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Autor Thema: Kapitel 1 - Betrüg den Teufel und stiehl sein Gold!  (Gelesen 14160 mal)

Beschreibung: Der Goldene Goblin öffnet die Tore und lädt zum großen Glücksspielturnier ein

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Eando Kline

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Geschehen am frühen Abend des 14. Arodus im Jahre 4708 AZ

Ein Blick in die überfüllten Straßen rundum den Goldenen Goblin reicht vollkommen aus, um selbst dem desinteressiertesten Beobachter klar zu machen, dass hier und heute etwas ganz ungewöhnliches im Gange sein muss. Die halbe Stadt scheint sich aufgemacht zu haben, um an dem großen Ereignis teilzunehmen, das schon seit Wochen in aller Munde ist: Die Wiedereröffnung des Goldenen Goblins im großen Stile. Und das große Turnier mit dem exorbitanten Preisgeld von 10.000 Silberbögen, mit dem Saul Vancaskerkin seine Rückkehr in die gehobene Gesellschaft einleitet.

Nicht jeder, der hierherkommt, kann sich das Eintrittsgeld leisten, dass den Zugang zu dem Turnier eröffnet. Und so sind viele der hier herumlungernden Personen vor allem Schaulustige, die neugierig darauf sind, wer das Turnier gewinnen wird. Und sicher sind auch eine Menge Taschendiebe unterwegs, denen es wahrscheinlich egal ist, ob sie die Schaulustigen oder auch den ein oder anderen Gewinner um einen Teil seiner Habe erleichtern können.

Die Wachen vor dem Eingang stellen jedenfalls sicher, dass nur diejenigen hineinkommen, die den Eintritt zu zahlen gewillt sind, ob sie nun am Turnier teilnehmen wollen oder nicht. Alle anderen werden höflich, aber bestimmt davon abgehalten die Spielhalle zu betreten.
« Letzte Änderung: 13.06.2009, 11:18:55 von Eando Kline »

Razi

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Kapitel 1 - Betrüg den Teufel und stiehl sein Gold!
« Antwort #1 am: 01.03.2009, 01:09:34 »
Razi und Zuri schreiten mit ihrer gesamten Bande auf die Menge vor dem Goldenen Goblin zu. Auf ihrem Gesicht breitet sich ein selbstbewusstes Grinsen aus, das mit jedem Schritt grösser zu werden scheint. Einzig die Unruhe von Razis Augen, welche über die versammelte Menge schweift zeigt ein wenig Unsicherheit. Hoffentlich ist Ofrah nicht hier und sieht mich so kurz vor dem Ziel. Nein Ziel ist falsch. Vor dem Anfang. Vor dem Anfang unserer grossartigen Zukunft. Um das Herzflattern zu verbannen umklammert Razi den Griff des Rapiers, das er stolz zur Schau trägt.

„He schau, der Pumpenlutscher dort ist doch Kazmuk“ Razi deutet auf eine Gruppe von drei jungen Zwergen, welche neidisch die Spieler begaffen, die sich den Eintritt zum grossen Turnier leisten können. Zuri steuert die Bande auf die Zwerge zu und die Gruppe drängt sich ihnen vorbei. Hämisch ruft Razi „Nett wie ihr unseren Einzug zum Sieg  mitverfolgt. Wenn ihr brav draussen wartet, bis wir gewonnen haben, lassen wir vielleicht ein paar Matrosen zu euch springen. Vielleicht zeigen wir euch auch einen Fürsten, von dessen Anschein ihr dann euren Enkeln erzählen könnt.“ Lachend drängt sich die Bande weiter auf den Eingang zu.

Ein paar Meter vor dem Eingang bleiben die anderen Bandenmitglieder stehen und lassen die beiden Grossmäuler alleine die letzten Schritte zur Halle gehen. Als Razi und Zuri jeweils ihre Glyphen für den Eintritt aus ihrer Tasche nehmen und stolz den Wachen vor der halle zu präsentieren, beginnen die zurückgelassenen Taugenichtse ihrer Bande ihnen Jubelrufe hinterherzuschicken.

Shirin

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Kapitel 1 - Betrüg den Teufel und stiehl sein Gold!
« Antwort #2 am: 01.03.2009, 11:53:49 »
Immer wieder wiegt die Priesterin ihren Körper unbewusst zum Takt der teils sehr fremdländischen Musik. Immer in der Nähe von Saul beobachtet sie staunend die unterschiedlichsten Menschen die sich dem regen Casinotreiben hingeben.

