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Autor Thema: [Kapitel I] Vento - inaktiv  (Gelesen 9947 mal)

Beschreibung: Ein Dieb in Tiefwasser

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Lhósson

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[Kapitel I] Vento
« Antwort #60 am: 15.11.2009, 19:33:11 »
Auf der Etage wo sich die Toilette befand gab es einen Gang mit vielen Türen. Der Boden war mit einfachem Parkett aus gelegt, welches schon einige Alterspuren zeigte. Er war ähnlich wie der Gang wo das Bad sich befand auch hier gab es am Ende des Ganges eine schwer aussehende Tür.
Die Toilette selbst war einfach ausgestattet. Neben dem Toilettenstuhl gab es noch einen Tisch mit einer Tonschale und einen Tonkrug voll Wasser.
Den ganzen Weg über kam Vento nur ein Zimmermädchen entgegen. Es beachtete den jungen kaum und war wohl unterwegs in dich Küche.

Priest

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[Kapitel I] Vento
« Antwort #61 am: 15.11.2009, 23:00:50 »
Was genau sollte er nun tun? Er war alleine, das musste er nutzen, ganz gleich was passierte. Er würde sich hinterher grün und blau ärgern, hätte er es nicht getan. Er öffnete vorsichtig die Tür und sah sich um. Er wartete eine Weile bis die Luft rein war und begann anschließend alle Türen auf dem Gang zu öffnen und nach Wertsachen ausschau zu halten.

Lhósson

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[Kapitel I] Vento
« Antwort #62 am: 16.11.2009, 23:32:29 »
Die erste wie auch die nächsten drei Türen waren einfach gehalten. Sie waren aus schlichtem Kiefernholz ohne eine große Verzierung. Hinter der ersten Tür erstreckte sich ein Schlafsaal mit sechs Betten. Zu jedem der Betten gab es eine Truhe und nahe des Eingangs standen zwei Holzschränke. Gleich im ersten Bett nahe der Tür schlief eine junge Frau. Sie hatte nicht bemerkt, dass die Tür geöffnet wurde oder war daran gewöhnt.
Fast das selbe war hinter der dritten Tür. Auch sie verbarg einen Schlafsaal mit sechs Betten und sechs Kisten. Nach den Sachen die auf den Betten lagen, konnte man sagen es handelte sich um den Schlafsaal der männlichen Dienerschaft.

Hinter der zweiten Tür verbarg sich eine Kleiderkammer. Alles Sachen schienen für Bedienstete gemacht worden zu sein. Vento konnte gar noch einige Hemden seiner Machart erkennen.
Die vierte Tür verbarg fast genau das selbe. Nur standen hier Körbe mit dreckiger Wäschen und Wäsche die noch gebügelt werden mussten.

Die letzte Tür war deutlich schwerer vom Gewicht her. Hinter ihr lief der Gang weiter. Es schien aber so zu sein als würde man eine andere Welt betreten. Der Boden war mit dunkelblauen Teppichen ausgelegt, die Wände waren getäfelt und in regelmäßigen Abständen waren goldene Kerzenleuchter an der Wand befestigt. Im Gang stand auch ein Tisch mit einem kleinen Kästchen. Besetzt war dieses Kästchen mit Achaten.
Von diesen Gang aus gingen noch weitere 4 Türen ab, bevor der Gang in einer Treppe mündete.
« Letzte Änderung: 16.11.2009, 23:47:57 von Lhósson »

Priest

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[Kapitel I] Vento
« Antwort #63 am: 16.11.2009, 23:40:22 »
Die ersten Vier Räume erregten nicht die Aufmerksamkeit des kleinen Diebes, dafür aber der letzte. Die Kisten der Dienerschaft würden wohl nichts wertvolles Beeinhalten, wohl aber diese Kiste hier. Erst lauschte er vorsichtig an der Tür, die der Kiste am nächsten war, schloss diese zu dem Gang hinter sich und griff dann gierig nach der Kiste und versuchte sie zu öffnen. Irgendetwas in diesem Haus musste doch Wertvoll sein. Er konnte doch nicht aus so einer Situation herauskommen mit leeren Händen.

