Autor Thema: Prolog: Morgens in Rätselhafen  (Gelesen 6723 mal)

Beschreibung: ...und abends beginnt das Turnier

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Elon

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Prolog: Morgens in Rätselhafen
« Antwort #30 am: 05.02.2009, 22:14:59 »
"Du bist ja kaum zu bändigen", lachte Elon, als er Hedan freundschaftlich auf die Schulter klopft.
"Ich habe heute das Gefühl, dass ich dich wohl aus mehr als einer Misere ziehen muss", meint er, mit einem nicht ganz ernst gemeinten Ton.

Elon freut sich aufrichtig auf den bevorstehenden Abend. Zwar weiß er nach wie vor noch nicht, was wirklich dort passieren soll, doch er genießt die Gesellschaft des Jungen und seiner Mutter.

Ich sollte die beiden öfter besuchen gehen., befand er, während er in das Haus hinein ging.

"Theria, bist du da?", rief er in die Wohnung hinein.

Razi

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Prolog: Morgens in Rätselhafen
« Antwort #31 am: 06.02.2009, 00:38:48 »
Razis Augen drehen sich kurz zum Himmel, befor er Zuri eine Warnung zuruft
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Razi geht kurz in die Hocke und spannt seine Beine um mitt aller Kraft seinen schmächtigen Körper auf den blonden Hühnen zu werfen. Heute ist wirklich sein Tag. Er trifft gleich die Kniekehlen und verhilft so der dunkelblonden Taube zu ihrem Flug.

Eando Kline

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Prolog: Morgens in Rätselhafen
« Antwort #32 am: 10.02.2009, 21:10:54 »
"Elon, bist Du das?"

Elon kann das mütterliche Lächeln geradezu hören, dass bei diesen Worten um die Lippen Therias spielen muss und als diese kurz darauf aus der Küche gelaufen kommt, sieht er den Beweis seiner Intuition direkt vor sich.

"Hallo, Junge, schön, dass Du uns mal wieder besuchst. Hast Du Hunger? Ich hab grad eine leckere Fischsuppe auf dem Ofen stehen, wir wollten gerade essen."

Einladend lacht sie den jungen Mann an.

"Und ein bißchen mehr Fleisch auf den Rippen würde dir bestimmt nicht schaden, man sieht ja fast durch dich durch."


...


Rendal muss auch gar nicht lange warten, bis die Kinder ihn mit Bitten um eine Geschichte  überfallen. Sie wirken fast enttäuscht, dass sie bis nach dem Essen damit warten müssen, allerdings hält sie auch ein voller Mund nicht davon ab,  ihn mit Fragen zu durchlöchern.

"Gehst Du auch auf das Turnier, Onkel Rendal?"... "Bringst Du uns was mit, wenn Du gewonnen hast?"...."Kannst Du mich mitnehmen? Bittebittebitte!" ... "Hast Du heut schon jemanden verhauen?"

Diese und viele andere Fragen prasseln auf den armen Rendal hernieder, der alle Mühe hat, alle zu beantworten, ohne dabei sein Essen kalt werden zu lassen.


...


Shirin erregt nicht wenig Aufsehen, als sie in ihrem Aufzug in der großen Halle erscheint, in der gerade die letzten Vorbereitungen getroffen werden. Sie ist sich der Blicke der Männer nur zu bewusst, die fast vergessen, ihrer Arbeit nachzukommen, während sie sie mit offenem Mund anstarren. Nur Saul Vankaskerkin, der scheinbar alles im Auge hat,  wird von Shirins Anblick nicht gefangengenommen, klatscht aber nichtsdestrotrotz vergnügt in die Hände.

"Genau so hatte ich mir das vorgestellt, ich kann nur hoffen, dass mich bei meiner Ansprache vpr dem Turnier überhaupt jemand wahrnimmt. Oh, das wird ein Spass werden.. Jetzt muss nur noch..."

Saul wird durch einen ruf von draußen unterbrochen

"Wenn man vom Teufel spricht." Saul grinst schelmisch. "Kommt, Shirin, heißen wir unseren letzten Bestandteil zu einem gelungenen Arbeit willkommen. Ich wusste doch, dass ich mich auf Shorafa verlassen kann."

