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Autor Thema: IC (1): Ein klarer Frühlingstag  (Gelesen 24061 mal)

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Radumar

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IC (1): Ein klarer Frühlingstag
« am: 25.03.2008, 12:32:38 »
1. Tag: Reise nach Felbarr

Der frische Schnee knirschte unter seinen Stiefeln, als Fincayr die Anhöhe erklomm und vorsichtig einen Blick auf die dahinter liegende Straße warf. Wobei Straße es nicht wirklich traf, eher handelte es sich um einen Pfad, kaum sicher und breit genug für die Wagen die sich dort unten um große Felsbrocken und zum Teil versteckte Schneelöcher herum quälten. Rund ein Dutzend Wagen waren es und etwa die dreifache Anzahl Menschen und Zwerge, welche dort unten ungefähr in dieselbe Richtung reisten wie er selbst. Wohin sie wohl wollten? Fincayr kannte sich hier nicht besonders aus. Nur wenige seines Volkes lebten in der Gegend, es gab einfach zuviele Orks. Er hatte von einer Zwergenfestung gehört, zwei Tagesreisen weiter, vielleicht war sie das Ziel dieser Leute.
Sein eigenes Ziel war dem Schamanen noch nicht klar. Wie schon oft in seinem Leben folgte er Sarkoth, seinem spirituellen Freund und Gefährten seit langer Zeit. Der Geisterwolf hatte ihn sanft aber unmißverständlich in diese Gegend geführt.Warum? Wohin genau? Das würde sich ergeben, da war Fincayr sicher …

Wirbelnde Bilder. Explosionen, das Gesicht seines Meister, die zornige Miene von Magister Earon. Was hast Du wieder angestellt? Die Zerstörung des Labors seines Meisters vermischte sich mit den Bildern eines anderen rauchenden Labors. Lummi hatte ein wenig experimentiert, an sich ganz harmlose Dinge. Was ihn geritten hatte noch ein paar andere Sachen mit hinein zu geben, er wusste es hinterher nicht mehr. Ohne das Eingreifen von Magister Earon wären die Folgen vielleicht ebenso schlimm gewesen wie damals. Lummi zitterte im Schlaf, wälzte sich unruhig hin und her. Und wie willst Du den Schaden wieder gut machen? Soviel Geld hatte er nicht. Fast erleichtert hatte er zugestimmt, als „Strafe“ eine Reise in den Norden zu unternehmen. Fast. Fröstelnd zieht Lummi die Decke enger um sich. Felbarr war sein Ziel. Sein Auftrag: einige Kisten wertvoller magischer Fracht zu Magister Earons Freund zu bringen, der dort zum Kontingent gehörte mit welchem Silbermond die Zwerge unterstützte. Er sollte eine Weile helfen, so gut er konnte. Vermutlich lief es auf das langweilige Schreiben von Schriftrollen und Brauen von Tränken hinaus.Aber allemal besser als die Alternativen.
Höhnisch lachte John McBrire ihn aus. Die verschlagene Visage mit dem fehlenden Schneidezahn, Lummi würde ihn überall wieder erkennen. Er erinnerte sich noch wie er ihn das erste Mal sah. John war einer dieser Herumtreiber die nie irgendwo wirklich Fuß fassen konnten. Er wohnte in einer schäbigen Kaschemme nicht weit vom Haus seiner Eltern. Ab und zu bekam er von den Leuten der Gegend die eine oder andere kleine Abreit, sei es Holz hacken oder eine Kiste schleppen. Gemocht hatte Lummi ihn nicht, aber das schob der Gnom damals auf das Aussehen dieses Mannes. Doch er hatte sich nicht getäuscht. Hätte er doch nur damals auf sein Bauchgefühl geachtet. Die kleine Faust ballt sich im Schlaf. Im Brief des Nachbarn über den Tod seiner Eltern hatte ein Name gestanden, der Name von einem der Täter, dem einzigen der bekannt war: John McBrire. Er war seitdem verschwunden. Aber eines Tages, da war Lummi sich sicher, würden sie sich begegnen. Und dann …
Explosionen überall, wieder vermischten sich die Bilder. Mit einem Rumms wird Lummi aus der Koje des Planwagens geschleudert. Ein heftiger Schmerz durchzuckt seine linke Seite als er gegen eine Kiste prallt. Der Wagen war zum Halten gekommen und stand nun schief. Lärm und Geschrei war von draußen zu hören.

