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Nachrichten - Miko Yumi

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Unschuld für ein Geschenk:
6d66d6 = (1, 5, 3, 5, 1, 1) Gesamt: 16

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Yumi wartet geduldig, bis ihre Bemühungen, Tsuyoshi ins Heiligtum zur Rüstung zu bringen, von Erfolg gekrönt sind. Dann macht sie sich sogleich daran, die Einzelteile vom Ständer zu lösen. Unbewusst stimmt sie einen Singsang an, der sonst ihr Reinigungsritual begleitet.

Unter der Berührung des jungen Kriegers fühlt sich das lackierte Holz glatt, sauber und warm an. Weitere Signale des verehrten Samurai lassen auf sich warten. Immerhin gibt die zarte Stimme der Miko eine angemessene Stimmung.

Mit voller Konzentration beginnt das Mädchen, ihm die Rüstungsteile anzulegen. Zu seinem Glück waren die Polster vorhanden und in gutem Zustand. Offensichtlich wie der Rest erneuert und gepflegt. Das es mal eine echte Kampfrüstung war, ließ der äußere Schmuck nur erahnen. Auch wenn der Oberkörper ein wenig weit war, passte sie gut. Das unerfahrene Mädchen legte ihm die Teile allerdings in ihrem Eifer nicht in der richtigen Reihenfolge an und zog die Schnüre und Schnallen meist zu fest. Mit Fuß- und Handschutz, Helm und Maske würde er komplett versiegelt und für die Außenwelt nicht mehr identifizierbar sein.

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Sie sind gerade an der Rückseite des kleinen Tempels angekommen, als Tsuyoshi stoppt und die Hände Yumis ergreift. Sie bekommt ihn keinen Zentimeter weiter und wendet sich um. Erwartungsvoll und voller Vertrauen starrt sie in seine Augen. Als er ihr Herz erwähnt, werden ihre geröteten Wangen dunkler und ihr Blick zuckt immer wieder von ihm weg. Mit dem Brustton religiöser Sicherheit verkündet die Miko: "Mein Herz? ... Alles von mir ist diesem Dienst hier gewidmet, es gibt für mich nichts anderes, ich existiere nicht unabhängig davon!" Ja, so musste es sein!, überzeugt sich die Miko selbst. Sie gibt schließlich alles für diese Aufgabe! "Kommt!", windet sie eine Hand frei und öffnet die versteckte Tür an der Rückwand, die er schon einmal gesehen hatte, "Es gibt keine Zufälle, es ist Fügung - und es passt, es muss ein Plan gegeben haben!" Sie versucht, ihn durch die winzige, schmale Kammer voller Dinge des alltäglichen Nutzens und der Leiter zu ihrem minimalistischen Schlafgemach unter dem Dach hindurchzuziehen, um die Rückwand des Heiligtums zu öffnen und zu der Rüstungsreliquie zu kommen.

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Der sonst nicht unbedingt schnellen Yumi wird bei Tsuyoshis Antwort klar, dass er tatsächlich über keine eigene Rüstung verfügt und schon ihren Hintergedanken erkannt hat. Dies nur als weiteres Indiz für ihre Ahnung bewertend widerspricht sie mit Feuereifer: "Nein, nein, der Träger war kein hoher Herr, ganz im Gegenteil - ein einfacher Samurai, der im Dienst seines Herren bei der Verteidigung der einfachen Leute fiel. Die erdrückende Übermacht der Soldaten, die das Volk und ihn angriffen, überwanden ihn jedoch erst, als alle in Sicherheit waren."

Ohne darüber nachzudenken ergreift sie das Handgelenk des jungen Kriegers und will um den Schrein zur Rückseite ziehen. Ungebremst redet die Miko auf ihn ein: "Seine Rüstung ist repariert und zur Reliquie erklärt worden, um diesen noblen Geist zu erhalten. Sie ist hier, um dieses Dorf zu schützen, so wie ihr auch. Wie könnte es richtiger sein, als beides zusammen zu bringen?" Mit glühenden Augen sieht sie ihn auffordernd an.

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Kagematsu: Was zurück bleibt / Geflüster der Kami
« am: 22.05.2020, 18:47:00 »
Ok, angenommen. Trainiert und aufgezogen wurde Yumi allerdings fern ihrer Familie von einem größeren Tempel/Kloster, daher wird sie persönlich dem nicht viel Bedeutung beimessen.
Ansonsten ist alles in die "Blüten im Strumwind" übertragen.

Mein Beitrag kommt dann hoffentlich auch bald, habe immer noch keine richtige Routine gefunden.

