Autor Thema: Interludium - Ehrenwerte Tote  (Gelesen 1845 mal)

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Navun'Ylahc Vytharia

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Interludium - Ehrenwerte Tote
« am: 19.11.2007, 17:59:54 »
In diesem Thread werde ich im Laufe der Zeit immer neue Orte und Beschreibungen hinzufügen.

Prag

Dieses ist eine Beschreibung der Stadt Prag, seiner untoten Bewohner und Marionettenspieler. Hier soll euch ein Überblick über die Stadt, das Leben der sterblichen Einwohner, die Kainiten und die verschiedenen Domänen gegeben werden.

Die Stadt und das Blut

Die Chronik des Ewigen Blutes beginnt im Jahre 1260 und nimmt in Prag ihren Anfang. Welche Zustände in dieser Stadt des Mittelalters herrschen, lässt sich aus zwei Perspektiven ersehen. Aus dem Blickwinkel der Menschen, die hart arbeiten müssen, um sich selbst am Leben zu erhalten und denen, die sich an diesem teuer erkauften Leben laben und ihre untote Existenz genießen können.
 Prag ist zu dieser Zeit keine gastliche Stadt. Die Straßen liegen des Nachts in tiefer Dunkelheit, schmale Gassen verströmen den Gestank von brackigem Wasser und wenn sich der Schein von Fackeln nähert, sollte dies erst recht Grund zur Sorge bereiten, da sich fast ausschließlich mordlüsternes Gesindel, Häscher der Kirche oder Wachen des Nachts hinaus wagen.. Und nur eine dieser parteien sieht es gerne, wenn man zu solcher Stunde unterwegs ist, und niemand freut sich, einen Dolch im Rücken zu tragen.
 Doch die Angst der Bürger beginnt langsam umzuschlagen und sich gegen die Kreaturen der Finsternis zu stellen. Wenn man also des Nachts Menschen auf offener Straße antrifftm dann selten allein und stets mit Feuer und Axt bewaffnet, um zur Not den Dämonen der Hölle begegnen zu können.

Die Welt der Sterblichen

Das Bistum Prag, dessen Wurzeln bis in das Jahr 500 zurückreichen, wurde 973 gegründet und bestand aus nicht viel mehr als der Prager Burg und deren Vorburg Vysehrad am gegenüberliegenden Moldauufer. Bei der St. Georgkirche, die 920 von Fürst Vratislav erbaut worden war, gründete die Äbtissin Mlada ein Benediktinerinnenkloster, das überhaupt das erste Frauenkloster in Böhmen war.
 Im jahre 1082 wurde Prag dann zur Königsstadt, zum Sitz des ersten böhmischen Königs Vratislav I. und schließlich wird 1172 der Bau der zwieten steinern Brücke in Mitteleuropa, der Judithbrücke über die Moldau, abgeschlossen.
 Nach 1230 schließlich kann man von der Entstehung der Prager Altstadt sprechen und 1257 wird die Kleinseite auf der anderen Seite der Moldau gegründet.

Prag ist keine kleine Stadt, immerhin Königssitz und Bistum. Dennoch ist sie nicht unbedingt gewaltig. Von den beiden Burgen überthront liegt Prag an der Moldau und die meisten Einwohner sind Händler oder Bauern. Die einen können sich die teure Lebensweise leisten, während sich die anderen immer mehr in den Rachen der Geldverleiher treiben lassen und über kurz oder lang im Schuldnerturm oder verhungert in den Gassen landen.
Dennoch ist Prag um das Jahr 1260 in seiner Blütezeit, wird im Laufe der Jahre sogar immer bedeutender und reicher.
 Doch um so reicher die Stadt wird, umso breiter wird der Spalt, der zwischen den Gesellschaftsschichten klafft.

Die Welt der Unsterblichen

Als 870 die Prager Burg geründet wurde, geschah dies nicht nur im Interesse der Verteidigung gegen wildere Stämme, sondern auch auf Bestreben eines Kainiten des Clans Tzimisce. Doch schon etwa 50 Jahre später, 922, dürfte dieser seinen klugen Plan bereut haben, der ihm menschliches Vieh und Schutz vor vielen Widrigkeiten hätte bereiten sollen, denn mit den Christen kamen auch andere Vampire. Unter ihnen ein mächtiger Ventrue, der dem Former seine Burg und wohl auch sein Unleben nahm.
 Und seit dieser Zeit herrscht dieser Angehörige des Clans der Könige über Prag, sieht sein Wachsen mit Wohlgefallen und weiß seine Macht und ihre Gunst zu schätzen. Wann genau die anderen Kainiten eintrafen ist ungewiss, aber nicht viele dürften Prag Beachtung geschenkt haben, bevor dieses zum Bistum und zur Königsstadt ernannt worden war.

