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Autor Thema: Dracula, the Devil's Son  (Gelesen 30927 mal)

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Der Tod

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Dracula, the Devil's Son
« am: 06.10.2007, 14:11:16 »
Im Jahre des Herrn 1461: Die Walachei

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Ein weiterer Schweißtropfen rinnt über die Stirn des Bauern, eine dünne Spur auf der schmutzigen Haut hinterlassend, ehe er kurz vor der Nasenwurzel von einer groben, rissigen Hand fortgewischt wird. Mihai seufzt erschöpft und blickt mit zusammengekniffenen Augen in den blauen Himmel, von dem die Mittagssonne herabsticht und die ohnehin schon harte Feldarbeit zur Tortur werden lässt.
Der mit freiem, sonnengegerbtem Oberkörper inmitten von abgemähten und garstig piekenden Weizenhalmen stehende Mann wirkt Ausgemergelt und bereits weit Älter als die fünfundzwanzig Winter die er ist - aber eine Familie mit vier lebendigen Kindern zollt nuneinmal ihren Tribut. Mihai atmet nocheinmal tief die angenehme Luft und lässt seinen Blick zufrieden über die Reihe bisher zusammengeflochtenen Garben wandern. Schmatzend sammelt er Spucke auf den Lippen und lässt einen kurzen Pfiff über die hügelige Landschaft mit ihren kleinen Wäldchen gellen.

Nur wenige Augenblicke später kommt auch schon Radu, sein treuer alter Hund aus dem Gebüsch angeprescht und begrüßt, von seinem Streifzug freudich hechelnd und mit dem Schwanz wedelnd, sein Herrchen. Mihai tätschelt dem großen Rüden, welcher ihn seit Kindesbeinen an begleitet und glücklicherweise niemals Menschen kennengelernt hat, die seine Nase möglicherweise weniger beleidigen würden, den Kopf und entschließt sich dann, der Mittagshitze mit einem Schläfchen unter dem nahen Baum am Wegesrand entgegenzuwirken.

Es scheint dem Bauern, als wäre er nur kurz eingenickt, als ihn das aufgeregt Kläffen Radus weckt. Unbeeindruckt lässt Mihai jedoch die Augen wohlig geschlossen, zum einen ist der Schatten des ausladenden Baumes nach harter Arbeit eine reine Wohltat, zum anderen war es schon jeher Radus Art, fremde Wanderer mit lautem, aufdringlichem Gebaren entgegenzurennen. Erst das plötzliche Surren eines Bogens und das darauffolgende aufjaulen des Hundes lassen den Bauern erschreckt auffahren.
Am Rand des Weges hingestreckt liegt Radu, von einem dunkel gefiederten Pfeil durchbohrt. Wolken haben sich vor die Sonne geschoben und drohend ragt vor ihm eine schwarz getünchte Kutsche mit eisernen Beschlägen und unruhig tänzelnden Pferden empor. Die als Eskorte reitenden walachischen Husaren blicken streng auf den Bauern herunter, der sich auf einmal klein, schmutzig und schuldig fühlt, ohne genau zu wissen warum.

In diesem Moment stockt Mihais Atmen, als er die Wimpel an der Kutsche entdeckt: Das Kreuz mit dem Drachen, das Wappen der Dracul! Und wie ein vernichtender Peitschenhieb treffen ihn die harten Worte des Husarenhauptmannes. "Dein Köter hat Prinz Vlad belästigt! Komm her!" Mihai, der sich bei der ersten Erwähnung des Woiwoden vor Angst schlotternd in den Staub geworfen hatte, rappelt sich langsam wieder auf, und geht auf Beinen wie aus dürrem Reisig auf die Kutsche zu. Jeder Schritt ist eine Qual, kalter Schweiß rinnt in Strömen an seinem Körper hinunter und trotz der Hitze des Tages zittert der Bauer am ganzen Leib. Panisch zuckt er zusammen und bleibt wie angewurzelt stehen als der schwarze Vorhang in der Kutsche einen Spalt weit bei Seite gezogen wird. "Mein Gebieter?" Der Hauptmann blickt fragend in die Finsterniss des Wagens und kurz meint Mihai, dessen Kopf vor Angst wie leergefegt ist und sogar vergisst, sich auf die Knie zu werfen, eine Brosche oder Fibel im Dunkeln aufleuchten zu sehen. Der Drache...leibhaftig!

