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Autor Thema: Shadowdale - Ein neues Abenteuer  (Gelesen 78572 mal)

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Jandar

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Shadowdale - Ein neues Abenteuer
« Antwort #1275 am: 22.10.2009, 18:28:59 »
Jandar hatte es erst einmal die Sprache verschlagen, als er erfuhr, dass Kyali eine Fey'ri war. Stumm folgte er den anderen zum Grab und dachte auf dem Weg darüber nach.
Es schien unmöglich sich die attraktive Goldelfe als Dämonin vorzustellen und obwohl ihm wohl bewusst ist, wofür die Fey'ri stehen kann er gar nicht glauben, dass Kyali nach allem was sie getan hat böse sei. Trotzdem hält er Rosbros Entscheidung für das einzig Richtige.
"Hättest du entschieden sie wiederbeleben zu lassen hätte es von vielen Leuten Proteste gegeben, nicht zuletzt von den Klerikern.", sagt Jandar zu ihm und blickt traurig auf das Grab während Siobhan stumm betet.
"Ihr die ewige Ruhe zu lassen wird ihr viel Leid ersparen, das sie von intoleranteren Personen als uns erfahren würde."
Unwillkürlich muss er an Torinkas denken, er erwähnt diesen Namen aber nicht.
Langsam tritt der Rashemi vor und legt seine Hand auf den Rand des Sarges.
"Ich hoffe du bist jetzt an einem besseren Ort, als der, den der Rest deines Volkes verdient.", flüstert er Kyalis streblichen Überresten zu.

Selvan

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Shadowdale - Ein neues Abenteuer
« Antwort #1276 am: 23.10.2009, 00:19:54 »
Auch Selvan ist den anderen zu Kyalis geheimem Grab auf der Wächterkuppe gefolgt. Staunend betrachtet er das riesige Drachenskelett und lässt sich natürlich kurz schildern, was es damit auf sich hat.

Dann steigt er mit hinab in die Krypta und ist beeindruckt zu hören, dass dies wohl das Grab von Sylune ist, deren Zauberfeuer ihm von Rilitar damals vermacht wurde. Respektvoll nimmt Selvan den Helm ab und klemmt ihn sich unter den linken Arm.

Nachdenklich betrachtet er den Sarkophag, in dem ihre Gefährtin Hal'Kyali Dryearghymn nun liegt. Tatsächlich hatte Rosbro eine sehr würdevolle letzte Ruhestätte für sie gefunden und Selvan hofft inständig, dass sie diese Ehre auch tatsächlich verdient hat und zu schätzen wissen würde. Denn noch immer ist nicht abschließend geklärt, was die wahren Absichten dieser geheimnisvollen Fey'ri waren.

"Ihr habt einen würdevollen Ort gewählt, Rosbro. Hier befindet sich Kyali in wahrlich erlauchter Gesellschaft und sofern sie wirklich reinen Herzens war, steht ihr diese Ehre auch zu. Hoffen wir, dass Sylunes Geist sie als eine der Retterinnen des Schattentals willkommen heißen wird."

Schreckensjul

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Shadowdale - Ein neues Abenteuer
« Antwort #1277 am: 23.10.2009, 14:14:13 »


Epilog: All good things come to and end ...

So hatten die Gefährten noch die Gelegenheit am Grabe von Kyali Abschied zu nehmen. Aber war es wirklich ein Abschied? Siobhans Gedanken kreisten bereits darum, dieses Thema war für sie noch längst nicht zu Ende. Nach einiger Zeit des Schweigens in der die Gefährten die Möglichkeit hatten Gebete zu sprechen und Kyali ihre besten Wünsche mitzugeben, machte sich die Gruppe in der Dunkelheit der Nacht wieder auf den Weg in den verdrehten Turm. Ruhe kehrte nun in das vom Krieg zerrüttete Tal ein, auch im verdrehten Turm erloschen die Lichter langsam, wenngleich Fürst Mourngrym noch bis früh morgens auf blieb, einsam an seinem Fenster sinierend. Den Rettern des Tales wurden nun die besten Gemächer im Turm zuteil, in den ehemaligen Räumen von Helvenstron und Eregul konnten sie die Nacht verbringen, während Selvan sein altes Gemach als Botschafter zurückerhielt. Völlig erschöpft von den Ereignissen des langen Tages sacken allesamt in ihre Betten und fallen alsbald in einen tiefen Schlaf, wobei die schicksalhaften Ereignisse der letzten Tage so manchen noch im Traum beschäftigten. Besonders Siobhan wurde von ihren Gedanken noch eine Weile wach gehalten.

Am nächsten Tag findet sodann eine große Siegesfeier statt. Trotz aller schmerzhaften Verluste liessen es sich die Taliser nicht nehmen den Sieg über die Besatzer in aller Form zu feiern. Im verdrehten Turm aber auch überall im Dorf wird trotz der winterlichen Temperaturen getrunken, gegessen, gesungen und getanzt. Met, Bier und Wein strömen und auch wenn die Vorräte im Winter knapp sind, so lässt man es sich gut gehen. Endlich haben die Taliser ihre Freiheit zurück, die Gefährten werden in aller Form gefeiert und verehrt. Doch plötzlich tritt Fürst Mourngrym vor sein Volk und erhebt die Stimme. "Geliebtes Volk des Schattental. Kläglich habe ich in meinem Amte als Fürst versagt. Auch wenn meine Taten nicht aus freiem Willen geschahen, so glaube ich dass es mir nicht länger bestimmt ist euer Fürst zu sein. Mein Wille ist schwach geworden, wie auch meine Entschlossenheit. Das Amulett von Ashaba soll einem neuen Fürsten verliehen werden. Ich habe gehört was Ihr geleistet habt Azalar Falkenhand, in dieser Zeit der Not habt ihr und diese Gefährten Beachtliches geleistet. Auch wenn ihr noch sehr jung seid, so ist es mein Wunsch dass das Ashaba Amulett fürderhin von euch getragen werden soll. Schon immer war es Sitte dass die Helden dieses Tales zu unseren Anführern bestimmt werden. Ich frage euch Volk des Tales, seid ihr damit einverstanden?" laute Jubelrufe erschallen, nur sehr wenige stimmen dagegen. Zaghaft tritt Rosbro vor und ergreift das Amulett welches Oscar ihm reicht. Völlig perplex schaut Azalar zu Rosbro, Mourngrym und dem versammelten Talvolk herüber. "Wenn dies euer Wunsch ist, so will ich mein Bestes versuchen diesem Tal ein guter Fürst zu sein." spricht er als Rosbro ihm langsam das Amulett um den Hals legt.

