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Autor Thema: Späher  (Gelesen 14441 mal)

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Tharon

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Späher
« am: 23.03.2004, 21:57:12 »
 Langsam bewegen sich die beiden Späher durch den Wald. Da sie sich leise bewegen wollen, kommen sie langsamer vorran. Die Zeit, von der so wenig zu Verfügung steht, vergeht viel zu schnell. Tharon hat mittlerweile seinen Kampfstab mit dem Riehmen, den er über die Schulter und diagonal über den Oberkörper trägt, befestigt. Ohne ihn großartig zu behindern, ragt der Stab gerade eben über den Kopf hinaus, was aber beide Hände freimacht.
Geschickt bewegt er sich durch den dichten Wald. Das wenige Unterholz scheint den plötzlichen und starken Schneefall nicht besonders gut vertragen zu haben, doch hindert es so oder so nicht weiter am Vorankommen.
Hin und wieder versichert der Erenländer sich, dass der Abstand zu seinem schweigsamen Begleiter nicht zu groß wird. Verlaan scheint hier vollkommen in seinem Element und obwohl auch Tharon sich geschickt durch die Schatten des Waldes bewegt, ist ihm der Jäger ein immer ein Stück vorraus.

Verlaan

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Späher
« Antwort #1 am: 24.03.2004, 00:01:28 »
 Mit leise knirschenden Schritten bewegt Verlaan sich leicht voraus und wirft selten einen Blick zurück, um zu prüfen, wo sich Tharon aufhält. Mit allen Sinnen untersucht er die Umgebung und je näher die beiden Männer Falkenmond kommen, desto aktiver wirkt Verlaan. Er versteht es, die Deckung des Waldes geschickt zu nutzen und seine Bewegungen so minimal wie möglich ausfallen zu lassen, dennoch hat Tharon Verlaan noch nie so lebendig gesehen. Es ist beinahe als wäre ein Last von seinen Schultern genommen, jetzt, da er fast allein auf Kundschaft ist, die Drohung einer Orkpatrouille immer vor Augen.
Schließlich naht das Dorf und leise sind Geräusche zu vernehmen, hier und da kann man durch die Bäume schon einen Eindruck von den Gebäuden gewinnen und scheinbar sind Coshs Worte nur zu wahr. Ein Geruch von Rauch liegt leicht in der Luft und flackerndes rot-orangenes Licht deutet auf Feuer hin.

Speren

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Späher
« Antwort #2 am: 24.03.2004, 08:52:10 »
 Unverhältnismäßig ruhig liegt das Dorf vor den beiden Männern.
Es ist kein Laut zu vernehmen, nur ab und an ein Knacken, wenn ein Stück Holz im Feuer bricht.
Die Männer können erkennen, dass es lediglich zwei Häuser sind, die brennen und Verlaan erkennt in einem das Lagerhaus, in dem er schon einmal zusammen mit Sigfus gewesen ist. In unregelmäßigen Abständen ist ein rotes Licht in einem Haus am Ortsrand zu sehen, einem Signal gleich.

Von Leben ist keinerlei Spur zu entdecken.....

Verlaan

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Späher
« Antwort #3 am: 24.03.2004, 14:45:06 »
 Vorsichtig bewegt Verlaan sich weiter und mit jedem Schritt läßt sich das Dorf besser einsehen. Das leise Knacken und Knister der Feuer ist nun deutlich zu hören, doch scheinbar regt sich sonst nichts. Schritt um Schritt wandern die beiden Späher weiter, um zwischen den Häusern möglichst einen Blick auf den Dorfplatz erhaschen zu können. Besonderes Augenmerk gilt dabei auch dem Signal. Immer wieder wandert der Blick zum Haus, aus das jenes hervor kommt, auf der Suche nach Bewegungen hintern den Fenstern. Auch die Fenster anderer Häuser entgehen den Blicken von Tharon und Verlaan nicht, während sie noch rätseln, was im Dorf vorgefallen sein mag.