Da erklingt eine Stimme aus dem schwarzen Abgrund des Kutschenfensters: Warm, wohlklingend und sanft im Ton, gebildet und weltgewandt, ja geradezu poetisch in der Betonung, Mihai ist ganz verzückt von dieser Stimme, das erste mal dass er die Stimme seines Herrschers vernehmen darf! Ein entrücktes, staunendes Lächeln ob dieser flüchtigen Berührung mit höheren, für ihn kaum erträumbaren Ebenen des Seins, umspielt das wettergegerbte Gesicht des Bauern und Vaters und eine einzelne Träne rinnt über seine verschmutze Wange, Reinheit bringend, während die Husaren ihn fortschleifen und allmählich die noch immer in seinem Kopf haftenden, wohlklingenden Worte Gestalt annehmen und in ihrer ganzen Auswirkung verständlich werden:

"Pfählt ihn."


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Der Tod

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Dracula, the Devil's Son
« Antwort #1 am: 07.10.2007, 18:25:47 »
Der Sommer neigt sich dem Ende zu über der Küste des Schwarzen Meeres, die glucksenden Wellen rollen träge gegen die Küste, der Wind ist erfrischend und die golden am Himmel stehende Sonne wird nur von wenigen Wolken umschleiert - es ist eine herrliche Zeit um am Leben zu sein! Die Schwierigkeit liegt allein darin, es auch zu bleiben...

Ein deutliches Zeugnis dieser Tatsache bietet sich jedem, der die kleine Hafenstadt Warna durchwandert. Hier fanden bei der Schlacht mit den Osmanen im Jahre 1444 beinahe 20.000 Menschen den Tod, darunter auch König Wladyslaw, Herrscher über Polen und Ungarn und mit ihm das gesamte Kreuzfahrerheer.
Noch immer, siebzehn Jahre danach, liegen viele der Gebäude Warnas in Trümmern und türkische Soldaten patroullieren nun gelangweilt durch die unvorstellbar dreckigen Straßen der Stadt, die inzwischen hinter der Front liegt und zu einem stinkenden Abzess der Erde geworden scheint, welchen selbst das Meer nur widerwillig zu belecken scheint.

In geradezu eigentümlich wirkenden Kontrast dazu steht das von einer eigenen Mauer umzäunte Kontor des "Hauses der Sphinx", einer der mächtigsten Handelsorganisationen des Mittelmeerraumes, welche ihre christlichen Wurzeln nur soweit ernst nehmen, wie sie die äußerst lukrativen Beziehungen zum Osmanischen Reich nicht beeinträchtigen.
Hinter einem von eigens ausgestatteten Söldnern streng bewachten Tor erstreckt sich, für den verdreckten Pöbel Warnas auf ewig unerreichbar, ein schön gepflegter Garten, hinter welchem sich das säulenverzierte und mit roten Ziegeln gedeckt Handelshaus erhebt, in dem man den Ausdruck "Armut" oder gar "Bescheidenheit" nicht zu kennen scheint.

Der Audienzraum, an dessen runder Tafel zwölf ordentlich gepolsterte Stühle stehen, liegt trotz des sommerlichen Wetters im Halbdunkeln. Vorhänge sind vor die hohen Bogenfenster gezogen worden und bauschen sich nun in den gelegentlichen Luftzügen. Eine kleine Anzahl von Kerzenleuchtern stehen auf dem Tisch und lassen die Szenerie geheimnisvoll und verschlossen wirken.
Die Flügeltür vom Flur wird geöffnet, und eine der Sphinxwachen lässt den ersten der 'Sondergäste' eintreten. Diese speziellen Gesprächspartner sind aus ganz Europa hierher nach Warna geladen worden, kamen mit Schiff, Karawane oder zu Pferde, kommen gerade erst an oder warten bereits seit Tagen in der kleinen Stadt, haben jeder eigene Ziele, doch eines haben sie gemeinsam: Sie haben ihren mysteriösen Kontaktmann noch nicht getroffen und kaum Ahnung, was dieser von ihnen will.