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Kagematsu: Was zurück bleibt / Geflüster der Kami
« am: 12.05.2020, 18:29:14 »
Zum Samurai, der die Rüstung hinterlassen hat, habe ich folgende Vorschläge:

Sein Name war Mamuro Kunio und er stammte aus einer für Samuraiverhältnisse armen und machtlosen Familie. Er hatte als Junge bereits angefangen, seinem Fürsten zu dienen, und er- und überlebte viele Schlachten. Schließlich wurde er Leibwächter des Sohnes und schützte diesen auch weiter, als der selbst Fürst wurde. Stets an der Seite seines Schützlinges überlebte er viele harte Kämpfe und erholte sich trotz hohen Alters auch von schwereren Verletzungen. Er weigerte sich immer, von dessen Seite zu weichen. Als der junge Fürst sein Überleben sichern wollte durch den Befehl, einen Hof nahe des Schlachtfeldes zu sichern, nahm Mamuro den Befehl an und blieb dort, obwohl eine Weissagung ihn davor gewarnt hatte, von der Seite seines Schützlinges zu weichen. Und tatsächlich tauchte die Truppe eines verräterischen Adeligen auf, der anstelle der geschworenen Neutralität dem Fürsten in den Rücken fallen wollte. Mamuro stellte sie und verteidigte den Posten so lange, dass der Verräter zu spät kam, um dem Fürsten den Sieg zu nehmen. Da Mamuro damit auch die Familie des Gutes bis zu seinem Tode verteidigt hatte, gab es bald die Legende vom einfachen Samurai, der das einfache Volk bewacht und verteidigt.
Daher wurde seine Rüstung auserkoren, als Reliquie unser Bergdorf vor den bösen geistern aus den Minen zu schützen. Sie wurde repariert und mit edlen Farben lackiert, sodass man ihr ihr Alter nicht ansieht.
Als Mon dachte ich an die wachsamen Augen:


Gefällt es dir? Hast du noch Ideen oder Varianten?

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Kagematsu: Was zurück bleibt / Geflüster der Kami
« am: 09.03.2020, 12:49:31 »
Dein Beitrag hat mir eine wunderschöne Option eröffnet, wie die naive Miko quasi alle Zuneigungen und Verzweiflungstaten vor sich selbst rechtfertigen kann. Ich habe die Option mal im Text angedeutet - armer Tsuyoshi. :twisted:

P.S.: Vielleicht sollte ich der Rüstung und dem Ahn, den sie repräsentiert, Namen und Geschichte geben... Möchtest du mitwirken?

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Offensichtlich braucht die junge Miko, bis die Worte des Kriegers bei ihr ankommen - rauschenden Ohren und im Kreis rennenden Gedanken sei Dank. Zunächst erhellt sich ihr Gesicht weiter, als er davon spricht, dass er nciht mehr so niedergeschmettert ist. Selbst die Aufregung legt sich ein wenig, als er meint, es wäre nichts unehrenhaftes geschehen. Es versetzt ihr einen kleinen Stich, den sie aber mangels Verständnis ignoriert.

Als er seine Sorge kundtut, ob sie etwas getan hätten, was ihren Pflichten widersprach, protestiert sie sofort: "N-nein, das haben wir, also, das hst du-ihr nicht, ich meine, einen Ahn beleidigt! Dazu wären wir, dank ihrer Leitung, garnicht fähig!", verkündet sie mit der Inbrunst der Überzeugung. Als ihr Blick jedoch zwischen dem jungen Krieger und der Rüstung hin- und herwandert - und ihre Gedanken um ihre priesterliche Rolle, ihre Gefühle und den Ahn des Schreines kreisen - bricht sich plötzlich eine Ahnung, eine Erkenntnis Bahn. Er ähnelt dem Ahnen und steht, wie man es von ihm erwarten würde, dem ihm empfohlenen Dorf in seiner Not zur Seite. Hatte der Ahn ein geeignetes Gefäß hergeführt? Es würde auf jeden Fall ihre Gefühle erklären. Kurz fragt sie sich, wie sie das prüfen konnte, dann wurde ihr klar, dass sie es garnicht durfte - Zweifel haben. Der Glaube ist das Wichtigste.

Mit diesen Gedanken kehrt die Ruhe wieder im Herzen Yumis ein und sie strahlt Tsuyoshi an: "Womit können die Geister und Ahnen - oder ich als bescheidene Dienerin - helfen? Habt ihr Fragen oder Sorgen oder wollt erneut üben? Vielleicht warten und sehen, wieweit die Dorfbewohnerinnen mit ihren Übungen gekommen sind?" Schließlich blitzt - nach einem weiteren Blick zur Rüstung im Schrein - so etwas wie Frechheit in ihren Augenwinkeln: "Falls man fragen darf: Darf man euch einmal in voller Rüstung sehen?"

