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Autor Thema: [Part II] Red Hand of Doom  (Gelesen 28018 mal)

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Sensemann

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[Part II] Red Hand of Doom
« am: 25.12.2007, 02:30:54 »
The Ruins of Rhest

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Sensemann

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[Part II] Red Hand of Doom
« Antwort #1 am: 25.12.2007, 02:43:29 »
Zwölf lange und harte Tage sind seit dem ersten blutigen Zwischenfall zwischen den Helden und den Soldaten der Roten Hand des Schreckens bereits vergangen.
Zwölf Tage, in welchen eine riesige Übermacht langsam und grausam wie eine epische Heuschreckenplage ohne Gnade über das Land zieht und immer mehr Gebiete unter seinen Banner und seine Gewalt bringt.
Unzählige Zivilisten und einfache Bauern, aber auch stolze Mitglieder der Waldhüter, tapfere Soldaten, kühne Milizmitglieder und mutige Abenteurer sind bei der Verteidigung ihrer Heimat bereits der übermenschlichen Kriegsmaschinerie zum Opfer gefallen.
Dutzende Siedlungen sind in Brand gesetzt worden und der Schrecken der Roten Hand und dessen Monsterherr breitet sich von Norden und von Westen her langsam immer mehr wie eine Todeswalze über  das friedliche Tal aus.

Und so bleibt den Bewohnern der Dörfer, Haine und Siedlungen nichts weiteres übrig als in einer immer größer werdenden Flüchtlingskarawane, welche in Drellin’s Fähre mit wenigen Hundert ihren Anfang gefunden hat, Richtung Osten in Richtung der beiden Städte Brindol und Dennovar zu fliehen. Mitglieder einiger Drachenmalhäuser, Waldhüter, die goldweißen Löwen Brindols, aber auch Soldaten, Miliz, Söldner, Leibwächter und ehemalige Dorfaufseher  versuchen die über dreitausend Mann große Karawane, welche in kleinen und großen Gruppen zu Fuß, auf Kutschen, Wagen, Fahrzeugen und auf den Rücken von Reittieren wie ein riesiger Ameisenstaat auf Wanderschaft sich langsam in Richtung Osten bewegt, gegen feindliche aus den Tiefen von Khybers und Droaams kommende Angriffe und durch Wegelagerer bzw. Straßendiebe geplante Überfälle zu schützen, wenn auch fast immer ohne großen Erfolg, denn die Rote Hand und ihre etlichen Verbündeten scheinen unbesiegbar.

Die Verluste sind zahlreich und immer wieder wird die Karawane durch diese Angriffe, welche oft auch aus der  Luft oder einem Hinterhalt erfolgen, und durch Straßenblockaden aufgehalten.
Immer wieder gibt es außerdem Zwischenfälle in den Dörfern, Zwischenstopplagern und in der Verwundetenlatzretten, denn als Flüchtlinge und Verletzte Agenten, Spione und Assassinen der Roten Hand des Grauens schalten wichtige Offiziere, Redner Anführer, Priester und andere Geistliche aus und sammeln wichtige Informationen für die Armee aus Drooam.

Die Helden können von Glück reden und Olladra dafür danken, dass sie trotz ihres kleinen lokalen Ruhmes und Rufes und obwohl sie der alte Brücke zerstört haben noch keine Attacke durch solche Meuchelmörder erlitten haben.
Die feindliche Seite scheint perfekt auf die Invasion vorbereitet zu sein und bringt diese grausam voran.
Tod, Leid, Angst, Schrecken und der Verlust ihrer Heimat plagt die Menschen der Gegend schlimmer als die Truppen von Aundair im letzten Krieg.
Mitten in dieser Karawane befinden sich die tapferen Abenteurer.
In einem Tag werden sie Talar, eine Stadt vor den hohen Mauern von Brindol, erreichen und es wird Zeit eine Entscheidung zu treffen, wie man nun als nächstes vorgeht, um das Land und deren Bevölkerung zu retten.
Die Helden hoffen, dass der schnelle Bote und Gefährte Sir Rheon d'Orien und seine drachenmalblütigen Bewacher vom Haus Tharrashk bereits die Karte schnell nach Brindol gebracht haben und so bleibt den Helden nun die Entscheidung ebenfalls nach Brindol zu reiten oder z.B. nach Norden in das durch die Rote Hand besetzte Land, wo Gerüchten zufolge, die Priester der Roten Hand sonderbare Eier in den Sümpfen ausbrüten lassen, oder nach Süden, von wo noch wenige schreckliche Nachrichten gekommen sind.
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Lilja von Rottmulde

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[Part II] Red Hand of Doom
« Antwort #2 am: 11.02.2008, 16:33:43 »
Eine bedrückendere Reise hat Lilja seit der Flucht ihrer Familie aus Karrnath nicht mehr erlebt.
Tag für Tag musste sie eine triste, nicht von Wolken, sondern von Sorgen, Wehklagen und Furcht umwölkte Karavane betrachten. Das aber war noch recht harmlos im Vergleich zum bleischweren, niederdrückenden Gefühl im Herzen des Mädchens.
So sehr sie sich Jareds Nähe wünschte, ihm alles verzeihen und sich in seine Arme werfen wollte, konnte sie sich dennoch nicht dazu durchringen. Etwas schien ihr die ganze Zeit zu fehlen - vielleicht eine wie auch immer geartete Bestätigung, vielleicht ein paar liebe Worte, vielleicht...sie wußte es ja selbst nicht.
Zwar hielt sich die Totenbeschwörerin meist bei ihrem Geliebten auf, allerdings klang sie jedesmal etwas verklemmt, wenn sie ihn ansprach, was im Übrigen nicht so oft vorkam, wie während der vorangehenden Reise. Sie schlief zwar neben ihm, doch kein einziges mal mit ihm; selbst einen Kuss ließ sie unterwegs nie zu; Umarmungen erwiderte sie lediglich mit einem schmerzerfüllten Blick und raschem Abwenden.
Oft zog sie sich zurück, um etliche Ellen von der eigentlichen Gruppe entfernt zu reiten, um leise und mit kullernden Tränen zu Nelke, dem Mädchen, deren Herz sie an sich genommen hat, zu sprechen. Dumm genug, mit dem toten Organ in Anwesenheit der Flüchtlinge zu hantieren, war die Generalstochter natürlich nicht, und nahm die ledrige Blutpumpe nur dann heraus, wenn sie sich durch dichtes Blatt- und Buschwerk ausreichend verborgen wähnte.
Jeden Tag benetzten neue Tränen das stillstehende Herz, und jeden Tag sehnte sich Lilja das Ende dieser Reise in die Verzweiflung herbei. Am vierten Tag stand sie kurz davor, alle Vernunft in den Wind zu schlagen und ihrem Liebsten vor die Füße zu fallen, alles Vergangene zu vergessen und sich neu erblühender Liebe hinzugeben. Etwas hielt sie aber auch diesmal davon ab und bewog sie stattdessen eher dazu, mit schöner, aber auch unheimlicher Stimme leise melancholische Lieder zu singen, ohne zu merken, dass sie damit die Stimmung ihrer Zuhörer - und auch ihre eigene - nicht gerade hob.
"...kamen sie mit Schwert und Feuer,
Menschen, Bestien, Ungeheuer;
Sangen trunken Schlachtenlieder,
Rissen Haus und Krippe nieder..."


