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Autor Thema: Die sieben Steine  (Gelesen 2246 mal)

Beschreibung: Kapitel 02

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Cerebro

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Die sieben Steine
« Antwort #315 am: 16.05.2020, 18:13:16 »
Um mit Namta zu sprechen, muss Yalena den Weg zurück zum Rand der Lichtung antreten, denn die Djaka sind den dreien nicht zur Grube gefolgt. Dort angekommen sieht der inzwischen sitzende Pygmäe unverwandt zu ihr hinauf und zuckt ungeduldig wirkend mit den Schultern. "In der Nähe Dschungel", antwortet er wenig erleuchtend. "Viele Tiere verstecken in Dschungel... Und Sumpfstamm nicht wissen. Tretet leise, wie Brüder. Nicht denke dass rufen gut. Tiere nicht hören auf Sprache von Menschen. Sagen Tiermann dass sollen lassen gehen. Wir müssen zu Berg!"
« Letzte Änderung: 17.05.2020, 02:55:14 von Cerebro »

Yalena

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Die sieben Steine
« Antwort #316 am: 19.05.2020, 00:08:33 »
"Das wird der Tiermann nur nicht hören wollen..." Meint die Rothaarige nur, die mit so einer Antwort schon gerechnet hat. Warum einfach, wenn man es auch schwer haben kann. Das Tier ist vermutlich sonstwo und wird reichlich angefressen sein. Mit gesenkten Schultern stiefelt sie zurück zu den beiden Männern.

"Laut Namta kann Anisha jetzt überall sein und ob ihre Sumpffreunde in der Nähe lauern, können sie nicht ausschließen. Die Bande hat es noch dazu eilig. Also, was jetzt? Ohne einen guten Anhaltspunkt wird es schwierig. Vielleicht kommt sie auch allein zurecht, bis wir vom Berg zurück sind? Immerhin hat sie es auch aus dem Käfig geschafft."

Für den Warg gibt es wohl auch keinen Grund, sich allzu weit zu entfernen. Tatsächlich aber sieht sie grade wenig Aussichten darauf, das Tier zeitnahe zu finden.


Kiran Arun

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Die sieben Steine
« Antwort #317 am: 19.05.2020, 09:07:01 »
Auf Yalenas Ausführungen reagiert Kiran ganz anders als die Rothaarige dies vermutet. Er nickt Ihr mit einem erleichternden Ausdruck im Gesicht zu und beginnt sich ein wenig Schlamm von der Rüstung zu klopfen.
Mit der anderen Hand überprüft er kurz den Sitz seiner Waffen und richtet sich schließlich wieder zu voller Größe auf. Die gebückte und deprimierte Haltung der letzten Tage scheint vollständig verflogen. Schließlich reißt er sich ein Stück Stoff vom Ärmel und reibt sich damit das Gesicht ab, bevor er es an einem Ast neben sich befestigt.

Mit einer festen und sonoren Stimme gibt er Ihr schließlich eine Antwort.
"Ani lebt und sie wird uns finden, wenn sie bereit dazu ist. Außerhalb dieser Grube kann Sie sehr gut auf sich selbst aufpassen."

Einar

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Die sieben Steine
« Antwort #318 am: 19.05.2020, 11:15:32 »
Erstaunlich. Einar hätte nicht gedacht, dass Kiran ohne Anisha weiterziehen würde. Aber vermutlich hat er ja recht. Ein Warg ist und bleibt ein starkes und schlaues Tier und kann durchaus alleine in der Wildnis überleben.
„Du wirst es wissen.“ nickt der Barbar langsam. „Dann lassen wir unsere Begleiter nicht länger warten und gehen weiter.“ wendet er sich zu den Djaka um und schreitet zu diesen, um unter ihrer Führung endlich den Berg zu erreichen.

Cerebro

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Die sieben Steine
« Antwort #319 am: 19.05.2020, 17:10:27 »
Einar kehrt als erstes zum Rand der Lichtung zurück. Namta und einige der anderen Djaka blicken ihm entgegen und Namta wartet, bis auch Yalena wieder vor ihm steht, da er sich nur mit ihr zu verständigen weiß. "Jetzt gehen ja? Tiermann zufrieden?"

Einige der Krieger greifen schon nach ihren abgelegten Sachen, um die Reise fortzusetzen...

Yalena

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Die sieben Steine
« Antwort #320 am: 19.05.2020, 17:55:21 »
Yalena legt fragend ihren Kopf leicht schief. Sie hat einiges erwartet, aber nicht unbedingt das. Ihre Haltung entspannt sich, als sie ihm aufmunternd zunickt.

