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Autor Thema: Mal Gani  (Gelesen 5111 mal)

Beschreibung: Der Herr der Vertriebenen

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Aeryn

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Mal Gani
« Antwort #90 am: 03.07.2021, 18:44:28 »
"Aber gerne doch, hier bitte."

Aeryn reicht Rogar die besondere Pfeilspitze und wartet gespannt, was der Dain dazu zu erzählen weiß.

Wulfgar

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Mal Gani
« Antwort #91 am: 03.07.2021, 19:51:51 »
Wulfgar wendet sich mit seiner Antwort zuerst an Aeryn"Mit Mitglieder deines Volkes hatte ich schon Kontakt. Von ihnen habe ich diesen Speer bekommen weil ich sie zusammen mit Brakus vor einigen Banditen beschützt habe und ihnen das Leben gerettet habe. Die hatten jedoch keine tierischen Begleiter bei sich. Von daher weiß ich nicht ob das bei deinem Volk normal ist das sie sich mit Tieren so sehr verbinden wie ich es mit Brakus mache. Brakus und ich bilden schon fast eine Einheit und vertrauen uns blind. Ich begleite Brakus schon seit dem er noch ein kleiner welpe war. Aber vielleicht finden wir zu einem späteren Zeitpunkt noch etwas mehr Zeit in der du mir mehr von dir und deinem Volk erzählen kannst und wie eng dein Bund zu Gaja ist. "

Kurz darauf wird Wulfgar dann von Rogar angesprochen " Ich weiß nicht ob du dich in den Gebirgen nördlich von Hofdag auskennst, aber dort liegt meine Heimat. Zusammen mit meinen Brüder der Jäger versuchen wir das Gleichgewicht im Sinne von Gaja aufrecht zu halten. Angehörigen deines Volkes bin ich bisher auf meinen Reisen noch nicht begegnet. Ich habe bisher nur in Erzählungen von deinem Volk gehört. Und um deine Frage zu beantworten, ich wurde in diese Lande gesendet um zu sehen ob es für mich und meine Brüder vielleicht eine Gegend gibt in der wir uns ansiedeln können, denn die Kolkrim beanspruchen immer mehr Land für sich, und wir sind viel zu wenige um sie aufhalten zu können."

Arnvidh Kjellson

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Mal Gani
« Antwort #92 am: 05.07.2021, 12:30:36 »
Sichtlich steht Arnvidh noch immer etwas neben ich. Die Informationen, welche sie bekommen hatten, sind reichlich doch ließen sie noch Fragen offen. Über dieses denkt er nach aber auch darüber was nun zutun ist. Früher, ja früher wurde vieles Untersucht oder wenigstens gekuckt, dass jemand sich darum kümmerte. Hinter so manchen Baum, in so mancher Grube hätte ein Feind stecken können. Nichts war schlimmer als unwissend in so eine Falle zu tapen. Innerlich lassen ihn die Erinnerungen an Kundschaftermissionen erschaudern. Denn manchmal war es auch eine Falle für die Dämonen, welche herausgelockt werden sollten. Langsam schüttelte er den Kopf und die Gedanken fort. Abseits seiner Heimat ist es jetzt nicht seine Aufgabe das Tiefer zu ergründen. Er könnte nur seine Hilfe anbieten.

Sein Blick wandert zu Rogar, der recht viele für ihn fremde Worte verwendet hat. „Im Kampf wurde ich verletzt aber um die Wunden habe ich mich gekümmert. Fiber oder dergleichen verspüre ich nicht.“ In einer kurzen Pause versinkt er in der Erinnerung an den Kampf. Nicht mehr in der ersten Reihe stehen zu können, schmerzte sein Herz mehr als die Wunden die die Hungerkreaturen gerissen haben. „Meine Heimat liegt südlich des Walls in Jongot. Ab und an traf ich dort auch auf einige eures Volkes.“ er klopft kurz auf seinen Morgenstern. „Diese Waffenart existiert ja nur dank dem Wissen der Dain. Hier nach Norden hat mich der Auftrag eines Händlers verschlagen. Er vermisst seit längerem seine Warenlieferung. Daneben bin ich auf der Suche nach meiner Sippe, besser gesagt dem Teil meiner Sippe welcher auf den Spuren einer Ahnin nach Norden gewandert.“ Eine neue Heimat wie Wulfgar sucht er nicht aber er merkt, dass ihre Beweggründe schon eine Ähnlichkeit haben. „Es ist beunruhigend von den Dämonen zu hören. Falls ihr hier Hilfe braucht, lasst es mich aber gerne wissen. Etwas Erfahrung mit ihnen habe ich und es würde mich freuen, etwas Nützliches gegen sie beitragen zu können. Wenn die Frage nach Unterstützung auch an mich und Wulfgar gerichtet war, außer mit Wissen, etwas Heilkunst und einen warmen Mahl kann ich nicht dienen.“

