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Autor Thema: [IC] Kapitel 1: Geraubtes Land  (Gelesen 6475 mal)

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Dungeon Master

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[IC] Kapitel 1: Geraubtes Land
« am: 24.03.2021, 12:11:08 »




Kapitel 1: Geraubtes Land





Dungeon Master

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[IC] Kapitel 1: Geraubtes Land
« Antwort #1 am: 24.03.2021, 12:27:35 »

Dungeon Master

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[IC] Kapitel 1: Geraubtes Land
« Antwort #2 am: 28.03.2021, 16:40:36 »
Mondtag, 1. Pharast im Jahre 4710 AK

Der Winter hatte sich gerade verzogen und man konnte bereits die ersten Frühlingsblumen am Wegesrand ausmachen. Bei sonnigem Wetter und verhältnismäßig angenehmen Temperaturen, auch wenn es nachwievor etwas kühl war, waren sechs junge Abenteurer auf der südlichen Rostlandstraße unterwegs.

Die kleine Gruppe war vor wenigen Tagen erst von Restow aus aufgebrochen, um in die als Raublande bekannte Wildnis südlich von Brevoy zu reisen. Jedem von ihnen war von den Schwertjunkern von Restow eine Charta verliehen worden, die ihnen die Autorität zusicherte, den als Grüngürtel bekannten Teil der Raublande zu bereisen und zu erkunden, und dort gegen Banditen und anderes gesetzwidriges Verhalten vorzugehen.

Ihr Ziel war ein kleiner Handelsposten an der Südgrenze Rostlands, der von Oleg Leweton und seiner Frau Svetlana seit etwa einem Jahr geführt wurde. Von dort gab es in den letzten Monaten die eine oder andere Anfrage mit der Bitte um Schutz gegen die Banditenplage aus den südlichen Bereichen der Region.

Die Abenteurer sollten hier als Speerspitze fungieren, neben ihrer Aufgabe, die Gegend zu erkunden, um so die ersten Grundsteine für eine zukünftige Besiedelung zu legen. Ihnen wurde zugesichert, dass bereits in Kürze weitere Hilfe in Form einer Wachpatrouille eintreffen würde, um den Handelsposten zusätzlich abzusichern. Und natürlich wussten sie genau, dass dies nur der Anfang war. Denn wenn alles zufriedenstellend verlaufen würde, dann konnten sie mit weiterer Unterstützung rechnen, um die Besiedelung des Landes unter ihrer Führung voranzutreiben. Genau dies war auch der wesentliche Anreiz dieser Reise ins Ungewisse.

Warum sie sich auf diese abenteuerliche Reise gemacht hatten, dafür gab es ganz unterschiedliche Gründe. Der Ruf der Wildnis hatte sicherlich seine Verlockungen. Vielleicht war es das patriotische Pflichtbewusstsein, in dem Gedanken hier etwas Richtiges und Wichtiges zu tun, oder eher die Freiheitsliebe, ungezwungen sein Leben führen zu können. Vielleicht wollte man auch frei von den politischen Einflüssen in Brevoy sein oder einfach nur auf eigenen Füßen stehen, oder es war eine gute Gelegenheit, um etwas Abstand zu einer delikaten Angelegenheit zu gewinnen.

Natürlich wussten sie alle sehr genau, warum sie selbst hier waren. Und sie alle fragten sich, was die genauen Beweggründe der anderen sein mochten. Aber was auch immer sie dazu gebracht hatte, sich dieser Herausforderung zu stellen, die verschiedenen Gründe hatten sie schließlich hier zusammengeführt. Während der Reise bot sich die Gelegenheit, die anderen Abenteurer besser kennenzulernen, denn schließlich würde man in den nächsten Wochen, Monaten oder gar Jahren zusammenarbeiten müssen, um das zu erreichen, weswegen sie alle losgezogen waren.

Calxu

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[IC] Kapitel 1: Geraubtes Land
« Antwort #3 am: 01.04.2021, 11:01:25 »
Bei einer dieser Gelegenheiten, sie hatten sich nach einem weiteren der Tagesmärsche einen Ort zur nächtlichen Rast ausgesucht, ließ Calxu einmal mehr seinen Blick über die Weggefährten schweifen. Als Soldat hatte der groß gewachsene Drachengeborenen viele verschiedene Arten von Kriegern und Kriegerinnen kennen gelernt. Denn noch wurmte es ihn, dass er die anderen fünf nicht recht einschätzen konnte. Viele Gelegenheiten außer am Feuer und beim Wandern gab es ja auch nicht. Die Tiere ließen sie auf dem alten Pfad bis jetzt in Ruhe und von den im Schreiben angekündigten Banditen oder Wegelagerern fehlte auch noch jede Spur. Wohl waren sie noch im Einzugsgebiet von Restov, wo die Schwertjunker für Ordnung sorgen konnten. Irgendwann würde das aber umschlagen und dann, dann wusste er nicht einmal wer an seiner Seite an vorderster Front stehen würde.
Das allabendliche beäugen beim Putzen seiner silbergrauen Ausrüstung oder der goldenen Schuppen brachte ihn nicht mehr weiter. Für die Anderen möchte das reine Beobachten wohl auch nicht viel mehr Wissen über Calxu bringen. Außer das er eben ein Schildträger war, der gerne in der ersten Reihe schritt und sich jeden Morgen seinen Kraftübungen, unter anderem mit zur Hilfenahme eines Sattels den er mit schleppte, hingab.

