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Autor Thema: Die ersten Opfer  (Gelesen 20309 mal)

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Iorondan Mercanor

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Die ersten Opfer
« am: 04.07.2006, 16:09:26 »
Prolog - 27. Merudin

Die Glocken läuteten.

Angefangen hatte eine der alten, noch aus dem vorletzten Jahrhundert stammenden Bronzeglocken oben im Schloss, und in Halifar war es nur leise zu hören gewesen. Dann hatte eine zweite Glocke im Schloss eingestimmt, dann die in der Kathedrale, es war immer weitergegangen – irgendwann dröhnte ganz Halifar, in jedem Turm, jedem Haus, schienen Glocken zu hängen und zu läuten. Die Einwohner Halifars hätten nie gedacht, dass es so viele Glocken in ihrer Stadt gab, doch es war nicht zu leugnen: Gong – Gong – GONG! ... über Stunden, ohrenbetäubend.

Der König war tot  - das war es, was die Glocken riefen, in tiefen, wiederhallenden Stimmen, der König ist tot, endlich seinem Alter erlegen, der König ist tot, wir haben keinen König, niemand sitzt auf dem Thron... immer und immer wieder riefen die Glocken es hinaus, erst in den schwülen, gewitterschwangeren Merudin-Tag und dann in die dunkle Nacht. Nur eine schmale Sichel erleuchtetete die gespenstisch, wie verlassen daliegende Stadt mit ihrem grünen, kränklich wirkenden Licht, Jular versteckte sein Antlitz, langsam erschienen einige Sterne – und immer noch läuteten die Glocken.

Der König ist tot.
Fire and Blood

Iorondan Mercanor

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Die ersten Opfer
« Antwort #1 am: 11.07.2006, 09:25:12 »
30. Merudin, am Abend - in dem Rasthaus "zum Eibenhain"

Ein langer und drückend heisser Sommertag neigt sich dem Ende entgegen. Schon seit Wochen ist keine Wolke zu sehen, nicht ein Tropfen fällt aus dem azurblauen Himmel. Die Eiben, von denen das ziegelgemauerte Wirtshaus seinen Namen hat beginnen Spuren der Trockenheit zu zeigen, und das Gras, das sich zwischen ihnen und bis zur gepflasterten Königsstrasse erstreckt hat eine bemitleidenswert braune Färbung.

Mittlerweile hat auch der in den letzten Tagen stetig wehende Ostwind (Auch hier, 300 Meilen landeinwärts noch mit einem leichten Salzgeruch – zumindest schworen das die Knechte des Eibenhains), der wenigstens ein wenig Erfrischung gebracht hat den Kampf gegen die Hitze aufgegeben, und in der schweren, stehenden Luft bewegt sich kaum jemand – selbst die Königsstrasse ist weitgehend verlassen, selbst die Pferde, die in dem halboffenen, aus dunklem Holz gebauten Stall des Rasthauses stehen bringen nicht einmal die Energie auf, zu schnauben, als ihnen ein stämmiger, schwitzender Knecht ihr Futter bringt.

In der Gaststube ist nur wenig Betrieb. Jelo, der Wirt,  ist ein grosser, dicker Mann mit einem roten, immer zu einem Lachen aufgelegten Gesicht und einer noch röteren Glatze, doch ein liebevollgepflegter blonder Schnauzbart und die blauen Augen, die, wenn Jelo lacht unter den runden Wangen fast verschwinden verraten den Nordmann. Er trägt ein kariertes, auffallend sauberes  Hemd und eine weiße, ebenfalls saubere Schürze, und wenn er einmal hinter der Theke, hinter der er meistens steht hervorkommt sieht man, dass seine Beine in bequemen grauen Wollhosen und seine Füße in ebenso bequemen Pantoffeln stecken.

Schon seit Menschengedenken, so scheint es, ist Jelo der Eigentümer des Hains, die große Gestalt, die hinter der Theke steht und liebevoll die Gläser (echte Gläser – der geliebteste Schatz Jelos) poliert ist für Generationen von Reisenden auf der Strasse eine feste Größe, jeder kennt ihn, und auch er kann sich an die meisten Gesichter und zugehörigen Namen erinnern.

