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Autor Thema: Lazard - Willkommen im Dreck  (Gelesen 6615 mal)

Beschreibung: Einstieg für den Schwertmagier auf der Suche nach Rache

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Lazard

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Lazard - Willkommen im Dreck
« Antwort #15 am: 26.08.2009, 18:24:25 »
“Hier sind die Ratten fast dicker als die Bettler. Kaum zu glauben wie jemand hier überhaupt leben kann. In diesem Dreck.“
Denkt er sich nur und passt auf keinem dieser Schwärme zu nahe zu kommen, während langsam, nach einigem suchen, die Kaschemme in sein Sichtfeld kommt. Einen Moment zögert der Halb-Elf allerdings doch noch.
“Vielleicht sollte ich doch zum Amboss gehen? Anderseits hier muss ich wahrscheinlich nur mit einem Messer rechnen. Wer weiß, welche honigsüßen Hinterhälte mich im anderen Lokal erwarten. Also schnell rein, keine Aufmerksamkeit und Niemand reizen. Schauen wir mal und vielleicht weiß hier jemand eher wo diese eine besondere Ratte ist.“
Ein letztes Mal atmet er die faulige Luft ein ehe er mit gelassenem Gesicht die Tür des Entermessers aufstößt, um einen Weg zu einem freien Tisch oder der Bar zu finden.
Das Leben hat viel zu geben...und noch mehr zu nehmen.

Idunivor

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Lazard - Willkommen im Dreck
« Antwort #16 am: 26.08.2009, 19:43:11 »
Das innere des Entermessers unterscheidet sich vom Eindruck her nur wenig von seinem äußeren. Der ganze Raum ist vollgestopft mit trinkenden Männern und Frauen, die nicht so aussehen als wären sie sonderlich zimperlich. So besteht keine Zweifel, dass der Ork, der gerade einen Tiefling hoch über seinen Kopf hebt, die Absicht hat ihn durch das geöffnete Fenster nach draußen zu bevördern.
Die Tische sind zu großen Teilen besetzt und aber mit etwas Geduld ließe sich wohl ein Platz finden, so schnell entstehen Streitigkeiten die nicht selten in einem Gerangel enden.
Der Wirt, ein dürrer Mann, kümmert sich wenig darum, was an den vier hünenhaften Halborks liegen mag, die ihn und den Tresen bewachen. Diese Wächter scheinen sich aber nicht in die Schlägereien einmischen zu wollen, doch höchstwahrscheinlich würden sie einschreiten, wenn es allzu gefährlich werden würde.
Gewandt schlängeln sich mehrere Schankmaiden zwischen den Gesten hindurch und obwohl sie nicht immer vermeiden können begrabscht zu werden, hat es nicht den Anschein als hätten sie irgendwelche Probleme mit den Gästen.

Lazard

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Lazard - Willkommen im Dreck
« Antwort #17 am: 26.08.2009, 21:33:06 »
Lazard schüttelt den Kopf bei dem Anblick, allerdings bewahrt er eine ruhige Miene.
"Wahrlich großartig. Wenigstens sorgt einer für Ordnung. Sieht aus als sollte ich es mir nicht mit dem Wirt verscherzen. Wer weiß was sonst passiert. Hauptsache sie bleiben mit sich selbst beschäftigt."
Ohne irgendjemand anzublicken, versucht sich der Halb-Elf einen Weg zur Bar zu bahnen, denn sein Ziel war der Wirt. Dabei schenkt er den Bedienungen ebenso wenig Beachtung wie den anderen Gästen. Stoisch bahnt er sich einfach den Weg.
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Idunivor

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Lazard - Willkommen im Dreck
« Antwort #18 am: 27.08.2009, 11:36:10 »
Die anderen Gäste weichen nicht gerade vor Lazard zurück, aber es gelingt ihm schließlich zum Tresen zu gelangen gegen den gerade der Kopf eines unglücklichen Kobolds gedonnert wird, der es sich wohl mit zwei Orks verscherzt hat. Den Wirt und seine Wächter kümmert das allerdings eher wenig, der Mensch blickt Lazard erwartungsvoll an, sobald dieser den Tresen erreicht hat, während die Halborks stur die Umgebung mustern.