Tief atmete Calxu aus und legte das Rüstungsteil, mit welchem er gerade beschäftigt war, beiseite. „Hört einmal bitte.“ er blickte zu den fünf Reisegefährten die sich in der Nähe des Feuers befanden und ließ, bei einem wohl freundlich gedachten Lächeln, seine spitzen Zähne aufblitzen. „Wir sind nun weit ab von Restov und werden wohl bald unser Einsatzgebiet erreichen. Damit verlassen wir die sicheren Pfade und werden uns aufeinander verlassen müssen, nicht war? Wie ihr sicher schon bemerkt habt ist mein Name Calxuareajak Rasfarn oder einfach gerufen Calxu. Ich bin ein frisch geweihter Paladin der Iomedae.“ deutlich schwang hierbei in seiner tiefen Stimme der Stolz darauf mit, die Ausbildung gemeistert zu haben. „Und stamme aus der Gegend um Stoneclimb in Ostbrevoy, wo meine Familie in einem Holzfällerdorf lebt. Mich ficht der Wunsch an, den Grüngürtel vor den Wegelagerern und Banditen zu sichern. Darum könnt ihr euch auf mein Schwert und meinen Schild verlassen. Wie sieht es bei Euch aus? Was treibt euch an den Ruf der Schwertjunker zu folgen und wo seht ihr eure Präferenzen?“ Angespannt ruhen, bei den Fragen die ihn brennen, seine Hände auf den Knien. Sein Blick wandert wieder von einem zur anderen und er ist regelrecht gespannt ob der Antworten. Wohl aber auch, ob irgendjemand antwortet.

Katharina

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[IC] Kapitel 1: Geraubtes Land
« Antwort #4 am: 01.04.2021, 12:54:19 »
Katharina war selbst erst seit kurzem in Restov und hatte sich dort noch nicht so wirklich eingelebt und umgeschaut als sie auf den Auftrag der Schwertjunker aufmerksam wurde. Sie war gerade sowieso etwas knapp bei Kasse und benötigte dringend eine Einnahmequelle, also kam ihr das Angebot gerade recht. Die Jagt nach Banditen war zwar nicht unbedingt ihr bevorzugtes Tätigkeitsfeld, aber vielleicht lies sich in Rostland oder Umgebung dieses Handelsposten noch etwas lukrativeres auftun und sich dort neue Gelegenheiten und Kontakte aufbauen.

Katharina war nur froh das sie sich in Restov kurz vorher noch etwas Ausrüstung zugelegt hatte und auch passendere Reisekleidung organsiert hatte, denn hier draußen in der Wildnis ist es dann doch etwas anderes wie in der Stadt, und sie kannte bisher ja auch fast nur das Stadtleben. Seit ein paar Tagen reiste sie nun mit dieser Gruppe die sich gefunden hatte um gemeinsam nach Banditen zu jagen. Sie hatte sich auch schon versucht ein Bild über die einzelnen Personen zu machen. Besonders auffällig war ja dieser Drache in seiner schweren Rüstung und dem großen Schild, denn mit dem würden sie wohl bestimmt keine Überraschungsangriffe starten können so laut wie der bei jeder Bewegung klapperte; aber dafür dürfte er in einem Kampf bestimmt nützlich sein denn so wie er aussieht weiß er mit seiner Ausrüstung um zu gehen und kann es bestimmt auch problemlos alleine mit ein paar Banditen aufnehmen. Und sollte dieser Drache nicht ausreichen, dann dürfte dieser Riese von einem Mann den Rest erledigen. Mit seiner enormen Axt und seiner puren Muskelkraft schlägt er bestimmt so manch einem Gegner den Schädel ein. Die drei andren waren eher unauffällig und Katharina konnte sich weder zu dem Elf noch zu den zwei anderen ein klares Bild machen. Von daher war es gar nicht schlecht als der Drache dann plötzlich das Wort ergriff um sich vor zu stellen und um nach den anderen zu fragen, denn auch Katharina war neugierig zu erfahren mit wem sie es hier eigentlch zu tun hatte.

Nachdem Calxu sich also vorgestellt hatte ergriff sie als nächstes das Wort „Es ist schön ein wenig mehr über dich zu erfahren Calxu. Einen Paladin an seiner Seite zu haben ist in dieser Wildnis bestimmt sehr hilfreich“ meinte Katahrina mit einem freundlichen lächeln auf den Lippen. „Ich bin übrigens Katharina und ich komme aus der Stadt Silberhalle wo ich mir versucht habe als Bardin mit Hilfe meiner musikalischen Talente ein wenig Gold zu verdienen. Doch dann habe ich gehört das es hier wohl neue Länder zu erkunden gibt und die Möglichkeit besteht sich hier einen Namen als Musikantin zu machen, und wer weiß vielleicht erleben wir auch gemeinsam einige Abenteuer über die man später selbst Lieder schreiben wird; und wer wäre dazu mehr geeignet wie jemand der bei diesen Abenteuern selbst dabei war.“ schließt Katharina dann ihre kurze Vorstellung und lächelt erneut alle feundlich an.