Tharon

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Späher
« Antwort #4 am: 24.03.2004, 23:46:16 »
 Leicht geduckt geht Tharon ganz langsam und so leise er kann zwischen den Häusern her. Er bleibt immer in der Nähe Verlaans, immer wieder wirft er einen Blick nach hinten, wenn seine Augen nicht gerade den Boden vor ihm absuchen. Als er an einem Fenster vorbeikommt, stellt er sich mit dem Rücken zur Hauswand, wirft dann schnell einen Blick ins Innere des Gebäudes, bevor er seine alte Position wieder einnimmt. Geduckt schleicht er unter dem Fenster her, weiter durch die enge Gasse, die die Häuser bilden. Auch ihm ist das Signal nicht entgangen. Gerade das unregelmäßige Flackern scheint ihn zu irritieren. Doch zuerst gilt es sich einen Überblick zu verschaffen und so schleicht er weiter, zusammen mit dem Jäger in Richtung Dorfplatz.

Speren

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Späher
« Antwort #5 am: 25.03.2004, 02:22:58 »
 Während die beiden Männer  durch das Dorf schleichen, hören sie immer noch nichts weiter als das Prasseln des Feuers.
Als sie sich jedoch immer mehr dem Marktplatz nähern, erkennen sie schon aus der Ferne, dass neben den beiden Gebäuden dort auch etwas brennen muss, da deutlich Feuerschein zu erkennen ist.

Auch etwas anderes scheint in der Luft zu liegen. Zuerst ist es nicht den beiden nicht bewusst, als ihnen auf einmal mit erschreckender Klarheit bewusst wird, was es ist:
In den Geruch des verbrannten Holzes mischt sich der beissende Gestank von verbranntem Fleisch. Den Spähern läuft mittlerweile der Schweiss über den Körper, sowohl von der Anstrengung, wie auch wegen der Ungewissheit, was sie erwartet.

Als sie schliesslich auf den Marktplatz schauen können, bietet sich ihnen ein grausames Bild. Der Markt ist vollkommen zerstört und in der Mitte sind drei Holzkreuze aufgebaut worden, die lichterloh brennen. In der schemenhaften Szenerie erkennen die beiden, dass irgendetwas an den Kreuzen hängt....vielleicht ein Mensch. Aber Details können sie nicht ausspähen; vielleicht ist es auch besser so....

Tharon

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Späher
« Antwort #6 am: 25.03.2004, 03:48:41 »
 Fast instinktiv fährt ein Schaudern durch Tharon's Körper, als sich ihm dieses Bild des Schreckens bietet. Für einen kurzen Moment scheint es, als wolle er loslaufen, vielleicht in der Hoffnung noch helfen zu können. Als er den ersten Schock überwunden hat, besinnt er sich jedoch und hockt sich hin. Zorn und Anspannung sprechen aus seiner Miene. Mit einer Hand streift er sich die vom Schweiß nassen Strähnen aus dem Gesicht, und schaut sich dann gewissenhaft, ja fast wieder ruhig um. Weder der matschige Boden noch die andauernde Kälte machen sich in seinem Verhalten bemerkbar. Zu groß scheint die Anspannung. Zu nah die drohende Gefahr.
Die Szenerie des Dorfes, in welchem sich kein Bisschen Leben zeigt, behagt ihm sichtlich nicht. Nachdem er die Umgebung abgesucht hat, widmet er sich dem Boden. Die Spuren sind deutlich zu erkennen und anscheinend über den ganzen Platz verteilt. Tharon gibt sich allerdings mit einer kleinen Kostprobe ganz in der Nähe des Hauses zufrieden. Plötzlich erstarrt er und hebt den rechten Arm kurz an, als wolle er Verlaan zur Ruhe anhalten. Das wäre nicht nötig gewesen, da dieser so oder so nicht zu hören ist. Wie gebannt verharrt der Mann in seiner abgehockten Haltung und lauscht. Dann dreht er sich um und schleicht, immer noch in seiner dem Boden nahen Haltung zu Verlaan. So leise wie möglich flüstert er zu ihm.

Ein Wimmern. Ganz kurz. Woher, kann ich nicht sagen.

Er deutet auf die deutlichen Spuren auf dem Platz.

Sie könnten noch hier sein.

Dann wirft er noch einen Blick über den Platz und lauscht erneut kurz. Wieder zu Verlann gewandt, fährt er flüsternd fort.

Sieht nach einem Verhör aus.

Er muss sich sichtlich beherrschen, um diesen Satz nicht lautstark zu untermalen und so seiner Wut Ausdruck zu verleihen.

