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Autor Thema: 1. Akt - Der Henker  (Gelesen 37933 mal)

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Navun'Ylahc Vytharia

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1. Akt - Der Henker
« am: 29.12.2007, 12:53:19 »
Die bewegten Nächte dieser Zeit sind gefährlich. Wohin man blickt tauchen Fackeln auf, getragen von Sterblichen, die nach dem Tod ihrer Dämonen schreien. Vorüber sind die Zeiten, in denen ihre Angst sie in die Fänge der Kainiten trieb. Nun muss jeder der Verdammten Sorge tragen, dass nicht er es ist, den ihre Folter oder ihr Feuer verzehrt.

Auch wenn die Kainiten sich längst aus ihren hohen Ämtern und Herrschersitzen zurückgezogen haben und alles wieder in die Hände sterblicher Marionetten legten, so schlagen die Wellen der Inquisition doch immer höher. Allein der Kreuzzug mag die Prager Kainiten vor der Vernichtung gerettet haben, doch sicher sind die noch lange nicht.

Um so wichtiger erscheint es, dass ein jeder Verdammte seine Existenz verbirgt, seinen EInfluss auf das mindeste beschränkt und sogar die Anzahl seiner Ghule so klein wie irgend möglich hält.
Wie erschreckend trifft euch da plötzlich eines kalten Oktoberabends die Nachricht Gaius Cossinius Severus'. Seine Zeilen sind mit einer Hast geschrieben, die ihm alles andere als ähnlich sieht. Die Tinte verschmiert, als hätte er das Pergament nicht lange genug trocknen lassen, ehe er es versiegelte und dem Boten übergab, der es euch überbrachte.

Eilt zur Versammlung unserer Art. Ein Fernbleiben wird nicht geduldet und als das schlimmste Vergehen betrachtet.
 Aufgrund der momentanen Umstände bitte ich Euch, auf einige Annehmlichkeiten zu verzichten und sich mit mir in Burg Vysehrad zu treffen. Ein jeder ist dafür verantwortlich, dass niemand, der nicht unserer Art ist, von diesem Treffen erfährt.
 Es wird diese Nacht, eine Stunde nach Mitternacht, beginnen.
 GCS
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Wolfhart Vsechrom

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1. Akt - Der Henker
« Antwort #1 am: 30.12.2007, 00:09:26 »
Wolfhart Vsechrom war gerade in die Halle des Familienanwesens getreten als ein Bote die Nachricht des Prinzen überbrachte.
Nachdem er sie gelesen hat sah er erst etwas verwirrt drein... Was mag der Prinz von mir wollen?
Wolfhart verfasst ein Schreiben, welches er an seinen Onkel adressiert um diesem mitzuteilen dass er für unbestimmte Zeit nach Prag müsse ohne weitere Gründe zu nennen außer dass es sich um "private" Angelegenheiten handelt und hinterlässt es bei einem der Diener die um diese Uhrzeit noch durchs Hasu wuseln.

Gleich darauf macht er sich auf den Weg nach Prag der von Říčany aus, welches südlich von Prag liegt, nicht sehr weit ist, weswegen er zu Fuß nach Prag zieht.
When war is in your blood, killing is easier then breathing!
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Jana Buzkova