"Hm, sehe ich ähnlich. Sie ist hier in ihrem Gebiet. Wer weiß, wie unwegsam dagegen dieser Berg noch wird." Den Brocken von Tier will sie nur ungerne per Seil hochhieven müssen. Sofern Kiran nicht heimlich geplant hat sich abzusetzen, können sie also beruhigt weitergehen. Sie folgt Einar zurück zu Namta und den anderen Djaka.

"Alles in Ordnung. Gehen wir weiter." Erklärt sie knapp und winkt ab. Sie ist schon gespannt, was dieser ominöse Berg für sie bereit hält. Auf dieser Insel scheint es alles auf sie abgesehen zu haben. Aber wer weiß...Nicht einmal die Djaka betreten diesen Ort. Womöglich wird er auch eine angenehme Abwechslung sein.
« Letzte Änderung: 19.05.2020, 17:56:53 von Yalena »

Cerebro

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Die sieben Steine
« Antwort #321 am: 19.05.2020, 18:53:43 »
Namta nickt zufrieden, weist dann seine Brüder an und die Gruppe setzt sich rasch in Bewegung. Im Rhythmus ihrer Schritte verschwindet die große Lichtung hinter ihnen und wandelt sich rasch wieder zu dichtem Dschungel. Sie verfolgen ihren Weg nicht zurück nach Südosten, sondern wenden sich gen Nordosten. Der Boden zu ihren Füßen steigt spürbar an...

Als der Urwald an einer Stelle etwas lichter wird, ist zwischen dem Blätterdach der Berg zu sehen. Der plötzliche Anblick überrascht, denn im grauen, dicht verhangenen Himmel war er von der Lichtung aus nicht zu erkennen, obgleich er bereits dort extrem nah gewesen sein muss. Unmittelbar vor ihnen ragt er nun auf und blockiert den nördlichen Himmel wie eine Wand. Sein weiter Kamm zieht sich westlich bis zu den Steilklippen der Küste, wo sich irgendwo auch der große Wasserfall ins Meer ergießen muss. Von ihrer Position aus ist dies nicht zu sehen, kann jedoch nicht allzu weit entfernt sein. Die Lichtung mit der Gefängnisgrube muss sich demnach auch relativ nahe an der Steilküste befinden. Auf Nachfrage erklärt Namta, dass sie den Berg zwar quasi erreicht haben, nicht jedoch den begehbaren Pfad, der sie hinaufbringen soll. Bis dorthin will er sie führen - und keinen Fuß weiter...

Da wenig später bereits die Dunkelheit einsetzt, machen sie eine letzte gemeinsame Rast, welche ohne Zwischenfälle verläuft. Am nächsten Morgen wandern sie weiter gen Nordosten, bis sie schließlich vollends nach Norden abbiegen. Kiran bemerkt als erster die mit Steinen gepflasterte Straße, der sie nun folgen - kaum mehr zu erkennen, denn in hunderten, vielleicht tausenden Jahren hat der Dschungel alles komplett überwuchert. Sie wandern etwa eins, zwei Stunden auf diesem Weg, bis sie eine versteckte Gabelung erreichen. Namta macht Halt und wendet sich an Yalena. "Wir da", verkündet er, ohne Jubel in der Stimme und zeigt mit dem Arm nach Norden, die rechte Weggabelung entlang. "Dieser Weg führen euch auf Berg. Wir hier trennen, denn für Djaka diese Ort böse und verboten..."
« Letzte Änderung: 19.05.2020, 19:07:15 von Cerebro »

Yalena

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Die sieben Steine
« Antwort #322 am: 19.05.2020, 19:09:15 »
Recht zeitnahe erreichen sie schließlich den gesuchten Berg - und das in einem Stück. Bisher läuft es ungewohnt gut für ihre Gruppe. Nach der Rast geht ihr unterwegs irgendwann auf, dass sie auf einer gepflasterten Straße gehen, die offensichtlich nicht von Djaka erbaut wurde. Sie scheint uralt zu sein, aber irgendwie ist es trotzdem angenehm eine winzige Spur von Zivilisation zu entdecken.

Als Namta anhält und nach Norden deutet, folgt sie seinem Blick kurz und nickt dann verstehend.