Dann wendet sich Azalar noch einmal den Gefährten zu "Vielen Dank noch einmal für alles was ihr für mich und das Tal getan habt. Ihr habt mir wohl das Leben gerettet und wahrhaft Unglaubliches geleistet. In der Abwesenheit von Elminster und den übrigen Verteidigern des Tales habt ihr als würdige, neue Heroen bewiesen. Ihr sollt immer willkommen in unserem Tal sein. Kraft meines neuen Amtes ernenne ich jeden von euch zu einem Ehrenbürger des Schattental." verkündet er milde lächelnd.
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Torinkas Zoy'kinal

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Shadowdale - Ein neues Abenteuer
« Antwort #1278 am: 23.10.2009, 14:45:07 »
Sobald er den Schatten der Bäume erreicht hat, verschwendet Torinkas keine weiteren Gedanken mehr an das, was sich soeben ereignet hatte. Sein Geist richtet sich wieder voll und ganz auf das, was noch vor ihm liegt, der Weg zum Gewölbe und die Wiedervereinigung mit seinen Brüdern dort.
Schnellen Schrittes wendet der Dunkle Rächer sich gen Süden, dem Verlauf des Flusses in einigem Abstand folgenden. Jetzt, allein und ohne den störenden Ballast seiner Begleiter, findet Torinkas schnell wieder zu dem zurück, was ihn in so wenigen Jahren so hoch in den Reihen der Shevariten hatte aufsteigen lassen. Der Kleriker läuft mehr durch die Wälder, als dass er geht, ohne Angst sich zu verirren oder in die falsche Richtung zu reisen. Jahrzehnte hatte er an diesem Ort, in den tiefen des Cormanthor verbracht und auch wenn er sich nun an seinem Rand befindet, so atmet er doch die gleiche Luft. Torinkas hat beinahe das Gefühl jemand anders lenke seine Schritte, die von der Gewissheit beflügelt werden, dass der Krieg gegen die Drow in diesem Moment im Wald im Osten tobt und die Kirche jeden Bogen brauchen konnte, der ihnen zur Verfügung stand.
Der Mondelf verliert keine Zeit durch Rasten oder Erforschen der Umgebung, er eilt so schnell er kann durch den Wald und da seine Füße ihn schneller und weiter Richtung Süden tragen als es bei Menschen der Fall wäre, trifft der Rächer auch auf keine versprengten Kräfte der Zentarim, die nach der Niederlage im Schattental Zuflucht in den Wäldern suchen.
Bis tief in die Nacht hinein marschiert Torinkas durch den Wald und erst als die Zeit gekommen ist, Gebete an den Pfeilbringer zu richten, macht der Mondelf halt. Wie auch die dutzenden Krieger im Osten des Cormanthorwaldes, nahe des Elfenhofes, sinkt der Dunkle Rächer unter einer alten Eiche auf die Knie und richtet stumme Worte an seinen Gott, der das einzige ist, was ihn noch antreibt.
Beinahe eine Stunde verbringt Torinkas in stillem Zwiegespräch mit Shevarash, bevor er sich auf den Baum flüchtet und dort oben Ruhe für die weitere Reise findet.

Lange vor dem Sonnenaufgang schlägt Torinkas die Augen wieder auf und ohne sich zu bewegen, beginnt er ein Gebet zu sprechen, das seinen Körper langsam in die Eiche sinken lässt. Von einem Schlag auf den anderen verändert sich die Wahrnehmung des Rächers völlig. Seine Augen sehen nicht mehr die unmittelbare Umgebung, stattdessen fühlt er viel mehr sämtliche Eichen, die sich im näheren Umkreis befinden. Ohne viel Zeit zu verlieren, wählt Torinkas einen Baum aus, der sich in entsprechender Richtung befindet und transportiert sich binnen eines Wimpernschlages in ebendiesen Baum. Dort verweilt er jedoch nur für eine Sekunde um die nächste Eiche zu erspüren, die er für seinen Zauber würde nutzen können. So gelingt es Torinkas mit Hilfe der Magie binnen einer Minute beinahe zehn Kilometer gen Nordosten zu reisen, wobei er ohne Schwierigkeiten auch den Ashaba hinter sich lässt.
Schließlich tritt der Dunkle Rächer wieder aus der letzten Eiche, die er mit Hilfe seines Zaubers erreichen konnte hinaus und setzt seinen Weg nun wieder zu Fuß fort.
Erneut gönnt er sich nur dann eine Pause wenn es zum Essen und Trinken zwingend erforderlich ist und so kommt es, dass er bereits nach zwei Tagen die Wälder in den Myth Drannor selbst gelegen ist passiert und schon drei Tage später sein Ziel erreicht hat.
Vor dem Mondelfen erhebt sich die riesige, pechschwarze Eiche, zwischen deren Wurzeln der Eingang zum Gewölbe der Ungestillten Vergeltung verborgen liegt. Langsam und bedächtig geht er auf die riesigen Wurzeln des blattlosen Baumes zu, der nach wie vor von Leben erfüllt ist, obwohl es doch den Anschein hat, als sei er längst gestorben.

