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Autor Thema: [IC] Kapitel 1 - Wispern im Gestrüpp  (Gelesen 46134 mal)

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Rahjan Erinor

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[IC] Kapitel 1 - Wispern im Gestrüpp
« Antwort #105 am: 02.07.2010, 21:41:14 »
Rahjan ist am Abend nach dem er mit Ling das Zelt errichtet hat, totmüde in seinen Schlafsack geschlüpft und sofort eingeschlafen. Er ist es nicht gewöhnt den gesamten Tag zu Fuss unterwegs zu sein und so ereilt ihn schnell der Schlaf der Gerechten.

Am Morgen wacht er auf und richtet sich im Halbschlaf in seiner Lagerstatt auf, wobei er sich den Kopf an einer Zeltstange stösst und einen leisen Fluch ausstößt. Dann schlappt er erschöpft aus dem Zelt und wäscht sich das Gesicht, bevor er seine Habseeligkeiten zusammen packt und sich zu den anderen zum Frühstück gesellt. Etwas lustlos kaut er auf der Wegzehrung herum, jedoch bessert sich seine Laune etwas als er sieht das es den anderen wohl nicht viel besser an diesem Morgen geht.

Dann wirft er die leichte Lederrüstung über und nimmt auch seinen Rucksack wieder auf um abmarschbereit zu sein.

"Von mir aus kann es los gehen."

Lilja von Rottmulde

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[IC] Kapitel 1 - Wispern im Gestrüpp
« Antwort #106 am: 05.07.2010, 16:33:43 »
So brechen die Abenteurer in den noch kühlen Morgenstunden auf. Kaum treten sie unters dichte, durch Schlingpflanzen verworbene Blätterdach, werden sie vom herabtropfenden Morgentau begrüßt. Die Rufe der Nachttiere weichen den Stimmen der tagaktiven; das ständige Insektensurren nimmt mit jedem Schritt tiefer ins Dickicht zu. Die Luft erwärmt sich rasch und bald bringt die brütende Schwüle jeden bis auf Malchus ins Schwitzen.
Stundenlang marschiert die Gruppe unter Sidkars - durchaus fähiger -  Führung und legt nur selten Pausen ein. Der wortkarge Klageländer führt sie zielsicher in die eingezeichnete Richtung und weiß dabei, besonders unwegsame Passagen und Habitate gefährliche Tiere zu umgehen. Obwohl das Brüllen von Raubkatzen nicht nur einmal im Laufe des langen, anstrengenden Tages erklingt und die Abenteurer mehrmals den Blick auf eine feucht glänzende Schlange erhaschen, bleiben ihnen jegliche unliebsame Begegnungen erspart.
Ling kann sich jedoch des Gefühls nicht erwehren, hinter dem allgegenwärtigen Blätterrascheln und kakophonischen Tierkonzert beständige, leise Schritte irgendwo im Hintergrund zu hören, während Rahjan hin und wieder aufmerksame Augen mit senkrechten Pupillen in den Schatten des Unterholzes zu sehen glaubt. Doch sollten die Abenteurer verfolgt werden, zeigen sich die Beschatter niemals und trotz des Unbehagens, das die sechs hegen, geschieht ihnen nichts.

Die Sonne, obwohl kaum sichtbar, steht bereits tief am Horizont, als die Reisenden sich ihrem heutigen Ziel nähern. Hinter jedem ausladenden Farn vermuten sie Lichtung mit dem sonderbaren Totem. Vielleicht liegt sie in der Tat hinter dem nächsten Gebüsch - doch bevor die Abenteurer dieses umrunden können, vernehmen Ling sowie Sidkar eigenartige Töne, die aus jener Richtung strömen. Zunächst wirken die Geräusche wie ein gurgelndes Froschorchester, bald jedoch erkennen die beiden Männer einen Rhythmus in dem Gesang und meinen sogar unverständliche Silben herauszuhören...
I loathe to breathe, I loathe to feel,
I loathe to know that what I hate's still real,
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I yearn to end it, but there's no escape...