Assistiert wird er derzeit nur von seiner Tochter Filara, einem jungen, wie der Vater eher kräftig gebauten Mädchen.

Derzeit ist es vor allem eine Handvoll freyscher Soldaten, die in ihren Kettenhemden und tiefgrünen Waffenröcken, mit einer silbern eingestickten stilisierten Brücke auf der Brust (Dem Wappen der Freys) fröhlich trinkend in einer Ecke sitzen und die Wirtsleute beschäftigen.  Sie zeigen den typischen, leicht anmaßenden Habitus, den so viele der Knechte und Soldaten der Freys von ihren Herren übernommen haben, rufen regelmäßig nach Wein – und Filara begrenzt kreative anzügliche Sprüche hinterher, die sie routiniert abwehrt oder ignoriert – offensichtlich ist das Mädchen im Schankraum großgeworden.

Deutlich weniger Aufwand bedeutet eine kleine Schar lokale Bauern, deren Stimmung eher deprimiert wird: Zwar ist das Getreide im Frühjahr prächtig gewachsen, doch jetzt droht die anhaltende Trockenheit die Ernte zu vernichten, eine Aussicht, die durchaus dazu angetan ist, dass man sich betrinkt, um es zumindest kurz zu vergessen.

Der einzige echte Reisende, der bis jetzt eingetroffen ist, ist ein Händler, der mit einem halben Dutzend Knechten, einem Gehilfen und drei Wagen nach Süden unterwegs ist. Die Knechte schlafen schon, erschöpft von einem langen Tag draußen bei den abgedeckten Wagen, und der Händler, an der korpulenten Figur, dem blassen Gesicht und knapp schulterlangen glatten schwarzen Haar als Rigunder zu erkennen, sitzt mit dem Gehilfen im Schankraum.

Die beiden scheinen fröhlich. Sie unterhalten sich leise, haben schon eine Flasche Wein geleert, arbeiten sich gerade durch die zweite und haben Firala ein Trinkgeld gegeben, das man von einem Rigunder nicht erwarten kann: Offensichtlich hatten sie eine erfolgreiche Geschäftsreise in den Norden.
Fire and Blood

Myriamel von Narsielm

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Die ersten Opfer
« Antwort #2 am: 11.07.2006, 12:29:13 »
Die junge Frau schreitet langsam die Treppe zum Schankraum hinab. Gekleidet ist sie in lockere, helle Kleidung, nur ihren schwarzen Wappenrock trug sie darüber, welcher sie als Ordensmitglied auszeichnete. Wie konnten diese Menschen nur diese Temperaturen aushalten?

Mit einem seufzen setzt sie sich auf einen der Stühle an einem leeren Tisch und zog ihn leise heran. Bald konnten sie diesen Ort hinter sich lassen und endlich in kühlere Gefilde aufbrechen, auch wenn ihr schon vor der Reise graute. Mit einer Hand winkte sie der Schankmaid um dann geduldig zu warten und sich ein hoffentlich kühles Bier zusammen mit ihrem Essen bringen zu lassen. Vielleicht konnte sie ja schnell genug Essen um ihrem Begleiter diesmal aus dem Weg zu gehen und das versorgen ihres Pferdes vorschieben zu können. Sicher, dies erledigten auch die Stallburschen, doch da sie selbst aus ihren Verhältnissen stammte machte es ihr nichts aus, auch wenn sie dies nicht offen sagte. Ausserdem war sie schon stolz, ein Pferd zu besitzen.