Torinkas sieht die drei Gejagten lange bevor sie ihn wahrnehmen können. Zwei Elfen und eine Halbelfe warten zwischen den Ästen mit gespannten Bögen darauf, dass jemand die kleine Lichtung, die die riesige Eiche umgibt, betritt. Torinkas würde ihnen den Gefallen tun, denn er hatte Wichtigeres zu tun als jungen Dienern des Nachtjägers Lektionen zu erteilen.
Offen schreitet der Dunkle Rächer auf die freie Fläche, während der seichte Wind seinen roten Umhang immer wieder einige Zentimeter anhebt, jedoch nur um ihn dann schnell wieder fallen zu lassen. Durch sein Visier blickt Torinkas einem der Wächter, von dem er wusste, dass dieser ihn erkennen würde, direkt in die Augen: “Seid gegrüßt Brüder, ich komme mit wichtiger Kunde für die Hohen Rächer.“
Der Wächter dessen Name Jolin lautet, wenn Torinkas sich recht entsann, nickt nur stumm und lässt den Dunklen Rächer ohne weitere Worte passieren.
Zielstrebig setzt Torinkas seinen Weg ins innere des Gewölbes, zu den Obersten seiner Kirche fort. Auch an den leicht gesicherten Toren erwarten ihn weitere Wachten, die ihn jedoch ebenso problemlos passieren lassen. Verglichen mit den Zugängen im Untergrund sind die Sicherheitsvorkehrungen an der Oberfläche verschwindet gering, obwohl die meisten Außenstehende wohl auch die Wachen hier oben als zahlreich und die Fallen und Schutzzauber als gefährlich und mächtig bezeichnen würden.
Doch der wahre Feind der Shevariten würde nicht von der Oberfläche her angreifen, er würde aus den Tiefen des unterreiches kommen, deren einziger Zugang in der näheren Umgebung des Elfenhofes sich unter den Wurzeln der schwarzen Eiche verbirgt.
Schnell findet Torinkas seinen Weg durch die finsteren Kavernen, die wie leergefegt wirkten. Ihre Bewohner befinden sich entweder auf Wache an den Eingängen oder an der Front im Cormanthorwald um gegen die Drow zu kämpfen.
Es braucht keine Ankündigung seitens des Dunklen Rächers, denn schon vor Stunden hatte Torinkas mit Hilfe seiner Magie eine Nachricht an die Oberen übermittelt, die von seiner baldigen Ankunft kündete.
So kommt es auch, dass die drei, die nicht im Wald gegen die Drow kämpften oder einen Streifzug durchs Unterreich leiteten ihn bereits erwarten. Gehüllt in die für einen Rächer typischen roten Umhänge und glänzenden Mithralkettenpanzer, stehen sie in einer kleinen Kammer, die der Kirche für militärische Besprechungen dient. Denn genau das ist es, was hier nun stattfinden würde.
Langsam tritt Torinkas zu seinen Vorgesetzten hinein und nach einem kurzen begrüßenden Nicken beginnt er mit seinen Ausführungen: “Vor beinahe zwei Zehntagen bin ich von hier aufgebrochen um mich einem gemischten Trupp aus Myth Drannor anzuschließen, der den Auftrag hatte das Schattental von der Unterdrückung zu befreien. Vor nunmehr fünf Tagen gelang es uns schließlich die Anführerin der Zentarim niederzuringen und so die Besetzung zu beenden. Dies wäre für uns von nicht allzu großem Belang, wenn nicht die dhaerauw mit den Zentarim im Bunde gestanden hätten. Im Verlauf des Kampfes um das Tal, wurde ich mit einer Truppe Drow konfrontiert, die zu den Spinnenküssern aus Maerimydra gehörten. Sie wurden restlos vernichtet, allerdings fanden wir in ihrer Hand die Kriegsklinge von Myth Drannor, die Botschafter Selvan Galatea, einer der Tel’Quess, der unseren Respekt verdient hat, da er die Drow ebenso hasst, wie wir es tun und ein furchtloser Streiter für die Sache der Tel’quessir ist, nach Myth Drannor zurückbringen wird oder bereits dorthin gebracht hat. Doch neben diesem wahrlich gewaltigen Schatz habe ich noch etwas finden können, was sich für uns als sehr viel wertvoller erweisen dürfte.“
Langsam holt Torinkas die Karten, die er im Stützpunkt der Drow eingesteckt hatte, hervor und breitet sie auf dem Tisch aus. Nach einigen prüfenden Blicken ist den drei anderen Rächern sofort bewusst worum es sich handeln und was dies für die Kirche bedeutete. Dennoch warten sie ab, bis Torinkas seinen Bericht abgeschlossen hat: “Wie ihr seht ermöglicht uns dieses Material ohne größere Schwierigkeiten einen Offensive gegen Maerimydra zu starten, denn zusätzlich zu diesen Karten sind wir noch auf Informationen gestoßen, die eindeutig darauf hinweisen, dass eine nicht zu vernachlässigende Streitmacht dorthin zurückgekehrt und die Stadt wieder in Besitz genommen hat.
Zudem sollte das Schattental, das einen direkten Zugang zum Unterreiche beherbergt, einen guten Ausgangspunkt für einen solche Kreuzzug bieten.“

Mit einem Nicken nehmen die drei Oberen den Bericht zur Kenntnis und schließlich ergreift die einzige Elfe im Raum das Wort: “Es sind gute Neuigkeiten, die ihr bringt, denn mit Hilfe dieser Unterlagen wird es uns möglich sein einen entscheidenden Schlag gegen die Spinnendämonin und ihre Anhänger zu führen. Doch bevor es so weit ist, gibt es noch etwas anderes, dessen wir uns entledigen müssen. Die Anhänger des Maskierten halten nach wie vor weite Teile der Wälder im Osten und so lange sie nicht bezwungen sind, können wir nicht wagen eine große Streitmacht auf einen Kreuzzug derartigen Ausmaßes zu entsenden. Doch jetzt, da die Streitkräfte Myth Drannors an unserer Seite stehen und sich keine Sorgen mehr um die schwächlichen Menschen im Westen machen müssen, ist es nur eine Frage der Zeit, bis die schwarzen Teufel wieder aus den Wäldern getrieben werden können. Ihr habt Großes erreicht in den letzten Tagen und uns der Erfüllung des Gelübdes einen fingerbreit näher gebracht. Doch es liegen noch Meilen vor uns, bevor wir das Ziel erreicht haben und deshalb müsst ihr schon bald wieder aufbrechen. Vor einigen Tagen sind Branjen, Forala und Vergal zusammen mit einigen Novizen von einem Streifzug aus den dunklen Tiefen zurückgekehrt. Inzwischen dürften ihre Wunden geheilt sein und ihre Köcher wieder gefüllt. Es ist an euch sie in den Kampf zu führen Torinkas. Bringt sie zu einer der Fronten im Wald und zeigt den Novizen, was es bedeutet ein vollendeter Rächer im Dienste des Nachtjägers zu sein. Fügt weitere Namen zu der Reihe eurer bezwungenen Feinde hinzu.“
Die beiden anderen Elfen nicken zustimmend und einer von ihnen zeiht einen Pfeil aus dem Köcher an seiner Seite und bricht ihn in der Mitte entzwei, sodass er dem Symbol, das an einer Kette um die Hälse aller vier hängt, sehr ähnlich sieht.
Mit drei Stimmen, die wie eine klingen, entlassen die drei älteren Elfen den Dunklen Rächer: “Jagt ohne Furcht!“
Torinkas verlässt den Raum auf dem gleichen Weg auf dem er ihn betreten hat und biegt nach einigen Metern in Richtung der Waffenkammer ab. Vor ihm liegt eine neue Aufgabe und mit ihr neue Feinde, die es die Rache des Pfeilbringers spüren zu lassen gilt…