"In Ordnung. Den Rest schaffen wir schon irgendwie. Also dann...danke für eure Führung bis hierher. Es war weniger beschwerlich als ich dachte." Sie kann nun nur grob abschätzen, wie lange sie mit diesem Berg zubringen werden. Ein paar Vorräte wären sicher nicht verkehrt.
« Letzte Änderung: 19.05.2020, 19:12:18 von Yalena »

Einar

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Die sieben Steine
« Antwort #323 am: 21.05.2020, 17:08:19 »
Endlich haben sie den Berg erreicht. Alle noch lebendig, mit brauchbarer Ausrüstung und den Steinen im Gepäck. Mehr wollte er doch gar nicht - einzig dass sie Anisha nicht finden konnten, hinterlässt einen fahlen Beigeschmack. Aber die Djaka haben sich tatsächlich mehr als nützlich erwiesen, als dass sie ein Hindernis gewesen wären. Er nickt ihnen zum Abschied zu und besieht sich dann die kaum erkennbare Strasse.
„Ich würde sagen wir folgen einfach dem Weg. Die Steine sollen ja in einer längst verlassenen Stadt liegen - und wohin soll der sonst führen?“
Mit dem Gefühl ihr Ziel endlich vor Augen zu haben, macht sich Einar dann auf den Berg zu erklimmen.

Cerebro

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Die sieben Steine
« Antwort #324 am: 21.05.2020, 23:24:21 »
Namta sowie eins, zwei andere erwidern das Nicken des Nordmannes. Der Pygmäe wünscht der Gruppe über Yalena noch viel Glück und blickt den dreien nach dem Abschied noch eine Weile hinterher, als sie den Weg nach Norden alleine fortsetzen. Obgleich sie auf gepflasterten Steinen wandeln, ist es nicht immer einfach, den Weg zu finden - zu wenig ist von der alten Baukunst noch erkennbar. Kiran führt sie dennoch sicher voran. Die Straße schlängelt sich lange durch die gewohnte Dschungellandschaft, bleibt aber stets gen Norden gerichtet. Nach etwa einer Stunde setzt dann wie aus dem Nichts der seit vielen Tagen unaufhörliche Regen aus. Unterholz und Blattwerk bleiben durchnässt sowie der Erdboden hier und da schlammig, doch jenseits der Bäume reißen über ihren Köpfen die Wolken auf und ein frischer Wind jagt sie hinaus auf das Meer. Verhangenes Grau wird zu strahlendem Blau, während die Gruppe noch immer im Schatten des Urwalds wandelt und lediglich mitbekommt, dass das Nieseln einstweilen ein Ende gefunden hat...

Ihr Weg bleibt ereignislos, geht wegen der steten Steigung allerdings etwas in die Beine. Sollte dieses Gebiet aufgrund weltlicher Gefahren für die Djaka tabu sein, so sind diese nicht auszumachen. Die ewigen Laute des Waldes bilden eine Geräuschkulisse, die sie inzwischen gekonnt auszublenden wissen. Dank der Straße bleibt ihnen notwendiges Klettern größtenteils erspart, die Steile nimmt allerdings stark zu, so dass sie gewiss sind, nun nicht mehr am Fuß des Berges zu wandern, sondern effektiv mit dem Aufstieg begonnen haben. Der Dschungel bleibt zunächst dicht, aber als sie die vielen hundert Meter Höhe etwa zur Hälfte hinter sich haben, erreichen sie eine Art natürlichen Aussichtspunkt, der weniger stark bewachsen ist. Endlich fällt ihnen der strahlende Himmel auf - und sie bestaunen eine wundervolle Aussicht, die ihnen den gesamten östlichen Teil des Inselarchipels offenbart. Weit entfernt erblicken sie jenseits des Meeres die Insel der Schnecken, halb in letzte Nebelfetzen gehüllt. Etwas weiter nordwestlich von ihr befindet sich eine dritte, kleinere Insel. Sie ist überwiegend von Urwald bedeckt, doch zur westlichen Küste sind ausgedehnte Sandstrände zu sehen und... Kiran und Yalena geraten beinahe gleichzeitig ins Stocken. Ein Schiff! Dort am Strand dieser dritten Insel ist ein Schiff zu sehen! Allein Kiran kann mit scharfem Blick und dem Wissen seiner Herkunft die Umrisse einer taikangischen Dschunke erkennen - weitere Details entziehen sich aber selbst seinen besonderen Augen. Einar genießt derweil die schöne Landschaft...
« Letzte Änderung: 22.05.2020, 16:44:27 von Cerebro »