Die Priesterin vernimmt das laute Fluchen und die Freundensausstöße, das Klimpern und Klackern von echten Münzen und Spielchips. Viele der gebotenen Spiele hatte die Priesterin noch nie gesehen und konnte nicht einmal erahnen wie die Regeln waren.

Das was sie jetzt braucht war ein kühler Drink, so würden es die Einheimischen hier wohl sagen. Der Blick der Priesterin wandert zu Bar und als sie dort einen einsamen wahrscheinlich auch fremdländischen Mann erblickt der teils gelangweilt in die Menge guckt entfernt sich Shirn von Saul und lehnt sich auf einen Barhocker in der Nähe des Fremden.

Sie betrachtet den Mann, ehe dieser Ihren Blick erwidert. "Kein Glücksspielfreund?" fragt sie um ein Gespräch zu beginnen und schaut schüchtern auf dem Boden.
"Let the healing light of the sun burn out the darkness within you",
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Eando Kline

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Kapitel 1 - Betrüg den Teufel und stiehl sein Gold!
« Antwort #3 am: 05.03.2009, 13:51:51 »
Noch am Nachmittag
Sauls Augen beginnen ob des Einblicks, den ihm die Calistria-Priesterin gewährt, zu glänzen, was von diser auch durchaus wahrgenommen wird. Aber natürlich verkneift der Besitzer des Goldenen Goblins jegliche Anzüglichkeiten und bietet stattdessen Mihalyi galant seinen gesunden Arm an, während Shirin, die den Anblick immerhin schon etwas länger gewohnt ist, mit dem anderen Arm vorlieb nehmen muss.

"Ich bin euch wirklich zu Dank verpflichtet. Seid mein Gast für den heutigen Abend, das ist schließlich das mindeste, womit ich euere Hilfe vergelten kann. Habt Ihr vielleicht Lust, heute abend am Turnier teilzunehmen? Sagt es nur, ich würde Euch natürlich jederzeit einen Freiplatz anbieten."

Saul führt die beiden Damen an einen Tisch im großen Saal.

"Setzt euch, ich werde sofort veranlassen, dass Euch ein kühler Trunk gebracht wird. Leider muss ich noch einiges für den heutigen Abend organisieren, verzeiht also, wenn ich Euch für den Augenblick verlassen muss. Ich hoffe, wir sehen uns heute abend?!"

Und zu Shirin gewandt.

"Auch Du solltest Dir noch einen Augenblick Ruhe gönnen. Heute abend wird es hier bestimmt sehr hektisch zugehen und wir werden alle nicht viel Schlaf finden, also entspann dich noch etwas. Ich lasse dich dann zur Eröffnungsrede rufen."

Und mit einem beiden Frauen umfassenden breiten Grinsen ist der kleine Mann auch schon wieder verschwunden, was Mihalyi die Gelegenheit gibt, sich das Innere des Goblins anzuschauen

Was als allererstes ins Auge sticht ist der tiefrote Teppich, der über die ganze Halle hinweg berlegt wurde und alleine schon ein kleines Vermögen gekostet haben muss. Die Wände werden von Bahnen aus reiner Seide abgedeckt, und das von draußen hereinfallende Licht wird durch breite Seidenstreifen abgedämpft, die quer über die Fenster gehängt wurden Auch die Decke ist komplett mit kunstvoll drapierten Beigevorhängen abgedeckt, was der Halle einen zwar ziemlich protzigen und etwas verruchten, aber dennoch anheimligen Charme verleiht.

Um die beiden Frauen herum ist natürlich noch eine Menge Treiben. Überall werden Spieltische aufgestellt, um die herum Stühle positioniert werden. Und in der Mitte der großen Halle sind ein paar Arbeiter damit beschäftigt, ein kleines Podium aufzubauen, von dem zwei Stufen zum Boden hinabführen. Über diesem Podium hängt von der Decke herab ein Kasten, von der Form her eine Art Vogelkäfig, was aber nicht genau zu erkennen ist, weil auch dieser komplett mit Tüchern verhangen ist.

Am Abend, schon in der Halle

Der von Shirin angesprochene Mann dreht sich zu ihr herum und schaut sie fragend an. Nun, da sie näher herangekommen ist, erkennt Shirin, dass es sich bei dem Mann um einen Elfen aus dem Süden handelt, der seine spitzen Ohren unter seinem Umhang verbirgt, so dass nur noch sein schneeweißes, halblanges Haar an den Rändern hervorquillt.

