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Autor Thema: Zweites Kapitel - Durch die Dunkelheit  (Gelesen 1918 mal)

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Wiesel

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Zweites Kapitel - Durch die Dunkelheit
« Antwort #45 am: 16.12.2021, 01:55:05 »
"Der Sprung WAR beeindruckend, auch ohne dass ihr ihn sehen konntet. Aber vielleicht können wir das Ganze ja einmal wiederholen, wenn wir mehr Licht haben."
Die Dunkelheit machte Wiesel durchaus zu schaffen, auch wenn er dies zu überspielen versuchte, und der Weg über die in der Luft schwebenden Stufen war eine echte Herausforderung und verursachte sicherlich einige graue Haare bei ihm, bis alle die andere Seite erreicht hatten.

Immerhin gab es kein weiteres solches Hindernis und tatsächlich konnte er schließlich wieder etwas sehen: Eine Weggabelung.
"Einer ist so gut wie der andere. Sollen wir eine Münze werfen? Ich würde zu links tendieren, aber der einzige Grund dafür ist, dass Links meine Lieblingsseite ist."

Phekda

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Zweites Kapitel - Durch die Dunkelheit
« Antwort #46 am: 19.12.2021, 17:45:59 »
Die Geräusche von Wasser und dieses seltsame Knistern, dazu noch dieser Geruch. Auch wenn es nicht so fein wie eine Meeresbriese war, so war es eine angenehme Abwechslung zum Geruch nach Staub, Fels und dem Rest was die Dunkelheit zu bieten hatte.

"Vielleicht ist es wirklich gleich wohin wir gehen, da die Wege im selben Ort münden. Ich gehe um Säulen gerne rechts herum, warum auch immer. Also wäre ich für rechts." während er dies sprach, holte Phekda mit einem verschmitzten Lächeln auf den Lippen gen Wiesel eine Münze hervor. Im Schein von Karas Licht liess er sie zwischen seinen Fingern hin und her wandern. "Zahl nach Links und Kopf nach rechts." Kaum gesagt warf er sie in die Luft. Mit den Augen verfolgte er ihre Bahn bis sie auf dem Boden Klippern zur Ruhe kam. Dann bückte er sich nach ihr und verkündete "Kopf, sagt das Schicksal. Wenn Ihr wollt kann ich vorgehen um nach Fallen Ausschau zu halten. Auch wenn wir glücklicherweise bis jetzt nur auf die Dunkelheit mit dem Abgrund als Falle gestossen sind." Er blickte zu den anderen. Vielleicht war ihnen das zu simpel.

Fiona

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Zweites Kapitel - Durch die Dunkelheit
« Antwort #47 am: 19.12.2021, 18:12:39 »
"Für mich ist auch jede Richtung so gut wie die andere," stimmte Fiona zu. Es in Tymoras Hand zu legen, warum nicht?

Allerdings wollte sie noch ihre Halblingsführerin fragen, ob sie eine Präferenz hatte.

Daher drehte sie sich mit fragendem Blick zu ihr um. "Außer Rilka hat etwas dagegen?"

Blutschwinge

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Zweites Kapitel - Durch die Dunkelheit
« Antwort #48 am: 20.12.2021, 12:43:11 »
Rilka zuckte kurz zusammen, als sie ihren Namen hörte. Sie stand gut fünf Meter hinter der Gruppe uns starrte geradeaus. "Was, wie? Äh, ich weiß nicht. Ich..." Sie verstummte kurz und schien einen Gedanken zu Ende führen zu wollen, den sie gerade hatte. "Ich überlege die ganze Zeit, wo zum Golem wir hier sein könnten. Ich kenne die Geschichte der Berge. Hier in der Nähe von Mithril Halle sollte es nicht viel geben und wir werden wohl kaum in einem vergessenen Keller der Zwerge gelandet sein. Aber zu deiner Frage: die Richtung stimmt, ich weiß auch nicht, wo wir sind, also folgen wir eurer Münze."

