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Autor Thema: Die Abenteuer des Earis  (Gelesen 11497 mal)

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Tael

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Die Abenteuer des Earis
« am: 18.02.2009, 11:19:44 »
In einer Stunde steht die Sonne auf, Earis erwacht und wäscht sich kurz.
Aus seiner Kammer kann er das Händler und das Handwerkerviertel sehen, in denen sich langsam Leben regt.
Earis zieht seinen traditionellen weißen Rock an und erledigt alle morgentlichen Geschäfte.
Als er dann kurz vor Sonnenaufgang in die Küche tritt wird er schon ungeduldig erwartet.
Hey Tanzbär, nur weil du der Liebling des Meisters bist heißt das nicht das du dichvor der Arbeit drücken darfst., blafft Cornia die alternde Köchin den jungen Tempelsklaven an.
Earis hilft bei der Zubereitung des kläglichen Mahles das aus Hirsegries mit einem Schuss Eselmilch besteht.
Die hübsche Magd Sophoni geht Earis schüchternd lächelnd zur Hand wo sie nur kann.
Mädel, hilf lieber mir, der alten Frau und nicht dem straken Jüngling, was soll aus euch nur mal werden.
Sophoni giggelt kurz und läuft geschäftig zu Cornia um ihr das Rühren abzunehmen.
Doch während du die Datteln entkernst spürst du ihren Blick auf deinem Rücken verharren.
Ihr kennt euch schon seit drei langen Jahren, seitdem der Meister das hübsche Mädchen vor dem Verkauf als Lustsklavin gerettet hat, in diesen Jahren ist ihr Intresse an dir immer weiter gewachsen ist, bist du doch der einzige Mann ihres Alters den sie kennt.
Doch Cornia regiert den Haushalt des Priesters Nazim mit harter Hand und strengem Blick, und Avancen zwischen Sklaven die vom Meister nicht abgesegnet werden sind ihr ein Gräul.
So kommt es das der rest des Essens schweigend zubereitet wird.
Na los burrsche, mach hin, der Priester is schon auf und lange werden wir ihn nnicht warten lassen.
Die Köchin drückt Earis ein hölzernes Tablett in die Hand und schickt ihn in den Innenhof des Wohntraktes des heiligen Tempels, der dem Gott Osiris geweiht ist.
Mit dem Tempel der Isis und dem des Ra bilden dieser Tempel eine dreieckige Insel im göttlichen Viertel, in der täglich tausende Pilger den Anbetungen der Götter beiwohnen.
Doch wohnen tun die Pilger in den Zeltstädten um die Stadt herum, Skuld ist die Älteste Stadt der Welt, un ihre Mauern haben keinen Platz mehr für weitere Menschen, so kommt es das das göttliche Viertel zwischen der Bitte bei Sonnenuntergang und der bei Lobpreisung bei Sonnenaufgang menschenleer und totenstill ist.
Du stellst das Tablett auf dem Schemel der neben deinem Betenden Meister steht ab.
Als du dich leise umdrehst um Nazim ungestört zu lassen ruft er dich mit seiner kräftigen Bassstimme zurück.
Komm her mein Kind, ich muss mit dir reden.
Als du dich vor ihm hinkniest wuschelt er dir durch die Haare und beginnt zu erzählen.