Schreckensjul

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Shadowdale - Ein neues Abenteuer
« Antwort #1279 am: 27.10.2009, 18:44:04 »
Doch schon an dem Tag nach dem großen Fest war die Zeit für die Verabschiedung gekommen, denn die Gefährten die so treu Seite an Seite gekämpft hatten, würden nun alle ihrer Wege gehen ... wenngleich auch durch den Tod Kyalis eine gewisse Spannung in der Gruppe zu bemerken war. Rosbro würde gemeinsam mit Luisa im Tal zurückbleiben und sich hier eine neue Existenz aufbauen, während Throndir, Rilitar, Siobhan und Selvan sich in Richtung Myth Drannor auf den Weg machten um Königin Ilsevele Bericht zu erstatten und die Kriegsklinge in ihre Obhut zu geben. Die Zwergensölnder würde Throndir jedoch für den Moment zur Sicherheit der Taliser noch da lassen, ihr Sold war für eine Weile bezahlt, danach würden auch sie nach Myth Drannor zurückkehren.

Oscar und Jandar jedoch machten sich in Richtung Westen auf den Weg, in die Wüstenschlundberge welche an die Anauroch grenzten. Dank der Karte welche Oscars Schwester ihnen gegeben hatte, würde die Suche sich wesentlich einfacher gestalten, wenngleich der Aufstieg in die Berge sicherlich eine Herausforderung war. Dennoch hoffte Oscar dort oben in den windumtosten Gipfeln endlich eine Antwort auf seine vielen Fragen zu erhalten, während Jandar der einzigartigen Möglichkeit entgegenfieberte in den arkanen Künsten von einem machtvollen Silberdrachen unterrichtet zu werden. So trennten sich die Wege der Retter des Schattental, doch ihre Taten sollten noch in vielen Lieder besungen und in zahlreichen Büchern niedergeschrieben werden ...
« Letzte Änderung: 27.10.2009, 21:10:14 von Schreckensjul »
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Selvan

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« Antwort #1280 am: 27.10.2009, 22:11:57 »
Gerne wäre Selvan noch ein wenig im Schattental geblieben um dem neuen Fürsten Azalar beim Wiederaufbau mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Doch dem Ruf seiner neuen Heimat Myth Drannor konnte sich der Goldelf unmöglich widersetzen. Zudem duldete die Rückkehr der Kriegklinge an ihre alte Wirkungsstätte keinen weiteren Aufschub.

So machte sich der Dämmerklingenkrieger, nachdem er sich herzlich von Rosbro, Jandar und dem drachenblütigen Zwergen Oscar sowie von Azalar und dem Ehepaar Amcathra verabschiedet hatte, endlich auf die Rückreise in die Stadt mit den vielen Namen im Herzen des Cormanthor. Selvan spürte deutlich die Aufregung Aryvelahr'Keryms und in seinen Gedanken malte er sich schon jetzt aus wie er Königin Ilsevele nicht nur die guten Nachrichten von der Vertreibung der Zentarim übermitteln sondern ihr auch das verloren geglaubte Artefakt überreichen würde.

Auf der mehrtägigen Reise durch den Wald unterhält sich Selvan ein wenig mit dem Zwergen Throndir. Dieser scheint über eine für Selvan fremdartige Magie zu gebieten und die Tatsache, dass er offenbar gute Verbindungen nach Myth Drannor hat, lässt Selvan sein natürliches Misstrauen gegenüber Zwergen vergessen und Throndir in das ein oder andere Gespräch über Magie und die Politik Myth Drannors verwickeln.

Schließlich erreicht die kleine Gruppe nach einem langen Marsch durch einen der ältesten und schönsten Teile des Cormathor die ersten verlassenen Ruinen, die Selvan aufgrund ihrer erkennbar exquisiten elfischen Bauart als Ausläufer der Stadt identifiziert. Obwohl sie hier noch niemanden sehen, ist sich Selvan sicher, dass sie von nun an von wachsamen Augen beobachtet werden und somit den gefährlichsten Teil ihrer Reise unbeschadet überstanden haben.

Tatsächlich dauert es nicht lange bis sie auf die ersten gerüsteten Grenzposten treffen, die sich zwar höflich nach dem Zweck der Reise erkundigen aber die Gruppe aus zwei Elfen, einer Halbelfe und einem Zwerg ansonsten nicht weiter behelligen. Wenig später mehren sich die besser erhaltenen oder bereits wieder aufgebauten Häuser Myth Drannors und auch mehr und mehr geschäftig dreinblickendes Volk - elfischer und anderer Herkunft - tummelt sich auf den elegant gewundenen Pfaden, die ins Herz der Stadt führen. Endlich kann Selvan wieder befreit aufatmen. Immerhin hätte es ja sein können, dass Myth Drannor in seiner Abwesenheit in einen erneuten Krieg verwickelt worden war und von Dunkelelfen oder anderem Gezücht belagert würde. Doch nichts dergleichen scheint der Fall zu sein.

Nachdem sie die große Westfeld-Lichtung hinter sich gelassen haben, tauchen die Gefährten in das geschäftige und recht dicht bebaute Zentrum der Stadt ein, wobei Selvan sie auf der gut gepflasterten Drachenaugenstraße an der belebten Sechsstern-Kreuzung vorbei direkt zur wiederaufgebauten Burg Cormanthor führt, um dort seine Rückkehr zu verkünden und um ein Treffen mit Königin Ilsevele zu bitten.

Er überlässt es dabei seinen drei Begleitern, ob sie sich nun ihren eigenen Geschäften in der Stadt widmen oder ihn zu der Audienz begleiten möchten. Müde und abgekämpft von der langen Reise, sucht Selvan zunächst seine Botschafter-Gemächer auf um sich frisch zu machen und etwas zu essen. Als er wenig später in eine feine elfische Tracht gekleidet an seinem Fenster steht und zufrieden auf das Treiben in den Straßen hinab blickt, klopft ein Bote an seine Tür und unterrichtet ihn, dass Königin Ilsevele nun bereit sei, ihn zu empfangen.