Yalena

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Die sieben Steine
« Antwort #325 am: 22.05.2020, 15:49:31 »
Auch wenn die Djaka bis hierhin hilfreich gewesen sind, ist die Khoranerin ganz froh wieder auf sich gestellt zu sein. Die Sumpf-Djaka werden ihnen ebenfalls kaum bis nach oben folgen. Sogar der Regen hört bald auf. Der stetig steiler wernde Weg erscheint ihr zwar nicht sonderlich einfach, aber immer noch ausreichend bequem. Ohne unterwegs viele Worte zu verlieren stapft sie voran, bis sich die grüne Decke lichtet und sie einen großzügigen Ausblick auf ihr wildes Gefängnis erhalten. Yalena hält inne. Der Anblick ist beeindruckend. Fast noch mehr aber interessiert sie, ob sie noch mehr erkennen kann. Sie kann die unselige Schneckeninsel ausmachen. Ein weiterer Ort, den sie nicht noch einmal besuchen muss. Erfreulicher ist da schon die dritte Insel, die sich ihr nun offenbart. Vielleicht eine Möglichkeit, den Djaka endgültig aus dem Weg zu gehen? Die westliche Küste sieht so aus, als könnte man problemlos dort anlegen. Blinzelnd hält sie inne, kneift kurz die Augen zusammen und starrt angestrengt in die Ferne. Doch, sie hat richtig gesehen. Ein Schiff!

"Seht ihr das? Dort, nordwestlich der Schneckeninsel...Nicht nur eine weitere Insel, sondern ein Schiff! Vielleicht Schmuggler?" Genaue Einzelheiten kann sie gerade nicht erkennen. Aber...das ist gut. Selbst wenn sie das Schiff verpassen, es könnte ein Anhaltspunkt sein.

"Wenn wir die Stein-Geschichte hinter uns gebracht haben...Vielleicht ist das ein neuer Weg, der an Tikku vorbei führt." Fügt sie nachdenklich hinzu. Dummerweise werden sie wahrscheinlich noch einmal Halt machen müssen, um Kirans Hund einzufangen. Für die beiden Seemänner sieht sie nach wie vor keine realistische Möglichkeit, ohne dem Giftzwerg seine magischen Kiesel zu geben. Und er ist gegenwärtig die letzte Person, der sie zu mächtigem Hexenwerk verhelfen will. Schlimmstenfalls enden sie in der Sklaverei, aber irgendwie wird es für sie weitergehen. Wenn das Glück mit ihnen ist, finden sie ihre eigene Gelegenheit...Aber vorerst muss sie an ihr eigenes Ziel denken. Yalena versucht sich den Anblick wie eine Karte vor ihrem inneren Auge festzuhalten. Dabei schätzt sie grob ab, ob diese dritte Insel mit einem Kanu erreichbar ist.

« Letzte Änderung: 22.05.2020, 15:55:47 von Yalena »

Einar

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Die sieben Steine
« Antwort #326 am: 25.05.2020, 12:56:51 »
„Huh?“ staunt Einar nicht schlecht, als Yalena das Schiff entdeckt. „Ich denke auch, dass wir uns nachher in keinem der Dörfer mehr blicken lassen können. Wenn wir von dieser Insel wollen müssen wir entweder irgendwie die Händler erwischen, die zum Küstenstamm kommen, oder solche Schmuggler.“ Wobei letzteres vermutlich einfacher sein wird. „Hoffen wir die haben es nicht eilig und warten noch ein paar Tage. Jetzt sollten wir aber diese Stadt finden. Also, wollen wir?“ meint er dann und deutet auf den Weg der sie zur Stadt führen sollte. Die Verlockung ist da, einfach zu diesem Schiff zu gehen und mit diesem Schiff der Insel zu entfliehen - aber sie haben hier noch zu tun. Nachdem sie also kurz verschnaufen konnten, macht er sich auf weiterzugehen.

Kiran Arun

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Die sieben Steine
« Antwort #327 am: 25.05.2020, 14:38:43 »
Während des gesamten Weges blickt Kiran immer wieder in das Dickicht des Dschungels, kann jedoch während der ganzen Zeit keine Hinweise auf Anisha entdecken. Dennoch versucht er immer wieder verschiedene Duftmarken zu hinterlassen, indem er seine Hinterlassenschaften nicht verbuddelt und auch für sein kleineres Geschäft öfters eine Pause einlegt als gewohnt. Auch die längeren Pausen verbringt er damit, seine verschwitzten Körperstellen an der Rinde der Bäume zu reiben. Die komischen Blicke seiner Gefährten ignoriert er dabei gekonnt. Anisha hat einen hervorragenden Geruchssinn. Irgendwann wird Sie schon die Fährte aufnehmen und ihm folgen, da ist er sich sicher. Auch das immer besser werdende Wetter spielt ihm dabei in die Karten und so ist auch seine Aufmerksamkeit ständig auf das Hier und Jetzt fokusiert.