Lazard

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Lazard - Willkommen im Dreck
« Antwort #19 am: 27.08.2009, 16:36:28 »
Lazard sieht einen Moment dem Kobold hinterher ehe er seine Aufmerksamkeit nur den Wirt widmet. Einen Moment zögert er, als wenn es keine gute Idee wäre. Aber dann fragt er einfach frei heraus.
“Ich brauche etwas zu trinken, Informationen und eine Unterkunft. Was davon könnt ihr gegen eine entsprechende Gegenleistung anbieten? Die Information dreht sich um eine Person ehe ihr fragt.“
Danach schaut er den Wirt an ohne eine Spur von Interesse zu zeigen, seine Gefühle hält er stark im Zaum trotz dieses widerlichen Anblicks überall.
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Idunivor

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Lazard - Willkommen im Dreck
« Antwort #20 am: 27.08.2009, 19:48:24 »
Der Wirt lächelt verschlagen, als er die Fragen des Halbelfen vernimmt: "Nun, diese Dinge könnt ihr hier alle erhalten, zum entsprechenden Preis versteht sich."
Keinem der beiden fällt die in der Tür stehende Halbelfe auf, deren Augen an Lazards Rücken zu kleben scheinen.

Lazard

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Lazard - Willkommen im Dreck
« Antwort #21 am: 27.08.2009, 19:57:56 »
Lazard zeigt kein Gefühl von Freude über diese Information. Lediglich ein leichtes Zucken seiner Stirn ist überhaupt ein Zeichen, dass er darauf reagiert.
“Gut…fangen wir mit dem wichtigsten an. Sagt euch der Name Kelden etwas?“
Der Halb-Elf schaut zu dem Wirt und holt eine Silbermünze hervor, um sie auf den Tresen zu legen. Dabei fügt er eher geistesabwesend hinzu.
“Was bietet ihr für Getränke an? Oder kann ich davon ausgehen, dass es nichts, außer das was ich bereits gerochen habe, gibt?“
Spielt er dabei auf das Bier an, welches sich stark mit der Luft vermischt hat.
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Willow

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Lazard - Willkommen im Dreck
« Antwort #22 am: 27.08.2009, 20:27:09 »
Willow muss husten, als sie die Kneipe betritt. Der Anblick, der sich ihr bietet - nachdem sich ihr gesundes Auge an das schummrige Licht gewöhnt hat - überrascht sie keineswegs, und die Halbelfe hat auch nicht vor, sich das Schauspiel lange anzuschauen. Zielstrebig hält sie auf die Theke zu... und erstarrt plötzlich, wie vom Donner gerührt.
Die junge Frau will ihrem Auge nicht trauen, doch tief im Herzen weiß sie, dass sie richtig gesehen hat. Gedanken rasen in ihrem Kopf, und ihr Puls schießt vor Aufregung in die Höhe.
"Ich glaub', mich tritt ein Pferd!," übertönt ihr erstaunter Ausruf beinahe den allgegenwärtigen Lärm. In rascher Abfolge donnern ihre Stiefel gegen die verdreckten Holzplanken, als die Sunitin wie im Traum ihren Weg zur Theke bahnt. "Lazard?!"
Unvermeidlich treffen sich die Blicke der beiden, und Willow glaubt, das Bewußtsein zu verlieren. Diese Augen... wie lange hat sie nicht mehr in sie geblickt? Und was sie gefühlt hat, als sie zum letzten Mal in sie geschaut hatte... Röte schießt der Halbelfe in die Wangen, und immer noch ungläubig hebt sie eine Hand, zieht den Hanschuh aus und berührt die Wange ihres Gegenübers.
Warm. Fest. Lebendig. Kein Gespenst.
"Du lebst! Sune sei gepriesen! Lazard!"
Unvermittelt fällt sie ihrem Stiefbruder um den Hals und vergräbt das Gesicht an seiner Schulter, bevor dieser überhaupt reagieren kann. Das Herz donnert in ihrer Brust, eine Welle aus Erleichterung, Überraschung, Wärme aber auch Furcht wirft all ihre Gedanken durcheinander.
"Du hast dich verändert," flüstert sie ihre Feststellung, immer noch an Lazard gedrückt.
Küssen? Ja, ich glaube, mein Schwert möchte Euch küssen. Mit Zunge!

