frau hingegen nicht allzuviel beizutragen. Sie konnte Leute ganz gut um den Finger wickeln, aber Einschüchterung war nicht so wirklich ihr Metier.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 10.01.2018, 11:36:40
Yzwaz hatte nach seiner letzteren Äußerung alles schweigend verfolgt, die dürren Arme mit den knotigen Gelenken vor dem Leib verschränkt. Auf Vorbis' plötzlich Äußerung hob er seine buschigen Augenbrauen. Er war ziemlich sicher, dass der Zwerg nichts von einem Fuchs oder dergleichen hatte verlauten lassen - der bocksbeinige Bartträger hatte überhaupt nichts verraten. Daher trat der Gnom nun auch zu dem Kleriker und fasste all die Fragen, die sich ergaben, in einem polternden "Hrm?" zusammen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 10.01.2018, 15:36:58
Der Zwerg funkelte zurück, auf seinem Gesichtstand allerdings deutlich Unsicherheit, er knurrte aber dennoch einfach nur zurück: "Ich hab nichts gesagt und nen Fuchs habe ich auch nicht gesehen." Doch Vorbis, dem jetzt klar wurde, dass der Zwerg nicht wirklich etwas gesagt hatte, hörte trotzdem die Stimme des grimmen Gefangenen sprechen.[1]
 1. 
hört nur Vorbis (Anzeigen)
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 10.01.2018, 16:11:44
Vorbis merkte nun, dass irgendetwas komisch war an der Situation. Offenbar hatte Oghma ihn gesegnet, so dass er die Gedanken des Zwerges wahrnehmen konnte - denn ein Blick zu den anderen zeigte ihm, dass niemand von ihnen das hörte, was er hören konnte.
Nun, wenn Oghma ihm schon eine solche Gabe zuteil werden ließ, dann war es seine Pflicht, das beste daraus zu machen. "Scheinbar ist er wenigstens ein bisschen verunsichert ... wollen wir das doch noch etwas verstärken."

Eine weitere Gabe seiner Gottheit nutzend[1], schloss der Priester die Augen und sprach einige unverständliche Worte, woraufhin plötzlich unheilvolles Flüstern direkt hinter dem Zwerg ertönte; Vorbis sprach jedoch noch weiter, und als er schließlich wieder verstummte und die Augen öffnete, leuchteten diese plötzlich in einem flammenden Rot, das den Kleriker beinahe wie einen Dämon wirken ließ.[2]
"So ... wenn du nicht weißt, wer der Fuchs ist, weißt du doch sicher, wo er zu finden ist. Zumindest aber, wer deine Kontaktperson ist."
 1. Channel Divinity: Knowledge of the Ages. Prof Bonus auf Intimidate
 2. Zweimal Thaumaturgy
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 12.01.2018, 18:55:46
Die antwort, die der Zwerg auf Vorbis Demonstration gab, vernahmen jetzt wieder alle im Raum. Das ganze hatte offenbar den gewünschten Effekt gehabt: "Raus aus meinem Kopf! Aber was macht es schon, ich bin so oder so tot. Und ihr auch, wenn ihr euch mit dem Fuchs anlegt. Ihr findet ihn im Haus der Tausend Gesichter. Klar zu erkennen an der Fuchsmaske. Da hat er mich angeheuert für diese Sache und ich habe die Waren wie gewünscht in Niewinter abgeliefert. Sollten die Wagen einfach an den Docks stehen lassen und jemand anders hat sie dann vermutlich abgeholt. Jetzt wo das ganze den Bach runter gegangen ist, werde ich wohl auch nicht wieder auftauchen, wenn meine Fratze jemals wieder in Niewinter erscheint. Mit dem Fuchs ist nicht zu spaßen, das weiß jeder. Also könnt ihr mich auch gleich hier abstechen."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 13.01.2018, 11:53:10
Interessiert verfolgte der Gnom den Wortwechsel zwischen Vorbis und dem Zwerg. Dass der Kleriker ihm nicht geantwortet hatte, schien ihn nicht zu stören - schließlich war es auch Yzwaz' Gewohnheit, gelegentlich nicht zu reagieren, wenn er angesprochen wurde, um dann Stunden später den von seinem Gegenüber längst vergessenen Faden wieder aufzunehmen. "Warum sterben du willst, nur weil nach Niewinter nicht mehr gehen du kannst?" wandte er sich schließlich an den Zwerg. "Den Suchenden an jedem Ort die Weisheit erwartet. Viel länger noch werden dein Bart könnte" gab er zu bedenken. Dann verzog er sein Gesicht zu einem faltigen Grinsen und fügte hinzu: "Doch wenn wirklich jeden seiner Feinde dieser Fuchs umbringt, uns doch den Vortritt lassen du wirst? Hrm?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 13.01.2018, 14:36:17
Der Zwerg sah finster zu dem Gnom, auch wenn eine Spur von Unsicherheit auf seinem Gesicht stand nach all dem: "Was redest du? Wobei soll ich euch den Vortritt lassen? Und als ob ihr mich würdet laufen lassen. So wie ihr uns überfallen habt, werdet ihr wohl kaum so zimperlich sein. Selbst wenn. Ich müsste schon die Beine in die Hand nehmen und mindestens runter bis Baldur's Tor, vielleicht sogar nach Amn oder bis Calimhafen. Der Fuchs vergibt nicht und man enttäuscht ihn nicht. Das weiß jeder."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 15.01.2018, 11:29:39
Nun mischte sich auch Maldrek ein, bevor einer, vermutlich Melando, den Zwerg tatsächlich einfach tötete.

"Wir sind nicht hier um jeden zu töten, den wir treffen. Das es hier so aussieht liegt an der Unfähigkeit deiner Kollegen, zu erkennen, wann ein Kampf verloren ist. Und dir scheint es ähnlich zu gehen. Wie auch immer, vielleicht ist es jetzt an der Zeit, dass du deinen zwergischen Dickschädel mal etwas anstrengst und versuchst, mit uns einen guten Handel zu machen. Keiner weiß bisher, dass du überlebt hast, keiner außer uns. Hier unser Angebot: du sagst uns alles, was du weißt, und damit meine ich alles und versprichst, nach Süden zu verschwinden. Und mit verschwinden meine ich auch verschwinden, geh in die Silbermarken zu den Zwergen und fange dort ein ordentliches Leben an, oder sowas. Das ist wohl deine einzige Chance. Wenn du aber wirklich sterben willst, dann gebe ich dir einen Dolch und du kannst ihn dir selbst in den Wanst rammen. Also, triff deine Wahl!"
Seine Augen funkelten, er war wirklich erbost darüber, das jemand sein leben so leichtfertig weg warf. Er hatte Menschen, die keine Chance hatten, kämpfen sehen, einfach nur um in Würde zu sterben. Aber dieser Zwerg hier, egal wie viel Angst man hatte, es gab immer einen Ausweg, immer eine Wahl.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 15.01.2018, 11:39:02
Scarlett wollte auch gerade etwas sagen, als Maldrek das Wort erhob. Sie hatten offensichtlich beide in etwa denselben Gedanken gehabt.

Daher fügte sie nur noch an: "Der Fuchs benutzt euch doch nur, um selbst schön im Hintergrund zu bleiben und in Sicherheit. Dass das hier irgendwann auffliegen würde und jemand euch finden würde, sollte euch doch auch klargewesen sein. Wir sind hier, um die Überfälle zu beenden und um die Waren wiederzubeschaffen. Dein Leben ist für uns nicht von Interesse, solange diese beiden Punkte erfüllt sind. Wenn Du also verschwindest und untertauchst, ist das für uns genauso in Ordnung wie wenn Du hier unter irgendeinem Baum von den Tieren aufgefressen wirst. Aber Du wirst uns schon etwas anbieten müssen, im Gegenzug, damit wir es uns nicht einfach machen mit Dir. Und wenn wir Dich laufen lassen, dann ist es ohnehin auch in Deinem Sinne, dass dem Fuchs das Handwerk gelegt wird, denn das ist dann der nächste Schritt für uns. Für Deine eigene Sicherheit also. Und vielleicht gibt Dir die ganze Sache ja auch etwas mit auf den Weg und Du versuchst in Zukunft auf andere Weise, Dein Gold zu verdienen. Man lebt schließlich nur einmal, und die nächsten sind vielleicht nicht so großzügig, wie wir es sind."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 15.01.2018, 12:51:51
Vorbis wusste zwar immer noch nicht so recht, welche göttliche Gnade er gerade empfangen hatte, aber offenbar war sie wirkungsvoll gewesen. Was ihn betraf, so glaubte er, dass der Zwerg ihnen alles gesagt hatte, was er wusste. Sie hatten auf jeden Fall genügend Informationen, die sie ihren Auftraggebern in Niewinter übergeben konnten. Was die anderen nun noch von dem Zwerg wollten, war ihm deshalb unklar.

"Ich glaube, er hat uns alles gesagt, was er weiß. Und er wird mit Sicherheit nicht nach Niewinter zurückgehen, um den Fuchs vor uns zu warnen. Er hat recht: das würde er nicht überleben. Ich sage, lassen wir ihn laufen. Die Welt ist groß, und auch der Arm des Fuchses reicht nur endlich weit. Ich würde es im Osten versuchen."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 15.01.2018, 12:59:20
Nachdem sich offenbar alles ohne sein Zutun zur Zufriedenheit geregelt hatte, brummte Yzwaz noch einige Male und sagte dann zu dem Zwerg, Vorbis zunickend: "Diesem Rat folgen du solltest. Den Fuchs in in seinem Bau aufsuchen wir werden und sehen, ob uns umbringen er kann. Hrm!" Wobei er sich ausgiebig seinen dichten Bart strich.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 19.01.2018, 17:43:00
Da sie sicher waren, dass sie aus dem Zwerg nichts mehr herausbekommen würden und eine kurze Befragung des anderen Gefangenen ergab, dass der von selbigem angeworben war und noch weniger wusste, begaben die Waisen sich zur Ruhe, hatten allerdings bereits entschieden die zwei laufen zu lassen, sobald sie selbst auf dem Weg nach Niewinter waren. Es dauerte lange die Wagen entsprechend vorzubereiten, aber am nächsten morgen konnten sie dennoch zurück in ihre alte Heimat aufbrechen, während sie den Zwerg und seinen Begleiter an der Straße laufen ließen, die beide in Richtung Süden nahmen.
Es dauerte eine ganze Weile, nach Niewinter zurück zu finden, da die Wagen nicht gerade schnell waren, aber es funktionierte und die Markens empfingen sie voller Freude, da sie nicht nur die geliehnen Pferde, sondern auch einen Teil ihrer Waren und Nachricht vom zumindest vorläufigen Ende der Angriffe mitbrachten.[1]
Da sie nichts genaues über den Fuchs wussten, blieb den Waisen nicht viel mehr als der Hinweis auf das Haus der Tausend Gesichter. Maldrek und Scarlett kannten es beide und sie wussten, dass der Ort geradezu berühmt, wenn nicht doch eher berüchtigt, für die Geheimhaltung war. Dort jemanden zu demaskieren sollte angeblich nahezu unmöglich sein, auch wenn sie selbstverständlich persönlich noch nie dort gewesen waren.
 1. Ihr bekommt die vereinbarten 400 Goldmünzen und nochmal 100 Goldmünzen als Bonus, weil ihr die Gefahr fürs erste beendet habt.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 21.01.2018, 12:52:58
Vorbis, der froh war, endlich wieder innerhalb sicherer Stadtmauern zu sein, strich durchaus zufrieden seinen Anteil an der Belohnung ein und machte auch keine Anstalten, sie nicht annehmen zu wollen (wie der eine oder andere es von einem Priester womöglich erwartet hätte).[1] Für ihn war das Ganze jetzt genug Abenteuer gewesen, und er freute sich darauf, ein paar ruhige Tage mit gutem Essen in der Stadt zu verbringen, bevor die nächste Andacht für ihren Ziehvater stattfinden würde.

"So, was habt ihr so vor in den nächsten Tagen?"
 1. Habe mir jetzt 100 GP aufgeschrieben
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 21.01.2018, 13:06:45
Abgelehnt hatte Yzwaz die Belohnung zwar auch nicht, doch war auf seinem ledrigen Gesicht keine sonderliche Freude abzulesen, als er die Münzen gleichmütig in einem Beutel hatte verschwinden lassen. "Dass ein Übel zu bekämpfen es gilt, nach unserer Reise nun wir wissen" erwiderte er auf Vorbis' Frage. "Handeln wir müssen, doch zuvor nachdenken." Mit dem Gehabe eines Lehrers hob er einen dürren Zeigefinger und verkündete den versammelten Geschwistern: "Wenn ohne zu handeln einer denkt, ein Gelehrter zu nennen er ist - handelt ohne zu denken er, einen Narren ihn schelten man muss. Nur wer beides tut, einen wahren Weisen nennen sich darf!" Zur Bekräftigung seiner Worte nickte er - nicht ohne sein übliches "Hrm!" energisch anzubringen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 24.01.2018, 10:54:35
Entsetzt darüber, dass Scarlett die Diebe den Rittern übergeben will, begann sich Melandro Gedanken zu machen, die dann aber alsbald zerstreut wurden als klar geworden war, dass die Waisen die beiden Männer laufen lassen würden. Eine Lösung mit der auch der Halbdrow gut leben konnte.

Vorbis "Hellseherei" hingegen hinterließ einen wesentlich bleibenderen Eindruck. Was war nur los mit ihnen allen? War dieser Ort in irgend einer weiße magisch? Übertrug sich das gerade auf ihn selbst und seine "Geschwister"? - waren Gedanken die den Piraten beschäftigten.

Und so - nach einem weiteren Tag - war Melandro froh als sie Niewinter erreichten und ihre Belohnung einstreichen konnten. Sein Anteil war geistig bereits ausgegeben und so zuckte er nur mit den Schultern auf Vorbis Frage hin und meinte leichtfertig: "Wohl etwas für meine Garderobe tun."

Etwas ernster fügte er hinzu, ganz so als ob er erst jetzt auf die Idee gekommen war: "Vielleicht... kann mir jemand etwas erzählen was uns weiterhilft. Ich werde die Ohren offen halten."

Yzwaz kryptische Worte mit einer amüsiert hoch gezogenen Augenbraue quitierend erwiderte Melandro mit ähnlich kauziger Stimme: "Recht gebe ich dir: Die Maus lautlos im Dunklen läuft; die Eule jedoch" hier legte der Halbelf eine dramatische Pause ein, bevor er verschwörerisch weitersprach: "mit scharfen Augen sieht."

Lachend machte der ehemalige Räuber sich daran davon ziehen wenn seine Geschwister nichts mehr zu besprechen hatten. Es galt einen guten Schuster zu finden, der ein paar edle Stiefel für einen Halbdrow auf dem besten Weg zu Ruhm und Reichtum fertigen sollte! Am besten mit breiten Schäften damit dieser die Dolche bequemer verstauen konnte.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 25.01.2018, 23:35:07
Bevor sie auseinandergehen würden, wollte Vorbis noch ein Thema ansprechen, das ihn seit dem letzten Kampf beschäftigt hatte.
"Mir ist etwas merkwürdiges passiert bei diesem Kampf. Oghma hat mir scheinbar die Gabe gegeben, die Gedanken dieses Zwerges zu lesen - ihr wart ja dabei! Aber vorher hatte ich eine merkwürdige Vision ... und ich hatte es schon beinahe vergessen, aber hatten nicht auch manche von euch seltsame Erlebnisse? Scarlett, du hast doch so etwas erzählt. Und Maldrek?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 26.01.2018, 00:43:10
Scarlett nickte Vorbis zu.

"Ja, genau. Das war schon ganz schön seltsam. Noch seltsamer ist aber, dass es uns scheinbar alle in irgendeiner Form verändert hat. Wer oder was mag das gewesen sein?"

Sie hatte aber keine gute Antwort auf diese Frage, daher ließ sie sie auch im Raum stehen.

"Naja, ich kann jedenfalls jetzt erstmal eine Portion Schlaf gebrauchen. Das war schon ein ganz schön anstrengender Ausflug. Aber es hat sich gelohnt, finde ich, und wir haben auch etwas für die Stadt getan, das sollten wir auch nicht vergessen."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 26.01.2018, 13:46:02
Ohne bei Melandros Scherzen eine Miene zu verziehen, meinte der Gnom zu Vorbis: "In der Tat etwas gesehen wir alle haben – wobei seltsame Gaben verliehen uns wurden. Teilen unsere Traumgesichte wir sollten und nachdenken in Ruhe. Womöglich uns kommen eine Erleuchtung wird." Nachdenklich wühlte er in seinem dichten Bart und runzelte die Stirn. Dies würde ihn auf jeden Fall in der nächsten Zeit bei seinen Meditationsübungen beschäftigen! Die Münzen in seinem Beutel hatte er, im Gegensatz zu Melandro, schon fast wieder vergessen. Welche Bedeutung hatten weltliche Güter im Vergleich zu wahrer Erkenntnis?
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 29.01.2018, 18:51:46
Er hatte auf der Rückreise viel über dieses Traumbild nachgedacht, oder war es eine Vision? Es hatte ihn  beruhigt, dass nicht er alleine diese Bilder gesehen hatte, denn das bedeutete, dass es nichts mit ihm direkt zu tun hatte. Oder doch? Als er eines Abends alleine wache hielt, probierte er aus, ob sich das, was nach den Bildern mit ihm passiert war, wiederholen ließ.[1] Und tatsächlich, gelang es ihm, sich zu verändern und nach einigen Versuchen schaffte er es sogar, sich einigermaßen kontrolliert in der Luft zu bewegen. Es war ein tolles Gefühl, eine ganz neue Art von Freiheit, auch wenn er immer wieder nach hinten blickte, um sich zu vergewissern, dass sie noch da waren und er nicht abstürzen würde. Auch wenn er es nicht verstand, für ihn  war es ein Geschenk. Schließlich waren die Schwingen eher von der Art der Engel denn der Teufel.

Bis sie in Niewinter angekommen waren vermied er es, über das Thema zu sprechen. Als sie aber angekommen waren und wieder etwas zur Ruhe kamen, kam das Thema natürlich wieder auf den Tisch.
"Auch ich hatte eine Vision oder einen Tagtraum. Ich sah einige Gestalten, in Umhängen, mit Kapuzen. Und da war ein Licht, ein helles Licht. Es tat weh in den Augen. Doch dann berührten sie das Licht und naja, etwas von dem Licht blieb an ihnen haften. Und dann verschwanden das Licht und auch die Gestalten, nur die Mäntel blieben liegen. Ich glaube, ich habe einen aufgehoben. Und dann war alles vorbei. Ob wir…also, ich meine, vielleicht waren wir ja diese Gestalten und jeder von uns hat etwas, also, naja, bekommen, ein Geschenk, also etwas, das wir jetzt können und vorher nicht konnten. Sowas wie das Gedanken lesen bei Vorbis. Habt ihr dasselbe gesehen?"
 1. Ich gehe mal von "Ja" aus, falls nicht ändere ich den Beitrag.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 29.01.2018, 19:48:16
"Das klingt ziemlich genau wie das, was ich auch gesehen habe," bemerkt Scarlett dazu. "Aber was es zu bedeuten hat, kann ich beim besten Willen nicht ergründen. Vielleicht wurden wir in irgendeine mystische Gruppe oder soetwas in der Art aufgenommen?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 31.01.2018, 10:07:23
Für einen Augenblick enttäuscht darüber, dass Yzwaz seine Einsicht nicht mehr zu schätzen weiß, zuckte der Halbdrow einen Wimpernschlag später mit den Schultern und vergaß die Angelegenheit vollkommen.

Interessiert hörte er stattdessen Maldreks Geschichte zu, ehe er hinzufügte: "Ich habe ähnliches gesehen, aber bei mir waren die Gestalten schwer gerüstet und mit Äxten und Zweihändern gewappnet. Und nicht ihre Mäntel – die ich auch gesehen habe - blieben zurück, sondern ein Tisch voller Waffen." Für einen Moment inne haltend, ergänzte der ehemalige Pirat dann: "Und die ... Personen, sie erstrahlten als sie Waffen zu Beginn meines Traumes ergriffen."

Scarletts Einwurf mit einem nachdenklichen Blick akzeptierend, sah sich der Halbelf die Gesichter seiner Geschwister genau an, ehe er sprach: "Vielleicht... ja. Es scheint sich auf jeden Fall um entschlossene Leute gehandelt zu haben, wenn man von dem Licht und ihrer schweren Ausrüstung ausgeht." Dass das viele Licht und die Kriegsaufmachung wohl einem konkreten Zwecke dienen sollte, dessen war sich Melandro sicher. Nur welchem? Und warum gerade Orbus Waisen dazu auserwählt wurden Kräfte zu erhalten? War das Überwältigen einer kleinen Strauchdiebbande gar der Einstieg gewesen zu etwas viel größerem?

Ganz geschwind verwarf der Halbdunkelelf diese schweren Gedanken und fragte sich lieber, ob die hübsche Pferdehändlerin nahe des Stadttores wohl heute in Niewinter war.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 31.01.2018, 10:17:34
"Licht und Gestalten in Roben" brummte der Gnom. "In all unseren Traumgesichten vorzukommen sie scheinen. Ebenfalls ihnen begegnet ich bin. Um einen Baum sie standen, welcher Haus zugleich war. In seinem Inneren ein Licht war, und nachdem hineingegangen sie waren, als Lichtgestalten zurück sie kehrten. Ohne Gesichter sie waren, und auf sich sie lösten, als ihre Kapuzen zurück sie schlugen. Dann selbst in den Baum ich ging, um an einem anderen Ort mich zu finden." Nach dieser ungewöhnlich langen Rede strich er wieder nachdenklich seinen Bart und meinte schließlich: "Seltsam. Hrm."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 31.01.2018, 17:05:55
"Bei mir war es genauso ... naja, ohne Baum. Es scheint, als hätte jeder die für ihn passende Vision erhalten. Aber ich glaube nicht, dass ich deshalb jetzt Gedanken lesen kann. Dann würde ich doch hören, was ihr denkt!"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 03.02.2018, 19:16:11
Maldrek hatte aufmerksam zugehört und jeder hatte zwar etwas ähnliches gesehen, aber die Umgebung war anders gewesen. Das hatte sich er etwas mit ihnen zu tun, mit ihrer Art und ihrem persönlichen Lebensweg. Interessant, es war also mein einfacher Zauber gewesen, sonst hätten sie alle dasselbe in derselben Umgebung gesehen. Als Vorbis seine Einschätzung bestätigte, nickte er stumm.

"Vielleicht kannst du es aktivieren, wie einen Zauber. Wie war es denn beim zweiten Mal bei dem Zwerg, oder hast du die ganze Zeit seine Gedanken gehört? Es ist ja bei uns allen nicht immer da, sonst würde Scarlett ja unser Zimmer in Brand setzen." Dabei zwinkerte er ihr zu.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 05.02.2018, 12:09:33
"Tja, vielleicht ..."
Vorbis dachte eine Weile nach, was genau er bei dem Zwerg gemacht hatte. Vielleicht war es eine Nebenwirkung, oder irgendeine Art Verstärkung, des Suggestionszaubers gewesen - aber der hatte doch eigentlich nicht funktioniert? Dann erinnerte er sich aber, dass ihm die Vision im gleichen Moment erschien, als er feststellen musste, dass der Zauber erfolglos war.

"Es hatte vielleicht irgendetwas mit meinem anderen Zauber zu tun; ich denke, ich müsste ein wenig experimentieren. Morgen früh in meinem Morgengebet werde ich Oghma darum bitten, mir eine Eingebung zu geben. Für heute bin ich zu ausgezehrt, um noch an Experimente zu denken."

Einen Gedanken behielt er jedoch für sich: Wenn Oghma ihm diese Gabe geschickt hatte - wieso dann auch den anderen? Nicht dass er es ihnen neidete, aber soviel er wusste, war keiner von ihnen Anhänger seines Gottes.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 07.02.2018, 08:14:43
"Ich glaube, meine ... Gabe ... ist auch eher so eine Art Schutz vor Feuer und ähnlichem. Die Feuer-Energie hat mich irgendwie aufgeladen, statt mich stärker zu versengen, und ich hatte das Gefühl, dass ich nicht mehr davon aufnehmen könnte, ohne die Energie vorher aus mir heraus zu lassen. Ist schon ein wenig seltsam, aber andererseits können die meisten von uns Magie wirken, mit der man schon sehr viele Dinge bewerkstelligen kann," erklärt die junge Frau noch etwas genauer, was ihr in der Vision widerfahren ist.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 09.02.2018, 13:01:38
Während die anderen sich weiter unterhielten, brummte der Gnom vor sich hin, massierte seine riesige Nase, zog allerlei Grimassen und tappte dabei auf und ab. Schließlich meinte er: "Uns verliehen unterschiedliche Kräfte wurden. Liegt an unseren Erlebnissen allein das nicht, so vielleicht bei jedem hinzugekommen seiner selbst ein Stück ist." Seine knochigen Fäuste langsam zusammenführend, erklärte Yzwaz: "Als zusammen Personen und Auslöser kamen, eine eigene Erscheinungsform bei jedem sich ergab. Gegenseitig durchdrungen die Kräfte sich haben. In der Welt der Gnom, und im Gnom die Welt, wie zu sagen mein Meister pflegt." Nachdenklich runzelte er seine zerfurchte Stirn. "Meditieren darüber ich muss."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 15.02.2018, 16:26:51
Da sie über die Visionen wohl mehr in diesem Moment nicht würden herausfinden können und ihre Gaben auch erst noch eingeübt werden wollten, entschieden die Waisen fürs erste das zu verfolgen, was sie konnten: den Fuchs. Also schmiedeten sie Pläne für einen Besuch des Hauses der Tausend Gesichter und da sie alle noch nie dort gewesen haben, aber zumindest wussten, dass es erst abends öffnete, gingen sie für eine kurzer Weile ihrer Wege, um dann am späten Nachmittag des selben Tages wieder zusammenzutreffen und sich zu ihrem Ziel aufzumachen.
Das Haus der Tausend Gesichter lag am selben Ufer wie das Waisenhaus, allerdings nicht direkt am Fluss, sondern in der Nähe des Blausees, in dem Viertel, das einst Sitz der Adligen Nieweinter gewesen war, jetzt aber in erster Linie Ruinen von verlassenen Herrenhäusern beherbergte. Bei dem Haus der Tausend Gesichter handelte es sich um ein ebensolches Herrenhaus, das allerdings zweifelsohne keine Ruine war. Es war ein wunderschönes, aber leich mitgenommenes vierstöckiges Steingebäude mit einem Hauptflügel in der Mitte und zwei Nebenflügeln. Ein Garten voll Wildwuchs umgab es, der gesäumt wurde von einem rostigen Eisenzaun, der aber keine nennenswerten Lücken aufwies. Nur von Zeit zu Zeit waren einzelne Stangen verbogen oder spitzen abgebrochen.
Folglich gab es nur einen einzige Eingang, der noch dazu bewacht wurde. Die Wachen muteten merkwürdig an, da sie einfache weiße Masken trugen, die ihr gesamtes Gesicht bis auf die Augen verbargen und noch dazu ebenso weiße Handschuhe und einfache Wollmäntel, sodass nicht ein einziger Zentimeter ihrer Haut zu sehen war. Hinter den Wachen an beiden Seiten des Weges zum Haupteingang standen Tische, auf denen kunstvoll gefertigte Masken jedweder Art lagen. Es gab Eber- und Habichtsmasken, hölzerne und metallene, goldene und perlenbesetzte. Dazu gab es direkt am Eingang einen ganzen Stapel mit einfachen schwarzen Gesichtsmasken, die in der Machart denen der Wächter ähnelten und sich in erster Linie in der Farbe von ihnen unterschieden.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 19.02.2018, 17:35:40
Yzwaz traf recht früh am vereinbarten Treffpunkt mit den anderen Waisen ein. Der Gnom hatte sich in einen langen Mantel gehüllt, der jenen der Wachen nicht unähnlich war. Allerdings blieb der Grauhäutige schon aufgrund seiner Körpergröße eine leicht zu erkennende Gestalt, woran wohl auch eine Maske wenig ändern würde. Mit stoischer Ruhe wartete er ab, dass die anderen erscheinen würden, die dürren Arme mit den knotigen Fäusten vor dem Leib verschränkt, die Augen halb geschlossen, so dass er aussah, als schliefe er im Stehen. Da er wie üblich recht wortkarg war, blieb dieser Eindruck auch auf dem Marsch zu ihrem Ziel. Dennoch musterte er den Eingang scharf, sobald er in ihr Blickfeld kam, damit ihm nicht entging, wer das Gebäude betrat oder verließ. "Hrm-hmmm..." machte er nachdenklich.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 20.02.2018, 14:33:03
Kurz nach dem Gnom traf auch Vorbis ein, der für die Gelegenheit komplett auf klerikale Zeichen verzichtet und sich eine unauffällige Stadtkleidung angezogen hatte. Natürlich war ihm bewusst, dass seine körperliche Statur es relativ einfach machen würde, ihn auch ohne Maske wiederzuerkennen, doch aus irgendeinem Grund wollte er zumindest nicht seine Gottheit mit in das hineinziehen, was auch immer dort passieren sollte.

Er hatte nicht wirklich eine Idee gehabt, was ihn erwartete, und nach allem was er gehört hatte, wollte er eigentlich bereits eine Maske zum Herrenhaus mitnehmen. Allerdings wusste er nicht, woher er eine solche nehmen sollte, und so hatte er sich aus einem Kissenbezug, Schere und Faden eine mehr schlechte als rechte Verkleidung gebastelt, die ihm allein bei ihrem Anblick bereits ein schlechtes Gefühl bereitete[1], von der er froh war, dass er sie nicht brauchen würde, als er erkannte, dass dort Masken für die Besucher bereitlagen.

Nachdem er Yzwaz begrüßt hatte, fragte er den Gnom: "Und jetzt? Sollen wir schonmal rein? Oder warten wir, bis alle da sind?"
 1. Etwa so: Link (https://bilder2.n-tv.de/img/incoming/crop7033621/79949944-cImg_16_9-w680/AP91010113423.jpg)
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 20.02.2018, 21:28:10
Zwischen den verfallenden Villen des ehemaligen Adelsviertels schälte sich eine hochgewachsene Gestalt aus dem Zwielicht, die mit großen Gesten und charmanten Worten einer äußerst wohlgeformten Begleiterin zu gefallen wusste. Mehrere dutzend Schritte vor dem Eingang des reich geschmückten Hauses, verabschiedeten sich die beiden mit stürmischen Umarmungen, einem angewinkeltem Bein und endlosen Küssen, ehe sie sich nach vielen Liebkosungen endgültig von einander lösen konnten und die wohl gerundete Dame im Dunkel der heraufziehenden Nacht verwand.

Alleine in der Mitte der Straße stehend, zog sich die teuer gewandete männliche Gestalt (https://68.media.tumblr.com/023b34439569a7cbcbd4a8e31907dd78/tumblr_mvhf2jIxnD1qbf5yuo1_1280.jpg) ihren Kopfschmuck endgültig über das Gesicht und schloß schlendernd zu den beiden anwesenden Söhnen Orbus auf. "Einen wunderschönen Abend wünsche ich euch, meine stets geliebten Verwandten." klang es unter der befremdlich wirkenden Ledermaske (https://78.media.tumblr.com/96204ebff7ced0b53e9005ecaf93d9cc/tumblr_nrl7p5bmXr1snkwvwo1_1280.jpg) vertraut hervor. Vorbis für lange Momente musternd, zuckten die Schultern des Verkleideten für einige Zeit lautlos, aber umso heftiger. Scheinbar biss sich Melandro fest auf die bleichen Lippen um keinen Ton seines Gelächters nach außen dringen zu lassen.

Als er sich wieder einigermaßen gefasst hatte, sprach der Pirat: "Leider konnte ich nichts neues über unseren gemeinsamen Freund heraus finden.

Doch lasst uns noch einen Moment auf Scarlett und Maldrek warten ehe wir uns ins Getümmel werfen."
Es passte Melandro zwar so gar nicht auf den Tiefling warten zu müssen, aber so konnte er sich vielleicht noch soweit an Vorbis Kostüm gewöhnen, dass er nicht jedes mal in Gelächter ausbrach wenn er den verkleideten Priester sah.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 22.02.2018, 22:41:14
Maldrek hatte die Zeit vergessen. Als er in seiner Kammer angekommen war, warf er sich zunächst auf seine Pritsche. Die Ereignisse der letzten Tage ließen ihn nicht los. Die Erinnerung an die Kämpfe, an die vielen Toten und an das, was mit ihm und den anderen passiert war, all das verwirrte ihn. Dann war er eingeschlafen.

Als er erwachte, war es spät und er musste sich beeilen. Er dachte nicht groß nach und ging zum Treffpunkt. Auf dem Weg dorthin überlegte er zum ersten Mal, was sie nun überhaupt tun sollten. Dort angekommen war er froh, nicht der letzte zu sein.

Es schaute seine Geschwister an, musterte Melandros kuriose Bekleidung und hoffte, dass einer der anderen einen Plan hatte. "Wie genau gehen wir da drinnen eigentlich vor, wir können ja nicht einfach nach dem Fuchs fragen."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 23.02.2018, 11:51:04
Es war nicht erkennbar, ob Vorbis' oder Melandros Vermummung den Gnom in irgendeiner Weise überraschte. Zwar verzog er beim Murmeln und Brummen gelegentlich sein Gesicht, doch ob er grinste, sich ärgerte, wunderte oder überhaupt nicht an seine Begleiter dachte, blieb sein Geheimnis. Während die Waisen nach und nach eintrudelten, beschäftigte er sich mit Fingerübungen und Verrenkungen, wie sie sie von ihm mittlerweile schon oft zu sehen bekommen hatten. Erst auf Maldreks Frage sah er wieder auf und äußerte im Ton eines großen Orakels: "Fragen wir können, doch nicht weise es wäre. Zunächst zu belauschen die anderen Gäste vor ich schlage. So manches ohne zu fragen man erfährt, wenn nur geduldig zu man hört!" reimte er mit todernster Miene. Wie üblich erhob er dabei seinen dürren, knotigen Zeigefinger, um diese Belehrung gebührend zu unterstreichen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 23.02.2018, 12:17:52
Scarlett hatte sich auch vor dem mysteriösen Etablissement eingefunden. Ähnlich wie Maldrek war ihr auch nicht so recht klar, wie sie hier etwas erfahren sollten, aber vermutlich hatte Yzwaz schon Recht, man würde einfach mal hineingehen und abwarten, lauschen und beobachten, und vielleicht hatten sie ja Glück. Vielleicht auch nicht, aber das Risiko war ja insgesamt eher gering, da niemand hier wissen sollte, wem sie auf der Spur waren.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 26.02.2018, 09:58:22
Maldrek nickte. Er fand die Idee zwar absurd, dass man durch die Masken nicht zu erkennen sie sollte. Aber sie waren ja nicht besonders bekannt und vor allem wusste vermutlich im Moment niemand genau, warum sie dort waren.

"Gut, dann los. Komm Melandro, du bist schon passend gekleidet, willst du nicht voran gehen?"

Maldrek hatte sich schon für eine der schwarzen Masken entschieden, er hatte wenig Interesse daran durch eine auffällige Maske Aufmerksamkeit zu erregen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 26.02.2018, 10:10:56
Mit einem huldvollen Neigen seines Kopfes nahm der Halbdrow Maldreks Worte auf, bot Scarlett seinen Arm zum einhacken an, und schritt hoch erhobenen Hauptes auf den Eingang zu um Einlass zu erhalten und sich drinnen etwas um zu sehen.

Für den Fall, dass zum Beispiel Vorbis mit seiner eher ... groben Verkleidung Probleme haben sollte herein gelassen zu werden, würde ihm Melandro beistehen um mit süßen Worten und glänzenden Münzen vielleicht soweit nach zu helfen, dass sich eine Lösung finden würde.

Sollten sie das Etablissement betreten können, so würde der Pirat vorschlagen, dass sie sich trennen sollten um so schneller und vor allem unauffälliger einen Überblick über diesen Ort zu gewinnen.

Bis auf - ja im Haus der 1000 Gesichter gibt es einen Mann mit einer Fuchsmaske - hatte er leider nichts in Erfahrung bringen können. Nun, es würde spannend werden ...
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Beitrag von: Vorbis am 26.02.2018, 14:50:36
Vorbis tat es Maldrek gleich und nahm sich eine der bereitliegenden schwarzen Masken, während er seine selbst improvisierte säuberlich zusammenfaltete und unter seine Kleidung schob, seinen ohnehin schon stattlichen Bauch noch etwas weiter aufpolsternd.
Dann folgte er mit einiger Nervosität Melandro und Scarlett durch den Eingang des Etablissements, nicht wissend, was ihn drinnen erwartete, doch innerlich das Schlimmste fürchtend. Was würde es dort drinnen zu sehen geben? War es ein Umschlagort für Verbrechen? Ein Haus der Sünde? Nur eins wusste er: Sie suchten nach einem Mann mit einer Fuchsmaske - also beschloss Vorbis, sich komplett auf das Auffinden einer solchen zu konzentrieren und alles andere so weit es ging zu ignorieren.
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Beitrag von: Idunivor am 04.03.2018, 14:35:53
Nachdem die Masken ausgewählt und aufgesetzt waren, die Münzen bezahlt und in einem kleinen Vorraum sämtliche Waffen abgelegt worden waren und sich folglich in der Obhut zweier sehr kräftig gebauter maskierter Diener befanden, wurden die Waisen in das eigentliche Haus der Tausend Gesichter vorgelassen. Schnell war klar, dass dies ein besonderer Ort sein musste, denn anders als der Großteil Niewinters, insbesondere hier am Nordufer, waren kaum Spuren von der Zerstörung zu entdecken, die die Stadt in dem vergangenen Jahrhundert heimgesucht hatten.
Denn die Waisen betraten eine Eingangshalle, die alle drei Stockwerke überspannte. Zwei Galerien säumten diese Halle, auf denen die sechs direkt verschiedene Gestalten entdeckten, die allesamt ebenfalls Masken trugen. Dazwischen waren mehrere Diener unterwegs, die wie die am Eingang weiße Kleidung und weiße Masken trugen. Alles war luxuriös eingerichtet, verteilt in der Halle standen Sofas und Sessel. Breite Treppen führten hinauf in die zwei oberen Stockwerke von denen aus man in Seitengänge gelangte, in denen sich abgetrennte Räume befanden für diejenigen Gäste, die es nach mehr Privatssphäre verlangte, als die Masken allein sie bieten konnten.
Die Waisen blickten sich um und auf den ersten Blick konnten sie keine Fuchsmaske entdecken. Es gab zwar einige durchaus extravagante Masken, ganz ähnlich wie Scarletts eigene Eulenmaske, aber es waren ebensoviel einfache Masken zu sehen. Die Paare und kleinen Gruppen, die miteinander sprachen, bestanden meistens aus einem Mann oder einer Frau mit einer besonderen Maske und ansonsten einfachen Masken. Einige Besucher waren allein und hielten entweder den Eingang im Blick oder sie standen gut sichtbar in der Eingangshalle, damit man ihre Masken genau sehen konnte. Vom Fuchs gab es hier jedoch keine Spur.
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Beitrag von: Melandro am 05.03.2018, 10:23:49
Melandro schlenderte mit Scarlett an seiner Seite in das Haus der Tausend Gesichter, heimlich und ein wenig schadenfroh darüber lachend, dass er von nun an wohl nie wieder unbewaffnet sein würde, selbst wenn er seine geliebten Messer übergeben musste.

Drinnen angekommen, blickte er sich mit vor Staunen leuchtenden Augen um. Soviel Luxus und Pracht hatte er schon lange nicht mehr gesehen. Und die Leute mit denen er normalerweise zu tun hatte waren nicht in der Lage sich so etwas zu leisten, sondern gaben ihr Gold lieber für schnelle Genüsse aus, als es durch ... Möbel zur Schau zu Stellen. Wenn er eines - hoffentlich nicht allzu fernen - Tages endlich zu Reichtum gekommen war, so würde er sich auch eine Villa ausgestattet wie diese hier erobern und ausstatten, versprach er sich selbst.

An seine Geschwister gewandt meinte er schließlich als er soweit war: "Wollen wir uns aufteilen? Das hier sieht doch recht ... groß aus."
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Beitrag von: Yzwaz am 05.03.2018, 12:55:28
Mit ziemlicher Mühe hatte Yzwaz eine der einfachen Masken übergestülpt. Offenbar war niemand auf die Idee gekommen, dass gewisse Zeitgenossen eine etwas größere Nase besaßen als andere, wodurch der Sitz einer Maske nicht ganz unerheblich beeinträchtigt werden konnte. Obwohl er genauso gut ein Schild mit seinem Namen vor sich hätte hertragen können, war der Gnom aber offenbar zu dem Schluss gekommen, dass es hier um die Geste ging. So marschierte er als reichlich kurze, von einem bodenlangen Umhang verhüllte Gestalt mit einer auffällig ausgebeulten Maske neben den anderen Waisen her, unerschütterlich wie immer. "Mehr hören wir können, wenn an verschiedenen Orten wir sind" stimmte er Melandros Vorschlag zu. Dabei ließ er seine Blicke über die Galerien schweifen ließ, auf der Suche nach dem Unbekannten. "Vielleicht in einem der oberen Bereiche fündig wir werden..." brummte der Grauhäutige.
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Beitrag von: Vorbis am 05.03.2018, 18:15:09
Vorbis war ein wenig überwältigt, als er das Haus betreten hatte. Natürlich hatte auch er nicht erwartet, dass der Fuchs einfach so dastehen würde, um sich befragen zu lassen. Aber die Anzahl der Leute hier machte ihm doch etwas zu schaffen. Was, wenn der Fuchs hier das Sagen hatte? Wie würde er wohl darauf reagieren, dass Fremde sich nach ihm erkundigten? Würde plötzlich ein Mob von Maskierten sich auf sie stürzen?

Der Vorschlag, sich zu verteilen, war daher genau das, was er nicht hören wollte. Es war in der Gruppe schon gefährlich genug; was sollte er alleine tun, falls er den Fuchs finden sollte?
"Vielleicht zwei Gruppen?" versuchte er daher den Vorschlag zu entschärfen. "Was soll einer allein schon tun, wenn er den Fuchs findet? Er kann ja nicht mal die anderen informieren." hoffte er, dass seine Argumentation bei den anderen auf fruchtbaren Boden fiel.
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Beitrag von: Maldrek am 08.03.2018, 11:25:45
Maldrek sah das ähnlich wie Vorbis. Er wusste nicht recht, was er hier tun sollte, das war nicht seine Welt. Er konnte ja nicht einfach herumstehen und Masken anstarren. So griff er gerne den Vorschlag des Bruders auf. "Vorbis hat Recht. Einzelpersonen, die hier niemand kennt, fallen sicher eher auf. Wenn du willst können wir zusammen bleiben, vielleicht möchte sich ja noch jemand anschließen. Melandro wird sicher alleine losziehen, aber vergiss nicht, das wir hier nach jemandem suchen. Und vielleicht sollten wir uns in zwei Stunden hier wieder treffen, um zu besprechen, wie es weiter gehen soll."
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Beitrag von: Melandro am 08.03.2018, 17:56:33
"Immer diese haltlosen Unterstellungen und Falschheiten, Maldrek." schüttelte Melandro in ostentativ zur schau gestellten Verletztheit den maskierten Kopf. "Von alleine hat doch niemand gesprochen. Orbus wäre traurig wenn er dich wieder so lügen hören müsste ..." Mit unglücklichen Lauten - nicht ganz unähnlich denen von Yzwaz - seine Aussage unterstreichend, wandte sich der Halbelf ab. Offensichtlich "enttäuscht" von dem Tiefling.

In Richtung Vorbis nickend, sprach er dann aber weiter: "Zwei Gruppen? Warum nicht? Aber lasst uns dann da hinten" dabei zeigte er auf eine Sitzgruppe in einem benachbarten Zimmer "einander wieder treffen. Hier so direkt hinter dem Eingang will es mir nicht klug erscheinen."

Seine hinter der Maske verborgenen Augen über die Menge streifen lassend, wartete der Pirat auf andere Vorschläge oder Zustimmung, machte sich dabei aber schon seine Gedanken wie er hier vorgehen könnte.
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Beitrag von: Yzwaz am 08.03.2018, 19:50:55
Unter der ausgebeulten Maske des Gnoms kamen ein paar "Hrm" und "Hm" hervor, die Yzwaz schließlich mit einem "Einverstanden ich bin. Hrm?" und einem Nicken unterstrich. Seine Augen wanderten über die versammelten Gäste, deren Maskerade ihn höchlichst zu verwundern schien, der Ausdauer nach, mit der er seinen dichten, kaum zu verbergenden Bart strich. "Gehen uns lasst" meinte er schließlich und hob den dürren Zeigefinger, um in seiner gewohnten Art zu verkünden: "Denn meist länger es dauert, wenn zum Weisen kommen der Berg soll."
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Beitrag von: Scarlett am 09.03.2018, 07:57:37
Scarlett zweifelte doch ein wenig daran, dass sie hier irgendwie fündig werden könnten. Natürlich mochte es sein, dass sie einfach Glück hatten und jemanden in einer Fuchsmaske ausfindig machen konnte. Nur, ob das dann auch die gesuchte Person war? Und vor allem... was dann?

Viele Informationen würde man hier jedenfalls kaum erlangen können. Man konnte ja schlecht irgendwen fragen. Und generell waren die Besucher hier sicherlich sehr auf ihre Privatsphäre bedacht. Deswegen genau kamen sie ja her.

Insofern erhoffte sich die junge Frau eher wenig und folgte den anderen, oder einem Teil, wenn sie sich entschlossen, in kleinere Gruppen aufzuteilen, und hielt Augen und Ohren offen.
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Beitrag von: Vorbis am 10.03.2018, 14:48:52
Vorbis war fast ein wenig amüsiert über die Planlosigkeit seiner Geschwister, wäre er nicht selbst so nervös gewesen. Immerhin waren sie es doch, die sich bei solchen Gelegenheiten immer wohl gefühlt hatten, die keine Probleme hatten, ein Gespräch an sich zu ziehen und nie um eine Antwort verlegen waren. Er selbst hatte da schon deutlich mehr Probleme und hielt sich eher an einem Getränk fest, um etwas Sicherheit zu bekommen. Bei diesem Gedanken sah er sich um, wo er hier ein solches bekommen konnte.

"Na dann gehen wir doch, Maldrek. Und nachher treffen wir uns dort hinten." Auch Vorbis hatte natürlich keinen Plan, außer sich erst einmal umzusehen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, welche Art von Etablissement dies hier eigentlich war. Und wenn er keinen Mann mit Fuchsmaske sehen würde, dann könnte man ja auch einfach mal nach dem Fuchs fragen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 14.03.2018, 18:09:17
Scarletts Zweifel waren mehr als berchtigt, denn die Waisen hatten kaum Glück mit ihrer Suche. Ein Fuchs war hier weit und breit nicht zu sehen und sobald sie sich einer Gruppe, die sich unterhielt zu sehr näherten, verstummten diese und gaben kein weiteres Wort mehr von sich. Jedermann hier schien - wenig überraschend - sehr auf die Wahrung seiner Geheimnisse bedacht und es ließ sich kaum etwas herausfinden.[1]
Bei seinem Versuch Informationen aus einem der Diener heraus zu bekommen, stellte Melandro zu seiner Entgeisterung fest, dass dieser entweder sehr strikte Anweisungen hatte, nicht mit ihm zu sprechen oder dazu gar nicht in der Lage war, denn alles was ihm - selbst als er Münzen versprach und präsentierte - entgegengebracht wurde war Schweigen und Kopfschütteln, bevor sich der Maskierte wieder seinen Aufgaben, welche auch immer das sein mochten, zuwandte.
 1. Ich bin mal wieder davon ausgegangen, dass ihr nicht direkt nach dem Fuchs fragt
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 19.03.2018, 16:33:27
Je länger sie in diesem Haus herumliefen, desto frustrierter wurde Vorbis. Was hatten sie sich eigentlich dabei gedacht, einfach hierher zu kommen und zu hoffen, diesem Fuchs über den Weg zu laufen? Es war eigentlich nicht weiter verwunderlich, dass sie keinen Erfolg hatten. Die Veranstaltung selbst behagte Vorbis ebenfalls überhaupt nicht. Er war gutem Essen, Alkohol und einer Unterhaltung durchaus nicht abgeneigt, aber dies hier war offensichtlich keine Feier, zu der sie eingeladen waren, und es schien, als ob jeder der Anwesenden seine eigene Agenda hätte.

Als er merkte, dass auch seine Geschwister keinen rechten Plan hatten, wie sie hier nähere Informationen bekommen sollten, reichte es dem Priester endlich. Trotz seiner Ängste ging er auf die erstbeste Gruppe zu, deren Gespräch wie immer verstummte, als er sich näherte, und fokussierte die Person darin mit der ungewöhnlichsten Maske, wobei er seine Unsicherheit so weit es ging zu überspielen versuchte.
"Entschuldigt vielmals, aber ich suche den Fuchs. Könnt Ihr mir vielleicht behilflich sein?" Gleichzeitig versuchte der Kleriker, das zu wiederholen, was er am Vortag bei der Befragung des Zwerges getan hatte - was immer es war, vielleicht war Oghma ihm erneut wohlgesonnen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 19.03.2018, 20:08:43
Yzwaz, der aufmerksam um sich schauend und horchend umhergelaufen war, ohne das geringste von Interesse zu erlauschen, beschloss irgendwann mit seinem üblichen Gleichmut, sich nicht weiter darüber aufzuregen und stattdessen zu seinen Kameraden zurückzukehren. Vielleicht hatte ja einer von ihnen mehr Glück gehabt. Da Vorbis mit seiner Figur nur wenig schwerer als der grauhäutige Winzling in der Menge auszumachen war, wandte er sich zielstrebig in Richtung der ersten Gestalt, die er für den Kleriker hielt. Dabei schleifte sein langer Umhang wie eine Schleppe hinter ihm her.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 19.03.2018, 21:38:07
Die Maskierten blickten Vorbis sichtlich überrascht an angesichts dieses Bruchs der Etikette, so viel konnte er ohne Schwierigkeiten auch an den Augen und der Körperhaltung erkennen. So war die Antwort, die er erhielt, recht schroff, aber zumindest nicht allzu unfreundlich: "Ich fürchte da können wir euch nicht weiterhelfen. Einen Fuchs haben wir nicht gesehen." Doch gleichzeitig hörte Orbus die nicht ausgesprochenen Gedanken des Maskenträger, der ihm soeben geantwortet hatte: "Armer Narr. Er hat offenbar keine Ahnung, worauf er sich einlässt. Wenn man den Fuchs sprechen will, schickt er Nachricht. Das weiß doch jeder. Man fragt nach ihm im Großen Gasthaus und er meldet sich."
Die Maskierten wandten sich auch schon wieder ab, um wieder ihren geheimen Angelegenheiten nachzugehen und der Priester ahnte, dass sie auch über ihn sprechen würden, aber er hatte, was er wollte.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 20.03.2018, 09:02:08
Nachdem er Minutenlang vergeblich versucht hatte einen kleinen Turm aus Goldmünzen an einen Gesprächsbereiten zu verteilen war Melandro frustriert zum vereinbarten Treffpunkt marschiert und hatte seine Erfolglosigkeit eingestanden.

Seine Zerknirschung verschwand allerdings als er sah, wie Vorbis so resolut ausschritt und direkt  nach dem Fuchs fragte. Hut ab! Rasch blickte sich der vermumte Halbdrow um und versuchte zu erkennen ob sich jemand an dem Verhalten des Oghmapriesters störte. Doch die Masken erschwerten dieses Vorhaben und so wartete er gespannt was nun passierte. Ob es Vorbis gelungen war seine Gabe erneut einzusetzen?
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 20.03.2018, 13:00:38
Vorbis dankte dem Angesprochenen noch, doch der Mann hatte sich bereits wieder abgewendet. Dennoch war ihm die Erleichterung deutlich anzumerken, als er zu den anderen in einem Stück zurückkehrte.
"Ich glaube, hier finden wir nicht mehr heraus. Lasst uns gehen." sagte er zu den anderen, wobei Sein Blick dabei jedoch andeutete, dass er ihnen etwas mitzuteilen hatte.

In der Tat wollte der Kleriker nun nur noch raus aus diesem Haus, und unter seiner Maske schwitzte der Mann längst aus allen Poren - verursacht durch ein Gemisch aus Angst und einem gewissen Hitzestau, der bei seiner Körperfülle deutlich stärker wirkte als bei anderen. Doch er machte sich keine Illusionen: Die Angst hatte den allergrößten Anteil daran, und seine Tat von eben hatte nicht dazu beigetragen, dass er sich wohler fühlte in seiner Haut.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 20.03.2018, 15:47:11
Scarlett brauchte nicht viel Überredung, um das Haus der Tausend Masken wieder zu verlassen. Das Etablissement kam seinem Ruf durchaus nach und Neugier war hier etwas, mit dem man über Kurz oder Lang nur in Schwierigkeiten geraten würde.

Von daher signalisierte die junge Frau den anderen auch direkt, dass sie bereit war wieder zu gehen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 21.03.2018, 09:24:15
Auch Maldrek nickte, er wusste auch nicht weiter und Vorbis schien einen Plan zu haben.

Als sie draußen waren legte er die Maske zurück und entfernte sich ein ganzes Stück von dem Gebäude. Dort wartete er auf den schnaufenden Priester, neugierig darauf zu erfahren, was Vorbis erfahren hatte.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 21.03.2018, 11:29:49
Nachdem die anderen glücklicherweise einverstanden waren zu gehen, fanden sich die Geschwister bald darauf draußen wieder und folgten Maldrek, der sich von dem Gebäude wegbewegte. Als sie so weit entfernt waren, dass er es für sicher hielt zu sprechen, schilderte Vorbis den anderen in leisem Ton, was er den Gedanken des Mannes hatte entnehmen können, den er angesprochen hatte.
"Ich hoffe, die halten mich für so bescheuert, dass sie keine Bedrohung in mir sehen. Aber wenn wir den Fuchs suchen, müssen wir ihn wohl so oder so herausfordern, beziehungsweise nach ihm fragen.

Weiß denn jemand von euch, was mit dem großen Gasthaus gemeint ist? Gibt es hier ein besonders großes?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 21.03.2018, 11:39:17
"Interessant ist, was erfahren du hast" meinte Yzwaz, der sich den anderen beim Verlassen des Hauses schweigend angeschlossen hatte. "Wenn unter dich sie schätzen, zu unsrem Vorteil sein es wird" fügte er hinzu und verzog sein faltiges Gesicht zu etwas, das ein optimistisches Grinsen ebenso gut darstellen mochte wie eine sorgenvolle Miene. Dann rieb er seine gewaltige Nase und sann darüber nach, ob er seit seiner Rückkehr nach Niewinter von einem großen Gasthaus gehört hatte. "Lange noch nicht wieder zurück ich bin..." gab er grübelnd zu und sah sich dann im Kreis der Waisen um.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 21.03.2018, 23:16:42
Über die Schulter blickend, ob ihnen jemand direkt folgte, schloß Melandro dann aber rechtzeitig zu seinen Geschwistern auf und lauschte angestrengt Vorbis Schilderung. Als er dabei die Maske abnahm, strich er sich die langen blauschwarzen Haare aus dem Gesicht und verstaute das sperrige Teil so gut es ging.

"Es ist das Haus am Markt. Du hast mich von dort schon einmal abgeholt." brachte der Halbdrow dem Priester das Gasthaus mit sachlichem Tonfall in Erinnerung. Wobei... vielleicht keine allzu einzigartige Beschreibung wenn man die gemeinsame Vergangenheit in Betracht zog. "Ich führe uns dort hin." ergänzte der Waise sicherheitshalber.

Und wenn es keine Einwände gab, dann machte er es auch genau so.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 21.03.2018, 23:24:54
"Vielleicht sollten wir unsere durchaus vorhandenen Fähigkeiten der Verkleidung nutzen, um nicht zu viel Aufmerksamkeit auf uns selbst zu ziehen, wenn wir ein Treffen mit dem Fuchs arrangieren wollen," warf Scarlett noch ein, ehe sie sich auf den Weg zum großen Gasthaus machen konnten.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 30.03.2018, 13:25:41
Mit einer Idee, wohin es nun gehen sollte, begaben sich die Waisen direkt zum großen Gasthaus. Es war zwar bereits recht spät, aber um diese Zeit würde dort sicher noch Betrieb sein. Sie teilten sich auf und Maldrek und Scarlett verkleideten sich selbst mit Hilfe ihrer Magie, um nicht so leicht zu erkennen zu sein, während die anderen drei so blieben wie sie waren.
Das Große Gasthaus hatte diesen Namen wohl verdient, denn es war eins der größten Gebäude in der ganzen Stadt, das mit Abstand größte am Marktplatz. Mehr als zweihundert Betten gab es hier und viele Bewohner Niewinters kamen am Abend her, um zu essen und zu trinken. So war der große Schankraum auch gut gefüllt als sie hinein traten. Mehrere Thresen lieferten hier Getränken und über ein Dutzend Kellner arbeiteten hier, um all die Gäste zu versorgen. In dem Getummel entdeckten die Waisen einen ihrer Brüder, Baldr Berringsson, der hier zwischen den Gästen umhereilte und mindestens genauso viel Bier mit den Gästen trank wie er ihnen brachte. Allerlei Volk war hier zu entdecken: zwergische Minenarbeiter, die auf der durchreise nach Gauntlgrym waren, eine kleine Gruppe Elfen, die abgeschieden an einer der Gasthauswände saßen, ein wohlgkleider Mann, der eine teure Mütze und ein Monokel trug und einen edlen Rotwein auf einem Kristallkelch trank, ein ein wenig wahnsinnig amutender Gesell, der einen dunkelvioletten Anzug trug und dessen schwarzes Haar zu Berge stand. Er eilte von Tisch zu Tisch und sprach mit verschiedenen Gästen ohne dass diese ihn zu sich eingeladen hatten, wie es den Anschein hatte.
Aber es waren auch noch einige Tische frei, sodass sich die Waisen niederlassen konnten ohne Schwierigkeiten. Schon nach kürzester Zeit war eine Bedienung bei ihnen und nahm ihre Bestellung auf.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 30.03.2018, 23:46:07
Scarlett betrat das Gasthaus nicht in Begleitung der anderen, sondern kam ein wenig später alleine dort an. In ihrer Verkleidung würde man sie hoffentlich nicht mit den anderen in Verbindung bringen, so dass sie in der Lage war, die Situation etwas im Auge zu behalten. Wer wusste schon, was geschehen würde, und es schadete selten, vorsichtig bei dem zu sein, was man tat. Sie suchte sich dann auch gleich einen Tisch, von dem aus sie die anderen Waisen gut im Blick behalten konnte.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 31.03.2018, 13:39:11
Yzwaz' auffällige, wenn auch nicht im Sinne des Wortes aus der Masse herausragende Gestalt drängte sich mit stoischem Gleichmut durch die Lücken zwischen Hockern und Tischen. Nachdem man ein freies Plätzchen erspäht hatte, turnte der Gnom mit einem kühnen Sprung auf eine der Sitzgelegenheiten. Von diesem luftigen Thron aus sah er sich interessiert um. "Mh..." brummte er. "...viel gesprochen hier wird, doch wenig gesagt." Missbilligend runzelte er die Stirn mit den buschigen Augenbrauen, während er seine Knollennase rieb. Als die Bedienung bei ihnen auftauchte, war der Grauhäutige eingedenk des Beispiels von Baldr, der dem Anschein nach weit mehr von sich gab, als er aufnahm. "Gern einen Krug Wasser ich hätte" bestellte er. Yzwaz gedachte sich offenkundig nicht der Trunksucht hinzugeben.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 31.03.2018, 16:34:35
Mit einem kurzen Umweg über das Waisenhaus, bei dem Melandro seine Maske deponierte und erneut in seine repräsentative Rüstung schlüpfte, trudelte schließlich auch er im Großen Gasthaus ein. Begrüßte bekannte Gesichter und flirtete mit wildfremden Frauen, die das einmalige Vergnügen hatten seinen Weg zu kreuzen. Baldr gut gelaunt zuwinkend, vertraute der Halbelf darauf, dass der trinkfeste Zwerg bei ihnen vorbei schauen würde wenn sich die Möglichkeit dazu ergab.

Selbst einen Kelch roten Weins bestellend, setzte sich der Pirat zu Yzwaz und lehnte sich entspannt zurück. "Schon eines unserer Vögelchen gesehen?" fragte er wieder ein wenig konzentrierter.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 11.04.2018, 11:23:48
Nach einer Weile stand Scarlett von ihrem Platz auf und bewegte sich dann langsam in Richtung des nächsten Thresens. Zwischendurch fiel ihr Blick auf Baldr. Der Zwerg arbeitete hier und vielleicht wäre es auch garnicht dumm, ihn einmal nach dem Fuchs zu fragen. Aber sie selbst war in Verkleidung hier, um nicht mit den anderen in Verbindung gebracht zu werden, daher machte es jetzt natürlich wenig Sinn. Vielleicht, wenn sie ihre Verkleidung später würde fallen lassen. Oder wenn sich eine Gelegenheit ergab, einmal kurz ein paar Worte mit einem der anderen zu wechseln.

Am Thresen angekommen bestellte sie sich noch etwas zu Trinken und meinte nur beiläufig, als sie das Getränk entgegennahm: "Wenn man den Fuchs treffen will, soll man sich hier mit ihm verabreden, hat man mir gesagt..."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 11.04.2018, 13:23:46
Eine Frau mittleren Alters lächelte Scarlett mit schiefen Zähnen an und zuckte dabei mit den Schultern: "Das stimmt wohl, aber ich kann euch da nicht weiter helfen. Es heißt wenn man laut genug in den Wald ruft, dann ruft der Fuchs zurück, aber ich habe damit nichts zu tun. Genießt euer Bier..." Damit wandte die Dame sich auch schon einem anderen Gast zu.



Währenddessen suchte sich der merkwürdige Mann in seinem violetten Anzug, ausgerechnet den Tisch aus, an dem Melandro, Yzwaz und Vorbis Platz genommen hatten, stellte sich ungefragt einen Stuhl dazu und sagte: "Na meine Freunde, welche Geschichten treiben euch hier in diesen Hort der Freude und des guten Geschmacks?" Irgendetwas stimmte mit dieser Gestalt nicht, das bemerkten die drei sofort. Die Kleidung passte besser in ein nobles Haus in Tiefwasser als hier nach niewinter, mit ihren verspielten Mustern, die in die Jacke gewebt waren und den feinen Gold- und Silberketten, die die edelsteinbesetzten Knöpfe zusammenhielten. Aber es war nicht die Kleidung, die sie am meisten verwirrte, sondern es waren die Augen des Mannes, die in seinem fremdländischen Gesicht leuchteten. Sie waren langgezogen und schmal, wie bei dem Teehändler, den sie vor einigen Tagen kennen gelernt haben und auch die Hautfarbe des Mannes ähnelte der des Händlers aus Kara-Tur. Aber wirklich bemerkenswert war, dass die Iris nicht geformt war wie bei Menschen, elfen oder Zwergen, sondern wir die einer Katze anmutete.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 12.04.2018, 13:27:05
Vorbis hatte sich zunächst möglichst unauffällig verhalten, als sie das Gasthaus betreten hatten. Durch die schiere Größe des Etablissements war es allerdings auch nicht besonders schwer, in der Menge unterzugehen, oder so dachte er zumindest. Der Priester war schnell froh, dass er sich nicht hier sein Zimmer genommen, sondern ein kleineres Gasthaus in der Nähe von Orbis' Anwesen ausgewählt hatte.

Auch als er seinen alten Freund Baldr erblickte, der ihn erst in die Vorzüge guten Bieres und Essens eingeführt hatte und, wie Vorbis sich eingestehen musste, wohl nicht ganz unschuldig an seiner runden Form war, beließ er es bei einem kurzen Winken als Begrüßung. Er hätte sich gerne mit seinem Freund das ein oder andere Bier hinter die Binde gekippt und gemeinsam in alten Zeiten geschwelgt, aber zum einen schien dieser durchaus eingespannt genug zu sein (was ihm normalerweise jedoch nur wenig ausgemacht hätte), zum anderen waren sie aus einem bestimmten Grund hier - und so behielt Vorbis Scarlett und Maldrek im Auge und blieb sonst eher still.