Lîf

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Mal Gani
« Antwort #93 am: 05.07.2021, 13:39:22 »
"Aber schwimmen und schwimmen sind zwei-" fängt Lîf an, lässt sich dann jedoch von Ninae mit einem innerlichen Schulterzucken und einem stummen Die Große Mutter mag wissen, was sie genau meint, einigem Herzklopfen wohl auch, zu dem seltsamen Experiment überreden – und siehe da: sie geht tatsächlich nicht unter! Auf diese Weise gleitet die Decke der Höhle allmählich an ihren Augen vorüber, bis man schließlich wieder in ausreichend flachem Wasser angelangt ist und der Rotschopf, doch mit einer gewissen Erleichterung, wieder Grund unter den Füßen spürt. Der Anblick, der sich ihr bietet, ist so überwältigend, dass sie Mühe hat, den Mund wieder zu schließen. Unaufhörlich sich umsehend tappt sie hinter ihrer Führerin her, wobei sie geistesabwesend versucht, ihre rote Mähne auszuwringen, von der es wie ein eigener kleiner Wasserfall abwärts rinnt.

Bei Choron und dessen Gefährtin – nimmt sie zumindest an – angelangt hält Lîf dem Blick aus den Augen des Ziegenmannes stand, blinzelnd zwar ob des Wassers, das ihr noch immer in die Stirn rinnt, doch ohne zu zögern. Ebenso zielstrebig wiederholt sie ihre Fragen, kaum dass Ninae das Wort an sie weitergereicht hat. Ein wenig unbehaglich wird ihr bei der Musterung Chorons schon zumute, eingedenk dessen vor allem, was sie schon alles vom Feenvolk gehört hat, klebt ihr doch das klatschnasse Kleid ziemlich hauteng am Leib. Der trockene Ton ihres Gegenübers überrascht sie zunächst, erleichtert sie aber auch, hatte sie doch schon halb damit gerechnet, er sei ähnlich verspielt und zu Abschweifungen geneigt wie Ninae und ihre Schwestern. "Allenfalls wird also Ishalón mich finden – wenn er es will" stellt sie sinnierend fest. Denn es erscheint ihr schwer, aber immer lohnender, diesen rätselhaften Kerl zu finden und zu befragen. Was muss er alles von dieser Gegend wissen..! Dann kommt ihr ein Gedanke, und sie lächelt etwas zuversichtlicher. "Doch wer weiß, vielleicht vermag ich ihn wissen zu lassen, dass ich seinen Rat brauche. Die Bäume flüstern auch zu einer Ulmentochter, manches Mal..."

"An Ilós Daumen, auf halber Höhe" wiederholt die drudkvinde Chorons Beschreibung, um sie sich einzuprägen. Dem Gedicht hört sie stirnrunzelnd zu, während sie sich einen Platz sucht, an dem sie sitzen kann, und ihre Hände wiederum geistesabwesend versuchen, ihre überall festklebenden nassen Locken halbwegs zu ordnen. "Ach" seufzt sie, "wenn Tristan mir raten könnte... er kennt sich mit Liedern und alten Geschichten aus. Aber ich werde es hoffentlich auch ohne ihn schaffen, dahinter zu kommen, was und wie viel wahres in Ishalóns Versen steckt." Aufmerksam lauscht sie Chorons Schilderungen zu dem alten Schlachtfeld, der verdorbenen Feentochter im Sumpf und den ruppigen Verwandten der hiesigen Feen am großen Fluss. Als er geendet hat, dankt sie ihm zunächst, gleichwohl sie noch immer in Gedanken zu sortieren versucht, was von dem Erfahrenen ihr nützlich sein wird, was hingegen in die Irre führen könnte. Dann meint sie: "Zwei Fragen habe ich noch, ja. Zum einen: Was macht das Schlachtfeld so besonders? Außer dass es ein Ort ist, an dem gewiss viel Blut vergossen wurde? Denn die gibt es – die Tränen der Göttin[1] zeugen von der Mordgier ihrer Kinder – ja leider zuhauf."