Tian Eld

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[IC] Kapitel 1: Geraubtes Land
« Antwort #5 am: 01.04.2021, 13:44:41 »
Bei der Erwähnung von Musik ließ der junge Mann den Kochlöffel ruhen und drehte sich nach der schönen Frau um. "Eine echte Bardin?" Tian wirkte höchst beeindruckt. Alle paar Jahre hatte es einmal ein Barde ins Dorf geschafft. Dort waren die Musiker wie Adelige empfangen worden, brachten sie doch Nachrichten aus den umliegenden Landen und verpackten die Eregnisse in turbulente, romantische, abenteuerliche und traurige Darstellungen. Der Rotschopf trat näher an sie heran und hockte sich hin. "Spielst du etwas für uns?"

Tian legte die Hände auf das eine aufgestellte Knie. Seine Kleidung war wesentlich schlichter als die der anderen. Er trug keine eindrucksvollen Schilder oder Schwerter. Sein Rucksack war noch älter als sein Umhang und fasste nur das Nötigste. Sein Wanderstab war aus einfachem, heimischen Holz geschnitten. Tian sah eher aus wie ein armer Landstreicher als ein entschlossener Abenteurer. Er hatte ungefragt alltägliche Aufgaben übernommen, aus Gewohnheit Holz gesammelt und gekocht, die Umgebung betrachtet und sich nach dem Wetter umgesehen. Ohne darüber nachzudenken versorgte er die Mitreisenden so gut er vermochte, auch wenn ihn der riesige Krieger etwas einschüchterte. Tian empfand sich und seine Arbeiten als alltäglich. Umso interessanter erschienen ihm seine Mitreisenden. Bislang hatte er kaum mit Fremden zu tun gehabt, schon gar nicht mit so exotischen. Alles an ihnen kam ihm besonders vor, von ihrem Aussehen über ihre Ausrüstung bis zu ihrer Art zu sprechen. Hier in diesem bunten Haufen hätte er vielleicht auch einen Platz und wäre nicht der seltsame Außenseiter, den man wenn, dann nur misstrauisch anblickte.

Der junge Mann pflückte einen dünnen Halm und hielt ihn Katharina hin. Vor ihren Augen erwuchs aus dem Stängel eine hübsche Blüte aus weißen Blättern[1]. Erwartungsvoll strahlte Tian die Bardin an und freute sich, in so glücklicher Gesellschaft zu sein.
 1. Druidcraft
« Letzte Änderung: 01.04.2021, 13:47:05 von Tian Eld »

Katharina

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[IC] Kapitel 1: Geraubtes Land
« Antwort #6 am: 01.04.2021, 19:56:44 »
Katharina war völlig überrascht von der Reaktion und der Geste von Tian, wer genau hin schaut bemerkt sogar das sie für einen kurzen Augenblick etwas rot anläuft als Tian ihr die Blume schenkte.
"Oh, das ist aber lieb von dir", sagte sie dann etwas verlegen und holte ihre Kalimba hervor um dann ein kleines kurzes romantisches Lied an zu stimmen und ein Stück vor zu spielen[1]. "Nun, hast du uns aber noch immer nicht verraten wie denn eigentlich dein Name ist und was dich hier her treibt. Ich Glaube kaum das du nur hier bist um ein paar Blumen zum blühen zu bringen" sagte sie dann mit einem frechen Lächeln auf den Lippen.
 1. Performance 18
« Letzte Änderung: 01.04.2021, 20:52:23 von Katharina »

Tian Eld

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[IC] Kapitel 1: Geraubtes Land
« Antwort #7 am: 01.04.2021, 21:17:34 »
Nach den ersten Klängen schloss Tian die Augen und folgte der schwermütigen Melodie aufmerksam. Nachdem die Bardin geendet hatte, führte er die Fingerspitzen der Rechten zu den Lippen. Mit dem Handrücken in Richtung Katharinas führte er die Hand etwas nach vorne um mit der alten rostländischen Geste seinen Dank auszudrücken. Er lächelte sie offenherzig an und erhob sich. "Ich bin, Tian Eld, in Rostland geboren, in den Ebenen und habe sonst noch nicht viel gesehen. Die letzten zwei Jahre war ich bei meinem Zirkel im Gronziwald um zu lernen. Nun will ich von der Welt lernen und ..." herausfinden, was mein Platz ist und wie ich meine Gefährten am besten schützen kann. "sie besser kennenlernen."