Dann jedoch tauchte dieser schrill gekleidete Mann an ihrem Tisch aus, und es schien ihm nichts auszumachen, dass er nicht eingeladen worden war. Vorbis wollte ihn bereits verscheuchen, doch dann fielen ihm dessen Augen auf, die ihm irgendwie bekannt vorkamen, auch wenn er zunächst nicht sagen konnte woher. Da Melandro sich ebenfalls am Tisch befand, konnte sich der Priester entspannt weiter seiner Beobachtung widmen - wenn auch nur mit halber Aufmerksamkeit, da die andere Hälfte nun dem Fremden an ihrem Tisch galt. Doch Melando würde das Gespräch sicherlich sofort an sich ziehen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 12.04.2018, 14:13:44
Yzwaz hatte sich nach seinen ersten Worten gewohnt schweigsam verhalten. Obwohl der Gnom von seinem Stuhl aus nur mit Mühe über die Tischplatte sehen konnte, huschten die flinken Augen unter seinen buschigen Augenbrauen doch ohne Unterlass hier und dort umher. Gelegentlich zupfte er nachdenklich an seinem langen Bart, ohne dass klar wurde, ob er etwas Interessantes entdeckt hatte oder über irgendein Problem grübelte, das gar nichts mit ihrem Vorhaben zu tun hatte. Das Stimmengewirr in dem großen Haus jedoch veranlasste ihn immer wieder zu einem unwilligen Stirnrunzeln – es schien seiner Konzentrationsfähigkeit nicht gerade zuträglich.

Baldr hatte auch der Grauhäutige mit einem tiefen, ernsten Nicken begrüßt, ohne ein Wort von sich zu geben. Als Asket war er auch in der Vergangenheit nicht gerade der beste Kamerad des trinkfreudigen Baldr gewesen – nicht dass der Grauhäutige mit seiner seltsamen Art viele enge Freunde gehabt hätte. Und auch jetzt zog er es vor, sein Aufmerksamkeit eher auf die verkleideten Waisen und auf deren nähere Umgebung zu richten. Dabei unterhielt er sich mit einem Fingerspiel, das zugleich die Beweglichkeit seiner knotigen Gelenke unter Beweis stellte: In einer sinnverwirrenden Weise schlang er die Finger in stetig neuen Mustern ineinander, dass man glauben musste, er würde sie brechen. Dennoch flutschten sie wie dürre graue Äste immer wieder durch Lücken zwischen ihren Kameraden, ohne sich zu verknoten.

Er hielt in dem komplizierten Spiel erst inne, als sich der Fremde ganz ungefragt zu ihnen setzte. "Hrm? Hrm!" brummte er, wobei nicht recht ersichtlich wurde, ob das nun Missbilligung, eine Frage, eine Einladung oder sonstige Meinungsäußerung darstellen sollte. Sein Blick wanderte an der auffälligen Gestalt auf und ab, um schließlich bei den Augen hängenzubleiben. Mit einem polternden "Hrmhm..!" linste er zu Melandro, der auch ihm als derjenige erschien, welchem die Gabe der Konversation am ehesten verliehen war.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 12.04.2018, 16:55:02
Und Vorbis sollte Recht behalten.

Doch zuvor waren Melandros Augen durch die Reihen der anwesenden Gäste gehuscht - hatten kurz mit einer der anwesenden Damen geflirtet - und hatten vergeblich nach Scarlett und dem grummeligen Tiefling Ausschau gehalten.

Erst das Erscheinen des Fremden hatte die "lebhafte Unterhaltung" zwischen den Geschwistern unterbrochen. Zum Glück!

Seinen Kopf etwas schräg legend betrachtete der Halbdrow den Fremden von Kopf bis Fuß, soweit dies bei einem Sitzenden möglich war, und grinste ihn schließlich an. "Wein, Weib und Gesang. Was sonst?!" erwiderte der Pirat gut gelaunt und prostete dem Fremden zu, während er sich weiterhin ein Bild von ihm machte indem er ihn über den Rand seines Kelches musterte aus dem er da weilen trank.

"Aber ihr scheint mir selbst ein Mann zu sein, der viel zu erzählen hat. Vielleicht wollt ihr mich und meine geselligen Brüder mit einem Schwank unterhalten? Wir halten auch gerne eure Kehle feucht." bot Melandro mit einer freimütigen Handbewegung in Richtung des vollen Tisches sogleich an.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 12.04.2018, 22:50:05
Maldrek war kurz vor Scarlett angekommen, aber anders als sie hatte er sich in eine Ecke verzogen und einen etwas zu großen Krug Bier bestellt. Er wusste wie Männer aussahen, die ihren Frust betäuben wollten und versuchte eben diesen Eindruck zu erwecken - und zu beobachten. Eigentlich hatte er Scarlett in ihrer Verkleidung im Auge behalten wollen und die Leute um sie herum. Er hoffe eine Reaktion auf ihre Frage zu bemerken, jemand, der schnell fort ging oder sich anders auffällig verhielt. Statt dessen sah er aus dem Augenwinkel, wie sich ein seltsam gekleideter Mann zu den Geschwistern setzte. Aber vielleicht war das ja einer von Melandros seltsamen Bekannten, vielleicht aber auch nicht. Er versuchte beide im Auge zu behalten und dabei nichts anderes wichtiges zu übersehen, ein schwieriges Unterfangen bei all dem Trubel hier drin.[1]
 1. Perception 5
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 12.04.2018, 23:28:56
Mit dem Bierkrug in der Hand schlenderte Scarlett ein wenig durch die Gaststube. Wie sollte sie nun weiter vorgehen. Sie konnte sich ja schlecht auf einen der Tische stellen und laut zu den Gästen rufen... naja, sie könnte schon, aber... nein. Den Kopf schüttelnd, ob ihrer unsinnigen Gedanken, suchte sie nach Gästen, die den Eindruck erweckten, dass sie häufiger hier waren, vielleicht so eine Art Stammrunde, denen man nochmal die Frage nach dem Fuchs stellen könnte. Aber so wirklich fündig wurde sie nicht[1], daher machte sie sich für's Erste wieder in Richtung ihres Sitzplatzes auf, um ihr Bier nicht doch noch zu verschütten, ehe sie die Gelegenheit hatte, es zu trinken.
 1. Perception 7
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 16.04.2018, 16:16:15
Weder Scarlett von Maldrek entdeckten irgendetwas in dem ganzen Trubel und es passierte auch nichts besonders bemerkenswertes, was Ihre Suche nach dem Fuchs anbelangte. Die Bardame hatte offenbar Recht gehabt. Sie konnte tatsächlich nicht weiterhelfen.
Indessen leuchteten die Augen des Fremden auf, als Melandro ihn empfing und ihm ein Getränk anbot, doch seine Worte gingen in eine andere Richtung: "Das ist ein zu freundliches Angebot, aber was haltet ihr davon, wenn wir die Rollen tauschen. Ihr müsst wissen ich sammle Geschichte und bin gern bereit euch eine oder auch mehrere Runden zu spendieren, je nach dem, wie lange es dauert eure Geschichte zu erzählen, die ohne Zweifel eine spannende sein muss."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 17.04.2018, 12:00:49
Bedächtig strich sich Yzwaz bei den Worten des Fremden über den Bart. "Eine Geschichte erzählen wohl ich könnte" meinte der Gnom. "Ob aber spannend sein sie wird... lehrreich sie ich fand, als sie mir erzählte mein Meister." Offenbar war dem Grauhäutigen entgangen, dass der Mann mit seinen Worten sicher nicht irgendeine beliebige Geschichte gemeint hatte. So aber keiner seiner Begleiter eingriff, setzte er zu einer Erzählung an, indem er diverse polternde "Hrm" hören ließ.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 17.04.2018, 12:47:44
Derweil war Scarlett wieder langsam in Richtung ihres Tisches unterwegs. Dabei murmelte sie einiges vor sich hin, laut genug, um dabei überhört zu werden, falls ihre Worte zufällig jemanden erreichen sollten, der sie mit Interesse aufschnappte.

"Geh ins Große Gasthaus und frag nach dem Fuchs..."

"Wie soll man diesen Fuchs denn finden, wenn den hier keiner kennt..."

"Soll ich mich etwa auf einen Tisch stellen und laut nach dem Fuchs rufen..."

Immerhin konnte sie ihren Gedanken von vorhin so doch noch unterbringen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 17.04.2018, 15:07:03
Es fiel Vorbis schwer, Scarlett weiter im Auge zu behalten, als sie begann, durch den Gastraum zu streifen, und zusätzlich nahm der Fremde nun einen Teil seiner Aufmerksamkeit in Anspruch. Mit einer eigenen Geschichte wollte und konnte er nicht dienen - denn die Wahrheit zu erzählen, kam ohnehin nicht in Frage - daher war er froh, als Yzwaz in seiner unnachahmlichen Weise begann, eine Fabel zu erzählen, die den Fremden wohl kaum befriedigen würde. Dennoch war es amüsant, ihn dabei zu beobachten, wie er sich durch das Gegrummel und Ge-hrmpf-e des Gnoms kämpfte, während er selbst entspannt zusehen konnte.

Doch weiterhin fragte er sich, ob es ein Zufall war, dass dieser Mann, der ihm so bekannt vorkam, sich ausgerechnet zu ihnen an den Tisch gesetzt hatte. Nur, ob es ein Freund war, oder jemand, der ihnen Übles wollte, das konnte er bislang nicht sagen.[1]
 1. Insight: 19
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 20.04.2018, 14:25:58
Am aller liebsten hätte Melandro eine Geschichte über Liebe, Verrat, Verbrechen und Rettung in letzter Sekunde zum besten gegeben, doch gerade als er sich selbstzufrieden nach hinten lehnte um zu beginnen, hatte Yzwaz das Wort ergriffen und die Aufmerksamkeit ihrer Runde auf sich gezogen.

Ein wenig überrascht, verschränkte der Pirat die Finger hinter seinem Kopf und lauschte der Erzählung für einen Moment ehe er den Fremden von der Seite musterte um sich ein Bild von ihm zu machen.[1]
 1. Însight: 17
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 20.04.2018, 15:50:39
Mit einem letzten, besonders lauten "Hrm!" leitete der Gnom seine Erzählung ein. "In einem Land weit von hier einst ein Einsiedler lebte. Allen als höchst weise er galt, weshalb Rat bei ihm jedermann suchte. Eines Tages auf bei ihm drei Männer tauchten, um Rat ihn welche fragten. Ein Müller, ein Gerber und ein Schmied sie waren. 'Hundert Goldstücke mir dieser Mann schuldet' vom Gerber der Müller sagte. 'Nicht geben ihm die Münzen ich kann, denn kein Geld ich habe' der Gerber erwiderte. 'Gern meine Schulden bezahlen ich würde, doch das Geld dem Schmied geliehen ich habe.' Als ihn fragte der Weise, zugeben musste der Schmied: 'Das Gold ich bekam. Doch nur deshalb es ich brauchte, weil meine hundert Goldstücke nicht zurück der Müller mir zahlt, welche ihm geliehen ich habe.' Darauf der Weise sagte: 'Teuer hier guter Rat ist, doch helfen euch ich will.'" In seiner langatmigen Erzählweise, mit Räuspern und akrobatischen Bewegungen der Augenbrauen, gestikulierend und immer wieder zu sich selbst brummelnd, kam Yzwaz nur sehr, sehr langsam voran...
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 22.04.2018, 13:36:03
Der fremde klatschte in die Hände als Izwaz seine Geschichte erzählte und sagte dann dazu: "Sehr schön, sehr schön. Eine feine Geschichte und noch mit einer Lektion dazu. Aber diese Geschichten sind nicht das, wonach ich suche. Lektionen sind besser zu lernen, aus dem, was wirklich geschieht. Denn was einst geschehen ist, geschieht immer wieder. Nicht auf gleiche Art, sondern wie sich ein Gesicht, das sich in einem ruhigen Teich spiegelt. Es ist dassselbe Gesicht und doch nicht dasselbe. Genau so ist es auch mit Geschichten, Erfahrungen, Heldentaten. Es geschieht immer neu und doch immer gleich." Die kryptische Rede des Mannes war nicht leicht zu verstehen, aber sowohl Melandro als auch Vorbis, die ihre Aufmerksamkeit in erster Linie darauf verwanden, diesen Mann zu lesen, hatten das Gefühl, dass weit mehr hinter ihm steckte, als auf den ersten Blick schien. Wer auch immer er war, er war kein verrückter Trunkenbold, der wahllos fremde im Gasthaus belästigte, sondern das war eher eine Rolle, die er spielte. Weit mehr Macht verbarg sich hinter den gelben Katzenaugen als im ersten Moment zu erkennen war.



Scarlett bekam nicht wirklich etwas davon mit, denn sie war beschäftigt mit ihrem Gemurmel und sie glaubte schon, dass es nicht funktioniert hatte, nachdem sie beinahe zehn Minuten an ihrem Tisch gesessen hatte, aber dann kam die Schankmaid an ihr vorbei und stellte ihr ein zweites Bier hin, das sie nicht bestellt hatte. Mit dem Krug fiel - beinahe zufällig - ein kleines Stück Pergament auf ihren Tisch, auf dem nichts weiter geschrieben stand als: "Morgen um Mitternacht."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 22.04.2018, 14:42:35
Vorbis hatte der Erzählung des Gnoms unwillkürlich genauer zuhören müssen und musste zunächst eine Weile nachdenken, bevor er herausgefunden hatte, wer nun wem wieviel Gold schuldete und wie die Geschichte wohl enden würde. Doch eine Frage nagte an ihm, die Yzwaz noch nicht beantwortet hatte: "Warte! Die Geschichte ist doch noch nicht fertig. Guter Rat ist teuer ... aber wie teuer genau? Was verlangte der Weise für seine Hilfe, und wie haben die drei reagiert, als sie bemerkten, dass sie für ihre eigene Dummheit nun auch noch zahlen sollten? Mir scheint, das Ende der Geschichte könnte mit einer zerbrochenen Freundschaft dreier Handwerker enden und, so wie ich die Menschen kennengelernt habe, womöglich mit Gewalt."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 22.04.2018, 15:10:53
Auf die Worte des Fremden runzelte Yzwaz die Stirn und begann sich ganz energisch seine riesige Nase zu reiben. Dabei murmelte er vor sich hin und schien sehr beschäftigt damit, den Sinn des Vergleichs von allen Seiten zu betrachten: "Hrm, hrm... Spiegelbild in einem Teich... fürwahr, hrm... gleich niemals zu nennen und doch..." brummte er vor sich hin. Gelegentlich erhellten sich seine verwitterten Züge, und er rieb sich die Hände, wenn ihm ein guter Gedanke gekommen war. Auf Vorbis' Frage reagierte er erst gar nicht. Nur allmählich schien er wieder zu der Geschichte zurückzufinden, die er selbst begonnen hatte.

"Wie? Wo? Ah!" meinte er und grinste dann von einem Ohr zum anderen. "Nun, sehr einfach das ist: Dem Gerber einen Beutel mit Goldmünzen der Einsiedler gab. Dann er sagte: 'Dies dir ich leihe. Nun deine Schulden dem Müller bezahle!' Dem Müller jenes Gold an den Schmied weiterzureichen sodann er befahl. Nicht anders dem Schmied es erging. Als dem Gerber den Beutel gegeben er hatte, zurück seinen Besitz sich der Weise nahm, und bezahlt alle Schulden waren, welche untereinander die drei hatten." Sein Grinsen wurde listig, als er hinzufügte: "Nur dem Weisen nun die Gebühr für seinen guten Rat sie schuldeten. Doch da ein Weiser er war, sie in Raten zu zahlen ihnen er erlaubte. Sehr weise, denn Freunde die drei blieben. Hrm."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 22.04.2018, 15:41:25
Als Scarlett den Zettel hochgenommen hatte und die Nachricht gelesen hatte, reckte sie ersteinmal den Kopf in die Höhe und schaute sich um. Das war natürlich ziemlich unsinnig, wie ihr auch schnell klarwurde, aber zumindest würde der Schreiber, wenn er sie weiter beobachten sollte, dadurch mitbekommen, dass sie die Nachricht erhalten hatte. Und eigentlich wollte sie sich auch garnicht allzu geschickt verhalten, das passte durchaus zu der Figur, die sie gerade spielte.

Da es sonst hier auch nichts weiter zu tun gab, trank die junge Frau noch ihr neues Bier aus, um kurz darauf wieder aus dem Gasthaus zu verschwinden. Der Zettel war mittlerweile in einer ihrer Taschen verschwunden. Sie konnte auch nicht allzu lange in der Schankstube verweilen, da ihr Verkleidungszauber irgendwann auslaufen würde. Die Schurkin hielt dabei aber die Augen offen, um zu sehen, ob jemand ihr folgen würde[1] und nahm zudem auch Kontakt über ihre telepathische Verbindung mit Bubo auf, der sich irgendwo in der Nähe um das Gasthaus aufhielt, damit er ihr in einigem Abstand folgen würde, um ebenfalls die Augen nach möglichen Verfolgern offenzuhalten[2].

Unterwegs grübelte sie noch darüber nach, wie genau die Nachricht zu verstehen war...

Morgen um Mitternacht. Meint er damit im Großen Gasthaus? Oder im Haus der Tausend Masken? Eigentlich trifft man ihn ja dort, aber woher sollte sie das wissen? Vielleicht geht er davon aus, dass wenn man etwas von ihm will, man auch die Vorgehensweise kennen muss. Aber wenn das so ist, dann gibt es vielleicht auch einen bestimmten Weg, um ihn im Großen Gasthaus aufzuspüren. Andererseits wusste der Kerl, den Vorbis ausgehorcht hat, scheinbar nichts Genaueres. Naja, mal abwarten, was die anderen meinen...

Auf dem Weg suchte sich Scarlett dann noch eine Abkürzung[3], die sie auch an Stellen führte, wo sie sich sicher war, dass sie nicht beobachtet werden konnte. Hier beendete sie ihren Verkleidungszauber, um den Rest des Weges in ihrer gewohnten Erscheinung zurückzulegen. Da sie keinen besonderen Treffpunkt ausgemacht hatten, ging sie zurück zum Anwesen, um dort auf die anderen zu warten.
 1. Scarlett Perception 19
 2. Bubo Perception 22
 3. Background Feature: City Secrets
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 25.04.2018, 08:23:04
Als sich bei Scarlett nichts tat beobachtete Maldrek die Gruppe seiner Geschwister und den seltsamen Mann. So bekam er auch nichts von dem Zettel mit, bis Scrlett aufsah und etwas in der Hand hielt. Er unterdrückte den Impuls sich ebenfalls sofort umzuschauen, um sich nicht zu verraten und als er nach nach einer Weile doch den Blick schweifen ließ, scheinbar auf der Suche nach dem Wirt, konnte er nichts besonderes erkennen.[1]. Schließlich bestellte er ein letztes Bier und wartete weiter ab.

Als sich Scarlett dann verabschiedete schaute er nicht ihr nach, sondern versuchte zu erkennen, ob ihr jemand folgte oder sich besonders für sie interessierte.[2]
 1. Perception 6
 2. Perception 12
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 25.04.2018, 10:17:52
Melandro, der viel zu oberflächlich für Geschichten wie diese war, blickte den Fremden nachdenklich an und fragte dann direkt und überraschend trocken und nüchtern: "Ihr seid doch nicht wirklich wegen einer Geschichte zu uns gekommen?" Den Fremden musternd, fuhr er dann fort: "Gibt es etwas, dass ihr uns sagen wollt oder das wir für euch tun können?"

Dann lehnte sich der Halbdrow nach vorne und sah dem Fremden unverhohlen in seine unwirklichen Augen und versuchte weiterhin aus ihm schlau zu werden. Hatte er etwas mit dem Fuchs zu tun? Waren sie vom Haus der Tausend Gesichter aus verfolgt worden? 100te Fragen und keine Antwort...
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 26.04.2018, 11:16:56
Maldrek bekam kaum etwas von dem mit, was Scarlett tat, so voll war es hier. Und ob ihr jemand folgte, als sie das Gasthaus verließ, vermochte er ebensowenig zu sagen. Es war möglich, aber zumindest offensichtlich war es nicht. Scarlett erging es in den Straßen nicht anders. Sie sah niemanden, der sie verfolgte und das wäre wohl auch schwer gefallen, so schnell und gewandt bewegte sie sich durch die Gassen ihrer Heimatstadt.



Der Mann lächelte Melandro wissend an, auch wenn sein Gesichtsausdruck jetzt unmöglich zu lesen war: "Doch, ich bin wegen einer Geschichte her gekommen. Aber nicht wegen einer Fabel von einem weisen Mann und drei Ratsuchenden, sondern wegen einer ganz bestimmten Geschichte: eure Geschichte. Ich würde sie gern hören, denn Geschichten sind das, was diese Welt zusammenhält und dem Wahnsinn eine Grenze aufzeigt."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 26.04.2018, 20:15:41
"Und dem Wahnsinn die Grenze aufzeigt..." wiederholte der Halbdrow die letzten Worte in Gedanken und wägte sie unschlüssig ab. Amüsiert schnaufend, unterließ der Pirat dann aber eine Bemerkung und machte stattdessen eine weit ausholende Geste mit beiden Armen die seine Brüder mit einschloss.

"Wir" ein Blick links zu Vorbis, ein Blick rechts zu Yzwaz "sind Orbus Erben, oder besser gesagt: Waisen." Seine Arme wieder sinken lassend, fuhr Melandro fort: "Ein jeder von uns ein Kind der Straße, von einem guten Mann groß gezogen und auf den Lebensweg geschickt." Einen Schluck aus dem Weinkelch nehmend - rein der dramatischen Pause wegen! - erzählte der Halbelf weiter: "Leider ist unser Ziehvater vor kurzem verschieden und so haben wir uns nach vielen Jahren wieder getroffen um ihm einen würdigen Abschied zu entbieten."

Mit ungewohnt ernster Miene endend, sah der Seeräuber erneut zu dem Fremden und fragte: "Eine Geschichte die die Welt zusammenhält?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 30.04.2018, 15:03:48
Der Fremde sprach weiter in einem nicht so recht enden wollenden Redeschwall, aber er hörte auch immer zu und unterbrach Melandro nicht: "Natürlich. Wie soll man den Wahnsinn dieses Lebens überstehen, wenn nciht indem man den Geschichten lauscht, wie sie nur das Leben schreibt. Ich möchte mehr von eurer hören, denn ihr seht nicht aus, als wäre das wenige, was ihr gesagt habt, schon alles, was er zu erzählen gibt." Er schien ehrlich interessiert am Leben der Waisen, weiso oder weshalb, das vermochte von den dreien jedoch keiner so recht zu sagen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 30.04.2018, 15:52:39
Während des Wortwechsels zwischen Melandro und dem Fremden hatte Yzwaz sich tief über seinen Wasserkrug gebeugt, den er auf dem Schoß hielt. Man konnte nicht recht erkennen, ob er dem Gespräch rechte Aufmerksamkeit schenkte. Vielmehr schien er ganz konzentriert auf das Wasser in dem Krug zu sein, über dem er bedächtig die knotigen Finger seiner linken Hand bewegte. Interessanterweise begann das Wasser irgendwann leise zu plätschern und seltsame Wellenmuster zu bilden, als werde es von einer unsichtbaren Hand bewegt...

Sichtlich befriedigt stellte der Gnom seine meditativen Handbewegungen ein, nickte dem Wasser wie einem Vertrauten zu, räusperte sich mit einem polternden "Hrm-h-hmmh..!" – und nahm einen kräftigen Schluck aus dem Krug. Dann blinzelte er den Elfen und den Fremden unter seinen buschigen Augenbrauen hervor so listig an, dass es nun doch den Eindruck machte, als habe er genau zugehört. "Tief zu blicken Euer Auge scheint – wenn nicht nur auf den Busch Ihr klopft" kicherte er den Mann an. "Nicht alte Geschichten wohl hören er will" wandte er sich dann an Melandro. "Womöglich was hierher uns führt, zu wissen er begehrt?" Seine Äuglein huschten zurück zu dem Fremden.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 02.05.2018, 09:10:53
Seine beiden Brüder für einen Moment musternd, fast so als würde er sich ihr Einverständnis einholen, zuckte der Halbdrow gleichgültig mit den Schultern und schnalzte mit seiner Zunge ehe er betont rhythmisch sprach:

"Ein paar Waisen gingen in den Wald,
was sind dort fanden ließ sie nicht kalt.

Des Fuchses Freunde waren es gewesen,
ihnen ist nun nicht mehr nach Späßen.

Die Waisen nun den Fuchs zu finden hoffen,
doch das Ergebnis ihrer Suche ist noch offen."


Den Blick aus den dunklen Augen nicht vom Gesicht des Fremden nehmend, versuchte Melandro erneut aus ihm schlau zu werden. Ein seltsames Spiel. Doch der Abend war jung und etwas Unterhaltung und Ungewissheit waren genau das Richtige für heute.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 07.05.2018, 10:55:31
Melandro war sich recht sicher, dass der Fremde ziemlich genau verstand, wovon der er gerade sprach: "Ah, wunderbar. Das ist doch etwas sehr viel interessanteres. Ich sehe eure Geschichte ist gerade erst am Anfang. Nun, ich bin sicher, ihr werdet finden, was ihr sucht, wenn ihr nur laut genug fragt. Aber um euer Gedicht ein wenig zu ergänzen:
Verzagt nicht, wenn ihr nicht seht das Gesicht,
ein anderer schützt sich immer vorm Licht.
Und glaubt auch nicht, dass Tiere zu jagen,
das ist, was euch wird lassen verzagen.
Die Pfade sind offen wie eh und je,
Ob die Sonne brennt oder fällt der Schnee.
Das einzige, was jeder wissen kann,
die Dunkelheit bricht immer jeden Bann."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 07.05.2018, 20:45:04
Lachend, legte Melandro seine dunkle Hand auf die des Fremden und sah ihm in die Augen. "Ein Reimemeister!" gluckste der Halbdrow amüsiert, ehe er die Hand des Fremden seltsam vertraut tätschelte und dann seine zurück zog um sie vor sich abzulegen.

Hinter der Maske des Spaßes, überlegte der Pirat während dessen angestrengt ob er etwas in seiner Vision erblickt hatte, dass er mit dem Fremden in Verbindung bringen könnte. Aber es wollte kein Funken überspringen, keine Verbindung sich offenbaren.

Und so - immer noch grinsend - fragte er weiter: "Ein Licht? Ein helles Licht? Gestalten in Roben um einen Tisch herum? Ein Baum und Haus zu gleichen teilen?" wobei seiner Stimme, für diejenigen die ihn gut kannten, durchaus anzuhören war, dass Melandro auf der Hut war.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 08.05.2018, 10:00:37
Yzwaz' buschige Augenbrauen wanderten in einem fort auf und ab, während Melandro und der Fremde ihre Reime austauschten. "Dunkelheit, so, so... die Dunkelheit wohl er bevorzugt" und dergleichen murmelte der Gnom in seinen Bart, während er im Schneidersitz auf seinem Stuhl hockte, die knotigen Arme verschränkt, und gerade so mit dem Kinn über die Tischplatte schaute. Sichtlich interessiert musterte er das Gegenüber der Waisen, nachdem der Elf mit einem Teil ihre Visionen herausgerückt war.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 08.05.2018, 20:53:13
Vorbis machte große Augen, als Melandro so offenherzig ausplauderte, wen sie suchten, doch schritt nicht ein. Schließlich war es nun ohnehin egal, nachdem die Katze aus dem Sack war, und wer konnte schon ahnen, von welcher Seite sie Unterstützung erhalten konnten. Mit der Antwort des Mannes konnte er allerdings überhaupt nichts anfangen. Während die anderen beiden sich laut ihre eigenen Gedanken machten, grübelte Vorbis im Stillen, wurde jedoch nicht schlau daraus, was der Reim ihnen sagen sollte. Es hatte wohl auch keinen Zweck nachzufragen, doch eine Frage stellte der Priester dann doch - auch wenn er nicht erwartete, eine sinnvolle Antwort zu erhalten.
"Darf ich fragen ... Wer seid Ihr?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 11.05.2018, 15:17:52
Melandros Fragen ließ der katzenäugige Fremde unkommentiert, aber dafür war er nur Augenblicke später nicht mehr ganz so fremd, denn Vorbis bekam tatsächlich eine Antwort auf seine Frage, auch wenn er nicht sicher war, wie viel Wahrheit in ihr steckte: "Oh, verzeiht. Bayne der Prächtige werde ich genannt. Sammler und Erzähler von Geschichten, die die Welt erschüttern können oder es ihr erlauben sich weiter zu drehen, wie auch immer man es sehen möchte. Und ich habe das Gefühl, eure Geschichte könnte eine solche sein. Aber wer weiß das schon, bevor er die Geschichten nicht gelebt hat. Einst dachte sicher auch Elmister, dass er nicht von Bedeutung sei, aber heute kennt jedes Kind in dieser Welt und viele in anderen seinen Namen."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 19.05.2018, 12:05:46
Erst jetzt fiel den dreien auf, dass Scarlett in ihrer Verkleidung vershcwunden war, so sehr hatte dieser Bayne sie abgelenkt. Und auch wenn er sicher mehr von dem wusste, was hier vor sich ging, sehr viel mehr, so schien er in diesem Augenblick doch nicht bereit zu sein, dies preis zu geben. Also verabschiedeten sich die drei - und Bayne nahm es ihnen wohl nicht sonderlich übel, sondern er suchte sich direkt einen neuen Gesprächspartner.
Also trafen sie erst wieder mit Maldrek und dann beim Waisenhaus mit Scarlett zusammen, die ihnen tatsächlich erzählen konnte, dass es gelungen war, die Aufmerksamkeit des Fuchses zu erregen. Sie würden ihn also treffen können. Und das schon am nächsten Abend.

So waren sie dann auch alle am nächsten Abend im Haus der tausend Gesichter versammelt. Sie hatten erneut ihre Masken aufgesetzt und warteten in der Eingangshalle darauf, dass der Fuchs auftauchen würde. Er war pünktlich. Genau wie es die Notiz von Scarlett angekündigt hatte betrat er um Mitternacht das Haus der Tausend Gesichter. Es war jetzt nicht allzu voll in der Eingangshalle aber auch nicht wirklich leer, sodass die Waisen ihn schnell entdeckten. Sie traten auf ihn zu, doch bevor sie etwas sagen konnten, deutete er schon zur Seite und führte sie in Richtung eines der Seitenflügels des Gebäudes. Kein Wort kam über seine Lippen, erst als sie sich in einem kleinen Zimmer befanden - hier standen nur einige Sessel und Sofas, sowie ein kleiner Tisch, hatten sie Zeit ihr gegenüber genauer in Augenschein zu nehmen.
Er war ein kräftig gebauter Mann, daran bestand kein Zweifel, seine Kleidung war eher schlicht gehalten und die Nähte und Ärmel waren abgewetzt, ein Zeichen von reger körperlicher Betägigung, welcher Art genau auch immer. Seine Hände waren verborgen unter Handschuhen und auch sonst war nicht ein Flecken Haut zu sehen. Nur die dunklen Augen konnten die Augen durch die Fuchsmaske erkennen. Mit tiefer Stimme sprach der Fuchs sie nun, da sie in dem Zimmer beisammen und die Tür hinter ihnen geschlossen war an: "Ihr habt euch nach mir erkundigt, wie ich höre. Auch wenn ich nicht mit einer so illustren Schar Männer und Frauen gerechnet habe, sondern nur mit einer einzigen. Was also lässt euch nach einem Fuchs Ausschau halten?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 22.05.2018, 13:07:09
Yzwaz hatte die Worte Baynes zum Anlass genommen, sich nach dem Verlassen des illustren Treffpunkts zu einer ausgedehnten Meditation zurückzuziehen. Bis die Waisen erneut zum Haus der tausend Gesichter aufgebrochen waren, hatte man wenig von dem grauhäutigen Gnom zu sehen und zu hören bekommen. Gelegentlich hatte er sein stundenlanges regloses Dahocken und Vorsichhinstarren unterbrochen, um einige halsbrecherische akrobatische Übungen zu machen, begleitet von diversen lauten Schreien, die in seiner Umgebung mittlerweile nur noch zu Augenrollen und ergebenen Seufzern führten. Ob und welche Ergebnisse seine Versenkung in tiefgründige Gedanken mit sich gebracht hatte, verriet er niemandem.

Als man zu dem Stelldichein mit dem Fuchs aufbrach, war der Winzling wiederum mit einem langen, am Boden schleifenden Mantel angetan. Vor dem Betreten des Hauses setzte er mit gleichmütiger Miene eine Maske auf, die man an seinem Kopf beim besten Willen weder als neutral noch als maskierend bezeichnen konnte: Die Nase des Gnoms war zu prominent, als dass man nicht sofort geahnt hätte, wer hinter der Larve steckte – ganz abgesehen von der Körpergröße ihres Trägers. Während es mit der Tarnung also mit ihm nicht allzu weit her war, bedachte er jedoch den eintretenden Fuchs mit höchst aufmerksamen Blicken, während er das Gespräch seinen redegewandteren Gefährten überließ.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 22.05.2018, 14:02:28
Scarlett hatte sich noch mit den anderen Waisen besprochen, wie man denn vorgehen wolle, wenn der Fuchs tatsächlich der Verabredung folgen würde und ihnen im Haus der Tausend Masken schließlich gegenüberstand.

Dort angekommen, wählte sie wieder die Eulenmaske, die ihr gut gefiel, um ihr Gesicht zu verbergen. Sie trug diesmal schlichte, dunkle Reisekleidung im Gegensatz zu ihren ansonsten etwas offenherzigeren Kleidungsstücken und den roten Tüchern, die sie gerne dazu trug.

Als der Fuchs sie darauf ansprach, dass sie nicht alleine gekommen war, antwortete sie nur mit einem Schulterzucken und meinte: "Es sind gefährliche Zeiten, da geht man besser nicht alleine in den Wald."

Zunächst begann sie das Gespräch dann aber mit eher belanglosem Gerede und ein paar Schmeicheleien.

"Nun, der Fuchs ist ein prächtiges Tier, ihn einmal mit eigenen Augen zu erblicken ist doch Grund genug, nach ihm Ausschau zu halten, meint Ihr nicht? Und Ihr seid garnicht so leicht zu finden. Aber Ihr wollt natürlich den Grund wissen, warum ich hier bin. Man sagte mir, dass Ihr viele Dinge ermöglichen könnt, wo andere versagen. Und dass Euer Arm weit über Niewinter hinwegreicht. Und vielleicht seid Ihr dann tatsächlich genau derjenige, den ich gerade suche."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 22.05.2018, 18:57:05
Dank der Maske ließ sich die Reaktion des Mannes auf Scarletts Worte unmöglich deuten: "Ihr seid am richtigen Ort und was ihr gehört habt, ist wahr. Tatsächlich reichen die Pfoten des Fuchses weit über die brüchigen Wälle Niewinters hinaus. Doch, was genau ist es, das ihr verlangt, das ist die eigentliche Frage. Und ob ihr in der Lage seid, den Preis zu bezahlen, den euch dieses etwas kosten wird. Denn ein kluger Fuchs kennt seinen Wert und vergibt keine Geschenke."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 22.05.2018, 20:57:14
"Direkt zum Punkt. Also gut, ich will Eure kostbare Zeit natürlich nicht unnötig in Beschlag nehmen."

Dennoch gönnte Scarlett sich eine kurze Pause, um sich ihre nächsten Worte genau zurechtzulegen.

"Ihr wisst sicherlich von vielen Dingen, die hier in der Stadt und in der Umgebung vor sich gehen. Daher wird es für Euch auch keine Neuigkeit sein, dass in letzter Zeit einige Karawanen spurlos verschwunden sind. Wagen mit Lieferungen, die für Niewinter bestimmt waren. Es ist mein Anliegen, dass diese Wagen gefunden werden und die Waren am Ende doch noch ihr Ziel erreichen."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 23.05.2018, 10:58:31
Der Fuchs schwieg für einen Augenblick und antwortete dann mit fester Stimme: "Und welches Motiv leitet euch dabei? Weshalb das Interesse an einfachen Materiallieferungen?" Er blickte einmal in die Runde. "Ihr seht mir nicht aus wie eine Gruppe Handwerker, die sich um ihre Geschäfte Sorgen macht. Karawanen verschwinden immer wieder auf der gefährlichen Reise von Tiefwasser zu ins in den Norden. Orks lauern in den Schwertbergen und noch gefährlicheres wartet im Totensumpf. Also was genau interessiert euch an dieser Sache? Kaum werdet ihr aus Herzensgüte handeln und deshaln ein Treffen mit mir suchen."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 23.05.2018, 11:06:14
"So wie Ihr Euch hinter Eurer Maske versteckt, so werde auch ich Euch nicht alles preisgeben, was sich hinter meiner Frage verbirgt. Meine Motivation ist gänzlich meine eigene Angelegenheit. Aber, soviel kann ich Euch sagen, natürlich steckt mehr dahinter als einfache Baumaterialien."

"Es geht mir um die Hintermänner. Und neben der Wiederbeschaffung der Waren, soll auch sichergestellt sein, dass es in Zukunft nicht mehr zu solcherlei Vorfällen kommt. Jedenfalls nicht mehr als es normal ist. Und in der gegenwärtigen Situation ist es nicht normal. Dazu müssen diese aus dem Verkehr gezogen werden. Und deswegen bin ich heute hier."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 23.05.2018, 11:18:45
Der Fuchs fokussierte jetzt wieder Scarlett: "Und was kann ich nun für euch tun? Ihr sprecht von Hintermännern, habt ihr also bereits ausgeschlossen, dass es sich um Orks oder andere Banditen handelt? Denn das wäre doch wohl die offensichtliche Erklärung. Arme Bauern oder gierige Monster, diese sind es für gewöhnlich, die Reisende überfallen. Glaubt ihr etwa an eine große Verschwörung? Wegen etwas Baumaterial?"
Nun da es ans Eingemachte ging, hielt Vorbis es für einen guten Zeitpunkt zu schauen, was im Kopf dieses Mannes vorging und tatsächlich gab es interessantes zu hören: "Die Sache mit den Karawanen muss eine unserer Operationen sein. Und sie wissen etwas darüber, daran besteht kein Zweifel. Diese Leute hier könnten ein Problem für uns werden."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 23.05.2018, 11:29:48
Als Vorbis sie kurz anstupste, wusste Scarlett, dass es nun an der Zeit war, den Fuchs etwas mehr in die Mangel zu nehmen, um vielleicht einige interessante Gedanken in den Vordergrund zu rufen, die Vorbis mit seinen neugewonnenen Kräften dann auslesen konnte.

"Also gut, ich will ganz offen mit Euch sein. Wir haben bereits einige der Banditen gefunden und ihrem gerechten Schicksal zugeführt... und sie hatten sehr Interessantes zu berichten!"

Das sollte seine Fantasie doch ein wenig anregen...
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 23.05.2018, 11:57:58
Höchst interessiert lauschte Yzwaz dem Gespräch. Da er davon ausging, dass ein Mann wie der Fuchs zu viel Selbstkontrolle besaß, um sich durch Gesten zu verraten - seine Mimik war ohnehin hinter der Maske verborgen - konzentrierte der Gnom jedoch seine Blicke lieber auf die Umgebung. Sicher war der Fuchs nicht ohne irgendeine Art von Begleitschutz gekommen. Und es wäre sicherlich von Vorteil, vorbereitet zu sein, sollte es unerwarteterweise zu Feindseligkeiten kommen...[1]
 1. Perception mit einer 15 (https://games.dnd-gate.de/index.php/topic,8951.msg1047462.html#msg1047462).
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 23.05.2018, 12:03:23
Vorbis bedauerte einmal mehr, dass er nicht genauer steuern konnte, was er nun hörte, aber immerhin hörte er etwas: "Sie wissen nicht, was genau vor sich geht, sonst würden sie es direkt sagen. Also die gewohnte Linie." Die Worte des Mannes bestätigten indessen, dass er tatsächlich etwas mit der ganzen Sache zu tun hatte: "Ah, das erklärt natürlich, dass ihr mit dem Fuchs sprechen wolltet in dieser Sache. Wenn ihr das gleich gesagt hättet, hätten wir uns diese Herumgerede auch sparen können. Die Lieferungen gelangen nach wie vor nach Niewinter, also macht euch darum keine Sorgen. Wir haben das Wohl der Stadt im Blick und gehen sicher, dass alle Waren dort landen, wo sie wirklich hingehören. Dafür bedarf es bisweilen etwas unorthodoxer Methoden, aber die Lage hier ist nun einmal schwierig. Eine aufstrebende Stadt wie die unsere hat viele Probleme und diese müssen einer Lösung zugeführt werden. Daran abreiten wir - genauso wie ihr, wie es mir scheint.
Dementsprechend möchte ich euch an dieser Stelle ein Angebot unterbreiten: wir suchen immer nach fähigen Mitarbeiter, denen daran gelegen ist, dass Niewinter floriert. Denn wenn Niewinter floriert, dann florieren auch alle, die in Niewinter leben. Insbesondere diejenigen, die sich für ihr Wohl engagieren. Und das ist es am Ende doch, was wir alle wollen. Also lasst mich euch in den Dienst für unsere Sache nehmen, es soll weder eurer, noch Niewinters Schaden sein."
"Wollen wir doch mal sehen, ob ihr fehlgeleitete Paladine oder vernunftbegabte Menschen seid."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 23.05.2018, 13:02:26
"Natürlich kommen die Waren nach Niewinter. Über die Docks, um genau zu sein. Und Ihr selbst habt dies in Auftrag gegeben. Einen Auftrag, bei dem Ihr einfache Menschen, die nur ihre Arbeit machen, brutal umbringen und sie einfach im Graben verrotten habt lassen, wo sich dann die Krähen an ihnen gütlich tun. Eure Methoden und die Eurer Schergen zeugen nicht gerade davon, dass Euch das Wohl Niewinters ernsthaft am Herzen liegt."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 23.05.2018, 14:02:31
"Paladine also, davon haben wir doch schon genug...", war das letzte, was Vorbis vernehmen konnte, dann brach seine Verbindung zum Fuchs ab: "Es ist eine grausame Welt, in der wir leben. Wir tun nur was nötig ist, damit Niewinter floriert und das Gleichgewicht gewahrt bleibt. Ihr versteht offensichtlich nicht, wie es in dieser Stadt läuft. Also lasst mich euch das nun erklären: mit solchen fehlgeleiteten Kreuzzügen und flaschem Gutmenschentum werdet ihr hier nicht weiter kommen."
Der Fuchs lehnte sich jetzt ein wenig nach vorn und sah Scarlett, die das Wort geführt hatte, direkt in die Augen: "Ich sage euch das ein einziges mal: steht uns im Weg und ihr landet im gleichen Graben als Futter für die Krähen. Haltet euch aus unseren Angelegenheiten raus und wir lassen euch eures Weges gehen."
Anschließend machte er Anstalten sich zu erheben: "Das wäre dann wohl alles."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 30.05.2018, 09:07:32
Maldrek hatte sich die ganze Zeit zurück gehalten, er fand diesen Mann so unangenehm. Er ging über Leichen und schien auch noch zu Glauben, das recht dazu zu haben. Aber nun hörte die Drohung in der Stimme des Mannes und er fürchtete, dass es hier gleich zu  Kampf kommen würde. Sie hatten bisher keinen echten Beweis der Fuchs hatte sicher einflussreiche Freunde. Sie mussten also Zeit gewinnen und vermeiden, dass der Mann ihnen direkt ein paar Mörder auf den Hals hetzte.

Dann ging also ein paar Schritte auf den Mann zu, nicht aggressiv, eher konspirativ drein schauend. Vielleicht konnte er seine Herkunft, oder die Vorurteile die damit verbunden waren, nutzen.  "Ja, vielen Dank für Ihre Offenheit. Ich denke, wir werden uns schon arrangieren können." Dabei schaute er zu den anderen um ihnen zu signalisieren, dass er etwas vor hatte.

Dann wendet er sich wieder dem Fuchs zu, Scarlett nun den Rücken zugewandt und sprach etwas leiser mit dem Mann. "Unsere Freundin spricht nicht für uns alle. Vielleicht könnten wir uns woanders weiter unterhalten, mein Freund der Halbdrow draußen wären sicher auch an ihrem Angebot interessiert. Können wir uns morgen nochmal treffen?"[1]
 1. Deception 18
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 30.05.2018, 09:34:41
Am liebsten hätte Melandro dem stinkenden Tiefling eine Kopfnuss gegeben. Warum zögerte den dieser schon wieder?! Der Fuchs war hier! In Griffweite. Sie waren in der Überzahl. Warum das nicht nutzen?! Weshalb schon wieder verzögen und verschleppen? Und Halbdrow?! Wozu gab er dem Gegenüber diese Information? Unter der Maske und den Handschuhen musste man schon SEHR genau hinsehen um auch nur irgend ein Stück Haut zu erkennen.

Im Gegensatz zu seinem rothäutigen Bruder hatte er keine Berührungsängste mit dem Fuchs und seines gleichen. Warum ihn gehen lassen? Sie wollten doch erfahren wer hinter der ganzen Sache steckte und was es zu bedeuten hatte. Warum nicht JETZT fragen? Magisch, bewaffnet, mit Nachdruck, ... es gab viele Möglichkeiten.

Seine Frustration zügelnd, nickte er so einmal zur Bestätigung für Maldreks Worte. Die Anspannung dabei war ihm deutlich anzumerken.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 30.05.2018, 10:47:30
Maldrek fing den Fuchs an der Tür, als er gerade gehen wollte. dieser musterte ihne für einen Augenblick mit wachen Augen, nickte dann knapp und raunte dem Tiefling zu, sodass nur er es hören konnte: "Gleicher Ort, gleiche Zeit." Anschließend ging er eiligen Schrittes hinaus aus dem Raum und direkt in Richtung Ausgang.
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Beitrag von: Scarlett am 01.06.2018, 12:42:13
"Das ist doch wohl nicht euer Ernst. Das wird noch Folgen haben! Da mache ich nicht mit," beschwerte Scarlett sich lautstark, so dass der gerade durch die Türe entschwundene Fuchs es zumindest in Teilen noch mithören sollte, während sie den anderen zuzwinkerte. Zumindest ihre Augen waren ja durch die Maske hindurch zu sehen.

Dann stürmte sie aus dem Raum in Richtung des Ausgangs. Vielleicht konnte sie ja noch einen Blick auf den Fuchs erhaschen, wenn er seine Maske draußen ablegte. Je nachdem, würde sie ihm vielleicht sogar unauffällig folgen können, immerhin kannte sie die Stadt wie ihre Westentasche. Und sie hatte noch ihre Magie, mit der sie ihr Aussehen verändern könnte.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 01.06.2018, 15:24:37
Scarlett gelang es noch einen Blick auf den Fuchs zu erhaschen als dieser hinaus trat. Zumindest glaubte sie das, denn als sie den Eingangsraum betrat, um selbst zu gehen, verließen gerade drei gleichgroße Gestalten in dunklen Mänteln, die ihre Kapuzen bereits tief ins Gesicht gezogen hatte das Anwesen. Das mochte ein Zufall sein oder Absicht, aber von hinten ließ sich nicht mehr genau ausmachen, welche der drei eine Fuchmaske unter seiner Kapuze trug.
Da es für die Waisen nun nichts mehr im Haus der tausend Gesichter zu tun gab, holten auch sie sich ihre Ausrüstung am Eingang wieder ab und entledigten sich ihrer Masken. Zumindest etwas hatten sie erreicht, auch wenn es doch nicht allzu viel war. Jetzt hatte aber endlich Vorbis Gelegenheit mit seinen Geschwistern zu teilen, was er im Kopf des Mannes gehört hatte. Während die fünf also noch überlegten, was genau sie als nächstes tun wollten, entdeckten sie etwas am Straßenrand. Sie hatten gerade den Blausee umrundet, da das Haus der Tausend Gesichter nördlich von ihm gelegen war und sie konnten das gespenstische Schimmern des Wassers in einiger Entfernung sehen.
Aber in diesem Moment kümmerte sie das nur wenig, denn es bestand kein Zweifel, dass hier etwas - oder besser gesagt jemand - an der Seite der Straße zusammengebrochen war. Es kostete sie nur wenige Schritte, um zu sehen, was genau es war: ein Mann in abgerissener, schmutziger Kleidung, die Haare verfilzt und die Stiefel schlecht sitzend und abgelaufen. Er regte sich nicht und seine Haut war aschfahl, auf unnatürliche Art un Weise. Seine Brustt hebte und senkte sich ebensowenig, sodass den fünfen nur ein Schluss blieb, dieser Mann war tot und dem grauen Ton seiner Haut zufolge war er nicht einfach friedlich eingeschlafen. Aber Blut war auch keines zu sehen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 01.06.2018, 17:25:24
Wie es so seine Art war, hatte der Gnom die Neuigkeiten von Vorbis mit einigen "Hrms" scheinbar gleichmütig zur Kenntnis genommen. Er marschierte sinnierend und ständig seine große Nase reibend hinter den anderen Waisen drein, bis sie auf den Toten stießen. Dessen Anblick veranlasste Yzwaz, sich neben den Körper zu knien und ihn zu untersuchen, ohne viele Worte darum zu machen. "Höchst ungewöhnlich dies ist..." brummelte er vor sich hin, während er sich Haut, Lippen, Zunge, Augen und Hände ansah[1]. "Interessant..." kam gelegentlich ein Murmeln von ihm, dann wieder ein "Hrm... hrrrrm-hm!" Er besah sich alles sehr sorgfältig: War der Mann an einer Krankheit gestorben? Einer Vergiftung? War er überfallen worden und hatte sich gewehrt?
 1. Medicine mit einer 20 (https://games.dnd-gate.de/index.php/topic,8951.msg1048008.html#msg1048008).
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 03.06.2018, 16:18:52
Nun hatten sie also den Fuchs tatsächlich getroffen, doch was hatte es ihnen gebracht? Dass der Mann hinter den Überfällen auf die Karawanen steckte, hatte er mehr oder weniger offen zugegeben, aber das hatten sie ohnehin schon gewusst. Über seine Beweggründe hatte er nur Andeutungen gemacht, und Vorbis hätte es schon sehr interessiert, wie es denn nun in dieser Stadt wirklich lief. Mehr hatte der Fuchs jedoch auch nicht gesagt, und so musste man eher vermuten, dass er doch einfach nur ein Krimineller war, der ehrliche Bürger um ihre Ersparnisse brachte, auch wenn es sich um die Reichen der Stadt handeln mochte.

Der Priester wusste auch nicht wirklich, was sie nun unternehmen sollten. Der Fuchs schien so selbstsicher zu sein, dass er vermutlich die Würdenträger der Stadt, die etwas gegen ihn unternehmen könnten, in der Tasche hatte. Mit ihren Informationen zur Wache zu gehen, war wahrscheinlich unnütz und würde ihnen nur Ärger einbringen. Aber sollten sie wirklich auf eigene Faust weiter ermitteln? Wer würde es ihnen am Ende überhaupt danken, dass sie sich in Gefahr beguben? Der einfach Weg war, die Dinge einfach so zu lassen, wie sie waren. Vermutlich war es für alle, vor allem sie selbst, am besten so.

Maldrek sah es anders - etwas, was er eher von Melandro vermutet hätte - und Vorbis hätte beinahe ebenso entrüstet reagiert wie Scarlett, nachdem der Tiefling scheinbar auf das Angebot des Banditen eingehen wollte. Ob er dies tatsächlich vorhatte, oder es nur ein Vorwand war, war Vorbis in diesem Augenblick egal - er wollte einfach nichts mehr mit dieser Sache zu tun haben, denn an ihm nagte dauernd das Gefühl, dass sie die ganze Geschichte noch bereuen würden. Doch nun es für's erste zu spät, noch einzugreifen. Am besten, sie hörten sich in Ruhe an, was Maldrek plante.



Auf dem Heimweg wurden sein Gedanken dann jedoch von etwas anderem abgelenkt - der Fund einer Leiche, direkt am Straßenrand. "Er will uns eine Nachricht senden!" dachte Vorbis sofort, und schon wieder begann Panik von ihm Besitz zu ergreifen. Einige Momente lang stand er reglos da, unfähig, sich zu bewegen, dann erst erinnerte er sich an seine Pflicht, und trat zu Yzwaz, um ihn bei der Untersuchung der Leiche zu unterstützen.[1] Doch eines war klar: Seine Zauberkunst würde dem Mann nicht mehr helfen können.
 1. Medicine: 22
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 04.06.2018, 10:06:04
Seinen Frust, dass sie die Situation nicht am Schopf ergriffen hatten und stattdessen morgen ein drittes Mal hier antanzen durften, mit einem langen einfallsreichen Fluch in Richtung Maldrek nicht zu knapp zum Ausdruck bringend, machte sich auch Melandro daran aufzubrechen.

Rasch hob sich seine Laune als er daran dachte, dass sie nun "frei" hatten und in Gedanken wählte er bereits eine Taverne in der sich der Abend gut verbringen ließ.

Von Yzwaz Entdeckung aus seiner Schwelgerei gerissen, zog der Halbdrow verzweifelt die Augenbrauen in die Höhe. Zweifelsohne würden seine Geschwister wieder mit ihren "moralischen Verpflichtungen" die schöne Möglichkeit einen entspannten Abend zu verbringen verkomplizieren.

Apropos... "Habt ihr ihn schon durchsucht? Gesund sieht das ja nicht aus..." bemerkte er beiläufig, ein gutes Stück hinter dem knienden Gnom stehend und über dessen Schulter linsend. "Vielleicht gibt euch das ja Anhaltspunkte..." Oder eben Gold für den ein oder anderen Umtrunk.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 05.06.2018, 17:58:52
Maldrek war eigentlich froh über die Lösung, die sie nun erreicht hatten. Aber Melandro musste natürlich wieder unzufrieden sein. Hatte er die anderen Männer nicht gesehen? So konnten sie sich morgen besser vorbereiten, nun kannten sie den Ort des Zusammentreffens. Also versuchte er die finsteren Blicke seines Bruders zu ignorieren und wartete einen Moment, bis Melandro sich verzog. Dann folgte er langsam den anderen.

Als sie zu der Leiche kamen, wartete er, was die anderen heraus fanden.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 06.06.2018, 11:23:45
"Das war kein natürlicher Tod." sagte Vorbis, als er sich wieder aufrichtete. Und bevor Melandro, dem er bereits den schnippischen Kommentar auf seinen Lippen ansah, etwas einwenden konnte, fuhr er fort: "Und das schließt auch Gewaltanwendung mit ein. Ich weiß nicht, ob es Magie war oder irgendwelche finsteren Mächte, aber dieser Mann ist von einem Moment auf den anderen all seiner Lebenskraft beraubt und gleichzeitig mumifiziert worden.

Wenn es der Fuchs gewesen ist, der uns eine Warnung zukommen lassen wollte: Bei mir hat er es zumindest geschafft. Das hier macht mir Angst."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 06.06.2018, 11:26:34
Mit einem Schweigen akzeptierte Yzwaz die Hilfe des Klerikers und beschäftigte sich eine Weile lang eingehend mit dem Leichnam. Dann verkündete er: "Hrm-hmmm... kalt dieser Tote ist. Auf gewöhnliche gestorben keinesfalls sein er kann – ihm seine Lebenskraft entzogen haben etwas muss! Da!" wandte er sich an Vorbis. "Zu verwesen nicht begonnen sein Leib hat, und zu sehen keine Fliegen oder Maden sind." Zu den bestätigenden Worten des Klerikers nickte er brummelnd und meinte: "Ein Held du nur bist, wenn deine Angst du bezwingst. Bezwingen aber nur du kannst, was bekannt dir ist!"

Die Frage Melandros ließ ihn die buschigen Augenbrauen hochziehen, war es doch nicht schwer zu erraten, welche Gedanken der Halbdrow sich dabei machte. Dennoch beugte sich der Gnom wieder über den Toten und durchsuchte diesen. Immerhin hatte Melandro in einem recht: Anhaltspunkte über die Identität des armen Teufels mochten sich in der Tat finden.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 06.06.2018, 14:00:51
Vorbis musste trotz der Situation auflachen. "Ein Held? Um Oghmas Willen, ich will doch kein Held sein. Ich hänge viel zu sehr am Leben für ein Heldendasein."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 06.06.2018, 14:38:06
Wie üblich zeigte sich der Gnom auch hier unerschütterlich und hatte eine Antwort parat: "Der selbst sich so nennt, niemals ein Held sein jener wird" verkündete er mit weisem Nicken in Vorbis' Richtung und schien die Frage damit als zufriedenstellend geklärt anzusehen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 06.06.2018, 15:18:12
Scarlett hielt ein wenig Abstand zu dem Toten und dabei auch gleich die Umgebung im Auge. Sie war absolut nicht glücklich darüber, dass sie die Gelegenheit haben verstreichen lassen, den Fuchs dingfest zu machen. Beim nächsten Treffen, wenn er denn darauf einging, würde er sicherlich Vorsichtsmaßnahmen treffen, die über das Normalmaß hinausgingen. Diesmal hätten sie ihn noch überraschen können.

Sie fragte sich auch, warum sie das alles überhaupt machten. Sie hatten ihren Auftrag ja eigentlich schon erfüllt, auch wenn es irgendwo noch damit zu tun hatte. Aber wahrscheinlich gefiel ihnen einfach nicht, dass jemand hier in ihrer Stadt solche Aktionen durchführte. Und die Art und Weise, die Skrupellosigkeit mit der hier vorgegangen wurde, gefiel ihr ganz und garnicht. Klar, sie war auch wenig zimperlich, wenn es sein musste, aber das war doch schon eine ganz andere Nummer.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 06.06.2018, 17:36:09
Eine schnelle Durchsuchung auf Wertsachen ergab, dass dieser Mann nichts von Wert bei sich trug. Wäre da nicht die merkwürdige Hautfarbe und Todesart, hätten die Waisen ihn wohl einfach für einen Bettler oder etwas in der Art gehalten, der hier in der Straße lag, denn nichts deutete darauf hin, dass er überfallen oder bestholen wurde. Er besaß scheinbar tatsächlich nichts von Wert außer der Kleidung an seinem Leib.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 07.06.2018, 08:01:07
Nun wurde auch Maldrek neugierig und als die anderen mit untersuchen und durchsuchen fertig waren, schaute er sich die Leiche ebenfalls an. Vielleicht fand er ja Hinweise auf magische Effekte, aber da war nichts zu entdecken. "Wirklich, seltsam ist das." murmelte er vor sich hin und ertappte sich dabei, dass er dabei ein bisschen so wie Yzwaz klang.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 07.06.2018, 08:59:20
Auch wenn die ihm die Sache selbst nicht ganz geheuer erschien, so ließ sich Melandro natürlich nichts anmerken. Zu Vorbis gewandt, schnaubte er übertrieben laut und machte eine wegwerfende Handbewegung: "Nicht alles hat mit dem Fuchs zu tun. Warum sollte er diesen Wicht hier platzieren? Wir hätten auch einen anderen Weg einschlagen können."

Ein wenig enttäuscht darüber, dass es nicht einmal ein bisschen Handgeld für diese Entdeckung gab, zog sich Melandro zu Scarlett zurück und schwieg vorerst. Die morbide Faszination der Gruppe konnte er nicht teilen.

"Wirst du dich morgen verkleiden und mitkommen?" fragte er seine Schwester schließlich leise. Der Gedanke - von allen Leuten - alleine mit Maldrek dem Fuchs etwas vorzuspielen, ließ offensichtlich nicht gerade Freude in dem Halbelfen aufkommen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 07.06.2018, 11:52:51
"Ich glaube kaum, dass das hier irgendetwas mit dem Fuchs zu tun hat. Der müsste ja schon hier gelegen haben, als wir noch drinnen mit ihm gesprochen haben. Das ergibt keinen Sinn," stimmte Scarlett zu.

"Darüber hatte ich nachgedacht. Allerdings würde ich mich wohl eher in der Nähe aufhalten, als direkt bei euch zu sein. Und diesmal werde ich auf jeden Fall auch eine Waffe mit rein nehmen."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 07.06.2018, 12:04:38
Indem er aufstand, meinte der Gnom: "Weder dem Dolch eines Diebes noch einer Krankheit zum Opfer gefallen er ist." Er strich sich nachdenklich seinen Bart. "Wenn auch mit dem Fuchs nichts zu tun er hat, so doch ein Rätsel sein Tod darstellt. Eine Erschütterung der Magie ich spüre..." Seine Äuglein huschten unter den buschigen Augenbrauen hin und her. Die Sache schien ihn zu beschäftigen. Zu den Planungen des Treffens bemerkte er hingegen nur gleichmütig: "Nur es sagt, wenn verkleiden mich auch ich soll." Es war unmöglich zu sagen, ob er diesen Vorschlag ernst meinte.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 07.06.2018, 12:40:43
Vorbis räusperte sich hörbar, als die anderen das Thema wieder zum morgigen Treffen mit dem Fuchs wechselten. "Ihr wollt den hier doch nicht einfach liegenlassen? Wir sollten auf jeden Fall die Wache verständigen und ihn vielleicht zum nächsten Tempel bringen."

Der Priester war sich selbst nicht sicher, wie man in einem solchen Fall vorging, aber den Leichnam der Obhut der Götter zu übergeben schien ihm zumindest nicht falsch zu sein. Und dass man die Garde informieren musste, dass in der Stadt offenbar ein Verbrechen stattgefunden hatte, leuchtete ihm ebenso ein. Außerdem würde der Mann Angehörige haben, die ihn vermissten, vielleicht eine Frau und Kinder.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 07.06.2018, 21:54:47
Maldrek sah das auch so. "Ja, Vorbis, du hast Recht. Nehmen wir ihn mit. Vielleicht hat das, was mit ihm passiert ist ja mit den Gerüchten zu tun, die wir gehört haben, über die Verschwundenen am Blausee. Hier geht seltsames in der Stadt vor, die Schattenseiten des Lichts, das sich hier versucht wieder auszubreiten. Mir scheint das wir genau zum richtigen Zeitpunkt zurück gekommen sind."

Er konnte Melandors Spott schon hören, bevor dieser den Mund überhaupt aufgemacht hatte. Aber in einem hatte er Recht, eins nach dem anderen. "Aber wir müssen uns danach erst einen Plan für morgen überlegen. Um den Blausee können wir uns kümmern, wenn der Fuchs hinter Schloss und Riegel sitzt."

Dann, nicht direkt an Melandro gewandt, aber grob in seine Richtung gesprochen, sagte er: "Wenn ihr die Leiche also nicht mitnehmen wollt können wir uns nachher auch irgendwo treffen."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 11.06.2018, 22:45:24
Vorbis überlegte eine Weile und gelangte dann zu einem Entschluss. "Wer immer diese Person war, es wird einem Toten nicht gerecht, ihn würdelos wie einen Sack Kartoffeln durch die Gegend zu tragen. Es ist zwar schon spät, aber ich habe einen Karren, der im Stall meiner Herberge steht. In einer Stunde etwa könnte ich ihn holen und wieder zurück sein. Dann können wir den Mann so zum nächsten Tempel bringen, wie es sich gehört. Maldrek, würdest du so lange hier bleiben und auf den Leichnam achtgeben?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 12.06.2018, 12:43:52
"Nur eine Hülle für den Geist der Körper ist - ein Symbol" deklamierte Yzwaz mit erhobenem Zeigefinger, um nach einem nachdenklichen Blick auf den Toten hinzuzufügen: "Doch Bedeutung auch Symbole haben." Mit einem Blick in Maldreks Richtung bot er an: "Hier bleiben auch ich kann, wenn recht euch es ist."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 12.06.2018, 12:53:13
"Also, nur um das mal klarzustellen, hier bleibt ganz bestimmt keiner alleine mit einer Leiche bei Nacht zurück. Es ist durchaus nicht ungefährlich hier, also sollten schon mehrere von uns hier verweilen und aufpassen," meinte Scarlett dazu. "Wer auch immer den hier abgeladen hat, könnte auch noch in der Gegend sein."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 12.06.2018, 13:27:59
Maldrek nickte. "Ja, ihr habt recht. Ich habe auch nichts besseres vor. Hol den Wagen, wir warten hier und passen auf."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 12.06.2018, 23:19:25
Nachdem die anderen (außer Melandro, der immerhin nicht laut meckerte) zugestimmt hatten, beeilte sich Vorbis, um so schnell es ging zu seiner Herberge zu gelangen und den Wagen zu holen. Glücklicherweise war einer der Stallburschen noch zugange und spann den Esel an, während Vorbis schnell auf sein Zimmer ging, um die vertraute Kluft anzulegen, in der er sich gleich viel sicherer fühlte.

Zurück im Stall war der Bursche beinahe schon fertig mit seiner Arbeit, und Vorbis machte sich sogleich auf den Weg, nicht ohne dem Jungen ein Silberstück zur Belohnung zuzuwerfen[1].

