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Autor Thema: Kapitel I - Flüsternder Schnee  (Gelesen 13129 mal)

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Kâdir Zinopolous

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Kapitel I - Flüsternder Schnee
« Antwort #15 am: 14.04.2010, 19:11:47 »
"Ihr habt seit Tagen nicht mehr richtig geschlafen, oder?" - "Seit Tagen nicht mehr, genau..."

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Damit, dass sie in dieser Witterung um diese Jahreszeit tatsächlich Beute machen, hat Kâdir nicht gerechnet. Noch weniger jedoch damit, dass der Kleriker eine so wirkungsvolle Unterkunft für die vier Reisenden hat schaffen können. Schutz vor Niederschlag und Wind, ausreichend getrockneter Boden - selbst das Lagerfeuer ist nicht nur weit genug von der Behausung entfernt, um keinen Brand zu riskieren, sondern sogar in einem ausgehobenem Graben entfacht. Kâdir hebt anerkennend die Augenbrauen, als er Vâels Werk begutachtet. "Alle Achtung, Priester," stellt Kâdir fest und sieht ihn an, "ich hätte es selbst kaum besser machen können. Vielleicht wollt Ihr morgen die Führung übernehmen?" Im Dunkel der Nacht scheinen sich die strengen Gesichtszüge des Soldaten für einen Moment zu lockern. Ohne jedoch eine Antwort abzuwarten wendet er sich von Vâel ab. Seine Aufmerksamkeit gilt dem erlegten Reh, welches Bolmur in der Nähe des Feuers abgelegt hat. "Wisst Ihr, wie man so ein Vieh zerlegt, Nordmann?" Kâdir kniet sich vor dem toten Tier in die Hocke. Die tiefen Wunden hat er sofort an Stelle verbunden, um nur keine Blutspuren zu ihrem Lager zu riskieren. Aufmerksamkeit erregen sie ohnehin. Er nimmt eines der Bänder ab und greift mit den Fingern in die blutige Wunde. Nach kurzem Suchen bringt er eine Pfeilspitze zu Vorschein. Den hölzernen Rest bricht er ab, sucht eine noch nicht verschmierte Stelle am Verband und reibt das kleine Stück Metall sauber. "Sonst kümmer' ich mich darum.

Und macht Euch schon mal Gedanken über die Nachtwache."

Jon Faust

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Kapitel I - Flüsternder Schnee
« Antwort #16 am: 15.04.2010, 15:56:13 »
"Das Zerlegen eines Beutetieres lernt man in meinem Stamm schon als kleines Kind, das ist also kein Problem. Die erste Schicht der Nachtwache kann ich ebenfalls übernehmen, ich brauche fürs erste nur ein wärmendes Feuer, ihr solltet euch ausruhen." Noch bevor Bolmur diesen Satz beendet, zückt er ein Messer und rammt es dem Tier in den Leib.
« Letzte Änderung: 15.04.2010, 15:56:56 von Bolmur »

Ultan

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Kapitel I - Flüsternder Schnee
« Antwort #17 am: 16.04.2010, 14:34:27 »
Nachdem das Reh fachmännisch ausgeweidet hat, hängt bald ein brutzelnder Braten über dem Feuer. Als ihr die ersten warmen Bissen herunterschluckt weicht fühlbar die Anspannung aus euren Gliedern. Die Beute ist reichhaltig und obwohl ihr euch seit Tagen einmal wieder richtig satt essen könnt, bleibt dennoch einiges übrig.
Nachdem ihr die Nachtwache eingeteilt habt, breiten sich Bolmur, Kâdir und Vâel mit ihren Schlafsäcken im Unterstand aus, während Kalokin am Lagerfeuer bleibt um seine Wachschicht anzufangen. Nach ereignisreichen zweieinhalb Stunden wirft Kalokin noch ein letztes Mal Brennholz nach, weckt Bolmur und kuschelt sich dannach wohlig seufzend in seinen Schlafsack.
Der Barbar grunzt missmutig, rappelt sich aber ohne ein Wort der Klage auf und setzt sich ans Feuer, sein mächtiges Schwert griffbereit neben ihm. Gegen Ende seiner Schicht glaubt Bolmur eine Bewegung aus den Augenwinkeln wargenommen zu haben, doch als er sich umsieht kann er nichts entdecken. Schulternzucken erhebt sich der Nordmann und weckt Kâdir um seine Schicht zu übernehmen. Während der Waldläufer seinen Lederharnisch anlegt und Pfeil und Bogen auf seinen Rücken hängt, braucht Bolmur nur weninge Augenblicke um seine bereits angefangene Nachtruhe wieder aufzunehmen.