"Das kann ich Euch noch nicht genau beantworten. In meiner Heimat kennen wir diese Sitten nicht, und ich möchte mir das erst anschauen, bevor ich urteile."

Der Fremde lächelt kurz, aber nicht unfreundlich.

"Fragt mich in ein paar Stunden wieder. Dann kann ich Euch vielleicht mehr sagen. Obwohl ihr nicht viel Zeit haben werdet? Vielleicht habt Ihr ja irgendwann später eine kleine Pause? Jetzt scheints ja eher nicht der Fall zu sein."

Bevor Shirin die Bedeutung des letzten Satzes voll erfasst hat, tippt ihr jemand von hinten auf die Schulter. Es ist Larur Feldin, der Geschäftsführer Saul Vankaskerkins.

"Saul schickt mich." Der Zwerg schaut Shirin mit seiner immer etwas missbilligend wirkenden Miene an. "Die Eröffnungsrede soll gleich beginnen und er bittet dich, zu ihm zu kommen. Er wartet oben an der Treppe zum Obergeschoss."

Eando Kline

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Kapitel 1 - Betrüg den Teufel und stiehl sein Gold!
« Antwort #4 am: 05.03.2009, 23:11:27 »
Das wütende Fäusteschütteln von Kazmuk und seinen Kumpanen verrät Razi, dass seine Sticheleien gehört worden sind. Er weiß, dass Kazmuk auf Rache sinnen wird, aber hier und heute verhindern die beiden breitschultrigen, wie die Leibgarde eines hohen Herren aus Katapesh gekleideten Torwächter mit ihren riesigen Krummschwertern, die sie lässig durch ihre breiten Schärpen gesteckt haben, dass irgendjemand hier draußen auf dumme Gedanken kommt.

Viel interessanter als die Wächter findet Razi allerdings die beiden Empfangsdamen, die an dem Tisch im Eingang sitzen und mit ihrer aufreizenden Kleidung, den falschen Fledermausflügeln, den Teufelshörnern und dem Schwanz der sich um ihre nackten Beine ringelt die Rolle verführerischer Succubi nahezu perfekt spielen.

Razi und Zuri treten unter dem überlebensgroßen Goldenen Goblin, der von der Eingangstreppe aus den Vorplatz überblickt, hindurch und an den Tisch heran, wo sie mit einem zweifachen verheißungsvollen Lächeln begrüßt werden.

"Willkommen m Goldenen Goblin." spricht eine der beiden Schönheiten die zwei Freunde an. " Wenn Ihr bereit seid, euer Gold und eure Seele für die Chance aufs Spiel zu setzen, den Teufel zu betrügen und sein Gold zu stehlen, dann tragt bitte Euren Namen in dieses Dokument ein und übergebt unserem höllischen Herren eine Glyphe als Pfand."

Mit diesen Worten legt sie beiden das besagte Dokument zur Unterschrift vor.


Razi

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Kapitel 1 - Betrüg den Teufel und stiehl sein Gold!
« Antwort #5 am: 07.03.2009, 20:22:32 »
Bei Nethys beiden Gesichtern! Teufel verlieren in der Form all ihr Schrecken. Bei dem Anblick der beiden Empfangssuccubi verschwindet der Trubel vor der Tür gleich aus Razi's Gedanken. Noch ein wenig verwirrt versucht er instinktiv einen guten Eindruck zu hinterlassen und unterschreibt das Dokument, bestrebt um eine mühelosen Eleganz, für die Ofrah es sich ebenfalls überlegen würde, ein Succubuskostüm anzuziehen, nur um die Aufmerksamkeit von Razi auf’s Lernen zu erhöhen.

Erst als sich sein grinsendes Gesicht von der Empfangsdame weg zum Dokument hinwendet, bemerkt Razi, was er eigentlich da unterschrieben hat. Schnell setzt er noch ein Kelish-Orisianisches Mischwort hinter seinen Namen mit der Bedeutung ‚Sieger im Goldenen Goblin’ Nur zur Sicherheit. Falls ich Gewinne, habe ich ja sowieso meine Seele und im Fall dass ich verliere, ist es ja nicht mein Name, da dann der Zusatz falsch ist.

