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Autor Thema: Pars Prima: Urbs Sigena  (Gelesen 20437 mal)

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Navarìel

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Pars Prima: Urbs Sigena
« Antwort #15 am: 07.08.2007, 09:21:42 »
Navarìel begleitete Artael zu dem Ramieliten und nickte diesem kurz zu, ganz so, als heiße sie seine Arbeit im Himmel der Michaeliten für gut.
Dennoch hielt sie sich aus dem Gespräch zwischen Artael und den Monachen heraus.

Stattdessen bereitete sie sich geistig auf den langen Flug vor, der vor ihr liegen würde.

Während sich Artael mit den beiden Menschen noch unterhielt, drehte sich Navarìel um und überlegte, was sie über diese Stadt wusste...

Tex

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Pars Prima: Urbs Sigena
« Antwort #16 am: 07.08.2007, 09:45:24 »
Der Name des Priors ließ den Ramieliten gänzlich unbeeindruckt.

"Ah, also eine ganz normale Verlegung einer Schar an einen anderen Einsatzort."

Mit feinen, geschwungenen Buchstaben notierte er die Angaben, die Artael gemacht hatte, fein säuberlich in dem vor ihm liegenden Buch. Als er damit fertig war, sah er zu euch auf und lächelte kurz.

"Habt Dank für eure Geduld, Engel. Damit wären die Formalitäten auch erledigt. Mögen der Herr und die acht Erzengel mit euch sein auf eurer Reise."
And the rain tossed about us, in the garden of the world,
But a flame arrives to guide us, cast in gold between the anvils of the stars.
- Caliban's Dream

Navarìel

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Pars Prima: Urbs Sigena
« Antwort #17 am: 08.08.2007, 23:02:44 »
Als der Monach ihnen eine gute Reise wünschte, drehte sich Navarìel wieder von dem Tisch weg in Richtung der anderen Engel ihrer Schar.
Artael begleitend, kehrte sie wieder in die Reihen der ihren zurück, nahm ihr Hab und Gut an sich und erhob sich als erste vom Himmel der Michaeliten in Richtung der wenigen Sonnenstrahlen, die sie im Moment trafen.
Und dennoch hellten diese das Gesicht der jungen mädchenhaften Gestalt auf.

Artael

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Pars Prima: Urbs Sigena
« Antwort #18 am: 09.08.2007, 10:01:23 »
Artael bedankte sich bei dem Monachen kurz dafür, dass die Formalitäten so schnell erledigt waren. Dann verabschiedete sich noch der Etikette entsprechend.
Nun war es also endlich geschafft und sie hatten die geschützte Welt des Trainings hinter sich gelassen. Artael freute sich darüber, da sie das Gefühl hatte nun tatsächlich ihren Dienst für Gott anzutreten. Gleichzeitig machte sie sich aber auch keine Illusionen: vor ihnen lagen unzählige Gefahren und schwere Prüfungen.

Artael stießt sich vom Himmel der Michaeliten ab und flog empor. Sie genoss die wenigen Sonnenstrahlen und den Wind, der leicht wehte. Dann drehte sie sich zu ihrer Schar um, lächelte zufrieden und meinte voller Tatendrang: *Los geht's!*

Camael

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Pars Prima: Urbs Sigena
« Antwort #19 am: 10.08.2007, 19:17:56 »
Auch Camael schwang sich mit einem starken Schlag seiner Flügel in den Himmel empor. Es war ein gutes Gefühl, wieder die Luft zwischen den Flügeln spüren zu können. Schnell und geschickt, flog er etwas umher, bis er die Stimme Artaels in seinen Gedanken vernahm und sich zu den anderen begab.

*Der direkteste Weg würde uns nun strikt nach Norden führen, doch ich fürchte, dass das Meerstück, das wir zu überfliegen hätten, zu groß ist. Deswegen schlage ich vor, dass wir erst nach Canossa fliegen. Von dort aus setzen wir dann nach Bergamo über. Bis dorthin werden wir schätzungsweise 2 Tage brauchen.  Dann überfliegen wir die Alpen, dass wird sicherlich einen Tag in Anspruch nehmen. Im Anschluss fliegen wir bis nach Stuttgartia und von dort aus in nord-nord-westlicher Richtung direkt auf Urb Sigena zu. Alles in allem dürften wir in 5 Tagen dort sein. Was haltet ihr von dem Plan? *

Elysehel

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Pars Prima: Urbs Sigena
« Antwort #20 am: 11.08.2007, 16:31:24 »
Angesteckt von Artaels Eifer flog Elysehel eine große Steilkurve.