Kâdir reibt sich die Augen nach nur fünf Stunden Schlaf und nimmt den warmen Platz am Lagerfeuer ein.
Schon nach wenigen Minuten hat er das Gefühl beobachtet zu werden und als sein Blick suchend über das Unterholz gleitet, bleibt sein Blick an einem paar eisblauer Augen hängen, die ihn aus dem Dickicht unvermittelt anstarren!
Etwa 9m von Kâdir entfernt duckt sich eine Raubkatze in den Schatten des Unterholzes. Der Südländer erschreckt sicht furchtbar als ihm die unmittelbare Gefahr bewusst wird und muss sich kräftig zusammenreißen um nicht sofort panisch aufzuspringen.
Kâdir ist sich nicht sicher ob das Tier das Auffliegen seiner Tarnung bemerkt hat, denn es liegt weiterhin regungslos auf der Lauer und blickt ihm unvermittelt ins Gesicht.

Kâdir Zinopolous

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Kapitel I - Flüsternder Schnee
« Antwort #18 am: 16.04.2010, 17:45:08 »
Langsam wechselt der Soldat vom Schneidersitz in die Hocke, wendet währenddessen jedoch nicht den Blick von dem Räuber ab. Wenn er sich richtig erinnert, darf er Katzen gegenüber kein Dominanzverhalten signalisieren, darauf reagieren diese aggressiv. Leise fängt er an, dem Tier zuzusprechen.

"Nur die Ruhe, Kleines. Du hast doch sowieso nur Hunger, nicht wahr? Ich will Dir nichts, Du willst mir nichts. Und wenn Du brav bist, geb ich Dir sogar was von unserem Futter ab..."

Während er spricht, hebt er die Stimme immer mehr. Dass das Tier ihn versteht, glaubt er nicht, wichtig ist nur die Körpersprache und der Klang seiner Stimme, an welche sich die Katze gewöhnen soll. Vorsichtig greift er mit der linken Hand nach dem größten Stück Fleisch, das in seiner Nähe liegt und hält es hoch, so dass das Tier es sehen kann.

"Das ist es, was Du willst, hab ich Recht? Richtig, weder unseren Halbling Kalokin, noch den Mann aus dem Noren, Bolmur, und auch der Priester Vâel sind Dir gleich, Dich interessiert nur das Stück Fleisch in meiner Hand..."

Kâdirs Stimme ist mittlerweile in ein lautes Sprechen, aber noch leichtes und ruhiges Rufen übergegangen. Sobald er sich sicher sein kann, dass er die Aufmerksamkeit des Räubers auf das Stück Fleisch gezogen hat, wirft er es ihr hin, gute 6 Meter weit von sich.[1]
Die Namen der Schlafenden erwähnt er in der Hoffnung, diese dadurch zum Aufwecken zu bewegen.
 1. Wild Empathy check

