Autor Thema: Schwarze Wolken - Fortsetzung  (Gelesen 13703 mal)

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Tarator DoUrden

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Schwarze Wolken - Fortsetzung
« Antwort #30 am: 11.05.2010, 01:46:04 »
Nachdem der Halbling im Unwetter hinter der Tür verschwunden war, drehte Tarator sich wieder zum Rest der Gruppe herum.
"Was mich motiviert, wollt ihr wissen? Nun, sagen wir einfach, mich plagt eine gewisse Neugier, warum ihr", er nickt dem Zwergen und dem Genasi zu, "und ich leuchten wie das Narbondel zur Mittagsstunde. Und wenn ich mir eure Differenzen so anhöre, scheint es, ihr könntet morgen früh jemanden gebrauchen, der sich die Hände schmutzig machen kann, ohne Gewissensbisse zu bekommen. Ich mache die Drecksarbeit und ihr verratet mir, warum ich aussehe, als hätte ich Glühwürmchen gefrühstückt."
Die deutliche Befürwortung durch den Kahlkopf überraschte den Dunkelelfen doch gehörig. Derartigen Zuspruch hatte er über der Erde noch nicht erlebt. Die Bemerkung zu Gut und Böse ließ ihn jedoch vermuten, dass sein Gegenüber wohl auch aus einer Gesellschaft kam, deren Werte sich nicht mit denen der breiten Oberflächenbevölkerung deckten. Auf den geflüsterten Vorschlag hin, nickte Tarator fast unmerklich, sodass nur Kahlkopf es bemerkte. Er war gespannt, ob die anderen ihre Meinung noch ändern würden. Wenn nicht, würde er ihnen eben am nächsten Morgen beweisen müssen, dass auch ein dunkelhäutiger Elf von Nutzen sein konnte.

Menthir

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Schwarze Wolken - Fortsetzung
« Antwort #31 am: 12.05.2010, 16:39:06 »
Spätabend des 4.Flamerule 1373TZ 21:30:00 Baldurs Tor – Innenbereiche der Taverne „Zum Schiffsbruch“

Tamanar spürte den kalten und harten Regen durch seine Schutzkleidung und es brauchte nicht einmal eine Handvoll Augenblicke bis das Wasser in Strömen an dem Halbling herablief. In der Ferne zuckten noch Blitze am Himmel, aber es schien sich in ungewöhnlich kurzer Zeit verzogen zu haben, so dass nur noch am Rande leises Grummeln statt polterndem Donner wahrgenommen werden konnte. Dennoch war anhand der dunklen Wolken selbst für einen Unkundigen zu erkennen, dass der Starkregen wohl noch eine Weile anhalten würde. Die wenigen Blitze beleuchteten das Szenario der großen und dunklen Wolkentürme, welche noch Regen für Tage zu tragen schienen. Solch große Wolkenberge hatte Tamanar die ganze Reise nicht gesehen, es schien, als würde sich knapp über der Stadt beginnen und sich unendlich in den Himmel emporheben. Ein gleichermaßen beeindruckender als auch beängstigender Anblick.
Von Unterstand zu Unterstand sprintend, die meisten Pfützen umschiffend, schaffte Tamanar es innerhalb weniger Minuten zum Schrein des Ilmaters. Und mehr als ein Schrein war es wahrlich nicht. An einer Ecke eines steinernen Hauses, im Blitzlicht fiel auf, dass es grau verputzt worden war, befand sich einer hölzerner Unterstand, unter dem eine krude Statue des gebrochenen Gottes auf einem alten Holztisch stand, welcher sich langsam durch das Gewicht der kleinen, etwa 70cm hohen, Statue und der Nässe verzog. Vor der Statue war noch eine einfache Holzschüssel auf den Tisch gelegt worden, in die Wanderer und Bürger einen kleinen Obolus für die Armen werfen konnten. Ansonsten war der Unterstand beinahe leer, bis auf eine Person, welche am dem nassen Boden kniete und zu Ilmater betete. Sie war komplett in weiße Tücher gehüllt, welche jedoch von der Nässe der Umgebung durchtränkt und an den Rändern stark verschmutzt war. Erst als die Person, nachdem sie sich des sich nähernden Halblings gewahr wurde, sich umdrehte, konnte Tamanar Schattenfuß erkennen, dass es sich um eine Frau handelte. Durch das schlechte Licht waren nur schwerlich Einzelheiten erkennen, ihre Stimme wies sich jedoch als ältere Dame aus. Bis auf ihr Gesicht war alles in den Tüchern verborgen. Ihre Statur ließ auf einen Menschen schließen.

„Ah, ein später Besucher. Doch ist es nicht ein bisschen spät für einen kleinen Jungen, noch bei diesem Wetter durch die Straßen zu tollen? Oder ist es so spannend?“, ihre Stimme klang sanft und auch sie schien Probleme zu haben, bei den schlechten Sichtverhältnissen einen menschlichen Jungen von einem Halbling unterscheiden zu können. „Oder hast du etwa kein zuhause und Angst? Dann darfst du dich gerne zu mir gesellen. Doch zu Essen habe ich leider auch nichts für dich, mein Junge. So leid es mir tut.“

Die Diskussion im Schiffsbruch schien nun ein Ende gefunden zu haben und Müdigkeit übermannte die Abenteurer, aber auch die Gäste. Der Mann, welcher sich Thargosz immerhin mit Worten entgegengestellt hatte, fand nun auch den Mut, die Taverne zu verlassen und der Großteil der anderen Gäste folgte ihm, um diesen Ort zu verlassen. Eines dürfte feststehen, denn egal wie das Leben des Wirtes weitergehen würde, seine Spelunke war nun noch weiter in Verruf geraten, denn die Vorgänge dieses Abends würden schnell die Straßen der Stadt durchdringen und sich auf einer langen Liste von merkwürdigen Vorkommnissen einreihen. Jetzt waren nur noch die Abenteurer, der Wirt und der verängstigte Junge im Raum, welcher nicht viel von seiner Umgebung mitbekam und nur nach draußen starrte. Er wirkte dabei beinahe apathisch, die Tränen waren längst vergangen und irgendeine Gewissheit hatte ihn bereits eingeholt.
Und eine weitere Frage stellte sich den Abenteurern. Zwar waren sie müde, aber alleine ihre Müdigkeit verschaffte ihnen noch kein Bett. Die Welt, auf der sie wandelten, gab Anlass zum Glauben an die größten Wundertaten, aber dass aus der Notwendigkeit des Schlafes dem Geist ein Bett erwuchs, das hatten wohl die wenigsten perfektioniert.
"Zwischen dem Schwachen und dem Starken ist es die Freiheit, die unterdrückt, und das Gesetz, das befreit." - Jean-Jacques Rousseau, Du Contrat Social

