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Autor Thema: Kapitel 2: Der Angenehme Wald  (Gelesen 2503 mal)

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Kapitel 2: Der Angenehme Wald
« Antwort #120 am: 29.02.2020, 04:48:17 »
In den folgenden Tagen beruhigte sich Friedrich etwas. Sowohl Hannah, als auch Juan schienen in Ordnung zu sein und wenn sie etwas im Schilde führen sollten, dann konnten sie das gut verstecken. Für den Moment schenkte er ihnen etwas Vertrauen. Sogar an den Anblick des Dievas hatte er sich etwas gewöhnt. Das hieß allerdings nicht, dass er den Geist aus den Augen ließ. Denn auch wenn sich Friedrich entspannt hatte, so wollte er bereit sein, wenn es zu Problemen kam. Irgendwie hatte er immer noch das Gefühl, dass diese früher oder später kommen und mit dem Dievas zu tun haben würden.
Gerade war er noch mit Erich ins Gespräch vertieft gewesen, da machte sie Don Tristan auf Spuren aufmerksam. Eine größere Gruppe, die vor nicht allzu langer Zeit hier vorbeigekommen war. Sie mussten nun aufpassen. Es war nicht sicher, wie die Leute hier zu der Baronin standen. "Wir müssen von nun an vorsichtiger sein." machte er klar. "Vielleicht sollten wir etwas langsamer reiten, sodass jemand voraus spähen kann?" Wenn denn jemand aus der Gruppe darin geübt war. Zu wissen, was auf sie zukam, würde sicherlich hilfreich sein.

Juan Felipe Fernandez

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Kapitel 2: Der Angenehme Wald
« Antwort #121 am: 29.02.2020, 11:54:14 »
Juan dachte bei den Worten des Einheimischen für einen Augenblick nach und antwortete dann: "Vielleicht sollten wir darüber nachdenken uns nicht im Geheimen zu nähern. Wir werden das Heim dieser Dame so oder so nicht mit Gewalt erstürmen können. Dafür haben wir nicht die nötigen Ressourcen. Es könnte besser funktionieren, wenn wir einfach als Gäste kommen und uns so umsehen, statt zu versuchen ungesehen da hinein zu kommen. Wenn wir einmal in ihren vier Wänden sind, können wir vielleicht auch mehr darüber herausfinden, wie wir die Baronin am Besten ausschalten." Dann blickte er zu Ingrid: "Da ihr, werte Dame, als einzige der Baronin bekannt seid, könntet ihr uns in diesem Fall nicht begleiten. Das würde direkt zeigen, dass wir mehr über das wissen, was hier vorgeht, als unser Ziel weiß."

Kapitel 2: Der Angenehme Wald
« Antwort #122 am: 29.02.2020, 12:57:59 »
Don Tristan teilte Friedrichs Misstrauen gegenüber den beiden Neuankömmlingen durchaus, wenn auch nicht zu dem selben Grad. Allerdings war ein Großteil seiner Aufmerksamkeit in den nächsten Tagen auf Jelena und den Dievas konzentriert. Aber falls die Ussurerin unter den Einfluss des Dievas fiel war ihr das äusserlich nicht anzumerken. Allerdings führte die Sorge ihrer Gefährten dazu, dass sich Louis und Tristan dabei abwechselten Jelena an der Spitze der Gruppe Gesellschaft zu leisten. Was der Grund dafür war, dass der junge Hidalgo die Spuren als erstes erspät hatte.
"Und Baron Tristan könnte uns ebenfalls nicht begleiten. Mittlerweile dürfte die Nachricht von seiner "Ermordung" die Baronin erreicht haben und wir müssen davon ausgehen, dass ihre Spione ihr eine gründliche Beschreibung seiner Person gegeben haben." ergänzt Tristan seinen Landsmann.
"Es könnte auch sinnvoll sein zu versuchen herauszubekommen woher diese Leute" er deutete auf die Spur die er gefunden hatte, "gekommen sind. Es könnte uns eine Menge über sie und ihre Absichten verraten."
« Letzte Änderung: 29.02.2020, 13:58:46 von Mondragor »

Mondragor

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Kapitel 2: Der Angenehme Wald
« Antwort #123 am: 29.02.2020, 14:14:11 »
Ab sofort reiste man umso vorsichtiger, und da der Wald hier sehr dicht war, konnten die Pferde ohnehin nur geführt werden, so dass das Tempo nun deutlich langsamer war. Die Gruppe, die vor ihnen gereist war, hatte offenbar den gleichen Weg genommen wie sie selbst.