Ultan

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Kapitel I - Flüsternder Schnee
« Antwort #19 am: 16.04.2010, 19:36:41 »
Als Kâdir das Stück Fleisch aufhebt, wird das Tier unruhig und kommt vorsichtig ein Stück aus dem Schatten heraus. Im Schein des Feuers erkennt Kâdir eine Raubkatze in der Größe eines Leoparden, das Fell ist jedoch grau mit einem Stich ins braune. Das Tier wirkt geschwächt und die Rippen des Brustkorbes zeichnen sich deutlich auf dem Pelz ab.
Als der Waldläufer die Stimme hebt, bleckt der Graulöwe die Zähne und faucht bedrohlich. Sein Blick ist jedoch kurz darauf wieder auf den Fleischbrocken in Kâdirs Hand gerichtet.
Schließlich wirft der Mensch das Stück Fleisch in Richtung der Katze und diese macht einen Satz nach hinten, als der Brocken vor ihr aufschlägt. Einige Augenblicke lang starren sich Waldläufer und Raubkatze an, dann stürzt sich der Graulöwe auf das Fleisch, schlägt die Zähne hinein und verschwindet mit einem gewaltigen Satz wieder in das Unterholz.
Kâdir starrt angespannt in das Dunkel, doch das Tier scheint verschwunden zu sein.[1] Erleichtert dreht er sich zu den schlafenden Gefährten um und sieht Vâel aufrecht in seinem Schlafsack sitzen und mit weit aufgerissenen Augen in seine Richtung starren.
 1. +100 EP Bolmur, Kalokin, Vâel; +150 EP Kâdir
« Letzte Änderung: 16.04.2010, 19:47:52 von Ultan »

Vaêl

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Kapitel I - Flüsternder Schnee
« Antwort #20 am: 17.04.2010, 14:05:32 »
"Und er spürte den Atem der Bestie und hielt stand, Samakanth 21, Vers 4.

Iseah. Ein Königssohn des alten Nesseril und Auserwählter des Morgenfürsten. Er fiel einer Intrige zum Opfer und sollte den Löwen zum Fraß vorgeworfen werden. Doch statt ihn zu zerfleischen, beugten die Tiere ihr Haupt und verschonten Iseah.

Ihr steckt voller Rätsel, Herr Zinopolous."








Kâdir Zinopolous

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Kapitel I - Flüsternder Schnee
« Antwort #21 am: 17.04.2010, 14:29:41 »
Der stumme Soldat legt bei den Worten Vâels die Stirn in Falten und atmet tief hörbar aus. Die tiefdunklen Augen bleiben für einen Moment auf dem Priester ruhen, bis Kâdir den Kopf wieder in gen Himmel hebt.

"Meine Zeit ist noch nicht vorbei. Schlaft weiter, Priester, Ihr braucht die Ruhe genau so wie ich. Ich werde euch wecken."

Als er wieder in eine gemütlichere Sitzposition wechselt, löst er den kleinen Beutel an seinem Gürtel und fängt an, darin zu kramen.

Ultan

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Kapitel I - Flüsternder Schnee
« Antwort #22 am: 17.04.2010, 16:39:55 »
Der Rest der Nacht verläuft ereignislos. Der Schnee hat in den frühen Morgenstunden nachgelassen und jetzt rieseln nur noch einige spärliche Flocken hinab auf den weiß gekleideten Wald. Der graue Himmel ist von dünnen Wolkenfetzen durchzogen und zwischen den Bäumen hindurch scheint das Licht einer blassen Morgensonne.
Nachdem kurzen Frühstück zieht sich Kalokin zurück um seine Zauber vorzubereiten, während sich Vâel zum morgendlichen Gebet Richtung Sonne wendet. Der Rest der Gruppe baut indes das Lager ab, löscht das Feuer und bereitet sich auf den Aufbruch vor.

Kalokin

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Kapitel I - Flüsternder Schnee
« Antwort #23 am: 18.04.2010, 11:37:18 »
Die Sonne scheint Kalokin ins Gesicht. Wärme erfüllt seinen Körper und ein breites Grinsen verziert sein Gesicht. Ein neuer Tag, ein neues Abenteuer erwartet ihn. Seinen Rucksack gepackt, seine Zauber vorbereitet. Er, bereit loszuziehen, steht neben dem etwas stillen Waldläufer und wartet bis der Zug seinen Weg fortsetzt. Vor Aufregung dribbelt er auf der Stelle und pfeift verschiedene Volkslieder.
« Letzte Änderung: 18.04.2010, 20:43:50 von Kalokin »