Selvan bedankt sich bei dem Boten, geht zu dem Tisch hinüber auf dem die in ein großes blaues Seidentuch gewickelte Kriegsklinge liegt und nimmt sie vorsichtig in beide Hände. "Mehr als eintausendsiebenhundert Jahre warst du im Dunkel des Unterreichs verschollen. Nun kehrst du endlich nach Hause zurück."

Schreckensjul

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Shadowdale - Ein neues Abenteuer
« Antwort #1281 am: 29.10.2009, 21:04:25 »
Ein kleiner Ausblick in die Zukunft von Myth Drannor:

Selvan, Siobhan, Rilitar und Throndir werden angesichts der Kunde die sie bringen mit großer Freude von Königin Ilsevelle höchstpersöhnlich empfangen. Die attraktive Goldelfe trägt eine Krone aus Blättern als die Gefährten vor sie treten, ehrfürchtig ergreift sie das mächtige Geschenk von Selvan. Dass es ihnen auch noch tatsächlich gelungen ist die Kriegsklinge zu bergen erfüllt sie mit großer Ehrfurcht, ein Zeichen dass die Entscheidung in Myth Drannor zu bleiben richtig war. Schon bald kehrt ihr Verlobter Fflar Melruth vom Kampf gegen die Drow im Osten zurück, um den Gefährten persönlich für ihre Verdienste zu danken. Der mächtige Streiter der schon zu Zeiten des alten Myth Drannor lebte vollführt vor den Augen des ganzen Hofstaates das Klingenritual um sich mit dem uralten Artefakt zu verbinden und tatsächlich akzeptiert Ary'velahr'kerym den Mondelfen zu ihrem neuen Träger, was für weiteren Freudentaumel und eine regelrechte Aufbruchsstimmung unter der Bevölkerung sorgt. Dennoch würde die Kriegsklinge Selvan nie vergessen und ihm ewig dankbar sein, dem edlen Elfen der Ary'velahr'kerym nach so vielen Jahrhunderten wieder ans Sonnenlicht zurückgebracht und schließlich wieder in die Hände der Tel'quessir gegeben hat. Selvan bekommt ein eigenes Haus in Myth Drannor von der Königin vermacht, doch auch Siobhan und ihren Gefährten bietet die Königin an einen Wunsch vorzubringen, sofern er für sie erfüllbar ist.

Es vergehen keine zwei Wochen, bis eine Gesandschaft der Zhentarim die Stadt erreicht. Nach dem Tod ihrer Generälin und gut eintausend Soldaten, sowie dem Verlust der Nachschublinien, sieht sich Fzoul Chembryl außer Stande seinen Feldzug gegen Myth Drannor noch weiterzuführen. Es ist ein Moment von historischer Bedeutung als der schwarze Fürst höchstselbst im Schloss Cormanthor einen Friedensvertrag mit den Elfen unterzeichnet. Die Zhentarim würden keine Bewaffneten mehr in den Cormanthor schicken und auch keine Bäume dort fällen, im Gegenzug akzeptierte Königin Ilsevele die Regentschaft der Zhentarim über die Städte des westlichen Mondseeufer. Eine große Siegesfeier folgt, auf der die Helden des Schattental wieder einmal geehrt und diese mit Abzeichen und Orden überhäuft werden. Auch die Gefährten welche nicht anwesend sind werden huldvoll erwähnt und ihre Namen in die Chroniken der Stadt aufgenommen.

Mit dem Schattental als treuem Verbündeten an seiner Seite stand Myth Drannor eine wahrhaft glanzvolle Zukunft bevor. Dank der Magie welche den elfischen Bewohnern zur Verfügung steht, geht der Wiederaufbau in einem rasanten Tempo voran und mehr und mehr Gebäude werden wieder bewohnbar gemacht. Viele Elfen aus ganz Faerûn zieht es bald dorthin, um an diesem so unglaublichen Neubeginn des Elfenvolkes teilzuhaben, doch auch Menschen aus den Talländern zieht es in den prosperierenden Stadtstaat. Zwar setzen die Drow im östlichen Cormanthor ihren Kampf weiter fort, doch mit Fflar Melruth und der Kriegsklinge an ihrer Seite ist ihr Kampfeswill stärker als zuvor, vor allem nun da die Zhentarim sich aus dem Cormanthor zurückgezogen haben.

1375 der Taliser Zeitrechnung war wahrlich wie der Seher Alaundo es prophezeite das Jahr des Aufstiegs des Elfenvolkes!
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Hal'Kyali Dryearghymn

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« Antwort #1282 am: 31.10.2009, 01:25:38 »
"Wo bin ich" Ahnungslos schaut sich Kyali um. Sie ist sich sicher, diesen Ort noch nie gesehen zu haben.  Hektisch versucht sie sich zu erinnern, wie sie hier her gekommen ist. "Ich war mit meinen Gefährten zusammen.", fällt ihr ein, "Und dann war da noch..."

Schlagartig kommen ihr Bilder in den Geist. Furchtbare Bilder von Tod, Leid und Zerstörung! Es ist Krieg! "Wir haben gegen die Zentharim gekämpft... da war Scyllua Düsterhoff..." Unwillkürlich muss sie sich an den Hals greifen, als die Erinnerung sie trifft wie die scharfe Klinge, die ihr Lebensband durchtrennt hatte.

"Richtig. Du bist tot.", ist eine Stimme zu hören, wunderschön und verlockend, doch gleichzeitig kalt und grausam. Ohne hin sehen zu müssen, weiß Kyali bereits, wem diese Stimme gehört, aber unwillkürlich wird ihr Blick zu der bildschönen, jedoch unheimlichen Frau gezogen.

Es scheint Loviatar selbst zu sein, die nun die Fey'ri mustert wie eine bestellte Ware, die endlich geliefert wurde. Erst jetzt bemerkt Kyali, dass sie nackt ist. Nackt und den forschenden Blicken der gnadenlosen Göttin hilflos ausgeliefert. Außerdem muss sie feststellen, dass sie ihre dämonische Gestalt hat und selbst die stärkste Willensanstrengung scheint sie nicht wieder zurückverwandeln zu können. "Ich habe lange darauf gewartet, dich endlich bei uns begrüßen zu dürfen. Hal'Kyali Dryearghymn. Du musst wissen, dass mir nicht viele Dämonen folgen."

