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Autor Thema: Prolog - Die Gemeinschaft der Steine  (Gelesen 12562 mal)

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Ferros

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Prolog - Die Gemeinschaft der Steine
« am: 29.10.2008, 13:50:36 »
Silbrigmond, Haus der Galadhon`s[/b]

Langsam öffnet sich die Tür zu der Kammer in der die Luft flimmert und ein stetisches Zichen die Luft erfüllt. Eine große Elfin tanzt durch den Raum, während der Rapier in ihren Händen mehrer Komplizierte Muster beschreibt und in unterschiedlichsten Winkeln auf einen bestimmten Punkt gerichtet sind. Langsam verebben die Bewegungen und sie wendet sich dem Diener zu, der durch die gerade geöffnete Tür gekommen ist. ``Eine Nachicht ist eingetroffen, Herrin`` sagt dieser nur und überreicht die zusammengerollte Nachicht der Elfin. Durch das Dach, welches eigendlich keines ist, sondern ein magischer Schild, treffen Sonnenstrahlen auf das Sigel, welches eindeutig das von Haus Galadhon ist. Immernoch wortlos bricht sie es und entrollt das teure Papier.
Wenn einer keine Angst hat, hat er keine Phantasie.
- Erich Kästner

Kommentar vom SL: Stimmt! Muhahahahahahaha!

Ferros

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Prolog - Die Gemeinschaft der Steine
« Antwort #1 am: 05.11.2008, 13:05:59 »
Sei gegrüßt meine Schwester,
Es ist lange her, dass wir uns gesehen haben, aber ich habe die Lieder der Barden vernommen, die von dir handeln und nach einem Zeichen meines Gottes Sylvanus, habe ich dich ausgewählt. Ich muss dich um einen Gefallen bitten, doch nicht für mich, sondern für die Bürger des Dorfes wo ich mich befinde. Der Ort heist Respite und dort arbeite ich als Leiter des Sylvanus geweihten Tempels.
Ich brauche dich, denn hier geschieht etwas seltsames. Die Bewohner von Respite verwandeln sich Stück für Stück in Stein. Jeder Einsatz meiner von Sylvanus verliehenen Kraft konnte diese Plage nicht aufhalten. Auch der gemeinsame Einsatz mit meinen Alkolyten war nicht von Erfolg gekrönt. Im Gegenteil, einige von ihnen  zeigen ebenfalls versteinerte stellen auf, welche schon versteinert sind. Erste anzeichen sind jedoch müdigkeit und Kraftlosigkeit. Und ich bin Ratlos. Viele Dorfbewohner sind bereits geflohen und die die bleiben, versteinern langsam. Selbst ich. Dennoch gibt es einen Lichtschimmer. Eine Statue ist auf dem Sanatorium hier aufgetaucht. Ein Wasserspeier. Ich weis nicht was es zu bedeuten hat, vielleicht will ein fremde Macht mit einem faulen Zauber hier seinen Platz finden. Bring besser einige Mitstreiter mit. Ich habe hier auch etwas an Gold um sie zu bezahlen, wenn das nötig sein sollte. Möge Sylvanus deine Schritte begleiten.

Deine Schwester Naedrylaen Galadhon
Wenn einer keine Angst hat, hat er keine Phantasie.
- Erich Kästner

Kommentar vom SL: Stimmt! Muhahahahahahaha!

Prolog - Die Gemeinschaft der Steine
« Antwort #2 am: 08.11.2008, 17:06:26 »
Mit einer wedelnden Handbewegung bedeutet Anastrianna dem Diener, den Raum zu verlassen, bevor sie die eingetroffene Nachricht begutachtet. Das Siegel ihrer Familie! Das konnte eigentlich nur bedeuten, dass die Nachricht entweder von ihrem Bruder Aerendil oder ihrer Schwester Naerdrylaen stammte - und ihr Anastrianna fiele bei beiden kein Grund ein, warum sie eine solche Nachricht verschicken sollten, würde Aerendil doch zweifelsfrei die Methoden der magischen Kommunikation nutzen und Naerdrylaen hatte schon seit vielen Jahren keine Nachricht mehr von sich geschickt.

