• Drucken

Autor Thema: Kapitel II - Drakthars Weg  (Gelesen 18202 mal)

Beschreibung:

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Ultan

  • Moderator
  • Beiträge: 3874
    • Profil anzeigen
Kapitel II - Drakthars Weg
« am: 19.06.2010, 14:27:02 »
Neunter Tag des Uktar, TZ 1372 im Jahr der wilden Magie:

Das Wetter bessert sich auf eurer Reise nach Osten. So froh ihr darüber seid, nicht mehr durch tiefe Schneewehen springen zu müssen, so ernüchternd ist die Erfahrung was Tauwetter in flachen Ebenen anrichtet. Mühsam kämpft sich die Gruppe den Weg durch glitschigen Schlamm und tiefe Pfützen.
Am zweiten Tag lasst ihr endlich den Wald hinter euch und kurze Zeit später befindet ihr euch auf der Handelsstraße nach Phlan. Kâdir blickt noch ein letztes Mal zurück auf den düsteren Forst, schüttelt dann jedoch energisch den Kopf und setzt sich an die Spitze der Gruppe um die Führung zu übernehmen. Bolmur folgt mit Kalokin hinten auf und nachdem die bedrückende Stimmung des Waldes hinter ihnen liegt, verfallen die beiden schnell in ein anregendes Gespräch.
Vaêl unterhält sich derweil mit der Dunkelelfe am Ende der Gruppe. Der Kleriker scheint äußerst interessiert an eurer ungewöhnlichen Begleitung und fast pausenlos diskutiert er mit Shensen über die unterschiedlichsten Themen. Auch wenn die Drow zuerst skeptisch und verschlossen gewirkt hat, scheint sie nach und nach aufzutauen und mehr von sich und ihrer Geschichte preiszugeben.

So erfahrt ihr, dass Shensen als Waise aufwuchs und ihre Eltern nie zu Gesicht bekommen hatte. Mönche des Ilmaters nahmen sich des jungen Elfenmädchens an und zogen sie in einem Kloster in den Bergen auf. Jahre später kam es zu einem Zwischenfall, als ein verwundeter Barde eines Nachts an die Tür des Klosters klopfte. Der Mann war auf der Flucht vor Anhängern der Zentarim. Aus Furcht vor dem schwarzen Netzwerk verweigerte der Abt des Klosters dem Barden den Zutritt, doch Shensen half dem Mann hinter dem Rücken der Mönche in das Kloster zu gelangen, wo sie ihn verstecken wollte. Ihr Plan flog schnell auf und die Mönche übergaben den schreienden Barden an die Agenten der Zentarim.
Der Barde wurde noch vor dem Tor des Klosters hingerichtet. Als Shensen öffentlich die Ungerechtigkeit der Klosterältesten anprangerte, wurde sie aus dem Kloster entlassen und verbannt.
Shensens kehrte dem geordneten und disziplinierten Klosterleben den Rücken und reiste viele Jahre durch die Mondseeregion. Schließlich schloss sie sich dem Zirkel des weißen Sterns an und wurde eine Druidin.

Nachdem die Drow ihre Geschichte erzählt hat, fängt auch Vaêl etwas von seiner Herkunft zu erzählen und so sind die beiden fast den gesamten Nachmittag ins Gespräch vertieft.
« Letzte Änderung: 27.07.2011, 23:05:52 von Ultan »

Ultan

  • Moderator
  • Beiträge: 3874
    • Profil anzeigen
Kapitel II - Drakthars Weg
« Antwort #1 am: 19.06.2010, 14:27:20 »
Am dritten Tag seht ihr in der Ferne einen Fluß, den die Einheimischen, wie euch die Druidin erklärt, die „Stojanow“ nennen. Der Fluss fließt laut Shensen mitten durch Phlan und teilt die Stadt in zwei Hälften.
Der Weg der Gruppe verläuft einige Stunden in Sichtweite der Stojanow, windet sich dann aber nach Westen, weg vom Flusslauf, so dass ihr bald wieder auf den Ebenen der nördlichen Mondsee unterwegs seid. Die Straßen scheinen recht ruhig zu sein, ihr hättet eigentlich erwartet zumindest einen Karren oder einen Reiter zu sehen. Shensen erklärt euch aber, dass in der nördlichen Mondsee fast niemand ohne den Schutz größerer Karawanen reist, aus Angst vor wilden Monsterns und Banditen.