Tian blickte in die Runde. "Mir scheint, ich bin da - zum Glück -  an die rechte Gruppe Abenteurer geraten." Er griff in eine Innentasche und holte einige getrocknete Kräuterzweige hervor, zerrieb sie zwischen den Fingern und ließ sie in den dampfenden Topf rieseln, vor dem er nun wieder stand. "Wenn ich auf dem Weg ein bisschen was Blühendes hinterlasse, umso besser..." Der junge Mann grinste wie für sich selbst, dann kostete er. Fertig.

Gulyre

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[IC] Kapitel 1: Geraubtes Land
« Antwort #8 am: 01.04.2021, 22:39:27 »
Feuer..... die Flammen stoben....... Schreie und Stimmen! Nein eine Stimme. Der Wanderer blickte auf und wurde unvermittelt aus seinen Gedanken gerissen. Die klaren Augen des Drachenmann trafen auf die seinen und er spürte kein Unbehagen. Einen Krieger, der in der Gunst der Götter stand, an seiner Seite zu Wissen war ein gutes Zeichen. Dieser Paladin würde bestimmt einen guten Trainingspartner abgeben um seine Fertigkeiten zu verbessern. 

Um den Nebel in seinem Kopf endgültig abzuschütteln lies er seine massiven Schultern kreisen und neigte seinen grauen Schädel zur Seite. „ Es freut mich eure Bekanntschaft zu machen. „Mein Name lautet Gulyre Sohn des Malgur“ entsprang es seine Lippen. „ Ich habe in vielen Schlachten gekämpft und die Wildnis ist mein Zuhause. Der Wanderer ergriff seine Axt und machte sich daran die Schneide zu schärfen. Das gab im Sicherheit. Mit Waffen wahr er vertraut, aber persönliche Gespräche mit Fremden gehörten nicht zu seinem täglichen Handwerk.

Interessiert verfolgte er die aufkeimende Unterhaltung zwischen der Bardin und dem Mann der Ihr eine Blume reichte. Mit Frauen hatte er noch weniger Erfahrung als mit Gesprächen. Der alte Mann sagte einst, dass Weiber unergründlicheren wären, als die tiefste Magie der Welt. Als er damals fragte was der alte Mann meine, lachte dieser nur und sagte, dass er das noch selbst sehen werde. Er lauschte den sanften Klängen der Melodie und betete stumm zu Gozreh um sich für das wohlriechende Mahl zu bedanken.


Victor Yevgenov

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[IC] Kapitel 1: Geraubtes Land
« Antwort #9 am: 01.04.2021, 23:20:40 »
Es war anfangs eine recht schweigsame Gruppe, die dort die Straße zum Rostland entlangwanderte. Natürlich hatten sie sich erst vor kurzem getroffen, da war es nicht weiter verwunderlich, dass das Eis noch nicht wirklich gebrochen war. Jeder schien noch seinen eigenen Gedanken nachzuhängen, und sich wie Victor zu fragen, was sie oder ihn eigentlich hierher getrieben hatte. Zu einem anderen Zeitpunkt wäre es längst Victor selbst gewesen, der die Initiative übernommen und die anderen in ein Gespräch verwickelt hätte. Jetzt allerding kreisten seine Gedanken ein ums andere Mal um das, was in den letzten sechs Monaten aus seinem Leben geworden war – und natürlich um IHN.

Seine Gedanken kreisten … im wahrsten Sinne des Wortes. Er, der immer einen Plan gehabt hatte im Leben, der alles doppelt und dreifach vorausgedacht hatte: Er konnte nun keinen klaren Gedanken fassen, sondern wunderte sich immer noch darüber, warum er sich eigentlich hier, zusammen mit diesen Fremden, auf dieser Straße befand. Es war ihm schmerzlich bewusst, dass dies hier ganz und gar nicht das war, was er eigentlich wollte – doch hier war er jetzt.
Warum hat es dich getroffen und nicht mich, Yevgenij? Du warst doch immer der mit den hohen Idealen? Ich bin ein Nichtsnutz, und ohne dich läge ich längst in irgendeiner Gosse, abgestochen als gerechte Strafe für ein sinnloses Verbrechen. Du hast mir gezeigt, dass es im Leben auch mehr geben könnte als das.

Es war tatsächlich ein Zufall gewesen. Sechs Monate nach Yevgenijs Tod hatte er immer noch keinen Sinn in seinem Leben finden können – und beim morgendlichen Blick in seine Börse hatte er den Boden nur allzu deutlich gesehen. Und als er die letzten lumpigen Münzen in ein Frühstück investierte, da kam dieser Schwertjunker und suchte tüchtige Männer und Frauen für einen Auftrag in den Raublanden. Nun, einen tüchtigen Mann vorspielen konnte Victor noch allemal, und Armut und Ziellosigkeit waren eine Mischung, die selbst ihn zu einer Dummheit wie dieser verleiten konnten.