Seoman

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Die ersten Opfer
« Antwort #3 am: 11.07.2006, 13:36:23 »
Nachdem einige Augenblicke vergangen sind tritt von der Straße aus eine in schwarze Gewänder gehüllte Gestalt in die Gaststätte, leicht schlurfend begibt er sich, nachdem er einen kurzen Blick in die Runde geworfen hat, zu dem Tisch an dem die Schildmaid schon sitz.
Auf Simons Stirn sieht man die Schweißperlen herunter tropfen, anscheinend stammte Simon nicht aus diesen Breiten und war nicht an diese Temperaturen gewöhnt, aber kurz bevor er den Tisch erreicht hat, setzt er wieder sein selbstzufriedenes Lächeln auf, welches er immer gerne aufsetzt wenn er die Schildmaid sieht. "Einen schönen guten Abend meine liebste Schildmaid, wie ich sehe habt ihr auch diesen Tag der Hitze überlebt"
Sagt Simon während er sich setzt und sich ein Bier beim Wirt bestellt, indem er quer durch den Schankraum ruft:"Jelo, einen Krug kühles Bier, meine Kehle dürstet es nach einem kühlen Trunk."
Danach mustert er die Schildmaid erneut und meint dann zu ihr:"Ich kann es immer noch nicht verstehen dass ihr wirklich ein Ritter werden wollt, nunja jedem das seine". Breit grinsend wittet er sich dann seinem Krug und stürzt das kühle Nass seine Kehle hinab.
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Hrothgar

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Die ersten Opfer
« Antwort #4 am: 11.07.2006, 14:19:29 »
Kurz darauf wird die Tür erneut aufgestoßen, und durch das leuchtende Geviert des Türrahmens, einen Schwall heiße Merudinsluft mitbringend, betritt eine weitere, schlanke Gestalt die belebende Kühle des Gasthauses.
Erst als der Gast die Tür wieder hinter sich schließt und so das grelle Licht aus seinem Rücken nimmt lassen sich Einzelheiten erkennen: Eine braune Wildlederhose steckt in schmalen, hohen Schnürstiefeln, das weite, schwarze Hemd ist bis zur Brust geöffnet. Ein recht dunkler Stoppelbart überzieht das Gesicht von welchem nur das markante Kinn und ein leicht spöttisch wirkender Mund unter einer kräftigen Nasse zu erkennen sind, die Augenpartie wird von einem tief in die Stirn gezogenen, breitkrämpigen Hut überschattet.
Einen vollgestofter Rucksack mit angeschnalltem Bogen auf dem Rücken und ein kleines Waffenarsenal am breiten Gürtel schreitet der Mann langsam in Richtung Theke. Bei jedem Schritt klirren zwei Schwerter, eine kurzstielige Handaxt und ein schwerer, zweiköpfige Streitflegel an der Hüfte leise mit.
Ohne die anderen Gästen im Schankraum auch nur eines zweiten Blickes zu würdigen stellt  sich der schlanke Mann an die Theke und klopft langsam und bedächtig mit der Flachen und dreimal auf den Thresen.
"Heda, Herr Wirt."
Eine überraschend leise und nachdenkliche, beinahe sanfte, Stimme scheint dem Gast zu eigen zu sein. Kurz schüttelt der Mann mit einer nachlässigen Bewegung des rechten Arms den weiten Pluderärmel seines Hemdes zurück und streicht mit langen, feingliedrigen Fingern über das Holz während er auf den dicken Schankwirt wartet...
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Iorondan Mercanor

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Die ersten Opfer
« Antwort #5 am: 11.07.2006, 16:17:02 »
Der Hain ist bekannt für seinen tiefen, gemauerten Keller, und so ist das Bier, das die beiden Ritter nach kurzer Zeit von Filara in schäumenden Humpen serviert bekommen in der Tat kühl und erfrischend.

"Hier, wohl bekomm's! ! Wollt Ihr auch etwas essen?"" fragt das Mädchen.

