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Autor Thema: Inplay - Prolog  (Gelesen 20721 mal)

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Daeinar

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Inplay - Prolog
« am: 31.08.2004, 21:33:40 »
 Rhaan, im Jahr 998 nach Gründung des Königreichs, Sul der 2. Woche

Ein weiterer, verregneter Abend in Sharn. Es regnete wohl ständig in der Stadt der Türme. Für die Gruppe, die unterwegs war um nachzufragen, ob eine Nachricht für sie in der Poststation von Haus Sivis angekommen war, war der Regen kaum besonders. Für jeden Neuankömmling war es einfach nur lästig. Mitunter erwischte es einen besonders heftig, wenn eine Brückengeländer nachgab oder sich als zu niedrig erwies, und größere Mengen des lauwarmen Nasses sich urplötzlich in die Kapuzen der Unachtsamen ergossen.

Bereits vor einigen Wochen waren Hammer, der Titan von einem Kriegsknecht, Ethan, ein junger Mann aus Sharn, Rigana, die impulsive junge Frau aus Wroat und Kanatash, der Priester der dem hier nahezu gänzlich unbekannten Pfad des Lichts folgte, der Religion der selten gesehen Kalashtar, dem Ruf des Goldes gefolgt – und kopfüber in ihr erstes Abenteuer gestolpert. Für eine von ihnen war dies wohl zuviel gewesen. Vashana war glücklich, als sie wieder die Ruhe und den Frieden der kleinen Gemeinde von Kalashtar in Sharn geniessen konnte. Und sie blieb dort.

Doch schließlich hatten sie die Aufgabe zur Zufriedenheit von Elaydren d’Cannith, ihrer Auftraggeberin, erfüllt, und diese hatte sie neben Gold auch mit der Andeutung beglückt, wohl noch weitere Aufträge für sie zu haben. Nun warteten sie schon eine Weile. Vielleicht würde heute eine Nachricht angekommen sein. Das Geld war reichlich gewesen, doch waren die alltäglichen Dinge, die die Metropole zu bieten hatte oftmals teuer, und letztlich erblasste ihr Reiz im Angesicht der Spannung, die der letzte Auftrag mit sich gebracht hatte. Als sie sich der Poststation näherten, blitze es.

Ethan blinzelte kurz, und zeigte dann fragend auf die Tür der kleinen Station im Turm Barmin. Dort hing, im Wind klappernd, die Eingangstür, offensichtlich aus den Angeln gerissen. Ein Überfall? Auch dies wäre in Sharn nichts Ungewöhnliches gewesen. Zumindest startete dieser Abend anders als die vorangegangenen – und verblüffend ähnlich wie der Abend, an dem die Gruppe sich zum ersten Mal getroffen hatte.
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Von alledem wusste Dorin nichts, als der Junge in ihn hineinrannte, als ob ihn Khyber persönlich jagen würde. Gehetzt hatte er um sich gesehen, und wild drauflos geplappert, von ihn verfolgenden Kriegsknechten erzählend. Das hätte normalerweise sofort sein Interesse geweckt – hätte es sich nicht bei dem Jungen um ein Mitglied seinesn Hauses gehalten. Und so traf Dorin d’Cannith den wesentlich jüngeren Czeril Garim aus demselben Haus. Er kannte ihn nur flüchtig von früher, aber da der Junge gänzlich ohne Gepäck unterwegs war, und noch dazu klatschnass, nahm er ihn erstmal mit. Er war gerade auf dem Weg, um zu schauen, ob einer seiner Verwandten eine Nachricht geschickt hätte. Die Poststation von Haus Sivis im Turm Barmin war nicht mehr weit. Als sie näher kamen, erkannte er sofort, das etwas nicht stimmte. Die Tür war nahezu aus ihren Angeln gerissen, und der Lichtschein drang ungehindert nach draußen…
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Guamorr war wohl der ungewöhnlichste Anblick der sich einem in diesem Viertel von Sharn bieten konnte. Orks waren selbst in ihren Heimatgefilden selten gesehen. Dass nun einer der ihren, gekleidet in Leder, welches offensichtlich der Wildnis entstammte, die dritte Brücke zum Turm Barmin hinab lief, war schlichtweg unglaublich. Wenn diese Beschreibung auf irgendetwas in Sharn zutreffen konnte. Der Ork zuckte mit den Schultern. Vielleicht würde bald einer der Älteren eine Nachricht schicken, die erklären würde, was in Xoriat’s Namen er in Sharn tat…