Tael

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Die Abenteuer des Earis
« Antwort #1 am: 18.02.2009, 11:32:54 »
Weißt du mein Junge, die Welt ist im stetigen Wandel, die Zwölf Stunden des Tages und die Zwölf stunden der Nacht wandeln sich täglich, kein Tag ist wie der andere, denn der Sand der Zeit fließt.
Mir wurde erzählt das du und Sophoni euch immer näher stehen, das ist in eurem Alter auch völlig natürlich, aber ich muss von dir das Versprechen fordern, das du sie abweißt bis ich euch meinen Segen gebe, denn obwohl sie sie sich nach dir sehnt ist sie noch zu jung, zu viele Mädchen werden in diesem Alter verheiratet und enden unglücklich, deswegen müsst ihr noch ein oder zwei Jahre warten, solltet ihr euch dann immer noch mögen könnte ich euch meinen Segen geben, und bitte berichte dem Mädchen was ich gesagt habe.
Du weißt das du mein Lieblingsdiener bist, du und Trombal tanzen jedne Tag für Osiris, ihr seht euch ähnlich und seid gleich alt, aber du, du bist der schlauere, nettere und höflichere.
vielleicht wunderst du dich wieso ich dir so schmeichle, aber du wirst es noch erkennen.
Denn ich habe dich nicht aus Spaß so gut ausgebildet, ich möchte das du mein treuer Diener bist und auch im Jenseits in alle Ewigkeit bleibst.
Doch deine Ausbildung lässt dich viel mehr können als ein gewöhnlicher Haussklave, und auch viel mehr als ein Tempelsklave, egal welchen Tempels, und das hat einen besonderen Grund.
Die Welt ist im Wandel, und ich als Vertreter der Götter muss diesen Wandel lenken und über ihn wachen.
Du wirst meine rechte Hand werden, ich werde dich mit Aufträgen außerhalb des Tempels betrauen, und nicht so wie die gute Cornia die zum Marktviertel und ins Handwerksviertel darf um einzuholen, nein, du wirst weit reisen und mächtigen Menschen wichtige Dinge übergeben, manchmal auch nur Worte.
Doch das wichtigste daran ist deine Treue, denn der Wandel hat Feinde, und diese werden versuchen mich aufzuhalten und meine Tätigkeiten zu behindern, sie werden meine Boten bestechen und bedrohen, daher brauche ich den Diener dem ich uneingeschränkt vertrauen kann, und das bist du.

Nazim wischt die letzten Reste des Breis aus seinem geflochtenen Bart, wäscht sich den geschorenen Kopf ein letztes mal, und bittet dich dann ihm in seine weißen Priestergewänder zu helfen.
Schon so spät, ich hätte nicht so viel reden sollen, mach dich bitte fertif, die Sonne geht gleich auf und wir werden im Tepmel erwartet.
Und tatsächlich hört man schon die ersten Pilger und Gläubigen die drei Tempel bevölkern.

Earis

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Der Sonnentanz:
« Antwort #2 am: 18.02.2009, 13:41:21 »
Earis eilte sich, und sein Herz sprang voller Freude. Sophoni zur Frau nehmen! Sein Herr hätte ihm keine grössere Freude machen können. Und seine Aufträge, seine Worte in ferne Städte zu tragen: Earis fühlte tief in seinem innerem wie es ihn dorthinzog, schon seit er als Kind in das Haus des Priesters gekommen war. Konnte er von mehr träumen?

Einen Moment dachte er an das Mädchen, an ihren schlanken Körper den er in Gedanken schon oft einfach genommen und an die Wand der Küche gepresst hatte, an die Vorstellung ihres Atems nah des seinen wie er schnell und schneller ging. Ob sie sich wirklich danach sehnte? Die Vorstellung davon liess seine Lippen trocken werden, und seinen Geist zu ihr schweifen. 2 Jahre nur! Sein Herr war wahrlich voller Güte. Er hatte ihn alles gelehrt was Earis über Recht und Glauben wusste, all seine Treue gehörte ihm mit jeder Faser seines Körpers. Einst würde er bei ihm sein, wenn die Feder gegen das reine Herz seines Herrn aufgewogen wurde - dessen war sich Earis gewiss!

Heute würde er der Sänger des Sonnenliedes sein, im Tanz mit allen anderen Sklaven seiner Art Ra preisen und seine göttliche Macht. Earis beeilte sich, mehr noch als sonst in seiner Aufregung und Vorfreude. Die Maske der Bastet war sein Antlitz, von dunkler Verzierung neben dem Gold aus dem sie gemacht war wie um zu zeigen welcher Zeit des Tages sie entsprach.

