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Autor Thema: [IC] Kapitel 3 - Der letzte Paladin  (Gelesen 21690 mal)

Beschreibung: Weiter geht's zum Blutstein-Pass ...

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Morningstar

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[IC] Kapitel 3 - Der letzte Paladin
« am: 25.11.2009, 23:04:04 »
Eure Rückkehr zu Sherring erfolgt spät in der Nacht. Die Versorgung der Wunden nahm doch einige Zeit in Anspruch. Um einige Gegenstände reicher habt ihr euch sodann auf den Rückweg gemacht, und obschon es stockfinster war, konnte dank der Hilfe von den Naturexperten Faralin und Egle eine zügige und sichere Rückreise zur Straße gewährleistet sein.

An der Straße angekommen, geht es dann im Eiltempo voran - das hat den Vorteil, dass es abgesehen von dem eisigen Wind, der in eure Gesichter schneidet, euch nicht allzu kalt wird. Es ist kurz vor Mitternacht, da könnt ihr schon, nachdem ihr der Biegung der Straße um einen kleinen Fichtenwald gefolgt seid, das Lagerfeuer ausmachen.

Die drei Fuhrleute haben es sich um dasselbe gemütlich gemacht, und lassen eine Flasche Branntwein kreisen, während sie in die knisternden Flammen starren. Als sie euch sehen grüßen sie euch tonlos. In Sherrings komfortablen Reisewagen brennt ebenfalls noch Licht.
Doch bevor ihr auch nur eure Ankunft ankündigt öffnet sich bereits die Tür. Heraus tritt der in einen dicken Pelzmantel gehüllte Magier, der einen außerordentlich nervösen Eindruck macht. Mit den Worten "Ihr kommt spät" begrüßt er euch. Nachdem er einen kurzen Blick in die Runde geworfen hat, und festgestellt hat, dass noch alle am Leben sind, wirkt er wenigstens ein kleines bisschen erleichtert. Doch seine Stimme klingt weiterhin gepresst und angespannt "Es gibt Neuigkeiten. Gute wie Schlechte...", mit einem Winken bedeutet er euch - offenbar alle - ihm in den kleinen Wagen zu folgen.

Nun wird es vermutlich recht eng werden...
« Letzte Änderung: 25.11.2009, 23:05:44 von Morningstar »

Egle

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[IC] Kapitel 3 - Der letzte Paladin
« Antwort #1 am: 26.11.2009, 01:55:57 »
Egle lässt sich, wie immer, Zeit, doch bei allem, was sie tut, wirkt die Hexe sehr zuversichtlich und erfahren. Mit ihren krallenartigen Fingernägeln entfernt sie Splitter aus Wunden, öffnet eitrige Brandblasen, reißt Tücher zu Bandagestreifen. Mit Kräutern und Schamanengesang behandelt sie die verletzten Krieger und sich selbst, vertreibt die sattgefressenen Geister der Schlacht. Der Waldfrau steht die kleine Katze zur Seite, deren sanftes Schnurren Schmerzen lindert.
Bevor die Gruppe ihre Pferde holt und von dannen zieht, geht Egle alleine los, um die Schreckenswölfe, die nunmehr sich selbst überlassen sind, loszubinden und fortzuschicken. In respektvollen, jedoch befehlendem Ton redet sie auf die Tiere ein, sie sollen fortrennen und die Söldner nicht behelligen. Erst dann kehrt die junge Frau zu Hara zurück, deren Besorgnis sie mit leisem, sachtem Flüstern zerstreut.
Erschöpft, aber ohne es sich anmerken zu lassen, reitet die Waldhexe mit den Kriegern zurück ins Lager, während Ishat hoch oben in der Dunkelheit über dem Tross kreist und in die Gegend späht. Die Damaranerin weiß, dass die Motte auch sie beobachtet und sicherlich ihre Blicke in Gannayevs Richtung bemerkt, doch stört es sie wenig.