Vaêl

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Kapitel I - Flüsternder Schnee
« Antwort #24 am: 19.04.2010, 10:51:39 »
Ein neuer Morgen hat begonnen. Wie es das Ritual gebietet, legt Vaêl seine Rüstung und sein Hemd ab, um die ersten Strahlen der Morgensonne auf seinem nackten Oberkörper zu spüren. Er kniet nieder, beginnt mit dem der Litanei des Morgens angemessenen Singsang und beendet sein Gebet mit einer Fürbitte:

"Die Dunkelheit weicht und die ersten Strahlen der Morgensonne erhellen unseren Pfad. Fürst des Morgens, lass mich ohne Furcht sein. Lass mich tapfer sein und aufrecht. Lass mich nur die Wahrheit sprechen, auch wenn sie meinen Tod bedeute. Gib mir Kraft, die Wehrlosen zu schützen und kein Unrecht zu tun. Ich will deine Stimme sein und deine Hand. Wo ich gehe, wirst du sein und das Leuchtfeuer der Hoffnung niemals vergehen."

Nach diesen Worten erhebt sich Vaêl. Er versucht sich so gut wie möglich zu waschen, packt seine Sachen und gesellt sich danach zum Rest seiner Gruppe.

Vaêl schenkt seinen Gefährten ein offenes, fröhliches Lächeln und wünscht ihnen einen schönen Morgen. Dass sich Kalo im warmen Licht des Morgens genauso wohl fühlt wie Vaêl, erfüllt ihn mit tiefer Zuversicht.

"Von mir aus können wir aufbrechen. Geht ihr voran, Herr Zinopolous?"

Kâdir Zinopolous

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Kapitel I - Flüsternder Schnee
« Antwort #25 am: 19.04.2010, 14:53:44 »
Mit einem geübten Blick begutachtet Kâdir ihr abgebautes Lager. Die Äste und Zweige sind zur Seite geräumt, das Feuer gelöscht und die Asche mit Erde bedeckt, die Reste des Rehs unter Zweigen und Schnee tiefer im Wald vergraben.

"Geht ihr voran, Herr Zinopolous?", fragt ihn der Sonnenpriester. "Ich denke nicht," antwortet Kâdir, "der Weg ist eindeutig gekennzeichnet und die Sicht ist gut, der Nordmann soll uns führen. Ich bilde die Nachhut. Vor Nachteinbruch sollten wir die Hütte erreichen. Ich hoffe nur, dass dies noch nicht allzu bald geschieht, sonst haben wir eine Nachtrast verschwendet."

Mit diesen Worten hebt er Bolmur entgegen einladend die Hand.

Jon Faust

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Kapitel I - Flüsternder Schnee
« Antwort #26 am: 19.04.2010, 16:07:53 »
Die Kälte, die Bolmurs Körper erst gestern noch durchströhmt hatte, ist für ihn nun nur noch kaum spürbar, sein Körper ist voller Tatendrang.
"Wir sollten weiter ziehen, folgt mir..."  
« Letzte Änderung: 20.04.2010, 15:30:45 von Bolmur »

Ultan

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Kapitel I - Flüsternder Schnee
« Antwort #27 am: 19.04.2010, 18:49:51 »
Ihr brecht auf, mit dem festen Vorsatz heute noch die Hütte zu erreichen. Bei diesem Wetter wird es beinahe unmöglich sein außerhalb des Waldes, wo die Pfade nicht von Baumkronen beschützt werden zu reisen, so dass ihr euch darauf einstellen könnt in der Hütte zu rasten bis es wieder so warm wird das der Schnee taut. Ihr könnt nur hoffen, dass dies in den nächsten Tagen geschehen wird, denn sollte dieser erste Schnee den langen Winter der Mondsee eingeleitet haben, müsstet ihr bis ins Frühjahr, mitten in der Wildnis überleben. Den hoffnungsbringenden Sonnenstrahlen des Morgens zum Trotz merkt ihr das es nicht wirklich wärmer geworden ist. Die Temperaturen liegen nach wie vor unter dem Gefrierpunkt und die aufsteigende Sonne verschwindet rasch in einem dunstig grauen Himmel.
Solange ihr euch bewegt ist die Kälte zu ertragen, doch der schweigsame, weiße Wald wirkt äußerst bedrückend. Nicht ein Tier ist zu sehen, nichteinmal am trüben Himmel. Immer wieder fällt ein Brocken Schnee von den Bäumen und schlägt mit dumpfen Laut auf, dazwischen herrscht unheimliche Stille.