Trombal würde die Weltenverschlingerin darstellen, gemeinsam mit anderen Tanzsklaven wie ihnen beiden. Doch heute würde nur Earis singen, und niemand sollte an seinem Glauben zweifeln! Der Tempelvorplatz war drückend voll gesäumt, und mit dem Blick zu seinem Eingang betrachteten die Gläubigen Earis und die anderen Tänzer. Sie alle waren kunstvoll gekleidet, Knaben deren Anmut und Schönheit sie zu jenem Schicksal gebracht hatte. Ihre Masken zeigten die Götter, und das Schauspiel wessen jeder Mann in Skuld täglich zu sehen bekam.

Den Kampf der Weltenverschlingerin gegen Ra, die unsterbliche Sonne. Still standen alle Tänzer, als Earis die Stimme erhob und seine Worte das Schauspiel zum Leben erweckten.

Dort im Dunkeln,
wo sie lauert,
und den Kopf zum Himmel streckt...
Fern der Sterne funkeln...
kauert,
hofft das das Licht sie nicht entdeckt...

Liegt verborgen,
auf der Jagd,
jede Nacht der Sonne Kind,
Wartend auf den Feind des Morgen
bis wenns tagt,
der Kampf beginnt....

Sein Körper begann sich zu bewegen, geschmeidig und im Rhythmus der einsetzenden Trommeln, liess die Katzengöttin im Tanz entstehen. Alle die seine Maske trugen machten es ihm gleich, wanden sich, schlichen - auf der Jagd nach dem was den Tag bedrohte. Die zwei Klingen in seiner Hand, lange spitze Dolche mit Seitenzacken waren in den Händen verborgen bis das Ziel seiner Jagd zum Vorschein kam. Trombal! Seine Maske zeigte Asep, die Weltenverschlingerin.

Earis sang von ihr, die stets nach Unheil strebend Ra verschlingen wollte noch bevor dieser auf der Sonnenbarke den Tag erhellen konnte, sang vom Kampf den Bastet in jeder Nacht ausführte um ihrem Vater Zeit zu verschaffen und gleichsam dem Naturschauspiel dass sich wie an jedem Morgen abspielte vermochte auch Earis in seinen Tanz und sein Lied all die Schönheit des Morgenrots einzuweben. Der Trommelschlag fuhr ihm ins Herz, im Rhytmus der Schläge, immer schneller immer wilder kämpfte er gegen Trombal hinter der Schlangenmaske. Seine Dolche fuhren herum, drehten sich so dass sie wie Krallen an dessen Haut vorbeijagden und sie beide wussten dass Fehler hier beim Tanz auch der Tod des anderen sein konnten.

Neben ihnen tanzten Nepharim und Akar, und hinter ihnen noch weitere Tanzsklaven  doch Earis wusste auch ohne hinzusehen dass die Blicke auf seine und die Bewegungen Trombals gerichtet waren. Sie glichen sich wirklich wie Brüder, abseits der Masken war es unmöglich zu erkennen wessen Arm hervorschoss und die Dolchklinge des anderen abwehrte. Doch da war mehr...der junge Tanzsklave wusste das es seine Bewegungen waren, sein Lied dass alle umstehenden in den Bann zog wie von Zauberei. Earis drehte sich um Trombal herum, schlug seinen Ellbogen ihm in den Rücken und ging gleich wieder in die katzengleiche Haltung welche seiner Maske entsprach. Seine zwei Dolche drohten Trombal, doch dessen Bewegungen wanden sich sprunghaft nach vorn, drohten an Earis Klingen vorbei sich blitzschnell zur Kehle zu winden.