Ling Tar Do

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[IC] Kapitel 1 - Wispern im Gestrüpp
« Antwort #107 am: 07.07.2010, 19:34:32 »
Als sich Ling dem Rhythmus der Geräusche und der Silben bewusst wird, holt er eilends zu Sidkar auf. Er streckt seine Hand in Richtung seiner Gefährten und versucht ihnen damit zu signalisieren, dass sie den Marsch unterbrechen sollen. "Sidkar, könnt ihr das auch vernehmen? Diese Geräusche - und die Melodie und auch Gesang, wenn man genau hinhört. Es jagt mir einen Schauer über den Rücken, denn ich muss dabei an die Echsenmenschen denken. Ich denke, wir sollten nun sehr vorsichtig sein.", flüstert er dem Waldläufer zu. Aufmerksam sieht sich Ling um[1], denn er ist unsicher, ob sie nicht schon entdeckt sein könnten.
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« Letzte Änderung: 07.07.2010, 19:36:32 von Ling Tar Do »

Tonks

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[IC] Kapitel 1 - Wispern im Gestrüpp
« Antwort #108 am: 08.07.2010, 10:12:51 »
Tonks wirft Ling einen missmütigen Blick zu. Das einzige, was mir hier einen Schauer über den Rücken jagd, ist dein hirnloses Geschwätz. Widerlich!
Die Wechselbalg muss sich ein Lachen verkneifen, als sie das - für sie als sarkastische, von der Gesellschaft geächtete Frau - Geschleime des Sarlonis hört. Jedoch muss sie ihm letztlich zustimmen. Sie schärft ihren Geist und wirft ebenfalls einen langen Blick in den Urwald und spitzt ihre Ohren. Sie legt eine Hand an ihre Waffe - denn sie hat erkannt, dass sie im Dschungel jederzeit mit Überraschungen rechnen müssen.
« Letzte Änderung: 08.07.2010, 10:13:03 von Tonks »
"Eberron ist eine unmoralische Kloschüssel und irgendwann werden wir alle runtergespült" - Tonks'sche Erkenntnis

Luther Engelsnot

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[IC] Kapitel 1 - Wispern im Gestrüpp
« Antwort #109 am: 08.07.2010, 15:03:01 »
Ling kann jedoch durch die dichte Vegetation um sich herum nicht wirklich etwas weiteres entdecken. Die Geräusche hingegen erklingen immer noch irgendwo direkt vor ihnen hinter dem dichten Buschwerk. Das Crescendo des Quakens steigert sich langsam und inzwischen können es alle hören.
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Sidkar

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[IC] Kapitel 1 - Wispern im Gestrüpp
« Antwort #110 am: 08.07.2010, 16:38:55 »
Sidkar hat das Stück von Ling angenommen gehabt und seinen Dank nur mit einem Nicken bekräftigt, jedoch kein weiteres Wort verloren. Allgemein präsentiert sich Sidkar seit einer ganzen Weile sehr still und scheint sich sehr auf seine Rolle als Dschungenführer zu versteifen und zu konzentrieren. "Wenn die Wesen mit Verstand und Vernunft schweigen, wird man sich der Schönheit der Natur erst gewahr.", urteilt Sidkar gedanklich und macht sich daran die Gruppe zu führen, äußerst beflissentlich, wie sich hoffentlich herausstellen wird.