Wortlos bricht die Adlige Sonnenelfe das Siegel, entrollt die Nachricht und beginnt zu lesen. Als sie am Ende angelangt ist, liest sie noch ein zweites Mal, um ganz sicher zu gehen. Dann lässt sie sich auf einen der umstehenden Stühle nieder, Kopf schüttelnd.

"Ach, kleine Schwester.... Womit hast du dich nur hier eingelassen? Du hättest dich niemals von unseren elfischen Göttern abwenden dürfen, unsere Verwandten hatten Recht damals....", denkt Anastrianna während sie die leise im Wind raschelnden Blätter der riesigen Eichen betrachtet, die das Dach der Familienresidenz bilden.

Es steht für sie jedoch außer Frage, dass sie sofort aufbrechen würde, um ihrer Schwester beizustehen. Egal, woran Naerdrylaen glaubte, es war Anastriannas Pflicht, ihr in jedweder Not beizustehen - und den drängenden Worten der Nachricht nach befand sich Naerdrylaen in einer solchen.

Gerade will sie wieder nach ihrem Diener rufen, um ihn von ihren Plänen zu informieren, als es auch schon ein weiteres Mal an der Tür des großen Übungsraumes klopft und ihr Diener eintritt, an seiner Seite ein gehetzt wirkender Reiter, der ein weiteres zusammengerolltes Pergament in seiner Hand hält.

Mit einem knappen Kopfnicken bedankt sich die Adlige bei dem Boten.

"Ich danke euch für das Überbringen der Nachricht, Bote. Wenn es euch danach verlangt, wird euch Aegnor mit Speis und Trank versorgen, bevor ihr wieder aufbrecht. Auch für euer Reittier wird gesorgt werden."

Dann wartet sie, bis die beiden den Raum wieder verlassen haben, bevor sie das Pergament entrollt. Man merkt der Nachricht an, dass der Schreiber in dieser Kommunikation etwas ungeübt ist, auch wenn er sich offensichtlich Mühe gegeben hat. Die Buchstaben sind präzise, sauber und kantig hingeworfen. Die Adlige ist sich sicher, das mehr als ein Pergament verschwendet wurde, bevor der Verfasser das Schriftstück einem Boten übergeben hat.

Hochverehrte Lady Anastrianna Valanthe Galadhon,
in der Hoffnung, dass dieser Brief Euch vor seinem Absender erreicht, schreibt Euch Darelion Sonnenseele – auf dem Weg gen Silbrigmond.
Eure Familie und meine sind im Schicksal verbunden. Lady Naedrylaen Galadhon, Eure Schwester, war eine der wenigen Überlebenden eines Überfalls der finsteren Dunkelelfen auf Eichenspitze nahe dem Elfenhof, wie Euch sicher bekannt ist.

Meine ganze Familie wurde damals ausgelöscht und heute, fast 30 Jahre später, sind die Untaten gerächt! Erstaunlicherweise mit Unterstützung einer dunklen Elfe, einer Drow, die sich von den Grausamkeiten ihres Volkes und dem ewigen Krieg los gesagt hat.

Der Anführer der feigen Bande ist tot. Bei sich trug er jenen Siegelring der Galadhons, den Lady Naedrylaen damals verloren haben muss.
Seit einigen Wochen versuche ich, ihren Aufenthaltsort ausfindig zu machen, um ihr den Ring und die frohe Kunde zu überbringen. Seit gestern weiß ich zumindest, wo wir Euch finden können und hoffe, dass Ihr mir weiter helfen könnt.

Mit diesem Schreiben kündige ich unsere Ankunft an, auch um einen Kampf oder unnötigen Streit wegen meiner Begleiterin zu vermeiden. Es ist jene Drow, ohne die der Siegelring der Galadhons in den Tiefen Cormanthors auf Grabräuber oder Elstern warten würde.