Schließlich kamen sie an eine Stelle, an der der Boden besonders ausgetreten war, und plötzlich schöpfte Friedrich einen Verdacht. Auch Tristan begann damit, sich die Umgebung noch einmal genauer anzusehen, und schließlich trafen sich die Blicke der beiden, und wortlos bestätigten sie sich gegenseitig ihre Mutmaßung.

Es war Friedrich, der das Wort ergriff: "Diese Gruppe, der wir folgen ... sind wir selbst! Hier ist die Stelle, an der wir vor drei Stunden die Spuren entdeckt haben, deshalb ist der Boden auch weitläufig ausgetreten, als wir alles untersucht haben." Und auch Tristan bestätigt: "Es stimmt, ich kann mich genau an diesen abgestorbenen Baum dort erinnern. Wir waren schon einmal hier. Die Frage ist nur, welcher Zauber bringt uns dazu, im Kreis zu laufen? Ich bin mir sicher, dass wir immer in die gleiche Richtung gegangen sind."

Hannah Waldeck

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Kapitel 2: Der Angenehme Wald
« Antwort #124 am: 29.02.2020, 15:53:17 »
Hannah zügelte ihren - im Vergleich zu den edlen Pferden der anderen rustikalen -Braunen und stieg ab. Im Verlauf der letzten Tage hatte sie sich einiges über die Gruppenmitglieder erschlossen. Auch wenn sie nicht wusste, dass einer der Eisenländer ein Baron war, konnte sie seine Sonderstellung wahrnehmen. Mit Ingrid sprach sie nur das Nötigste. Wann immer das Gespräch auf die Baronin kam wurde die Mimik der Eisenländerin verschlossener. Ansonsten beteiligte sie sich an alltäglichen Gesprächen.
 
Sie ging ebenfalls zu den Spuren, wahrend ihr Pferd ruhig stehen blieb und schnell anfing zu dösen.
.
"Das ist kein einfacher Zauber. Vielleicht kann der Dievas etwas dazu sagen?" Nachdenklich ging sie zum Wegesrand , trat dann einige Schritte ins Unterholz, neugierig, ob ihr dieser Weg vom Zauber versperrt wurde.

Louis de Fromage Puant

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Kapitel 2: Der Angenehme Wald
« Antwort #125 am: 29.02.2020, 20:04:32 »
"Wir selbst?! Impossible!" rief Louis. Er drehte sich im Sattel um und spähte angestrengt in die Richtung, aus der sie gekommen waren, ehe er sich wieder nach vorn wandte. Dann fluchte der Musketier: "Mille tonnerres! Das iest 'exenwerk! Kann man in diese vermaledeite Landstriesch niescht einmal gegen anständiege Gefahren kämpfen?! Immer nur Zauberei und Blendwerk - so kann iesch niescht arbeiten..!" Wutentbrannt riss er sich den Hut vom Kopf und warf ihn zu Boden. Dann sah er sich um und brummte missmutig. "Alors, was können wir tun?"

Jelena Sejm Petrasowna

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Kapitel 2: Der Angenehme Wald
« Antwort #126 am: 02.03.2020, 19:01:21 »
"Klar.", meinte Erich zu Friedrichs Klarstellung, dem Dievas nicht zu trauen. Hannah sah er ein wenig entspannter, etwas anderes ließ ihn aber aufmerken: "Jelena kann zaubern?! Warum hat sie das bisher nicht gemacht - oder haben wir das nur nicht mitgekriegt? Warum war sie dann dem Werwolf zum Opfer gefallen und hat sie schon jemanden bezaubert?" Er blieb dabei leise, um wenn möglich nur mit Friedrich zu diskutieren. Er nahm sich allerdings vor, seine "Schülerin im waffenlosen Kampf" bei der nächsten Lektion mehr heranzunehmen.

Abgesehen davon tauschte er sich bei jeder sich bietenden Gelegenheit mit Friedrich unter vier Augen aus - seinem Urteil traute er als einziges, gerade was Magie anging und da er der Einzige war, den er besser kannte. Bei anderen Diskussionen hielt er sich zurück, auch wenn er es bevorzugt, dass Friedrich oder er die Süpäher mimen würden. Hannah fragte er immerhin, woher sie stamme, was sie von Perchta wollte und was sie der Reisegruppe beisteuern könnte.