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1. Akt - Der Henker
« Antwort #2 am: 31.12.2007, 18:44:30 »
Jana wacht auf, als die Nacht sich über Prag gelegt hat und die tödliche Sonne hinter dem Horizont verschwunden ist. Dass ihr der Gedanke an die Sonne kommt, liegt daran, dass Horymír ihr gestern endlich die Übersetzung jenes indischen Textes gebracht hat, den sie bei ihrem Vater gefunden hatte. Es geht darin um die Idee, dass die Planeten sich um sich selbst drehen und um die Sonne. Der indische Astronom und Autor des Textes hat versucht seine Überlegungen durch unzählige Gleichungen zu beweisen. Jana ist sich allerdings nicht sicher, ob sie sich tatsächlich die Mühe machen möchte, diese alle nachzurechnen, denn die Theorie erscheint ihr doch zu absurd - auch wenn die Vorstellung, wie die Kirche auf solch eine Theorie reagieren würde, ihr durchaus zusagt. Sie lächelt kurz, bevor sie aufsteht und ihren Blick wie gewohnt über ihr Gebiet schweifen lässt um zu kontrollieren, ob noch alles so ist, wie es gestern war. Gerade will sie erleichtert durchatmen, da entdeckt sie allerdings einen Brief, der bei ihren Büchern liegt. Es ist also jemand hier gewesen. Dieser Gedanke bereitet Jana kurz Unbehagen, doch nachdem sie nichts dagegen unternehmen kann nimmt sie schließlich den Brief. Hastig bricht sie das Siegel und überfliegt die Zeilen. Scheiße. Ich habe wirklich besseres zu tun, als mich mit den ganzen anderen zu treffen., schießt es Jana durch den Kopf, als sie wehmütig feststellt, dass sie mit ihren Studien heute Nacht wohl nicht weiterkommen würde. Etwas Wut mach sich in der Brujah breit, bis ihr plötzlich der Gedanke kommt, dass es sich um etwas Ernstes handeln könnte. Sicher, dass Fernbleiben nicht geduldet wird, ist nichts außergewöhnliches sondern zeigt nur, dass Gaius Gebrauch macht, von dem bisschen Macht, das er besitzt. Doch dass die Tinte verwischt ist, wundert Jana dann schon eher, da es nicht ganz in das Bild passt, dass sie von Ventrue hat.
Wie dem auch ist, schnell gelingt es Jana sich wieder ihren Studien zu widmen, denn sie möchte die wenige Zeit, die ihr bis zu dem Treffen noch bleibt zumindest sinnvoll gebrauchen.
Irgendwann muss sie dann aber doch aufbrechen. Da sie bereits als Sterbliche verfolgt worden ist, hat sie den Gedanken an die Gefahr, die von der Inquisition ausgeht, immer im Hintergrund und achter peinlichst genau darauf, nicht entdeckt zu werden. Schließlich landet sie vor der Burg.

Aurél Illiescu

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1. Akt - Der Henker
« Antwort #3 am: 01.01.2008, 20:32:31 »
Etwa eine Meile vor Prag treibt ein Ritter sein Pferd in ein kleines Wäldchen. Er führt ein zweites Streitross an den Zügeln neben sich her.
Vor einem großen, moosüberwachsenen Felsen zügelt er sein Reittier und starrt mit ernstem Blick auf den Waldboden. Und wie durch ein Wunder beginnt nur wenige Augenblicke später Blut unter dem Felsen hervorzusprudeln und sich in einem kleinem, beinahe schwarzem Teich zu sammeln. Ungerührt beobachtet der Ritter das Geschehen, das so manchen gestandenen Mann wohl in Panik fliehen ließe.
Das Blut beginnt sich wie von höllischer Macht bewegt in einem kleinen Teich zu sammeln, bevor es kurz darauf in die Höhe wächst um die Form eines Mannes anzunehmen. Ein stattlicher Mann mit langem dunklem, beinahe schwarzem Haar und scharf geschnittenen, aristokratischen Zügen. Er trägt einen geschwärzten Plattenpanzer und einen weinroten Umhang, die sich ebenso aus dem Blut herausbilden. Mit geschickten Bewegungen, als würde die Rüstung nicht mehr wiegen als eine Feder steigt er auf das freie Streitross, das der andere Ritter mitgeführt hat. Letzterer zieht eine Pergamentrolle aus seinem Wappenrock und überreicht sie dem anderen mit den Worten: "Meister, Gaius Cossinius Severus gab mir diese Nachricht für Euch, als ich  Eure nahende Ankunft in der Stadt ankündigte."
Aurél nimmt das Pergament entgegen und bricht das wächserne Siegel. Seine Miene verdüstert sich während er die Zeilen überfliegt. Dannach setzt er sein Streitross in Bewegung, gen Vysehrad.

Navun'Ylahc Vytharia

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1. Akt - Der Henker
« Antwort #4 am: 06.01.2008, 22:19:16 »
Am rechten Moldauufer thront die "Hohe Burg", die zweite Burg Prags. Dunkle Mondschatten werfen ihr blasses Licht auf die rustikalen Türme der St.-Peter-und-Pauls-Kirche Vysehrads.