"Nehmt Platz." bedeutet der in safranfarbenen Rock gekleidete Wachmann dem ersten der Gäste, ehe er sich ohne weitere Erklärungen wieder zurückzieht und den Mann vorerst im geräumigen Saal allein lässt...
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Bernard

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Dracula, the Devil's Son
« Antwort #2 am: 07.10.2007, 19:11:45 »
Der erste der Ankömmlinge ist ein groß gewachsener, braunhaariger und bärtiger Mann, dessen enheitlich braune, haltbare Reisekleidung neben der Farbenpracht des Wachmannes geradezu langweilig wirkt. Trotzdem wirkt er auffallend, und das liegt auf den zweiten Blick an seinen schnellen, selbstsicheren Bewegungen und der stolzen Haltung - aber natürlich ist der Effekt verschwendet, denn vorerst ist er ja noch allein.

Mit tiefer, ruhiger Stimme bedankt er sich höflich bei dem Posten, bevor er die lange Schwertscheide, die seine einzige erkennbare Bewaffnung enthält, von seinem Rücken nimmt und direkt hinter einem de Stühle an die Wand lehnt. Dann nimmt er auf dem Polster Platz, lehnt sich ein wenig steif an die hohe Lehne und richtet sich ein, geduldig auf die anderen Gäste dieser merkwürdigen Konferenz zu warten.
O wie barmherzig ist Gott, wie gerecht und fromm.

Hortensius

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Dracula, the Devil's Son
« Antwort #3 am: 07.10.2007, 19:20:10 »
Hinter der nächsten Wache betritt ein gedrunger Mann den Raum. Seine Haut ist dunkel für einen Mitteleuropäer, sein dunkelbraunes Haar ist kurz, sorgsam geschoren. Über seiner Rüstung hängt ein winziges, hölzernes Kreuz. Sorgsam lässt er seine Augen durch den Raum streifen. Kurz verweilen Sie auf dem anderen 'Gast'.

Quer über seinem Rücken hängt ein große Axt, das hellleuchtende, fast silberne Axtblatt hebt sich deutlich von den geschwärzten Ringen seines Kettenhemden ab. Mit einer schnellen Bewegung klopft der Italiener den restlichen Staub von seinen Stiefeln. Der Weg durch die Stadt hatte sich als schwieriger erwiesen als er dachte. Die meisten Einheimischen hatten ihn nicht verstanden. Es hatte mindestens eine Stunde gedauert bis er mit Hilfe der wenigen Brocken türkisch oder latein, welchen die Einheimischen sprachen den Weg zu finden.

Wie gewohnt positiniert sich der Mann links neben der Tür und verschränkt die Arme hinter seinem Rücken. Nachdem er die Musterung des Raumes abgeschloßen hat fällt er fast in eine Starre, noch nichteinmal seine Augen bewegen sich. Genausowenig reagiert er auf den anderen Mann.

In Gedanken geht er die letzten Worte des Erzbischofs durch: "... möge Gott dein Weg begleiten und Schritte sicher machen und seine schützende Hand über dich halten. Gott segne dich mein Sohn." Lange hatte seine Reise gedauert, länger als er es sich hatte vorstellen können. So rasen seine Gedanken von einer Station zur nächsten, von Schiff zu Hafen, von Hafen zu Schiff, während er regungslos in der Ecke steht.

Edward Hayes

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Dracula, the Devil's Son
« Antwort #4 am: 07.10.2007, 19:41:27 »
Kurz darauf folgt ein weiterer Mann in den Raum. Er trägt ein langes Gewand aus rauem, grauen Stoff und hat schmutzigblondes Haar. Fest hält er ein silbernes Kruzifix umklammert, gerade so, als würde es ihm Kraft geben.