Gegen Mittag des vierten Tages dann endlich könnt ihr zu eurer Rechten die Ufer der Mondsee ausmachen und in einiger Entfernung erblickt ihr die Mauern der Stadt Phlan.
Links von euch erstreckt sich ein Meer von Feldern so weit das Auge reicht, dazwischen ragen einzelne kleine Bauernhäuser hervor.
Als ihr euch den Stadtmauern nähert, bemerkt ihr, dass die Stadt Phlan offenbar auf einer Insel liegt, denn vor der Stadtmauer schlängelt sich die Stojanow in die Mondsee. Zwei steinerne Brücken verbinden Phlan mit dem Festland und führen dann je zu einer separaten Toröffnung in der Stadtmauer.

Vaêl

  • Beiträge: 1739
    • Profil anzeigen
Kapitel II - Drakthars Weg
« Antwort #2 am: 20.06.2010, 11:55:30 »
Noch mit einigem Abstand zur Stadt dreht sich Vaêl zur Dunkelelfe.

"Ich danke euch, einmal, weil ihr uns aus diesem dunklen Wald geführt habt und zum anderen für das anregende Gespräch. Ich habe lange nicht mehr so ausgelassen über meine Vergangenheit gesprochen."

Dann schaut Vaêl skeptisch zur Stadt.

"Gibt es noch etwas, dass wir über Phlan wissen sollten? Ich nehme an, ihr werdet uns nicht begleiten, oder?"

Ultan

  • Moderator
  • Beiträge: 3874
    • Profil anzeigen
Kapitel II - Drakthars Weg
« Antwort #3 am: 20.06.2010, 13:27:14 »
"Auch wenn Phlan nicht so schlimm ist wie die Zhentilfeste oder gar Hillsfar, ist Meinesgleichen ein unwillkommener Gast in den Städten der Mondsee. Wenn ich es vermeiden kann mache ich einen Bogen um die Siedlungen der Menschen. Ich denke ihr werdet ab hier aber gut ohne mich zurechtkommen, Phlan gilt als eine der wenigen aufgeschlossenen Städte der nördlichen Mondsee.
Doch denkt daran, die Menschen hier sind ein raues Volk, das in einem grausamen und unbarmherzigen Land ums Überleben kämpft, also rechnet nicht mit einer allzu warmen Begrüßung. Die Menschen sind nicht von Grund auf schlecht, doch es ist schwer sich ihr Vertrauen zu sichern und es ist leicht es wieder zu verspielen. Den Bewohnern der Mondsee wird nichts geschenkt und wer nicht misstrauisch und egoistisch ist, macht es oft nicht lange.

Nehmt als Beispiel die Stadt Phlan. Vor etwa 70 Wintern wurde Phlan durch den Drachensturm bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Vor 30 Wintern dann war Phlan der Ausgangspunkt einer Katastrophe als der alte Gott Tyranthraxus vom Körper des Bronzedrachen Srossar Besitz ergriff und sich so auf der materiellen Ebene manifestieren konnte. Nur durch beherztes eingreifen einer Gruppe mutiger Helden wurde die Bedrohung im letzten Moment abgewendet, doch Phlan lag erneut zerschmettert am Boden.
Vor nur 15 Wintern dann zerstörte Tyrannus selbst die Stadt ein drittes Mal, als er in der Zeit der Sorgen auf Abeir-Toril wandelte.
Wenn diese Leute nicht Leid geprüft sind, wer dann?

Der größte Teil der Stadt besteht nach wie vor aus Ruinen und der Wiederaufbau geht eher schleppend vorran. In letzter Zeit soll es Probleme mit Monstern gegeben haben, die sich in den Trümmern der Altstadt eingenistet haben, also seid vorsichtig, wenn ihr euch außerhalb der Mauern der Stadt bewegend solltet.

Ich verabschiede mich dann von euch. Vielleicht sehen wir uns schon bald wieder, ich hüte einen Schrein im "Glücklichen Affen", einem Gasthaus auf halber Strecke zwischen Phlan und Melvaunt. Fester Schritt und guten Wind!"
« Letzte Änderung: 20.06.2010, 17:20:18 von Ultan »