Aurél hat keine großen Probleme, in die Stadt zu gelangen. Entweder waren es die Wachen am Haupttor gewohnt, fremde Leute in die Stadt zu lassen, oder vielleicht wirkte er auch einfach nur zu imposant, um sich ihm direkt in den Weg zu stellen. Die geschwärzte Rüstung spiegelt matt das Mondlicht wieder, als er auf seinem Ross durch die dunklen Gassen Prags reitet. Die späte Stunde scheint wirklich nur besonders unerschütterliche Leute vor die Tür zu treiben und deswegen sieht er auch nicht mehr als einen kleinen Trupp Wachen, der ihn misstrauisch mustert, dann aber ziehen lässt.
Die Schotterstraße hinauf zu Vysehrad ist komplett menschenleer. Vielleicht hat Cossinius hier schon etwas vorgesorgt?
Im Burggelände dauert es nicht lange, bis sich eine dunkel angezogene Gestalt aus einer Ecke auf ihn zubewegt und nicht mehr als ein "Folgt mir, ihr werdet bereits erwartet" von sich gibt.

Nach weiteren Studien hat es Jana schließlich noch etwas einfacher. Eine kleine Abkürzung hier, eine geschickte Umgehung von Wachtruppen da - es hat Vorteile, sich etwas in der Stadt auszukennen. Jeder andere Mensch würde sich in der Nähe der Wachen wohl sicherer fühlen, als im kompletten Dunkel der verwinkelten Gassen, aber als Vampir hat man ein anderes Los gezogen. Als sie schließlich in Vysehrad ankommt, sieht sie vor sich gerade noch jemanden mit seinem Streitross im Dunkel verschwinden, ehe sie selbst den Burghof betritt und mit einem "Ah, Jana Buzkova, schön dass sie ihre Studien hinter sich gelassen haben" begrüßt wird. Der Mann, ungefähr Mitte 30, setzt ein amüsantes Lächeln auf und irgendwie kommt er ihr bekannt vor.
"Sie werden bereits erwartet. Maria, Simon und die anderen waren heute erstaunlich früh hier." Mit einer kleinen Geste bedeutet er ihr, ihm zu folgen.

Es ist nicht so, dass Wolfhart sonderlich bekannt bei den Wachen ist. Es ist wohl eher die allgemeine Gelassenheit, mit der in Prag Leute eingelassen werden. Vielleicht läuft dadurch der Handel besser, als wenn man bei jedem direkt nachfrägt, woher er kommt und was er in der Stadt will. Soweit er sich allerdings erinnern kann, kommt es durchaus vor, dass diese Methode angwendet wird. Besonders bei offensichtlich Bettlern und anderen sehr merkwürdigen Gestalten.
Den Weg Vysehrad hinauf hat Wolfhart die gesamte Zeit über das Gefühl eine Frau zu verfolgen. Immer wieder biegt sie um die nächste Ecke, wenn er sie sehen kann.
Vor dem Burghof angekommen, sieht er sie dann mit einem Mann stehen. Es hatte etwas bizarres, fast so, als hätten sich die beiden dort verabredet...
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Jana Buzkova

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1. Akt - Der Henker
« Antwort #5 am: 06.01.2008, 22:45:14 »
Jana erwidert die Begrüßung des Mannes knapp und ohne auf die Bemerkung einzugehen, während sie überlegt, woher ihr der Mann bekannt vorkommt. Zufrieden hört sie dann, dass sie offensichtlich nicht die erste ist. Severus soll bloß nicht glauben, dass ich gerne hier bin, nur weil er es ist, der eingeladen hat.
Dann folgt sie dem Mann in gemächlichem Tempo, während sie sich immer wieder interessiert umblickt. Es scheint fast, als wäre sie so auf die Umgebung konzentriert, dass ihr der Gedanke, sich zu beeilen um die anderen nicht warten zu lassen, gar nicht kommt. Irgendwann sagt sie dann wie aus dem Nichts heraus mit überraschend lauter Stimme zu dem Mann: "Warum muss ich hier sein? Und wer sind die anderen?"