Die Anschläge der getarnten Handlanger der Roten Hand pflanzten zweierlei Gefühle in den Sinn der Nekromantin: einerseits musste sie nur noch stärker um Jared bangen und ihn stetig, wenn auch oftmals unbemerkt, im Auge behalten; andererseits, weckte die beunruhigende Kunde in ihr die gemeine Hoffnung, eines der Attentate würde auch mal Conina gelten. Manchmal ging sie in Gedanken sogar soweit, ernsthaft einen eigenen Anschlag auf die Waldhüterin zu planen, um diesen dann den feindlichen Assassinen in die Schuhe zu schieben. Olladra sei dank erfuhr die Eldeenerin nie von Liljas Plänen und musste sich auch nicht deren Ausführung erwehren - zu dieser kam die junge Karrn zum Glück noch lange nicht.
Die Waldläuferin verlor zwar für die Totenbeschwörerin nie ihre Bedeutung als Sündenbock, doch die Aufmerksamkeit des Mädchens galt während der Reise zumeist jemand anderem. Bloß das ferne Dal Quor, in das sie jede Nacht allmählich wieder zurückfand, braute ihr quälende Zerrbilder Coninas zusammen - mal als ihre eigene Mörderin, mal als Mörderin von Jared oder ihrer Familie, das Zeichen der Silberflamme am Kettenhemd hell und höhnisch strahlend, mal als verführerische Hexe, die ihr den Liebsten mit einem kühlen Lächeln auf den Lippen wegnahm.
Kein einziges Mal im Laufe der Fahrt schlief die Karrn gut und ruhig, ohne zwischendurch zitternd aufzuwachen. Auch tagsüber war der zerknitterten Lilja deutlich anzusehen, wie wenig Erholung sie in den Stunden der Dunkelheit fand.
Und schließlich bekam sie zum Ende der Reise auch noch andere Sorgen...

Nun ist die Karawane keine volle Tagesreise mehr vom vorläufigen Ende des Weges entfernt. Der Nekromantin wäre es lieber, wenn alle Zug- und Reittiere sich endlich im Galopp voranbewegen würden, anstatt phlegmatisch und scheinbar ewig ihre Bürden zu schleppen. Oder, dass die ach so klugen Kommandanten sich einen sinnigeren Auftrag für die Abenteurer ersinnen würden, anstatt die allgegenwärtige Verzweiflung einzuatmen.
"Ach, ist auch egal," entscheidet Lilja, denn sie hat gemerkt, dass mit ihr etwas nicht stimmt.. Während die Sonne den Zenit streift, hält die Generalstochter nach Aarnai Ausschau, und reitet auf die Höhe der Wandlerin, um ihr zunächst mit einem ernsten Blick, dann mit einem nicht minder bedeutungsvollen "Du, ich muss mal mit dir reden, Aarnai" zu signalisieren, dass sie ein Gespräch sucht. Wenn die Balinorpriesterin dem Mädchen Aufmerksamkeit schenkt, nähert diese sich noch weiter der Wandlerin und spricht leise, die großen Augen voller Besorgnis:
"Ich, ähm... Meine Blutungen sind langsam überfällig... Schon seit zwei Tagen. Was...heißt das?"
I loathe to breathe, I loathe to feel,
I loathe to know that what I hate's still real,
I'm tired of waking up into the same old shape,
I yearn to end it, but there's no escape...

Conina

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[Part II] Red Hand of Doom
« Antwort #3 am: 11.02.2008, 19:26:50 »
Hätte Norro Winston und der Rest des Rates sich dafür entschieden zu bleiben, Conina wäre nicht geblieben und hätte auch deutlich zum Ausdruck gebracht, warum sie Richtung Brindol würde reiten. Doch ein wenig Vernunft hatte sich doch noch beim Stadtrat von Drellin´s Ferry gezeigt, obwohl es den Anschein machte, als wäre alle Mühe umsonst.
Dieses Gefühl, dass die Anwesenheit von Storm und ihr völlig überflüssig war, kam ihr auf, als sie, statt dank für ihre Hilfe zu erhalten, angeschnauzt wurde, weil sie es wagte, ein paar vernünftige Worte zu äußern. Der Dank war stattdessen Geld, das keinesfalls ein ehrlich gemeintes Wort des Dankes bezahlen kann. Selbst nachdem der Stadtrat gesehen hatte, was in ihrer Heimat geschieht, kam keiner auf einen der Gruppe zu - zum Ärgnis von Conina.

Aber eigentlich ärgerte die Waldhüterin die Angelegenheit nur am Rande, denn es gab noch viel mehr, was sie störte. Es war eine wahre Flut von Unannehmlichkeiten, welche ihren Höhepunkt darin erreichte, dass sie Rheon mitriss und aus ihrem Leben nahm.
Alles wäre nicht so schlimm, wenn er ihr nicht so viel bedeuten würde, wenn er nicht eine unersetzliche Stütze in den letzten Tagen für sie gewesen wäre. Nur weil er ihr etwas bedeutet, war sie überhaupt sauer auf ihn, sauer auf: sein anweisendes Verhalten am vorletzten Tag, seinen kühlen Abschied und auch darüber, dass er das Tat, wozu er einfach der geeigneteste Mann war, nämlich als vertrauenswürdiger Bote die Karte zu überbringen.
Dementsprechend geknickt war Conina die ganze Reise über, auch wenn ihr weiterer Ärger mit der gräßlichen Nekromantin erspart blieb.