Razi’s Grinsen wird breiter, als er das unterschriebene Dokument zusammen mit einer Glyphe zurückgibt. „Wenn ich verliere, wirst vermutlich du dich im Nessus um mich kümmern, aber sei unbesorgt, auch im wahrscheinlichen Fall meines Siegs werde ich dir Gelegenheit geben mich mal zu treffen“. Plötzlich vom Mut verlassen traut sich Razi nicht eine Antwort abzuwarten und eilt in die Spielhalle um dort sein Glück zu versuchen, wo er sich sicherer fühlt.

Elon

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Kapitel 1 - Betrüg den Teufel und stiehl sein Gold!
« Antwort #6 am: 07.03.2009, 21:04:32 »
Der große Auflauf vor dem Goldenen Goblin behagt Elon gar nicht. Mühsam bahnt er sich den Weg durch die Masse, den jungen Hedan, dem vor lauter Schauen fast die Augen ausfallen, im Schlepptau.
Mit argwöhnischen Blicken schaut der Halb-Elf sich um und sucht die Gegend nach dem Halb-Ork ab, den er zuvor getroffen hatte. Ohne Erfolg wendet er sich Richtung Eingang und geht mit einem freundlichen Lächeln an den zwei Schränken, die die Tür bewachten, vorbei.

Ob ich hier wirklich mehr über den Schatten herausfinden werde, ist wohl sehr zweifelhaft, denkt er sich, als er im Empfangszimmer die verkleideten Succubi sieht. Einmal mehr wurde ihm bewusst, dass er nun erwachsen ist, als er merkt, wie Hedan die Frauen mit seinen Blicken fast zu fressen droht, während er nur das Kostüm peinlich fand. Freundlich gibt er ihm einen Stoß in die Seite, bevor er den Wisch entgegen nimmt und ihn aufmerksam durchliest.

Der Absteige nach, hat der Betreiber wohl wirklich einen Pakt mit dem Teufel unterschrieben, denkt sich Elon, während er mit "Lendo Bogenmacher" das Papier signiert und das Startgeld für sich und Hedan zahlt. Als der Junge ihn überrascht anschaut, zwinkert Elon ihm nur zu.
Na dann mal los, seufzt er innerlich und betritt das Lokal.

Mihalyi

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Kapitel 1 - Betrüg den Teufel und stiehl sein Gold!
« Antwort #7 am: 08.03.2009, 19:22:09 »
Neben den Worten, die Mihalyi etwas mit Shirin gewechselt hat, und einem Gespräch mit Saul, geht Mihalyi sich etwas frisch machen, bevor das Turnier letztlich am Abend beginnt. Nicht, dass sie sich nicht ordentlich schon hergerichtet hätte, aber das ganze sollte eben dem Zeitvertreib dienen. Auch nutzt sie die Zeit im Inneren des Goldenen Goblins, um etwas zu ihrer Herrin Calistria zu beten. Im Kopf geht Mihalyi danach auch die Personen durch, die heute Abend möglicherweise anwesend sein werden. Vielleicht sind ja ganz exotische neue Gesichter dabei, die man beim Turnier antreffen würde.

Als Mihalyi in die Halle zurückgeht, schaut sie sich aus Neugierde dort etwas um, wer ihr als völlig neues Gesicht in Rätselhafen ins Auge sticht. Auch Mihalyi sich den Inhalt des Vogelkäfigs näher an, falls er schon zu erkennen ist und nicht mehr so viele Tücher an ihm hängen.

Shirin

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Kapitel 1 - Betrüg den Teufel und stiehl sein Gold!
« Antwort #8 am: 14.03.2009, 18:31:01 »
Shirim dreht sich zu dem Geschäftsführer um und strahlt mit ihrem süßen Lächeln bis über beide Ohren. "Oh, Hallo" bringt sie überrascht hervor.

Schnell wirft sie dem Elf noch einen Blick über die Schulter zu und schenkt auch dem Fremden ein strahlendes Lächeln. "Gerne" antwortet sie ehrlich "Viel Spass und Glück im Spiel, hoffentlich bis später."