Als sich die Erkenntnis breitmachte, dass sie im Kreis gereist waren, beobachtete er misstrauisch Jelena und Hannah. Erstere wegen des Dievas, der sie eigentlich führen sollte, und die andere, weil sie recht magieverständig wirkte.
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Jelena hatte Louis Begeisterung bezüglich der Jagd auf die Baronin des Waldes mit einem aufmunternden Nicken begrüßt. Während der Reise stellte Jelena sicher, dass sich um Ingrid gekümmert wurde, während sie sich selbst an den Umstand zu gewöhnen versuchte, niemals allein zu sein. Regelmäßig brachen kleinere Wortscharmützel zwischen ihr und dem Dievas aus, der sich augenscheinlich wenig kooperativ und allen anderen gegenüber ziemlich beleidigend verhielt.

Das erste Nachtlager behielt bereits eine Besonderheit für sie bereit - Erichs Unterrichtsstil wurde deutlich anspruchsvoller. Er nutzte die Gelegenheit, sie bei einigen Griffen oder Haltungskorrekturen mit gezischten Fragen zu ihrer Magie und ihrem Verschweigen derselben zu bombardieren. Mit ihren Antworten nicht zufrieden, schlug er schließlich einen Übungskampf vor. Dieser wurde schnell intensiv.[1] Friedrich musste befürchten, dass sich Erichs Temperament meldete. Jelena ging vollkommen unter[2] und verlegte sich auf vorrausschauendes Ausweichen (wie vorher in Worten). Dabei war sie zwar geschickter[3], setzte de facto jedoch nichts Gelerntes um und verstärkte den Ärger ihres Gegenübers. Mit Mühe brachte Erich sich wieder unter Kontrolle, nachdem Jelena schon grün und blau war. Eingeschüchtert hatte sie dem Riesen nichts entgegengesetzt und sich für ihre Unfähigkeit entschuldigt. Interessanterweise hatte er sie nicht soweit bekommen, Magie einzusetzen.

Juans Vorschlag sich offiziell zu nähern mit einer Scheingeschichte fand bei Jelena wenig Gegenliebe. Tristans Einwand teilte sie nicht komplett, ergänzte ihn allerdings um das Folgende: "Wenn sie die Geschichte von Verscheiden des Barons gehört hat, hat sie auch von der illustren Gruppe Ausländer gehört, die erst eine Heldentat vorgetäuscht haben, um in seine Nähe zu kommen. Ich fürchte, dann sind nur Juan, Hannah und Ingrid diejenigen, die sich gefahrlos nähern können. Ingrid auch nur, falls die Kunde der Befreiung der Dorfbewohner uns nicht überholt hat." Das dann die Geisel mit Sicherheit nicht mehr lebte, erwähnte sie nicht explizit, um Ingrid nicht noch weiter verzweifeln zu lassen. "LÖasst uns die Anlage und ihre Umgebung ansehen, sobald wir da sind. Dann können wir spontan entscheiden, wie wir Beweise für ihre Taten sammeln und entsprechend den Ergebnissen handeln." Anscheinend schenkte sie den gehörten Geschichten von Ingrid und dem Dievas nur bedingt Vertrauen oder wollte sicherstellen, dass sie nicht eines weiteren ruchlosen Mordes bezichtigt werden.

Erichs Fragen an Hannah verfolgte sie mit Interesse und horchte auf die Antworten. Mit einem Blick zu Juan fragte sie anschließend: "Und wo kommt ihr her? Ihr seit sicher mehr als ein einfacher Streiter, wie könntet ihr euch in die Gruppe einbringen? Warten eure Freunde nicht auf einen Bericht, was es mit den Banditen auf sich hat?"

Als sich dann die Erkenntnis breitmachte, dass sie im Kreis gelaufen waren, wollte sie zunächst auf Hannah reagieren, die aber schon im Unterholz verschwand, und zuckte dann zusammen, als Louis einen Wutanfall bekam. Sie gab sich zum Teil die Schuld für die Situation. Sie hatte den Dievas aufgenommen, der sie nun führte. Sie riss sich zusammen und wand sich in eine Richtung, in der kein Gruppenmitglied stand: "Nun, mein geschätzter Begleiter, wisst ihr etwas darüber zu sagen, warum eure Führung uns nicht zur Baronin bringt? Falls ja, was denn?" Gleichzeitig ging sie ihre eigenen Kenntnisse durch, um seine Antwort gegebenenfalls zu prüfen oder zu ergänzen.[4]
 1. Erich - Nahkampf 2 Erfolge
 2. Jelena - Nahkampf 0 Erfolge
 3. Jelena - Athletik 3 Erfolge
 4. Jelena: Gelehrsamkeit 2 Erfolge
« Letzte Änderung: 05.03.2020, 07:56:04 von Jelena Sejm Petrasowna »