Idunivor

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Lazard - Willkommen im Dreck
« Antwort #23 am: 28.08.2009, 11:25:32 »
Der Wirt scheint äußerst überrascht von dem sich ihm bietenden Schauspiel, hatte er doch gerade zu einer Antwort ansetzen wollen. Stattdessen lehnt er sich jetzt ein Stück zurück und überlässt die beiden Halbelfen sich selbst um sich um die restlichen Gäste zu kümmern.

Lazard

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Lazard - Willkommen im Dreck
« Antwort #24 am: 28.08.2009, 16:59:15 »
Lazard wartet gespannt auf die Antwort und rechnet im Kopf seine höchsten Kosten durch, als plötzlich ein Ruf hinter ihm erhallt. Irgendwie kommt ihm die Stimme vage bekannt vor und im ersten Moment will er sie schon ignorieren, aber dann hört der Halb-Elf die näherkommenden Schritte. Ruhig dreht er sich um und plötzlich sieht er das lange Haar, die Farbe und das eine gesunde Auge. Einen Moment erstarrt Lazard in Unsicherheit.
“Das...das kann nicht sein...dieser Teil existiert nicht mehr...sie kann nicht...nein...“
Rasen seine schmerzhaften Erinnerungen mit dem Echo seiner verdrängten Liebe durch seinen Kopf. Unsicher taumelt er und plötzlich steht die Frau direkt vor ihm. Lazard wehrt sich nicht gegen die Berührung und seine Haut erwärmt sich, wenn auch sein Gesichtsausdruck völlig nichtssagend bleibt.
“Sie...sie ist es wirklich...Willow...aber nein...diese Erinnerung sind mit Schmerz verbunden. Gefühle sind mit Schmerz verbunden...“
Doch trotz der Gedanken schleichen sich auch die schönen Erinnerungen in seinen Kopf, sein Herz und mit ihnen die Schmerzhaften.
Erst ihre Worte reißen ihn heraus und etwas baff flüstert er.
“Willow...bist du es wirklich...“
Unvermittelt wird Lazard umarmt und obwohl seine Haut noch wärmer wird, seine Wangen röter und sein Herz schneller schlägt, versteift sein Körper wie sein Gesicht sich unter der Nähe noch mehr.
Bei ihrer Feststellung atmet er einmal tief ein.
“Verändert? Ich kann mich kaum erinnern wie ich war...möchte mich nicht erinnern...“
Dennoch schmerzt Lazard das Herz und er flüstert nur.
“Du auch...aber wie? Wie konntest du überhaupt überleben? Ich dachte sie hätten dich auch noch geholt und nachdem du nicht...“
Plötzlich verstummt er und sein Augen wirken von Schrecken gezeichnet.
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Willow