Beinahe zeitgleich mit Yalena, entdeckt auch Kiran das fremde Schiff und mustert eine ganze Weile dessen Eigenheiten, bevor auch er das Wort ergreift.
"Eine taikangische Dschunke. Ist schon Jahre her, seit ich solch ein Schiff das letzte mal gesehen habe, aber die Form und der Aufbau sind eindeutig. Vermutlich dürfte das Schiff aber unsere beste Chance sein um von dieser Insel herunter zu kommen."

Anschließend nickt er Einar knapp zu.
"Ja, lass uns weiter gehen."

Cerebro

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Die sieben Steine
« Antwort #328 am: 25.05.2020, 18:41:44 »
Die drei ziehen weiter. Der Dschungel weicht mit der Zeit etwas zurück, so dass es nun einfacher ist, den immer auffälligeren Überbleibseln der Straße zu folgen. Sie wandern eine gute Weile, bis sie eine Gabelung erreichen. Der Hauptpfad führt weiter den Berg hinauf, während sich ein anderer Weg nach links abspaltet und den Hang entlang sanft nach unten führt. In dem Wissen, dass ihr Ziel weiter oben liegt, folgen sie dem Hauptpfad und gelangen so eine Etappe später schließlich auf das obere Plateau, auf dem die Stadt der Bergmenschen errichten wurde - hunderte Menschenleben bevor selbst der älteste Normalsterbliche dieser Tage das Licht der Welt erblickte.

Ihre Schritte führen sie bis zu den ersten Ruinen. Umrahmt und erstickt von Dschungel ist das Ausmaß der Stadt noch nicht auszumachen, doch allein die zerfallene Pracht des Torhauses weist auf einen einstigen Prunk und Fortschritt hin, mit dem sich die Djaka der heutigen Zeit nicht ansatzweise messen können. Das Torhaus besteht aus bröckeligem Stein und ist über und über mit Moosen, Lianen sowie anderen Kriechpflanzen überzogen, vielleicht zwölf Meter hoch und etwa halb so breit. Einars wandernder Blick erhascht verrostete Metallscharniere von enormer Größe und so weiß er, dass hier einst Meister der Schmiedekunst zu finden waren - doch durch den heimgesuchten Dolch und Yalenas Vision bei dessen Berührung ist der Fortschritt dieser alten Kultur nicht zwingend neu oder überraschend. Die Torflügel selbst waren aus Holz, was letzte verrottete Überreste zeigen. Links und rechts der Ruine ziehen sich die zum Teil eingestürzten Reste der Stadtmauer. Das Tor selbst stellt schon lange kein Hindernis mehr dar - lediglich die mächtigen Ranken einiger Pflanzen fallen beinahe wie ein Vorhang von oben herab und reichen teils bis auf den Boden.
« Letzte Änderung: 25.05.2020, 19:12:53 von Cerebro »

Yalena

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Die sieben Steine
« Antwort #329 am: 25.05.2020, 19:47:48 »
Kiran hat seine eigenwilligen Methoden, aber er wird sich schon etwas dabei denken. Die Khoranerin stellt das nicht weiter zu Frage. Für den Moment ist sie schon froh, dass sie den Bestienfreund nicht hinter sich her ziehen müssen. Eine taikangische Dschunke also? Dann liegt sie womöglich sogar richtig. Wenn sie hier fertig sind, sollten sie sich das ansehen. Sie hat auch nicht viel Zeit auf diesem Berg eingeplant. Über den Hauptpfad erreichen sie schließlich die Stadt der Bergmenschen. Jener Ort, der ihr durch die Visionen seltsam bekannt vorkam. Allein das zerfallene Torhaus wirkt eindrucksvoll. Hier mögen noch die einen oder anderen Schätze herumliegen...

Yalena lässt den Anblick auf sich wirken und versucht sich die fremden Erinnerungen ins Gedächtnis zu rufen. Im Grunde weiß sie, wo sich die restlichen Steine befinden. Der Uralt-Djaka hatte sich daran zu schaffen gemacht, die übrigen Steine zurückgelassen. Irgendwie...Hat sie nur das dumme Gefühl, diese Ruinen sind nicht so verlassenen wie sie scheinen. Sie zieht ihre Axt und tritt durch das Tor ein, vorbei an den Ranken. 
 

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