Nach einer Pause fügt sie hinzu "Sodann: Weißt du, wisst ihr von anderen wie mir in dieser Gegend? Menschenkinder, doch Dienerinnen Gajas? Ich hatte einst eine Meisterin, die mich viel lehrte, und gerade jetzt, wo es darum geht, meinen armen Tristan zu retten und eine schlimme Räuberplage zum Wohle der Menschen hierzulande zu bekämpfen, da vermisse ich ihren Rat sehr. Ihr versteht bestimmt, dass alles umso schwerer ist, wenn man allein steht." Ihr Blick schweift Melusine, und sie fragt sich plötzlich doch, ob es für diese Kinder der Natur überhaupt vorstellbar sein mag, nicht mit anderen beisammen zu sein, denn selbst die Einzelgänger unter ihnen scheinen doch immer irgendwie verbunden mit allem Lebenden rund um sie herum. Vielleicht so, wie sie es, vorübergehend, bei jener Ulme fühlte...
 1. Von Zweiflern und Ungläubigen "Regen" genannt.

Gaja

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Mal Gani
« Antwort #94 am: 05.07.2021, 21:01:01 »
Endlich kehrt Solveig zurück. "Talahan ist jetzt wach. Ihr könnt jetzt mit ihm sprechen, aber nicht mehr als zwei von euch, bittet Schwester Hildegerd."

Rogar reicht die Pfeilspitze an Aeryn zurück mit dem Versprechen, sie sich später anzuschauen, und marschiert zum größeren der beiden Zelte.[1]

"Also, lass uns dir ein paar Pfeilspitzen besorgen", sagt Jan zu Aeryn, ihren Bogen noch immer in den Händen – und deutlich versessen darauf, ihn auszuprobieren.

Abdo zögert, wem er sich anschließen soll. Aeryn und Jan, wo immer diese auch auf ihrer Suche nach Pfeilspitzen hinirren? Oder Rogar hinterher, um zu schauen, wie es Talahan geht? Oder sind die beiden Neuankömmlinge erst einmal interessanter? Einer der beiden scheint ebenfalls auf Räuberjagd zu sein, der andere will die Gegend erkunden, um eine neue Heimat für seine Jagdbrüder zu finden. Die eigene Gruppe ist dafür abermals um zwei Mitglieder zusammengeschrumpft (oder drei, wollte man Kjartan mitzählen).

Auch Solveig steht ein wenig unschlüssig da. Während sie stirnrunzelnd beobachtet, wie Jan sich mit Aeryn entfernt, fragt sie Wulfgar und Arnvidh recht abwesend (und als hätte den kurzen Wortwechsel von zuvor vergessen): "Ihr wolltet zu mir?"
 1. Zum Identifieren der Pfeilspitze braucht man magisches Wissen. Rogar könnte natürlich bei Gelegenheit auf sein Schmiedewissen würfeln, um etwas über Metall und Machart zu erfahren.

Arnvidh Kjellson

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Mal Gani
« Antwort #95 am: 06.07.2021, 09:56:01 »
Wieder kommt Bewegung in das Geschehen. Während sich die Anderen verteilen, bleibt Arnvidh bei Solveig stehen. Wer diese Talahan ist, das erschließt sich ihm nicht. Je nachdem wie er die Stücke zusammensetzt könnte es der Schmied des Ortes sein oder nur eine Person um welche sich die drei Sorgen machen. Bei letzterem stand es ihm nicht zu mitzugehen und bei ersterem hatte er nicht mehr viel mit einem Schmied zu bereden.

In Gedanken schloss und öffnete er seine rechte Hand als würde er einen Schwertgriff packen wollen. Er erinnerte sich nicht mehr daran, wann er das letzte Mal ein Schwert oder ein Langmesser in der Hand hatte. Es fühlte sich wie eine Ewigkeit an und doch wie vor wenigen Monden. Er glaubt sich gar noch an das Gewicht einer Klinge zu erinnern aber nicht mehr wirklich wie sie zu führen ist. War er mal gut darin? Er weiß es nicht mehr. Eine Langwaffe, ein Speer ja hier fällt ihm schnell ein wie sie zu führen ist. Selbst der Morgenstern mit seiner metallenen Kugel fühlte sich vertrauter an. Bei der Kugel selbst ist es aber egal in welchen zustand sie war. Selbst wenn sie alle Spitzen verlieren würde, wäre sie noch als Waffe zu gebrauchen. So brauchte er gerade einen Schmied nicht wirklich.

„Mh, ja. Viele der Fragen sind beantwortet.“ antwortet er Solveig auf ihre Frage. „Es bleibt hier nur noch ob ihr Hilfe bei den Verwundeten braucht. Wobei die Frauen, Schwestern nanntet ihr sie, scheinbar alles im Griff zu haben scheinen.“

Gaja

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Mal Gani
« Antwort #96 am: 07.07.2021, 21:39:06 »
"Was das Schlachtfeld so besonders macht außer den vielen Toten?" fragt Choron, ein wenig verwundert. "Nun, reicht das nicht, um einen Ort besonders zu machen? Es war die letzte große Schlacht auf diesem Land, als Javrud noch lebte, bevor die Mauer ganz errichtet war. Menschen und Zwerge, Riesen und Kolkar, Elben und Fey kämpften Seite an Seite gegen die schrecklichsten Monster und Missgeburten und wandelnden Toten. Zurückgeschlagen haben wir die Horde, doch unsere Völker verloren zu viele der Ihren. Was ist sonst noch besonderes an dem Ort? Nun, es war freies Feld damals, auch wenn inzwischen der Wald ihn für sich erobert hat. Die Bäume sind jung dort, sie erinnern sich nicht. Nur das Erdreich weiß noch, was dort geschah.