Draußen hält gerade ein von zwei stämmigen Ponys gezogener Wagen, der von ein paar Tempeldienern begleitet wird. Und der außer einem kleinen Weinfass nichts enthält. Fast nichts.

"Bewunderungswürdig", haucht Saul, als er Mihaylis gewahr wird, die auf dem Kutschbock Platz genommen hat. "Diese Frau ist so klug wie sie schön ist. Clegg wird sich selbst vor Wut in den Hintern beißen, wenn seine Leute ihm berichten, dass Shorafa eine ihrer Priesterinnen mitgeschickt hat."


...


Plötzlich wird Brian durch einen  harten Stoß in die Kniekehle aus dem Gleichgewicht gebracht und stürzt zu Boden, wobei er unwillkürlich den jungen Kerl loslässt, der ihn um sein Gold bringen wollte. Dieser lässt sich auch nicht lange bitten und ist in Windeseile zwischen den Marktständen verschwunden, dicht gefolgt von einem anderen, etwa gleichaltrigen Burschen, der dem Paladin im Wegrennen noch ein entschuldigendes Grinsen zuwirft.

"Hehe, Ihr seid aber nicht von hier, was?"

Ein Schatten fällt auf Brian. Ein Seemann, der seine besten Jahre  wohl schon lange hinter sich gelassen hat, nichtsdestotrotz aber einige Kraft erahnen lässt, als er mit amüsiertem Kichern Brian seine Pranke entgegenstreckt, um diesem aufzuhelfen.

"Ihr Touristen macht es den  Lümmeln aber auch viel zu einfach, euch das Geld abzuknöpfen. Und heute, wo jeder der Tagediebe darauf aus ist, sich das Eintrittsgeld für Vankaskerkins Turnier  zusammenzuklauen, ist es geradezu sträflich, so unvorsichtig hier herumzuträumen..  Aber ich bin sicher, falls der Bursche heute Abend gewinnt, wird er ein Glas Wein auf Euer Wohl erheben, also tröstet Euch. Bis auf eure angekratzte Würde seht ihr noch ziemlich in Ordnung aus, soviel Glück hat hier lange nicht jeder."

Mihalyi

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Prolog: Morgens in Rätselhafen
« Antwort #33 am: 11.02.2009, 17:08:10 »
Mihalyi diente an diesem Tag ihrer Götin, indem sie sich um so manche Person kümmerte, die die Dienste Calistrias in Anspruch nehmen wollen.

Vorallem die wilde Art von so manchem Halb-Ork, die exotische Ausstrahlungen von Tieflingen oder auch das bloße Verfallen der Menschen in dunkelste Gelüste, war für Mihalyi immer etwas Faszinierndes. Gerade das Ausgefallene zog sie an, wie Fliegen der Honig anzog.

Auch Rachepläne zu schmieden gegen Verräter und Betrüger war eine interessante Aufgabe. Doch letzten Endes ebnete Mihalyi nur die Wege für andere. Denn die letzten Schritte mussten sie schon selbst tun und oft waren es auch die Ideen der Verratenen, die Mihalyi vielleicht noch etwas ausbaute, aber vieles war letztlich schon tief drinnen in den Köpfen der meisten Leute vorhanden. Doch für Mihalyi war das nicht überraschend. Rache ist ihrer Ansicht nach etwas Natürliches, weswegen ihre Herrin Calistria unter anderem ja auch so wichtig war als Göttin.

Doch Mihalyi ist sehr pünktlich und zuverlässig bei der Abfahrt des Weines anwesend trotz ihrer Aufgaben für Calistria, die sie zuvor getätigt hat. Als alles bereit ist, geht es auch schon zu Saul Vankaskerkin. Wie Shorafa schon vorausgesagt hatte, verlief die Fahrt ohne Zwischenfälle. Das war zwar für Mihalyi hierdurch nicht gerade eine der spannendste Angelegenheit, aber immerhin würde es ein leichtes werden ihrer Herrin Shorafa einen Gefallen zu tun hiermit. Und das war ja auch schon einiges wert.