Kâdir Zinopolous

  • Beiträge: 721
    • Profil anzeigen
Kapitel II - Drakthars Weg
« Antwort #4 am: 21.06.2010, 15:57:53 »
Eine gewisse Erleichterung, die er sich selbst nie eingestehen würde, überkommt Kâdir, als sie sich den Mauern der Stadt nähern. Obwohl die Aussicht auf fremde, vermutlich selbst mittellose und ob ihrer Geschichte hilfsbedürftige Menschen ihn befürchten lässt, dass die Möglichkeiten in dieser Siedlung, vor allem Nahrung und Ausrüstung, auch aber Informationen und Wegweiser teure Angelegenheiten werden könnten, so ist er insgeheim doch froh darum, sich nicht weiterhin auf gut Glück in fremden Wäldern durchschlagen zu müssen. Und auch aus diesem Grund war ihm die Begleitung der Dunkelelfe rückblickend äußerst willkommen. Ihm ist durchaus klar, dass er der Druidin wohl genau so gut vertrauen konnte, wie er es dem Priester, Krieger und Magier tat. Aufmerksam ist er ohnehin gewesen, schließlich war das seine Aufgabe. Und im übrigen hatte sie auch dafür gesorgt, dass der Priester sich mit ihr unterhalten konnte, anstatt mürrische Antworten aus ihm zu entlocken. Dafür ist er besonders dankbar.

Als die Elfe sich mit einer Einladung verabschiedet, nickt der Soldat ihr zu und führt die Hand zum Salut an seine Stirn. Würden die Reisenden ihn näher kennen, wüssten sie, dass dies ein großes Zeichen der Anerkennung für einen so ausdrucksarmen Mann wie den Südländer ist.

Jon Faust

  • Beiträge: 722
    • Profil anzeigen
Kapitel II - Drakthars Weg
« Antwort #5 am: 23.06.2010, 13:50:56 »
Bolmur schaute sich die Stadt mit einem skeptischem Blick an. Er hat von seiner Kindheit eingeblaeutbekommen, dass Zivilisation eine Form von Schwaeche ist und dazu war diese Stadt halbzerstoert. Doch Bolmur will sich ein eigenes Bild darueber machen.

"Worauf warten wir noch? Lasst uns hineingehen."

Mit festen Schritten naehert er sich der Stadt.

Ultan

  • Moderator
  • Beiträge: 3874
    • Profil anzeigen
Kapitel II - Drakthars Weg
« Antwort #6 am: 25.06.2010, 22:46:05 »
Etwas unsicher folgt die Gruppe dem forsch voranschreitenden Barbaren, der geradewegs auf die Stadtmauern zuhält.
Als die Gefährten die erste der beiden Brücken überqueren, überholen sie einen eingespannten Karren, der von einem gelangweilt dreinblickenden Esel gezogen wird. Ein Mann in einfacher Bauerskleidung lenkt das Fuhrwerk.

Das Rundbogentor in der recht imposanten, sicherlich 9m hohen Stadtmauer aus behauenem Stein wird von zwei Türmen flankiert, auf deren Turmspitze violett Wimpel im Wind flattern.
Zu jeder Seite des Tors steht eine in ein Kettenhemd gekleidete und mit einem Speer bewaffnete Wache. Über der Rüstung tragen die Beiden einen violetten Wappenrock, auf den das Wappen eines von einem Kreis eingefassten, abnehmenden Mondes zu sehen ist, dessen Sichel sich um einen einzelnen Stern legt.

Die Wachen sind gerade dabei die Ladung eine Planwagens zu überprüfen, winken den Fahrer doch bereits durch das Tor, als ihr euch auf Hörweite nähert.
Den Speer zum Gruß hebend ruft einer der Wächter zu euch herüber:
"Tyr zum Gruße, Reisende! Was führt euch nach Phlan?"

Vaêl

  • Beiträge: 1739
    • Profil anzeigen
Kapitel II - Drakthars Weg
« Antwort #7 am: 26.06.2010, 13:39:26 »
Vaêl freut sich außerordentlich die Strapazen der Reise hinter sich zu haben und nun auch noch einen Wächter zu treffen, der ihn im Namen Tyrs anspricht, dem Gott der Gerechtigkeit. Aufgrund der Gerüchte über die Mondseeregion hatte er weit schlimmeres erwartet. Vaêl fasst neuen Mut und hebt ebenfalls die Hand zum Gruß.

"Möge der Morgenfürst euch segnen, Wächter. Mein Name ist Vaêl Nathanael Helsang und meine Gefährten und ich sind Abenteurer auf der Durchreise nach Melvaunt. Eigentlich wollten wir unsere Reise so schnell wie möglich fortsetzen, aber Gerüchte von marodierenden Monstern drangen zu uns durch und so frage ich ganz offen, ob die Stadt Phlan Hilfe benötigt?"