Tamanar Schattenfuß

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Schwarze Wolken - Fortsetzung
« Antwort #32 am: 13.05.2010, 00:03:31 »
Tamanar trat unter die Überdachung und Brummbär folgte ihm. Der Hund schüttelte sein langes Fell aus und spritzte dabei ordentlich Wasser um sich herum. Aber es war eh alles schon so naß, das das auch keinen Unterschied mehr machte...
Der Halbling streifte die Kapuze vom Kopf und ein paar nasse Stränen aus seinem Gesicht. "Ich grüße Euch Gezeichnete," und er lächelte die Frau freundlich an. "Ich benötige Eure Hilfe. Nein eigentlich nicht ich, sondern der Wirt der Taverne zum Schiffbruch. Ich glaube er hatte einen Herzanfall. Wie auch immer," er unterbrach, als ein Donner durch die Strassen der Stadt fegt, kurz nachdem ein Blitz die gleichen Straßen für einen Sekundenbruchteil erhellt hatten. "ich habe ihn über den Berg gebracht, aber jemand muß sich zumindest heute Nacht und vielleicht noch ein wenig länger um ihn kümmern und ich habe leider andere Dinge zu erledigen, die keinen Aufschub dulden." Er deutete eine kurze Verbeugung an. "Einer meiner Freunde achtet im Moment auf ihn, aber er hat nicht die Hände eines Heilers wie Ihr, oder wie der unbändige Schurke sie mir verliehen hat." Er blickte sich noch einmal um und schüttelte seine Haare ein wenig aus, um der Frau Zeit zu geben, seine Worte wirken zu lassen. Noch ein Blitz und ein Donner huschten durch die Straßen der Stadt, nach denen Tamanar noch ein paar Worte folgen ließ. "Ich bin auch gerne bereit Euch dafür etwas zu spenden oder wenn Ihr vielleicht durch die Umstände verseuchte Nahrungsmittel oder Wasser habt, zu reinigen. Mögen meine Hände auch sprichwörtlich mißgeschicklich sein, so habe ich doch die Gabe erhalten, Euch und Euren Schutzbefohlenen damit vielleicht helfen zu können." Während er auf eine Antwort der Frau wartete, streichelte er Brummbärs nassen Kopf.

Gramir Knäulbart

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Schwarze Wolken - Fortsetzung
« Antwort #33 am: 13.05.2010, 01:44:16 »
Gramir schaute derweil ob er irgendwo Zimmerschlüssel beim Wirt oder in der Nähe des Tresens erkennen konnte.
Als er einen Schlüsselbund beim Wirt erkennt, wendet er sich dicht an dessen Ohr und spricht zu ihm.
"Guter Wirt, meine Begleiter und ich brauchen Zimmer für die Nacht. Wäret ihr so gut uns hier in eurer Taverne schlafen zu lassen? Wir werden selbstverständlich dafür bezahlen. Wenn ihr mir die Zimmerschlüssel geben würdet, finden wir sicherlich die richtigen Türen, sodass ihr euch keine Bemühungen machen müsst. Ich selbst werde selbstverständlich noch hier bei euch bleiben und euch so gut es geht versorgen bis Tamanar wieder da ist."
Sollte der Wirt nicht antworten, da es ihm immernoch zu schlecht ging, holte Gramir 5 Goldstücke hervor und legte sie in die Hände des Wirtes und versuchte dann behutsam den Schlüsselbund vom Wirt zu lösen, darauf achtend ob der Wirt dies zuließ oder nicht.
« Letzte Änderung: 14.05.2010, 02:10:35 von Gramir Knäulbart »

Cephyron

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« Antwort #34 am: 14.05.2010, 00:11:15 »
Eine Zeit stand Cephyron nur daneben und beobachtete die Gruppe. Er schwieg dabei, um erstmal selber nach den Ereignissen einen kühlen Kopf zu erlangen und die Situation richtig bewerten zu können. Thargosz hatte ein gutes Argument hervorgebracht, als er zu dem Drow sprach. Die schwarz-weiße Sicht war nicht immer die richtige, vor allem wenn es um einen Kampf zwischen zwei Fraktionen ging. Und dazu kam noch der Umstand, dass er Dunkelelf von dem gleichen Leuchten befallen war, wie er selber auch. Dass er dieses nach der nicht freundlichen Begegnung mit einem anderen dieser Unterweltbewohner zu erdulden hatte, ließ darauf schließen, dass auch die Gestalt im Schiffbruch gewisse Differenzen mit den Drow hatte. In der schwarz-weißen Weltansicht sagt man, dass das Böse nicht bestehen könne, weil es sich stets selbst zerfleischt. Während seiner Studien las der Genasi von der Rivalität unter den Häusern der Drow, die vor allem die Gunst ihrer Göttin als Ziel hatte. Dass dieser Drow sich in der Gesellschaft der Menschen aufhielt, konnte vielleicht bedeuten, dass er in der Missgunst dieser stand. Noch war der Magieweber nicht sicher, was er von der ganzen Sache halten sollte.

Allerdings waren die Waffen, die der Dunkelelf offenbarte, sicherlich ein Argument dafür, ihn zu dem Auftrag mitzunehmen, denn was auch immer sich am nächsten Tag ergeben sollte, so wie er dieses Spiel der Götter durchschaut hatte, gab es immer wen, der sein Leben lassen musste. Er sandte ein kurzes Gebet an seine Herrin Akadi, dass es nicht sein Leben sein würde, und näherte sich dem Flammenkrieger und dem Dunkelelf. An letzteres wandte er sogleich das Wort: „Was es mit dem Leuchten auf sich hat, wüsste ich auch gerne. Ich weiß zwar nicht, was ein Narbondel ist, aber stören tut mich das Leuchten dennoch. Vielleicht können wir wirklich zusammen arbeiten. Da wir an der gleichen seltsamen Sache leiden, glaube ich sogar, dass wir einander vertrauen können. Könnt ihr mir vielleicht verraten, wie es bei euch aufgetreten ist? Bei mir ist es aufgetreten, nachdem einer eures Volkes mich auf der Reise hierher mit einem Pfeil an der Stelle getroffen hatte.“ Nach den Worten gähnte er. Es war ersichtlich, dass er erschöpft war, und bald ein Bett benötigte, um am nächsten Tag ausgeruht zu sein. Die Hoffnung, an dem Tag noch einen Heiler aufsuchen zu können, schwand. Vermutlich würde er auch keine Antwort mehr auf seine Frage diesbezüglich vom Wirt bekommen.

Tarator DoUrden

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Schwarze Wolken - Fortsetzung
« Antwort #35 am: 20.05.2010, 04:00:36 »
"Das Leuchten in meinem Bauch rührt auch von einem Pfeil her. Vor einigen Tagen als ich gerade erst diese Stadt erreicht hatte, suchte mich ein kleiner Halbling hier im Schiffsbruch heim. Während ich gegen ihn kämpfte, muss jemand durchs offene Fenster geschossen haben. Ich konnte jedoch niemanden erkennen. Da in diesem Moment auch der Halbling verschwand, habe ich also auch mehr Fragen als Antworten. Während des Hinterhalts setzte ein merkwürdiges Gewitter begleitet von Ascheregen ein. Ihr sagt, ein Dunkelelf hätte euch den Pfeil verpasst? Konntet Ihr ihn stellen? Nun, wie auch immer, das Leuchten hat mich in den letzten Wochen nicht umgebracht, und das wird es mich auch in der nächsten Nacht nicht. Ich werde mich jetzt auch zur Ruhe legen. Wer weiß gegen was für Gestalten ich morgen meinen Kopf für Eure Heiligenscheine hinhalten muss. Und die von Euch, die kämpfen wollen, sollten es mir gleich tun - Ihr scheint einen weiten Weg hinter Euch zu haben." Tarator deutete ein Nicken in die Runde an und machte sich daran den Schankraum zu verlassen. Im Türrahmen blieb er dann doch noch einmal stehen: "Ach, und schließt Eure Fenster..." Mit diesen Worten verschwand er in Richtung seines Zimmers.
Dort angekommen legte er sich umgehend zu Bett, ohne die Handarmbrust abzuschnallen und die Klingen in greifbarer Nähe.

