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Autor Thema: Kapitel 3: Freiburg  (Gelesen 1626 mal)

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Erich Janina Graustein

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Kapitel 3: Freiburg
« Antwort #75 am: 07.10.2021, 11:36:26 »
Erich folgt seinen beiden Begleitern und ist froh das sie nicht all zu lange durch die Stadt streifen und suchen müssen. Man sieht ihm an das er irgendwie wohl keine Lust hatte jetzt auch noch lange suchen und Fragen zu müssen um an den gesuchten Ort zu gelangen.

Als die drei dann vor dieser Sekretärin standen hielt sich Erich im Hintergrund, es war schließlich nicht sein Anliegen, und da er auch nicht ganz genau wusste was Friedrich hier wirklich wollte, wollte Erich nicht durch eine falsche Ansprache hier vielleicht etwas verbauen. Also blieb er schweigend hinter seinen Begleitern stehen, und wartete bis einer von beiden das Wort ergriff.

Louis de Fromage Puant

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Kapitel 3: Freiburg
« Antwort #76 am: 07.10.2021, 14:53:45 »
Da es sich bei ihrem Gegenüber um ein weibliches Wesen handelte, um ein offenkundig gebildetes noch dazu und - wie sein Kennerblick feststellte - keineswegs um eines von unangenehmem Äußerem, trat Louis vor, zog seinen Hut und schwenkte ihn in einer galant grüßenden Geste. "Enchanté, Mademoiselle" rief der Montaigner und verbeugte sich. "Iesch küsse Eure 'and! Dies" - er wies auf Friedrich - "iest Monsieur Éric de Graustein, und 'ier 'aben wir Monsieur Frédéric Alfrede de la Dent. Iesch selbst bien bekannt als Louis de Fromage Puant. Monsieur de la Dent iest eine große savante und ersucht um eine Audienz bei Monsieur Weierstrasse." Er zwinkerte der jungen Frau zu und strich sich über seinen Schnurrbart. "Doch keine Angst, Mademoiselle, trotz seine Name er iest keine dentiste, welsche iest bekanntliesch nur beliebt, wenn er geht."
« Letzte Änderung: 07.10.2021, 14:54:16 von Louis de Fromage Puant »

Mondragor

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Kapitel 3: Freiburg
« Antwort #77 am: 10.10.2021, 15:44:13 »
Die junge Frau errötete sichtlich angesichts Louis' charmanter Begrüßung; ansonsten war ihr jedoch anzusehen, dass sie dem eisen-montaignischen Kauderwelsch nicht vollständig folgen konnte - der Scherz mit dem dentiste war offenbar komplett an ihr vorübergegangen. Nichtsdestotrotz hatte die überschwängliche Vorstellung des Montaigners wohl Eindruck bei ihr hinterlassen und sie antwortete mit einem Lächeln.

"Sie können gerne hier warten, es wird sicherlich nicht lange dauern."

Tatsächlich dauerte es vielleicht den vierten Teil einer Stunde, bis die Tür zu Weierstraß' Büro sich öffnete und zwei Männer hinaustraten, einer davon mit einem etwas südländischeren Teint, der andere deutlich als Eisen zu erkennen.
"Ich freue mich auf unser nächstes Treffen, lieber Bolzano!" verabschiedete Letzterer seinen Gast herzlich. "Gemeinsam werden wir die Nuss sicherlich knacken."

Dann erst fiel sein Blick auf die drei Wartenden, und er warf einen fragenden Blick auf seine Sekretärin.
"Die Herren Graustein, la Dent und de Fromage Puant sind hier für Sie, Herr Professor." kündigte sie die Gäste an, die sich einer gewissen Beeindruckheit nicht erwehren konnten, dass die Dame sich ihre Namen fehlerfrei gemerkt hatte. "Ihr genaues Anliegen haben sie nicht genannt, aber es sind offensichtlich gebildete Edelmänner; ich dachte mir, Sie wollen sie sicherlich empfangen." Ihr Blick glitt kurz auf Louis ab, fokussierte sich dann jedoch wieder auf ihren Vorgesetzten. "Ihr Kalender ist für den Rest des Tages frei." fügte sie dann wie entschuldigend hinzu.

"Sehr gut, sehr gut, Fräulein Sternike. Selbstverständliche empfange ich die Herren. Ich bin gespannt auf Ihr Anliegen." wand er sich dann den dreien zu.