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Beschreibung: Turm Barmin

Turm Barmin ist einer der kleineren Türm Sharns. Gut 300 Fuss hoch, mit dem Sockel in einem Konglomerat anderer Türme stehend, ist die Poststation knapp 20 Schritt unter der Spitze des Turms, in gut erreichbarer Nähe für alle fliegenden Boten. Der Turm ist eine steinere Konstruktion mit einer Vielzahl an hölzernen und blechernen Vordächern, und einer Handvoll Balkone, und er läuft nach oben hin spitz zu, wo unter anderem eine Flagge mit dem Wappen von Haus Sivis das Vorhandensein einer der vielen Poststationen Sharns anzeigt. Auch bei diesem Wetter ist sie dank des magischen Lichtes deutlich sichtbar.

Auf der Ebene der Poststation ist eine von einem halben dutzend umlaufenden Plattformen, von der aus die abgestützten Steinbrücken zu den anderen Türmen Sharns gehen. Einige davon laufen waagrecht, andere diagonal in die Höhe oder Tiefe, und nahezu jede sieh ein wenig anders aus.

Der Turm selbst wird durch eine Reihe steiler Treppen und Leitern erschlossen, welche die einzelnen Ebenen verbinden, und einige davon verleihen dank der in der Nähe angebrachten Lichtkugeln dem Turm den Anschein, dass er mehr Fenster habe als es eigentlich der Fall ist.

_Guamorr

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Inplay - Prolog
« Antwort #1 am: 01.09.2004, 00:22:03 »
 Guamorr schnaubte, als er dem Turm näher kam. Er schien von dem Regen, der ihm in Strömen über das dunkle Gesicht lief und es sonderbar glänzen ließ, wenig beeindruckt. Den Blick starr auf den Boden gerichtet schenkte er seiner Umgebung wenig Beachtung.  Erst als er die Brücke verließ und die Plattform betrat, welche den Turm umringte, blickte der Ork auf. Er war hochgewachsen, lief jedoch leicht vornübergebeugt, was ihn optisch schrumpfen ließ. Die Plattform war außer ihm leer und er ging nah an dem Geländer als er den Turm umlief. Ein helles, metallisches Geräusch ging von dem Ork aus, so leise das es im Regen kaum auszumachen war, doch die Dunkelheit verhinderte die Ursache zu entdecken.

Als er endlich den Eingang erreichte hielt er inne und schaute sich um. Näherstehende hätten seine orange glühenden Augen bemerkt, die aus dem Schatten seines Gesichts wie kleine Flammen herausstachen, bevor er sich umwandte und den Turm betrat. Er schien an der Gewaltsam aufgestemmten Tür keinen Anstoß zu nehmen, oder er bemerkte sie einfach nicht.  
 

Dorin d'Cannith

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Inplay - Prolog
« Antwort #2 am: 01.09.2004, 00:30:53 »
 Mit einer knappen Geste bedeutete Dorin dem jüngeren Mann neben ihm, kurz stehen zu bleiben, während er mit seiner Rechten die Krempe seine Hutes etwas nach oben rückte, um vielleicht durch den Regen mehr erkennen zu können. Eingepackt in wetterfeste Kleidung machte Dorin fast noch einen beleibteren Eindruck als sonst schon und seine Bemühungen vielleicht auf Zehenspitzen etwas mehr erblicken zu können, entbehrten nicht einer komischen Note. Wäre nicht der völlig durchnäßte junge Mann neben ihm gewesen, der ihn fragend anschaute, man hätte den kleinen Dorin vielleicht sogar für ein Kind halten können. Schließlich zuckte er lethargisch mit den Schultern, kramte in seinem Regenmantel und zog schließlich einen kleinen Stab, grad ein Spann lang, hervor. Kurz an die Hutspitze getippt und schon erstrahlte ein sanftes Leuchten von dort. “Nützlich”, murmelte Dorin kurz, um sich dann mit festen Schritten der Poststation von Haus Sivis zuzuwenden.
Kurz vor der aufgebrochenen Tür machte er jedoch halt und begann, diese näher in Augenschein zu nehmen. Offenbar war es Dorin entgangen, daß nur Augenblicke zuvor ein höchst selten in Sharn gesehener Geselle den Turm betreten hatte. Seine ganze Aufmerksamkeit galt in diesem Moment der ramponierten Tür.