Menthir

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Schwarze Wolken - Fortsetzung
« Antwort #36 am: 25.05.2010, 23:16:05 »
Früher Morgen des 5.Flamerule 1373TZ 05:04:00 Baldurs Tor – Zimmer der Taverne „Zum Schiffsbruch“

„Ihr blutigen Arschlöcher! IHR VERDAMMTEN BLUTIGEN ARSCHLÖCHER!“. Es hämmerte irgendwo auf dem Flur. Zweimal. Dann Ruhe. Vielleicht vier oder fünf Atemzüge später fing es wieder an, dann ein Krachen als wäre eine Tür aus den Angeln geflogen. „AAAARRRRRRGGGHHH!“ Ein Schmerzensschrei gefolgt von einem plumpen Aufprall als wäre ein nasser Sack umgefallen. Ihr seid wach.

Tamanar war schnell durch die Nacht entschwunden und war der Priesterin begegnet, welche ihn für ein Kind gehalten hatte. Die Wortfolge war eine kurze, das Gespräch nicht sonderlich erträglich und die Priesterin scheinbar keine geweihte Klerikerin in dem Sinne, wie der Halbling eine solche Beschäftigung verstan. Zudem war sie nicht sonderlich empfänglich für solche Begriffe wie die «Hände des Missgeschicks» und dergleichen, doch es dauerte nur wenige Minute, da hatte sie die Sorge um den Tavernenwirt Rutherford, welcher einen beinahe fatalen Herzanfall erlitt, übermannt und sie machte sich nach der Zahlung einer kleinen und freundlichen Spende des Halblings sofort auf den Weg in den Schiffsbruch, um den Wirt weiter zu betreuen. Ein wahrhaft guter Zug, denn nachdem Gramir dem Wirt die Schlüssel für die Zimmer abnehmen konnte, waren alle seine Gefährten auf die nur leidlich wetterfesten Zimmer geflohen und hatten sich, nachdem sie das Bett an eine trockene Stelle geschoben hatten, dem wohlverdienten Schlaf hingegeben. Als die Ilmaterpriesterin den Saal betrat, waren Gramirs Augen schon zugefallen, sodass er nach ihrem Wecken nur noch schlaftrunken nach oben torkelte. Ihr Name war nur noch Schall und Rauch, der erlösende Schlaf nahe. So waren fast alle in den Schlaf geglitten.

Nur Tamanar streifte noch durch die Nacht, angefeuert von den Ereignissen und auf der Suche nach Informationen. Wertvollen Informationen. Eben solche, welche über die Richtigkeit von Leben und Tod entscheiden konnten und welche vielleicht auch die Seite, auf welcher man in die Schlacht zog, bestimmten. Tamanar war nur leidlich zufrieden mit den einseitigen Ausführungen des Verrückten gewesen, welcher sich Geist nannte. Und eben, die Gelehrten mögen über diesen Wortwitz lachen, der Geist des Schattenfuß war nicht mürbe genug gewesen, um diesen Auftrag einfach nur ruhen zu lassen und dann selbst zu ruhen, bis man am nächsten Morgen gegen Tyrannosjünger kämpfte oder sogar Kinder schächtete oder ähnliches. Vielleicht war es der Halbling, der in diesen Momenten das Richtige tat. Ob dem nun so war oder nicht, er spürte eine zweite Luft, welche die Müdigkeit und die Nässe aus seinem Körper trieb. Und endlich hörte auch das Wetter auf Kapriolen zu schlagen, gerade als er den Eingang zum Tempel der Tymora erreichte. Die Halle der Lady war ein sagenhafter Ort und Tamanar kannte ihn bereits, doch es war keine Zeit für Schönheit und Kunst. So durchstreifte er den Tempel zielsicher und wurde sich schnell gewahr, dass nichts mehr so war, wie er es kannte. Graue Stofffetzen teilten den Tempel auf und verdeckte jedwede Kunst. Keuchen und Husten begleitete Tamanar auf seinem Weg. Kranke und vielleicht sogar Sterbende, vor Hunger oder vor Krankheit, lagen in diesem Tempel. Schönheit war dem Verfall gewichen.

Doch nach einer Weile fand Tamanar seinen alten Freund. Rupert Seyleen war immer ein Ausgeburt an Leben gewesen. Sechs Fuß groß und sehr schwer, ein Mann purer Lebensfreunde und großer Lust an Speis und Trunk. In Tamanars Erinnerung hatte er stets langes schwarzes und sehr lockiges Haar getragen, und einen sehr fein gestutzten Backenbart. Doch nun waren seine blaue Augen leer und fast gebrochen, seine Haare waren geschoren und nur noch wenige Millimeter lang, ihre Farbe war nur noch aschefarben und sein Bart war seit Wochen nicht getrimmt wurden, die drahtigen Barthaaren standen struppig ab. Er hatte zudem bestimmt das Gewicht eines ausgewachsenen Halblings verloren, der Bauch hing trotzdem schlimmer über den Gürtel als früher, denn es waren auch Muskeln gegangen. Tamanar und er unterhielten sich fast eine dreiviertel Stunde und der aufgeweckte Halbling schaffte es sogar dem erschöpften Rupert ein Lächeln abzuringen und vor allem kam er an wichtige Informationen.

„Der Geist, mein alter Freund, ist doch schon lange tot. 1361 wurde dieser, wohl bekannt als Nachtmaske und Assassine, von einem Deneirpriester erschlagen und sein berüchtigtes Artefakt zerstört. Vielleicht ist es ein Doppelgänger oder Imitator.“ Hatte eine der zentralen Botschatfen des Tymorapriesters gehießen. „Aber dieser Tage...“, er ließ den Rest ausgesprochen, die Botschaft war klar.
„Baniten? Selten mal ein Zent. Spione, wie immer. Nichts bewegendes. Die Flammenden Fäuste haben sie in der Vergangenheit gejagt. Die Nähe zur Kerzenburg zieht sie wohl manchmal an. Dort ist  es wohl auch ruhig.“ Über die Anwesenheit der Tyrannosjünger war nicht viel bekannt, aber Aufschluss über den Jungen konnte Rupert auch nicht geben, jedoch die Situation wusste er einzuschätzen.
„Es darf eigentlich nicht wahr sein. Irgendwas behindert die Zaubermacht der göttlichen Zauberwirker. Nahrung lässt sich kaum von Fäule reinigen, das Wasser geht als einziges kaum zu neige, ist aber auch nicht sauber. Und dann hat der Gondtempel geschlossen, denn dort ist die Cholera ausgebrochen. Panik geht um, Tamanar. Seh lieber zu, dass du diesen Ort wieder verlässt.“
Doch auch eine letzte wichtige Information hatte der erschöpfte Kleriker für den Halbling. „Aber vielleicht weiß Phein Des mehr. Ist irgend’ne Stadtwache. Soll früher ziemlich tief im Orkdung gesteckt haben.“ Rupert liebte noch immer diesen Ausdruck, um die schattige Seite des Gesetzes zu beschrieben, wie in den alten Tagen. „Der weiß mehr über die Zents. War früher auch einer vom schwarzen Netzwerk.“
Ihre Wege trennten sich danach, aber die Hiobsbotschaften verfolgten Tamanar weiterhin. So hörte er noch Priester tuscheln, dass inzwischen der zehnte Ilmaterpriester verschwunden sei und es gäbe nur noch vierzig. Man habe Sorge um die Männer und Frauen, welche des Nachts die Schreine hüteten und die Armen fütterten, die Kranken versorgten und die Sterbenden begleiteten. So brach Tamanar wieder in die Nacht auf.