Lilja sollte sowieso noch ein großes Problem werden. Sollten sie zusammenbleiben, wie sehr Conina auch lieber mit ihresgleichen kämpfen würde, dann würde es Khyber auf Eberron werden. Denn nun hat Conina keinen stützenden Halt mehr, niemanden der sie tröstet, niemanden der Lilja einmal ernsthaft ermahnen würde.
Zwar hatte sie noch Storm, doch der Kriegsgeschmiedete war ein stiller und wenig mitfühlender Unterstützer, niemand an den sie sich lehnen konnte, niemand der Lilja ermahnen konnte und auf den Lilja wenigstens ein wenig hörte.
Nur als Storm eines Abends auf sie zukommt und sie fragt, ob er das verhasste Zeichen der Silbernen Flamme entfernen soll, kommt es Freude und auch Hoffnung auf. Denn diese Geste, wenn sie vielleicht auch von der Waldhüterin überinterpretiert, lässt Conina sich nicht ganz und gar allein vorkommen. Etwas menschliche Wärme fehlt trotzdem, auch wenn Storm jeden Morgen und jeden Abend ein kleines Lächeln auf Coninas Gesicht zaubert.
Lilja dagegen hatte Jared und, auch wenn sich die Wandlerin um Neutralität bemühte, Aarnai, und seit Neustem auch Ajax, an ihrer Seite, die das Mädchen regelrecht, wie es Conina vorkam, bemutterten, trotz aller Bösartigkeit und auch, obwohl es Lilja überhaupt nicht verdient hat.

Conina, die viel geweint hat in den letzten Tagen, weint auch schon wieder, als sie Lilja zu Aarnai gehen sieht. Denn auch dies ist wieder ein Stich in das Herz von Conina, welche sich völlig allein fühlt, obwohl sie in der Gesellschaft von Hunderten ist.
In Talar angekommen, sattelt die Waldhüterin, wie jeden Abend stumm ihr Pferd ab und baut ihr Lager in der Weggefährten auf, welche leider in dem Tross, wegen der letzten Tage, ihre beste Bekanntschaft wurden und zu denen sie sich trotz allem Nähe wünschte, weil sie hoffte, dann nicht ganz allein zu sein.
Wenigstens kann ich Mutter wieder sehen, wenn wir nach Brindol kommen.
"Ich habe gar nicht damit gerechnet zu sterben!"

Storm

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[Part II] Red Hand of Doom
« Antwort #4 am: 12.02.2008, 00:00:54 »
Die Entscheidung des Rates nimmt Storm mit Genugtuung zur Kenntnis. Wie erwartet waren die beiden Kriegerinnen auf seiner Seite, ein guter Soldat weiß, wann der falsche Moment zum Kämpfen ist und zieht sich lieber zurück, um sich dem Feind ein andern Mal zu stellen. Auch dass der Adlige dagegen ist, ist keine Überraschung für ihn. Im Krieg hat er es oft genug erlebt, dass Reiche sich gegen das offensichtliche stellen nur um ihren Besitz zu verteidigen. Scheinbar schien Reichtum in der Hinsicht oft blind zu machen, schließlich konnten Häuser neu gebaut und Felder neu bestellt  werden, solange man am Leben bleibt. Er selbst wäre bei der Verteidigung des Dorfes nicht geblieben. Wahrscheinlich hätte er sich über einen Umweg nach Brindol begeben, in der Hoffnung, dass ihm andere Dörfer mehr glauben schenken. Doch darüber brauch er sich nun keine Gedanken mehr machen.

Das Rheon sie verlässt, erfüllt ihn ein wenig mit Wehmut. Zum einem verliert er damit seinen Landsmann in der Gruppe, das Konzept der Neutralität der Drachenmalhäuser ist ihm nur unzureichend bekannt. In gewisser Hinsicht war Rheon ob gewollt oder ungewollt der Kommandant der Gruppe gewesen, stets um Neutralität bemüht und mit dem Versuch jeden Streit zu schlichten. Was ihm fehlte war jedoch klar die Führungsfertigkeiten im Kampf. Storm nimmt sich vor für den nächsten Kampf mehr Instruktionen zu geben, schließlich war er ein alter Kriegsveteran und hatte einige Erfahrungen auf dem Schlachtfeld gesammelt. Blieb also nur Rheons Nachfolge außerhalb der Kämpfe offen, die er aber mit Sicherheit nicht erfüllen konnte. Er besaß nicht das Vertrauen aller und war gegenüber dem Rest, besonders gegenüber Lilja, alles andere als voreingenommen. Sein Versprechen sie zu töten, sollte sie ihn noch einmal stark beleidigen  oder ähnliches hat er noch nicht vergessen und auch die Bewohner des Eldeenreiches wären mit Abwenden der Gefahr wieder seine Feinde.

Doch zur Zeit, sind sie seine Schutzbefohlenen. Nicht nur die Mitglieder seiner Kampftruppe, sondern auch die Bewohner des Dorfes und genau da liegt das Problem der Reise für ihn. War zuvor schon keine klare Formation in ihrer Reise gewesen, so war dies das reinste Chaos. Niemand blieb auf seiner Position, Reiter und Gespanne überholten sich gegenseitig, dazwischen überall Leute zu Fuß und das ganze in einer extrem langsamen Geschwindigkeit. Hinzu kommt die Langweile, die Storm immer verspürt, wenn er nicht kämpft. Die Hinterhalte und Attentate sind zudem nicht die Art und Weise, in der er gelernt hat zu kämpfen und er kann sich nur schwer damit abfinden, dass seine Axt zur Zeit häufiger zum Holz machen benutz wird, als zum Schädel spalten. Um dennoch nicht ’einzurosten’ beginnt er nachts, wenn er eh nichts zu tun hat, wie ein Mensch zu trainieren um seine Fähigkeiten zu erhalten und wenn möglich zu verbessern. Vorher jedoch schafft er es endlich seinen Körper zu reparieren und wieder voll auf Fordermann zu bringen.

Da ihn die Trockenübungen jedoch auch schnell langweilen, bittet er Conina ihm nachts ihr Kettenhemd zu geben um das Symbol der silbernen Flamme zu entfernen, schließlich gehört Thrane zu seinen Feinden und die silberne Flamme ist für ihn untrennbar mit der Nation verbunden. Sollte Conina es ihm geben, würde er sich in mühsamer und vorsichtiger Arbeit daran machen das Symbol zu entfernen, auch wenn er dadurch wohl länger braucht, als ein professioneller Rüstungsschmied. Die Reisezeit verbringt er an der Spitze des Zuges, um einen Gegner früh zu bemerken und den Zug verteidigen zu können. Nachts wacht er trotz seiner Nebentätigkeiten so gut er kann über den Zug, hauptsächlich jedoch über die Kampfgefährten. Ab und zu geht er mit den Wandlerinnen jagen, um Nahrung für den Zug zu beschaffen.