Kyali möchte widersprechen, doch ihre Zunge scheint in ihrem Mund gefroren zu sein. Kyali möchte weglaufen, doch scheint sie am Boden festgebunden zu sein. Mit einem zufriedenen Lächeln schaut Loviatar ihr zu, wie sie sich unter ihrem Blick windet. Selbst ihre Gedanken scheinen für die Göttin kein Geheimnis zu sein und gerade jetzt scheint sie sich an Kyalis Bedrängnis zu ergötzen.

"Du bist meinen Lehren im Leben treu gefolgt. Dafür möchte ich dich belohnen.", spricht Loviatar mit ihrer überirdisch süßen Stimme weiter, doch ihr gnadenloser Gesichtsausdruck lässt in Kyali nicht die Spur von Hoffnung aufkommen, "Du hast im Leben gezeigt, dass du weißt, wie die Regeln sind. Diese Regeln werden sich nie ändern, denn es sind die Regeln, nach denen das Universum funktioniert: Du verursachst Leid oder du erfährst Leid. Es gibt nur diese beiden Möglichkeiten."

"Wie geht es meinen Freunden?" Kyali ist selbst überrascht, dass sie auf einmal ihre Stimme wieder gefunden hat und nutzt dies nun, um die Frage zu stellen, die ihr so sehr auf dem Herzen gebrannt hat: "Sind sie noch am Leben? Geht es ihnen gut?" Plötzlich fühlt sich ihre Kehle wieder wie zugeschnürt und es kommt kein weiterer Ton mehr über ihre Lippen. An dem Gesicht Loviatars kann sie außerdem deutlich sehen, dass die Göttin höchst unzufrieden mit diesem Ausdruck von Rebellion gegen das unvermeidliche.

"Sie sind jetzt nicht wichtig.", erklärt sie der Fey'ri und der Tadel, der nun in ihrer Stimme liegt, lässt jedes Wort wie einen Peitschenhieb wirken, "Deine Verbindung zu ihnen, wenn es überhaupt je eine gegeben hat, endete mit deinem Tod. Sie haben dich nie gewollt. Deshalb haben sie dich geopfert. Willst du da wirklich noch wissen, wie es ihnen danach ergangen ist?" Eine Weile lang betrachtet die grausame Göttin nur Kyalis verängstigtes Gesicht und scheint sich daran zu erfreuen, welchen Schmerz und welche Trauer ihr diese Worte zufügen. In höhnend offensichtlich gespieltem Mitleid streichelt sie dann ihre Wange und flüstert ihr zu: "Armes, kleines, verwirrtes Reh. Komm mit mir da hin, wo du wirklich hin gehörst und du wirst all das bald vergessen haben."

"NEIN!" Ruckartig stößt sich Kyali in einer letzten, verzweifelten Trotzhandlung von der Göttin fort und läuft blindlings los, ohne sich eine weiteres mal umzusehen. "Vielleicht gibt es ja eine Möglichkeit zu entkommen. Vielleicht gibt es eine Hoffnung auf Rettung. Vielleicht..."

Etwas scheint an ihrer Schulter zu zupfen und im nächsten Moment wird sie herum gerissen und fällt zu Boden. Hektisch riskiert Kyali einen kurzen Blick auf ihre Schulter um zu sehen, woher der plötzliche stechende Schmerz rührt.
Ein kleiner Haken hat sich dort in ihren Körper gebohrt und von jenem führt eine lange schmale Kette wieder direkt zurück zu Loviatar. Panisch reißt die Fey'ri den Fremdkörper aus ihrem Fleisch, doch wie aus dem Nichts schlagen noch weitere Haken durch ihre Haut und in die darunter liegenden Muskeln und Sehnen. Die Ketten beginnen sich zu spannen und ziehen sie langsam aber sicher wieder zurück zu der Göttin, die sie zu Lebzeiten angebetet hatte, welche aber nun ihre Verdammnis bedeuten wird.

Alles Zerren und Kämpfen erweist sich als sinnlos. Für jeden Haken, den sie ausreißt bohren sich zwei neue in ihr Fleisch und ziehen sie unwiderstehlich auf die Herrin der Schmerzen zu, die von nun an und in alle Ewigkeit ihr Schicksal in der Hand haben wird...

Siobhan

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Shadowdale - Ein neues Abenteuer
« Antwort #1283 am: 08.11.2009, 13:43:54 »
"Geehrte Siobhan Sylkashaea!
Schon seit geraumer Zeit beobachten wir Dein Handeln und sind von Deinen Taten durchaus überzeugt. Dein Mut und Eure Opferbereitschaft, sowie Deine Fähigkeiten als Barde sind wahrhaft überwältigend und wir befinden deshalb , dass Du eine wertvolle Ergänzung für unsere Schule sein wirst."

Bereits zum zweiten Mal liest Siobhan nun diese Zeilen und endlich blickt sie zwischendurch auf und dem Boten noch einmal ins Gesicht. Es ist nicht so, dass sie ihm nicht glauben würde. Allerdings ist dieser Brief  eine Sache, die sie sich schon immer gewünscht hatte. Selbst Königin Ilsevele wäre nicht in der Lage gewesen, ihr diesen Wunsch zu erfüllen. Am liebsten hätte sie den Boten aus Dankbarkeit geküsst, als er ihr diese Nachricht brachte. Er hatte ihr an dieser Siegesfeier wirklich einen Grund zum Feiern gegeben.
"Aus diesem Grund wäre es für uns eine Freude und eine Ehre, Dich als einen Teil unserer Akademie begrüßen zu dürfen. Bitte teile uns Deine Entscheidung so bald wie möglich mit. Du kannst sie gerne direkt unserem Boten übergeben oder, was uns noch mehr freuen würde, Du wirst uns die Ehre erweisen und eine Weile in unserem Haus residieren. Das wird Dir die Gelegenheit geben, Dich davon zu überzeugen, dass unsere Schule selbst einer erfahrenen Bardin wie Dir noch einiges zu bieten hat.
Wir freuen uns darauf, bald von Dir zu hören.
Gez. Hurlich Stennarden, Dekan."