Die Kainiten Prags können die Entwicklung ihrer Stadt nur gutheißen, wenn auch nicht in allen Belangen.
 Gaius Cossinius Severus, derzeitiger Herrscher über die Prager Kainiten hat nur geringen Einfluss unter den mächtigen Sterblichen, denn der Glaube brennt zu heiß in den meisten von ihnen, als dass er direkten Einfluss auf sie nehmen könnte. Er nutzt einige im treu dienende Ghule und Untergebene, um seinen Einfluss zu halten und sich um die sterblichen Belange zu kümmern, die ihn etwas angehen.
 Aus diesem Grund ist in Prag auch eine Urform der Maskerade existent, denn er spürt die Gefahr, die in den Menschen dieser Stadt schlummert. Sollten die Monster unter ihnen sich zu deutlich zeigen, oder ihnen zu sehr zusetzen, würde alles, was er mit Mühe aufgebaut hat, zusammenbrechen. Somit ließ Severus alle Kainiten in der mittleren Umgebung zusammenrufen und eröffnete ihnen, dass niemand von ihnen sich den Menschen nahe Prag offenbaren dürfe, oder zu deutliche Zeichen ihrer Existenz hinterlassen dürften.
 Jeder, der in Prag oder dem Umland leben wolle, müsse sich seinen Anordnungen beugen und alle Indizien, die auf eine Existenz von Vampiren hinweisen könnten, vernichten und sich aus der öffentlichen Welt zurückziehen.
 Trotz seiner nicht unerheblichen Macht wäre es dem Ventrue wohl kaum allein gelungen, dieses Edikt durchzusetzen, doch erhielt er Unterstützung einer mächtigen Toreador und des erst kürlich eingetroffenen Mitglieds des jungen Clans Tremere. Angesichts dieser geballten Macht akzeptieren die restlichen Kainiten die Forderung.
 Doch der Unmut ist insbesondere dem Malkavianer Vater Johannes anzusehen sollte er sich für einige Stunden seinem Wahnsinn entzogen haben. Denn warum schließlich hat Kain ihnen ihre übernatürlichen Kräfte und Fähigkeiten gegeben, wenn nicht dafür, über die Menschen zu herrschen.

Inquisition

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen beginnt langsam der Schrecken der Inquisition und innerhalb der nächsten 50 Jahre erlebt des Bistum Prag eine schreckliche Zeit, in der auf jedem Platz die Scheiterhaufen brennen und die Inquisitioren die Folter zu gebrauchen beginnen.
 Und dieses späte Einsetzen der Hexenjagd ist fast allein der Voraussicht Severus' zu verdanken.
 Es werden jedoch bereits jetzt Personen, die verdächtigt werden, mit finsteren Mächten im Bunde zu sein, inhaftiert und befragt und insbesondere junge und unvorsichtige oder sehr alte Ghule fallen diesen Prozeduren zum Opfer, was es den zurückgezogenen Kainiten erheblich erschwert, ihr Lebenselixier zu erhalten. Severus muss sehr darauf achten, dass er seine Ghule unter Kontrolle behält und jeden, der zu einem Problem werden könnte, aussondert. Denn selbst das abgeschwächte Tier in einem Ghul kann ihn in die Raserei treiben und dann ist er ein gefundenes Fressen für die Inquisition.
 Des Nachts ist es äußerst gefährlich die Zuflucht zu verlassen, da krichliche Wachen die Straßen patroullieren, um Ketzer oder Monster, die im Schutze der Finsternis ihr Unwesen treiben, den reinigenden Händen der Inquisition zu übergeben. Natürlich fallen diesen Häschern fast ausschließlich Banditen oder junge Liebhaber zum Opfer, aber die Gefahr ist und bleibt präsent.

Die Domänen

Die Stadt wurde von Severus in sieben Domänen aufgeteilt, welche die Kainiten Prags unter sich aufgeteilt haben. Selbstverständlich mussten einige der Untoten auch der Gefahr, welche die Inquisition darstellt, respekt zollen und so sind nicht alle Domänen in fester Hand.
 Allerdings wachen die Untoten, vom Nosferatu Bernhard einmal abgesehen, eifersüchtig über ihren Besitz und Einflussbereich. Aber Prag ist sehr wohl groß genug, um über kleinere Bagatellen hinwegzusehen, solange nicht gerade in der eigenen Domäne gewildert wird.

Prager Burg[/u]
Dieser Herrschaftssitz des Königs wurde von Severus zum verbotenen Gebiet erklärt. Kein kainit außer ihm hat Zutritt, denn hier residiert der König und wenn dieser die Sorgen der Kriche teilen würde, würden die Feuer der Inquisition erst wieder erlöschen, wenn alle Untoten vernichtet wären.

Burg Vysehrad[/u]
Die kleinere Trutzburg dient Severus als Domäne, hier pflegt er zu ruhen, wenn er sich nicht in seine Zuflucht in der Altstadt zurückzieht. Hier werden auch fast immer die Treffen der Prager Kainiten zusammengerufen, denn die Burg liegt etwas entfernt der eigentlichen Stadtm doch muss man die Stadtmauer nicht durchschreiten, um sie zu erreichen. Auch sind fast alle Sterblichen in Vysehrad Severus' Lakaien, ob sie es nun wissen, oder nicht.