Da wurde plötzlich alles von hellem Licht überdeckt, strahlend und grell vom Sonnenspiegel am Tempel kommend in dem sich das Licht der aufgehenden Sonne brach. Dies war Ra! Sein Licht vertrieb die Ungeheuer! Trombal und die anderen Schlangentänzer wichen furchtsam zurück. Seht wie sie sich winden, wie ihr Unterfangen aufs neue abgewehrt wird von der Grösse und Macht der Sonne! Earis Lied hatte nur einen Moment ausgesetzt unter Trombals Attacken, doch nun liess seine Stimme wieder klar und rein die Ankunft und den Aufstieg der Sonnenbarke erwecken.

Der Morgen war da, und Nazim hinter der Maske des Ra würde den Glauben der gottesfürchtigen mit seinen Worten stärken.

Tael

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Die Abenteuer des Earis
« Antwort #3 am: 18.02.2009, 13:49:29 »
Alle Sklaven verschwinden von der Bühne während Nazim anfängt die Größe der Götter zu preisen, nach einigen Minuten wechselt er die Maske zur Múmienmaskedes Osiris und verkündet die Bedingungen für Ewigen Leben.

währenddessen schleicht sich Earis zurück in die Wohngemächer des Priesters und findet Sophoni beim Waschen der Kleidung vor, ihre nassen Haare schimmern rötlich im Licht der aufgehenden Sonne, als sie den Knaben erblickt strahlt ihr Lächeln noch heller als die Sonnenstrahlen für ihn.

Earis

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Die Abenteuer des Earis
« Antwort #4 am: 18.02.2009, 17:49:00 »
Sophoni!

Die Art wie Earis ihren Namen aussprach klang wie ein Lied, und genauso empfand er es auch in diesem Moment und er lächelte bei dem Gedanken.  Er trug noch immer seine Kleidung vom Festplatz, den leichten Lendenschurz und die Farbe der Tanzbemalung auf seinem Oberkörper und einzig die beiden Schmuckdolche und die Maske waren wie immer im Tempel geblieben.

Ich habe dich gesucht. Darf ich dir helfen?

Tael

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Die Abenteuer des Earis
« Antwort #5 am: 18.02.2009, 22:23:20 »
Sehr gern, aber sei leise dabei, Cornia ist nebenan, und du weißt ja wie sauer sie immer wird wenn wir zwei unbeaufsichtigt sind, als ob "wir" irgendwas unartiges machen würden, nach den ganzen Jahren wünschte ich sie hätte mehr Vertrauen zu uns, der Meister hat es doch auch.
Wusstest du schon, die Cornia hat mich gestern mit auf den Markt genommen, da ist alles so laut, so bunt, so belebt.
Dort kann man alles kaufen was du nur kennst, und noch mal viel mehr Dinge die ich noch nie gesehen habe, sehr seltsam...
Aber am vollsten waren die Sklavenstände, ich habe da einen ganz schwarzen Menschen gesehen, der soll von weiter ferne kommen, auch eine ganz seltsame weißhäutige Frau mit spitzen Ohren wurde angeboten, auf dem Markt gibt es so seltsame Dinge, ich wünschte wir könnten ihn einmal gemeisnam besuchen, auch gerne unter der Aufsicht der Cornia.
Denkst du der Meister würde sowas erlauben?

Leolo

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Die Abenteuer des Earis
« Antwort #6 am: 18.02.2009, 22:56:41 »
Vielleicht, wenn mich Cornia mit ihrem Gegrummel nicht vorher dazu bringt dich zu küssen nur um sie zu ärgern, und wir ihr einen Grund geben es uns zu verwehren.

Earis blickte Sophoni verschmitzt an, mit diesem Lächeln von dem er wusste dass es sie aus der Fassung bringen konnte.

Aber vorher müssen die Sachen sauber werden, also lass mich dir lieber schnell helfen. Der Herr hat mir befohlen dir etwas zu sagen, und ich will damit nicht lange warten.