Sie gingen also weiter und Kara ließ Phekda nun den Vortritt. Der Gang schlängelte sich weiter leicht abschüssig durch das Gestein, das Rauschen des Wassers wurde lauter und bald darauf öffnete sich eine riesige Höhle vor ihnen, in der sich ein großer See befand. Ein leichter Wind war zu spüren, der sanfte Wellen vor sich her schob, die nur wenige Meter von ihnen entfernt an das mit vielen kleinen Steinen bedeckte Ufer stießen. Alle konnten dies sehen, weil ein dämmriges Licht über dem Wasser lag. Das Licht kam von hunderten kleinen glitzernden Objekten, die über dem Wasser schwebten. Sie sahen aus wie große Schmetterlinge und von ihnen ging das Klirren aus. Sie hielten sich aber vom Uferbereich fern, die ersten Wesen waren gut 20 Meter von ihnen entfernt. Der Strand war rechts und links zwischen 5 und 10 Metern breit, verlor sich aber irgendwann im dämmrigen Licht. Ein Boot war nirgends zu entdecken und auch keine Sporen von Leben.

Phekda

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Zweites Kapitel - Durch die Dunkelheit
« Antwort #49 am: 21.12.2021, 02:05:41 »
Die Unsicherheit von Rilka gefiel Phekda nicht. Wenn die Ortsansässige Führerin nicht wusste wo sie waren, war es kein gutes Zeichen. Vielleicht hatte sie, als sie den Nebentunnel entdeckten, gehofft er führe zu den Zwergenhaften aber nun war aus der halbwegs sicheren Querung der Passage eine Neuerkundung geworden. Etwas was Zeit kostete aber eigentlich auch eine grundlegend andere Vorgehensweise.

Nun vorgehend hielt er ein paar Schritte Abstand zu den Anderen und fokussierte sich auf den Weg der vor Ihnen lag. Nachlässigkeit war bei einer Erkundung der Tod und das wusste der Halbelf. Wie die Anderen wohl bemerkten, war er nun, also bei der Fallensuche in fremder Umgebung, in seinem Element. Er wechselte gar die Gangart und tastete sich mit den Fussspitzen vorsichtig vor.

Als er die Höhle betrat und den See erblickte, stockte ihm der Atem. So etwas faszinierendes, schönes und zugleich seltsames hatte er noch nicht gesehen. Diese Lichtschmetterlinge was waren sie bloss? Einige Schritte ging er auf den See zu, dann stoppte er. Kein Leben, nichts am Ufer und die Schmetterlinge über dem Wasser. Ihm gingen Geschichten und Legenden durch den Kopf von den Irrwischen die unvorsichtige Wanderer in die Moore lockten oder von gewaltigen Seemonstern, welche mit Laternen die Seeleute sicher in ihr Maul leiteten. "Seit vorsichtig. Die Schmetterlinge machen mich nervös. Kennt einer von Euch diese Wesen? Sind sie gefährlich oder harmlos?" Dabei blickte er sich um zu den Anderen und auch zu Rilka. Von so einem Wunder musste es doch Legenden geben.

Kara Stendahl

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Zweites Kapitel - Durch die Dunkelheit
« Antwort #50 am: 02.01.2022, 18:25:42 »
"Von so etwas habe ich noch nie gehört", meinte die große Kriegerin, die beim Anblick, der sich vor ihnen auftat, in die Hocke ging. Sie nahm ein paar Kieselsteine in die Hand und stand nachdenklich wieder auf. Sie blickte nach oben, konnte die Decke der unterirdischen Höhle jedoch nicht ausmachen. Kara fühlte sich bei dem Gedanken daran, dass sie sich irgendwo im Nirgendwo tief unter dem Himmel, tief unter der Erde befanden etwas schwindlig. Die Idee allein schien absurd, das dunkle Wasser bedrohlich, auch wenn unzählige, leuchtende Insekten sich darin spiegelten.

Wovon mochten sich die Viecher wohl ernähren? Was für Wesen aus vergessenen Albträumen mochten sich unter der Wasseroberfläche befinden und in den tiefen auf die Reisenden lauern? Instinktiv legte sie die freie Hand an die Axt. Es kam ihr in diesem Moment vor, als hätte sie die Erde selbst verschluckt. "Rilka, weißt du diesmal etwas?" Langsam wurde es Zeit, dass sich ihre Begleitung nützlich machte. Bisher hatte sie wenig beigetragen und sie nicht davor bewahrt, in die Irre zu laufen.

Wiesel

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Zweites Kapitel - Durch die Dunkelheit
« Antwort #51 am: 06.01.2022, 14:20:05 »
"Keine Ahnung." schloss Wiesel sich Karas Aussage an. "Aber wir wollen ja auch eigentlich nicht durchs Wasser. Lasst uns doch ein Stück den Strand entlang gehen, dann sehen wir vielleicht auch besser, was das für Viecher sind."