Lass uns zurückkehren. Sonst laufen wir Gefahr entdeckt zu werden. Später müssen wir so oder so das Dorf betreten. Jetzt wäre es sinnlos.

Auf eine Antwort wartend, behält Tharon weiterhin das Dorf im Auge.
 

Verlaan

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Späher
« Antwort #7 am: 25.03.2004, 16:01:17 »
 Als die brennenden Kreuze in Sicht kommen, erstartt Verlaan förmlich und rührt sich für eine Weile nicht vom Fleck. Dann jedoch folgt eine ruckartige Bewegung  - als wenn er sich losreißen müsse - nach der er sich wieder gewohnt verhält. Mit einer ruhigen Bewegung streift er die Kapuze aus dem Gesicht, Schweiß läuft durch sein dreckig wirkendes Gesicht. Unbewußt wischt er sich mit dem Arm durchs Gesicht und untersucht dann genaustens die Spuren. Tharons leise Worten lassen ihn kurz aufschrecken, dann nickt er jedoch nur. Ohne ein Wort zu sagen, deutet er auf den nahen Waldrand und beginnt den Rückzug, Tharon stets hinter ihm.
Endlich erreichen die beiden Männer schützes Gebüsch und Augenblicke später hält Verlaan inne, um kurz mit Tharon zu sprechen. Seine Stimmte ist dabei völlig gefühllos, hastig formuliert er die Worte:

Geht ihr zum Treck zurück, schickt die Leute hierher. Ich werde meine Augen offen halte, um euch notfalls vor Gefahren zu warnen. Wenn noch Diener des Schatten in diesem Dorf sind, dann sind sie entweder sehr wenige oder aber der Hauptteil lagert nahe bei. Die armen Seelen, die da draußen gefroren haben, müssen in dieses Dorf, ist ihre einzige Chance. Niemand sollte ihnen offen helfen, wir müssen alles so verborgen wie möglich bleiben, dann steigt die Chance, daß sie alle mit einem großen Schrecken und vielleicht ein paar gebrochenen Knochen davon kommen, schlimmstenfalls sterben ein paar, aber nicht alle.

Während er spricht, legt Verlaan seine Hand auf Tharons Schulter und schaut diesem direkt ins Gesicht. Vor allem leere Kälte fällt Tharon dabei auf, das Fehlen von Mitleid, Angst, Wut oder Trauer. Schließlich, als er alles gesagt hat,  gibt er Tharon einen aufmunternden Anstoß:

Geht, eilt euch!

Tharon

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Späher
« Antwort #8 am: 25.03.2004, 20:12:39 »
 Nachdem Verlaan ausgesprochen hat, schaut ihn Tharon stumm an. Von seinem Äußeren her ist schwer zu sagen, was ihn genau vom Sprechen abhält. Dann jedoch antwortet er knapp:

Seid vorsichtig! Ich werde mich sputen.

Wahrscheinlich gefällt ihm die Sicht des emotionslosen Mannes nicht, doch, wie es scheint, hat er nichts zu erwidern. Zuviel Wahrheit steckt in seinen Worten.
In einer lockern Bewegung zieht Tharon wieder den Stab von seinem Rücken und hebt im Umdrehen noch einmal kurz die Hand, allerdings ohne Verlann dabei noch ins Gesicht zu schauen. Die eigentlich Gefahr nun im Rücken wissend, beschleunigt er seine Schritte, sobald er den Wald betreten hat und macht sich auf den Weg zurück zum Trek.
 