Seufzend beschleunigt Sigmund sein Pferd. Was war denn nun wieder los? Fast bedauerte er es sich dem Wagenzug angeschlossen zu haben. Natürlich war es so das Beste, die Gegend alleine zu bereisen kam selbst für jemand wie ihn, kampfgestählt und im Segen Helms, Selbstmord gleich. Aber warum musste alles so undiszipliniert ablaufen? Irgendwie machte jeder was er wollte und auf Befehle wurde nur gehört wenn es einem passte, den Eindruck hatte er zumindest in den vergangenen Tagen gewonnen. Er konnte nur hoffen dass es in Felbarr anders war. Sicher würde es dort anders sein. Eine Festung, von Zwergen zurück erobert die sich darauf vorbereiteten Angriffe der Orks abzuwehren, da würde Zucht und Ordnung, Fleiß und Arbeitseifer herrschen. Und für ihn gab es dort sicher genug zu tun. Ungeheuer aller Art, zweibeinige und andere, sollten dort ihr Unwesen treiben. Man würde sehen. Seine Aufmerksamkeit kehrt in die Gegenwart zurück. Mißmutig fällt sein Blick auf den Wagen, der schief in einer Schneewehe steckt. Der Fahrer hatte versucht um einen Felsbrocken herum zu kommen der den halben Pfad versperrte, herab gerollt von einem der Hänge. Dabei war er aber in ein vom Schnee verdecktes Loch gerutscht und kam aus eigener Kraft nicht mehr heraus. Die Wagen dahinter hielten an, Fahrer eilten herbei um zu helfen.

Nachdenklich und ein wenig erheitert sieht Salif dem Treiben vom Kutschbock des zweiten Wagens zu. Ein halbes Dutzend Kerle bemühten sich den Wagen wieder flott zu machen. Er selber würde da nur im Wege stehen. Seine Gedanken schweifen ab, kehren zurück zu dem seltsamen Brief, den er erhalten hatte.Ein Brief aus Felbarr von seinem alten Freund Myrzen Lendrokk. Nun ja, Freund war ein wenig übertrieben. Alter Geschäftspartner traf es eher. Myrzen war mit Salif schon diverse Male handelseinig geworden und stets war es zu beider Vorteil gewesen. Myrzen gehörte zu jener Art Händler, die auf der einen Seite die Zähne eines alten Pferdes bleichten oder einem wohlhabenden Reisenden zu völlig überzogenen Preisen ein gänzlich unnützes Was-auch-immer aufschwatzten. Aber andererseits würde er nie einem Geschäftspartner herein legen und mehr als einmal hatte er auf einen Gewinn verzichtet weil er einem armen Tropf nicht den letzten Silberling abknöpfen wollte.
Und ebendieser Myrzen hatte ihm nun einen Brief geschickt, ihn eingeladen nach Felbarr. Es sollte um ein ganz großes Geschäft gehen, etwas was er allein nicht abwickeln konnte. Genau hatte er sich nicht ausgedrückt, aber Salif hatte heraus gelesen, dass es wohl kein ganz offizielles Geschäft war und vermutlich ohne Wissen der dort lebenden Zwerge. Immerhin traute Salif dem Wort seines Freundes genug um sich auf den beschwerlichen und nicht ganz ungefährlichen Weg zu machen. Im Wagen hinter ihm waren einige Waren, die er relativ günstig im Süden eingekauft hatte und hoffte mit ausreichend Gewinn zu verkaufen, um auch dann verlustfrei zu bleiben falls sich wider Erwarten die Versprechungen Myrzens als Geschwätz herausstellten.