Auf der Reise hält der ehemalige Soldat sich weiter vornehmlich zurück und gerade die unwegsamen Stücke des Dschungels benötigen meist kaum der Kommunikation, da Sidkar den Weg vorgibt, den er mit seinem Beil schafft, weshalb er sich auch nicht in mögliche Gespräche seiner Begleiter einmischt oder sich in ein eigenes Gespräch verwickeln lässt, welches für ihre Aufgabe nicht von Bedeutung ist. "Der Dschungel ist ruhig an diesem Tag. Die Raubtiere träge. Das erscheint mir gut.", stellt der Klageländer fest und blickt sich hin und wieder um, überprüfend ob seine Gefährten ihm noch alle folgen, als seien sie sein Rattenschwanz. "Rattenschwanz...nicht schlecht. Die Vorstellung gefällt mir." Sidkar lächelt in den Dschungel und denkt über die besondere Situation nach, dass ausgerechnet er, der jede Verantwortung weggeworfen und vermieden hat, ausgerechnet jetzt damit einverstanden ist, die Verantwortung eines Dschungelführers zu übernehmen. Er hat schon zu Beginn der Reise darüber nachgedacht und ist zu dem Schluss gekommen, dass es das Beste sein wird, wenn er sich mit enormer Konzentration dieser Aufgabe widmet. Nach seinem Auftritt vor dem Aufbruch könnte er sonst schnell zwischen die Linien geraten, wenn er sich nicht als zuverlässiger Führer erweisen sollte. Deswegen hat er sich dazu entschieden, möglichst wenig Worte zu verlieren. Eine Lösung auf die Frage, warum er das so bereitwillig macht, kennt er nur andeutungsweise, kann sie jedoch noch nicht ganz fassen. "Vielleicht brauche ich einfach mal wieder Gesellschaft..."

Sidkar bleibt auf Lings Wink hin stehen, schweigt jedoch weiter und blickt sich sorgfältig um[1]. Er nickt Ling jedoch noch zu, um anzudeuten, dass er das Quaken jetzt auch vernimmt. Hat er diese Art des Quakens, in dieser ohrenbetäubenden Lautstärke, schonmal wahrgenommen oder davon gehört? Dieser Frage widmet sich Sidkar für einen Moment[2], während er abzuschätzen versucht, ob der Platz um ihn herum ausreicht, um seinen Zweihänder zum Einsatz zu bringen oder ob er viel mehr auf sein Beil zurückgreifen muss. Im Dschungel lohnt sich der Einsatz eines Bogens nur auf Lichtungen oder wenn der Gegner elendig genug ist, um auf die natürliche Deckung der Natur zu verzichten, weshalb Sidkar für den Moment den Einsatz des Bogens ausschließt. Doch noch wartet er für einen Moment ab, vielleicht entpuppt sich Lings Sorge als Wahrheit, dann will er vorbereitet sein.
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Lilja von Rottmulde

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[IC] Kapitel 1 - Wispern im Gestrüpp
« Antwort #111 am: 10.07.2010, 16:11:33 »
Seine Augen helfen Sidkar nicht weiter - überall versperrt die dichte Vegetation die Sicht und der Klageländer kann zwar die Richtung, aus der der eigenartige Gesang kommt, einwandfrei ausmachen, jedoch aus seiner gegenwärtigen Position nichts dort erkennen, was über ausladende Farnwedel oder verflochtene Lianen hinausgeht.
Der Blick des Mannes fällt auf eine farbenfrohe Unke, die auf einem feuchten Blatt hockt. Ja, die Geräusche erinnern Sidkar an ein Froschkonzert. Doch im Gegensatz zu dem sporadischen Quaken des kleinen, glitschigen Wesens klingen sie zu synchron, zu rhytmisch...zu sehr sinntragend.
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Ling Tar Do

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« Antwort #112 am: 11.07.2010, 10:35:00 »
Ling ist unentschloßen, was er nun tun soll, denn er war noch nie im Dschungel - und auch noch nie in einem Hinterhalt. "Sidkar, Ihr seid ohne Zweifel derjenige, der die Situation am besten einschätzen kann. Was sollen wir nun tun?". Ling zwingt sich in den Bauch zu atmen, um die Spannung zu reduzieren. Er darf darüber nicht die Verbindung verlieren.

Sidkar

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« Antwort #113 am: 11.07.2010, 19:05:59 »
Sidkar blickt die Feuerkröte, die vor ihm hockt, gleichgültig an und zieht die Nase kurz hoch. Danach zieht er den Lederriemen, welcher seinen Zweihänder hält, wieder fester und nimmt nun wieder sein Beil in die Hand, nachdem er festgestellt hat, dass die Umgebung zu sehr bewachsen ist, um den großen Zweihänder zu schwingen. "Zum Glück habe ich für jeden Umstand in aller Regel eine passende Waffe dabei!", lobt sich der Adelssohn für seine Weitsicht und verscheucht die Unke mit seinem Beil, indem er den kleinen Frosch damit vom Blatt schieben möchte. Das merkwürdige Quaken beunruhigt auch ihn, deswegen macht er sich Gedanken darüber, wie man dieser Situation entweihen kann oder wie sie handzuhaben ist.