Earis kräftige Hände kamen zu Sophoni in den Waschzuber und er stellte sich ihr gegenüber, den Stoff durchwalkend. Ob er wohl ihre zarten Finger zu berühren kam? Sein Blick war herab ins Wasser gesenkt und nur im Spiegelbild vermochte er den Blick auf Sophonis schöne Augen zu erhaschen.
Wenn du zu den Nonkonfirmisten gehören willst musst du erst einmal so reden wie wir, unsere Musik hören und die gleiche Kleidung tragen.

Tael

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Die Abenteuer des Earis
« Antwort #7 am: 18.02.2009, 23:54:18 »
Earis Zögern wird vom Schicksal bestraft, Cornia kommt aus der Kammer und sieht die beiden Turteltauben zusammen Waschen.
So läuft das hier aber nicht meine lieben, der starke Mann putzt während die alte Frauu sich die Knochen wund scheuert?
Du kommst gefälligst mit und hilfst mir die Einkäufe in die Regale zu sortieren udn die alten Lebensmittel wegzuwerfen, die Tonkrüge gehen mir auf die Knochen.

Nach einigen Stunden harter schweißtreibender Arbeit wird es Zeit das Abendessen zuzuberreiten. Nachdem die Frauen es gekocht haben bringt der Jüngling es wieder zu Nazim, der sich grade angeregt mit einem Gast unterhält.

Verdammt ich sage dir, die Welt ist im Wandel, und wenn du dich nicht mit ihr drehst wird sie dich überrollen., predigt Nazim dem ebenfalls kahlköpfigen Mann, dieser antwortet.
Ach du Schwarzseher, dem Land geht es prächtig, der Pharao regiert und ... ---
PAH dieser Pharao, dieser degenerierte Krüppel der absolut nichts über das normale Leben weiß? Dieser Pharao der aus reiner Langeweile so fett geworden ist das es acht Leute brauch die ihn aus dem Bett tragen, weil er alleine nicht mal mehr die Massen von Essen aus seinem Körper pressen soll? Wenn das der letzte Nachfahre des Ra ist, dann sind wir verloren!
Nazim bemerkt dich und winkt seinem Gegenüber ab.
Hier, dies ist mein liebster Diener, Earis ist treu und schlau, ich kann froh sein ihn zu haben, und da bringt er auch schon das gute Essen, danke mein Bester, stell es bitte diesmal auf die Terasse, ich möchte meinem Gast eine Aussicht über Skuld bieten.

Tael

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« Antwort #8 am: 18.02.2009, 23:55:12 »
Kurze Zeit später muss sich Earis schon für den Sonnenuntergangsgottesdienst vorbereiten, die tägliche Bitte an Ra morgen zurückzukehren.

Earis

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« Antwort #9 am: 19.02.2009, 00:41:02 »
Der junge Sklave verneigte sich ergeben, und brachte das Essen heraus. Wer dieser Gast wohl war?

Earis wagte nicht aufzublicken und entfernte sich hastig wieder. Es musste einer derjenigen sein die sein Meister am Morgen erwähnt hatte. Wenn er die Aufträge seines Meisters gewissenhaft ausführen wollte, dann müsste er genau hinhören was jene sagten die er auf seinen Reisen traf.

Der Tanzsklave nahm sich vor das Lob welches ihm sein Herr zukommen liess zur Gänze zu rechtfertigen. Aber warum liess der Herr sich über Pharao aus? Die Worte Nazims waren gefährlich, dessen war sich Earis gewiss.

Ich sollte nicht so viel darüber nachdenken, was auch immer der Herr tut es ist gerecht.

Während er im Hinterraum des Tempels seine Leinenkleidung anlegte und das lange dunkle Haar fein säuberlich kämmte glitten seine Gedanken wieder zu Sophoni. Hatten ihre Augen etwas verraten als er vom Küssen sprach? Die Lippen des Mädchens waren Earis stetige Versuchung wann immer er ihrer süssen Stimme lauschen konnte.