Erstaunt blickt er sich in dem großen Raum um. Solch einen pompösen Raum hatte er erst ein oder zweimal gesehen. Langsam lässt er sich auf einem der Stühle nieder. Man kann seine Unsicherheit eindeutig spüren. Mit einem Nicken zur Wache deutet er an, dass sie gehen kann.

Kaum hat die Wache den Raum verlassen, schlägt er ein Kreuz und fängt an, die Personen, die schon vor ihm da waren, zu mustern.

Jonathan Sparks

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Dracula, the Devil's Son
« Antwort #5 am: 07.10.2007, 19:43:28 »
Direkt hinter ihm betritt ein kräftiger Mann mit fließenden und behänden Bewegungen den Raum, lässt seinen Blick kurz über die beiden anderen schweifen und setzt sich dann auf den gepolsterten Stuhl rechts neben Edward.

Sein wettergegerbtes Gesicht ist von vielen anstrengenden Reisen und Kämpfen gezeichnet. Die grünen Augen werden von einigen kleinen Falten umspielt und sein halblanges dunkelblondes Haar gibt dem ganzen Bild einen wilden Einfluss. Wenn man sich den Mann so anschaut, würde man ihn für viel älter halten, als er eigentlich ist. Seine Kleidung ist in vielen verschiedenen Braun und Grüntönen gehalten. Ein Lanbogen hängt über seinem Rücken und ein Kurzschwert scheint an seinem Gürtel verzurrt zu sein.

Bernard

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Dracula, the Devil's Son
« Antwort #6 am: 07.10.2007, 19:55:28 »
Edward begegnet schnell den durchdringenden, abwägenden braunen Augen des einen der Männer, der schon vor ihm da war. Als sich die Blicke treffen, nickt der Mann Edward zu, sein Blick wird kurz zu einem Lächeln. Dann wendet er sich, anscheinend zufrieden mit der Musterung, dem nächsten der Ankömmlinge zu, den er auch mit einem Nicken begrüßt, und lehnt sich, wie die anderen immer noch stumm, wieder zurück und richtet sich darauf ein, geduldig weiter zu warten.
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Leonius

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Dracula, the Devil's Son
« Antwort #7 am: 07.10.2007, 20:44:22 »
Nach dem kräfitgen Mann betritt eine große Gestalt den Raum. Er hält sich gerade, so als würde eine gebückte haltung ihm schmerzen bereiten. Sein Gesicht ist noch jung doch er hat weißes Haar das recht kurz geschnitten ist. Ein langer weißer Zopf schwingt bei jedem seiner Schritte hin und her.
Er ist gerüstet mit einem Kettenhemd das er über einem Lederwams trägt. An seiner seite hängt links eine Peitsche und recht in der Hand trägt er einen großen Streithammer. Die immense größe der Waffe wäre nicht so beunruhigend wenn da nicht der fast 30 cm Lange Dorn auf der Rückseite wäre.

Selbstsicher bleibt er einen Schritt hinter der Tür stehn und betrachtet die Örtlichkeit. Nach einem kurzen Nicken geht er weiter und nimmt ebenfalls am Tisch platz. Den Hammer stellt er neben sich.
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Jonathan Sparks

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Dracula, the Devil's Son
« Antwort #8 am: 07.10.2007, 21:02:29 »
Als der Neuankömmling den großen Hammer neben sich abstellt huscht ein Lächeln über Jonathans Gesicht. Er verabscheut große und schwere Waffen. Viel zu langsam, viel zu unbeweglich ist man mit ihnen. In der Zeit, wo der Mann seinen Hammer gehoben und zum Schlag ausgeholt hätte, würden schon 3 Pfeile in seinem Halse stecken und die warme, rote Flüssigkeit würde seinen Wams hinabrinnen. Dessen ist er sich sicher.