Bei Saul Vankaskerkin angekommen achtet Mihalyi genau darauf, dass das chelische Höllenrot richtig ausgeladen wird und beobachtet zunächst das Reintragen ganz genau.

Mihalyi selbst trägt einen leichten gelben Träger und einen ebenso gelben Rock. Darunter trägt sie schwarzes eng ansitzendes Leder. Die, die Straffheit ihrer Formen noch weiter unterstützt. Neben der gelben und der schwarzen Kleidung, die durchaus einen symbolischen Wert hat, zeigt auch das Heilige Symbol Calistrias bei ihrem Dekolleté ganz klar ihre religiöse Zugehörigkeit. Volle Lippen und strohblonde Haare sind auch noch an der Halb-Elfe zu sehen, die am heutigen Tage wahrlich nicht an reizvoller Aufmachung gespart hat.
 
Nachdem sie eine Zeit lang die Tätigkeiten ihrer Tempeldiener genug beobachtet hat, geht sie dann zu Saul Vankaskerkin hin und begrüßt diesen wie folgt: “Shorafa entsendet ihre Grüße, Saul!“, dabei verbeugt sich Mihalyi etwas und erlaubt einen tiefen Ausschnitt, bei dem sich auch das Symbol Calistrias befindet, “Hier ist Euer gutes Stöffchen für Euer Turnier.“ Dann schaut Mihalyi allerdings schon auf die Dame neben Saul Vankaskerkin. Sie mustert ihren Aufzug etwas und sagt dann: “Nettes Kleidchen. Aber woher stammt dieser betörende Duft, den habe ich zuvor noch nicht gerochen? Wo bekäme man denn diesen her?“, stellt Mihalyi die Frage in den Raum, da sie dieser Duft aus Neugierde offenbar sehr zu interessieren scheint und sie ja schon immer sehr auf exotische und neue Dinge stand.

Rendal d'Tharashk

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Prolog: Morgens in Rätselhafen
« Antwort #34 am: 13.02.2009, 11:35:02 »
Rendal ist zwar ein wenig geschlaucht, dank der vielen Fragen der Kinder, aber dennoch geht er gut gelaunt Richtung Hafen, um an einem guten Platz ein Paar Fische zu angeln, dies hatte er Shely versprochen, um sich damit für das Mittagessen zu bedanken.
Seine Gedanken werden wieder ernst als er denn Schatten im Himmel erblickt.

Komisch, ob sich die Gendarmerie auch darum kümmert, das werde ich heute abend in Erfahrung bringen!

Angekommen am Velashu beginnt Rendal sein Angelzeug bereitzumachen, um die nächste Stunde In Ruhe am Fluß dem Plätschern des Wassers, dem Pfeifen des Windes und dem Geschrei der Möwen zuzuhören.
In dieser Abgeschiedenheit kommen seine Gedanken zur Ruhe, einfach nur froh darüber ein Teil dieser Welt zu sein.

Shirin

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« Antwort #35 am: 13.02.2009, 12:18:00 »
Ganz eindeutig passt das heilige Symbol Sarenraes an einem Stirnreif um Shirins Kopf nicht zu dem restlichen roten kleinen Teufelskleid. Nur flüchtig betracht die Kelishite die Dienerin aus einem anderen Haus. Ihre Gedanken waren voll und ganz bei dieser Wolke aus purer Dunkelheit.

"Oh, das sind Tinkturen aus ätherische Öle von Blumen, Blüten, Früchten und Kräutern aus Katapesh. Aber auch Essenzen, extrahiert aus Wurzeln, Knollen, Zwiebeln, Harzen und Hölzern spielen eine wichtige Rolle bei der Herstellung dieser Düfte. Ich vermag nicht zu sagen, ob es hier in Rätselhaften solche Waren zu erstehen gibt."
Selbst wenn Shirin die ortständige Sprache inzwischen vollständig erlernt hatte, so konnte sie ihren Akzent vor den Einheimischen nicht ganz verbergen.
"Let the healing light of the sun burn out the darkness within you",
aus 'The Birth of Light and Truth'