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Lazard - Willkommen im Dreck
« Antwort #25 am: 28.08.2009, 19:49:11 »
Willow beginnt zu zittern, halb, weil die Gefühle mit ihr durchgehen, halb aus Furcht. Nur langsam löst sie sich von Lazard und sieht ihm lange in die Augen; dabei kann sie ihr Herz schlagen hören.
"Dasselbe musst du mir auch erzählen! Ich habe so viel Angst um dich gehabt! Du..."
Die Halbelfe unterbricht ihren Satz abrupt und wirbelt zur Theke herum. "Herr Wirt, schenkt uns bitte was ein!," bestellt sie zügig und lehnt sich an die Theke, von Lazard abgewandt, um auf die Getränke zu warten. Dabei verrät ihr Tippeln mit dem Fuß gegen den Tresen ihre Aufgewühltheit. Was ist mir dir nur passiert? Was haben sie mit dir gemacht?, macht sie sich quälende Gedanken.
Sobald zwei Krüge vor sie gestellt werden, händigt die Sunitin dem Wirt die geforderte Summe mit einem raschen "Dank' Euch aus, schnappt die Trinkgefässe mit einer Hand und fasst mit der anderen Lazard am Unterarm, um ihn mit an einen freien Tisch zu ziehen. Dort stellt sie die Krüge mit dem schalen Bier ab und setzt sich. Mit einer Hand deutet sie ihrem Stiefbruder, ebenso Platz zu nehmen. Dann schiebt sie ihrem Gegenüber einen Krug förmlich in die Hand, ergreift den ihren und stoßt mit ihm an, um dann einen tiefen Schluck zu nehmen - den hat sie gerade dringend nötig.
"Heiliger Höllenfürst, ich habe dich quer durch alle Talländer gesucht und ausgerechnet hier steckst du! Es war so schrecklich, als ich an dem Tag nach Hause kam...alle waren tot oder fort...von niemandem eine Spur. Aber Sune hat mich erhört," umfasst sie den kleinen Anhänger um ihren Hals mit einer Hand und nimmt wieder einen Schluck aus dem Krug. Der Rächerin ist es gerade völlig egal, wie fade das Bier schmeckt. "Eigentlich bin ich hierher gekommen, um nach Onkel Vigo zu suchen, ich dachte, er weiß vielleicht etwas, was aus dir geworden ist. Ja, wo bist du eigentlich die ganze Zeit gewesen? Ich habe dich kaum wiedererkannt. Ich..." Willows aufgeregter Redeschwall wird zu einem Raunen, "mache mir immer noch Sorgen. Irgendwas stimmt mit dir nicht, Lazard."
Die Halbelfe sieht dem Mann tief in die Augen, diese von Schmerz gezeichneten, kühlen Augen, die so anders sind als die, an die sie sich erinnert.
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Lazard

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Lazard - Willkommen im Dreck
« Antwort #26 am: 28.08.2009, 23:57:54 »
Lazard ist von der Hektik von Willow und dem plötzlichen Zusammentreffen immer noch etwas verwirrt und reagiert eher apathisch im ersten Moment. Auch ihre Aufforderung alles zu erzählen, stimmt ihn etwas nervöse und furchtvoll.
“Ich...ich will mich nicht daran erinnern...“
Denkt er, auch wenn sein Herz durchaus etwas anderes als sein auf Logik geschulter Verstand zu wollen scheint. Dennoch ist Lazard froh, als die Getränke kommen und er nicht sofort antworten muss. Ohne Widerstand lässt er sich zum Tusch ziehen und stößt an, aber kaum nimmt Willow den ersten Schluck, stellt Lazard das Getränk wieder ab. Der Halb-Elf weigert sich einfach etwas von dem Alkohol zu trinken und erwidert den Blick, wobei eine Spur Wut wegen Vigo in seine Augen tritt.
“Du bist wegen ihm hier? Oh er kann dir sicher erzählen was mit mir passiert ist. Aber er wird nicht mehr lange Zeit dafür haben, falls er noch lebt. Dafür Sorge ich...“
Sagt er im ersten Moment aufbrausend und atmet tief ein. Lazard schaut entschuldigend, aber irgendwie auch kalt zu Willow.
“Entschuldigung...ich habe mich verändert? Vielleicht...ich weiß es nicht...ich denke nicht gerne zurück. An den Überfall, die Tode, der Verlust von allem. Dir, meiner Familie. Sie haben alle getötet, einige gefangen genommen. Einige Elfen haben mir geholfen und dann bin ich dort ausgebildet worden.“
Klärt er eher knapp und weicht den Augen von Willow aus.
“Aber dir ist es auch nicht gut ergangen wie es scheint. Aber es freut mich, dass Sune dir geholfen hat.“
Bringt er unsicher hervor.
“Was mache ich da...warum nur? Es war alles so einfach und nun...ich spüre es immer noch, aber ich möchte nichts fühlen.“
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Willow