So tauchte dann Vorbis etwa eine Stunde nach seinem Aufbruch wieder unbehelligt bei den anderen auf, die immer noch bei der Leiche warteten. Vorsichtig hievten sie den Toten auf den Wagen, legten ihm eine Decke über und gingen dann bedächtigen Schrittes zum Tempel des Tyr, wo Vorbis sich zu dieser späten Stunde auf die Suche nach einem Priester begab.
 1. gestrichen
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 14.06.2018, 15:19:13
Yzwaz hatte die Zeit des Wartens auf Vorbis in jenem Zustand verbracht, von dem er immer behauptete, es sei Meditation - inwieweit das stimmte oder auch nur ein schöneres Wort für Schlaf war, ließ sich allerdings nicht so ohne weiteres feststellen. Jedenfalls sprang der Gnom beim Nahen des Klerikers mit seinem Karren auf, um beim Transport des Toten zu helfen. Auf dem Weg zum Tempel verhielt er sich wiederum schweigsam. Die Front des Tempels schließlich musterte er recht gleichmütig, wieder einmal beschäftigt mit Fingerübungen, bei denen er seine knotigen Gelenke auf sinnverwirrende Weise ineinander schlang.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 15.06.2018, 08:01:43
Die Wartezeit verging nur langsam, der Gnom schlief und sie alle waren sehr ruhig, nicht nur weil es mitten in der Nacht war und man allen die Müdigkeit ansehen konnte. Auch die Leiche in ihrer Nähe trug dazu bei. Was war diesem Mann widerfahren, dachten sie vermutlich alle - und schwiegen.

Maldrek war erleichtert als Vorbis endlich mit dem Wagen kam, sie den Toten aufladen konnten und in Richtung Tempel zogen. Auch dies ging schweigend von statten.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 15.06.2018, 14:22:34
Gerade als er enttäuscht feststellen musste, dass sich nichts von wert finden ließ, setzte Vorbis noch einen drauf und verplante den Rest dieser jungen Nacht mit "Leichen herum karren". Eine Beschäftigung die Melandro vielleicht für sehr, sehr viel Gold - eventuell! - ausführen würde, aber in ihrer Situation nicht mehr als ein mitleidiges Kopfschütteln dafür aufbringen konnte. Und so verabschiedete er sich von seinen Geschwistern, nachdem er für den kommenden Tag einen Treffpunkt mit ihnen vereinbart hatte und verschwand leise pfeifend in den Gassen.

Auf seinem Heimweg (er schlief ja immer noch nicht im Waisenhaus), als er in einem Hinterhof etwas Wasser (oder besser ehemaligen Wein) ließ, entdeckte einen Jungen und ein Mädchen, kaum älter als er es selbst gewesen war als er einst zu Orbus kam. Die beiden, die sich alarmiert versuchten zu verstecken, starrten ihn stumm an. Die schmutzig-misstrauischen Gesichter mit kalter Miene musternd, fühlte der Halbdrow ein Ziehen in der Brust, dass er so nicht oft verspürte.

Behutsam zog er eine kleine handvoll Silbertalern hervor und formte aus ihnen einen kleinen Turm den er vor sich auf die Straße stellte; gut sichtbar für die Straßenkinder. Melandro schenkte ihnen ein schiefes Grinsen und deutete mit übertriebener Geste auf den silbern glänzenden Turm, ehe er am Absatz kehrt machte und aus der Gasse verschwand. Wenn die Kinder schlau waren, dann würde sie dieses - für sie - Vermögen für einige Zeit über Wasser halten. Wenn nicht, dann nicht.

Von seiner eigenen Reaktion überrascht, beschloss er noch etwas zu trinken und zu sehen ob sich für heute nicht noch wo ein warmes Bett auftun ließ. Man musste sich doch auch selbst treu bleiben.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 18.06.2018, 10:49:30
Während Melandro sich absetzte begaben sich die übrigen vier Waisen mit Vorbis Wagen zur Halle der Gerechtigkeit. Die Enklave des Protektors war ruhig, war es doch inzwischen weit nach Mitternacht und nur sehr vereinzelt trafen sie auf Leute, die noch unterwegs waren. Entweder waren diese Betrunken und auf dem Weg nach Hause oder sie passierten sie so schnell mit tief ins Gesicht gezogenen Kapuzen, dass sie kaum erkennen konnten, was diese Männer oder Frauen zu solch später Stunde hinaus auf die Straße trieb.
Die Halle der Gerechtigkeit war auch bei Nacht ein beeindruckender Bau auch wenn das Mondlicht die große Kuppel nicht so sehr leuchten ließ, wie es die Sonne bei Tag vermochte. Das große Portal war nun geschlossen und die Waisen mussten zu einem Seiteneingang, wo nach mehreren Minuten des Wartens ein junger Novize auf ihr Klopfen reagierte. Sein schulterlanges rotes Haar war in ziemlicher Unordnung und seine verschlafenen Augen bewiesen, dass er den Tempeldienst in dieser Nacht wohl nicht wie es seine Pflicht gewesen wäre, im stummen Gebet verbracht hatte, sondern mit einer anderen ebenfalls sehr leisen Tätigkeit: "Tyr zum Gruße. Was führt euch zu solch später Stunde an die Pforte des gerechten Gottes?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 21.06.2018, 13:40:50
Vorbis musste sich nicht lange umsehen - außer ihm würde sich wohl niemand angesprochen fühlen, und als Gottesmann hielt er es auch für seine Pflicht, selbst das Gespräch zu führen.
"Tyr zum Gruße, und Oghma ebenso!" antwortete er dem Novizen. "Ich bin ein Priester des Wissensgottes, Vorbis ist mein Name. Doch dies ist leider nicht der Grund für meinen Besuch. Wir haben einen Toten gefunden, draußen in der Nähe des Sees, und hofften, dass Ihr Euch seiner Seele - und auch seines Körpers - annehmen könntet. Außerdem wissen wir nicht, um wen es sich handelt, und können deshalb seine Familie nicht informieren. Vielleicht könnt Ihr uns auch dort unterstützen?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 22.06.2018, 11:03:55
Aufmerksam sah sich Yzwaz derweil um, offenbar mehr an ihrer Umgebung interessiert als an Vorbis' Gespräch mit dem Novizen. Dabei marschierte der Gnom einige Schritte auf und ab, murmelte vor sich hin und nickte beim Anblick der Kuppel wohlgefällig. Die Symmetrie des Baus schien ihm zuzusagen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 24.06.2018, 14:49:18
Der Novize lauschte müde Vorbis Worten wurde aber zumindest etwas wacher, als davon die Rede war, dass ein Toter gefunden worden sei: "Was ein Toter? Am anderen Ufer? Nun, das ist nicht so selten. Wir beerdigen sie meistens auf den Armenfriedhöfen, solange sien ichts bei sich haben, um sie zuzuordnen, wird das mit der Familie schwierig. Vermutlich hat er keine, sonst wäre er ja nicht tot ohne dass sie davon wissen."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 25.06.2018, 09:44:36
Warum hatte Vorbis nicht direkt auf den Zustand des Toten hingewiesen, auch Maldrek war müde und wollte sich schlafen legen. Er war daher etwas ungehalten, als der Novize so antwortete, wie er es befürchtet hatte. Und entsprechend genervt war sein Tonfall.

"Schaut ihn euch doch mal an, er ist nicht...normal gestorben! Sofort bereute er seinen patzigen Tonfall und versuchte sich zusammen zu reißen. "Also, er sieht komisch aus, nicht wie eine normale Leiche. Also, seht ihn euch bitte kurz an."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 26.06.2018, 12:01:20
Vorbis warf dem Novizen einen strafenden Blick zu. Wie konnte der Mann nur so gefühllos auf den Tod eines Menschen reagieren?
"Ihr wollt mir sagen, dass hier regelmäßig Menschen tot auf der Straße aufgefunden werden? Und das nennt Ihr Gerechtigkeit? Und tut nichts dagegen?"
Der Kleriker hatte sich in diesen wenigen Sätzen bereits in Rage geredet und starrte den jungen Mann wütend an, als er sich bewusst wurde, dass er zu dieser Nachtzeit vielleicht nicht anfangen sollte, hier herumzuschreien.

"Nun," fuhr er mit normalerer Stimme fort. "Wie mein Freund hier bereits sagte, handelt es sich außerdem nicht um einen gewöhnlichen Tod. Der Mann ist weder verhungert, erfroren, noch wurde er Opfer eines Gewaltverbrechens. Etwas anderes geht hier vor, und es wäre gut, wenn Ihr Euch die Sache ansehen könntet."
Mehr wollte Vorbis hier an Ort und Stelle nicht sagen, denn der Mann würde ihm vermutlich ohnehin nicht glauben. Er wusste auch nicht wirklich, warum er plötzlich zu energisch wurde, hatten sie doch eigentlich nur den Leichnam nicht auf offener Straße liegen lassen wollen. Doch die Art und Weise, wie der Mann zu Tode gekommen war, ließ ihm keine Ruhe. Etwas ging hier vor, etwas Übles. Und er fühlte sich nicht wohl bei dem Gedanken, es einfach zu ignorieren.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 26.06.2018, 16:02:56
Der Novize war von den vielen Vorwürfe, die ihn so spät nachts noch erwarteten offensichtlich verdutzt und antwortete darauf dann: "Äh nun, hier in der Enklave nicht, aber am anderen Ufer..." Er sprach nicht weiter, atmete einmal tief durch und sagte dann: "Wie dem auch sei, wenn es so ist, dann werden die Rechtmeister ihn sich morgen ansehen. Ich nehme an, er ist in eurem Wagen? Bitte kommt mit, ich zeige euch, wo ihr ihn betten könnt." Mit diesen Worten kam er heraus aus dem Tempel und führte die Waisen an der Halle der Gerechtigkeit vorbei zu einem Seiteneingang, der in einen Nebenbau führte, in dem es einige Betten gab, die wohl eigentlich zur Behandlung von Kranken dienten. Derzeit waren die meisten aber leer und die übrigen Patieten schliefen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 02.07.2018, 09:31:11
Vorbis dankte dem Mann und mit vereinten Kräften trugen sie den Leichnam zu einem der ihnen angewiesenen Betten. Auch wenn es noch etliche Fragen gab, die dem Priester im Verbindung mit dem Toten im Kopf herumspukten, so war er doch zunächst einmal froh, dass diesem nun eine würdevollere Lage zuteil wurde als auf der Straße. Immerhin.

Dennoch wollte Vorbis am nächsten Tag zurückkehren und sich, wenn möglich gemeinsam mit einem der Priester des Tyr, den Leichnam noch einmal ansehen und einige seiner Fragen stellen. Der Novize würde sie ihm wohl kaum beantworten können, so wie es den Anschein hatte. Nur eine Frage konnte Vorbis nicht zurückhalten: "Am anderen Ufer gibt es regelmäßig solche Todesfälle? Und niemand tut etwas dagegen? Treiben Räuber dort ihr Unwesen? Oder wie kann das sein, so dicht an der Stadt?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 04.07.2018, 09:24:48
Der Novize zuckte mit den Schultern: "Wir tun, was wir können, aber Nieweinter ist noch immer ein gefährlicher Ort. Die Söldner des Protektors haben genug damit zu tun für Ordnung hier in der Enklave zu sorgen und am anderen Ufer gilt nicht das Recht des Protektors oder des Verstümmelten Gottes, sondern die Starken haben die Kontrolle. Da geraten nunmal immer wieder Leute zwischen die Fronten. Wir mühen und, die Lage zu verbessern, aber das ist ein langwieriger Prozess." Der Novize war von der Situation nach wie vor überfordert und so ließen die Waisen, da die Müdigkeit doch deutlich an ihnen nagte, ihn mit seinen Pflichten und den Toten allein, um selbst ein wenig Ruhe zu finden. Allerdings kündigten sie bereits an, dass sie am nächsten Tag noch einmal zurückkehren würden.



Und so standen einige von ihnen am nächsten Mittag, noch immer etwas müde wegen der anstrengenden Nacht, erneut in der Halle der Gerechtigkeit. Jetzt bei Tag waren die großen Portale geöffnet und ein jeder konnte eintreten. Das taten auch eine ganze Reihe von Bittstellern, die irgendwelche Dispute von den Klerikern geklärt haben wollten. Mal ging es um einen Nachbarschaftsstreit, mal waren es ernsthafte Anklagen wegen Diebstahl, die Kleriker Tyrs nahmen sich all dieser Dinge an.
Und auch die Sache der Waisen wurde behandelt. So viel musste man dem Novizen wohl zu Gute halten, er hatte tatsächlich seine Vorgesetzen im Tempel informiert und so geleitete ein anderer Novize die Waisen in eine andere Kammer innerhalb des Hauptgebäudes der Halle der Gerechtigkeit. Man führte sie durch zwei Seitenkorridore an denen sich zahlreiche Türen befanden und anschließend zum Büro von Rechtsmeister Matija, ein Diener des Tyr mit Halbglatze und fein säuberlich gestutzem Schnurrbart. Er trug die einfachen Roben seiner Kirche, aber ein Amulett um seinen Hals zeichnete ihn als höherranging aus.
In seinem Büro war eine Liege aufgebaut worden, auf der der Tote lag, den die Waisen in der Nacht zuvor her gebracht hatten. Der Rechtsmeister blickte sie ernst, aber nicht unfreundlich an, als man sie ihm ankündigte: "Ah, Tyr zum Gruße! Man hatte mir bereits angekündigt, dass ihr noch einmal her kommen würdet. Eine höchst beunruhigende Sache, auf die ihr da gestoßen seid. Aber bitte schildert mir doch noch einmal die genauen Umstände. Der Novize, der in der Nacht Tempeldienst hatte, konnte mir keine genauen Details nennen."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 05.07.2018, 08:32:27
Scarlett wollte gerne herausfinden, was es mit dem Toten auf sich hatte. Natürlich hatte der Novize auch Recht damit, dass Niewinter noch immer ein gefährliches Pflaster war, doch das hier war mehr als das Werk einiger Banditen. Dies konnte auf eine größere Gefahr hindeuten. Und es würde nicht schaden, mehr darüber zu erfahren.

Daher begleitete die junge Frau die anderen auch zum Tempel des Tyr und lauschte aufmerksam dem Gespräch.

Sie überlegte auch, ob man nicht den Vorsteher des Tempels fragen sollte, was man denn am besten mit diesem Fuchs anfangen solle, wenn man ihm einmal habhaft werden sollte.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 05.07.2018, 10:23:32
Auch Yzwaz hatte sich angeschlossen, als es wieder zum Tempel ging. Im Gegensatz zu seinen Kameraden war der Gnom bereits in aller Frühe aufgestanden, um seine morgendlichen Übungen abzuhalten. Ob er ähnlich müde war wie der Rest, konnte man seinem faltigen Gesicht unmöglich ansehen. Der dürre Winzling schlurfte jedoch wie üblich auf seinen Stock gestützt dermaßen ächzend und brummelnd durch die Gassen, dass sich einige Passanten auf dem Weg mit mitleidigen Mienen entschlossen hatten, dem vermeintlichen Greis Platz zu machen. Auch als sie schließlich vor dem Rechtsmeister standen, neigte er seinen großen Kopf zu einem grüßenden Nicken, das man eher ein Einnicken hätte nennen mögen, und stützte beide Hände schwer auf seinen knotigen Stock.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 05.07.2018, 12:52:50
Außer Melandro, von dem er dies ohnehin nicht erwartet hatte, wurde Vorbis von der ganzen Gruppe begleitet, und so erschien er am nächsten Tag in einer deutlich besseren Verfassung, frisch gewaschen und ausgeruht am Tempel des Tyr. Ihm war bewusst, dass er in dieser Sache die Führung übernommen hatte - und als Priester wohl auch am geeignetsten dafür war, das Gespräch zu führen, daher zögerte er auch nicht lange, sondern ergriff sofort das Wort, als der Rechtsmeister geendet hatte. Mit einem kurzen Seitenblick musterte er noch einmal den Toten und begann dann, die Ereignisse der vergangenen Nacht, angefangen an dem Moment, als sie den Toten gefunden hatten, zu schildern.

"Ihr seht also, viel können wir Euch auch nicht dazu sagen, was geschehen ist. Aber man muss kein Medicus sein, um zu sehen, dass hier ungewöhnliche Kräfte am Werk waren." beendete er seine Rede und blickte den Tyr-Anhänger fragend an.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 16.07.2018, 09:44:03
Der Rechtmeister runzelte die Stirn, während er Vorbis' Bericht lauschte: "Nun, das ist höchst bedauerlich, denn tatsächlich geht offenbar etwas ungewöhnliches dort am Nordufer vor. Ich habe einige Erfahrung mit Magie und derelei Dingen und das hier sieht so aus, als hätte man diesem Mann die Lebenskraft entzogen. Aber nicht in der Art und Weise, wie untote Schrecken es für gewöhnlich tun, dann wäre sein Körper weit ausgezerrter und es ließen sich Spuren entdecken, die auf die unheilige Präsenz der Todlosen verweisen würden. Aber ich habe nichts derartiges gefunden.
Habt in jedem Fall Dank, dass ihr diesen armen Mann zu uns gebracht hat. Wir werden sehen müssen, was genau vor sich geht und wie wir weiter verfahren. Fürs erste bleibt uns aber wohl nichts als abzuwarten, da wir die genauen Umstände seines Todes nicht kennen."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 20.07.2018, 13:48:03
Nicht ganz zufrieden mit der Antwort, musste Vorbis dem Rechtmeister aber zugestehen, dass er die Sache scheinbar wirklich ernst nahm. Dass der Mann keine weiteren Antworten geben konnte, konnte man ihm nicht verübeln - schließlich schien es sich tatsächlich um ein ungewöhnliches Phänomen zu handeln. Und auch wenn Vorbis beunruhigt war und der Sache gerne näher auf den Grund gegangen wäre, hatten sie zur Zeit etwas anderes zu tun; abgesehen davon, dass er nicht gewusst hätte, wo er anfangen sollte.

Also dankte er dem Rechtmeister für seine Mühen und versprach, in einigen Tagen noch einmal zurückzukommen, um nachzufragen, ob sich in der Sache noch etwas ergeben würde. Danach trafen die vier Tempelgänger sich mit ihrem Bruder Melandro, um mit den Planungen für den Abend fortzufahren, wo schließlich noch ein Treffen mit dem Fuchs anstand.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 28.07.2018, 17:06:59
Die fünf Waisen schmiedeten also einen Plan für den Abend und nach einiger Diskussion entschieden sie, dass tatsächlich nur Maldrek und Melandro zum Treffen mit dem Fuchs gehen würden, währen die anderen drei von draußen das Haus der Tausend Gesichter im Blick behielten, um sich im Zweifel an die Fersen des Fuchses heften zu können, wenn er heraus kam. Es war in der Dunkelheit nicht leicht zu erkennen, wer der Fuchs sein mochte, denn fast alle Besucher trugen weite Mäntel und hatten ihre Kapuzen tief ins Gesicht gezogen, um nicht zu verraten, welche Art von Maske sie wohl darunter tragen mochten. Deshalb gab es hier draußen von der gegenüberliegenden Seite der Straße aus, wo sich die drei einen ruinierten Hauseingang gesucht hatte, um die Situation zu beobachten, nicht viel zu sehen.
Indessen warteten Melandro und Maldrek innerhalb des Hauses der Tausend Gesichter und da beide an ihrer Maske und ihrem Körperbau leicht zu erkennen war und auch sie wussten, wen sie erwarteten, war es nicht allzu schwer, den Fuchs zu treffen, der pünktlich ankam. Wie am Abend zuvor führte der Mann sie in eine kleine Seitenkammer - allerdings eine andere als beim letzten Mal, die jedoch ähnlich eingerichtet war. Dabei viel den beiden Waisen auf, dass einer der Besucher des Hauses, der eine neutrale Maske trug, sie offensichtlich auf dem Weg beobachtete und unauffällig zu der Tür folgte, durch die sie hinein traten. Hier angekommen ließ der Fuchs sich in einem Sessel nieder und sagte dann: "Ihr habt also über mein Angebot nachgedacht? Dann last mal hören!"[1]



Es war gerade erst Mitternacht und Melandro und Maldrek dürften gerade mit dem Fuchs zusammengetroffen sein, als etwas ungewöhnliches draußen geschah. Es war ein hell tönender Schrei, der an die Ohren der drei Waisen gelangte und der aus Richtung Süden, dort wo sich der Blausee befand kam. Doch was sollten sie tun? Dem Schrei nachgehen und sehen, was dort vor sich ging und damit ihre Brüder sich selbst überlassen? Oder wollten sie es einfach ignorieren, dass dort jemand vielleicht ihre Hilfe brauchte?
 1. Macht mal bitte jeder einen Insight-Check
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 28.07.2018, 18:13:13
Yzwaz, dessen Figur und Haut jede Verkleidung ohnehin ad absurdum geführt hätte, hielt sich mit den draußen verbleibenden Waisen in der Nähe des bewussten Hauses auf. Er brummelte und hrm-te wie gewohnt vor sich hin und schien seine üblichen Selbstgespräche zu führen. Gelegentlich fuchtelte er aus heiterem Himmel gegen in der Luft herum und beharkte imaginäre Gegner mit Faustschlägen oder Fußtritten. Bei einigen murmelte er mit einem zufrieden wirkenden Grinsen in seinen langen Bart, in anderen Fällen verzogen sich seine faltigen Züge ungnädig. Als unvermittelt der Schrei ertönte, merkte der Gnom sichtlich auf. "Gehört es auch ihr habt?" Er rieb sich seine riesige Nase und sah seine Kameraden nachdenklich an. "Wenn in Not jemand ist, helfen wir müssen. Doch vielleicht nur ein Trick des Fuchses es ist, um ab uns zu lenken." Er runzelte seine Stirn, die sich dabei in Falten legte wie ein rissiges Gebirge. "Vielleicht nachsehen nur einer von uns sollte..."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 29.07.2018, 11:02:37
"Das haben wir." bestätigte Melandro unumwunden.

Mit etwas Verspätung war er zum vereinbarten Treffpunkt gelangt. Bestens gelaunt - warum blieb sein Geheimnis - und längst ohne Groll gegen Maldrek für die Verschiebung. Gemeinsam mit seinen Geschwistern hatte der Pirat den heutigen Abend geplant. Dabei waren sie zu einem Plan gekommen, der zwar niemanden so recht glücklich machte, aber nachdem es keinen besseren zu geben schien, einigten sich Orbus Waisen nach reiflicher Überlegung auf dieses Vorgehen.

Nun dem Fuchs gegenüber sitzend, sprühte der maskierte Halbdrow vor Bravado und Selbstsicherheit. Doch dabei viel ihm etwas auf... Sein Gegenüber für einen Herzschlag länger musternd, konnte sich der ebenso maskierte Halbdrow nicht zurück halten und so lächelte er im Verborgenen, als er trocken sagte: "Eine Maske, aber viele Gesichter? Wer hätte das erwartet..."

Eine Reaktion abwartend, machte sich der junge Mann aber keine Sorgen. Maldrek und er würden das schon schaukeln.

Sollte nichts all zu Großes passieren, so sprach der Pirat weiter: "Ihr habt gestern davon gesprochen, dass ihr Niewinter helfen wollt. Das klingt nach einer Gemeinsamkeit die wir haben." Den "heutigen" Fuchs musternd, stahl sich das schmale Grinsen, dass sich unter seiner eigenen - neuen und teuren Maske verbarg - erneut in die Stimme des Landgängers: "Und auch, dass es unser Schaden nicht sein soll. Das sind Dinge die ich natürlich sehr gerne höre." dabei rieb sich Melandro für einen Moment erwartungsvoll die Hände, ehe sie wieder zur Ruhe kamen und entspannten.

"Wir wissen von nichts, doch im Gegensatz zu unseren Bekannten, wollen wir uns euer Angebot anhören, ehe wir eine gute Möglichkeit - die uns allen hilft - aufgrund irgendwelcher überholten Prinzipien von vorne herein ausschlagen.

So sagt uns wie ihr Niewinter zum florieren bringen wollt."
Und mit erneut deutlich hörbaren Grinsen: "Wir sind ganz Ohr."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 30.07.2018, 16:03:41
Der Fuchs lächelte - zumindeste glaubte Melandro das, aber sehen konnte er es nicht, reagierte aber sonst nicht darauf, dass der Halbdrow offenbar erkannt hatte, dass er in dieser Nacht mit jemand anderes sprach als in der Nacht zuvor: "Nun, ihr seid wohlberaten noch einmal mit mir zu sprechen. Und ebenso berechtigt weitere Erkundigungen einzuholen.
Wie erkläre ich es euch am Besten? In den letzten Jahren ändert sich viel in Niewinter. Der Protektor hat viel Gold aus dem Süden mitgebracht und er ändert viel mit diesem Gold. Wir stehen dafür, dass nicht vergessen wird, woher wir stammen und dass schon lange bevor Dagult Nieglimm hier war, Leute dafür gekämpft haben, dass es Ordnung hier in Niewinter gibt.
In den Jahrzehnten haben sich viele verdient gemacht um unsere Stadt und wir stellen sicher, dass der Protektor mit seinen neuen Initiativen nicht alles vergessen macht, sondern dass Niewinter eine lange Tradition hat und dass es hier viele Männer und Frauen gibt, die seit langem für das Wohl der Stadt und ihrer Bewohner gearbeitet haben.
Und wir kümmern uns darum, dass all jene, die seid langem für Niewinter schwitzen und bluten auch das bekommen, was sie für diese lange Mühe verdienen."
[1]
Er lehnte sich in dem Sessel zurück und faltete die Hände, um das Gesagte ein wenig einsickern zu lassen. Aber dann fuhr er fort: "Und ihr fragt euch nun sicher, was das mit euch zu tun hat. Nun, wir sind immer auf der Suche nach fähigen Händen, die bereit sind sich für die Interessen Niewinters einzusetzen und wir kümmern uns gut um die unseren, solange sie treu zu unserer Sache stehen."
 1. Ihr könnt beide mal einen History-Check machen, ob euch bei dieser Beschreibung irgendjemand oder etwas in Niewinter einfällt. Ihr lebt ja beide schon länger hier und könntet da was wissen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 30.07.2018, 18:56:48
Maldrek hatte gerne Melandro den Vortritt gelassen. Seltsam, das hätte er sich vor ein paar Tagen auch nicht gedacht. Aber Melandro hatte ein besseres Gespür für solche Gespräche als er selbst. Das hätte Maldrek zwar nie laut ausgesprochen, aber so war es nun mal. Melandos ersten Kommentar verstand er zunächst nicht, aber dann hatte er eine Idee, was er gemeint haben könnte. Bei dem Fuchs löste der Kommentar jedoch keine Reaktion aus, was Maldrek wieder zweifeln ließ, ob er ihn richtig gedeutet hatte.

Er überlegte die ganze Zeit, wann ein guter Zeitpunkt für seinen Zauber war, aber er wollte noch etwas abwarten, wartete auf ein echtes Angebot, was sie für die Gruppe denn tun könnten.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 31.07.2018, 01:28:57
Scarlett nickte in Richtung des Gnoms.

"Ich kann mir das mal näher ansehen. Ich dürfte dafür am besten geeignet sein. Wenn ich Unterstützung brauchen sollte, schicke ich Bubo, um euch zu holen."

Dann machte die Schurkin sich daran, leise in die Richtung zu begeben, aus der sie die Geräusche vernommen hatten.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 31.07.2018, 12:49:38
Vorbis wartete gemeinsam mit Scarlett und dem Gnom in der Nähe des Hauses, während Maldrek und Melandro das Treffen mit dem Fuchs begingen. Tausende Gedanken über den möglichen Ausgang des Treffens schwirrten im Kopf des Priesters umher, als plötzlich der Schrei zu hören war. Er kam vom Blausee - dort etwa, wo sie gestern die Leiche gefunden hatten?

Vorbis' erster Impuls war es, dort nachzusehen, doch Yzwaz' Einwand war berechtigt. Sie waren hier nicht zum Spaß, und wenn Melandro und Maldrek Hilfe benötigten, mussten sie hier sein. Daher hielt er Scarletts Vorschlag für sinnvoll, und nickte zustimmend. Immer wieder schaute er sich um, nachdem seine Schwester verschwunden war, und versuchte, Geräusche oder die Silhouette der Eule zu erhaschen, so dass seine Aufmerksamkeit auf das Gebäude ziemlich zu wünschen übrig ließ.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 31.07.2018, 17:13:52
Scarlett zögerte jetzt nicht mehr lange, sondern sie machte sich auf in Richtung des Schreis, den sie und ihre Geschwister gehört hatten. Es war näher als sie gedacht hatte, denn schon nach einem guten Dutzend Meter entdeckte sie den Urheber des Hilferufs. Oder zumindest glaubte sie, dass er es sein musste. In einer Seitegasse mit ruinierten Häusern auf beiden Seiten kroch ein junger Mann von vielleicht zwanzig Wintern nach hinten. Er hatte seinen Blick gebannt in die Dunkelheit gerichtet und wimmerte etwas. Aber so sehr sich Scarlett auch anstrengte, sie vermochte nicht zu sehen, was es war, das die Augen des Mannes erblickten und seinen Körper vor Angst zittern ließ.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 31.07.2018, 17:33:22
Scarlett verharrte zunächst und lieh sich Bubos hervorragende Sinne, um die nähere Umgebung für einen Moment zu beobachten. Wenn dort etwas in der Dunkelheit lauerte, wollte sie möglichst nicht davon überrascht werden.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 01.08.2018, 17:17:45
Da sie ohnehin nur ein paar Schritte entfernt war, sagte Scarlett laut genug zu ihren beiden Gefährten: "Dort ist jemand, der Hilfe benötigt. Er könnte verletzt sein. Ich kann den Angreifer nicht ausmachen."

Dann schlich sie sich näher, um den Kriechenden etwas genauer in Augenschein zu nehmen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 01.08.2018, 17:27:34
Ohne zu zögern reagierte Vorbis auf Scarletts Stimme: "Ich sehe nach, ob ich helfen kann!" raunte er Yzwaz zu, bevor er seiner Schwester folgte.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 01.08.2018, 19:26:32
Auf Vorbis' Flüstern hob der Gnom nur seine buschigen Augenbrauen, verschränkte die Arme mit den knotig hervortretenden Ellbogen und brummte: "Hrm." Ob er damit Missbilligung, Zustimmung oder irgendetwas anderes zum Ausdruck bringen wollte, hätte der Weiseste der Weisen nicht erraten können. In jedem Fall hielt der Grauhäutige gleichmütig die Stellung.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 01.08.2018, 20:35:45
"Das klingt doch gar nicht schlecht." verkündete Melandro mit einem langen Seitenblick zu Maldrek - und ganz ohne zu lügen. Das neue Gesicht Niewinters hatte ihm seit seiner Ankunft nicht sonderlich gefallen. Niewinter hatte durch den Protekor viel seines traditionellen "Fressen oder gefressen werden"-Charmes eingebüßt und langweile Städte mit ihren restrektiven Regeln und Gesetzen gab es doch schon wahrlich genügend. Oder etwa nicht?

Aber so wie der Halbelf seinen rothäutigen Bruder kannte, war dieser gerade dabei wieder ein Haar in der Suppe zu finden, über das man sich furchtbar aufregen konnte. Wie diesen Vorschlag zu Beispiel.

Aus diesem Grund überließ es der Pirat nicht seinem Bruder nun als Nächster zu sprechen, sondern fuhr ungeniert fort während auch er seine Hände zufrieden vor sich verschränkte: "Da wir hier alle umsichtige Gesellen sind, erlaubt mir noch folgende Fragen: Was ist den dann unsere Sache im Detail? Und in welchen Bereichen sollen den unsere fähigen Hände eingesetzt werden?" Neugierig auf die Antwort lehnte sich Melandro dabei leicht nach vorne und blickte in die "Augen" des Fuchses.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 08.08.2018, 21:27:40
Der Fuchs blieb nach wie vor völlig ruhig und saß weiterhin ganz entspannt in seinem Sessel. Jetzt bemerkte auch Maldrek deutlich, dass sie es hier mit einem anderen Fuchs zu tun hatten. Auch der vom Vortag war sehr entspannt und selbstsicher gewesen, aber dieser hier war eine andere Kategorie. Er hatte eine sehr viel stärkere Präsenz und strahlte das Selbstbewusstsein geradezu aus während er sprach: "Nun, zunächst müssen wir sehen, ob ihr tatsächlich zu uns passt. Fürs erste würdet ihr also einige Aufträge für uns erledigen, um zu zeigen, dass es euch ernst damit ist, mit uns zusammenzuarbeiten. So ihr tatsächlich interessiert seid, habe ich auch direkt etwas für euch, das ihr erledigen solltet. Es gibt einen außerordentlich unangenehmen Steuereintreiber in der Enklave, der den Händlern deutlich mehr abnimmt, als gut für den Handel in der Stadt ist. Wir möchten, dass ihr ihn um die Gewinne eines Tages erleichtert. Er nimmt immer den gleichen Weg, durch die Enklave zum Protektor und da er sehr lange arbeitet um jede einzelne Münze zu bekommen. Ihn begleiten nur zwei Söldner, die sich überwältigen lassen sollten, wenn man einen vernünftigen Hinterhalt vorbereitet. Aber achtet darauf, dass ihr niemanden tötet, wir wollen keinen Krieg in den Straßen. Und es versteht sich von selbst, dass ihr besser nicht erkannt werden solltet."



Vorbis begab sich zu seiner Schwester und die beiden näherten sich dem jungen Mann, der noch immer den Blick in die Finsternist gerichtet hatte zitterte und vor sich hin wimmerte ohne dass seine Worte zu verstehen waren. Doch als die beiden sich näherten schälte sich etwas aus der Dunkelheit und ihnen wurde klar, was der Grund für den Terror war, der den einsamen Bewohner Niewinters ergriffen hatte.
(https://vignette.wikia.nocookie.net/clonewarsadventurescharacter/images/a/a1/D72d752c702b006e6ce1e8f74cd5fef7--dark-creatures-fantasy-creatures.jpg/revision/latest?cb=20170727001822)
Denn in der Dunkelheit leuchteten von einem Moment auf den anderen zwei silbrige Augen und einige Momente später wurde den beiden klar, dass die Dunkelheit der Gasse nicht nur Augen hatte, sondern dass sie auch Gliedmaßen formte und mit mehreren finsteren Händen nach. Scarlett glaubte sofort ein fremdartiges lüstern zu hören, das von dieser Schattenkreatur ausging, während diese sich näherte und mit ihren leuchtenden Augen tief in die Seele des Waisenmädchens blickte.[1] An den finsteren Absichten dieser Kreatur konnte aber kein Zweifel mehr bestehen, auch nicht für Vorbis, der nur gespenstische Stille und das Wimmern des jungen Mannes vernahm, da die Finsternis sich ohne Geräusche auf sie zubewegte. Eine der Klauen aus Finsternis griff nach seiner Adoptivschwester, aber irgendwie vermochte sie ihr doch noch zu entgehen.[2]
 1. Wisdom-Saving Throw gegen 13 oder frightened
 2. In der ersten Runde wart ihr überrascht, daher konntet ihr nicht handeln. Wir sind also jetzt in
Runde 2
1. Kreatur
2. SC
Yzwaz ist derzeit einen Dash von seinen Geschwistern entfernt. Hört bisher aber noch keine Kampfgeräusche
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 09.08.2018, 08:57:22
Bubo raste sofort los, um aufgeregt um Yzwaz herumzuflattern und den Gnom dann zurück zu den anderen beiden zu führen.

Währenddessen zog Scarlett ihr Rapier. Entschlossen stellte sie sich der Finsternis entgegen. Hoffentlich würde ihre Waffe dieser Kreatur etwas anrichten können. Sie sprach einen schnellen Zauber, der ihre Klinge mit Energie erfüllte, aber verfehlte den Angriff am Ende doch.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 10.08.2018, 09:35:17
Vorbis gefror das Blut, als er die Schattenkreatur erblickte, die sich nun Scarlett zuwandte. Doch schnell fasste er sich wieder und sandte einen Lichtblitz in die Richtung der Kreatur - doch das Geschoss traf nicht, sondern flog ohne Wirkung an dem Schatten vorbei.[1]
 1. Guiding Bolt, Angriff 11, Schaden 20
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 10.08.2018, 10:02:50
Dem langen Arm des Gesetzes einmal auf die Finger zu klopfen klang für Melandro äußerst verlockend. Aus diesem Grund musste er seine Zustimmung gar nicht erst arg vortäuschen und zeigte sie sogleich in seiner Körperhaltung.

Hinter seiner Maske verborgen, warf er jedoch einen zweifelnden Seitnblick zu Maldrek. Ob er, der ja immerhin die letzten Jahre in Niewinter verbracht hatte, es genauso sah? Und außerdem: wie würde sein Bruder nun reagieren da "der" Fuchs die Karten auf den Tisch gelegt hatte?
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 10.08.2018, 18:47:04
Für Maldrek war das natürlich ganz und gar unakzeptabel. Von wegen arme Leute, die etwas für die Stadt tun wollen und daran gehindert werden. Aber es war hier uns jetzt der völlig falsche Platz, seine Meinung dazu zu diskutieren. Sie hatten sich entschieden ein Lockangebot zu machen und er hatte dem Plan zugestimmt. Und nun saßen sie hier und mussten irgendwie passend reagieren. Melandro fiel das augenscheinlich leicht, das überraschte Maldrek wiederum überhaupt nicht, aber auch er musste nun seine Rolle spielen.

"Hm, klingt machbar. Und die Beute? Wann und wie sollen wir sie übergeben? Das Geld bekommen natürlich die Bedürftigen, diejenigen, die jeden Tag hart für das Wohl der Stadt arbeiten, in den Lagerhäusern und sonst wo, oder feiern die Händler damit ein Freudenfest?" Er wollte das eigentlich nicht sagen, aber plötzlich kamen die Worte über seine Lippen. Sei es drum, er war neugierig, wie dieser Fuchs darauf reagieren würde.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 10.08.2018, 19:27:22
Mit verschränkten Armen stand Yzwaz wie eine kleine Statue auf seinem Posten, bis Bubo auftauchte. Das Tier flatterte um seinen Kopf, worauf der Gnom aus seiner Starre erwachte, ein fragendes "Hrm?" brummte und sich dann nach einem letzten Blick auf das Haus, das er beobachten hatte wollen, in Bewegung setzte. Mit einer erstaunlichen Geschwindigkeit für seine kurzen Beine wetzte er Scarletts Boten nach zu seinen Gefährten.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 10.08.2018, 19:56:57
Der Fuchs schien zufrieden, dass die zwei Männer offenbar daran interessiert waren für ihn zu arbeiten und ergänzte nun: "Nun, es einfach so unter den Armen zu verteilen wäre wohl kaum die beste Art und Weise das Gold zu verwenden. Es muss schon an Leute gehen, die damit etwas sinnvolles anfangen, damit es Niewinter hilft. Einfach Gold in die Straßen zu werfen fördert nur eines: Neid und Diebstahl. Deshalb werdet ihr es einfach im 'Geborstenen Faß' am Südhafen abgeben mit dem Hinweis, dass es für mich ist. Dann wird es bei den richtigen Leuten ankommen."



Auch wenn das Geschoss aus gleißendem Licht an der Kreatur vorbei in die Nacht zuckte und wirkungslos an einer der Gassenwände verpuffte, wandte das Wesen seine Aufmerksamkeit nun Vorbis zu. Nun war es an dem Priester das unverständliche Wispern in seinem Kopf zu vernehmen, das ihn mit Angst und Schrecken erfüllte.[1]
 1. Auch für Vorbis ein DC 13 Wisdom Saving Throw gegen Frightened.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 14.08.2018, 11:55:25
Bubo flatterte unterdessen herbei, um seine Meisterin im Kampf zu unterstützen. Dazu lenkte die kleine Eule die finstere Kreatur ab und hielt sich ansonsten, wie gewohnt, auf Abstand[1].

Scarlett nutzte die Gelegenheit, um erneut mit ihrem Zauber Energie in die Klinge zu leiten[2], um dann damit zuzustechen[3].

Dann löste sich die flinke Schurkin von ihrem Ziel[4], um einen Schritt zurückzutreten[5].
 1. Flyby Help Action
 2. Booming Blade
 3. Angriff 12, Schaden 11 + 4 Sneak Attack
 4. Bonus: Disengage
 5. 5 Fuß weggehen (falls der Angriff wider erwartens getroffen haben sollte und sich das Wesen bewegt, bekommt es noch 6 Schaden von dem Cantrip)
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 14.08.2018, 14:05:43
Die furchterregende Kreatur kam nun genau auf Vorbis zu - doch plötzlich erfüllte Oghma ihren Schüler mit einer Energie, die es ihm ermöglichte, dem Wesen die Stirn zu bieten. Anstatt angsterfüllt am Boden zu kauern, warf der Priester einen weiteren Lichtblitz auf die Kreatur, die dieses Mal nicht ausweichen konnte.[1] Ein mystischer Schimmer umhüllte nun die Schattenkreatur und machte es Yzwaz deutlich einfacher, sein Ziel zu erkennen.[2]
 1. Angriff 18, Schaden 12
 2. Advantage auf den nächsten Angriff gegen die Kreatur. Ich nehme mal an, das ist Yzwaz.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 15.08.2018, 19:53:26
Sobald er am Ort des Geschehens war, warf sich der Gnom umgehend auf den Schatten. Mit einem heiseren "Hrrrr-ha!" rammte er seinen Stab nach vorn[1] und ließ einen Tritt nachfolgen, der etwa in Höhe seines eigenen Scheitels durch die Luft fuhr[2].
 1. 1. Attacke (https://games.dnd-gate.de/index.php/topic,8951.msg1051969.html#msg1051969) Angriffswurf 16, Schaden 4
 2. Bonusattacke (https://games.dnd-gate.de/index.php/topic,8951.msg1051969.html#msg1051969) Angriffswurf 16, Schaden 5
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 19.08.2018, 11:53:26
Die Kreatur drang weiter vor, auch wenn Vorbis' leuchtendes Geschoss tiefe Risse in ihren schattenhaften Körper schlug. Die Dunkelheit zog sich wieder zusammen und das Wesen schien etwas kleiner zu werden. Aber das hinderte es offensichtlich nicht daran, den Kleriker, der es gerade verletzt hatte, direkter anzugreifen. Eine seiner körperlosen Hände griff nach ihm und berührte ihn. Nichts deutete darauf hin, dass seine Hand ihn zu verletzen mochte, aber Vorbis spürte, wie das Wesen an seinem Verstand riss und drohte ihn in Stücke zu reißen.[1]
Indessen hieb Yzwaz auf den Schatten ein, aber er hatte nicht das Gefühl, dass seine Fäuste hier sonderlich viel ausrichten konnten. Wie sollte es auch anders sein, kämpfte er doch gegen lebeding geworden Finsternist, die kaum Widerstand für seine Hiebe bot.[2]
 1. 9 Psychic Damage für Vorbis
 2. Ihr seid dann wieder an der Reihe. Alle sind auf engaged range zu der Schattenkreatur.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 19.08.2018, 12:35:11
Mit Bubos Hilfe[1] griff Scarlett erneut das seltsame Wesen an, und irgendwie gelang es ihr wohl auch, etwas Substanz zu erwischen[2]. Sie löste sich wieder von ihm[3] und trat einige Schritte zurück[4], während die Energie von ihrer Klinge nun um die Kreatur herumwirbelte[5].
 1. Flyby Help Action
 2. Booming Blade AC 13 Damage 5 (+6 Sneak Attack)
 3. Bonus: Disengage
 4. 10 Fuß weg
 5. Falls sich das Wesen bewegt: 2 Thunder Damage
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 19.08.2018, 13:43:21
Als er bemerken musste, wie wenig seine wohlgezielten Hiebe und Tritte diesem Gegner zu schaden vermochten, rief der Gnom seinen Gefährten zu: "Stark in diesem da die Finsternis ist! Zurückweichen ihr solltet!" Womit er selbst einen Schritt rückwärts sprang, eine halbkreisförmige Geste mit jedem seiner dürren, knotigen Arme ausführte und mit einem lauten "Hrrrraaa..!!" ausatmete. Daraufhin ertönte ein lautes Donnern und erfasste den Schatten vor ihm[1].
 1. Thunderwave für 2 Ki points. Rettungswurf: Con ggn. 12 zum Halbieren d. Schadens, ansonsten 10 Punkte thunder damage (https://games.dnd-gate.de/index.php/topic,8951.msg1052119.html#msg1052119) und ggf. "Rückstoß" - falls das auf so ein körperloses Wesen wirkt.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 20.08.2018, 13:27:17
Vorbis musste es sich nicht zweimal sagen lassen, etwas Abstand zwischen sich und dieser gestaltgewordenen Dunkelheit zu bringen. Doch er hatte auch bemerkt, dass sein Zauber Wirkung zu haben schien - im Gegensatz zu Yzwaz Schlägen.
Der Priester wich also ein kleines Stück zurück, auch wenn er sicher war, dass das Wesen die Distanz schnell überbrücken würde können, und warf ihm dann erneut einen Blitz reiner Energie entgegen[1] - und wieder schlug das Geschoss in den Körper der Kreatur ein.
 1. Angriff 16, Schaden 19. Müsste dann ja theoretisch auch treffen?
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 21.08.2018, 15:44:50
Weder Yzwaz' noch Scarletts Attacke schienen die Schattenkreatur sonderlich zu kümmern, sie blieb voll fokussiert auf Vorbis und als dieser einen Schritt zurückwich, fuhr eine der dunklen Klauen durch ihn hindurch und noch einmal spürte der Priester, wie sein Geist merklich in Mitleidenschaft gezogen wurde. Ihm begann von den Schmerzen in seinem Kopf bereits ein wenig schwindelig zu werden.[1] Aber dennoch ging das Gebet von seinen Lippen und das leuchtendes Geschoss, das er dem Wesen nun entgegenschleuderte reichte offenbar aus, um die Dunkelheit endgültig zu zerreißen. Die leuchtenden Augen erloschen und die Schattenkreatur löste sich wie ein dunkler Nebel in Licht auf, wie die Schwärze der Nacht weicht, wenn man eine helle Kerze entzündet.
Der junge Mann war davon aber offenbar alles andere als beruhigt. Er war in einen katatonischen Zustand verfallen, in dem er nur noch zitternd und seine eigenen Knie umarmend vor sich hin murmelte und von Zeit zu Zeit mit den aufgerissenen Augen blinzelte.
 1. Nochmal 6 psychic damage durch die AoO
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 21.08.2018, 15:58:03
"Puh... was war das bloß?" stellte Scarlett die Frage, die wohl auch in den Köpfen der anderen herumschwirrte, neben der, wie man mit dem armen Opfer der Kreatur wohl helfen könnte.

"Ohne Deine Magie wären wir aufgeschmissen gewesen, Vorbis. Meine Klinge schien nichts gegen die Finsternis ausrichten zu können."

Dann wendete sich die junge Frau dem Opfer der Kreatur zu, der Mann schien völlig weggetreten zu sein. Bubo wies sie derweil an, ihre Beobachtungsposition einzunehmen, und einen Blick auf das Haus der Tausend Gesichter zu halten, um sie zu warnen, wenn dort etwas vor sich ging.

"Er hat die Angriffe des Wesens nicht so gut wegstecken können, wie wir. Es hatte auch versucht, in meinen Geist einzudringen, aber ich konnte es mit meinem Willen abwehren. Aber wer weiß, wie lange das gutgegangen wäre, wenn Du es nicht vertrieben hättest..."

Scarlett verstaute jedenfalls ihre Waffe wieder und versuchte, dem jungen Mann gut zuzureden, ihm zu vermitteln, dass die Gefahr nun vorüber war. Vielleicht würde er mit der Zeit wieder zu sich finden.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 21.08.2018, 17:34:38
Vorbis fühlte sich gar nicht so, als ob er die Angriff leicht weggesteckt hätte. Während Scarlett begann, sich um den jungen Mann zu kümmern, kauerte er eine Weile am Boden, um wieder zu Atem zu kommen, vor allem aber das Erlebte geistig zu verarbeiten. Sein Kopf dröhnte immer noch von dem diffusen Schmerz, den die Kreatur hinterlassen hatte - beinahe noch schlimmer war jedoch die seelenlose Schwärze, die Vorbis gefühlt hatte.

Nachdem er sich schließlich etwas gefasst hatte, erbat der Priester etwas heilende Energie von seiner Gottheit[1] und war, nachdem eine heilende Welle durch seinen Körper durchströmt war, wieder erfrischt und in der Lage, sich um etwas anderes als sich selbst zu kümmern. Er trat zu Scarlett und entgegnete auf ihr Lob automatisch ein knappes "Es war Oghmas Segen, nicht meine Zauberkunst.", auch wenn er ein Lächeln nicht verbergen konnte.
Dann jedoch wandte er sich dem Mann zu, und untersuchte ihn zunächst auf sichtbare Wunden. Gleichzeitig jedoch dachte er an seine eigenen Verletzungen, die die Kreatur ihm zugefügt hatte, und die äußerlich nicht zu erkennen gewesen waren.[2]
 1. Cure Wounds 11
 2. Sehe ich trotzdem, ob der Mann Schaden erlitten hat? Würfle ich mit Medicine, oder ist das eher was anderes, da es wahrscheinlich eher psychischer Schaden ist?
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 21.08.2018, 19:21:48
Sichtlich perplex, wenn auch nicht mit der eigentlich zu erwartenden Angst hatte der Gnom beobachtet, wie wenig ihre Attacken dem Wesen zu schaden vermochten - bis auf die Gebete des Klerikers. "In dem Fall Oghma danken wir müssen" brummte er und kniete sich auf den Boden, wo der Schatten verschwunden war, um alles haarklein zu inspizieren. "Doch was dieses war, mich noch immer ich frage." Schließlich stand er wieder auf und sah ebenfalls nach dem ersten Opfer der Kreatur[1]. Seine winzigen Augen huschten jedoch immer wieder flink umher. Der Grauhäutige schien trotz seiner äußeren Gelassenheit misstrauisch geworden.
 1. So Vorbis würfelt, unterstützt Yzwaz gern dabei.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 22.08.2018, 15:46:01
Gemeinsam mit Yzwaz untersuchte Vorbis den Mann und versuchte dabei, auf unnötige Bewegungen zu verzichten, die beunruhigend auf ihn wirken könnten. Wie er bereits vermutet hatte, gab es keine Wunden oder anderweitige Verletzungen - der panische Zustand des Mannes war allerdings offenbar eine Reaktion auf etwas, was die Kreatur getan hatte.
Doch auch ohne sichtbare Verletzungen war hiermit nicht zu spaßen, denn der Anblick der Leiche, die sie gefunden hatte, erschien in der Erinnerung des Priesters. Auch da: Keine äußeren Wunden, doch die Lebenskraft wurde vollständig entzogen. Für Vorbis lag es auf der Hand, dass die gleiche unheilvolle Kraft auch hier am Werke gewesen war, und ohne ihr Eingreifen hätte den jungen Mann wohl das gleiche Schicksal ereilt wie die Leiche des Vortags. Doch war es nur diese eine Kreatur, die sie nun beseitigt hatten, von der die Gefahr ausging, oder gab es weitere?

Der Kleriker teilte seine Gedanken mit Yzwaz und Scarlett und fügte hinzu: "Wir müssen den Mann zu uns nach Hause bringen. In seinem Zustand bekommen wir sicherlich nicht aus ihm heraus, wo er wohnt - außerdem würde ich ihn nicht allein lassen." Auch der Tempel war Vorbis als Zufluchtsort in den Sinn gekommen, aber aus irgendeinem Grund wollte er den Mann nicht dorthin bringen. Wahrscheinlich war nur wieder ein Novize anwesend, der ohnehin keine große Hilfe sein würde.
"Wir können aber nicht alle gehen, während Maldrek und Melandro dort beim Fuchs sind. Also, was sollen wir tun? Soll ich mit ihm zurück? Wenn wir die anderen verfolgen müssen, bin ich sowieso nur hinderlich."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 22.08.2018, 16:37:51
Maldrek überlegte hin und her, was er nun machen sollte. Aber da er kein Interesse daran hatte, auch noch den Laufburschen für diese Organisation zu spielen, ließ er es dennoch darauf ankommen und führte den Plan aus. Damit er nicht direkt vor den Augen des Fuchses den Zauber sprechen musste versuchte er es mit einer Ablenkung, einem lauten Hustenanfall, dann stand er auf, ging ein paar Schritte zur Seite und drehte sich dabei weg von dem Mann, um scheinbar wieder Luft zu holen. Dann begann er den Zauber zu wirken.

Leider misslang ihm die Show, sein Husten klang nicht echt und vermutlich würde der Mann merken, dass etwas nicht stimmte[1]. Aber nun hatte er begonnen und hoffte, dass der Zauber wirken würde, bevor der Fuchs handeln konnte.

Er drehte sich also wieder um und sprach den Mann so ruhig er konnte an: "Gut, wir machen das für euch, wir sind jetzt also Verbündete. Bevor wir jetzt losziehen, erzähle uns doch noch wie unsere Gruppe heißt, wer unser Anführer sind und wie wir uns erkennen."[2]
 1. Deception 8
 2. Will save DC 13
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 22.08.2018, 17:52:38
Der Fuchs lachte laut auf, als Maldrek so unbeholfen versuchte den Zauber zu verbergen und das Lachen wurde nicht leiser, als er den Zauber ohne irgendwelche Mühe abzuschütteln schien: "Mutig, mutig, das zu versuchen. Ich mag mutige Leute und wir können Leute brauchen, die bereit sind Dinge zu riskieren." Doch dann wurde seine Stimme von einem Moment auf den anderen eiskalt und sehr ernst: "Aber: versucht so eine Aktion noch einmal, enttäuscht uns oder denkt auch nur daran, uns zu verraten, dann werdet ihr weder eine Zunge noch Hände haben, mit denen ihr eure Magie wirken könnt und selbst euer toter Ziehvater würde euch nicht mehr wiedererkennen, so verstümmelt werden die Leichen sein, die man aus der dunklen Wasser des Nie zieht." Der Fuchs saß noch immer völlig entspannt in seinem Sessel und war offenbar trotz Maldreks Tat nicht im geringsten beunruhigt: "Nur, damit wir uns richtig verstehen. Und ihr solltet jetzt besser gehen. Ihr wisst, was ihr zu tun habt."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 22.08.2018, 18:16:27
Panik machte sich bei Maldrek breit, als klar wurde, dass der Zauber nicht funktioniert hatte. Plötzlich waren alle seine Sinne in Alarmbereitschaft, doch dann geschah...nichts. Also nicht das, was er erwartet hatte. Zunächst war er erleichtert, doch dann, als er die bösen Worte des Mannes hörte, wurde ihm klar, dass diese Gruppe bekämpft werden musste. Um jeden Preis. Aber nicht hier und nicht jetzt.

Also riss er sich zusammen und nickte einfach nur. Und dann verließ er den Treffpunkt.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 22.08.2018, 20:56:20
Melandro, der noch immer in seiner eigenen wortgewandten Großartigkeit schwelgte, war für einige Momente alamiert, ehe er zwei Finger an die Schläfe führte um ein spöttisches Salutieren zum Besten zu geben. Mit diesem Gruß verabschiedete er sich von "dem" Fuchs und folgte Maldrek auf dem Fuß.

Als sie vor den Toren des Hauses der Tausend Gesichter angekommen waren und der Tiefling ein erleichtertes Seufzen von sich gab, legte ihm der Pirat den Arm um die Schulter und zog sich mit der anderen Hand die Maske aus dem Gesicht, so dass sie über der dunklen Haut auf seiner Stirn ruhte. "Das hätte aber ganz schön schief gehen können Maldrek." mahnte er eindringlich. "Was hast du dir nur dabei gedacht?!" Die Entrüstung in den Augen des teuflischen Hexers ließ Melandro nur laut auflachen ehe er schnell klar stellte: "Ich hätte es dir nicht zugetraut. Doch du hast mich wirklich überrascht. Hut ab!" Und dabei neigte er seinen Haupt soweit, dass die schwarzen Haare ihm tief ins Gesicht fielen, soweit sie nicht vom Band der Maske zurück gehalten wurden.

Immer noch den Arm um seinen Ziehbruder gelegt führte ihn der Pirat vom Eingang fort. "Komm! Lass uns die anderen suchen." sprühte es gutgelaunt aus dem Halbelfen heraus während er sich nach Scarlett und seinen Brüdern umsah. Wo waren nur die anderen Waisen abgeblieben? Ob es wieder jemanden wildfremden zu beerdigen gab?
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 23.08.2018, 19:44:33
Schweigend ging der Gnom dem Kleriker zur Hand. Seine buschigen Augenbrauen befanden sich in steter Auf- und Abwärtsbewegung, während er den Mann musterte. Zu erkennen, dass hier mystische Energien am Wirken gewesen waren, erforderte fürwahr keine große Weisheit. Yzwaz vermeinte in der Tat sogar zu spüren, dass hier etwas entschieden ins Ungleichgewicht geraten war: Etwas hatte den natürlichen Fluss der Energien im Körper des Unbekannten durcheinandergebracht. Eine Erschütterung der Macht des Lebens, sozusagen... Der Gedanke an den erst kürzlich gefundenen Leichnam lag nahe.

Daher nickte der Grauhäutige zu Vorbis' Worten und meinte: "Nicht zum ersten Mal am Werk dieser Schatten war – oder weitere Brüder in der Stadt er hat." Der Vorschlag des Klerikers ließ den Gnom die Stirn nachdenklich runzeln. Einige Male strich er bedächtig über seinen langen Bart. "Wenn helfen ihm du kannst, dafür ich bin" erwiderte er schließlich und wandte sich mit einem fragenden Blick an Scarlett: "Zurück zu den beiden eilen ich werde. Wen von uns begleiten du wirst?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 23.08.2018, 22:46:56
"Dies ist immer noch eine gefährliche Gegend. Niemand sollte hier allein bleiben. Da Maldrek und Melandro noch hier sind, würde ich dann Vorbis begleiten," antwortete Scarlett auf die Frage und blickte den Gnom an, ob sie irgendein Anzeichen seiner Zustimmung aus seiner felsigen Miene herauslesen konnte.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 26.08.2018, 12:39:57
Doch just in diesem Moment, als Scarlett das sagte, sah sie, dass ihre beiden Geschwister das Haus der Tausend Gesichter verließen. Angesichts der Tatsache, dass sie gegenüber dem Fuchs mehr oder weniger aufgeflogen waren mit ihrem Zauber, hatten sie davon abgesehen, zu versuchen, ihn noch länger zu beobachten und wie es aussah machte er keine Anstalten, das Haus allzu bald zu verlassen. Und vom Eingang aus würden sie ihn wohl kaum erkennen können.[1]
Stattdessen trafen sie wieder mit ihren Geschwistern zusammen, die etwas weiter abseits standen als gedacht und noch dazu einen zitternden jungen Mann bei sich hatten. Sie hatten sich also scheinbar alle etwas zu erzählen.
 1. Habe ich mal entschieden, da die Erfolgschancen da denkbar gering gewesen wären.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 26.08.2018, 13:37:15
"Da hat uns wohl jemand die Entscheidung abgenommen," meinte Scarlett zwinkernd.

"Wobei wir wahrscheinlich etwas aufpassen sollten, dass wir nicht zusammen gesehen werden. Wer weiß, ob der Fuchs nicht auch noch Leute in der Gegend hat."

Dabei schaute sie zu dem jungen Mann, den sie gerettet hatten. Er konnte genauso ein Spion für den Fuchs sein.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 26.08.2018, 17:12:45
Maldrek sparte sich eine Antwort auf Melandoos Kommentar. "Wie konnte ich nur mit ihm zusammen diesen dummen Plan ausführen. Ich hätte es besser wissen müssen." Aber sein Ärger über sich selbst war mindestens ebenso groß wie der über Melandos Worte, wahrscheinlich noch größer.

Er zuckte also nur mit den Schultern und machte sich auf die Suche nach dem Rest der Gruppe. Überrascht sah er den jungen Mann und schaute fragend in die Runde. Zuerst zogen sie sich aber noch etwas weiter zurück und suchten eine ruhige Ecke, so dass sie nicht so einfach beobachtet werden konnten.
"Lief nicht so gut. Und bei euch, wen habt ihr denn da aufgegabelt?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 28.08.2018, 12:47:39
Sich von Maldreks chronischer Miesmacherei nicht anstecken lassend, erwiderte Melandro enthusiastisch grinsend: "Es lief hervorragend. Wir sind so gut wie dabei. Wir müssen nur noch einen Steuereintreiber um etwas Barschaft erleichtern und alles kommt in die Gänge."

Mit einem Blick auf seine Geschwister und ihren "Fund", legte der Halbdrow seinen Kopf ein wenig schief und schloß sich Maldreks Frage an. Deutlich vorsichtiger erkundigte er sich: "Wieder ein Fall für den Tempel?" Scheinbar hatten seine Geschwister in den vergangenen Jahren einen Helferkomplex entwickelt der nun voll ausbrach. Jeden Tag jemand Neuer der gerettet werden musste...
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 29.08.2018, 19:48:00
"Euch entkommen der Fuchs ist?" erkundigte sich Yzwaz, ohne durch mehr als ein Heben der buschigen Augenbrauen und ein kurzes "Hrm" anzuzeigen, dass ihn die frühe Ankunft seiner Geschwister überraschte. Auf die Fragen der beiden hin wies er zu Vorbis und Maldrek. "Es erzählen euch lasst... um hier jedenfalls üble Dinge gehen." Womit der Gnom den anderen das Gespräch fürs Erste überließ und sich lieber der aufmerksamen Beobachtung des Fremden und ihrer Umgebung widmete, wie ein arthritischer Greis auf seinen Stock gestützt.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 01.09.2018, 20:43:20
"Wir hatten hier ein wirklich seltsames Erlebnis," meinte Scarlett, wobei sie auf den jungen Mann deutete, der bei ihnen war und noch ziemlich durcheinander wirkte.

"Ein Wesen, boshaft, aus reiner Dunkelheit bestehend, wie es schien, muss wohl diesen Mann hier angegriffen haben. Ich hatte zunächst ihn entdeckt, dann griff das Wesen aus heiterem Himmel an. Es versuchte, in unsere Gedanken einzudringen, was ihm aber glücklicherweise nicht gelang. Unsere Waffen schienen wirkungslos. Nur Oghmas Segen, geleitet durch Vorbis Hand, ist es zu verdanken, dass die Dunkelheit vertrieben werden konnte."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 02.09.2018, 15:29:12
Für einen Augenblick darüber nachdenkend ob eine von ihm beschworene Waffe da mehr ausgerichtet hätte, hob Melandro dann zur Anerkennung eine Augenbraue und nickte seinen Geschwistern zu. "Boshafte Wesen aus reiner Dunkelheit klingt nach einem harten Kampf. Gut, dass euch nichts schlimmes geschehen ist."

Auf den Mann, den sie mitgebracht hatten, deutend, fragte er weiter: "Und der hier? Nehmt ihr den nun mit, oder ist die Gefahr gebannt und wir kümmern uns um uns selbst und unsere Aufgaben?" Bei Maldrek und Vorbis konnte man nie so genau vorher sagen welche abwegige Idee die beiden als nächstes entzünden würde. Von daher wollte sich Melandro vergewissern wie seine Brüder die Situation sahen, ehe es weiter ging.

Apropos..."Und wollen wir die Straße verlassen? Ein paar Gassen in Richtung Zentrum kenne ich eine gu... eine Taverne." verbesserte er sich selbst um die Erwartungen der anderen nicht zu hoch anzusetzen. Dort konnten sie ja berichten was nun vorgefallen war und planen wie sie den Steuereintreiber um das von ihm geraubte Gold - den Steuern sind IMMER Diebstahl der übelsten Sorte! - befreien konnten.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 03.09.2018, 17:18:06
Maldrek war beunruhigt, hier kam gerade viele zusammen. "Wir sollten den Mann zum Tempel bringen und ihnen von dem Ding erzählen, das ihr gesehen habt. Und danach sollten wir uns eine ruhige Ecke suchen, dann können wir euch auch eine Geschichte erzählen."