Elon

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« Antwort #36 am: 15.02.2009, 09:57:18 »
"Ich hatte gehofft, dass du das sagen wirst.",meint Elon und setzt sich in der Küche an den Tisch. "Wir werden bei Sonnenuntergang zu diesem Turnier aufbrechen; wir und wahrscheinlich der ganze Rest von Rätselhafen."
Der Waldläufer nickt Theria dankend zu, als er einen Teller ihrer Fischssuppe gereicht bekommt. Die Suppe roch sehr stark nach Fisch und alle Leute, die von außerhalb kommen, bringen zu Anfang keinen Löffel hinunter. Dieses einschneidende Ereignis hat er aber schon seit Jahren hinter sich und mittlerweile liebt Elon die Qualität ihrer Suppe.
Nachdem Theria ihren Sohn gerufen hat, nimmt sie sich ebenfalls einen Teller und setzt sich zu Elon an den Tisch.
"Ich hoffe, dein Sohn hat nicht zuviele Flausen im Kopf. Besonders die weibliche Unterhaltung kann sehr goldintensiv sein...Hat man mir erzählt.", sagt er mit einem verräterischen Grinsen, dass von Theria mit einem Augenrollen quittiert wird.

Eando Kline

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Prolog: Morgens in Rätselhafen
« Antwort #37 am: 16.02.2009, 23:16:23 »
"Ischa ganisch wa" protestiert Hedan mit vollen Backen. Der Schalk in seinen Augen straft seine Worte allerdings Lügen. "Schbin nur höflsch."

"Ich glaub dir jedes Wort", lacht Theria zurück und droht ihrem Sohn spielerisch mit dem Zeigefinger. "Aber zum Glück ist ja Elon dabei, der wird schon auf dich aufpassen."

Ihre Miene wird ernst.

"Versprecht mir nur, Acht auf euch zu geben. Da wird heute abend bestimmt auch jede Menge Gesindel dabei sein, Leute, mit denen sich nicht spaßen lässt."

....


Irgendwo zwischen zwei eng aneinanderstehenden Häusern lehnen Razi und Zuri schnaufend an den Wänden. "Danke, Mann." bringt Zuri keuchend hervor. "Den hab ich total unterschätzt, hab den für nen harmlosen Touristen gehalten."

Dann beginnt er zu grinsen und öffnet seine Linke.

"Hat sich aber gelohnt, den Eintritt hab ich nun zusammen. Ich hoffe nur, der Blödmann kommt nicht auf die Idee, dort nach mir Ausschau zu halten und mir den Abend zu verderben."

Razi

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« Antwort #38 am: 18.02.2009, 18:04:03 »
Der Mund von Razi verbreitert sich zu einem Grinsen "Ach, kein Problem Zuri. Du musst wissen, heute ist mein Tag. Den zu Hochgewachsenen verwirrt der Schatten im Himmel das Gemüt und bringt pech. Die Pumpenlutscher und Hundebeisser haben sowieso immer mit dem Gas aus den Gaswerken zu kämpfen. Da braucht es halt einen wie mich, der alles Regelt und den Teufel um sein Gold bescheissen kann." Razi macht eine Kunstpause, damit Zuri auch ja die Herausvorderung zum Angebereiwettkampf versteht. "Komm, gehen wir zu den Anderen und erzählen ihnen die Geschichte von der blonden Riesentaube, der wir das Fliegen beigebracht haben. Schliesslich müssen sie wissen, wer heute das Turnier gewinnt."

Mihalyi

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Prolog: Morgens in Rätselhafen
« Antwort #39 am: 05.03.2009, 19:57:53 »
Sauls Augen beginnen ob des Einblicks, den ihm die Calistria-Priesterin gewährt, zu glänzen, was von diser auch durchaus wahrgenommen wird. Aber natürlich verkneift der Besitzer des Goldenen Goblins jegliche Anzüglichkeiten und bietet stattdessen Mihalyi galant seinen gesunden Arm an, während Shirin, die den Anblick immerhin schon etwas länger gewohnt ist, mit dem anderen Arm vorlieb nehmen muss.