Ultan

  • Moderator
  • Beiträge: 3874
    • Profil anzeigen
Kapitel II - Drakthars Weg
« Antwort #8 am: 27.06.2010, 13:19:03 »
Der Wächter hebt verwundert eine Augenbraue.
"Na, diese Neuigkeit hat sich ja schnell verbreitet unter euch Abenteurern. Es stimmt allerdings, seit etwa einem Zehntag häufen sich die Überfälle durch die Grünhäute, die hintern den Mauern in den Ruinen hausen. Die Stadtwache kann nicht überall sein, es fehlt einfach an Männern."

Der zweite Wachmann mustert euch abschätzend, nickt dann jedoch zufrieden.
"Ihr seht in Ordnung aus, Abenteurer. Wenn ihr wirklich wegen der Überfälle gekommen seid, könnt ihr passieren. Meldet euch bei Wachkommandant Serkow im Torhaus vor Burg Valjevo. Die Burg könnt ihr kaum verfehlen, einfach immer in ihre Richtung und ihr kommt irgendwann zum Torhaus."

"Eine gutgemeinte Warnung jedoch noch, Fremde," fügt der erste Wachmann hinzu.
"Phlan ist euren Schlag gewöhnt und wir sind schon mit ganz anderen Kalibern von Glücksrittern fertig geworden. Phlan unterliegt der Rechtsprechung Tyrs und seine Gebote sind hier Gesetz. Ihr solltet daran denken, wenn ihr auf Ärger aus seid."
Mit diesen Worten treten beide Wachen zur Seite und geben den Weg in die Stadt frei.

Die Gefährten betreten die Stadt Phlan und sind sofort überwältigt von dem geschäftigen Treiben. Obwohl Phlan sicherlich zu den kleinsten Städten der Mondsee zählt, wird hier reger Handel getrieben. Überall sieht man Vieh und Menschen auf den Straßen, Händler bieten ihre Waren feil, Kinder rennen durch die Straßen und Bettler bitten um ein paar Groschen. Phlan scheint ein sehr lebhafter Ort zu sein, von der Bedrohung durch Monster ist nicht viel zu spüren.
Erst auf den zweiten Blick fallen die vielen Wächter auf. Der violette Wappenrock Phlans ist fast überall zu sehen und die Männer und Frauen die ihn tragen wirken konzentriert und wachsam.

Jon Faust

  • Beiträge: 722
    • Profil anzeigen
Kapitel II - Drakthars Weg
« Antwort #9 am: 27.06.2010, 18:02:43 »
Bolmur bleibt sichtlich ueberweltigt stehen, er braucht mehrere Momente, um diesen Anblick zu verarbeiten. Er schreit foermlich, um das Getoese der Stadt zu uebertoenen, damit seine Frage bei seinen Gefaehrten durchkommt.

"Ist jede Stadt so gross? Dieser Anblick erinnert an einen gigantischen Ameisenbau."

Vaêl

  • Beiträge: 1739
    • Profil anzeigen
Kapitel II - Drakthars Weg
« Antwort #10 am: 28.06.2010, 09:53:27 »
Vaêl ist kurz erstaunt, dass die Stadt den mächtigen Krieger derart beeindruckt, besinnt sich dann aber auf dessen Wurzeln.

"Eigentlich ist das sogar eher eine kleine Stadt, Bolmur. Melvaunt ist sicher noch größer und soweit ich weiß, auch Mulmaster. Aber ihr habt nicht ganz unrecht mit dem Ameisenhaufen. Allerdings bedeutet das auch Ordnung und Effizienz."

Der Kleriker wendet sich nun an die gesamte Gruppe.

"Meiner Meinung nach sollten wir uns zuerst bei Wachkommandant Serkow melden. Er könnte uns einige Informationen über die Stadt geben und wir erfahren mehr über die hier grassierende Monsterproblematik. Was sagt ihr?"

Kâdir Zinopolous

  • Beiträge: 721
    • Profil anzeigen
Kapitel II - Drakthars Weg
« Antwort #11 am: 28.06.2010, 21:36:24 »
Kâdir lacht kurz ungläubig auf.

"Wollt Ihr Euch als Ungeheuerjäger versuchen, Helsang? Was ist aus Melvaunt geworden?"

Vaêl

  • Beiträge: 1739
    • Profil anzeigen
Kapitel II - Drakthars Weg
« Antwort #12 am: 29.06.2010, 07:36:00 »
Vaêl dreht sich nach Kâdir um.