Kanatash

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« Antwort #3 am: 01.09.2004, 05:46:27 »
 Der ständige Regen in diesen Gefilden schien dem Priester nicht sonderlich zu gefallen. In einen Umhang aus dicht gewebtem Stoff gehüllt, der auch seinen Rucksack bedeckte, war er gut vor der Witterung geschützt, doch irgendetwas schien ihn zu stören. Die Kapuze weit ins Gesicht gezogen, so dass von vorne gerade einmal das weiße Leuchten seiner Augen zu sehen war, stapfte er durch den Regen. Ein leichtes Rasseln, im Takt seines Schrittes mitklingend und die schweren Schritte des Kriegsknechtes wurden unverhofft von dem Donner unterbrochen, dessen Begleitung in Form eines Blitzes nicht lange auf sich warten ließ. Jetzt hatte auch er die offene Eingangstür erblickt. Der Blitz hatte den Eingang der Poststation hell erleuchtet, wenn auch nur für kurze Zeit. Als sich wieder Dunkelheit über die Szenerie gelegt hatte, war es vor allem das vernehmliche Klappern der losen Tür, ständig untermalt von einem monotonen Prasseln des Regens auf die zahlreichen Vordächer des Turmes, das die Szenerie bestimmte. Gegen die Beleuchtung des Turmes blickend wurde es nicht leichter etwas auszumachen. Unwillkürlich blickte Kanatash zur Seite, wo sein Blick auf Rigana fiel. Kaum merklich ließ er den Kopf ein sinken.
Der Abschied von Vashana hatte ihn für die Tage darauf schweigsam gemacht, noch immer hatte er sich nicht an deren Abwesenheit gewöhnt. Auch die gelegentlichen Besuche in der kleinen Gemeinde seines Volkes während der letzten Wochen hatten daran nicht viel geändert.
Den Kopf wieder erhoben, sah er Ethan auf den Eingang der Station deuten und als hätte dieser bereits eine Frage gestellt, nickte er kurz. Seine Linke kam unter dem Umhang hervor, um ihn ein Stück zu lösen. Unverständlich gemurmelte Silben wurden fast von dem Regen verschluckt während Kanatash den Kristall berührte, welcher um seinen Hals hing. "Möge das Licht uns den Weg weisen" – mit diesen Worten begann der Panzerhandschuh an seiner Rechten zu leuchten. Ein gehemmtes Knirschen noch, als er mit diesem eine Faust bildete, dann ging der Kalashtar langsam weiter auf die Station zu.
 

Daeinar

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Inplay - Prolog
« Antwort #4 am: 01.09.2004, 13:53:22 »
 Kurz bevor sich die Gruppe der Poststation näherte betrat der Ork dieselbe, von keinem anderen gesehen.  Im Inneren offenbarte sich ein Bild des Chaos - umgeworfene Stühle, ein zerschlagener Tisch, und Flecken von Tinte, die ein durch den Raum geschleudertes Tintenfässchen überall hinterlassen hatte. Hinter dem Tresen lag, begraben unter einem Berg von Papieren aller Art, offenkundig jemand, dessen Fuss nur kindsgroß war. Ein schwaches Stöhnen ging von der Person, bei der es sich wohl um einen Gnom handeln würde - befand man sich doch in einem Gebäude das von der Gilde der Redner betrieben wurde,  aus.

Ob der Wortschmied niedergeschlagen worden war, oder ob ihn der Schock darüber, dass jemand aus den dutzenden, wenn nicht hunderten von Fächern hinter dem Tresen alle Nachrichten herausgreissen hatte, übermannt hatte, war von der Tür aus für Guamorr nicht zu erkennen.