Doch stattdessen machte er sich zum Tempeldienst bereit, und betrat gepflegt und ordentlich den Vorraum in welchem die restlichen Tempelsklaven aufwarteten. Earis würde die schwere Opferschale halten müssen während der Prozession, und schon bei dem Gedanken daran begannen seine Arme zu zittern. Aber er war der kräftigste der Sklaven und ein Unwürdiger der die Schale wanken oder gar fallen liess vermochte leicht den eigenen Leib zu verwirken.

Langsam betraten sie den Tempel, und Earis hielt das Bronzegefäss vor sich ruhig und sich ganz auf seine Aufgabe konzentrierend.

Tael

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Die Abenteuer des Earis
« Antwort #10 am: 19.02.2009, 08:09:10 »
Der Herr Nazim erscheint einige Minuten zu spät und sieht sehr gehetzt aus, seine weiße Priesterrobe ist nur hastig angelegt und sein geschorener Schädel zeigt die ersten Stoppeln, so hat Earis seinen Meister noch nie gesehen.
Die Predigt ist dieses mal eine recht wütende Rede in der Nazim Korruption und Unrecht verteufelt und allen die diesem fröhnen und sich daran bereichern droht, das Anubis Diener der Seelenverschlinger die ungläubigen verschlingen wird und sie auf ewig in den Zwölf Stunden der Nacht dem bösen Gott Seth dienen müssen, in dieser Hölle der häßlichkeit gibt es keine Freude, keine Liebe, keine Gnade.
Nach einem wütenden Schlusswort verlässt Nazim die Bühne viel früher als üblich.
Die Menschenmenge strahlt eine bedrückte Stimmung aus als sie sich leise murmelnd aus dem Göttlichen Viertel entfernt.
Earis süricht den Meister bei der abendlichen Toilette selbstverständlich nicht darauf an, aber Nazim fängt von sich an zu erzählen, er spricht mehr zu sich selbst als zu Earis.
Dieser Ungläubige, ich werde ihn aufhalten müssen, er will mich also der Ketzterei anklagen... ausgerechnet er, der Heuchler, aber grade ich darf nicht über seine Seele richten, aber wer aufs falsche Kamel setzt muss mit den Konsequenzen rechnen.
Earis, du musst mir einen Gefallen tun, einen gefährlichen, aber einen lebenswichtigen.
Bist du bereit für mich ins Untere Viertel zu gehen?
Du musst einen Mann namens Urom suchen, ein sehr gefährlicher Mann, erwähne nicht wer dich schickt, nur das du unbedingt eine hungrige Mamba kaufen möchtest, wenn er keine hat frag nach der geflügelten Kobra...
Sollte er sie dir verkaufen dann wird er dir einen Korb gehen, den du auf keinen fall öffnen darfst, auf keinen fall.
Dann musst du in den Königlichen Bezirk von Skuld, ich werde dir einen Brief geben mit dem du den Liferanteneingang eines bestimmten Hauses betreten wirst, dann wirst du dich in diesem Haus ungesehen ins das Schlafgemach des Mannes schleichen der heute Mittag mein Gast war, dann wirst du den Korb vorsichtig in die Waschschüssel oder den Nachttopf des Mannes leeren, aber pass auf das ein Deckel vorhanden ist, ich denke du bist schlau genug um verstehen was ich dir da auftrage.

Nazim beschreibt dir ungefähr den Weg zu Urom und sehr genau den Weg zum Haus des unbekannten Gastes.

Earis

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Die Abenteuer des Earis
« Antwort #11 am: 19.02.2009, 13:06:13 »
Earis erschrak ob der Worte seines Meisters, doch demütig kniete er sich vor ihn und lauschte seinen Befehlen, versuchte sich ganz auf das zu konzentrieren was sein Herr von ihm verlangte.


Ich werde es tun mein Meister, sagt mir nur noch was mit dem Brief geschehen soll, nachdem ich das Haus betreten habe, und welches das Haus des Ungläubigen ist.