Tharon

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Späher
« Antwort #9 am: 26.03.2004, 01:30:57 »
 Tharon will keine Zeit verlieren, soviel ist sicher. Mit großen Schritten durchschreitet er den Wald, ja er läuft fast. Jegliche Vorsicht scheint vergessen, er wirkt geradezu in Gedanken versunken. Der Weg, den er und Verlaan zun Dorf hin gewählt hatten, ist ihm in Erinnerung geblieben, leichter Schnee und ein wenig Unterholz bieten immer noch gute Bedingungen, um schnell diese Strecke zu bewältigen. Sein Blick verrät, dass er anscheinend etwas hin- und her gerissen von dem Erlebten ist. Ganz leise kann man ihn für einen Augenblick fluchen hören. Wem dieser Ausdruck der Abneigung galt, weiß wohl nur der Mann selbst, der sich immer weiter dem Treck nähert. Seine zeitweise Achtlosigkeit rächt sich jedoch einige Augenblicke später. Leises knacken von Ästen ist zu hören. Es dauert einen Augenblick, bis Tharon die Geräusche wahrnimmt, dann jedoch kniet er sich gewandt hinter einen Baum und versucht sogleich den Ursprung auszumachen. Mit angehaltenem Atem lauscht er – nur kurz – denn dann muss er der Anstrengung nachgeben und atmet schnell, schneller als es ihm in dieser Situation vielleicht lieb ist, mehrmals kräftig aus und ein. Sofort bilden sich kleine Wolken aus dem an der kalten Luft des erst vor kurzem hereingebrochenen Winters kondensierenden Atem. Langsam wird die Atmung flacher, regelmäßig. Weiter ist aus kurzer Entfernung das vereinzelte Knacken der Zweige zu hören. Dann folgt Stille. Nur das leise Spiel des Windes zwischen den Bäumen. Sekundenlang passiert nichts. Langsamer als vorher sind nun die Schritte auch im Schnee zu hören. Man hört, wie der Schnee nachgibt, dann ein leises rascheln. Tharons Blick fällt auf ein kleines Gebüsch, keine zehn Meter von seinem notdürftigen Versteckt entfernt. Nunmehr sind die Geräusche eindeutig dieser Richtung zuzuordnen. Immer noch steht ihm der Schweiß auf der Stirn, trotz der Kälte. Oder vielleicht gerade deswegen, denn seine Kleidung aus dickem Stoff ist als Schutz vor selbiger gedacht. Unter Anstrengungen wie diesen gäbe es bestimmt angebrachtere Kleidung. Sein leicht von der Kälte und dem schnellen Schritt gerötetes Gesicht ist von kleinen Schweißperlen überseht. Nur kurz wischt er mit dem Ärmel über die Stirn und die Augen, langsam und nahezu geräuschlos. Dann geht er weiter hinter dem Baum in Deckung. Das Gebüsch immer noch im Blickfeld, wartet er ab.
Wahrscheinlich unbewusst schließen sich seine Hände fest um den Stab. Und wieder ist Stille eingekehrt. Durch das Gebüsch hindurch ist nichts zu erkennen, schwer zu sagen, ob ein Fehlen des Schnees, mit welchem es bedeckt ist, daran etwas ändern könnte. Wieder vergehen Augenblicke nahe der Lautlosigkeit. Ohne Anhaltspunkte, was ihn in den nächsten Augenblicken erwartet, verharrt Tharon einfach in seiner Position. Plötzlich sind wieder Geräusche zu hören. Viel weiter weg, aber aus der gleichen Richtung. Mindestens ein paar Dutzend Gliedmassen bahnen sich schnell ihren Weg durch den Wald. Äste brechen, man kann förmlich hören, wie der verschneite Boden aufgewühlt wird. Direkt vor Tharon herrscht immer noch Ruhe. Bereit jeden Moment aufzuspringen oder aber auch noch lange in seiner bescheidenen Deckung auszuhalten konzentriert sich der Erenländer auf seine Sinne.
Wie aus dem Nichts heraus bricht das Gebüsch vor ihm auf, jede Gegenwehr des dicht gewachsenen Strauchs scheint zwecklos. Mit einem Mal ist er komplett vom Schnee befreit und es springt panisch ein Tier heraus. Ein junges Reh. Es wirkt leicht abgemagert, ist jedoch zu schnell, als dass man einen genauen Blick erhaschen könnte. Nun sind auch die anderen Geräusche nicht mehr zu überhören. Eine Mischung aus schnellen Schritten und eine Art Hecheln. Dann springen links und rechts neben dem Gebüsch die Verfolger hervor. Es sind fünf Wölfe. Ihr dunkelgraues Fell bildet einen Kontrast zu dem weißen Boden des Waldes. Schaum tritt über aus den Mäulern der Jäger hervor. Auch sie wirken alles andere als wohlgenährt. Ihrem Opfer dicht auf den Fersen sprinten sie an dem sich versteckenden Mann vorbei. Hunger, vielleicht sogar daraus folgende Verzweiflung scheint auch die Sinne dieser Tiere zu vernebeln.
Wenige Atemzüge später kehrt die Stille, die diesen Wald friedlich macht, ihm seine Unheimlichkeit verleit, wieder zurück. Mit einigen tiefen Atemzügen überwindet Tharon den Schrecken, den diese Situation mit sich brachte. Nichts außer einer aufgewühlten Schneedecke und einem Busch, ganz frei von dem Pulver zeugt noch von dem eben Geschehenen. Zügig richtet er sich auf und geht, die ersten Schritte langsam und vorsichtig, weiter auf dem von ihm eingeschlagenen Pfad. Die Abwesenheit und Unachtsamkeit, welche ihn leicht hätte in eine brenzligere Lage hätte bringen können, scheint wie weggewischt. Alle Sinne auf die Umgebung gerichtet, lässt er es an Tempo jedoch nicht mangeln. Ob das Reh nun letztendlich Opfer seiner Verfolger wurde, bleibt Vorerst ein Geheimnis, dass der Wald, wie viele andere, zu behüten weiß.
Sicher findet Tharon seinen Weg, diesmal allein. Ausdruckslos richtet der Mann sein Gesicht dem leichten Wind entgegen, der jedoch wieder an Stärke zunimmt. Langsam wird er stärker, da weniger Bäume ihn an seinem monotonen Werk hindern. Das Ende des Waldes ist erreicht.
 