Zu deiner zweiten Frage. Soviel sagte ich ja schon: es gibt Dryaden im Wald, wenn auch längst nicht mehr so viele wie einst, und so müsste es arg verwundern, gäbe es nicht auch deren Sprösslinge. Diese zu finden, ohne dass sie gefunden werden wollen, ist aber noch niemandem gelungen. Außerdem gibt es Wege, die man ohne Lehrmeister gehen, auf denen man nur dem eigenen Rat lauschen muss."


"Genau!" ruft Ninae dazwischen. "So mache ich das auch!"

Choron hebt lediglich eine Augenbraue in ihre Richtung.

"Aber Gaja ist in allen Dingen", fährt er nahtlos fort. "Gehe mit offenen Sinnen durch die Welt und sie selbst wird dein Lehrmeister sein. Lausche ihrem Rat, wenn dein eigener dich mit Zweifel füllt."[1]
 1. Wenn du keine weiteren Fragen hast, kannst du dich selbst zum Nymphenteich zurückschreiben. Dort könntest du ein wenig ausruhen oder aber nach Ansdag zurückmarschieren (was in beiden Fällen für dich als Spieler ein kurzes Päuschen bedeuten würde, bis der Rest der Gruppe zeitlich aufgeholt hat) oder, wenn du willst, könntest du auch zu Freydis und dem Kloster hoch. Kjartan würde dich schützend begleiten. Dritte Möglichkeit: in der Umgebung des Nymphenteiches nach Kräutern suchen. Dann bitte gleich mit Wurf.

Gaja

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Mal Gani
« Antwort #97 am: 09.07.2021, 10:35:34 »
"Hilfe?" echot Solveig. Sie scheint noch immer abgelenkt. Ihr Blick verfolgt Jan, wie er sich, Aeryns Bogen in der Hand, mit der Elbin entfernt, auf der Suche nach "einem Plätzchen, an dem man ihn mal austesten kann". Sie seufzt und zuckt mit den Schultern.

"Hilfe", wiederholt sie, an Arnvidh und Wulfgar gewandt. "Ja, wenn es euch ernst damit ist... Hier haben die Schwestern alles im Griff, aber jemand sollte die umliegenden Höfe absuchen, ob dort noch Verletzte auf Hilfe warten. Zu einer bewaffneten Begleitung würde ich nicht Nein sagen."

Ihr fragender Blick geht auch zu Abdo.

~~~

Aeryn und Jan finden sich also ein freies Plätzchen in der Nähe des Baches und testen den Elbenbogen an einem alten, von Blitz zerschlagenen Baumstumpf aus, bis alle von Jans grob geschnitzten Pfeilen hinüber sind.[1] Der neue Bogen ist eine wahre Freude! Danach schnitzen sie einige Schäfte und Jan zeigt Aeryn ein, zwei Tricks, die sie tatsächlich noch nicht kannte.

"Und jetzt brauchen wir Spitzen!" verkündet Jan, springt auf, und winkt Aeryn, ihm zu folgen. Er führt sie in den Ort zurück, durch die stillen Gassen, bis an den westlichen Dorfrand, wo leicht abseits die Schmiede steht. Jan spaziert einfach in das verlassene Gebäude und beginnt, die Werkbänke, Regale und Kisten abzusuchen, bis er schließlich tatsächlich einen Beutel mit Pfeilspitzen findet.

"Hier, das sollte ihm sein Leben wert sein!" Mit diesen Worten drückt er Aeryn den Beutel in die Hand. "Und wohin jetzt?"

Sonne und knurrender Magen verraten Aeryn, dass es bereits weit nach Mittag ist.

~~~

Schwester Hildegerd lässt sich von Rogar noch einmal genau erklären, wie die Gefährten den Fluch gebrochen haben. Er wiederholt im wesentlichen, was er bereits Solveig erzählt hat. Die Schwester ist ein wenig schwieriger zu überzeugen, aber schließlich sagt sie, mehr zu sich als zu Rogar: "Ja, wir hatten ein sehr ruhige Nacht hier... keine neuen Patienten, keine neuen Verletzten..."