Noch einmal blickt Siobhan dem Boten ins Gesicht. Die Siegesfeier war für sie bisher eher unerfreulich gewesen und sie hatte schon befürchtet, dass es nur eine weitere in einer Reihe unerfreulicher Siegesfeiern sein würde, bis sie diese Nachricht erhielt. "Ihr wisst gar nicht, welche Freude Ihr mir mit dieser Botschaft gemacht habt, nicht wahr?" Es war offensichtlich, dass der Mann wusste, dass er eine gute Botschaft überbrachte, aber es wusste wohl niemand außer Siobhan genau, was das alles nach sich ziehen konnte. "Ihr könnt euren Herren ausrichten, dass ich mich freuen werde der Fochlucanischen Schule beizutreten. Jedoch werde ich die ein oder andere Bedingung stellen müssen." ließ sie ihn wissen, "Eine Nachricht werde ich euch noch mit geben. Nun jedoch sollt ihr erst einmal das Fest genießen. Esst, trinkt, tanzt und lacht. Ihr seid heute mein Gast."
Die Zeit, die der Bote damit verbringt, sich auf dem Fest bei Hofe zu amüsieren - ein Vergnügen, dass wohl nicht einmal einem Boten der Fochlucaner häufig vergönnt ist - nutzt Siobhan, um sich Tinte, eine Feder und ein Stück Pergament zu besorgen und den Brief an die Schule zu schreiben. Ob sie tatsächlich den Boten begleiten würde oder nicht, ist sie sich noch nicht im klaren, doch innerlich lacht sie sich selbst aus, dass sie nicht früher daran gedacht hatte, die Fochlucaner um Hilfe zu bitten. Ein Zusammenschluss wie dieser würde ihre Bitte ganz bestimmt nicht abschlagen. Ganz besonders dann nicht, wenn sie damit rechnen mussten, dass Siobhan eine von ihnen werden würde.
Nichts hat bestand.

Rosbro Meneldur

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Shadowdale - Ein neues Abenteuer
« Antwort #1284 am: 08.11.2009, 20:34:14 »
"Es ist komisch. Nun haben wir soviel zusammen erlebt und doch kann ich es kaum erwarten, Luisa wieder zu sehen.", hatte Rosbro Throndir seine Gedanken mitgeteilt. Die ganzen Feierlichkeiten und Ehrungen rauschten an einem lächelnden, frohen aber irgendwie auch abgerückt wirkenden Rosbro Meneldur nur so vorbei. Dem Namensgeber mit seiner unergründlichen Menschenkenntnis war Rosbros Gemütszustand einfach nicht ergannen. "Nun geh schon, wir werden uns morgen sicher noch sehen, um uns von euch beiden zu verabschieden."

Noch während Rosbro zu Luisa eilte, grübelte er. Throndir schien ihm einen Schritt voraus. Er hatte tatsächlich darüber nachgedacht, im Tal zu bleiben und beim Wiederaufbau behilflich zu sein. Außerdem hatte er einen Eid abgelegt, dass Grab von Kyali zu bewachen. Aber er hatte noch keinem seiner Freunde mitgeteilt, dass sein Entschluss sicher stand. Oder doch? Draußen überlegt er kurz und entscheidet sich dann, Morgendämmerung um den Gefallen zu bieten, ihn zur Burg zu fliegen. Sicher wäre Luisa noch im Lazarett und würde den Klerikern des Pelor zur Seite gehen.

Mit klopfendem Herz steht er schließlich vor dem Eingang zum Lazarett und schiebt das dicke Tuch zur Seite. Niemand ist mehr da. Natürlich, sie würden drinnen im warmen sein. Bei der ganzen Aufregung und Träumerei hatte er nicht einmal bemerkt, dass kein Licht hinter dem Vorhang war und die Musik und gedämpften Geräusche alle aus dem inneren der Burg kommen. "Was mache ich hier eigentlich. Ich sollte mich zurück ziehen und erst einmal in mich gehen. Ich kenne diese Frau nicht einmal und doch beflecke ich meine tote Familie mit meinen Gefühlen für sie. Sicher ist es nur, weil ich so müde bin. Morgen sieht alles anders aus.", der Mut hatte ihn wieder verlassen. Gerade wollte er sich dem Pfad zuwenden, welcher im Zwielicht aus der Burg noch immer an vielen Stellen rot vom Blut der Schlacht glänzte, als er eine Hand auf seiner Schulter spürt. "Herr Meneldur, seid ihr das?". Zärtlich erklingt Luisas Stimme.

Tatsächlich kam es so, wie Throndir es hervorgesehen hatte. Rosbro drehte sich zu Luisa um. Es war ihm, als würde der Boden leise beben. Es gab wieder etwas für das es zu Leben lohnte - und diesmal hatte es nichts mit Tot zu tun, sondern mit dem Gegenteil. Leben schaffen und Häuser bauen. Mit einem Lächeln streicht er Luisa eine Strähne aus dem Gesicht. Als sie die Augen öffnet, lächeln selbst diese.

Die Sonne stand hoch im Himmel, nachdem es die ganze Nacht geschneit hatte. Vom Blutvergießen des Vortages war nichts mehr zu sehen, alles schien friedlich. Rauch stieg aus vielen Schornsteinen auf als Rosbro und Luisa sich von den Freunden verabschiedete. Er Versprach, ihnen Botschaften zukommen zu lassen über den Fortschritt im Tal und gab Selvan außerdem einen eilig geschriebenen Brief mit. Er würde einen Gefallen bei einem wohlhabenden Freund alter Tage einlösen. In drei Zehntagen nach dem Erhalt des Briefs, so war der ehemalige Händler sich sicher, würden dieser einen Wagen mit Gewürzen und Stoffen ins Schattental schicken. Die erste Lieferung seit langen Jahren, die Rosbro entgegen nehmen würde.