Lhósson

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[Kapitel I] Vento
« Antwort #64 am: 17.11.2009, 00:06:12 »
Das Kästchen wog schwer in Ventos Händen. Sicher war etwas wertvolles in ihm und selbst wenn nicht würde das Kästchen genug Geld beim Verkauf erbringen. Schließlich war es in gutem zustand und die Achate waren schön poliert.

Vento spürte auf einmal wie sich eine Hand auf seinen Nacken legte und fest zu griff. Es waren die selben Finger die sich vor einigen Minuten auf seine Schulter gelegt hatten. Die Hand von Markus. „Baren! Sari! Wachen, ein Dieb!“ rief er aus.

Was war passiert? Während Vento auf Toilette gewesen war, war ihm Markus nachgegangen. Markus hatte die ganze Zeit seine zweifel an dem Jungen. Schließlich war er bei der Sache auf dem Adligenmarkt dabei.
Damit Vento ihn nicht bemerkte, blieb er auf der Treppe stehen. Von dort aus konnte er zwar nicht sehen was Vento machte aber er konnte es hören. Als er hörte, dass Vento weiter in den Gang ging, wagte er sich die Treppe höher zu steigen. Er beobachtete den jungen wie er die letzten beiden Türen öffnete, dann zurück ging, die letzte Tür vor der Tür zum Adligenbereich schloss und in den Adligenbereich ging. Erst da eilte Markus auf leisen Sohlen zur fünften Tür und lugte durch den Spalt.
Als er sah wie Vento das Kästchen nahm, schlich er hinter den Jungen und griff ihn fest in den Nacken.

Priest

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[Kapitel I] Vento
« Antwort #65 am: 17.11.2009, 16:59:06 »
Zuerst erschrack Vento als der Diener ihn packte, doch dann sprangen blitzartig seine Reflexe an, die er Jahrelang entwickelt hatte. Er nahm die Kiste und schlug sie mit aller Wucht gegen die Hand des Dieners, versuchte sich aus seinem Griff herauszuwinden udn rannte dann so schnell er konnte den Gang hinunter, weg von seinen Verfolgern. Er hatte zwar keine Ahnung wohin er rannte, aber das war im großen und ganzen auch Egal. Hier war schlecht, also weg von hier.

Lhósson

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[Kapitel I] Vento
« Antwort #66 am: 18.11.2009, 08:50:02 »
Ob das so schlau war? Vento lief genau in zwei Menschen hinein. Er konnte das Metall ihrer Kettenrüstungen in seinen Gesicht spüren. Zwei grobe Hände griffen unsanft nach den Jungen. Eine erwischte seine Schulter die andere griff in die Haare.[1]

„Habt ihr ihn? Haltet ihn gut fest!“ tönte Markus wütende Stimme von hinten.
 1. einen Stärkewurfe und einen Geschickwurf falls Vento versuchen will zu entkommen

Priest

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[Kapitel I] Vento
« Antwort #67 am: 19.11.2009, 16:52:55 »
Vento zog mit aller Kraft an seiner hand und versuchte sich schließelich rauszuwinden, egal ob er dabei sein Hemd verlieren würde oder nicht, nur seine Sachen wollte er schützen. Die andereN Wachen würde er einfach irgendwie überwinden müssen.

Lhósson

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[Kapitel I] Vento
« Antwort #68 am: 21.11.2009, 18:09:16 »
Alles zerren, ziehen und zurren nützte nichts. Die beiden Wachen waren viel zu stark für Vento. Zwar konnte er sich fast aus dem Griff des einen befreien aber dieser packte ihn mit einfach mit der zweiten Hand. Einer der Soldaten schlug Vento mit der Faust und voller Wucht auf den Kopf.[1]
 1. Einen Konstiwurf unter 15 und Vento wird unmächtig, dann noch max 4 mal Konsti würfel um auf zu wachen

Lhósson

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[Kapitel I] Vento
« Antwort #69 am: 22.11.2009, 15:39:13 »
Das letzte was Vento mitbekam war wie Markus anwies die Stadtwachen zu holen. Dann wurde dem Jungen schwarz vor Augen und er verlor das Bewusstsein. Eine der Hauswachen nahm Vento das Kästchen ab und gab es Markus. Die zweite Hauswache hob sich Vento über die Schulter. Er brachte ihn den Gang zurück und in die Küche.