Und sie geleitet Rogar zu Talahan, der eine der jüngeren Schwestern gerade anweist, ihn mithilfe von Kissen im Rücken aufzurichten. Die restlichen Patienten, einschließlich Hjálmarrs gleich neben Talahan, schlafen noch. Offenbar will Schwester Hildegerd sich zunächst ganz sicher sein, dass Talahans Zustand sich bessert, nicht verschlechtert.

Zumindest das Fieber ist gesunken, kann Rogar feststellen. Auch die Augen sind nicht mehr so schrecklich blutunterlaufen, das Gesicht kaum noch aufgedunsen, die Haut wieder von halbwegs normaler Farbe. Nur geschwächt scheint der Mann noch zu sein. Sogar das Heben eines Armes fällt ihm schwer.

Rogar berichtet also ein drittes Mal, was geschehen ist. Talahan lauscht interessiert, doch muss den Dain ab und zu bremsen, um das Gehörte zu verarbeiten. Offenbar gelingt dem Mann auch die Konzentration immer nur für kurze Zeit.

"Wo sind meine Leute?" fragt Talahan schließlich. "Sind alle wohlauf?"

Rogar zögert. Bis jetzt hat er Talahan mehr oder weniger die offizielle Version des Geschehens erzählt und Tristans Zustand nicht erwähnt. Er schaut sich um. Die Schwestern scheinen außer Hörweite zu sein, und die umliegenden Patienten schlafen ja noch.
 1. Bitte in Status und Ausrüstung ausstreichen.

Aeryn

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Mal Gani
« Antwort #98 am: 09.07.2021, 12:05:25 »
Aeryn hat ihren Bogen wieder an sich genommen und bedankt sich bei Jan nocheinmal für die Unterstützung. Mit den Pfeilspitzen sollte die Waldläuferin nun bestens gewappnet sein, um auf Räuberjagd zu gehen.

"Vielen Dank! Ich glaube, wir sollten nochmal zu den anderen zurückgehen. Vielleicht konnten sie mit Talahan sprechen. Hoffentlich geht es ihm wieder besser. Und Solveig schien auch ein wenig irritiert zu sein, wobei ich nicht genau weiß, wie ich da helfen könnte. Ich bin, ehrlich gesagt, froh, wenn wieder etwas Normalität einkehrt und wir uns auf die Suche der Räuberbande machen. Von Dämonen habe ich wirklich erstmal genug gesehen."

Lîf

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Mal Gani
« Antwort #99 am: 09.07.2021, 13:37:50 »
Vorübergehend amüsieren die zutage tretenden Charakterunterschiede zwischen den Feenkindern Lîf derart, dass sie lächeln muss. Doch die drudkvinde wird bald wieder ernst. Ohne viele Worte zu machen, aber dafür umso aufrichtiger dankt sie den beiden für ihre Ratschläge, hat auch ein paar freundliche Entgegnungen für Melusine, so diese sich noch an dem Gespräch beteiligen sollte. Dann schließlich macht sich der Rotschopf auf den Rückweg, erneut auf Ninae Hilfe bei dem tiefen Wasser bauend. Wieder am Teich der Nymphen angelangt verbringt sie zunächst einige Zeit in stiller Zwiesprache mit den Geschöpfen der Großen Mutter, eng an den Stamm der großen Ulme geschmiegt, ehe sie sich Kjartan zuwendet. Ihn bittet sie noch um etwas Geduld, bis man sich wieder auf den Weg macht.

Sie selbst sieht sich in der näheren Umgebung des Teiches nach Kräutern, Blüten, Pilzen und Wurzeln um, die man für heilsame oder auch stärkende Extrakte verwenden könnte.[1] Da sie die Stille mit sich und der umgebenden Natur genießt, mag sie sich dabei wohl recht lange aufhalten. Endlich aber verabschiedet sie sich von den Schwestern und macht sich daran, in Kjartans Begleitung diesen Ort des Friedens – mit einem leisen, bedauernden Seufzer – zu verlassen. Je nachdem, wie viel Zeit vergangen ist, denkt sie daran, auch nach Freydis und deren Fortschritten zu sehen, doch wahrscheinlicher wird sie ihre Schritte wohl wieder zurück nach Ansdag richten. Auf dem Weg erzählt sie Kjartan von den Orten und Dingen, über die Choron berichtet hat. Zum einen, um ihre eigenen Gedanken zu sortieren, zum anderen aber auch, weil Kjartan, so unzuverlässig er mitunter agieren mag, auf vieles sicherlich eine gänzlich andere Sicht hat als sie. Womöglich fällt ihm ja auch das eine oder andere zu dem Gehörten ein.
 1. Wurf auf Beruf (Kräuterfrau): 23.

