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Autor Thema: Kapitel II - Drakthars Weg  (Gelesen 18197 mal)

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Kâdir Zinopolous

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Kapitel II - Drakthars Weg
« Antwort #315 am: 20.06.2011, 13:33:45 »
Mit einem Winken bedeutet Kâdir seinen Gefährten, ihm in die Gruft zu folgen, hält sie jedoch noch auf Abstand. Der fehlende Staub gefällt ihm gar nicht. Mit suchendem Blick untersucht Kâdir den Boden, ehe er zum Grab tritt und diesen beobachtet. Wurde der Sarg von außen oder gar von innen geöffnet? Ist jemand aus dem Sarg gestiegen, oder hinein?[1]

"Hier ist euer Symbol, Kleriker. Was bedeutet diese Gruft?," murmelt der Soldat leise, und seine Stimme hallt von den kalten Wänden wider.
 1. Track: 25

Kâdir Zinopolous

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Kapitel II - Drakthars Weg
« Antwort #316 am: 24.06.2011, 20:41:33 »
Da Vaêl offenbar selbst ratlos zu sein scheint, besieht sich Kâdir den Steinsarg genauer. Der nur handbreite Spalt lässt den Soldaten grübeln. Was kann es nur sein, das durch so einen engen Durchgang seinen Weg in - oder aus - dem Sarg findet? Nachdenklich stemmt sich Kâdir mit aller Kraft gegen den Deckel, und ihm fällt ein, wie der Vampir Drakthar sich in ihrer ersten Begegnung bei dem Geget des Klerikers in ein Nebelartiges Wesen verwandelt hat. Sogar die Monstrositäten im Wald konnten sich in einen magischen Nebel verwandeln. War vielleicht eine solche Kreatur aus dem Sarg geraten?

"Helft mir, Bolmur!", knurrte Kâdir, und machte sich darauf, den Deckel zu heben.[1]
 1. Strength (Take 20): 22

Vaêl

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Kapitel II - Drakthars Weg
« Antwort #317 am: 24.06.2011, 22:44:12 »
Als sich der Staub wieder legt, hat Vaêl endlich Gelegenheit, sich das Symbol genauer anzusehen. Der Anblick erstaunt ihn und er erschrickt erst aus seinen Gedanken, als Kâdir Bolmur zu Hilfe ruft.

"Das ist das heilige Symbol Amaunators, Kâdir. Eine vergangene Gottheit, die in der archaischen Zeit Nesserils das Portfolio der Sonne innehatte und in Lathander überging. Amaunator ist die Dominanz der Sonne. Das ewige Licht. Er steht für Ordnung und Recht. Ein strenger Gott. Dieser Tempel muss sehr alt sein, wenn sich hier eine Gruft mit seinem Symbol finden lässt.

Ich kenne die Geschichte Phlans nicht allzu gut. Vielleicht befand sich hier ein Außenposten Nesserils? Eigentlich sehr ungewöhnlich, aber das Symbol ist eindeutig. Hier muss ein hochrangiger Kleriker begraben liegen. Vielleicht der Gründer der Kathedrale? Oder ein Heiliger. Eine Schande, dass das Grab geöffnet ist. Und so sehr ich es verabscheue, ich fürchte, wir müssen die Ruhe des Toten weiter stören.

Vampire sind auf eine sichere Schlafstätte angewiesen. Dieses Monster hat wahrscheinlich diese heilige Stätte entweiht. Öffnet den Sarkophag!"


Bei den letzten Worten hat Vaêl sein heiliges Symbol gepackt und entschlossen um sein Handgelenk gewickelt, um es empor zu reißen, sollte sich noch ein Untoter finden.
« Letzte Änderung: 24.06.2011, 22:44:46 von Vaêl »