Eine letzte Kurve, dann lag der Wagentrek vor Tibryn. Schon lange vorher hatte er den Geruch des Feuerfasses wahrgenommen, welches dem schnellen Entzünden eines Lagerfeuers am Abend diente, und am Lärm der Stimmen gehört dass es Probleme gab. Was es wohl dieses Mal wieder war? Seit er sich dem Trek angeschlossen hatte, gab es täglich Probleme aller Art. Allein zu reisen wäre bestimmt einfacher gewesen. Aber zwei Dinge hatten ihn bewogen, diese langsamere und beschwerlichere Art des Reisens zu wählen. Auf der einen Seite die Sorge um diese Leute. Es waren Fremde, ja. Aber doch potentielle Verbündete. Und ihre Chance das Ziel sicher zu erreichen war sicher deutlich größer mit ihm an ihrer Seite als ohne ihn. Und dann war da als zweites die Art seines Zieles. Felbarr, die Zwergenfestung. Leise seufzt Tibryn. Weder die Aussicht eine Festung aus Stein zu betreten noch von sovielen Zwergen umgeben zu sein erfüllte sein Herz mit Freude. Aber irgendwo musste er mit der Suche beginnen und soviel er wusste war Felbarr die einzige größere Ansiedlung dort. Vielleicht hatte man etwas von Nalheer Adrigen gehört. Die Freundin seiner Familie, die auch Tibryns Ausbildung lange Zeit begleitet hatte und sicher mit Anteil daran hatte warum er Waldläufer geworden war, hatte im letzten Herbst das letzte Mal von sich hören lassen. Seitdem nichts mehr. Allmählich machte Tibryn sich Sorgen, immerhin war Nalheer nicht mehr die jüngste und wenn auch keineswegs gebrechlich so war diese Gegend, kalt, eisig und voller Orks, sicher nicht das Gesündeste um allein zu leben. So hatte er sich entschlossen hierher zu reisen und nach ihr zu schauen. Aber wie würden die Zwerge wohl auf einen allein reisenden Elfen reagieren? Um leichter und unverfänglicher Zutritt zu erlangen, hatte er sich dem Trek angeschlossen. Manchmal bedauerte er die Entscheidung, aber Tibryn wusste dass sie richtig gewesen war.
Kurz blitzte etwas in der Sonne. Dort oben auf der Kuppe war jemand. Der Waldläufer denkt unwillkürlich an die Spuren welche er vor einer Stunde entdeckt hatte. Er war dem Trek voraus geritten und war über die Spuren von Orks gestolpert. Sie waren zwei Tage alt gewesen, führten zu einem Lagerplatz und dann weiter weg von der Straße. Es sah nach Jägern aus, aber die Grenze zwischen Jägern und Räubern war bei Orks fließend. Vielleicht sollte er sich diesen Beobachter einmal näher anschauen …

Rekongregare

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IC (1): Ein klarer Frühlingstag
« Antwort #1 am: 25.03.2008, 13:03:48 »
Sigmund

Mit einem weiteren Seufzen schwingt der berittene,nur aus Panzerplatten zu bestehend scheinende Kriegspriester ein Bein über das Gesäß seines Pferdes!Von dem knirschenden Knacken brechenden Eises begleitet landet er geräuschvoll in einer flachen Pfütze gefroreren Regens die seinem Gewicht nicht standzuhalten vermochte und nun spinnwebartige Kreise auf ihrer Oberfläche aufweist!
Nun dann wollen wir mal ein wenig Ordnung in diesen vermaldeiten Bienenschwarm bringen!
Die Zügel seines wohlausgebildeten Streitrosses einfach fahren lassend stapft er durch den flachen Schnee in welchem er große Spuren gestampften Schnees und gebrochene Halme des kurzen gefrorenen Grases hinterlässt!
Zischend holt er Luft und erhebt einen Arm um den Leuten Anweisungen zu geben die sie hoffentlich zu befolgen bereit sind,er war schließlich Soldat und hatte schon desöfteren vor Problemen wie diesem gestanden wenn ein Wagen des Heereszuges den er gerade begleitete steckenblieb!
He,ihr da Jungens!Geht an den Rand des Wagens um zu drücken,die kräftigsten ans Rad selbst,dort benötigen wir am meisten Kraft!  
Beim erheben seiner Stimme schießt ihm das Blut in den Kopf und noch bevor er selbst das Rad erreicht hat um seinerseits anzupacken erheben sich bereits leichte Dampfwölkchen von seinem kahlgeschorenen Haupt!
Alle bereit?