"Auch wenn ich Bolmur schätze, wäre es doch unsere Pflicht zu helfen, wenn diese Stadt Hilfe benötigt. Wenn seine Weiterreise keinen Aufschub mehr duldet, würde ich zumindest darum bitten, uns anzuhören, was Wachkommandant Serkow zu sagen hat."

Dann lächelt er, als er sich besinnt, mit wem er redet.

"Außerdem gibt es sicher eine Belohnung, wenn das ein Grund wäre, euch umzustimmen."

Kâdir Zinopolous

  • Beiträge: 721
    • Profil anzeigen
Kapitel II - Drakthars Weg
« Antwort #13 am: 29.06.2010, 10:24:14 »
"Selbstverständlich hören wir uns an, was der Kommandat weiß" antwortet der Soldat ernst. "Gleich, ob wir weiterziehen oder hier bleiben, wenn die Gegend nicht ungefährlich ist, ist jede Information, die unser Überleben sichert, mehr wert, als jede Belohnung die Ihr von diesen Menschen erwarten könnt."

Bereit weiterzugehen nickt Kâdir Vaêl zu.
« Letzte Änderung: 29.06.2010, 10:59:20 von Kâdir »

Ultan

  • Moderator
  • Beiträge: 3874
    • Profil anzeigen
Kapitel II - Drakthars Weg
« Antwort #14 am: 29.06.2010, 22:35:58 »
Da Kalokin nur mit den Schultern zuckt und Bolmur anscheinend erst einmal den Anblick der Stadt verdauen muss, beschließen Vaêl und Kâdir kurzerhand das Torhaus aufzusuchen um mit dem Wachkommandanten zu sprechen.
Der Wächter am Tor hatte Recht: Burg Valjevos mächtige Mauern und Türme thronen über der Stadt und sind weithin gut zu sehen.
Mit den Zinnen der Burg als Orientierungspunkt findet die Gruppe schnell einen Weg, der sie zum Torhaus bringt.

Ihr müsst nicht lange warten, bis man euch zum Wachkommandanten vorlässt.
Serkow ist ein Mann mittleren Alters, mit schulterlangen, strähnigen Haaren und einer Augenklappe über dem rechten Auge. Etliche Narben in seinem Gesicht und ein leichtes Humpeln lassen auf einen erfahrenen Haudegen schließen, der schon einige Gefechte hinter sich hat.

Serkows gesundes Auge nimmt euch abschätzend ins Visier.


"So, ihr habt also von unserem kleinen Monsterproblem Wind bekommen. Pah, nicht dass das in Phlan etwas Neues wäre, möcht ich meinen. Ich kenne euch nicht und ich traue euch nicht, das vorweg. Abenteurer gibt es zu Hauf in den Reichen, die meisten werden von der Gier nach Gold getrieben und fast alle finden einen schnellen Tod in dem Magen irgendeiner Abscheulichkeit.
Mich soll es nicht kümmern. Wenn ich die Gelegenheit habe meine eigenen Männer aus der Schusslinie herauszuhalten, werde ich das tun. Ich sehe das so: Solltet ihr draufgehen, und bei Tyr ich gehe davon aus, habt ihr hoffentlich noch ein paar von diesen Mistviechern mit ins Grab gerissen. Solltet ihr die Oberhand behalten, habe ich ein Problem weniger und obendrein keine toten Wachen.

Kommen wir also zum Geschäft:
Seit einigen Tagen breiten sich die Grünhäute in den Ruinen auf der anderen Seite der Stojanow immer weiter aus. Normalerweise halten sie Abstand von den Mauern, wenn sie keinen Pfeil ins Auge bekommen wollen, doch nun werden sie immer dreister. Einigen dieser Biester ist es neulich gelungen in die Stadt zu gelangen, wissen die neun Höllen wie sie das geschafft haben. Sie stehlen und randalieren und wenn es so weiter geht, werden sie noch jemanden umbringen.
Ich möchte das ihr da raus geht und die Bande kalt macht! Für jedes Ohr das ihr mir bringt, bekommt ihr fünf Goldmünzen, alles klar?
Wie ihr das anstellen wollt, ist mir völlig gleich, solange ihr keinen Schaden in meiner Stadt anrichtet.
Noch irgendwelche Fragen?"

« Letzte Änderung: 29.06.2010, 22:37:29 von Ultan »

  • Drucken