Währenddessen mustert Jelo den schlanken Mann, der die Stube zuletzt betreten hat von oben bis unten, bevor er antwortet, trotz der knappen Anrede gut gelaunt und mit einem Lächeln: Hmm... Hrothgar war der Name, oder? Also, was darf's sein?" Dabei fährt er fort, ohnehin schon  blitzenden Gläser mit einem Tuch zu polieren - offensichtlich eine unbewusste Bewegung.
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Hrothgar

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Die ersten Opfer
« Antwort #6 am: 11.07.2006, 16:49:53 »
"So ist er immernoch, ja. Ein Bier, und..."
Hrothgar beugt sich etwas vor und streicht die Bartstoppeln wobei er eine Hand, wie zufällig über den Mund fahren lässt während er weiterspricht.
"eine Antwort: Sind potenzielle Kunden im Raum, du weißt wovon ich spreche...?"
Dann dreht sich der Kopfgeldjäger um, lehnt sich an den Thresen und lässt den Blick beiläufig, doch aufmerksam, durch den Raum schweifen. Dabei hat er den Kopf leicht in den Nacken gelegt, sowohl um unter dem breiten Hut besser sehen zu können als auch um die Antwort des Schankwirts zu hören.
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Iorondan Mercanor

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Die ersten Opfer
« Antwort #7 am: 11.07.2006, 16:59:47 »
Die freundliche Miene Jelos verfinstert sich ein wenig. Während seine Hände, anscheinend unabhängige Geschöpfe mit einem eigenen Willen einen Humpen - kein Glas, denn die Gläser sind für Wein reserviert - Bier zapfen, senkt er seine tiefe Bassstimme, die in einem normalen Gespräch Gläser zum klingen bringt  zu einem Murmeln und antwortet: "Nicht, soweit ich weiss - und wenn dem so wäre: ich will dich doch sehr bitten, Frieden zu halten in meinem Gasthaus. Unter Jelos Dach wird nicht gekämpft"! Mit einem Knall, ein wenig lauter als nötig, setzt er den randvollen Humpen vor den Kopfgeldjäger und sagt: "Hier, dein Bier. Das macht vier Kupferlinge, bitte."
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Hrothgar

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Die ersten Opfer
« Antwort #8 am: 11.07.2006, 17:23:09 »
Der Kopfgeldjäger verzieht den Mund zu einem spöttischen Lächeln.
"Keine Angst um deine teuren Gläser, mein Freund, ich bin nicht im Dienst..."
Er nimmt den Humpen und betrachtet ihn kritisch.
"Wenn ich Schaum will bestelle ich Schaum, ja, das tue ich...!" murmelt er leicht verärgert, legt dem Wirt aber dennoch vier Münzen auf den Thresen eher er mit einem Pusten den Bierschaum auf den Boden der Taverne schickt.
Hrothgar trinkt einen Schluck ehe er mit dem Humpen in der Hand langsam zu einem leeren Tisch schlendert. Nicht zufällig steht dieser direkt hinter den beiden Rittern des Nordsterns, die einzigen Leute im Raum die vielleicht etwas interessant sind...
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Myriamel von Narsielm

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Die ersten Opfer
« Antwort #9 am: 11.07.2006, 17:37:34 »
Die junge Frau nimmt erst einmal einen tiefen Schluck von dem Bier, die ganze Zeit über den Schurken keines Blickes würdigend, dann blickt sie langsam zu ihm auf.

"Das so etwas wie die erstrebenswerten ritterlichen Tugenden sich euren Augen verschliessen dachte ich mir schon lange, und ich bin mir gewiss das sie nicht die einzigen Dinge sind die ihr nicht erkennen könnt. Doch mache ich euch dies nicht zum Vorwurf, manche sind eben dazu geboren sich in den Schatten umher zu drücken..."

