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Autor Thema: [IC] Nächtliche Straßen  (Gelesen 26022 mal)

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Gallasal der Vorlaute

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[IC] Nächtliche Straßen
« Antwort #240 am: 27.08.2006, 22:49:37 »
Würg, was für ein Gestank! Das nächste mal muss ich dem Oberst sagen, dass ich nicht mehr in der Kanalisation eingesetzt werden will. Aber wenigstens konnten wir diese Dreskenischen Hunde zurücktreiben.
Gallasal schaut sich schaudernd um. In der spärlich beleuchteten Kanalisation Gerleths liegen mehrere leblose Körper. Manche treiben, mit dem Gesicht nach unten, langsam an dem Gottes-Kämpfer vorbei; zu lange schon in das Licht gewandert, als das er ihnen noch helfen könnte.
Zu viele gute Männer...was für eine Schande. Ich hoffe, die wenigen durchgebrochenen konnten nicht allzuviel Schaden verursachen!
Traurig blickt Gallasal zu dem kleinen Grüppchen von Stadtwachen, das den Angriff unter den Straßen der Stadt mit ihm zurückschlagen konnte.
Sammelt die Toten ein, sie haben würdig gekämpft und verdienen ein ordentliches Grab.
Den plötzlich auftauchenden Boten hätte er fast übersehen, doch dieser drängelt sich nach vorne und fängt ungefragt an zu sprechen:Herr, ihr sollt euch Morgen in der Kommandantur bereithalten, Oberst Thormun will mit euch sprechen. Flüsternd fügt er noch hinzu:ich glaube, es geht um eine Belobigung!
EINE BELOBIGUNG...HIERFÜR? Schnell merkt Gallasal, dass er sich im Ton vergriffen hat und setzt nun mit leiserer Stimme fort: Sagt ihm, dass ich komme...sobald ich mich und meine Ausrüstung gereinigt habe. UND JETZT GEHT!
Ohne seine Mitstreiter auch nur noch eines Blickes zu würdigen verlässt Gallasal diesen unwirtlichen Ort. UND IHR BEEILT EUCH ENDLICH, DIE ZEIT DES TRAUERNS IST NOCH NICHT GEKOMMEN!
Die letzten Worte des Begünstigten hallen immer noch durch die Kanalisation, als dieser schon wieder in der Dunkelheit auf die Straße tritt und gierig die frische Luft einsaugt...
Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen...

Brandon

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[IC] Nächtliche Straßen
« Antwort #241 am: 27.08.2006, 23:34:19 »
Brandon nimmt etwas an, das entfernt der Reporthaltung eines Soldaten ähnelt, provokant haarscharf an der Grenze zur Insubordination, und antwortet: "Die anrückende Armee habt Ihr ja anscheinend schon bemerkt. Da gibt es nichts zu melden. Und dass die Geissel oben auf dem Turm ein furchtbares Blutbad angerichtet hat könnt Ihr ebenfalls selbst sehen. Doch wisst Ihr von den Dreskener Kriegszüchtungen? Merkwürdingen, extrem muskulösen Menschen? Wir sind so einer begegnet, und sie wäre um ein Haar unser Ende gewesen. Wenn sie viele von denen haben, fangen wir am besten schnell an, uns Kontertaktiken auszudenken."
Die Götter helfen dem, der sich selbst zu helfen weiß.

Borthar

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[IC] Nächtliche Straßen
« Antwort #242 am: 27.08.2006, 23:53:16 »
Borthar kommt zu Brandon dazu. Ja dieser absurde Bastard war übermenschlich groß und hatte abnorme Kräfte. Hat uns ziemlich zugesetzt, aber... ihr seht selbst was von uns noch übrig ist. Habt ihr noch Verbände oder ähnliches für den Feldscher hier, den wir aufgesammelt haben? Ein fähiger Mann.

Der Tod

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[IC] Nächtliche Straßen
« Antwort #243 am: 28.08.2006, 14:08:12 »
Thormun schüttelt auf Borthars Frage wortlos den Kopf, dann wendet er sich Brandon zu.
"Wir haben vor der Kommandatur auch zwei von den Bestien niedergestreckt, wenn auch nur unter schweren Verlusten. Die beste Taktik gegen sie scheinen fähige Schützen in gedeckten Positionen zu sein, wenn man unvorbereitet auf so einen trifft sieht das schon anders aus...desweiteren..."
Dann nimmt der Oberst eine militärische Haltung an und blickt die vier Helden ernst an.
...desweiteren erwarte ich Euch alle vier Morgen früh auf dem Hofe der Kommandatur! Wirklich gute Arbeit, Söldner.
Bleibt fürs erste am Tor und haltet die Augen offen. Diese Schlacht ist zum Glück so gut wie geschlagen, also sammelt Eure Kräfte. Weggetreten."