Nachdem die vier sich schließlich in dem Büro des Präsidenten versammelt, in einer kleinen Sitzecke Platz genommen hatten, und von Fräulein Sternike mit Getränken versorgt worden waren, begann der Professor unvermittelt zu sprechen.
"Das war Professor Bolzano, ein hervorragender Kollege. Wir führen seit einiger Zeit eine Diskussion über Folgen komplexer Zahlen. Nach einigem Hin und Her sind wir uns inzwischen einig, dass jede beschränkte Folge mindestens eine konvergente Teilfolge enthält, doch wir grübeln noch über dem Problem, wie wir das beweisen können. Sie haben nicht zufällig eine Idee?

Aber ich vermute, die höhere Mathematik ist nicht Ihr Fachgebiet."
sagte er dann mehr zu sich selbst.
"Was führt Sie zu mir? Wie kann ich Ihnen helfen - oder besser noch: Wie können Sie mir helfen?"

Während der letzten Minuten hatten die drei Besucher ausgiebig Zeit gehabt, sich den Professor etwas genauer anzusehen. Er war ein freundlicher Mann um die vierzig, der zwar eine für einen Edelmann standesgemäße Kleidung trug, sich ansonsten aber um sein Aussehen eher weniger zu scheren schien. Der Anzug, den er trug, wirkte eher wie ein Fremdkörper an ihm, und auch Knöpfe und Verschnürungen waren nicht adrett geschlossen, sondern schienen eher schlampig und in Eile behandelt worden zu sein. Louis war auch der Meinung, dass die gesamte Garderobe eher eine Nummer zu groß für den hageren Mann war, doch diesem schien all das nichts auszumachen.

Erich Janina Graustein

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Kapitel 3: Freiburg
« Antwort #78 am: 11.10.2021, 10:01:34 »
Erich war recht deutlich an zu sehen das er nicht wirklich verstand wovon der Professor gerade sprach und was eigentlich genau sein Problem mit den Zahlen ist und vor allem was einem das Ergebnis dann nützen könnte. Aus diesem Grund hielt er sich weiterhin schweigsam im Hintergrund.

Kapitel 3: Freiburg
« Antwort #79 am: 21.10.2021, 04:46:13 »
Zusammen mit Erich und Louis machte sich Friedrich also auf den Weg zur Universität. Ein bisschen bange war ihm schon, da er jetzt schon lange nicht mehr mit anderen Akademikern im Kontakt gewesen war. Er war ohnehin schon etwas eingerostet, was Unterhaltungen und Umgangsformen mit diesen Menschen anging. Dazu kam, dass sie alle etwas eigen sein konnten. Er sprach da aus Erfahrung. Er ließ sich allerdings nichts anmerken und versuchte sich auf dem Weg ein bisschen vorzubereiten. Trotz allen Befürchtungen und Ängsten, fühlte er sich daheim, als er auf den Platz der Universität trat. So ein Anblick war ihm von früher sehr bekannt. Seine Befürchtungen schwanden langsam. Es dauerte nicht lange, bis sie herausgefunden hatten, wo sie Peter von Weierstraß finden konnten. Eine letzte Hürde mussten sie überwinden, doch Louis stellte sich wieder einmal als äußerst redegewandter Mann heraus und auch diese Hürde schwand schnell. Nun hieß es nur noch warten.
Es dauerte nicht lange, bis sie dem Professor und Präsidenten vorgestellt und sofort in sein Büro eingeladen wurden. Der Mann schien gerne zu reden und noch lieber Menschen um sich zu haben, die ihm zuhörten. Keine Seltenheit bei Männern wie ihm. Friedrich schätzte ihn als lockeren und entspannten Menschen ein. Er war freundlich und unproblematisch, schien wenig Wert auf seine äußere Erscheinung zu geben. Das war gut für sie. Nun mussten sie nur noch etwas Eindruck schinden. Direkt von Anfang an. Das war seine Aufgabe. Genau aus diesem Grund war er hier, denn solche Fragen konnte Erich auf keinen Fall und auch vermutlich Louis nicht beantworten.
"Nun, sie haben recht. Höhere Mathematik ist nicht mein Fachgebiet aber durchaus von Interesse für mich. Versuchen sie den Beweis auf reele Zahlen zurückzuführen. Ich kann ihnen so spontan keine konkreten Beweise liefern. Es ist eher eine Art Bauchgefühl. Wenn sie mögen, könnten wir uns ein andern Mal gerne über das Thema austauschen." Er lächelte und verbeugte sich kurz vor dem Präsidenten. "Friedrich Alfred von Dent." Er zeigte auf seine Freunde und stellte diese kurz mit vollem Namen vor. "Dies sind meine Freunde Erich Janina Graustein und Louis de Fromage Puant." Er räusperte sich, versuchte direkt zum Thema zu kommen. "Wir sind weit gereist, um Unterstützung anzufordern. Sicherlich wisst ihr bereits über Roswitha von Wirsche Bescheid. Sie ist mächtig und eine große Gefahr für die gesamten Eisenlande. Wir, das sind nicht nur wir drei, sondern eine größere Gruppe, haben uns bereits Baronin Baderbaasch gestellt und sie gerichtet. Nun ist es unser Ziel, die Eisenlande vor Wirsche zu beschützen und dafür brauchen wir mächtige Verbündete." Es gab noch sehr viel mehr zu sagen. Für den Moment wollte Friedrich diese Worte erst einmal sacken lassen und dem Professor eine Möglichkeit geben, das alles zu verarbeiten. Sie sollten bloß nichts überstürzen. Etwas Feingefühl war hier angesagt.

