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Autor Thema: Das Schauspiel im Theater - Kapitel 2  (Gelesen 11653 mal)

Beschreibung: Vom unbekannten Schrecken ...

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Dr. Lazarus Grind

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Das Schauspiel im Theater - Kapitel 2
« Antwort #15 am: 28.01.2009, 00:57:10 »
Prüfend betrachtet der Doc die Kapseln und kramt in seinem Gedächtnis, ob ihm das irgend etwas sagt. Auch die drei Farben hält er für ungewöhnlich. Vorsichtig riecht er an den Kapseln, dreht sie ins Licht, um ihre Oberflächenstruktur besser erfassen zu können und reibt mit Daumen und Zeigefinger darüber.

"Die Rote ist ganz sicher Aconitin, das Mordgift. Wird aus dem blauen Eisenhut gewonnen." Seine Gedanken spricht er leise zwischen seinen Zügen am Glimmstängel aus, wie so oft, wenn Trixie dabei ist. "In geringen Dosen hilfreich gegen Rheuma und Erkältung. In hohen Dosen tödlich. Das hier sieht nach einer niedrigen Dosis aus."

Vorsichtig legt Grind die blaue Kapsel auf den Tisch. "Der Duft nach Bittermandeln ist eindeutig - Kaliumcyanid. Eine tödliche Dosis."

Er hat geschrieen du sollst aufhören, hast es aber nicht gemacht, zuckt es urplötzlich und böse durch Grinds Kopf; dann ist der Anfall auch schon vorbei.

"Schwarz riecht aromatisch, sehr angenehm. Benzol, gewonnen aus einem Balsambaum. Sehr stark konzentriert, gibt im Feuer einen heftigen Knall."

Als die Tür aufgeht und Martyn eintritt, sieht dieser noch ein schlankes Messer wieder unter dem Tisch verschwinden, welches Grind bereits in der Hand hatte. Irgendwie sieht er auch abgekämpft aus.

T-Edit!

Trixie Tollhaus

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Das Schauspiel im Theater - Kapitel 2
« Antwort #16 am: 28.01.2009, 15:49:33 »
"Tödliche Dosis?" Trixie schüttelt den Kopf. "Das klingt ja fast wie in einer Spionagegeschichte." Sie nimmt Grind die Kapseln wieder ab. "Rheuma hatte Walter auch nicht, das hätte ich ja gewusst. Ein Zauberer mit Rheuma, das merkt man." Sie steckt die Dose in die Tasche. "Die letzte Pille aber... ja, das passt. So was kann man immer mal gebrauchen."

Sie schenkt ein und setzt sich an den Tisch. "Dann erzählen sie mal, was war denn los, dass ihre Hände so blutig waren? War es schlimm? Oh, entschuldige, Martyn, vielleicht sagst du erst Mal, warum du hier bist?"

Sie sieht Martyn an, aber eigentlich redet sie nur, ohne nachzudenken. Rheuma? Hatte Walter Rheuma gehabt? Es stimmte, bei den letzten Vorstellungen durfte sie den Münztrick machen, aber das war doch gewesen, weil Walter ihr vertraute. Weil sie den Trick so gut konnte. Weil die geübt hatte und es sich verdient – nicht weil Walter die Finger weh taten. Oder?

Sie kämpft die Tränen zurück. Nicht vor Fremden.
"Du hast da eine Münze im Ohr. Wie kommt die denn da hin?"

Dr. Lazarus Grind

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Das Schauspiel im Theater - Kapitel 2
« Antwort #17 am: 28.01.2009, 23:40:19 »
"Naja, die Frage ist doch vielmehr... wer war Walt eigentlich wirklich?"
Grinds Angewohnheit immer dort nachzuhaken, wo's wehtat ist widerlich. Muss wohl an seinem Beruf liegen. Das konnte Martyn nur bestätigen, auch wenn es dort eher physischer Natur gewesen war, damals.
Mit einem Blick, der einem Inquisitor zur Ehre gereicht hätte, betrachtet er Trixie kurz durch den Qualm, bis er bemerkt, dass er gerade etwas furchtbar verletzendes gesagt hat. "Es... es tut mir leid Trixie. Es ist noch nicht der richtige Zeitpunkt darüber zu sprechen." Mit einer sehr zärtlichen Geste streichelt er ihr kurz über die Wange, in der Hoffnung sie nicht zu sehr getroffen zu haben.
Dann wendet er sich Martyn zu, dem er fast ins Wort gefallen wäre.