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Nur Augenblicke später trafen Dorin und der Junge an der Tür ein. Wer auch immer sie herausgerissen hatte, war dabei nicht zimperlich vorgegangen. Bedachte man, dass die Poststationen nahezu immer geöffnet hatten, erschien es nahezu absurd, dass jemand sich die Mühe gemacht hatte, die Tür zu zerstören.
Offensichtlich hatte sie jemand am oberen Ende gepackt, und einfach abgerissen, doch der rundliche Mann konnte nicht sagen, wer...

Sekunden später hörte er Schritte, und als er sich umdrehte, kam eine Gruppe von Menschen - und einem Kriegsknecht - auf ihn zu. Der Anführer  der Gruppe war gut zwei Köpfe größer als Dorin, das Gewicht durfe indes seinem eigenen entsprechen...

_Guamorr

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« Antwort #5 am: 01.09.2004, 14:25:38 »
 Als Guamorr den Raum betrat kniff er die Augen zu, als wolle er sich vor dem recht hellen Licht schützen. Einen Augenblick lang schien er die Verwüstung nicht zu bemerken, doch nach einigen Schritten blieb er stehen und schaute sich um. Im Licht der Lampen war er nun besser auszumachen. In Kleidung aus verschiedenfarbigen Lederschichten gehüllt war er behangen mit allerlei Gegenständen. Eine schwer anmutende, alte Laterne hing an seiner Hüfte, ebenso ein langer Behälter aus Leder, wahrscheinlich Aufbewahrungsmöglichkeit  für Landkarten oder andere Papiere. Über seinem Rücken hing ein sehr grosses Schild aus Holz, wunderschön bearbeitet und mit Lederstreifen verziert.

Als er den Verschütteten entdeckte ging er gemächlich auf ihn zu, das Chaos um ihn herum weiterhin betrachtend. Als der Ork den Papierhaufen erreichte griff er kurzerhand den Fuss des Verschütteten und zog ihn recht unsanft hervor, wobei die Papiere sich noch weiter im Raum verteilten.  

Kanatash

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Inplay - Prolog
« Antwort #6 am: 01.09.2004, 18:10:03 »
 Anscheinend hatte niemand Einwände zu erheben gehabt, sich das Geschehen näher anzusehen. So ging Kanatash der Gruppe voraus, immer weiter auf den Turm zu. Das monotone Geräusch des Regens dauerte an, das Klappern der demolierten Tür wurde immer deutlicher zu hören. Schon von weitem hatte er die beiden Gestalten vor der Station ausgemacht, ließ sich davon jedoch keineswegs irritieren. Durch den leuchtenden Hut war der Mann deutlich auszumachen und er hatte mit seiner Kleidung eindeutig das bessere Schicksal erwischt als der Junge neben ihm. Ein knappes "Guten Abend" dachte er dem Mann an, der offensichtlich auch die Poststation aufsuchen wollte und drängte sich dann bestimmt, aber nicht unhöflich ins Innere. Das Chaos in dem Raum hätte Kanatash nicht weiter verwundert, doch von dem Anblick, der sich ihm dann bot, konnte man dies nicht behaupten. Einige Schritte nur von ihm entfernt stand ein Mann, wenn man es so beschreiben konnte, besser gesagt eine Kreatur. In seltsame Kleidung gehüllt, hielt er mit der einen Hand einen Gnom am Bein fest. Seine orangefarbigen Augen schienen nahezu zu glühen. Augenblicke vergingen in denen sich die beiden Männer anstarrten, dann streifte Der Priester seine Kapuze nach hinten und unter seinem Umhang kam der leuchtende Panzerhandschuh zum Vorschein. Als hätte er den Handschuh gar nicht getragen, deutete er mit seiner Rechten auf den Gnom. "Was tut ihr da? Lasst auf der Stelle den Mann los!" klang seine Stimme durch den Raum. Der leichte, kaum zu bemerkende Widerhall seiner Worte konnte Einbildung gewesen sein, denn der Raum bot dafür keinen Grund. In diesem Moment warf er einen kurzen Blick über seine Schulter, zu dem kleinen, wohlbeleibten Mann mit dem Hut. Als er genau hinter diesem gegen die Dunkelheit noch die Umrisse Hammers erkennen konnte, blickte er sofort wieder nach vorn. "Ihr sollt ihn in Frieden lassen!" wiederholte er seine Aufforderung und verlieh mit einem Winken seiner Hand den Worten Nachdruck.