Im Lager angekommen, ignoriert Egle die Fuhrleute. Sie sattelt ab und lässt die rabenschwarze, zottige Stute frei grasen, nachdem sie sie getätschelt hat. Auch der Ankündigung des Magiers zeigt sie kein bisschen Regung. "Nichts Neues gibt es unter der Sonne," erwidert sie gewohnt rätselhaft auf die Worte des Mannes, folgt ihm aber, um der Versammlung beizuwohnen.
« Letzte Änderung: 26.11.2009, 15:18:48 von Egle »
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Karambagya

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[IC] Kapitel 3 - Der letzte Paladin
« Antwort #2 am: 26.11.2009, 10:17:16 »
Die Wunden schmerzen trotz der Behandlung, die sie erfahren haben noch immer. Doch Zarna-kai nimmt es mit Gleichmut hin, war es doch nur eine weitere Prüfung Kossuths, die er zu ertragen hatte. Von den Schmerzen geläutert würde er stärker hervorgehen als zuvor, wie es bei allen Hindernissen, die der Feuerfürst ihm in den Weg legte, der Fall war.
Im Lager ist der Schmerz zumindest ein wenig abgeklungen und Zarna-kai folgt langsam seinen Begleitern in Sherrings Wagen.
Cernitis custos qualis vestibulo sedeat, facies quae limina servet? - Seht ihr welch ein Wächter im Vorhof sitzt, welch eine Gestalt die Schwelle bewacht?

Nazjatan

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[IC] Kapitel 3 - Der letzte Paladin
« Antwort #3 am: 26.11.2009, 14:27:40 »
Erschöpft zerrt sich der Drachengeborene selbst dem Handelsreisenden hinter, vollkommen ohne Begeisterung, hat er doch immer noch dieses widerliche Gefühl im Magen, wenn er auf den Magus hinunterblickt. "Alles was Recht ist, aber was ist denn nun an diesem Abend noch so wichtig?", knurrt Nazjatan durch müde Kiefer hindurch; er wünscht sich nichts weiter als Ruhe und Schlaf, denn ganz gleich, was der Magier nun an "Nachrichten" für die Truppe bereit hielt, so läuft es doch sowieso nur wieder auf das gleiche Spiel - Du oder Ich -  hinaus.
Und der Einsatz ist Blut.
Nichts Neues.
« Letzte Änderung: 26.11.2009, 14:31:02 von Nazjatan »

Faralin

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[IC] Kapitel 3 - Der letzte Paladin
« Antwort #4 am: 26.11.2009, 15:06:31 »
Nachdem er den Magier niedergestreckt hattte, versichert er sich dass dieser auch wirklich nie mehr Magie wirken würde. Als einziger Unverwundeter beendet dann auch der Elf den Kampf. Er musste sich bei nächster Gelegenheit seinen Köcher auffüllen, der Kampf hatte ihn viele Pfeile gekostet. Mit ein paar Schritten ist er bei seinen Gefährten, die nicht ganz unversehrt den Kampf beendet hatten. So gut er kann hilft er bei der Versorgung der Verwundeten. Auf dem Rückweg zu Sherrings Wagen hält er stets wachsam die Augen nach weiteren Widersachern auf, zum Glück kommen sie unbehelligt im Lager an. Auch er betritt mit seinen Gefährten Sherrings Wagen..

Gannayev Cormaeril

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[IC] Kapitel 3 - Der letzte Paladin
« Antwort #5 am: 26.11.2009, 17:56:04 »
Gannayev schüttelt den Kopf bei dem Selbstmordversuch des Feindes. Aber der Ritter schaut einfach weg und scheint einen Moment über das Schlachtfeld zu sinnieren. Da sich schon um alle Verwundeten gekümmert wurde, kann er sich diesen Moment erlauben. Seinen Mund formt allerdings keine Worte, auch wenn er einen missbilligenden Blick kurz zu Egle wirft bei ihrer Sammlung. Aber irgendwie wirkt dieser Blick nicht sehr überzeugend.
“Was für ein Kampf. Fast hätten wir versagt, fast hätte ich versagt. Aber irgendwie haben wir noch gewonnen. Irgendwie. Wir sollten wohl froh sein, dass wir alle noch leben. Nun bleibt uns nur noch die Reste des Schlachtfeldes aufzuräumen. Und dann? Ein weiterer Tag des Kampfes ohne meinem Ziel näher zu sein. Nun wenigstens haben alle ihr Bestes gegeben und es hat gereicht.“
Schnell wischt er die Waffe an der Kleidung eines der Leichname ab und steckt das Schwert zurück in die Scheide. Danach hilft er den Verletzten bei der Behandlung ihrer Wunden und lobt sie mit einigen aufmunternden Worten ehe er sich um seine eigenen kümmert und sich auf den Weg zurück macht.