Trixie Tollhaus

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Das Schauspiel im Theater - Kapitel 2
« Antwort #18 am: 01.02.2009, 14:12:37 »
"Ja, wahrscheinlich eine Männersache. Ich lasse euch besser allein."

Trixie zieht die Tür hinter ihr besonders leise zu, dann macht sie ein paar Runden um den Block, um sich abzureagieren. Dieser verdammte Elf, manchmal fällt es ihr wirklich schwer, gute Miene zu machen.
"Du hast da eine Münze im Ohr. Wie kommt die denn da hin?"

Martyn Ohneheim

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Das Schauspiel im Theater - Kapitel 2
« Antwort #19 am: 05.02.2009, 22:33:19 »
Sobald Trixie draußen ist, kriegt Martyn endlich seinen Mund auf.

"Heut schon Zeitung gelesen, Doc? Wir müss'n ganz schön aufpassen, sonst kriegen wir mächtig den Kopf gewasch'n. Irgendein Idiot hat ein Bild reingetan, dass uns mächtig ähnlich sieht und als Mörder darstellt."

Leicht irritiert schaut er zum Tisch hinüber.

"Was sind das eigentlich für komische Pillen? Und wer ist Walt oder Walter oder wie auch immer? Hat das irgendwas mit dem Schlamassel zu tun, in dem wir grad stecken?"

Dr. Lazarus Grind

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Das Schauspiel im Theater - Kapitel 2
« Antwort #20 am: 05.02.2009, 23:02:27 »
Irritiert schaut der Doc Trixies Abgang hinterher und schüttelt leicht den Kopf.
dass Frauen auch so schrecklich sensibel sein müssen
"Ja, Martyn, das habe ich leider. Und der Zeichner hat uns beide mal verdammt gut getroffen. Verflixte Zwergenscheisse nocheins!" Es folgt eine kurze, elfische Schimpftirade gegen die Rassisten beendet durch einen herben Schlag auf den Tisch.
"Entschuldige bitte meinen Ausbruch, Martyn, nur scheint heute alles schief zu laufen.

Was Walt angeht, so sollte Trixie Dir davon erzählen. Er war soetwas wie ihr Mentor...
Was das mit unserer Situation zu tun haben soll, kann ich mir beim besten Willen nicht erklären."
Achselzuckend und qualmend schaut Grind seinen Kumpel fragend an.
"Wat nu?"

Trixie Tollhaus

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Das Schauspiel im Theater - Kapitel 2
« Antwort #21 am: 05.02.2009, 23:41:01 »
Trxie hört, wie die Stimmen der beiden Männer immer leiser werden, während sie die Stufen hinabsteigt. Ihre Hand umklammert fest das Pillendöschen und die Gedanken der jungen Frau vermögen kaum Ruhe zu finden.

Draußen auf der Straße holt Trixie erst einmal tief Luft. es stinkt wie immer streng nach Fisch, doch sie hat sich an den Geruch gewöhnt - oder besser gesagt, sie versucht ihn zu ignorieren. Grinds Zuhause hat mit den lebhaften, lauten, duftenden und geheimnisvollen Bühnen der Stadt nur wenig gemein.

Es ist dunkel geworden, Nebel wallt durch die Straßen. Gedankenverloren streift Trixie um den Block. Da, ein Geräusch, genau hinter ihr. Sie dreht sich um, doch nichts ist zu sehen. Die Sinne müssen einen Streich gespielt haben.

WUMP! Trxie wirbelt zur anderen Seite herum. Doch das Geräusch kam nicht von der Straße, es kam von oben - als ob jemand Schweres mit dem Fuß fest auftrat ...


Edit: Ereignis
"Du hast da eine Münze im Ohr. Wie kommt die denn da hin?"

Martyn Ohneheim

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Das Schauspiel im Theater - Kapitel 2
« Antwort #22 am: 07.02.2009, 22:14:53 »
"Keine Ahnung, Doc. Ich weiß nur, dass es nich' lang dauern wird, bis jemand auf die Idee kommt, dass wir das sein könnten. Einer meiner Kumpels in der Werkstatt hat heut' schon so nen komischen Spruch losgelassen."

Martyn zuckt ratlos die Schultern.

"Normal tät ich sagen, wir tauchen unter und versuchen rauszukriegen, wer hier seine Finger im Spiel hat. Vielleicht könnt' ich ein paar meiner alten Kontakte anzapfen.