Kapitel 2: Der Angenehme Wald
« Antwort #127 am: 02.03.2020, 19:32:38 »
Ein rascher Tritt wirbelte den befiederten Hut des Montaigners in die Luft wo ihn eine behandschuhte Hand sicher zu fassen bekam.  Don Tristan war in einer fließenden Bewegung vom Rücken seines Pferdes geglitten und hatte den Hut vor den Hufen der nachfolgenden Pferde bewart.
"Zunächst einmal nicht die Contenance verlieren Monsier Mousqutaire!" kommentierte er kühl während er Louis die Kopfbedeckung hinhielt.
"und dann abwarten was unser angeblicher Führer zu seiner Verteidigung zu sagen hat.  - Und sicher lernt man doch als Musketier sich am Stand der Sonne zu orientieren?" ergänzte er mit einer minimalen Spur Spott in der Stimme.
Dann fiehl ihm noch eine Alternative auf und er wandte sich an Ingrid. "Was ist mit euch. Wart ihr vor dem heutigen Tage schon einmal in dieser Gegend?" fragte er in seinem akzentuierten Eisenländisch.
« Letzte Änderung: 04.03.2020, 19:18:34 von Don Tristan de la Verde »

Mondragor

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Kapitel 2: Der Angenehme Wald
« Antwort #128 am: 09.03.2020, 12:34:38 »
Jelena wartete auf die Antwort des Dievas, doch dieser war sich sicher, dass sie in die korrekte Richtung gegangen waren. Ähnlich antwortete Ingrid: "Genau in dieser Gegend war ich noch nicht, doch die Richtung, in der die Burg liegt, ist klar, und ich habe nicht bemerkt, dass wir diese zwischendurch geändert hätten."
Und auch die übrigen Mitglieder der Reisegruppe hätten schwören können, dass sie die Richtung nicht zwischendurch geändert hatten.

Als Hannah sich vom Weg entfernte, spürte sie keinen physischen Widerstand, doch je weiter sie in das Unterholz vordrang, desto stärker musste sie sich darauf konzentrieren weiterzugehen. Alle möglichen Gedanken schossen ihr durch den Kopf, als sie dort entlang ging, und schließlich war sie so in Gedanken versunken, dass sie erst wieder an ihre aktuelle Lage dachte, als sie plötzlich wieder vor den anderen stand, die sie neugierig anstarrten.

Als sie die Übung jedoch auf der anderen Seite des Weges wiederholte, war ihr keine Verwirrung anzumerken, und sie entfernte sich zielstrebig von der Gruppe.

Hannah Waldeck

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Kapitel 2: Der Angenehme Wald
« Antwort #129 am: 10.03.2020, 18:25:40 »
Hannah ging ein Stück weiter, bemerkte dabei immer noch keinen Effekt. Als sie zur Gruppe zurück kehren wollte, waren die 'Symptome' wahrscheinlich milde. Endlich stad sie wieder vor ihren Begleitern. "Das ist sehr merkwürdig und auf jeden Fall magisch." Sie beschrieb, wie es ihr ergangen war, wie der Zauber sie zum Weg zurück gedrängt hatte. Und wie es andererseits kein Problem war, sich in entgegengesetzter Richtung zu entfernen.
"Es erinnert an die Zauber im Märchen, um ein Schloss oder eine Prinzessin zu verbergen."

Louis de Fromage Puant

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Kapitel 2: Der Angenehme Wald
« Antwort #130 am: 14.03.2020, 14:39:34 »
Mit zusammengekniffenen Augen nahm Louis seinen Hut wieder entgegen. "Mais oui," gab er ebenso kühl an Tristan zurück, "überall und zu jeder Zeit – mit Ausnahme von Castille natürliesch" fügte er mit todernster Miene hinzu. "Dort unterscheidet siesch die Methode leischt. Es reischt aus, siesch an die Schatten zu orientieren, welsche geworfen werden von le nez des nächsten Ein'eimischen." Womt er sich den Hut wieder aufs Haupt setzte, vom Pferd sprang und sich umsah, indem er nachdenklich seinen Sputzbart zwirbelte.