Dort angekommen folgt er ohne ein Wort Sherring in den Wagen und wartet gespannt auf diese Neuigkeiten. Allerdings scheint der Ritter auch stark mit der Müdigkeit zu kämpfen nach diesem Kampf.
Für Cormyr!

Morningstar

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[IC] Kapitel 3 - Der letzte Paladin
« Antwort #6 am: 28.11.2009, 18:34:20 »
"Ist es", erwidert der Magier-Händler nur knapp gegenüber Nazjatan...

...und es wird in der Tat ziemlich eng im Wagen von Sherring. Gleichwohl ist es aber schön warm, was den meisten von euch sehr gelegen kommt, denn ihr seid von der nächtlichen Wanderung im Alturiak ganz schön durchgefroren.

Für jeden ist ein Sitzplatz vorhanden, und nachdem ihr Platz genommen habt (oder verkündet habt, dass ihr lieber stehen bleibt), beginnt Sherring: "Bevor ich erzähle, welche Neuigkeiten ich via Kommunikationsritual von diversen Leuten erhalten habe, möchte ich euch zunächst bitten, mir zu berichten, wie es euch ergangen ist.
Was ist passiert ? Was habt ihr erreicht ? "


Diese Frage hat sich Sherring schon seit er euch begrüßt hat, anhand eurer Gesichtsausdrücke selbst zu beantworten.

....
..
.
.
..
...

Nachdem ihr mit eurem Bericht über die Ereignisse dieses Abend geendet habt, pfeifft Sherring durch die Zähne. "Das ist allerhand", kommentiert er.

"Wie dem auch sei. Ich denke, es ist an der Zeit, dass ich euch - euch allen - mehr erzähle. Es ist mir durchaus bewusst, dass manche nur des Geldes wegen diesen Auftrag angenommen haben. Und auch für diese kann ich versichern, dass es noch reichlich Gelegenheit gibt, davon welches zu verdienen.

Aber vielleicht sind ja auch solche unter euch, die ihr Land lieben. Und denen die Galle hochkommt, wenn sie sehen, wie es vor ihren Augen vor die Hunde geht."
, Sherring blickt in die Runde und versucht die Stimmung aufzuschnappen. Sein Blick bleibt auf Gannayev ruhen. "Zunächst einmal zu Euch, Ritter.", er räuspert sich. "Ich habe eine Antwort auf die Nachricht erhalten, die ich euren Vorgesetzten geschickt habe. Ich möchte sie euch möglichst so wiedergeben, wie ich sie in Erinnerung habe:

Es sei euch freigestellt, wie ihr verfahren wollt. Man weiß in Cormyr um die Situation in Damara, will jedoch zu diesem Zeitpunkt noch keinen offenen Krieg riskieren. Einerseits aufgrund der großen Distanz ohnehin, andererseits, weil noch einige Fragen offen seien"
, Sherring betont den Konjunktiv besonders.
"Andererseits hat man, was insbesondere in Verbindung mit dem, was ich euch gleich sagen werde Sinn ergibt, euch geraten nicht alleine nach Süden aufzubrechen. Es wird bald die Möglichkeit geben nämlich, über ein Portal zu reisen, welches bald errichtet werden wird. Das ist übrigens der Grund, weshalb diese Reagenzien unbedingt sicher im Hauptquartier ankommen müssen...und das bringt uns außerdem zu eben dieser Sache, die ihr nun erfahren sollt...ihr alle."

"Wie nun schon ohnehin herausgesickert sein dürfte, gehöre ich dem Untergrund an. Ich weiß nicht, welche Gerüchte einzelne von euch darüber gehört haben. Manche von euch waren vielleicht auch schon seit Jahren oder noch nie in Helgabal oder einer anderen größeren Stadt. Vieles, was man über den Widerstand sagt ist gelogen, bloße Propaganda und gezielter Hirnfick der Massen.

