Autor Thema: Navariels Kathedrale der Gedanken  (Gelesen 2198 mal)

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Tex

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Navariels Kathedrale der Gedanken
« am: 17.06.2007, 12:35:32 »
Alles, was hier geschieht, ist nur für Navariel bestimmt.
And the rain tossed about us, in the garden of the world,
But a flame arrives to guide us, cast in gold between the anvils of the stars.
- Caliban's Dream

Navarìel

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Navariels Kathedrale der Gedanken
« Antwort #1 am: 19.06.2007, 20:40:35 »
Dort war sie wieder, dieses riesige Gebäude, beinahe vollständig aus Glas mit nur wenigen Steinsäulen, die das Gewicht trugen.
Die Flügeltore öffneten sich Navarìel als sie noch zehn Schritt davon entfernt stand.

Dahinter - das wusste sie - lagen die Bücher des von ihr gesammelten Wissens. Das Wissen ihrer Ausbildung. Beinahe wortgetreu den Büchern entnommen, welche sie in ihrer Ausbildung in die Hände bekam.

Irgendwo hier würde sie fündig werden. Und dennoch war es bereits ein aufregender Tag für sie. Sie wollte nicht mehr so viel Kraft investieren. Aber sie hatte es ihren Freunden versprochen. Mit wenigen Schritten war sie beim ersten Bücherregal.
Suchend überflogen ihre Augen die Buchrücken. Das Buch, in welchem auch die Verderberlibelle abgebildet war. Es musste irgendwo hier sein. Entweder in diesem Regal oder dem gegenüberliegenden.
Sie hoffte, darin auch etwas über weitere Kreaturen des Verderbens zu finden.
Oder ein anderes Buch - schließlich hatte sie viele Bücher gelesen - woraus sie den anderen über die Gefahren des Bösen berichten konnte.

Tex

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Navariels Kathedrale der Gedanken
« Antwort #2 am: 20.06.2007, 08:37:16 »
Navariel versank völlig in den Tiefen ihrer Bibliothek. Hier irgendwo musste doch dieses eine Buch sein. Sie sah es im Geiste fast schon vor sich: Es war ein Reisebericht eines Monachen, der durch Europa gereist war, um einen umfassenden Bericht über die Traumsaatkreaturen zu verfassen. Navariel erinnerte sich noch genau, wie ihre Ausbilder in Prag das Werk als das umfassendste bezeichneten, dass jemals zum Thema Traumsaat geschrieben wurde. Doch der Titel wollte ihr partout nicht einfallen, und so suchte sie weiter in den Bücherregalen ihrer Kathedrale, hier einen Buchrücken überfliegend, dort ein Buch aufschlagend. Doch auch ihr machte die Müdigkeit nach dem langen und anstrengenden Trainingstag zu schaffen, und so konnte sie die Suche nicht ganz so konzentriert durchführen, wie sie wollte.
And the rain tossed about us, in the garden of the world,
But a flame arrives to guide us, cast in gold between the anvils of the stars.
- Caliban's Dream

Tex

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Navariels Kathedrale der Gedanken
« Antwort #3 am: 20.06.2007, 09:12:55 »
Navariel hatte in ihrer Kathedrale jegliches Zeitgefühl verloren. Sie konnte nicht sagen, ob sie nun Minuten, Stunden oder gar Tage mit der Suche nach dem Buch verbracht hatte. Doch, endlich, hielt sie ein kleines Büchlein in den Händen.

Dies sind die Berichte von den Wanderungen des Fra Domenico, Monach und Monstermaler aus dem ehrwürdigen Ramielitenkloster in Herzogenburg...

stand auf dem Deckblatt. Dies war das gesuchte Buch! Fieberhaft blätterte die Ramielitin das Buch durch, bis sie auf das Bild der Verderberlibelle stieß, dass den Abschnitt markierte, der sich mit eben diesen befasste. Sie begann zu lesen:

[Text entfernt (Tex)]
And the rain tossed about us, in the garden of the world,
But a flame arrives to guide us, cast in gold between the anvils of the stars.
- Caliban's Dream

Navarìel

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Navariels Kathedrale der Gedanken
« Antwort #4 am: 20.06.2007, 13:46:09 »
Erleichtert über den Fund des Buches, dennoch auch sehr erschöpft, öffnete Navarìel sorgsam das Buch und begann darin zu blättern bis zum Abschnitt des Monachen, den sie nun das zweite Mal las.
Als sie die Beschreibung fertig gelesen hatte, wollte sie es dabei belassen. Sie stellte das Buch nach vorne, an das erste Regal, auf Augenhöhe, um es beim nächsten Gang in die Kathedrale sofort vorzufinden.

Dann blickte sie dir Reihen der Bücherregale entlang, beschloss dann aber, es dabei zu belassen und wandte den Aufschrieben den Rücken zu.

Die gläserne Pforte schwang einige Schritte vor ihr auf und entließ den Engel auf die grüne Wiese davor. Einige Sekunden, nachdem sie die Pforte durchquert hatte, setzte sich Navarìel auf den Stein, von dem aus sie immer losschritt und schloss die Augen.
Es war Zeit, zu ihrer Schar zurückzukehren.