Aurél Illiescu

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1. Akt - Der Henker
« Antwort #6 am: 09.01.2008, 12:54:18 »
Mit ebensolch raubtierhafter Eleganz wie bereits zuvor gleitet Aurél vom Streitross, dessen Zügel er an den zweiten Reiter weitergibt - seinen Sohn aus sterblichen Tagen, Sergej Bratovitch - damit sich dieser um die Unterbringung und Versorgung der Tiere kümmern konnte.
Dann folgt er selbstsicheren Schrittes der dunklen Gestalt, die Hand locker auf den Schwertknauf gelegt. Immerhin könnte dies noch immer eine Falle sein. Manchen Kainiten aus dem Westen ist nicht zu trauen, denn sind sie nicht gekomen um die angestammten Ländereien der Tzimisce zu rauben, allen voran die Ventrue und Tremere, lag nicht diese Stadt selbst, in der Aurél seit langer Zeit nun wieder wandelt einst in der Hand des seines Klans? Doch sollte dieser Prinz so närrisch sein zu versuchen ihn zu täuschen, würde dieser eine blutige Überraschung erleben. Und so folgt  Aurél der dunklen Gestalt weiter.

Wolfhart Vsechrom

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1. Akt - Der Henker
« Antwort #7 am: 10.01.2008, 10:35:32 »
Wolfhart, etwas amüsiert über das Verhalten dieser beiden, folgt ihnen da sie ja scheinbar "auf dem Weg liegen".
Er geht dabei jedoch weiter als hätte er die Personen nicht gesehen.
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Navun'Ylahc Vytharia

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1. Akt - Der Henker
« Antwort #8 am: 10.01.2008, 19:15:08 »
Jana

Ein kurzes, erstauntes Flackern ist in den Augen des Mannes zu sehen, als er stehen bleibt und sich zu dir umdreht.
"Warum du hier bist? Wer die anderen sind? Das willst du wissen? Sicher, du bist noch nicht lange hier, aber soviel solltest du doch mitbekommen haben. Du bist hier, weil Severus es von jedem Vampir hier verlangt hat, ganz einfach. Wärst du nicht gekommen, hätte er dich wie eine Fliege zerquetscht. Glaub mir, das kann er gut..."
Ein amüsiertes Grinsen spiegelt sich auf den Lippen des Mannes wider, als er fortfährt.
"Warum genau du allerdings hier bist, wird er sicher gleich erläutern. Wegen der anderen... ich bin etwas enttäuscht, dass du neben deinen Studien keine Zeit dafür hast, wenigstens herauszufinden, wer sich hier in Prag noch so niedergelassen hat. Maria ist die zweitmächtigste Vampirin hier, hinter Severus, du solltest sie also nicht so anfauchen, wie du dich das bei mir traust. Und Simon, der Tremere, ist, wie alle seines Clans, sehr verschlossen und macht einen auf geheimnisvoll. Er hat sein Anwesen sogar zum Clanhaus deklariert. Im Moment fehlen ihm allerdings die Lehrlinge. Mit beiden ist dennoch nicht zu Spaßen. Dir die anderen auch noch zu erklären würde zu weit führen, außerdem lässt man Severus nicht warten."

Ohne sich weiter groß um dich zu kümmern, geht er weiter zielstrebig auf ein recht anmutig wirkendes Gebäude zu. Anscheinend wurde es erst vor kurzem zur gesamten Burganlage hinzugebaut. Die tiefgrauen Steine werfen so gut wie kein Licht zurück, als ihr immer näher kommt und schließlich vor einer schweren Holztür zum Stehen kommt.
"Wenn ich bitten darf." Mit einer eleganten Handbewegung öffnet der Mann die Tür und bittet dich mit der anderen einzutreten.