Anderes ist wahr. Ich muss mich entschuldigen, dass vieles von dem, was ich euch erzählt habe gelogen war. Aber ich musste sicherstellen, dass ihr für den Fall, dass ihr gefangen genommen und verhört werdet, nicht zuviel Information dem Feind in die Hände fällt.

Es ist wahr, dass wir Kräfte sammeln. Es ist ebenso wahr, dass wir planen offen gegen die Regierung vorzugehen. Aber was niemand weiß ist, dass wir das mit legitimen Anspruch tun. Der letzte Erbe des Thrones von Blutstein, der letzte legitime König von Damara, ist unter uns."
, wieder blickt Sherring jeden von euch einzeln an. Dabei wartet er ganz bewusst auf eure Reaktionen.
« Letzte Änderung: 28.11.2009, 18:44:04 von Morningstar »

Sard

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[IC] Kapitel 3 - Der letzte Paladin
« Antwort #7 am: 28.11.2009, 18:53:56 »
"Hirnfick", wiederholt Sard die Worte des Händlers und schlägt sich auf die Schenkel. Er streicht sich über die verbrannte Haut an den Armen und räuspert sich. "Was hier an der Oberfläche getrieben wird... Ihr macht es wirklich so kompliziert wie der Adel des Unterreichs."
Und da dachte ich, ich wäre diesen Ränken entkommen...
"Sollen die Könige ihr Spiel spielen. Ihr bezahlt mich, und ich stürze diesen und schwöre jenem die Treue." Er zuckt mit den Schultern und nimmt einen Schluck aus seinem Schnapsschlauch. "Ich mache mir das ganze Gewirr nur etwas einfacher, damit der Wahnsinn mich nicht packt. Das müsst Ihr mir schon erlauben."
« Letzte Änderung: 28.11.2009, 18:55:03 von Sard »

Morningstar

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[IC] Kapitel 3 - Der letzte Paladin
« Antwort #8 am: 28.11.2009, 19:16:45 »
"Ja, und genau aufgrund dieser Einstellung habt ihr auch den Posten von Lucaan übernommen.", bemerkt Sherring leicht schmunzelnd. "Wie dem auch sei. Es handelt sich um keinen König mit einem Hofstaat, keinem Schloss. Er hat glaube ich noch nichtmal eine Krone. Es handelt sich um den letzten Erben der Drachenbann-Dynastie. Derjenige, der noch ein Säugling war, als Yarin Frostmantel seinen Vater ermordete, bzw. ermorden ließ. Er führt jetzt als letzter Paladin der Familie Drachenbann die Widerstandsbewegung an. Ihr werdet ihn bald kennenlernen, wenn wir morgen das Hauptquartier erreichen."

Egle

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[IC] Kapitel 3 - Der letzte Paladin
« Antwort #9 am: 29.11.2009, 02:28:11 »
Egle hat in einer Ecke des Wagens im Schneidersitz Platz genommen, ohne Ishat, die draußen durch die kalte Alturiak-Nacht schwirrt. In den Händen hält die Waldfrau nun ein paar kleine Steinchen und Stäbchen, die sie zwischen zusammengelegten Handflächen immer wieder durchschüttelt, sie auf den Boden vor sich kullern lässt und dann die entstehenden Muster eingehend betrachtet, Zeichen liest, die jedem anderen verbogen bleiben.
Dabei schaut sie Hexe nicht einmal herauf und lässt sich auch nicht ansehen, ob sie überhaupt zuhört oder nicht. Tatsächlich ist ihr das ganze Unternehmen der Rebellen gleich; sie liebt das Land, doch auf eine andere Art und Weise, als es die Patrioten einer Nation tun. Sie ist hier, um zu beobachten, zu lernen und den Willen der Geister zu vermitteln. Um eine lange Reise zu beschreiten. Ihre Motivationen sind von all dem, was Sherring bietet, völlig losgelöst.
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Karambagya