Hammer

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Inplay - Prolog
« Antwort #7 am: 01.09.2004, 18:28:57 »
 Während sein neu gefundener Freund Katanash den Raum betreten hatte, bleib der riesige Kriegsknecht, der nur aus Metall und Holz zu bestehen schien, im Eingang des Turmes stehen. Er hatte sichtliche Probleme ins Innere zu gelangen, denn anscheinend hatten die Erbauer des Turms, nicht bedacht das die gewaltigen Krigesknechte, nicht durch normale Türen passen.  Also entschied sich Hammer, draußen zu bleiben und das Geschehen von dort aus zu beobachten. Was auf der anderen Seite bedeutete, das die anderen Anwesenden nicht ins Innere blicken konnten. Aber anscheinend machte sich der Titan darüber keine Gedanken, denn er ließ seinen Freund im Inneren nicht aus den Augen, während dieser, die Kreatur ansprach, welche sich in diesem Moment an dem Wortschmied zuschaffen machte. Seine mächtige Hand legte sich derweil aus reiner Gewohnheit reaktionsbereit an den Griff des enormen Hammers, der auf den Rücken des Kriegsknecht geschnallt war...

Dorin d'Cannith

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Inplay - Prolog
« Antwort #8 am: 01.09.2004, 18:35:07 »
 Während Dorins Finger noch über die Tür fuhren, um den Schaden zu begutachten, näherte sich ihm ein hochgewachsener Mann, den er aber zunächst geflissentlich ignorierte. Durch das Leuchten des Hutes wurde Dorins Gesicht noch mehr ins Dunkel gerückt als es das elende Regenwetter an diesem Abend eh schon tat und so war nicht zu erkennen, welche Miene er zur Schau trug. Recht behende jedoch wendete er sich dann dem Mann vor ihm zu, der mit einer knappen Begrüßung vorbeihuschte und murmelte diesem ebenfalls einen Gruß zu. Allerdings waren die Worte im Prasseln des Regens wohl untergegangen, so daß nur das leichte Wippen seines Hutes darauf hindeutete. Nach einem kurzen Blick hinter sich in Richtung des jungen Mannes, entschloß Dorin sich, erneut schulterzuckend, dem anderen Mann zu folgen und das Innere der Poststation zu begutachten.
Schon der erste Schritt zur Tür hinein ließ ihn dann jedoch sofort wieder inne halten, überall lagen Papiere verstreut, ein Chaos sonder gleichen. Etwas mechanisch wirkend nahm Dorin den Hut von seinem Kopf, Wasser lief auf den Boden und bespritzte hier und da ein Pergament. Unter seinem wasserfesten Hut, der oberhalb der Krempe immer noch leuchtete, kam ein freundlich wirkendes, etwas rundliches Gesicht zum Vorschein. Umrahmt von wuscheligem, braunen Haar, das etwa bis zu den Ohren reichte, hätte es durchaus einem dicklichen Knaben gehören können. Neben der dominierend breiten Nase,  stachen jedoch vor allem die funkelnden, braunen Augen hervor, die ein gerütteltes Maß an Scharfsinn versprachen. "Unfassbar", platze er heraus, "Haus Sivis wird hierfür die Verantwortug übernehmen müssen!".
Sein Blick galt dabei vor allem dem angerichteten Chaos, die anderen Personen im Raum schienen ihn vorerst wenig zu bekümmern. Als er jedoch die festen, unverkennbaren Schritte eines Kriegsknechtes hinter sich vernehmen konnte, fuhr Dorin blitzartig herum, seinen Hut als Laterne voraus haltend, um das Geschöpf umgehend genau ins Auge zu fassen.