Phein Des war ein merkwürdiger Kauz gewesen. Ein Halbling, wie Tamanar auch, doch hatte er scheinbar keine Körperbehaarung bis auf eine dunkle Locke, welche zweifach gezwirbelt auf seiner Stirn lag und die er immer auffallend in die Höhe pustete. Das Gespräch mit ihm war...befremdlich, zumal er Tamanar mit Blicken auszuziehen schien. Seine grünen Augen musterten Tamanar immer wieder eindeutig. Seine schlechten Zähne lächelten mal verschüchtert, mal auffordernd. Diese Situation war befremdlich und Phein etwas zu aufdringlich, die Avancen unübersehbar. Und er stank nach billigem Fusel, wahrscheinlich Korn oder ein ähnlicher Schnaps. Jedoch hatte er auch ein paar sinnvolle Informationen, welche Tamanar 25 Goldmünzen kosteten.
„Süßer!“ Der Hauch von Phein wirkte ekelerregend. Zum Glück trug er eine ausreichend verbergende Lederrüstung. Mit seinem Kurzspeer und dem kleinen Holzschild wirkte er nicht wirklich wehrhaft, aber das mochte täuschen. Die Dunkelheit und das schwache Fackellicht waren ein Segen. Nur wenn das Licht günstig fiel, sah Tamanar Pheins pockennarbiges Gesicht. „Süßer. Ich sag dir was. Für so ein Schnuckelchen, wie du es bist, mach ich es auch für wenig Gold.“ Er entließ ein sehr damenhaftes und hohes Lachen und wedelte mit seiner Hand, so sehr freute er sich über seine Doppeldeutigkeit und ob seines Verhaltens, welches einer luskanischen Dirne glich.
„Spaß beseite. Ist nur einer. Redmond heißt er. Übler Wicht.“ Phein schlug die Rückhand der Hand vor seine Stirn, um seine Bestürzung zu zeigen. „Ein Banit. Sucht wohl Kinder, hab ich gehört. Hat hohes Fieber, find ich. Andauernd, wirklich andauernd, Süßer, redet er von diesem Messiaskind. Schlimm, oder?“ Diesmal rotzte er undamenhaft auf den Pflasterstein vor sich und zog die Nase hoch. „Sucht `ne ganze Weile schon nach diesem Kind. Sagt immer, dass es noch gebor’n wer’n muss. So’n Müll. Naja. Umgibt sich immer mit Söldnern, mindestens vier von denen.“
Er rotzte nochmal auf den Boden. „Und das Schlimmste, er soll Ilmaterpriester entführen. Weil die sich um die Weisen kümmern, will er sie wohl auspressen. Keiner weiß, wo die sind. Vielleicht schon tot. Passiert. Momentan vermisst die eh keiner so sehr, dass er sein Leben noch weiter riskiert als das Leben hier von einem verlangt, obgleich es natürlich ärgerlich ist. Frei fressen und so.“ Dann schaute er Tamanar das erste Mal mit ernstem Blick an und leckte sich über die Lippen. „Und wenn du jetzt mehr Information haben willst, müssen wir anders verhandeln, Süßer.“
Tamanar verließ den Torplatz und machte sich auf den Heimweg in die Taverne. Es war inzwischen schon um die dreiundzwanzigste Stunde des Tages. Aber der Halbling kam heil in der Taverne an und fand dort die Ilmaterpriesterin vor, welche den schlafenden Rutherford bewachte, welcher in einem improvisierten Bett schlief. Müde, aber pflichtbewusst, kümmerte die Priesterin sich um den kranken Wirt und händigte Tamanar noch den letzten Schlüssel aus, ehe dieser wie ein Stein ins Bett und in eine traumlose Nacht fiel.

Traumlos war der Schlaf aller Abenteurer im Schiffswrack und erschreckend kurz. War das, was eben vor der Tür zu hören war real? Jetzt schien es ruhig. Für einen Moment vielleicht nur, aber ruhig. Jeder von euch hatte tatsächlich eine einzelne Kammer bekommen. Erst jetzt im klammen Morgenlicht, die Sonne fing gerade an zu steigen, wurden die Details des Zimmers sichtbar. Ein räudiges Bett, mehr Möblierung gab es nicht mehr. Alles andere war aus dem Haus getragen. Schon vor Tagen oder Wochen für Nahrung verkauft. Manche Stellen fielen auf, an denen das Holz eine hellere Farbe hatte. Bilder hatten hier gehangen. Vielleicht sogar Teppiche gelegen. Jedweder geringer Luxus war vergangen. Durch die Hagel war das Dach weiter beschädigt wurden. Tröpfchen fielen auf den Boden neben eure Betten. Die Zimmer, nicht größer als sieben Fuß x sieben Fuß. Immerhin konnte man die Fensterläden schließen, sodass es nicht zu stark zog. Jetzt fiel schwaches Licht durch sie rein. Immerhin regnete es nicht, es schien sogar so, als würde die Sonne scheinen. Nichtsdestotrotz überfiel die Abenteurer ein kalter Schauer. Als würde ein sechster Sinn sie warnen.
"Zwischen dem Schwachen und dem Starken ist es die Freiheit, die unterdrückt, und das Gesetz, das befreit." - Jean-Jacques Rousseau, Du Contrat Social

Zwillingsherz

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Schwarze Wolken - Fortsetzung
« Antwort #37 am: 31.05.2010, 13:57:32 »
“HEY, RUHE!” ruft er zuerst verschlafen, doch dann zuckte sein Arm schon zur Waffe und wie von allein steht sein Körper auf, so darauf trainiert auf Gefahren zu reagieren, dass sein Geist noch nicht einmal vollkommen wach sein brauchte, damit er nachschauen ging was da los war.  Vorsichtig durch die Tür gehen, einem möglichen Angreifer bewusst fragte er “Was ist denn los?” Er schaute sich auf dem Flur um, nach der Quelle der Geräusche. “Kann man hier noch nichtmal in Ruhe schlafen? Oder ist es schon so weit, dass wir aufbrechen müssen. Da würde ich gern noch was essen vorher.” Ein Knurren war zu hören als er von Essen sprach, anscheinend hatte sein Magen direkt auf das Kommando gehört und beschwerte sich nun lautstark, dass er noch nicht gefüllt wurde.
« Letzte Änderung: 31.05.2010, 13:59:23 von Zwillingsherz »

