Autor Thema: Zweites Kapitel - Durch die Dunkelheit  (Gelesen 434 mal)

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Wiesel

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Zweites Kapitel - Durch die Dunkelheit
« Antwort #30 am: 10.11.2021, 16:54:46 »
"Wenn es überhaupt eine andere Seite gibt", gab Wiesel zu bedenken. "Vielleicht ist da auch nur eine Wand und der Weg nach unten ist der einzige. Ein Seil wäre aber auch dann nicht verkehrt, nur meins ist mir leider abhanden gekommen."
Wiesel nahm einen weiteren Stein und warf ihn nach vorne, um festzustellen, ob er gegen eine Wand prallen oder auf dem Boden aufprallen würde.


Kara Stendahl

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Zweites Kapitel - Durch die Dunkelheit
« Antwort #31 am: 10.11.2021, 20:59:18 »
Die Dunkelheit schien ihre Worte zu verschlucken, sie zu ersticken. Kara merkte, wie orientierungslos sie dieser Zusatand machte, wie unsicher ihr die Wand in ihrem Rücken und der Boden unter ihren Füßen vorkamen. Vielleicht waren sie bereits verloren, vielleicht waren sie gefallen, vielleicht....

Kara sog das dichte Dunkel tief in ihre Lungen. Sie suchte nach etwas, das ihre aufsteigende Panik ersetzen konnte und fand es tief in ihrer Magengrube. Als hätte die Hitze nur darauf gewartet, dass Kara sich ihrer erinnerte, stieg der Zorn nach oben und verdrängte die Furcht auf angenehme Art und Weise. Zorn kannte Kara, mit ihm konnte sie umgehen, der Zorn konnte sie antreiben.

Sie stand auf, bedacht darauf nicht ganz am Abgrund zu stehen und stemmte die Arme entschlossen in ihre Hüften. "Was ist mit dir, Phekda? Hast du nun ein Seil, oder nicht?" Ganz gleich ob sie die Kluft überwinden, oder noch tiefer in diese Schwärze steigen mussten, als erstes musste sie die Angst vertreiben. Kara beschloss sich zu stellen wie jeder anderen Gefahr und verzog das fahle Gesicht zu einem breiten Grinsen, das alle Zähne zeigte. Freilich konnte man den Wandel in ihrer Einstellung nicht sehen, aber doch in ihrer witzelnden Stimme hören als sie laut postulierte: "Die Steinchen helfen uns hier nicht viel. Wir könnten Wiesel ans eine Ende des Seils binden und ich werf ihn dann hinüber. Der kann uns sicher mehr Auskunft darüber geben, wie es wirklich aussieht. Noch wer dafür?"

Wiesel

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Zweites Kapitel - Durch die Dunkelheit
« Antwort #32 am: 11.11.2021, 09:47:00 »
Zu Karas Verwunderung erwiderte Wiesel ohne ironischen Unterton in der Stimme:
"Gute Idee! Wenn ich festen Boden unter den Füßen habe, finden wir sicherlich einen Weg, das Seil so festzumachen, dass ihr anderen mir folgen könnt. Die Frage ist nur: Wie weit kannst du mich werfen? Ich wiege etwa hundert Pfund. Vielleicht ist es besser, wenn ich springe?"

Fiona

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« Antwort #33 am: 11.11.2021, 23:42:31 »
"Wenn Du da irgendwie rüberkommst, sollten wir den Rest schon in den Griff bekommen. Ich kann Dich mit einem Zauber dabei unterstützen," meinte Fiona zu Wiesel.

Wenn es dann soweit war, dass der Elf über die Grube springen würde, verstärkte Fiona seine Fähigkeiten noch mit ihrer Magie[1].
 1. Enhance Ability (Stärke oder Geschicklichkeit, je nachdem, was Du am Ende für den Sprung brauchst)

Phekda

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Zweites Kapitel - Durch die Dunkelheit
« Antwort #34 am: 14.11.2021, 21:06:52 »
„Ja in Meiner Kletterausrüstung ist noch ein Seil.“ antwortete Phekda nachdem er die Vorschläge angehört hatte. Dass sich Wiesel freiwillig werfen lassen wollte, verwundete ihn schon. Falls es keine andere Seite gab, würde der geworfene in das Loch fallen und dann mit voller Wucht an die Wand klatschen. Einen besseren Vorschlag hatte er jedoch auch nicht. „Machen wir doch beides. Werfen wir erst etwas mit dem Seil über das Loch um zu sehen wie weit es ist und dann kann Kara Wiesel besser über das Loch werfen.“ Dann stockte er kurz. „Falls es zu weit zum Werfen ist, müssen wir wohl hinunter und wieder hinauf klettern. Das wäre ja auch noch eine Option aber ich habe kein Seil um es einmal hinunter und dann wieder hinauf zu bringen.“