Einige Zeit später führte Markus zwei Stadtwachen in die Küche. Vento, der noch vom Schlag bewusstlos war, wurde von ihnen in Ketten gelegt und unsanft aus dem Haus geschliffen. Draußen wartete schon ein Gefangenenwagen auf den Jungen.
Im Wagen ging es durch das Seeviertel in das Schlossviertel zum dortigen Gefängnis. Über die ganze Fahrt lag Vento in einer Ecke des Wagens. Die anderen Gefangenen waren mit sich selbst beschäftigt und keiner kümmerte sich um ihn.

Das Gefängnis des Schlossviertels war im Haus der Stadtwache. Um genau zu sein waren die Zellen in den zwei Kelleretagen des Hauses. Ganz unten lagen Zellen in denen kein Licht drang. Hier wurden die Schwerverbrecher hingebracht. Einige warteten auf ihre Gerichtsverhandlung und andere auf ihre Hinrichtung. In diesem Geschoss lag der Folterkeller.
Die meisten Gefangenen hielten sich im ersten Geschoss auf. Ihre Verbrechen waren nur einfacher Natur wie auch Diebstahl. Was mit ihnen Geschah hing allein von den Launen der Wachen und einem Richter ab.

Vento eine Wachstube gebracht. Dort untersuchten die Wachen Ventos Kleidung. Er hatte immer noch die Sachen aus dem Adelshaus an und die Handketten der Wachen. Sie nahmen ihm alles ab was er bei hatte, befestigten eine Nummer daran und brachten es weg. Vento bekam die gleiche Nummer mit einem Kohlestift auf die Kleidung geschrieben. Dann wurde er in eine kleine Zelle gebracht.

Die Zelle war gerade einmal drei mal drei Schritt groß. Dazu war sie schon mit vier weiteren gefangenen Belegt. Einer von ihnen war kaum älter als Vento selbst. Die anderen drei waren ausgewachsenen Männer. Als Vento in die Zelle geschmissen wurde reagierte keiner von ihnen. Der Junge kauerte in der Ecke mit dem vergitterten Fenster, zwei der Männer lehnten an der Wand und schienen Geistesabwesend und der letzte fummelte an einem Holzstück herum.
Langsam kam Vento wieder zu Sinnen.
« Letzte Änderung: 23.11.2009, 20:42:39 von Lhósson »

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[Kapitel I] Vento
« Antwort #70 am: 23.11.2009, 20:02:22 »
Langsam und stöhnend erhob sich der Junge in der Zelle und sah sich sofort irritiert und verängstigt um. Was war passiert? Er war doch nicht? Nein, das durfte nicht sein. Er hatte es vermasselt. Er hatte alles ruiniert, nein schlimmer er hatte zum letzten Mal etwas ruiniert. Langsam erhob sich der Junge und sah sich um, während er die anderen Erblickte und wirkte vollkommen überwältigt. Sein Gesicht wurde bleich, sein Kopf schmerzte und der Geruch in diesem Raum brannte ihm in der Nase. Er musste etwas tun, doch er wusste nicht was, so eilte er in eine Ecke der Zelle, schlug mit der Faust gegen eine Wand und begann zu heulen. Wie konnte so ein guter Tag sich nur in soetwas beschissenes Verwandeln. Wieso musste die Glücksgöttin so grausam ihre Gaben verteilen?

Lhósson

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[Kapitel I] Vento
« Antwort #71 am: 23.11.2009, 20:44:20 »
Die Göttin des Glückes war eine viel beschäftigte Göttin. Jeder wollte Glück, jeder brauchte es doch sie konnte nicht überall sein. Vielleicht wäre alles anders gelaufen, wenn ... Ja wenn kann man immer sagen doch es war wie es war. Vento saß im Gefängnis. Einen in dem er noch niemals war. Wie es nun weiter ging? Das Glück musste ihm hold sein um aus diesen Gebäude zu entkommen oder der Richter musste einen guten Tag haben.
Auf jeden Fall war das erbeutete Geld und der silberne Dolch verloren. Nachdem er frei gelassen werden würde, würde ihm die Wache niemals diese Sachen wieder geben und in die Aserwatenkammer einzubrechen schien unmöglich.