Lings Frage und Erwartung ist nachvollziehbar und am liebsten würde Sidkar dem Fremdling auch eine Antwort darauf geben, was es mit der Situation auf sich hat. "Ist dies wirklich ein Hinterhalt? Dann sollten wir in Bewegung bleiben...oder doch das Quaken untersuchen?" Die Umstände machen Sidkar neugierig, aber seine Neugier soll nicht seine Gefährten gefährden, sollte es wirklich eine Art Hinterhalt sein.
"Wir sollten weiter gehen, macht euch kampfbereit, aber lasst uns weitergehen.", gibt er an die Gruppe weiter und macht sich daran, ihren Weg fortzusetzen, das fragliche Gebiet dabei umrundend, sollte es ihren Weg kreuzen.


Tonks

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« Antwort #114 am: 13.07.2010, 21:40:35 »
Die Wechselbalg lässt ein Zischen los, als Sidkar ihnen rät, die Waffen zu ziehen. Sie zögert keine Sekunde, ihren erstaunlich langen Speer zu zücken. Plötzlich sieht Tonks nicht mehr aus wie ein mehr oder weniger verwirrtes, egozentriesch-trotziges Mädchen. Der Ausdruck ihres Gesichtes hat gewechselt, man nimmt ihr ab, dass sie zu töten im Stande ist, sollte ihr eine Gefahr aus dem Urwald zu nahe kommen. Ihre Augen hat sie zu Schlitzen zusammengekniffen, und sie tastet ihre Umgebung ständig nach Bewegungen ab. Sie würde sich in die Mitte der Reihe einordnen, so dass sie - egoistischerweise - gut von vorne und hinten geschützt ist. Andererseits ist sie eine Frau, und ihre wahre Waffe ist nicht ihr Langspeer, sondern ihre verheerenden mentalen Kräfte, auch wenn dies noch niemand der Gruppe weiß.
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Rahjan Erinor

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« Antwort #115 am: 14.07.2010, 15:46:11 »
Rahjan blickt etwas verwirrt in das Buschwerk und versucht einen Feind auszumachen, als ihm das jedoch nicht gelingt, hört er auf Sidkar und macht seinen Kurzbogen schussbereit.

Ihm sieht man eher an, das Kämpfe ihm nicht so in Fleisch und Blut über gegangen sind wie vielleicht den übrigen Gruppenmitgliedern und nur Vorsichtig geht er weiter, wobei er darauf achtet keinen unnötigen Krach zu verursachen.


Luther Engelsnot

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« Antwort #116 am: 15.07.2010, 21:15:42 »
Sidkar führt die Gruppe weiter durch den Dschungel, wobei er allerdings sofort feststellt, dass sie direkt in das Herz des Froschkonzertes gehen müssten, wenn sie dem Pfad weiter folgen wollen. Deshalb führt er die Gruppe in einem weiten Bogen durch das Dickicht, wobei sich beim Umgehen immer wieder die quakenden Töne bis sie sich in ihrem Rücken befinden. Der Waldläufer ist sich sicher, dass das Totem eigentlich nicht mehr weit sein dürfte. Höchstens einige Meter, doch er kann immer noch nicht ausmachen.
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Ling Tar Do