Gramir Knäulbart

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Schwarze Wolken - Fortsetzung
« Antwort #38 am: 31.05.2010, 14:55:06 »
Gramir, der sein Zimmer abgeschlossen hatte, seine Armbrust und den Kampfstab direkt neben das Bett gelegt hatte, stand langsam auf.
Zunächst dachte er, dass der Dunkelelf jemanden im Schlaf überfallen haben würde, weshalb er selbst auch die einzigen Schutzmechanismen genutzt hatte, die ihm im gerade noch wach sein Zustand eingefallen waren.
Doch dann zweifelte er sogleich daran, da er dieses Volk doch für geschickter und tödlicher hielt, als ein Plumpes Türeinschlagen und sich dabei selber auf den Boden legen.
Langsam nahm er die Armbrust in die Hand, legte einen Bolzen ein und befestigte seinen Spazierstock an der üblichen Stelle.
Sich kurz auf seine Magie besinnend, schloss er schließlich, nachdem er auch vor einigen Momenten eine vertraute Stimme gehört hatte, die Tür auf und steckte ebenfalls den Kopf heraus.

Thargosz

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Schwarze Wolken - Fortsetzung
« Antwort #39 am: 31.05.2010, 18:26:24 »
Schon beim ersten lauten Geräusch war der Flammenkrieger aus Tay mit einem Satz auf den Beinen. In windeseile warf er sich seine Klamotten über und stürmte zur Tür hinaus. Ein Kampf, ja das war genau das Richtige um den Tag zu beginnen.
Er bemitleidete schon diejenigen, die bald seine Fäuste zu spüren bekommen sollten. Ach quatsch, natürlich nicht!!! Thargosz bemitleidete selten überhaupt irgendjemanden und schon gar nicht seine Feinde.
Wild blickte er auf dem Gang hin und her um die Quelle der Geräusche ausfindig zu machen. Instinktiv hüllte er seine Fäuste in Kossuth geweihte Flammen um den erstbesten Gegner erwischen zu können, der sich ihm entgegenstellte: `Na komm mein Kleiner! Papa hat etwas für dich... Schmerzen!`

Tarator DoUrden

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« Antwort #40 am: 05.06.2010, 15:50:09 »
Als der Dunkelelf aus seinem meditativen Schlaf gerissen wurde, blitzte vor seinen Augen unwillkürlich das Bild eines tänzelnden Halblings in seiner Tür auf. Zu sehen, dass diesmal nicht er Opfer des Einbruchs war, beruhigte ihn zumindest ein wenig. Er griff nach seinen Klingen und trat an seine Tür heran, um vielleicht weitere Geräusche im Gebäude hören zu können. Alles was er vernahm, waren jedoch seine vermeintlichen Mitstreiter. Es blieb ihm wohl wenig übrig, als selbst rauszugehen und nach der Quelle der Störung der suchen. An einfachen Vandalismus glaubte er in dieser Kaschemme schon gar nicht mehr. Also öffnete er vorsichtig die Tür, um zu sehen, ob er auf dem Gang irgendwas entdecken kann. Dann begab er sich auf den Gang hinaus, und begann den Schuppen nach einer zerstörten Tür oder anderen Auffälligkeiten zu durchsuchen.

Tamanar Schattenfuß

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« Antwort #41 am: 06.06.2010, 17:40:13 »
Tamanar erwachte abruppt wie die anderen aus seinem traumlosen Schlaf und griff sofort zu seinem Kurzschwert, das neben ihm lag, zog es in einer flüssigen Bewegung aus der Scheide und gebot Brummbär mit einer Handbewegung still zu sein, der sich auch schon erhoben hatte. Als er die Rufe von Zwillingsherz hörte, gab er es auf, Geräusche zu vermeiden und öffnete nach ein paar schnellen Schritten die Tür und blickte nach draussen auf den Flur, was dort zu sehen war.

Menthir

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Schwarze Wolken - Fortsetzung
« Antwort #42 am: 08.06.2010, 14:09:31 »
Früher Morgen des 5.Flamerule 1373TZ 05:04:30 Baldurs Tor – Zimmer der Taverne „Zum Schiffsbruch“

Die Stille wurde von den Abenteurern langsam gebrochen, immer mehr von ihnen standen unter großer Mühe auf. Die Nacht steckte noch in den Knochen, mischte sich im dämmrigen Licht des Morgen mit dem Gefühl von Nässe und Kälte. Eure Decken, das Kissen und dergleichen war von der allgegenwärtigen Nässe betroffen und so machten sich die Abenteurer fröstelnd ans Tageswerk, sofern es welches zu verrichten gab. Besonders die Worte des Zwergen Zwillingsherz rollten durch den Schiffsbruch, sodass spätestens danach jeder von den Schlafenden auferstanden war.

Langsam lugten die ersten Köpfe aus den Zimmern und blickten auf den leeren Flur, an dessen westlichem Ende ein mürbes und angebrochenes Fenster einen Blick auf den Hafen gewähren würde, wäre kein Kondensfilm an ihm und würde jeden Blick verbieten. Am östlichen Ende des Ganges begann eine Dachschräge, welche auf eine kaum einsehbare Treppe schließen ließ,  welche kein Geländer besaß. Der letzte Abend hatte bereits gezeigt, dass ein schnelles Schreiten über die Treppe fatal sein könnte, da sie von den vielen Stiefeln, welche auf ihr wanderten, abgelaufen und glatt geworden war, während ihr inzwischen dauerfeuchtes Holz immer morscher wurde. Der Flur war leer und roh, das Holz sparkig und würde sicherlich unter schweren Schritten knartschen und bei schnellen und harten Schritten von mehreren Personen in Teile bersten. Vielleicht ein schneller Weg, um nach unten zu kommen? Wohl kaum der weiseste Weg zumindest.

Der Boden könnte die Abenteurer verraten, doch Zwillingsherz Rufe hatten jeden bereits aufmerksam gemacht. Das Licht leuchtete schwach durch das blickfeste Fenster und tauchte es in ein gespentisches Licht. Der Flur war jeder Kunst und aller Möbel beraubt worden, auch hier gab es noch Spuren von Teppichen und Fackelhaltern, welche den Flur mal geziert haben mochten. Doch jetzt war alles für eine karge Mahlzeit versetzt worden. Die Traurigkeit und Stille des Momentes wurde jedoch unterbrochen, für jene, welche ein feines Gehör hatten.
Lauschen SG 12 (Anzeigen)
Der sechste Sinn warnte noch immer vor der Gefahr.