Kylmäveri Kaldor'ta

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Die ersten Opfer
« Antwort #10 am: 11.07.2006, 18:21:10 »
Kurz darauf ergießt sich ein neuer Lichtkegel aus der Türöffnung, in der nun eine weitere Gestalt ihren Schatten in den Raum wirft. Nachdem sie die Tür leise hinter sich geschlossen hat und sich zur Theke begibt, wird in ihr eine junge und ansehnliche, wenn auch ziemlich blasse Dame erkennbar. Sie trägt ihr langes, glattes, schwarzes, von einer langen Reise etwas zerzaustes Haar in einen hohen Pferdeschwanz zusammengebunden, ihre dunkelblauen Augen huschen suchend hin und her, wenngleich sie die Anwesenden auch nur knapp mustert.
Gewandet ist die Frau in einen schweren, eng geschnallten, mit Metallplatten und -streifen beschlagenen ledernen Mantel, mit dazu passenden robusten Reisestiefeln. Am Gürtel der Wanderin hängen links ein schlankes Langschwert, wahrscheinlich epithauxischer Machart, und rechts ein im gleichen Stil gehaltenes Kurzschwert sowie ein Beil mit kurzem Griff aus dunklem Holz; in die Scheide des Langschwertes sind zwei Dolchhalterungen eingearbeitet, die auch jeweils eine Klinge beinhalten. Geschultert trägt die Dame einen Rucksack, an dem von außen eine Mandoline angebracht ist. Die Kleidung der Neuangekommenen erscheint angesichts des Wetters furchtbar unpassend, tatsächlich lockert sie erleichtert die strammen schnallen an dem Mantel, sobald sie das Gasthaus betritt.
Sobald sie den Schankraum durchquert hat, nimmt sie an der Theke platz und wendet sich an den Wirt, erschöpft aber freundlich lächelnd. "Einen guten Tag, Herr Wirt. Hättet Ihr etwas erfrischendes einer müden Reisenden anzubieten?"

Seoman

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Die ersten Opfer
« Antwort #11 am: 11.07.2006, 18:34:42 »
Auf die Anfrage der Wirtstochter nicke ich nur.

Genüsslich lässt er die Worte der Schildmaid auf sich eingehen, nachdem er dem Wirt per Handzeichen um ein weiteres Bier gebeten habe, streicht er sich über den kurzen Kinnbart und sage dann:"Es ist wahrlich für mich keine Tugend in die Reihen eines Verbandes von Rittern einzutreten, in dessen Diensten mein Bruder verschwunden ist, und der Orden sich diesem Anliegen verschlossen hat, trotzdem bin ich den Rittern dankbar. Doch sehe ich es so, dass ich den Bürgern auch durch andere Dienste Abhilfe schaffen kann und dazu nicht mit Ritter mit von und zu angesprochen zu werden, obwohl dies mir wahrscheinlich zustehen würde, nunja dies ist eine andere Geschichte". Bei diesen Worten verdüstert sich seine Minie, anscheinend haben der Alkohol, denn das Bier war anscheinend nicht das erste an diesem Tag, und die vorgerückte Stunde, dem ansonst immer gut gelaunten Simon zugesetzt.

Aber einige Augenblicke hat er sich auch schon wieder gefangen, neugierig Fragt er die Schildmaid "Sagt mir nur eins, was ist für euch der Reitz in die Reihen der Ritter einzutreten? Zum teil banale Dinge wie Ruhm und Ehre und vielleicht noch der Reichtum oder habt ihr höhre Ziele als dies? Man sagte mir einst nur Person mit einem reinen Herzen und Lebensweise, wäre der Weg offen zum Rittertum?
Außerdem, würde ich gerne wissen ob ihr irgendwelche Neuigkeiten erfahren habt, irgendetwas ist im Wandel in diesem Land, doch noch weis ich nicht was?"


Nachdem er dies gesagt hat wendet er seine Augen flüchtig den Neuankömmlingen zu, besonderes Augenmaß legt er auf ihre Bewaffnung und womögliche Stärke im Kampf.
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Myriamel von Narsielm

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Die ersten Opfer
« Antwort #12 am: 12.07.2006, 01:05:13 »
Die Schildmaid zuckt nur mit den Schultern. Dann redet sie leise, sich etwas vorneigend zu dem Mann, ab und an sich nur unterbrechend um ihre Lippen zu befeuchten.

"Was Neuigkeiten angeht, so bin ich genau so klug wie ihr. Immerhin reisen wir schon seit geraumer Zeit zusammen und seit wir hier heute morgen angekommen sind habe ich mein Zimmer kaum verlassen und mit niemandem geredet. Ihr habt jedoch recht, irgend etwas liegt in der Luft.