_Guamorr

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« Antwort #9 am: 01.09.2004, 18:37:50 »
 Guamorrs Gesicht blieb ausdruckslos, als er die Aufforderungen des Kalashtar vernahm. Als dieser fertig war wandte er sich wieder dem am Boden liegenden Gnom zu, der seine Umwelt noch nicht wahrzunehmen schien. Er griff mit der freien Hand den kleinen Kerl am Kragen und hob ihn auf den Tresen. Dann blickte er endlich in Richtung des Kalashtar.

“Ich habe nichts Unrechtes getan, und habe den Raum so vorgefunden wie ihr. Lasst mich in Frieden.“

Die Stimme des Orks hatte einen seltsamen Tonfall, tief und heiser, und ein unscheinbares Rasseln begleitete jeden seiner Atemzüge, doch trotz seiner eindrucksvollen Erscheinung machte er keinen bedrohlichen Eindruck. Nachdem er den Neuankömmling einen Augenblick lang betrachtet hatte beugte er sich wieder zu dem Gnom herab und schien nach etwas Ausschau zu halten.
 

Rigana

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« Antwort #10 am: 01.09.2004, 21:28:04 »
 Gedankenverloren marschierte Rigana mit ihren neuen Freunden zur Poststation. Wann diese Lady Elaydren sich wohl wieder einmal die Ehre erweisen würde...
Irgendwie war sich Rigana nicht so sicher, was sie von dieser Frau zu halten hatte. Allerdings hatte sie das Gefühl, daß sie schon früher oder später  hinter ihr Geheimnis kommen würden. Solange, beschloß Rigana , wäre Lady Elaydren  jedoch mit Vorsicht zu behandeln. Rigana hätte nicht sagen können, warum sie der Frau so wenig Vertrauen entgegenbringen konnte.
Etwas anderes war das jedoch mit ihren neuen Gefährten. Sie dachte grad über die seltsamen Umstände nach, die sie zusammengeführt hatten, als sie die stummen Absprachen zwischen Ethon und Kalashtar bemerkte, was sie umgehend aufmerksamer werden ließ. Irgendwie kam ihr das doch alle sehr merkwürdig bekannt vor…
Vor der Tür des Postamtes angekommen, ging Kalashtar durch die nicht mehr vorhandene Tür. Bevor Rigana oder Ethon auch nur irgend etwas machen konnten, plazierte sich Hammer so vor die Beiden, daß Rigana nicht erkennen konnte, was sich im Inneren abspielte.
„Das Hammer seinen neuen Freund nicht mehr aus den Augen läßt ist eine Sache, anderen die Sicht zu versperren eine völlig andere….“, dachte Rigana bei sich. Durch Kalasthars Worte aus dem Inneren plötzlich zu äußerster Vorsicht gezwungen, zückte sie ihre Armbrust.
„Hammer“, flüsterte sie, “du mußt dich einen Schritt zur Seite bewegen!“

Hammer

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« Antwort #11 am: 01.09.2004, 21:33:54 »
 Mi den Worten: "Oh, verzeiht, mylady" bewegte der Kriegsknecht seinen massiven Körper ein wenig zur Seite und gab so den Blick und den Zugang auch für deine anderen Gefährten wieder frei. Dennoch nahm er seinenBlick nicht von den Geschehnissen im Inneren des Turmes.