Louis de Fromage Puant

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Kapitel 3: Freiburg
« Antwort #80 am: 21.10.2021, 15:41:29 »
Das sein montaignischer Wortwitz nicht ankam, konnte die Stimmung des Musketiers kaum trüben. Die Reaktion der jungen Dame genügt vollauf, ihn mit einem befriedigten Schmunzeln den Bart zwirbeln zu lassen – welcher wahre Kavalier hätte dem armen Mädchen wohl den ungalanten Vorwurf gemacht, dass sie nicht das Glück gehabt hatte, am Busen der Hochkultur in seinem schönen Geburtsland genährt worden zu sein? Louis deutete vielmehr noch eine leichte Verbeugung an und verbrachte die kurze Wartezeit damit, sich auf vorteilhafte Weise in Positur zu stellen und mademoiselle gelegentliche wohlwollende Blicke zuzuwerfen.

Dem Mann, der Bolzano gerufen wurde, folgten seine Augen ebenfalls, allerdings nur kurz, denn es galt sogleich, dem professeur die Aufwartung zu machen. Als sein Name genannt wurde, zog der Edelmann erneut den Hut und verbeugte sich, selbstbewusst aber höflich. Mademoiselle Sternike erhielt ein letztes vergnügtes, halb vertraulich wirkendes Zwinkern, dann folgte er seinen Begleitern in das Büro. Die Getränke registrierte er mit würdevollem Nicken, über das etwas desolate Äußere des werten professeur hingegen sah er höflich hinweg.

Friedrichs Entgegnung auf die seltsame Frage des Gastgebers ließ ihn beeindruckt die Augenbrauen heben. Mon Dieu, der Mann kannte sich offenkundig aus..! Louis hatte nicht einmal gewusst, dass man reelle Zahlen unterschied – hatte dies doch wohl zur logischen Folge, dass es auch eingebildete geben musste. Und mit solchen rechneten nun diese Gelehrten... Er beschloss, sich lieber nicht laut seine Gedanken zum Geisteszustand der werten Herren zu machen, sondern stimmte nur Friedrichs sehr viel wichtigeren Ausführungen zu Roswitha von Wirsche zu, indem er ernst nickte und meinte: "Bel et bien... madame de Wirsche iest eine Ärgernis, die uns alle schwer in die Bauch liegt."

Mondragor

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Kapitel 3: Freiburg
« Antwort #81 am: 21.10.2021, 20:06:47 »
"Natürlich!" rief der Gelehrte aufgeregt. "Eine brilliante Idee, mein verehrter Freund! Dann müsste sich das Problem über eine Intervallverschachtelung lösen lassen." Er kritzelte enthusiastisch Notizen in eine winzige freie Ecke auf einer kleinen Schiefertafel, die auf einem Stativ im Raum stand, bis ihm wieder einzufallen schien, dass er nicht allein war.

"Aber wo bin ich mit meinen Gedanken? Wie unhöflich von mir, meine Gäste einfach sitzenzulassen. Bitte verzeihen Sie mir, mein Gemüt sind wohl mit mir durchgegangen. Aber wenn wir veröffentlichen, werden wir Sie als Mitautor nennen. Wer weiß, vielleicht wird man ihn einmal den Satz von Bolzano, Dent und Weierstraß nennen?"[1]

Der Professor war zwar zuvor bereits freundlich zu ihnen gewesen, nun jedoch wirkte er aufgeregt wie ein junger Mann, der gerade der Liebe seines Lebens begegnet war. Langsam aber beruhigte er sich wieder und dachte nun auch an die Fragen, die Friedrich ihm gestellt hatte.