Gezeichnet
Darelion vom Orden der Sonnenseele


Beim Lesen der Nachricht legt sich die Stirn der Elfe immer mehr in Falten. Ein merkwürdiger Zufall, dass sie an einem Tag gleich zwei Nachrichten ihre Schwester betreffend erreichten - und der Verfasser der zweiten, eben jener Darelion, schien auf dem Weg nach Silbrigmond zu sein. Entweder ein Zufall - oder Schicksal. Anastrianna beschließt, noch ein paar Tage abzuwarten, bevor sie selbst in Richtung Respite aufbricht, um die Worte des Darelion zumindest anzuhören und welche "Hilfe" er begehrt....

Darelion

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Prolog - Die Gemeinschaft der Steine
« Antwort #3 am: 09.11.2008, 09:14:49 »
Der Mönch war froh, dass die Drow ihm erlaubt hatte, zunächst den Siegelring an seine rechtmäßige Besitzerin zu überbringen. Natürlich war das 'erlaubt' nur seine Interpretation der Dinge, Chylathrea hatte ihn noch kein einziges Mal an die Schuld, in der er bei ihr stand erinnert.

Erstaunlicherweise war die dunkle Elfe eine angenehme Reisebegleiterin, auch wenn Darelion nie vergaß, was sie war. Auch ihre Tarnung als Mondelfe, mit der sie die Oberwelt der Reiche durchstreifte ließ ihn nicht vergessen, wo sie herkam. In den zwei Wochen, die sie zusammen gereist waren, hatte er viel von ihr erfahren und sein Herz begann der dunklen Elfe Vertrauen zu schenken.
Vertrauen, vor dem sein Verstand ihn warnt.

Silbrigmond. Die Heimatstadt der Galadhons. Darelion hatte keine Augen für die Schönheit der Stadt Alustriels und die Atmosphäre, die dort herrschte und die meisten Besucher mit Leichtigkeit erfüllte. Der Ring ins einer Tasche wog schwer und er befürchtete, Lady Naedrylaen auch hier nicht zu finden. Niemand konnte mir sagen, wo sie sich aufhält...

 "Dort ist es" der fingerlose Handschuh deutet auf ein prunkvolle Anwesen, das ihnen von einem der Gardisten beschrieben worden war. "Ich habe Dich als das angekündigt, was Du bist." wendet sich der Elf an die Magierin. Wie meistens umgeht Darelion, den  Namen ihres Volkes zu nennen. Tatsächlich hat er ihn bisher kein einziges Mal benutzt. Es gibt immer noch Themen, die die beiden ungleichen Gefährten konsequent vermeiden.

Mit eleganten, schnellen Schritten tritt er an die Tür und klopft energisch mit dem schweren bronzenen Ring, der dort angebracht ist.
"Darelion Sonnenseele. Lady Anastrianna sollte uns erwarten." Knapp und in militärischem Tonfall begegnet der Drowjäger dem Diener. Sein Gesicht ist ausdruckslos, nur die Augen blicken stechend und aufmerksam, während Chylathrea sich hinter ihm hält, das Gesicht unter einer Kapuze verborgen.
Nicht in der Erkenntnis liegt das Glück, sondern im Erwerben der Erkenntnis.

Prolog - Die Gemeinschaft der Steine
« Antwort #4 am: 09.11.2008, 09:32:42 »
Mit einer tiefen Verbeugung empfängt der Diener jene Besucher, deren Ankunft Lady Anastrianna wohl erwartet.

"Sehr wohl, Herr, wenn ihr bitte eintreten mögt."

Nach den beiden Mondelfen schließt der Diener die schwere Tür, bevor er sich zum Gehen wendet, um die Besucher anzukündigen.

"Bitte wartet hier, ich werde Lady Anastrianna von eurer Ankunft berichten."

Sprach's und verschwand.