Oberst Thormun nickt und marschiert dann ebenfalls mit zwei weiteren Soldaten in Richtung in Richtung Marktplatz davon und lässt die vier erschöpften "Söldner" auf dem düsteren, von Toten bedeckten Vorplatz zurück.
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Ank Neb Wajit

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[IC] Nächtliche Straßen
« Antwort #244 am: 28.08.2006, 17:37:52 »
Ank nickt nur bestätigend, als Thormun seine Ansprache beendet und die Szenerie verlässt. Die Mumie würde sich nur ungerne verraten. "Ich traue der Ruhe nicht," wagt sie schließlich leise einzuwerfen, "nicht dass unser...Sieg einfach erkämpft worden wäre, aber...vielleicht doch zu einfach."

Mißtrauisch schaut die Kemeterin auf das soeben noch knapp gerettete Tor. "Ich kämpfe für eine Stadt, von der ich zwei Tage zuvor nicht einmal erahnen konnte, wie sie aussehen mag, nur um Antworten zu finden, die sie nicht birgt? Nephtys, was hast du nur mit mir im Sinn?"

Brandon

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[IC] Nächtliche Straßen
« Antwort #245 am: 28.08.2006, 22:20:54 »
"Ich glaube nicht, dass der Sieg zu einfach erkämpft war: Nein, das war der größte Angriff, den Dreskan unbemerkt zustande bringen konnte, schon dass diese Truppe den Spähern entgehen konnte, ist eine gewaltige Nachlässigkeit. Ich denke, die wirkliche Belagerung wird morgen beginnen, und wir sollten einen ordentlichen Nachtschlaf mitnehmen, solange wir noch die Gelegenheit dazu haben. Lass doch die Stadtwache für eine Nacht ihre Aufgabe machen, nachdem sie die letzten Tage offensichtlich geschlafen hat.

Trotzdem werde ich, glaube ich, noch kurz bei dem Tempel vorbeigehen. Sie haben uns das Leben gerettet, da wil ich wenigstens sicher sein, dass ihnen nicht noch etwas passiert ist in den letzten Minuten des Kampfes.

Wie ist das, Euer Gasthaus ist ja abgebrannt, während unser Haus hofentlich noch steht. Wollt Ihr bei uns schalfen? Ich habe noch eine Decke dabei, in der ich mich zur Not auf den Boden legen könnte, dann wäre eine Hängematte für die Dame frei."
Er deutet eine spöttische Verbeugung in Anks Richtung an.
Die Götter helfen dem, der sich selbst zu helfen weiß.

Der Tod

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[IC] Nächtliche Straßen
« Antwort #246 am: 29.08.2006, 22:07:16 »
Doch Brandons Plan ist nicht durchführbar wie sich zeigt als die kleine Gruppe in die nächste Straße späht.
Aus Richtung des Marktplatzes dringt immer wieder abbebbender Kampflärm einzelner Scharmützel mit versprengten Dreskenern und die mehr oder minder gesicherten Straßen sind inzwischen hektisch und überfüllt. Löschtrupps welche zu brennenden Gebäuden eilen, Helfer und Angehörige die die Toten und Verwundeten zusammentragen und überforderte Stadtwachen welche versuchen Ordnung ins Chaos zu bringen - die Motivation der erschöpften Schar sich durch das heillose Gewühl zu kämpfen und im Dunkeln ihre Unterkunft zu suchen ist gleich Null.

Ein kalter, windiger Regen kommt vom Meer her auf und vermischt Dreck und Blut zu einer öligen braunen Masse welche das Pflaster des Vorplatzes verklebt, und so schlagen die vier ihr Nachtlager im ersten Stock des von der Stadtwache gesicherten Torhauses auf. Behelfsmäßig in löchrige Decken und nasse Umhänge gewickelt fallen die erschöpften Kämpfer in einen düsteren, traumlosen Schlaf. Auch die untote Ank hat es sich leidlich bequem gemacht und nutzt die Zeit um ihre Gedanken zu ordnen und das Erlebte zu reflektieren.
Gelegentliche Störungen durch hin und her laufende Soldaten können die Schlafenden nur selten wecken, die Anstrengungen waren groß und die Nacht neigt sich langsam dem Ende zu. In wenigen Stunden würde die aufgehende Sonne ihr Licht auf die Stadt Gerleth werfen und das Ergebnis des nächtlichen Überfalls enthüllen.
Aber immerhin können sich die vier glücklich schätzen einen weiteren Sonnenaufgang  erwarten zu dürfen. Viele andere, Gerlether Wachen, Dreskener Sturmtsoldaten, unbeteiligte Opfer, Söldner, hatten nicht so viel Glück. Wie auch der Halbelf Gwann welcher, von einem Großschwert brutal niedergehauen, sein Leben im Dreck einer Seitengasse ausgehaucht hat.

Nicht wenige Lebensfäden wurden in dieser Nacht durchtrennt, doch noch mehr werden weitergesponnen werden - und manche vielleicht sogar miteinander verknüpft...
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