ProviLizk

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IC (1): Ein klarer Frühlingstag
« Antwort #2 am: 25.03.2008, 13:41:37 »
Salif

Mit einem Lächeln klopft Salif dem Fahrer neben sich auf die Schulter: "Nur gut, dass ich hier bei Euch sitzen darf. Ihr scheint mir ein fähigerer Kutscher zu sein als der arme Mann dort." Sein Blick wandert zu dem verunglückten Wagen. "Wie lang wird es noch dauern bis nach Felbarr?"
Salif hat wenig Lust unnötig Zeit in dieser feindseligen Natur zu verlieren. Zwar würden umherstreunende Orks und Monster sich wohl davor hüten, einen Trek solcher Größe anzugreifen, aber die widrigen Bedingungen und die Neugier auf das Angebot Myrzens quälen den jungen Händler.

Mit Wohlwollen betrachtet Salif den imposanten Kleriker des Helm, der sich des Unfalls annimmt. Männer wie diesen braucht man auf einer solchen Reise!

soises

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IC (1): Ein klarer Frühlingstag
« Antwort #3 am: 25.03.2008, 14:09:39 »
Tibryn

Die Augen mit der flachen Linken beschattend blickt der Halbelb angestrengt gen der Kuppe.

„Seltsam… orkische Jäger die sich auf Kuppen stellen werden selten alt.“

drängt es sich ihm auf, während er kurz entschlossen sein Ross zwischen zwei riesigen Findlingen lenkt und so den Pfad hinter sich lässt um etwas näher an die Hügelspitze zu gelangen.

Als er noch einige hundert Schritt von seinem Ziel entfernt ist, gleitet Tybrin geschmeidig aus dem Sattel, versteckt seine gescheckte Stute hinter einem großen Wildbusch und macht sich auf leisen Füssen auf, zu sehen, wer hier ein Auge auf „seinen“ Trek geworfen hat.

Radumar

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IC (1): Ein klarer Frühlingstag
« Antwort #4 am: 25.03.2008, 14:24:29 »
Schlagartig kommt Ordnung in den haufen als Sigmund das Ruder übernimmt. Einige Kisten werden abgeladen, Bretter untergelegt und nach einer guten Viertelstunde harter Arbeit ist der Wagen frei. Schnell machen sich die Leute daran die Kuhle abzusichern damit die anderen Wagen sicher dran vorbei können. Der Fahrer neben Salif, ein älterer aber recht fröhlicher Kerl der sich schon die letzten Tage gut mit ihm verstanden hatte, meint versöhnlich:
Naja, sowas ist schwer zu erkennen. Wenn ich als erster gefahren wäre, hätt es mich ebenso erwischen können.
Unterdessen hat Tibryn die Kuppe umrundet und sich bis auf weite Bogenreichweite an den Beobachter heran geschlichen. Vorsichtige Blicke in die Gegend versichern ihm dass es nur einer ist und auch die Spuren im Schnee zeugen davon. Wer hier alleine unterwegs war musste sehr mutig und erfahren oder sehr dumm sein.
Dort vorn war er, zeigte Tibryn den Rücken. Ein Mensch, vermutlich ein Nordbarbar ...