*Camael, ich kenne mich mit Geographie ebenso aus wie ein Mensch mit dem Fliegen, was unseren Weg angeht, so vertraue ich dir voll und ganz.*

Artael

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Pars Prima: Urbs Sigena
« Antwort #21 am: 12.08.2007, 11:56:37 »
*Ja, das klingt gut.*, antwortete Artaek Camael, *Aber du kennst dich mit Geographie mit Abstand am Besten von uns allen aus, daher vertraue ich dir da voll und ganz. Bedenke aber bitte auch, dass wir auch rasten werden müssen.*
Als sie dann losflogen, meinte Artael noch lächelnd *Übrigens freue ich mich schon, die ganzen Landschaften zu sehen. Vor allem auf die Alpen bin ich gespannt.*

Tex

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Pars Prima: Urbs Sigena
« Antwort #22 am: 13.08.2007, 19:10:35 »
In Erwartung der Dinge, die euer neuer Auftrag wohl mit sich bringen würde, bracht ihr gegen Nachmittag vom Himmel der Michaeliten aus auf nach Urbs Sigena. Wie üblich übernahm Camael, der Urielit der Schar, die Führung der Schar auf der Reise. Camael wusste zwar fast schon instinktiv, welchen Weg er nehmen musste, dennoch benötigte selbst er Anhaltspunkte, um sich orientieren zu können, weshalb ihr knapp unter der Wolkendecke flogt. Dies gab aber auch den anderen die Gelegenheit, das Land, über das ihr hinwegflogt, eingehender zu beobachten. Langsam aber sicher verschwand der riesige Himmel der Michaeliten hinter dem Horizont. Selbst aus der Entfernung schien dieser Fanal angelitischer Baukunst immer noch beeindruckend - und von den oberen Bereichen war gar nichts zu sehen, waren sie doch durch die dichte Wolkendecke dem Blick der Menschen entzogen. Überhaupt, wie selten mussten die Menschen Europas die Sinne zu Gesicht bekommen? Die Wolkendecke schien undurchdringlich, grau-weiß, wie eine Wand. Der Tag eurer Weihe, an dem die Sonne so herrlich strahlte, musste etwas ganz Besonderes sein, für die Menschen ein Zeichen, dass Gott wohlwollend auf euch herabsah.
Die Landschaft unter euch wirkte schlammig uns nass, teilweise geradezu giftig und verdorben. Doch die Menschen machten das Beste aus ihrem Land: Es reihte sich Reisfeld an Reisfeld, nur unterbrochen von Wegen, die so undurchdringlich und schlammig wirkten wie die Felder selbst. Nur selten wurden die Felder unterbrochen von Wiesen, kleinen Wäldern und Ortschaften. Diese Ortschaften bestanden meist aus ein paar aus Brettern zusammengezimmerten Hütten. Sie schienen nicht gerade einen stärkeren Wind aushalten zu können, und doch boten sie vielen Familien Obdach. Welch ein Unterschied waren aber die kleinen Kirchen, die jede Ortschaft besaß: Meist wachte ein steinerner Turm über den kleinen Ort, und fast immer schmückten Banner mit dem Wappen des Michaelis-Ordens und dem Schwingenkreuz der Angelitischen Kirche den Bau. Diese Banner waren im ständigen Grün-Brau-Grau der Landschaft auch die einzigen Farbtupfer.
Wie um die Trostlosigkeit der Landschaft zu betonen, setzte nun auch noch ein schwacher, doch stetiger Nieselregen ein. Langsam saugten eure Kriegsröcke das Nass auf, dicke Tropfen liefen an euren Armen und Beinen herunter. Ständig musstet ihr euch Tropfen aus den Augen wischen, um Camael weiter folgen zu können.