Tzelzix

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Späher
« Antwort #10 am: 31.03.2004, 18:21:53 »
 Nachdem Tharon aufgebrochen ist, positioniert sich Verlaan zunächst ruhig am Rand des Waldes, um noch ein wenig länger Ausschau nach Aktivitäten zu halten. Fast eine Ewigkeit harrt er still aus, um keine Aufmerksamkeit zu erregen und laßt seine Instikte und Sinne bestimmen. Schließlich jedoch, beginnt er leise durch das Unterholz zu schleichen und die Gegend nach Spuren abzusuchen. Bedächtig betrachtet er Äste, den unberührten Schnee, der den Waldboden bedeckt und auch immer wieder das Dorf Falkenmond und seine Häuser.  Soweit der Wald ihn deckt, umrundet er das Dorf und versucht herauszufinden, ob sich noch jemand in der Nähe aufhält.

Trasthar

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Späher
« Antwort #11 am: 31.03.2004, 23:01:01 »
 Die Tür der Schenke öffnet sich langsam, als Trasthar mit eingezogenem Kopf aus dem dunklen Schankraum ins Freie tritt. Als der grossgewachsene Dorn sich aufrichtet und seinen Blick über den Marktplatz schweifen lässt, ist das Feuer der brennenden Kreuze schon fast erloschen. Mit fast trauriger Miene starrt er die Zurschaustellung Orkischer Abartigkeit an, bis er sich mit einem Kopfschütteln in Bewegung setzt. Als er sich mit langen Schritten den brennenden Kreuzen nähert steigt Trasthar der Geruch verbrannten Fleisches in die Nase, und er verzieht das Gesicht vor Ekel. Er widersteht dem Drang, die Hand vor Mund und Nase zu drücken, und breitet stattdessen die schwere, graue Wolldecke aus, die er bei sich trägt. Ohne zu zögern wirft er sie über das erste Kreuz, als er es erreicht , und erstickt so die letzten Flammen. Als er die Decke wegzieht, um sich dem nächsten Kreuz zuzuwenden, schlägt ihm eine dicke Rauchschwade entgegen, die den grossen Mann hustend zurückweichen lässt. Trasthar hält einen Moment inne, starrt den Boden vor sich an und atmet tief ein und aus, bis er schliesslich ausspuckt und sich wieder den Leichen zuwendet. Er löscht die Feuer nacheinander, und achtet diesmal genauer auf seine Bewegungen. Als er fertig ist geht er vor dem mittleren Kreuz in die Hocke und breitet die Decke auf dem Schnee aus, die vor Ruß schmierige Seite nach oben. Langsam erhebt sich der Dorn, geht näher an die schwarzen Leichen heran und greift dann prüfend an die Handgelenke eines der Toten, um die Metalldornen, die zur Befestigung der Männer dort durch ihr Fleisch in das Holz geschlagen wurden, zu prüfen. Mit einem kräftigen Ruck zieht er den ersten Nagel aus dem Kreuz, was den Leichnam vornüberkippen lässt. Eilig zieht Trasthar auch den zweiten Nagel heraus, um den Toten danach aufzufangen und behutsam auf die Decke zu legen. Nachdem er die anderen Körper auf die Decke legen konnte schlägt er die Enden zusammen, und hebt den Beutel über die Schulter.