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[IC] Kapitel 3 - Der letzte Paladin
« Antwort #10 am: 29.11.2009, 10:27:53 »
Zarna-kai zuckt einfach nur mit den Schultern bei Sherrings Erklärungen. Die politischen Spiele der Damarer waren ihm völlig egal und am Ende würde der den Sieg davontragen, der es verdient hatte: "Der Feuerfürst wird jenen, die die Prüfungen bestehen und die Schmerzen ertragen leutern und zum Sieg führen. Seine Flamme währt ewig und wir alle die ihr nicht gewachsen sind verzehren."
Die Worte des Genasi sind recht kryptissh, doch für den Schwertmagier sind sie im Angesicht der Lehre Kossuths so klar wie Glas. Anschließend schweigt er einfach, sich völlig sicher, dass dies alles nur eine weitere Prüfung Kossuths ist und er sie entweder bestehen würde und einen weiteren Schritt zur läuternden Reinheit gelangen oder in den Flammen vergehen würde.
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Morningstar

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[IC] Kapitel 3 - Der letzte Paladin
« Antwort #11 am: 29.11.2009, 15:11:48 »
Etwas mehr Enthusiasmus..., denkt sich Sherring und seufzt hörbar.
"Also gut, okay. Für diejenigen, die sich mit der Geschichte dieses schönen, doch kalten, Landes nicht auskennen, sei hier ein kurzer Abriss gegeben, bevor ich dann meine eigene Verwicklung deutlich machen werde:

Vor knapp vier Dekaden wurde der Sohn von König Gareth Drachenbann, Aryan Drachenbann, durch Yarin Frostmantels Ränke gemeuchelt. Zu diesem Zeitpunkt, war wiederum dessen Sohn, und Gareths Enkel, Pavel noch... nun. Zwei Tage zuvor empfing seine Mutter Marja Drachenbann wohl den... Samen. Es gelang ihr zu fliehen, und tatsächlich - es gelang ihr der Zitadelle zu entkommen. Sie floh nach Cormyr, wo ihr politisches Asyl gewährt wurde. Und darüber hinaus, gelang es ihr in den folgenden Jahren auch gewissen Einfluss auf den - damals noch in seinen besten Jahren befindlichen - König Foril Obarskyr auszuüben. Dies ist wohl der Hauptgrund für das immernoch in begrenztem Maße bestehende Interesse von Cormyr an der Sache.
Pavel wurde dann in Cormyr aufgezogen. Und schnell wurde deutlich, dass auch er zur heiligen Pflicht als Paladin berufen ward. Die letzte Hoffnung..."


Sherring macht eine lange Pause, und holt aus einer Schachtel unter seinem Arbeitstischchen eine Zigarre hervor. Auf ein magisches Befehlswort hin, entspringt aus einem seiner Ringe eine kleine Flamme, an der er die Zigarre anzündet.

"Allerdings", beginnt er dann, und bläst in den ohnehin sehr kleinen Raum eine dicke Rauchschwade, "Konnte Marja bei ihrer übereilten Flucht etwas sehr wichtiges nicht mitnehmen..."
Wieder macht Sherring eine kurze Pause
"Und hier komme ich ins Spiel, doch zuvor muss ich ein wenig weiter ausholen. Eine Geschichte, die die wenigsten wirklich glauben, wie es oft bei den vielfach ausgeschmückten Epen ist, die die Barden erzählen. Doch sie ist wahr, auch wenn ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht auf der Welt war, bin ich davon überzeugt.

Die Geschichte handelt vom Paladinkönig Gareth Drachenbann, und seiner Abenteurergruppe. König Gareth hatte damals übrigens, noch vor der Zauberplage, Damara und das damals vollkommen wilde und nur sporadisch von Orks und Halborks zivilisiert bewohnte Vaasa, geeint als die Blutsteinlande. Dieser Name ist heutzutage nicht mehr geläufig. Doch das bloß am Rande.

Nun, Gareth Drachenbann vollbrachte damals große Taten. Ich will es aber dennoch kurz halten, denn es ist schon spät..."
, mittlerweile hat sich der kleine Wagen vollständig mit Zigarrenrauch gefüllt, und Sherring pafft fröhlich weiter.
"Damals im Jahre 1359 nach Taliser Zeitrechnung, ist Gareth Drachenbann mit seinen treuen Gefährten, die sich größtenteils aus Mitgliedern des damaligen Spysong-Netzwerkes, dem ehemaligen königlichen Nachrichtendienst, zusammensetzten, in den Abyss gereist, um eine große Gefahr für sein geliebtes Land abzuwenden...", ihr merkt, wie Sherring eine Gänsehaut bekommt, bei soviel selbstlosem Patriotismus.