Er wollte die Sache mit dem Fuchs nicht vor den Ohren dieses Mannes weiter geben und nicht mitten auf der Straße, da hatte Melandro schon Recht. Aber sie konnten den Mann auch nicht einfach hier lassen.
"So groß ist der Umweg nicht, Melandro, vielleicht kennst du ja auch eine Taverne in der Nähe des Tempels, in der du schon lange nicht gewesen bist."
Er hatte gerade keine Lust auf Streit, also hoffte er, dass dieser Vorschlag Melandro annehmbar erschien.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 04.09.2018, 20:18:00
"Taverne, hrm?" warf Yzwaz stirnrunzelnd ein. "Nicht hier geheimes zu reden weise wäre. Doch weise nur handeln kann, wer nicht benebelt seinen Kopf, hrm!" Wobei der Graue Melandro einen Blick zuwarf, der trotz seiner geringen Körpergröße irgendwie von oben herab wirkte wie der eines Schulmeisters. Er wippte zweimal auf den übergroßen Füßen, auf seinen unvermeidlichen Stock gestützt.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 04.09.2018, 20:47:29
"Leben braucht Leben um zu leben." erwiderte Melandro mit eins zu eins dem selben Tonfall wie sein belehrender Bruder. "In Häusern toter Zwerge, wird Leben erdrückt." führte er seinen Gedanken holprig fort.

Irgendwann war es schwierig geworden sich nicht genauso gebrauchen wie Yzwaz auszudrücken. Wann war das geschehen? - vergegenwärtigte sich Melandro verwundert, ehe er diesen Gedanken beiseite schob.

Und so zogen die Geschwister, über den - unvermeidbaren - Umweg des Tempels, auf der Suche nach einem passenden Ort, mit hübschen Frauen die kühle Getränke gegen bare Münze tauschten, durch die nahen Gassen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 05.09.2018, 09:51:11
Noch auf dem Weg zum Tempel beruhigte sich der junge Mann ein wenig, auch wenn er nach wie vor äußerst wortkarg und von dem Erlebten erschüttert war. Er erzählte aber immerhin seine Geschichte oder besser die Waisen vermochten seine Geschichte aus den wenigen Worten, die er sprach zu erschließen. Sein Name war Prim Ostia und er lebte am Nordufer, unweit des Nordhafens. Er war zu einem Treffen am Blausee gewesen, auch wenn er sich entweder an die Details nicht erinnern konnte wegen des Schocks oder sie nicht mitteilen wollte. Aber immerhin war er wieder so sehr beisammen, dass der Umweg zum Tempel den Waisen erspart blieb, denn Prim hatte offenbar kein Interesse die Diener des Tyr zu besuchen, sondern er wollte einfach nur zu seinem eigenen Bett. Dort brachten die Waisen ihn also hin und zu Melandros Freude befand sich die karge Behausung von Herrn Ostia nur einen Steinwurf entfernt von der Teibholztaverne.
Also ließen sie sich in einer Ecke direkt unter dem großen Banner nieder, das das alte Wappen Niewinters zeigte -ein weißes Auge auf dunkelblauem Grund. Es war zu dieser späten Stunde längst nicht mehr voll in der Taverne, aber einige Gäste waren noch hier und sinnierten mit Bier- und Weinkrügen in der Hand über die alten Zeiten, als Niewinter noch über wahre Größe verfügte. Es dauerte nicht lange und die Wirtin - Madame Rosen - nahm die Bestellung der Waisen auf und brachte wenig später die von ihnen gewünschten Getränke.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 08.09.2018, 15:12:59
Yzwaz schwieg auf dem Weg zum Tempel und auch später, nachdem sie Prim abgeliefert hatten. Offenbar war der grauhäutige Gnom damit beschäftigt, den tieferen Sinn hinter Melandros Worten zu enträtseln. Er brummte und murmelte vor sich hin, während er den anderen nachschlurfte. Ab und an fuhrwerkte er mit seinem knotigen Stock in der Luft herum und machte ganz den Eindruck, ein philosophisches Streitgespräch mit einem unsichtbaren Gegenüber zu führen. "Leben um zu leben Leben braucht..." murmelte er eine Weile lang immer wieder, dann später wechselte er irgendwann zu "Leben Leben um zu leben braucht..?". Das "Um zu leben Leben Leben braucht", das schließlich den Weg über seine Lippen fand, wurde von wildem Stirnrunzeln begleitet.

Bei der Bestellung würde er der Madame wohl keine große Freude machen, indem er wie üblich nur einen Becher Wasser bestellte. Als sie auf ihre Getränke warteten, sah sich Yzwaz unter seinen Kameraden um und fragte: "Was nun unternehmen wir sollen? Und was euch genau sagte der Fuchs?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 09.09.2018, 22:22:57
Vorbis war unterwegs sehr schweigsam gewesen, denn er hing seinen eigenen Gedanken nach. Die Sache mit dem Fuchs nahm dabei nur eine untergeordnete Rolle ein - noch immer war ihm nicht so klar, was sie eigentlich erreichen wollten, auf welcher Seite sie hier eigentlich standen.
Das Schattenwesen war für ihn leichter zu fassen: Auch wenn er bei weitem nicht die moralische Erhabenheit für sich reklamieren konnte, wie es die Diener des Tyr für sich in Anspruch nahmen, verkörperte eine solche Kreatur doch das Gegenteil von allem, was er für gut und richtig hielt. Sich ihr zu widersetzen war etwas, wofür ihn niemand bezahlen musste - es war einfach richtig, es zu tun.

Diese eine Kreatur war besiegt, doch mochte es noch weitere geben. Würde er mehr über das Wesen wissen, zum Beispiel, ob es sich um Einzelgänger handelte, mochte er ruhiger schlafen - so jedoch war es seine Sorge, dass hier nicht zum letzten Mal Menschen zum Opfer einer solchen Kreatur werden würden.
Lange grübelte er nach, doch es kristallisierte sich mehr und mehr ein Weg für ihn heraus, den er so schnell eigentlich nicht wieder betreten wollte: Wenn es einen Ort in Niewinter gab, wo er Informationen zu dem Schattenwesen finden konnte, dann war es das Haus des Wissens.

Den anderen sagte er zunächst nichts davon, denn das Gespräch war inzwischen wieder auf den Fuchs zurückgekommen, und Melandro machte keinen Hehl daraus, dass er nichts davon hielt, sich weiter mit der Kreatur zu befassen. Doch er nahm sich vor, in den nächsten Tagen den Weg zu seiner früheren Lehrstätte zu suchen - auch wenn ihn der Gedanke, was ihn dort erwarten würde, nicht gerade mit Vorfreude erfüllte.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 10.09.2018, 09:54:02
Dieses eine Mal sollte sich Vorbis tatsächlich in seinem Bruder täuschen. Selbst aufgrund der späten Stunde ein wenig stiller als sonst, flenzte sich Melandro auf eine Eckbank und streckte die bestiefelten Beine lang vor sich auf dem abgewetzten Holz aus und seufzte zufrieden. Das nachdenkliche Gesicht seines dick gewordenen Bruders für einige Momente stumm musternd, beugte sich der Halbdrow nach vorne und sprach leise zu Vorbis: "Wenn es dir so ein Anliegen ist mit der Schattenkreatur, dann zerbrich dir nicht den Kopf. Triff mich morgen Vormittags am Hafen und wir gehen gemeinsam zu jemanden von dem ich mir gut vorstellen kann, dass etwas Interessantes diesbezüglich für dich heraus springt." Dabei sah er den Mann aufmunternd in die Augen und unterstrich seine Worte mit einem Nicken.

Bei Rosena etwas Wasser und Wein für die Gruppe bestellend, gähnte der Pirat einmal wirklich sehr herzhaft ehe die Getränke geliefert wurden. Irgendwie fühlte es sich für ihn später an, als es tatsächlich war... Die müden Augen mit den Handballen massierend, schüttelte er den schwarz gelockten Kopf und riss sich zusammen. So etwas musste übertaucht werden! Der Abend war noch zu jung um ans Schlafengehen zu denken.

An Yzwaz, den er gekonnt für die letzte halbe Stunde beschäftigt hatte, gewandt, sprach Melandro mit neuer Energie weiter nachdem er sich versichert hatte, dass ihnen niemand lauschte: "Nun der Fuchs... der war leider immun gegen Maldreks Einflüsterung, aber er nahm sie uns auch nicht allzu übel. Ganz im Gegenteil... " und zwinkerte dabei dem Tiefling gut gelaunt zu. Dann berichtete er von der Vorstellung des Mannes, dass es ein anderer als gestern gewesen war, von den Plänen der Gruppe und was dieser von ihnen als Probe verlangte. Die Art und Weiße wie er es erzählte machte klar, dass es für Melandro kein moralisches Dilemma darstellte das Verlangte in die Tat umzusetzen.

Als er vorerst geendet hatte fragte er seine Geschwister: "Fällt euch vielleicht jemand ein, auf den das Zutreffen könnte? Und wie Bastler es so treffend formulierte: Was nun unternehmen wir sollen?" Dabei lachte der Halbelf vergnügt ehe er einen Schluck vom Wein nahm und Rosena deutlich vernehmbar für die Qualität ihrer Getränke pries.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 13.09.2018, 14:51:23
Maldrek war ebenfalls sehr schweigsam. Er merkte sich, wo der junge Mann wohnte, damit er ihn in den nächsten Tagen vielleicht besuchen konnte, um zu sehen, ob es ihm noch gut ging. Der Misserfolg nagte immernoch an ihm und die ganze Situation machte sich als ein ungutes Gefühl in der Magengegend bemerkbar.

Er überließ es Melandro, die Geschichte zu erzählen. Letztlich hatte Melandro Recht, um mehr über diese Gruppe zu erfahren mussten sie ein teil davon werden. Sie mussten den Steuereintreiber ja nicht töten, sie sollten es sogar explizit nicht tun. Warum also nicht?

Er nippte an seinem Krug und als Melandro alles berichtet hatte, wartete er gespannt auf die Reaktionen der anderen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 20.09.2018, 15:58:51
"Was den Fuchs angeht, da seid ihr jetzt erstmal am Zug. Ich würde mich morgen einmal etwas in der Nähe des Blauseeviertels umhören, ob vielleicht schon einmal so eine Kreatur gesichtet wurde oder gar des Öfteren," warf Scarlett ein.

Sie hatte gespannt zugehört, was die beiden mit dem Fuchs abgesprochen hatten. "Und habe ich das richtig verstanden, es war nicht derselbe Mann, der sich als Fuchs ausgab, wie gestern? Ich hatte etwas in der Art schon vermutet. Das macht das Ganze aber auch nicht einfacher."

"Und die wesentliche Frage ist ja auch, was wollen wir eigentlich erreichen? Ich denke, ersteinmal mitzuspielen und herauszufinden, was da vor sich geht, ist bestimmt nicht verkehrt. Ich nehme denen die ganze Sache mit dem Wohl Niewinters jedenfalls nicht ab."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 22.09.2018, 14:29:54
"Begleiten dich ich sollte" erklärte Yzwaz zu Scarletts Plan und warf sich in die Brust, was bei dem Gnom nicht gerade furchteinflößend wirkte. "Unter meinem Schutz stehen du wirst." Indem er seinen langen Bart strich, fuhr er fort: "Um diese Füchse derweil sich kümmern Maldrek und Melandro könnten. Und mit dir is' was?" Die letzte Frage war an Vorbis gerichtet, mit demselben undefinierbaren Blick und dem schräg gelegten Kopf, mit denen er früher die anderen Kinder im Waisenhaus beäugt hatte.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 25.09.2018, 00:00:17
Diese Frage hatte sich auch Vorbis schon gestellt, und nun blickte er unsicher in die Runde.
"Beim Fuchs werde ich nicht helfen können." verkündete er schließlich. "Und diese Kreatur geht mir nicht aus dem Kopf. Ich habe eine ... nein, zwei Ansätze, etwas über dieses Ding herauszufinden." Dabei sah er Melandro an. "Denen möchte ich morgen folgen."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 28.09.2018, 16:55:43
Während des Gesprächs zeigte sich, dass sie sich wohl trennen würden. Er musste also mit Melandro die Sache für den Fuchs erledigen, ausgerechnet mit Melandro. Aber sie hatten sie Sache begonnen und nun mussten sie auch weiter machen. Und auch wenn es ihm nicht so richtig gefiel, Meldandro war wohl der geeignetste unter den Geschwistern für diese Geschichte.

"Gut, dann ist es entschieden. Melandro und Vorbis kümmern sich um ihre Spuren und wir gehen zum See. Vielleicht hat ja jemadn etwas gesehen oder gehört, was uns weiter bringt. Melandro, wir sollten uns dann aber bald zusammen die Straße des Steuereintreibers genauer ansehen, so dass wir vorbereitet sind. Und dann sehen wir mal, was für ein Kerl wir da besuchen sollen."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 01.10.2018, 19:32:12
Die Waisen verschwanden dann doch recht schnell wieder aus dem Gasthaus, war es doch schon eine sehr späte Stunde und der nächste Tag versprach nicht weniger anstrengend zu werden. Die Ereignisse der letzten zwei Nächte hatten sie hier am Nordufer vorsichtig werden lassen, drohte doch offensichtlich eine unheimliche Gefahr. Doch sie konnten unbehelligt ihrer Wege gehen und fanden so schließlich in einen unruhigen Schlaf in ihren Betten im Waisenhaus oder wo auch immer in Niewinter sie Quartier hatten.



Am nächsten Morgen standen die Waisen müde auf, nach der zweiten Nacht mit wenig Schlaf, aber irgendwie gelang es ihnen dann doch. Es gab schließlich viel zu tun. Melandro traf Vorbis vor der Tür des Waisenhauses und führte den beleibten Priester anschließend über die Delphin-Brücke in die Passage. Doch sie ließen den Nie nicht hinter sich, sondern gingen eine Weile am Ufer entlang bis sie zum Südhafen gelangten. Vorbis wusste noch immer nicht, wo genau der Halbdrow ihn hinführte, aber schließlich dämmerte es ihm, als sie nicht zum Hafen hinabstiegen, sondern stattdessen - vorbei am Anwesen des Protektors - auf eine Hängebrücke zusteurten. Schwere Ankerketten hielten die Eichenbretter zusammen und für eine Behelfskonstruktion außerordentlich stabil. Aber sie führte nicht über einen Abgrund, sonder sie hing einfach in der Luft, verbunden mit einem Felsen, der einige Dutzend Meter höher wie von Zauberhand in der Luft gehalten über dem dunklen Hafenbecken Niewinters hing.
Eine kleine Wolke, die ebensogut magischen wie natürlichen Ursprungs sein mochte, umsäumte das untere Ende des Felsens und so sah es aus, als würde das Gebäude, das dort oben thronte buchstäblich ein Schloss in den Wolken sein. Denn es mutete ein wenig an, wie ein solcher Prachtbau, wenn auch einer, der in mehreren Phasen entstanden war. Vier Türme unterschiedlicher Höhe reckten sich gen Himmel empor, verbunden durch meist dreistöckige Zwischenbauten, von denen einer offensichtlich den Kern bildete. Vorbis wusste natürlich worum es sich handelte - die legendäre Mondsteinmaske, eines der wenigen Gebäude des alten Niewinter, das noch stand, weil es in den Zeiten der Zauberpest mitsamt dem Grundstück gen Himmel geschwebt, aber rechtzeitig mit Ketten und Seilen verankert worden war. Es war ein anstrengender Anstieg, die Hängebrücke hinauf und einen Anflug von Schwindel konnte selbst Melandro, der schon des Öfteren hier oben gewesen war nicht fernhalten. Für Vorbis war es ungleich schlimmer. Denn erblickten der Priester und der Halunke schließlich am oberen Ende den Mechanismus, der die Mondsteinmaske zum sichersten Ort Niewinters machte. Mit wenigen Handgriffen ließen sich die schweren Ketten lösen und dann gab es keinen Weg mehr hinauf für jemanden, der nicht über Magie - oder Flügel - verfügte. Das gleiche galt für die Ketten, die den Fels auf dem die Maske stand im Hafenbecken verankerten.
Die zwei Waisen standen nun vor dem Bau und trotz der frühen Stunde war hier schon Betrieb. Manch einer ging jetzt erst nach Hause und torkelte mit unsicherem Schritt die Hängebrücke hinab. Manche unglückliche Seele hat der zu Tiefe Blick in den Bierkrug hier oben schon deutlich mehr gekostet als nur einige Silbermünzen. Andere kommen schon zur frühen Stunde her, vielleicht um im Schrein der Tymora oder der Sune zu beten oder um einen freien Tag und die Entspannung des Badehauses zu genießen. Einige wenige, denen die Höhe nichts ausmachte oder die sogar die vermeintliche Sicherheit der Maske schätzten, machten sich, nachdem sie in einem der Zimmer die Nacht verbracht hatten, auf hinab in die Stadt, um dort ihren Geschäften nachzugehen. Jetzt war es vielleicht Zeit, dass Melandro seinem Adoptivbruder endlich verriert, wieso er ihn hier hinauf geschleppt hatte.



Die anderen drei Geschwister hatten einen kürzeren Weg, denn sie waren schon am Nordufer. Sowohl Maldrek als auch Scarlett kannten den ein oder anderen Ort, an dem sie vielleicht etwas über das Treiben am Blausee erfahren konnten. Doch entweder waren sie an den falschen Orten, stellten die falschen Fragen oder sie sprachen mit den falschen Leuten. Alles, was sie hörten wussten sie schon längst. Der Blausee leuchtet angeblich blau, weil er das Feuer der Zauberpest aufgesogen hat. Oder weil die dort einst ansässigen Adligen magische Experimente durchgeführt hatten, die bei der Zerstörung ihrer Anwesen freigesetzt wurden. Alles Gerüchte, nichts Handfestes und bestimmt nichts, das ihnen heute weiterhelfen konnte.
Also landeten die drei irgendwann wieder im großen Gasthaus - es war in zwischen Mittag und sie waren hungrig. Dies hatte offenbar auch schon einige andere Gäste hierher getrieben und auch wenn sie mit ihrer bisherigen Suche unzufrieden waren, hier würden sie sich zumindest nicht langweilen.
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Beitrag von: Melandro am 03.10.2018, 14:03:06
Nachdem Melandro vor Orbus Waisenhaus - es würde für den Halbdrow wohl nie anders heißen - aufgekreuzt war, vollkommen unbekümmert über seine Verspätung, die er mit keinem Wort erwähnte, führte er seinen Ziehbruder zurück in Richtung des Hafens. Ungewöhnlich still und Vorbis immer wieder abwiegend musternd, schien den ehemaligen Piraten irgendetwas so sehr zu beschäftigen, dass er kein - sonst typisch für ihn - Wortgefecht vom Zaun brach.

Vorbis beim Überqueren der Hängebrücke für seine angespannten Blicke nach unten schließlich doch gehörig neckend, schien es dem Halbelfen anschließend ein wohler zu gehen. Einige der Nachtschwämer böse Blicke zuwerfend, wenn sie nicht schnell genug Platz machten, war es aber ebenso offensichtlich, dass Melandro seit seiner Rückkehr nicht untätig geblieben war und ein gewisser Ruf ihm zu vor zu eilen begann. Zumindest an Orten die nach ihren eigenen Regeln spielten und funktionierten.

Und genau so führte er den Priester des Oghmas tiefer in das schwebende Gebäude mit einer kurzen Geste der Ehrerbietung am Tymoraschrein vorüber und hinein in den Bereich des Bades. Damit beginnend, sein Lederwams auszuziehen, folgte dann auch bald Melandros Waffengurt mit dem Wehrgehänge und unversehens führte der nun nackte Waise seinen Bruder, so sich dieser auch entsprechend verhielt, weiter in einen überschaubar großen Raum. Drei Waschzuber, groß genug um bequem darin zu liegen, waren zu sehen und in einem davon lag genüsslich ausgestreckt eine Frau. Wohl nicht mehr ganz jung, aber noch fern davon als alt angesehen zu werden. Die hellen Haare hochgesteckt, waren angespitzte Ohren zu sehen als sie langsam die Augen aufschlug und Vorbis kühl musterte. Melandro, der einstweilen in seine eigene Wanne geglitten war, mit einem kurzen Nicken grüßen, hatte der Priester den Eindruck, dass sich die beiden Halbelfen besser zu kennen schienen.

"Das ist Vorbis." war der ehemalige Pirat aus dem Hintergrund zu hören, während er sich langsam im warmen Wasser zu entspannen begann und seine schwarzen Füße auf den Zuberrand legte. "Er hat ein paar Fragen und ich dachte du könntest ihm vielleicht behilflich sein."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 04.10.2018, 11:04:03
"Das war wohl nichts," meinte Scarlett. "Aber es war einen Versuch wert, finde ich," fügte sie noch mit einem Schulterzucken hinzu. "Dieses Wesen war auf jeden Fall beunruhigend. Hoffentlich gibt es nicht noch mehr davon."

Während sie dort saßen und überlegten, was sie als Nächstes versuchen könnten, blickte Scarlett immer mal wieder zu einem anderen Gast hinüber, einem Mann mit einer roten Mütze und einem Monokel. Offenbar hatte irgendetwas an ihm die Aufmerksamkeit der jungen Frau auf sich gezogen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 04.10.2018, 19:54:20
Den Gnom schien der Misserfolg recht unberührt gelassen zu haben. Gleichmütig wie eh und je hob er dozierend einen Finger und meinte: "Nichts keinesfalls es war - immer etwas alles ist, denn noch nie so es war, dass nichts etwas war!" Dann rieb er ausgiebig seine riesige Nase und brummelte eine Weile vor sich hin. Schließlich blieb ihm Scarletts Blickrichtung nicht mehr verborgen, und er erkundigte sich leise: "An diesem Mann etwas besonders ist? Sehr genau ihn zu mustern du scheinst."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 04.10.2018, 21:58:06
"Ja, vielleicht. Hat aber nichts mit unserer Sache hier zu tun. Ist aber auch nicht wirklich wichtig, nur eine unerledigte Kleinigkeit, die ich gerne noch zuende bringen will," antwortete Scarlett auf die Rückfrage.

Sie nahm sich vor, dem Mann später zunächst zu folgen, um zu sehen, wo er hingeht. Idealerweise würde sie dadurch den Wohnort herausfinden können.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 05.10.2018, 17:59:20
Vorbis hatte nicht die geringste Ahnung, was ihn erwarten würde, als er am nächsten Morgen vor seiner alten Heimat auf Melandro wartete. Eine Mischung aus Furcht und Nervenkitzel hatte ihn die halbe Nacht wachgehalten, und erst ein nächtlicher Ausflug in den Schankraum des Gasthauses, wo gerade die letzten Schnapsleichen des Vortages herausgekehrt worden waren, linderte seine Anspannung etwas. Der Wirt war so freundlich, einem frommen Gottesmann einige Reste des abendlichen Eintopfes aufzuwärmen, und dazu zwei Humpen Bier zu reichen, mit denen Vorbis die ärgsten Spitzen seiner Nervosität glätten konnte.

Im Anschluss an diese nächtliche Episode hatte der Priester zwar einen unruhigen Schlaf gefunden, doch den Preis zahlte er jetzt, denn sowohl sein Magen wie auch sein Schädel ließen deutlich erkennen, was sie von solchen Eskapaden hielten.

Als Melandro schließlich - wie immer zu spät - auftauchte, hatte die morgendliche Kälte Vorbis wieder einigermaßen aufgefrischt, und schweigsam folgte er seinem Ziehbruder, als dieser ihn durch die Straßen der Stadt führte. Erst langsam, dann immer stärker, keimte dabei ein Verdacht in ihm auf, der sich schließlich bestätigte, als der Weg sie am Anwesen des Protektors vorbei führte.
Melandro wollte ihn tatsächlich zur Mondsteinmaske bringen - ein Ort, in den den Priester unter gewöhnlichen Umständen wohl keine zehn Pferde hätten hineinzerren können; doch in diesem Moment war er derart perplex, dass er Melandro wie aufgezogen auf die Hängebrücke folgte.

Es war nicht so, dass Vorbis ein Problem mit Vergnügungen an sich hatte. Dem Essen und dem Alkohol war er bei weitem nicht abgeneigt, was man an seiner imposanten Statur deutlich erkennen konnte. Doch das Keuschheitsgelübde, das sein Orden von ihm einforderte, hatte er nie gebrochen, und nur der Gedanke an das, was in dem vor ihm liegenden Gebäude in diesem Moment wohl alles geschah, trieb ihm die Schamesröte ins Gesicht.

Seine Faible für gutes Essen erwies sich hier auf der Hängebrücke einmal mehr als Fluch, denn der steile Aufstieg, den Melandro behende zu überwinden wusste, stellte Vorbis für einige Probleme. Dabei war es nicht nur die Anstrengung, sondern dazu auch noch der Abgrund unter den schaukelnden Holzplanken, die ihm zu schaffen machten. Mehr kriechend als gehend, mit verkrampft nach vorne gerichtetem Blick, um bloß nicht nach unten sehen zu müssen, gelangte auch Vorbis schließlich auf die andere Seite: Die legendäre schwebende Mondsteinmaske. Viel hatte er über diesen Ort bereits gehört, doch so nah wie jetzt war er ihm noch nie gekommen. Und er befürchtete, dass es dabei nicht bleiben würde.

Es kam noch viel schlimmer, wie der fette Mensch entsetzt feststellen musste, als Melandro im Gebäude schließlich begann, sich auszuziehen. Und Vorbis sollte das gleiche tun! Spätestens jetzt wäre er noch vor einer Woche wohl schreiend hinausgerannt, doch was immer das Wiedersehen mit seinen Geschwistern ausgelöst hatte, die Neugierde war nun so groß, dass er es, wenn er sich auch furchtbar schämte, Melandro gleichtat. Um einen letzten Hauch von Würde zu bewahren, schlang er sich wenigstens ein Handtuch um die Hüfte (glücklicherweise fand er eines, das groß genug dafür war), bevor er seinem Bruder in den Baderaum folgte.

Ein erneuter Schock traf ihn beim Anblick der nackten Halbelfe, und sofort richtete er seinen Blick starr zur Decke, während Melandro sich in einen der Zuber begab. Auf dessen knappe Vorstellung hin schien von ihm erwartet zu werden, dass er etwas sagte, und so räusperte er sich zunächst ausgiebig, während er interessiert ein Astloch in einem der Deckenbalken fixierte.
"Äh, hallo." krächzte er, und verfiel zunächst in einen Hustenanfall, den er mit geschlossenen Augen hinter sich brachte. Zahlreiche Räusperer später schaffte er es schließlich, wieder einige Töne herauszubringen:
"Ähm, wie fange ich an? In der Nähe des Blausees haben wir gestern eine Kreatur getroffen ... und bekämpft. Sie bestand aus purem Schatten, und war gerade dabei, das Leben aus einem armen Passanten herauszusaugen. So sah es zumindest aus. Nun ... Melandro meinte, Ihr könntet vielleicht etwas wissen über solche Kreaturen? Gibt es noch mehr davon? Was sind das für Wesen? Es war ... fürchterlich. Und wenn es noch mehr gibt, ist das eine ernste Gefahr für Niewinter."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 08.10.2018, 11:20:02
Cylena lachte laut auf, ob Vorbis' unbeholfenen Verhalten: "Wen hast du denn wieder angeschleppt Melandro?" Es war aber offensichtlich nicht böse gemeint, denn an Vorbis gewandt sagte sie beschwichtigend: "Sorgt euch nicht, hier in der Mondsteinmaske ist jeder als Gast willkommen, insbesondere dann, wenn es gute Freunde so zuverlässiger und freundlicher Kunden wie Melandro hier sind." Als der Priester dann seine Frage gestellt hatte, musste die Halbelfendame aber offensichtlich für einen Augenblick nachdenken, denn sie ließ mit ihrer Antwort auf sich warten: "Nun, in den vergangenen Jahren haben viele merkwürdige Kreaturen die Stadt bedroht, der Spalt hat allerlei Übel ausgespruckt, die noch in den Ruinen hausen. Aber der Spalt ist verschlossen und die Söldner des Protektors haben zwar vieles vertrieben, aber gerade am Nordufer mag sich noch das ein oder andere gefährliche Wesen verstecken. Was lässt euch glauben, dass es eine größere Bedrohung ist als das, ein Überbleibsel einer bereits gebannten Gefahr?"



Scarlett beobachtete den Mann eine Weile und er sah nicht so aus, als würde er bald gehen, sondern er fühlte sich offenbar wie zuhause im Schankraum. Auch den Kellnern war er bekannt, das konnte die junge Frau in kürzester Zeit erkennen. Allerdings wurde sie sehr bald von ihm abgelenkt, denn ein anderer Mann, der zumindest Yzwaz bereits vertraut war, ließ sich ungefragt auf einen Stuhl bei ihnen am Tisch fallen. Bayne der Prächtige, wie er sich zuvor genannt hatte, als die Waisen hier gewesen waren um zum ersten Mal Kontakt mit dem Fuchs aufzunehmen: "Ah, mein kleiner Freund mit den lehrreichen Geschichten, gut das ihr wieder hier seid. Und ihr habt zwei weitere eurer Geschwister mitgebracht nehme ich an. Was habt ihr an neuen Geschichten zu erzählen? Ich bin immer auf der Suche nach gutem Material und wie ich bereits sagte, ich glaube eure Geschichte ist es ganz sicher wert gehört zu werden."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 09.10.2018, 19:07:20
Yzwaz beschäftigte sich trotz Scarletts nicht sehr offenherziger Auskunft eine Weile lang damit, denselben Mann zu beobachten. Dabei bediente er sich der eigentümlichen Herangehensweise, die Mimik des Mannes nachzuahmen – bewusst oder nicht. Jedenfalls bekamen die Gesichter, die der Beobachtete schnitt, auf den runzligen grauen Gesicht Zügen des Gnomen den Charakter des Skurrilen, zumal er manches Mal nicht unwesentlich übertrieb. Nahm man dann noch hinzu, dass der Grauhäutige sich wie gewohnt zu allen möglichen und unmöglichen Zeitpunkten mit seinem polternden "Hrm" räusperte, mochte er durchaus seinerseits für andere Anwesende ein gewisser Blickfang sein. Das schien ihn aber nicht weiter zu stören, denn wann immer sein Blick dem – amüsierten oder auch ratlosen – eines anderen begegnete, grinste Yzwaz von einem Ohr zum anderen, als habe man ihm soeben die kombinierten Staatsschätze aller bekannten Königreiche angeboten.

Erst Baynes Auftauchen schien ihn von seinem Zeitvertreib abzulenken. Leutselig wies er auf den eben noch freien Stuhl, ganz so, als sei es Bayne in den Sinn gekommen, nach einer Einladung zu fragen. "Indem Geschichten du sammelst, als weiser Mann dich du erweist" nickte er. "Stets was lernen man kann lernen man sollte." Darauf nahm er erst einmal einen tiefen Schluck aus seinem Humpen, auch wenn der nur seine übliche Bestellung, also Wasser enthielt. Dank der relativen Größe der Stühle und Bänke, verglichen mit den Maßen des Gnomen, gelang es ihm problemlos, seine Beine auf der Sitzfläche unterzuschlagen. Er ließ sich gegen die Rückenlehne sinken, legte die Spitzen seiner knotigen Finger aneinander und fragte gemütlich: "Der lehrreichen Geschichten viele sind... wieviel Zeit mit du bringst?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 10.10.2018, 10:42:18
"Zeit habe ich reichlich, das sollte also keinerlei Schwierigkeiten machen. Und wie ich bereits sagte, Geschichten prägen das Leben in stärkerer und intensiverer Art, als ihr es euch vorstellen könnt. Da sollte man sich immer die Zeit nehmen auf das zu hören, was bereits geschehen ist. Es mag sehr wohl eine Lektion für die Zukunft beinhalten." Bayne entspannte sich nun also auch und winkte einen Kellner herbei, der seine Bestellung und auch die der drei Waisen aufnehmen sollte. Der merkwürdige - und wieder sehr modisch gekleidete - Zeitgenosse war offensichtlich in Spendierlaune.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 10.10.2018, 13:42:12
Der Priester hatte sich inzwischen von dem Astloch zu einer gerissenen Stelle vorgearbeitet, an der ein Span aus dem Balken hervorstand, und versuchte angespannt, das Plätschern des Wassers zu ignorieren, das aus mehreren Richtungen an sein Ohr drang.

"Vielleicht keine größere Bedrohung, aber wir haben gehört, dass am See häufiger Menschen zu Tode kommen, und vor einigen Tagen selbst eine Leiche dort gefunden. Es mag nur dieses eine Wesen gewesen sein, aber falls noch mehr dort sind ... wenn Ihr gespürt hättet, wie es alle Freude und Lebenskraft aus Euch herauszusaugen versucht, dieses Gefühl der reinen Dunkelheit gespürt hättet, würdet Ihr nicht so leichtfertig reden. Falls noch mehr dort sind, müssen sie gestoppt werden. Aber dazu müssen wir wissen, was für ein Ding das war."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 10.10.2018, 14:23:26
Die Halbelfe überlegte wieder für eine Weile, dann sagte sie: "Und es ward Finsternis, alle Freude, alles Leben, gar jeder Wille starb..." Auf die fragenden Blicke ihrer beiden Gäste sagte sie dann nur: "Es ist eine Zeile aus einem alten Bardenlied, das ich in meiner Jugend des öfteren gehört habe. Das 'Lied des stummen Todes' wurde es genannt. Ich habe es seit Jahrzehnten nicht mehr gehört, aber es beschreibt etwas, das vor langer Zeit geschehen ist, als die Zauberpest noch wütete, vor einem Jahrhundert. Ich kann mich nicht mehr an viel mehr als diese Zeile erinnern. Es ging um eine bedrohliche Dunkelheit und eine Gruppe Helden, die sie schließlich bezwang. Eigentlich nichts besonderes, ein Bardenlied unter vielen, das eine Geschichte vom ewigen Kampf zwischen Gut und Böse erzählt, in dem das Gute am Ende obsiegt. Aber vielleicht hatte es einen wahren Kern und was immer der Kern dieses Liedes war, ist jetzt wieder erwacht. Oder wer immer es geschrieben hat, hat nicht über eine Geschichte, sondern über einer Prophezeiung gesungen. Auch solche Dinge kommen vor. Aber um mehr darüber herauszufinden, müsste man wohl einen ziemlich alten Barden finden, der es zufällig kennt. Wie ich bereits sagte, ich habe es lange nicht mehr gehört. Niemand trägt es mehr vor."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 10.10.2018, 19:31:47
Melandro, der die Augen verdrehte als Cylena ihn als Kunden bezeichnete, war es tatsächlich gelungen wie aus dem Nichts ein volles Weinglas herbei zu zaubern. Über dessen Rand beäugte er Vorbis`s und Cylenas Gespräch mit einer gebannten Aufmerksamkeit, die wohl sonst nur bei großen Kunstliebhabern zu finden war. Die wohlige Wärme des Wassers in sich aufsaugend, genoss das ehemalige Straßenkind diesen Luxus und überließ es ganz Vorbis selbst, seine Neugierde zu stillen und dem Schattenmonster auf die Schliche zu kommen.

Und so wie immer, enttäuschte die weltgewandte Halbelfe nicht.

Als sie schließlich geendet hatte, stellt Melandro das Weinglas behutsam, aber mit einem sachten Klirren zur Seite und richtete seine dunklen Augen wieder auf ihre Gastgeberin. Dabei fragte er beinahe beiläufig: "Du würdest nicht zufällig einen alten Barden kennen, der meinem "Freund" hier helfen könnte? Oder vielleicht ein Haus in dem sich gealterte Gelehrte oder auch Geschichtenerzähler zusammmen finden?" Cylena ein charmantes Lächeln schenkend ergänzte er amüsiert und voll gespielter Zweideutigkeit: "Wir wären dir sehr verbunden..."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 10.10.2018, 20:40:49
Wieder überlegte die Halbelfe für einen Augenblick: "Einen, der so alt ist, dass er dieses Lied kennen müsste? Nein, nicht wirklich. Zumindest ist keiner unter meinen Kunden hier. Es mag unten in der Enklave Barden und Geschichtenerzähler geben, von denen ich noch nicht gehört habe, aber ich kenne zumindest keinen. Wenn euch der Sinn danach steht im Schutt zu graben, dann könnten ihr es mit Aldanons altem Anwesen versuchen. Das ist nicht allzu weit vom Blausee entfernt und einst soll sein Bewohner berühmt gewesen sein für seine Bibliothek. Allerdings ist das Haus schon lange eingestürzt und da etwas zu finden wir mindestens sehr viel Aufwand erfordern. Denn alles an der Oberfläche ist geplündert und ich weiß nicht, ob in der Ruine wirklich noch etwas von Wert verborgen liegt. Aber das wäre das einzige, was mir direkt einfällt."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 11.10.2018, 12:10:17
Vorbis' Gedanken waren zu diesem Zeitpunkt längst damit beschäftigt, sich auszumalen, wie der Besuch in seiner alten Heimat, dem Haus des Wissens, wohl ablaufen würde. Auch wenn er dem Wiedersehen mit dem Abt - falls dieser überhaupt noch lebte - mit Sorge entgegenblickte, hatte er sich schon vor seiner Ankunft in Niewinter fest vorgenommen, dorthin zurückzukehren. Nun würde es also schneller gehen als erwartet, und dummerweise kam er auch noch als Bittsteller.

"Danke für Eure Hilfe, meine Dame. Ihr habt mir schon sehr weitergeholfen, aber ich würde mich nun doch gerne entschuldigen und Euer Haus wieder verlassen. Was bin ich Euch schuldig?"
Vorbis hoffte, dass Melandro gerne noch eine Weile hierbleiben wollte, denn es würde wohl schwierig werden, seinen Bruder davon abzubringen, ihm zum Haus des Wissens zu folgen. Seinen Geschwistern hatte er erzählt, er wäre damals in einer wichtigen Mission aus Niewinter weggeschickt worden - die Wahrheit hatte er nie jemandem erzählt. Und er war nicht erpicht darauf, dass sie sie erfuhren.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 11.10.2018, 20:52:40
Ach, was soll's, dachte sich Scarlett, vielleicht weiß der komische Kerl ja etwas.

"Wenn Ihr so gerne Geschichten hört, dann habt Ihr vielleicht etwas aufschnappen können von einer seltsamen Kreatur aus reiner Finsternis, die um den Blausee herum ihr Unwesen treibt. Sie greift den Geist der Menschen an und treibt sie in den Wahnsinn. Mundane Waffen können ihr kaum etwas anhaben."

Scarlett beschrieb ihm dann die Kreatur, so wie sie sie wahrgenommen hatte, als sie ihr am Abend zuvor gegenüberstanden und nur Vorbis göttliche Magie - der gerade nicht da war, um sich zu beschweren, dass es ja eigentlich Oghmas Magie wäre - dem Wesen wirklich etwas anzuhaben vermochte. Die Namen ließ sie natürlich in ihrer Erzählung aus.

"Habt Ihr schoneinmal etwas von so einer Kreatur gehört?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 12.10.2018, 10:36:31
"Ach Vorbis... fühle dich einfach von mir eingeladen." winkte Melandro ab und beendete so sämtliche Versuche über Geld, Gefallen oder sonstiges zu sprechen. Seinen Kopf mit den langen dunklen Haaren in den Nacken legend, tauchte der Halbdrow einmal komplett unter, ehe er sich tropfend aus dem Zuber erhob und lebhaft den Kopf schüttelte um etwas von dem schnell abkühlenden Wasser wieder los zu werden. Sich von Cylena mit einem warmen Grinsen und Zwinkern verabschiedend, schnappte sich auch der Pirat ein Handtuch und fiel in den Schritt von Vorbis ein, den es wohl gar nicht störte diese Situation hinter sich zu bringen. Lachend an dem "Anstandshandtuch" zupfend, das sich der Priester umgebunden hatte, versetzte Melandro ihm einen kleinen Schrecken, ehe die beiden Männer den Raum verlassen hatten und erneut in der Umkleide standen. Sich nun endgültig abtrocknend, wurde Vorbis-Ziehbruder für einen Moment ernst und meinte: "Man ist nur dann nackt wenn man seine Würde ablegt." während er dem Priester voller Anteilnahme und Wohlwollen in die Augen blickte.

Sich wieder abwendend, war dieser feinfühlige Moment genauso schnell und abrupt vorbei wie er eingetreten war und Melandro schlüpfte zurück in seine Kleidung und gürtete sich zu Letzt seine Waffen um. voller Tatendrang fragte er als alles abgeschlossen war: "Und wohin gehen wir jetzt? Du siehst so ernst und nachdenklich aus, als hättest du schon einen Plan. Also raus damit!"

Interessiert wartend, war es glaskar zu sehen, dass der Halbdrow sich wohl nicht einfach abweisen lassen würde.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 12.10.2018, 18:09:51
Bayne lehnte sich zurück und dann kam er wieder nach vorn und stützte sich auf einen seiner Ellbogen auf, um Scarlett sehr genau anzusehen: "Kreaturen aus reiner Finsternis sagt ihr? Zahlreiche solcher Wesen gibt es unter der Sonne oder besser und dem Mond Torils. Nachtschreiter und andere finstere Schatten, die aus der dunklen Heimat Shars zu uns gekommen sind. Aber diese sind so groß wie ein Haus, das wäre wohl aufgefallen. Also werdet ihr davon nicht sprechen. Und Wahnsinn in der Finsternis, das könnte einer Geschichte sein, ein ziemlich große. Und vermutlich eine, die nicht zum ersten Mal geschieht.
Wie ich bereits sagte, die Geschichte ist verdammt sich in ewigen Kreisen immer zu wiederholen."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 13.10.2018, 13:55:28
Yzwaz hatte sich bereits in Positur gesetzt, mit mehreren ausgedehnten "Hm..." und "Hrm!" seine typische Einleitung zu einem längeren Vortrag gepoltert und holte tief Luft – als Scarlett sich mit einer direkten an Bayne wandte und den Gnom verblüfft blinzeln ließ. Irgendwann, nachdem er ausgiebig seinen Bart gestrichen hatte und die buschigen Augenbrauen in dem grauen Gesicht mehrmals auf und ab gewandert waren – beachtlicherweise unabhängig voneinander – kam nur noch das abschließende "...hrm!" von seiner Rede zum Vorschein.

Erst nach Baynes Antwort rieb er seine große Nase intensiv und warf ein: "Wenn nicht das erste Mal dies wäre, bei wem Antworten zu den vorigen Malen erhalten wir würden? Hrm?" Er verzog seine Lippen zu etwas, das unter seinem wilden Bartwuchs wie ein listiges Lächeln wirkte, und ergänzte: "Wenn nicht derjenige Ihr seid... viel mit Euren aufmerksamen Ohren gehört haben Ihr müsst. Vielleicht..." Wieder ein heftiges Nasereiben. "...vielleicht Geschichten tauschen wir könnten. Denn," meinte er in oberlehrerhaftem Ton, " das einzige Gut Wissen ist, welches beim Teilen sich vermehrt! Wissen zu teilen – weise, sehr weise das ist. Hrm."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 15.10.2018, 13:14:47
Vorbis war nicht gerade glücklich, als Melandro ihm direkt folgte. Nicht nur, dass er es nicht lassen konnte zu versuchen, ihm mit dem Ziehen am Handtuch noch den letzten Hauch von Würde zu nehmen, der ihm geblieben war. Nein, er hatte es natürlich wieder irgendwie geschafft, in Vorbis' Gedanken zu lesen und wollte sich nicht so einfach abschütteln lassen.

Während er sich umkleidete, sagte der dicke Priester keinen Ton - einerseits hoffend, so Melandro vielleicht von seinem Anliegen abzubringen, andererseits aber auch nachdenkend, was er seinem Bruder nun sagen sollte. Doch als sie fertig angezogen waren und sich aufmachten, die Mondsteinmaske wieder zu verlassen, hakte Melandro nochmals nach, und es war klar, dass er sich nicht mit einem Schweigen zufrieden geben würde.

"Also gut, Melandro." begann Vorbis, nachdem er sich ähnlich mühsam wie auf dem Hinweg über die Brücke gekämpft hatte, und endlich wieder festen Boden unter seinen Füßen spürte. "Es ist dir vermutlich nicht entgangen, welchem Orden ich angehöre. Wenn es einen Ort in Niewinter gibt, in dem sich Aufzeichnungen über dieses Lied oder die Wesen an sich finden, dann dürfte es das Haus des Wissens sein. Und dorthin gedenke ich zu gehen. Allerdings habe ich Bedenken, ob sie dich hineinlassen. Du weißt, wie die Priester Oghmas sind. Also die anderen. Ich kann wahrscheinlich froh sein, wenn ich selbst in die Bibliothek darf."
Es war ein letzter Versuch, Melandro davon abzubringen, sich ihm anzuschließen - viel Hoffnung hatte Vorbis dabei allerdings nicht.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 15.10.2018, 14:08:44
Wissend nickend, obwohl er keine Ahnung hatte - wie so oft - täuschte Melandro umfassendes Wissen über Oghma und seine Priesterschaft vor und seufzte dabei zustimmend. Seinem Bruder eine Hand auf die Schulter legend, kam der frisch gewaschene Halbdrow dem bärtigen Priester nahe und flüsterte mit einem Tonfall von besonderer Zuversicht: "Wenn es einem gelingt mich dort hinein zu bekommen, dann bist es du Vorbis." Mit einem aufmunternden Klopfen die Hand zurück ziehend, übernahm der Pirat, rein aus Gewohnheit wie es schien, die Führung und ging schnurstracks in Richtung der Halle des Wissens.

Langsam fing die Geschichte ihm an zu gefallen. Ein Mysterium zu entschlüsseln und von Hurenhäusern bis zu Tempeln verfolgten sie die Spur. Wie abwechslungsreich!

Einen Steuereintreiber konnte man schließlich jeden Tag überfallen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 21.10.2018, 10:54:44
Bayne machte einen schwer zu deutenden Gesichtsausdruck und antwortete dann: "Es steht mir nicht zu Geschichten zu erzählen, die noch nicht gehört wurden. Ich höre nur, was es zu hören gibt und sammle, so gut ich kann. Das ist meine Aufgabe und ihr gehe ich nach. Ich kann euch nur sagen, dass es eine Geschichte zu hören gibt, die ihr nicht kennt, noch nicht."



Vorbis führte Melandro einmal quer durch die Enklave des Protektors und seine Schritte wurden weit sicherer als sie die Hängebrücke hinter sich gelassen hatten. Jetzt waren die Straße schon um einiges lebendiger und viele Menschen waren unterwegs, um ihren Geschäften nachzugehen. Aber das emsige Treiben ließen die zwei Waisen schnell hinter sich und schließlich gelangten sie zu ihrem Ziel. Einst war es sicherlich ein wunderschönes Gebäude gewesen mit hohen Mauern und ebenso hohen Glasfenstern. Doch diese Glauswenster waren lange geborsten und jetzt zu großen Teilen zugemauert oder vergittert. Der ehemalige Tempel sah jetzt aus wie eine Festung, davon zeugten auch die verschlossenen Holztüren mit ihren schweren Eisenbeschlägen. Vorbis klopfte an die Tür, auch wenn er nicht wusste, was ihn hier genau erwarten würde. Nach einer gefühlten Ewigkeit öffnete sich die kleine Holzklappe in der Tür und ein jugendliches Gesicht tauchte auf der anderen Seite des Gitters, das diese Öffnung sicherte auf: "Was führt euch her zum Haus des wissens, Fremde?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 24.10.2018, 08:41:34
Maldrek hatte die ganze Zeit schweigend dabei gesessen, mit seinen Gedanken schon bei der Aufgabe, den Steuereintreiber zu überfallen. Er war nicht alleine, so viel wussten sie bereits und daher musste ihr Plan gut sein, um Überraschungen und schwere Verletzungen oder sogar Todesfälle zu vermeiden. Nur mit halbem Ohr hörte er zu.

Als der seltsame Mann, dem sie ja nicht das erste Mal begegneten, dann andeutete, dass so eine Kreatur schon einmal hier sein Unwesen Getrieben hatte, wurde er dann aber doch neugierig.

"Vielleicht könnt ihr uns aber sagen, wo wir eine solche Geschichte suchen könnten, oder bei wem?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 24.10.2018, 09:20:02
Bayne hatte auf Maldreks Frage tatsächlich eine Antwort parat, aber wie gewohnt sprach er in Rätseln: "Das Anwesen der Verräterin hält eure Antwort bereit, denn ihr Blut wurde auch in jener Schlacht vergossen. Das blinde Auge weint noch heute um diesen Verlust. Geht zu ihr, die in Ungnade gefallen durch die Nacht jagt. Sie kann euch die Geschichte erzählen, die ihr hören müsst, auch wenn es nicht die ist, die sie erzählen wird. Aber seid wachsam, denn der Verrat wiegt noch immer schwer und obwohl vergessen bleibt er doch unvergessen."[1]
 1. Ihr könnt History würfeln, worum es hier gehen könnte
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 25.10.2018, 19:42:33
"Hrm-hm-mmmmhh..." räusperte Yzwaz sich durchdringend und musterte Bayne. Er wiegte seinen Kopf und meinte: "Von dieser Sache schon gehört ich habe. Zur Familie de Tylmarande wohl diese Verräterin gehörte, eh? Hrm?" Es schien mehr Leben in den bislang reglos dahockenden Gnomen zu kommen, als er aufsprang und auf der Sitzfläche des Stuhls stehend die anderen am Tisch endlich einmal überragte. "Zu diesem Anwesen gehen wir sollten, wenn handeln wir wollen" verkündete der Gnom, stützte die Fäuste auf die Tischplatte und warf seinen Kameraden einen auffordernden Blick zu.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 26.10.2018, 16:08:48
Vorbis hatte unterwegs noch versucht nachzugrübeln, was er sagen sollte, wenn sie an die Pforte zum Haus des Wissens gelangten - leider erschwert durch Melandros Unwillen, mehr als ein paar Sekunden vergehen zu lassen, ohne etwas zu sagen. Als er nun dem jungen Priester - oder wohl eher Novizen - gegenüberstand, hatte er immer noch keinen wirklichen Plan, und so sagte er einfach nur das, was ihm in diesem Moment einfiel.

"Oghma sei mit dir. Ein Fremder bin ich nur für dich, nicht für das Haus, denn hier habe ich in meiner Jugend studiert und bin hier selbst zum Priester ausgebildet worden. Nach langen Reisen, in denen ich Oghmas Werk zu den einfachen Menschen gebracht habe, bin ich zurückgekehrt nach Niewinter, um Bericht abzulegen und so das Wissen des Ordens zu mehren.
Doch es gibt noch einen weiteren Grund für meinen Besuch, denn ich benötige in einer Angelegenheit Zugriff auf das Wissen des Ordens, um eine Recherche anzustellen."


Erst an dieser Stelle fiel dem Priester ein, dass er sich noch nicht vorgestellt hatte, und schnell holte er dies nach.
"Entschuldigt, meine Manieren! Mein Name ist Vorbis, und dies ist mein Bruder Melandro."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 27.10.2018, 12:27:54
Bei der Erwähnung seines Namens verneigte sich der Halbdrow leicht und unterdrückte ein Grinsen. Bei der Mühe, harmlos und vertrauenserweckend zu wirken, war das auch noch drinnen. Gespannt war er auch, der Halbelf, wie es drinnen wohl aussehen mochte und was zu finden war.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 28.10.2018, 12:27:22
Maldrek erinnerte sich auch an die Geschichte und als Yzwaz ihr nächstes Ziel nannte, nickte er nur.
"Danke für den Hinweis, Herr Bayne. Wann werden wir uns nun das nächste Mal begegnen?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 29.10.2018, 12:20:37
Scarlett hörte interessiert zu, als die anderen schon die scheinbar wirren Worte Baynes enträtselten. Der Mann machte zwar den Eindruck, etwas seltsam zu sein, und wahrscheinlich war er das auch, aber irgendwo hatte sie auch den Eindruck, dass das Ganze vielleicht eher nur eine Masche war, die er aufgesetzt hatte, aus welchem Grund auch immer. Jedenfalls war sein Hinweis sicherlich etwas, dem sie nachgehen sollten.

Daher nickte sie nur zustimmend und sagte: "Vielen Dank, Herr Bayne. Es war sehr nett, mit Ihnen zu plaudern."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 29.10.2018, 19:49:45
Mit einem für seine Körpergröße gewagten und durchaus beeindruckenden Sprung gelangte der Gnom aus der luftigen Höhe seines Stuhls auf den Boden. Während er mit federnden Knien einige Kniebeugen machte - knirschte es etwa leise in seinen Gelenken? Dank seines greisenhaften Aussehens schien es zumindest so, als müsse es knirschen - meinte er: "Dann nicht säumen uns lasst! Nur tun oder nicht tun es gibt, also handeln wir sollten, da entschlossen uns wir haben."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 30.10.2018, 19:43:21
Der Novize musterte Vorbis kritisch, als dieser seine Geschichte erzählte, mit soetwas hatte er offenbar nicht gerechnet. Er überlegte für einen Augenblick und sagte dann: "Wartet bitte einen Moment, ich werde einen der älteren Wissenshüter holen." Die Holzklappe schloss sich wieder, allerdings nur um sich einige Minuten später wieder zu öffnen. Ein blasses Gesicht, das von einem dunkelbraunen Bart mit grauen Strähnen geziert wurde, blickte sie an und musterte Vorbis.[1] Dann sprach der Wissenshüter sie an ohne lange Zeit mit Begrüßungen zu verschwenden: "Vorbis? Ich hätte nicht gedacht, dass du dich traust dein Gesicht je wieder hier zu zeigen. Und dann auch noch glaubst wir würden dich einlassen nach dem, was geschehen ist."



Bayne verabschiedete sich mit einer außerordentlich tiefen Verbeugung und sagte dazu: "Wenn eure Geschichte das nächste Kapitel aufschlägt werden wir uns wieder begegnen, da bin ich mir sicher." Anschließend machten die drei Geschwister sich direkt auf zu dem Anwesen im Schatten des Nietod, an dessen Ort sich Maldrek sehr gut erinnerte. Es war ein altes Gebäude und nicht in besonders gutem Zustand. Das lag nicht an mangelnder Pflege, denn der kleine Vorgarten war sehr ordentlich gehalten, aber wer immer hier wohnte hatte offensichtlich nicht das Geld, um Reparaturen so durchzuführen, dass man es nicht sehen konnte. Denn mehrere Stellen des Daches waren offenbar geflickt und an einigen Stellen bröckelte der Putz ab. Die Eisenbeschläge an der Tür waren aber ordentlich poliert und das galt auch für den großen Löwenkopf an der Tür, mit dem sich Besucher ankündigen konnten.
Der alte Mann, der die Tür öffnete, war Besuch offenbar nicht gewohnt, denn er schaute die drei Gäste - die für Niewinter einen durchaus bemerkenswerten Eindruck machten - kritisch an: "Was führt euch zum Anwesen der Lady de Tylmarande, Fremde?"
 1. Dazu gleich eine PM
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 02.11.2018, 08:10:04
Während sie auf dem Weg zum Anwesen waren, erzählte Maldrek etwas mehr über die Geschichte. Im Mittelpunkt steht Aribeth de Tylmarande, eine gefallene Paladin des Tyr. Nachdem sie im Kampf gegen Niewinter die Armeen des Feindes geführt hatte wurde sie letztendlich gefangen und für ihre Verbrechen hingerichtet. An ihren Namen erinnert sich kaum jemand in der Stadt, aber der Familie haftet immer noch die Erinnerung an Verrat an. Das einzige noch lebende Mitglieder der Familie, von dem Maldrek weiß, ist eine junge Frau namens Jerlada de Tylmarande.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 03.11.2018, 11:41:21
In seiner üblichen Art räusperte sich Yzwaz mehrmals lautstark, während er zu seinen Gefährten hinauf spähte. Zu Maldreks Erläuterungen hatte er seinen Beitrag mit der Bemerkung beigesteuert, dass man womöglich an irgendeiner Stelle Aufzeichnungen über die Geschichte der Gefallenen finden könne. Nun allerdings, da es ums Verhandeln ging, hielt er es offenbar für weise, den anderen den Vortritt zu lassen. Mit seinen knotigen Fingern umfasste er den Knauf seines Stocks, auf den er sich stützte, gebeugt wie eine knorrige alte Eiche... nun, vielleicht eher wie eine Zwergeiche.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 03.11.2018, 17:42:31
Vorbis versteifte sich förmlich bei den Worten seines Gegenübers. Es war hoffnungslos zu glauben, Melandro hätte die Worte des Wissenshüters nicht gehört, und der beleibte Priester hätte am liebsten seinen ganzen Körper eingesetzt, um seinem Bruder den Blick zu versperren. Saren - das war der Name des Mannes, der ihm gegenüberstand. Vorbis kannte ihn eigentlich kaum, und wunderte - und ärgerte - sich über dessen Reaktion. Was konnte Saren überhaupt davon wissen, was damals vorgefallen war? Und was hatte es ihn zu interessieren?

Mit sichtlicher Mühe, seinen Ärger zu unterdrücken, antwortete er: "Ich bin ein Priester Oghmas, so wie du, also steht mir die Halle des Wissens ebenso offen. Wenn dir das nicht passt, wende dich an den Abt."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 04.11.2018, 13:47:08
Maldrek zögerte einen Moment als sie an der Türe standen und ihnen vermutlich der Hausdiener öffnete. Dieser Mann konnte ihnen sicher helfen, wenn er sein ganzes Leben lang im Dienst der Familie stand. Aber er würde sicher nicht irgendwelchen Fremden die Geschichte der Familie erzählen, also mussten sie zuerst zur Herrin des Hauses. Er hatte wenig Lust mit den Diener zu feilschen, er wollte sie dort hinein bringen.

"Wir sind Kinder dieser Stadt und nach langer Reise wieder in der Heimat. Und nun möchten wir der Herrin Jerlada de Tylmarande unsere Aufwartung machen."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 04.11.2018, 14:29:51
Der ältere Oghma-Priester ließ sich offenbar von Vorbis Worten nicht so ohne weiteres zum Einlenken bewegen. Sein Gesichtsausdruck war ungehalten, soweit Vorbis es durch die Holzklappe erkennen konnte. Und auch seine Stimme drückte denselben Unwillen aus: "Ein Oghma-Priester wie ich? schämst du dich nicht, den Namen des großen Buchbinders in den Mund zu nehmen? Wir sind die Hüter des Wissens, wir vergessen nicht, was geschehen ist, wir bewahren es. Soll ich die Chronik unseres Tempels holen, um den Eintrag zu zitieren für jenem Tag, an dem Abt Callui dich aus unseren Hallen verbannt hat? Nur weil Jahre ins Land gegangen sind seitdem, bedeutet das nicht, dass sich an seiner Entscheidung etwas geändert hat." Saren musterte Vorbis so gut er konnte durch das kleine Loch in der Tür und fügte dann als offensichtlichen Verweis auf seinen Körperbau hinzu: "Und ich habe nicht das Gefühl, dass du deine Lektion gelernt hast und in Demut als Bittsteller hierher zurückkehrst."



Der alte Diener zog kritisch die linke Augenbrau hoch: "Reisende und Kinder dieser Stadt, die der Herrin ihre Aufwartung machen wollen? Eine solche Geschichte habe ich ja seit Jahren nicht gehört. Aber wie dem auch sei, unter welchen Namen soll ich euch ankündigen?" Die Waisen nannten ihre Namen und daraufhin führte der Diener sie durch die ehrwürdigen Hallen des Anwesens der De Tylmarandes, das drinnen den gleichen Eindruck macht wie draußen. Es war geflegt so gut es ging, aber es hatte sehr viel bessere Tage gesehen. Es war nicht schmutzig, aber an manchen Stellen war einst sicher schöne - und teure - Farbe abgebröckelt und alles wurde eher schlecht als recht zusammen gehalten. Der Diener führte die drei Waisen in einen kleinen Salon und machte sich daran ein Feuer in dem Kamin zu entfachen. Der Raum zegte das gleiche, wie der Rest. Eine Ausstattung aus alten Möbeln, die bessere Tage gesehen hatten, aber so gut es ging in Schuss gehalten wurde. Allerlei Erinnerungsstücke aus der Vergangenheit lagen hier in Vitrinen und mehrere Gemälde hingen an den Wänden. Ein besonders beeindruckendes hing über dem Kamin, das einen Halbelfen in einer Rüstung zeigte, auf der das alte Wappen Niewinters - ein einzelte geöffnetes Auge über drei Tränen - prangte. Er hielt ein Langschwert in der Hand und sein Gesichtsausdruck war ernst. Sobald das Feuer brannte verließ der Diener die drei Waisen: "Wartet bitte einen Augenblick, ich werde euch nun der Dame des Hauses ankündigen."
Es vergingen zehn Minuten bis sich die Tür zu dem kleinen Saal wieder öffnete, die die Waisen damit verbringen konnten sich etwas umzusehen. Sie entdeckten immer und überall das alte Wappen Niewinters. Die De Tylmarandes mussten diese Stadt wahrlich lieben, aber alles, was es hier zu sehen gab war alt, nichts aus den vergangenen Jahrzehnten. Schließlich kam der Diener zurück, dicht gefolgt von einer beinahe genauso alten Dienerin, die ein kleines Holztablett mit einfachen Erfrischungen trug und einer weiteren Frau, die nur die Dame des Hauses sein konnte.
(https://games.dnd-gate.de/index.php?action=dlattach;topic=3301.0;attach=13646;image)
Jerlada de Tylmarande trug ein einfaches weißes Kleid und ihr schwarzes Haar fiel hinab bis kurz unter ihre Schultern. Sie war noch jung, etwa im Alter der Waisen und ihre Haltung zeigte, dass sie sehr genau wusste, wie man in so einem einfachen Kleid wie sie es trug gehen und stehen musste, um einen vornehmen Eindruck zu machen. Sie war sehr hübsch und machte einen gepflegten Eindruck und ihre freundliche Stimme fügte sich perfekt in dieses Bild:[1] "Georg, sagte mir ihr seid Reisende, die hierher gekommen seid, um mir eure Aufwartung zu machen. Ich muss ehrlich sagen, dass mich das überrascht, denn ich kenne keinen eurer Namen und frage mich doch sehr, was euch zu mir führt. Die Zeiten, das Bittsteller diese Hallen füllten sind schließlich lange vorbei und was auch immer ihr gehört haben mögt und hier zu erreichen hofft, ich fürchte ich werde es euch nicht geben können. Doch ich will nicht zu viel über eure Beweggründe vermuten, also bitte, seid Willkommen in meinem Heim und sprecht selbst, um euer Hiersein zu erklären."
 1. Ihr könnt jeder einmal Perception würfeln.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 05.11.2018, 10:54:35
Verblüfft hinter dem Dicken nahezu verschwindend, staunte Melandro nicht schlecht was er da hörte. Und auch wenn die ersten Augenblicke ungläubige Amüsiertheit ganz offensichtlich die vorherrschende Emotion war, so wandelte sich das in Riesenschritten.

Was bildete sich dieser alte krakelende Kuttenbrunzer ein so mit seinem Bruder zu sprechen! Egal was der Waise getan hatte, es gab wohl keinen Grund ihn deshalb so zu Maßregeln und ihnen den Zugang zu verwehren! Vorbis war sein Bruder! Er war im Recht!

Aus finsteren Augen den Mann anstierend, wäre der Halbdrow am liebsten augenblicklich durch die Türe geprungen um den Alten zur Rede zur stellen - oder Handgreiflicheres um aus ihm heraus zu ... quetschen? - warum er es wagte ihnen so einen Empfang bereiten.

Seinem Bruder einen Blick zuwerfend, schien Melandro nur allzu erpicht zu sein hier einen mächtigen Streit vom Zaun zu brechen und ausschließlich Vorbis Rolle als Hauptbetroffener schien den ehemaligen Piraten gerade noch so zurück zu halten genau dies hier und jetzt zu tun.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 05.11.2018, 11:56:07
Vorbis' Gefühlslage schwankte zwischen maßlosem Zorn auf Saren und die ganze Priesterschaft in diesem sogenannten Haus des Wissens und der Scham, seinem Bruder gegenüber nun auf diese Weise sein Versagen bloßlegen zu müssen. Er bemerkte Melandros Unruhe hinter sich, konnte sie jedoch nicht wirklich deuten, und so führte all dies nur zu weiterem Stress, der ihm die Hitze ins Gesicht trieb.