Auch im Gebäude wirkte alles noch sehr neu. Mehrere Nischen waren für Fackeln angebracht und etwas unwohl fühlst du dich schon, als ihr an ihnen vorbeigeht. Ein paar Gänge und Türen führen in andere Bereiche des Gebäudes, doch führt er dich weiter geradeaus auf eine große, eisenbeschwerte Doppeltür zu. An der Doppeltür angekommen flüstert dein Begleiter nur ein "Bitteschön, pass auf dich auf..." und öffnet die Tür für dich.
Du blickst in einen großen, erleuchteten Prunksaal, mit einer Art Bühnenerhöhung am anderen Ende des Saals. Fünf weitere Vampire befinden sich im Saal. Es ist nicht weiter schwer, Severus unter ihnen auszumachen. Der Ventrue sitzt auf einem schweren Holzstuhl mit einer hohen, senkrechten Lehne und blickt leicht gelangweilt, leicht angespannt direkt auf dich. Seine irgendwo anziehende, aber doch autoritäre Stimme passt wirklich ausgezeichnet zu seinem markanten, kantigem Gesicht und den, sogar von deiner Position aus erkennbaren, tiefgrünen, funkelnden Augen. Sein Äußeres wirkt äußerst dezent und so gar nicht prunkvoll, wie man das vermuten würde. Eher schlichte Farben, abgesehen vielleicht von seinem langen, silbernen Umhang, der über den Boden zu fließen scheint.
Du kannst deinen Blick fast nicht von seinen Augen losreißen, als er spricht.
"Ah! Willkommen, Jana Buzkova, richtig? Setz dich doch zu uns, wir legen los, sobald auch die letzten eingetroffen sind. Ich hoffe für sie, dass sie sich nicht mehr allzu lange Zeit lassen."
Mit einer einladenden Geste deutet er auf einen der freien Stühle, die sich natürlich unter der Bühnenerhebung befinden und auf denen teilweise auch schon die anderen Platz genommen haben.

Aurél

Die dunkle Gestalt entpuppt sich als ein älterer, ungefähr vierzigjähriger mittelgroßer Mann, an dem, außer einer langen Narbe auf der rechten Wange, keine weiteren Besonderheiten zu erkennen sind. Zielstrebig richtet er seine Schritte auf die schwere Holztür, die auch Jana schon durchquert hatte und die den EIngang zu besagtem mehrstöckigem Gebäude bildet.
Abgesehen von einem dunklen Vogel, der von euch aufgeschreckt aus einem Gebüsch stürzt, fällt dir nichts auf, das auf einen Hinterhalt hindeuten könnte. Als ihr den Burghof hinter euch gelassen habt, öffnet der Mann langsam und quietschend die Tür und ihr blickt in einen langen Gang, der in einer großen Doppeltür sein Ende findet. Dir fällt auf, dass die Steine ein regelmäßiges Muster in der Wand bilden. Die perfekte Symmetrie ist schon erstaunlich und kann kaum Zufall sein. Entweder ist man hier sehr akribisch vorgegangen oder es handelt sich doch um einen wirklich außerordentlichen Zufall.
Als ihr bei der aus Eichenholz gefertigten Doppeltür ankommt, klopft der Mann kurz und öffnet dann eine der beiden großen Türen.
Nun blickst auch du in den großen Saal und mit einem Mal fällt der Blick aller bereits Anwesenden auf dich. Die unerklärbar anziehende Stimme Severus' begrüßt dich nach einem kurzen Moment der Stille.
"Willkommen. Ich nehme an, dein Name ist Aurél Illiescu, wenn ich mich nicht täusche? Wie dem auch sei, es freut mich, dass ihr den Weg hierher gefunden habt. Ihr dürftet schon weit gereist sein, nicht wahr? Setzt euch doch, sobald die letzten zwei, drei eingetroffen sind, werdet ihr erfahren, warum ich euch hierherzitiert habe."

Wolfhart

Immer wieder streift dein Blick "rein zufällig" die beiden, doch scheinen diese dich eine ganze Weile nicht zu bemerken, sind sie doch viel zu beschäftigt mit sich selbst. Je näher du ihnen kommst, desto näher kommen sich scheinbar die beiden und gerade, als ihre Gesichter nur noch Millimeter voneinander entfernt sind, schreckt die Frau plötzlich zurück, während sie hektisch mit dem Finger auf dich zeigt. Sofort wirbelt der Mann herum, erblickt dich, nimmt ihre Hand und reißt sie förmlich den Hügel hinab zur Kleinseite Prags. Wenn du wolltest, könntest du ihnen folgen, andererseits kannst du schon die Shilouette einer Gestalt ausmachen, die sich gerade wieder neben den Mauern der Burg positioniert. Sicher wartet Severus bereits auf dich und ihn warten lassen, das weißt du, wäre wohl keine glorreiche Idee. Wahrscheinlich hat es sich bei den beiden nur um ein harmloses Liebespaar gehandelt, das unerkannt ihrer Liebe fröhnen wollte...