"Er stahl die Rute des Orcus im Abyss, und - Bahamuts Rat folgend - zerstörte er sie, indem er sie in das Blut von Tiamat eintauchte. Als die Rute dann zerstört war, blieb von ihr nur ein kleiner, weißer Edelstein zurück. Gareth gelang es nach Toril zurückzukehren, und so pflanzte er diesen Edelstein im Hofe seines Palastes, und es wuchs ein prächtiger weißer Baum daraus. Deshalb nennt man ihn auch das Baumjuwel."

Sherring prüft eindringlich eure Gesichter, da er wohl fast schon befürchtet, dass man ihm nicht glauben würde.

"Warum ich nun so weit ausholen musste: Dieser Baum besaß mächtige magische Kräfte, und schützte die Blutsteinlande, wie die Familie Drachenbann. Die engsten Vertrauten seiner Paladin-Majestät, besaßen magische Gegenstände, in welche die Äste oder Blätter des Baumes eingearbeitet wurden. So zum Beispiel der Stab von Kane, einem nun ver...schwundenen Mönch des Ilmater vom Kloster der Gelben Rose, welches unweit westlich von hier in den Galenas sich befindet. Oder auch einige Möbel in dem Arbeitszimmer meines Onkels, der ein wichtiger Funktionär von Spysong war. Doch all das war vor der Zauberplage, und wie ihr euch denken könnt, überstanden diese Sachen den Tod von Mystra nicht unbeschadet."

Er macht eine Pause, und mittlerweile ist der Raum dermaßen zugenebelt, dass man kaum die Hand vor den Augen sehen kann...
« Letzte Änderung: 29.11.2009, 15:14:28 von Morningstar »

Nazjatan

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« Antwort #12 am: 29.11.2009, 15:20:18 »
Der Sohn, dessen Vater und Urgroßvater... Nazjatan hört nur noch mit halbem Ohr zu.
Andächtig entlässt er einen tiefen Säufzer. Sein Blick schweift durch das Wagenfenster nach draußen in die Kälte.
Drachenbann.. Der arme Junge hat seinen Vater auf so grausame Weise verloren, aber offenbar war dies seinem Glauben an die gute Sache nicht abträglich. Nicht viele haben den Mut sich seinen Feinden so offen zu stellen, und sich dabei auch noch Paladin nennen zu dürfen. Ich muss dringend mehr über ihn in Erfahrung bringen. Naja, kommt Zeit, kommt Rat. Hm, Rat... Was, Bahamuts Rat!? Tiamats Blut!? Nazjatan lässt sich seine wieder stärker werdende Neugier nicht anmerken, konzentriert sich aber nun wieder auf die Erzählungen des Magiers.
« Letzte Änderung: 29.11.2009, 15:55:40 von Nazjatan »

Gannayev Cormaeril

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« Antwort #13 am: 29.11.2009, 15:48:33 »
Gannayev lauscht aufmerksam den Informationen. Sein Gesicht ist eine eiserne Mauer, auch wenn man ihm kurz Missbilligung ansieht, als er die Antwort auf seine Nachricht erhält. Dann lehnt er sich allerdings wieder zurück und weist Sherring an mit einer Handbewegung fortzufahren. Offensichtlich will sich der Ritter noch nicht äußern.
Dann verlegt sich Gannayev wieder auf das Zuhören. Diesmal scheint allerdings die Überraschung das ein oder andere Mal durch.
“Hm...von vielem habe ich nichts gewusst. Ich frage mich nur, ob eine Verwicklung Cormyrs mit dem Rebellen wirklich im Sinne des Königreiches ist. Allerdings komme ich nur so an die Hexenritter und kann ihnen Gerechtigkeit wiederfahren lassen für ihre Taten. Ich muss mehr hören.“
Der Schwerthauptmann wedelt etwas Rauch weg und hustet kurz.
“Könntet ihr bitte mit dem Rauchen in einem derart kleinen Raum aufhören? Es wäre mir sehr genehm und würdet ihr fortfahren. Ich muss mehr hören.“
Für Cormyr!