"Ich bin euch wirklich zu Dank verpflichtet. Seid mein Gast für den heutigen Abend, das ist schließlich das mindeste, womit ich euere Hilfe vergelten kann. Habt Ihr vielleicht Lust, heute abend am Turnier teilzunehmen? Sagt es nur, ich würde Euch natürlich jederzeit einen Freiplatz anbieten."

Saul führt die beiden Damen an einen Tisch im großen Saal.

"Setzt euch, ich werde sofort veranlassen, dass Euch ein kühler Trunk gebracht wird. Leider muss ich noch einiges für den heutigen Abend organisieren, verzeiht also, wenn ich Euch für den Augenblick verlassen muss. Ich hoffe, wir sehen uns heute abend?!"

Und zu Shirin gewandt.

"Auch Du solltest Dir noch einen Augenblick Ruhe gönnen. Heute abend wird es hier bestimmt sehr hektisch zugehen und wir werden alle nicht viel Schlaf finden, also entspann dich noch etwas. Ich lasse dich dann zur Eröffnungsrede rufen."

Und mit einem beiden Frauen umfassenden breiten Grinsen ist der kleine Mann auch schon wieder verschwunden, was Mihalyi die Gelegenheit gibt, sich das Innere des Goblins anzuschauen

Was als allererstes ins Auge sticht ist der tiefrote Teppich, der über die ganze Halle hinweg berlegt wurde und alleine schon ein kleines Vermögen gekostet haben muss. Die Wände werden von Bahnen aus reiner Seide abgedeckt, und das von draußen hereinfallende Licht wird durch breite Seidenstreifen abgedämpft, die quer über die Fenster gehängt wurden Auch die Decke ist komplett mit kunstvoll drapierten Beigevorhängen abgedeckt, was der Halle einen zwar ziemlich protzigen und etwas verruchten, aber dennoch anheimligen Charme verleiht.

Um die beiden Frauen herum ist natürlich noch eine Menge Treiben. Überall werden Spieltische aufgestellt, um die herum Stühle positioniert werden. Und in der Mitte der großen Halle sind ein paar Arbeiter damit beschäftigt, ein kleines Podium aufzubauen, von dem zwei Stufen zum Boden hinabführen. Über diesem Podium hängt von der Decke herab ein Kasten, von der Form her eine Art Vogelkäfig, was aber nicht genau zu erkennen ist, weil auch dieser komplett mit Tüchern verhangen ist.

Mihalyi lässt sich das nach außen hin nicht anmerken, aber tatsächlich genießt sie das Glänzen in den Augen Sauls und was damit wohl verbunden sein mag.

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"Gerne, Saul. Wie könnte ich denn zu so etwas Vergnüglichem wie einem Glücksspiel Nein sagen.", lächelte Mihalyi Saul an, während sie mit ihm ging und er Ihr sein Angebot unterbereitet hat.

Mihalyi nickte Saul einfach nur mit ihrem makellosen und fein geschminktem Gesicht zu, als dieser ein weiteres Mal nachfragte, denn Mihalyi hielt dies für eine rhetorische Nachfrage von Saul.

Als sich Mihalyi etwas umgeschaut hat in der Halle fragt sie Shirin: "Wie heißt Ihr eigentlich, wenn ich fragen darf? Und kommt Ihr etwa aus diesem fernen Katapesh? Ich weiß, dass ich manchmal vielleicht etwas arg neugierig bin, aber was hat Euch denn aus diesem Land, das offenbar hochfeine Düfte hat, hierher geführt?"

Shirin

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Prolog: Morgens in Rätselhafen
« Antwort #40 am: 14.03.2009, 18:21:18 »
Shirin stellt ihre Ellbogen auf den Tisch und stützt ihr Kinn auf ihre Hände. Erfreut an dem Interesse, dass ihre Gegenüber ihr entgegenbringt antwortet sie in aller Höflichkeit. "Shirin al’Kelish, Priesterin Sarenraes." Die Kelishite lässt einen Augenblick der Stille folgen und sammelt ihre Worte, ehe sie mit Akzent weiterspricht.