Prolog - Die Gemeinschaft der Steine
« Antwort #5 am: 09.11.2008, 09:46:49 »
Unterdessen ist Anastrianna schon längst dabei, ihre Reise nach Respite, zu ihrer Schwester, zu planen und die nötige Ausrüstung zusammenzusuchen, als sie ihr Diener ein weiteres Mal aufsucht, um die Ankunft jenes, erst kürzlich durch den Brief angekündigten, Darelion Sonnenseele und seiner Begleiterin anzukündigen.

"Danke, Aegnor, ich werde die Besucher in der Bibliothek empfangen."

Als Aegnor schließlich wieder verschwunden ist, um die Besucher in die Bibliothek zu führen, macht sich auch Anastrianna auf den Weg in die Bibliothek, noch immer die grün schimmernde Rüstung über der edlen, seidenen Kleidung tragend.

Prolog - Die Gemeinschaft der Steine
« Antwort #6 am: 09.11.2008, 09:56:52 »
Nach kurzer Wartezeit kommt der Diener wieder zurück zu Darelion und Chylathrea.

"Lady Anastrianna wird euch nun empfangen, bitte folgt mir."

Ohne ein weiteres Wort führt der Diener die beiden durch lange Gänge, hin zu einem großen, offenen Durchgang, hinter dem ein großer Raum, nein eher eine Halle zu sehen ist, in die der Diener die beiden Besucher hereinbittet.

Lange Reihen an hohen Regalen, vollgepackt mit verschiedensten Büchern, reihen sich an den Wänden, das Dach besteht wie im Rest des Hauses nur aus einem magischen Schild, durch den die Sonnenstrahlen ungehindert durchscheinen können und so die ganze Szenerie in ein goldenes Licht tauchen.

In der Mitte der Bibliothek steht eine hochgewachsene Sonnenelfe mit feuerrotem, wallendem Haar, eine grün schimmernde Kettenrüstung tragend und die beiden Besucher erwartungsvoll anblickend.

Chylathrea

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Prolog - Die Gemeinschaft der Steine
« Antwort #7 am: 09.11.2008, 10:39:52 »
Chylathrea war schließlich ebenfalls erleichtert, das der Elf sie nicht getötet hat, obwohl ihr Verlangen danach in ihrem Herzen brennte. Ein letztes mal schaute sie ihren Bruder an, denn sie hier an Ort und Stelle vergraben würde. Sie würde immer wieder zurückfinden auf diese Lichtung.

Dann nahm sie den Familienring und die Gegenstände an sich, bevor sie sich auf den Weg machten. Mit einem kurzen wehmütigen Blick zurück, zogen sie dann los. Stumm folgte sie nur die ersten Stunden, obwohl sie sehr wohl die fragenden und misstrauenden Blicke spürte. Aber dies kannte sie schließlich von früher. Oft war sie mit ihrem Vater unterwegs und half irgendwelchen Unbekannten. Und nur selten wurden sie mit Anerkennung und Lob überschüttet. Aber nun konnte sie verstehen, welches Leid die Drow bringen konnten.

Ab und zu schaute sie verlegend lächeln zurück, als dieser sie mit seinen Fragen aus ihrer Trauer holte. Meistens beantwortete sie diese Fragen nur kurz und direkt ohne Umschweife und sehr selten stellte sie überhaupt eine Gegenfrage, bevor ihr Blick wieder abschweifte und sie sich in ihre Gedanken vertiefte. "Wo war dieser Drow, der sie zu Boden niederrieß. Würden sie noch weiter auf sie Jagd machen" schwirrten die Gedanken durch den Kopf und sie kam zu dem Schluß, das sie ihren neuen Begleiter warnen mußte. Kurz blieb sie stehen, als dieser sich dann umdrehte und sie fragend anschaute. "Ihr seid in Gefahr, wenn ich bei Euch bleibe. So oder so, eine Drow würde sich nicht in Eurer Gegenwart gut machen. Aber ich verspreche Euch, das ich kein weiteres Leid über die Elfen bringen werde, wenn ihr mir die Möglichkeit gebt, meine Schuld abzutragen." Und mit einer kleinen Geste aktivierte sie ihren Verkleidungshut und die Farbe ihrer Haut und der Augen veränderte sich.