Bereut hatte er es jetzt schon. Er hatte es sich irgendwie heilsam vorgestellt: Banditen jagen, durch die Natur reisen – genau das, was seinem Leben wieder Struktur geben und ihn ablenken konnte. Doch er hatte nicht einmal mehr genug Gold gehabt, um seine abgewetzte Reisekleidung zu ersetzen und lief hier jetzt wie ein eitler Geck in teurer Salonkleidung herum. Seine Gefährten würden ihn wahrscheinlich für einen reichen Idioten halten.
Überhaupt, seine Reisegefährten. Just diesen Moment hatte sich Fauchi (so hatte er den Drachengeborenen für sich getauft) ausgesucht, um endlich ein Gespräch zu beginnen. Offenbar war der Paladin ein Grünschnabel, so wie er selbst auch, was seine Laune direkt verbesserte. Dann war da noch dieser Riese mit dem tätowierten Schädel – Victor würde aufpassen müssen, sein sarkastisches Mundwerk in Zaum zu halten, denn ein Schlag dieses Hünen würde vermutlich ausreichen, um ihn ins Land der Träume zu schicken. Die anderen drei waren weit weniger auffällig, zwei Elfen und ein anderer Mensch, oder so schien es zumindest – genau wissen konnte man nie, welche Blutlinie da womöglich noch hineinspielte.

Doch nun war es an der Zeit, dass auch er sich an dem Gespräch beteiligte. Er räusperte sich leise, und als er sicher war, dass er die Aufmerksamkeit der anderen hatte, verbeugte er sich tief und tat, als würde er seinen Hut ziehen. Wenn schon Geckenkleidung, dann wenigstens richtig.
„Hallo liebe Mitreisenden! Es ist mir eine Ehre, euch kennenzulernen. Victor Yevgenov bin ich, und ich stamme aus dem schönen Ustalav, das noch viel schöner sein könnte, wenn unser Herrscher Prinz Ordranti uns nicht weiterhin mit seiner außerordentlichen Abneigung dagegen, das Zeitliche zu segnen, beglücken würde. Leider zwangen mich einige kleinere Meinungsverschiedenheiten mit den herrschenden Häusern“technisch gesehen ist das die Wahrheit - dazu, etwas überstürzt von dort aufzubrechen, und so bin ich nun hier gelandet.

Schlachten habe ich in meinem Leben noch keine geschlagen – zumindest nicht die, von denen unser mächtiger Freund hier spricht. Und auch mit meinem Gesang werde ich euch besser nicht erfreuen – schon gar nicht, wenn ihr bei jedem meiner Töne nur daran denken würdet, wie viel besser unsere liebreizende Bardin das Singen beherrscht. Mein Talent könnte vielleicht darin bestehen, mich hinter einem Baum zu verstecken, wenn Banditen angreifen.

Wenn ich es mir so recht überlege, dann ist unter sechs Kämpen doch immer einer, der im Grunde gar nichts taugt und auf den die anderen herabblicken und über den sie sich lustig machen können. DAS könnte meine Rolle sein, jawohl!“


Victor grinste über beide Ohren, als hätte er gerade die Entdeckung seines Lebens gemacht, und verbeugte sich ein weiteres Mal. Wenn ich ihnen jetzt nicht den Idioten gegeben habe, weiß ich auch nicht.

Varis Larenthanil

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[IC] Kapitel 1: Geraubtes Land
« Antwort #10 am: 02.04.2021, 08:46:08 »
Varis war sehr verwundert gewesen, als sie alle zusammen gekommen waren. Er hatte einen Haufen Menschen erwartet, die dem üblichen folgten, was man bei Menschen erwarten musste, einige eher stumpfsinnig mit großen Waffen, aber dennoch oder genau deswegen ganz fröhliche Gesellen. Aber es war anders gekommen. Für einen Moment hatte ihn das verunsichert. Mit den normalen Menschen hatte er gelernt umzugehen, aber diese Gruppe war etwas völlig anderes. Er war daher eher still geblieben, hatte beobachtet und zugehört. Der junge Mann und sein Wissen über Pflanzen war ihm aufgefallen und seine Art, der Welt um sie herum zu begegnen. Das gefiel ihm, er war also nicht der einzige, für den die Natur mehr zus ein schien als eine lästige dornige Barriere oder ein Schwarm Mücken.
Er lauschte zunächst den Worten der Mitreisenden, dem Lied und den Geräuschen des Landes. Die Worte des Mannes aus dem dunklen Land verwunderten ihn etwas. Auf ihn würde er ein aufmerksames Auge haben. Aber nach den ersten Worten sollte man niemand beurteilen, das hatte Varis früh gelernt.