Rekongregare

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IC (1): Ein klarer Frühlingstag
« Antwort #5 am: 25.03.2008, 14:56:21 »
Schwere Kisten die klingen als wären sie mit dickbauchigen Flaschen gefüllt wieder auf den Wagen ladend singt der Helmit leise vor sich hin als ihm etwas alkoholisch riechendes aus dem Boden der Kiste über die Hand läuft!Nicht die ganze Fracht schien den schweren Ruck des Einsackens unbeschadet überstanden zu haben,sollte er es dem Fahrer sagen?Wohl nicht,dieser würde nur den Trek aufhalten um seine Ware zu überprüfen und ändern würde es im Endeffekt doch nichts!
Irgendwie müssen solche zeitraubenden Zwischenfälle doch wohl zu unterbinden sein!Beim grübeln über diese Problematik entfährt ihm ein leichtes Brummen als er einige der Pferdeburschen der reicheren Händler des Treks erblickt!
He ihr Burschen,kommt einmal herüber!Was haltet ihr davon wenn ich jedem von euch einen Silberling gebe für eine kleine Aufgabe?Packt euch ein paar lange Stöcke und lauft vor dem ersten Wagen her um etwaige Schneeverwehungen wie diese hier zu entdecken bevor wieder ein Wagen darin landet!Na was sagt ihr?

soises

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IC (1): Ein klarer Frühlingstag
« Antwort #6 am: 25.03.2008, 15:32:31 »
Tybrin

Nachdem sich der Jäger noch einmal versichert hat, dass hier wirklich nur die frischen Spuren von nur einem Menschen zu finden sind, schleicht er sich noch ein wenig näher heran.

Über Nordbarbaren wusste er nicht viel. Einmal hatte er im Old Skull Inn in Shadowdale von einem ganz berühmten gehört, der mit einem riesigen Wurfhammer kämpfte und die ganze Zeit über „Tempus!!!“ brüllte. Aber das würde hoffentlich nicht genau dieser hier sein…

Den Bogen mit aufgelegtem Pfeil in der Linken, tritt der Halbelb nach vorne, hebt die waffenlose Rechte zum friedlichen Gruß und meint mit fester Stimme:

„Hey da Wanderer!
Den guten Göttern zum Wohle. Was führt euch her, dass sich euer Pfad mit der dieses Treks kreuzt?“


Bis auf gut ein Dutzend Schritte hat sich der Waldläufer an den Barbaren herangewagt, doch nun bleibt er stehen. Nur zur Sicherheit.

Den Kopf ein wenig schräg lehnend wartet der Halbelb die Reaktion seines Gegenübers mit einem vorsichtigen Lächeln ab.

Navun'Ylahc Vytharia

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IC (1): Ein klarer Frühlingstag
« Antwort #7 am: 25.03.2008, 18:22:41 »
Fincayr

Aufmerksam und sorgfältig betrachtet er den Wagenzug auf der Straße unter ihm. Es ist das erste mal seit geraumer Zeit, dass er einen Pfad, geschweige denn andere Menschen zu Gesicht bekommt. Die letzten Wochen hatte er sich damit auseinandersetzen müssen, Orks und Winterwölfen auszuweichen, die ihm zahlenmäßig bei weitem überlegen waren, hier in den kalten Wäldern und Gebirgen der nördlichen Silbermarken.

Einige Momente beobachtet er das aufgeregte und konfuse Treiben der Händler und Reisenden unter ihm. Unter keinen Umständen würde er sich diesem Trott anschließen. Das dort dürfte nicht der erste Zwischenfall dieser Art sein. Genügend Abhärtung und einen wachen Geist vorausgesetzt, ist man sicher schneller unterwegs. Aber diese Schwächlinge würden nicht eine Nacht in dieser Kälte überleben, soviel ist sicher.

Gerade als sich der Schamane umdrehen will, ertönt eine feste Stimme hinter ihm. In seiner Pose verharrend blickt der Nordmann abwesend Richtung Horizont und scheint den Störenfried gar nicht bemerkt zu haben, ehe er gewand sein Kriegsbeil aus dem Halfter in seine Hand schnellen lässt.