"Saren, bitte!" begann er verzweifelt. "Ist denn Oghma nicht auch der Schutzgott der Barden, die meist dem einen oder anderen Glas nicht abgeneigt sind? Er verlangt von uns doch nicht, in Askese zu leben, sondern stattdessen das Streben nach Wissen! Und darin habe ich ihn nicht enttäuscht, so wahr ich hier stehe. Sind denn sieben Jahre nicht genug, um eine neue Chance zu erhalten?
Bitte, lass mich wenigstens mit Abt Callui sprechen."
[1]
 1. Persuasion: 9
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 05.11.2018, 20:48:48
Der Wissenshüter auf der anderen Seite der Tür ließ sich von Vorbis Worten nicht rühren, sondern er blieb bei seiner sturen Haltung: "Der Abt hat besseres zu tun, als Bittsteller an der Pforte zu empfangen. Denn nichts anderes bist du, Vorbis. Ein Fremder, der keinen Anspruch auf Zugang in die Halle des wissens hat. Es gelten die gleichen Regeln wie für alle anderen Fremden auch. Ein Text oder Buch, der es wert ist, in unsere Bibliothek aufgenommen zu werden und als Gegenleistung könnt ihr eine Nachforschungsbitte an die Hüter des Wissens richten, die einer der Novizen für euch ausführt." Es war klar, dass den zwei Waisen vor der Tür hier kein Einlass gewährt würde, wenn sie nicht den Preis bezahlten, den die Wissenshüter von allen Fremden verlangten. Aber wo sollten sie einen Text her bekommen, der es wert war in die Bibliothek aufgenommen zu werden? Oder hatten sie vielleicht eine Alternative, wenn es um alte Bardenlieder ging?
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 07.11.2018, 20:02:37
Yzwaz zeigte dem Alten sein breitestes Lächeln – das bei dem Grauhäutigen buchstäblich von Ohr zu Ohr reichte. Dazu produzierte er aus den unergründlichen Tiefen seiner Taschen ein kleines Pergament mit einem psychedelisch anmutenden Siegel, das einen tanzenden oder sich ähnlich betätigenden Gnomen darstellte. Dieses hielt er dem Diener so unter die Nase, dass er die Initialen "Y. O. d. A." unter dem Siegel lesen konnte. Für die übrigen, winzig kleinen Schriftzeichen mit ihren reichen Schnörkeln wäre wohl eine Lupe angebracht gewesen. "Yzwaz Oleandrus den Aelteren mich man nennt. Absolvent der berühmten Kampfschule von Ghnom Penh ich bin" stellte er sich vor. Im Anwesen de Tylmarande folgte er seinen Kameraden, die Hände auf dem Rücken verschränkt, wobei er sich interessiert umsah, während seine nackten schwieligen Fußsohlen über die Böden patschten. Geduldig wartete er, bis der Diener mit den beiden Frauen zurückkehrte, unter gelegentlichen polternden "Hrms".

Auf die Vorstellung der Dame de Tylmarande verbeugte er sich tief, die zur Faust geballte Rechte gegen die flache Linke legend. Sein langer Bart wischte bei dieser Übung den Boden. Als er sich wieder aufrichtete, strich er sich das lange Gebilde aus weißen Haaren, musterte die junge Frau, die ihn um einiges überragte, nichtsdestotrotz mit einer Art väterlichen Wohlwollens und räusperte sich durchdringend, ehe er sagte: "Für diesen freundlichen Empfang Dank habt. Einer Bitte wegen in der Tat wir kommen – doch nicht Speise für den Leib es ist, welche wir suchen. Hrm. Vielmehr eine solche für den Geist hier zu finden wir hoffen. Eure Auskunft wir suchen, welche zu Zwecken des gemeinen Wohls zu nutzen wir beabsichtigen." Er sah sich zu den anderen um und schloss mit einem fragenden "Hrm?".
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 08.11.2018, 12:50:27
Scarlett hatte sich in den alten Hallen des Anwesens umgesehen und den Eindruck gewonnen, dass dies eine Familie gewesen war, der das Wohl der Stadt sicherlich mehr am Herzen lag als dieser Fuchsbande und ihren Schergen. Die freundliche Art der jungen Dame stimmte sie weiter positiv, denn ihre Anwesenheit hier dürfte wirklich etwas merkwürdig erscheinen. Tatsächlich waren sie ja auch nur hier, um einem vagen Hinweis eines wirr redenden Mannes zu folgen. Nunja, wer nichts wagte und so weiter, von daher sprach sie einfach aus, was ihre Gedanken beschäftigte.

"Werte Lady Tylmarande. Unsere Anwesenheit hier ist sicherlich ein wenig ungewöhnlich und, wenn ich ehrlich sein soll, folgen wir auch nur einem sehr vagen Hinweis, dass Ihr vielleicht ein wenig Licht ins Dunkle zu bringen vermögt. Es gibt da einige Fragen, die uns beschäftigen, seit wir Zeuge einer Begebenheit wurden, die uns zutiefst beunruhigt. Und wenn ich Euer Familienerbe so betrachte, dann gewinne ich den Eindruck, dass auch Euch, genau wie uns, diese Stadt am Herzen liegt."

"Also, worum geht es nun. Das fragt Ihr euch zurecht. Ich erzähle einfach mal von unserer Begegnung. Als wir im Blauseeviertel unterwegs waren, hörten wir die verzweifelte Stimme eines jungen Mannes, der offensichtlich in Not war. Natürlich eilten wir ihm sofort zu Hilfe und es bot sich ein schreckliches Bild. Eine Gestalt aus purer Dunkelheit hatte den Mann angegriffen und seinen Geist tief in die Finsternis gezogen und mit Wahnsinn überflutet. Wir hatten Glück, dass einer von uns, ein Priester des Oghma, in der Lage war der Dunkelheit mit Licht entgegenzutreten. Unsere eigenen Waffen waren nahezu wirkungslos gegen diese unnatürliche Bestie."

"Aber was hat das alles mit Euch zu tun? Das wissen wir tatsächlich nicht genau. Aber ein Bekannter gab uns einen Hinweis, dass Ihr vielleicht etwas darüber wissen könntet? Wir versuchen herauszufinden, wo diese Kreatur herkam und ob es noch mehr davon geben mag. Bisher waren unsere Bemühungen allerdings vergebens. Sie stellt eine schreckliche Gefahr für die guten Bürger von Niewinter dar, der sich jemand entgegenstellen muss."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 08.11.2018, 13:02:31
Während des Gesprächs fiel Maldrek auf, dass irgend etwas seltsam war, es war aber nicht das Gespräch selbst sondern etwas anderes. Irgendwann fiel sein Blick auf die Hand der Frau und blieb dort hängen. Als er bemerkte, dass er die Hand anstarrte versuchte er weg zu schauen und doch glitt sein Blick immer wieder zur Hand zurück. Nach einem Moment der Stille war es Yzwaz, der versuchte ihr Hiersein zu erklären und Scarlett sprang ihm zur Seite. Maldrek war froh, dass Scarlett dies übernahm, von Frau zu Frau war es vielleicht einfacher zu glauben, dass sie keine völligen Trottel oder gar schlimmeres waren. Sie fand auch den richtige Ton, so hoffte er jedenfalls. Allerdings gab es da noch eine Kleinigkeit, die er hinzufügen wollte.
"Nun, eigentlich sind wir eher auf der Suche nach eurer Vorfahrin, Aribeth de Tylmarande, aber es geht uns nicht darum, ihre Geschichte wieder aufzurollen, sondern eher um das Schicksal, das sie ereilt hat. Wäre es möglich, also, kann es sein, dass...dass ihr Geist ruhelos ist und gibt es eine Möglichkeit, mit ihr zu sprechen?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 08.11.2018, 14:08:48
Vorbis blieb nichts anderes übrig, als aufzugeben. Wäre es anders verlaufen, wenn nicht gerade Saren an die Pforte gerufen worden wäre? Vermutlich nicht, dachte er grimmig. Er hatte gehofft, sogar erwartet, dass sieben Jahre genug gewesen wären; dass man ihn zumindest anhört, um zu erfahren, ob er seinen Weg wiedergefunden hatte. Doch die Priester im Haus des Wissens waren schon immer verstockt gewesen - so ganz anders, als andere Diener des Oghma, die er auf seinen Reisen getroffen hatte. In seinem Inneren hatte er schon erwartet, dass es nicht so einfach sein würde - deshalb hatte er seine alte Lehrstätte ja bisher auch gemieden gehabt.

Peinlich berührt trat er von der Luke weg, ohne noch ein weiteres Wort zu sagen. Nur einen kurzen Seitenblick wagte er auf Melandro, ein breites Grinsen von seinem Bruder erwartend. Doch zu seiner Erleichterung, aber auch Verblüffung, schien sein Bruder sich nicht in seinem Leid zu suhlen, sondern schien sich vielmehr zu ärgern - ob über ihn oder Saren, konnte er allerdings nicht sagen.
"Lass uns gehen, hier kommen wir nicht weiter." war alles, was er zu Melandro sagte, um sich dann von dem Gebäude abzuwenden und schnellen Schrittes zu entfernen. Von sich aus eröffnete er kein Gespräch mit Melandro, sondern wälzte einen dunklen Gedanken nach dem anderen und versuchte erfolglos, sich nicht anmerken zu lassen, wie sehr ihn die Begegnung eben verletzt und gedemütigt hatte.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 08.11.2018, 19:58:47
"Das wird besser sein." zischte der Halbelf und pflichtete seinem Bruder augenblicklich bei, während er seinen streitlustigen Blick nicht von dem Schlitz abwandte durch den das Gesicht des Alten immer noch sichtbar war. Nach einem Geräuschvollen Hochziehen, spuckte der ehemalige Pirat einen beachtlichen Batzen genau in diesen Schlitz hinein und erreichte so zumindest, dass ihnen der "ältere Wissenshütter" nicht mit einem vergnügten Grinsen auf dem teigigen Gesicht nachstarrte.

Stumm neben Vorbis herlaufend, gingen die beiden Ziehbrüder wortlos einige Zeit nebeneinander her, ehe Melandro wieder zu Vorbis sah und ihn aufmunternd neckte: "Eines musst du wirklich zugeben Vorbis: Meine Freunde mögen mich mehr als dich die deinen." Als der dicke Priester aus seinen Gedanken gerießen aufsah unterstrich der Halbelf seinen geschwisterlichen Spott noch mit einem übertrieben breiten Grinsen, ehe er ihm aufmunternd auf die Schulter klopfte.

Als das Eis - für Melandro zumindest - auf diese Weise gebrochen war, fragte er seinen Weggefährten: "Und was nun? Willst dem Abt einen Brief schreiben, oder wie löst man so etwas unter Glaubensbrüdern?" Auch interessierte ihn: "Wo sind den die anderen? Der stinkende Tiefling wollte mir doch helfen die Steuern etwas gerechter zu verteilen. Wo mag er wohl stecken?"

Dass sich Vorbis vor ihm für das gerade Geschehene schämte, entging dem Halbdrow für den Moment vollkommen. Er war auch stets für alles verantwortlich und schuld. Verschwundene Wägen, Pferde, Esel, Boote, Schiffe, oder auch entehrte Töchter, Schwestern, Mündel, Frauen, Cousinen, Lieblingsdienerinnen und Ehegattinnen. Warum sollte es seinen Geschwistern da anders ergehen?

Aber vielleicht würde er ihn später ein wenig damit aufziehen? Warum nicht, wenn er es denn zuließ...

Vor Vorfreude grinsend, betrachtete Melandro den bärtigen Priester Oghmas und erwartete eine Antwort auf seine Fragen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 08.11.2018, 21:32:43
Die junge Adlige lauschte den Worten von Yzwaz, Scarlett und Maldrek, allerdings verfinsterte ihr Sesichtsausdruck zusehends, insbesondere als Maldrek ihr Vorfahrin Aribeth erwähnte: "Nun, was ihr schildert klingt unangenehm und ihr habt Recht, Niewinter liegt meiner Familie seit jeher am Herzen. Aber es hausen eine ganze Menge Monster noch immer in der Stadt, das kommt also vor, insbesondere am Nordufer.
Doch da ihr Aribeth ansprecht, ich wüsste nicht, was sie mit dieser Sache zu tun haben sollte. Sie kämpfte gegen eine Krankheit namens "Heulender Tod", die alle Bewohner befiel und wurde dann von Echsenwesen verführt. Und ich wüsste keinen leichten Weg mit ihrem Geist in Kontakt zu treten. Ich hoffe für sie, dass sie Frieden gefunden hat. Keiner aus unserer Familie ist je auf ihren Geist getroffen, also werde ich euch da auch nicht weiterhelfen können. Aber wie ich bereits sagte, ich glaube auch nicht, dass Aribeth etwas damit zu tun haben könnte. Ihre Feinde waren völlig anders, als das, was ihr beschreibt."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 14.11.2018, 14:02:04
Vorbis war allerdings noch nicht zu Scherzen aufgelegt und quittierte Melandros Necken mit einem säuerlichen Blick. "Freundschaft gibt es dort im Tempel nicht." murmelte er mehr zu sich selbst, hörte sich dann aber die Fragen seines Ziehbruders an.

"Der Abt wird einen Teufel tun. Du hast es doch gehört, sie sehen mich nicht einmal als ihren Glaubensbruder. entgegnete er verbittert. "Und was ich jetzt tun will? Mit Sicherheit werde ich nicht auf Knien zu ihnen gekrochen kommen mit einem Stück ausgegrabenem Wissen, als ob ich ein Fremder wäre. Diese Genugtuung gönne ich ihnen nicht. Eher würde ich auf deine Mittel zurückgreifen, um hinein zu gelangen."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 15.11.2018, 09:04:03
Äußerst großmütig, dass "Eher würde ich auf deine Mittel zurückgreifen", überhörend - Was war den so schlecht an Melandros Mittel bitteschön? - ließ der Halbdrow den Priester in seinem eigenen Saft schmoren. Glaubensfragen und Sinnkrisen sollte Yzwaz thematisieren und nicht er.

"Dann lass uns zum Haus zurückkehren. Vielleicht warten die anderen dort schon auf uns. Und wenn nicht, dann wird uns auch etwas einfallen." schlug der ehemalige Pirat geduldig vor.

Und wenn Vorbis nichts dagegen hatte, so machten sich die beiden Ziehbrüder gemeinsam auf um zu Orbus Haus zu gelangen und auf ihre Geschwister zu warten.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 16.11.2018, 10:54:35
Maldrek war etwas ratlos, er hatte gehofft, dass die Frau irgendwelche Informationen hatte, die den Worten des Mannes einen Sinn geben würden. Leider war dies nicht der Fall, oder sie wollte nicht damit herausrücken. Klar, da standen drei Fremde, eine komische Truppe außerdem, auf ihrer Schwelle und begannen in der düsteren Familiengeschichte zu kramen. Und dann die Sache mit der Hand.

"Ja, es tut mir leid, dass wir so mit der Tür ins Haus fallen und dann noch mit so wagen Ideen. Letztlich wurde uns gesagt, dass es eine alte Geschichte gäbe, die uns nur jemand aus ihrer Familie erzählen könnte. Vielleicht kann uns euer Hausdiener weiterhelfen, es ist wohl eine sehr alte Geschichte und er scheint schon lange im Dienste ihrer Familie zu stehen und vielleicht kann er sich einen Reim darauf machen. Und bitte verzeiht, aber ich habe bemerkt, dass ihr euch an der Hand verletzt habt. Ich habe ein Wenig Wissen zu Kräutern und Salben, benötigt ihr vielleicht einen kühlenden Verband? Ich würde mich gerne erkenntlich zeigen dafür, dass ihr uns eure Zeit opfert."

Es war ein Strohhalm, nach dem er griff um vielleicht das Eis zu brechen. Falls sie doch etwas wusste.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 16.11.2018, 20:11:22
Der Gnom nickte tief und kommentierte Maldreks Worte mit einem zustimmenden "Hm-hrm..!" Offensichtlich war der Grauhäutige einverstanden mit dem, was sein Gefährte zu sagen hatte. Er strahlte die Herrin des Hauses dabei gewinnend an - so gewinnend jedenfalls, wie man es mit einem ledrig-rissigen Gesicht tun konnte, das eher einem Steinbrocken mit einer übergroßen Nase und einem weißen Vollbart glich.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 22.12.2018, 13:53:58
Jerlada reagierte nicht sonderlich glücklich auf Maldreks Bemerkung zu ihren Händen, sondern sie griff sich sofort ein Tuch, mit dem sie die Wunden jetzt endgültig vor seinen Blicken verbarg: "Nun, ich denke nicht, dass das nötig sein wird. Ich komme schon zurecht." Offensichtlich um das zu überspielen und seine Herrin vor weiteren Fragen zu bewahren, trat der alte Diener, der sich im Hintergrund gehalten hatte nun vor und ergiff das Wort: "Verzeiht Herrin, dass ich so forsch spreche." Da Lady Jerlada ihm aber offenbar dankbar war und keine Einwände hatte, sprach er direkt weiter zu Maldrek: "Nun, das was ihr schildert klingt in keiner Weise wie das, was vor mehr als hundert Jahren Lady Aribeth hat stürzen lassen. Ich selbst war zwar damals noch nicht am Leben, aber meine Mutter war es und sie stand bereits im Dienst dieser Familie. Sie hat mir viele Geschichten über diese Zeit erzählt und wie ich bereits sagte, hat Aribeth mit vielen Feinden gekämpft, aber keiner von ihnen war ein solcher Schattendämon, wie ihr ihn beschreibt. Darf ich euch im Gegenzug eine Frage stellen? Was genau hat euch hergeführt? Es wirkt mir nicht, als wüsstest ihr genau, wonach ihr hier sucht und wir würden euch wirklich gern helfen. Aber vielleicht können wir das besser tun, wenn ihr uns genauer sagt, wieso genau ihr hierher gekommen seid." Der alte Mann, den die Herrin des Hauses zuvor als Georg bezeichnet hatte, schien ein ehrliches Interesse zu haben, den Waisen zu helfen, auch wenn es ihm sicher genauso sehr darum ging, von Fragen nach der verletzten Hand der jungen Frau abzulenken.



Indessen stellten Melando und Vorbis fest, dass ihre Geschwister nicht zum Waisenhaus zurückgekehrt waren. Da ihnen also so oder so nichts anderes übrig als zu warten. Also begaben sie sich in den Aufenthaltsraum, wo tatsächlich einige andere Waisen gerade mit Essen befasst waren. In einer der Ecken entdeckten die beiden eine ihrer Schwester, die ihnen vielleicht würde weiterhelfen können: Silda, die von allen auch die Sängerin genannt wurde. Sie war zwar keine alte Bardin, die seit vielen Jahrzehnten durch Faerûn reiste, um neue Lieder zu erlernen, sondern genau wie sie erst in ihren Zwanzigern, aber vielleicht hatten sie ja Glück. Also ginge die zwei zu ihr und fragten sie nach dem Lied des stummen Todes und schilderten das, was sie am Nordufer erlebt hatten. Daraufhin fiel der Utgard-Skaldin doch etwas ein: "Wie gesagt, ich kenne euer Lied vom stummen Tod nicht, oder wie auch immer es heißt, aber das was ihr schildert klingt wie die Jeronar-Saga. Jeronar war ein Utgard, der vor einem Jahrhundert während der Zauberpest hier im Norden lebte. Es heißt, er habe gegen eine große Finsternis gestritten, Kreaturen aus purem Schatten, die drohten allem Leben seine Kraft auszusaugen, um so irgendeinem Bösen, den Weg auf diese Ebene zu bahnen. Am Ende gab er sein Leben, um ein Portal zu versiegeln, das bis heute steht und diese finsteren Kreaturen von unserer Welt fern hält. Es ist nicht die beste aller Geschichten, nicht einmal eine sonderlich spannende Saga und sie wird nur noch sehr selten erzählt. Es gibt weit interessantere Lieder, aber es klingt tatsächlich sehr nach dem, was ihr erzählt habt."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 29.12.2018, 13:19:05
Yzwaz' Blicke ruhten einige Zeit auf den Händen der jungen Frau, und seine buschigen Augenbrauen zogen sich zusammen, während er vor sich hin sinnierend leise Brummlaute von sich gab. Der Grauhäutige hielt sich aber zurück, schien das Thema der Dame doch höchst unangenehm. Stattdessen musterte er den Diener, wobei er sich auf seinen knotigen Stock stützte, kratzte sich am Rücken und ächzte, als spürte er dort bereits das Alter, und nickte schließlich seinen Gefährten zu. "Weise mir das Anerbieten scheint" meinte der Gnom und fuhr fort: "Wenn auch falsch unsere erste Annahme war, so doch uns helfen dieses Mannes Wissen könnte. Die ganze Geschichte erzählen wir sollten, hrm?" Womit er sie auffordernd anblickte, die Hände über dem Knauf seines Stocks gekreuzt.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 29.12.2018, 23:35:58
Vorbis wunderte sich ein wenig, dass Melandro auf seinen ernst gemeinten Vorstoß gar nicht erst reagierte - aber vielleicht dachte er, Vorbis würde nur scherzen. Später konnte er ihn ja noch einmal darauf ansprechen, aber zunächst hielt er den Mund und überlegte sich, was die anderen wohl in der Zwischenzeit erfahren hatten.

Dazu kam es jedoch nicht, denn ihre Geschwister waren noch gar nicht zurückgekehrt. Um wenigstens das Beste aus der Wartezeit zu machen, beschlossen er und Melandro, dennoch den Aufenthaltsraum aufzusuchen, um etwas zu essen - und hatten womöglich Glück, denn Silda, ihre Bardenschwester, die sie dort vorfanden, hatte tatsächlich etwas Sinnvolles zum Thema beizutragen - leider nichts, was sich positiv auf Vorbis' Stimmung auswirkte, denn die Geschichte von Jeronar hinterließ einen schalen Geschmack in seinem Mund, und nach wenigen Bissen schob der dicke Priester - völlig uncharakteristisch - den Teller von sich weg und sah Melandro ernst an.
"Kann es das gewesen sein?" fragte er bedrückt in Richtung seines Bruders. Um dann, an Silda gewandt hinzuzufügen: "Sagt die Geschichte, wo dieses Portal sich befindet?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 30.12.2018, 13:31:52
Gelangweilt mit einem Dolch in der Hand spielend, hatte Melandro Sildas Erzählung gelauscht und sie mit dem wenigen, dass er wusste verglichen. Irgendwie war das nicht berauschend viel, stellte er zum wiederholten Male fest und begann ein schnörkeliges "M" in die Tischplatte zu schnitzen. Wenn Orbus noch am Leben gewesen wäre, hätte er den Halbdrow dafür gescholten. Doch nun? Nicht sicher ob er die neu gewonnene Freiheit genoss oder das fürsorgliche Erziehen des Zwerges vermisste, schenkte der Freibeuter seinen Geschwister erneut seine Aufmerksamkeit, zuckte aber mit den Schultern als Vorbis seine Frage an ihn richtete. "Wer kann das schon sagen?" erwiderte der Gauner unverbindlich.

Seine rothaarige Schwester vertraut anlächelnd, lobte der Halbdrow ihre Erinnerung: "Danke dir für deine Hilfe. Es erstaunt mich immer wieder wie sich jemand soviele Geschichten, Melodien und Gedichte merken kann." Als ihr dicker Bruder die alles entscheidende Frage stellte, blickte Melandro hoffnungsvoll - damit Vorbis endlich einen Hinweis erhielt dem er folgen konnte - in die blauen Augen der hübschen Sängerin und suchte sie so zu ermutigen scharf darüber nachzudenken.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 30.12.2018, 15:30:40
Maldrek beobachtete die Frau, während der Diener sprach. Leider verbarg sie nun ihre Hand vor seien Blicken.
Dann nickte er dem Gnom zu, schwieg aber. Er wollte offenbar nicht die Geschichte erzählen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 02.01.2019, 13:53:24
Scarletts Blick huschte zwischen Maldrek und Yzwaz hin und her. Schließlich seufzte sie leicht und sagte: "Also gut, wir haben hier ja nichts zu verbergen. Ich hoffe nur, dass Ihr uns diese Worte nicht übel nehmt, sie sind genau so, wie sie uns gesagt wurden."

Dann gab die junge Frau die Worte wieder, die sie von Bayne gehört hatten.

"Das Anwesen der Verräterin hält eure Antwort bereit, denn ihr Blut wurde auch in jener Schlacht vergossen. Das blinde Auge weint noch heute um diesen Verlust. Geht zu ihr, die in Ungnade gefallen durch die Nacht jagt. Sie kann euch die Geschichte erzählen, die ihr hören müsst, auch wenn es nicht die ist, die sie erzählen wird. Aber seid wachsam, denn der Verrat wiegt noch immer schwer und obwohl vergessen bleibt er doch unvergessen."

"Sagt Euch ein gewisser 'Bayne' etwas? Er ist derjenige, der uns hierher geleitet hat..."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 02.01.2019, 14:33:59
Silda überlegte eine Weile bevor sie antwortete, schüttelte dann aber den Kopf: "Ich fürchte nicht. Es ist an einer Stelle von den "Wällen der Verirrten" und einem "dunklen See" die Rede, aber das könnte alles mögliche sein. Diese Heldenlieder sind auch nicht unbedingt präzise und schon in einer Generation verändert sich vieles. Dieses ist aber schon mehrere alt und ich kenne es selbst nicht vollständig, da ich es nur ein oder zwei Mal gehört und nie selbst vorgetragen habe. Ich könnte es wohl tun, aber ich würde natürlich viel anpassen und ändern, so ist das Werk einer Skaldin."



Der Diener und seine Herrin warfen sich bedeutungsvolle Blicke zu, als sie die Worte von Bayne hörten, auch wenn die Waisen nicht zu deuten vermochten, welche Art von stiller Unterhaltung dort gerade vor sich ging. Jerlada schien nach wie vor großes Unbehangen zu empfinden. Aber zumindest schickte keiner der Anwesenden die Waisen weg. Es war jetzt die ältere Frau, die nach längerem Schweigen das Wort: "Herrin, darf ich vorschlagen, dass ihr ihnen nicht von eurer Urgroßtante erzählt, so berühmt oder berüchtigt sie auch sein mag, sondern von ihrem Halbbruder? Denn wenn ich mich nicht irre, könnte mit ihren Blut gemeint sein, dass nicht sie selbst in der Schlacht gekämpft hat, sondern jemand anderes und Lord Korven", der Blick der alten Frau wanderte zu dem Gemälde des Halbelfen über dem Kamin, "wird es ja nicht gewesen sein." Jerlada schaute für einen Augenblick etwas unsicher zu ihrer Dienerin, stimmte dann aber offensichtlich zu: "Tatsächlich könnte meine Dienerin recht haben. Lady Aribeth hatte zwei Geschwister, Korven, mein Urgroßvater und der Mann, der dieses Anwesen weiterführte war ihr leiblicher Bruder, allerdings hatte sie auf elfischer Seite einen weiteren Halbbruder, der weitgehend vergessen wurde, da er sehr viel älter war als sie und nicht hier in Niewinter weilte, als die ganze Tragödie ihren Lauf nahm: Alvarian. Er war ein Abenteuerer und ein weit gereister noch dazu. Ich kann euch nicht sagen, ob er gegen einen Schattendämon gekämpft hat, wie den, von dem ihr berichtet habt. Aber es ist zumindest gut möglich. Denn er gehörte zu einem besonderen Kriegerorden, dem Orden des Kelches. Eine Gruppe von Ritter oder vielleicht besser Streiter, denn es heißt, dass alle Arten von Abenteurern sich hier finden ließen. Sie waren geeint durch einen Schwur, diese Welt vor einem großen Übel zu bewahren und ihre Macht stammte von einem heiligen Kelch, einem Artefakt, das ihnen besondere Kräfte verlieh, um sich dem Bösen entgegen zu stellen. Ich kenne keine Details, weder zu diesem Bösen, noch zu den Rittern vom Orden des Kelches, aber wenn diese Prophezeiung, die ihr gehört habt, wahr sein sollte, so ist es tatäschlich gut möglich, dass ich euch von Alvarian erzählen soll. Ich habe ihn nie persönlich kennen gelernt, keiner hier hat das, denn er ist nur wenige Jahre nach der Zauberpest verstorben. Aber seine Krypta befindet sich auf dem Nietod. Wenn ihr also nach Antworten sucht, mögt ihr sie dort finden."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 02.01.2019, 15:02:56
"Ein wertvoller Hinweis dies ist" bemerkte Yzwaz, der die Erzählung Jerladas nur mit einigen "Hrms" untermalt und ansonsten schweigend zugehört hatte. Nun pochte er mit der Spitze seines knotigen Stocks auf den Boden und machte eine entschlossene Miene. "Diese Krypta suchen wir sollten! Indes mir eine weitere Frage sich stellt..." Die Spitze des Stocks wanderte nach oben und deutete auf die Hausbewohner, die er dabei der Reihe nach musterte. "...nämlich ob wen das blinde Auge und die, welche in Ungnade fiel, meint Ihr wisst?" Offenkundig machte er sich keine Sorgen, dass irgend jemand von den Anwesenden Probleme mit seiner Sprechweise haben könnte - denn klar sich ausgedrückt doch er hatte!
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 05.01.2019, 13:11:24
Es dauerte einen Augenblick, bevor Jerlada antwortete:[1] "Nun, es dürfte relativ klar sein, dass das blinde Auge auf Tyr verweist, den Gott, dem meine Urgroßtante diente. Aber bei eurer anderen Frage kann ich euch wohl leider nicht weiterhelfen."
 1. Ihr könnt, wenn ihr wollt, Insight würfeln
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 07.01.2019, 13:56:59
"Ach, ich würde es trotzdem gerne hören, wenn es dir nichts ausmacht." entgegnete Vorbis freundlich. Er mochte Sildas Stimme ohnehin, und vielleicht würden sie ja doch einen Hinweis bekommen - und wenn nicht, hatten sie zumindest etwas nette Unterhaltung während des Essens.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 13.01.2019, 13:36:57
Die junge Adlige hatte nicht mehr viel mehr zu erzählen und da sie endlich einen brauchbaren Hinweis gefunden hatten, verabschiedeten sich die Waisen wenig später, um wieder mit ihren Geschwistern zusammenzutreffen, die hoffentlich auch etwas hatten in Erfahrung bringen können.



Also begann Silda auf Vorbis' Bitte hin mit ihrer Erzählung und viel von dem was er hörte war wenig interessant für sie, denn fast jedes Heldenlied begann in solcher Art. Ein junger Mann, der Stamm vernichtet von marodierenden Orks, aufgezogen von Bären in der Wildnis, der sich durch lange Prüfungen kämpfen muss, um erst den Respekt seines Volkes, die Liebe einer Häuptingstocher und schließlich durch ein heroisches Opfer den Sieg über einen übermächtigen Feind zu erringen. Es war zwar durchaus interessant zu hören, aber für ihre derzeitige Situation hielt es nur wenig von Wert bereit. Aber immerhin vertrieb es den zwei Waisen die Zeit bis ihre Geschwister zurückkehrten. Silda hatte gerade erst ihre Erzählung beendet, da betraten Scarlett, Maldrek und Yzwaz das Waisenhaus.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 13.01.2019, 14:27:21
Yzwaz hatte nicht mehr viel gesagt, bis sie das Haus verließen. Doch auf dem Weg zurück ins Waisenhaus strich sich der Gnom immer wieder über seinen Bart, zog die buschigen Augenbrauen zusammen und murmelte vor sich hin. Schließlich meinte er, kurz vor ihrem Ziel, ganz übergangslos: "Dass mehr sie wusste, angesehen ihr ich habe. Darum die Frage uns stellen wir müssen: Warum wer in Ungnade fiel uns verschweigen sie wollte? Eine Schande für ihren Namen geheim halten wollen sie könnte. Interessant. Doch zunächst die erste Spur verfolgen wir sollten. Hrm." Womit er wieder in ein nachdenkliches Schweigen verfiel, bis das Waisenhaus vor ihnen auftauchte.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 15.01.2019, 07:39:35
Maldrek nickte. Auch ihm kam das alles nicht ganz geheuer vor. Auf der anderen Seite war es natürlich auch eine seltsame Situation gewesen. Da kamen ein paar "dahergelaufene" Leute zu der Familie und fragten nach Familiengeheimnissen, die eher in Vergessenheit geraten sollten. Würde er alles erzählen, was er wusste?

Eine verzwickte Sache war das, was hier in der Stadt vor sich ging. Außerdem kam ihm der Überfall nun wieder in den Sinn, zu dem sie sich verpflichtet hatten. Immerhin, das würde einfacher werden, weniger mysteriös nud besser zu planen und zu kontrollieren.

Als sie im Waisenhaus ankamen, war er zunächst überrascht, Vorbis und Melandro bei Silda zu finden. Doch dann begrüßte er sie uns setzte sich zu ihnen. "Klar, wir arbeiten und Melandro sitze bei Tisch und trinkt." Er sagte dies jedoch mit einem Augenzwinkern, wahrscheinlich war es ihm einfach nicht möglich, Melandro ohne eine besondere Begrüßung zu begegnen, nach all den Jahrzehnten ihrer Auseinandersetzungen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 15.01.2019, 08:59:09
Gerade dazu ansetzend seine Geschwister mit den mysteriösen ersten Worten der Jeronar-Saga zu begrüßen, wurde er - äußerst rüde - von Maldrek unterbrochen. Wie es eben seine Art war.

Den vom langen zuhören müde gewordenen Blick in Richtung des Tieflings anhebend, baffte der Halbdrow, nicht ohne Stolz, aber ohne rechten Biss zurück: "Jeder das was er am besten kann." Harte Arbeit stank immer so anstrengend nach Langeweile. Daher vermied man sie am besten wo man ihrer Angesicht wurde. Dann steckte der ehemalige Pirat den Dolch weg und bließ die letzten, verbleibenden Holzspänne von der Tischplatte und betrachtete einigermaßen zufrieden sein Werk.

Als alle angekommen, gebührend begrüßt und wieder vereint waren, begann Melandro davon zu erzählen, dass sie ihre Suche auf eben jene Saga von Jeronar (https://games.dnd-gate.de/index.php/topic,8959.msg1057242.html#msg1057242) gebracht hatte. "Und es ward Finsternis, alle Freude, alles Leben, gar jeder Wille starb..." Mit einem Blick zu Silda, die hoffentlich seiner Einladung zu einem Becherchen Wein angenommen hatte, sprach der dann weiter vom dunklen See (https://games.dnd-gate.de/index.php/topic,8959.msg1057447.html#msg1057447) und den Wällen der Verirrten.

"Um mehr zu erfahren, müssten wir wohl die Bibliothek im alten Aldonaon Anwesen (https://games.dnd-gate.de/index.php/topic,8959.msg1055002.html#msg1055002), am Nordufer des Blausees aufsuchen, auch wenn das nicht ganz einfach wäre. Aber dafür sicherlich interessant! Vielleicht ist das auch jener dunkle See..." vermutete Melandro und erwärmte sich offensichtlich für diese Vorgehensweise, während er sich die Haare tatendurstig aus dem Gesicht strich.

Die Sache um Vorbis und seinen Tempel, als auch wo sie die Spur angefangen hatten aufzunehmen, erwähnte der Halbelf mit keinem Wort. Ob aus Berechnung, Geheimniskrämerei oder blanker Faulheit konnte der Oghmapriester auf die Schnelle so nicht sicher feststellen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 26.01.2019, 19:53:26
Maldrek lauschte neugierig Melandros Worten und anschließend erklärte er mit wenige Worten, was sie herausgefunden hatten. Er erwähnte dabei zwar die Familie, von der sie von er Krypta erfahren hatten, aber er hielt sich nur kurz mit der seltsamen Situation dort auf. Am Ende fasste er dann zusammen, was sie nun tun konnten: "Was auch immer sie uns nicht erzählt haben, die Krypta von Alvarian auf dem Nietod ist sicher etwas, was wir untersuchen sollten. Aber zunächst bei Tag. Und dann ist da ja noch der Überfall auf den Steuereintreiber. Viele lose Enden, wir müssen also überlegen, was wir zuerst tun wollen. Die Krypta und die Bibliothek laufen uns nicht weg, der Blausee auch nicht. Daher würde ich sagen, Melandro und ich kümmern uns zunächst um den Steuereintreiber. Oder möchte da noch jemand mitkommen?"

Er schaute in die Runde, bei Vorbis und Yzwaz erwartete er nicht, dass sie dabei sein würden, bei Scarlett war er sich aber nicht sicher.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 26.01.2019, 20:14:25
Yzwaz nickte brummend zu Maldreks Worten und ergänzte nur kurz seine Einschätzung Jerladas: "Sicher ich bin, dass nicht die volle Wahrheit uns sie offenbarte" erklärte er überzeugt. Das blieb sein einziger Beitrag zum Bericht des Tieflings. Auf den Vorschlag seines Mitbruders hin wiegte er bedächtig den Kopf und räusperte sich in seiner polternden Weise. "Um euren Rücken zu decken, Freunde im Hintergrund womöglich brauchen ihr werdet - mh?" vermutete der grauhäutige Gnom und warf dabei Vorbis und Scarlett einen fragenden Blick unter seinen buschigen Augenbrauen hervor zu. Er machte nicht den Eindruck, übermäßig begeistert zu sein, jedenfalls soweit man von seinen verwittert wirkenden Gesichtszügen überhaupt etwas mit Sicherheit ablesen konnte...
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 27.01.2019, 16:01:09
Fürs erste entschieden die Waisen die Gasse, von der der Fuchs gesprochen hatte, gemeinsam in Augenschain zu nehmen. Sie hatten noch einige Stunden bis der Steuereintreiber - Hens Gerken war sein Name - hier mit seinen zwei Söldnern durch kommen würde, um seine Gewinne zum Protektor zu bringen.
Es war eine Seitengasse in der Enklave und in der Dämmerung würde es hier recht finster sein. Nur zwei Laternen, eine am Anfang und eine am Ende der Gasse waren zu erkennen. Die Häuser waren alle in gutem Zustand und allesamt bewohnt. Stundenlang auf den Dächern zu liegen würde also sicherlich auffallen. Einen Plan sollten die Waisen für diesen Überfall dennoch machen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 27.01.2019, 18:47:55
Froh darüber, dass sie nun endlich das verstaubte Waisenhaus verlassen konnten, führte der Halbelf seine Mitgeschwister in die besagte Gasse und blickte sich tatendurstig um. Nach all der Zeit auf einem Schiff und der Streitereien mit Vorbis und Maldrek war der Pirat offensichtlichst begeistert von der Idee einen klassischen Raubüberfall begehen zu dürfen. Eine Tätigkeit die er schon als Jugendlicher heiß geliebt hatte und noch immer ganz nach seinem Geschmack war. Und nun konnten sie es sogar einem brutalen Steuereintreiber das hartverdiente Geld ehrlich arbeitender Händler abnehmen. Eine hehre Tat sozusagen!

In der Mitte der Gasse sich einmal elegant im Kreise drehend, begann das Hirn des vormaligen Straßenkinds zu arbeiten. "Was haltet ihr davon..." fing er mit vor Begeisterung leuchtenden Augen zu planen an, während seine Hände die hervor sprudelnden Vorschläge lebhaft untermalten und verdeutlichten. "Wir verstecken uns alle zirka hier[1] und legen hier eine Falle  (https://previews.123rf.com/images/antonlunkov/antonlunkov1709/antonlunkov170900048/86432839-falle-f%C3%BCr-eichh%C3%B6rnchen-ein-tier-h%C3%A4ngt-am-seil-vom-baum-und-ein-anderes-mit-gebrochener-pfote-vektor-szenisches.jpg)aus. Mit Stricken[2]. Vielleicht auch einer schweren Tonne als Gegengewicht, die den Eingefangenen plötzlich nach oben zieht. Egal ob es unser Eintreiber oder einer seiner Söldner ist, damit ist uns schon sehr gedient." grinste der Freibeuter während in seiner Phantasie bereits jemand kopfüber an der nahen Mauer baumelte und hilflos mit den Armen wedelte. "Bastler, wäre das etwas das du dir zutrauen würdest?" vergewisserte er sich bei dem Gnom begeistert.

"Sobald die Falle zuschnappt, schießen Scarlett und ich unsere Armbrüste aus dem Hinterhalt auf die noch Stehenden und klopfen sie soweit weich, dass Maldrek sie mit einem Zauber schlafen legen kann." Mit einem Nicken die Diebin und den Tiefling einbindend, blickte er erneut zu Yzwaz. "Du könntest dich ganz knapp neben der Falle verstecken – eine Tonne vielleicht? - und die, die nicht baumeln, oder schlafen mit deinem Stab zum träumen bringen.[3]" Mit seinen fahlen Händen einen übertriebenen Stockschlag pantomimisch äußerst wertvoll imitierend, wandte sich Melandro zu seinem letzten Bruder: "Vobis... wir sollen ja niemanden dabei töten. Was ja auch etwas unsportlich wäre. grinste er den Priester heraus forderend an. "Also sollte doch einer von ihnen ungewollt zu Boden gehen könntest du ihn ja davor bewahren Kelemvor gegenüber zu treten, oder bei Bedarf Bastler hier mit deinem Streitkolben noch etwas unterstützen.[4]"

Etwas außer Atem die Arme sinken lassend und seinen Geschwistern einen Moment gewährend diesen eleganten und äußerst genialen Plan in all seiner Pracht und Großartigkeit zu durchdenken, sprach Melandro schließlich etwas langsamer weiter, um näher auszuführem: "Wir könnten die Dächer auch mit Planken verbinden um uns einen Fluchtweg zu schaffen. Oder uns ein paar Pferde besorgen um schneller weg zu kommen."

Einen sehr böse aussehenden Krähenfuß (https://www.google.com/search?q=caltrops&client=firefox-b&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=0ahUKEwjAmpXsvY7gAhXRLFAKHVlZAOQQ_AUIDigB&biw=1680&bih=953#imgrc=PbJOxcrKd8DPfM:)[5] beiläufig aus der Tasche ziehend, beschäftigte der blendend gelaunte Halbdrow seine Hände mit ihm, während er den Plan noch weiter sponn: "Wir könnten auch Straßenkinder anheuern die uns warnen wenn sie kommen, damit wir bereit sind. Oder jemand von uns könnte in Erfahrung bringen in welcher Formation sie normalerweise gehen, oder... " sich selbst unterbrechend gab er zu: "Doch das sind Details, um die wir uns später kümmern können."

Der Reihe nach in die Augen seiner Freunde blickend, versuchte er dort die selbe Begeisterung für diesen einzigartigen Plan zu erkennen die er offensichtlich selbst verspürte. Etwas Bewunderung wäre auch angebracht...
 1. im letzten Drittel links unten, wo die Gasse am engsten ist.
 2. Könnten auch "Lassos" sein, desto mehr desto höher die Chance, dass ihn einer erwischt. *s*
 3. Stunning Strike kommt leider erst Level 5. *seufz*
 4. Oder jemanden fesseln bei Bedarf.
 5. Könnten wir auch noch welche besorgen um unsere Flucht einfacher zu gestalten
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 27.01.2019, 23:04:59
"Also, den Weg vor der Gasse zu beobachten, sollte nicht weiter schwierig sein. Ich könnte Bubo dort postieren und durch seine Augen hindurchblicken, um uns rechtzeitig vor ihrem Eintreffen hier zu warnen," meinte Scarlett dazu.

"Allerdings kann ich selbst in so einer dunklen Gasse auch nicht allzuviel sehen und somit dann auch nicht wirklich aushelfen."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 28.01.2019, 15:53:34
Vorbis war selbst nicht ganz sicher, wieso er sich plötzlich auf einen Überfall einließ - doch es half sicherlich, dass er auf seinen Reisen bereits etliche notleidende Bauern und Handwerker getroffen hatte, denen ihr letztes bisschen Hab und Gut von einem Steuereintreiber genommen wurde. So etwas konnte nicht Oghmas Willen entsprechen, und im Gegenzug, so versicherte er sich selbst, war ein Plan, der gegen solche Ungerechtigkeiten etwas unternahm, mit Sicherheit nichts Schlechtes.
Die Tatsache, dass er noch immer einen Zorn in sich brodeln spürte wegen der Behandlung am Haus des Wissens, mochte sein ungewöhnlich tollkühnes Verhalten durchaus unterstützen.

Der Plan Melandros, wenn man ihn denn so nennen wollte (und Vorbis zwang sich dazu, es zu tun), erschien ihm allerdings nicht gerade geeignet, die Sache schnell, geräuschlos, und ohne Opfer über die Bühne zu bringen. Vorsichtig, um seinen Bruder nicht unnötig zu reizen, versuchte er, seine Bedenken vorzubringen:
"Denkst du nicht, es ist etwas auffällig, wenn wir hier anfangen, stundenlang eine Falle zu bauen. Abgesehen davon, wer sagt uns, dass der Mann zu Fuß unterwegs ist? Was passiert, wenn er reitet oder gar einen Karren hat? Sie sind zu dritt, wir zu fünft, und sie erwarten uns nicht. Es sollte möglich sein, das auszunutzen, um Gegenwehr im Keim zu ersticken.
Wenn ich etwas Zeit zur Ruhe hätte, könnte ich eine Blase der Stille erzeugen - es wäre vielleicht besser, wenn der Mann nicht laut um Hilfe rufen könnte? Auch andere Möglichkeiten, jemanden auszuschalten, gibt es. Die Frage dabei ist, wie eilig wir es haben, den Mann zu überfallen - muss es heute sein?"

Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 28.01.2019, 20:31:54
Während Melandro voller Begeisterung seinen Plan entwickelte, zeigte Yzwaz ein ganz erstaunliches Mienenspiel: Er hob und senkte seine dichten Augenbrauen, knetete seinen Knollennase, brummte und murmelte vor sich hin, schüttelte mal leise den Kopf, kratzte sich dann wieder an der Stirn, zupfte an seinen Ohren - auf jeden Fall schien er schwer am Überlegen zu sein, auch wenn man unmöglich sagen konnte, was ihm wohl gerade durch den Kopf ging. Die Idee mit der Falle und der Bastelei schien kurzzeitig sein Wohlwollen zu erringen, bis Vorbis seine Einwände vorbrachte und den Grauhäutigen zu einem gedehnten: "Hmmm-hrrmmmm..." veranlasste. "Nicht ganz unrecht du hast" meinte er zu dem Kleriker. "Wenn mit geübten Schurken es zu tun wir haben, von dem Bau sicherlich Wind bekommen sie würden. Doch..." Wieder ein regelrechtes Rupfen an seinen Ohren, als wolle er sie sich ausreißen, dann ein Kneten der Nase, bei dem man fast meinte, den Knorpel brechen zu hören. "...wenn für Stille sorgen du kannst, womöglich sie unauffällig überwältigen wir würden. Hilfreich ein Mittel wäre, mit dem sie blenden oder betäuben wir könnten." Sein Blick richtete sich auf Melandro. "Wo solches man bekommt doch sicherlich du weißt" vermutete der Gnom.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 30.01.2019, 10:48:51
Dabei zusehend, wie seine Brüder diesen genialen Plan zerrießen um etwas "Vorsichtigeres" zu versuchen, verdrehte Melandro theatralisch seine Augen und schnaubte angewidert. Wie man so etwas kurzweiliges wie einen Raubüberfall - noch dazu auf einen Steuereintreiber! - möglichst langweilig gestalten konnte blieb dem Halbdrow schleierhaft.

'Durch diese Gasse mit einem Wagen Vorbis? Wirklich?' ging es ihm verärgert durch den Kopf, aber Melandro schwieg, auch wenn es ihm schwer fiel. Seine Geschwister schienen unter dem Zwang zu stehen, alles "morgen" machen zu wollen, anstatt mit Herz und Entschloßenheit die Dinge sofort anzugehen und in die Hand zu nehmen. So wie bereits beim Fuchs!

Von Yzwaz angesprochen löste sich die säuerliche Miene des Halbelfens mit einem letzten Seufzen auf und er gab dem Bastler freundlich zur Antwort: "Wahrscheinlich. Aber das soll lieber Scarlett machen. Sie lebte durchgängiger hier als ich."

Maldrek der bis jetzt geschwiegen hatte, ignorierend, erwiderte er dem Priester und seiner dunkelhaarigen Schwester: "Die Idee mit der Stille gefällt mir, ich wusste nicht, dass du zu so etwas in der Lage bist. Auch Bubo ein guter Einwand." Dem dicken Oghmagläubigen direkt ansehend sprach er weiter: " Aber ob wir zu fünft "stundenlang" für so etwas einfaches benötigen würden, wage ich doch sehr zu bezweifeln.

Doch euren Gesichtern nach findet diese unterhaltsame Idee keinen Anklang. Sie sollte nichts anderes erreichen als Yzwaz Blendwerk, aber wenn ihr denkt unser Ziel so einfacher erreichen zu müssen: nur zu, ich bin ganz Ohr wie wir das machen wollen."
Die Arme vor der Brust verschränkend legte er den Kopf schief und sah sich in der Runde um, damit andere ihre Vorschläge und Pläne äußern konnten. Sollten ihre Ideen zu langweilig und wenig unterhaltsam für einen zünftigen Überfall erscheinen, würde er schon seine Einwände einzulegen wissen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 02.02.2019, 15:00:15
Für einige Augenblicke standen die Waisen noch beieinander in der Gasse und besprachen, wie genau sie am nächsten Tag bei dem Überfall vorgehen würden in Unkenntnis der Umwälzungen die diese Nacht für Niewinter bringen würde. Ohne zu ahnen, was ihnen bevorstand machten die Geschwister sich schließlich kurz vor der Dämmerung auf zum Nietod. Der östliche der beiden ummauerten Friedhöfe war ihr Ziel. Der Hauptfriedhof, auf dem die besser betuchten Einwohner der Stadt begraben wurden. Jerlada de Tylmarande hatte ihnen beschrieben, wo sich die Krypta ihres Ahnen genau befand, also hatten sie ein Ziel. Sie alle wussten, dass es nicht ungefährlich war, den Nietod zu betreten, erst recht nicht so kurz vor der Dämmerung.
Aber selbst wenn sie es vergessen hätten, die Söldner, die die schweren eisernen Tore bewachten erinnerten sie daran - sowohl mit ihren Waffen als auch mit Worten: "Wenn ihr unbedingt wollt, lassen wir euch ein, aber denkt daran: nach Einbruch der Dunkelheit öffnen wir euch das Tor nur, wenn ihr fünf Minuten unbehelligt am Tor wartet. Keine plötzliche Rettung, weil ihr irgendetwas in den Gräbern aufgeweckt habt, das besser hätte weiter schlafen sollen. So ihr dort drinnen Hilfe braucht, geht zum Schrein des Kelemvor. Die Schädelmänner halten auch bei Nacht Wacht über die Toten und werden euch mit Freuden helfen aufgeschreckte Untote wieder zur Ruhe zu betten. Möge der Wächter der Gräber auch auf euch sein Auge richten."

Auch wenn sie ähnliches schon als Kinder gehört hatten, wann immer sie irgendetwas auf den Nietod verschlug, konnten sie sich eines unguten Gefühls nicht so recht erwehren. Die Stimmung in der Stadt, insbesonderem auf dem Nietod war merkwürdig, aber das würde sie nicht davon abhalten Antworten zu bekommen. Zum Glück war die Krypta von Alvarian nicht allzu weit entfernt von dem Eingang und so erreichten sie noch im letzten Licht des Tages das kleine Gebäude. Es war ein unscheinbarer Bau im Vergleich zu den anderen teils geradezu protzigen Gräbern. Aber dennoch war es mehr als ein einfaches Grab. Ein eisernes Tor versperrte den Zugang. Ein Schloss gab es jedoch nicht und so war es nur der Rost an den Scharnieren, der die Waisen für eine Sekunde davon abhielt die Krypta zu betreten. Ein lautes Ächzen erklang, als die fünf es öffneten und eintraten.
Die Krypta bestand nur aus einer einzelnen Kammer. Staub hatte sich auf den Stein hier gelegt. Offenbar war seit langer Zeit niemand hier gewesen. Durch sechs Löcher im Dach fielen Lichtstrahlen auf eine Statue am anderen Ende des länglichen Raums. Dort in einer Nische stand eine zweit Meter große Statue. Aber es war nicht der Elf, der hier begraben lag, sondern ein Engel, dessen Schwingen den gesamten Alkoven ausfüllten. Aber selbst ohne die Schwingen hätte man diese Statue nicht für einen Menschen halten können. Seine Züge waren außerweltlich wie nur ein Wesen von den himmlischen Ebenen sie haben konnte. Auf einem Podest vor ihm stand ein steinerner Kelch über den er seine rechte Hand erhoben hatte, während seine Linke ein Schwert hielt. In Stein gebanntes Blut floss die Klinge entlang und es war klar zu erkennen, dass es von dem Engel selbst stammte. Seine rechte Hand war ebenso blutig und er beabsichtigte offenbar den Kelch mit seinem Blut zu füllen. Aber dies hatte der Künstler trotz all seiner Fertigkeiten, die ihn diese Szene in Stein hatten bannen lassen, nicht abbilden können oder wollen. Der Kelch war leer.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 03.02.2019, 11:09:34
Yzwaz hatte sich wie üblich den anderen einfach angeschlossen und war schweigend neben ihnen her marschiert. Das war in seinem typisch schlurfenden Gang geschehen, begleitet vom regelmäßigen Pochen seines Stocks auf den Boden – mal hallend, wo sie über gepflasterte Straßen kamen, mal dumpf, auf Erdreich und ähnlichem Untergrund. Die Rede des Söldners am Tor hatte er nur mit einem Kopfnicken, einem Brummen und einem kurzen "Stets euch leiten möge die Weisheit" beantwortet. Auch auf dem Friedhof hatte sich seine Haltung nicht merklich verändert: Der grauhäutige Gnom schritt so gleichmütig dahin wie in den Gassen zuvor.

Nur seine Augen huschten gelegentlich hierhin und dorthin, einem aufmerksamen Beobachter verratend, dass er sich immerhin der Tatsache bewusst schien, welche Gefahren hier auf sie lauern mochten. Dennoch nötigte ihm die drückende Atmosphäre in der Krypta selbst allem Anschein nach nur mäßige Ehrfurcht ab. Er marschierte, wenn auch bedächtig, hierhin und dorthin, stupste mit der Spitze seines Stocks gegen Steine, murmelte vor sich hin und strich sich nachdenklich seinen langen Bart. Schließlich blieben seine Augen an der Statue und dem Kelch hängen. "Hmm-hrrrmmmm..." räusperte er sich gedehnt. Seine buschigen Augenbrauen wanderten mehrmals steil in die Höhe und wieder hinunter, während er seine große Nase rieb.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 06.02.2019, 09:00:38
Maldrek hatte das Gefühl, dass sie schon wieder nicht nachgedacht hatten, es war wahrlich nicht die richtige Zeit, die Krypta zu untersuchen. Aber der Überfall in der Gasse wäre heute auch keine gute Idee gewesen und nur herumsitzen wollte er auch nicht. Er schwieg, während sie über den Nietod gingen.

Bei der Krypta angekommen sprach er halblaut aus, was hoffentlich alle dachten. "Lasst uns schnell machen, das wir hier zügig wieder weg kommen." Aber neugierig war er schon, also schaute er sich in der Kryta um, allerdings wanderte sein Blick immer wieder zu der Engelsfigur, sie hielt ihn so sehr in ihrem Bann, dass ihm nichts anderes auffiel.[1]
 1. Perception 10
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 06.02.2019, 12:31:34
Scarlett war schon ein wenig perplex ob der Anweisungen der Torwächter, aber sie konnte auch irgendwo verstehen, dass man sich nicht so gerne mit etwas anlegen wollte, was aus den Gräbern emporstieg.

Was genau machten sie nochmal hier?

Naja, hoffentlich war das mehr ein Spruch, um ihnen Angst einzujagen, als ein realistisches Szenario, welches hier auf sie zukommen würde. Sicherheitshalber merkte sich die junge Frau aber gut, wie sie zum Schrein des Kelemvor gelangen würden, wenn die Notwendigkeit bestand.

Bei der Krypta angekommen hielt sie die Augen (und Ohren) offen, um nach Details zu suchen, die ihnen vielleicht mehr verraten würden. Vielleicht gab es hier irgendwo ein Versteck oder eine geheime Botschaft. Irgendetwas musste es ja sein, was der Ritter Alvarian vom Orden des Kelches hier mit in sein Grab genommen hatte[1].

Zusammen mit Yzwaz und Vorbis konnte sie tatsächlich etwas entdecken. Am Fuße der Engelsstatue war eine große Grabplatte eingelassen, auf der sich mit etwas Mühe eine Inschrift entziffern ließ: "Hier wacht Alvarian, Ritter und Schlüsselträger vom Orden des Kelches. Möge das Feuer in seinem Blut auf Ewig der Finsternis wehren." Und auf dem Podest vor der Engelsstatue gab es noch einen weiteren Schriftzug: "Das Blut in dem das heilige Feuer brennt, vermag den Wächter zu rufen, solange die Siegel stehen."

"Was meint ihr, ob dieses Feuer wirklich noch in seinem Blut brennt? Ewig ist eine echt lange Zeit..."

In dem Moment fiel Scarlett auch nocheinmal die seltsame Vision ein, die sie vor einiger Zeit in dem alten Bauerngehöft hatte, als sie gegen die Schergen des Fuchses gekämpft hatten. Bestand da irgendein Zusammenhang? So recht wollte ihr keiner einfallen.

Und dann war da noch dieser Bayne. Er hatte sie auf die Spur gebracht. Das war ganz bestimmt kein Zufall und auch wenn er so tat als würde er nur ein paar Geschichten erzählen, so war sie sich doch sicher, dass er schon ganz genau wusste, wovon er redete. Vielleicht gehörte Bayne ja auch zu diesem Orden? Aber das alles half ihr im Moment auch nicht wirklich weiter.

"Und diese Siegel... wo könnten die sein? Meint ihr dieser Orden hat auch etwas mit der Kirche des Tyr zu tun? Könnten die Priester uns vielleicht noch mehr darüber verraten?"
 1. Perception 22
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 06.02.2019, 19:49:20
Auch wenn Melandro offenbar nicht zufrieden damit war, den Überfall zu verschieben, hielt Vorbis es doch für die  richtige Idee und hoffte, dass sie am nächsten Tag gut genug vorbereitet waren, dass das Ganze ohne Blutvergießen ablaufen konnte. Weniger glücklich war er darüber, den heutigen Abend stattdessen in einer Krypta auf dem Nietod zu verbringen; doch sich nun einfach von den anderen zu verabschieden, brachte er dennoch nicht über's Herz.

Nachdem sie an den Wachen vorbei und in der Krypta versammelt waren, sah sich Vorbis, wie die anderen ebenso, dort nach Hinweisen um und gemeinsam fanden sie auch einige Inschriften. Da er beim Gespräch der anderen gar nicht anwesend gewesen war, wusste er aber nicht wirklich, nach was er eigentlich suchen sollte. Wollten sie diesen Alvarion wieder zum Leben erwecken?

"Nun, die Worte scheinen mir recht eindeutig zu sein. Wenn wir den Kelch mit dem Blut füllen, passiert irgendetwas, ob gut oder schlecht. Nur wie? Denkt ihr, das ist gar kein echter Stein, sondern versteinertes Blut, das man irgendwie zurückverwandeln kann? Wenn nicht, müssen wir jemanden finden, in dessen Blut ein heiliges Feuer brennt. Ich bin es sicher nicht ... heilig vielleicht, aber mehr als ein schwaches Glimmen dürfte bei mir nicht drin sein."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 06.02.2019, 23:36:00
"Naja..." meinte Scarlett. "Da ist doch schon recht eindeutig von seinem Blut die Rede. Vielleicht mag es auch das Blut eines Nachfahren tun, das vermag ich nicht zu sagen, aber viel weiter brauchen wir nicht zu suchen, denke ich. Die wesentliche Frage hier ist, ob es sich lohnt, unter der Grabplatte nachzusehen... natürlich nicht, um das Grab zu entweihen, sondern um die Finsternis abzuwehren, also diesen Schattendämon beispielsweise."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 07.02.2019, 12:25:12
Unglücklich war noch sanft ausgedrückt. Als Schlusslicht der kleinen Gruppe in seinem eigenen Saft schmorrend, schäumte der Waise innerlich. Erneut verschoben! Das konnte doch nicht wahr sein! Wie sollte man ein aufregendes, abwechslungsreiches Leben führen wenn man immer alles auf morgen verschob um auf Nummer sicher zu gehen.

Und nicht nur das! Einen Auftrag bei dem sicherlich einige Münzen für sie raus sprangen dafür zu verschieben des Nächtens auf einem Friedhof zu laufen - eine tolle Idee! Hatte sie jemand beauftragt? Oder ihnen gar Lohn für dieses Rätsel auch nur in Aussicht gestellt? Nein!

Langsam fragte sich Melandro was das hier alles sollte und weshalb er hier war.

Just dieser Gedanke brachte ihm einen Einfall.

Denn bisher hatte er sich wenig interessiert gezeigt, doch nun reagierte der Halbdrow nach Scarletts Fund und Vorbis Fragen mit einem geschnaubten: "Ach?" Dem Priester übertrieben freundlich in dessen Augen blickend, stellte er folgende Frage: "Vergisst du unsere Vision?

Da war mehr als ein schwaches Glimmen..."
deutete er auf diese Weise seine Idee an. Schließlich verfügten sie über etwas das auch von lichtgekrönten Kämpfern stammte, wie es dieser Finsternis vertreibende Recke gut gewesen sein könnte.

Vielleicht war ja diese Idee erfolgsgekrönt.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 07.02.2019, 13:34:59
"Du meinst, wir sollen uns selbst Blut abzapfen?" fragte Vorbis erschrocken, als er realisierte, was die Worte Melandros implizierten. Es war nicht gerade ein Ausblick, der ihm Freude bereitete, auch wenn er zugeben musste, dass die Idee wohl einen Versuch wert war. Immerhin kannte er sich ein wenig mit Heilung aus und damit auch darin, Blut so abzuzapfen, dass der Patient nicht gleich ausblutete.

"Gut, wir können es versuchen; aber eine Frage bleibt noch: Was ist mit den Siegeln gemeint?" 
Er selbst sah sich noch einmal um - gab es hier irgendetwas, was wie ein stehendes Siegel wirkte?[1]
 1. Hilft mir der Researcher evtl. weiter? When you attempt to learn or recall a piece of lore, if you do not know that information, you often know where and from whom you can obtain it. Usually, this information comes from a library, scriptorium, university, or a sage or other learned person or creature. Your DM might rule that the knowledge you seek is secreted away in an almost inaccessible place, or that it simply cannot be found. Unearthing the deepest secrets of the multiverse can require an adventure or even a whole campaign.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 07.02.2019, 14:23:17
Gerade als Melandro den Mund aufmachte um zu Fragen ob sie vielleicht nicht eher morgen wieder hier her zurück kommen wollten um dann das Blut zu vergießen, überraschte Vorbis den Halbdrow und zeigte sich tatsächlich bereit sofort tätig zu werden. So schloß er ihn unverrichteter Dinge wieder und nickte ernst zur Bestätigung, dass ihn der dicke Priester durchaus richtig verstanden hatte.Wenigstens etwas...

"Wir nehmen am besten deines." meinte Melandro knapp, mit schmalen Augen. Nicht das er sich selbst zu schade dafür wäre, aber wenn sie hier schon solchen Dingen auf den Grund gehen mussten, dann war es wohl nur würdig und recht, dass Vorbis - als treibende Kraft - seinen eigenen Lebenssaft vergoß.

Seinen Blick beiläufig über Decke und Wände wandern lassend, suchte der ehemalige Pirat nach den besagten Siegeln. Vielleicht würden sie so eher hier heraus kommen und gastlichere Gefielde aufsuchen.[1]
 1. Bei den super Würfen der anderen erspare ich mir das jetzt aus reiner Faulheit.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 07.02.2019, 20:13:28
Beide Hände über den Knauf seines Stocks gelegt, lauschte Yzwaz dem Gespräch der großen Leute. Gelegentlich brummelte er vor sich hin. Zu Melandros Hinweis auf die Visionen nickte der Gnom einige Male. Erst bei Vorbis' letzter Frage räusperte er sich aber laut und meldete sich selbst zu Wort. "Hrm! Nicht mit normalen Augen zu sehen sein die Siegel müssen. Vielleicht den Wächter zu rufen ausreichen wird. Wenn nicht mehr die Siegel existieren, es merken wir werden." Ungewöhnlich sensibel für seine Verhältnisse, schien er das Zögern des Klerikers zu bemerken, denn er fügte nach einem weiteren polternden Räuspern hinzu: "Einige Tropfen Blut auch spenden ich kann." Sein verwittertes Gesicht verzog sich zu einem verknautschten Gesamteindruck, der womöglich ein Grinsen darstellen sollte. Wenn man sich seine knotigen Arme so besah, die wie dicke Drähte wirkten, konnten einem allerdings Zweifel daran kommen, ob sich bei dem Grauhäutigen auch nur ein einziger Tropfen Blut würde abzapfen lassen...
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 10.02.2019, 22:53:36
Vorbis war nicht gerade erpicht darauf, als Einziger sein Blut abzugeben, zumal er der Idee nur geringe Chancen einräumte. Immerhin Yzwaz hatte sich angeboten, sich zu beteiligen. Melandro hingegen zeigte sich von seiner bekannt egoistischen Seite, und der Priester fragte sich, ob dieser die Momente der Nähe, die sie heute geteilt hatten, nur als Spiel angesehen hatte.