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« Antwort #117 am: 16.07.2010, 14:35:04 »
Als Ling sieht, dass die anderen ihre Waffen ziehen, überlegt er sich kurz, ob er seine Schleuder bereit halten sollte. Doch ist das Feld zu unübersichtlich und es gibt zu viele Möglichkeiten, Schutz zu suchen. Er hat keine Nahkampf-Waffe, mit der er sich verteidigen könnte und so muss er auf die Kampfkünste vertrauen, die ihm im Kloster beigebracht wurden. Er war nie ein guter Schüler des Nahkampfs und auch hat er noch nie gegen einen echten Gegner gekämpft.
An seiner Anspannung und dumpfen Angst merkt Ling, dass er alle ans Dasein bindenden Bedürfnisse und Täuschungen noch nicht vollständig überwinden konnte und noch immer Spuren im Karma hinterlässt. Er hat noch Sorge um seiner Selbst und ist noch nicht bereit, sein Selbst verlöschen zu lassen. Da kommt ihm ein Ausspruch des Xu Danshu in den Sinn: "Nach und nach kam ich mit der Welt in Einklang. Ich lehrte und war kein Lehrer; ich kämpfte und war kein Krieger ich war und war nicht.".
Er ist über diese Erfahrung dankbar und nimmt sich vor, später darüber zu meditieren.
« Letzte Änderung: 16.07.2010, 14:48:19 von Ling Tar Do »

Sidkar

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« Antwort #118 am: 19.07.2010, 12:58:56 »
"Es muss hier doch irgendwo sein?", ärgert sich Sidkar still und blickt sich abermals um. Sein Ärger wird nicht einmal dadurch gelindert, dass es ihnen scheinbar gelungen ist, diese Krötenplage zu umlaufen. Eigentlich ist Sidkar auch mit dieser Entscheidung, auch wenn es seine eigene ist, nicht wirklich zufrieden, denn nun haben sie dieses Quakkonzert im Rücken. Allerdings ist es auch nie wirklich empfehlenswert, sich auf jede Gefahr einzulassen, schon gar nicht auf fremden Grund. Es ist nicht die Sorge, um ihn, denn er ist es gewohnt, auch wenn es nun ein paar Jahre zurück liegt, hinter feindlichen Linien zu operieren. Aber jede Gefahr, welche sie zu früh und zu unvorbereitet treffen wird, wird eine Gefahr für Sidkars Position in der Gruppe und das würde bedeuten, dass er sich unterordnen muss und sich vielleicht auch in der Wortwahl zurückhalten muss. Vorsicht war notwendigerweise ein gebotenes Gut, gleichzeitig darf er jedoch nicht unsicher wirken. Ein gefährlicher Spagat, den der ehemalige Soldat auszuführen hat.

Er blickt sich mit dem gewohnt starren Blick in der Gruppe um und überlegt, wie er jetzt weitermachen will. Nicht jeder ist seiner Empfehlung nachkommen, eine Waffe zu ziehen. Sidkar würde am liebsten beleidigend und ausfallend werden und ihnen ihre eigene Dummheit vorwerfen, doch noch hat er das Totem nicht gefunden, weshalb es ein schlechter Augenblick für geäußerte Kritik ist. "Dieser Ling will wohl sterben. Schön, dann soll er ein großer Magier oder sowas sein, oder eben ein armer Wahnsinniger."
Sidkar zuckt kurz mit den Schultern und dreht der Gruppe dann wieder den Rücken zu, um die Suche voranzutreiben[1]. Vielleicht lässt sich was finden, wenn er einfach noch ein wenig sorgfältiger schaut. "Solch ein merkwürdiges Totem muss doch hier im Dschungel auffallen, verdammt."
 1. Survival 30 (gewürfelte 20)

Lilja von Rottmulde

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[IC] Kapitel 1 - Wispern im Gestrüpp
« Antwort #119 am: 22.07.2010, 19:58:30 »
Sidkar legt noch einen kurzen Marsch ein, weitere hundert Meter vielleicht, bis es ihm langsam dämmert: Die Gruppe muss das Totem bereits passiert haben. Der Waldläufer beugt sich herab und nimmt den Boden und das Unterholz in Augenschein, und schon bald stellt er fest, dass Spuren einer größeren Anzahl an Wesen in die Richtung führen, aus der das Quaken ertönt. Flache Fußabdrücke im weichen Boden, umgeknickte Zweige, zertretene Blätter - all das führt den Klageländer zur Überzeugung, dass eine Schar Dschungelbewohner sich wohl an der Stelle versammelt haben muss, wo er das Totem vermutet.
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