Erst inspiziert er den Halbelfen, ehe er mit rauher, grollender Stimme und blitzenden Augen spricht.
"Du wagst es?! Gehörst du zu dem Trott da unten? Du solltest schnell zu ihm zurückkehren. Mein Stamm kennt wenig Gnade. Ich habe genügend Probleme mit den ganzen Orks hier, da brauche ich nicht auch noch dahergelaufene Waldläufer, die mir das Leben schwer machen."

Lautlos für alle anderen ertönt ein tiefes Knurren von Sarkoth. Nicht einmal er hatte ihn bemerkt. Dieser Halbelf vor ihm scheint sein Handwerk zu verstehen. Aber immer diese überspielende Fröhlichkeit! Wir es sie hasst! In einer Welt wie dieser sollte es keine Fröhlichkeit geben. Nur Kampf oder Resignation.

Die linke Hand krallt sich immer noch fest um das grobe Kriegsbeil, als er eine Reaktion seines Gegenübers abwartet.
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Tabor Schluchtenreisser

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IC (1): Ein klarer Frühlingstag
« Antwort #8 am: 25.03.2008, 22:51:42 »
Lummi

Aufgeschreckt durch den plötzlichen Tumult und durch den beißenden Schmerz in seiner linken Schulter ruckartig hellwach, schiebt der Gnom sich vorsichtig zum Heck des Wagens, um einen Blick nach draußen zu riskieren. 'Was war geschehen? Räuber, Banditen? Gerade hatte ich noch von John McBrire geträumt, diesem kaltblütigen Mörder... sollten jetzt tatsächlich Leute seines Schlages den Wagen umzingelt haben?'

Behutsam schlägt Lummi die Plane am Heck des Wagens ein Stück zurück und wirft einen vorsichtigen Blick hinaus, während er sich bereits darauf vorbereitet einen Zauber zu wirken.
Doch dann erfasst er recht schnell die Situation. Keine Räuber. Nur eine Kollision mit einem großen Stein. Ärgerlich, weil es den Trek aufhielt, aber im Prinzip doch harmlos - kein Überfall und er hatte auch nicht im Schlaf versehentlich gezaubert oder etwas in der Art gemacht, was ihn für diesen Unfall verantwortlich machen würde...


Er schaut sich die eher planlos umherlaufenden Leute draußen noch einen Moment an, zieht daraufhin die Kapuze über den Kopf und springt vom Wagen herab.
Im selben Moment vernimmt er eine laute, Anweisungen gebende Stimme, und nur einen Augenblick später kann er diese dem Helmpriester zuordnen, den er bereits am Abend zuvor kurz gesehen hatte, als der Gnom sich gerade mal kurz die Beine vertreten wollte.

Während die umherstehenden Männer den Wagen wieder aufrichten, schaut Lummi still zu - er wäre dabei sicherlich keine große Hilfe, schließlich lag seine Stärke eher in seinem Geiste, als in seinen Armen - und holt besorgt eine große, grüne Kröte aus seiner Brusttasche.
"Na Glupsch, ich hoffe dir ist gerade nichts passiert. Vielleicht sollte ich dich während der Fahrten doch besser in deinem Transportbehälter lassen?... Aber sei unbesorgt, wir hatten nur einen kleinen Unfall."

Ein leises "Quark! abwartend, setzt der Gnom Glupsch daraufhin wieder vorsichtig zurück in seine Brusttasche.

Als der Wagen schließlich aufgerichtet ist und der Helmpriester damit beginnt die Kisten wieder aufzuladen, welche bei dem Zusammenstoß aus dem Wagen gefallen waren, klettert Lummi ohne etwas zu sagen, aber mit einem respektzollenden bzw. dankbaren Nicken an dem Helmpriester vorbei in den Wagen und macht es sich wieder bequem.
Allerdings würde er nicht weiter schlafen. Wo er nun schon mal wach war, könnte er sich auch den Studien seiner Zauber widmen. Und später würde er vielleicht noch ein wenig draußen mitfahren... zumindest so lange das Wetter so schön klar bliebe.