Abgestoßen von Melandros Verhalten, doch dadurch nur noch weiter angestachelt, wandte er sich dem Gnom zu: "Danke, aber ich werde es zuerst einmal selbst versuchen. Wenn nichts passiert, komme ich gerne auf jeden zurück, der sein Blut anbietet."

Obwohl es an Dolchen nicht mangelte, kramte Vorbis lieber in seinen Kochutensilien und brachte ein scharfes Gemüsemesser zum Vorschein, von dem er immerhin sicher sein konnte, dass kein krankes Blut irgendwelcher Feinde daran klebte - und dass er außerdem stets sauber hielt. Ein kurzes Gebet sprechend, zog er die Klinge einmal quer über die Fläche seiner linken Hand und ballte diese über dem Kelch zu einer Faust, bis die ersten Tropfen herabfielen. Mit angehaltenem Atem wartete er, ob etwas passieren würde.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 11.02.2019, 09:14:35
Sobald sich die ersten Blutstropfen in dem Kelch gesammelt haben, sprangen weiße Flammen hervor. Das Blut brannte als wäre es Öl in einer Öllampe. Die Flammen spiegelten sich in Vorbis' Augen, die auf den steinernen Kelch gerichtet waren. Ansonsten änderte sich nichts, kein Wächter erschien auf magische Weise, kein Geräusch war zu vernehmen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 12.02.2019, 00:19:09
Vorbis' Augen waren wie gebannt auf die Flammen gerichtet, auch wenn sonst nichts passierte. Noch immer hielt er die Hand ausgestreckt, auch wenn sein Blut langsam zu gerinnen begann und nur noch vereinzelte Tropen herabfielen, die zischend das Feuer fütterten.

Seine Geschwister begannen langsam zu fürchten, dass mit dem Priester etwas nicht stimmen konnte, als seine Lippen plötzlich Worte formten: "Einer von uns?" fragte er mit leiser Stimme.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 12.02.2019, 08:25:30
Scarlett blickte gebannt auf den Kelch und auf jeden einzelnen Blutstropfen, wie er hinabfiel und zischend und brodelnd in dem Kelch zu brennen begann. Sollte es tatsächlich funktioniert haben? Oder waren diese Siegel nicht richtig?

Sie rief sich nocheinmal ihre Vision vor Augen. Nein, da war nichts mit einem Kelch oder brennendem Blut.

Dann fragte Vorbis etwas und sie hatte nicht den Eindruck, dass er mit ihnen redete.

"Einer von uns?" wiederholte die junge Frau, aber ihre Worte waren direkt an Vorbis gerichtet. "Mit wem redest Du da?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 12.02.2019, 12:39:33
"Welcher Feind?" entgegnete Vorbis, und spätestens jetzt war klar, dass er alles ignorierte, was um ihn herum geschah. Was immer der Priester sah und mit wem er auch redete, seine Geschwister konnten nichts davon erkennen. Würde sich das ändern, wenn auch ihr Blut den Kelch berührte?

"Wer ist dieser Feind?" wiederholte Vorbis erneut. "Und wo sind diese Siegel? Von welcher Initiation sprecht ihr?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 12.02.2019, 19:08:00
Scarlett schüttelte verzweifelt den Kopf. Vorbis war nicht mehr ansprechbar. Ganz offensichtlich hatte sein Blut etwas ausgelöst, als er es in den Kelch hat tropfen lassen. Und das Einzige, was sie sich da vorstellen konnte, waren die Veränderungen, die sie alle ganz plötzlich erfahren hatten, als sie damals in dem Bauerngehöft gegen die Fuchsbande gekämpft hatten, einhergehend mit ähnlichen Visionen. Sie konnte sich zwar keinen wirklichen Reim darauf machen, aber irgendetwas musste es ja damit zu tun haben. Und es gab aktuell wohl nur einen Weg, das herauszufinden...

"Ach, was soll's ..." sagte sie daher und zückte ebenfalls eine kurze Klinge, um sich damit einen Schnitt in die eigene Handfläche zu versetzen. Mit zusammengekniffenem Gesicht schritt sie zu dem Kelch und hielt auch ihre Hand darüber, aus der kurz darauf auch die ersten Blutstropfen hinabflossen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 12.02.2019, 19:13:06
Die weißen Flammen wurden intensiver als Scarlett ihr eigenes Blut zu dem von Vorbis mischte und auch in ihren Augen spiegelte sich das Feuer, während ihr Blick sich voll und ganz auf den Kelch fokussierte und sie genauso regungslos wurde, wie Vorbis es auch schon war.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 12.02.2019, 19:43:08
"Ihr müsst Alvarian sein," sprach Scarlett nachdem sie einen Moment lang fasziniert in die Leere gestarrt hatte. "Sind es diese finsteren Schattendämonen, von denen Ihr sprecht? Vorbis, Du weißt doch genau, weswegen wir hier sind. Du selbst hast Oghmas Macht kanalisiert, um ihn zu vertreiben."

Wieder an den anderen Gesprächspartner gerichtet, sagte die junge Frau: "Ihr müsst uns mehr davon erzählen! Kaum jemand hier schenkt uns Gehör. Wir haben diese Schattenbestie gesehen und was sie angerichtet hat. Und es war uns kaum möglich, gegen sie etwas auszurichten. Einzig Oghmas Macht gab uns einen Hoffnungsschimmer in dieser Auseinandersetzung. Aber wartet, ich hole die anderen. Sie alle sollten hören, was Ihr zu sagen habt."

"Vorbis, die anderen können uns noch hören. Ich konnte Deine Worte vorhin auch noch vernehmen. Also, kommt schon. Versammelt euch um den Kelch und tränkt ihn mit ein paar Tropfen eures Blutes. Dann erfahren wir mehr!" forderte Scarlett die restlichen Waisen auf, es ihr und Vorbis gleichzutun.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 12.02.2019, 19:54:10
Auf Scarletts eindringliche - wenn auch etwas verwirrende - Worte, folgte die übrigen drei Waisen ebenfalls dem Vorbild ihrer beiden Geschwister und vergossen ihr Blut in den steinernen Kelch, sodass auch dieses in Flammen aufging. Das weiße Feuer füllte auch ihr Blickfeld, hüllte ihre gesamte Wahrnehmung ein, bis sie sich in einer völlig gleißend weißen Welt wiederfanden. Nur sie und ihre Geschwister standen hier, sonst nichts. Außer einem elfischen Krieger, klar zu erkennen an der silbernen Rüstung, dem wallenden nussbraunen Haar und dem Schwert an seiner Seite. Auf seiner Rüstung prangte ein goldener Kelch, in dem weiße Flammen brannten.
Er sah jetzt einmal in die Runde und sprach dann zu allen fünfen: "Ah, fünf Knappen, zumindest etwas, wenn auch vielleicht zu wenige. Und ich bin nicht Alvarian, zumindest nicht wirklich. Ich bin ein Echo von ihm, das was zurückgeblieben ist, als wir die Siegel erschaffen haben mit der Macht unseres Blutes.
Ich spüre sie jetzt schwächer werden. Seid einer Weile schon. Das heißt, dass der letzte Ritter des Ordens gefallen ist. Der letzte dessen Blut sie speiste ist erkaltet. Sein Feuer erloschen. Und die ersten Splitter der Finsternis sind offenbar schon durch die Risse gekommen, vorbei gesickert an geschwächten Siegeln. Sagt mir bitte, dass ihr wenigstens den Kelch habt, wenn ihr schon nicht initiiert seid."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 12.02.2019, 20:20:51
Scarlett schüttelte erneut den Kopf, diesmal etwas unsicherer.

"Ich... ich weiß es nicht. Ich denke nicht. Wir befinden uns in der Krypta, also in Avarians Krypta. Dort steht eine große Statue eines Engels und vor ihm ein steinerner Kelch auf einem Podest. Die Statue sieht so aus, als würde er sein Blut über seine Schwertklinge dort hineintropfen lassen. Und genau das haben wir dann auch gemacht, so sind wir hierher gelangt. Außerdem standen dort noch Inschriften. 'Hier wacht Alvarian, Ritter und Schlüsselträger vom Orden des Kelches. Möge das Feuer in seinem Blut auf Ewig der Finsternis wehren.' und 'Das Blut in dem das heilige Feuer brennt, vermag den Wächter zu rufen, solange die Siegel stehen.' Das ist so ziemlich alles, was wir wissen. Da war dieses Wesen aus reinster Finsternis, von dem ich gerade schon gesprochen hatte, und seit diesem Zusammentreffen sind wir auf der Suche nach Informationen darüber und nach Wegen gegen solch schreckliche Bestien bestehen zu können, sollten wir nocheinmal auf eine treffen. Naja, und jemand hat uns ziemlich gezielt hierher gesandt, wenn auch über ein paar Umwege. Eine etwas undurchsichtige Person, die gerne in Rätseln spricht, aber ich bin überzeugt, dass er uns helfen will. Uns allen, meine ich. Nicht nur uns wenigen hier. Er nannte sich Bayne."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 13.02.2019, 10:01:26
Die Miene des Elfen verfinsterte sich merklich während Scarlett sprach: "Alles was ihr beschreibt dient nur dazu, mich mit euch sprechen zu lassen. Aber ich sehe, ihr habt den Kelch nicht. Er ist das heilige Artefakt, das der Orden sein Urzeiten nutzt, um neue Knappen zu erschaffen, die dann initiiert und zu Rittern gemacht werden können. Außerdem haben wir - die letzte Generation der Ritter, zu der auch Alvarian zählte - benutzt, um die Siegel zu erschaffen. Eine Barriere, die die Finsternis draußen hält und nicht in die Welt lässt.
Aber selbst die Macht des Kelches hat Grenzen. Vor Äonen hat Batariel, einer der großen Solare der sieben Himmel, sein heiliges Blut in diesen Kelch vergossen, um den niederen Völkern die Macht zu geben ihn in seinem Kampf gegen die Finsternis zu unterstützen. Die Geburtsstunde des Ordens des Kelches. Seitdem führt der Orden den ewigen Kreuzzug gegen die immer drohende Finsternis. Eine Generation von Rittern nach der anderen zog in die Schlacht, alle fielen irgendwann, aber das Böse blieb zurückgedrängt, auch wenn es nie bezwungen werden konnte. Aber je mehr Ritter erschaffen wurden mit der Macht des Kelches, umso schwächer wurde die Macht der einzelnen. Nachdem die letzte Schlacht überstanden war, war nur noch eine Hand voll Ritter übrig, fünf an der Zahl: ein Elfenpaar, Alvarian und Talandraea, ein menschlicher Ritter namens Hirin, ein Uthgardt namens Jeronar und ein Zwergenbarde namens Orbus. Die zwei Elfen waren tödlich verwundet, ihnen blieb nicht viel Zeit und Jeronar war von einem finsteren Blutrausch befallen, der ihn kaum einen klaren Gedanken fassen ließ. Also entschieden die fünf sich für einen verzweifelten Plan.
Statt sofort eine neue Generation Ritter zu erschaffen, die ihren Kampf fortführte, nutzten sie die Macht in ihrem eigenen Blut, um die Risse in der Realität, durch die die Finsternis eindrang zu versiegeln. Mit nur so wenigen Rittern würde die Macht in ihrem Blut die Siegel bewahren, bis zu jenem Tag, an dem der letzte von ihnen starb. Nur Hirin und Orbus würden das nächste Jahr überleben, soviel war allen bewusst. Also würden sie über den Kelch wachen und eine neue Generation Knappen ausbilden, die dann den Kampf wieder aufnehmen sollte, sobald der letzte Ritter gefallen war. Der Plan sah vor, dass Orbus - denn als Zwerg würde er am längsten Leben - die Kanppen ausbildete, während Hirin ihm so lange er konnte, neue Rekruten schickte. Und schließlich würde Orbus die Initiation dürchführen, sobald er sein Ende und damit das der Siegel kommen sah. Dann würde eine neue Generation Ritter mit dem Kelch in der Hand den Kampf wieder aufnehmen.
Alvarian war immer dagegen. Aber die anderen überstimmten ihn. Orbus mochte noch ein volles Jahrhundert leben, in dem der Feind nicht in die Welt gelangen konnte. Und jetzt ist es geschehen. Orbus ist tot, die Siegel werden bereits schwächer und die Finsternis ist auf dem Vormarsch. Sie wird Niewinter verschlingen. Der Ort, an dem die letzte Schlacht geschlagen wurde, wird fallen und die Welt wird folgen. Wenn einmal die Nebel aufsteigen, wird die Dunkelheit nicht aufzuhalten sein. Der Kelch wäre der Schlüssel, aber wenn ihr ihn nicht habt, hat Orbus zugelassen, dass er verloren geht.
Ich kann die Macht des himmlischen Blutes in euren Adern spüren, ihr habt aus dem Kelch getrunken, aber ihr seid nicht initiiert. Ihr habt den Schwur nicht gesprochen, am Ende werdet ihr genauso der Fisnternis zum Opfer fallen, wie die übrigen Sterblichen."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 13.02.2019, 11:48:19
"Orbus sagt Ihr? Orbus vom Clan Proteg? Er war unser Ziehvater. Er hat uns allen ein Leben gegeben, welches wir alleine vielleicht nie erreicht hätten."

Scarletts Gedanken rasten, vor allem versuchte sie sich zu erinnern, ob es da jemals einen Kelch gegeben hatte, denn nach dem was der Geist von Alvarian, oder mit was auch immer sie da gerade sprachen, gerade erzählt hatte, mussten sie ja alle daraus getrunken haben. Dann fällt ihr noch eine einfache Frage ein, die ihrem Gedächtnis vielleicht auf die Sprünge hilft.

"Wie sieht dieser Kelch genau aus?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 13.02.2019, 12:30:04
"Orbus!" schrie der Priester auf. "Er war ein ... Ritter?"
Der Gedanke, dass ihr Ziehvater Mitglied eines uralten Ordens war, der die Welt vor einer finsteren Macht  schützte, kam ihm irgendwie surreal, ja geradezu grotesk, vor. Orbus? Der fröhliche kleine Mann, der sich immer rührend um sie gekümmert hatte, mit einem fröhlichen Lied auf den Lippen, war ein mächtiger Krieger gewesen?

Erst dann wurde ihm die ganze Dimension des Gehörten bewusst, und ein Sturm verschiedener Gefühle prallte auf ihn. Er fühlte sich geehrt, und gleichzeitig ausgenutzt. Orbus hatte sie nur zu sich genommen, um Nachwuchs für diesen Orden zu rekrutieren, es war ihm nie um sie selbst gegangen. Oder etwa doch? Hätte er nie etwas erwähnen können? Hätten sie es verstanden? Und schließlich hatte er sich um sie gekümmert, war ein guter Ziehvater gewesen, auch wenn es wohl einen speziellen Grund hierfür gegeben hatte.

"Ich weiß, welcher Kelch es ist. Erinnert ihr euch nicht, er hat uns immer daraus trinken lassen, wenn etwas Schlimmes geschehen war. Er hat ihn sogar immer Zauberkelch genannt - wer konnte wissen, dass es tatsächlich so war? Aber dann sind es nicht nur wir fünf, sondern alle Ziehkinder von Orbus. Und keiner von uns wurde gefragt, ob er es so haben will." fügte er bitter hinzu. Konsterniert fuhr er fort:
"Doch jetzt ist es so, und wenn die Welt wirklich in Gefahr ist, bleibt uns wohl nichts anderes übrig, als die Aufgabe anzunehmen. Wir müssen den Kelch in seiner Hinterlassenschaft finden und den Schwur sprechen.

Könnt ihr uns die Worte sagen? Was passiert danach?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 13.02.2019, 13:32:08
Der Elf dachte für einen Augenblick nach und antwortete dann auf die Fragen der zwei Waisen: "Das ist gut, dann ist der Kelch vielleicht doch nicht ganz verloren. Ihr müsst ihn finden, das ist richtig. Aber so einfach ist das nicht. Der Kelch verleiht die Macht, aber der Schwur muss von einem Ritter gehört werden, damit er wirkt. Es gibt einen Weg, aber er wird euch großer Gefahr aussetzen.
Das, womit ihr jetzt sprecht ist alles, was von Alvarian, dem Ritter vom Orden des Kelches übrig ist. Ein letzter Tropfen Magie, der in seinem Blut pulsiert, solange die Siegel bestand haben. Wenn ihr den Schwur sprecht und ich ihn höre, dann ist es möglich euch zu initiieren. Ihr werdet nicht mehr nur die Gaben der Knappen haben, sondern die Gaben der Ritter. Und dann wird es euch geben, um den Schwur von anderen zu hören, in deren Blut das heilige Feuer brennt.
Aber euch diese Macht zu verleihen wird unsere Generation Ritter an ihr Ende führen. Orbus sollte es tun, in seinen letzten Stunden, damit die neuen Ritter für den Kampf bereit waren, solange die Siegel noch standen. Damit sie nicht sofort brechen, sondern die Tage in denen sie schwächer werden als Vorbereitung dienen konnten. Als Vorbereitung für die Nebel. Sie steigen schon auf und wenn ich euren Schwur höre werden sie mit voller Macht in eure Welt dringen und die Geister der Sterblichen werden ihnen nicht widerstehen können, zumindest nicht lange.
Allein ihr werdet stark genug sein, euch dem Wahnsinn erwehren können, der alles um euch befällt. Und ihr werdet den Schwur hören können von allen, die aus dem Kelch getrunken haben. Die Worte sind einfach

Im Namen des Kelches trinken wir das Blut.
Im Namen des Kelches öffnen wir die Hand.
Im Namen des Kelches schreiten wir voran.
Im Namen des Kelches ziehen wir das Schwert.
Im Namen des Kelches halten wir unsere Wacht.
Im Namen des Kelches opfern wir unser Leben.
Möge die Gnade des Engels uns schützen und bewahren.

Wenn ihr sie sprecht aus vollem Herzen wird die Magie des Kelches euch die Macht verleihen und der Schwur des Ordens wird auf euch übergehen. Dann wird auf euren Schultern ruhen, was jetzt nur die vage Erinnerung trägt, die von Alvarian übrig ist. Dennoch müsst ihr den Kelch finden. Die Herolde der Finsternis werden kommen und die Nebel werden die Sterblichen verderben. Der Kelch hat die Macht, sie zu bezwingen, deshalb werden sie versuchen seiner habhaft zu werden. Euch steht ein schwerer Kampf bevor. Mit dem Kelch in der Hand vermögt ihr euer Potenzial zu entfalten. Ohne ihn, werdet ihr zwar kämpfen, aber auf lange Sicht doch nur verlieren können."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 14.02.2019, 10:11:56
Mit einer Mischung aus Amüsement und Selbstzufriedenheit - wer war den bitte schön auf die Idee mit dem Blut gekommen? - hatte sich Melandro den halluzinierenden Vorbis angesehen und etwas aufgeheiterter als zuvor geschmunzelt. Als Scarlet sich ebenso auf Visionssuche begab, wollte der Halbdrow dann aber in nichts zurück stehen und so zog auch er sich eine Klinge über den Handballen und ließ seinen Lebenssaft in den Kelch rinnen.

Überwältigt von der Vision lauschte er, während seine sonst so stille Schwester sich angeregt mit dem Geist unterhielt. Nicht immer verstand der Halbelf was die Erscheinung meinte, aber das Orbus ebenso ein Ritter gewesen sein sollte, erstaunte ihn gewaltig. Erst Vorbis Worte von dem Kelch, ließen die Sache etwas glaubwürdiger, wenn auch nicht weniger seltsam, erscheinen.

Wie es schien hatten seine Geschwister doch recht gehabt und es steckte mehr hinter der Sache als nur ein paar Steife am Ufer des Blausees. Eine Gefahr für die ganze Stadt...

Gebannt lauschte er den Worten über die Macht die sie versprachen; mitsamt der Gefahren die damit einher gingen.

Wenn das so war, dann sollten sie so rasch wie nur möglich zu Orbus Haus zurück kehren und den Kelch bergen um ihn wieder hier zu bringen!
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 14.02.2019, 10:56:22
Maldrek war dem Beispiel der anderen gefolgt, hatte etwas Blut gegeben und hatte dann alles als Zuschauer miterlebt. Lange wusste auch er nicht, wovon gesprochen wurde, aber natürlich erinnerte er sich an den Kelch. Das war so lange her, als Kind war es ein besonderer Gegenstand gewesen, aber später wurde es zu einer von Orbus' Geschichten. Als er dann aber erfuhr, was wirklich vor sich ging und was möglicherweise auf dem Spiel stand, da verstand er plötzlich. Nun fügte sich alles zusammen. Woher er kam, wohin er kam, was aus ihm wurde - plötzlich schien es fast so, als wäre alles auf diesen Tag zugelaufen. Als gäbe es einen größeren Plan, als zeige sich nun endlich ihr Schicksal und welchen Platz sie einnehmen sollten.

Jetzt hatte er ein Ziel, jetzt hatten sie alle ein Ziel - und eine Aufgabe. Orbus zu Ehren mussten sie diesen Weg gehen, Orbus zu Ehren würden sie diesen Weg gehen und ihre Aufgabe so gut wie möglich erfüllen. Sie würden nicht alle retten können, so war es immer, es gab Opfer, das war nicht zu vermeiden. Aber sie würden die Welt nicht widerstandslos der Finsternis überlassen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 14.02.2019, 20:26:27
Recht gleichmütig hatte Yzwaz sich dem Blutopfer angeschlossen, und sogar die Vision, die sich den Geschwistern daraufhin bot, war von ihm eher mit angespannter Aufmerksamkeit als mit großem Erstaunen verfolgt worden. Fast als sei es etwas völlig alltägliches. Dem Gespräch lauschend, strich er sich unentwegt seinen langen Bart, brummte gelegentlich vor sich hin oder warf ein polterndes Räuspern dazwischen. "Stark in diesem da die Magie ist" stellte der Gnom mit einem Nicken in Richtung des Ritters fest, um dann nachdenklich die Stirn zu furchen. "Hrm!" machte er schließlich und vollführte mit seinem Stock eine halbkreisförmige Geste, die alle Anwesenden einschloss. "Wenn fortführen seine Aufgabe und die seiner Gefährten wir wollen, bedachtsam doch entschlossen handeln wir müssen. Hrm? Gegen uns die Zeit arbeitet." Er streckte seine kleine Gestalt und versicherte: "Bereit zu schwören ich bin. Hrm!"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 18.02.2019, 11:37:16
"Wenn unser Schwur gleichzeitig auch die Feinde in unsere Welt lässt, dann sollten wir erst den Kelch finden, ehe wir den Schwur leisten," schlussfolgert Scarlett nachdem sie eine Weile versucht hat, etwas Ordnung in die Worte des Geists von Alvarian zu bringen.

"Und wir sollten uns sofort auf die Suche machen. Die Zeit drängt und wir sollten spätestens morgen wieder hierher kommen. Mit dem Kelch."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 18.02.2019, 13:34:15
Der Elf musterte noch einmal die fünf Waisen und nickte dann: "Also gut, es ist eure Wahl, aber zögert nicht zu lange. Jedes Wort, das ich mit euch spreche, zerrt an meiner Kraft und ich spüre Finsternis schon aufsteigen. Alles, was die Siegel noch hält ist das, was von mir übrig ist. Die Saat der Dunkelheit ist schon gesährt und ihr werdet sie stärker spüren, solange ihr den Schwur nicht geleistet habt. Also eilt euch, holt den Kelch und kehrt zu mir zurück, so schnell ihr könnt, auf dass von neuem Ritter gegen den Feind ins Feld ziehen können."
Die Gestalt des Elfen verblasste und die fünf Waisen fanden sich in der Krypta wieder. Der Mond stand schon hoch am Himmel - auch wenn diese Vision sich nur wie Minuten angefühlt hatte - es musste mehr Zeit vergangen sein. Das Feuer in dem steinernen Kelch war erloschen und Mitternacht bereits verstrichen.
Also machten sie sich schnellsten auf zum Waisenhaus. Zumindest für den Weg über den Friedhof war Tymora ihnen hold. Denn obwohl es Nacht war und sich manch finstere Kreatur aus ihrem Schlaf regte, begegneten sie keiner von ihnen, sondern sie gelangten unbehelligt zum Tor, wo ihnen die Wachen - es hatten andere Dienst als zuvor - nach der angekündigten Wartezeit die Rückkehr in die Stadt erlaubten.
Eine gespenstische Ruhe lag über Niewinter, nichts regte sich hier und die Straßen waren still. Also eilten die fünf durch die Gassen, durchquerten die Enklave des Protektors und gelangten schließlich zum Ufer des Nie. Die steinernen Delphine der östlichsten der drei Brücken lagen vor ihnen. Doch etwas war anders als sonst. Ein sanfter Nebel erfüllte das Nordufer. Es war nicht allzu schwer durch ihn hindurchzublicken und sie konnten das Waisenhaus ohne Schwierigkeiten sehen, wie es über den dunklen Wassern des Nie aufragte. Doch die Worte Alvarians klangen noch immer laut in ihren Ohren. Hatte er nicht von einer "Vorbereitung für die Nebel" gesprochen? War dieser graue Dunst etwas das, was Niewinter bedrohte? Und wenn es so war, wie sollten sie mit ihm umgehen? Sie konnten ihn schließlich schlecht mit ihren Schwertern oder Zaubern schlagen. Es war schließlich nur Nebel.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 20.02.2019, 12:36:05
Maldrek war froh, dass sie den Friedhof ohne Probleme verlassen konnten, sie waren in Eile und einen Kampf gegen untote Kreaturen war das letzte, was sie brauchen konnten. Er eilte mit den anderen dem Waisenhaus entgegen. Mehrmals zog er seinen Mantel enger, er fröstelte und hatte das Gefühl, dass die Kälte durch den Stoff kroch wie das Unheil, dass sich um die Stadt sammelte und nur darauf wartete, freigelassen zu werden.

An der Brücke angekommen zögerten die Waisen. An jedem anderen Tag hätten sie sich kaum um den Nebel gekümmert, aber heute war es etwas anderes. Eine weile herrschte absolute Stille, nur das Atmen der Waisen war zu hören. Maldrek sprach leise, er wollte niemanden erschrecken und den Nebel nicht aufwecken. "Sollen wir einfach durchgehen?"

Dann kam ihm eine andere Idee. Er ging einen Schritt zurück und versuchte etwas zu tun, das er länger nicht getan hatte. Er hatte es bisher verborgen, aber heute konnte es hilfreich sein. Vielleicht war es an der Zeit, den anderen zu zeigen, was ihm gegeben worden war. Also versuchte er, die Flügel hervorzubringen.

Er spürte, wie es ihm gelang. Es war seltsam, ein kribbeln, ein leichter Schmerz, als er die Flügel aus Licht, die von einem Moment auf den anderen zwischen seinen Schultern entsprangen, das erste Mal ausstreckt und der Wind daran zog, aber es war gleich wieder vorbei. Er versuchte nicht auf die Reaktion der anderen zu achten, er wollte nicht sehen, ob sie ihn anstarrten, er war immer angestarrt worden - wenn auch aus anderen Gründen.
"Ich könnte sonst auch über den Nebel hinweg kommen, dank des Geschenks, von dem wir alle wohl eins bekommen haben."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 21.02.2019, 14:16:26
Vorbis fiel beinahe die Kinnlade herunter, als Maldrek plötzlich Flügel aus Licht wuchsen. Auf jeden Fall war diese Gabe beeindruckender als seine eigene. Dennoch würde es nicht das Problem der anderen lösen.
"Wir müssen alle durch, und entweder wir gehen schnell und hoffen, dass der Nebel uns nichts tut, oder wir gehen zurück und schwören den Eid, noch bevor wir den Kelch gefunden haben. Ich würde fast vorschlagen, wir machen das; was immer der Schwur uns an Kräften gibt, ist vielleicht notwendig, um überhaupt zum Kelch zu gelangen."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 21.02.2019, 20:01:14
Auf dem Rückweg wurden die Waisen vom polternden Räuspern und Brummen des Gnoms begleitet, der nach der Begegnung mit dem elfischen Ritter – oder wohl eher dem Geist desselben – stark mit eigenen Gedanken beschäftigt schien. Wie zur Beruhigung seiner Finger spielte er dabei an einem kleinen mechanischen Modell herum, einer beweglichen Gnomfigur aus Blech, bunt bemalt, wie man im Licht von Fackeln wohl erahnen konnte. Auf den Weg schien Yzwaz kaum zu achten, geschweige denn dass er wegen der Untoten nervös wirkte. Unberührt von allem, was um ihn herum geschah, führte er anscheinend eine Art innerer Zwiesprache, ganz in sich versunken.

Interessanterweise schienen seine übergroßen Füße aber über eigene Intelligenz zu verfügen, denn der runzlige Grauhäutige lief seinen Geschwistern zielsicher hinterher, ohne irgendwo anzustoßen oder verloren zu gehen. Erst als der Nebel in Sichtweite auftauchte, löste er sich aus diesem halbschlafähnlichen Zustand, sah sich um und hob mehrmals die Augenbrauen. Maldreks Worte ließen ihn den Kopf wiegen. "Hrm. Gefährlich der Nebel ist, hrm? So der Elf sagte. Hm-hrm..." Die Flügel des Gefährten musterte er mit merklichem Interesse, ehe er sich heftig an der Nase rieb und bemerkte: "Umgehen den Nebel wohl auch ich könnte. Doch ob euch mitzunehmen möglich mir ist..? Auf den Versuch wohl an es kommt."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 22.02.2019, 07:22:08
Ein bisschen war Maldrek schon überrascht, wie wenig überrascht die anderen zu sein schienen. Aber letztlich war es egal. Als Vorbis vorschlug, direkt wieder umzukehren, schüttelte er heftig den Kopf.

"Jetzt sind wir schon hier, jetzt sollten wir auch noch ein Stück weiter gehen. Vielleicht ist es ja doch nur einfacher Nebel und falls nicht haben sich unsere Befürchtungen ja bestätigt, dass das Böse auf dem Weg zum Kelch sein könnte. Erinnere dich, wie viel Zeit vergangen ist, als wir mit dem der Erscheinung sprachen. Wenn die Barriere fällt und wir wieder länger beschäftigt sind, wer weiß, wer sich den Kelch holt. Also, mit Mut voran. Vielleicht kann ich ja auch einen von euch durch die Luft tragen, wollen wir es mal ausprobieren?"

Er begann mit den Flügeln zu schlagen und ein Stück vom Boden abzuheben, in der Hoffnung, dass sich jemand fand. Kraft würde er genug haben, so hoffte er jedenfalls, aber er war sich nicht sicher, ob er mit dem zusätzlichen Gewicht noch in der Luft bleiben konnte. Als er dann in der Luft war, kamen ihm Zweifel. Zu unsicher flog er noch und zu groß und schwer schienen ihm die meisten Geschwister.
"Hm, ich fürchte es reicht nur für Yzwaz, auch leuchtende Schwingen machen aus mir keinen Riesenadler."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 22.02.2019, 09:49:17
"Liegt das Waisenhaus denn jenseits des Nebels? Sonst müssen wir ja so oder so hinein," meinte Scarlett.

 Auch sie hatte nicht schlecht geguckt, als Maldrek auf einmal seine Flügel ausbreitete.

"Ansonsten kann Maldrek ja vielleicht einmal von oben her nachsehen, wie die Lage dort ist."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 22.02.2019, 13:55:04
Vorbis hatte kein gutes Gefühl, durch den Nebel zu gehen. Dass Maldrek ihn nicht tragen konnte, war ihm schon vorher klar gewesen - es hatte seine Folgen, wenn man dem guten Essen und Trinken allzu zugeneigt war. Und seine Körperfülle machte ihn auch nicht athletischer, so dass er sich recht sicher war, nicht über irgendwelche Fassaden klettern zu können, wie es womöglich Yzwaz vorschwebte.

"Gebt mir eine Minute! Ich brauche hier göttlichen Rat." sagte er zu den anderen und begann damit, auf dem Boden verschiedene Gegenstände aufzubauen: Er zündete zwei Räucherkerzen und einige andere Kerzen an, die er im Kreis aufstellte, legte sein heiliges Symbol in die Mitte und begann dann, Karten aus seinem Spiel auszulegen. Es war zwar nur ein gewöhnliches Kartenspiel, aber solange man wusste, wie man die Karten lesen musste, kam es darauf nicht so sehr an.

Es dauerte tatsächlich nicht viel länger als eine Minute, bevor er die Sachen wieder zusammenpackte. Mochte es auch dämlich ausgesehen haben, so hatte er doch nun seine Antwort, wollten seine Geschwister auch noch so viele Scherze über sein Treiben machen. Dreimal hatte er die Karten gelegt, und jedesmal kam der Kadett des Schwerts zum Vorschein - in seiner ganz eigenen Rangliste der Karten ein klarer Verkünder des Übels.

"Durch den Nebel zu gehen, ist auf jeden Fall eine ganz schlechte Idee - das hat Oghma mir deutlich gemacht. Findet einen Weg hinüber, dann mag es gehen; falls nicht, bleibt nur, dass Maldrek und Yzwaz alleine gehen - und ich halte das für eine schlechte Idee - oder wir doch zur Krypta zurückkehren.

Ich bin auf jeden Fall zu fett: Zu fett, um von Maldrek mitgenommen zu werden, und zu fett, um über irgendwelche Geländer zu turnen."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 22.02.2019, 21:09:15
Während der Diskussion beobachtete Yzwaz den Nebel, seinen Bart streichend und vor sich hin murmelnd, und schien ihn mit seinen Blicken durchdringen zu wollen. Er machte den Eindruck, als habe er nicht übel Lust, es zu versuchen... doch nach der Erklärung des Klerikers meinte er lakonisch: "Hrm. Dann eine schlechte Idee es ist. Wenn auch nicht allmächtig, so doch weise meist Götter sind. Wenn aber nicht durch wir kommen, den Fluch ablegen wir müssen. Hrm?" Sein Blick ging fragend von einem zum anderen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 22.02.2019, 23:09:44
"Ich hoffe, Du meinst den Schwur," sagte Scarlett. "Der Fluch ist hier wohl eher das, was da vor uns liegt."

"Im Grunde genommen, gibt es dann nur eine Möglichkeit. Wir gehen zurück. Wir leisten den Schwur. Und dann kommen wir so schnell es geht hierher, um den Kelch zu bergen. Alles andere scheint mir ein zu großes Risiko zu sein."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 23.02.2019, 16:22:35
So kurz vor dem Ziel sollten sie jetzt umkehren? Maldrek wollte schon widersprechen, aber dann schaltete sich sein Verstand ein und er hielt inne. Wenn der Nebel wirklich eine Gefahr darstellte, brachte es nichts, sich dieser jetzt auszusetzen. Sie mussten eben nach dem Schwur schnell sein, schneller als das Böse.

"Na gut, dann los, verlieren wir keine Zeit mehr. Also nochmal in tiefer Nacht über den Friedhof, hoffen wir, dass dort alles schläft." Und damit machte er sich bereit für den Rückweg.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 23.02.2019, 16:25:37
Von den Geschichten des Elfengeistes ausreichend verunsichert, dass der Anblick der finsteren Nebels - unterstütz durch eine Mahnung Oghmas - sie in die Flucht schlug, wanderten die Waisen weiter durch die Dunkelheit Niewinters. Die Wachen am Nietod staunten nicht schlecht, als nach so kurzer Zeit und zu so später Stunde die gleichen Leute zurückkehrten, um wieder auf den Nietod gelassen zu werden: "Merkwürdige Gesellen seid ihr, was? Aber plündert keine Gräber, das mögen die Schädelmänner genauso wenig, wie die Götter und die Insassen der Gräber noch viel weniger."
Aber dennoch öffnete sie vorsichtig das eiserne Tor und ließen die Waisen wieder auf den Nietod, wo diese sich direkt auf machten in Richtung der Krypta. Doch Maldreks Hoffnung erfüllte sich nicht. Denn schon nach einem Dutzend Meter sahen die Waisen einen Schatten bei einem der mannshohen Grabsteine hinter ihnen her huschen. Das Wesen war nicht sonderlich gut darin sich verborgen zu halten.[1] Es war ein Humanoider aber an seinen Bewegungen konnte man klar erkennen, dass es kein Mensch oder Elf war. Es bewegte sich wie ein wildes Raubtier, das eher nach Instinkt als nach Überlegung handelte. Und es folgte den Waisen. Auf jedem Schritt. Was sollten sie tun? Stehen bleiben und ihm die Stirn bieten? Ihre Schritte beschleunigen und sehen ob es mithalten konnte? Oder gar versuchen sich zu verstecken?
 1. Es ist mit seinem Stealth-Check an euer aller Passive Perception gescheitert
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 24.02.2019, 01:47:12
Als sie die Gestalt erblickten, die ihnen auf dem Friedhof hinterherschlich, dachte sich Scarlett, dass ein wenig Licht ihren Verfolger vielleicht dazu bewegen könnte, die Jagd aufzugeben, wenn ihm klarwurde, dass er offensichtlich entdeckt worden war.

Daher wirkte sie einen kleinen Zauber, der einige Lichtkugeln erschuf, die dann sofort zu dem Wesen hinüberrasten[1].
 1. Dancing Lights
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 24.02.2019, 09:56:01
Aber die Lichter hatten den gegenteiligen Effekt. Denn auch, wenn die Kreatur für einen Augenblick zurückschreckte, setzte sie sich doch umgehend in Bewegung, um sich auf die Waisen zu stürzen. Dank Scarletts Magie konnten sie jetzt aber zumindest einen vernünftigen Blick erhaschen. Dieses Wesen war sicherlich eins ein Mensch gewesen, eine Frau, wie es aussah. Aber jetzt war ihre Haut gräulich und ihre Augen glühten rot. Sie bleckte lange Fangzähne in ihrem Mund und ihre Finger endeten in scharfen Klauen. Ihre Kleidung hing in Fetzen herunter und war schmutzig vermutlich vom Leben an diesem Ort. Aber um die Frage, wer diese Frau einst gewesen war und was genau sie für eine Kreatur war, kümmerten sich die Waisen gerade nur wenig, schließlich galt es, sich ihrer eigenen Haut zu erwehren.[1]
 1. Runde 1

Initiative
1. SC (außer Scarlett und Vorbis)
2. Untote
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 24.02.2019, 18:40:26
Maldrek zögerte nicht lange und schleuderte der Kreatur einen seiner Zauber entgegen. Er wusste dass es bei einem Treffer für das Wesen schwerer war, ihn zu treffen, also positionierte er sich so, dass er etwas vor den Geschwistern stand. Allerdings verfehlte sein Zauber vermutlich sein Ziel.[1]
 1. Angriff 9, Schaden 6 Necrotic damage, (if you hit an undead target, it also has disadvantage on attack rolls against you until the end of your next turn)
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 24.02.2019, 20:23:50
Auch Yzwaz wandte sich dem unbekannten Gegner zu. Der Gnom rannte los, stieß dem Wesen seinen Stock in einer blitzartigen Bewegung frontal gegen die Brust[1] und sprang dann einem kleinen Gummiball gleich in die Höhe, um einen eher ungezielten, aber äußerst wuchtigen Tritt folgen zu lassen[2]. Dabei gab der Grauhäutige unartikuliert klingende, kurze Schreie von sich und fuchtelte in sinnverwirrender Weise mit den Händen in der Luft herum.
 1. Angriff 22, Schaden 3
 2. Angriff 6, Schaden 6
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 25.02.2019, 16:19:05
Melandro

Melandro stürzte sich ebenso schnell auf die groteske Gestalt und zog dabei eines seiner Kurzschwerter, um es dem Wesen kurz darauf in die Rippen zu stoßen[1].
 1. Angriff 21 Schaden 14
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 25.02.2019, 17:04:48
Die Kreatur war trotz ihres Todes noch immer schnell und geschickt, sodass nur Yzwaz und Melandro einen Treffer landen konnten. Beide bemerkten sofort, dass was auch immer diese Kreatur nach ihrem Tod zurückgeholt hatte, ihr Haut hatte härter werden lassen und Wunden von einfachen Waffen schienen der Frau, die kaum noch Tod oder Verwesung, sondern nach Erde roch, nicht viel auszumachen.[1] Mit ihrer Klauen schlug sie jetzt zurück und versuchte Yzwaz zu packen, aber der Gnom war nicht weniger schnell als sie.[2][3]
 1. Gegen euren Waffenschaden ist sie offensichtlich resistent, aber nicht immun
 2. Keine Treffer
 3. Runde 2

Initiative:
1. SC
2. untote Frau
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 25.02.2019, 18:16:39
Scarlett

Scarlett machte ihre Handarmbrust bereit und feuerte zwei Bolzen in Richtung der Kreatur. Der erste war nicht besonders gut gezielt[1], aber der zweite schlug voll in den Oberkörper ein und verschwand beinahe vollständig darin[2].

Melandro

Melandro schaute beindruckt auf das Geschoss, während er sein zweites Schwert zog, um die Kreatur weiter zu attackieren. Die Ablenkung sorgte aber dafür, dass seine Schläge nicht besonders zielgenau waren[3].
 1. Angriff 10
 2. Kritischer Treffer für 24 Schaden
 3. Angriff 9 und 10
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 25.02.2019, 20:07:19
Wie ein flinker kleiner Derwisch hopste der Gnom um die Untote herum, suchte ihren Klauen auszuweichen und zugleich seine Angriffe fortzusetzen. Immer wieder schoss seine kleine Faust nach vorn, oder er schlug mit dem Stab zu[1].
 1. 2 Angriffe, Nr. 1 trifft AC 14 für 3 Schaden, Nr 2 AC 15 für 4 Schaden
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 26.02.2019, 13:42:23
Maldreks Plan war nicht aufgegangen, daher versuchte er einen anderen Zauber, der ihm vertrauter war. Er positionierte sich so, dass keiner der Geschwister im Weg stand, denn er wollte nicht das falsche Ziel treffen.[1]
 1. Eldritch Blast 19, Schaden 4 (Force)
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 27.02.2019, 04:36:46
Vorbis reagierte langsam, als die Untote plötzlich angriff, zu geschockt war er. Doch während die anderen bereits angriffen, wurde schnell klar, dass auch diese Kreatur eine Resistenz gegen ihre Angriffe hatte. Sich an den Kampf gegen das Schattenwesen zurückerinnernd, konzentrierte der Priester sich auf den gleichen Zauber, der gegen dieses wirksam gewesen war, und schickte erneut einen Lichtblitz auf den Gegner los, der sein Ziel nicht verfehlte.[1]
 1. Ranged Spell Attack 22, 16 Schaden, Advantage auf den nächsten Angriff gegen das Wesen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 27.02.2019, 08:36:43
Die plötzliche und heftige Gegner seiner Beute ließ die untote Frau aufheulen und mit hastigen, nicht mehr ganz so koordinierten Bewegungen, entschwand sie in die Dunkelheit. Es blieb nur zu hoffen, dass ihr Schrei oder der Lärm des kurzen Schlagabtausches nicht irgendetwas anderes aufgeweckt hatten in der Finsternis. Für einen Augenblick starrten die fünf Waisen ins Dunkle, aber sie entdeckten nichts, das unmittelbar aufgeschreckt worden wäre und ihnen nun ans Leder wollte. Also setzten sie ihren Weg zu Alvarians Krypta fort und erreichten sie ungehelligt.
Dort angekommen, gingen sie sicher zumindest das eiserne Tor zu schließen, durch das sie eingetreten waren, in der Hoffnung, dass das ihnen irgendwie weiterhelfen würde. Sobald dies geschehen war, traten sie von neuem vor den steinernen Kelch und öffnete wieder die Wunden, die sie in dieser Nacht schon einmal benutzt hatten, um den Wächter zu rufen. Wenig später fanden sie sich wieder in der Welt aus weißem Licht und der elfische Siegelwächter stand vor ihnen: "Ihr kehrt zurück. Also habt ihr den Kelch gefunden? Oder droht das Böse inzwischen so sehr, dass ihr die Macht des Eides sucht? Ich spüre mit jedem Augenblick, der vergeht, die Siegel schwächer werden."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 27.02.2019, 09:40:56
"Der Ort, an dem wir den Kelch vermuten, war von gespenstischem Nebel eingehüllt. Euren warnenden Worten zufolge waren wir vorsichtig. Vorbis hier hat seinen Gott befragt und die Antwort erhalten, dass es zu gefährlich sei, durch den Nebel zu gehen. Daher sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass wir erst den Schwur leisten sollten, um dann den Kelch sicherzustellen," erklärte Scarlett ihre rasche Rückkehr.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 01.03.2019, 10:21:19
Maldrek nickte. Schnell musste es gehen, er war ungeduldig. "Also was ist jetzt zu tun, der Nebel breitet sich aus und wir müssen uns dem schnell entgegenstellen." Er wollte hier nicht als fordernd erscheinen, es war schließlich eine Ehre, was ihnen hier bald zu Teil werden würde, aber viel zu besprechen gab es auch nicht mehr.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 01.03.2019, 20:00:03
Yzwaz' Augenlider waren halb nach unten gesunken, seine knotigen Hände über dem Knauf des Stocks gekreuzt. Man hätte den Eindruck gewinnen mögen, nach dem kurzen, aber heftigen Kampf mit dem untoten Wesen sei er im Stehen eingeschlafen. Doch er hörte anscheinend sehr genau zu, denn er öffnete die Augen just in diesem Moment wieder und erklärte knapp: "Um zu schwören gekommen wir sind."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 02.03.2019, 14:56:20
Die drängenden Fragen des Tieflings beantwortete der Elfengeist gar nicht mehr. Tatsächlich hatten die Waisen den Eindruck, dass seine Form etwas durscheinender, seine Stimme schwächer und seine Antworten langsamer waren als bei ihrem letzten Besuch vor einigen Stunden. Trotzdem reagierte er noch: "Also gut, sprecht die Worte des Schwurs der Ritter vom Orden des Kelches und die Macht des Engels soll euch gehören:

Im Namen des Kelches trinken wir das Blut.
Im Namen des Kelches öffnen wir die Hand.
Im Namen des Kelches schreiten wir voran.
Im Namen des Kelches ziehen wir das Schwert.
Im Namen des Kelches halten wir unsere Wacht.
Im Namen des Kelches opfern wir unser Leben.
Möge die Gnade des Engels uns schützen und bewahren."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 02.03.2019, 18:43:30
Vielleicht war es gut gewesen, dass sie so schnell wieder hergekommen waren. Er prägte sich die Worte ein, vielleicht konnte die Erscheinung sie nicht wiederholen.

"Lasst uns schnell die Worte sprechen, solange er noch genug Kraft hat, um das Ritual oder was auch immer es ist, zu vollenden. Am besten sprechen wir alle gemeinsam den Schwur?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 03.03.2019, 03:48:34
"Also dann," sagte Scarlett. "Worauf warten wir noch."

Sie wartete einen kurzen Augenblick, um den anderen Gelegenheit zu geben, sich für diesen Moment zu sammeln, ehe sie langsam den Schwur rezitierte.

"Im Namen des Kelches trinken wir das Blut.
Im Namen des Kelches öffnen wir die Hand.
Im Namen des Kelches schreiten wir voran.
Im Namen des Kelches ziehen wir das Schwert.
Im Namen des Kelches halten wir unsere Wacht.
Im Namen des Kelches opfern wir unser Leben.
Möge die Gnade des Engels uns schützen und bewahren.
"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 03.03.2019, 13:02:40
Yzwaz fiel ohne langes Zögern ein und rezitierte den Schwur ebenfalls. Er schloss mit einem energischen "Hrm!" und schüttelte einige Male stirnrunzelnd den Kopf, als wolle er die ungewohnte Wortreihenfolge wieder loswerden, die ihn offenbar durcheinander brachte.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 03.03.2019, 15:36:47
Maldrek stimmt mit ein, er schloss die Augen, um sich ganz der Kraft der Worte zu ergeben.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 05.03.2019, 20:47:48
Und auch Vorbis stimmte, wenn auch mit einem unguten Gefühl in der Magengrube, in Scarletts Worte ein. Wenn der Geist recht hatte, würden sie mit diesem Schwur das Unheil erst wirklich über Niewinter hereinbrechen lassen. Ob die Kräfte, die sie gewinnen würden, ihnen auch nur den Hauch einer Chance geben würden? Und wie konnte er die Opfer, von denen es sicher etliche geben würde, mit seinem Gewissen vereinen können?
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 06.03.2019, 13:14:06
Auch Melandro stimmte in den schwörenden Chor mit ein und die fünf Waisen vollendeten gemeinsam den heiligen Schwur der Ritter vom Orden des Kelchs. Der Elfengeist, der in dieser Traumwelt ihnen gegenüber stand antwortete auf ihren Schwur mit einfachen Worten: “Ich höre euren Schwur im Namen des Engels und erkennen euren Dienst an.“ Die Waisen waren sich unsicher, ob die Wärme die sie spürten, als die Worte ausgesprochen wurden, reine Einbildung war oder ob dies schon die Macht der Ritter war, die der Elfengeist ihnen versprochen hatte.
Dessen Antlitz verblasste zusehends und er sprach jetzt schnell und hastig: “Dies ist der Moment. Ihr verfügt jetzt über die Macht der Ritter und wenn ihr die Schwüre von Knappen hört, die das Blut des Engels aus dem Kelch getrunken haben, werden sie zu Ritter werden, so wie ihr. Aber seid gewarnt. Die Siegel sind jetzt zerbrochen, die Nebel steigen schon auf und sie werden nicht nur die Stadt erfüllen, sondern auch die Köpfe ihrer Bewohner. Ein langsames Siechtum aber selbst der stärkste Wille erliegt ihnen, wenn er nicht das Blut des Engels hat, um den Einfluss abzuwehren. Es ist an euch das Böse zurückzutreiben. Jeder Sieg schwächt es und wenn ihr nur stark genug kämpft mögt ihr es zurücktreiben durch die Spalten, durch die es in diese Welt sickert. Findet den Kelch! Nutzt seine Macht! Sammelt Verbündete! Lasst nicht zu, dass die Finsternis den Kelch oder die Menschen korrumpiert! Und so ihr wankt, sucht Hilfe bei…“
Doch die letzten Worte des Elfen gingen verloren in der verblassenden Traumwelt und wen auch immer er ihnen als Ratgeber hatte empfehlen wollen, blieb ungewiss. Die Waisen fanden sich nun wieder in seine leeren Gruft und wussten instinktiv, dass auch ihr Blut den Wächter jetzt nicht mehr würde rufen können, er war verschwunden. Das was von Alvarian noch in dieser Welt verblieben war, hatte nun endlich Ruhe gefunden. Doch die Aufgabe, die vor ihnen lag, machte das nicht kleiner. Ein Blick aus der Tür zeigte ihnen, dass die Zeit der Dämmerung noch nicht gekommen war. Die Siegel waren also gebrochen, aber was bedeutete das für Niewinter? Würden jetzt Schattendämonen in Horden durch die Straße ziehen? Oder war es nur dieser Nebel, der unbekanntes Unheil über das glanzlose Juwel des Nordens bringen würde?
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 06.03.2019, 13:41:19
"... Bayne."

Jedenfalls dachte Scarlett, dass das der Name war, den der Geist von Alvarian ihnen nennen wollte. Er war es, der sie hierher geführt hatte, wenn auch über einige Umwege. Er steckte weitaus tiefer in dieser ganzen Sache drin und vor allem musste er wissen, dass sie aus dem Kelch getrunken hatten. Nur so ergab das alles für sie einen Sinn.

"Ich denke zumindest, dass er das sagen wollte."

Ansonsten versuchte die junge Frau vor allem in sich selbst hineinzuhorchen, um festzustellen, ob sie sich nun irgendwie verändert hatte.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 06.03.2019, 20:17:15
"Möglich das ist. Einiges für sich sogar der Gedanke hat" meinte Yzwaz zustimmend. Er ballte einige Male seine Fäuste und öffnete sie wieder und schien ebenfalls zu prüfen, ob er irgendeine Veränderung spürte. Der Gnom neigte den Kopf lauschend zur Seite. Doch dann straffte sich seine dürre Gestalt wieder, und er verkündete: "Doch noch nicht wir wanken - also Alvarians andere Ratschläge befolgen uns lasst!"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 07.03.2019, 10:43:59
"Nun ist es also an uns, eine wahrhaft große Aufgabe. Wir werden alles tun, um uns würdig zu erweisen." Maldrek war zwar klar, dass Alvarian sie nicht hören konnte, aber er hatte es auch mehr zu sich selbst gesprochen. Er ahnte nicht, was auf sie zukomme würde, aber es war nun ihre Aufgabe.

"Genau, noch ist der Tag nicht erwacht und die meisten Bewohner der Stadt schlummern noch. Machen wir schnell, auf zum Kelch."

Er warf einen vorsichtigen Blick nach draußen, vielleicht hatten sich ja einige Untote dort versammelt, um auf die Gruppe zu warten. Er glaubte es zwar nicht, vermutlich wären sie längst eingedrungen - außer die Macht des Wesens hatte sie fern gehalten - aber warum ein Risiko eingehen. Allerdings sah er nichts und niemand.[1]

"Draußen sieht alles ruhig aus, können wir los?"
 1. Percpetion 3
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 07.03.2019, 13:23:49
Vorbis konzentrierte sich ebenfalls darauf in sich zu horchen, ob er irgendeine Veränderung an sich wahrnehmen konnte. Doch bislang schien sich nichts geändert zu haben, und eine gewisse Enttäuschung machte sich in ihm breit.
"Und jetzt? Ich fühle mich nicht anders als zuvor; so sollen wir jetzt dem Nebel entgegentreten? Und wenn der Geist recht hatte, wohl noch viel mehr als nur dem Nebel."

Schon bereute er es, diesen Schwur geleistet zu haben; Schwüre waren eine ernste Angelegenheit, die schwerwiegende Konsequenzen haben konnten, und man sollte sehr genau darüber nachdenken, was und worauf man schwor. Doch er hatte, durch alles, was geschehen war aus der Fassung gebracht, überhastet einen Eid geschworen und hoffte nun, dass er dies nicht noch bereuen würde.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 11.03.2019, 14:06:09
Die fünf Waisen fühlten sich zwar nicht anders, aber dass die Siegel gebrochen waren, wurde offensichtlich, als sie den Friedhof verließen. Es war ihnen auf dem Nietod nicht aufgefallen, denn die hohen steinernen Mauern schützen die Gräber vor dem, was sie draußen erwartete. Die Wachen ließen sie wieder vom Friedhof und dachten sich nichts dabei, aber für die Waisen fühlte es sich anders an. Denn die Nebel, die sie zuvor nur am Nordufer erwartete hatten, waren jetzt in die Enklave des Protektors gekrochen. Sie wanden sich wie ein fester Griff um jedes einzelne Gebäude.
Und jetzt fühlten die Waisen sich tatsächlich zum ersten Mal anders. Sie konnten den Nebeln nicht mehr ausweichen, also traten sie hinein und sie spürten eine Art ziehen an ihrem Geist, es war wie ein leises klingeln, wie eine leichte Glocke, direkt neben ihrem Ort geläutet und doch nicht laut zu hören. Aber es war nicht mehr, sie konnten es ohne Probleme ausblenden. Aber es bestand jetzt kein Zweifel mehr, dass hier irgendetwas vorging, das es zuvor nicht gab.
Dennoch schritten sie jetzt ohne Probleme durch den Nebel, denn das ungute Gefühl, das sie zuvor erfüllt hatte beim Anblick der dunklen Schwaden, wurde jetzt ersetzt durch irgendeine Art von wundersamer Zuversicht, die sie zuvor nicht empfunden hatten. Sie gelangten also ohne Schwierigkeiten zum Waisenhaus und spürten langsam aber sicher, dass sie sich eine ganze Nacht um die Ohren geschlagen hatten. Denn auch, wenn der Nebel alles dunkler machte, würde doch in weniger als ein oder zwei Stunden die Sonne aufgehen. Sollten sie jetzt noch versuchen, nach dem Kelch zu suchen? Sie ale spürten bereits die Erschöpfung.[1]
 1. Wenn ihr jetzt nicht schlafen geht, bekommt ihr einen exhaustion Level, d.h. ihr habt Disadvantage auf Ability Checks
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 11.03.2019, 16:17:18
"Auch, wenn es anstrengend ist. Wir sollten erst den Kelch finden, ehe wir uns ausruhen," meinte Scarlett als die Frage aufkam.

Die Erschöpfung nagte natürlich auch an ihr, aber jetzt wo die Siegel gebrochen waren, mussten sie handeln. Der Elfengeist hatte bisher in allem, was er ihnen gesagt hatte, Recht behalten. Und daher stand für sie außer Frage, dass sie unbedingt den Kelch finden mussten. Wenn ihre Feinde ihn erlangten, würde das sicherlich nicht gut für Niewinter sein.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 12.03.2019, 00:28:59
"Einverstanden." entgegnete Vorbis, der immer noch von dieser seltsamen Zuversicht erfüllt war, ein für ihn völlig ungewohntes Gefühl. Sollte das die Wirkung des Schwurs gewesen sein? War das bereits alles?

"Lasst uns Orbus Räume durchsuchen, aber setzen wir uns eine Grenze. Mehr als eine Stunde würde ich nicht suchen. Wenn wir den Kelch so schnell nicht finden, könnte es sein, dass unsere Feinde ihn bereits an sich gebracht haben. Wenn ich wieder bei Kräften bin, nach einer Nachtruhe, kann ich einen Zauber wirken, um den Kelch zu finden - solange er nicht allzu weit entfernt ist. Wenn wir ihn also nicht schnell finden, würde ich diesen Weg vorschlagen."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 12.03.2019, 10:55:38
"Ja, lasst uns auf die Suche gehen. Im Moment könnte ich sowieso nicht schlafen." Er war zwar sicher, dass ihm sofort die Augen zufallen würden, wenn er sich hinlegen würde, aber der Kelch war wichtiger. "Sollen wir uns aufteilen und immer zu zweit die verschiedenen Räume durchsuchen?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 12.03.2019, 20:56:59
Ob Yzwaz müde war, konnte man schwer beurteilen. Die steingrauen Lider lagen wie üblich halb über den Augen, und falls er gähnte, würde das unter seinem Bartwald kaum zu sehen sein. Doch der Gnom gab ein tiefes Brummen von sich, das durchaus Ähnlichkeit mit einem Gähnen hatte, bevor er einige Kniebeugen machte, die Schultern kreisen ließ und verkündete: "Was geschieht, während im Schlaf wir liegen... es wissen niemand kann. Darum für die Suche auch ich bin."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 17.03.2019, 19:03:07
Die Waisen machten sich also im Waisenhaus auf die Suche, aber sie stellten schnell fest, dass es nicht so leicht werden würde. Denn Orbus war auf seine alten Tage sehr viel unordentlicher geworden, das wurde ihnen schnell klar als sie den Teil des Waisenhauses betraten, in denen der Zwerg gelebt hatte. Offenbar hatte sich bisher niemand ein Herz gefasst und hier ernsthaft Ordnung geschaffen. Es war kein pures Chaos, aber die einst fein säuberlich sortierten Dokumente und Schriftstücke waren jetzt an allerlei Orten verteilt. Sie fanden Briefe im Kleiderschrank und Bücher unter dem Bett. Aber von dem magischen Kelch war keine Spur zu finden. Irgendwie hätte es sie aber auch überrascht, ihn einfach so in einer Schublade zu finden. Immerhin war er ein ziemlich wertvolles Artefakt, das Orbus wohl gut verbrogen hatte, wenn es sich überhaupt hier im Waisenhaus befand. Nachdem ihnen klar wurde, dass es nicht sonderlich schnell gehen würde und das alles etwas länger dauern würde, entschieden sie doch fürs erste schlafen zu gehen. Gegen Mittag fanden sie sich wieder im Waisenhaus ein, um zu entscheiden, was es nun zu tun galt.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 17.03.2019, 22:11:07
Vorbis war in Orbus' Anwesen geblieben; keine zehn Pferde hätten ihn des Nachts noch auf die Straße gebracht, denn in Vorbis' Vorstellung zogen draußen Heerscharen von Geistern, Monstern und ähnlichen Gestalten ihre Kreise. Einzuschlafen fiel ihm dann auch schwer, doch irgendwann übermannte die Müdigkeit auch ihn.

Als er schließlich aufwachte, stand die Sonne schon hoch am Himmel, und er schalt sich, dass er so lange geschlafen hatte. Andererseits wusste er jedoch auch, dass er nur ausgeruht die Ruhe finden konnte, sich für neue Zauber zu öffnen - und er war klar, dass er dies heute tun musste. Kaum war er aufgewacht, setzte er sich abseits von allen anderen in einen abgeschiedenen Raum und begann damit, zu Oghma zu beten und seinen Geist von allen negativen Emotionen zu reinigen, um empfangsbereit zu sein für Oghmas Gaben.

Nur wenige Minuten später kehrte Vorbis zurück zu den anderen. "Dann wollen wir doch mal sehen." sagte er, bevor er einen kurzen Zauber wirkte, während dem er sich auf Orbus' Kelch konzentrierte, so wie er ihn aus seiner Kindheit in Erinnerung hatte.[1]
 1. Locate Object (http://www.5esrd.com/spellcasting/all-spells/l/locate-object)
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 18.03.2019, 10:05:00
Vorbis wirkte seinen Zauber und er war sich sicher, dass er alles richtig gemacht hatte. Doch schnell wurde er enttäuscht, denn der Kelch war nicht zu spüren, weder in dem Anwesen des Orbus, noch in seiner unmittelbaren Umgebung. Es gab natürlich Mittel und Wege einen Zauber wie seinen zu blockieren, also mochte er durchaus irgendwo hier verborgen sein, aber genauso gut war es möglich, dass der Kelch sich irgendwo anders befand. Eines war zumindest sicher: er war nicht einfach unter irgendein Sofa gerollt, denn dann hätte der Priester des Oghma ihn spüren müssen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 18.03.2019, 14:33:04
Nachdem Vorbis ihnen berichtet hatte, was er über die Anwesenheit des Kelches herausfinden konnte, meinte Scarlett: "Das bedeutet also, dass er entweder nicht oder nicht mehr hier ist oder aber sehr gut versteckt? Dann sollten wir das Haus erstmal sehr, sehr gründlich durchsuchen. Es ist ja naheliegend, dass er so ein wertvolles Artefakt nicht aus den Händen gegeben hat. Also ist ein Versteck hier im Haus nicht so unwahrscheinlich. Fällt euch vielleicht irgendetwas ein, irgendein Hinweis, den er uns einmal gegeben haben könnte, der uns in diesem Falle hier zu dem Kelch führen könnte? Ansonsten sollte sich jemand mit den Schriften hier befassen. Vorbis? Das ist doch eher Dein Fachgebiet. Ich würde mich mal nach geeigneten Verstecken umsehen. Was ist mit euch?" fragte sie dann an die anderen gewandt. "Helft ihr mir suchen? Wenn wir uns in zwei Teams aufteilen[1] können wir mehr Räume auf einmal absuchen. Ich kann Bubo hierlassen, um ein Auge auf Vorbis zu halten. Er kann mich warnen, wenn hier etwas Ungewöhnliches vor sich geht. Also, was meint ihr?"
 1. Eine sinnvolle Aufteilung meiner Meinung nach wäre Melandro und Maldrek, sowie Yzwaz und Scarlett - dann ist immer jemand mit guter Wahrnehmung und jemand mit Thieves' Tools Proficiency in jedem Team und die jeweils andere Person könnte mit Help Action unterstützen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 18.03.2019, 19:44:00
Melandro warf nach Scarletts Vorschlag einen langen Seitenblick zu Maldrek und machte dann eine Bewegung mit dem Kopf, die offensichtlich als sowohl als Zustimmung als auch als Aufforderung gemeint war. Worte verlor der sonst so gesprächige Halbdrow keine.