Letzten Endes gehört die Woche mit dem Zug zu den langweiligsten seines Lebens, selbst in der langweiligsten Zeit der Stationierung am Wynarn hatte er mehr zu tun, schließlich galt es Befestigungen auszubauen, neue Waffen zu bauen und alte zu warten. Jedoch war dies sicherlich in Brindol wieder erforderlich, so sie den Zug dorthin begleiten würden. Er selbst versucht immer von Spähern und Boten die neusten Bewegungen des Feindes zu erfahren und trägt sie gedanklich auf der Karte ein. Insgeheim überlegt er wie er dem Feind erneut Schläge versetzten kann, wie den an der Brücke. Am Tag vor Ankunft in Talar ist in ihn der Plan gereift den Zug zu verlassen und nach Norden aufzubrechen um den Gerüchten nach den dortigen Aktivitäten des Feindes nachzugehen. Die Option nach Süden aufzubrechen besteht für ihn nicht, scheint doch dort kein Feind zu sein. Am Abend sobald das Lager aufgebaut und alle mehr oder weniger versammelt sind, stellt er daher die Frage, ob sie den Zug weiter begleiten, weiß er doch, dass alleine aufbrechen Selbstmord ist. “Wenn sie den Zug verlassen können sie dem Feind vielleicht weitere Schläge versetzten, dass würde die Truppen des Feindes schwächen und möglicherweise woanders binden. Laut Karte ist Tag 25 der Inversion wenn sie den Ort erreichen, somit haben sie genug Zeit gewonnen um rechtzeitig Brindol zu erreichen. Das gefährlichste Stück des Weges sollte überwunden sein, der Fluss muss die Flanke des Zuges schützen.“
Verdammte Axt!
Killing means never having to say you're sorry!

Ajax

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[Part II] Red Hand of Doom
« Antwort #5 am: 12.02.2008, 00:21:14 »
Der Verlauf der Versammlung überrascht Ajax doch etwas. Dass sich die Menschen hier so schnell von ihrer Heimat lösen und die Flucht antreten hätte sie nicht gedacht. Andererseits haben Storm und Conina wirklich ausgezeichnete Argumente und die Geschehnisse der Vergangenen Tage sind mehr als Beunruhigend. Doch das der Rat so schnell und effektiv handelt war nicht abzusehen.
Nicht das sie unglaublich an diesem Kaff hängt. Sie findet sowieso die freie Natur viel ... freier. Sie kann nicht verstehen Ansässig zu sein und immer mit denselben Leuten Umgang zu haben. Die wenigen Stunden die Ajax in diesem Dorf verbracht hat haben jedenfalls nicht ausgereicht um eine Engere Bindung an diese Leute aufzubauen. Jetzt sieht sie jedoch die ganzen Leute ihr Zeug zusammen packen und sie lächelt. Diese Leute haben sie nicht gerade mit offenen Armen empfangen und waren auch sonst wenig freundlich und so beobachtet jetzt Ajax fast schon schadenfroh wie sie sich abhetzten. All das, was diese Menschen so viel Zeit raubt, dass alles entfällt bei Ajax. Sie hat nur das was sie am Körper trägt und im Rucksack transportiert. Allgemein fühlt sie sich in Häusern und Dörfern eingeengt. So wenige Möglichkeiten sich zu verstecken. Jedenfalls stellt sich das Ajax als schwer vor.
Und so kommt es das Ajax auf Melanthinos in Richtung Brindol reitet. Inmitten einer Karawane von Unbekannten. Wenn man von Jared, Storm, Conina und Lilja absieht. Und natürlich Aarnai, von deren Seite Ajax nie weicht.
Aarnai. Allein die Erwähnung dieses  Namens löst bei ihr schon eine wärmende Freude in der Magengegend aus. Jedesmal wenn Ajax sie anschaut steigt ihre Stimmung um ein vielfaches. Jeder Moment den sie neben ihr her reitet oder einfach nur im Bett neben ihr liegt, ist für sie Absolute Entspannung. Jeder Augenblick den sie sich küssen ist wunderbar für sie und eigentlich will sie den Kuss nie unterbrechen.  Jede Berührung von Aarnai löst ein Gefühl der Zufriedenheit aus, dass ihres Gleichen sucht. Die Zweisamkeit mit Aarnai ist das schönste was sich Ajax vorstellen kann.
Doch Innerhalb der Karawane fühlt sich Ajax einfach nur bedrängt. Das ist einfach nichts für die an die Einsamkeit gewohnte Wandlerin. Mehrmals am Tag verlässt sie die Route und späht die nähere Umgebung des Flüchtlingszuges aus. Nach dem Gespräch mit dem Druiden der die Anzahl der Tiere als sehr gering bezeichnet hat, achtet Ajax mehr auf ihre Umgebung und insbesondere auf die Tiere. Während sie an den Pflanzen nicht viel Veränderung feststellen kann, überrascht sie das fast vollständige fernbleiben der Tiere doch arg. Anscheinend hatte sie die Lage tatsächlich falsch eingeschätzt.
Während der Reise hält sie sich hauptsächlich in der Nähe von Jared und Lilja auf. Die beiden sind nett und so langsam gewinnt Ajax Vertrauen in das Mädchen mit den sonderbaren Kräften. Aber auch Jared ist nicht gerade als ganz normaler Mann zu bezeichnen. Er scheint zwar in Ordnung zu sein, doch seine Liebe zu Lilja macht ihn schwach, das sieht selbst Ajax. Zu Conina hat sie fast gar keinen Kontakt. Sie ist meist alleine und sucht auch keinen Kontakt. Seit Rheon nicht mehr da ist scheint sie verändert. Doch kann sie nichts dagegen machen. Ajax kann nur zusehen und die Schultern zucken. Zu Storm hält sie jedoch abstand. Der Kriegsgeschmiedete ist ihr einfach zu Angsteinflößend als das sie sich freiwillig zu ihm trauen wurde. Seine ruhige Kontrollierte Art hat zwar auch etwas für sich, doch wirkt alles auf Ajax von ihm so künstlich.
Und so reitet sie meist an Aarnais Seite entlang und verlässt nur für ihre Spähunternehmen diesen Platz.
121. I am not a contractor for Dragon Cave Cleaning Services Inc.