Die Kaltherzigkeit und Direktheit mit der er diese Worte sprach fuhr Earis ins Mark. War er wirklich solch ein Skrupeloser Mörder der ohne nachzudenken diesem Fremden das Leben raubte? Nein! Sein Meister wusste was er tat, ein jeder der ihn der Ketzerei anklagte hatte kein Recht auf Earis Gnade. Niemand würde je den tiefen Glauben seines Meisters und seine Weisheit übertreffen!

Am Abend würde er ein schlichtes Gewand anlegen, etwas das niemanden einen falschen Schatten auf seinen Meister werfen lassen konnte, und etwas in dem niemand ihn auch nur mit seinem Herrn in Verbindung bringen konnte.

Tael

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Die Abenteuer des Earis
« Antwort #12 am: 19.02.2009, 21:52:37 »
Den Brief wirst du am Eingang abgeben müssen, er erlaubt dir nur den Hintereingang zu benutzen, benutze ja nicht deinen wahren Namen, in dem Brief heißt du Tremarus, merke dir das gut. Meinen Namen wirst du auch nicht in den Mund nehmen, wenn dich jemand etwas fragt lüge einfach was deine Beweggründe und Herkunft angeht.
Du gehst durch das Händlerviertel und das Handwerkerviertel, immer der großen Straße folgend, wenn du das Portal in den königlichen Distrikt durchquerst folge der ersten Kreuzung nach links und dann die vierte kleine Gasse nach rechts, die Tür die du suchst hat einen großen Marmorramen, klopfe dreimal und jemand wird dich nach deinem Namen fragen, dann gibst du diesem Diener den Brief und ab dann bist du auf dich alleine gestellt.
Hier ist ein Beutel mit viel Gold, bewache ihn mit deinem Leben, und biete dem Schlangenverkäufer das doppelte von dem was er verlangt und kaufe so sein schwiegen, auch er darf deinen Namen nicht kennen lernen.
Noch Fragen, es geht um Leben und Tod, du musst dich beeilen.

Earis

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Die Abenteuer des Earis
« Antwort #13 am: 22.02.2009, 00:37:11 »
Earis war schon ein paar mal im unterem Viertel, dennoch kostete es ihn viel Mühe Urom ausfindig zu machen. Erst als er eine alte Frau freundlich nach ihm fragte gelang es dem nun schlicht gekleidetem Diener mit dem breitem Kreuz den Händler ausfindig zu machen.

Er hatte eine schmutzig graue Robe angezogen wie sie Fernhändler die in die Stadt kamen trugen und das Gold und den Brief sicher an seinem Gürtel verwahrt. Der Gürtel war Earis wertvollster Besitz, eine Gürtelkette mit Stachelklingen besetzt deren gekonnte Handhabung ihn 2 ganze Jahre des Tanztrainings gekostet hatte. Sie zu beherrschen bedeutete beim Tanz der Schlange als Weltenverschlingerin vortanzen zu dürfen, vor allen anderen Sklaven.

Für seine jetzige Aufgabe würde sie genau richtig sein, denn war er nicht selbst gerade auf einer Mission die Schlangen würdig wäre? Ja, er würde sogar eine benutzen. Earis legte den Mundschutz um und prüfte den Sitz seines Kopfschutzes. So würde er wirklich wie einer der Reisenden wirken die vor den Sandstürmen in der Stadt zuflucht suchten.

Flüchtig und ohne zögern - kalt - grüsste er den Händler als er Urom endlich gefunden hatte.

Salam guter Mann, ihr wurdet mir empfohlen  -  und auch ich trage meine Empfehlung bei mir damit ihr mir eure Ware zeigt. Wollt ihr mir nicht einen Tee anbieten? Ich suche etwas das wir in Ruhe aussuchen sollten.


Er musste sich beeilen, aber ein Händler der mit ihm feilschte weil er Höflichkeitsfloskeln vergass würde ihn noch mehr aufhalten. Sobald er es konnte würde er ihn nach der schwarzen Mamba fragen, und dann zum Haus seines opfers eilen!