Larciel

Dein Leben und Unleben hat dich schon zu vielen Orten des Koninents gebracht, auch wenn du noch jung bist - für einen Verdammten zumindest. Und es ist noch gar nicht so lange her, da hast du die warme Luft Italiens genossen, das Rauschen des Meeres und die Unvergleichbarkeit deines Heimatlandes. Doch du konntest dort nicht bleiben und so zog es dich nach Prag. Eine Stadt, sicher, die es wert war, zu besuchen. Und vielleicht würde deine südländische Musik hier ja ganz besonders gut ankommen.
Nach über einem Jahr Wandern, der Flucht vor Werwölfen, dem Spielen deiner Laute, der Erkundung deiner Grenzen und der Entdeckung vieler Städte siehst du nun, etwa eine Stunde nach Mittenacht die Tore Prags. Die Moldau schlängelt sich glitzernd durch die tiefgrauen Wiesen und der Mond wirft sein fahles Licht auf die kalten Mauern der Stadt. Würden sie dich einfach so einlassen? Versuchen kann man es schließlich und erstaunlicherweise lassen dich die Wachen einfach so passieren. Vielleicht sind Wandermusiker gern gesehen, vielleicht sieht man das alles hier aber auch nicht so eng wie in deiner Heimat. Vor dir bauen sich verschiedenste Häuser, Gassen, Menschen und Winkel auf, die es sich zu erforschen sicher lohnen würde. Staunend und interessiert gehst du auf der breiten Handelsgasse entlang, auf der jetzt fast ausschließlich Wachtrupps patroullieren. Als du nach kurzer Zeit einen Fuß in eine kleine Seitengasse setzt, siehst du jemanden auf dich zukommen und ehe du es eigentlich realisierst, steht die Gestalt direkt vor dir. Es handelt sich um einen Mann mittleren Alters. Seine Augen brennen förmlich und sein weißes, langes Gewand, lassen auf einen Pater schließen. Seine beinahe hysterische, aber irgendwie flüsternde Stimme würde deine gesamten Nackenhaare zu Berge stehen lassen, wärst du nicht bereits tot.
"Huch?! Wen haben wir denn da? Dich kenne ich ja gar nicht! Solltest du nicht...? Ja! Natürlich, das Treffen! Komm mit! Komm mit! Severus sieht zu spät Kommer nicht gerne. Sehr ungemütlich könnte es sonst werden! Komm mit! Komm mit!"
Schnellen Schrittes entfernt sich die Gestalt wieder...
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Larciel

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1. Akt - Der Henker
« Antwort #9 am: 10.01.2008, 19:56:29 »
.....Eh?
Das alles war etwas zu schnell gegangen um zu verstehen was hier vor sich ging. Wer war dieser gruselige....Priester? Sah er so aus wie jemand den dieser gesucht hatte? Treffen...? War für ein Treffen denn?
Und warum sollte jemand sich über seine Abwesenheit ärgern den er gar nicht kannte?
Verwirrt sah er der seltsamen Person hinterher.
Good things happen when you live long.

Wolfhart Vsechrom

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1. Akt - Der Henker
« Antwort #10 am: 11.01.2008, 13:54:30 »
Ohne lange zu zögern stapft Wolfhart die Straße weiter entlang. Ich hoffe dieses Treffen ist die Reise wert... sonst zieh ich diesem Ventrue ein paar Furchen durchs Gesicht...
Wolfhart blickt erst dann wieder auf wenn er die Gestalt die zur Silhouette gehört genauer sehen kann.
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Larciel