Wiesel

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Zweites Kapitel - Durch die Dunkelheit
« Antwort #35 am: 15.11.2021, 16:27:50 »
Wiesel meldete sich, um Phekda zu korrigieren: "Nein, ich werde selbst springen. Ich bin recht geübt darin und bin mir sehr sicher, dass ich deutlich weiter komme, als Kara mich jemals werden kann. Allerdings werde ich das Seil als Sicherheit nehmen und erst einmal etwas üben."

Die Übung war auf jeden Fall notwendig, denn hier in vollständiger Dunkelheit zu springen, dazu noch mit einem Seil um den Bauch, war doch eine ganz andere Herausforderung als unter normalen Bedingungen. Zunächst begann Wiesel, sich die richtige Anlauflänge und den Absprungpunkt zu erarbeiten. Weiter vorne im Gang suchte er eine passende Stelle, wo sich Phekda postierte und fortlaufend "Tüt tüt tüt" rief, während er mit geschlossenen Augen Anlauf nahm und versuchte, genau an der Stelle abzuspringen, wo dieser stand. Es bedurfte einiger Versuche, bis er den Punkt einigermaßen traf - natürlich würde Phekda sich einen halben Schritt entfernt vom eigentlichen Abgrund postieren, um ein wenig mehr Sicherheit zu haben.
Ebenso variierte er die Anlauflänge - er musste einen Kompromiss finden zwischen genügend Schwung und genügend Sicherheit; denn blind durch den Tunnel zu laufen war alles andere als einfach.
Als letztes übte er noch, den Anlauf sowie den Absprung mit einem Seil um den Körper hinzubekommen; das Seil durfte dabei nicht direkt im Weg liegen, damit er nicht darüber stolperte; gleichzeitig war es eine Ablenkung, es um sich geschlungen zu spüren. Kara, die diesen Part übernehmen würde, musste außerdem darauf achten, dass sie Wiesels Gewicht auch halten konnte, sollte er mit einem Ruck in die Tiefe fallen.

Als der Elf schließlich einigermaßen sicher war, den ganzen Bewegungsablauf im Griff zu haben, nahmen alle ihre Position ein. Fiona wirkte ihren unterstützenden Zauber, und Wiesel selbst machte eine kurze Meditationsübung, um sich auf den folgenden Sprung zu fokussieren.[1].

Dann sprang er.[2]
 1. Ki-Punkt aufgewendet
 2. Akrobatik (mit Stärke) 12
« Letzte Änderung: 15.11.2021, 16:31:01 von Wiesel »

Blutschwinge

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Zweites Kapitel - Durch die Dunkelheit
« Antwort #36 am: 16.11.2021, 18:43:04 »
Wiesel flog durch die Luft, getragen vom Schwung und der Kraft des Ki. Alles ging so schnell, dass er nicht wirklich nachdenken konnte, aber dann kam der Moment, in dem Panik in ihm auf flackerte - hätte er nicht schon längst wieder den Boden berühren müssen? Doch dann spürte er den Boden, zu nah, er stolperte und fiel der Länge nach hin. Sein Körper schmerzte, er bekam kurz keine Luft, aber er lag auf festem Grund. Und es war immernoch dunkel um ihn herum.

Fiona

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Zweites Kapitel - Durch die Dunkelheit
« Antwort #37 am: 16.11.2021, 19:15:10 »
"Ich würde sagen, das klang einigermaßen erfolgreich," kommentierte Fiona die Geräusche, die zu ihnen drangen.

"Wiesel? Alles in Ordnung bei Dir?"

Wiesel

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« Antwort #38 am: 16.11.2021, 23:57:18 »
"Uff" stöhnte der Elf, als die Luft aus seinen Lungen wich. Der Sprung war weiter gewesen, als er vorausgesehen hatte, und die Dunkelheit hatte es unmöglich gemacht, sich auf den Aufprall vorzubereiten. War diese Seite des Tunnels niedriger als die andere?

"Ich bin drüben." sprach er in die Richtung, aus der er gekommen war, und hoffte, dass die Antwort ihm Orientierung geben konnte, ob dieser Ort tatsächlich auf einer anderen Höhe war.
"Ich sehe mich einmal um, aber hier ist es immer noch dunkel."