Morningstar

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[IC] Kapitel 3 - Der letzte Paladin
« Antwort #14 am: 30.11.2009, 16:52:27 »
Sherring seufzt und öffnet die Fensterläden, und sogleich fährt eine eisige Brise in den kleinen Wagen, die zunächst durchaus wohltuend ist. Schließlich steht und sitzt ihr recht dicht gedrängt. Der Magier stellt sich ans Fenster und pafft dort weiter, und schweigt für einige Augenblicke, bevor er mit seiner Erzählung fortfährt:

"Das Baumjuwel selbst implodierte mit dem Tod der Göttin. Damit war Damara dem Einfluss böser Menschen wieder schutzlos ausgeliefert, und wie die Geschichte zeigt, hat es nicht lange gedauert...

Allerdings waren zu diesem Zeitpunkt als Mystra starb, zwei Fragmente des Artefaktes, ein Zweiggeflecht sowie ein in Bernstein gefasstes Blatt des Weißen Baumes, nicht auf dieser Ebene der Wirklichkeit. Während ersteres - das Haargeflecht, welches der Barde Riordan Parnell, ebenfalls ein enger Vertrauter von Gareth und Mitstreiter seinerzeit im Abyss, auf einer seiner zahlreichen Ebenenreisen trug, just als Mystra starb - schon vor vielen Jahren wieder seinen Weg zurück nach Toril fand, so war das Letztere lange Zeit verschollen. Insbesondere beängstigend daran war, dass es kurz vor der Zauberplage aus dem Arbeitszimmer meines Onkels in Warrenwood gestohlen wurde. Und.... spätestens jetzt ist es an der Zeit, dass ich euch offenbare, wer ich bin.

Ich möchte die Wahrheit, die ich gegenüber euch unterschlagen habe aufdecken, und ich hoffe, dass keiner von euch mich nun verraten wird. Treue Verbündete sind teuer und rar in dieser Zeit, und ich erhebe diesen Anspruch nicht. Doch selbst wenn ihr mich verratet, oder sogar Agenten der Zitadelle unter uns sind hier in diesem Wagen, so wisset, dass der Plan nicht mehr vereitelt werden kann. Wisst auch, dass es euch, sobald wir im Hauptquartier angekommen sind, jederzeit frei steht, den von euch womöglich erhofften Weg ins sichere und warme Königreich der Purpurdrachen, anzutreten. Denn es dauert nicht lange, und es wird ein verquicktes Portal errichtet sein, das euch direkt, zum Beispiel, in eines der Portale der Kriegsmagier in Cormyr bringen kann. Ich werde selbst, sobald meine Arbeit hier getan ist, dorthin gehen. Selbst wenn sich alles zum Guten wenden wird...
Zu mir: Ich bin niemand Großes, und im Angesicht der nun eben berichteten Epen ein unbedeutender, grauer und kleiner Niemand. Doch ich bin auch der Neffe von Emelyn dem Grauen, Erzmagier am Hofe von König Gareth Drachenbann einst.

Also nun... ich war mir auch nicht immer dessen bewusst, was ich euch hier eben berichtet habe. Eigentlich kam es auch erst vor kurzem über mich, als mein Onkel vor der Türe stand. Gewiss wäre ich schon längst von Damara abgehauen, hätte er mich nicht gebeten auszuharren. Ich fungierte gewissermaßen als Auge und Ohr der Rebellen in Helgabal. Jedenfalls dachte ich, dass ich unheimlich schlau wäre, und allen Eventualitäten vorgebeugt hätte. Und ich überschätzte die Macht des Blattes, oder unterschätzte die der Zitadelle. Und immernoch weiß ich nicht, wo die undichte Stelle in meinem Plan gewesen ist..."
, er hört auf die sprechen und starrt in die Nacht. Es ist mittlerweile unangenehm kalt, obschon der Rauch größtenteils zum Fenster rauszieht...sein Blick wird hart und mindestens so kalt, wie die Raumtemperatur....
« Letzte Änderung: 30.11.2009, 16:54:33 von Morningstar »

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