Arnvidh Kjellson

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Mal Gani
« Antwort #100 am: 10.07.2021, 10:37:50 »
Mit den Augen folgt Arnvidh dem Blick von Solveig. Scheinbar ist dieser Jan doch nicht ihre Wache oder etwas Ähnliches. Er vermutet aber, dass Jan irgendwann eine Retourkutsche bekommen wird. Schließlich hat er Solveig alleine mit Fremden gelassen.

„Ja gerne. Für mich haben sich die Fragen, die ich hatte, weitestgehend erledigt.“ Arnvidh schultert seinen Rucksack und macht sich bereit Solveig zu folgen. „Und wenn es hier vermehrt Räuber gibt, wäre es wirklich dumm alleine umher zu wandern. Spätestens sobald sie merken, dass anstelle der Hungerkreaturen nur noch Verwirrte und Verletzte herumstreifen, wäre es die Gelegenheit für die Räuber aktiver zu werden, oder?“ Wobei er sich auch vorstellen kann, dass die Einfachen Bauern ihre Ehre vergessen und anfangen die unliebsamen Nachbarn zu plündern. Wundern würde ihn das zumindest nicht.

Wulfgar

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Mal Gani
« Antwort #101 am: 10.07.2021, 13:14:58 »
"Es ist vermutlich wirklich im Moment das sinnvollste wenn wir versuchen das Gleichgewicht wieder her zu stellen und dafür Sorge tragen das wieder alles im Sinn von Gaja seine Wege geht. Die Natur wird sich wieder erholen wenn wir ihr etwas helfen. Wir können die Wunden heilen jetzt wo die dämonische Krankheit gestoppt wurde. Und wie gesagt, ich möchte das Land hier sowieso etwas erkunden und kennen lernen. Also können wir dich auch ein Stück des Weges begleiten. Ich weiß nur nicht ob es deinen anderen Freunden auch recht ist wenn sich plötzlich fremde in ihre Belange einmischen. "meint Wulfgar in einem ruhigen Tonfall während er Brakus nebenbei ein wenig den Rücken krault

Abdo al'Mbabi

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Mal Gani
« Antwort #102 am: 11.07.2021, 15:35:55 »
Wulfgars Antwort scheint Abdos Vermutung zu bestätigen: Als sie am letzten Abend die Quelle des Fluchs zerstört haben, sind auch dessen Auswirkungen wieder ausgelöscht worden - mit einem Schauder denkt er an die vielen Toten im Kloster, die womöglich noch am Leben sein könnten, hätten sie die Quelle nur früher gefunden. Allerdings ist er sich immer noch unsicher, ob seine Gedankengänge so zutreffen und möchte für eine abschließende Beurteilung lieber abwarten, was die Gelehrten in der Gruppe sagen.

Rogar jedoch geht auf das Thema gar nicht weiter ein, sondern bringt die Sprache auf mögliche Verletzungen ihrer Gegenüber, und Aeryns Ankunft lenkt das Gespräch ohnehin in eine andere Richtung - was Abdo nicht ganz unrecht ist, kommt er so schließlich nicht in die Verlegenheit, weitere Details zu ihrem Kampf und dem Mitwirken von Uthers Gattin preisgeben zu müssen.

Als die beiden Neuankömmlinge sich und ihre Mission vorstellen, kommt wieder Leben in Abdo.
"Dann hatten wir womöglich das gleiche Ziel!" antwortet er auf Arnvidhs Worte. "Unser ursprünglicher Auftrag war es, den Verbleib von verschwundenen Karawanen zu untersuchen. Ehrlich gesagt ist das alles nur wenige Tage her, doch es kommt mir fast schon wie Jahre vor. In der Zwischenzeit haben wir einiges erlebt mit diesem Fluch, und ob wir nun zu unserem ursprünglichen Auftrag zurückkehren, haben wir noch nicht besprochen."

Als just in diesem Moment die Kunde von Talahans Aufwachen von Solveig gebracht wird, unterbricht er sich.
"Entschuldigt mich, ich muss mit zu Talahan gehen. Er war unser Anführer, als wir von Kromdag aufbrachen, und hat mir vorübergehend diese Bürde übertragen. Ich muss ihm zumindest Rechenschaft ablegen."
Damit lässt er die beiden mit Solveig stehen und folgt Rogar zum Zelt. Jan - auch wenn er Lîf versprochen hat, mit diesem zu sprechen - muss erst einmal zurückstehen, und ist sowieso dermaßen in dem Gespräch um Pfeilspitzen vertieft, dass es gerade keinen Sinn macht, ernsthaft mit ihm reden zu wollen.