Weiter gehts im Kampfthread
« Letzte Änderung: 09.06.2010, 23:04:35 von Menthir »
"Zwischen dem Schwachen und dem Starken ist es die Freiheit, die unterdrückt, und das Gesetz, das befreit." - Jean-Jacques Rousseau, Du Contrat Social

Menthir

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Schwarze Wolken - Fortsetzung
« Antwort #43 am: 13.06.2010, 00:29:15 »
Früher Morgen des 5.Flamerule 1373TZ 05:04:36 Baldurs Tor – Taverne „Zum Schiffsbruch“

Die Geräusche unten waren für ein paar der Abenteurer nicht überhorbär. Das Laden von Armbrusten, das Ziehen von Schwerten und das Schreiten von Stiefeln. Was auch immer unten war, es machte sich bereit.

Angestrengt lauschte Thargosz nach unten, als er den Gang entlangging: `Kampfbereit machen! Soso... Euren Kampf werdet ihr bekommen, aber leider wird das euer letzter sein. Wer Thargosz umbringen will, sollte ein wenig gewitzter sein! Hm, die Stimme klingt irgendwie zwergisch. Diesen kleinen Erdkriechern kann man einfach nicht trauen! Die Hinterhältigkeit des Feiglings Tungabor ist, wie ich vermutet habe, keine Seltenheit in diesem Volk. Aber genug davon!`
Thargosz zwang sich dazu sich auf seine Sinne zu konzentrieren. Ja, jetzt sollte er ungefähr über den Feinden stehen. Eine gefährliche Idee flackerte in ihm auf: Warum die Treppe nehmen, wenn er genausogut mitten unter die Feinde fahren konnte? Das Überaschungsmoment war dann sicher auf seiner Seite. Grinsend befühlte er noch einmal mit dem Fuß den morschen Boden. Er nickte seinen Mitstreitern noch einmal schelmisch zu, nur um im nächsten Augenblick mit einem gewaltigen Aufstampfen durch die Decke zu brechen. Noch im Flug versuchte Thargosz sich zu orientieren und möglichst weich und kampfbereit zu landen. Vieles konnte man über den Flammenkrieger sagen, aber ein Feigling war er ganz sicher nicht!

Und dies, also ein Feigling, war ganz sicher, denn die Decke gab unter seinem Stampfen nach, denn sein Gewicht gepaart mit seiner Stärke und unbändigen Kampfeswut ließ wohl auch massives Holz bersten. Doch Thargosz war nicht nur ein Tayaner von roher und brutaler Gewalt, er beherrschte seinen muskulösen Körper und mit einem kurzen Sacken in die Knie bei der Landung, fing er die Wucht des Aufpralls behände ab, um sofort zurück in die Kampfposition zu federn.

Gleichzeitig hörte Thargosz dumpfes Klopfen als zwei Bolzen in der Holzwand vor ihm einschlugen. Von diesen Schützen hatte er im Moment wohl wahrlich nicht viel zu fürchten. Sie waren südlich seiner Position und er konnte sie durch den zerstörten Türrahmen sehen. Die Holztür, welche einstmals in ihr war, wurde rausgetreten und lag nun nördlich von Thargosz Position auf dem Boden. Jedoch war der Anblick, der sich ihm im Osten des Raumes bot fürchterlicher. Eine in helle, doch inzwischen schmutzige Kleidung gehüllte Frau stand zwischen Männern, welche wie die Schützen, in schwarze Lederrüstungen gehüllt waren und bedrohlich gezackte Kurzschwerter führten, mit welchen sie die Frau bedrohten. Durch die einstürzende Decke alarmiert drehten sie sich zu dem Flammenkrieger um. Auf ihren schwarzen Brüsten war ein großes Z zu sehen. Hatte die Vergangenheit Thargosz wieder eingeholt? Die Zentarim waren zurück.

Beiläufig erkannte Thargosz auch den Körper des Wirtes, welcher leblos auf eine Ansammlung von Lagerfässern nördlich seiner Position lag. Anhand seiner unnatürlichen Körperhaltung war davon auszugehen, dass er achtlos darauf geworfen wurde. Ein Bolzen ragte zwischen seinen Schulterblättern hervor. Etwas sah, dass Thargosz diese Beobachtung machte und lachte böse. "Na, Thargosz? Lange nicht gesehen, Hurensohn." Mit einer Handbewegung zeigte ein Hüne von einem Mann seinen Begleitern an, dass sie auf die Priesterin aufpassen sollten. Er wollte Thargosz für sich. Dieser Hüne von einem Mensch trug dieselbe Kleidung wie die anderen Zentarim, doch lief weißer Schaum seinen Mund herab, als sei er wahnsinnig. Und er war größer als seine Begleiter. Er war beinahe sieben Fuß groß und doppelt so schwer wie Thargosz mit Händen groß wie Gnomenschilde. "Ich werde dich zerstören!", er funkelte Thargosz wütend an und zog eine für seine Körpergröße ungewöhnlich schlanke Klinge, welche an einen Rapier erinnerte. Thargosz erkannte diese Gestalt sofort. Es war Gregor von Melvaunt, einer der Speichellecker Scylua Düsterhoffs. Jener Popanz aus des Flammenkriegers Leben, welcher ihn vor wenigen Jahren in den Dienst der Zentilfeste gezwungen hatte.

Cephyrons Verstand arbeitete trotz der späten Zeit auf Hochtouren. Er war sich nicht ganz sicher, was da vor sich ging, doch die Schmerzensschreie, die an sein Ohr gedrungen waren, gaben ihm zumindest eine grobe Idee dessen, was ihn wohl unten erwartete, da eine Kneipenschlägerei in den seltensten Fällen vor der Tür begann. Er blickte etwas ratlos den Flur entlang in die Gesichter der anderen, in seiner Hand aus einer instinktiven Handlung heraus die Armbrust mit einigen wenigen Bolzen. Noch immer war der Rausch der Müdigkeit in seinem Kopf, und innerlich verfluchte er die Störenfriede und ihre Götter für diesen Frevel an der ersten sanften Nachtruhe nach der beschwerlichen Reise. Er fasste sich an ebenjenen und massierte sich eine Schläfe, als er Thargosz erblickte, wie dieser geräuschvoll auf dem Boden auftraf und nach unten in die Tiefe verschwand. Mit vor Schreck aufgerissenen Augen eilte Cephyron mit Sorgfalt über den Boden bis zu dem Loch um sich dort zu Boden zu begeben und in die Tiefe zu spähen. Vorsicht walten zu lassen dürfte mittlerweile überflüssig sein, denn wenn jemand den Ruf des Zwergs oder das Einbrechen des maroden Holzes nicht gehört hatte, würde er auch seine Worte nicht hören. Er spähte also in die Tiefe hinab, um zu erkennen, was dort vor sich ging, und ob er außer Thargosz und der Trümmer der Decke noch etwas anderes erkennen konnte, doch durch die Müdigkeit seines Körpers fiel ihm dies nicht besonders leicht. Ein Schleier der Müdigkeit hatte sich vor seine Augen gelegt, und der Staub, der durch das zerbrechen der Bodendielen aufgewirbelt wurde und ihm in die Augen stieg, machte es ihm zustzlich schwer, in der Dunkelheit etwas außer Thargosz zu erkennen. Die Armbrust lag neben ihm auf dem Boden, in Gedanken rezitierte er bereits die Formel für seinen Energiestoß, um bei Bedarf den Rücken des Flammenkriegers freihalten zu können. „Thargosz, bist du in Ordnung?“

"Was machst du jetzt schon wieder?" rief er Thargosz hinterher, als dieser grundlos den Boden zerstörte. Also machte sich Zwillingsherz erstmal auf den Weg zu dem Loch, selber nicht daran denkend, dass der Boden so morsch ist, sodass er nicht vorsichtig oder langsam dahin ging, sondern normal voranstapfte, um von oben herunterzugucken. "Also? Was ist jetzt schon wieder los?"