Kâdir Zinopolous

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Kapitel I - Flüsternder Schnee
« Antwort #28 am: 19.04.2010, 22:28:39 »
Während Kâdir den Weg nach hinten absichert, hat er nach einiger Zeit das Gefühl beobachtet zu werden. Er könnte schwören, etwas verfolgt sie, doch immer, wenn er glaubt, eine Bewegung im Augenwinkel ausgemacht zu haben und den Kopf dreht, ist dort nichts zu sehen.
Darüber hinaus scheinen plötzlich allerlei Geräusche in seiner Umgebung zu erwachen, er kann allerdings nicht genau zuordnen woher sie kommen. Das Knirschen des Schnees unter seinen Sohlen klingt mit jedem Schritt anders, der von den Bäumen fallende Schnee ertönt auf einmal ganz nah, dann wieder ganz fern. Ein schwacher Wind pfeift klirrende Melodien, doch als er den Finger befeuchtet und in die Luft hält ist es absolut windstill.

Er schüttelt den Kopf und geht weiter, doch das Geräusch schwillt wieder an und pfeift ihm um die Ohren. Es klingt fast so wie dünne Stimmen im Wind, als würde der Wald zu ihm flüstern. Die Worte kann er nicht verstehen, doch einige Silben klirren wie Eis und jagen ihm einen kalten Schauer den Rücken herunter.
Das Flüstern wird geräuschvoller und umgibt ihn nun wie ein Schleier. Ein dunstiger Nebel scheint sich auf seinen Geist zu legen.

Erschrocken schüttelt er den Kopf und versucht, wieder klare Gedanken zu fassen!
Irgendetwas will in seinen Kopf und sich in seinem Verstand festsetzen, doch Kâdir lässt sich nicht so leicht unterkriegen!
Langsam lässt das Flüstern nach und die Umgebung um ihn herum wird wieder zu dem stillen, weißen Wald. Seine Gefährten sind indess weitergelaufen, so dass er nun einige Meter aufzuholen hat. Als er sich wachsam umsieht, kann er kein Lebewesen um sich herum ausmachen. Und doch verlässt ihn das Gefühl nicht, irgendetwas würde am Rande seines Blickfeldes auf ihn lauern.

Erst dachte Kâdir, es wäre wieder so wie früher, es käme wieder. Für einen Augenblick fühlte er sich daran erinnert, wie er damals ebenso wie heute die Nachhut bildete, und sie auch durch die Tiefen der Wälder - damals brennend heiß, heute eisig kalt - pirschten. Doch dieses hier, was immer es war, war anders.

Rasch sprintete er durch das verschneite Gehölz, um zu Vâel und Kalokin aufzuholen. Die dunklen, immermüden Augen des Soldaten durchsuchten hektisch die erbarmungslos weiße Baumlandschaft.

"Seid vorsichtig," warnte er sie, als er ihnen den Rücken zudrehte, in Deckungshaltung ging[1] und seinen Bogen in die Hände nahm, "ich glaube, wir sind nicht allein...!"
 1. Total Defense
« Letzte Änderung: 20.04.2010, 14:07:45 von Kâdir »

Vaêl

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Kapitel I - Flüsternder Schnee
« Antwort #29 am: 20.04.2010, 16:00:09 »
Vaêl waren die nervösen Bewegungen des Waldläufers schon vorher nicht entgangen, aber als sich Herr Zinopolous nun hinter der Gruppe in volle Verteidigungsbereitschaft begab, sah man ihm die Anspannung deutlich an. Auf die Erfahrung des Soldaten vertrauend, hebt Vaêl seine Schild, bezieht ebenfalls Stellung[1] und versucht herauszufinden, was Herrn Zinopolous so beunruhigt hat[2].

" Was habt ihr gesehen?"

 1. Total Defense
 2. Spot

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