Aber ehrlich gesagt, nachdem, was hier vor sieben Tagen nachts passiert is', weiß ich nich', ob wir uns damit nicht ans Messer liefern. Das...Ding... sah nich' so aus, als wär's aus Angst vor mir abgehau'n."


Edit: Zeitfehler korrigiert!

Trixie Tollhaus

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Das Schauspiel im Theater - Kapitel 2
« Antwort #23 am: 08.02.2009, 20:58:18 »
Instinktiv wirft sich Trixie zur Seite, rollt sich ab und blickt nach oben auf das Dach.
"Du hast da eine Münze im Ohr. Wie kommt die denn da hin?"

Taysal

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Das Schauspiel im Theater - Kapitel 2
« Antwort #24 am: 08.02.2009, 22:06:57 »
Doch der Verursacher des Geräuschs steht nicht auf dem Dach, sondern hängt schräg an der Hauswand. Im Halbdunkeln ist er nur schwer zu erkennen, vor allem da ein Umhang seine Umrisse zu verbergen scheint. Das Ding dort oben scheint kein bekanntes Wesen zu sein, sondern etwas Fremdes. Und dieses fremde Ding beobachtet Trixie offenbar. Fast scheint es so, als würde es lauern.

Trixie Tollhaus

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Das Schauspiel im Theater - Kapitel 2
« Antwort #25 am: 08.02.2009, 23:23:40 »
Trixie steht auf und klopft sich demonstrativ Schmutz ab, ohne das Ding aus den Augen zu lassen. Dann steht sie da und schaut, während ihr Herz bis zum Hals schlägt, äußerlich ruhig nach oben. Sie macht sich bereit, zu rennen.

Sie pustet sich eine Strähne aus dem Gesicht. "Was willst du?", flüstert sie nach oben.

Dann schüttelt sie plötzlich den Kopf, von Zorn übermannt. Ihr Kinn schiebt sich vor, und in zwei schnellen Schritten ist sie an der Wand und beginnt, nach Haltemöglichkeiten zu suchen und hochzuklettern.

(Edit: total geändert)
"Du hast da eine Münze im Ohr. Wie kommt die denn da hin?"

Dr. Lazarus Grind

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Das Schauspiel im Theater - Kapitel 2
« Antwort #26 am: 09.02.2009, 01:59:15 »
"Untertauchen hört sich doch ganz vernünftig an, Martyn."
Der Elf tippt mit seinem Zeigefinger gegen seine geschürzten Lippen.
"Und wir sollten mit Trixie besprechen, wie wir vorgehen. Sie hat den Ausschluss aus diesem Gespräch eigentlich nicht verdient. Und schliesslich steckt sie da genauso drin, wie wir."
Der Doc geht entschlossen zum Fenster und ruft leise nach Trixie in die dunkle Nacht hinaus, sie möge doch bitte wieder hochkommen.

Martyn Ohneheim

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Das Schauspiel im Theater - Kapitel 2
« Antwort #27 am: 09.02.2009, 12:46:41 »
"He ich hab ihr nich' gesagt, dass sie abhaun soll." protestiert Martyn, aber nur schwach, denn tatsächlich war es Misstrauen gewesen, dass seine Stimme verstummen lassen hatte, bis sie gegangen war.
"Sie ist aber nicht auf dem Bild drauf." fügt er leise  hinzu.

Dr. Lazarus Grind

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Das Schauspiel im Theater - Kapitel 2
« Antwort #28 am: 12.02.2009, 11:52:12 »
Nachdem Grind keine Antwort von Trixie hört, macht er sich Sorgen und sein Magen krampft sich zusammen.
"Martyn, schnell. Ich glaube wir müssen nach Trixie suchen."
Noch während er das sagt, verschliesst er schnell das Fenster, greift sich seinen Manten und hechtet über die Treppen runter auf die Strasse, um Trixie zu suchen.

Taysal

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Das Schauspiel im Theater - Kapitel 2
« Antwort #29 am: 12.02.2009, 14:57:32 »
Die Gestalt ist im ersten Augenblick regungslos, dann ruckt sie kurz vor, während Trixie den ersten Meter an der feuchten Hauswand hinaufklettern.

Plötzlich ist ein lautes Zischen zu hören und die Kreatur stößt sich von der Wand ab. Mit einem gewaltigen Sprung wechselt sie die Straßenseite und landet krachend an der gegenüberliegenden Hauswand. Mit einem Ruck zieht sie sich dort aufs Dach und verschwindet über die Kante hinweg in der Dunkelheit.

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