Radumar

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IC (1): Ein klarer Frühlingstag
« Antwort #9 am: 26.03.2008, 07:05:19 »
Leutnant Murghin, der offiziell Anführer des Treks war, stimmt dem Vorschlag zu und teilt Leute ein die abwechselnd die mühsame Arbeit übernehmen vorzulaufen. Wenigstens war er empfänglich für Vorschläge, wenn es auch sonst wenig positives gab was Sigmund über den Silbermondoffizier einfiel. Er war weder entschlußfreudig noch besonders erfahren was diese Gegend anging. So richtig klar war dem Helmpriester nicht warum nicht jemand anderes das Kommando bekommen hatte. Vielleicht sollte er Erfahrung sammeln, eine Art Bewährungsprobe. Vielleicht war er aber auch nur unangenehm beim letzten Offizierball aufgefallen. Die Wege der Armee waren manchmal unergründlich.
Unterdessen hatte der Trek mühsam die schwierige Stelle passiert und es konnte weiter gehen. Anderthalb Tage noch bis Felbarr, wenn alles gut ging.

soises

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IC (1): Ein klarer Frühlingstag
« Antwort #10 am: 26.03.2008, 13:09:39 »
Tybrin

Im Bruchteil eines Herzschlages liegt die Sehne des mächtigen Bogens zwischen den Fingern von Tybrins Rechter und diese hat sie bereits halb aufgezogen, ehe der Waldläufer seinen Reflex überhaupt bewusst wahrnimmt. Die Menschen und ihr unvorhersehbares Verhalten brachten ihn jedes Mal aufs Neue zu so etwas... ertappt der Jäger sich selbst, als er langsam wieder die Spannung aus dem Oberkörper weichen lässt und den Bogen ein wenig senkt.

Schräg zu dem mürrischen Barbaren stehend, blickt der Halbelb über die linke Schulter als er ernst zur Antwort gibt:

„Dein Leben ist alleine deine Sache Fremder.
Mir liegt nichts daran es dir schwer zu machen, solange du die Gruppe da unten in Frieden passieren lässt.“


Das Unwirsche in der Stimme des Barbaren nur langsam verdauend, spricht Tybrin schließlich weiter:

„Der Trek ist auf dem Weg nach Feldbarr wie du sehen kannst und du bist nach eigenen Worten kein Freund der Orks. Sag weißt du etwas über das letzte Stück unserer Reise?“

Rekongregare

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IC (1): Ein klarer Frühlingstag
« Antwort #11 am: 26.03.2008, 14:42:59 »
Nachdem Sigmund nun die Sicherung der Geschwindigkeit des Treks zu seiner Zufriedenheit abgeschlossen hat nickt er dem berobten Gnom der das ganze Prozedere beobachtet und ihm abschließend zugenickt hatte ebenfalls zu!
Anschließend stapft er mit dem leisen Klirren schwerer Panzerplatten zurück zu seinem nebelgrauen Roß das beinahe soviele Narben unter dem seidig schimmernden Fell aufweist wie sein verhärmtes Veteranengesicht!
Abwartend bis der letzte Wagen an ihm vorüber ist hängt er sich an das Ende des Treks um eine schlagkräftige Nachhut darzustellen die alles vor sich im Blickfeld zu behalten vermag![/i]

Navun'Ylahc Vytharia

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IC (1): Ein klarer Frühlingstag
« Antwort #12 am: 26.03.2008, 21:13:06 »
Fincayr

Langsam lässt der großgewachsene Barbar das Kriegsbeil sinken. Ein süffisantes Lächeln umspielt seine Lippen.