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Lazard - Willkommen im Dreck
« Antwort #27 am: 29.08.2009, 00:21:49 »
Immer unwohler fühlt sich die Halbelfe, je länger sie ihren lang vermissten Stiefbruder ansieht, je länger sie ihm zuhört. Fast wirkt er, als wäre er gar nicht froh, sie zu sehen, und seine Distanziertheit verletzt Willow zutiefst. Sie drückt eine Hand fest um das Sune-Symbol und die andere um den Griff des Bierkrugs. Dass Lazard seinen Onkel ins Jenseits befördern will, erschrickt sie noch mehr. Dennoch...irgendwas noch schlimmeres steckt hinter diesen Worten.
"Rede keinen Blödsinn, Lazard, du willst Onkel Vigo nicht wirklich über die Klinge springen lassen, oder? Wofür auch? Du... Elfen, du meinst die Cormanthor-Elfen, wie Mutter? Du warst die ganze Zeit bei ihnen?," muss die Sunitin die Neuigkeiten erst einmal verdauen, wozu sie sogleich mit einem weiteren Schluck Bier nachhilft. Dann lehnt sie sich vor und betrachtet den Mann vor ihr aus nur wenigen Zoll Entfernung. "Was haben sie mit dir gemacht?," fragt sie leise und senkt den Blick, durchbohrt von der Kälte, der sie begegnet.
Die beinahe floskelhaften Worte über ihr Befinden spült die Halbelfe nur noch mit einem neuerlichen Schluck des unappetitlichen Getränks herunter. "Mach dir um mich keine Sorgen. Alles Unbill war es wert, dich wieder zu sehen... Solange du noch du selbst bist." Die letzten Worte kommen ganz leise, fast geflüstert über die Lippen der jungen Frau, und sie schaut weg, beißt sich auf die Unterlippe. Die anfängliche Freude ist so gut wie vollständig Furcht, Mitleid, Sorgen und Schmerz gewichen. So hat sie sich das Wiedersehen nicht vorgestellt... hatte es sich öfters viel inniger, romantischer ausgemalt. Die Realität schmettert ihre Träume gnadenlos fort.
So ist die Suche nach dir immer noch nicht zu Ende, Lazard... mein Lazard...
Küssen? Ja, ich glaube, mein Schwert möchte Euch küssen. Mit Zunge!

Lazard

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Lazard - Willkommen im Dreck
« Antwort #28 am: 29.08.2009, 00:35:51 »
Lazard schüttelt den Kopf bei den Worten und seine Augen scheinen einen Moment seine Distanziertheit zu verdrängen und durch Wut zu ersetzen.
“Über die Klinge springen wäre fast noch zu gut für ihn...er hat mich verraten, dich verraten. Uns alle hat er verraten. Verstehst du das?“
Klingt er energisch und ergreift in einem kurzen Moment ihre Hände, starrt tief in ihre Augen.
“Nur deshalb sind die Räuber so leicht eingedrungen, haben sie uns überwältigt, habe ich dich verloren und sie unsere Eltern getötet. Habe ich alles verloren...habe ich...“
Blinzt einen Moment seine Gefühle durch und Wärme schießt in sein Gesicht wegen der Berührung. Aber dann mit einem Mal lässt er wieder los, verstummt ängstlich und lehnt sich zurück. Lazard atmet tief durch und stellt seine Balance wieder her.
“Ja ich war bei den Elfen. Anfangs in Dlabraddath. Ein Freund unserer Mutter hat mich aufgenommen. Ich habe ebenfalls etwas Trost in der Religion gefunden, aber ich hielt es nicht lange aus und durfte schließlich nach Myth Drannor. Ein Schwertmagier werden, zumindest hoffte ich das, aber ich war nicht gut genug. Nicht für die Elfen als Halb-Elf der ich war. Nun ich...ich habe dennoch dort viel gelernt. Wie wichtig Disziplin ist, Standhaftigkeit und die kalte Sicherheit der Logik.“
Erklärt er weiter, aber dann treffen ihn die letzten Worte, welche fast geflüstert sind. Tief in seinem Inneren schmerzen sie ihn, aber das gedrillte Verdrängen von Gefühlen tritt in den Vordergrund zusammen mit den schmerzhaften Erinnerungen. Am Ende bringt Lazard hervor.
“Es...es tut mir leid. Ich weiß nicht, ob ich derselbe bin. Ich ertrage es einfach nicht. Diese Erinnerungen...den Verlust.“
Gesteht er einen Moment seine Schwäche ein.
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Willow