Der Tod

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Dracula, the Devil's Son
« Antwort #9 am: 07.10.2007, 22:37:53 »
Durch die verhängten, bis zum Boden reichenden Fensteröffnungen, welche in den rückwärtigen Garten führen müssen, dringen gedämpft die Geräusche der verarmten. Hafenstadt, während die versammelten Reisenden einander schweigend gegenübersitzen, obwohl jeden von ihnen, hier in der Fremde, viele Fragen umtreiben.
Genauere Musterung der Umgebung eröffnet, dass große, detaillierte Ölgemälde die Wände schmücken und kleinere Tischchen mit Obst, Wein und Brot bereitgestellt worden sind - Dinge die außerhalb der hohen, stachelbewehrten Mauern der Enklave wohl nur selten auf den Tischen der Menschen landen.
Wer auch immer der mysteriöse Kontaktmann ist, er scheint selbst im Haus der Sphinx hohes Ansehen zu genießen und die Gerüchte über großzügige Entlohnung erscheint mehr und mehr glaubhaft - doch gut bezahlte Aufträge haben auf der anderen Seite meist das Risiko einer hohen Sterblichkeitsrate...
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Jonathan Sparks

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Dracula, the Devil's Son
« Antwort #10 am: 08.10.2007, 12:40:16 »
Während Jonathan auf die Ankunft weiterer Gäste oder ihres Gastgebers wartet, saugt er die Eindrücke der Umgebung in sich auf und lauscht den Geräuschen, welche von dem geschäftigen Teiben auf der Straße in das innere des angenehmen Audienzraumes tringen. Seine Gedanken schweifen ab ...

"Was mache mich mit dem Geld? Mal schauen wieviel es gibt. Vielleicht ist es genug um mir ein kleines Anwesen in Nordengland zu kaufen. Ich werde langsam alt und verspüre das Verlangen nach einer Familie, einer Frau und einem Platz den man zu Hause nennen kann. Den es sich lohnt zu verteidigen. Hmm ... Geld könnte ich mit der Jagd verdienen und ... hach ja ....."

Valèij Delany

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Dracula, the Devil's Son
« Antwort #11 am: 08.10.2007, 18:23:46 »
Einige Minuten vergehen, langsam könnte man meinen, der Auftraggeber der Gruppe würde endlich erscheinen, als sich ein weiteres Mal die Tür zu dem großen Saal öffnet. Einer der Wachposten hält die Türe für einen weiteren Mann offen, wagt es jedoch nicht, ihn anzublicken.
Halblange Haare fallen dem Neuankömmling ins Gesicht, welcher geradeaus blickt, die Augenbrauen zusammengezogen, als er den am Tisch sitzenden Bernard zuerst erblickt. Doch noch bevor dieser den Blick erwidern kann ist Valèij in den Raum eingetreten, hatte kurz aus den Augenwinkeln die anderen Anwesenden wahr genommen und sich in Richtung der Fensterecke begeben. Nur kurz nickt er jedem der Anwesenden wortlos zu.

Der Mann, wohl eine längere Reise hinter sich habend, trägt einen Kettenpanzer und ein Schwert ist an dem Gürtel um seine Hüfte befestigt, ebenso wie ein Dolch.
Die Haut des Kriegers ist gebräunt und als er zum Gruße den Kopf hebt erkennt man einen Bart, der die stillen Mundwinkel umspielt, sowie einige kleinere schwarze Flecken auf seiner Wange. Kein Wort ist von dem Mann zu vernehmen und man könnte meinen, dass einem jeden der Atem stockte, als er durch die Tür kam.
Unbehaglichkeit strahlt der Mann aus, könnte man meinen. Unruhe, aber dennoch kontrollierte Unruhe.
Als er an der äußersten Fensterbank angekommen ist, lehnt er sich dagegen, während er die Linke auf dem Schwertknauf ablegt und die Rechte an seiner Seite herabhängen lässt. Seine Augen sind ausdruckslos als man deren Kontakt sucht.
Und der Mann wartet auf den Auftraggeber, der ihn hier her beordert hatte.

Leonius

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Dracula, the Devil's Son
« Antwort #12 am: 09.10.2007, 21:03:03 »
"Wieviele wohl noch kommen werden" fragt Leonius in den Raum hinein.