Jared

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[Part II] Red Hand of Doom
« Antwort #6 am: 12.02.2008, 03:08:19 »
Die Entscheidung des Rates fiel zum Glück und dem Syberis sei dank richtig aus. In den wenigen Stunden in welchen er sich im Dorf langweilte und bangen musste, zogen an seinen Nerven, doch als sie endlich vorbei waren und der Aufbruch fest stand war Jared froh endlich weiter von der Armee weg zu kommen und noch froher, dass keiner der Bewohner sein Leben sinnlos wegwerfen musste, doch über all diesen positiven Dingen stand wie immer der dunklen Schatten der Verzweiflung. Die wenigen Stunden hatten ihm nur wieder deutlich gezeigt, wie schlecht es eigentlich um seine Beziehung mit Lilja stand. Noch vor wenigen Tagen wären diese Stunde wie im Flug vergangen, doch jetzt erscheinen sie ihm so zäh wie Harz und so schwer wie Blei zu sein und auf seiner Seele zu lasten. Doch eine leichte Hoffnung keimt trotz aller Umstände in seinem Herzen, dass die Reise ihm eine weitere Chance geben würde, eine weitere Möglichkeit wieder einen rechten Weg zu finden und ihre Liebe zu alter Blüte zu treiben, doch noch ahnte er nicht wie falsch er damit liegen würde und das die Reise ihn nur noch tiefer in die Dunkelheit reißen würde.

Doch die Reise selbst belastet den jungen Mann nur noch mehr und treibt seine Laune eher in den Keller als irgendwo anderes hin. Riesige Menschenausläufe ist er zwar gewöhnt, doch irgendwie wirkt diese Karawane sehr viel anders auf ihn als die Menschenaufläufe in Sharn.
Zwar gibt es auch dort viele traurigen Gestalten zu sehen, oftmals Bettler und einige Existenzen am Minimum, doch hier wirkt diese gesamte Verzweiflung, die Sorgen und Nöte auf eine andere Weise. Es waren nicht die Probleme irgendwelche Städter, welche seit Jahre so leben und sich für eine warme Mahlzeit gegenseitig die Kehle aufschneiden. Leute, welche man so schnell vergisst wie man sie gesehen hat. Leute, welchen man nicht helfen kann, da sie unterdrückt werden von einer riesigen Bestie, welche sich Sharn nennt.
Nein diese Karawane verströmt die Sorgen, Nöte und Ängste von Menschen, welche ein normales Leben hatten. Einen Besitz, eine Familie, ein Leben. Die vielen verzweifelten Gesichter, die Anspannung und die ungewohnten Ausdrücke auf den Gesichtern der Leute, bedrückten ihn zu tiefst. Er fühlt sich fast so als würde er in diesem Sog aus Trauer versinken, doch er hält sich an dem Glauben fest, dass er wenigstens etwas verändern kann. Etwas für diese Leute tun kann und wird.  
Doch mit jedem Überfall, mit jedem Attentat sinkt seine Hoffnung etwas. Mit jedem von Pein gezeichnet Gesicht, welches eine geliebte Person verloren hat, wird er an das erinnert, was er am meisten fürchtet. Den Verlust seiner Liebe, doch im Moment schmerzt ihn mehr die Erkenntnis, dass er sie schon verloren hat. Auf eine andere viel schlimmere Weise. Eine, welche ihn von ihr trennt, doch sie nicht aus seinem Leben reißt.

Denn Anfangs hegt er noch die leise Hoffnung, dass ihre Beziehung wieder auf dem Weg der Besserung ist, doch wie es scheint hatte er sich geirrt.
Schon am ersten Tag der Reise überlegt er angespannt und voller Verzweiflung, was er tun könnte, um wieder eine Wiedergutmachung zu erreichen, seine Liebe zu erneuern und seine Dummheit ungeschehen zu machen. Er zermartert sich in den langen, endlosen Stunden der Reise darüber den Kopf, doch es fällt ihm nichts ein, außer die Erkenntnis, dass wahrscheinlich nichts seine Dummheit ungeschehen machen kann. Denn weitere Entschuldigungen, so gestand er sich ein, würden kaum helfen, noch wüsste er eine wirklich Geste, welche jeden Zweifel zerstören würde. Lilja verlangt einen unerschütterlichen Beweis seiner Liebe, doch was das Mädchen damit genau meint bleibt ihm leider ein Rätsel. Durch diese Ratlosigkeit, kommt auch seine3 mangelnden Initiative und seinen starken Zweifeln zustande..
Doch dann entschied sich Jared für das Einzige, was ihm wichtig und richtig erschien oder zumindest, dass einzige was er machen kann. Liljas Nähe aufzusuchen und in ihrer Nähe zu verweilen. Doch kaum ist er nach langem Zögern bei ihr, kommt er sich selbst blöd vor und verflucht sich für sein Mangel an Worten, für seine ungeheure Dummheit und sein absolutes fischen im Dunkeln bei der Suche nach einer Lösung. Am liebsten würde er sie einfach umarmen, Küssen und sie lieben, doch er hat Angst vor der Reaktion seine Liebe und ihre Signale scheinen ihm in seinem Zögern zu bestätigen. Die Beklemmung in ihrer Stimme, stürzten ihn in allerdings am meisten in Verzweiflung, denn die Angst des Verlustes bekam nur noch mehr Nahrung und vergiftet seinen Verstand, denn wenn sie nicht einmal mehr unbeschwert mit ihm reden kann, scheint es wirklich sehr arg zu stehen.

All diese Umstände zeigten Jared letztendlich nur, dass er etwas sehr schönes durch seine eigene Dummheit zerstört hat und den Weg zurück erheblich erschwert, wenn nicht sogar zerstört hat. Was ihm zu seinem Unglück auch noch ständige vorgehalten wird und ihm unzählige schlechten Stunde in Dol Quor verschafft.
Oft stolpert er von einem Alptraum in den Nächsten, von einem Schrecken in den Anderen bis die gnädige Sonne ihn daraus entlässt. Seine Ängste vor der Trennung und dem Verlust vermischten sich dabei, in den langen Nächten neben Lilja, mit dem langsam wiederkehrenden Traum von Conina und Storm als Mörder von Lilja, welche als Untote wiederkehrt. Sie nehmen in seinen Kopf neue bizarre Formen an, doch in jedem seiner Träume ist er allein oder verliert Lilja, manchmal verschwindet sie einfach, manchmal wird sie getötet, manchmal sogar durch seine eigene Hand, doch in jedem Traum wird die Umgebung immer grausamer je weiter die Nacht voran schreitet und unzählige blutige Bilder vermischen sich mit der Verzweiflung der Mitglieder der Karawane, um ihm jedes bisschen Erholung zu rauben.
Doch etwas weiteres raubt ihm ebenfalls seinen Schlaf und lässt ihn langsam immer säuerlicher werden. Denn in den letzten beiden Tagen scheint sein anormales Drachenmal wie eine schlummernden Beste aus seinem Schlaf erwacht zu sein.
Immer wieder fängt es unkontrolliert an zu pulsieren und sich förmlich in seine Haut zu brennen, doch am schlimmsten ist es, wenn er dabei über Lilja nachdenkt, denn dann so scheint es Jared, vergiftet das Mal seine Gedanken mit der Verlockung seine Macht einzusetzen, um seine Probleme zu lösen, doch zweifelt er stark daran und unterdrückt diese Gedanken mit aller Kraft.

