Autor Thema: Am Anfag war ein Traum  (Gelesen 1278 mal)

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der Geissler

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Am Anfag war ein Traum
« am: 09.04.2009, 22:54:07 »
Langsahm und ohne Schuhwerk, mit dem Blick auf dem Boden schreitest du Schritt für Schritt auf der engen, sich windenen Wendeltreppe aus weissem Mamor immer höher den großen Turm empor.
Du folgst einem schimmerndem weissem Licht, welches sich warm anzufühlen scheint. Die steile Wendeltreppe immer höher erklimmend, in diesem scheinbar unendlich hohen Turm versuchst du immer wieder, dem Lichtschatten, welcher sich immer hinter der Säule hält, sein wahres Ich zu entlocken. Der Wind um dich herum wird stärker, ja fast schon eisig schlagen dir immer heftigere Böen um deinen Körper: Wo bist du? Wer bist du? und, warum läufst du immer nur vorwärts? Du kannst nicht anders, getrieben und gelockt, in den immer kälter werdenen Wind hinein verfolgst du das Licht, welches immer greller, jedoch immer kälter zu werden scheint.
Dann wagst du ihn, mit aller macht stemmst du dich gegen die lähmende Scheinbarkeit und schaust auf und nicht mehr zu Boden. Das Licht ist weg, doch die Kälte bleibt.

Du bemerkst wie die Stufen sich allmählich zu verdunkeln beginnen, immer schwärzer werden sie, gar so schwarz das auch die Vorstellung vom Lichte, zu einer lächerlichen Gaukelei verkommt. Du fällst, immer tiefer, denn es sind keine Stufen mehr vorhanden auf die du schauen kannst, immer tiefer fällst du hinein, in eine unendlich tiefe Schwärze...das hast du gesehen.

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