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1. Akt - Der Henker
« Antwort #11 am: 11.01.2008, 15:06:22 »
Für einen Moment bleibt Larciel stehen, verwundert über diese merkwürdige Begrüssung und ratlos was er tun soll. Wäre es nicht das Wichtigste eine Zuflucht zu suchen in der er sich tagsüber verstecken konnte? Das wäre bestimmt vernünftig...
Doch zu spät, er hat sich schon entschieden. Der Prag-Reisende wirft seine sinnvollen Pläne für diese Nacht über Bord um jemanden zu verfolgen den er nicht kennt und der offensichtlich eine Schraube locker hat.
Wer wohl dieser mysteriöse Fremde war und wohin er sich so schnell beeilte zu kommen? Er muss es wissen und so läuft er in die Richtung in die der Mann eben gerannt ist. Hoffentlich kann ich ihn noch finden...
Er scheint zwar schon hinter der Ecke verschwunden zu sein, das heisst aber nicht dass er weg ist. Sicher ist er noch in der Nähe....
Good things happen when you live long.

Jana Buzkova

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1. Akt - Der Henker
« Antwort #12 am: 12.01.2008, 12:23:13 »
Jana hört der Zurechtweisung des Mannes zu, ohne mit der Wimper zu zucken. Ja, es scheint fast, als würden die Worte gar nicht bis zu ihr durch dringen. Dass der Mann ihr vielleicht helfen möchte, realisiert die Brujah kaum, stattdessen wirft sie ihm einen verächtlichen Blick zu, als er seine Unterwürfigkeit vor Severus zu Schau stellt. Ohne sich zu sehr zu beeilen folgt sie dem Mann dann, wobei sie interessiert ihre Umwelt wahrnimmt. Als sie dann gebeten wird, auf sich aufzupassen, wirft sie dem Mann einen durchdringenden Blick zu. Handelt es sich etwa um eine Verschwörung, hat er sie in eine Falle gelockt?

Schnell verwirft Jana den Gedanken wieder und stößt die Tür kräftig auf. Mit einem großen Schritt tritt sie in den Raum und begrüßt Severus der Etikette gemäß, aber nicht höflicher als notwendig. Anschließend lässt sie sich auf einen der freien Sessel fallen und beginnt die anderen Anwesenden zu mustern.

Navun'Ylahc Vytharia

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1. Akt - Der Henker
« Antwort #13 am: 13.01.2008, 21:33:48 »
Larciel

Schnell versuchst du zu dem mysteriösen Mann aufzuschließen und tatsächlich schaffst du es, ihn direkt wiederzufinden und dich an seine Fersen zu heften. Seine Stimme schneidet durch Mark und Bein, als er dich erneut anspricht, ohne sich allerdings zu dir umzudrehen.
"Nun, nun! Du folgst mir also. Weise, sehr weise. Severus wartet nicht gerne, wir sind zu spät. Schnell!"

Den schnellen Schritten kannst du nur schwerlich folgen und du überlegst, ob nebenherjoggen nicht vielleicht vorteilhafter wäre. Etliche Gassen und dunkle Wege später überquert ihr die Judithbrücke zur Kleinseite Prags und von dort eilt ihr den Hügel hinauf Richtung Burg Vysehrad.
Das Ziel des Paters ist nun also klar. Nur was will er dort? Und wer ist dieser Severus?

Du kannst erkennen, wie eine Gestalt am Ende des Weges an einem Mauerfragment lehnt. Mit einem kurzen "Wir sind spät, wir sind spät" und einem Nicken Richtung der Gestalt eilt ihr an ihr vorbei. Du kannst nur noch erkennen, dass es sich um einen Mann handelt, dessen Augen mehr oder weniger erstaunt hervorblitzen.
Zielstrebig hält dein Begleiter auf eine Tür zu, die den Eingang zu einem großen, relativ neugebauten Gebäude bildet. Geschickt öffnet er die Tür und läuft auf eine große, eisenbeschwerte Doppeltür zu.

Wolfhart

Es dauert nicht lange, dann bewegt sich die Gestalt auf dich zu, ein mittelgroßer, etwa vierzigjähriger Mann, soweit du das im fahlen Licht beurteilen kannst. Seine tonlose, aber rauhe Stimme begrüßt dich.
"Grüße, ihr werdet bereits erwartet. Wenn ihr mir folgen würdet...?"