Schließlich war er wohl an der Reihe, es wäre nicht freundlich gewesen, den anderen zuzuhören und selbst nichts zu sagen. "Ich bin Varis und stamme aus Kyonin, wie ihr euch wahrscheinlich denken könnt." Er sprach die Gemeinsprache zwar fließend, aber mit einem deutlichen Akzent und es klang etwas ungeübt. "Ich kenne mich mit den Fährten von Tieren und von Banditen aus und so hat es sich ergeben, dass ich nun hier bin. Ich fürchte, dass es nicht viel mehr zu sagen gibt. Naja, ich bevorzuge den Bogen, was ja nicht zu übersehen ist und daher werde ich nicht vorne neben euch beiden Bären stehen. Aber wundert euch nicht, wenn euch ein Pfeil am Kopf vorbei saust, er war nicht für euch bestimmt."
Er lachte kurz, etwas übertrieben laut vielleicht, aber er wollte sicher gehen, dass ihn alle richtig verstanden hatten. Humor ist schwierig zwischen verschiedenen Völkern, auch das hatte er früh gelernt auf seinen Wanderungen.

Als er so in die Runde schaute und darauf achtete, ob sich jemand nicht angemessen angesprochen fühlte, spürte er eine gewisse Neugier, was ihn wohl im Kreise dieser Leute erwarten würde. Er würde es erfahren.
« Letzte Änderung: 02.04.2021, 08:47:29 von Varis Larenthanil »

Calxu

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« Antwort #11 am: 02.04.2021, 12:39:45 »
Kaum das Katharina das Wort ergriff, legte sich die Anspannung in Calxu. Er lauschte den Worten seiner Reisegefährten, sowie dem kurzen romantischen Lied. Vom Gesicht her war es schwer einzuschätzen ob auch ihm das Lied gefiel, zumindest seine Schwanzspitze wiegte im Takt hin und her. Der Gedanke eine Bardin begleitete sie gefiel ihm.
Insgesamt musste er seine eigenen Einschätzungen bei einigen der Reisegefährten überholen. Die Gruppe war für seine Gewohnheit bunter als erhofft aber ja natürlich, die Schwertjunker werden auf eine gute Mischung geachtet haben. Mit Gulyre und Varis werden sie wohl für Kämpfe genauso gut ausgerüstet sein wie für die Erkundungen oder auch die möglichen Verhandlungen. Schließlich war ihm als Iomedaepaladin ein reuiger Wegelagerer tausend Mal mehr wert als ein toter.

Kaum hatte Varis seinen Scherz ausgesprochen, und ihn als Scherz klar markiert, lachte Calxu brummend mit. „Keine Sorge Herr Elf, aus der Reichweite meines Schwertes bist du allemal. Nur der Schwanz wird von vielen oft vergessen.“ Hier schwall das Brummen zu einem schallenden Lachen an. Varis hatte offensichtlich den Humor von Calxu getroffen. Auch wenn die Sache mit dem Schwanz durchaus eine leidige Tatsache war. So manch ein Soldat war schon darüber gestolpert oder einmal ausversehen draufgetrampelt. Um sich zu fangen, schlug Calxu mit dem Schwanz mehrmals auf den Boden hinter sich.
„Aber im Ernst, so mal schnell an mir vorbei ist keine gute Idee, wenn man das vergisst. Außerdem tut es nicht nur euch weh wenn ihr fallt. Es ist schließlich nicht so, dass ich kein Gefühl im Schwanz hätte.“ er prustet kurz Luft aus, wobei euch ein paar leine Flammen zwischen seinen Zähnen hindurchlodern. „Ohne Spaß, ist vor mir stehen auch manchmal gefährlich. Schließlich haben wir Drachengeborene nicht nur drakonischen Äußerlichkeiten geerbt. Ich vermag es in gewissen zeitlichen Abständen Feuer zu speien. Leider ist der Odem nicht so leicht steuerbar wie ein Pfeil.“

Sein Blick ging kurz darauf zum Hünen „Varis sagte es schon, wir Bären werden vorne sein. Da denke ich wäre es gut wenn wir zusammen Morgens ein paar Aufwärmübungen machen. Schließlich müssen wir beide uns für die erste Reihe einspielen. Wenn du Lust hast, gerne auch mit einem kleinen Ringkampf oder so.“ Darauf brannte Calxu eigentlich schon seit dem ersten Tag ihrer Abreise. Er hatte nicht erwartet, wie sehr ihm die Trainingseinheiten und ausgedehnten Ringkämpfe mit den Soldaten fehlen würden. Die Aussicht diese nun mit einem so offensichtlich starken Partner fortzusetzen, brachten sein heißes Blut noch mehr in Wallung.
„Ihr Anderen könnte da auch gerne mitmachen. Je mehr verschiedene Techniken umso spannender.“ Bei dieser Aufforderung blieb sein Blick bei Victor hängen. Sich so weit unter den Scheffel stellen kam ihm schon komisch vor. Ein Adliger, jedenfalls im Vergleich zu den Paar die Calxu schon mal gesehen hatte, war er scheinbar nicht. Diese würden wohl mehr damit angeben wie gut sie Konversieren und Flanieren könnten als andere groß zu machen und sich möglichst klein. An alle gerichtet mein Calxu „Falls der Kampf euch nicht liegt ist das keine Schande. Es gibt Schlachtfelder auf weder Axt, Klinge noch Bogen nützlich sind. Da bring es auch wenig für Morgens mit dem Schwert sich abzumühen.“ dann wieder Victor direkt anblickend. „In den Schlachten auf die du Victor anspielst, ja da wird es wohl keine Bäume geben hinter denen sich solche Schwertschwinger wie ich verstecken könnten. Jetzt auf dich herabblicken und lustig machen nur weil du keine Axt schwingst …“ Calxu zuckt mit den breiten Schultern „ … nein ich werde das jedenfalls nicht machen. Aber ich habe verstanden, du siehst dich eher in der zu beschützenden Reihe als ganz vorne.“