Rosbro und Luisa wohnten bald in einem eigenen kleinen Haus mitten im Zentrum, mit einem Ladenlokal im Erdgeschoss. Mit Wegerund gab es ein Abkommen, Rosbro würde sich auf Gewürze, Tücher und andere Luxusgüter sowie Bücher und Magische Gegenstände von besonderem Wert beschränken, wodurch er dem alteingesessenen Händler keine direkte Konkurrenz bot. Außerdem legte Rosbro mittels Magie binnen weniger Tage einen Schrein zu dessen Ehren auf dem Grabhügel an - und verschloss damit gleichzeitig die Grabstätte in der Kyali lag sicher. An diesem Schrein nahm er auch Luisa zur Frau. Die Zeit des Abenteuerns war vorbei für den ehemaligen Händler. Er war nun wieder ein einfacher Mann mit geordneten Verhältnissen. In seinen Träumen hörte Rosbro schon wieder das Lachen kleiner Kinder. Doch erwachte er nicht wie Früher mit Trauer, weil er seine eigenen Kinder vermisste, sondern mit einem Kribbeln im Bauch. Luisa war Schwanger.

=Throndir=

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Shadowdale - Ein neues Abenteuer
« Antwort #1285 am: 18.11.2009, 21:14:14 »
Nachdem er gemeinsam mit seinen Gefährten nach Myth Drannor zurückgekehrt war, ließ Throndir all die vielen Feierlichkeiten über sich ergehen, genoss jedoch die freudige Zukunftsaussicht die sich nun bot. Mit Trauer vernahm er dass Siobhan vor hatte ihre bardischen Fähigkeiten an einer Akademie außerhalb Myth Drannors weiter zu entwickeln. Kyali war tot, Siobhan fort und Rilitar sprach davon mit einigen elfischen Soldaten nach Burg Krag zurück zu kehren ... es würde wohl bald sehr einsam sein im Haus der Gruppe. Natürlich nahm er seinen beiden Freunden Siobhan und Rilitar noch das Versprechen ab dass diese ihn so oft besuchen würden wie möglich.

Ob seiner Taten und Verdienste bekam aber auch Throndir eine verheißungsvolle Stelle angeboten. Der bücherversessene Goldzwerg möge sich im Auftrag der Königin um den Aufbau und die Pflege einer Bibliothek im Schoss Cormanthor kümmern ... eine Aufgabe die Throndir nach all dem Krieg und Leid nur allzu gerne wahrnehmen würde. Mit Begeisterung begann er alsbald seine Arbeit und sammelte erhaltene Werke aus den Ruinen der Stadt oder ließ sich Bände aus fernen Ländern liefern. Wann immer sich die Gelegenheit bot schrieb der Zwerg jedoch an einem eigenen Buch: Die große Chronik des Cormanthorkrieges deren Zeuge und Chronist er gleichermaßen war ...
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Schreckensjul

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Shadowdale - Ein neues Abenteuer
« Antwort #1286 am: 18.11.2009, 21:40:48 »
Ein kleiner Ausblick in die Zukunft des Schattental:

Unter der klugen Herrschaft des jungen Azalar Falkenhand blühte das Schattental bald wieder auf. Schnell entstand ein enges Bündnis mit den Feenwesen welche dank Azalar wieder Vertrauen in die Menschen fanden. Die zerstörten Gebäude wurden wieder aufgebaut, ebenso wie die berühmte Miliz des Tales, die sich nun üppig mit den Waffen der gefallenen Zhentarim eindecken konnte. Aus handverlesenen Helden der Rebellion wurde auch wieder eine Garnison im verdrehten Turm aufgebaut, angeführt vom nunmehr einäugigen Borgan Selgard. Doch anstatt auf Pferdegreifen konnte man nun eine handvoll Reiter auf Pegasi durch die Lüfte gleiten sehen.

Rosbro vermachte den Schatz des Jhyordan schließlich den Talbewohnern, so dass reichlich Gold für den Wiederaufbau vorhanden war. Doch auch Rosbros eigenes Geschäft gedieh dank dem Abkommen mit Weregund und seiner Verbindungen nach Myth Drannor sehr gut und bescherrte dem Azunithen ein gutes Auskommen. Auch der von ihm errichtete Schrein des Azuth wurde regelmäßig aufgesucht nachdem Rosbro schilderte welche Rolle Sylunè und Azuth bei der Befreiung des Tales hatten. Sylunès alte Hütte blieb unangetastet stehen, als eine stetige Erinnerung an die Auserwählte welche so viel für ihre geliebte Heimat getan hatte.

Auch der zerstörte Tempel des Lathander wurde nun zum dritten Mal wiedererrichtet, wieder in der Form eines Phönix, doch wehrhafter diesmal. Auch Burg Krag wurde weiter aufgebaut. Auf Befehl der Königin fand sich eine kleine Gruppe elfischer Soldaten ein, die angeführt von Rilitar Fflannidan die alte Anlage ein für alle Mal sichern und als permanente Botschaft herrichten sollten um die Allianz zwischen Myth Drannor und dem Schattental zu bekräftigen. Das alte Portal in den Kellern der Feste wurde von Hochmagier Araevin persönlich umgeleitet und permanent an das Portalnetz der Stadt des Lieders angeschlossen.

Natürlich gab es auch viele Tote zu beklagen und auch Elminster blieb weiterhin verschollen, doch Sturm Silberhand kehrte bald ins Tal zurück und vernahm staunend was sich dort zugetragen hatte. Aufgrund des Schattengewebes war es ihr nicht möglich dem bedrängten Tal zu Hilfe zu eilen, neue Helden waren wohl nun in die Bresche gesprungen. Als Sturm zurück in den östlichen Cormanthor ging um dort die Drow zu bekämpfen, folgte ihr Mourngrym gemeinsam mit seiner Gattin um die Herrschaft endgültig an Azalar abzugeben.

Als der nächste Frühling kam, war von der grausamen Besetzung und anschließenden Rebellion nicht mehr viel zu sehen. Einzig der Krater wo sich einst Elminsters Turm befand erinnerte noch an das was geschehen war. Der Ort erblühte wieder und wuchs gemeinsam mit Myth Drannor, dem neuen Herz des Cormanthor. Neue Siedler ließen sich nieder um leerstehende Höfe weiterzuführen und neben Luisa waren noch einige weitere Frauen schwanger. Das Tal ging gestärkt aus dieser Krise hervor und feierte den Tag der Befreiung jedes Jahr aufs Neue. Die Namen der Befreier und die Erzählung über ihre Taten würden noch lange in Liedern und Geschichten fortleben ...

« Letzte Änderung: 18.11.2009, 21:44:18 von Schreckensjul »
- Spielleiter in Forgotten Realms - Maztica
- Lynn Viljan in Die Schatten von Serenno
- Takumi Takanara im Teahouse of Terror

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