Die Altstadt[/u]
Auch das Zentrum der Stadt beansprucht Severus gänzlich für sich allein, und wehe dem Vampir, der sich hierher wagt, ohne einen guten Grund zu besitzen. Schließlich wäre es mehr als töricht der Kirche praktisch auf der Nase herumzutanzen, indem man als Kainit vor der Kirche entlangmarschiert.
 Die Stadtmitte ist eng bebaut, doch vornehmlich in Besitz wohlhabender Händler, oder adliger Familien.

Die Hafenstadt[/u]
Diese Domäne umschließt beide Ufer der Moldau, solange diese innerhalb der Stadtmauern fließt und beinhaltet so die Lager und Schiffshäfen, die Prag den Handel garantieren.
 Die Hafenstadt beherbergt kaum Wohnhütten oder -häuser. Lediglich einige kleine Niederlassungen und die verruchtesten Spelunken sorgen dafür, dass auch nach Einbruch der Dunkelheit noch Menschen in der Hafenstadt anzutreffen sind.
 Diese Domäne wird von Simon Alaches beansprucht, der in einem massiven Hafenbau seine Zuflucht besitzt und daraus ein Gildenhaus aufbaut. Ohne Lehrlinge ist diese Aufgabe jedoch äußerst kompliziert.

Die Mine[/u]
Der Name mag täuschen, denn auch wenn die Domäne die nahe Silbermine einschließt, so gehört doch ein kleiner Teil des Stadtteils Kleinseite dazu, eben jener Teil den viele Arbeiter der Silbermine bewohnen und in dem die meisten Vorratslager des Silbererzes zu finden sind.
 Dieser Teil der Stadt besitzt keinen guten Ruf, auch wenn das Silber einen großen Wert darstellt, so sind die Lebensumstände sehr schlecht und gerade hier gibt es viele Halunken, die den Minenarbeitern das hart verdiente Geld abnehmen oder sich direkt an den Lagerhallen bedienen wollen.
 Diese Domäne gehört niemandem, doch geht das Gerücht, Severus würde sie bald an einen geeigneten Anwärter abgeben. Bis dahin jedoch darf hier von jedem gejagt werden, solange er niemanden tötet und keine Anzeichen auf übernatürliches zurücklässt.

Das Kloster[/u]
Das Benediktinerinnenkloster stellt die kleinste Domäne dar. Das Kloster grenzt an die St. Georgskirche an und ist eine kleine Stadt in sich.
 Hohe Mauern umschließen diesen Ort des Friedens und sichern seine Abgeschiedenheit. Das Nonnenkloster besitzt einen guten Ruf, widerspenstige Töchter und Frauen dem Schoß des Herrn näher zu bringen.
 Der Halter dieser Domäne ist Maria Surgoss, deren Ghulin einst die Äbtin war. Nun jedoch wurde diese der Ketzerei angeklagt und eine andere Nonne übernahm diesen Posten. Maria Surgoss ist klug genug, sich weiter zurückzuziehen und ihren Einfluss nur äußerst dezent geltend zu machen. Zudem ist in dieser Domäne die junge Toreador Beatrice d'Ouvron zu Hause, die erst vor kurzem den Kuss von Maria erhielt und damit kaum klarkommt.

Die Schlucht
Diese Domäne schließt den abstoßendsten Teil Prags ein. Hier leben die Ärmsten der Armen, die Opfer von Krankheit und Ausbeutung, die Krüppel und der Abschaum der Gesellschaft. Der name stammt von den engen, finsteren Gassen, wo man seines Lebens nicht sicher ist, wenn man ohne Licht und Klinge allein hindurchwandert. Geographisch ist die Schlucht zwischen der Mine und der Hafenstadt gelegen und tatsächlich sehr klein, hat jedoch fast ebenso viele Bewohner wie die anderen Teile der Stadt.
Ursprünglich gehörte diese Domäne Bernhard, dieser jedoch verlässt seine Zuflucht nicht mehr, was mutigere Kainiten dazu veranlasst, auch hier ihr Glück zu versuchen.

Soziale Monster
Es existieren insgesamt sechs Kainiten in Prag oder seiner Umgebung. An ihrer Spitze steht Gaius Cossinius Severus, ihm zur Seite Maria Surgoss, die Toreador und Simon Alaches, der Tremere. Bei den drei übrigen Kainiten handelt es sich um Bernhard, einen Nosferatu, der sich jedoch schon Jahre nicht mehr aus seinem stinkenden Versteck hervorwagt, dem Malkavianer Vater Johannes und das äußerst junge Kind der Toreador, Beatrice d'Ouvron.
TP:
10 / 10
| Initiative: +5 | Wahrnehmung: +11 | Besondere Wahrnehmung: Darkvision
RK: 17 | Berührung: 15 | Auf dem falschen Fuß: 12 | Rettungswürfe:  Zähigkeit +4 | Reflex +5 | Willen +7