Auf Hannahs Bemerkung schnippte er mit den Fingern. "Bien sûr, mademoiselle! Ihr 'abt treffend auf die Kopf genagelt!" Mit neu erwachtem Eifer setzte er sich an den Wegesrand, um seinen langen Stulpenstiefel auszuziehen. Während er sie mit ziemlicher Mühe wieder anlegte, und zwar weil er den linken über das rechte Bein zerrte und umgekehrt, erklärte er munter: "Eine simple Trick, aber iesch 'abe mir sagen lassen, dass man auf diese Weise  eine 'exenzauber stört, die die Füße stets lenkt nach die falsche Seite."

Mondragor

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Kapitel 2: Der Angenehme Wald
« Antwort #131 am: 27.03.2020, 14:28:52 »
Jeder in der Gruppe hatte eine völlig unterschiedliche Idee davon, wie man der Magie begegnen konnte, die hier im Wald vorzuherrschen schien. Während manche, wie Hannah, einen eher pragmatischen Ansatz verfolgten, wirkte es bei anderen eher skurril - vor allem, als Louis begann, mit schmerzverzerrtem Gesicht in seinen falsch angezogenen Stiefeln über den Boden zu hoppeln.

Juan, der verzweifelt versuchte, die Anstrengungen der ganzen Gruppe zu koordinieren, sah nach und nach seine Felle davon schwimmen - vielleicht war er doch nicht gerade zum Anführer geboren. Immer wieder ermahnte er seine Mitreisenden zusammenzubleiben und musste doch mit ansehen, wie Louis und Jelena, die scheinbar mit geschlossenen Augen auf ihrem Pferd saß, nach und nach immer weiter vom Rest der Gruppe abdrifteten - bis ein Schrei ihn plötzlich aus seiner Anspannung riss!

Jelena und der Montaigner hatten sich mehr und mehr im Unterholz verstrickt, bis Louis plötzlich über die Überreste einer Säule gestolpert war und vor Schreck aufgeschrien hatte, bevor es ihn, instabil wie er in seinen Stiefeln nun war, rücklings auf den Boden warf. Doch genau im gleichen Moment durchfuhren eine Reihe von unzusammenhängenden Bildern sowohl ihn wie auch Jelena -
eine Vision, auf die sie sich keinen rechten Reim machen konnten. (Anzeigen)

Die ganze Vision dauerte nur wenige Sekunden - zu kurz, um mehr als blasse Erinnerungen an die Bilder zurückzulassen. Doch als ihre Begleiter besorgt zu ihnen stießen, war den beiden dennoch klar, dass dies mehr als ein bloßer Traum gewesen war.

Nun erkannten sie auch, dass hier außer der Säule, über die Louis gestolpert war, noch mehr Ruinen waren. Offenbar hatte es sie an einen uralten Ort verschlagen, denn Friedrich erkannte sofort, dass dies kein Bauwerk von Menschen gewesen war - es waren Überreste syrnethischer Bebauung, und eine uralte Kraft pulsierte in den Überbleibseln dieser Gemäuer.

Louis de Fromage Puant

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Kapitel 2: Der Angenehme Wald
« Antwort #132 am: 29.03.2020, 11:55:41 »
Das Gehen in seinen vertauschten Stiefeln hatte Louis einige Mühe und ein schmerzlich verzogenes Gesicht gekostet. Doch wie der Musketier wenig später mit einem zweiten, gedämpfteren Ausruf befriedigt feststellte, war seine Methode von Erfolg gekrönt – Dank der Weisheit der montaignischen Landbevölkerung! Triumphierend wies er auf die Säule. "Eh bien soit! es 'at gewirkt..!" Etwas benommen griff er sich an den Kopf, bevor er leicht schwankend wieder auf die Füße kam. Dann atmete er tief durch und lehnte sich gegen einen Baum, um die Stiefel wiederum zu tauschen und seine schmerzenden Füße zu entlasten. Dabei keuchte er: "Iesch 'abe doch gewusst, dass 'ier eine üble diablerie iest in die Spiel!" Endlich richtete er sich auf, schüttelte noch einmal heftig den schwirrenden Kopf und besah sich die Gemäuer, über die er im wahrsten Sinne des Wortes gestolpert war. "Und da iest noch mehr... iesch 'abe ge'abt eine Art vision. Bilder, wie... wie aus eine pièce de théâtre – non! Wie... Erinnerungen. 'exerei, gar keine Zweifel!"