Was meine Ziele angeht... Nun, Ruhm und Ehre sind selbstverständlich erstrebenswert, wenn sie doch an sich Nebenprodukte eines ritterlichen Lebenswandels sind... Und ich gebe zu das auch die Aussicht, wohlhabend genug zu seinem um niemals hungern zu müssen einen gewissen Reiz hat. Allerdings, und dies ist wohl wieder eine der Sachen die ihr nicht begreifen werdet, liegt der wahre Reiz des Weges des Ritters in ihm selbst. Allein schon wie ein Ritter zu leben und seine Tugenden zu vertreten ist etwas, das ich als erstrebenswert betrachte. Ein wahrhaftes Leben, nach Traditionen geführt die stark und mächtig genug sind das sie sich ins volle Licht stellen können um für das Recht zu streiten ist mehr wert als jeder Ruhm der dabei entsteht.

Was euren Bruder angeht... so weiss ich nichts. Ausserdem... bin ich eh noch keine Ritterin und werde es vielleicht niemals sein. Wer weiss was die Zukunft bringt, vielleicht liegen wir morgen schon mit Armbrustbolzen im Hals im Strassengraben. Lasst uns diesen Streit begraben... Unsere Reise ist nicht mehr lange und wir werden vielleicht danach auseinander gehen. Wendet euren Groll nicht gegen mich oder die Ritter des Nordsterns, sondern sucht lieber die waren Schuldigen, die mit eurem Bruder zu tun haben. Was ist denn mit ihm geschehen, wenn ihr sagt er verschwand in.. unserem Dienst?"

Hrothgar

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Die ersten Opfer
« Antwort #13 am: 12.07.2006, 02:09:24 »
Hrothgar blickt interessiert auf als die schwarzhaarige Reisende den Raum betritt. Den Hut etwas ins Gesicht ziehend beoachtet er sie aus dem Augenwinkel.
'Was haben wir denn hier? Eine Eisblume bei diesem Wetter...solche Frauen zerschmelzen einem förmlich auf der Zunge...wie alt sie wohl ist...wahrscheinlich schon ein bisschen alt, aber...'
Behände springt der Kopfgeldjäger auf und schlendert gelassen, aber rasch, zum Objekt seiner Interesse hinüber.
Er begrüßt die junge Frau mit einem knappen hochschieben seines Hutes während er sich neben sie an den Thresen lehnt.
"Lange Tage und angenehme Nächte wünsche ich Euch, meine Gute, ja, das tue ich!"
Hrothgar dunkle, ruhige Stimme hat einen amüsierten Unterton gewonnen, und sein stoppelbärtiges Grinsen ist wohl am besten mit "anzüglich" zu beschreiben.
"Darf ich Euch Einladen?"
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Seoman

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Die ersten Opfer
« Antwort #14 am: 12.07.2006, 08:40:52 »
Simon leert auch das nächste Bier auf die selbige Weise wie den Krug davor, nachdem er sich den Schaum vom Mund gewischt hat sagt er:"Ich werde nie einen Groll gegen die Ritter hegen können, da sie mich aufzogen. Jedoch kann ich es einfach nicht vergessen das mein Bruder auf immer verschollen sein soll, so lange ich seine Leiche nicht zu Gesicht bekommen habe werde ich weiter nach ihm suchen, die letzten Lebenszeichen von ihm fand ich vor knapp 1 1/2 Sonnenwenden, und das obwohl er schon seid über 5en vermisst wird.
Ihr habt recht wir sollten in Frieden auseinander gehen, also lasst uns noch einige Krüge leeren und dann in die Betten sinken."


Für Simon dürfte eine solche Aussage nicht sehr typisch sein, weshalb die Schildmaid einigermassen verwundert sein dürfte. Aber nach der Bestellung des nächsten Bieres kehrt langsam wieder Simons optimistische Art wieder zu ihm zurück:"Ich werde ihn finden, nunja vielleicht finde ich ja noch wen mit dem ich nachher würfeln kann."
Mit einem schelmischen Grinsen auf den Lippen schaut er sich nach möglichen Opfern um.
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