Niemand kam um Vento zu trösten. Auch wenn die Zelle voll war, war er alleine. Nach unzählbaren Minuten scharrte etwas hölzernes über den Boden. Ein alter Mann schob fünf Schüsseln mit Hirsebrei durch eine dafür geschaffenen Klappe der hölzernen Gefängnistür.
« Letzte Änderung: 23.11.2009, 20:53:03 von Lhósson »

Priest

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[Kapitel I] Vento
« Antwort #72 am: 27.11.2009, 22:22:38 »
Der Junge wischte sich die tränen weg und setzte ein Grimmiges Gesicht auf. Die werden ihn nicht ewig hierbehalten können. Das würde er nicht zulassen. Als das Essen herangereicht wurde, sprang er nach vorne, griff nach der Schüssel und as sofort davon soviel er konnte. Er hatte gelernt, das es bei mehreren Mäulern kein Pardon gab und wenn man überleben wollte musste man einfach nur schnell sein. Während er sich in die Ecke verkroch sah er sich aufmerksam in dem Gefängnis um.

Lhósson

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[Kapitel I] Vento
« Antwort #73 am: 28.11.2009, 11:56:02 »
Nach Vento holte sich der Mann der an einem Holzstück herumfummelte zwei Holzschüsseln. Er war groß und kräftig gebaut. Irgendwie erinnerte er dadurch und wegen seiner kurzen Haare an einen starken Soldaten oder Krieger. Da er nur einen etwas längeren Dreitagebart hatte war er wohl nicht all zu lange in dieser Zelle.
Anders sah das schon bei den beiden anderen Männern aus. Sie holten sich nach dem Holzmann je eine Schüssel. Ihre Haare waren lang und fettig, genauso wie ihre Bärte. Außerdem sahen sie hager aus, was wohl an der kargen Kost eines Gefängnis lag. Grob geschätzt waren die beiden wohl die Gefangenen in dieser Zelle die schon länger als einen Monat einsaßen.
Was den Jungen betraf so rührte er sich nicht aus seiner Ecke. Im schumrigen Licht konnte man ihn sich nicht richtig ansehen. Er saß einfach zusammen gekauert in seiner Ecke und tat nichts.

Sonst gab es nichts interessantes in der Zelle. Der Boden war dreckig, in der rechten Ecke bei der hölzernen Tür gab es ein Loch im Boden aus dem fäkaler Gestank drang und die einzige Lichtquelle war das wenige Tageslicht von draußen. Das vergitterte Fenster, was dem Licht Einlass gebot, war nicht breiter als zwei Männerhände und kaum mehr als eine solche groß. Dazu kamen noch die vier Gitter die dort eingelassen wurden und dass das Fenster direkt unter der zwei einhalb Schritt hohen Decke lag.

Priest

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[Kapitel I] Vento
« Antwort #74 am: 29.11.2009, 17:30:22 »
Vento stopfte das Essen geradezu in sich hinein und sah sich ständig um wie eine Ratte die sich vor Futterneidlern und Gefahren umsah. Er sah auch die anderen Gefangenen deutlich und sein Blick blieb an dem Jungen in der Ecke haften. Irgendetwas an ihm berühte den Jungen und so nahm er sich das restliche Essen, legte es vor ihn hin und setzte sich neben ihn. Erst überlegte er eine Weile was er sagen sollte, dann begann er einfach. "Hallo. Ich bin Vento", er hielt ihm seine Hand hin. "Du solltest was Essen. Es bringt einem auch nichts hier zu verhungern."
Seine Stimmung schwankte wie ein Schiff in Seenot zu allen Seiten. Aber das merkte er nichteinmal.
« Letzte Änderung: 29.11.2009, 17:30:58 von Priest »

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