Abdo lässt Rogar den Vortritt, auch wenn es eigentlich seine Sache ist, Talahan von den Vorkommnissen zu berichten. Doch der Dain hört sich gerne reden und es scheint ihm sehr daran gelegen zu sein, alles zu erzählen.
Erst als Talahan nach den anderen seiner Gruppe fragt, tritt auch Abdo aus dem Hintergrund, so dass Talahan ihn gut sehen kann.
"Den meisten geht es gut. Hjálmarr hat dich ja hergebracht und liegt ebenfalls hier; ich hoffe, auch er wacht auf. Freydis, Lîf, Aeryn, ich selbst und Rogar, den du ja im Kloster noch kennengelernt hast, sind wohlbehalten wieder hier angekommen. Auch Tristan ist wieder hier."
Bevor er weiterspricht, lehnt er sich näher an Talahan und passt auf, dass außer Rogar niemand hört, was er zu sagen hat.
"Als wir gestern die Quelle des Fluchs bekämpft haben, ist ein bösartiger Shetani - ein Dämon, wie ihr ihn hier nennt - in Tristans Körper gefahren. Tristan ist noch am Leben, doch der Dämon hat die Kontrolle über seinen Körper übernommen. Es gibt Gerüchte über Wege, den Dämon wieder aus dem Körper zu vertreiben, doch sind sie alt und wir wissen derzeit nicht, wo wir suchen sollen."

Abdo geht wieder ein Stück zurück und sagt nun, was ihm bereits seit Tagen auf dem Herzen liegt.
"Talahan, du hast mir die Aufgabe übertragen, die Führung der Gruppe zu übernehmen. Aber ich habe versagt! Ich habe nicht die richtigen Worte und Taten gefunden, um sie hinter mir zu versammeln. Beinahe hätte mein Versagen uns alle in den Tod geführt! Danach habe ich Lîf angefleht, die Gruppe zu leiten. Sie hat es vermocht, uns wohlbehalten nach Hause zu bringen. Vielleicht habe ich also wenigstens eine Sache richtig gemacht als Anführer, indem ich die Führung abgegeben habe. Ich kann dich nur um Verzeihung bitten für mein Versagen, und dafür, dass ich das Vertrauen, das du in mich gesetzt hast, so missbraucht habe."

Rein äußerlich sieht man dem Ya'Keheter schon an, wie sehr ihn sein Versagen schmerzt. Mit zusammengesackten Schultern sitzt er vor Talahan. Doch es scheint auch eine Anspannung von ihm abgefallen zu sein, die ihn seit Tagen bedrückt - indem er endlich Talahan gegenüber aussprechen konnte, was er fühlt.

Gaja

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Mal Gani
« Antwort #103 am: 15.07.2021, 17:09:33 »
"Ja gut, dann gehen wir halt zurück." Jan klingt ein wenig enttäuscht darüber, dass ihr Ausflug schon zuende ist. "Aber lass uns auf dem Rückweg doch schnell im Bunten Hahn vorbeischauen, was Frida Leckeres im Topf brodeln hat."

Aeryn lässt sich überreden und man lenkt die Schritte Richtung Dorfplatz. Die Menschenmenge von heute morgen hat sich längst aufgelöst, aber mehrere kleine Grüppchen stehen noch unter der Dorflinde beisammen, in Gesprächen vertieft, während andere vor ihren Häusern sitzen und ihrer alltäglichen Arbeit nachgehen.

Frida hat in der Tat einen leckeren Eintopf auf dem Feuer oder vielmehr etwas, das sie "Biersuppe" nennt, und so sitzen Jan und Aeryn bald vor dampfenden Schüsseln.[1]

~~~

Von Arnvidh nach den Räubern befragt, zuckt Solveig mit den Schultern. "Ich weiß nicht. Bis jetzt haben sie sichnoch  nicht in die Nähe der Ortschaft getraut, oder überhaupt diesseits des Baches. Man hat jetzt schon seit einigen Wochen gar nichts mehr von ihnen gehört. Aber es hat sich ja auch keiner mehr so recht hinaus getraut."

Sie wandte sich an Wulfgar. "Welch' andere Freunde meinst du? Jan? Dann hätte er halt dableiben sollen. Aber in einer Hinsicht muss ich dich warnen. Es kursieren nämlich Gerüchte, dass es sich bei der Räuberbande, die bereits zwei Handelszüge und auch einige kleinere Reisegruppen überfallen hat, um Kolkar handele. Auch Uther ist davon überzeugt. Womöglich ist es hier im Ort momentan nicht so ganz sicher für jemanden mit deiner Herkunft."

Dann bittet sie die beiden, kurz auf sie zu warten, während sie in ihrem Haus ihre Heilertasche packt. Nach ihrer Rückkehr brechen die drei gemeinsam auf. Gleich der erste Hof, den sie besuchen, bietet ein ähnlich erschreckendes Bild wie Wulfgar und Arnvidh es zuvor schon erlebt hatten, aber auf den nächsten fünf Höfen finden sie die Menschen teils unversehrt, teils leicht bis mittelschwer verletzt vor. Zu dritt haben sie die Verletzten rasch versorgt, sodass man sich mittags mit gutem Gewissen eine Pause gönnen kann. Eine wesentlich besser gelaunte Solveig führt ihre beiden Helfer in den Ort zurück (Wulfgar zuvor anratend, er möchte doch eine Kapuze über den Kopf ziehen) und dort zum Wirtshaus am Dorfplatz, dem 'Bunten Hahn'. Für den Nachmittag sind die Höfe auf der anderen Seite des Ortes geplant.

Als man sich gerade setzen will, entdeckt Wulfgar an einem Tisch nahe der Hintertür den abtrünnigen Jan mit der Elbin, die sich zuvor als Aeryn vorgestellt hat. Vor ihnen steht jeweils eine Schüssel mit dampfendem Eintopf.