Irgendwie mussten sie den Kelch ja finden können. Empor ins oberste Stockwerk steigend, ja aufs Dach wenn dies möglich war, würden sie das Haus Ziegel für Ziegel, Schindel für Schindel auseinander nehmen und sicher gehen, dass der Kelch hier war. Oder eben nicht.[1]

So gut es ging arbeitete Melandro mit dem Tiefling zusammen und verkniff sich jede spitze Bemerkung über dessen rote Haut und Hörner. Auch wenn diese ihn sehr an... aber nein! Kein Wort.
 1. Perception mit Adv. DC: 13
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 18.03.2019, 20:11:34
"Hrm-hmmm..." brummte Yzwaz vor sich hin und ließ seine Augen dabei hin und her gleiten. "Suchen wir müssen" stellte er schließlich fest. Dann verkündete er, einen Zeigefinger erhoben: "Doch überlegen zunächst wir sollten. Stets als erster am Ziel der wahre Weise ist, denn seine Schritte langsam er tut! Das Nachsehen der Narr hat, welcher in die falsche Richtung eilt." Womit er seine Schläfen zu massieren begann und seine flinken Augen wiederum in Bewegung setzte. Der Gnom versuchte sich aller möglichen Gelegenheiten zu erinnern, bei denen er Orbus erlebt hatte. Es musste ein Muster geben - etwas, das den toten Hüter in seinem innersten Wesen charakterisierte und auch den Schlüssel zu dem Versteck darstellte, das er wählen würde, um etwas so wichtiges wie den Kelch zu verstecken. Ein Muster, das sich nur dem Auge des geduldig Nachsinnenden erschloss...[1]
 1. Wenn es in Ordnung ist, würde ich gern die background ability nutzen und Yzwaz über die Sache meditieren lassen. EDIT: Meditation mit einer mageren 14 (https://games.dnd-gate.de/index.php/topic,8951.msg1060114.html#msg1060114)...
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 22.03.2019, 22:59:21
Vorbis dachte eine Weile darüber nach, was das Ergebnis seines Zaubers tatsächlich hieß. "Versteckt würde bedeuten, er ist gegen Zauber abgeschirmt. Wenn nicht, dann ist er ein ganz schönes Stück entfernt. Aber Orbus hat uns alle doch dafür aufgenommen, dass wir diesen Eid schwören - also wollte er auch, dass wir den Kelch finden. Wenn er ihn abgeschirmt oder weggebracht hat, dann muss er uns irgendeinen Hinweis hinterlassen haben. Es sei denn, jemand hat den Kelch gestohlen - aber es sieht nicht nach Einbruch aus. Ich werde mir die Unterlagen einmal ansehen, vielleicht finde ich ja etwas."

Also begab Vorbis sich an die Arbeit und versuchte, irgendwelche Hinweise in Orbus' schriftlichen Unterlagen zu finden; doch die Aufgabe stellte sich als nicht wirklich einfach dar.[1]
 1. Investigate: 14
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 23.03.2019, 14:43:14
Also machten die Waisen sich wie geplant daran, das gesamte Haus noch einmal gründlich zu durchkämmen, während Vorbis in den Gemächern ihres Ziehvaters die Dokumente durchsah. Beide Aufgaben waren langwierig und als es schließlich dunkel wurde, hatten sie alle nur wenig vorzuweisen. Die vier Waisen waren sich relativ sicher, dass der Kelch nicht hier war - oder zumindest sehr gut versteckt. Aber das hatten sie auch zuvor schon gewusst. Sie hatten eine Menge Staub aufgewirbelt und die eine oder andere Erinnerung an ihre Kindheit im Waisenhaus ausgegraben, aber ein magischer Kelch war nicht darunter gewesen.
Vorbis hatte nicht viel mehr Glück. Sein Problem war allerdings nicht, dass er nichts vorzuweisen hatte. Es war einfach zu viel. Orbus hatte in den letzten Jahren offenbar nicht mehr sonderlich gründlich unterschieden zwischen Rechnungen, Briefen, Büchern, Schriftrollen, Zeitungen aus Tiefwasser und was der alte Zwerg sonst noch alles angesammelt hatte. In all dem Chaos entdeckte Vorbis aber wenigstens so etwas ähnliches wie ein Tagebuch seines Ziehvaters. Allerdings war es kein echtes Buch, sondern es waren nur Pergamentfetzen, auf die der Zwerg seine Gedanken gekritzelt hatte. Auch hier gab es kaum durchkommen, aber am Ende hatte der Oghma-Kleriker einen kleinen Stapel gefunden, der ihm interessant - und nicht allzu alt - erschien. Allerdings war es pures Chaos und er hatte keine Ahnung, in welcher Reihenfolge er diese Notizen lesen musste.[1]
 1. 
Die Notizen (Anzeigen)
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 29.03.2019, 09:18:19
Nachdem seine Suche ergebnislos erfolgt war, schloss Melandro melancholisch gestimmt wieder zu den anderen auf. All die Dinge aus ihrer Jugend wieder in die Hände zu nehmen hatte schlummernde Erinnerungen aus frühen Tagen herauf beschworen. Sollte sich dabei etwas von Wert, eine Flache Wein zum Beispiel, oder ein paar Münzen haben finden lassen, so wanderten sie ungesehen in Melandros tiefe Taschen. Etwas Trost hatte er sich durchaus verdient. Zu seiner Überraschung hatte Vorbis Notizen von Orbus gefunden und war gerade mit Fiona dabei sie in eine verständliche Reihenfolge zu bringen. Sein Glück dabei ebenso versuchend, stellte der Halbdrow aber schnell fest, dass er hier hoffnungslos fehl besetzt war und überließ gerne, allerdings nicht ohne große Show, dass er es nicht selbst wesentlich besser machen könnte - so er nur wollte - den anderen die Lösung dieses Rätsels.

Stattdessen begab er sich in den ersten Stock und blickte aus dem Fenster. Die Ereignisse hatten sich in den letzten 24 Stunden überschlagen. Genau so wie er es mochte. Nichts desto trotz hatte ihn die Vorsicht der anderen für diesen Moment angesteckt und so behielt er die Straße und umliegenden Dächer im Auge. Vielleicht wurden sie ja bereits beobachtet oder verfolgt.

Wäre das nicht aufregend?
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 30.03.2019, 18:00:55
Gemeinsam versuchten sie, die Pergamentschnipsel in eine sinnvolle Reihenfolge zu finden, um ihren Sinn zu entschlüsseln, und es schien ihnen auch zumindest zum Teil zu gelingen - doch leider wurde die Frage nach dem Kelch nicht beantwortet. Was jedoch vermutet werden konnte: Orbus hatte den Kelch wohl kaum so gut vor ihnen versteckt, wenn er vorgehabt hatte, sie nun einzuweihen; jemand musste ihn an sich genommen haben.

Während Maldrek die Unterlagen noch ein weiteres Mal durchsuchen wollte, um möglicherweise Indizien zu finden, die Vorbis zuvor verborgen geblieben waren, wollte der Priester zumindest die Mittel ausschöpfen, die ihm zur Verfügung standen.
"Ich kann den größten Teil der Stadt abdecken, wenn ich den Zauber heute noch zweimal wirke. Vielleicht ist der Kelch ja tatsächlich noch in der Nähe. Aber mir wäre wohler, wenn jemand von euch mitkommen würde. Also?" Er blickte fragend in die Runde.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 30.03.2019, 19:58:01
So er vom Misserfolg seiner Meditation enttäuscht war, ließ es sich der Gnom nicht anmerken. Er stand da, sah Maldrek zu und zwirbelte und zerzauste dabei seinen langen Bart mit den hageren Fingern. Seine buschigen Augenbrauen hüpften auf und ab, während seine Mimik Gesichtsausdrücke produzierte, die besonders bei seiner steingrauen Haut verschiedentlich den Eindruck ergaben, als habe hier ein Bildhauer mit einem seltsamen Humor gewirkt. Vorbis' Vorschlag quittierte er mit einem nachdenklichen Brummen. Schließlich räusperte er sich und meinte: "Mitkommen ich kann, wenn der Hilfe du bedarfst. Hrm?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 31.03.2019, 16:20:43
Die Waisen teilten sich also von neuem auf. Während Melandro die Umgebung im Auge behielt und sah, was dort draußen in der unmittelbaren Umgebung vor sich ging, machten Yzwaz und Vorbis sich auf die Enklave des Protektors, um an diesem Abend die Magie des Priesters noch zu nutzen und zu versuchen den Kelch zu finden. Es wurde bereits dunkel und sie stellten fest, dass auch die Nebel, die sie bereits zuvor gesehen hatten, schon wieder begannen aufzusteigen. Aber der Rest von Niewinter ignorierte das. Es schien vielmehr ein besonders ausgelassener Abend in der Enklave zu sein, denn aus mehr als einem Wohnhaus und aus sämtlichen Gasthäusern erklangen laute Stimmen, die lachten und sangen, johlten und schrien. Auf dem Marktplatz angekommen, wo Vorbis seinen Zauber wirken wollte, erwartete sie sogar ein besonderes Bild. Denn der Markt war inzwischen weitgehend leer, die meisten Händler und Kunden waren bereits entschwunden. Aber just als die zwei einbogen hörten sie ein Krachen aus Richtung des großen Gasthauses. Ein stämmiger Zwerg kam aus einem Fenster geflogen – mitsamt dem Glas und einem der zwei Läden und wenig später sprang ein Halber hinterher, um ihn zu packen und gleich wieder ins Innere zu schleudern. Wachen eilten herbei während die Menge johlte.
Aber die Waisen waren nicht hier, um sich an einer Kneipenschlägerei zu beteiligen. Sie hatten wichtigeres zu tun. Und tatsächlich, kaum hatte Vorbis seinen Zauber vollendet, da spürten er ein sanftes Ziehen. Der Kelch war noch hier – ein Glück – und die Magie führte ihn gen Nordwesten. Er folgte ihr und musste seinen Zauber einmal erneuern.[1], da er das Ziel nicht so schnell erreichen konnte, wohin die Magie ihn führte durch die Gassen Niewinters. Aber schließlich standen die beiden davor: das Anwesen des Protektors, der Sitz des Herrschers von Niewinter, dessen Tore zu dieser späten Stunden verschlossen waren. Es mochte noch Wachen geben, aber sie standen nicht draußen. Dagult Nieglimm schätze seine ruhigen Abende, also würden sie hier heute nichts mehr erreichen können. Und ein Einbruch beim Protektor war etwas, das zwar möglich war, wofür sie aber besser ihre Geschwister mitnehmen sollten. Also kehrten sie lieber zurück zum Waisenhaus, wo ihre Geschwister sie bereits erwarteten.[2]
Indessen suchten Maldrek und Scarlett gemeinsam nach dem Brief aus Cormyr. Zum Glück hatte Vorbis bereits einiges vorsortiert, aber trotzdem mussten sie eine Menge Dokumente genauer lesen, bevor sie das Schreiben fanden, das der Oghmapriester wohl übersehen hatte, weil es nicht in Orbus’ schwungvoller Handschrift, sondern mit eckigen, beinahe zittrigen Buchstaben geschrieben war. Aber sobald sie genug gelesen hatten, war ihnen klar, dass dies genau das war, was sie gesucht hatten:
Der Brief aus Cormyr (Anzeigen)
 1. Bitte zwei Slots streichen
 2. @Melandro, Yzwaz und Vorbis: Macht bitte alle mal einen Perception-Check für mich
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 01.04.2019, 14:21:00
Vorbis wirkte regelrecht aufgekratzt, als er zu Orbus' Anwesen zurückkehrte. Als er gemeinsam mit Yzwaz gegangen war, hatte er keine große Hoffnung gehabt, dass der Kelch tatsächlich in der Nähe zu finden war - zumindest war er davon ausgegangen, dass derjenige, der ihn genommen hatte, ihn entsprechend vor Zaubern abgeschirmt hätte. So jedoch hatten sie eine klare und deutliche Spur, der sie folgen konnten.

Nebenbei war er bei ihrem Ausflug jedoch auch überrascht gewesen, dass scheinbar niemand Notiz von dem Nebel nahm, und die bedrohliche Atmosphäre, die er gestern noch drückend gespürt hatte, an den Bewohnern Niewinters scheinbar spurlos abperlte. Zumindest schien die Gefahr nicht ganz so unmittelbar zu sein, wie er befürchtet hatte.

Als sie schließlich zu ihren Geschwistern stießen, konnte der Priester seine Aufregung nicht mehr unterdrücken, und kaum angekommen, stieß er zwischen schnappenden Atemzügen hervor: "Die ... Enklave! ... Der Protektor! ... Er ist ... in der Enklave ... der Kelch!", um sich in der Folge einem heftigen Hustenanfall hinzugeben.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 02.04.2019, 19:31:21
Geduldig und ungerührt marschierte der Gnom hinter Vorbis her, ohne sich zu beschweren. Seine kurzen Beine trugen ihn ausdauernd und so schnell voran, dass es ihm keine erkennba-ren Probleme bereitete, mit dem beleibten Kleriker Schritt zu halten. Wie ein etwas zu klein (und deutlich zu schmal) geratener Schatten folgte er dem Gefährten schweigend, unauffällig, mit einem gelegentlichen "Hrm-hmmhrmm!" auf sich aufmerksam machend. Nur ein-mal äußerte er sich. Indem er den Flug des Zwergs aus dem Gasthausfenster beobachtete, kommentierte er trocken: "An der Technik ihm es mangelt – sein Problem die Landung ist. Hrm." Es schien ihm dabei auch in den knotigen Fingern zu jucken, doch griff er nicht in die Schlägerei ein. Schließlich hatten sie wichtigeres zu tun. Oder besser gesagt, Vorbis hatte wichtigeres zu tun, und ihn dabei allein zu lassen, wäre keine weise Wahl gewesen.

Die Beharrlichkeit, sich nicht von ihrem Vorhaben abbringen zu lassen, machte sich denn auch recht bald bezahlt, denn der Kleriker schien mit seinen Gebeten Erfolg zu haben. Yzwaz legte den Kopf in den Nacken, um an den mehrfach gnomhohen Torflügeln vor dem Anwesen des Protektors hinaufzuschauen, gab ein geringschätziges "Hm, hrm..." von sich, unter-ließ aber, was immer ihm vorgeschwebt haben mochte. Stattdessen folgte er dem Kleriker wieder zurück zum Waisenhaus. Vorbis' Schritte auf dem Rückweg waren derart ungewohnt beschwingt, dass der Grauhäutige diesmal tatsächlich tüchtig ausschreiten musste. Bei den Geschwistern angekommen, bestätigte er die enthusiastische Meldung nur mit einem knappen Nicken. Dann ballte er jedoch die Faust, hustete mehrmals polternd hinein und meinte: "Uns beeilen wir müssen. In den Gassen zu hören ein seltsames Geräusch ist. Nicht in den Ohren, nur im Kopf es erklingt – eine Erschütterung der Magie ich spüre! Hrm."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 03.04.2019, 00:31:08
Scarlett blickte zwischen Vorbis und Yzwaz hin und her.

"Okay. Also gut. Aber wenn das wieder so eine Schattenbestie ist, was machen wir dann? Wir konnten bei unserem letzten Aufeinandertreffen kaum etwas gegen sie ausrichten."

Dann warf sie Vorbis den Brief zu und meinte: "Das hier ist der Brief aus Cormyr. Definitiv von Hirin. Er schreibt darin auch, dass Jeronar gestorben ist, also ist 'Er' definitiv jemand anderes. Er beschreibt ihn als jemanden, der nicht eingreifen kann oder darf. Warum auch immer. Naja, lies es Dir nachher selbst durch."

Dann blickte sie wieder zu dem Gnom: "Also? Wohin?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 07.04.2019, 16:06:24
Die fünf Waisen machten sich also erneut in der Tiefe der Nacht auf, dieses Mal mit einem festen Ziel und der Hoffnung vor Augen, den Kelch für sich gewinnen zu können. Allerdings entschieden sie zuvor einen Abstecher zum großen Gasthaus zu machen, wo sie Bayne bereits mehrfach begegnet waren und schon Hilfe von ihm erhalten hatten.
Die Nebel waren mittlerweile aufgezogen und ein dunkler Dunst hüllte ganz Niewinter ein. Sobald die Waisen ihre vergleichsweise sicheren vier Wände verließen spürten sie alle, was Yzwaz meinte. Es war ein leises Klingeln, als würde eine Glocke in großer Ferne geläutet, aber es war doch klar zu vernehmen. Was genau es bedeuten mochte, wussten sie allerdings nicht. Da sie fürs erste damit nichts anfangen konnten, gingen sie in Richtung des großen Gasthauses und recht schnell fiel ihnen auf, dass vergleichsweise viele von den Söldnern, die dem Protektor als Stadtwache dienten hier draußen unterwegs waren. Vor dem großen Gasthaus hatte sich sogar eine größere Gruppe versammelt. Die Lage war wohl seid Yzwaz und Vorbis hier gewesen waren mehr als eskaliert, denn ein Dutzend Männer und Frauen stemmten sich gegen die eisernen Fesseln, die man ihnen angelegt hatte. Es sah nicht so aus, als wäre das Gasthaus gerade ein sonderlich einladender Ort, aber man konnte ja nie wisssen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 07.04.2019, 20:22:34
Vorbis schien sehr unglücklich über den Anblick, der sich ihnen vor dem Gasthaus bot, doch einzugreifen erschien ihm zu gefährlich. Er drehte sich zu den anderen um und sprach mit leiser Stimme zu ihnen:
"Was immer hier vor sich geht, es scheint die Menschen in Unruhe und Aggressivität zu versetzen. Aber ich denke nicht, dass wir hier helfen können; damit würden wir uns nur selbst zur Zielscheibe machen. Wir müssen herausfinden, was die Menschen beeinflusst und die Quelle ausschalten. Und dazu werden wir wohl den Kelch brauchen. Ich würde sagen, lasst uns hier nicht bleiben, sondern zum Palast weiterziehen."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 08.04.2019, 20:17:47
Yzwaz nickte nur auf Vorbis' Worte. "Helfen nur wir können, wenn des Übels Quelle zum Versiegen wir bringen" stimmte er dem Kleriker lakonisch zu. Er machte im Gegensatz zu dem Gefährten einen recht gleichmütigen Eindruck. Doch wer den Gnom genau beobachtete, konnte erkennen, dass seine flinken Augen die Situation zu überblicken suchten. Er nahm alles in sich auf, vor allem die möglichen Wege, ungesehen und ungehindert ihren Weg fortzusetzen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 10.04.2019, 16:47:00
"Sollten wir nicht zumindest mal nachsehen, ob das Gasthaus geöffnet ist und man dort hineinkommt?" fragte Scarlett. "Wo wir doch schon hier sind..."

Mit skeptischem Blick beäugte sie dabei die Wachen des Protektors und die Gefangenen. "Vielleicht finden wir dabei auch heraus, was es damit auf sich hat."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 13.04.2019, 14:30:34
Überrascht darüber, dass der Kelch ausgerechnet in der Enklave zu finden war, hatte sich Melandro so lange ruhig der Gruppe angeschlossen gehabt, bis die Diskussion aufkam, ob man nun ins Große Gasthaus gehen sollte, oder eben nicht. Scarlett vehement zustimmend, erklärte der Halbdrow seinen Geschwistern: "Wenn wir immer bei der ersten Schwierigkeit aufgeben und davon laufen, werden wir wohl nicht viel retten können. Der Palast außerdem hat schon längst geschlossen. Lasst uns lieber die Lage hier begutachten." Mit einem bemüht ernsten Gesicht - und einem unbewussten Seitenblick zu Yzwaz - wies er noch vielversprechend darauf hin: "Wer weiß was wir da für nützliche Erkenntnisse erlangen könnten."

Ohne lange zu fackeln, steuerte der Pirat einen weniger umkämpften Eingang der Taverne an und betrat als Erster das Große Wirtshaus.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 13.04.2019, 15:19:05
Die Waisen nahmen also einen der Seiteneingänge des großen Gasthauses und suchten sich ihren Weg durch einen der Flure, vorbei an einem Dutzend Zimmerntüren und gelangten so schließlich in den Schankraum. Dieser sah allerdings sehr viel anders aus, als sie es gewohnt waren. Er glich eher einem Schlachtfeld. Die Hälfte der Tische und Stühle war umgeworfen, einige völlig zersplittert. Die meisten Angestellten waren damit beschäftigt aufzuräumen, da einiges an Krügen, Gläsern und Flaschen zu Bruch gegangen war. Einige der Söldner waren noch hier, aber sie hatten offenbar sämtliche problematischen Gäste nach draußen geschafft. Diejenigen, die verblieben waren, saßen am Rand des Chaos. Ein Gruppe Zwerge trank schon wieder Bier, zwei Tieflinge beäugten das ganze Geschehen kritisch und eine ganze Menge Wunden wurden versorgt, die in dieser Massenschlägerei - denn das musste es wohl gewesen sein - entstanden waren.
Es waren vielleicht noch zwei Dutzend Gäste hier und in der Ecke entdeckten die Waisen auch, den Mann, den sie suchten, Bayne. Völlig unversehrt saß er dort an einem einzelnen Tisch und hielt ein Kristallglas in der Hand, dessen Fuß abgebrochen war. Aber das hinderte ihn nicht daran sich großzügig aus dem Weinschlauch nachzuschenken, der auf dem Tisch lag.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 13.04.2019, 15:26:31
"Na, wer sagt's denn!" sagte Scarlett erfreut, auch wenn der Anblick des großen Gasthauses insgesamt sicherlich weniger zur Freude einlud.

Ohne viel Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen[1], bewegte sich die junge Schurkin geschickt in die Nähe von Bayne's Tisch. Dabei warf sie den einen oder anderen Blick zu den Verwundeten, deren Wunden noch versorgt wurden.
 1. Stealth 23
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 13.04.2019, 20:17:38
Da die Entscheidung nun einmal so gefallen war, folgte der Gnom seinen Geschwistern mit dem gewohnten Gleichmut in das Gasthaus, wo er sich aufmerksam umsah. Beim Anblick der diversen Verwüstungen runzelte er in einer Weise die Stirn, die einen unbedarften Beobachter in helle Sorge um die Unversehrtheit seiner rissigen Haut versetzt hätte. Dazu brummte er in einer Weise vor sich hin, die nach Missbilligung klang. Bayne entdeckte er womöglich einige Herzschläge später als die anderen - seiner deutlich mehr verstellten Sicht wegen, besaßen doch so gut wie alle Anwesenden die Frechheit, ihn weit zu überragen. Sobald man den Gesuchten ausgemacht hatte, schlängelte sich die schmale grauhäutige Gestalt jedoch geschickt zwischen all den Großen hindurch, unbeirrt auf das Ziel zu.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 14.04.2019, 10:23:24
Der extravagant gekleidete - und von der Schlägerei völlig unversehrte Mann - saß an seinem Tisch als gäbe es kein Chaos um ihn herum, ganz so als würde er nur eine Pause von seinem üblichen Weg von Tisch zu Tisch machen. Ein wenig überrascht schauter er zu Scarlett und Yzwaz auf, die als erste von den Waisen bei ihm auftauchten: "Ah, ihr seid zurück. Seid ihr gekommen, um mir zu erzählen, wie eure Geschichte weitergeht?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 15.04.2019, 21:37:46
Direkt hinter seinen zwei anwesenden Lieblingsgeschwistern durch das allnächtliche Chaos pflügend, als wäre er ein Hai in einem Becken voller unbedeutender Beutefische, gelangte auch Melandro zum Tisch des seltsam anmutenden Mannes. Ungefragt glitt er auf einen freien Stuhl und befreite eine vorbei eilende Schankmaid von einer Karaffe Wein und einigen Bechern, die er prompt zu füllen begann.

Nicht von dieser vertrauten Tätigkeit aufblickend, gab er Bayne jedoch zur Antwort: "Es scheint so als ob ihr immer mehr und mehr Teil unserer Geschichte werdet, Verehrtester. Vielleicht könnt ihr unserem Verständnis ein wenig auf die Sprünge helfen? Frei -  von Geschichtenerzähler zu Geschichtenerzähler. Ja?"

Aufblickend, grinste der Halbdrow ein schwer zu deutendes Grinsen und teilte die Becher geschickt zwischen den Anwesenden auf, wobei für Maldrek leider, ja wirklich!, leider keiner mehr übrig war und Yzwaz vollkommen unerwartet einen mit Trinkwasser erhielt.

Dem mysteriösen Mann zu prostend, sprach der Dieb weiter: "Ihr wisst schon: Briefe aus Cormyr, verstorbene Ritter die dennoch warnen, Schwüre mit Blut besiegelt... Kelche? ...“ ließ er die Frage ausklingen und verharrte einen Moment. Dann, ganz so als sei nicht geschehen sprach er in seiner gewohnt flotten Redegeschwindigkeit weiter: „Dramatische Geschichten dieser Art eben. Ihr kennt das ...?" Nun seine Augen für keinen Moment mehr von denen von Bayne lassend, versuchte Melandro erneut aus dem Gesicht seines Gegenübers schlau zu werden. War da ein Funke des Erkennens? Zuckte ein Mundwinkel? Gebannt wartete er auf eine Reaktion.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 18.04.2019, 20:24:46
Der Mann grinste und gönnte sich einen Schluck aus seinem lädierten Glas: "Oh sicher, Geschichten wie solche habe ich schon gehört. Aber man sagt es gibt eigentlich gar nicht so viele von ihnen. Ganz so als würden sie sich immer wieder wiederholen. So hat es vor langer Zeit ein großer Denker der Nesseril festgestellt. Geschichte ist ein Kreislauf, der sich immer wiederholt, deshalb sammle ich auch, was es zu erzählen gibt. Denn je mehr sich die Dinge verändern, desto mehr bleiben sie gleich. Da muss man sammeln, um die Konstanten und die Differenzen zu sehen." Der Mann nahm einen weiteren Schluck: "Ich würde euch ja einen Stuhl anbieten, aber hier ist es dann doch etwas chaotisch. Und ihr seht auch nicht so aus, als wolltet ihr jetzt eure Geschichte teilen. Es klingt vielmehr so, als hätte ihr dringed etwas zu erledigen. Vieles geht vor, das merke sogar ich und eure Geschichte könnte schon bald eine sehr spannende werden."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 25.04.2019, 14:57:24
Unter den buschigen Augenbrauen hervor traf Melandro ein argwöhnischer Blick aus den flinken Augen des Gnoms. Doch der Grauhäutige gab sich damit zufrieden und nahm stumm einen Schluck Wasser, nachdem er unter lautem (und nicht sehr glaubwürdigem) Ächzen wie ein Eichhörnchen auf einen der Stühle am Tisch geklettert war. Ungeachtet des Winks von Bayne schien er sich zum Platznehmen eingeladen zu fühlen - oder die Andeutung des Mannes war wie üblich schlicht an Yzwaz vorübergegangen.

Interessiert schob er seine große Nase ein Stück näher an Bayne heran und musterte ihn. "Der Anfang also das Ende ist" murmelte er vor sich hin und schien zu sinnieren. "Womit das Ende sein zugleich der Anfang muss." Eifriges Reiben an der Nase schien einen weiteren Gedanken in den Vordergrund zu bringen, denn er wandte sich direkt an den seltsamen Geschichtenerzähler: "Wenn also in Kreisen sich die Ereignisse bewegen und von anderen Geschichten Anfang und Ende Ihr kennt, so zum Ende der unsrigen gewiss guten Rat geben Ihr könnt, hrm?" Ob seine folgende Grimasse ein freundliches Lächeln oder doch eher eine Art von Herausforderung darstellen sollte, würde wohl auf ewig sein Geheimnis bleiben.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 26.04.2019, 13:36:37
Bayne lächelte wissend bei den Worten des Gnoms, schüttelte dann aber den Kopf: "Ich kenne das Ende eurer Geschichte nicht, sie ist schließlich noch nicht vollständig erzählt. Aber ich habe Vermutungen, wie sie ausgehen könnte. In einer Katastrophe voll Dunkelheit oder in einem Triumph. Aber selbst dann wäre sie nur der Anfang eines neuen Kreislaufs, der so sein mag, wie der letzte oder auch anders. All das vermag niemand zu sagen. Doch ich glaube, dass alte Geschichten euch zu sehr aufhalten. Wenn mich die Vergangenheit etwas gelernt hat, dann dass die Zeit drängt, sobald finstere Schwaden am Horizont aufziehen. Und wenn ich mich hier so umsehe ..." er blickte einmal in die Runde, auf das Chaos, das hier angerichtet worden war "... dann ist die Zeit des Aufziehens der Dunkelheit schon vorbei, sie ist jetzt hier. Und wenn ihr einen Rat hören wollt: es wäre wohl nicht ganz ungeschickt sich eine Fackel zu besorgen, um die Dunkelheit zurückzudrängen, aber ich habe das Gefühl, darauf seid ihr auch schon gekommen. Es muss keine echte Fackel sein, aber leuchten sollte es bei Bedarf. Und natürlich braucht es auch immer Leute, die die Fackel tragen. Denn wenn sie zu Boden fällt erlischt ihr Licht schnell, das weiß jeder."
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Beitrag von: Maldrek am 27.04.2019, 17:56:49
Maldrek war den Geschwistern gefolgt, meist schweigend, denn sie hatten die verworrene Geschichte schneller erfasst als er. Als sie dann die Situation bei der Taverne sahen wollte er schon los stürmen, helfen, aber die anderen hatten Recht. Hier konnten sie vielleicht ein kleines Feuer löschen, an anderer Stelle würden aber stetig neue entfacht werden. Man musste den Ursprung der Feuer bekämpfen und nicht die Flammen. Das sollten andere tun.

Und dann standen sie wieder bei Bayne. Maldrek kannte dieses Spiel, er hatte früher schon jemanden gekannt, der es perfekt beherrschte und es fiel ihm schon damals schwer, es mitzuspielen. Auf der anderen Seite konnte es überlebensnotwendig sein zu verdunkeln, was Wissen war und was nur Andeutung.

Dann würden sie also jetzt eine Fackel suchen müssen, an dem Ort, an dem wohl niemand mit Verstand einbrechen wollte. Aber sie hatten keine Wahl.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 28.04.2019, 02:12:41
Scarlett verdrehte ein wenig die Augen, als Bayne sprach, doch diesmal war ihr eigentlich recht schnell klar, was er ihnen sagen wollte. Was es mit diesem Kerl wirklich auf sich hatte, würden sie wohl nie endgültig erfahren. Vielleicht war er ein Gesandter der Götter, der hierher geschickt worden war, um sie in die richtige Richtung zu schubsen, das würde zumindest so einiges erklären. Zumindest fiel ihr keine bessere Erklärung ein. Ein Zufall war es jedenfalls nicht, dass er vor einiger Zeit hier im großen Gasthaus an ihrem Tisch gelandet war, da war sie sich doch ziemlich sicher. Wie der Fuchs, den sie zu jener Zeit vor allem gesucht hatten, sich in ihre neue Sicht von der Lage um Niewinter einfügte, war ihr auch nicht so recht klar. Und dann war da auch noch dieser andere Mann, der ihre Aufmerksamkeit immer mal wieder auf sich zog, wenn auch weniger der Mann selbst, sondern etwas, was er an sich hatte.

Zu den anderen gewandt fragte Scarlett daher: "Sagt mal, seht ihr den Mann dahinten? Den mit der verletzten Hand? Habt ihr eine Ahnung, zu welcher Familie das Wappen gehört, das er auf seiner Kleidung trägt?"

Dem Mann, auf den sie dabei deutete, wurde gerade von einer Schankmaid die rechte Hand verbunden, die blutig war. Sie selbst versuchte dabei einzuschätzen, ob es sich dabei eher um einen Diener oder vielleicht sogar ein Mitglied der Familie handeln mochte.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 28.04.2019, 12:24:52
"Bayne, Bayne, Bayne, ..." murmelte Melandro vor sich hin, seinen Blick immer noch starr auf den Mann gerichtet. Froh darüber, dass Yzwaz das in-Rätsel-sprechen flüssig übernommen hatte, lauschte er den Worten des befremdlichen Mannes und seines Gnomenbruders. Mehr schien aber auch nicht aus dem "Geschichtensammler" heraus bekommen zu sein. Ein Gesicht so ausdruckslos wie eine Felswand.

Schließlich von Scarlett abgelenkt, sagte dem Halbdrow das Zeichen aber nichts. Und so zuckte er mit den Schultern und verkündete so seine Unwissenheit. Desinteressiert wandte er sich von dem Fremden ab und sprach lieber seine Geschwister an. "Lasst uns austrinken und aufbrechen. Es gilt Fackeln zu besorgen..." seinen Krug anhebend, prostete er den anderen Waisen zu und trank einen Schluck auf das Gelingen dieses Unterfangens.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 28.04.2019, 15:21:07
Vorbis folgte den Spielchen der anderen mit Bayne ebenso schweigend wie Maldrek. Diese Art von Spiel war nicht seins, und er hatte immer das Gefühl, von seinem Gegenüber hoch genommen zu werden. Wirklich Neues konnte er ihnen jedoch nicht sagen, denn die Botschaft des mysteriösen Mannes war klar: Geht in den Palast, holt den Kelch, bekämpft was immer hier zu bekämpfen ist. Nichts anderes hatte er ohnehin vorgehabt.

Als Scarlett ihn auf den anderen Mann aufmerksam machte, versuchte der Priester, einen möglichst unauffälligen Blick auf das Wappen zu werfen. Tatsächlich hatte er es schon einmal gesehen, doch sah er nicht, was für einen Zusammenhang dies mit ihrer Situation haben sollte.
"MacKilroy." entgegnete er wortkarg. "Eine Adelsfamilie aus Tiefwasser, nicht besonders bedeutend. Wieso fragst du?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 28.04.2019, 15:52:15
Maldrek hatte nur einen kurzen Blick durch den Raum geworfen und bei all dem Chaos war ihm der Mann nicht besonders aufgefallen. Nun aber schaute er genauer hin, allerdings konnte er nichts zu dem Wappen sagen. Er schüttelte nur stumm den Kopf, vielleicht war dem Mann ja aufgefallen, dass sie sich alle in seine Richtung geblickt hatten, nun sollte es nicht so aussehen, als würden sie aber ihn sprechen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 28.04.2019, 20:29:22
"Danke. Es hat nichts mit unserem Vorhaben zu tun. Mir ist bloß... nun... sagen wir, ich habe etwas gefunden, was dieser Familie gehört und was ihnen vielleicht Probleme bereiten könnte, wenn sie es nicht zurückbekommen. Und ich möchte, dass es wieder in die richtigen Hände gelangt. Das ist eigentlich alles. Aber das hat Zeit, wir haben jetzt erstmal Wichtigeres zu tun!" erklärte Scarlett - mehr oder weniger - mit einem leicht verlegenen Lächeln ihre Neugierde an dem Mann und dem Wappen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 28.04.2019, 21:50:29
Da es im Großen Gasthaus für die Waisen nichts mehr zu tun gab, machten sie sich auf zu einem sehr viel gefährlicheren Ort. Zumindest wenn man bedachte, was sie vorhatten. Das Anwesen des Protektors war noch immer genauso verschlossen und abgesperrt wie zuvor. Eine zwei Meter hoher Zaun schloss den Garten des Anwesens ein und ein schweres Tor versperrte den Zugang.
Allerdings entdeckten die Waisen, jetzt da sie wussten, dass sie planten, hier einzubrechen mindestens einn Fackelschein, der hinter den Fenstern umherwanderte. Also gab es dort drinnen mindestens eine Wache. Das war zumindest schon einmal eine wichtige Information. Viele fehlten ihnen allerdings. So wussten sie etwa nicht, wo genau sie den Kelch finden würden, nur dass er dort drinnen war. Und wenn man sie ertappte, würden sie ziemlich Probleme bekommen, das war ebenfalls klar.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 29.04.2019, 15:25:56
Derart des Nächtens vor dem Haus des Protektors stehend, gähnte Melandro ostentativ gelangweilt und stieß einen Stein mit der Stiefelspitze weg. "Wie dringend haben wir es denn?" fragte der Halbdrow seine Geschwister. So wie sie ihn kannten - und sie würden keine Überraschung erleben sollte jemand den Vorschlag bringen - war der Pirat geneigt auf der Stelle über die Mauer zu klettern und den Einbruch durch zu führen.

Aber mit einem Seitenblick zu Vorbis und Maldrek, bei denen er sich sicher war, dass sie lautstark protestieren würden, versuchte es der Waise mit Diplomatie. "Möchte vielleicht einer von euch über Salonius[1]" ein Name den Melandro ausspuckte als hätte er etwas Ekeliges auf der Zunge liegen "nach einer Audienz bei Fürst Nieglimm fragen?" In wie weit sie den selbstgerechten Ritter in die Geschehnisse der letzten Nächte einweihen sollten, würde der Halbelf den anderen überlassen. Für ihn galt es vorerst "nur"den Kelch rasch sicher zu stellen.

Das geschlossene Tor anblickend, seufzte Melandro und sehnte sich nach Weib und Wein. Wobei... getrunken hatte er ja schon, stellte er wenig getröstet mit einem schmutzigen Grinsen fest.

"Also?"
 1. Einer unserer Waisenbrüder, jetzt im Dienst des Fürsten. Seite 25 im PDF
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 29.04.2019, 15:30:55
"Ich halte wenig davon, uns anzumelden," warf Scarlett ein.

"Wir wissen nicht, warum der Kelch hier ist, daher müssen wir erstmal davon ausgehen, dass der Fürst mit den Schatten im Bunde steht, oder diese zu nutzen versucht. Vielleicht ist es nicht ganz so schlimm, aber es wäre töricht und naiv, wenn wir diese Möglichkeit außer Acht ließen. Daher möchte ich ihm nicht auch noch ankündigen, wer da vielleicht in seinem Haus nach dem Kelch sucht. Freiwillig würde er ihn uns wohl ohnehin nicht aushändigen."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 29.04.2019, 20:19:13
Yzwaz hatte sich das Anwesen mit dem distanzierten Interesse betrachtet, das er stets zur Schau stellte. Bei Scarletts Worten verschränkte er seine dürren Arme und brummte: "Zu ich stimme. Wichtiger als Offenheit hier schneller Erfolg ist. Zu versagen nicht uns leisten wir können!" Nachdenklich ließ der Gnom seinen Blick über den Zaun und die dahinter liegende Residenz schweifen. "Wobei nicht übel sich machen eine Ablenkung würde..." Seine flinken Äuglein huschten zu den Gefährten, die bekanntermaßen weniger Neigung (und womöglich auch Begabung) zu heimlichen Aktionen besaßen, wie sie Melandro wohl im Sinn hatte.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 30.04.2019, 01:50:43
Zu Melandros Überraschung machte Vorbis keine Anstalten, Scarlett und Yzwaz zu widersprechen.
"Erst den Kelch. Fragen können wir danach immer noch." antwortete er trocken. "Aber das Gelände ist groß, und ich kam vorhin nicht nahe genug, um genauer zu lokalisieren, wo er sich befindet. Dazu müssten wir bis morgen warten. Irgendwie glaube ich aber nicht, dass Orbus den Kelch freiwillig hierhergebracht hat. Wir sollten annehmen, dass jemand ihn für sich selbst haben will - und ihn womöglich von hier wegschafft, wenn er die Gelegenheit bekommt."

Dass er sich mit der Lokalisierung des Kelches bereits stark verausgabt hatte und nur noch einige schwächere Zauber würde wirken können, behielt Vorbis lieber für sich. Die anderen würden sicher auch ohne seine volle Unterstützung gut vorankommen, also wartete er zunächst auf ihre Vorschläge.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 30.04.2019, 19:40:05
Auch Maldrek wollte den Kelch schnell finden, aber der Palast war ja nicht irgend ein verlassenes Haus, in dem man einen Schatz suchen wollte.
"Wenn wir jetzt hineingehen und entdeckt werden, dann werden wir keine zweite Chance bekommen. Ich fürchte es bringt nicht viel im Dunkeln durch den Palast zu tappen und einen Kelch zu suchen, von dem wir nicht mal genau wissen, wo genau er sich befindet. Vorbis, wann kannst du denn deine Magie erneuern, vielleicht können wir ja vor Sonnenaufgang unser Glück versuchen, wenn dann dein Zauber wieder da ist und die Wachen müde von der langen Schicht sind."

Er ahnte zwar, dass Melando ihn wieder einen Feigling oder ähnliches schimpfen würde, aber übereilt ein solches Unterfangen anzugehen war ein Zeichen von Torheit, nicht Mut. Also hoffte er, dass Vorbis noch in dieser Nacht wieder zugriff auf seine Magie haben würde, denn bei Tag würden sie den Kelch wohl auch nicht so einfach finden und mitnehmen können.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 30.04.2019, 20:11:39
"Oder andersherum gefragt... siehst Du eine Chance, dass wir den Kelch auch ohne Oghmas Gunst finden können? Hast Du einen Eindruck, wo er sich in etwa befinden mag?" fragte Scarlett.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 30.04.2019, 20:26:53
Die starke und einhellige Meinung seiner Geschwister mit einer geschürtzen Unterlippe unkommentiert lassend, akzeptierte der Halbdrow die Entscheidung anstandslos. Dann eben auf die interessante Tour! Freudig die Hände in einander reibend, sah Melandro von Gesicht zu Gesicht. Natürlich war Maldrek wieder auf der Seite der Bremser, aber wozu das jetzt noch betonen? Der Tiefling war doch wahrlich genug geschlagen in seinem Leben.

Stattdessen bei Scarlett tatendurstig anknüpfend, nickte der Pirat einmal interessiert und meinte dann frei heraus: "Gute Frage. Aber noch wichtiger: wer ist denn da dabei?"

Yzwazs Idee einer Ablenkung gefiel ihm grundsätzlich gut, aber das Haus des Protektors... da wäre es sicherlich von Vorteil noch ein paar Freunde dabei zu haben. Gespannt blickte er in die Runde. Wenn sie schon einen Einbruch planten, dann sollten gleich von Anfang an die Karten auf den Tisch, wer sich in welcher Rolle sah.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 30.04.2019, 23:15:46
Vorbis musste Maldreks Hoffnungen dämpfen: "Nein, bevor es wieder hell ist, wird das nichts."

Auf Scarletts Einwand reagierte der Priester dann nachdenklich. "Genauer kann ich es nicht sagen. Und ob wir den Kelch auch so finden können: Ich schätze, andere können so etwas eher einschätzen." Bei den letzten Worten fiel sein Blick wie zufällig auf Melandro. "Ich war noch nie in der Enklave und weiß auch nicht, wie man Dinge findet, die nicht gefunden werden sollen. Aber ich könnte mir vorstellen, dass der Kelch irgendwo ist, wo er sicher verwahrt sein soll."

Nach einem Zögern fügte der dicke Mensch hinzu: "Irgendwie denke ich, dass im Anwesen etwas nicht stimmt, und wir das erst merken werden, wenn wir drin sind. Aber fragt mich nicht, woher ich die Idee habe. Ein Gefühl, mehr nicht."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 30.04.2019, 23:21:25
"Ich habe zwar kein besonders ungutes Gefühl, aber ich denke auch, dass dort drinnen etwas nicht stimmt. Der Kelch ist sicherlich nicht zufällig hier. Und ich befürchte, dass der werte Protektor keine ganz so reine Weste hat, wie er uns alle wohl gerne glauben lässt," stimmt Scarlett dem Priester zu.

"Also gut, es hilft ja nichts. Gehen wir rein und sehen zu, dass wir nicht erwischt werden. Lasst uns rausfinden, was da drinnen vor sich geht, und ob wir den Kelch ausfindig machen können. Wenn nicht, und wenn wir es unerkannt schaffen, können wir ja morgen nocheinmal herkommen, wenn Vorbis den Zauber wieder wirken kann."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 01.05.2019, 19:13:44
Maldrek nickte. "Gut, ich bin dabei. Falls wir erwischt werden können wir ja sagen, dass wir unseren alten Freund besuchen wollten. Übrigens könnten wir überlegen, ob er als Kind von Orbus auch zu einem Ritter des Lichts taugen könnte."[1]

"Also, wo gehen wir hinein?" Offenbar war er bereit, loszulegen.
 1. Ich habe das doch noch korrekt im Kopf, das alle Waisen potentielle Kandidaten sein könnten?
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 03.05.2019, 14:28:30
"Einfach über den Zaun zu klettern, ist vielleicht nicht die beste Idee. Außerdem soll es ja auch zahlreiche magische Sicherungen geben, jedenfalls gab es die früher, bevor der Protektor das Anwesen übernommen hat. Wie das jetzt aussieht, weiß ich auch nicht so genau. Aber ich hätte noch eine Idee, was das Herinkommen anbelangt. Da gibt es einen alten Kanalisationsschacht, der am Südhafen endet und der eigentlich in den Keller des Anwesens führen müsste. Allerdings war ich seit längerer Zeit schon nicht mehr da drin und kann daher nicht sagen, wie es da im Moment aussieht und ob es dort auch Fallen oder andere Sicherungen gibt. Aber es wäre vielleicht einen Versuch wert?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 03.05.2019, 14:45:18
Zustimmend nickend, bestätigte Melandro Scarletts Worte: "Also DAS klingt mal nach einer guten Idee."

Grundsätzlich das Haus nie ohne sein Handwerkzeug verlassend, war der Halbdrow zu allen Schandtaten bereit. Ob sie es nun über den Keller oder die Mauer versuchten war ihm grundsätzlich egal. Den Hals ein wenig reckend und streckend, versuchte er sich noch möglichst viel vom Haus und vor allem einen guten Fluchtweg einzuprägen[1], ehe er zu seiner Schwester trat und so seine Bereitschaft kund tat sofort los zu legen.
 1. Perception DC: 13
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 04.05.2019, 11:23:54
Es dauerte eine Weile bis Scarlett am Hafen den Eingang in den Kanalisationsschacht gefunden hatte, aber schließlich gelang es ihr. Ein altes metallenes Gitter versperrte den Zugang, aber es war so verrostet, dass es kaum Mühe kostete es aus den Verankerungen zu brechen und den dunklen feuchten Tunnel zu betreten. Es war eine nicht sonderlich angenehme Wanderung durch die Dunkelheit, aber zumindest warteten hier unten keine gefährlichen Kreaturen. Die Waisen sahen zwar ein gutes Dutzend Ratten und andere Nager, die hier unten lebten, aber schließlich gelangten sie zu dem Gitter, das hinaufführen müsste in den Keller des Anwesens.
Aber hier hatten sie nicht solch ein Glück wie zuvor, denn dieses Gitter war brandneu. Eine kleine Leiter fürhte zu ihm hinauf und es gab keine Spur von Rost. Ein Riegel versperrte es von oben und er würde von dieser Seite kaum zu öffnen sein, so viel war sicher.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 04.05.2019, 12:20:13
"Okay. Bis hierhin war es einfach. Jetzt müssen wir aber richtig vorsichtig sein. Kann jemand von euch Magie entdecken? Ansonsten sollten wir zumindest mal nach Fallen suchen. Den Riegel bekommen wir schon irgendwie auf," meinte Scarlett zuversichtlich.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 04.05.2019, 15:08:48
Nachdem man also den Plan gefasst hatte, sich auf verborgenen Umwegen dem Ziel zu nähern, schloss sich Yzwaz den anderen an und dackelte in einem beständigen Trab nebenher, ständig vor sich hin brummelnd in Gedanken versunken, die vielleicht mit dem momentanen Problem zu tun hatten, vielleicht aber auch ganz andere Sphären berührten. Jedenfalls aber war der Gnom empfänglich genug für ihre Umgebung, um beim Aufbrechen des ersten, morschen Gitters tatkräftig mitzuhelfen - wobei er eine recht ordentliche Körperkraft bewies, die das Aussehen seiner dürren, knotigen Arme Lügen strafte. Das zweite Gitter, ein merklich schwierigeres Hindernis, betrachtete er sich unter intensivem Reiben seiner großen Nase. "Hrm!" meinte der Grauhäutige schließlich. "Überwinden dies Gitter sicherlich ich kann. Doch ob Fallen zu finden ich vermag, in den Sternen steht..."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 04.05.2019, 19:56:52
"Apropos..." grinste Melandro und deutete auf die Platte unter der Leiter. "Das dort sollte sich jemand genauer ansehen."[1]

Vorsichtig war Melandro mit in die Kanalisation hinunter gestiegen und hatte die Armbrust unter seinem Mantel hervor geholt und durch geladen. Wer konnte schon mit Sicherheit sagen, dass ihnen hier unten nichts und niemand auflauerte?

Vor dem Tor hatte er dann den richtigen Blick.
 1. Habe die Falle gefunden. Sie genauer zu untersuchen oder gar auszuschalten, braucht es einen Investigation- Check wenn ich das jetzt richtig verstanden habe. Dabei unterstützt Melandro Scarlett natürlich gerne.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 05.05.2019, 14:23:15
Vorbis war den anderen ohne Zögern in die Kanalisation gefolgt. Der Tunnel war zwar nicht gerade einladend, aber der Nebel draußen war es ebenso wenig, und seit sie den Eid geleistet hatten, fühlte der Priester sich irgendwie sorgenfreier als früher. Gewissensbisse hatte er jedenfalls nicht, in den Palast einzudringen, falls dies notwendig war. Er hatte nun genug gehört, um zu wissen, dass sie diesen Kelch brauchten, was immer es koste.

Als sie an das Gitter gelangten und Melandro die Falle fand, war endgültig klar, dass jemand nicht wollte, dass die in den Palast eindrangen. Er wusste zwar nicht, wie neu das Gitter tatsächlich war, aber die Hürde steigerte nur seine Neugier, was sie hinter dem Gitter auffinden würden.

Als sich herausstellte, dass Maldrek wohl am ehesten das technische Verständnis besaß, um die Funktionsweise der Falle herauszufinden, legte Vorbis ihm eine Hand auf die Schulter und sprach einen kurzen Segen. "Möge Oghma dir die Richtung weisen und deine Hände führen."[1]
 1. Guidance: Maldrek kann einen D4 auf einen ability check seiner Wahl innerhalb der nächsten Minute addieren.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 05.05.2019, 23:33:57
Maldrek hatte wenige Problemen damit, einen Weg in das Anwesen zu suchen, er wollte den Hausherren ja nicht beklauen. Der Kelch gehörte ihm nicht, davon war Maldrek überzeugt. Er war ein Werkzeug, das sie benötigten, um die Stadt zu schützen. Da hatte jeder Besitzanspruch zurückzutreten.

Also zogen sie los und standen bald vor dem Gitter. Es hätte ihn auch gewundert, wenn sie so einfach dort hätte  hinein spazieren können. Melandro war zum Glück aufmerksam genug, um den Mechanismus zu finden und gemeinsam mit Scarlett und der magische  Hilfe von Vorbis versuchte Maldrek zu verstehen, was genau Melandro da gefunden hatte. Vorsichtig untersuchten sie also den Schalter und achteten dabei darauf, ihn dabei nicht aus versehen auszulösen.[1]
 1. Investigation 25
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 06.05.2019, 11:51:51
Maldrek gelang es ohne große Schwierigkeiten, die Funktionsweise der Falle zu verstehen. Mit der Druckplatte am Boden waren vermutlich einige Löcher in der Wand hinter der Leiter verbunden, aus denen Pfeile oder etwas ähnliches abgefeuert wurden, sobald jemand auf die Platte trat. Um dies zu vehindern musste man entweder die Druckplatte blockieren oder die Löcher verstopfen.[1] Alternativ konnten sie natürlich auch einfach versuchen jeder direkt an die Leiter zu springen oder so sanft auf die Druckplatte zu treten, dass diese nicht auslöste.[2]
Es kostete Melandro nur wenig Mühe, die Druckplatte mit Scarletts Hilfe außer Funktion zu setzen, sodass die Waisen jetzt gefahrlos an die Leite treten konnten. Das Problem mit dem schweren Eisenriegel über dem Gitter war damit allerdings noch nicht gelöst.
 1. Thieves Tools Check
 2. Das ist ein Easy Athletics oder Acrobatics-Check (DC 10), den aber jeder Charakter für sich machen müsste und dabei kann man auch nicht so ohne weiteres helfen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 08.05.2019, 20:15:02
Geduldig wartete Yzwaz ab, was diejenigen seiner Geschwister ausrichteten, die sich besser mit heimtückischen Einrichtungen wie Fallen auskannten. Nachdem man jedoch wusste, was sie erwartete, war die Gefahr bald gebannt. Der Gnom trat an das untere Ende der Leiter, spähte nach oben und verkündete: "Das Gitter öffnen ich werde. Hrm. Hier wartet!" Worauf er sich konzentrierte, indem seine dicken Augenbrauen sich über den kleinen Augen zusammenzogen, einige polternde Räuspergeräusche seine Kehle verließen und der Grauhäutige sein Ziel fest fixierte - um mit einem leisen Ploppen zu verschwinden und (hoffentlich) am gewünschten Ort wieder aufzutauchen. Dort würde er sich kurz umsehen, seine Knöchel knacken lassen und den Riegel aus dem Weg zu schaffen versuchen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 10.05.2019, 18:16:57
Yzwaz fand sich in einem dunklen Lagerraum wieder, aber das hinderte ihn nicht daran, schnell den Riegel zur Seite zu schieben. Von hier oben war das nicht allzu schwierig. Das lag wahrscheinlich daran, dass diejenigen, die hier die Abfälle hinunter in den Kanalschacht schütteten, nicht sonderlich viel Lust hatten, dabei auch noch einen großen Kraftakt vollführen zu müssen. So standen die fünf Waisen bald nebeneinander im Keller des Anwesens des Protektors. Bisher war es leicht gewesen, aber sie hatten das Gefühl, dass das nicht unbedingt so bleiben würde. Eine schnelle Durchsuchung ergab, dass es nur einen Weg nach oben gab: eine Treppe, die sich einfach nach oben öffnete. Aber hier unten gab es unzählige Kisten, Fässer und Regale - fast das gesamte Anwesen schien unterkellert zu sein - und es mochte gut sein, dass sich weitere Geheimnisse irgendwo verbargen. Aber das alles gründlich zu durchsuchen würde sicherlich eine Stunde in Anspruch nehmen.[1] Aber sie wussten nicht, ob der Kelch hier unten war. Es sah zumindest nicht so aus, wie ein Schatzkammer, aber andererseits konnte ein unscheinbarer Ort ein umso besseres Versteck für wertvolle Dinge sein.
 1. Ihr müsstet dann trotzdem nen Investigation-Check machen. Take 20 gibt es ja sowieso nicht mehr
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 11.05.2019, 00:10:15
"Wir sollten uns die Zeit nehmen, uns hier in Ruhe umzusehen. Es mag nützlich sein, falls wir uns hierher zurückziehen müssen. Vielleicht finden wir auch etwas, was uns bei unserer Suche helfen kann. Oder etwas, was uns mehr darüber verrät, was hier vor sich geht und wie der Protektor damit zusammenhängt," schlug Scarlett vor, als sie die Kellergewölbe betraten.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 11.05.2019, 20:14:38
"Weise dies wäre" unterstützte Yzwaz den Vorschlag Scarletts. "Doch besser uns aufteilen und sputen wir sollten" ergänzte der Gnom nach einem kurzen Rundblick durch das geräumig wirkende Gewölbe. "Gegen uns die Zeit arbeitet." Womit er seinen langen Bart strich und zu seinen langbeinigen Gefährten hinauf blinzelte. "Hrm?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 13.05.2019, 10:15:03
Schon längst hatte Melandro angefangen unauffällig Deckel zu heben, oder Tücher zu lupfen um seiner Neugierde, oder ehrlich gesagt Habgier, freien Lauf zu lassen und sich einen Überblick zu verschaffen was hier eigentlich gelagert war. Etwas Gold nebenbei verdient würde der guten Sache bestimmt nicht schaden.

Als die anderen zum Scarlett noch eine akzeptablere Begründung für die anderen lieferte, nickte er bestätigend und sah sich für kurze Zeit eifrig um.[1] Wenn Signal zum Aufbruch kommen würde, würde er sich den anderen wieder anschließen und leise weiter schleichen. Vielleicht würden sie ja noch ertragreichere Räume innerhalb des Hauses aufsuchen. Und den Kelch finden. Das sollten sie bei all der feinen Unterhaltung die der Abend bot, nicht vergessen.
 1. Perception: 25
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 15.05.2019, 10:44:53
Die Waisen machten sich also an die untersuchung des Kellers in der Hoffnung hier irgendwelche Hinweise auf den Kelch zu finden oder zumindest zu erfahren, was hier im Anwesen des Protektors vorging. Allerdings war die ganze Unternehmung nicht von sonderlich viel Erfolg gekrönt. Tatsächlich diente dieser Keller wohl in erster Linie und beinahe ausschließlich als Lagerraum. Hätten sie ein Essen für ihre Geschwister vorbereiten wollen, hier wären sie wohl fündig geworden. Es gab allerlei Nahrungsmittel, Unmengen an Mehl, verschiedenes Gemüse, gesalzenes Fleisch und auch bei den Getränken ließ sich der Protektor nicht lumpen. Bier, Met, Wein, Schnaps - teilweise aus entfernten Regionen - all das fand sich hier. Melandro kam nicht umhin, sich zwei der Flaschen in die Tasche zu stecken, aber ansonsten war die Stunde, die die Waisen mit der Durchsuchung des Kellers verbrachten vertane Zeit.[1]
 1. Es sind nocht 2 1/2 Stunden bis Sonnenaufgang
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 15.05.2019, 13:49:39
Die beiden Flaschen als Trostpreis für die investierte Zeit in einem Beutel sicher verstauend, deutete der Halbdrow Scarlett sie möge doch auf der Treppe vor gehen und machte sich daran ihr auf dem Fuße zu folgen. Mit etwas Glück waren alle noch im tiefen Schlaf der letzten Stunden vor dem Sonnenaufgang und sie konnten den Kelch unbemerkt finden. Ein kurzes Stoßgebet an Tymora richtend, schlich Melandro so die Treppe hinauf und lauschte ob er etwas hören konnte.[1] Sollte das der Fall sein, so würde er seiner Schwester lautlos ein Zeichen geben und sie so behutsam warnen. Ansonsten war er gespannt was sich vor ihnen auftat.
 1. Perception: 15, Stealth: 11
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 16.05.2019, 14:15:15
Nachdem sie jeden Winkel des Kellers durchsucht hatten war klar, dass es Zeitverschwendung gewesen war. Naja, vielleicht auch nicht, dann jetzt wussten sie immerhin, dass der Kelch nicht hier war, Aber wenn sie schon so lange für den Keller benötigt hatten, wie sollten sie dann bis Sonnenaufgang das ganze Anwesen schaffen?
"Es wäre ja auch zu schön gewesen. Dann also nach oben, wir sollten keine Zeit verlieren."

Da war Melandro auch schon auf der Treppe. Maldrek folgte ihm ein paar Schritte, wartete dann aber auf ein Zeichen, ob die Luft rein war.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 18.05.2019, 00:52:01
Es erfüllte Vorbis nicht mit Stolz, aber Melandro war nicht der einzige, den die Fülle an Vorräten in Versuchung geführt hatten. Während er Kisten um Kisten mit eingepökeltem Fleisch und anderen Köstlichkeiten öffnete, begann sein Magen mehr und mehr zu knurren, bis der Priester Angst hatte, allein dieses Geräusch würde sie schon verraten. Es war eigentlich kein Diebstahl, so rechtfertigte er sich vor sich selbst. Hieß es nicht, die Reichen sollten die Hungernden nähren? Wenn nicht er gerade Hunger litt, wer dann? Und so war es kaum zu übersehen, dass der beleibte Geistliche gerade die letzten Bissen eines Stücks Salzfleisch herunterschluckte, als sich die Geschwister schließlich an der Treppe trafen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 18.05.2019, 14:24:59
Die Waisen gingen also hinauf in den ersten Stock und gelangten in eine Art Treppenhaus. Hier führte eine Treppe direkt nach oben und drei Türen führten hinaus. Um nicht direkt zu viel unbekanntes Terrain hinter sich zu lassen, sahen sie sich erst hier um. Eine der Türen führte in die dunkle Küche. Das Herfeuer war bereits erloschen und würde hoffentlich erst in einigen Stunden wieder entzündet werden. Von der Küche aus gelangte man in einen großen Speisesaal, der ebenso dunkel war. Dieser war mit einer großen Eingangshalle verbunden, von der aus viele Türen abgingen. Eine führte über einen kleinen Flur zurück in das Treppenhaus. In diesem Flur gab es auch eine Seitentür nach draußen, die vermutlich dazu diente, Waren, die in den Keller sollten anzuliefern. Interessanter waren die übrigen Wege aus der Eingangshalle hinaus. Von hier gingen vier Türen ab, eine in Richtung Westen, direkt neben einer zweiten Treppe, die in das erste Stockwerk führte. Außerdem befand sich ganz im Süden am Ende eines kurzen Flures der Haupteingang zum Anwesen und an beiden Seiten dieses Flures eine einfache Tür.
Doch bevor die Waisen Zeit hatten, sich genauer umzusehen hörten sie aus dem ersten Stockwerk Stimmen. Es war nicht allzu leicht zu verstehen, aber es war ziemlich klar, dass dort oben jemand auf dem Weg nach unten war. Den Waisen blieb nicht viel Zeit. Sie konnten natürlich zurück in den Keller verschwinden. Oder durch eine dieser Türen, aber es musste schnell gehen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 18.05.2019, 17:02:35
Scarlett zeigte in Richtung des Kellers.

Leise sagte sie: "Lasst uns im Keller ein Versteck suchen. Da wissen wir, wie es aussieht. Hier unten müssen wir nicht alles durchsuchen, ich glaube kaum, dass er hier ist. Zumal ein größerer Teil der Räumlichkeiten hier auch für Besucher zugänglich ist. Wir müssen weiter nach oben, soviel ist sicher."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 18.05.2019, 21:29:24
Als Melandro bemerkte das Vorbis ebenso ein wenig zugelangt hatte, deutete der Halbelf besorgt auf seinen Mundwinkel und tat so, als ob er den Priester auf etwas in dessen Bart diskret hinweisen wollte.

Natürlich war es nur eine Neckerei und mit einem Zwinkern seiner dunklen Augen war der Dieb nach oben verschwunden.

Froh darüber, dass seine Geschwister überraschend leise waren sah sich Melandro im Erdgeschoss vorsichtig um. So viele Türen - so wenig Zeit.

Zusätzlich vernahm er plötzlich Stimmen die sich ihnen näherten. Hoffentlich müde Wachen! - schoß es ihm durch den Kopf. Scarletts Vorschlag kaum noch wahrnehmend, suchte sich der Halbdrow ein Versteck in den Räumen des Erdgeschoßes.[1] Ein Fenstersims, halb verdeckt durch einen Vorhang, oder Wandbehang. Eine Rüstung hinter der man sich gut verbergen konnte, der Esszimmertisch mit den dicken, hölzernen Beinen und zahlreichen Stühlen. Einem Mann mit Melandros Vergangenheit würde dies hoffentlich nicht vor ein unlösbares Problem stellen.

Dann lauschte er und versuchte einen Blick auf die Neuankömmlinge zu erhaschen.
 1. Stealth: 25
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 19.05.2019, 13:33:19
Melandro und Vorbis fingen von Yzwaz nur je einen langen, tadelnden Blick auf. Der Gnom runzelte die Stirn ob der simplen weltlichen Verlockungen, denen seine Gefährten da erlagen. Er räusperte sich durchdringend, und seine buschigen Augenbrauen hüpften einige Male bezeichnend auf und ab. Im Übrigen aber zuckte er nur ratlos die Schultern, als man abglich, was wer in dem Kellergewölbe gefunden hatte: Obwohl der Grauhäutige sich nicht von Speis und Trank hatte ablenken lassen, kehrte auch er mit leeren Händen von der Suche zurück.

Dementsprechend schloss er sich auch sofort an, als man daran ging, sich nun anderen Räumlichkeiten zu widmen – die Zeit rannte ihnen davon! Leider schien das Glück ihnen aber nicht mehr so hold zu sein, was die Ungestörtheit anging. Der dürre Gnom nickte deshalb nur knapp auf Scarletts Worte, machte ein unterdrücktes "Hrm!" und schickte sich an, ihr zu folgen. Wenn er auch wenig Erfolg bei der Suche gehabt hatte: Im Verstecken war ein Winzling wie er doch mit entscheidenden Vorteilen versehen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 19.05.2019, 13:56:22
Schon im Keller war Vorbis froh, dass Oghma ihm die Gabe gegeben hatte, einen Gegenstand leuchten zu lassen - im Gegensatz zu manchen seiner Geschwister waren seine Augen nicht in der Lage, im Dunkel zu sehen, und von außen drang auch hier im Erdgeschoss fast kein Licht in das Gebäude. Als er Geräusche hörte, steckte er das heilige Symbol Oghmas, das er ohnehin bereits sicherheitshalber etwas abgeschirmt hatte, allerdings sofort ein.