Fiona

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Zweites Kapitel - Durch die Dunkelheit
« Antwort #52 am: 07.01.2022, 10:54:13 »
Auch Fiona zuckte mit den Schultern.

"Wir sollten uns auf alle Fälle von ihnen fernhalten. Sicher ist sicher. Und wie Wiesel ja korrekterweise anmerkt, wollen wir im Wesentlichen ja auch einfach nur weiterziehen."

Blutschwinge

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Zweites Kapitel - Durch die Dunkelheit
« Antwort #53 am: 08.01.2022, 12:14:34 »
Rilka zuckte zunächst mit den Schultern und schien auch nicht zu wissen, was es mit diesen Schmetterlingen auf sich hatte. Aber sie schien über irgend etwas nachzudenken.

Die Gruppe machte sich also auf und ging am Ufer entlang, um nach einem Weg zu suchen. Während sie gingen erzählte Rikla der Gruppe von einem Märchen ihres Volkes über Kristalllinge. Diese kleinen Wesen sehen aus als wären sie aus farbig schillernden Edelsteinen zusammengesetzt worden. Sie leben in einer Stadt tief unter der Erde. Ihre Kinder wachsen im Felsen heran, bis sie groß genug sind, dass die Mütter sie im Stein finden und aus dem Stein befreien können. Die Kristalllinge sind wahre Meister in der Herstellung von Edelsteinen. Angeblich stammen viele berühmte Edelstein-Schmuckstücke, die als Arbeit von Zwergen gilt, von ihnen. In dem Märchen geht es darum, wie die kleinen Wesen es schaffen, ihre Stadt vor den Dunkelzwergen zu verbergen und wie kristalline Helden die bösen Kreaturen besiegen, die es doch schaffen, in ihre Stadt zu gelangen. Rilka hielt dies immer für ein Märchen, noch nie hatte sie gehört, dass jemand tatsächlich einem Kristallling begegnet sein soll. Aber diese Schmetterlinge und dieser verlassene Tunnel lassen sie nun zweifeln, ob nicht doch etwas an der Geschichte dran sein könnte. In den Geschichten sind die Wesen sehr kontaktscheu, aber freundlich, nur schwer zu sehen, weil sie sich fast durchsichtig werden lassen können, und sehr aggressiv, wenn man in ihre Stadt eindringt.

Sie waren gut eine halbe Stunde unterwegs als das Ufer an einer Felswand endetet. Sie untersuchten den Felsen, fanden aber nichts. Keinen versteckten Weg und keine geheime Tür. Dann ginge sie zurück und in die andere Richtung weiter, aber auch dort endete der Weg bald an der Felswand. Von hier aus schien es nicht trockenen Fußes weiter zu gehen.
« Letzte Änderung: 08.01.2022, 12:16:00 von Blutschwinge »

Kara Stendahl

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Zweites Kapitel - Durch die Dunkelheit
« Antwort #54 am: 08.01.2022, 18:25:30 »
"Verkackt!" Kara betrachtete das Wasser einen Moment und die seltsamen Insekten darüber. Besonders aufgeregt wirkten diese nicht. "Bleibt uns wohl nichts anderes übrig." Die Kriegerin überlegte ihre Ausrüstung für den Moment an Land abzulegen, entschied sich dann aber dagegen. Vielleicht war das Wasser nicht so tief und mit dem Dolch allein wollte sie hier keiner hungrigen Überraschung begegnen. Kurzerhand legte sie die mächtige Axt quer über die Schultern und machte die ersten Schritte in den See auf dessen Oberfläche sich die zahllosen, leuchtenden Tierchen spiegelten, was den Eindruck erweckte, das Wasser selbst wäre ein sich wandelndes Wesen.

Phekda

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Zweites Kapitel - Durch die Dunkelheit
« Antwort #55 am: 09.01.2022, 12:46:29 »
Die Anderen hatten recht, erst einmal mussten sie am Seeufer entlang. Während sie dies taten, lauschte Phekda der Erzählung von Rilka. Diese Kristallling hörten sich spannend an. Vielleicht gab es sie vielleicht nicht aber in Märchen und Geschichten gab es oft einen wahren Kern. Das fühlte sich aufregend und gefährlich zugleich an.