~~~

Wieviel Talahan von Abdos Rede tatsächlich begreift, ist schwer zu sagen. Immer wieder schließt er zwischendurch erschöpft die Augen. Die Anstrengung, doch möglichst viel zu verstehen, treibt ihm den Schweiß auf die Stirn.

"Aber ihr habt es doch geschafft?", fragt er schließlich, deutlich verwirrrt. "Ihr habt den Fluch gebrochen...?"

Was Rogar ihm sogleich bestätigte und auch erwähnte, was Arnvidh von den "Hungerkreaturen" berichtet hat, die sich gestern abend urplötzlich in Menschen zurückverwandelten.

"Dann wurde mein Vertrauen in Euch auch nicht missbraucht. Im Rückblick denke ich vielmehr, dass ich selbst falsch lag, indem ich meinte, einer so bunten Gruppe wie der unsrigen einen Anführer aufzwingen zu wollen. Zu dem Zeitpunkt kam mir nicht den Sinn, es anders zu handhaben, denn so bin ich es aus meinem Orden gewohnt: ein aus dem Kampf scheidender Befehlshaber bestärkt, falls ihm dies noch möglich ist, den Nachfolger... Aber ihr seit kein Kriegertrupp."

Nach dieser langen Rede muss Talahan erst einmal wieder zu Atem kommen.

"Und was ist nun euer Plan?" fragt er schließlich. "Wegen der Räuber, meine ich. Und Tristan."
 1. In Aeryns Zeitlinie ist schon später Mittag, beim Heilerzelt noch früher Vormittag, deswegen kann sie nicht einfach so zurück. Zusammenführung siehe Ende nächsten Abschnitts.

Abdo al'Mbabi

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Mal Gani
« Antwort #104 am: 15.07.2021, 23:40:10 »
Abdo entspannt sich langsam, und ein feines Lächeln zeigt sich kurz auf seinem Gesicht. Offenbar bedeutet es dem Ya'Keheter viel, dass Talahan ihn nicht, wie er sich selbst, verantwortlich macht für sein Scheitern. Einen Moment braucht er auch, um zu begreifen, dass jetzt, nach allem was geschehen war, sich eigentlich vieles zum Guten gewendet hat - ist er etwa gar nicht gescheitert? Einen Toten haben sie nicht zu beklagen, und Tristans Zustand hat nichts mit seinem Verhalten im Kloster zu tun. Doch dann erinnert er sich wieder zurück an den Moment in der Höhle unter dem Wasserfall und muss erkennen, dass es eher Glück war als sein Geschick, was sie wieder heil dort hinaus geführt hat.

"Ich danke dir für deine freundlichen Worte. Auch wenn ich sie nicht ganz teilen kann, sind sie doch Balsam auf meine Seele. Unser weiterer Plan ist für mich jedoch noch in Dunkel gehüllt. Freydis hat sich an eine alte Geschichte erinnert, ein möglicher Weg, Tristan zu helfen. Doch die Chancen, dass es diesen Weg überhaupt gibt, stehen nicht allzu gut, und wir wissen nicht, wo wir danach überhaupt suchen müssen. Doch ich habe Lîf geschworen, Tristan nicht aufzugeben. Wenn wir eine Spur finden, so werde ich ihr folgen.
Was die Räuber betrifft: Wenn wir für Tristan keine Hilfe sind, so will ich diesen Auftrag gerne weiter verfolgen. Es würde mir gut tun, etwas weniger ... magisches zu verfolgen. Vielleicht braucht Freydis auch nur Zeit, um eine Spur zu finden, der wir folgen können. Sie hat sich bereits in Bücher vertieft."

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