"Wirsche, ja. Man hört vieles. Ich bin zwar ein Mann der Wissenschaft, und einiges, was man sich über sie erzählt, scheint mir doch weit hergeholt zu sein. Doch Kollegen der dortigen Universität, mit denen ich im Austausch stehe, schreiben mir einiges über den Status der freien Forschung dort. Um es kurz zu sagen: Sie ist kein Förderer der Wissenschaft, und von Freiheit kann man dort auch nur noch bedingt sprechen. Wenn überhaupt, werden Stipendien nach Nähe zur politischen Führung und nicht nach Brillanz vergeben, und die Themen, die dort gefördert werden - nennen wir sie obskur.

Ja, für den Fortschritt wäre es nicht das Schlechteste, wenn ein neuer Wind in Wirsche wehen würde, doch wenn ihr mächtige Verbündete sucht, dann habt ihr euch wohl an die falsche Stelle gewandt. Was könnte ich wohl beitragen, um etwas gegen Roswitha Wirsche zu unternehmen?"
 1. Oder doch den armen Friedrich unterschlagen?

Erich Janina Graustein

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Kapitel 3: Freiburg
« Antwort #82 am: 23.10.2021, 16:34:27 »
Erich versucht dem Gespräch zwischen Friedrich und diesem Professor zu folgen, muss sich aber sehr schnell selbst eingestehen das er gerade überhaupt keine Ahnung hat von was die beiden da gerade reden.

Als der Professor dann jedoch zu verstehen gibt das er dem Anliegen der Gruppe gegenüber freundlich gesinnt ist und sie wohl vermutlich unterstützen würde, hellt sich die Mine von Erich wieder deutlich auf. An der Diskussion beteiligt er sich jedoch erst einmal noch nicht. Er ist der Meinung das er das Reden diesmal wohl lieber seinem alten Freund überlassen sollte, denn dieser konnte den Professor wohl scheinbar mit seinen Aussagen beeindrucken.

Kapitel 3: Freiburg
« Antwort #83 am: 04.11.2021, 04:35:04 »
"Das würde mich freuen.", sagte Friedrich mit einem Nicken. Er hätte nicht damit gerechnet, dass seine recht spontane Antwort so hilfreich war. Im Endeffekt war es ihm egal, ob er als Mitautor genannt wurde oder nicht. Das war hier gar nicht sein Ziel. Der Professor kam aber schnell zum eigentlichen Thema zurück. Für ihn ging es hauptsächlich um die Forschung und den Fortschritt in Wirsche, was nicht überraschend war.
Dennoch war das ein guter Ansatz. "Sie direkt können vermutlich wirklich nicht viel bewirken.", gab er ehrlich zu. "Das war aber auch nicht der Grund dafür, sie aufzusuchen. Verzeiht meine direkten Worte aber ich möchte ehrlich sein. Wir brauchen ihre Hilfe, um zu Niklas Träge vorgelassen zu werden, mit ihm zu sprechen und ihn von unseren Plänen zu überzeugen." Damit war die Katze aus dem Sack.
Friedrich hoffte, dass es nicht an dem Selbstbewusstsein des Professors kratzte, dass eigentlich nicht er direkt das Ziel war. Wenn man böse dachte, könnte man meinen, sie würden ihn nur benutzen wollen. "Ihr seid eine wichtige Person hier in Freiburg. Euer Wort ist viel wert und deshalb brauchen wir ihre Hilfe. Tatsächlich seid ihr nicht die einzige Person, die wir angesprochen haben oder noch ansprechen werden."

Louis de Fromage Puant

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« Antwort #84 am: 04.11.2021, 15:56:27 »
Louis unterstrich Erichs Worte mit heftigem Nicken. "In die Tat! Monsieur le professeur, wir wären 'öchst dankbar für Eure freundliesche Unterstützung. Naturellement wir werden auch andere um 'ilfe ersuchen, aber Eure Stimme mag die Ausschlag geben. Wie sagt doch die Sprieschwort? Die stete Tropfen bohrt eine Loch in die Stein!" schloss der Montaigner mit großartiger Geste.