Er nickt knapp mehr für sich selbst und schlägt mit dem Schanz auf den Boden. Da war doch auch etwas von das essen sei fertig. Ein echter Druide, wohl möglich, kocht für sie. Das weckte Erinnerungen an den Druiden in der Nähe seines Heimatwaldes. Er halfen die rechten Bäume zum Fällen zu finden und mit den Kindern begann er dann die gerodeten Bereiche wieder mit Setzlingen auffüllten. Als Belohnung gab es für alle die dabei halfen leckeren Honigkuchen. Ob Tian auch so etwas zubereiten kann? Jetzt mit den Rationen die sie hatten nicht aber später vielleicht. So bedankte sich Calxu bei Tian für das zubereiten des Essens und genoss jeden happen.

Tian Eld

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« Antwort #12 am: 02.04.2021, 13:48:39 »
Tian hatte sich mittlerweile mit überkreuzten Beinen auf den Boden gesetzt und aß seine Portion, während er aufmerksam zuhörte. Gulyre und Calxu würden also die Bären dieser Runde sein. Stark und schnell könnten sie gegen alle möglichen Gefahren stehen und den Gefährten ein Wall sein. Bären allein wären jedoch verloren ohne die anderen Wesen des Waldes. Es bedurfte stets des allumfassenden Gleichgewichts, so hatten auch Hase, Fuchs, Hirsch oder Sperber ihren Platz. Die wunderbare Vielfalt war einer der Schlüssel zu ihrer aller Existenz, wieso also nicht auch zu dieser Mission? Tian lächelte Calxu breit an, während er sich mit der Hand den Hinterkopf einige Male rieb. "Ähm...zwar habe ich mit meinen Brüdern das Kämpfen mit Faust und Stock geübt, aber bin ich, glaube ich, besser dran, wenn ich morgens meine Meditationsübungen mache. Nicht dass ich noch tatsächlich über deinen mächtigen Schwanz stolpere und mir gleich zu Anfang unserer Reise meine Knochen breche." Das Lächeln wurde kurz durch einen nachdenklichen Ausdruck abgelöst. Ob Calxu wohl im Notfall seinen Schwanz abwerfen könnte? Wie eine der Eidechsen in der Steinmauer am Ostfeld?

Ein Geräusch ließ ihn seine Überlegungen fallen lassen. Der Barbar hatte sich bewegt. Ein wandelnder Berg. Tian musste über sich selbst lachen. Was für ein Hasenfuß er sein konnte. Wahrscheinlich konnte auch der Riese sanft sein wie ein zufriedener Bär im geschützten Dickicht. Der junge Mann würde sich eben daran gewöhnen müssen, dass der Gigant Teil der Gruppe war, seine Vorsicht fahren lassen und Gulyre erst einmal richtig kennenlernen müssen. Das würde bestimmt ein Abenteuer für sich. Varis war da wesentlich einfacher. Ein begabter Fährtenleser, ein Jäger - das passte. Mit dem Elfen würden sich bestimmt anregende Gespräche ergeben, vielleicht ließe er sich ja auch zu der ein oder anderen Erzählung aus der Heimat überreden. Wie es dort wohl aussah? Ob es stimmte, was man von den Kyoninern sagte?

Dann war da noch Victor, der im Moment wieder ruhig dasaß. Ihn verstand Tian am wenigsten. Der feingekleidete Mann sprach schnell und auf merkwürdige Art und Weise. Seine Gesten gaben dem Druiden Rätsel auf. Tian fühlte sich ihm unterlegen. Er verstand auch Viktors Witze nicht und ging davon aus, dies läge daran, dass er eben nicht gebildet genug war. Auch von Viktor würde er eine Menge lernen können. "Und wegen dem Gesang, Viktor, ...", nun richtete er sich direkt an ihn ,"denke ich auch, können wir froh sein, eine echte Bardin an unserer Seite zu haben. Obwohl meine Mutter immer gesagt hat, dass auch Lautstärke zählt. Wenn schon nicht richtig - dann eben laut." Tian grinste und setzte den leeren Teller vor sich ab. Mit gebührendem Ernst fuhr er allerdings fort: "Ich weiß nicht viel von Ustalav, aber wenn nur ein Teil davon wahr ist, was uns Kindern an Schauermärchen erzählt worden ist, so ist die Tatsache, dass du von dort stammst allein schon meinen Respekt wert." Tian nickte ihm aufrichtig zu.