All diese Verzweiflung in der Luft, die Ratlosigkeit in seinem Herzen und das Gift des Drachenmales in seinem Kopf führten zu einer Verschlechterung seiner Laune, zu einer gesteigerten Gereiztheit und einer Tendenz sich im Moment abzukapseln. Der unerholsame Schlaf zeichnet sich am letzten Tag vor dem Erreichen der Stadt Talar besonders deutlich in seinem Gesicht ab, doch auch sonst wirkt er sehr Gereizt und unfreundlich, wenn ihn irgendjemand außer Lilja anredet, sei es eine Person aus der Gruppe oder aus der Karawane.  
Zwar würde er nichts lieber tun als seinen Frust ab zu bauen und über etwas zu reden, doch es fehlt es ihm an Gesprächspartner oder zumindest redet er sich das ein. Denn Storm war einfach für so etwas nicht gut, Conina hat ihre eigenen Probleme und würde sicherlich auch nicht sonderlich gut auf ihn zu sprechen sein und nun die Wandlerinnen verstand er kaum und irgendwie fehlt ihm auch etwas die Vertrautheit im Umgang mit ihnen. Lilja fiel leider völlig raus.
Vielleicht wäre Rheon eine passende Person gewesen, aber vielleicht redet er sich das auch nur ein, jetzt wo er weg ist. Eigentlich hegte er keine große Sympathie für den Mann aufgrund seiner Herkunft, aber er hat ihn respektieren gelernt als verlässlicher Verbündeter, ruhender Pol und geduldiger Lehrer. Zwar verlosch damit auch die Gefahr einer übermäßigen schädlichen Reaktion falls sein Drachenmal entdeckt wird, doch wirklich erfreuen kann sich Jared im Moment nicht daran.
Da sein Umgang, seine Worte und die Zärtlichkeiten mit Lilja tendenziell in den letzten beiden Tagen gegen null gegangen sind, beschäftigt er sein überlasteten Kopf mit dem reinigen seines Schwertes, um ihn frei zu bekommen. Er wiederholt dies oft in den wenigen Tagen und hängt auch einige trockenen Übung mit Schwert an.
Doch letztendlich flieht er damit nur vor dem Problemen, welchen er sich nicht mehr stellen will oder einfach nicht die Kraft hat, doch jetzt, so kurz vor dem Ziel scheint seine Laune nicht besser zu werden, wenn auch der Gedanke an ein weiches Bett und ein Bad ihm etwas antrieb gibt. Doch bald würde er auch wieder bereit sein müssen, sein Leben für ein fremdes Land in die Wagschale zu werfen.
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Aarnai Wulfkhant

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[Part II] Red Hand of Doom
« Antwort #7 am: 14.02.2008, 14:58:05 »
Als Storm und Conina von der Verhandlung zurück kommen, schnappt Aarnai sogleich ihre Sachen um aufzubrechen - ohne sich zuvor das Ergebnis des Gespräches anzuhören. Denn dass sie nicht hierbleiben würde, ist für die Wandlerin klar. Umso zufriedener ist sie dann allerdings, als sie hört, dass das Dorf evakuiert wird. Auch wenn sie während des Wartens festgestellt hat, dass so ein Dorf immerhin besser ist, als die Städte, die sie bisher gesehen hat, wundert sie sich dann doch, wie lange die Menschen brauchen, um sie für die Reise bereit zu machen. Erstaunt stellt sie fest, was sie alles mitnehmen, ärgert sich allerdings auch ein wenig darüber, da die Reise so wahrscheinlich länger benötigen würde.

Während die Gruppe mit all den Menschen dann reist, überkommt Aarnai immer wieder Ungeduld. Dass sie nur recht langsam vorwärts kommen, stört die sonst so ruhige Wandlerin und immer wieder versucht sie sich vorzustellen, was der Feind wohl gerade macht. Einmal sucht sie daher sogar Storm auf, um sich zu erkundigen, was der Kriegsgeschmiedete darüber denkt und ob er bereits Vorschläge für ihr weiteres Vorgehen hat. Auch wenn ihr die kühle Art Storms und seine künstliche Erscheinung nachwievor Unbehagen bereitet, muss Aarnai - gerade jetzt, wo Rheon nicht mehr bei ihnen ist - seine Kompetenz in solchen Sachen doch anerkennen.

Ansonsten reitet die Wandlerin meist schweigend neben den anderen her und wirkt öfters ein wenig abwesend. Immer wieder lässt sie sich auch ein Stück zurückfallen oder reitet ein wenig vor. Auch auf die Jagd geht sie diese Tage wieder öfter, vorzugsweise gemeinsam mit Ajax. Das Zusammensein mit der kleinen Wandlerin bereitet ihr nachwievor große Freude und Zufriedenheit und sie sucht immer wieder deren Nähe. Trotz der eintönigen Reise und der lauernden Schrecken, gelingt es stets alles Negative zu verdrängen, wenn sie Ajax berührt und küsst.

Auch wenn sie während der Reise oft stundenlang Ajax glücklich betrachtet, versucht Aarnai immer wieder, auch einen Blick auf Lilja zu werfen um zu sehen, wie es der jungen Karrn geht.

Irgendwann, als sie wieder in Gedanken versunken ist, bemerkt Aarnai, dass Conina während der Reise oft einsam scheint. Sie hätte großes Verständnis dafür, wenn die Waldläuferin gerne alleine sein möchte, nimmt sich aber trotzdem vor, Conina bald einmal darauf anzusprechen und nachzufragen, ob alles in Ordnung ist. Vielleicht bereitet ihr ja die Abwesenheit von Rheon Kummer? Die beiden schienen sich zu mögen.

Dann nähert sich allmählich das Ende der Reise mit den Menschen gemeinsam. Auch wenn jetzt wieder ein anstrengenderer Teil auf die Gruppe zukommt, ist Aarnai doch recht zufrieden damit, dass es nun bald wieder etwas zu tun geben würde. Als sie nur noch einen Tag von ihrem Ziel entfernt sind, kommt dann Lilja auf sie zu. Aarnai freut sich, dass das Mädchen ihr offensichtlich vertraut, doch bei Liljas Offenbarung verschlägt es ihr die Sprache. Ihres Wissens nach gab es nur eine mögliche Erklärung dafür, und genauso wie Aarnai sich darüber freut, dass Lilja solches Glück zu Teil wird, macht es sie auch fertig, da der Zeitpunkt unpassend und Lilja bestimmt nicht bereit dafür ist. Unsicher wie sie reagieren soll, meint Aarnai daher erst einmal - so gefasst wie möglich: "Und du hast sie bisher immer regelmäßig bekommen?"
"2 Tage müssen noch nichts bedeuteten.", redet Aarnai sich dabei ein und blickt dabei Lilja ernst an. "Wie sie wohl reagiert, wenn ich es ihr sage? Und vor allem: was macht sie, wenn es stimmt?"