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Lazard - Willkommen im Dreck
« Antwort #29 am: 29.08.2009, 02:59:10 »
Die Nachricht über Vigo Keldens Verrat trifft Willow schwer; erneut zuckt sie schockiert zusammen, dann starrt sie Lazard an. In seinem kühlen Blick kann sie nur tiefsten Ernst erkennen. Es muss wahr sein.
"Er hat was?! Und ich dachte, er hätte durch ein Wunder überlebt! Na dann ist er hier in einem passenden Loch gelandet! Ooh Onkel, wart' ab, wenn ich dich in die Finger kriege, jage ich dich durch alle Neun Höllen! Und ich kriege dich, das schwöre ich bei Dame Feuerhaar!" Das bereits getrunkene Bier macht es der Rächerin nicht einfach, sich immer zu beherrschen, und ihr Ausruf fällt lauter aus, als beabsichtigt, außerdem unterstreicht sie ihr Versprechen, indem sie mit der Faust gegen die Tischplatte haut. Dies stört sie jedoch nicht im geringsten, denn sie hat nur für eine einzige Person Augen.
Als Lazard ihre Hände in die seinen nimmt, schießt eine neue, heftigere Woge der Wärme durch den Körper der Halbelfe. Hoffnungsvoll und gequält zugleich erwidert sie seinen Blick, in dem unterdrückte, an die Oberfläche dringende Gefühle flackern. Die Worte des Mannes tun der Sunitin weh und wecken in ihr tiefstes Bedauern und Mitleid und gleichzeitig gerechten Zorn gegen ihren Stiefonkel, den Verräter.
Unvermittelt rutscht Willow mit ihrem Stuhl näher an ihren Stiefbruder und schlingt die Arme erneut um ihn, drückt seinen Kopf mit einer Hand gegen ihre Brust, wie eine Mutter, die ihr Kind tröstet. Ihre Sicht verschwimmt vor aufsteigenden Tränen.
"Lazard... es ist furchtbar... Aber wir haben uns wieder, ja? Nicht alles ist verloren. Ich habe jahrelang zu Sune gebetet, und sie hat uns einander zurückgegeben. Sie wird uns stets helfen, ich weiß es. Damit du wieder lächeln kannst, wie damals. Ach, Lazard... Und Onkel Vigo wird für alles büßen, was er uns angetan hat, alles, was er uns genommen hat! Das sind wir ihm schuldig! Und damit dein Herz genesen kann, ja?," vermengen sich in den Worten der jungen Frau Mitgefühl und Hoffnung mit Groll und Wut.
Während sie Lazard in den Armen hält, merkt Willow, wie sich noch eine andere Art von Wärme in ihr ausbreitet. Ihre tränenbenetzten Wangen färben sich nun tiefrot, als ihr richtig bewußt wird, an welche Stelle sie den jungen Mann gerade drückt. Das Gefühl der intimen Nähe wird immer überwältigender, verdreht ihr immer mehr den Kopf...dennoch ist die Sunitin sich der vielen Augen in der Kneipe bewußt, und die gesamte Atmosphäre mitsamt der Duftnote schaffen nicht gerade romantische Stimmung.
Zitternd, unsicher, drückt die Halbelfe Lazard etwas zurück, umfasst aber seine Unterarme fest, als fürchte sie, er würde sich gleich in Luft auflösen. Ihren Blick kann sie jedoch nicht in seine Augen richten.
Küssen? Ja, ich glaube, mein Schwert möchte Euch küssen. Mit Zunge!

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