Tamanar bedeutete Brummbär mit einer Handbewegung zu warten und wartete ab, bis Thargosz oder der Dunkelelf in Aktion traten und nach unten gingen. Er sprach dann ein Stoßgebet und bat Brandobaris um Schutz in diesem Kampf und folgte dann dem ersten der Beiden nach unten.

Gramir kam erst aus seinem Zimmer heraus, als schon jede Menge los war. Er sah einen Teil seiner Freunde beieinanderstehen und zu Boden schauen. Da er nichts weiter gehört hatte und auch keine Bedrohung erkannte, fragte er in die Runde:
"Was ist denn hier los?" und begab sich langsamen Schrittes auf die anderen zu.

Cephyron war geschwind in der Nähe des Loches und sah zumindest einen Teil der Vorgänge und konnte die Worte Gregors vernehmen. Eine Person aus Thargosz Leben war dies wohl, augenscheinlich. Zwillingsherz, unter dessen Gewicht der Boden auch nicht brach, hörte dasselbe. Es kam also zum Kampf. Welch ein Glück, dass Zwillingsherz diese außergewöhnliche Rüstung geschenkt bekommen hatte...
Auch Tamanar und Gramir näherten sich, Gramir genauso verwirrt wie Zwillingsherz, während Tamanar eher einen Plan zu haben schien, als sich ein Schild aus dunkelbläulicher Energie schützend um ihn legte, nachdem er verworrene und ebenso magisch anzuhörende Worte verwendet hatte.

Tarator wusste, dass Zeit jetzt die Essenz des Sieges war. Als er bewaffnet aus seinem Zimmer stürmte, sah er nur beiläufig, dass sich zu viele auf dem Weg zum Loch machten, weshalb es ihm für sinnvoll erschien, den Weg der Treppe zu nehmen.
Allerdings hatte er schon Feinde an dieser gehört. "Passt auf, es sind mindestens fünf!", rief der Dunkelelf seinen neuen Kampfgefährten zu. Eine Aussage, welche ihm ein paar Bonuspunkte bei ihnen bringen sollte, da der Flammenkrieger einfach ohne Worte in die Tiefe gesprungen war. Jetzt wussten sie jedenfalls, woran sie waren.
Er beschleunigte seinen Schritt und versuchte an die Treppe zu gelangen und dies behände. Doch dort verharrte er gleich in Deckung, da er wusste, dass ein Stürmen in die wartenden Feinde närrisch war, gerade mit nur einer leicht schützenden Rüstung am Leib.
"Kommt und holt mich!", rief er zornig die Treppen hinab, hoffend, dass er die Männer im Schankraum in seine Klingen locken konnte.

Einer der Söldner wollte dies wahrnehmen, doch sein Bolzen war zu hastig abgefeuert worden, sodass er im Gehölz der Treppe stecken blieb, über zwei Fuß von Tarator entfernt. Nur aus den Augenwinkeln konnte Tarator erahnen, dass sich genau auf der Gegenseite der Wand, an der er sich befand, nur etwas mehr als zwei Meter unter ihm, ein weiterer Mann in schwarzer Lederkleidung mit einem großen Z auf der Brust verbarg. Nicht schnell genug zog er seine Axt um die Ecke, so dass sie dem Drow nicht verborgen blieb.

Es schien traurige Gewissheit. Zentarimsöldner haben die Taverne "Zum Schiffsbruch" angegriffen. Und als wäre dies nicht schon genug gewesen, fing es draußen wieder an zu regnen...
« Letzte Änderung: 17.06.2010, 23:17:27 von Menthir »
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Menthir

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Schwarze Wolken - Fortsetzung
« Antwort #44 am: 18.06.2010, 20:56:37 »
Früher Morgen des 5.Flamerule 1373TZ 05:04:42 Baldurs Tor – Taverne „Zum Schiffsbruch“

Für den Bruchteil einer Sekunde war Thargosz tatsächlich verblüfft: `Zentarimsöldner!? Was machen die denn soweit im Südwesten? Und vor allen Dingen warum greifen die mich an? Na gut von Melvaunt war schon immer ein Idiot!` Thargosz grinste den ungeschlachten Krieger höhnisch an: "Damit ist unsere Abmachung wohl hinfällig du fetter Vollidiot!"
Ungeachtet der beeindruckenden Körpergröße ging Thargosz dem Riesen entgegen, um diesen seine Flammenfäuste schmacken zu lassen. Er legte mit einem rechten Haken an und setzte dann mit der Linken hinterher: `Melvaunt, du wirst es bereuen hierher gekommen zu sein!`

Die Schläge kamen viel zu schnell für den erfahrenen Söldner, der seinen Korbdegen noch gar nicht richtig zum Einsatz bringen konnte, mit Mühe und einer halben Körpertäuschung konnte Gregor die rechte Faust des Flammenkriegers dank seiner eigenen freien Hand abblocken, doch Thargosz schien auf diese Bewegung gelauert zu haben, denn in diesem Moment flog die harte Linke von Thargosz bereits auf den sabbernden Söldnerführer zu und traf ihn mit der Wucht eines rasenden Landhais am Kinn. Hilflos taumelte er nach diesem Schlag und schien kurz davor auf die Bretter zu gehen. Die eben noch zum Schlag erhobene Waffe, welcher Thargosz mit seiner Kampfkunst und präzisen Kraft zuvorkommt, baumelte schlaff herab und griff dann nach wenigen Momenten sofort an den Kiefer, welcher nach diesem verheerenden Schlag zumindest angebrochen sein müsste und zudem mit einer Brandwunde verziert wurde.

Der Zauberwirker bekam am Rande seiner Aufmerksamkeit mit, wie sich noch weitere seiner Mitstreiter um das Loch scharten. Er blickte kurz auf, um zu sehen, wer mit ihm zum Loch geeilt war, und sprach dann, nachdem er unten die Bolzen und die Worte gehört hatte: „Ihr solltet nach unten eilen! Thargosz braucht Hilfe, sonst sieht er gleich aus wie ein Igel! Ich erschaffe ihm eben Unterstützung. Gramir, bleib du hier, du kannst doch auch von hier oben helfen.“
Er wandte sich wieder dem Loch im Boden zu und schloss kurz die Augen, fing dann leise an, eine Beschwörungsformel in einer fremden Sprache zu rezitieren, die in ihrer Klangweise nicht sehr komplex wirkte, aber für diesen Fall war es wohl genau die richtige. Während er in dieser fremden Sprache den Namen eines Wesens aus den Ebenen von Celestia anrief, vollführten seine Hände die passenden Gesten, wie er es einst aus einem Folianten gelernt hatte. Nach einem kurzen Augenblick erschien direkt neben Thargosz ein Hund von recht kräftiger Art und mit der typischen Ausstrahlung eines Wesens seiner Heimatebene. Bereit zum Einsatz erwartete er die Befehle seines Beschwörers, die auch gleich kamen: „Fass!“
Sofort setzte sich der Hund mit seinem kräftigen Körper in Bewegung und setzte mit hochgezogenen Lefzen und drohendem Knurren auf den Söldnerführer zu. Bei diesem angekommen, versuchte er sogleich, sich mit seinen starken Kiefern in dem Bein des Mannes zu verbeißen.