Jelena Sejm Petrasowna

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Kapitel 2: Der Angenehme Wald
« Antwort #133 am: 01.04.2020, 11:14:18 »
Jelena hatte den Kopf geschüttelt über die Antwort des Dievas und erwischte sich bei dem Gedanken, was für eine "feine" Hilfe er wäre und wie bedauerlich es ist, dass er Schwierigkeiten hat, seinen Teil des Vertrages - sie zum Ziel zu bringen - umzusetzen. Dann starrte sie in Gedanken versunken auf ihr Pferd. Dabei nickte sie zu den Worten der anderen und bedachte Tristan mit einem irritierten Blick für sein Kommentar zu Louis. Louis Methode gegen den Zauber vorzugehen entlockte ihr ein Schmunzeln, sie versteckte es aber in seinem Rücken. Dann kehrte sie zu ihrem Pferd zurück und verkündete schließlich: "Ich werde etwas ausprobieren." Gesagt, getan - schließlich überließ sie dem Pferd einen Teil der Führung und korrigierte immer, wenn abdriftete vom Zielkurs. Dabei murmelte sie ein beruhigendes Misch-Masch aus ussurisch und sarmatisch. Ihr eigener Orientierungssinn half. Auf dem schlingernden Kurs hörte sie immer wieder Juans Worte und nutzte sie als Hilfe.

Trotzdem kam sie vom Weg ab (vielleicht weil sie damit eine Kurve des Weges abkürzte?) und geriet samt Pferd ins Unterholz. Als die Macht der Visionen sie traf, gab sie einen Laut des Erschreckens von sich und hatte Mühe, nicht vom Pferd zu fallen und es gleichzeitig zu beruhigen. nachdem sie sich gefangen hatte, grübelte sie, ob der Dievas etwas damit zu tun hatte, da kam Louis' Ausruf dazu.

Sie starrte ihn erstaunt an, dann sprach sie mit leiser, fester Stimme: "Wartet, ich habe auch etwas gesehen - noch jemand?" Als sie keine Bestätigung bekam, wendete sie sich an Louis: "Sagt, ob ihr das Gleiche gesehen habt, ergänzt oder korrigiert bitte meine Worte gegebenenfalls. Am Anfang schrie ein Kind, umgeben von einer einheitlich gekleideten Menge. Dann wurde ein Mädchen zurechtgewiesen, dann wieder stand eine - beglückte? - Frau im Dunkeln. Besonders blieb mir eine weiße Schlange in Erinnerung. Es folgte ein Geisterball und eine aufgeregte Menge vor einem Gemäuer. Wahnsinnig gewordene in dessem Inneren und dann ist das Gemäuer still, während in der Ferne gekämpft wird." Erst überlässt sie Louis und den anderen das Wort, bevor sie abschließt: "Eine Theorie dazu kann ich anbieten - möglicherweise sind dies Stationen aus dem Leben der Baronin. Wie sieht ihre Burg aus - Innen wie Außen - , Ingrid?"

Mondragor

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Kapitel 2: Der Angenehme Wald
« Antwort #134 am: 03.04.2020, 12:18:54 »
Ingrid versuchte die Burg, so gut es ihr möglich war, zu beschreiben. "Ich kann mich an die Burg aus meiner Kindheit erinnern, aber nach meiner Rückkehr habe ich nur wenig sehen können; doch das, was ich sah, wirkte heruntergekommen." Zusammen mit Louis und einigen Nachfragen konnten sie zumindest erahnen, dass die Vision die gleiche Burg gezeigt hatten, zu der sie gerade unterwegs waren - ob sie es tatsächlich war, ließ sich nicht final feststellen, zu ähnlich waren sich die eisenländischen Burgen untereinander. Zumindest einen Saal, der dem Ballsaal entsprechen könnte, hatte die Banditin jedoch in Erinnerung, und auch die Kapelle könnte die gleiche sein wie die aus der Vision.

"Aber was kann das bedeuten?" schaltete sich nun der Baron selbst in das Gespräch ein. "Zeigt es Bilder aus der Vergangenheit? Der Zukunft? Ist es eine Warnung, oder was können wir damit anfangen?"

Friedrich untersuchte in der Zwischenzeit mit großer Neugier die Ruinen und traute sich schließlich eine Einschätzung zu: "Dies sind Ruinen der Syrneth! Zu jedem anderen Zeitpunkt würde mich hier nichts und niemand vom Fleck bekommen, bevor ich nicht jeden Stein umgedreht hätte, doch jetzt muss ich mich wohl damit begnügen, mir die Stelle zu merken und zu hoffen, dass ich den Ort wiederfinde. Also lasst uns nicht zu lange verweilen, sonst wird es nur umso schwieriger für mich, den Geheimnissen zu widerstehen, die sich hier aufspüren ließen."

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