Und je länger sie unterwegs waren, erkannte sie den guten Vorsatz ihres Begleiters. Wann immer sich die Möglichkeit bot, seien es fremde Menschen oder Elfen und es in ihrer Macht lag, zögerte sich nicht diesen zu helfen.

Chylathrea

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Prolog - Die Gemeinschaft der Steine
« Antwort #8 am: 09.11.2008, 10:59:15 »
Als sie sich schließlich dem Ort näherte von dem Darelion berichtet hatte, schaute sie neugierig auf das Haus. So etwas Prunkvolles und Schönes, hatte sie lange nicht mehr gesehen. Sie betrachtete die Architektur und kam zur Erkenntnis, das es perfekt in die Natur eingepaßt war. Aber sogleich wich die Neugier über die Bewohner und eine Furcht überkam sie. Wie würde sie wohl hier aufgenommen werden. Schließlich hatte er sie als das was sie war angekündigt. Auch war ihr nicht entgangen, das er sie nicht als Drow bezeichnete. Und je näher sie kam, desto unsicherer fühlte sie sich. Als sie eintraten, nickte sie dem Diener freundlich zu und folgte Darelion. Als sie in der Bibliothek eintraten, warf sie fasziniert einen Blick auf die vielen Bücher. Wenn sie nur mehr Zeit hier verbringen durfte, sie würde sie alle lesen. Dann trafen sich der Blick der hier wartenden Elfe und sie verharrte in ihrer Bewegung.

Kurz nachdem der Diener die Tür hinter sich zuzog, legte sie ihr äußeres Erscheinungsbild einer Mondelfe ab. Fragend schaute sie in das Gesicht der Elfe, ob ihrer Reaktion und hielt sich möglichst zurück mit Gesten und Worten. Verschüchtert wie ein kleines Kind stand sie da und wartet auf das, was nun passieren würde.

Prolog - Die Gemeinschaft der Steine
« Antwort #9 am: 09.11.2008, 11:15:07 »
Darelion Sonnenseele hatte seine Begleiterin in dem Brief ja bereits angekündigt, also ist Anastrianna nicht überrascht, als sich die Mondelfe als verkleidete Drow entpuppt. Der Adligen ist keine Reaktion auf diese Verwandlung zu entnehmen. Ihre Miene scheint versteinert, ihre Hand ruht auf dem Griff des Rapiers an ihrer Seite und ihre grünen Augen blicken immer noch auf ihre Besucher herab, darauf wartend, dass diese ihr Anliegen vortragen.

Darelion

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Prolog - Die Gemeinschaft der Steine
« Antwort #10 am: 09.11.2008, 17:33:12 »
Sie hat sich gut im Griff.. Auch der Mönch ist angespannt und neugierig, wie die Lady auf Chylathreas Verwandlung reagieren wird.  Äußerlich völlig ruhig und mit fast ausdrucksloser Mimik ist er innerlich bereit, sich zwischen die beiden zu werfen, falls es zu einer überraschenden Reaktion kommen sollte. Ich schulde ihr mein Leben! ...vielleicht ein guter Anfang?

"Chylathrea. Ich schulde Ihr mein Leben." Darelion deutet eine Verbeugung an und weist mit der Hand auf die Magierin. "Vielen Dank, dass Ihr Euch die Zeit nehmt, uns zu empfangen, Lady Anastrianna Galadhon." Der Elf öffnet seine linke Hand und dort liegt ein Ring, der Anastrianna sehr bekannt vorkommt. Es ist der Familienring ihrer Schwester.

Nach einer winzigen Pause fährt Darelion fort. "Wir sind auf der Suche nach Eurer Schwester, Lady Naerdrylaen, um ihr diesen Ring zurück zu geben. Sie lebte eine Weile in der Nähe des Elfenhofes und dort wurde ihr der Ring geraubt. Vom Mörder ihrer Verwandten wie der meinen." Wieder deutet die Hand des Mönchs auf die Drow und dann auf sich. Seine Miene verhärtet sich dabei sichtlich. "Er ist tot!"