Dann tänzelt sie hinter dem mürrischen Zwerg her und meint gut gelaunt "Dann will ich die Einladung nicht ausschlagen. Wollen wir den Meister nicht warten lassen. Kommt, lasst uns gehen." Obwohl ihr das Kostüm immer noch nicht behagt, strahlt Shirin nach außen pure Lebenslust aus, gar als hätte sie Unmengen der goldenen Münzen im Spiel gewonnen. Als die Priesterin ihre die in gelb gekleidete neue Bekanntschaft erblickt grüßt sie sie mit einem lauten kindischen "Hallo" durch die Halle und winkt zu der Frau rüber, folgt aber weiter dem Zwerg zu Saul.
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Rendal d'Tharashk

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Kapitel 1 - Betrüg den Teufel und stiehl sein Gold!
« Antwort #9 am: 16.03.2009, 07:44:57 »
Der grosse Menschenauflauf behagte Rendal gar nicht, so einen Andrang gibt es in der Wildnis niemals. Aber hier im Golden Goblin ist es klar, was die Menschen alle zusammenbrachte, es ist die Gier nach Reichtum. Rendal kann es in den Augen der Anwesenden sehen und alles von arm bis reich ist vertreten.

Als er den Vertag duchliesst denkt Rendal sich nur: Wo hat mich dieser Halb-Elf nur hingeführt? Die Städter sind doch wirklich verrückt. Argid würde auf so einen Vertrag spucken!
Seuzend setzt er seine Unterschrift und bezahlt das Geld.

Obwohl er ein Großteil der Menge überagt, fällt es doch schwer Elon in dieser Masse auszumachen. Und hier soll ich Spuren über den Schatten finden, wie kommt Elon darauf, will er hier alle aushorchen?

Mühsam bahnt sich Rendal den Weg durch die Gäste, um Den Halb-Elf zu finden.

Eando Kline

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Kapitel 1 - Betrüg den Teufel und stiehl sein Gold!
« Antwort #10 am: 20.03.2009, 20:19:14 »
"Ah, da bist Du ja." begrüßt Saul die Sarenrae-Priesterin. "Ich hab euch bisher ja noch nicht allzuviel verraten, als hört zu. Das ganze wird so ablaufen ..."


...


Nach einiger Suche hat Rendal den Halbelfen auch endlich gefunden. Gemeinsam sitzt man am Tisch und wartet darauf, dass das Turnier beginnen möge.

...

Langsam wird es draußen dunkel, und drinnen beginnen die Gäste schon nach Kerzen oder anderen Leuchten zu fragen. Als plötzlich die Vorhänge zufallen und es für einen Moment stockfinster ist. Dann beginnt es von der Tür, die in die Küche führt, her zu scheinen. Mehrere als Palastdiener verkleidete Angestellte treten langsam heraus und durch den Saal , hin zu dem Podest. Sie tragen brennende Fackeln, die wie Heugabeln geformt sind, auf denen Menschenköpfe aufgespießt sind. Hinter diesen tragen zwei kräftige Männer, deren nackte Oberkörper mit Öl eingeschmiert ist und die in den als Gürtel dienenden Schärpen gefährlich aussehende Krummschwerter befestigt haben, eine große, mit Ketten verschlossene Kiste zum  Podest und platzieren es oben auf der kleinen Plattform.

Als letzter folgt Saul Vancaskerkin, der Veranstalter des Turniers in Begleitung zweier wunderschöner, als Succubi verkleidete Frauen (Mihalyi erkennt die eine davon als Shirin). Er steigt mit seinen Begleiterinnen ebenfalls auf das Podest und nimmt vor der Kiste Aufstellung. Mit einer weit ausholenden Bewegung verbeugt er sich und wartet, bis das Gemurmel, dass sich bei diesem Schauspiel erhoben hat, wieder verstummt ist. Dann räuspert er sich und beginnt zu reden.

"Ich heiße euch alle im Goldenen Goblin, dieser schönen Spielhalle, willkommen. Heute abend werdet ihr alle die Gelegenheit dazu erhalten, den Teufel zu betrügen und nicht nur eure Seele zurückzugewinnen, sondern auch noch sein ganzes Gold zu stehlen."

Bei den letzten Worten tätschelt Saul liebevoll die Kiste, vor der sich in Positur geworfen hat.

"Ich hoffe, der Empfang durch seine liebreizenden Verführerinnen hat euch einigermaßen gefallen."

Das Gelächter der Gäste (und einige Pfiffe) ist ihm offensichtlich Antwort genug. Jedenfalls grinst der Spielhallenbesitzer selbstzufrieden.