Er steht auf, nimmt den Hammer in die Linke und beginnt langsam zu einem der Fenster zu wandern. Seine Lederhosen geben kein Laut von sich und auch seine schritte sind absolut geräuschlos.
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Der Tod

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Dracula, the Devil's Son
« Antwort #13 am: 09.10.2007, 22:13:47 »
Nur noch einer: Die Tür schwingt erneut auf, nur dass diesmal zwei der Sphinxwachen ehrerbietig salutieren und den Weg freimachen für denjenigen, in dessen Macht es offenkundig liegt, erfahrene Männer seiner Wahl aus ganz Europa zusammenzuziehen, Einfluss genug hat um inmitten türkisch besetzter Gebiete das Handelshaus einer Organisation seiner Wahl zu nutzen und auch noch über die Geldbeträge verfügen muss um sicher zu sein, die von ihm Ausgewählten Männer auch in seine Dienste zu bekommen.
Der gemessenen Schrittes eintretende Mann ist zur Überraschung mancher keine besonders imposante Gestalt und nicht einmal besonders groß gewachsen. Er trägt über seiner unscheinbaren Silhouette schlichte, schwarze Roben im kirchlichen Stil des Vatikans und dazu einen breitkrempigen Hut den er abnimmt, als er den Raum betritt. Darunter kommen Schulterlange, ebenfalls schwarze Haare zum Vorschein, welche säuberlich zurückgekämmt und zu einem Zopf gebunden sind; für einen Italiener eigentlich etwas zu blass sind seine Gesichtzüge sanft und wenig markant, einzig sein hauchdünnes Lächeln wirkt wie das schlanke Messer eines Zergliederers im glattrasierten Gesicht...

"Gott zum Gruße!" schickt der Kirchenmann mit sanfter Stimme in den Raum, wobei er jedem der Anwesenden kurz zunickt, ehe die Tür hinter ihm mit einem endgültigen Wummern geschlossen wird und er sich auf einen freien Stuhl grob gegenüber der meisten Herbeizitierten setzt. Dort legt er als erstes den Schriftrollenbehälter, welchen er mit sich geführt hat, auf den dunklen Tisch vor sich, ohne diesen jedoch zu öffnen. Stattdessen lässt er sein unverbindliches Lächeln etwas an Wärme gewinnen und den Blick über die Anwesenden schweifen.
"Wie ausgezeichnet, dass in der Tat alle eingetroffen sind! Ihr werdet mich wohl nicht kennen, ich bin Monsignore Marcello di San Dimas, General der Geheimkurie seiner Heiligkeit dem Papst Pius II." Der kirchliche Spionageleiter senkt den Kopf zur Begrüßung und lässt die Wucht dieses Amtes, welches die Macht über Leben und Tod von Tausenden mit sich bringt, einen Moment lang wirken. Als ob dies keine weitere Beachtung Wert wäre lächelt der Monsignore wieder sein Rasiermesserlächeln. "Ich nehme an, ihr habt euch bereits einander vorgestellt?"
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Bernard

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Dracula, the Devil's Son
« Antwort #14 am: 09.10.2007, 23:12:18 »
"Seid ebenfalls gegrüßt, Monsignore." Das Latein des ersten Besuchers hat den leicht abgehackten Akzent des Deutschen. Der Mann hat sich, als di San Dimas den Raum betritt, auf seinem Stuhl aufgerichtet und mustert ihn jetzt mit derselben ruhigen, abschätzenden Miene wie vorher die anderen Gäste. Ob ihm gefällt, was er sieht, kann man seinem neutralen Gesicht nicht ansehen, doch die Macht des hohen Amtes scheint ihn ihn zumindest nicht einzuschüchtern. Er fährt fort: "Ich fürchte, Ihr irrt Euch. Da wir nicht wussten, wieviele wir werden würden, warteten wir mit dem Vorstellen, bis wir sicher sein konnten, vollzählig zu sein." An die allgemeine Runde gewandt fügt er hinzu: "Mein Name ist Bernard von Langen. Ich freue mich, Eure Bekanntschaft zu machen." Er scheint nicht gewillt, mehr von sich zu erzählen, und wartet interessiert auf die Vorstellungen der anderen.
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