"Wisst Ihr, wo wir Eure Schwester finden können? Ich würde ihr den Ring gerne persönlich übergeben und mit ihr über meine Familie sprechen."
Nicht in der Erkenntnis liegt das Glück, sondern im Erwerben der Erkenntnis.

Prolog - Die Gemeinschaft der Steine
« Antwort #11 am: 09.11.2008, 19:09:49 »
Als Darelion endet, entsteht eine lange Pause, während der die Adlige immer noch mit versteinertem Gesicht auf die beiden Besucher hinabblickt. Als die Stille schließlich schier unerträglich wird, bricht die Sonnenelfe das Schweigen. Kalt und hart durchschneiden ihre Worte die Luft.

"Ich bin überrascht, Darelion vom Orden der Sonnenseele. Überrascht über euren Mut, eine Drow" - Anastrianna spuckt das Wort förmlich aus und der Hass in ihrer Stimme ist unüberhörbar - "nicht nur nach Silbrigmond zu bringen, sondern dass ihr es auch noch wagt, sie in eben dieses Haus zu geleiten, obwohl ihr genau wisst, welches Leid Angehörige ihres Volkes über diese Ländereien, über diese Stadt und nicht zuletzt über meine Familie brachten - und über eure eigene ebenfalls, wie mir scheint. Ihr solltet mir sehr gute Argumente liefern, dass ich sie nicht auf der Stelle richte."

Darelion

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Prolog - Die Gemeinschaft der Steine
« Antwort #12 am: 09.11.2008, 19:43:23 »
Der Mönch hört sich die Worte der Lady und den Hass, der aus ihnen spricht, mit stoischer Meine an. Er selbst hätte genau so reagiert, wahrscheinlich heftiger. Wenn er ehrlich zu sich selbst ist, hätte er noch vor einem Monat gar nichts gesagt, sondern die Drow einfach umgebracht. Während dieser Gedanken erinnert er sich bildlich an die Schuld, in der er bei Chylathrea steht, und blickt der Anastrianna, die ihn um mehr als eine Haupteslänge überragt, fest in die Augen. Chylathrea hat ihn nicht umgebracht, als sie die Möglichkeit dazu hatte...

Mit ruhiger Stimme zitiert Darelion nach der erneuten Pause laut seinen Mentor: "Wer Fragen stellt muss auch akzeptieren dass er Antworten bekommt."

"In der Tat, sehr viel Leid. Ich sagte schon, dass ich ihr mein Leben schulde. Und ohne sie läge der Ring von Naerdrylaen jetzt nicht in meiner Hand, sondern würde am Finger der Leiche des Mörders meiner Eltern in Cormanthor modern." Darelion betrachtet das Schmuckstück für einen Moment eingehend, bevor er fortfährt. Es fällt ihm nicht leicht, mit der Adligen zu reden, doch seine jahrelang trainierte Disziplin lassen ihn ruhig und gelassen wirken.
"Ich habe sie hier her gebracht, ohne Euch über ihre Herkunft zu täuschen!  Ihr Volk hat Leid über meine Familie gebracht und Ihr wisst, was ich am Elfenhof war und was ich getan habe! Dennoch begleite ich sie und vertraue ihr." Darelion erschrickt innerlich über seine Worte. Gerade weil er erkennt, dass jedes einzelne wahr ist.
"Wenn Ihr Chylathrea richtet, richtet ihr mich. Helft uns bei der Suche nach Eurer Schwester, dann verschwinden wir so schnell, wie wir gekommen sind." Bei den letzten Worten tastet der Mönch seiner inneren Kraft und blickt aus dem Fenster, während er einen Schritt näher an die Magierin tritt. Zu diesem Baum, das sollte reichen.
Nicht in der Erkenntnis liegt das Glück, sondern im Erwerben der Erkenntnis.