"Tatsächlich komme ich aus dem fernen und warmen Süden. Dort gehört es zur guten Ausbildung bei Hofe sich mit den Volksgewohnheiten, Sprachen und Bräuchen fremder Nationen vertraut zu machen.
Meine Wahl fiel hier auf Rätselhafen. Es existieren viele Handelsrouten von hier in meine Heimat, was die lange Reise äußerst sicher macht. Doch der wahre Grund ist die Akademie hier vor Ort. Ich will verstehen wie Eure Nation Feuer bändigt, beschwört und befehligt - eine wichtige Lektion für Sarenraeisten.

Solltet ihr ernsthaft an den Düften meiner Heimat interessiert sein, so gibt es am Hafen einige Handelshäuser die von Kelishiten betrieben werden. Bestimmt kann man über einen der Händler auch Duftstoffe aus Katapesh ordern."
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Mihalyi

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Prolog: Morgens in Rätselhafen
« Antwort #41 am: 19.03.2009, 00:33:39 »
"Wegen dem Feuer sagtet Ihr?", ein leichtes, interessiertes Glitzern ist in Mihalyis Augen zu erkennen, "Was genau verbindet Ihr mit dem Feuer? Welche Bedeutung messt Ihr ihm bei?"

Mihalyi schien sichtlich daran interessiert zu sein, dieses Interesse Shirins am Feuer näher zu ergründen. Mihalyi selbst ist keine große Expertin für den Sarenrae Glauben, aber es schien wohl eine gewisse Bedeutung zu haben, die sie durchaus erfahren wollte. Vielleicht hatte Shirin neben dem Sarenrae-Glauben auch noch einen ganz eigenen Bezug zu Feuer. Eine Sarenrae-Priesterin in so einem Aufzug fand man ja schließlich nicht alle Tage und vielleicht war sie etwas Besonders. Die ganze Thematik interessierte Mihalyi so sehr, dass noch nicht dazu kam etwas zu den Düften weiter zu sagen im Moment.

Shirin

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« Antwort #42 am: 19.03.2009, 18:33:42 »
"Die Sarenraeisten sind die Hüter und Verteidiger des Sonnenfeuers, der wärmenden Himmelsflamme und dem tageslichtspendenden Geschenk der Göttin. In Katapesh ist die Flamme ein Symbol für unseren Glauben. Doch wie ich las, sind Feuer und Flammen in anderen Kulturen anders verankert und werden anderes interpretiert.

An den Schulen hier und anderenorts werden Formeln gelehrt die Flammen zu beschwören und zu kontrollieren - vollkommen unabhängig von Sarenrae. Auch wenn ich wohl nie über diese Kunst verfügen werde, schützt mich das nicht vor Unwissenheit. Wenn wir die Flammen verstehen wollen müssen wir alle ihre Aspekte begreifen, auch wenn wir nur einen Teil davon beherrschen können."

Shirin schaut an sich selbst herab als sie während des Gesprächs die Kleidung ihrer Gegenüber mustert. "Tja, momentan ist außer meinem Glauben nicht viel aus meiner Heimat an mir dran. Saul will dass ich heute Abend dieses ... "Ding" trage. Verlangt auch jemand von Euch, dass ihr dieses Kostüm tragen müsst?", tritt sie in das erste Fettnäpfchen.
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Mihalyi

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« Antwort #43 am: 21.03.2009, 14:47:04 »
"Nein, verlangen tut dies niemand von mir. Aber diese Kleidung entspricht meinem Glauben. Die Farben Gelb und Schwarz sind die Farben meiner Gottheit. Eine Priesterin Calistrias, die ich bin, sollte auch keine Scheu zeigen und mit ihren Reizen nach außen hin geizen. Ich könnte zwar durchaus noch wesentlich leichter bekleidet sein, aber ein bißchen die Fantasie seines jeweiligen- vorallem männlichen Gegenübers- anzuregen, ist durchaus etwas, was mir Spaß macht.