Wie zuvor auf der anderen Seite kniete Wiesel sich auch hier auf den Boden und tastete diesen auf allen Vieren von Seite zu Seite ab. Wie weit hinter dem Abgrund war er aufgekommen? Und befand er sich immer noch in einem Tunnel, der rechts und links Wände hatte, oder war dies hier ein größerer Raum?
Nachdem er die dem Abgrund zugewandte Seite untersucht hatte, wandte er sich der anderen Richtung zu, das Seil weiterhin um seinen Bauch geschlungen - so konnte er auch sichergehen, sich nicht allzu weit von den anderen zu entfernen. Irgendwo musste die Dunkelheit ja schließlich enden.

Blutschwinge

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Zweites Kapitel - Durch die Dunkelheit
« Antwort #39 am: 21.11.2021, 17:37:58 »
Der Elf musste nicht weit tasten, bis er den Rand erreichte, er war knapp dahinter gelandet. Er wusste das er weit gesprungen war, so weit wie es kaum einer der anderen schaffen würde. Er tastete weiter. Er befand sich noch in einem Gang, er schien genauso breit zu sein wie auf der anderen Seite. Als er aber nahe der Wand den Rand des Lochs entlang fuhr, griff seine Hand plötzlich ins Leere und für einen Moment fürchtete er nach vorne in das Loch zu kippen, aber dann fand er plötzlich im Loch eine Feste Stelle zum Abstützen. Schnell kroch er zurück und tastete erneut in der Loch. Und tatsächlich, dort schwebte eine Steinplatte im Nichts und sie war so stabil, dass sie sich nicht gerührt hatte, als er sich mit seinem Gewicht darauf gestützt hatte. Sie befand sich gut eine Armeslänge von der Wand entfernt.

Dann versuchte er noch das Ende der Dunkelheit zu erreichen, aber das gut 9 Meter lange Seil reichte nicht aus, um ihr zu entrinnen. Und Wiesel fand auch nichts, woran er das Seil befestigen konnte.
« Letzte Änderung: 25.11.2021, 18:05:57 von Blutschwinge »

Wiesel

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Zweites Kapitel - Durch die Dunkelheit
« Antwort #40 am: 29.11.2021, 17:01:50 »
Eine Steinplatte? Schwebend im Nichts? Es waren immer mehr Dinge, die ihm hier ein ungutes Gefühl bereiteten; insbesondere, als er merkte, dass die Dunkelheit weiter reichte als das Seil. Noch einmal prüfte er, ob diese Platte tatsächlich in der Luft schwebte oder nicht doch einfach das obere Ende einer Säule war - dann kam ihm eine Idee.

Wenn dort eine Platte schwebte, war nicht ganz unwahrscheinlich, dass dort noch mehr von ihnen waren - ein ganzer Pfad über den Abgrund, wie er vermutete. Herausfinden konnte er dies jedoch nur, wenn er sich traute, auf die Platte zu steigen. Immer noch angeseilt, fühlte er vorsichtig mit dem Fuß voraus, bis er die Platte unter sich spürte, und verlagerte langsam das Gewicht darauf.

Als er sicher war, dass die Platte ihn trug[1], machte er den Schritt darauf, ging in die Hocke, löste das Seil von seinem Bauch und knotete es fest um die Platte. Sich mit einer Hand am Seil festhaltend, tastete er nun mit der anderen weiter in die Richtung, der gegenüberliegenden Seite und hoffte, dort eine weitere Platte zu spüren.
 1. Sollte dem nicht so sein, editiere ich

Blutschwinge

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Zweites Kapitel - Durch die Dunkelheit
« Antwort #41 am: 30.11.2021, 20:01:01 »
Wiesel stellte erleichtert fest, dass die Platte sein Gewicht trug und sich nicht bewegte. Nachdem er das Seil befestigt hatte begann er weiter zu suchen und zunächst wurde er nicht fündig. Dann, als er schon kurz davor war aufzugeben, streifte seine Hand aber tatsächlich etwas, eine weitere Steinplatte. Allerdings lag diese in einer anderen Richtung und sie schwebte höher als die erste. Es war ein ziemlich großer Schritt nötig, um sie zu erreichen und das Seil nutze ihm von dieser Stelle aus auch wenig.

Dennoch ließ er sich nicht entmutigen und suchte weiter, bis er schließlich einen Weg über den Abgrund gefunden hatte. Es waren vier Platten, die einen geschlängelten Übergang schufen, alle auf unterschiedlicher Höhe. Aber er erreichte sicher die andere Seite und schätze nun, dass der Abgrund gut 5 Meter breit sein musste.