Lilja von Rottmulde

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[Part II] Red Hand of Doom
« Antwort #8 am: 14.02.2008, 17:48:39 »
"J-ja," nickt Lilja; ihre Unsicherheit hat nichts mit Aarnais kurzem Zögern zu tun, das sie gar nicht als bedeutungsschweres Zeichen wahrnimmt, sondern eher mit der Beunruhigung, die sie erst bewogen hat, die heilkundige Wandlerin darauf anzusprechen. "Was heißt das jetzt?"
Als letztes Kind ihrer Mutter hat die junge Karrn natürlich keine Möglichkeit gehabt, den Beginn oder Verlauf einer Schwangerschaft bei jener mitzuerleben, und ist demensprechend ahnungslos, vor welcher Offenbarung sie steht. Sie fürchtet sich einfach, krank geworden zu sein, an einer Stelle, wo es nicht gerade angenehm ist, und fragt sich, was ihre Intimität mit Jared damit zu tun haben konnte - Gedanken, die nicht gerade sonnenhaftes Lächeln auf die Lippen der Totenbeschwörerin zaubern.
I loathe to breathe, I loathe to feel,
I loathe to know that what I hate's still real,
I'm tired of waking up into the same old shape,
I yearn to end it, but there's no escape...

Aarnai Wulfkhant

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[Part II] Red Hand of Doom
« Antwort #9 am: 15.02.2008, 08:38:39 »
"Hmm", brummt Aarnai und beginnt dann zögernd zu reden: "Zwei Tage sind noch nicht viel. Vielleicht gibt es auch andere Möglichkeiten, die ich nicht kenne, aber" - nachdem sie bisher eher auf den Boden gestarrt hat, blickt Aarnai Lilja nun direkt an und spricht nun mit ernster, fester Stimme: "Lilja, du bist schwanger." Danach umarmt die Wandlerin die Karrn.

Conina

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[Part II] Red Hand of Doom
« Antwort #10 am: 15.02.2008, 15:45:39 »
Conina hört zwar, was Storm sagt, aber doch hat sie wenig Sinn dafür, sich dazu zu äußern. Mit dieser Gruppe will sie nicht losziehen, lieber würde sie versuchen ein paar Waldhüter aufzutreiben, dir ihr helfen würden, die Idee von Storm umzusetzen - doch leider hatte sie niemanden gefunden, der sich von seiner Aufgabe gegenüber den Flüchtlingen lösen würde.
Aus dieser Gruppe würde sie höchstens Storm mitnehmen, auch wenn sie noch immer nicht weiß, wie sie ganz genau zu dem Metallriesen stehen soll, auch wenn sie ihn mag.

Der Kriegsgschmiedete tut ihr, auch weil sie selbst nicht auf diesen eingeht, ein wenig leid. Denn keiner hört ihm zu, auf jeden Fall nicht Lilja und Aarnai, welche wenig entfernt Abseits stehen.
Diese Paar beobachtet Conina aus dem Augenwinkeln, vorbei an ihren Händen, welche sie vor ihr mit Tränen gezeichneten Gesicht hält.
Voller Hass starrt die Waldhüterin auf Lilja, welche in verschiedenen Gewaltfantasien schon mehrere hundertmal gestorben ist, und merkt dabei nicht, dass es inzwischen soweit gekommen ist, wie Lilja immer unrechtmäßig behauptet hat. Denn Neid verstärkt ihre Wut auf die Totenbeschwörerin. Sie ist neidisch auf all die Zuneigung, welche Lilja bekommt, sowohl von Jared, wie auch von Aarnai - aus welchen Gründen auch immer die Wandlerin die Gifthexe umarmen mag, ist Conina egal.
Sie sind alle vergiftet, von dieser Hexe und ihren dunklen Kräften. Denkt Conina und versteckt nun wieder ihre Augen hinter den Händen, während neue Tränen sich in ihren Augen fließen.

Einige Sekunden später erhebt sich urplötzlich die Waldhüterin von ihrem Platz, geht zu ihrem Pferd, streichelt es ein wenig und kümmert sich. Solange, bis sie Hektor losbindet und mit ihrem Pferd zusammen sich nun doch von der Gruppe trennt, in der schwachen Hoffnung, dass sie irgendwo ihre Verdiente Anerkennung bekommt.
"Ich habe gar nicht damit gerechnet zu sterben!"

Ajax

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[Part II] Red Hand of Doom
« Antwort #11 am: 15.02.2008, 20:10:52 »
Ajax hat in letzter Zeit etwas mehr acht auf Conina gegeben. Natürlich ist sie in Gedanken immer noch bei Aarnai, doch ab und zu beobachtet sie auch Conina. Und nach einiger Zeit fällt ihr einiges auf. Zunächst die Tränen die sie immer wieder vergießt und das andere sind die Hasserfüllten Blicke, die sie zu Aarnai und Lilja wirft. Das sie sich nicht so gut mit Lilja versteht ist ihr klar, aber dass sie solch eine Abneigung gegen sie hegt, war ihr unbekannt. Sie nimmt sich vor Conina darauf anzusprechen, doch kaum schaut sie einmal weg und dann wieder zu ihr zurück, ist sie verschwunden. Doch nur kurz, denn die erfahrenen Augen der Späherin haben schnell Conina auf ihrem Pferd ausgemacht und so läuft sie schnell zu Melanthinos und steigt auf.
Schnell hat sie zu Conina aufgeschlossen und ruft zu ihr: "Wohin willst du? Kann ich mitkommen?"
121. I am not a contractor for Dragon Cave Cleaning Services Inc.