Tael

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Die Abenteuer des Earis
« Antwort #14 am: 22.02.2009, 14:58:19 »
Urom ist ein Mann, der eindeutig aus der Fremde kommt, wahrscheinlich wurde er als Sklave aus dem Fernen Süden herangeschafft und ist durch unbekannte Umstände nun ein freier Mann, sein Laden wenn man es so nennen kann ist ein dreckiger Lehmverhau in dem allerhand gruselige Talismane von der Decke hängen, viele sind aus Tierteilen hergestellt, und manche könnten sogar aus nicht Tieren gewonnen worden sein, aber darüber nachzudenken, dazu hat Earis keine Zeit, auch wenn einige Finger verdächtig Menschlich aussehen, und Earis noch keinen Affen mit so einem Schädel gesehen hat.
Urom selbst ist ein glatzköpfiger Schwarzer, aber eher aufgrund des Alters als aus religiösen Gründen.

Hmm, Mamba, das macht aber fünfzig Goldstücke, denn ich bin der einzige der mit soetwas gefährlichem hantiert, was, du zahlst mir einhundert... dann haben wir uns aber nicht gesehen, verstanden? Hier ist der Korb, und wehe ich sehe dich in der nächsten Zeit hier in der Gegend, denn mir ist wirklich egal was du mit einer Mamba anstellst, aber ich weiß das es schönerte Schlangen gibt, die nciht ganz so tödlich sind, wenn jemand ein Haustier sucht.
Es wäre nicht das erste Mal das die Bürokraten hier mir das Leben zur Hölle machen, nur weil ein Kunde sich dummerweise von seinem Liebling beißen ließ, also pass gefälligst auf.

Die absolute Akzentfreiheit lässt erkennen das Urom wahrscheinlich in Ägypten geboren wurde

Earis wird ein versiegelter Korb ausgehändigt und er wird stillschweigend durch eine Hintertür aus dem Laden geschleust, das Hinterzimmer was er dabei durchqzert sieht aus wie eine Mischung aus Leichenteillager und Metzgerei, es stinkt unerträglich nach frischem Blut, alten Kadavern und verbrennenden Gewürzen.
Es war mir ein Vergnügen mit dir Geschäfte zu machen, aber hoffentlich das letzte Geschäft. Uroms Stimme hat einen drohenden Unterton, aber auch unterschwellige Angst lässt er durchscheinen, auch wenn es keine Angst vor Earis persönlich ist.
Auf jeden Fall wird Earis klar das dieser Händler vor nichts zurückschrecken würde um seine schwarze Haut zu retten.

Earis nimmt den Korb und bewegt sich zielstrebig auf das königliche Viertel zu.
Im Strom der Sklaven und armen Bürger die zwischen den verschiedenen Vierteln zum Einkaufen und zum Leben hin und herpendeln fällt ein weiterer Sklave der einen Korb voller Waren trägt auf jeden Fall nicht auf.
Aber je weiter Earis in reichere Stadtvierel vordringt, desto fehler am Platz wirkt er, aber zu seinem Glück taucht er einfach in eine Gruppe alter Frauen ein, die auch grade vom Markt kommen müssen, denn sie tragen Körbe voller Obst und Gemüse.
Innerhalb dieser Gruppe wird Earis auch anstandslos ins Adelsviertel eingelassen, eine Kontrolle der waren hätte eine Katastrophe werden können.
Der verkleidete Tempelsklave folgt der Wegbeschreibung aufs genauste und taucht in die Seitengassen zwischen den teuren Villen und kleinen Palästen ein.
Er kommt zur beschriebenen Tür mit dem Marmorramen, die muss es sein.
Earis klopft dreimal und eine kopfgroße Klappe öffnet sich, ein kräftiger Ägypter mit einem Speer bewaffnen schaut griesgrämig heraus und blafft Earis an:
Was willst du, ich kenne dich nicht?

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