Michaelsland war bekanntermaßen ein sicheres Gebiet, in dem man nur sehr selten der Traumsaat begegnete. Am frühen Abend des zweiten Tages, als ihr bereits die Region Emilia im nördlichen Michaelsland erreicht hattet, führte euch Camael einen Flusslauf entlang, den er als geographischen Anhaltspunkt nutzte. Aufgrund der beginnenden Dämmerung hattet ihr euch entschieden, etwas näher am Boden zu fliegen, und so konntet ihr den Fluss besser betrachten. Er plätscherte langsam vor sich hin, die Bäume an seinen Ufern bildeten einen mangrovenartigen Wald. Fast schon idyllisch konnte man die sich euch darbietende Szenerie nennen. Wasserhyazinthen bedeckten jedoch einen großen Teil des Flusses, so dass er an manchen Stellen mehr wie eine von weißen und rosafarbenen Blumen geschmückte Straße als wie ein Fluss aussah. Diese Blumen mochten zwar schön aussehen und das Auge erfreuen, doch gleichzeitig stellten sie eine große Last für die Schifffahrt dar: Oft wurde durch sie das Flusswasser für Boote undurchdringlich.

Und tatsächlich: Bald konntet ihr im Dickicht der Wasserhyazinthen ein großes Floß ausmachen, das festzustecken schien. Die Menschen darauf sahen hoffnungsvoll zu euch hoch, als schienen sie Hilfe zu benötigen.
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Camael

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Pars Prima: Urbs Sigena
« Antwort #23 am: 13.08.2007, 19:19:00 »
Camael verlangsamte seinen Flügelschlag, bis er schließlich in der Luft zu stehen schien.
*Sollen wir diesen Menschen helfen?*, fragte er die anderen, insbesondere Artael.

Artael

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Pars Prima: Urbs Sigena
« Antwort #24 am: 14.08.2007, 16:10:07 »
Artael genoss den Flug. Mit großem Interesse blickte sie sich die Landschaft und vor allem die kleinen Dörfer an. Wie es wohl ist, als Mensch zu leben?, fragte sie sich. Die Trostlosigkeit und Einfachheit der Dörfer stimmte die Michaelitin ein wenig traurig. Gleichzeitig rührte und beeindruckte es sie, dass die Menschen dennoch so viel Energie darauf verwendeten, das Beste aus ihrem Schicksal zu machen und das Land, das Gott ihnen anvertraut hatte, in mühsamster Arbeit bebauten und fruchtbar machten. *Ist es nicht wundervoll zu sehen, dass in jedem noch so kleinen und armen Dorf eine schöne Kirche steht und den Glauben der Menschen zu Gott ausdrückt?*, ließ Artael die anderen an ihren Gedanken teilhaben.

Dann erblickte auch Artael das Floß. *Selbstverständlich müssen wir diesen Menschen helfen.*, antwortete sie Camael, setzte aber noch nicht zur Landung an, *Es scheint, als würden sie zwischen all den Pflanzen festhängen. Wir werden also die schönen Blumen zerschneiden müssen, eine Aufgabe, die mir gar nicht gefällt aber vermutlich unumgänglich ist.* Artael machte eine kurze Pause und fügte dann hinzu, *Wobei es mich schon ein wenig wundert, dass diese Menschen sich nicht selber helfen können.* Dann blickte sie die anderen an und wartete noch auf eine Antwort, bevor sie zur Landung ansetzten würden.

Elysehel

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Pars Prima: Urbs Sigena
« Antwort #25 am: 14.08.2007, 16:28:53 »
Elysehel sah auf die Menschen herab.