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Bis sich der junge Krieger erhebt, pocht der jungen Frau ihr Herz bereits bis in den Hals. Als er sie anspricht, kann sie den Blick nicht halten und verbeugt sich lieber schnell. "K-Konnichi-wa, ver-geehrter Gast. ...Ich-ich war, äh, bin nicht fort gewesen. Ich meine, also, ich bin, ähm, war seit gestern - gestern abend hier.", stottert sie, während ihr Kopf innerhalb kürzester Zeit vor Röte und Hitze zu kochen scheint.

Entsprechend braucht sie ein wenig, überhaupt weitere Worte zu finden: "Ich-ich hoffe, du-ihr habt wieder...zu euch gefunden? Die Sorgen, sie...die unsere letzte Begegnung begannen sind...ähm...fort, ja, fort?" Sie beißt sich auf die Lippen, sie kann sich nicht daran erinnern, wann sie das letzte Mal so nach Worten gesucht hat. Als Mädchen in ihren ersten Prüfungen vielleicht. Und mit jedem Stammeln wurde ihre Unruhe und Scham nur größer. Sie soll doch Stab und Stütze der Gläubigen sein! Sie konnte über das Rauschen des Blutes in ihren Ohren nichts mehr wahrnehmen, aber schon ihr Blick auf seine verschwitzten Hände ließen Bilder des Ganges zum Teich hochkommen - und sie wünscht sich, im Boden zu versinken. "Wenn-falls mein Betratragen letztes Mal - am Teich, meine ich - ähm...ich euch zu nahe, ich meine, unangemess-nehm war, so entschuldigt.", krächzt sie mit erstickender Stimme.

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Vertieft in ihre Gedanken und ihre Aufgabe überhört und -sieht Yumi die Ankunft Tsuyohis. Erst als sie mit den wesentlichen Teilen des Ritus fertig ist, alle Rüstungsteile in die richtige Aufhängung uzurückgetan hat und sie auf Sauberkeit kontrolliert, tritt sie hinter die Rüstung und bemerkt über die Schulter den jungen Mann. Ein überraschtes Quietschen später versteckt sie sich hinter der breitschultrigen Rüstung. Wie weggeblasen sind all die Gedanken und Entscheidungen und Pläne, sie fragt sich nur, seid wann er da ist und was er mitbekommen hat.

Da es still bleibt, schafft sie es schließlich, sich zu sammeln und, soweit es bei diesem schwül-feuchten Wetter möglich ist, sich wieder herzurichten. Sie schlüpft durch die versteckte Tür in den hinteren Wandpanelen des Heiligtums hinaus und kommt leise um den Schrein herum. Schüchtern und zögerlich nähert sie sich dem Betenden von seitlich hinten und bleibt kaum einen Meter entfernt stehen. Sie wartet geduldig, bis er sie bemerkt beziehungsweise seine Zwiesprache mit den Göttern beendet hat. Irgendwie weiß sie nicht einmal mehr, wie man Gäste des Schreines begrüßt, so aufgeregt ist sie. Nach außen schimmert davon noch nicht viel durch - was aber, wenn sie versuchen würed, zu sprechen?

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Seit der letzten Begegnung mit dem jungen Krieger, die dramatisch mit seiner Traurigkait begann und über das fröhliche Spiel am Wasser mit dem Auftauchen des verletzten Gauls endete, hat die junge Miko einige Zeit gehabt, nachzudenken. Was ihren Schwächeanfall, ihr Suchen nach Worten und ihre Hitze anging, hat sie es schlussendlich auf den heißen Tag, die schwere Arbeit vorher und den Einfluss ihrer Schäfchen geschoben. So häufig, wie sie dieser Tage den Mädchen und Frauen des Dorfes zuhören durfte, wie sie von ihm schwärmen und sich Hoffnungen machen, muss davon einfach etwas hängen geblieben sein. Aus ihr selbst sind solche Gedanken natürlich nicht gekommen, sie lebt nur für ihre Aufgabe, davon hat sie sich überzeugt.

Damit verdrängt sie diesen Gedankengang und wendet sich dem Räuberproblem ihres Dorfes zu - beziehungsweise der hoffentlichen Lösung durch Tsuyoshi. Yumi ist sich sicher, gegen einen echten Samurai haben die Schurken keine Chance, aber was, wenn er ernsthafte Verletzungen davontragen würde? Natürlich hat sie eine Ausbildung genossen und einige im Dorf Erfahrung mit Wundversorgung, jedoch hatten sie es bisher nicht mit Verletzungen durch Waffen zu tun gehabt. Sie sieht ein, dass sie vielleicht etwas zu seinem Schutz tun sollte - kannte sie geeignete Segnungen?