Ultan

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Kapitel II - Drakthars Weg
« Antwort #318 am: 25.06.2011, 11:58:41 »
Kâdir greift in die Fuge unter dem Stein und versucht ihn hochzustemmen, muss aber feststellen, dass der Deckel sicherlich mehr als eine Tonne wiegt. Mit zusammengebissenen Zähnen versucht er die Steinplatte stattdessen wegzuschieben, aber auch da versagen seine Kräfte. Keuchend unterbricht er seine Anstrengungen als Bolmur seine breiten Hände auf den Sargdeckel legt.
Die Muskeln des Nordmanns schwellen an dicke Adern treten hervor, als Bolmur mit gewaltiger Kraft gegen den Stein drückt.
Kâdir mobilisiert ebenfalls noch einmal seine restlichen Kräfte und mit vereinten Bemühungen gelingt es den beiden Abenteurern die Platte ganz langsam und mit steinernem Knirschen vom Sockel zu schieben.
Bevor die Beiden die Platte jedoch vom Sockel werfen können, gebietet ihnen Vaêl einzuhalten um die Deckplatte nicht unnötig zu beschädigen.
Um Luft ringend und mit gerötetem Gesicht lassen Bolmur und Kâdir ab. Der Sarkophag steht nun halb offen und ein modriger Geruch strömt den Helden entgegen als sie sich über die Öffnung beugen. Jemand hat das Grab zur Hälfte mit Erde gefüllt in der sich der Umriss einer mittelgroßen humanoiden Kreatur abdrückt. Enttäuscht über den vermeintlich leeren Sarkophag hält Kalokin eine Fackel in die Öffnung und tatsächlich, am Fußende, verborgen durch die immer noch aufsitzende Deckelplatte befindet sich eine hölzerne Truhe. Mit leuchtenden Augen klettert der Halbling in den Sarkophag und kriecht unter die Deckplatte um wenig später die Truhe herauszuschieben, die von Bolmur sogleich aus dem Grab gehoben wird.
Als Kalokin schon wieder herausklettern möchte, hält er kurz Inne. Ihm ist als hätte er etwas übersehen. Erneut taucht der Halling unter den Sargdeckel ab und fährt mit der Hand über die Steinoberfläche der Innenseite. Neugierig kramt er ein kleines Stemmeisen hervor und kratzt über den behauenen Stein, bis er eine winzige Unebenheit in der Oberfäche entdeckt- eine Fuge!
Mit geübter Hand klemmt Kalokin das Stemmeisen in die Fuge und drückt dann vorsichtig zu. Eine vorher unsichtbare Steinplatte zeichnet sich nun längs des Sarkophags ab.
Die Gefährten schauen sich ratlos an, während sie darauf warten das Kalokin wieder auftaucht. Einige Zeit hören sie nur ein leises Schaben von Metall auf Stein und dann ein dumpfes Geräusch, so als hätte sich etwas im Inneren des Sarkophags gelöst und wäre auf die aufgeschichtete Erde herabgefallen.
Schließlich taucht Kalokin wieder auf. Grinsend hält er Bolmur einen Schwertgriff entgegen und als dieser zupackt und zurücktritt, zieht er einen stattlichen Zweihänder aus dem Grab!
Neugierig betrachtet Bolmur die Klinge, die in einem schwachen Goldton schimmert. Im Heft des Schwertes ist eine strahlende Sonne eingraviert. Prüfend lässt Bolmur das Schwert durch die Luft fahren und ist verblüfft wie gut sie in der Hand liegt. Jeder Streich zieht ein wenig von dem warmen Glanz des Metalls nach sich und ein singendes Geräusch begleitet das Schwert, wenn es die Luft zerschneidet.
Kalokin sieht seinem Gefährte einen Augenblick zufrieden zu, widmet sich dann aber der Truhe, die er mit wenigen geschickten Handgriffen öffnet. Er findet ein kleines Ledersäckchen, dass kostbare Edelsteine enthält, ein paar waldgrüner Seidenhandschuhe, die mit silbernen Stickereien versehen sind, sowie ein unglaublich leichtes Kettenhemd aus einem hell glänzendem Material.[1]
 1. Edelsteine (1x Schwarze Perle, 1x Alexandrit, 1x Feueropal) Zweihandschwert +1, Mithrilkettenhemd, Gloves of Agile Striking

Kâdir Zinopolous

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Kapitel II - Drakthars Weg
« Antwort #319 am: 25.06.2011, 20:16:09 »
"Das ist ja fast schon wie auf dem Markt in Zazesspur...", murmelt Kâdir als er sich die Handschuhe überzieht. Die feine Seide zieht sich geschmeidig über die sonnengegerbten Hände des Soldaten, und als dieser erstaunt seine Finger spreizt, fühlt er die filigrane Magie durch seine Nerven zucken.

"Es ist nichts Lebendiges - oder Unlebendiges in diesem Sarg." knurrt der Abenteurer. "Meint Ihr, der Vampir hat sich hier eingenistet, bevor Ihr ihn in bei untotem Leibe verbrannt habt, Kleriker?" Für einen fragwürdigen Moment zögert Kâdir und beginnt dann doch den Raum nach Geheimtüren zu durchsuchen.

Ultan

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Kapitel II - Drakthars Weg
« Antwort #320 am: 27.06.2011, 11:37:06 »
Kâdir durch sucht den Raum und anschließend auch die umliegenden Kammern, kann aber keinerlei verborgene Durchgänge ausmachen. Er findet allerdings, halb begraben unter einem umgestürzten Bücherregal, einen alten, staubbedeckten Foliant. Das Buch besitzt einen Einband aus rissigem Leder an dem ein metallenes Scharnier angebracht ist, dass beide Buchdeckel aufeinander presst. Neugierig nestelt Kâdir an dem Scharnier herum, stellt aber fest, dass es keinen Zoll breit nachgibt. Ein winziges Schlüsselloch deutet darauf hin, dass es abgeschlossen ist.
Prüfend dreht der Soldat das Buch in den Händen und wischt den Staub vom Einband. Scharfkantige Zeichen sind in den Einband eingeritzt, die Kâdir allerdings nicht lesen kann.
« Letzte Änderung: 27.06.2011, 16:32:05 von Ultan »

Vaêl

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Kapitel II - Drakthars Weg
« Antwort #321 am: 29.06.2011, 08:49:24 »
Vaêl dreht sich neugierig im Grab um und wendet sich dann Kâdir zu.