'Ich habe ein ungutes Gefühl dabei unsere Reise zu unterbrechen, aber das sieht immerhin nach keiner großen Unterbrechung aus'

*Dann lasst uns beeilen!*

Artael

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Pars Prima: Urbs Sigena
« Antwort #26 am: 15.08.2007, 12:39:50 »
*Wir sollten schauen, dass wir dadurch nicht allzu viel Zeit verlieren. Beeilen wir uns also - lassen wir unsere Vorsicht aber dennoch nicht gänzlich fallen. Überall können Gefahren lauern.*

Nachdem sie das gesagt hatte, flog Artael in Richtung der Menschen los. Sie flog nicht übermäßig schnell, sodass sie noch rechtzeitig reagieren könnte, sollte eine Gefahr drohen. Etwa 15 Meter über dem Boden verlangsamte sie ihren Flug sogar noch einmal, um sich die Menschen ansehen zu können. Sollte sie nichts Gefährliches oder zumindest Besonderes entdecken, würde sie anschließend landen.

Navarìel

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Pars Prima: Urbs Sigena
« Antwort #27 am: 15.08.2007, 15:58:15 »
Navarìel genoss das Land der Menschen, welches sich unter ihr erstreckte und konnte ihre Augen nicht von den bestellten Feldern und Wiesen ablenken, welche sich unter ihr ausbreiteten.

So fiel sie manchmal aus ihrer Position einige Meter zurück, die sie dann gerne wieder aufholte, als der Nieselregen einsetzte.

Als Camael die Menschen erblickte, war sie ebenfalls dafür, ihnen zu helfen. Es würde zwar ein oder zwei Stunden dauern, bis sie die Menschen frei bekamen, dennoch würde der Glaube der Menschen dann verstärkt und die Schar hatte den ersten guten Dienst am Menschen verrichtet.

So nickte sie nur und folgte Artael auf ihrem Weg nach unten.

Tex

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Pars Prima: Urbs Sigena
« Antwort #28 am: 15.08.2007, 16:42:35 »
Als ihr dem Floß näherkamt, konntet ihr mehr erkennen: Es war zum größten Teil aus Holzstämmen gebaut, doch den Menschen dienten beim Bau offenbar auch vorsintflutliche Materialien: Ihr konntet blaue Fässer aus Kunststoff erkennen, eine Art durchsichtige Folie, Wellblech...
Auf dem Floß war eine kleine Hütte errichtet, offenbar war man mit dem Floß tagelang unterwegs, wovon auch die vielen Kisten und Fässer kündeten, die Lebensmittel, Stoffe und andere Handelswaren enthielten und mit denen das Floß beladen war.
Als ihr auf dem Floß landetet, wurdet ihr sofort von ein paar Kindern umringt, die euch mit großen Augen anstarrten, doch stets einen gewissen Abstand wahrten. Die Erwachsenen hielten sich mehr zurück. Aus ihren Reihen trat eine Frau hervor, offenbar eine Art Anführerin, und näherte sich euch schüchtern und gesenkten Hauptes. Etwa eine Armlänge vor Artael blieb sie stehen, sagte jedoch kein Wort. Offenbar wartete sie darauf, angesprochen zu werden.
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Artael

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Pars Prima: Urbs Sigena
« Antwort #29 am: 15.08.2007, 17:48:51 »
Lächelnd blickte Artael die Kinder an, bevor sie sich an die Frau wandte. "Gott zum Gruße", begann sie das Gespräch und lächelte freundlich. Sie war bemüht, den Leuten ihre Furcht zu nehmen oder sie zumindest nicht noch weiter einzuschüchtern. Daher blieb sie auch an ihrem Platz stehen und bewegte sich von sich aus nicht näher auf die Menschen zu. "Ich hoffe wir stören Euch nicht", fuhr sie dann fort, während sie die Frau, die die Anführerin zu sein schien, anblickte, "Aber wir glaubten gesehen zu haben, dass sich das Floß in den Pflanzen verhangen hat und wollten unsere Hilfe anbieten." Als Artael mit dem Sprechen geendet hatte, blickte sie die Frau an, als erwarte sie eine Antwort. Doch noch bevor diese reagieren konnte, fügte die Michaelitin hinzu "Mein Name ist übrigens Artael und das hier ist meine Schar." Letzteres sagte sie mit ein klein wenig Stolz in der Stimme und blickte sich dabei nach den anderen Engeln um. Jetzt hatte Artael fürs Erste tatsächlich genug gesagt und ließ nun den Engeln Raum um sich vorzustellen und der Frau um zu reagieren.

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