"Was denkst du, hatte ich vor? Den ganze Konvoi angreifen? Ihn ausrauben und unbemerkt entkommen? Wohl kaum."
Einige stumme Momente abwartend fährt er fort.
"Ich komme nicht aus der Gegend. Das Wetter hier ist warm und sonnig im Vergleich zum Grat der Welt, wo Schneestürme und kalte Eiswinde die Ebenen beherrschen."
Kurz auf den Konvoi deutend, blickt er wieder zu dem Waldläufer.
"Ist dieser Ausfall der erste, oder passieren häufiger solche Schwierigkeiten? Ich könnte ein paar Tage Schutz und Erholung gebrauchen. Wohin reist ihr?"

Das ist der erste Schritt in die falsche Richtung, schießt es Fincayr durch den Kopf. Wer weiß, was dieser Wagenzug eigentlich im Sinn hat. Aber Sarkoth verhält sich auffällig ruhig in Gegenwart dieses Halbelfs...
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soises

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IC (1): Ein klarer Frühlingstag
« Antwort #13 am: 26.03.2008, 22:09:45 »
Tybrin

Mehr als nur ein wenig Froh darüber, dass der Fremde das Kriegsbeil sinken lässt, fühlt der Halbelb wie sein Herz beginnt nun wieder etwas ruhiger zu schlagen. Ihm fehlte einfach noch die Routine und notwendige Abgebrühtheit eines wahren Glücksritters musste er sich zum wiederholten Male eingestehen.

Die hellen Haare aus der Stirn streichend blickt Tybrin über die Schulter hinunter zu den Wagen die gerade dabei waren den Felsen zu umfahren, ehe er antwortet:

„Ich müsste lügen wenn ich sagen würde, dass es eine schnelle Art der Reise ist mit all diesen Wagen und den vielen Reisenden.  Doch seitdem der Trek aufgebrochen ist, ist noch nichts wirklich Schlimmes geschehen; Und solche Ausfälle regeln sie selbst.“

Fügt der Waldläufer noch hinzu, ehe er sich wieder dem Barbaren zuwendet und ihn in Kenntnis setzt:

„Feldbarr ist das Ziel des Konvois. In weniger als zwei Tagesläufen sollten wir die Tore der Zwergenzitadelle erreicht haben.“

Den Fremden musternd, lässt Tybrin seine blauen Augen über die Stiefel und die Felle des Barbaren streichen. ‚Grad der Welt? Hier soll es sonnig sein im Vergleich?’ geht es ihm dabei durch den Kopf. Im Vergleich zu seinen heimatlichen Wäldern war dies hier ein mehr als nur karges, kaltes, unwirtliches Land. Noch kälter musste wirklich übel sein…

Navun'Ylahc Vytharia

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IC (1): Ein klarer Frühlingstag
« Antwort #14 am: 26.03.2008, 22:32:55 »
Fincayr

Die tiefgrünen Augen mustern den Halbelf ein paar Augenblicke, ehe er mit rauher Stimme antwortet.

"Felbarr also, die alte Zwergenfeste. Das ist nicht ganz mein Zielort, aber ich brauche ein paar Nächte Ruhe."

Niemand muss wissen, dass Felbarr sein eigentliches Ziel ist. Doch... was heißt eigentlich Ziel? Ein fernes, ungreifbares Ziel ist immer vor seinen Augen, doch ob es überhaupt erreichbar ist, ist eine ganze andere Sache.

"Ich verstehe es, mit der Axt umzugehen und kann für mich selbst sorgen, was Proviant und Wasser angeht."

Mit seiner rechten Hand über die trockenen Mundwinkel fahrend, geht der Barbar schwerfällig stapfend auf Waldläufer zu, während er eine Reaktion abwartet. Man kann Fincayr die Rastlosigkeit beinahe ansehen, obwohl er sie gut verbirgt.
Unauffällig fährt er über den Kopf von Sarkoth, der sanft knurrend seine Zustimmung zeigt. Er hatte ihn bisher gut geführt, er würde ihn weiterhin gut führen. Er ist der einzige, auf den er sich wirklich verlassen kann...
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