Während sie keinen einfacheren Übergang durch das Wasser fanden, oder irgendetwas anderes. Machte sich Phekda Gedanken über den See. Unabhängig von den seltsammen Tieren über und wahrwahrscheinlich auch in ihm gab es hier einiges zu bedanken. Woher kam das Wasser, wie tief ist es, wie sind die Strömungen. Er selbst kannte solche Überlegungen und war ja selbst vor wenigen Tagen erst in die blinde Flucht Falle getappt. Also rief er, als Kara ins Wasser ging. „Solo Espera! … Em, Warte! Gegen Wesen bist du gewappnet aber nicht gegen die Tiefe oder Strömungen.“ gesagt getan holte er ein Seil hervor und bot es Kara an, auf dass sie sich wenigstens absichern konnte, wenn sie tiefer hinein ging.

Kara Stendahl

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Zweites Kapitel - Durch die Dunkelheit
« Antwort #56 am: 09.01.2022, 12:57:49 »
Phekda hatte wohl Recht. Kara kannte das Meer und seine Tücken, war daneben und darin aufgewachsen - doch dieses Gewässer war anders. Zwar mochte es sich ruhig anfühlen, doch konnte sie nicht wissen, was dieses unterirdische Wasser verbarg. Sie ließ sich also von dem geschickten Mann sichern, nickte ihm zu und ging erneut voraus in den See.

Blutschwinge

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Zweites Kapitel - Durch die Dunkelheit
« Antwort #57 am: 16.01.2022, 12:42:47 »
Mutig begab sich Kara also ins Wasser. Es war kalt, der Boden war fest und sie spürte keinerlei Strömung und so kam sie gut voran. Das Wasser wurde kontinuierlich tiefer und bald musste sie schwimmen. Alles schien harmlos zu sein, nichts berührte sie, der See lag weiter ruhig dar, nur gestört von den sanften Wellen und den etwas stärkeren Wellen, die ihre Schwimmbewegungen verursachten.

Karas Seil war schnell verlängert und sie schwamm weiter auf die kleine Insel zu. Als sie sich näherte erkannte sie, dass es ein großer Felsen war, der dort im See stand und gut zwei Handbreit aus dem Wasser ragte.

Als Kara schon ein ganzes Stück weit geschwommen war, konnten die anderen vom Strand aus sehen, wie eine stärkere Bewegung in das Wasser kam. Immer mehr Wellen kamen in Kara Richtung und begannen sich aufzutürmen. Und dann tauchte plötzlich eine gut Mannshohe Welle auf und bevor Kara etwas unternehmen konnte, wurde sie von der Welle erfasst und in Richtung Ufer zurück getragen. Kara spürte eindeutig einen Widerstand, der sie schob und gegen den sie nicht anschwimmen konnte. Sie ging aber auch nicht unter. Nahe beim Ufer angekommen löste sich die Welle einfach auf, so dass nur kleine Wellen ans Ufer schwappten. Kara war nicht verletzt, stand aber wieder dort, wo sie losgeschwommen war.

Kara Stendahl

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Zweites Kapitel - Durch die Dunkelheit
« Antwort #58 am: 16.01.2022, 14:33:55 »
"Was zur Hölle...Fiona, hast du das gesehen?" Unwirsch schüttelte sie das Wasser von den Armen. Kara stand halb im See und versuchte mit zusammengekniffenen Augen die Wellen auszumachen. Ohne Erfolg. "Ich denke nicht, dass ich einer Kreatur begegnet bin - zumindest hab ich keine erkannt. Es war, als würde ich gegen eine unsichtbare Wand schwimmen, die mich dann hierher zurückgeschoben hat. So ein Mist. Was nun? Kannst du was erkennen?"


Wiesel

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Zweites Kapitel - Durch die Dunkelheit
« Antwort #59 am: 16.01.2022, 15:13:24 »
"Also DAS war merkwürdig." stimmte Wiesel zu. "Woher soll hier unten plötzlich eine solche Welle kommen? Das muss entweder Magie gewesen sein oder ein riesiges Monster, dass die Welle verursacht hat. Du warst näher dran, Kara: Bist du sicher, dass es eine Insel war und kein Lebewesen?"
Ein weiterer Gedanke kam ihm. "Sind wir überhaupt sicher, dass es hinter der Insel weitergeht? Dann versuchen wir doch lieber, in einem weiten Bogen um die Insel herumzuschwimmen und uns am Rande der Felswand zu halten. Wir könnten uns aneinanderbinden, so dass nicht ein einzelner von der Strömung erfasst und abgetrieben wird."

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