"Wir sollten diesen Moment dazu nutzen, und dem Alten Kratzer dafür danken, dass er zu diesem Ereignis höchstpersönlich erschienen ist. Nicht nur, dass uns diese lieblichen finsteren Engel geschenkt hat, er hat sogar die tiefsten Kammern der Hölle geleert, um uns das Preisgeld für dieses Turnier zur Verfügung zu stellen."

Mit diesen Worten greift er nach oben und zieht mit kräftigem Schwung die Tücher herunter, die bisher den Käfig und seinen Inhalt verdeckten. Darinnen sitzt eine  Kreatur, ein kleiner geflügelter Teufel mit langen, geschwungenen Hörnern und großen, im Moment am Körper zusammengefalteten Fledermausflügeln, die prompt zu toben beginnt und sich so heftig gegen die Käfiggitter wirft, dass man fast Angst haben muss, sie würden jeden Moment der Gewalt des Monsters nachgeben. Die Sprache der Hölle hallt durch den Saal und für einen Moment herrscht schockiertes Schweigen, dass aber alsbald in donnernden Applaus übergeht, als das Ding seine Raserei einstellt und sich die Aufmerksamkeit wieder auf den breit grinsenden Saul richtet.

"Natürlich hat er vor, seine monetären Verluste mit den Seelen derjenigen auszugleichen, denen heute im Spiel nur wenig Glück beschieden sein wird. Die Turnierregeln sind allerdings ziemlich einfach. In den Spielen könnt ihr Chips gewinnen, mit denen ihr euch den Weg aus der Hölle, in der ihr euch gerade befindet, freikaufen könnt. Auf diese Weise könnt ihr euch euren Weg immer tiefer bahnen, bis ihr schließlich den Schatz des Alten Kratzers erreicht habt. Zu Beginn, seid ihr alle in Avernus gefangen, der ersten der Neun Höllen. Um den neunten Kreis der Hölle zu erreichen, müsst ihr also Spiele gewinnen. Jedesmal, wenn ihr ein Spiel gewinnt, erhaltet ihr ein Goldauge. Als zweiter gewinnt ihr einen Silberzahn und als dritter ein Kupferherz. Diese mit Metall veredelten Fleisch- und Knochenstücke sind die Währung der Hölle und nur damit könnt ihr euch freikaufen, um euren Weg nach Nessus fortzusetzen. Der erste Spieler, der in Nessus ein Spiel gewinnt, darf nicht nur die in diesem Spiel erzielten Gewinne behalten; er gewinnt auch noch seine Seele zurück UND er darf die zehntausend Silbermünzen behalten, die der Alte Kratzer für dieses Turnier bereitstellte. Natürlich könnt Ihr eure Gewinne auch schon früher auszahlen lassen. Aber wenn ihr das tut, oder wenn ihr keine Einsätze mehr machen könnt... Naja, das bedeutet, dass ihr dem Alten Kratzer verfallen seid."

Vancaskerkin setzt ein teuflisches Grinsen auf. Wieder beginnt der im Käfig gefangene Imp zu toben und zu schimpfen.

"Und das bedeutet, dass ihr das Mal des Teufels sowie eine Eskorte aus der Spielhalle hinaus erhaltet, bis das Turnier vorüber ist."

Eine kleine, genau bemessene Kunstpause, bis das Gemurmel unter den Gästen etwas verebbt ist.

"Oh, ihr wollt wissen, was das Mal des Teufels ist? Wie soll ich es sagen, dass ist etwas viel zu schreckliches, als dass man überhaupt darüber nachdenken sollte. Es ist: der völlige Verlust eurer Seele. Aber ich denke, ich kann euch zumindest zeigen, was es ist. Die Götter wissen, dass ich das Mal des Teufels mehr als verdiene. Tatsächlich macht ihr am besten zwei daraus, Mädels!"

Auf diese Worte hin lehnen sich die beiden Succubi, die ihn begleiten zu ihm herüber und setzen ihm jede mit ihren rubinroten Lippen einen Kuss auf die Wange. Als sie wieder zurückweichen, sind zwei deutlich sichtbare Kussabdrücke in Sauls Gesicht zurückgeblieben. Saul strahlt über das ganze Gesicht.

"DAS ist das Mal des Teufels, meine lieben Gäste!" ruft er durch den Saal, was diesen in laute Begeisterungsrufe, Pfiffe und Gejohle ausbrechen lässt.

"Und jetzt seid Ihr an der Reihe. Lasst uns den Teufel betrügen und sein Gold stehlen!"