Mondragor

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« Antwort #85 am: 04.11.2021, 23:36:39 »
Der Professor schien überhaupt nicht in seiner Ehre gekränkt, dass Träge das eigentliche Ziel der drei Besucher war. Fast erleichtert antwortete er:
"Ah, um Niklas Träge geht es. Das ergibt natürlich mehr Sinn. Allerdings hat auch Träge nicht soviel Macht, wie Sie vielleicht denken. Aber, was ich manchmal selbst vergesse: Ich sitze tatsächlich im Rat von Freiburg. Wenn der Rat mit einer Mehrheit den Antrag stellt, gegen Wirsche vorzugehen, dann wird es schwer für Träge, sich dem zu entziehen.
Doch, um ehrlich zu sein: Die Wissenschaft sitzt mit im Rat, damit man sich damit rühmen kann, auch diese Palette abzudecken. Mein Ansehen bei den anderen Ratsmitgliedern, was politischen Einfluss betrifft, ist nicht gerade hoch. Was ich damit sagen möchte: Wenn ich den Vorschlag zur Abstimmung bringe, gegen Wirsche vorzugehen, werde ich niemanden überzeugen können. Ohnehin werden sich alle fragen, warum die Wissenschaft sich plötzlich um solche Dinge kümmert.

Aber, wenn jemand anderes den Punkt zur Abstimmung bringt, dann verspreche ich euch, ich werde in eurem Sinne votieren."

Erich Janina Graustein

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Kapitel 3: Freiburg
« Antwort #86 am: 08.11.2021, 16:12:49 »
"Es ist uns schon einmal viel geholfen wenn Ihr zur rechten Zeit die Hand hebt und unser Anliegen unterstütz. Aber vielleicht könnt Ihr uns auch direkt jetzt schon etwas weiter helfen. Wir sind für jeden Rat offen. Vielleicht könnt Ihr uns noch eine Empfehlung geben an wen und vor allem wie wir uns an denjenigen am besten wenden sollen", bricht Erich dann plötzlich sein Schweigen und mischt sich nun doch auch noch in das Gespräch ein.

Mondragor

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Kapitel 3: Freiburg
« Antwort #87 am: 10.11.2021, 00:17:34 »
Weierstraß dachte eine Weile nach und schien dann tatsächlich einen Einfall zu haben.
"Ich habe zu den meisten anderen Ratsmitgliedern keine enge Verbindung. Aber es ist ein offenes Geheimnis in der Stadt, dass die atabische Handelskompanie sich neuerdings recht aggressiv in der Stadt zu etablieren versucht. Man spricht sogar von Sklavenhandel, wobei ich mir kaum vorstellen kann, dass das in Freiburg geduldet würde.
Ich bin mir aber sicher, dass meine Ratskollegin Schröder, die das gleichnamige Handelshaus führt, einiges Interesse daran hätte, diese Piraten aus der Stadt herauszuhalten oder ihnen zumindest ein paar Steine in den Weg zu legen. Und ich kann mir vorstellen, dass auch Schmidt und Weber eine ähnliche Einstellung haben."

Louis de Fromage Puant

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Kapitel 3: Freiburg
« Antwort #88 am: 10.11.2021, 09:44:18 »
"Excellente, mon cher Professeur!" meinte Louis erfreut. "Iesch denke, wir werden diese Madame Schroderre aufsuchen und uns auch mit diese Schmied und diese Weberre unter'alten." Bei dem Wort "Sklaverei" hatte der Musketier eine Augenbraue bedrohlich nach oben gezogen. Nun trug er einen recht grimmigen Ausdruck zur Schau, wobei seine Augen sichtlich vor Unternehmungslust blitzten. "Mir scheint, es gibt 'ier einige Dinge zu tun, mes amis" wandte er sich an Friedrich und Erich.
« Letzte Änderung: 10.11.2021, 09:44:43 von Louis de Fromage Puant »

Kapitel 3: Freiburg
« Antwort #89 am: 11.11.2021, 05:11:46 »
Wieder einmal war Friedrich froh darüber, dass Erich und Louis bei ihm waren und ihn unterstützten. Es schien, als wäre der Professor durchaus geneigt dazu, für ihren Vorschlag zu stimmen. Zwar bezweifelte er, dass er selbst sehr viel ausrichten könne, aber wenn jemand anderes den Vorschlag machte, Wirsche zu bekämpfen, würde er dafür stimmen. "Mehr erwarten wir nicht. Ich... wir danken ihnen."
Damit nicht genug. Weierstraß half ihnen sogar weiter und erklärte, wie sie weitere Verbündete gewinnen konnten. Die atabische Handelskompanie also. Zu aggressiv und vielleicht sogar in Sklavenhandel verwickelt. Das hörte sich für Friedrich ohnehin nach etwas an, was er sich gerne näher ansehen würde. "Danke noch einmal. Sie helfen uns sehr weiter."
Er nickte dankbar und wandte sich an Louis. "Ja, lasst uns keine Zeit vergeuden und sofort weitermachen." Er sah kurz zu Erich hinüber, ob er noch irgendetwas erledigen wollte und machte sich dann auf den Weg.

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