Er sah mit den letzten Lichtstrahlen noch, wie Melandro hinter einen Wandbehang schlüpfte, um sich zu verstecken - etwas, was mit Vorbis' Leibesfülle von vornherein zum Scheitern verurteilt war. Scarletts Vorschlag erschien auf der einen Seite nahe liegend, doch im Keller konnten sie nur abwarten, ohne eine Möglichkeit zu beobachten, was hier oben vor sich ging; und Melandro steckte womöglich ohne Unterstützung hier fest. Er zog sich daher zunächst in die Küche zurück und schloss die Tür, wenn die anderen folgen würden, bis auf einen schmalen Spalt. Wenn jemand sich näherte, konnten sie sich immer noch in den Keller zurückziehen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 19.05.2019, 15:37:18
Maldrek war ebenfalls der Meinung dass es wenig Sinn hatte im Erdgeschoss zu suchen. Bevor sie sich aber absprechen könnten wohin es jetzt gehen sollte, kam jemand von oben. Sofort gingen die Geschwister in unterschiedlichen Richtungen und Maldrek zögerte einen Moment lang und überlegte wohin er gehen sollte. Dann entschied er sich für das Esszimmer und folgte Melandro und Vorbis und suchte sich ein Versteck in der Nähe der Tür, damit er einen Blick in den Flur erhaschen könnte.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 19.05.2019, 16:53:13
Es dauerte etwa fünf Minuten, dann tauchten oben auf der Treppe in der Eingangshalle zwei Wächter mit einer Laterne in der Hand auf. Sie trugen Rüstungen und Waffen, wie man sie bei den Mintarner Söldnern immer wieder sehen konnte. Sie unterhielten sich leise, sodass man nicht ihr ganzes Gespräch vernehmen konnte. Sie unterhielten sich über andere Söldner und sprachen darüber, dass gewaltiges Chaos in der Stadt herrschte: "Wer weiß schon, was dort draußen vorgeht. Besser wir sind vorsichtig. Aber wenn jemand hier drinnen wäre, dann hätten wir wohl den Alarm gehört. Vielleicht war es einfach nur der Wind." Zielstrebig ging einer von beiden zu einem der Fenster in der Halle, das nicht vernünftig geschlossen war und drehte den Griff. Sein Kollege schien aber nicht überzeugt: "Möglich, aber wir sollten besser auch die übrigen Räume prüfen, nicht dass etwas von dem Chaos dort draußen hier drinnen eingedrungen ist."
Zum Glück für die Waisen begannen die beiden aber nicht im Speisesaal oder in der Küche mit ihrer Suche, sondern in den beiden Zimmern neben dem Haupteingang.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 21.05.2019, 10:08:47
Auch in dieser Nacht leisteten die Augen seines dunkelflischen Erbes Melandro hervorragende Dienste. Und so konnte er, nicht wenig überrascht sehen, wie sich selbst die ansonsten Zaudernden unter seinen Geschwistern flugs heroben ein Versteck suchten, anstatt erneut in den Keller zu verschwinden. Erstaunlich...

Ruhig verharrend, bewies der ehemalige Pirat dafür im Gegenzug mehr Geduld als ihm wohl im allgemeinen zugetraut werden durfte. Erst als die Männer sich daran machten die anderen Räume zu untersuchen, wartete Melandro ob sich seine "Miteinbrecher" gegen die Wachen wandten; Ein Schlafzauber vielleicht?

Als sich nichts dergleichen zu entwickeln schien, deutete der Dieb jenen die er sehen konnte, dass er es wagen würde und voran schleichen würde. Und das tat er dann auch.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 21.05.2019, 17:07:16
Maldrek folgte Melandro leise und winkte auch Vorbis. Es würde zwar schwer werden, mit ihrem gemütlichen Bruder unbemerkt nach oben zu kommen, aber jetzt schien die beste Gelegenheit zu sein.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 22.05.2019, 10:02:20
Da sich offensichtlich niemand für ihren Vorschlag, sich im Keller zu verstecken, bis die Wachen durch waren, begeistern konnte, war Scarlett dann natürlich auch oben geblieben und hatte sich im Esszimmer schnell ein Versteck gesucht. Wenn immer sich eine Gelegenheit ergab, beratschlagten sie leise, was sie nun tun würden. Klar war, nachdem sie die Wachen gehört hatten, dass sie sich von den Eingängen im Erdgeschoss besser fernhalten sollten, da es hier anscheinend eine Art magischen Alarm gab. Klar war auch, dass sie den Kelch im Erdgeschoss sicher nicht finden würden. Sie mussten also nach oben und da fiel die Wahl auch ziemlich einstimmig auf das Treppenhaus, die große Treppe im Eingangsbereich bot wahrscheinlich weniger Versteckmöglichkeiten.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 22.05.2019, 11:01:39
Die Waisen gingen also durch die Küche zurück in das Treppenhaus und stiegen anschließend hinauf in den zweiten Stock. Das Treppenhaus war hier mit dem im ersten Stock mehr oder weniger identisch. Eine weitere Treppe führte hinauf ins Dachgeschoss und zwei Türen gingen ab vom Treppenhaus, eine in Richtung Norden und eine nach Westen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 25.05.2019, 14:41:29
Da er weder gerüstet war noch überhaupt viel wog, hielt sich Yzwaz nicht nur optisch, sondern auch akustisch im Schatten seiner Gefährten, denen er dichtauf folgte. Sein langer Bart wischte beinahe die Stufen, die er behände nach oben sprang, den sonst wie ein arthritischer Greis geführten Stock locker in einer Hand. Am nächsten Treppenabsatz sah er sich um, nach oben und zu den beiden Türen, um dann den anderen ein halblautes fragendes "Hrm?" zuzubrummen. Die flinken kleinen Äuglein in seinem faltigen Gesicht huschten von einem zum anderen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 26.05.2019, 11:18:04
Plötzlich bewusst die nervöse Anspannung spürend, grinste Melandro aufgeregt und atmete einmal bewusst durch. So sollte Leben sein; auf Messers Schneide! Spontan und immer mit einem Fuß über dem Abgrund! Leise genau einen dieser Füße vor den anderen setzend, achtete der Halbdrow darauf nirgends anzustoßen und weiterhin unbemerkt zu bleiben. Scarlett das Diebeszeichen für getrennte Wege gebend - vielleicht konnte sie ja in der anderen Richtung etwas in Erfahrung bringen - wandte sich der Pirat um Heimlichkeit bemüht von seiner Schwster ab. Dann schlich er zur ersten Türe, der im Norden, und lauschte konzentriert ob sich dahinter etwas durch Geräusche zu erkennen gab.[1]
 1. Wahrnehmung 24
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 26.05.2019, 12:29:59
Melandro konnte nichts von der anderen Seite der Tür hören, aber er erkannte schnell, dass dies keine gewöhnliche Tür mit einem gewöhnlichen Schloss war. Es war von außergewöhnlicher Qualität und feine magische Runen säumten das Schlüsselloch. Was auch immer sich auf der anderen Seite dieser Tür befand, es war offensichtlich wertvoll.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 26.05.2019, 16:58:11
Von seiner Neugierde getrieben sofort einen Blick durch das Schlüsselloch werfend[1], drehte sich Melandro danach um und deutete den anderen geräuschlos, dass er wohl den Jackpot zumindest gefunden, wenn auch noch nicht geknackt hatte. Rasch holte er seine umsichtige Schwester herbei, die sich mit magischen - und wenn man ehrlich war nicht nur mit diesen - Fallen doch umso einiges besser auskannte als er selbst.

Seinen drei, sehr unterschiedlichen Brüdern ebenso bescheid gebend, ließ der Halbdrow seine Dietriche geschickt zwischen den Fingern kleine Runden drehen. Sozusagen eine Aufwärmübung für das Kommende.
 1. Können wir das noch mit der 24 abhandeln, da es ja darauf hinaus gelaufen ist etwas hinter der Türe wahr zu nehmen?
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 26.05.2019, 23:50:22
Vorbis fühlte sich, ganz im Gegensatz zu Melandro, dem man seine Begeisterung deutlich anmerkte, nicht besonders gut - um nicht zu sagen elend. Hierfür war er nicht gemacht; zwar hatte die Neugierde und auch die Gewissheit, dass sie den Kelch finden mussten, ihn dazu gebracht, mit den anderen in das Anwesen einzubrechen. Doch spätestens seit sie der Wache begegnet waren, wetteiferte ein Ausbruch von Angstschweiß mit dem darauffolgenden.

Nicht nur die Angst, einer Wache in die Hände zu laufen, machte Vorbis zu schaffen - auch der Umstand, dass er hier vollkommen nutzlos war, stimmte ihn missmutig. Melandro und auch Scarlett mochten hier in ihrem Element sein, doch der Priester verbrachte den größten Teil seiner Zeit damit, kurze Gebete für die Seelen seiner Geschwister gen Himmel zu schicken; auch wenn er rational betrachtet durchaus der Meinung war, dass sie hier das Richtige taten.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 27.05.2019, 11:18:59
Maldrek zögerte als er die Runen gezeigt bekam und hoffte, dass Melandro ebenfalls nicht überstürzt handeln würde. "Kann einer von euch diese Runen näher untersuchen, ich kenne mich damit leider nicht aus. Wahrscheinlich benötigt man für dieses Schloss mehr als nur einen Schlüssel und dann können deine Dietriche nicht viel ausrichten."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 27.05.2019, 17:39:10
Bei den Zweifeln seines gehörnten Ziehbruders zuckte der Halbelf nur non-chalant mit den Schultern und wartete darauf was Scarlett zu der Sache meinte. Wenn sich keine Fallen finden ließen, so würde er es wohl wagen. Dann würde sich zeigen ob der Maldrek recht behielt oder eben doch nur ein Zauderer war, der die Größe von Melandros Talent einfach nicht wahrhaben mochte.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 27.05.2019, 20:09:01
Nachdem er mit Scarlett sicher gegangen war, dass es keine Fallen gab, forderte der Halbdrow seine Familienmitglieder mit einer Geste zum zurück treten auf und kniete sich gemeinsam mit ihr vor die Türe. Ein wenig nervös grinste er seine Schwester an und strich sich eine der schwarz-gefärbten Strähnen aus dem Gesicht. Dann, ganz ohne theatralisches Gelenk-Knacksen ging es schließlich einfach nicht, rollte er seinen Kopf von einer Seite zur nächsten und begann dann ganz behutsam damit das Schloß zu öffnen. Sein Ruf stand auf dem Spiel![1]
 1. Immerhin DC 15 würde er schaffen. *nirg*
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 27.05.2019, 20:39:57
Melandro merkte allerdings binnen kürzester Zeit, dass hier sehr viel mehr auf dem Spiel stand als nur sein Ruf. Und dass er sich gleichzeitig wohl etwas übernommen hatte. Denn selbst ohne magische Runen, wäre dieses Schloss eine Herausforderung gewesen, aber mit der Magie als zusätzlichem Schutz, war es sehr viel riskanter. Und so überraschte es wenig - ärgerte den Halbdrow aber umso mehr - dass er nicht das vertraute Klicken eines sich öffnenden Schlosses vernahm.
Stattdessen erklang etwas sehr viel unangenehmeres: immerhin war es keine aggressive Falle, aber mit dem lauten, beinahe ohrenbetäubenden Klingeln, das das Schloss, dessen magische Runen jetzt schwach leuchteten, erklingen ließ, ging jede Hoffnung der Waisen verloren, unentdeckt zu bleiben. Jeder Bewohner des Anwesens würde diesen Alarm hören, das war sicher und die Wachen würden sicher nicht einmal eine Minute brauchen, um aus dem Erdgeschoss hierher zu gelangen.
Was sollten die Waisen also tun? Weiter nach dem Kelch zu suchen würde in einem alarmierten Anwesen ziemlich schwierige werden. Also zurück in den Keller und hinaus? Oder gab es vielleicht eine Alternative? Sollten sie tatsächlich einen Kampf mit den Söldnern des Protektors riskieren? Der Kelch war wichtig und er war hier im Anwesen! Wenn sie sich jetzt zurückzogen, mochte es sein, dass der Kelch, den sie suchten, auch in Sicherheit gebracht wurde und sie ihn nie wieder finden würden.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 28.05.2019, 20:09:34
Indem er sich bereithielt, um bei Bedarf Hilfe zu leisten, beobachtete Yzwaz seine in derlei Angelegenheiten erfahreneren Geschwister still. Er strich sich einige Male über den Bart, als er sah, mit welcher Theatralik Melandro seine Aufgabe anging. Leise brummelte der Gnom vor sich hin – interessant, was in der langen Zeit ihrer Trennung gelernt gewisse Geschwister hatten..! Trotzdem der Halbelf die Dinge mit weitaus größerer Effekthascherei betrieb, als der nüchterne Gnom es getan hätte, machte er nämlich den Eindruck, dass er bei weitem nicht zum ersten Mal vor einem Schloss stand, das er ohne den zugehörigen Schlüssel öffnen wollte. "Nicht zögern", raunte Yzwaz Melandro zu, "es gibt nur tun oder nicht tun!" Und es tat sich etwas – nur leider nicht das erwünschte. Bei dem schrillen Klingeln des Alarms verzog der Grauhäutige seine runzligen Züge zu einer verknautscht wirkenden Grimasse und steckte die Finger in die Ohren. Um das gellende Geklingel zu übertönen, meinte er mit erhobener Stimme: "Jetzt es gilt! Fliehen oder die Verwirrung ausnutzen – was tun wir sollen?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 28.05.2019, 20:26:14
Natürlich musste Melandro direkt versuchen, das Schloss zu öffnen. Und natürlich wurde der Alarm ausgelöst. Die Wachen unten hatten doch schon davon gesprochen. Und sie waren nunmal nicht besonders geübt darin, diesen magischen Schutzmechanismen zu entgegnen. Sie selbst wollte ja noch sagen, dass man hier lieber erstmal die Finger von lassen soll und sich den Rest anschauen soll, aber jetzt war es natürlich zu spät dafür.

"Ohne diesen Kelch verschwinden wir hier nicht. Also lasst ihn uns finden!" verkündete Scarlett ihre Meinung zu Yzwaz Frage. "Wenn das Ding hinter dieser Tür ist, dann müssen wir sie irgendwie aufbekommen und dafür sorgen, dass die Wachen in der Zwischenzeit beschäftigt sind."

Nur wie sollten sie das anstellen?
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 28.05.2019, 23:15:46
Sichtlich zusammen zuckend als der Alarm ertönte, stieß der Halbelf einen besonders dreckigen Fluch im schlimmsten Niewinter-Akzent aus. Seinen konzentrierten Blick nicht von dem Schloss lösend, meinte er halblaut zu den anderen gewandt: "Ideen? Dafür?" Nun da sie ja entdeckt worden waren konnte man ja auch die direktere - und damit brutale - Methode anwenden und einfach ein Fenster von außen einschlagen und so in den Raum eindringen - wenn er denn welche hatte. Er selbst hatte andere Pläne. Den Lärm so gut es ging ignorierend, verzog Melandro das Gesicht zu einer Grimasse und wischte sich den Schweiß von der Stirn. Alles auf eine Karte!

Sich erneut nach vorne beugend, ignorierte der Halbdrow die Runen - soweit er erkennen konnte hatten sie ihren Zweck bereits erfüllt - und konzentrierte sich statt dessen zu 100% auf den Öffnungsmechanismus des Schlosses. Alles oder nichts! Wie hatte Yzwaz gerade gesagt? Tun oder nicht tun. Seinen Ruf hatte er schon verloren... Warum also kein Comeback abliefern? Er schob bewusst vorsichtig mit der Linken etwas nach.

Und über all den herrschenden Lärm hinweg vernahmen Orbus Waisen ein vollkommen unverhofftes, doch hörbar erleichtertes: "Äh... Freunde?"[1]
 1. Habe eine 20 auf den Schlösserknackwurf gewürfelt!
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 29.05.2019, 11:48:03
Die Tür war offen, doch der Alarm erklang nach wie vor und es würde nur noch Sekunden dauern, bis die ersten Wachen hier auftauchten. Von jenseits der anderen Tür im Treppenhaus hörten die Waisen bereits Stimmen. Jetzt stellte sich nur noch die Frage, ob sie alle einfach durch die Tür gehen und darauf hoffen sollten, dass niemand ihnen folgte, wenn sie wieder geschlossen war oder ob jemand draußen bleiben sollte, um die Wachen auf eine andere Spur zu locken.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 29.05.2019, 16:16:29
Maldrek sah sich schon nach einer Fluchtmöglichkeit um und bereitete sich auf die Möglichkeit eines Kampfes vor, etwas was ihm gar nicht gefiel, als Melandro in letzter Sekunde die Tür doch noch öffnen könnte. Während die ersten Geschwister in den Raum hinein schlüpften überlegte er, was sie zur Ablenkung tun konnten, denn wenn sie keinen Eindringling fanden würden die Wachen sicher nachforschen den auch den Raum durchsuchen. Er sah sich um und entdeckte ein Fenster, durch das ein Einbrecher prima fliehen könnte. Schnell erklärte er den anderen, was er vorhatte und Vorbis unterstützte ihn dabei, den Plan umzusetzen. Vorbis ließ also das Fenster auffliegen und Maldrek erzeugte mit einem Zauber das Geräusch einer herunter springenden und fort rennenden Person, sie hofften das in der Dunkelheit niemand verdacht schöpfen würden, wenn keiner den Dieb direkt sah.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 29.05.2019, 16:50:13
In diesem einen Augenblick, als Melandro noch die Dietriche im so eben geöffenten Schloß stecken hatte, fand Melandro seinen Glauben. Dankbar richteten sich seine Augen gen Himmel und innerlich huldigte er Tymora dafür, seine Gebete erhört zu haben.

Auf beide Füße empor kommend, verschwanden die Dietriche so schnell wie sie erschienen waren und der Halbdrow betrat als Erster das bis soeben versperrte Zimmer. Wo war der Kelch? Gab es einen weiteren Ausgang? Eine Geheimtüre vielleicht? Und standen noch andere wertvolle Artefakte, oder einfach nur wertvolle Dinge herum, die ein ambitionierter Mann rasch zu den seinen machen konnte?[1]

Seinen Geschwistern würde er später noch ausführlich von seiner Heldentat - das Schloß im Alleingang zu knacken - berichten und wieviel Kunstfertigkeit dies bedurft hatte.
 1. Perception: 24
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 29.05.2019, 16:53:00
Nachdem Maldrek und Vorbis jetzt auch noch für eine Ablenkung gesorgt hatten, war es sicherlich das Beste, in dem Raum zu verschwinden und die Türe wieder zu verschließen. Erfreulicherweise war der Alarm ja bereits beim Versuch losgegangen, so dass man im ersten Moment nicht vermuten musste, dass das Schloss auch geknackt worden war. Allerdings, wenn es jemand versuchen würde, steckten sie vermutlich in der Falle.

"Wir sollten die Türe wieder schließen und zumindest so verriegeln, dass man sie bei einem flüchtigen Überprüfen von außen nicht aufbekommt."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 29.05.2019, 17:09:12
Vorbis hoffte, dass die ankommenden Wachen das Auffliegen des Fensters und Maldreks Fluchtgeräusche gehört hatten und tatsächlich den Köder schluckten; er fürchtete jedoch, dass sie zumindest einmal hinter die Tür sehen würden.
Scarlett hatte auf jeden Fall recht damit, dass sie die Türe irgendwie wieder abschließen mussten, denn nachprüfen, ob diese noch verschlossen war, würden die Wachen sicherlich.
"Melandro, bekommst du sie auch wieder zu?" fragte der Priester daher ängstlich, und sah sich dabei zum ersten Mal in dem Raum etwas um, den sie betreten hatten. Gab es hier irgendeinen zweiten Ausgang? Der Rückweg würde ihnen wohl versperrt sein.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 30.05.2019, 11:59:49
Nachdem sie die Ablenkung draußen produziert hatten, schlüpften alle fünf Waisen durch die Tür hinein in den Raum auf der anderen Seite. Sie fanden sich in einem geräumigen Zimmer wieder, das zwei Ausgänge hatte. Durch den einen waren sie gerade hinein gelangt, der andere führte zu einem unbekannten Ort. Allerdings gab es auch mehrere Fenster, durch die sie in die Dunkelheit des Schwertmeeres blicken konnten.
Der Raum in dem sie sich nun befanden war offensichtlich eine Art Büro - der luxuriösen Ausstattung zu Folge das des Protektors. Ein großer Eichentisch dominierten den gesamten Raum, auf dem mehrere Papierstapel verteilt lagen und mehrere Titenfässer standen. In großen Regalen hinter dem Schreibtisch lagen Dutzende Schriftrollen und standen mehrere Folianten. All diese Dokumente durchzusehen würde Stunden dauern. Bei einem Kamin in einer Ecke des Raumes, standen auf einem teuren Teppich aus Calimshan drei Sessel um einen kleinen Tisch. Über dem Kamin hin ein silbernes Schwert, dessen Parierstange geformt war wie zwei Federflügel. Auf dem Tisch standen mehrere Kristallkelche und eine Karaffe in der sich ein Rest Wein befand. Mehr Flaschen warteten in einem kleinen Weinregal bei dem Kamin. Die Kelche erweckten für einen Augenblick die Aufmerksamkeit der Gefährten, allerdings erkannten sie schnell, dass keine von ihnen der Gesuchte war. Es gab zudem mehrere kleine Schränke und Truhen, die sie durchsuchen könnten.
Melandro verriegelte von innen die Tür wieder und bemerkte nur Augenblicke später, wie draußen jemand versuchte, sie zu öffnen. Die Wachen hatten also tatsächlich als erstes geprüft, ob jemand hier drinnen war, waren sich nun, aber scheinbar sicher, dass dem nicht so war.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 31.05.2019, 13:49:21
Maldrek atmete auf als die Wachen nicht direkt in den Raum hinein kamen. Aber er fürchtete, dass sie nicht viel Zeit hatten. Alle Schränke zu durchsuchen erschien ihm nicht sinnvoll. "Wo könnte man hier wohl etwas verstecken, das keiner finden soll."

Er wartete noch einen Moment, bis Melandro ihm signalisierte dass die Wachen weiter gegangen waren, und dann flüsterte er den Geschwistern zu. "Wir sollten nach einem Geheimfach suchen. Ich denke der Protektor wird ihn versteckt haben, vielleicht weiß er ja auch das einer unserer Brüder hier arbeitet und ihn zufällig entdecken könnte."

Also begann er dort zu suchen, wo er ein Geheimfach am ehesten vermuten würde, an den Wänden. "Hilft mir jemand, vier Augen sehen mehr als zwei?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 31.05.2019, 14:01:22
Scarletts Aufmerksamkeit, nachdem sie eine Weile die Luft angehalten hatte, währen die Wachen draußen nach der Quelle der Aufregung suchten, galt vor allem dem weiteren Ausgang, durch den es in noch ein weiteres Zimmer gehen würde. Sie machte sich auf, dort einmal hineinzusehen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 31.05.2019, 14:06:32
Die Tür sah genauso aus, wie diejenige, durch die sie hinein gekommen waren, nur dass es in diesem Fall nicht einen einfachen Schließmechanismus gab, sondern ein echtes Schloss, das - soweit Scarlett das beurteilen konnte - verschlossen war. Es würde also recht aufwendig werden, hier hinaus zu schauen ohne den Schlüssel zu haben.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 31.05.2019, 14:09:15
"Ich würde mal sagen, wenn dann werden wir hinter dieser Türe fündig, was meint ihr?" sagte Scarlett, um die Aufmerksamkeit der anderen auf den Durchgang zu lenken.

Sie selbst untersuchte die Türe erstmal nur aus der Ferne. Gab es hier auch ähnliche arkane Schriftzeichen, wie bei der ersten?
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 31.05.2019, 18:28:20
Während Scarlett die Tür begutachtete machten sich Melandro, ausgerechnet Melandro!, und Maldrek zusammen auf die Suche nach einem Geheimfach in den Wänden.[1] Zwar waren jetzt 2 Leute beschäftigt, aber die Chance etwas zu finden war so besser, daher hoffte Maldrek das es gut investierte Zeit war.

Allerdings hatte er bald das Gefühl, dass Scarlett ihnen bald etwas grimmig zusah, denn sie wartete scheinbar darauf, dass Melandro sich die Türe näher ansah. Aber er ließ sich nicht beirren, sobald sie die Wände geprüft hatten konnten sie sich dem Schloss widmen.
 1. Investigation 18
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 02.06.2019, 12:12:38
Yzwaz war, dank seiner geringen Größe, irgendwo und irgendwie unbemerkt mit in den Raum geschlüpft. Nun schlurfte er mit gebeugtem Rücken umher und besah sich Regale, Truhen und sonstige Einrichtungsgegenstände, wobei er gelegentlich leise ächzte und schnaufte, als habe er Kreuzschmerzen. Besonders aufmerksamen Beobachtern würde allerdings nicht entgehen, dass der Stock, auf den sich der Grauhäutige scheinbar bei jedem Schritt schwer stützte, in Wirklichkeit gar nicht den Boden berührte - es fehlte nämlich das laute Pochen von Holz auf dem Boden. Sollte er sich von einem seiner Begleiter entsprechend gemustert sehen, würde Yzwaz das Gesicht zu einem von tausend Falten unkenntlich gemachten Grinsen verziehen. Schließlich aber räusperte er sich gedämpft in seiner typischen Art und flüsterte: "Hrm. Genug wir sind, um die Tür und einiges hiervon zugleich zu untersuchen. Anfangen uns lasst. Hrm?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 04.06.2019, 00:19:01
Vorbis sah schnell, dass die anderen sich auf die vielversprechenden Versteckmöglichkeiten stürzten, um diese zu durchsuchen. Sein eigener Blick jedoch blieb an den Regalen mit den Schriftrollen und Folianten hängen: Schon als Kind war er ein unverbesserlicher Bücherwurm gewesen und hatte Wissen aller Art aufgesogen, wo immer er es finden konnte. Als niemand ihn direkt aufforderte, etwas anderes zu tun, ging er zum ersten Regal und musterte die Buchdeckel, pickte sich wahllos die eine oder andere Schriftrolle heraus, um zu sehen, um was es sich handelte, und blieb, falls er etwas Interessantes finden würde, etwas länger an einem Dokument hängen.[1]
 1. Investigation 4
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 05.06.2019, 11:16:18
Die Waisen machten sich also daran, das Büro des Protektors zu durchsuchen. Scarletts Untersuchung der Tür förderte dabei wenig interessantes zu Tage, außer dass sie der Tür, durch die sie in das Büro gekommen waren, der Machart nach sehr ähnlich war. Ob es auf der anderen Seite einen ähnlichen Sicherungsmechanismus gab, wie bei der anderen ließ sich von hier allerdings nicht feststellen. Sicher war zumindest, dass auf dieser Seite der Tür keine magischen Runen angebracht waren. Da sie den Schlüssel nicht hatten, würden sie auch hier ihre Dietriche bemühen müssen, um zu sehen, was sich auf der anderen Seite befand.
Indessen suchten Maldrek und Melandor die Wände ab, doch hier schien es keinerlei Geheimfächer oder verborgene Verstecke zu geben. Die Wände waren massiv und nirgends fanden die zwei irgendwelche Hohlräume, egal wie gründlich sie alles abklopften.
Yzwaz indessen fand in den Schränken einiges von Interesse. Etwa die Hälfte war verschlossen, sodass er hier nicht weiter kam ohne Gewaltanwendung, aber in den übrigen befanden sich neben einigem ziemlich teurem Besteck, mehreren ebenso wertvollen Getränken und einer Sammlung goldener Becher und Karaffen - der Kelch den sie suchten, war aber dem Augenschein nach nicht darunter - auch mehrere Beutel mit Münzen.[1] Das Schwert sah ähnlich wertvoll aus, allerdings fiel es dem Gnom schwer es genauer in Augenschein zu nehmen, denn er reichte mit seine Nasenspitze so gerade bis an die Kante des Kamins.
Vorbis kam indessen bei seiner Untersuchung nicht wirklich schnell vorwärts, denn schon nach wenigen Augenblicken verlor er sich in einem der Dokumente, einem Bericht eines Tyr-Klerikers, der über den Wiederaufbau der Halle der Gerechtigkeit sprach und dabei allerlei Anekdoten über frühere Ereignisse, die Gräber des großen Hauleth Nie und viel anderes interessantes einflocht, sodass der Priester schnell vergaß, wieso er eigentlich diese Dokumente anschaute.
 1. Wenn du davon etwas einstecken möchtest, müsstest du es sagen
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 06.06.2019, 14:43:05
Vorbis hatte schnell alles um sich herum vergessen, während er den Bericht über die Hallen, in denen er früher selbst gelebt hatte, und deren Geschichte las. Er hätte wohl noch Stunden weiterlesen können und wäre wahrscheinlich an jedem anderen Schriftstück genauso hängengeblieben, hätte er nicht aus dem Augenwinkel plötzlich einen Lichtschein gesehen. Mit einem Schrecken ließ er die Schriftrolle fallen, die er gerade in Händen gehalten hatte: Waren sie wirklich schon so lange hier, dass die Sonne wieder aufging? Doch dann blickte er sich um und sah, dass die anderen ebenfalls noch am Suchen waren - so viel Zeit konnte nicht vergangen sein.

Doch er stand auf und ging zu dem Fenster, durch das er eben etwas gesehen hatte. War es nur ein kurzes Aufblitzen gewesen, oder konnte er etwas Ungewöhnliches erkennen?
"Habt ihr das auch gerade gesehen?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 06.06.2019, 18:10:18
Vrobis trat an das Fenster, allerdings war der Anblick, der sich ihm bot alles andere als beruhigend. Man konnte es nicht perfekt sehen, weil die Ruinen des Schlosses Nie im Weg waren, aber das dunkle Meer beim Nordhafen reichte als glänzende Spiegelfläche aus. Es bestand kein Zweifel, am Nordufer der Stadt wütete ein gewaltiges Feuer. Es mochte gar sein, dass weite Teile der Bauten am Hafen in Flammen standen, denn der Priester sah trotz des schlechten Blickwinkels einige Flammenzungen in den Nachthimmel hinaufschlagen. So einen Brand hatte es in Niewienter nicht gegeben seit der Hitzenun lange vor Vorbis' und seiner Geschwister Geburt ausgebrochen war und seine glühenden Geschosse auf die Stadt geschleudert hatte.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 07.06.2019, 11:15:50
Nachdem er mit Maldrek, der natürlich nichts fand, alles durchsucht hatte, ließ Melandro noch schnell den ein oder anderen wertvollen Gegenstand den Yzwaz aufgetan hatte, in seiner Tasche verschwinden. Wenn man schon in einer der nobelsten Adressen der Stadt einstieg, dann sollte sich das auch lohnen!

Zufrieden darüber, dass die Wachen der schlau gelegten, falschen Fährte folgten, blickte der Pirat verwundert zu seiner Schwester, die sich bis jetzt nicht des Schlosses angenommen hatte. Ein fragendes Gesicht machend, kniete sich der Halbelf dann vor das nächste Schloß und nahm an, dass Scarlett einfach eingeschüchtert durch seinen Erfolg bei der vorherigen Türe war und sich es nun nicht zutraute die nächste Tür selbst zu öffnen.

Sich von seiner hübschen Schwester assistieren lassend versuchte der Schurke sein Können erneut.[1]
 1. Die Glücksserie geht weiter: ob mit oder ohne Advantage DC: 24 beim Schlösser öffnen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 07.06.2019, 12:20:39
Maldrek ging zu Vorbis ans Fenster, nachdem ihre Suche erfolglos geblieben war. Er war entsetzt als er das Ausmaß des Feuer erahnen konnte. "Mein Gott, was kann das ausgelöst haben?" Gleichzeitig übte das feuer eine gewisse Faszination auf ihn aus. Er hatte schon immer Feuer geliebt. Die tanzenden Flammen und das Licht und die Schatten, die sie warfen, er wusste nicht, ob es seinem Volk im Blut lag, er hatte auch viele Menschen getroffen, die wie gebannt in die nächtlichen Lagerfeuer gestarrt hatten. Und ihn beeindruckte immer die Macht der Flammen, schon ein mittleres Feuer konnte gefährlich werden, wenn man nicht aufpasste. Aber dieses Feuer dort. Ein Schauder lief ihm über den Rücken. Er konnte seinen Blick nicht abwenden, auch wenn er mit Grauen an die Bewohner und Feuerbekämpfer dachten, die dort vermutlich gerade um ihr Leben kämpften oder es riskierten, um das Feuer zu löschen.

"Wir müssen uns beeilen, wir müssen uns das ansehen, später."Gleichzeitig war es auch eine Chance für sie. Das feuer würde die Wachen, wahrscheinlich sogar alle im Haus des Protektors ablenken, das konnte ihnen vielleicht helfen, den Kelch zu finden. Er starrte immernoch in die Flammen, während Melandro an der Tür werkelte.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 07.06.2019, 12:25:14
Scarlett hatte mit dem Öffnen der Türe gewartet, da sie nicht nocheinmal unvorbereitet einen Alarm auslösen sollten. Zwar rechnete sie nicht wirklich damit, zumal auch die magischen Runen fehlten, aber man konnte nie wissen. Als die anderen mit der Durchsuchung des Raumes - die erwartungsgemäß nicht viel hilfreiches zu Tage gefördert hatte - endlich fertig waren, konnten sie sich nun also dem Schloss widmen.

Durch Vorbis Frage aufgeschreckt, warf Scarlett im Anschluss auch einen Blick aus dem Fenster. Ihre Hände ballten sich zu Fäusten, als sie die brennenden Häuser sah.

"Es hat begonnen. Die Zeit läuft uns davon. Wir müssen den Kelch finden!"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 07.06.2019, 15:49:28
Während Scarlett zum Fenster ging, nutzte Melandro die Zeit, um die Tür zu untersuchen und sich dem Schloss zu widmen, das diese versperrte. Es kostete ihn wieder einiges an Mühe, da dies ebenso gut gefertigt war, wie das, das er zuvor geöffnet hatte. Aber es gelang ihm, allerdings befand sich auf der anderen Seite nicht, wie von Scarlett erhofft eine Schatzkammer oder etwas ähnliches, sondern stattdessen blickte der Halbdrow in einen luxuriös eingerichteten Empfangssalon. Er ähnelte in seiner Ausstattung dem Büro, nur dass es hier offenbar mehr Sitzgelegenheiten gab, da es weniger darum ging zu arbeiten, sondern vielmehr Besprechungen abzuhalten. Ein großer Tisch mit einem Dutzend Stühlen dominierte das Zentrum, aber es gab dazu noch Sessel und Sofas, zudem Regale mit Kunstgegenständen, Gemälde und verzierte Vorhänge.
Durch die Fenster der Nordwand drang auch hier schwach der Schein des Feuers, das einige Hundert Meter entfernt wütete. Dies war offenbar auch von den Wächtern bemerkt worden, denn auch wenn der Alarm inzwischen verstummt war, so vernahm Melandro jetzt doch durch die geöffnete Tür des Salon Rufe, die durch das Haus hallten, auch wenn er nicht ausmachen konnte, wonach hier geschrien wurde.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 07.06.2019, 20:28:00
Zufrieden sein Werk betrachtend, stahl sich ein selbstgefälliges Grinsen auf Melandros Züge als er sich langsam erhob um die aufrichtige Bewunderung seiner Geschwister entgegen zu nehmen. Es war kein einfaches Schloss gewesen, doch er – Melandro; Orbus Waise - hatte sich der Aufgabe gestellt und sie zum Wohle aller gemeistert. Besonders von Scarlett, die dererlei Dinge kundig war, erwartete er Anerkennung für das Geleistete.

Doch anstatt ihm die gebührenden und ungeteilten Aufmerksamkeit und Bewunderung zuteil werden zu lassen, starrten lieber alle aus dem Fenster und ergötzten sich an einem kleinen, unbedeutenden Feuer, welches mit seinem Licht ihre Aufmerksamkeit fesselte, als wären sie Motten anstatt … nun was sie auch immer waren.

Theatralisch seufzend, verstaute der Dieb sein Handwerkszeug und machte sich daran das Zimmer in dem sie derzeit standen noch etwas genauer zu untersuchen. Besonders das Schwert über dem Kamin, die von Yzwaz entdeckten Säcke mit dem eindeutig zuordenbaren Klimpern und das teuer aussehende Besteck gefielen im gut und so ließ er die Dinge in seine Beutel verschwinden, während sich die anderen immer noch am Flammenschein ergötzten.

Auf diese Art wieder ein wenig getröstet, warf der Halbdrow einen Blick hinter die so eben geöffnete Türe und hustete dann leise um seinen Geschwistern zu signalisieren, dass sie ihre Schaulust nun bitte etwas zähmen sollten damit sie nun endgültig den Kelch finden konnten.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 08.06.2019, 11:30:51
Yzwaz hob die Augenbrauen bei der recht eigenwilligen Demonstration Melandros zu seiner Auffassung von Eigentum. Da der Grauhäutige weltlichen Besitz aber ohnehin als eine überflüssige Sache ansah, wo er nicht zur Erhaltung von Körper und Geist diente, zuckte er nur die Schultern und brummelte in sich hinein. Er selbst ließ die Geldmünzen achtlos wieder dorthin fallen, wo er sie gefunden hatte. Auf die Frage des Klerikers antwortete er gar nicht erst. Der Gnom hatte bei seiner Suche, nicht so sehr abgelenkt vom Glanz der Edemetalle wie manches seiner Geschwister, den hellen Schein nämlich ebenfalls bereits bemerkt. Er war flink auf ein Möbelstück geturnt, um von diesem erhöhten Standort aus einen guten Blick durch das Fenster zu haben. Langsam nickte er einige Male und meinte dann in Scarletts Richtung: “Uns beeilen wir müssen. Hrm! Sonst sich bald selbst zerstört haben die Stadt wird.“ Womit er von seiner luftigen Position auf den Boden hopste und mit der Spitze seines Stocks auf Melandro wies. “Ihm folgen uns lasst, bevor nur mit glitzerndem Tand statt des Kelchs hier heraus wir kommen!“
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 16.06.2019, 09:45:47
Die Waisen durchsuchten also auch diesen Raum und wurden leider genauso wenig fündig, wie zuvor in dem Büro. Entweder war der Kelch nicht hier oder er war zu gut versteckt. Und langsam aber sicher, wurde die Luft für sie im Anwesen dünner, denn es erwachte vollends zum Leben. Allzu bewusst wurde ihnen dies, als sie auf dem Flur ein Gespräch mithörten: "Mein Herr Protektor, eure Ritter sind im Erdgeschoss versammelt und erwarten eure Befehle." Es musst ein Diener sein, der mit Dagult Nieglimm selbst sprach. Keiner der Waisen hatte den Adligen aus Tiefwasser je getroffen, aber seine Stimme war trotz der Krise fest und entschlossen: "Gut, es gilt jetzt schnell zu handeln. Und findet mir endlich diesen Eindringling! Das sind zu viele Zufälle auf einmal, hier ist etwas am Werk und ich will wissen, was es ist."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 21.06.2019, 12:35:28
"Okay, sehen wir uns noch um, solange es geht. Danach sollten wir wohl besser verschwinden und nochmal wiederkommen, wenn Vorbis den Aufbewahrungsort des Kelches erspüren kann," meinte Scarlett und wirkte auch gleich einen Illusionszauber, der sie wie eine Söldnerin aussehen ließ, die man hier so vielleicht antreffen konnte. Wenn sie jemand bei ihrem Streifzug sehen würde, könnte sie sich auf diesem Wege vielleicht eher herausreden. Außerdem würde man sich wenn nicht an ihr richtiges Aussehen erinnern oder sie gar erkennen.

"Ich lasse Bubo hier. Wenn er euch in Richtung der Türe führt, dann bin ich dort und möchte, dass ihr sie von innen öffnet. Wenn er heftig mit den Flügeln schlägt, solltet ihr schleunigst verschwinden!"

Dann schlich sie sich leise aus dem Raum heraus[1] und versuchte sich einen Überblick zu verschaffen[2], was für Räume es hier oben noch gab und wo sie vielleicht noch einen Blick hineinwerfen konnte.
 1. Stealth 18
 2. Perception 12, Investigation 4
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 21.06.2019, 15:19:10
Scarlett gelangte in einen breiten Flur, von dem gleich ein halbes Dutzend Türen abging. Bei einer konnte sie sich denken, dass diese in das Treppenhaus führen musste, über das sie selbst in den ersten Stock gelangt waren. Bei den anderen war es ihr allerdings ein Rätsel. Drei waren in zu ihrer linken nur mit wenigen Metern Abstand und die übrigen zwei befanden sich am anderen Ende des breiten Flurs, der von vier Ritterrüstungen "bewacht" wurde direkt nebeneinander. Sie waren allesamt verschlossen und es sah nicht so aus, als gäbe es hier schnell etwas zu finden. Das würde eine Weile dauern.
Stattdessen wurde Scarlett auch mehr von der Treppe an der rechten Seite angezogen, die hier nach unten in die Halle und nach oben in den zweiten Stock führte. Denn vom Treppenabsatz aus konnte sie die Stimme des Protektors vernehmen, der hastig aber bestimmt Befehle gab: "Also gut, Von Donnergrimm und Ralendar, Ihr führt je eine Patrouille zu diesem Brand. Findet raus, was da vor sich geht und helft so gut ihr könnt. Von Donnerbaum, Ihr sicher die Brücken. Ich will nicht, dass Leute alle hier in die Enklave fliehen, die sollen gefälligst dabei helfen den Brand zu löschen. Und informiert die Kleriker des Tyr, vielleicht hat der ein oder andere von ihnen einen Zauber bereit, der hier von Nutzen sein könnte. Und Ihr, Sir Herondalis, haltet die Enklave im Blick, die ganze Nacht herrschte schon Chaos, jetzt kommt ein Brand am Nordufer dazu und jemand bricht in dieses Anwesen ein. Hier ist mehr am Werk. Ich erwarte stündliche Berichte!" Es kam eine einstimmige Antwort: "Jawohl, mein Herr, oberster Protektor!" und Scarlett konnte die schweren Stiefel hören, die sich im Erdgeschoss in Bewegung setzen, um die Befehle von Dagult Nieglimm auszuführen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 23.06.2019, 10:06:21
Bubo im Auge behaltend, vertraute der Halbdrow einstweilen Scarlett soweit, dass er sich anderen Dingen widmete. Das Gold, Besteck und die sonstige Beute verstaute er an seiner Person, so dass es ihn nicht behinderten. Das lange Schwert steckte er in seinen Rucksack und versuchte die Klappe von diesem zu schließen.

Zufrieden mit seinem Werk linste der Pirat nach draußen und versuchte einen Blick auf seine Ziehschwester zu erhaschen. Langsam wurde es wirklich Zeit, dass sie sich von hier zurück zogen. Ohne Vorbis Gabe schien es in diesem riesigen Haus wirklich die Suche nach der Nadel im Heuhaufen zu sein. In einem sehr gefährlich belebtem Heuhaufen. So spontan und lustig die Sache auch angefangen hatte, nun wurde der Boden heiß und sie sollten wohl zusehen, hier mit heiler Haut heraus zu kommen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 23.06.2019, 14:19:12
Bubo begann sich im Raum zu regen. Die Eule flatterte einige Male um die Köpfe der Waisen und dann zur Türe.

Draußen vor der Tür wartete Scarlett bereits, immer noch in ihre Verkleidung gehüllt. Sie war nur einen kurzen Moment weggewesen.

"Das hat hier keinen Zweck so. Wir müssen verschwinden, solange es noch geht. Lasst uns das Treppenhaus runter in den Keller nehmen und auf dem Weg wieder verschwinden. Im Moment sind sie alle in der Eingangshalle und nehmen die Befehle des Protektors entgegen, aber sie teilen sich gerade auf, um das Anwesen zu durchsuchen. Falls uns jemand entdecken sollte, sollten wir einfach durchlaufen."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 27.06.2019, 08:18:52
Resigniert stahlen sich die fünf Waisen zurück in das Treppenhaus und hinab in den Keller. Sie hatten wohl Glück, denn das Ablenkungsmännover, das sie zuvor gestartet hatten, hatte die Wachen des Protektors in andere Richtungen geschickt und niemand bemerkte sie auf ihrem Weg hinab in den Keller und zurück in den Tunnel. Über kurz oder lang würde ihre Anwesenheit hier wohl auffallen, dafür hatten Melandros lange Finger ohne Zweifel gesorgt, aber sie selbst waren glimpflich davon gekommen.
Sie wanderten also zurück durch die Kanalisation und gelangten so zurück zum Südhafen, von wo aus sie nun die Feuersbrunst am Nordufer nicht mehr übersehen konnten. Leise gellten Schreie hinüber und dem von den Nebel gedämpften Licht zu Folge, musste ein beachtlicher Teil des Uferviertels in Flammen stehen. Der Hafen selbst sollte von der Mauerruine geschützt werden, aber wer wusste das schon genau. Dort drüben würde absolutes Chaos herrschen.
Und hinzu kam der noch immer über der Stadt liegende dunkle Nebel, der sich nicht auflösen wollte. Eigentlich sollte es langsam heller werden, aber der Rauch des Feuers sorgte zusammen mit den Nebelschwaden dafür, dass das Licht des Tages sich nicht so recht durchsetzen konnte. Die Waisen spürten jetzt im Augenblick der Entspannung mehr und mehr ihre Müdigkeit. Wieder eine Nacht ohne Schlaf und die Gefahren für die Stadt waren offenbar nicht kleiner geworden, sie selbst aber keinen Schritt weiter.[1]
Da sie nicht wussten, wie sie sonst irgendetwas erreichen sollten und die Müdigkeit mehr und mehr an ihnen zerrte, begaben sich die Waisen zurück zum Waisenhaus. Es erschien ihnen in diesen unsicheren Zeiten klug sich nicht zu trennen, sondern zusammen zu bleiben. An den drei Brücken, die sie passierten, hatte sich eine kleine Menschenmenge versammelt, aber die Söldner aus Mintarn blockierten den Weg hinein in die Enklav. So hatte es der Protektor befohlen und es sah nicht so aus, als würde jemand über die Brücke ans Südufer gelassen. Ein Bär von einem Mann hatte hier das Kommando und ein schwerer Kreigshammer ruhte auf seiner Schulter, als wäre er nicht schwerer als eine Mistgabel. Die Menge, die sich hier versammelt hatte, war verzweifelt, einige weinten, andere waren völlig erschöpft und saßen auf dem Boden, wieder andere diskutierten mit dem Ritter von Niewienter. Noch war es vergleichsweise ruhig, aber das konnte sich jederzeit ändern. Die ganze Szenerie war in den dunklen Nebel getaucht, der jetzt auch über die Brücken waberte und die Enklave beinahe so fest im Griff hatte, wie das Nordufer.
 1. Wenn ihr euch jetzt nicht zu einer Long Rest begebt, bekommt jeder einen Exhaustion-Level
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 30.06.2019, 23:34:56
"Auch das noch." dachte Vorbis nur, als er die Brückensperrung erblickte. Welcher Wahnsinn auch immer diese Stadt ergriffen hatte, seinen Höhepunkt hatte er offenbar noch längst nicht erreicht. Aus der Ferne konnte er jedoch nicht ausmachen, wer hier im Recht war: Womöglich hatte der Ritter gute Gründe, niemanden an das andere Ufer zu lassen - wahrscheinlicher war jedoch, dass die unschuldigen Bürger hier nach Gutdünken gepeinigt wurden.

Zumindest jedoch gab es bisher keine Anzeichen, als ob der Ritter sich mit Gewalt durchsetzen wollte; immerhin redete er mit den Menschen, oder hörte ihnen zumindest zu. Es konnte also nicht allzu schlimm sein, sich die Szenerie von Nahem zu betrachten und sich zu erkundigen, was hier wohl los sei.
"Guten Morgen!" rief der Priester dem Ritter entgegen, als sie sich der Brücke schließlich näherten. "Was ist hier los? Wieso lasst Ihr niemanden ans Südufer?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 01.07.2019, 15:35:48
Man hätte meinen können, der grauhäutige Gnom bestehe tatsächlich aus so etwas wie lebendem Stein, dem er so sehr ähnelte: Weder schien Yzwaz die Enttäuschung zu teilen, welche seine Geschwister nach der missglückten Suche niederdrückte, noch zeigte er sich in irgendeiner Weise nervös bei der Flucht aus dem Anwesen. Auch die Situation in der Stadt, in der er doch lange Jahre verbracht hatte, machte ihm allem Anschein nach wenig aus. Oder..? Zwar marschierte der Winzling wie üblich im gleichmäßgen, erstaunlich schnellen Trott unter dem Geklapper seines Stocks auf Straßenpflaster und anderem festem Untergrund neben seinen Begleitern her...

...doch die kleinen Äuglein unter den buschigen weißen Augenbrauen schnellten so rasch hin und her, dass ihn ein wirklich aufmerksamer Beobachter kaum als gleichgültig einstufen konnte. Er war nur offenbar nicht willens, sich laut zu äußern, solange er nichts unternehmen konnte. An den Brücken nämlich besah er sich die Situation durchaus recht eingehend, bis er zu dem Schluss gelangt war, dass hier mit Gewalt oder List nicht allzu viel auszurichten wäre. Hier war, wenn überhaupt, Diplomatie gefragt - und ein wahrhaft weiser Gnom kannte seine Grenzen! Mit seiner Beredsamkeit und der, wenn auch gut verborgenen, Erschöpfung nach ihrem langen Einsatz würde er den Ritter allenfalls dazu bewogen haben, Yzwaz einsperren zu lassen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 01.07.2019, 15:52:24
Der Hüne wandte sich für einen Augenblick Vorbis und seiner Frage zu: "Befehl des Protektors, solange das Feuer nicht unter Kontrolle ist, dürfen wir niemanden vom anderen Ufer hinüber in die Enklave lassen. So hat er es entschieden. In die andere Richtung könnt ihr passieren, wenn ihr das wünscht." Lautes Gemurmel erklang bei den Worten des Ritters aus der Menschenmenge. Vorbis hörte nur einige Wortfetzen: "... Befehl des Protektors ... die hohen Herren ... da brennt es ja auch nicht ..." Der stämmig Ritter machte aber keine Anzeichen sich davon verunsichern zu lassen und die Soldaten an der Brücke sahen auch nicht wirklich besorgt aus. Warum sollten sie auch? Diese Menschenmenge war schließlich nicht bewaffnet und sie würden sich ihrer wohl ohne Probleme erwehren können.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 03.07.2019, 19:21:05
Da war es wieder: Das Klingeln! Diesmal hörte er es sehr viel deutlicher als zuvor, doch immer noch nicht konnte er sich erklären, was es damit auf sich hatte. Offenbar musste es etwas mit dem zu tun haben, was hier vor sich ging, aber was?
Während er darüber nachdachte, verpasste er beinahe die Antwort des Ritters, und stand etwas belämmert da, als er noch einmal in seinem Kopf zurückspulte, was der Mann gerade gesagt hatte.

Vorbis war zu müde, um sich jetzt noch hier einzumischen. Das Nordufer war groß, und die Leute würden schon eine sichere Unterkunft finden. Sie selbst mussten zuerst einmal schlafen, danach konnte man sehen, was der folgende Tag bringen würde.
"Gut, dann lasst uns passieren, wir müssen nach Norden." sagte er nur, und begann bereits, an dem Ritter vorbeitzugehen, um sich dann durch die Menschentraube zu kämpfen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 03.07.2019, 22:15:53
Der Ritter trat zur Seite und kommentierte das Vorbeigehen der Waisen noch mit den Worten: "Solange die Befehle des Protektors stehen, gelangt niemand vom Nordufer in die Enklave." Aber das war ein Problem, dessen sie sich annehmen konnten, sobald sie Zeit dafür hatten, jetzt waren sie zu müde dafür und brauchten erst einmal Schlaf. Wer wusste schon, was der nächste Tag bringen würde, aber ihnen schwante, dass es nichts Gutes sein würde. Nicht wenn Alvarian mit seinen Warnungen Recht hatte und das Böse, das die Ritter für so lange Zeit bekämpft hatten, jetzt wo sie den Schwur gesprochen hatten, ungebremst über Niewinter kommen würde.



Am nächsten Morgen fanden sich die fünf Waisen allein im Speisesaal des Waisenhauses wieder. Sie wussten nicht, was mit ihren Geschwistern war, die hier ebenfalls Unterkunft gefunden hatten. Vielleicht waren sie bereits aufgestanden und gingen ihren Geschäften nach oder sie hatten vor dem Feuer rechtzeitig Zuflucht in der enklave gesucht oder sie waren ausgezogen, den Flammen entgegenzutreten. Vielleicht waren auch noch einige in ihren Zimmer. Die fünf waren zumindest allein und jetzt galt es zu entscheiden, was sie nun tun wollten.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 04.07.2019, 11:24:13
Gut gelaunt wie eh und je war Melandro bereits munter als seine Geschwister zu einem späten "Frühstück" auftauchten. Ein leerer Teller stand neben den Stiefeln, den der Halbdrow schauckelte auf einem der Stühle und hatte seine Füße auf den Tisch gelegt und über einander gelegt.

Als seine Geschwister - oder sollte er sagen Mitverschwörer? - vollzählig war, eröffnete der Pirat das Gespräch mit: "Salonius also..." und rümpfte dabei die graue Nase die sein Gesicht zierte. Von Donnergrimm und er waren einander nie sonderlich grün geworden, auch wenn die Zeit die sie gemeinsam in Orbus Haus verbracht hatten nur eine kurze gewesen war.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Scarlett am 04.07.2019, 12:43:02
"Ich muss sagen, ich bin mir nicht sicher, ob wir ihn einweihen sollten. Woher wissen wir denn, ob er nicht etwas damit zu tun hat, dass der Kelch verschwunden ist? Er ist der einzige Bezugspunkt, der uns bekannt ist, zwischen dem Anwesen des Protektors, wo der Kelch sich befindet, und dem Waisenhaus, wo der Kelch verschwunden ist," gab Scarlett zu bedenken.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 04.07.2019, 13:17:23
Auch Vorbis war nicht sicher, ob sie ihren Bruder einweihen sollten. Es würde die Dinge sicherlich nicht einfacher machen.
"Ich möchte zu Bedenken geben, dass ich jetzt wieder in der Lage bin, den Kelch zu orten. Die Frage ist nur, ob wir noch einmal so leicht in das Anwesen gelangen. Dann würde ich eher die Suche dort fortsetzen, wo wir gestern aufgehört haben."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 06.07.2019, 14:16:15
Yzwaz hatte sich nicht lange nach Melandro zum Frühstück begeben. Der Gnom hatte allerdings schon einige Übungen hinter sich, bei denen er einem Gummiball gleich in wilden Sprüngen durch sein Zimmer geturnt war, unsichtbare Gegner in unzählige Stückchen zerschlagen und gelegentlich einen Schrei ausgestoßen hatte, dem wohl der eine oder andere einen unruhigen Schlaf in den frühen Morgenstunden verdankte. Nun saß er mit gekreuzten Beinen da, vor sich einen Becher mit Wasser und eine Holzschale mit einer Portion, die Bettlern Tränen des Mitleids in die Augen getrieben hätte. Während er im Zeitlupentempo seine karge Mahlzeit zu sich nahm, meinte er kauend: "Hrm! Weise es wäre, wenn sinnvoll unsre jeweiligen Fähigkeiten wir nutzen. Den Kelch finden Vorbis kann - ihn holen durch geschlossene Türen womöglich ich könnte. Um Salonius sich zu kümmern vielleicht auch die Fähigkeit jemand hat? Hrm?"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 08.07.2019, 10:11:21
In die unsicheren Gesichter seiner Geschwister blickend, biss sich Melandro nachdenklich auf die Unterlippe und meinte dann: "Wie oft kannst du denn heute den Kelch orten Vorbis? Und wie genau?" die Frage zielte darauf ab, ob sie ein Stockwerk oder einen Raum von außerhalb des Hauses als den Aufenthaltsort bestimmen konnten.

Den Vorschlag des fettleibigen Priesters, einfach noch einmal einzubrechen, kommentierte der Pirat mit einem ungewissen Kopfschauckeln, dass weder ein klares Nein, noch ein wirkliches Ja zu sein schien. Nicht das sich Melandro fürchtete, aber seine Erfahrung hatte ihm gezeigt, dass es Dumm - mit großem D - war, zweimal hintereinander ins selbe Gebäude einzubrechen. Und wenn er an das Schwert und das Besteck oben im Zimmer dachte, so konnte er sich nicht vorstellen, dass deren Fehlen noch nicht aufgefallen war. Nur über eine andere Idee verfügte er auch nicht.

Sein Aufmerksamkeit Yzwaz zuwendend, fragte der Halbelf interessiert nach: "Was meinst du mit "um Salonius kümmern" den genau Bastler? Ihn ausfragen? Ihn einweihen über den Kelch? Ihm verraten bei wem der Kelch zu finden ist?" Mit dem Ritter zu sprechen würde er lieber jemanden überlassen, der besser mit den rechtschaffenden Ansichten des Bruders zurechtkam und ihnen eher entsprach als ein Halbdrow Pirat.

Bei all dem Überlegen verlor Melandro aber nicht das Ziel aus den Augen. Der Kelch. Sie mussten ihn irgendwie in die Finger bekommen. Das würde sich doch machen lassen!
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Maldrek am 08.07.2019, 21:44:38
Sie verloren sich schon wieder in Diskussionen, die nur Zeit kosteten.
"Warum nicht beides tun. Wir besuchen Salonius, um mehr über das Feuer zu erfahren. Vorbis kann sich eine Ecke suchen, vielleicht in einem der Flure, und den Zauber sprechen. Wenn er uns zum Ziel führt kann Melandro versuchen, ihn zu holen. Ich kann ihn unsichtbar machen, falls nötig. Wenn wir aber nicht herausfinden können, wo er ist oder nicht heran kommen, müssen wir Salonius vielleicht einweihen. Es ist Orbus' Kelch, das weiß unser Bruder auch. Wir haben keine Zeit zu verlieren."

Die Zeit rann ihnen durch die Finger wie Wasser und das Böse wurde stetig stärker.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 09.07.2019, 09:53:21
Vorbis versuchte, auf die Frage Melandros zu antworten, auch wenn er selbst nicht richtig erklären konnte, wie es funktionierte. "Gewöhnlich muss ich eine Weile meditieren, mich auf den Gegenstand konzentrieren, den ich suche, und ihn mir vor meinem geistigen Auge erscheinen lassen. Irgendwann, nach einigen Minuten, sendet Oghma mir eine Eingebung - doch es ist meist nur ein Gefühl, in welcher Richtung der Gegenstand zu finden ist. Je näher ich daran bin, desto genauer kann ich ihn also orten. Also muss ich das Ritual wohl wenigstens zweimal an unterschiedlichen Punkten ausführen, damit wir den Aufenthaltsort ermitteln können.
Deshalb konnte ich gestern auch nur mit Sicherheit sagen, dass der Kelch im Anwesen sein muss - ich kam einfach nicht nahe genug heran, um die Richtung genauer bestimmen zu können.

Mehr als dreimal am Tag erhört Oghma mich normalerweise nicht, doch vielleicht erkennt er die Wichtigkeit der Situation und erweist mir eine besondere Gunst. Die Wege der Götter sind unergündlich."
[1]
 1. Mit Stufenanstieg habe ich theoretisch 2 neue Slots für Stufe 3 Zauber, die ich dafür benutzen kann. Aber ich wache sicherlich nicht morgens auf und denke: Ach, jetzt kann ich um bessere Zauber bei meinem Gott betteln ...
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 09.07.2019, 11:09:47
Von Maldreks Tatendrang angesteckt, nickte Melandro enthusiastisch und nahm schwungvoll die Füße vom Tisch. "Dann lasst uns hinaus gehen. Wir beide " er deutete auf Vorbis und sich "sehen zu, dass wir den Kelch auffinden. Und ihr" hierbei sah er zu den anderen drei Geschwistern "überlegt euch was bezüglich unseres Bruders zu tun ist.

Komm Vorbis! Auf zu neuen Taten!"


Gespannt wie es heute draußen aussah und zuging, brannte der Halbelf vor Energie und Willen etwas zu tun.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Yzwaz am 13.07.2019, 13:54:23
"Herausfinden seine Einstellung wir sollten" meinte Yzwaz auf Melandros Frage. "Ob ein Verbündeter oder ein Gegner in dieser Sache er ist, wissen wir müssen. Wenn bekannt uns dies ist, entscheiden wir können." Nicht dass der Gnom ein großer Redner oder gar überzeugend oder charismatisch gewesen wäre. Daher sah er sich bei diesen Worten auch im Kreise seiner Geschwister um, unter denen doch so einige wortgewandtere waren. Zu Maldrek gewandt bemerkte der Grauhäutige noch mit einem Brummen: "Genau dies mein Vorschlag ist. Alle Wege uns offenhalten wir müssen. Ob mit Salonius oder nicht – unser Ziel der Kelch ist." In Vorbis' Fähigkeit hatte der stets gelassene Gnom genug Vertrauen, aber niemand konnte wissen, auf welchem Weg sich ihnen eine Möglichkeit bieten würde, den Kelch endlich in ihren Besitz zu bringen. Dass Eile geboten war, sah er ganz genauso, weswegen er auch nur die Schultern hob und keine Einwände vorbrachte, als Melandro in seiner spontanen Art eine Planänderung vorschlug. Letztlich war es Yzwaz gleich, welche Rolle er übernehmen würde, solange die Waisen Erfolg haben würden. "Jetzt handeln wir müssen" bestätigte er trocken und unterstrich seine Worte mit einem polternden "Hrm!"
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Vorbis am 15.07.2019, 00:02:54
Vorbis war nicht wohl dabei, sich zu trennen, doch letztlich sah er den Sinn davon ein. Außerdem waren sie zu zweit vermutlich unauffälliger. Doch im Notfall würde er doch gerne Kontakt aufnehmen können, weshalb er zu Maldrek trat.
"Ich habe einen Zauber vorbereitet, mit dem ich jemandem eine Nachricht senden kann, und eine Antwort empfangen. Falls du also plötzlich meine Stimme in deinem Kopf hörst, erschrecke nicht!"

Nachdem dies geklärt war, wendete er sich Melandro zu: "Na gut, dann lass uns gehen."
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 15.07.2019, 19:45:25
Also machten sich die Waisen auf in Richtung ihres Zieles, aber sobald sie die vermeintliche Sicherheit "ihres" Anwesens verlassen hatte, wurde ihnen klar, dass sie mehr als nur einen Brand verschlafen hatten. Denn auch wenn noch immer der Geruch von Feuer in der Luft war - zumindest Flammen waren nicht mehr zu sehen - und die Nebel noch immer Niewinter in ihrem festen Griff hielten, so mischte sich doch etwas unter den Geruch, das sie nicht so recht einordnen konnten, das ihnen aber ganz und gar nicht gefiel.
Es kostete sie nur wenige Minuten, bis ihnen klar wurde, was sie rochen: Blut und Tod. Ihr Plan war es gewesen gemeinsam zum Schloss Nie zu gehen und sich dort zu trennen, eine Gruppe zum ehemaligen Brandherd, die andere zurück zum Anwesen des Protektors. Aber das würde jetzt sehr viel komplizierter werden. Denn schon aus der Ferne konnten sie sehen, dass sich die Situation in den Stunden ihrer Ruhe alles andere als friedlich entwickelt hatte. Dutzende leblose Körper lagen auf der Straße, die zu den Brücken führte. Diejenigen, die sie vor sich sahen, waren scheinbar geflohen und mit letzter Kraft bis hier gekommen, wo sie dann zusammen gebrochen waren. Es war ein gespenstisches Bild in den dunklen Nebeln. Nur wenige Meter von ihnen entfernt lag der erste. Ein Armbrustbolzen ragte aus seiner Schulter. Seiner Statur zufolge hatte er kaum das Mannesalter erreicht. Und wenig hinter ihm lag eine Frau auf dem Rücken, ein tiefer Schnitt entstellte ihre Brust und ihr Gewand war getränkt von Blut. Was auch immer ihre Pläne gewesen waren, sie würden sie wohl anpassen müssen.
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Melandro am 19.07.2019, 09:03:40
Überrascht eine Augenbraue nach oben ziehend, war Melandro von außen wenig Mitgefühl anzusehen. Eigentlich gar keines. Nur seine Geschwister erkannten wie die Augen des Piraten um einen Hauch zusammengekniffener aussahen als sie es sonst taten während er an dem Dutzend vorüber ging und ihre verdrehten Glieder sah.

"Ich werde in Richtung der Brücke schleichen und euch bescheid geben was ich dort sehe." verkündete er zu seinen Geschwistern, von denen manche doch mehr Empathie zeigten als es Melandro tat. Dann setzte er seinen Plan in die Tat um. ein kurzes Stoßgebet an Tymora - hatte es doch gestern auch geholfen - und er wandte sich einer nahen Hausmauer zu um an ihr entlang zu schleichen.[1]
 1. Stealth 27, will bis dorthin schleichen wo man erkennen kann was bei der Brücke passiert u. ob man sie (relativ) gefahrlos überqueren kann
Titel: Die Waisen von Niewinter
Beitrag von: Idunivor am 19.07.2019, 11:37:30
Melandro ging gewandt vorwärts durch den Nebel, der ihm Deckung bot. Was auch immer hier vor sich ging, er würde ungesehen bleiben. Je näher er der östlichen Brücke kam, umso mehr Leichen sah er. Vielfach waren es Armbrustbolzen, die diese Männer oder Frauen - und sogar vereinzelt Kinder - getroffen hatten.