Woraufhin der alte Kratzer oben in seinem Käfig erneut in Schimpftiraden ausbricht, und das Turnier seinen Anfang nimmt.
« Letzte Änderung: 27.09.2009, 11:26:46 von Eando Kline »

Shirin

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« Antwort #11 am: 22.03.2009, 14:08:22 »
Ehrfürchtig bestaunt die Priesterin Sarenraes die Gesellschaft im Goldenen Goblin. Eine solche Menschtraube hatte sie nicht einmal auf den Straßen oder dem Markt von Rätselhafen erblickt.

Stück für Stück suchen Shirins Augen die Spieltische mit den unterschiedlichen Glücksspielen ab, doch die Priesterin verspürt keinen Drang ihr eh schon begrenztes Budget leichtfertig auf Messers Schneide zu stellen. Statt dessen brennen ihre Beine. Erfüllt von der feurigen Leidenschaft des Tanzes schielt sie immer wieder zu der Bühne herüber, an der sich die Musiker langsam einfinden.

Als Saul ihre Unruhe bemerkt ruft sie ihm gar des lauten Geräuschpegels zu: "Ich werde mich nun mal auf eine mir vertraute Weise nützlich machen. Nur ein oder zwei Lieder, dann bin ich wieder bei Euch." Sie nickt Saul kindisch erfreut zu und sucht sich ihren Weg durch die Menge. Immer wieder muss sie den Männern ausweichen, die sich ihr gaffend in den Weg stellen. Als Shirin endlich die Bühne erreicht lässt sie sich von einem der Musiker auf die Bühne helfen und hält nur einen kurzen Plausch mit den Männern an den Instrumenten. Schnell ist geklärt welche Stücke gespielt werden und in welcher Geschwindigkeit die Priesterin ihren Tanz aufführt.

Dann beginnt die Musik und für Shirin die Show. Erst langsam, sie hebt ihre Arme und wiegt ihren Körper zum Takt der Klänge. Langsam kreisen ihre zarten Hüften und ihre Füße tun nur kleine Schritte, doch je schneller die Takte folgen, desto exzessiver bewegt die Priesterin ihren schlanlen Körper, in dem für die Variser durchaus exotischen Tanz.
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Razi

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« Antwort #12 am: 24.03.2009, 22:14:08 »
Endlich ist Razi im Goldenen Goblin drin. Den Teufel hab ich schon um meine Seele betrogen, jetzt schnapp ich mir sein Gold.
Sein Blick wandert durch den Raum und er beschliesst sich in die Traube um den Ghoulettetisch hineinzudrängen. Geschickt schlängelt er sich durch die umstehende Meute, muss dabei jedoch mit seinen Händen fest seine Spielmünzen umklammert um nicht aus versehen noch einem der Umstehenden in die Tasche zu greifen und rausgeworfen zu werden.
Aussehen, Abstammung, Benehmen... liest Razi in Gedanken die Felder der Drehscheibe ..Mut, genau das brauch ich zum Gewinnen. Er setzt gleich sein gesamtes Vermögen auf das Feld Mut, traut sich aber nicht wirklich hinzuschauen. Ich kann ja gar nicht Verlieren zuversichtlich Blickt er auf die Drehscheibe oder doch? Verstohlen wandern seine Augen auf die Umstehenden und deren Chips falls das Schicksal ein Versehen macht und Ihn nicht gewinnen lässt, so dass er dieses Missgeschick höherer Mächte ausbügelt. So richtig konzentrieren kann er sich nicht, da die Drehscheibe und der Ausgang des Spiels seine gesamte Aufmerksamkeit wieder auf sich ziehen.

Mihalyi

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« Antwort #13 am: 30.03.2009, 01:07:43 »
Insgesamt war Mihalyi froh, als sich Saul überzeugen ließ, das 'faire Spiel' von ihr an den Tischen, auch anders mit ihm klären zu können, als solch einen konkreten Wortlaut wie in dem 'Vertrag' zu unterschreiben.

Mihalyi hatte Shirin zuvor mit einem bloßen Kopfnicken zurückgegrüßt, als Mihalyi dann sogleich dort steht und sich über Shirin Gedanken macht. "Sie hat offensichtlich ein sehr kindlich-fröhliches Gemüt. Aber so etwas muss wahrhaft nichts Schlechtes! Hoffentlich kommt sie nie in eine missliche Lage mit den Männern. Man kann nur hoffen, dass diese junge Frau sich entsprechend zu wehren wüsste, wenn jemand mit ihr etwas 'anstellen' wollen würde.