Conina

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[Part II] Red Hand of Doom
« Antwort #12 am: 15.02.2008, 21:21:24 »
Conina, welche gehofft hatte, dass sie durch ruhiges Verhalten, möglichst unbemerkt verschwinden zu können, erschreckt sich erst und ist dann wenig begeistert, als sie die Stimme von Ajax hört.
Dass die kleine Wandlerin ihr gefolgt war, hatt die Waldhüterin nicht gewußt, weil sie sich mit voller Absicht nicht ungedreht hatte und in dem ganzen Trubel nicht gehört hat, dass sich jemand auf ihre Verfolgung gemacht hat.
Eine alte Taktik von Lilja anwenden, schaut Conina nach untern, so dass ihr Haar vor ihr Gesicht fällt, damit Ajax nicht möglicherweise aus ihrem Gesicht lesen kann, was in ihr vor geht.
Besonders wichtig ist dies, als Conina sagt: "Lass mich in Ruhe!" Denn jedes einzelne Wort tut Conina weh, weil jedes einzelne Wort Teil einer großen Lüge ist.
Auch wenn Conina nicht mit Ajax reden will, gibt es in ihr einen Teil der sein Glück nicht fassen kann und sich darüber freut, dass sich jetzt jemand um sie kümmert. Diesen schönen Teil versucht Conina jedoch mit aller Gewalt zu vertreiben.
"Ich habe gar nicht damit gerechnet zu sterben!"

Jared

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[Part II] Red Hand of Doom
« Antwort #13 am: 15.02.2008, 22:36:06 »
Jared reitet auch an diesem Tag noch mit dem Kopf voller schlechter Gedanken und der Laune eines mürrischen Valenarkriegers. Seine Gedanken beanspruchen ihn fast vollständig und je länger er in diesem Pfuhl aus Selbstmitleid, Hass und Trauer verweilt, desto weniger bemerkt er von seiner Umgebung, desto unaufmerksamer wird.
Auch diesmal sitzt er geknickt wirkend in seinem Sattel und bemerkt kaum etwas, während sein Pferd unruhig hin und her tänzelnd.
“Was, nur was verlangt sie? Bin ich vielleicht zu Blind, um es zu sehen? Verstehe ich sie nicht mehr? Habe ich sie überhaupt jemals verstanden? Kann ich sie überhaupt verstehen? Warum habe ich es überhaupt so weit kommen lassen? Wäre es vielleicht besser, wenn ich sie vergesse? Nein, das kann ich nicht, ich liebe sie doch, auch wenn es jetzt nut schmerzt. Unsägliche Pein.“
Doch Jared versinkt immer tiefer in sich selbst bei seinen Gedanken, doch wie zuvor kommt er auf kein Ergebnis und seine Gedanken drehen sich im Kreis ohne ein Ende zu finden und der Anfangs gerät ebenfalls in Vergessenheit.

Doch irgendwann beendet Jared den Teufelskreis unter Aufbringung all seiner Willenskraft.
“Ich, ich sollte damit aufhören. Es bringt ja doch nichts. Ich treibe mich doch nur selbst in den Wahnsinn, aber ich vermisse sie doch und sehe sie doch jeden Abend wieder. Ich muss endlich aufwachen und aus meinem Loch kriechen, etwas tun. Bald müssen wir wieder eine Entscheidung treffen. Bald wird es wieder Kämpfe geben und Blut fließen. Bald, doch was wenn ich nicht mehr kann. Meinen Willen verloren habe? Nein, ich muss mich endlich wieder aus diesem Sumpf ziehen. Endlich wieder aufwachen.“
Jared erhebt sich langsam wieder in seinem Sattel und sucht mit wachen Augen seine Umgebung ab. Er schaut nach seinen Gefährten, wenn er auch inzwischen einsehen muss wie brüchige die Allianz ist, wenn es ihn auch etwas freut, dass Lilja anscheinend ein Band mit der Wandlerin Aarnai knüpft.
“Da ist Lilja und Aarnai. Was sie wohl besprechen? Warum diese Umarmung? Ach es geht mich ja doch nichts an und letztendlich würde sie es mir wahrscheinlich auch nicht sagen. Aber wo sind Ajax und Conina? Ich kann sie nirgends sehen, verdammte Menschenmassen.“
Da Jared eine ganze Zeit in seinen Gedanken versunken war, hat er nicht bemerkt wie sie sich versucht hat abzusetzen. Er schüttelt nur resigniert den Kopf und konzentriert sich wieder auf seinen Vorsatz.
“Am Besten ich rede mit Storm, wenn es um die bevorstehende Entscheidung geht. Außerdem kann ich so meine Gedanken ablenken und mich vielleicht etwas aus dem Sumpf meiner Gedanken ziehen. Nun ja, um genau zu sein gehe ich doch nur Lilja aus dem Weg, sowie sie mir letztendlich auch.“

Jared lenkt also sein Pferd zu Storm, da er kurz mit ihm reden will, außerdem hat er mit seinen geäußerten Gedanken recht.
Er bleibt also auf seine Höhe und antwortet etwas kapp und angefressen klingend.
„Storm? Ich will kurz reden. Wegen eurem Vorschlag. Wir sollten dem Feind einen Schlag versetzen. Ich denke die Eier klingen bedenklich. Im Süden können wir vielleicht mehr Menschen helfen, aber die Eier. Ich glaube sie bergen etwas schlimmes. Und was denkt ihr?“
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Lilja von Rottmulde

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[Part II] Red Hand of Doom
« Antwort #14 am: 15.02.2008, 23:50:18 »
Lilja registriert Aarnais Umarmung im ersten Moment gar nicht, so sehr haben die Worte der Wandlerin sie betäubt. Dann, als ihre Knie beginnen nachzugeben, rutscht sie beinahe zu Boden und krallt sich, um dies zu vermeiden, instinktiv an der Balinorpriesterin fest.
"Was?! Schwanger?! Meinst du das ernst?!," kann sie die Neuigkeit kaum fassen. "Ach du liebe Vol, das... das..."
Im Kopf des Mädchens dreht sich alles. Sie weiß gar nicht, ob sie jetzt schon ein Kind bekommen möchte; andererseits wäre es doch ein erfreuliches Ereignis. Ein Kind...von Jared. Unwillkürlich hebt die Karrn den Blick und hält nach dem jungen Mann Ausschau, den sie in einiger Entfernung in Storms Gesellschaft entdeckt. Wieder zuckt ein schmerzhafter Blitz durch ihr Herz. Ich... trag' sein Kind, aber... werd' ich ihm wieder vertrauen können? Was würde er überhaupt sagen, wenn er das erfährt. Soll ich ihm das überhaupt sagen?
Die Totenbeschwörerin bemerkt sofort, wie sie leise zu schluchzen beginnt. Immer noch haltsuchend an Aarnai nängend, flüstert sie: "Ach, ich weiß nicht, ob ich mich freuen soll oder nicht...  Warum ausgerechnet jetzt..."
I loathe to breathe, I loathe to feel,
I loathe to know that what I hate's still real,
I'm tired of waking up into the same old shape,
I yearn to end it, but there's no escape...

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