Und dieser celestische Hund, ein prachtvoller Hirtenhund, welcher der Tierfreund als Hund der Rasse Gelbbacke erkannte, lief mit schnellen Schritten und lautem Gebell auf seinen ihm angezeigten Feind an. Das Fell war von glänzendem und makellosen Schwarz,  nur an den Beinen, der Brust und im Mundbereich zeigte es goldgelbe bis goldbraune Färbung. Schnelligkeit, Eleganz, Präzision, Kraft. All dieses vermochte dieser Hund, welcher dem Ruf Cephyrons folgte, in eine einzige, fast fließende, Bewegung zu bringen, deren Ende ein Knurren war, welches in einen schmerzhaften Biss überging, welcher die Wade des Söldnerführers verletzte. Gregor von Melvaunt schrie vor Schmerz auf, doch konnte sich noch immer nicht von seinem Taumeln befreien, der Schlag Thargosz schien ihm übel mitgespielt zu haben.

Tamanar schien in dieser Situation wie hin und her gerissen, der Halbling wusste jetzt nicht so recht, ob er Thargosz hinterhereilen sollte oder ob er lieber Tarator unterstützen sollte...

"So ein Mist" sagte Zwillingsherz laut als er mitbekam, dass Angreifer eine Etage unter ihnen sind. Weder hatte er seine Rüstung angelegt, dafür war jetzt auch keine Zeit mehr, noch hatte er eine Waffe beim Aufstehen gegriffen. Also wollte Zwillingsherz gerade zurück zu seinem Raum rennen, um sich eine Axt zu greifen, doch hatte er ganz vergessen, dass die Planken morsch waren, sodass beim ersten beschleunigten Schritt der Boden unter ihm nachgab und unter Knirschen und Krachen in das Erdgeschoss fiel.

Und nun war hinter Tamanar auch noch ein Loch im Boden aufgetaucht, durch welches der schwer gerüstete Zwerg mit einem hörbaren Krachen brach. Doch der zwergische Zwilling hatte viel Glück, denn seine Rüstung fing einen Großteil des Sturzes ab, sodass er nur leichte Blessuren davontrug. Tamanar blickte nun ratlos zu Boden, dort lag der Zwerg wie die Schildkröte auf dem Rücken.

Gramir wirkte einen Zauber und lief dann an der Wand entlang in Richtung des Lochs um nicht über den morschen Boden zu eilen, denn eine Etage tiefer zu möglichen Feinden zu fallen, ist das letzte was er gebrauchen konnte. Und so stand der Gnom nun an der Decke, ohne den Kampf weiter im Auge zu haben.

'Da hält sich also jemand mit seiner klobigen Axt für besonders verstohlen', dachte der Drow mit einem geringschätzigen Lächeln. Tarator wandte sich kurz zu dem Gnom um, und wollte ihm mit einer Handbewegung bedeuteten, hinter ihm zu bleiben, da war dieser schon auf dem Weg in die andere Richtung. Er würde sich den Gegner auf dieser Seite also vorerst allein stellen müssen. Wenn der Kämpfer hinter der Wand einmal so unvorsichtig war, würde es vielleicht auch noch ein zweites Mal sein. Der Dunkelelf machte sich seine angeborenen magischen Fähigkeiten zunutze und umgab sich mit einem nervösen Leuchten in humanoider Form. So ging er die letzten Stufen bis zum Treppenabsatz, ohne sich Mühe zu geben besonders leise zu laufen, jedoch dicht entlang der Wand zum Schankraum. Auf der letzten Stufe blieb er dann stehen und dirigierte das Leuchten jedoch weiter, sodass es für seine Gegner im Türrahmen erschien. Angespannt wartete Tarator darauf, ob der Axtträger die Lichter angreifen würde...

Und der Feind tat dem Drow den Gefallen und machte einen überstürzten Schritt nach vorne und griff das Trugbild an. Die Axt sauste heran und traf dann auf splitterndes Holz, als die Klinge sich in das Holz fraß. Der Dunkelelf nutzte die Gunst der Sekunde aus und ließ den Säbel, der in seiner rechten Hand ruhte, auf den Arm des Axtträgers sausen und verwundete den linken Arm des Söldners, der sich erschrocken zurückzog.
Doch im selben Moment feuerten zwei der Zentarim, welche die Ankunft des Drow erwartet hatten, ihre Bolzen ab, welche auf den Dunkelelfen zurasten, doch das einfache Ducken reichte, um diesen unplatzierten Schüssen auszuweichen, ohne seinem Feind im Nahkampf einen Vorteil zu verschaffen. Jetzt war es sowieso der Dunkelelf, welcher den Tanz diktierte.

Einer der schwarz gekleideteten Zentarimsöldner lief zum Loch, an dem Cephyron hockte und versuchte ihn den Bolzen in Rumpf zu jagen, doch der Bolzen ging über Cephyron in die Decke, da er sich rechtzeitig wegducken konnte, aber immerhin hatte er den Gegner dazu bringen können, seine taktisch vorteilhafte Position aufzugeben und sich direkt unter dem arkanen Zauberwirker zu postieren.
Derweil hörte der Luftgenasi jedoch seine beschworene Gelbbacke qualvoll bellen, als eines der gezackten Kurzschwerter sich tief in die Flanke des celestischen Hundes sägte. Zuvor konnte der Hund der ersten Klinge noch mit einem Seitwärtssprung ausweichen, doch dadurch war der dem Söldner, der seine Position verändert hatte, hilflos ausgeliefert. Mit einem zufriedenen Grunzen zog der Söldner seine Klinge aus dem Hund, dessen Leiche derweil verschwand. Zwar hatte die Gelbbacke nicht lange überlebt, aber der Hund hatte entscheidende Sekunden gebracht, welche Gregor nun zum Verhängnis werden konnten.

Flehend, aber auch ein wenig ermunternd, rief die gefangene Priesterin. "Hilf, Ilmater, hilf! Sende den Recken deine Kraft!"
Ein sichtbarer oder fühlbarer Effekt blieb aus, dennoch war es ein untrügliches Zeichen dafür, dass sie noch lebte. Die Söldner schienen jetzt auf Thargosz zurücken zu wollen, doch auf der anderen Seite der Taverne konnte Tarator sich zwar halten, doch er stand jetzt alleine gegen drei Söldner. Eine Situation so unausweichlich wie der stete Regen?
« Letzte Änderung: 18.06.2010, 21:06:33 von Menthir »
"Zwischen dem Schwachen und dem Starken ist es die Freiheit, die unterdrückt, und das Gesetz, das befreit." - Jean-Jacques Rousseau, Du Contrat Social