"Aller Wahrscheinlichkeit nach ja. Vampire scheuen das Licht und benötigen einen dunklen, abgeriegelten Ort als Schlafstatt. Während sie ruhen sind sie fast schutzlos, weswegen sie schwere Steinsarkophäge oder Särge bevorzugen. Theoretisch könnte es sich hierbei noch um das Grab eines zweiten Vampirs handeln, aber für gewöhnlich operieren diese Kreaturen allein."

Dann entdeckt der Kleriker das von Kâdir gefundene Buch und tritt zu ihm.

"Interessant. Darf ich?"

Kâdir Zinopolous

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Kapitel II - Drakthars Weg
« Antwort #322 am: 30.06.2011, 19:06:31 »
"Natürlich," spricht Kâdir knapp und schenkt dem Kleriker ein wages Lächeln. "Schön zu sehen, dass die Neugier auch bei Euch keinen Halt macht."

Vaêl

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Kapitel II - Drakthars Weg
« Antwort #323 am: 02.07.2011, 12:21:22 »
Vaêl versucht zu erkennen, ob er die Schriftzeichen auf dem Buch oder gar das Buch selbst lesen kann.

Ultan

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Kapitel II - Drakthars Weg
« Antwort #324 am: 09.07.2011, 16:41:38 »
Vaêl erkennt zwar die Symbole auf dem Einband als die komplexen Runen der drakonischen Schrift, doch vermag er aus dem Inhalt nicht schlau zu werden. Womöglich handelt es sich um eine sehr alte Sprache, die im heutigen Faerûn kaum noch gesprochen wird.
Der Kleriker begegnet Kâdirs interessiertem Blick mit einem Achselzucken und verstaut den Folianten vorsichtig in seinem Rucksack. Die Gruppe sieht sich noch ein letztes Mal um und beschließt dann die Kathedrale zu verlassen und in den sicheren Teil der Stadt zurückzukehren.
Diesmal wählen die Helden die Ostbrücke über die Stojanow, anstatt wieder zurück durch die Kanalisation zu klettern und befinden sich etwas später vor dem Stadttor Phlans. Der Wachtposten staunt nicht schlecht, als zu dieser Stunde Leute um Durchlass am Osttor bitten und beinahe lässt er das Feuer eröffnen, doch Vaêls beschwichtigende Worte und das Erwähnen des Wachkommandanten überzeugen ihn dann doch die Gruppe durchzulassen. Erschöpft und mit bleischweren Gliedern schleppen sich die Abenteurer zurück in Nat Wylers Glock, wo sie sich umgehend in ihre Betten fallen lassen.

Am nächsten Tag, nach einer gesunden Portion Schlaf und einem ausgiebigen Mittagsmahl beschließt die Gruppe der Stadtwache einen Besuch abzustatten um die versprochene Belohnung einzustreichen. Als die Gefährten das Wachhaus betreten, werden sie bereits von Serkow erwartet.


"Tyr zum Gruße, Abenteurer! Meine Männer sind seit Sonnenaufgang drüben in den Ruinen und haben mir von dem Massaker erzählt, dass ihr dort unter den Grünhäuten angerichtet habt. Mir scheint ich habe euch unterschätzt! Ihr habt wirklich ausgezeichnete Arbeit geleistet! Meine Männer haben schon jetzt über drei Dutzend Leichen entdeckt und darunter waren auch die von zwei Worgs. Ich habe mir erlaubt eure Belohnung etwas großzügiger ausfallen zu lassen als ursprünglich festgelegt Ich schätze ihr werdet daran keinen Anstoß finden.
Außerdem werde ich dem Rat von eurer Leistung berichten. Sollte sich Ratsherrin Voskorm beeindruckt zeigen, springt vielleicht noch etwas mehr für euch dabei heraus. Ich möchte euch auf jeden Fall schon einmal im Namen der Stadtgarde Phlans meinen Dank aussprechen. Wir werden jetzt die Ruinen von den letzten verbliebenen Goblins säubern und dann können wir vielleicht bald damit beginnen Alt-Phlan zurückzugewinnen. Auf uns wartet jetzt eine Menge Arbeit, aber dass wir uns überhaupt wieder in die Altstadt wagen können ist allein euch zu verdanken.

Der Kommandant setzt ein breites Lächeln auf und schüttelt jedem der Helden mit Nachdruck die Hand. Dannach wirft er Kâdir einen großen Lederbeutel zu, der prall mit Münzen gefüllt zu sein scheint.[1]
Als ihr euch umseht, merkt ihr das sich einige Wächter in respektvollem Abstand um euch versammelt haben. Einige der Männer und Frauen nicken euch anerkennend zu, andere zeigen ganz offen ein freundliches Lächeln. Wie es scheint habt ihr durch eure Heldentat nun einiges an Ansehen in Phlan gewonnen.[2]
 1. Münzen: 500 GM
 2. Die Stadtwache Phlans ändert ihre Einstellung gegenüber der Gruppe zu: freundlich
« Letzte Änderung: 09.07.2011, 16:43:54 von Ultan »

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