Chylathrea

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« Antwort #13 am: 09.11.2008, 21:30:23 »
Chylathrea schaut der Elfe in die Augen und als sie deren Hass und Verachtung spürt, kann sie diesen durchdringenden Blick nicht mehr halten und blickt beschämt zu Boden. Oft genug war sie trotz ihrer Taten Spott und Hohn ausgesetzt, aber diese unerträgliche Stille schien sie zu zerreissen und der Schmerz der Elfe blieb ihr nicht verborgen. "Wer weiß, welches Leid die Drow über sie gebracht haben. Dann wird sie mich hier auf der Stelle richten." Als die Elfe dann Darelion tadelt, eine Drow in ihr Haus gebracht zu haben, schaut sie nochmals kurz auf, um die Schuld auf sich zu nehmen.  

Kurz überlegte sie, wie sie Darelion für diese Tat in Schutz nehmen konnte, aber er war bei der Wahl seiner Worte ein weniger schneller als sie. Ihr Blick wanderte zu ihm und erstaunt mußte sie anhören, wie er gegenüber ihrer Person, einer Drow, das Wort Vertrauen wählte. Ihre Knie wurden weich, nie hätte sie gedacht, das irgendjemand ihr trotz ihrer Farbe vertrauen könnte. Und sie mußte um ihre Fassung kämpfen. Nein, sie konnte sich nicht entschuldigen für die Taten, die die Drow begangen haben. Nicht, das sie es nicht gewollt hätte, aber welche Bedeutung könnte ein solche Entschuldigung haben, wenn sie nicht einmal wüßte, was die anderen an Leid erfahren mußten. Schließlich mußte sie vor knapp zwei Wochen selber miterleben, welches Leid die Drow bringen konnten. Und davor hätte sie sich sowas nicht mal in ihren schlimmsten Träumen vorstellen können.

Mit zittriger Stimme versuchte sie zu ergänzen. "Ich, die letzte Überlebende des Hauses Galannth werde das Andenken meiner Eltern ehren und fortführen, indem ich die Schuld abarbeite, die die Drow aus der Unterwelt über diese Welt gebracht haben. Meine Eltern haben sich schon lange von Lloth entsagt und seither folgen wir dem Glauben Eilistraee, deren Wunsch es ist, das alle Völker friedlich miteinander auf der Oberfläche leben. Die letzten Tage haben mich eins gelehrt, das ich keine Vorstellung davon hatte, welches Leid die Drow gebracht haben. Und das es doch möglich ist, durch Taten zu überzeugen und sich"

kurzte versagte ihre Stimme und sie mußte eine kleine Pause machen um weiterzureden "Vertrauen zu verdienen." Unendliche Dankbarkeit blickte aus ihren Augen auf Darelion, den sie nur zwei Wochen kannte, aber der ihr in einem kurzen Augenblick so viel Hoffnung machen konnte.

Prolog - Die Gemeinschaft der Steine
« Antwort #14 am: 10.11.2008, 14:27:45 »
Schweigend und keine Reaktion zeigend hört Anastrianna die Worte der beiden Besucher. Wieder entsteht eine unangenehm lange Pause, bevor sie antwortet, und ihre Worte klingen weniger hart und eisig als zuvor.

"Gut, Darelion vom Orden der Sonnenseele, ihr habt mich zumindest insoweit überzeugt, dass ich ihr Leben nicht auf der Stelle hier beende. Aus euren Worten spricht Aufrichtigkeit. Um mein Vertrauen zu gewinnen, ist mehr nötig als pure Worte, doch will ich euch zumindest die Chance dazu geben. Lady Alustriel hat schließlich Drizzt do'Urden diese Chance auch nicht verwehrt."

Eine kleine Pause.

"Wie dem auch sei, ich danke euch für die Wiederbeschaffung des Rings meiner Schwester. Falls ihr jedoch gehofft habt, sie hier anzutreffen, so muss ich euch enttäuschen. Sie wohnt schon lange nicht mehr hier."

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