Victor Yevgenov

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[IC] Kapitel 1: Geraubtes Land
« Antwort #13 am: 02.04.2021, 17:52:36 »
"Respekt, weil ich aus Ustalav stamme? Mitleid oder Bedauern würde ich verstehen, aber Respekt?" antwortete Victor nicht unfreundlich. "Ist Respekt nicht etwas, das man sich durch seine Taten verdient, statt dass man ihn durch seine Geburt erwerben würde? Doch lasst mich eines über Ustalav sagen: die Menschen, Halborks, und andere, die dort leben, sind in ihrem Kern nicht anders als anderswo. Argwöhnischer vielleicht, da ihnen von ihrer Obrigkeit meist nichts Gutes widerfahren ist. Doch sie leben ihr Leben, arbeiten, halten zusammen wie anderswo auch. Man kann dort aufwachsen und ein gutes Leben haben, oder auch eins voller Gewalt und Furcht - je nachdem, welche Familie das Schicksal einem zugelost hat.
Doch die Kraft, gegen die Tyrannen, die sie beherrschen, aufzustehen, haben hier wie dort die Wenigsten. Und so ist es auch hier wieder das Glück, welches einem ein Leben unter der Knute eines Tyrannen oder im Lichte eines gerechten Herrschers beschert.

Respekt ... den hätte ich mir verdient, würde ich hier stehen und könnte sagen: Ich habe die Menschen von ihrem Joch befreit, habe ihr Leben besser gemacht. Doch leider bin auch ich nur ein fehlbarer Wicht, der letztlich weggelaufen ist, statt sich seinem Schicksal zu stellen."


Er stoppte abrupt. Was war nur mit ihm los, sich einem Fremden so zu öffnen? Eine solche Verletzlichkeit zuzulassen? Gut, er hatte nicht vorgehabt, eine Rolle zu spielen und diese Leute zu hintergehen, doch er stand ja kurz davor, ihnen seine Lebensgeschichte zu erzählen. Schnell wechselte er das Thema und wand sich Fauchi - nein, er sollte sich direkt angewöhnen, ihn beim richtigen Namen zu nennen - zu:
"Mein lieber Calxuareajak Rasfarn," (der für Menschen komplizierte Name ging ihm erstaunlich leicht über die Zunge), "dein Angebot zu einem Ringkampf ehrt mich. Doch ich fürchte, ich muss dankend ablehnen. Vielleicht würde es mir gelingen, eine Weile vor dir wegzurennen, doch was passiert, sobald du mich eingefangen hast? Packe ich dich am Schwanz und werfe dich über meine Schulter? Ich fürchte, ich könnte mir dabei das Handgelenk ausrenken; aber ich mag mein Handgelenk.
Wenn es nicht vollkommen albern aussehen soll, könnten wir vielleicht einen Kampf mit stumpfen Waffen ausfechten - auch wenn die unvermeidlichen blauen Flecke meinem Teint schaden könnten."

Zur Untermalung seiner Worte zog der junge Mensch sein Rapier, bog mit dem Finger die Klinge zur Seite und ließ sie schwingend zurückfedern.

Calxu

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« Antwort #14 am: 02.04.2021, 19:20:00 »
Calxu sog scharf die Luft ein und fragte sich was Tian da gerade getroffen hatte. Er vermutete, dass der Rotschopf tatsächlich nur seinen Respekt bekunden wollte. Einfach über eben diese Schauermärchen von Ustalav. Der Drachengeborene stellte den leeren Teller beiseite und stand mit geschlossenen Augen auf. Nach einem schnaufen ging er, an den Sitzplätzen der Anderen vorbei, gen Victors Platz. Gedanklich wog er Vicorts Worte mit dem Gefühlsausbruch ab. Die Wunde die Tian getroffen hatte musste wohl tief, frisch oder beides sein.

Auf der Freifläche zwischen Victor und dem nächsten Reisegefährten ließ er sich dann nieder. Es kostet ihn Kraft die ersten Worte die ihm in den Sinn kamen nicht auszusprechen. Soviel Takt, besonders bei Menschen, hatte er schon gelernt. Als er dann sprach, war seine Stimme auch deutlich ruhiger als zuvor. „Werter Herr Victor Yevgenov. Nennt mich wirklich ruhig Calxu und wenn ich darf bleibe ich bei Victor.“ dabei muss er sich eingestehen, dass er es als sehr schön empfunden hatte seinen vollen Namen einmal nicht aus seinem eigenen Mund zu hören und dann auch noch so perfekt. Das verdiente nun wahrlich Respekt. „Jeder hat seine Fähigkeiten und ich wäre kein Paladin von Iomedae wenn ich diese nicht achten würde. Gerne kann es auch ein Kampf mit stumpfen Waffen sein. Mir ist das gleich, schließlich musste ich alle Waffen die auf Lager waren mindestens einmal in die Hand nehmen. Also sei willkommen und glaub mir auch ich kann unter den Schuppen blaue Flecken bekommen die nicht schön aussehen.“ Am Ende lächelte er wieder mit den entblößten Reißzähnen.
« Letzte Änderung: 02.04.2021, 19:21:52 von Calxu »

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