Ich weiß, Shirin, dass Ihr hiernach freilich nicht gefragt habt, aber folgendes möchte ich Euch noch sagen:
Die Kirche Calistrias hat in Rätselhafen eine wichtigere Funktion, als man zunächst vielleicht denkt. Viele Frauen auf der Straße werden davor bewahrt, dass es ihnen schlecht ergeht, weil es bei den Häusern Calistrias Frauen gibt, die freiwillig und bereitwillig teilweise auch recht dunkle und ’exotische’ Phantasien der Männer erfüllen. Oder generell Dinge anbieten kann, die jemand anderes nicht so ohne weiteres bekäme. Klar hat man auch als Gläubige Calistrias so seine Grenzen, aber man leistet Dienste, die für manche einen wahrhaft größeren Nutzen haben als man zunächst glaubt."

Dann wird die Stimme Mihalyis etwas leiser und sie sagt zu Shirin, als ihr Kopf etwas in Richtung von Shirins Ohr geht: "Euch wird vielleicht meine große Offenheit nun irritieren oder zumindest überraschen, aber wollte ich Euch noch folgendes sagen:
Einige- vor allem diejenigen, die neu in Rätselhafen sind- fragen sich auch bestimmt, wie man sich Männern nur ’einfach so’ hingeben kann. Aber ’einfach so hingeben’ wäre vielleicht vorschnell gesagt. Meist sind es mehr als ein paar Glyphen, die in Wirklichkeit das Verlangen des Einzelnen wert sind. Auch wenn dieser es vielleicht nicht so ohne weiteres bemerkt. Was manche Männer zum Beispiel so ausplaudern, wenn sie mit ihren Gedanken ganz woanders ist, ist schon erstaunlich. Natürlich kann man mir in diesem Punkt vertrauen, dass ich nichts weiter erzähle außer jemand tut etwas sehr Dummes. Aber allein, dass man etwas zum Ausplaudern hätte, was einen anderen empfindlich treffen könnte, verleiht einem eine gewisse Macht. Auch wenn so manchen Mann in gewissen Momenten dies anders sieht und nicht vorausschauend denkt womöglich."

Shirin

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Prolog: Morgens in Rätselhafen
« Antwort #44 am: 22.03.2009, 13:52:52 »
Interessiert lauscht Shirin den aufschlussreichen Ausführungen der jungen Bardin. Fasziniert hängt sie an ihren Lippen, sichtlich aufgeregt und mitgerissen von dem gebotenen.

Leise traut sie sich zu erwidern „In meiner Heimat, in Katapesh, dort werden junge Frauen ganz anders behandelt. Die Keleshite schätzen Mädchen und junge Frauen als Juwelen. Mehr noch – als unbezahlbaren Reichtum und Schatz. Denn wir sind es, die der nächsten Generation das Leben schenken.
Neues Leben!“

„Eine weitere Generation im Stammbaum der Sultane und reichen Händler. Junge Männer dagegen müssen ihren Wert in der Gesellschaft erst beweisen. Viele Männer erreichen nie den Status den junge Frauen allein durch Geburt und Geschlecht im Diamond Empire inne haben. Nie würde ich meinen Körper verkaufen, doch die Glaubensrichtungen wird mannigfaltig. Bei uns ist körperlicher Besitz in Form von Sklaven erlaubt, und dass ist auch gut so, wenn ihr mich fragt.“

Shirin lehnt sich zurück und fährt etwas lauter fort. „Aber was soll ich sagen. In der Zeit in der ich hier bin, habe ich verstanden, dass die Variser Bevölkerung uns Südländer für exotisch und fremdartig hält. Eine Einschätzung die ich nur zurückgeben kann. Doch versteht mich nicht falsch Mihalyi, ich sehe nicht mehr Negatives an meinem Volk, als an dem Euren. Ganz im Gegenteil, ich versuche so viel wie möglich dieser Kultur aufzusaugen und in der alten Sprache meiner Heimat, dem Kelish niederzuschreiben.
Wenn ich dann in meine Heimat zurückkehre werde ich Eure Kultur so allumfassend zu beschreiben versuchen, wie es mir nur möglich ist. Und so seltsam dieses Kleid, dieses Gebäude und das Treiben hier auf mich wirkt, die Gesellschaft in meiner Heimat wird interessiert meine Geschichten und Berichte hören und lesen.“
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