So in Gedanken verloren nutzt sie die frühe Stunde und die Abwesenheit aller Gläubigen, das Heiligtum zu betreten und die Reliquie zu reinigen, unter Segenssprüchen und allen notwendigen Ritualen. Durch die Sichtschlitze, durch die die Betenden ins Heiligtum schauen können, driftet kein Geräusch. Es ist ein weiterer schwüler Tag, diesmal jedoch mit tiefhängenden Wolken. Es ist ein wenig kühler ohne die strahlende Sonne, dafür drückt die feuchte Luft umso mehr, selbst die Insekten sind still.

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Kagematsu: Was zurück bleibt / Geflüster der Kami
« am: 27.11.2019, 05:58:07 »
Die einfachste Variante w're, dass der ratlose junge Krieger den Schrein aufsucht, um die Götter/Ahnen/den Geist des Kriegers um Rat zu fragen.
Alternativ patroulliert er durchs Dorf und trifft Yumi, die gerade wieder einen schweren Korb voller Kostbarkeiten aus dem Wlad ihre Runde dreht, eben diese zu verteilen.
Dritte Variante: Er erwägt ernsthaft, zu gehen, oder kundschaftet den Wald aus, nur um dort Yumi dabei zu stören, mit der Schleuder in der Hand eine Karnickelfamilie zu beobachten.

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Das sie eine ehrliche, offene Entschuldigung erhielt, nahm Chúsei den Wind aus den Segeln. Sie bekam sogar ein schlechtes Gewissen, schließlich war sie nicht ganz unschuldig an der Situation gewesen. So wich seinem Blick aus und murmelte, ihren Ausbruch zurücknehmend: "Es ist ja nichts geschehen. Ver...gessen wir es. Und-und danke für eure Worte." Sie nahm noch etwas mehr Abstand ein und wartete mit gesenktem Blick, ob sie gehen durfte oder für ihre Dreistigkeiten noch eine Konsequenz erlitt.

Ihre Gedanken kehrten wieder zu den 'Ergebnissen' der Beratung der Dorfältesten zurück. Es war unfassbar und wäre, wenn jüngere Männer dabei gewesen wären, sicher anders ausgefallen. Sie würde wieder alles selbst machen - zur Not. Der Gedanke an ihre Tochter gab ihr allen Mut, den sie brauchen würde, egal für welches Schicksal. Eine ruhige, fast fatalistische Entschlossenheit kehrte in ihre verweinten Gesichtszüge zurück. Wehe dem Banditen, der ihr unterkam.

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Kagematsu: Was zurück bleibt / Geflüster der Kami
« am: 19.11.2019, 17:36:50 »
So, ich versuche mit Chúsei erstmal keine weitere Gunst. magst du ihren letzten Erfolg für ein freundliches Wort und die permament verbrauchte 'in die Arme werfen'-Verzweiflungstat noch dokumentieren, bitte?

Dann würde ich mit Yumi weiter machen wollen, erst das Geschenk und dann, wenn es geht, noch den verstohlenen Blick ansteuern.

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Chúsei merkte, dass sie nicht nur mit ihren Argumenten bei dem jungen Krieger nicht durchkam, sonder auch ihren emotionalen Ausbruch nicht ungeschehen gemacht hat. Da er sie sowieso noch festhielt, schmiegte sie sich in ihrer Verzweiflung tiefer in den Griff hinein. Sie merkte, wie sehr sie ihren Mann vermisste. In seinen Armen hatte sie sich immer geborgen gefühlt und vor dem Ungemach der Welt beschützt. Doch die Erinnerung an ihn ließ ihr auch etwas anderes klar werden: Dies hier war ein fremder Mann.

Von ihrem eigenen Verhalten angeekelt, gerade auch weil sie den Eindruck gewann, dass es nicht ohne Reaktion des anderen vonstatten ging, nutzte sie einen Moment der Lockerung und des Umgreifens, um einen weiteren Versuch zum Losreißen - diesmal wesentlich ernster und mit ihrer beachtlichen Stärke - zu unternehmen. Dabei keifte sie fast instinktiv, um ihr eigenes Unbehagen und Unglück mit dem eigenen Verhalten zu überspielen: "Wie fasst ihr eine verheiratete Frau eigentlich an?!"

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