Kanatash

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« Antwort #12 am: 02.09.2004, 02:18:50 »
 Kanatash war sichtlich erleichtert, als der Mann vor ihm nicht Hand an den Angestellten legte und auch sonst keine aggressiven Anstalten machte.
Nachdem er die Kapuze zurückgeschlagen und diese kurz ausgeschüttelt hatte, war sein Gesicht deutlich zu erkennen. Die kantigen Züge ließen ihn fast hager wirken, doch zusammen mit seinen langen, schwarzen Haaren und seinen leuchtend weißen Augen, die bei flüchtiger Betrachtung jeglicher Pupillen entbehren zu schienen, verliehen sie ihm ein ästhetisches, exotisches Äußeres. Für den Betrachter war es schwer zu sagen, ob es die Beleuchtung des Raumes war, aber einige Haare des Kalashtar waren bereits ergraut. Im nächsten Moment war davon nichts mehr zu sehen.
Kanatash hatte wohl den kleinen Mann genauso in den Raum kommen sehen, wie er auch die Aktivität draußen wahrgenommen hatte, aber jetzt hatte der in das Leder Gekleidete seine volle Aufmerksamkeit erlangt. Er stand einfach nur da und beobachtete das Wesen, wie es offenbar nach etwas suchte. So etwas hatte er noch nicht gesehen, obwohl er schon eine ganze Zeit hier in Sharn war und sich an Vieles – auch Ausgefallenes – wenigstens ansatzweise gewöhnt hatte.
"Nun, ich habe keinen Grund euch nicht zu glauben." bemerkte er mit einem Blick auf den Gnom, der immer noch benommen auf dem Tresen lag. "Aber, wenn  ihr mir die Frage erlaubt – was seid ihr?" Auch wenn es ein wenig abwertend klingen mochte, war die Neugierde Kanatashs unschwer zu bemerken.

Ethan

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« Antwort #13 am: 02.09.2004, 08:31:53 »
 Ethan hatte sich inzwischen an Hammer vorbeigedrängt, um sich ein besseres Bild von der Szenerie zu verschaffen. Mit scharfen Blicken betrachtete er das vor ihm liegende Chaos und alle anwesenden Personen.
Da Kanatash, den er nun seit einigen Wochen kannte, die Situation mit dem Ork (denn als das hatte Ethan das Wesen schnell identifiziert) unter Kontrolle hatte, machte er sich daran, die Spuren des Vorfalls zu untersuchen. Langsam und vorsichtig suchte der junge Mann den Boden nach Spuren ab, nicht ihne vorher den regennassen Mantel am Eingang abgelegt zu haben.

"Fasst hier nichts an....ich will versuchen, ein paar Hinweise zu finden, was hier geschehen ist, bevor wir den Gnom befragen können."

Eine leichte Lederrüstung über dunklen Gewändern wird sichtbar, als Ethan sich die Papiere vornahm, die über den Raum verstreut lagen, sorgsam darauf achtend, möglichst keine Hinweise durch Unachtsamkeit zu vernichten.  Ab und an warf er einen missbilligenden Blick in Richtung des Orks, der wohl schon einiges durcheinander gebracht hatte.

Dorin d'Cannith

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Inplay - Prolog
« Antwort #14 am: 02.09.2004, 17:23:44 »
 Während Dorin noch Hammer betrachtete, ja scheinbar geradezu studierte, drängelte sich unvermittelt Ethan durch. Unvermeidlich rempelte er dabei Dorin unsanft an, da dieser noch direkt im Eigang verweilte. Herausgerissen aus seiner Betrachtung, fuhr Dorin herum, um den Kerl in Augenschein zu nehmen, der sich dort gerade an ihm vorbeigequetscht hatte. Bevor er jedoch seinem Ärger Luft machen konnte, begann Ethan schon, nach Spuren des Geschehens Ausschau zu halten. Seltsamerweise schien dies Dorin seinen Ärger vergessen zu lassen und anstatt Ethan etwas hinterher zu rufen, wandte er sich dem hochgewachsenen Mann zu, der dem Ork vor ihm eine doch recht merkwürdige Frage gestellt hatte.
"Ein Ork ganz offensichtlich, das sieht man doch!", mischte er sich ein. Ohne weiter auf das Chaos im Raum Rücksicht zu nehmen, begab er sich zum Tresen, auf dem der bewußtlose Gnom ruhte. "Ihr solltet euch lieber Sorgen um diesen Gnom hier machen. Er weiß vielleicht, was genau hier vorgefallen ist. Viel wichtiger noch! Er müßte wissen, ob eine Botschaft für mich eingetroffen ist." Mit einigen ungeschickten Bemühungen, ein Klaps ins Gesicht und leichtem Rütteln, versuchte Dorin den Gnom wieder zu Bewußtsein zu bringen, aber man merkte ihm deutlich an, daß er sich dabei nicht sehr wohl fühlte.

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