Jana

Aufmerksam schweift dein Blick durch den Saal und beginnt, die anderen Anwesenden zu mustern. Außer Severus wäre da eine großgewachsene Vampirin, die, sehr edel gekleidet, auf einem Stuhl ganz in der Nähe des Ventrue sitzt. Ihre grünen Augen mustern dich ebenfalls, allerdings mehr aus dem Augenwinkel, als direkt. Ihr Haare sind mit Nadeln hochgesteckt und schwarz wie die Nacht. Der blasse Teint passt perfekt zu ihrem wirklich außergewöhnlich hübschen Gesicht. Du erinnerst dich an die Worte des Mannes, der dich hergeführt hat: Maria ist die zweitmächtigste Vampirin hier, hinter Severus.... Das musste sie sein, doch auch in ihrem Gesichtsaudruck zeigt sich die fehlende Begeisterung für dieses Treffen. Nicht nur du selbst hoffst also für Severus, dass dieses Treffen tatsächlich die Wichtigkeit hat, die im Schreiben angegeben wurde.
Direkt neben ihr huschen die verängstigten Augen eines Mädchens umher, dass du auf ungefähr 16 Jahre schätzt. Alles an ihr drückt Naivität, Furcht und die Angst, etwas falsch zu machen, aus. Sie ist ähnlich gekleidet wie die direkt neben ihr sitzende Maria, im Gegensatz zu ihr allerdings wirkt die Kleidung unpassend und statt einer erhabenen Eleganz drückt sie, während die Kleine ihre Arme zwischen die Beine geklemmt hat, nur Schüchternheit aus.

Zwei Plätze weiter sitzt ein Vampir, dessen vornehmes, aber irgendwie okkultes Gewand etwas auf Simon Alaches schließen lassen, den Tremere. Auch er scheint wenig von dem Treffen begeistert. Sein mageres Gesicht und die kurzen, blonden Haare stechen aus der rotschwarzen Kleidung richtiggehend hervor und die Lustlosigkeit ist ihm in jeder seiner Bewegungen anzumerken. Dennoch, du kannst es nicht erklären, geht von ihm eine geheimnisvolle Aura aus. Vielleicht bildest du es dir auch einfach nur ein, schließlich ist den Tremere grundsätzlich nicht zu trauen.

Ganz abseits, und du erkennst auch sofort, warum, sitzt ein Kainit, dessen Aussehen bei dir nur Abstoßung und Ekel hervorrufen. Überall verunstalten Warzen und Wucherungen das Gesicht und die schiefe Nase und auch die Hände sind mit Verunreinigungen übersäht. Wenn du dich zwingst, näher hinzuschauen, würden dir wohl auch noch vielen fehlenden Zähne auffallen. Seine Kleidung ist dreckig und zerissen und sogar von deinem Platz aus riechst du die stinkende Luft, die von ihm ausgeht. Der Gestank nach Kloake und Abwasser lassen sogar noch in deinen toten Organen Übelkeit in dir aufsteigen. Es musste sich ohne Zweifel um einen Nosferatu handeln, dessen ganze Körpersprache anzeigte, dass er sich am liebsten sofort wieder in sein Drecksloch verziehen würde.
Doch keiner dieser Vampire wagt es, der Forderung Severus nicht Folge zu leisten. Jedem, außer dem jungen Mädchen, war die Abneigung dieses Treffens gegenüber anzumerken, doch alle sind sie gekommen...
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Aurél Illiescu

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1. Akt - Der Henker
« Antwort #14 am: 14.01.2008, 08:33:07 »
"Willkommen. Ich nehme an, dein Name ist Aurél Illiescu, wenn ich mich nicht täusche? Wie dem auch sei, es freut mich, dass ihr den Weg hierher gefunden habt. Ihr dürftet schon weit gereist sein, nicht wahr? Setzt euch doch, sobald die letzten zwei, drei eingetroffen sind, werdet ihr erfahren, warum ich euch hierherzitiert habe."
Aurél verneigt sich. "Danke, mein Prinz. Seit Euch meiner Dienste versichert, solange ich mich in dieser, Eurer wunderbaren Stadt aufhalte. Das schwöre ich Euch beim Blut und beim toten Wasser."
Ohne Severus den Rücken zuzuwenden erhebt er sich und schreitet zu einem der Stühle, möglichst weit entfernt von dem Tremere, welchem er einen kurzen, funkelnden Blick zuwirft, bevor er Platz nimmt.

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