Ich bin ja eigentlich der Meinung, dass man kann sich nur dann unter Männern entsprechend präsentieren sollte, wenn man sich entsprechend selbst verteidigen könnte; durch was auch immer."


Bei der Eröffnungsrede macht sich Mihalyi weitere Gedanken bezüglich Shirin. "Was sich Shirin da so alles zutraut. Hätte ich von so einem Sarenrae-Mädel gar nicht gedacht, dass sie bei so einem Schauspiel mitmacht. Ihr schien ja schon das Anziehen eines Succubi-Kostüm offensichtlich zu missfallen. Und dann auch noch solch eine Bühnen-Show dort vorne. Das Mädel beeindruckt mich wirklich immer mehr.", Mihalyi setzt leichtes Lächeln auf, als sie das Darbietung von Shirin so ansieht. Allgemein gefallen Mihalyi auch die Succubi-Kleider sehr und die Freizügigkeit, die sie den Damen verleihen.

Es würde Mihalyi auch brennend interessieren, was der Imp da gerade genau von sich gibt. Aber Mihalyi versteht kein Wort von seinem infernalischen Geschwätz. Bleibt wohl nur zu hoffen, dass sich Saul mit der Anschaffung dieses Imps nicht in Asmodeus' Küche gebracht hat.

Man musste schon sagen, dass Saul sich einige nette Dinge hat einfallen lassen auf der Bühne und seine zwei Assistentinnen auf der Bühne rein von Äußerlichkeiten her zum Beispiel ein recht gutes Bild abgaben. Aber so ein 'Teufels- und Höllengerede'- wenn auch nur so zum Spaß- war für eine Calistria-Priesterin einfach nichts. Vielfach wurde in ihrer Kirche schon davon in so manchen Schriften und Reden eben ausgesagt, dass zwischen Calistria und Asmodeus nicht gut Kirschenessen sei; was eigentlich noch recht beschönigend ausgedrückt ist. Darum würde es die Göttin wohl auch nicht gerne sehen, wenn man auch nur zum Spaß irgendeinen nicht ernsthaft gemeinten 'Höllen-Vertrag' unterzeichnen würde. Schon das wäre halt schlicht und ergreifend zu viel für Mihalyi gewesen und sie will ja ihre Göttin nicht verärgern durch irgendeine leichtfertige Tat. Ihre Gottheit konnte ja durchaus einmal auch recht streng sein in solch einer Angelegenheit, dachte sich Mihalyi zumindest.

Der Tanz Shirins danach gefiel Mihalyi dagegen sehr in seiner ganzen Art. Er war auch so etwas wie eine Inspiration für sie. Sie ließ selbst etwas weiter hinten ihre Hüften kreisen und brachte ihre Rundungen entsprechend zur Geltung. Mihalyi machte dies alles freilich nur zum Spaß und zum kurzweiligen Zeitvertreib. Aber wer weiß, wie das trotzdem bei einigen außenstehenden, die etwas in den hinteren Reihen in ihrer Nähe saßen ankam. Und es war ein verlgleichsweise kurzes Tänzchen, dass sie da spontan darbot.

Dann allerdings wollte Mihalyi mal einem der angebotenen Spielchen nachgehen und spielte ein bißchen Grenzstein und schaute dabei, ob Ihr das Glück hold war. Dieser kleine Nervenkitzel könnte wohl durchaus recht spannend für sie werden mit der Zeit. So hoffte es Mihalyi jedenfalls.

Rendal d'Tharashk

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« Antwort #14 am: 03.04.2009, 00:12:42 »
Immer noch ein wenig schockiert über den ganzen Aufzug hier im Goldenen Goblin, nähert sich Rendal dem Tisch des Halb-Elfen, dabei versuchend so wenig wie möglich diese Succubi Damen anzustarren. Das Ganze erscheint ihm als eine Farce und doch ist es so symbolisch, für die Chance auf Reichtum seine Seele an den Teufel zu verkaufen, das passt so haargenau auf die Städter.
Etwas schüchtern ob der Gesellschaft von Elon schaut Rendal den Halb-Elfen an.

Sich verneigend sagt Rendal "Ich grüße dich Elon, du bist in Begleitung hier?" den jungen Mann neben Elon musternd.

Ob der Junge bescheid weiss, warum ich hier bin.

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