Trasthar schaut sich einen Moment lang um, um dann wieder auf das Gasthaus zuzustapfen, aus dem er gekommen war. Trotz der Kälte ist sein Gesicht nassgeschwitzt als er die Decke vor der Tür der Schenke ablegt. Der grosse Mann lauscht einen Augenblick in die Nacht, bis er die Arme ausstreckt und sich langsam umdreht, als ob er den Häusern etwas zurufen wolle.

“Hier sind eure Toten, Bürger von Falkenmond. Kommt aus euren Verstecken und beerdigt sie, wie sie es verdient haben.“

Speren

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Späher
« Antwort #12 am: 31.03.2004, 23:53:50 »
 Das laute Rufen des Dorn ist wie ein Donnerschlag in der Ruhe, die vorher herrschte. Seine Stimme ist weit zu hören, aber in den ersten Momenten, nachdem er wieder verstummt ist, legt sich die Stille wieder über das Dorf.

Doch kurze Zeit später werden tatsächlich zaghaft die Türen einiger Häuser geöffnet und einige Menschen treten auf den Platz. Stumm gehen sie zu den Leichen, das Grauen und Entsetzen ist ihnen ins Gesicht geschrieben.

Irgendwann gehen zwei Männer auf die in die Decke  gehüllte Leiche zu undtragen sie stumm in ein Haus. Eun unterdrücktes Schluchzen ist zu vernehmen. Weitere Hände bemühen sich nun, auch die anderen Körper zu bergen.

Cosh

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Späher
« Antwort #13 am: 01.04.2004, 12:23:19 »
 Kurz nachdem der Hüne die Kreuze gelöscht hat und seine Aufforderung an die Bewohner Falkenmonds gemacht hat tritt aus einem Schatten der Häuser nahe des Dorfrandes plötzlich eine groß gewachsene Gestalt, gehüllt in einen dicken Fellmantel, die scheinbar dort gelauert hat, um den Dorfplatz zu beobachten. Das Gesicht des Mannes ist halb von einem dunkelbraunen Schal verhüllt, sodass nur dessen Augen hervorlugen.

Einige Augenblicke lang beobachtet der Mann die ganz Szenerie und sein Blick mustert einzelne Bewohnern, die behutsam und voller Abscheu die verkohlten Leichen von dannen tragen. Zaghaft setzt er sich sodann in Bewegung und nähert sich dem Ort an dem die Kreuzigung stattgefunden hat. Dort angekommen blickt er sich ein weiteres Mal um, dreht sich dann auf dem Absatz herum und marschiert zielstrebig in Richtung Taverne.

Als er sich der Tür des Gasthauses nähert, nickt er dem Hünen freundlich zu, während er Kapuze und Schal abnimmt und drückt sich zur Tür hinein in die Stube. Kaum hat er den ersten Schritt hinein getan, beginnt er an den Halterungen seines Rucksacks zu hantieren und diese vorsichtig zu lösen.
An der Theke macht er Halt, stellt seine Gepäck am Boden zu seinen Füßen ab und blickt sich mehrmals um, ob er irgendwo Lisa oder den Wirt des Gasthauses ausfindig machen kann.

Trasthar

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Späher
« Antwort #14 am: 06.04.2004, 18:38:04 »
 Trasthar beobachtet die Bewohner still, bis der letzte Leichnam von der Decke gehoben und von zwei blonden Männern weggetragen wird. Er geht zu der Decke, hebt sie auf und schlägt sie aus, wobei schwarzer Ruß und Dreck den zertrampelten Schnee vor dem Gasthaus dunkel färben. Als der vermummte Mann an ihm vorbeigeht hat der Dorn nicht mehr als einen flüchtigen Blick für ihn übrig, während er die Decke zusammenrollt und unter seinen Arm klemmt. Gleich danach geht er mit langen Schritten an dem Gasthaus vorbei in Richtung Waldrand, ohne sich nochmal umzublicken.  

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